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	<title>CARTA &#187; Google Street View</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Sind wir reif f&#252;r Streetview, wenn wir den Wunsch nach Verh&#252;llung nicht akzeptieren?</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 20:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno Park</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus welchen Gr&#252;nden auch immer Menschen ihre H&#228;user bei Google Streetview verpixeln lassen - dies ist zun&#228;chst einmal zu respektieren. Der souver&#228;n filternde Netz&#252;bermensch scheint jedenfalls noch immer in weiter Ferne.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/137e81cb3b8e4fc38bc9abf60c45850d" alt="" width="1" height="1" />Also nun ist <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/">Streetview</a> endlich online. Mein Haus ist nicht verpixelt, trotz der Kita im Erdgeschoss &#8211; das Haus, das ich demn&#228;chst besichtigen werde, hingegen schon. Die Verpixelung ist wirklich h&#228;sslich. Seit Tagen, nein mittlerweile Wochen qu&#228;le ich mich zu einer Meinung. Ich verstehe <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-11/street-view-jeff-jarvis-verpixelung">das Kopfsch&#252;tteln eines Jeff Jarvis</a> sehr gut, ich verstehe den <a href="http://twitter.com/mspro/status/5118521008721920">Zorn von Michael Seemann</a> und die <a href="http://yuccatree.de/2010/08/jens-best-fotografiert-die-hauser-die-bei-streetview-verpixelt-werden-ein-interview/">Aktion von Jens Best</a>, die verschollenen H&#228;user nachtr&#228;glich zu fotografieren, was im &#252;brigen legal ist. Trotzdem kann ich sie nicht guthei&#223;en und werde mich ihnen nicht anschlie&#223;en.</p>
<p>Don Alphonso hat n&#228;mlich <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~EC7D03C613D244E938BA3D9A72E00C958~ATpl~Ecommon~Scontent.html">mit einer These</a> durchaus recht: Googles Ansatz, alles und jeden durchsuchbar zu machen und der Gedanke, Streetview-Verweigerer zu ihrem Gl&#252;ck zwingen zu wollen, sind totalit&#228;r. Bei Streetview meldet man sich nicht freiwillig an wie bei Facebook. Privatsph&#228;re bedeutet unter anderem <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009/Wahlprogramm#Kein_.C3.9Cberwachungsstaat_-_das_Recht_in_Ruhe_gelassen_zu_werden">das Recht des einzelnen, in Ruhe gelassen zu werden</a> &#8211; ein Aspekt, der in der Kontrollverlust-Debatte kaum erw&#228;hnt bzw. in sein Gegenteil verkehrt wird. Streetview-Bilder sind eben keine Touristen-Schnappsch&#252;sse. Ich pers&#246;nlich habe zwar kein Problem mit Streetview &#8211; ich finde den Dienst toll und die Verpixelung von f&#252;nfgeschossigen Berliner Altbauten ziemlich albern. Au&#223;erdem bin ich nebenher ein wenig auf Wohnungssuche und f&#228;nde es praktisch, mir Adressen mit Streetview vorab anzuschauen.</p>
<p>Trotzdem: Die Streetview-Verteidiger behaupten, Streetview sei eine Form von &#214;ffentlichkeit. Ist es nicht. Streetview ist Google, nicht mehr und nicht weniger. Google kann jederzeit den Dienst manipulieren, kostenpflichtig machen, abschalten. Nat&#252;rlich ist die Hausfassade &#246;ffentlich und von jedem einsehbar, was aber nichts daran &#228;ndern, dass man aufgrund dieser Bilder wahre oder falsche R&#252;ckschl&#252;sse auf meine Person machen kann &#8211; besonders in aus 3 Metern H&#246;he fotografierten Kleinst&#228;dten und Einfamilienhaussiedlungen. Es sollte letztlich dem Einzelnen &#252;berlassen bleiben, ob er seine Fassade in Streetview abgebildet sehen m&#246;chte oder nicht &#8211; so wie er die Entscheidung hat, ob er im Telefonbuch stehen m&#246;chte. Der &#246;ffentliche Raum bleibt vollkommen unangetastet &#8211; niemand sperrt Stra&#223;en und Pl&#228;tze und verweigert uns den Zutritt.</p>
<p>Den ber&#252;hmten Einbrecher m&#252;ssen wir f&#252;r die Streetview-Ablehnung gar nicht bem&#252;hen, es geht um viel mehr. Erst das massenhafte Sammeln von Daten, die M&#246;glichkeiten des Datamining und die allgegenw&#228;rtigen Versuche von Staat und Konzernen, uns aufgrund aller m&#246;glichen und unm&#246;glichen Daten zu scoren geben an sich v&#246;llig harmlosen Daten eine neue Qualit&#228;t. Streetview-Bilder k&#246;nnen potenziell zu diesen Daten geh&#246;ren. Es sollte dem Einzelnen &#252;berlassen bleiben, wieviel Information er zur Verf&#252;gung stellen m&#246;chte.</p>
<p>Wir erleben gerade an allen Ecken und Enden im Netz, wie die Grenzen zwischen Privatsph&#228;re und &#214;ffentlichkeit verwischen und ben&#246;tigen ein Konzept der abgestuften &#214;ffentlichkeiten. Ja, das betrifft auch Hausfassaden. Ich halte Streetview f&#252;r relativ unproblematisch, habe aber Verst&#228;ndnis daf&#252;r, dass andere Menschen das anders sehen und fordere genau dieses Verst&#228;ndnis von denjenigen, die jetzt losziehen und H&#228;user fotografieren. Meiner Auffassung nach m&#252;ssen nicht die Bewohner begr&#252;nden, warum sie ihr Haus verh&#252;llen m&#246;chten, sondern Google oder wir &#8220;Netizens&#8221; m&#252;ssen begr&#252;nden, warum sie es nicht d&#252;rfen sollten. <a href="http://mspr0.de/?p=1767">&#196;sthetische Befindlichkeiten</a> d&#252;rfen dabei keine Rolle spielen.</p>
<p>Es ist vollkommen egal, welche Gr&#252;nde die Verweigerer f&#252;r ihren Antrag auf Verpixelung haben und dass es keine Gesetze gegen Streetview gibt &#8211; die Weigerung, bei Streetview abgebildet zu sein, ist zun&#228;chst einmal ohne Angabe von Gr&#252;nden zu respektieren. Die Form, in der sich die Verpixelungsgegner &#252;ber den Willen der Verpixelten hinwegsetzen, tr&#228;gt Z&#252;ge kultureller Unterwerfung. Sie ist arrogant und ja: totalit&#228;r. Google hat das einzig richtige getan und von sich aus und aus freien St&#252;cken als Kompromiss die Unkenntlichmachung angeboten.</p>
<p>Jetzt stehen die Verh&#252;llten unter Generalverdacht, etwas zu verbergen und werden zur Stunde auf Twitter bereits als Spinner, Spie&#223;er, Gestrige und gar noch <a href="http://twitter.com/NeoVanGoth/status/5170902325010433">Faschisten</a> diffamiert. Am Umgang der &#8220;Netizens&#8221; mit solchen Streetview-Verweigerern zeigt sich jedoch, welcher Art unsere Netzkultur eigentlich ist. Eine <a href="http://www.ctrl-verlust.net/vortrag-das-radikale-recht-des-anderen/">von Michael Seemann entworfene Ethik des Kontrollverlustes</a> fordert ja den souver&#228;n filternden Netz&#252;bermenschen. Der aber ist weit und breit nicht in Sicht. Wenn wir Netzb&#252;rger mit den Streetview-&#8221;Abweichlern&#8221; nicht klarkommen, dann sind wir es, die noch nicht reif f&#252;r Streetview sind.</p>
<p><em>Dies ist eine &#252;berarbeitete und erweiterteVersion des Textes, der bereits bei <a href="http://www.ennomane.de/2010/11/18/wir-sind-nicht-reif-fuer-streetview-wenn-wir-den-wunsch-nach-verpixelung-nicht-akzeptieren-koennen/">ennomane.de</a> erschien.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35845&amp;md5=d92cc6928c302a0842ed412aece9e233" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pixelbombenalarm</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 21:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeff Jarvis hat mit einem Artikel in der ZEIT die Google-Street-View-Debatte noch einmal neu befeuert. Eine L&#246;sung des Konflikts ist nicht in Sicht. Oder doch? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/045cbbf664494d5b8ef2fa38e54518c3" alt="" width="1" height="1" />Es ist ja so: F&#252;r mehr &#214;ffentlichkeit und Transparenz (also f&#252;r den Fortschritt) haben sich immer diejenigen eingesetzt, die nicht viel hatten, was sie vor den anderen verbergen konnten – w&#228;hrend z.B. die Schlossbesitzer auf die Wahrung ihrer Privatsph&#228;re hinter den Mauern und Hecken enorm viel Wert legten. Ich nehme auch an, dass die Zahl der Mieter von Zwei-Zimmer-Wohnungen, die etwas dagegen haben, dass ihr Klofensterchen, das auf die Stra&#223;e geht, von au&#223;en abfotografiert wird, relativ klein ist im Verh&#228;ltnis zur Zahl der Einspruch erhebenden Landhausbesitzer? Und noch nie habe ich von einem Fu&#223;g&#228;ngeraufstand geh&#246;rt, bei dem sich die Benutzer der &#246;ffentlichen B&#252;rgersteige dagegen wehrten, von &#220;berwachungskameras an privaten Toreinfahrten gefilmt zu werden. Sollte man sich nicht auch da vom Hausbesitzer verpixeln lassen?</p>
<p>Unsere Daten sind doch l&#228;ngst alle bekannt. Nur: Bei Google Street View geht es gar nicht um lausige Daten, es geht um sichtbaren Besitz, und das hei&#223;t, es geht ans Eingemachte. Soll k&#252;nftig jeder Gangster meine vom Mund abgesparte (oder von den Gro&#223;eltern geerbte) Villa in aller Seelenruhe betrachten k&#246;nnen? Muss ich mir ungefragt 300 Angebote zur Ausbesserung meines Kr&#252;ppelwalmdachs in den Postkasten stecken lassen? Darf jeder sehen, wie verschwenderisch nahe ich den Wintergarten an die Grundst&#252;cksgrenze gesetzt habe? Das w&#228;re ja so, als k&#246;nnte man direkt in mein Portemonnaie fotografieren. Jeder Nacktscanner am Flughafen ist ein Witz dagegen!</p>
<p>In ungerechten Gesellschaften, vor allem in solchen, in denen Leistung und Besitz l&#228;ngst entkoppelt sind, ist es vern&#252;nftiger, die eigene Habe ein wenig herunterzuspielen. Der Schutz der Privatsph&#228;re ist dann vor allem der Schutz vor der Gier der anderen; und das Recht, das, was ich habe, vor der &#214;ffentlichkeit (also vor dem potentiellen Feind!) zu verbergen.</p>
<p>Da Privatsph&#228;re und Privatbesitz nur schwer voneinander zu trennen sind, ist jede Fassade, die man von der Stra&#223;e aus sieht, gleichzeitig &#246;ffentlich und privat. Denn im Moment des Anblicks verwandelt sich das reflektierte Licht, das von der privaten Fassade auf die Netzhaut f&#228;llt, in ein &#246;ffentliches Abbild. Und die &#246;ffentliche Fassade verwandelt sich auf der Netzhaut zu etwas g&#228;nzlich Privatem.</p>
<p>Um diese <em>Wandlung</em> &#8211; gl&#228;ubige Katholiken erfahren etwas &#228;hnliches beim Abendmahl – sicher verhindern zu k&#246;nnen, m&#252;ssten riesige Vorh&#228;nge vor privaten Geb&#228;uden &#214;ffentlichkeit vort&#228;uschen, etwa so, wie der Berliner Palast der Republik zeitweise von einer <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Berliner_Schloss.jpg&amp;filetimestamp=20100702011838">Schlosstapete</a> verh&#252;llt wurde. Noch gescheiter w&#228;re es allerdings, einen Chip in die Netzhaut zu implantieren, der den &#246;ffentlichen Blick eines Menschen zuverl&#228;ssig verpixelt, sobald er auf ein privates Geb&#228;ude trifft.</p>
<p>Nach den guten Erfahrungen mit dem elektronischen Personalausweis und der pers&#246;nlichen Identifikationsnummer sollte die technische Seite kein allzu gro&#223;es Hindernis darstellen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Und hier geht’s zur ernsthaften Debatte:</em></p>
<ol>
<li><em><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-11/street-view-jeff-jarvis-verpixelung?page=all">Die Zeit</a></em></li>
<li><em><a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EEBDB3498BCFF4CCAA7169A5943112FA7~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Die FAZ</a></em></li>
<li><em><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/streetview-debatte-typisch-deutsch/">Netzpolitik</a></em></li>
<li><em><a href="http://www.slow-media.net/digitale-zwangsneurosen">Slow Media</a></em></li>
<li><em><a href="http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/11/07/street-view-der-offentliche-und-die-panoramafreiheit/">Ich sag mal</a></em></li>
</ol>
<p><em>Weitere Leseempfehlung: <a href="http://carta.info/33073/google-streetview-die-oeffentlichkeit-als-ware/">Daniel Leisegang</a> hier auf Carta</em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/35704/pixelbombenalarm/">Pixelbombenalarm</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35704/pixelbombenalarm/#comments">12 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35704&amp;md5=812e89e377234902fae75955cb58280b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Google StreetView: Die &#214;ffentlichkeit als Ware</title>
		<link>http://carta.info/33073/google-streetview-die-oeffentlichkeit-als-ware/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 14:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>

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		<description><![CDATA[Schafft Google eine „digitale &#214;ffentlichkeit“? Wird das Private mit mit Street View nun &#246;ffentlich? Nichts dergleichen: Google privatisiert die &#246;ffentliche Sph&#228;re. Mehr noch – die demokratische &#214;ffentlichkeit selbst verkommt zur Ware.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f865908701ee456d90d3e220ebbed97f" alt="" width="1" height="1" />Mario Sixtus <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/08/erst-dienste-wie-street-view-m.html">mahnt</a> zu Wachsamkeit: Kritik an Google Street View komme einem Angriff auf die Grundrechte jedes Einzelnen gleich. Google Street View mache den &#246;ffentlichen Raum erst wirklich &#246;ffentlich. Dem Geschw&#228;tz von „Phobikern“ sei daher keine Beachtung zu schenken.</p>
<p>Der IT-Berater Jens Best m&#252;nzt diese Weisung kurzerhand in praktisches Handeln um. Mit einer PR-Aktion in eigener Sache hat er sich geschickt in die Debatte um Street View <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html">eingeschaltet</a>: Er will die „freie Zug&#228;nglichkeit“ des „digitalen &#246;ffentlichen Raums“ mit der Kamera in der Hand verteidigen. Wenn es sein m&#252;sse, t&#246;nt er, sei er sogar „bereit, ins Gef&#228;ngnis zu gehen.“</p>
<p>Dem k&#252;hnen Aufr&#252;hrer springt schlie&#223;lich Michael Seemann zur Seite: Der Kritik an Google <a href="http://carta.info/32498/streetview-es-gibt-kein-analoges-leben-im-digitalen/">begegnet</a> er mit digitalem Darwinismus: „Der Sprung ins kalte Wasser wird niemandem erspart bleiben, so oder so. [...] Willkommen in unserer Welt.“</p>
<p>Was veranlasst diese Riege wackerer „Netzaktivisten“, den neuen Google-Dienst nicht nur willkommen zu hei&#223;en, sondern ihn zudem mit martialischer Rhetorik und couragiertem Einsatz gegen Kritik zu verteidigen?</p>
<p>Zum einen unterliegen sie offenbar einem falschen Eindruck davon, was Googles <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2008/februar/das-google-imperium">Gesch&#228;ft</a> im Kern ausmacht. Der Konzern verdient sein Geld in erster Linie mit den pers&#246;nlichen Daten der Nutzer. Auch Street View wird dazu beitragen, mehr und mehr Informationen &#252;ber uns zu gewinnen, die das Unternehmen dann zu zunehmend komplexen Profilen zusammenf&#252;hren kann.</p>
<p>Zum anderen verteidigen Sixtus und Co. etwas, das so &#252;berhaupt nicht existiert. Die Bef&#252;rworter von Street View gehen davon aus, dass Google mit Hilfe des neuen Dienstes nicht weniger als eine „digitale &#214;ffentlichkeit“ der Allgemeinheit verf&#252;gbar mache. Das genaue Gegenteil ist indes der Fall: Google eignet sich nun auch noch in einem bislang nicht gekannten Ausma&#223; unsere &#214;ffentlichkeit an. Diese wird dabei nicht nur kommerzialisiert – <strong>die &#246;ffentliche Sph&#228;re wird von den &#246;konomischen Interessen Googles geradezu durchdrungen und so am Ende selbst zur Ware</strong>.</p>
<p>Auf diese Weise gehen dem &#246;ffentlichen Raum zahlreiche <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/27520.html">Kriterien</a> verloren, die ihn zuvor als solchen kennzeichneten:</p>
<p>Erstens dient „&#246;ffentlich“ als <strong>Gegenbegriff zu „privat“</strong>. Der private Raum bezeichnet eine Handlungssph&#228;re, in der die Gesellschaftsmitglieder pers&#246;nliche Ziele und Lebensprojekte verfolgen k&#246;nnen, ohne sich kollektiven Anspr&#252;chen unterwerfen oder sich gegen&#252;ber der Gesellschaft f&#252;r ihre Handeln rechtfertigen zu m&#252;ssen.</p>
<p>Zweitens l&#228;sst sich „&#246;ffentlich“ als Gegenbegriff zu geheim oder vertraulich verstehen. Somit sind beispielsweise Wissensbest&#228;nde, die abgeschirmt sind gegen Beobachtung aber auch gegen den Einfluss von Au&#223;en, aufgrund eingeschr&#228;nkter Zugangsbedingungen nicht &#246;ffentlich. Oders anders gesagt: &#214;ffentlich beschreibt auch und vor allem die <strong>kollektive Verf&#252;gung &#252;ber Ressourcen</strong>, Stichwort: &#246;ffentliches Eigentum.</p>
<p>Drittens verweist „&#214;ffentlichkeit“ auf ein Kollektiv mit einer <strong>Kommunikationsstruktur</strong>, und damit auf eine bestimmte Formation der Gesellschaft, in der sich Meinungen bilden, die dann eine eigenst&#228;ndige politische Wirkung entfalten k&#246;nnen.</p>
<p>Knapp zusammengefasst l&#228;sst sich also sagen, dass in einer demokratischen &#214;ffentlichkeit die B&#252;rger miteinander verhandeln, wie ihr gemeinsamer Raum und seine Infrastruktur ausgestaltet sein soll. Damit obliegt es ihnen auch zu bestimmen, wo die Grenze zwischen &#246;ffentlicher und privater Sph&#228;re verl&#228;uft.</p>
<p>Offensichtlich nehmen zahlreiche B&#252;rger das Fotografieren „ihrer“ Stra&#223;en und Hausfassaden als Eingriff in die Sph&#228;re wahr, die ihnen eigentlich Schutz vor dem unerw&#252;nschten Eindringen kollektiver oder fremder privater Anspr&#252;che gew&#228;hren soll. Bereits die Wahrnehmung, dass Google als privat-wirtschaftlicher Akteur systematisch in das Private einzudringen scheint, sollte demnach eigentlich ausreichen, den <strong>Grenzverlauf zwischen &#246;ffentlicher und privater Sph&#228;re</strong> ernsthaft zu pr&#252;fen und m&#246;glicherweise anzupassen – statt die Kritiker des Dienstes, wie Sixtus es tut, als Phobiker zu beschimpfen.</p>
<p>Und selbst wenn die Bef&#252;rworter des Dienstes Recht behalten sollten, dass Google allein den &#246;ffentlichen Raum fotografiert habe, so verfolgt auch Street View in erster Linie das Ziel, mit einem aufgemotzten Stadtplan den Privatpersonen weitere private bis intime Informationen zu entlocken, die Google dann zu Werbezwecken verwertet. &#220;ber die weitergegebenen Informationen verlieren die Nutzer jedoch nicht nur vollst&#228;ndig die Kontrolle, sie werden regelrecht ihrer privaten Daten enteignet.</p>
<p>Google Street View hat somit – auf die eine oder andere Weise – durchaus Einfluss auf unseren privaten Raum. Entscheidend f&#252;r die aktuelle Debatte ist jedoch, dass nach der langj&#228;hrigen <strong>Kommerzialisierung der privaten Daten</strong> nun auch die zunehmende <strong>Aneignung des &#214;ffentlichen</strong> folgt.</p>
<p>Denn das virtuelle Abbild der „&#214;ffentlichkeit“ verfolgt eben nicht den Zweck, demokratische Entscheidungen herbeizuf&#252;hren und kollektive Verantwortlichkeiten zu organisieren. Auch bed&#252;rfen die Entscheidungen und Handlungen Googles keinerlei demokratischer Legimitation, der Konzern unterliegt nicht einmal der Notwendigkeit sich gegen&#252;ber der &#214;ffentlichkeit rechtfertigen zu m&#252;ssen. <strong>Somit verf&#252;gen die Nutzer &#252;ber keinen entscheidenden Einfluss auf die Unternehmenspolitik Googles – und damit auch nicht auf die „digitale &#214;ffentlichkeit“.</strong></p>
<p>Wie k&#246;nnten wir verhindern, dass Google – was noch am wahrscheinlichste ist – die „&#246;ffentlichen“ Daten von Street View mit denen anderer Diensten verkn&#252;pft? &#8211; Wir wissen ja nicht einmal, welche Daten Google &#252;berhaupt erhebt und in seinem Besitz hat. Wie kann sicher gestellt werden, dass die Informationen, die Google besitzt, nicht gestohlen oder an andere Unternehmen verkauft werden? Oder was k&#246;nnen wir dagegen unternehmen, wenn Google morgen entschiede, dass fortan nur noch eine bestimmte Nutzergruppe kostenfreien Zutritt zu Street View erh&#228;lt?</p>
<p><strong>Das Gegenteil von &#246;ffentlichem Gemeingut, &#252;ber das alle betroffenen B&#252;rger gleicherma&#223;en demokratisch verf&#252;gen und Macht aus&#252;ben k&#246;nnen, hei&#223;t jedoch: Privateigentum.</strong> Und der Global Player Google will uns dieses Privateigentum obendrein als &#246;ffentlichen Service <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/">verkaufen</a>.</p>
<p>Damit aber verwandelt sich der demokratische Souver&#228;n bei Street View in passive Konsumenten; das in der &#246;ffentlichen Sph&#228;re demokratisch legitimierte Recht schrumpft auf die von Google einseitig diktierten Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen zusammen. Daher kann diese Form der „digitalen &#214;ffentlichkeit“ schlie&#223;lich ebenfalls nicht dem freien gemeinsamen Austausch der B&#252;rger untereinander zugute kommen.</p>
<p>Die „digitale &#214;ffentlichkeit“ von Google Street View erf&#252;llt daher in keiner Weise den Charakter einer demokratischen &#214;ffentlichkeit. Stattdessen verwandelt Google diese in ein kommerzielles Produkt. Das Unternehmen ist zur Sicherung eigener Vertriebswege inzwischen auch bestrebt, die Netzneutralit&#228;t, eine Grundbedingung des unbeschr&#228;nkten Datenverkehrs im Internet, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-und-Verizon-fuer-Netzneutralitaet-mit-einigen-Hintertueren-1053004.html">auszuhebeln</a>.</p>
<p>Wir sehen uns somit derzeit einer Entwicklung gegen&#252;ber, in der eine kommerzielle <a href="http://www.tinbrain.de/2010/07/die-kolonialisierung-der-offentlichkeiten-teil-iv/">Kolonialisierung</a> des Internet – auch und vor allem durch Google – nicht nur unser Verst&#228;ndnis von &#214;ffentlichkeit, sondern obendrein auch noch die offene Vernetzungsstruktur des Internet bedroht. Was aber braucht es noch, um den Wohlt&#228;ter vom &#220;belt&#228;ter unterscheiden zu k&#246;nnen?
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		<title>„Pers&#246;nlichkeitsrechte“ als Eigentum an sich selbst in der &#214;ffentlichkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 11:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Rosinski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Das "Pers&#246;nlichkeitsrecht" wird zunehmend als positives Eigentum verteidigt, als Copyright an sich selbst in der &#214;ffentlichkeit. Die neue Maxime hei&#223;t: Lasse dich oder dein Eigentum nicht ablichten! Deshalb d&#252;rfen jetzt auch Stra&#223;en nicht fotografiert werden. Die &#214;ffentlichkeit, so hat man den Eindruck, soll vor der &#214;ffentlichkeit verborgen werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2a6cb0bf9c9c47b99710a7ff2fdceb8f" alt="" width="1" height="1" />Als ich an diesem Abend gegen 20 Uhr meine Kamera z&#252;cke und mit dem Objektiv auf die drei Sicherheitsleute im Haupteingang des Paul-L&#246;be-Haus ziele, l&#246;se ich statt einer Verschlusszeit einen mittelschweren Alarm bei den von einer Ablichtung bedrohten Mitarbeitern der Bundestagsverwaltung aus.</p>
<p>Aus dem friedlichen, von der Abendsonne sanft bel&#228;chelten Szenario der synchron in backsteindicke Paperbacks vertieften Gruppe, die sich neben den Durchleuchtungsapparaten in andere Welten liest, wird im Nu<em> </em>ein mehrk&#246;pfiger Drachen, der mit seinen Ausst&#252;lpungen feuerrot auf mich zuspringt. Ich k&#246;nne hier nicht fotografieren, ob ich „schon mal etwas von ‚Pers&#246;nlichkeitsrechten’ geh&#246;rt“ habe?</p>
<p>Das, muss ich zugeben, war mir neu. Es ging ja keineswegs um ein Ablichtungsverbot von Sicherheitsma&#223;nahmen, sondern ein in der &#214;ffentlichkeit lesender Mensch wollte nicht fotografiert werden. Und zwar nicht (wie ich dem Gespr&#228;ch mit ihm entnehmen konnte), weil er etwas Geheimes, Verbotenes oder Unsittliches vollziehen w&#252;rde, sondern weil er „seine Pers&#246;nlichkeit sch&#252;tzen“ m&#252;sse.</p>
<p>Der Kollege war nicht sehr artikuliert, aber seine t&#228;gliche Boulevardzeitung hatte er sorgf&#228;ltig gelesen: genauso wenig wie seinen Vorgarten m&#252;sse man sich selbst von irgendjemandem fotografieren lassen. <strong>Ja, die Maxime hei&#223;t sogar unbedingt: Lasse dich oder dein Eigentum nicht ablichten!</strong></p>
<p>Das klingt wie das, was Kant einen „kategorischen Imperativ“ genannt hat &#8211; als striktes Mandat, das „eine Handlung als f&#252;r sich selbst, ohne Beziehung auf einen anderen Zweck, als objektiv-notwendig vorstellt“. Davon sei der „hypothetische Imperativ“ als eine Handlungsanweisung, die „wozu anders<em> als Mittel</em> gut w&#228;re“, genau zu unterscheiden.</p>
<p>In der Tat kann weder in den b&#252;rgerlichen Feuilletons noch an den Stammtischen deutlich gemacht werden (und schon gar nicht durch Kommuniqués des Bundesinnenministeriums), welchem Zweck ein Ablichtungsverbot des Offenbaren, dieses Bilderverbot auf der Agora dienen soll als nur sich selbst &#8211; mit dem mysteri&#246;sen Hinweis auf „die Rechte an der eigenen Person“.</p>
<p>Da bleibt man stehen, im persistenten Beharren auf einen Eigentumsvorbehalt, den Kant als „metaphysisch“ disqualifiziert h&#228;tte. Denn da es sich bei Pers&#246;nlichkeitsrechten ja nur um Freiheitsrechte handeln kann, k&#246;nnen auch sie nur &#8211; folgt man dem K&#246;nigsberger Philosoph &#8211; <em>Ideen</em> der Vernunft sein. Soll hei&#223;en: <strong>Pers&#246;nlichkeitsrechte lassen sich so wenig wie Freiheitsrechte substantiell definieren.</strong> Wir d&#252;rfen allenfalls voraussetzen, dass es „Freiheit“ gibt, da sich sonst ein freier Wille, der f&#252;r moralische Handlungen zwingend ist, nicht denken l&#228;sst.</p>
<p>Frei, schreibt Kant in seiner Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (einem &#8211; so viel Werbung muss sein d&#252;rfen &#8211; der gro&#223;artigsten Werke, die in deutscher Sprache verfasst wurden!), w&#228;re ein Wille, der <em>unabh&#228;ngig von fremden ihn bestimmenden Ursachen wirkend sein kann</em>. Wo aber ein Pers&#246;nlichkeitsrecht wie die Gebotstafel vom Berge Sinai als Katalog von Sollen und Nicht-Sollen gemei&#223;elt wird, hat das eher mit Polizei zu tun als mit der Freiheit eines vern&#252;nftigen Einzelwesens.</p>
<p>Mit der Diskussion um Google Street View und einem Copyright an der eigenen Person, so weit sie sich in der &#214;ffentlichkeit bewegt, hat sich Kants Konzept des freien Willens in das gerade von ihm <em>nicht</em> Gemeinte verkehrt: statt das Pers&#246;nlichkeitsrecht als das Recht „frei zu denken“ (d.h. sich keinem Zweck als Mittel unterwerfen zu m&#252;ssen) zu sch&#252;tzen, soll hier die Pers&#246;nlichkeit als positives Eigentum verteidigt werden. Damit geht es gar nicht um „Pers&#246;nlichkeit“, sondern dahinter verbirgt sich die allbekannte Eigentumsfrage, die tats&#228;chlich jegliches Pers&#246;nliche verschwinden l&#228;sst, weil dieses sich niemals &#252;ber ein ihm zugeordnetes Eigentum definieren l&#228;sst.</p>
<p>Eine Ideologie, die vor allem von der Partei vertreten wird, die sich als besonders „freiheitlich“ versteht und damit heute immer das Recht auf Eigentum meint.</p>
<p>Insofern handelte es sich keineswegs um einen kategorischen Imperativ, den der Sicherheitsbeamte mir mit preu&#223;ischer Wut an den Kopf warf, sondern um den im sicheren Wissen um einen <em>Common Sense</em> formulierten <strong>hypothetischen Selbstbefehl, man wolle sich nicht fotografieren lassen, da sonst die Gefahr bestehe, sich selbst als Eigentum zu verlieren</strong>. Doch das von ihm angesprochene „Pers&#246;nlichkeitsrecht“ kann ja kein „Recht“ meinen, eine Pers&#246;nlichkeit zu <em>sein</em> (was ich ihm nat&#252;rlich von Herzen g&#246;nne), sondern nur eines, eine Pers&#246;nlichkeit zu <em>werden</em>. Nur leider hat das wesentlich mit einem Bildungssystem zu tun, das heute weniger denn je dazu angetan ist, den von Kant gemachten feinen Unterschied zwischen „gelehrten“ und. „aufgekl&#228;rten“, d.h. selbst&#228;ndig denkenden Geistern zu reflektieren.</p>
<p>Eine Stra&#223;e nicht fotografieren zu d&#252;rfen, weil sich dort Menschen bewegen, die sich als ihr Eigentum definieren, das zu sch&#252;tzen oder dessen Nutzungsrecht nur gegen eine Abgabe zu erwerben ist, diese Verdikt entspringt der gleichen Verwertungslogik wie die schwarzen Burkas, die der verh&#252;llten Person vor allen ihr Recht darauf absprechen, <em>eine &#246;ffentliche Person sein zu k&#246;nnen</em>. Ja, &#252;berhaupt eine „Person“ zu sein &#8211; deren von Familie und Clan abstrahierter Status erst eine Gleichheit mit anderen, gleicherma&#223;en abstrahierten „Personen“ herstellt.</p>
<p>Schon f&#252;r die attische Demokratie war die Unterscheidung von Privat und &#214;ffentlich konstitutiv, und eine H&#228;userfassade war genauso wenig privat wie das Ruml&#252;mmeln auf dem Marktplatz (man lese etwa von den Lehren der Kyniker) &#8211; immer aber hie&#223; es: Gesicht zeigen! Was sich dagegen hinter den Fassaden abspielte, ging in der Tat niemanden etwas an als die Betroffenen.</p>
<p>Mag sein, dass es auch niemanden etwas angeht, was sich direkt hinter der gl&#228;sernen Fassade des Bundestagkomplexes unter aller Augen abspielt; was von allen gesehen wird &#8211; aber von niemand mehr fotografiert werden soll. Nicht zuletzt auch durch die Wankelm&#252;tigkeit der Bundesregierung in dieser Frage hat sich offenbar in die deutschen K&#246;pfe wie in eine Leerstelle die Vorstellung gesenkt, ein harsches Bilderverbot sei das Gebot der Stunde.</p>
<p>Die &#214;ffentlichkeit, so hat man den Eindruck, soll vor der &#214;ffentlichkeit verborgen werden. Da fragt man sich doch: Wof&#252;r sch&#228;men wir Deutschen uns eigentlich so? Etwa f&#252;r unser Eigentum?
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		<title>StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen.</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 12:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Seemann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die F&#252;&#223;e des analogen Menschen. Es symbolisiert das Ende dieses R&#252;ckzugsraums, denn Street View ist die greifbarste Verwandlung der analogen Realit&#228;t in die digitale &#214;ffentlichkeit. Damit wird der Kontrollverlust zum Mainstream.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e2091d258eed4913af6ec47b1c2176c9" alt="" width="1" height="1" /><a href="http://paper.meedia.de/titelgallery_drupal/?q=gallery/&amp;g2_itemId=117140&amp;g2_page=2&amp;mode=&amp;mediamode=">Nun</a> <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,712492,00.html">also</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/google-chef-eric-schmidt-google-raet-jedem-seinen-namen-zu-aendern-1.990045">Google</a> <a href="http://carta.info/32108/google-streetview-die-angst-vor-der-oeffentlichmachung-des-oeffentlichen-raums/">Street</a> <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/08/erst-dienste-wie-street-view-m.html">View</a>. Der Kontrollverlust &#252;ber die Daten, der die Netz&#246;ffentlichkeit seit vielen Jahren auf mannigfaltige Weise umtreibt, ist nun im Diskurs der Massenmedien &#8211; und damit im Kern der Gesellschaft &#8211; angekommen. Es geschah pl&#246;tzlich und es geschah durch ein Thema, das dazu eigentlich nicht geeignet ist. Die Daten, um die es bei Street View geht, waren nie einer privaten, wirtschaftlichen oder staatlichen Kontrollgewalt zugesprochen. Folglich ist der Verlust ihrer Eingrenzung kein Kontrollverlust im eigentlichen Sinne. &#214;ffentliche Daten werden &#246;ffentlich gemacht. So what? &#8211; fragt der Eingeweihte und wundert sich.</p>
<p>Aber wenn man die Situation genau besieht, erscheint diese Entwicklung durchaus folgerichtig. Der Kontrollverlust, die tendenzielle Unbeherrschbarkeit der Daten im Netz, ist eine Erfahrung, die jeder Internetbewanderte im Gro&#223;en oder Kleinen bereits erlebt hat. Aber diese Grenze wurde nun &#252;berschritten. Egal, ob man sich mit dem Internet auseinander gesetzt hat oder nicht, ob man bei Facebook, Twitter oder Flickr ist oder nicht, das Street-View-Auto steht pl&#246;tzlich vor der T&#252;r &#8211; und damit das Internet.</p>
<p>Das Unbehagen um Street View r&#252;hrt eben nicht davon, dass die Daten, die Google sammelt, tats&#228;chlich sensibel w&#228;ren. Nein, Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die F&#252;&#223;e des analogen Menschen. Es ist das Signal an alle, die sich bis dato in ihrer analogen Sph&#228;re sicher f&#252;hlten, dass diese Sicherheit nun ein Ende haben wird.</p>
<p>&#8220;Macht ihr mal, ich bin daf&#252;r zu alt&#8221; habe ich von meinen Eltern oft zu h&#246;ren bekommen. Gleichaltrige Freunde, die einem ob der eigenen Onlineaktivit&#228;ten mitleidig auf die Schulter klopften und das alles bis heute (oder gestern?) f&#252;r ein Kinderspiel hielten. Rentner, die von diesem schaurigen Internet im Lokalblatt gelesen haben, diesem ungreifbaren Ort voll von Kinderpornographie und Betr&#252;gereien. Sie alle dachten, dass sie, so lange sie sich aus dem Internet heraus hielten, sicher seien. Wer nicht mit dem Feuer spielt, der kommt darin auch nicht um, so die einleuchtende Gewissheit.</p>
<p>Damit ist es nun vorbei. Street View symbolisiert das Ende dieses R&#252;ckzugsraums, denn Street View ist die greifbarste Verwandlung der analogen Realit&#228;t in die digitale &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Nach seinem Vortrag &#8220;Gestern Volk, morgen Netz&#8221; &#252;ber die Zukunft der Politik auf der <a href="http://atomsandbits.mixxt.de/networks/wiki/index">Konferenz</a> <a href="http://atomsandbits.net/">Atoms &amp; Bits</a> letztes Jahr wurde Christian Heller gefragt, wie er sich denn vorstelle, die nichtdigitalen B&#252;rger in seine wilde Vision einer das Individuum &#252;berwindenden Politik abzuholen. Nach kurzer &#220;berlegung entgegnete er, dass er das eher als eine Bringschuld der Analogen ansehe. Ich erschrak angesichts der mangelnden Empathie und der offensichtlichen Arroganz dieser Antwort. Heute wei&#223; ich, dass er recht gehabt hat. Und alle anderen beginnen es derzeit zu sp&#252;ren.</p>
<p>Die &#220;berlegung ist einfach: Wenn alle Kommunikation &#252;ber die Welt in das Internet auswandert, dann wird sich fr&#252;her oder sp&#228;ter die ganze Welt im Internet repr&#228;sentiert finden. Wir ahnen das schon lange, aber f&#252;r viele kommt es &#252;berraschend. Street View ist genau der Dienst, der dieses Versprechen &#8211; bzw. diese Drohung &#8211; nun auch dem Letzten vor Augen f&#252;hrt.</p>
<p>Es gibt kein analoges Leben im digitalen. Ist man Teil der Welt, wird man auch Teil des Internets sein. Zwangsl&#228;ufig und unausweichlich.</p>
<p>Diese Erfahrung, dieser Schock des Digitalen ist es, was sich derzeit in der gesellschaftlichen Debatte entl&#228;dt. Und &#8211; so albern vielen Interneterfahrenen die Angst vor Street View auch vorkommt &#8211; tief im Inneren stellen die Leute die richtigen Fragen.</p>
<p>Exemplarisch daf&#252;r ist die <a href="http://www.zeit.de/2010/34/index">heute erscheinende <em>Zeit</em></a>. Obwohl der Artikel von Heinrich Wefing &#8220;<a href="http://www.zeit.de/2010/34/Privatsphaere?page=all">Die neue Welt ist nackt</a>&#8221; vor sachlichen Fehlern nur so strotzt, schafft es der Autor, Street View richtig einzuordnen. Im Gegensatz zu den oft &#252;blichen &#8220;haltet den Dieb&#8221;-Rufen, wird der Dienst durchaus treffend in den Gesamtkontext einer sich im digitalen Raum aufl&#246;senden Welt eingebettet. Und die Fragen, die sich daraus ergeben, werden gestellt. Sie werden &#228;ngstlich gestellt, aber sie werden gestellt.</p>
<p>Die Gesellschaft holt gerade im Hauruckverfahren nach, was sie 15 Jahre vers&#228;umt hat. Dass hier die &#196;ngste undifferenzierter sprie&#223;en als es angemessen w&#228;re, ist dabei nicht verwunderlich. Dennoch w&#228;re es falsch, jetzt allzu beschwichtigend einzugreifen. Der Sprung ins kalte Wasser wird niemandem erspart bleiben, so oder so.</p>
<p>Den Menschen jetzt die Angst zu nehmen, w&#228;re der falsche Weg. Man darf sie nicht wieder in falscher Sicherheit einlullen. Schon morgen werden es echte Kontrollverluste sein: echte pers&#246;nliche Daten, echte eigene Profile im Internet, echte Eindr&#252;cke aus dem Privatleben. Die Kan&#228;le dazu sind zu vielf&#228;ltig, die Verbindungen zu komplex, die Verkn&#252;pfungen zu unvorhersehbar, als dass sie in naher Zukunft noch zu &#252;berblicken w&#228;ren. Nichts ist gewonnen, wenn das Haus verpixelt ist &#8211; und das wissen eigentlich alle.</p>
<p>Deswegen ist die Aktion &#8220;<a href="http://streetview.mixxt.de/">Verschollene H&#228;user</a>&#8221; von <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html">Jens Best</a> richtig. Sie kl&#228;rt erstens &#252;ber die tats&#228;chlichen Risiken und Vorteile des Dienstes auf, indem sie die Leute zwingt, sich damit zu besch&#228;ftigen: Mit Street View, dem Internet und seiner Bedeutung f&#252;r die Gesellschaft und der digitalen &#214;ffentlichkeit, f&#252;r die jemand wie Best ja anscheinend zu k&#228;mpfen bereit ist. Zweitens macht diese Aktion klar, dass es kein Zur&#252;ck mehr gibt, in die kontrollierte Unber&#252;hrtheit von &#8220;Analogien&#8221;. Denn das w&#228;re nicht nur nicht w&#252;nschenswert, sondern auch eine glatte L&#252;ge.</p>
<p>Die Diskussion kommt auf vielerlei Ebenen unerwartet. Aber sie ist nun da und sie ist wichtig. Wir leben in einer Achsenzeit, in der die entscheidenden Weichen gestellt werden. Der Streit um Street View &#8211; so erm&#252;dend und albern er uns Erfahreneren vorkommt &#8211; muss heute gef&#252;hrt werden. Denn dass der Einzug der Welt ins Digitale geschieht, steht nicht zur Debatte. Zur Debatte steht, wer daran partizipieren darf und wer den Zugang dazu kontrolliert. Zur Debatte steht die Notwendigkeit einer digitalen &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Mir ist bewusst, dass der gesellschaftliche Diskurs hier erst am Anfang steht. Aber gestern standen wir noch davor. Der Kontrollverlust ist heute im Mainstream angekommen. Willkommen in unserer Welt.
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		<title>Dear Google, please be evil</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 13:58:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mercedes Bunz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[As the internet became the index to our world, and Google is managing that index, who controls Google? This question is clearly not enough on our minds.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/76da9720593b4dd5a874c534ad86e40f" alt="" width="1" height="1" />In Germany, home builders protest agitatedly against Google Street  View. The strong outrage might seem to be a bit weird as people often make a plea against Google in the news being photographed in front  of their house, but the moment they protest against is comprehensible.  <strong>They are worried about Google controlling public space, and rightly so.</strong></p>
<p><a href="http://www.guardian.co.uk/technology/pda/2010/aug/10/google-verizon-net-neutrality">In the US, Google’s and Verizon’s proposal to turn away from net neutrality</a> when it comes to wireless broadband has promptly evoked a storm  protests in the whole world. More than ever, the digital access of  information is political, and the ideal of equality is set aside.</p>
<p>Much like a work of art was never just another commodity, <strong>information  isn’t just another product</strong>. Information is political, it conditions our  society. Democracy is built on information. And not a public  institution, but Google is managing that information. It isn’t just  another brand. 75% internet users use Google. Much like Facebook or  Apple it became an online nation.</p>
<p>When Sergej Brin and Larry Page founded the company, <a href="http://infolab.stanford.edu/%7Ebackrub/google.html">they wanted to make all the information on the internet accessible</a>. Some years ago, however, we users decided to use search differently.  When we use Google these days, we don’t search anymore the internet.  When we don’t know something, we ask the internet. <strong>The internet became  the index of the world.</strong> This is why we should be alert.</p>
<p><strong>You confuse me! Or when private behaves like public</strong></p>
<p>It is not that we have to throw our hands up in horror because the  access of information is controlled privately. After all, newspapers  have been private for good reasons. The problem is 1 that newspapers,  television, institutions that are out there to control Google are about  to become digital themselves, and are 2 therefore depending on the  quasi-monopoly Google,  a 3 <strong>quasi-monopoly that is in fact serving the  public giving not a lot of reasons to oppose it</strong>.</p>
<p>Look, for example, here as flood disaster in Pakistan is entering a new dimension with more than 20 million people affected. <a href="http://googleblog.blogspot.com/2010/08/responding-to-floods-in-pakistan.html">Google is not only launching a crisis page</a> that somehow steps in the role of news organisations who have been in command of writing contemporary history so far, <a href="http://www.google.com/crisisresponse/pakistan_floods.html">adding new digital tools they developed like a resource finder for NGOs and person finder</a>. Google is also trying to use their satellite capacity to help with  pictures, something that the cloud coverage has prevented so far.</p>
<p>It is true that companies have responded to disasters before, and  offered help. Most of the time these were disasters they felt somewhat  connected to, or thought that a social gesture was good for their image.  They didn’t actually establish an own permanent crisis response team  that develops tools and uses Google technology to help, eh, society. Is  Google a public service?</p>
<p>It is often behaving like one, but it isn’t. Much like newspapers and  their separation of content and advertising Google is in fact already <a href="http://www.google.com/corporate/tenthings.html">living up to stronger ethical standards than normal companies</a>, but is that enough?</p>
<p><strong>Who controls our frienemy? </strong></p>
<p>As a company, Google can easily change its mind, like they did with tracking users.</p>
<p>Last week, <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703309704575413553851854026.html">the Wall Street Journal published parts of an internal Google “vision statement”</a> debating possibilities how to track users. As some of you might know,  Google resisted for years using any method to track people online  without their knowledge at the fierce insistence of founders Sergey Brin  and Larry Page, as Jessica E. Vascellaro puts it in her interesting  article.</p>
<p>Instead of tracking the user, Google used search terms and focused on  contextual advertising only. The WSJ piece looks behind the Google  scene reporting the debates going on between the founders, and the final  decision to buy DoubleClick Inc.</p>
<p>The important thing isn’t really to see Google making up its mind to move from contextual advertising to target advertising <a href="http://searchengineland.com/google-introduces-interest-based-advertising-beta-16855">introducing the cookie in March 2009</a>,  but to get evidence that the company is struggling with its role, and  decided to move into cookie business. This is the problem.</p>
<p>As the internet became the index to our world, and Google is managing  that index, who controls Google? This question is clearly not enough on  our minds.</p>
<p>Sometimes I catch myself thinking: Dear Google, please be a bit more evil.</p>
<p><a href="http://www.mercedes-bunz.de/2010/08/dear-google-please-be-evil/"><em>Crosspost</em></a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32433&amp;md5=d0ac2c6fa541420c0510a0eb680a50a7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8220;Wie konntet Ihr Euch damals, 2010, von Google so derma&#223;en austricksen lassen?&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/32198/wie-konntet-ihr-euch-damals-2010-von-google-so-dermassen-austricksen-lassen/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 15:04:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Oetting</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie konnte es dazu kommen, dass 2010 das "Schminternet" eingef&#252;hrt wurde und es jetzt nur noch Einzelnetze gibt, zu denen man sich separat Zugang kaufen muss? Wie konnte uns Google mit dem PR-Trick "Street View" so auf's Kreuz legen? – Ein trauriges Zukunftsszenario.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/56d15e9c28774ac7a364cf52c1481094" alt="" width="1" height="1" /><strong>Enkel: </strong>&#8220;Opa. Damals, 2010. Wie konnte es dazu kommen, dass das <a href="http://www.buzzmachine.com/2010/08/10/internet-schminternet/">Schminternet</a> eingef&#252;hrt wurde? Dieses zerhackte St&#252;ckwerk, mit dem es dann kein  Internet mehr gab, sondern nur noch Einzelnetze, zu denen man separat  Zugang kaufen musste? Wie konnte das passieren? Habt Ihr nicht  aufgepasst, damals? Wieso habt Ihr Euch &#8230; uns! das antun lassen?&#8221;</p>
<p><strong>Opa:</strong> &#8220;Ach, mein Enkel. Eine Schande ist das. Und  recht hast Du, dass Du fragst. Es ist mir peinlich, es tut mir weh, es  tut mir leid. Und die Erkl&#228;rung ist ganz einfach &#8211; ein Trick war&#8217;s,  nichts als ein PR-Trick! Sie haben uns mit einem miesen Trick auf&#8217;s  Kreuz gelegt.&#8221;</p>
<p><strong>Enkel:</strong> &#8220;Wie? Mit einem Trick? Was f&#252;r ein Trick denn?&#8221;</p>
<p><strong>Opa:</strong> &#8220;Also, das war so: einige Jahre bevor der gro&#223;e  Bruch mit dem Internet gemacht und das Schminternet eingef&#252;hrt wurde,  hat Google &#8211; in weiser t&#252;ckischer Voraussicht &#8211; damit begonnen,  Kamerawagen durch deutsche Lande fahren zu lassen. Kamerawagen, die  jedes Haus und jeden Hof auf Photo aufgenommen haben.&#8221;</p>
<p><strong>Enkel:</strong> &#8220;Google Streetview, na klar. Aber was hat das denn mit dem Thema zu tun?&#8221;</p>
<p><strong>Opa:</strong> &#8220;Nichts! Das ist ja der Punkt! Aber als das dann schlie&#223;lich 2010 eingef&#252;hrt werden sollte, hat <a href="http://lumma.de/2010/08/12/der-deutsche-verpixelte-michel/">der deutsche Michel</a> sich furchtbar aufgeregt. Tage- &#8230; wochenlang war nichts so sehr <a href="../../32108/google-streetview-die-angst-vor-der-oeffentlichmachung-des-oeffentlichen-raums/">Thema</a> wie die Frage, welches Haus und welches nicht im Internet abgebildet  werden kann, darf, soll, oder nicht soll. Politiker haben sich darauf  gest&#252;rzt, die Medien haben voll mitgemacht und <a href="http://www.flickr.com/photos/heiko/4881636732/">absurdeste Dinge</a> verbreitet. Und niemand &#8211; absolut niemand &#8211; in der breiten Bev&#246;lkerung  hat sich ansatzweise daf&#252;r interessiert, dass Google und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,707695,00.html">die Telekom</a> und andere unser Internet zur selben Zeit zerhackt und das Schminternet eingef&#252;hrt haben.</p>
<p>Denn &#8211; und das ist der entscheidende Punkt: Google hatte sich l&#228;ngst von &#8220;Don&#8217;t be evil&#8221; verabschiedet und war <a href="http://www.wired.com/epicenter/2010/08/why-google-became-a-carrier-humping-net-neutrality-surrender-monkey">nur noch daran interessiert, knallharte gesch&#228;ftliche Interessen durchzusetzen</a>.  Und so wurde heimlich der Dolch angesetzt und ganz schnell zugesto&#223;en,  als alle woanders hingeschaut haben &#8230; Auf den Nebenschauplatz: die  letztlich deutlich weniger wichtigen Frage, welche jahrealten Fotos von  Hausfassaden man im Internet anzeigen darf oder nicht.&#8221;</p>
<p><strong>Enkel:</strong> &#8220;Ganz ehrlich, Opa? Das ist aus meiner Sicht eine ziemlich schwache Ausrede. Ihr h&#228;ttet Euch einfach mehr anstrengen m&#252;ssen.&#8221;</p>
<p><a href="http://pro-netzneutralitaet.de/">Tja.</a></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><a href="http://oetting.posterous.com/wie-konntet-ihr-euch-damals-2010-so-dermassen"><em>Crosspost</em></a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32198&amp;md5=48e2be8401221a11b423db89dd9599a6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Google StreetView-Lesetipps: Vom Kontroll-Mem, Hypokrisie und der Rettung Deutschlands</title>
		<link>http://carta.info/32133/google-streetview-lesetipps-vom-kontroll-mem-hypokrisie-und-der-rettung-deutschlands/</link>
		<comments>http://carta.info/32133/google-streetview-lesetipps-vom-kontroll-mem-hypokrisie-und-der-rettung-deutschlands/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 18:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>

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		<description><![CDATA[Street View f&#252;llt das Sommerloch: Martin Weigert schl&#228;gt Google vor, es einfach sein zu lassen, denn "Street View hat ohnehin kein wirkliches Gesch&#228;ftsmodell und w&#252;rde euch in Deutschland noch lange &#196;rger bereiten."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Weigert hat in seinem Beitrag &#8220;<a href="http://netzwertig.com/2010/08/11/street-view-in-deutschland-google-lass-es-einfach-sein/">Google, lass es einfach sein!</a>&#8221; die Pro- und Contra-Positionen zusammengestellt und dabei eine &#220;bersicht lesenswerter Meinungen zu Street View geschaffen:</p>
<blockquote><p>Die  Google-Street-View-Debatte polarisiert Deutschland auf eine Art, wie es  vorher wohl kein anderes digitales Thema getan hat. Nachdem Google  gestern bekannt gab,  noch in diesem Jahr in 20 deutschen St&#228;dten starten und in wenigen  Tagen mit der vierw&#246;chigen Widerspruchsphase beginnen zu wollen, scheint  das politische und mediale Deutschland Kopf zu stehen.</p></blockquote>
<p>Er schlussfolgert: <strong></strong></p>
<blockquote><p><strong>Mein Vorschlag an Google angesichts dieser populistischen,  unerwartet harschen und stark vergifteten Debatte um Street View: Lasst  es einfach sein!</strong> Street View hat ohnehin kein wirkliches Gesch&#228;ftsmodell und w&#252;rde euch in Deutschland noch lange &#196;rger bereiten.</p></blockquote>
<p><em><a href="http://netzwertig.com/2010/08/11/street-view-in-deutschland-google-lass-es-einfach-sein/">weiterlesen&#8230;</a></em></p>
<p>Au&#223;erdem lesenswert:</p>
<p><strong>Dennis Knake: <a href="http://www.dennis-knake.de/2010/08/11/google-streetview-die-stunde-der-hypokriten/">Google Street View: Die Stunde der Hypokriten</a></strong></p>
<p>Er hat einige Beispiele zusammengetragen, die zeigen, wie Politiker sich auf der einen Seite f&#252;r staatliche Datenspeicher einsetzen und sich jetzt auf der anderen Seite durch den Datenschutz von H&#228;userfassaden profilieren wollen. So zum Beispiel Wolfgang Bosbach (CDU), der Adresshandel ohne explizite Zustimmung der Betroffenen verteidigt hatte und nachtr&#228;glich Widerspruch einzulegen ausreichend fand:</p>
<blockquote><p>Bei Google Street View ist ihm diese nachtr&#228;gliche Widerspruchsm&#246;glichkeit komischerweise nicht so genehm. So zitiert ihn die <a title="Pressemitteilung Mitteldeutsche Zeitung" href="http://www.presseportal.de/pm/47409/1662278/mitteldeutsche_zeitung" target="_blank">Mitteldeutsche Zeitung</a>,  dass es ihm  pers&#246;nlich lieber w&#228;re, wenn Google Street View die  H&#228;userfassaden nur  nach vorheriger Zustimmung der Eigent&#252;mer aufnehmen  d&#252;rfte. Aber selbst Bosbach hat bemerkt, dass dies wohl nur schwer  umsetzbar ist. “Aber damit w&#228;re vermutlich das Gesch&#228;ftsmodell tot”,  so sein Kommentar.</p></blockquote>
<p><strong>Patrick Breitenbach: <a href="http://blog.karlshochschule.de/2010/08/11/googles-streetview-im-kulturellen-kontext-mal-etwas-andere-gedanken-dazu/">Googles Streetview im kulturellen Kontext – mal etwas andere Gedanken dazu</a></strong></p>
<blockquote><p>Die deutsche Kultur war in den letzten 70-80 Jahren extrem gepr&#228;gt  vom Thema der &#220;berwachung und dem Verlust der Privatsph&#228;re, ja sie wurde  sogar massiv bedroht in ihrer Aus&#252;bung einer freien Entfaltung.  &#220;berwachung geschah damals vielleicht auch unter dem Vorwand der inneren  Sicherheit, wurde jedoch ausgiebig dazu missbraucht um das jeweilige  agierende Herrschaftssystem zu etablieren und zu besch&#252;tzen. Egal ob im  dritten Reich oder im kalten Krieg.</p>
<p>Dieses &#220;berwachungs- und Kontroll-Mem steckt also sehr tief in uns. &#220;berwachung ist f&#252;r uns Segen und Fluch zugleich.</p></blockquote>
<p><strong>GoogleWatchBlog: <a href="http://www.googlewatchblog.de/2010/08/11/google-street-view-eine-zusammenfassung/">Google Street View: Eine Zusammenfassung</a></strong></p>
<p>Der Tobias K&#252;hn hat eine &#220;bersicht zur Entwicklung des Dienstes zusamengestellt und z&#228;hlt einige Chancen auf:</p>
<blockquote><p>Die M&#246;glichkeiten f&#252;r Street View <a href="http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc%7EE8A32832481B7422ABC7A083B52AD44AE%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">sind gro&#223;</a>.  Auch im restlichen Leben kann man Street View gut integrieren &#8211;  immerhin k&#246;nnen alle von den Bildern profitieren, in Projekte einbinden &#8211;  vielleicht sogar Spiele entwickeln &#8211; auf den Street View-Daten. F&#252;r  Unternehmen wird Street View schon zum <a href="http://www.bgland24.de/nachrichten/internet/funktioniert-google-street-view-874805.html">wichtigsten</a> St&#252;ck Software: Endlich k&#246;nnen Besucher in 3D bis zum Ladenlokal  navigieren, keine 2D-Karten mehr. Und Navigationsger&#228;te k&#246;nnen endlich  darstellen, was auf der Stra&#223;e auch passiert&#8230; keine Icons mehr, die  Verwirrung aufzeigen k&#246;nnen.</p>
<p>Man kann eigentlich immer Neues aus  diesen Daten generieren, f&#252;r so ziemlich jeden Bereich im Leben. Und  Street View wird dennoch gehasst &#8211; steckt der Teufel im Google?</p></blockquote>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/32133/google-streetview-lesetipps-vom-kontroll-mem-hypokrisie-und-der-rettung-deutschlands/">Google StreetView-Lesetipps: Vom Kontroll-Mem, Hypokrisie und der Rettung Deutschlands</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32133/google-streetview-lesetipps-vom-kontroll-mem-hypokrisie-und-der-rettung-deutschlands/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32133&amp;md5=58c157d92145094426b8208168f4cfb7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>So wirbt Google in Print-Anzeigen f&#252;r Street View</title>
		<link>http://carta.info/32102/so-wirbt-google-ab-morgen-fuer-street-view/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 13:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab Donnerstag wirbt Google Deutschland mit Print-Anzeigen f&#252;r Street View. In den Anzeigen fehlt jedoch ein Hinweis auf einen Starttermin und eine Post-Adresse f&#252;r Einspr&#252;che.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9c249484a93f4c30b88a5b247141c3a2" alt="" width="1" height="1" />Ab Donnerstag wirbt Google mit Print-Anzeigen um Verst&#228;ndnis f&#252;r Street View. Es ist die erste Kampagne von Google Deutschland au&#223;erhalb der Fachpresse.</p>
<p>Die Kampagne mit dem Titel &#8220;5 Fragen zu Google und Street View&#8221; werden ausschlie&#223;lich in Print-Titeln geschaltet &#8211; womit vor allem auch skeptische Wenig- und Nichtnutzer des Internets erreicht werden sollen. Die erste Anzeige erscheint am Donnerstag im <em>Stern</em> (etwas versteckt auf den Seiten 40 und 41). <em>Spiegel</em>, <em>S&#252;ddeutsche Zeitung</em>, <em>Frankfurter Allgemeine</em> und Regionalzeitungstitel werden folgen.</p>
<p>Die Anzeige sieht folgenderma&#223;en aus:</p>
<div id="attachment_32105" class="wp-caption aligncenter" style="width: 573px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/streetviewgross.jpg"><img class="size-full wp-image-32105" title="streetview600" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/streetview600.jpg" alt="" width="563" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Die Google-Print-Kampagne im Stern: &quot;Manche glauben, dass wir pers&#246;nliche Daten oder Adressen sammeln, um diese zu verkaufen.&quot; (Zum Vergr&#246;&#223;ern anklicken).</p></div>
<p><span style="color: #999999;">(Gr&#246;&#223;ere Version auch bei </span><a href="http://www.scribd.com/doc/35713124/Street-View"><span style="color: #999999;">Scribd</span></a><span style="color: #999999;">)</span></p>
<p>Die f&#252;nf Fragen zu StreetView lauten:</p>
<ol>
<li>Was genau macht Google eigentlich?</li>
<li>Womit verdient Google sein Geld?</li>
<li>Was genau ist Street View?</li>
<li>Wozu brauche ich Street View &#252;berhaupt?</li>
<li>Inwieweit ber&#252;hrt Street View meine Privatsph&#228;re?</li>
</ol>
<p>Der Anzeigentext entspricht <a href="http://www.google.de/help/maps/streetview/questions.html">exakt den Fragen und Antworten</a>, die auch auch schon auf der Street View-Website stehen. Auch die Stadtansichts-&#196;sthetik nutzt Google auf beiden Plattformen.</p>
<p>Google beteuert in dem Anzeigentext noch einmal, dass das Unternehmen keine pers&#246;nliche Daten sammele, um diese anschlie&#223;end zu verkaufen. Das Street View refinanziere sich durch gesponserte Links und biete keine Live-Bilder.</p>
<p>Einen geplanten Starttermin f&#252;r Street View nennt Google in der Anzeige nicht &#8211; auch keine Post-Adresse f&#252;r Einspr&#252;che. Genannt wird lediglich die Adresse der Website <a href="http://www.google.de/streetview">Google.de/Streetview</a> f&#252;r weitere Informationen. Proteste von Datensch&#252;tzern auf das Anzeigenmotiv sind somit fast schon vorprogrammiert.</p>
<p>Die Online-Kampagne zu Street View wird hingegen &#8220;Beautiful Places&#8221; hei&#223;en und den Dienst beispielhaft anhand st&#228;dtischer Panoramen vorstellen. Die Galerie dazu <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/gallery/index.html#?hl=de&amp;utm_campaign=de&amp;utm_medium=lp&amp;utm_source=de-lp-emea-de-gns-svn&amp;utm_term=svhp">hier</a>.</p>
<p><em>Siehe auch zu dem Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://carta.info/23393/">Google-Manager Leiteritz: “Street View ist eine moderne Form der Landkarte.”</a></li>
</ul>
<p>Sowie das Video:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9672036&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9672036&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/32102/so-wirbt-google-ab-morgen-fuer-street-view/">So wirbt Google in Print-Anzeigen f&#252;r Street View</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32102/so-wirbt-google-ab-morgen-fuer-street-view/#comments">56 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32102&amp;md5=2dee9ec9bea07e7c04b67964e94595a2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<slash:comments>56</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Google StreetView: Die Angst vor der &#214;ffentlichmachung des &#246;ffentlichen Raums</title>
		<link>http://carta.info/32108/google-streetview-die-angst-vor-der-oeffentlichmachung-des-oeffentlichen-raums/</link>
		<comments>http://carta.info/32108/google-streetview-die-angst-vor-der-oeffentlichmachung-des-oeffentlichen-raums/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 12:42:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
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		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Panoramafreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Offenbar gibt es viele Menschen, die durch Google StreetView eine Zwangseingemeindung in Digitalien bef&#252;rchten. Zwischen Faszination und Kontrollverlust sollte man sich die M&#252;he machen, zu verstehen, warum das so ist – und sie nicht polemisch als Offliner disqualifizieren. Wenig transparente Unternehmen als Organisatoren der digitalen &#214;ffentlichkeit hinterlassen einfach ein ungutes Gef&#252;hl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3489303101034f63958300d0f80fc4f1" alt="" width="1" height="1" />Wer glaubt, dass man das Thema <a href="http://www.google.de/help/maps/streetview/">Google Streetview</a> mit den Instrumenten der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit">Panoramafreiheit</a> in  den Griff bekommt, der irrt. Denn dass bei Google Streetview  Stra&#223;enz&#252;ge aufgenommen werden, ist nur ein kleiner Teil eines viel  komplexeren Themas. Viel wichtiger ist die Art der Ver&#246;ffentlichung, die  anschlie&#223;ende Nutzung und die Form der wirtschaftlichen Verwertung. Und  es ist f&#252;r mich ein Widerspruch in sich, wenn die Bef&#252;rworter  ausgerechnet mit diesen, aus der analogen Welt stammenden Begriffen, ein  neues digitales Ph&#228;nomen rechtfertigen wollen.</p>
<p>Das  Thema: Wir fotografieren den kompletten &#246;ffentlichen Raum zu einem  Zeitpunkt x und stellen diese digitalen Bilder dann ins Netz, verlangt  eine komplett neue Begrifflichkeit, ein neues Denken. Es wiederholt  sich, was wir beim Thema Urheberrecht schon seit L&#228;ngerem diskutieren:  Der Rechtsrahmen passt nicht mehr auf die Realit&#228;t und was hier nicht  taugt, kann da nicht als Begr&#252;ndung herangezogen werden.</p>
<div id="attachment_32109" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/normanbleventhalmapcenter/2674855383/"><img class="size-medium wp-image-32109" title="karte" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/2674855383_b49ebec1ea_z-300x236.jpg" alt="" width="300" height="236" /></a><p class="wp-caption-text">Wer die Karte beherrscht, regiert die Welt (Foto: Norman B. Leventhal Map Center, CC BY)</p></div>
<p>Mit vorschnellen Urteilen (von Kritikern oder Bef&#252;rwortern) ist es daher nicht getan. Und ebenso wenig hilft es, <a href="http://saschalobo.com/2010/08/10/google-street-view-widerspruch-widerspruch/">flux das Konzept einer digitalen &#214;ffentlichkeit</a> zu postulieren, in der dann jeder offenbar automatisch Mitglied ist und  dann damit Gegner und Kritiker oder Menschen, die ihr Haus nicht in  Streetview sehen wollen, als Offliner aus einer vergangen Zeit zu  disqualifizieren. So funktioniert keine Argumentation, sondern  allenfalls Polemik.</p>
<p><strong>Angst vor der &#214;ffentlichmachung des &#246;ffentlichen Raums</strong></p>
<p>Offenbar  gibt es viele Menschen, die eine (von ihnen nicht n&#228;her begr&#252;ndbare)  Angst vor der &#214;ffentlichmachung des &#246;ffentlichen Raums durch ein  Unternehmen haben. Die eine Zwangseingemeindung in Digitalien  bef&#252;rchten. Vielleicht sollte man sich die M&#252;he machen, zu verstehen,  warum das so ist.Ich  denke, es handelt sich hier um die Angst vor einem (erweiterten)  Kontrollverlust. Die Angst vor der Enteignung der Privatheit ist so alt  wie die Fotografie und die Massenmedien. So erschien schon im Dezember  1890 der mittlerweile ber&#252;hmte <a href="http://groups.csail.mit.edu/mac/classes/6.805/articles/privacy/Privacy_brand_warr2.html">Aufsatz von Samuel D. Warren und  Louis D. Brandeis</a>,  der sich, wenn man nur wenige W&#246;rter durch eine aktuelle Terminologie  austauscht, liest wie eine aktuelle Brandrede zum Schutz der  Pers&#246;nlichkeitsrechte und des Urheberrechts:</p>
<blockquote><p>“Instantaneous photographs and newspaper enterprise have invaded the sacred precincts of private and domestic life”</p></blockquote>
<p>Dabei  ist es geblieben. Denn w&#228;hrend sich die Technik in den letzten 120  Jahren seit Erscheinen dieses Textes dramatisch weiterentwickelt hat,  ist im Bereich des Rechts und der gesellschaftlichen Konventionen nur  wenig bis nichts geschehen. Eigentlich arbeiten wir heute noch immer in  vielen Bereichen mit Begriffen aus der Zeit vor der Erfindung der  Fotografie. Nur deshalb l&#228;sst sich dieser Text lesen, als w&#228;re er gerade  eben geschrieben.</p>
<p>War  es jedoch bis zu Beginn des digitalen Zeitalters so, dass der (gegen  seinen Willen) abfotografierte Mensch in der Regel in irgendeinem  privaten Fotoalbum landete, maximal f&#252;r einen Tag in der Zeitung, so  wird er heute (unfreiwillig) zum Bestandteil eben jener digitalen  &#214;ffentlichkeit. Auffindbar f&#252;r jeden und f&#252;r alle Zeit. Und nicht nur  das: Niemand wei&#223;, in welchem Mashup sein Bild, in welcher Werbeform  sein Stra&#223;enzug oder sein Haus verarbeitet wird. Die Erscheinung in  dieser digitalen &#214;ffentlichkeit ist von ihm nicht mehr  von keinem ihrer Mitglieder mehr zu kontrollieren. Nur der Organisator  dieser &#214;ffentlichkeit hat dazu alle M&#246;glichkeiten, wenn es sich dabei  auch noch um ein wenig transparentes Unternehmen handelt, steigt das  ungute Gef&#252;hl, wie aktuell zu beobachten.</p>
<p><strong>Die digitale &#214;ffentlichkeit ist gar nicht so &#246;ffentlich</strong><a href="http://saschalobo.com/2010/08/10/google-street-view-widerspruch-widerspruch/"></a></p>
<p><a href="http://saschalobo.com/2010/08/10/google-street-view-widerspruch-widerspruch/">Anders als Sascha Lobo vermutet</a>,  ist die digitale &#214;ffentlichkeit also gar nicht so &#246;ffentlich, sie  befindet sich in Privatbesitz einer Firma. Wenn es eine echte  &#214;ffentlichkeit w&#228;re, m&#252;ssten die Bilder unter einer CC-Lizenz stehen,  aber das nur nebenbei.</p>
<p>Das  digitale, auf immer gespeicherte und beliebig ver&#228;nderbare Abbild  widerspricht au&#223;erdem in gewisser Weise der Natur unserer Wahrnehmung. Wie <a href="http://www.transmediale.de/de/node/11343">Julius von Bismarck in einer sehr eindrucksvollen Installation</a> auf k&#252;nstlerische Weise nachgewiesen hat, beginnt unser Gehirn mit dem  Vergessen bereits im Augenblick der Beobachtung. Ein Foto h&#228;lt jedoch  immer einen Augenblick fest. Deshalb hei&#223;t es auch im Englischen sehr  zuteffend “to capture”, was f&#252;r (ein Bild) aufnehmen aber auch f&#252;r  erobern und gefangen nehmen steht.</p>
<p>Zunehmend  wollen sich die Menschen nicht mehr von den mittlerweile  allgegenw&#228;rtigen Digitalkameras “capturen” lassen, sie kommen zur&#252;ck zu  dem Reflex der Urv&#246;lker, die glauben, dass ihnen jemand ein St&#252;ck der  Seele stiehlt, wenn ein Foto von ihnen geschossen wird. Es ist meistens  ein Bauchgef&#252;hl, vermutlich verst&#228;rkt durch die eigenen  Nutzungsgewohnheiten im Netz. Gleiches trifft auf den Sachverhalt Streetview zu. Dass  Streetview von den Menschen, die sich oder ihr Haus nicht fotografieren  lassen wollen, sogar begeistert genutzt wird, wenn es um die Erkundung  ihres eigenen Urlaubsziels geht, ist dabei kein Gegenargument sondern  ein zus&#228;tzlicher Beweis, wie m&#228;chtig &#8211; weil faszinierend &#8211; das Thema ist.</p>
<p>Google  Streetview, Google Maps und Google Earth sind alles Formen der  Katografie, der Abbildung unserer Welt in noch nie gekanntem Ausma&#223;. <strong>Wer  die Karte beherrscht, regiert die Welt</strong> (oder so &#228;hnlich) lautet ein  Spruch aus den Zeiten der Eroberer, und da ist auch heute noch was dran.</p>
<p>Ich  denke auch, dass es eine neue, digitale &#214;ffentlichkeit gibt. Die  Umgangsformen in ihr m&#252;ssen wir erst entwickeln, die Erscheinungsformen  diskutieren. &#220;ber Bedenken von zwangsweisen Teilnehmern einfach  hinwegzugehen, hilft uns aber bei der Erfindung neuer Verhaltensweisen  jedenfalls nicht weiter.</p>
<p><em><a href="http://julius01.de/google-streetview-oder-die-angst-vor-der-offe">Crosspost.</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32108&amp;md5=0a60b7e2bd645bf683cfb8637bdb6a47" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Google: Wie man aus Versehen WLAN-Daten mitschneidet</title>
		<link>http://carta.info/27537/google-wie-man-aus-versehen-wlan-daten-mitschneidet/</link>
		<comments>http://carta.info/27537/google-wie-man-aus-versehen-wlan-daten-mitschneidet/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 May 2010 20:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristian K&#246;hntopp hat sich einmal das WLAN-Protokoll angeschaut - und erkl&#228;rt so, wie es wohl zur Google-Panne kommen konnte. Ein wichtiger Diskussionsbeitrag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a23869c452e5483eafd07bc21934d350" width="1" height="1" alt=""/>Die journalistische Hetzjagd auf Google am nachrichtenarmen Samstag war atemberaubend. Im <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/228#/beitrag/video/1044502/ZDF-heute-journal-vom-15-Mai-2010">Heute-Journal</a> wurde gen&#252;sslich &#252;ber die &#8221;Sammelwut des Internetkonzerns Google&#8221; berichtet, dem &#8220;die Welt nicht genug&#8221; sei.</p>
<p>Geradezu aufgerufen zu derartigen journalistischen Reaktionen hatte der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694963,00.html">Sprecher </a>von <span>Ilse Aigner</span> (CSU): Der Vorgang sei &#8220;alarmierend und ein weiterer Beleg daf&#252;r, dass Datenschutz f&#252;r <span><a href="http://www.spiegel.de/thema/google/" target="_blank">Google</a></span> noch immer ein Fremdwort ist&#8221;.</p>
<p>Datenschutz sei f&#252;r Google &#8220;noch immer ein Fremdwort&#8221;? Diese Aussage von Holger Eichele kann getrost als <a href="http://www.golem.de/0911/70977.html">realit&#228;tsfremd</a> und populistisch gelten. Die Bilanz der Bundesregierung in Sachen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesl%C3%B6schtage">Datensicherheit</a> d&#252;rfte schlechter ausfallen als jene von Google.</p>
<p>Die ganze Aufregung wegen 600 GB Daten, wie es im ZDF-Bericht hei&#223;t, die Google &#252;ber vier Jahre gesammelt haben soll &#8211; also den Inhalt einer gro&#223;en Laptop-Festplatte.</p>
<p>Immerhin auch der sonst so konziliante Konrad Lischka verlor bei SpOn<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,694958,00.html"> langsam die Geduld</a>.</p>
<p><a href="http://kris.koehntopp.de/">Kristian K&#246;hntopp</a> hat nun einen <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2860-Wie-man-aus-Versehen-WLAN-Daten-mitschneidet.html">bemerkenswerten Text</a> &#252;ber den angeblichen &#8220;<a href="http://www.nytimes.com/2010/05/16/technology/16google.html">data scandal</a> (Datenschutzbeauftragter <a href="http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/">Johannes Caspar</a>) geschrieben:</p>
<p>Demnach besteht ein WLAN-Signal aus sehr vielen &#8220;Frametypen, die, die mit der Netzwerk-Administration im weitesten Sinne zu tun haben&#8221;:</p>
<blockquote><p>Frames, die mit der Netzwerkverwaltung zu tun haben &#8211; Anmelden, Abmelden, Bekanntmachen (Beacons) und Eigenschaften abfragen (Probes), Datenflu&#223;kontrolle (ganz klassisch: RTS, CTS und ACK) und die Payload selbst halt.</p>
<p>Wenn man eine Softwarekomponente schreiben will, die dem Erfassen und Decodieren von WLAN-Daten im Allgemeinen gelten soll, dann wird man also erst einmal alle Datenpakete von der Antenne ab mitschneiden und sie hinterher sortieren in die Pakete, die einen interessieren und die, die nicht weiter spannend sind. Das ist das, was diese Bibliothek macht, die oben in dem Google-Statement erw&#228;hnt wird: Sie schaltet eine Wifi-Antenne und -Karte in den Monitor-Modus und schreibt einfach alle Pakete mit, die sie zu sehen bekommt.</p></blockquote>
<p>Sein Fazit (Hervorhebung Carta):</p>
<blockquote><p>Die <strong>Erkl&#228;rungen</strong>, die Google f&#252;r das Entstehen des Fehlers gegeben hat, sind in im Kontext der Standards und im Vergleich mit anderer Software, die &#228;hnliches leistet, konsistent und schl&#252;ssig, der Fehler, der zu dem Problem gef&#252;hrt hat, ist <strong>naheliegend</strong>.</p>
<p>Zudem hat Google das Problem umgehend zugegeben und &#246;ffentlich gemacht nachdem es entdeckt worden ist und geeignete Ma&#223;nahmen zur Eind&#228;mmung des Problems getroffen.</p>
<p>&#8230;</p>
<p><strong>Alles in allem finde ich das recht gut nachvollziehbar und geradezu vorbildlich gehandhabt, und verstehe die Hysterie und das Fingerzeigen in der Berichterstattung nicht.</strong></p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=27537&amp;md5=978aac152b6c9ff0a0761d0888a64927" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lex Street View wahrscheinlich eher ein PR-Coup</title>
		<link>http://carta.info/26900/lex-street-view-wahrscheinlich-eher-ein-pr-coup/</link>
		<comments>http://carta.info/26900/lex-street-view-wahrscheinlich-eher-ein-pr-coup/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 May 2010 14:46:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=26900</guid>
		<description><![CDATA[Nachdem es dank Facebook kurz ruhig um die Datenschutz-Streitigkeiten bei Google Street View wurde, liegen der erste Gesetzesentwurf und viele weitere Aufreger-Berichte vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tobias Kl&#228;ner analysiert f&#252;r Telemedicus den <a href="http://www.telemedicus.info/article/1731-Der-Hamburger-Entwurf-zum-Street-View-Gesetz-im-Detail.html">Hamburger Entwurf zum Street View-Gesetz</a> und kommt zu einem differenzierten Ergebnis. Einige der geplanten Vorschriften k&#246;nnten sinnvoll, aber auf Google gar nicht mehr anzuwenden sein. </p>
<blockquote><p>Genauer hingeguckt zeigt sich  aber, dass wahrscheinlich eher ein PR-Coup als eine tats&#228;chliche  Umsetzung der Gesetzesinitiative beabsichtigt wird. [...]</p>
<p>Von daher sollte <a href="http://www.geografitti.de/2010/04/28/lex-google-simuliert-politik/">kein  Aufschrei</a> durchs Land gehen, wenn Quasi-Monopolisten wie Google  durch entsprechende Gesetze zur Gew&#228;hrleistung grundrechtlicher  Positionen der Betroffenen „veranlasst“ werden. Gleichwohl m&#252;ssten  entsprechende Gesetze inhaltlich wohl &#252;berlegt und auch formuliert  werden und schlie&#223;lich versuchen, die Bed&#252;rfnisse der Betroffenen mit  denen der verantwortlichen Stelle in Einklang zu bringen. Denn mit einem  medial wirksamen „schnellem Durchhecheln“ eines solchen Gesetzes zu  Wahlkampfzeiten ist wirklich niemandem geholfen.</p></blockquote>
<p>An anderer Stelle <a href="http://mspr0.de/?p=1275">rantet</a> Michael Seemann &#252;ber die hierzulande verbreitete Street View-Feindlichkeit, einseitige und falsche Berichte und den fehlenden Rekurs auf die Panoramafreiheit. (Sch&#246;ner Titel &#252;brigens: &#8220;Ein Pers&#246;nlichkeitsrecht f&#252;r J&#228;gerz&#228;une&#8221;)</p>
<blockquote><p>Seit Wochen prasselt eine Desinformationskampagne gegen Google-Street  View auf die deutsche Bev&#246;lkerung ein, die durch alle deutschen Medien  und der Politik getragen wird. In seltener Einigkeit wird dummdreiste  Stimmungsmache gegen Google zusammen gertrommelt und alle machen mit.  Alle Parteien, die &#214;ffentlich Rechtlichen, die Fernsehsender und die  Printverlage, Datenschutzbeauftragte, alle.</p>
<p>&#8230; weiterlesen <a href="http://mspr0.de/?p=1275">hier</a>.</p></blockquote>
<p>Zumindest <em>Carta</em> kann er damit nicht meinen:</p>
<ul>
<li>Christoph Kappes: <a rel="bookmark" href="../../23941/gedanken-zu-google-street-view/">Gedanken zu Google Street View</a></li>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a rel="bookmark" href="../../26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/">Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus  Hamburg</a></li>
</ul>
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			</a>
		</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus Hamburg</title>
		<link>http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/</link>
		<comments>http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 22:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat Google vorschnell an den Datenschutzpranger gestellt. Sein Vorgehen zeigt vor allem auch: Datenschutz wird hierzulande zunehmend total gesetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5ab397b24cad4cf4b5a9916f65e9f0ac" alt="" width="1" height="1" />Am vergangenen Donnerstag gab der Hamburger Datenschutzbeauftragte <span xml:lang="EN-GB">Johannes Caspar </span>emp&#246;rt eine Pressemitteilung heraus, wonach Google <a href="http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles/nofl/2217396/pressemeldung-2010-04-22.html">Street-View-Fahrten auch zum Scannen von WLAN-Netzen</a> nutze. Die Meldung schaffte es sogar am gleichen Tag in die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts18930.html">20-Uhr-<em>Tagesschau</em></a>. Zahlreiche Online-Medien berichteten (u. a.: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschuetzer-Street-View-Autos-scannen-private-Funknetze-Update-984118.html">Heise</a>, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690600,00.html">SpOn</a>, <a href="http://www.tagesschau.de/inland/google248.html">TGS</a>).</p>
<p>Inzwischen hat Konrad Lischka bei <em>Spiegel Online</em> einiges an der Caspar-Kritik <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690886,00.html">gerade ger&#252;ckt</a>. Er zitiert beispielsweise den Informatikprofessor Andreas Pfitzmann:</p>
<blockquote><p>Wenn nicht Google der Anlass w&#228;re, w&#252;rde sich niemand dr&#252;ber aufregen.  Und die durch Google verursachten Datenschutzprobleme in anderen  Gebieten sind weit relevanter. Aus meiner Sicht ist das eine ziemlich  fehlgeleitete Diskussion.</p></blockquote>
<p>Und Frank Rieger vom CCC <a href="http://twitter.com/frank_rieger/status/12753359753">twitterte</a>:</p>
<blockquote><p>#Streetview / #WLAN-Aufregung leider prototypisch f&#252;r den &#228;rmlichen Zustand der deutschen Digitaldebatte. Gibt genug echte Probleme&#8230;</p></blockquote>
<p>Damit ist im Kern schon gesagt, dass Caspars Darstellung nicht unbedingt hilfreich war.</p>
<p>Ich m&#246;chte mich des Themas trotzdem noch einmal kurz annehmen &#8211; weil ich glaube, dass hier ein grunds&#228;tzliches Missverst&#228;ndnis von einigen staatlichen Schutzbeauftragten in Sachen Daten festgestellt werden kann.</p>
<p>Dazu m&#246;chte ich noch einmal die Presseerkl&#228;rung von Caspar durchgehen. Er <a href="http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles/nofl/2217396/pressemeldung-2010-04-22.html">schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Damit erh&#228;rtet sich der Verdacht, dass die Fahrten f&#252;r Google Street  View in den letzten Jahren nicht nur zur Aufnahme von Stra&#223;enansichten,  sondern auch zur fl&#228;chendeckenden Erhebung und Speicherung gerade auch  der von privaten Haushalten betriebenen WLAN-Netze genutzt wurden.</p></blockquote>
<p>Auf Nachfrage von <em>Spiegel Online</em> &#8211; und in &#228;hnlicher Form auch gegen&#252;ber <em>Carta</em> &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690886,00.html">r&#228;umt</a> Caspar nun ein, dass <strong>derartige WLAN-Kartografien gar &#8220;nicht anmeldepflichtig&#8221; seien</strong>.</p>
<p>Das muss man sich kurz klar machen: Ein staatlich berufener Datensch&#252;tzer geht in Anklagemanier gegen eine angebliche Verheimlichung durch ein Privatunternehmen vor &#8211; und der Anlass ist dabei eingestandenerma&#223;en noch nicht einmal anmeldepflichtig.</p>
<p>Caspar erkl&#228;rt <a href="http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles/nofl/2217396/pressemeldung-2010-04-22.html">weiter</a>:</p>
<blockquote><p>Nach gegenw&#228;rtigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass neben der  &#246;rtlichen Erfassung, dem Verschl&#252;sselungsstatus der Ger&#228;te, der weltweit  eindeutigen MAC-Adresse auch der vom Betreiber vergebene Name (sog.  SSID) gespeichert wurde. Bei letzterer verwenden Privatpersonen nicht  selten ihre Klarnamen oder andere auf sie hinweisende Informationen.</p></blockquote>
<p><em>Carta</em> hat Caspar gefragt, ob ihm Informationen &#252;ber die H&#228;ufigkeit vorliegen w&#252;rden, in der Privatpersonen ihre Klarnamen als SSID angeben &#8211; was also &#8220;nicht selten&#8221; in der Formulierung der Pressemitteilung bedeute?</p>
<p>Caspar erkl&#228;rte daraufhin gegen&#252;ber <em>Carta</em>, dass ihm dazu keine konkreten Daten vorliegen w&#252;rden:</p>
<blockquote><p>Die statistische H&#228;ufigkeit der Verwendung von Klarnamen von Privatpersonen bei der SSID l&#228;sst sich aus unserer Sicht nicht mit konkretem Zahlenmaterial belegen. Dass diese verwendet werden, ist jedoch nicht zweifelhaft. Im &#220;brigen ist gerade in weniger dicht besiedelten Gebieten eine R&#252;ckf&#252;hrbarkeit von WLAN-Daten auf Adressen und damit auf Personen auch ohne Klarnamen m&#246;glich. Damit liegen auch hier personenbezogene Daten vor, die den Anwendungsbereich des Datenschutzgesetzes er&#246;ffnen.</p></blockquote>
<div id="attachment_26260" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.hamburg.de/image/1429234/johannes-caspar.jpg"><img class="size-full wp-image-26260" title="johannes-caspar" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/johannes-caspar.jpg" alt="johannes-caspar" width="150" height="155" /></a><p class="wp-caption-text">Datensch&#252;tzer Caspar: &quot;ich muss zun&#228;chst vom Worst-Case-Szenario ausgehen&quot;</p></div>
<p>Im Klartext: Caspar hat keine Zahlen, aber er argumentiert rein formaljuristisch, dass bereits die anekdotische Kenntnis davon, dass einzelne ihren Namen als Netzwerknamen angeben, sowie die erh&#246;hte Zuordbarkeit in l&#228;ndlichen Gebieten ausreicht, um SSID-Kennungen grunds&#228;tzlich als personenbezogene Daten anzusehen.</p>
<p>Hier wird Datenschutz ganz offensichtlich wie ein absolutes Recht behandelt &#8211; es gibt <strong>keine Abw&#228;gung, keine Frage von Angemessenheit</strong> &#8211; selbst der geringste begr&#252;ndete Verdacht, es k&#246;nnte sich um personenbezogene Daten handeln, l&#246;st bei Caspar Datenschutzalarm aus. Dies zeigt auch folgende Antwort von Caspar an <em>Carta</em>:</p>
<blockquote><p>Als Datenschutzbeauftragter muss ich zun&#228;chst vom Worst-Case-Szenario ausgehen, was alles mit den Daten gemacht werden kann: Man stelle sich nur vor, es w&#252;rde eine Karte mit allen offenen W-LAN-Netzen in Deutschland ver&#246;ffentlicht. Dies w&#228;re eine &#246;ffentliche Einladung zum Schwarz-Surfen f&#252;r alle erdenklichen kriminellen Zwecke.</p></blockquote>
<p><strong>Caspar ist folglich im Worst-Case-Modus unterwegs</strong>. Eine Abw&#228;gungsentscheidung zwischen gesellschaftlichem Nutzen der Technologie und ihrer datenschutzrechtlichen Problematik scheint er nicht seinem Metier zuzurechnen. Caspar will nur Datenschutzrechte durchsetzen &#8211; und zwar am besten total. Die Tendenz, Datenschutz totalit&#228;r zu setzen, ist da nicht mehr weit.</p>
<p>Wenig zimperlich geht Caspar folgerichtig mit den betroffenen Unternehmen um. Obwohl eine kleine Recherche bereits gezeigt h&#228;tte, dass ein Unternehmen namens <a href="http://www.skyhookwireless.com/">Skyhook</a> bereits seit Jahren &#228;hnliches ohne Intervention deutscher Datensch&#252;tzer unternimmt, hielt er es f&#252;r angemessen, Google nach Verstreichen einer Frist von einer Woche &#246;ffentlich f&#252;r &#8220;rechtswidriges Scannen&#8221; an den Pranger zustellen.</p>
<blockquote><p>Wir hatten Google gebeten, genauere Auskunft &#252;ber die W-Lan-Kartografierung zu erhalten. Nachdem das Unternehmen sich eine Woche nicht klar ge&#228;u&#223;ert hatte, sahen wir uns gezwungen, in die &#214;ffentlichkeit zu gehen.</p></blockquote>
<p>Die Datenschutzbeauftragten sind staatlich berufene Aufseher. Immer weniger hat man das Gef&#252;hl, sie w&#252;rden der Versuchung widerstehen, sich wie moralische Instanzen mit quasirichterlicher Autorit&#228;t aufzuspielen. Caspars Reaktion wirkt r&#252;ckblickend wenig souver&#228;n und &#252;berhastet. Und viele Medien haben Caspar vorschnell und ohne gro&#223;es Nachfragen wahrscheinlich zu viel Platz einger&#228;umt.</p>
<p>P.S.: Nachfrage:</p>
<p>Wieso gibt Peter Schaar dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GrR4_urrGoM">ZDF Interviews</a> und sogar Einsch&#228;tzungen zu einem Thema, f&#252;r das er als Bundesdatenschutzbeauftragter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesbeauftragter_f%C3%BCr_den_Datenschutz_und_die_Informationsfreiheit">offenbar</a> gar nicht zust&#228;ndig ist?</p>
<p>Siehe auch auf <em>Carta</em>:</p>
<ul>
<li>Christian Heller: <a href="http://carta.info/24397/die-ideologie-datenschutz/">Die Ideologie Datenschutz</a></li>
<li>Christoph Kappes: <a href="http://carta.info/21775/google-bashing/">Google-Bashing: Zur politischen &#214;konomie einer  Suchmaschine</a></li>
<li>Jan Krone: <a href="http://carta.info/21537/vorratsdaten-und-die-logik-der-datenkollektivierung-fuer-ein-gesellschaftliche-kultur-des-datenschutzes/">Vorratsdaten und die Logik der Datenkollektivierung:  F&#252;r eine gesellschaftliche Kultur des Datenschutzes</a></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/">Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus Hamburg</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26179&amp;md5=fd09fe2ca1b7be8f4011f34b5f2a2098" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Street View: Bislang weniger als 10.000 Widerspr&#252;che bei Google eingegangen</title>
		<link>http://carta.info/25931/street-view-bislang-weniger-als-10-000-widersprueche-bei-google-eingegangen/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 09:12:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die 'German Angst' ist m&#246;glicherweise gar nicht so gro&#223;: Bislang hat Google nicht einmal 10.000 Widerspr&#252;che gegen Street View erhalten. Dies sind 0,25 Promille der Haushalte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/14cabb5063bd46efb1cd8251e6a76c44" alt="" width="1" height="1" />Ende Februar war die Aufregung um Google <em>Street View</em> gro&#223;. Die Bundeskanzlerin informierte anl&#228;sslich der Cebit in ihrem <a href="http://www.bundeskanzlerin.de/nn_707282/Content/DE/Podcast/2010/2010-02-27-Video-Podcast/2010-02-27-video-podcast-internet.html">Podcast</a> offen &#252;ber Widerspruchsm&#246;glichkeiten auf den Seiten des Verbraucherschutzministeriums. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hatte zuvor im <a href="http://www.focus.de/digital/internet/google/google-kritik-kein-geheimdienst-wuerde-so-ungeniert-auf-bilderjagd-gehen_aid_477699.html"><em>Focus</em></a>-Interview <em>Street View</em> als &#8220;millionenfache Verletzung der Privatsph&#228;re&#8221; bezeichnet - und sp&#228;ter noch in der <em><a title="Sueddeutsche.de:  Aigner-Interview" href="http://www.sueddeutsche.de/computer/402/504612/text/" target="_blank">S&#252;ddeutschen  Zeitung</a> </em>erkl&#228;rt<em>:</em> &#8220;Selbst George Orwell h&#228;tte sich das nicht tr&#228;umen lassen.&#8221; In den <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag38644_res-.html">ARD-Tagesthemen</a> wurde der &#8220;Datenkrake&#8221; Google in einem Kommentar vorgeworfen, sich als Gesch&#228;ftsmodell &#8220;&#252;ber geltendes Recht hinwegzusetzen&#8221;:</p>
<p>Google eher b&#246;se zu finden, wurde zum Politiker- und Journalistensport, erst auf Bundes- dann auf <a href="http://www.donaukurier.de/finanzservice/datenschutz/googlestreetview/DONAUKURIER-uebergibt-in-Hamburg-Widersprueche-an-Google;art164492,2260990">Regional</a>ebene. Doch nach dem H&#246;hepunkt des <em>Street View</em>-Luddismus Anfang M&#228;rz r&#252;ckt das Thema zunehmend wieder auf die hinteren Pl&#228;tze, wie Google Trends <a href="http://www.google.de/trends?q=%22google+street+view%22&amp;ctab=0&amp;geo=de&amp;geor=all&amp;date=ytd&amp;sort=0">zeigt</a>.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/googleview.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25950" title="googleview" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/googleview.jpg" alt="googleview" width="588" height="230" /></a></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Wie steht es nun um die Wiederspr&#252;che? Google hat bislang weniger als 10.000 Widerspr&#252;che gegen <em>Street View</em> erhalten, wie das Unternehmen <em>Carta</em> auf Anfrage mitteilte: &#8220;Momentan kann ich Ihnen nur von einer vierstelligen Zahl von Widerspr&#252;chen berichten&#8221;, erkl&#228;rt Sprecherin Lena Wagner. Google erhalte aber &#8220;selbstverst&#228;ndlich auch weiterhin Widerspr&#252;che&#8221;, so dass die Zahl in der n&#228;chsten Zeit weiter steigen k&#246;nne.</p>
<p>Weniger als 10.00 Widerspr&#252;che: Das erscheint nicht viel angesichts von 39,8 Millionen Privathaushalten hierzulande und einer intensiven &#214;ffentlichkeitsbearbeitung. Damit haben bislang nur 0,25 Promille der Bundesb&#252;rger einer Abbildung ihrer Hausfassade (als Eigent&#252;mer oder Mieter) in <em>Street View</em> widersprochen.</p>
<p>M&#246;glichweise ist die &#8216;German Angst&#8217; vor <em>Street View</em> also auch gar nicth so gro&#223; und es herrscht eher eine gelassene Erwartungshaltung vor. Die Lust, sich vorab aus der <em>Street View</em>-Karte zu tilgen, ist offenbar begrenzt. Unklar ist jedoch, wie viele Widerspr&#252;che sich derzeit noch bei Beh&#246;rden und Datenschutzbeauftragten stapeln. Allein der Bielefelder Datenschutzberauftragte will <a href="http://www.nw-news.de/owl/3501001_1.500_Widersprueche_gegen_Google-Bilder.html">1.500 Widerspr&#252;che</a> eingesammelt haben.</p>
<p>Eine R&#252;cknahme des <em>Street View</em>-Widerspruchs w&#228;re dabei wirkungslos. Einmal gel&#246;schte Hausfassaden k&#246;nnen nicht wieder eingef&#252;gt werden, weil Google die Bilderdaten &#8211; auf Bitte der Datensch&#252;tzer &#8211; vollkommen l&#246;scht. Der <em>Street View</em>-Austritt w&#228;re also auf Jahre irreversibel. Vielleicht will der eine oder andere Skeptiker sein Haus und Garten daf&#252;r lieber erstmal auf <em>Street View</em> betrachtet haben, bevor er die digitale Selbsttilgung beantragt.</p>
<p>Auch zu dem Thema auf <em>Carta</em>:</p>
<ul>
<li>Christoph Kappes: <a href="http://carta.info/23941/gedanken-zu-google-street-view/">Gedanken zu Google <em>Street View</em></a></li>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/23393/google-manager-leiteritz-street-view-ist-eine-moderne-form-der-landkarte/">“<em>Street View</em> ist eine moderne  Form der Landkarte.”</a></li>
</ul>
<p>Weitere Informationen zu <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/"><em>Street View</em>-Widerspr&#252;chen</a>.
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<a href="http://carta.info/25931/street-view-bislang-weniger-als-10-000-widersprueche-bei-google-eingegangen/">Street View: Bislang weniger als 10.000 Widerspr&#252;che bei Google eingegangen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/25931/street-view-bislang-weniger-als-10-000-widersprueche-bei-google-eingegangen/#comments">16 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25931&amp;md5=50e1444c1891f6115a6e9a7a028a4474" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gedanken zu Google Street View</title>
		<link>http://carta.info/23941/gedanken-zu-google-street-view/</link>
		<comments>http://carta.info/23941/gedanken-zu-google-street-view/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 11:33:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google Street View wird nur rechtlich und polemisch diskutiert. Gedanken muss man sich jedoch auch um die materiellen Aspekte machen: Wem geh&#246;ren die Daten? Welche Verkn&#252;pfungsm&#246;glichkeiten bieten Location Based Services in Zukunft? Reicht die Anonymisierung aus? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Street View und Kriminalit&#228;t?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/67d2431fa82c41d2a9e1e9f9ea09a5eb" alt="" width="1" height="1" />Die Diskussion um Google Street View nimmt kein Ende. Hier ein Versuch, das Thema zu strukturie­ren und zu bewerten.</p>
<p><strong>A. Grundsatz</strong></p>
<p>Es steht jedermann zu, im &#246;ffentlichen Raum Fotos anzufertigen. Dies gilt nicht nur f&#252;r Privat­personen, sondern auch f&#252;r Autoren und Verlage, die diese Fotos in B&#252;chern und auf Web­sites verwerten. Ich sehe keinen Grund, Google, Bing und Landkartenhersteller anders zu behan­deln als Autoren und Verlage. Zwischen einem Bildband oder einer Website „Architektur der Friedrichstrasse“, vor einem halben Jahr werktags aufgenommen, und dem entsprechenden Ausschnitt von Street View ist kein inhaltlicher Unterschied.</p>
<p><strong>B. Aktuelle Detaildiskussion</strong></p>
<p>1. Die h&#228;ufig anzutreffende Argumentation, Google d&#252;rfe eine Maximalh&#246;he nicht &#252;berschrei­ten, weil dann die (durch Mauern, Z&#228;une etc. bewusst geschaffene) Privatsph&#228;re ber&#252;hrt sei, leuchtet zun&#228;chst einmal ein. „&#220;ber den Zaun zu gucken“ geh&#246;rt sich nicht. Zwar hat die Rechtsprechung in Promi-Paparazzi-F&#228;llen bestimmte Techniken (Leitern, Teleobjektive etc.) als Verletzung der Privatsph&#228;re angesehen, im Falle eines jedermann fotografierenden Autos, das die Fotos &#246;ffentlich sichtbar und mitten auf der Stra&#223;e macht, halte ich aber die &#220;bertragbarkeit f&#252;r nicht gegeben. Eine Regelung der maximalen Aufnahmenh&#246;he w&#228;re also neu und sie m&#252;sste f&#252;r jedermann gelten, der Fotos ver&#246;ffent­licht.<br />
Eine solche Regelung gibt es aber bisher aus verschiedenen Gr&#252;nden nicht. Erstens, weil sie nicht abgrenzbar ist: M&#252;ssten auch Aufnahmen von h&#246;her gelegenen H&#228;usern verboten werden? Ist es erlaubt, wenn sich ein 1,90-Mann auf eine Bierkiste stellt und von dort ein Foto macht? Darf man mit einem Super-Teleobjektiv von einem 1 km weit entfernten, h&#246;he­ren Standort aus Fotos machen? Ich kann mir keine justiziable Regelung vorstellen, die keine Rechtsunsicherheit f&#252;r weite Teile der Bev&#246;lkerung schafft. Diskutanten, die eine solche Grenze fordern, m&#246;gen bitte einen Regelungsvorschlag unterbreiten oder begr&#252;nden, f&#252;r welchen digitalen Anbieter hier eine Sonderregelung gerechtfertigt ist. Zweitens habe ich Zweifel an einer materiellen Rechtfertigung einer solchen Forderung, denn eine entsprechende Diskussion h&#228;tte l&#228;ngst bei Google Earth gef&#252;hrt werden m&#252;ssen, da hier Luftbilder „von oben“ ganz neue Einblicke geben: Ich kenne tats&#228;chlich eine Hausbesitzerin, die eine bisher nicht einsehbare Treppe schwarz gestrichen hat, damit potentielle Einbrecher diesen Zugang zu ihrem Grundst&#252;ck nicht erkennen. Und drittens, wohl der schwerwie­gendste Grund, warum es eine solche Regelung nicht geben sollte: Es ist nicht ohne Grund gesetzlich nicht verboten, &#252;ber den Zaun zu gucken, ohne und mit Stelzen. Es ist n&#228;mlich nur eine unerw&#252;nschte, moralisch zweifelhafte Handlung, die unterhalb der Schwelle rechtlicher P&#246;nalisierung liegen sollte.</p>
<p>2. Schwieriger zu beurteilen scheint mir die Frage, welche Bilddaten Anbieter wie Google spei­chern und ver&#246;ffentlichen d&#252;rfen. Zun&#228;chst zur Rechtslage: Nach meinem Kenntnisstand gibt es ein Recht am eigenen Bild, das auch f&#252;r das Einstellen durch Private gilt; dieses wird jedoch auf sozialen Netzwerken und Fotoplattformen in dramatischem Umfang ignoriert. Wenn ich also werten soll, dann w&#252;rde ich eher hier als bei Street View ein Problem sehen, da hier Aufnahmen in privaten Si­tuationen entstanden sind: Klaus in Badehose am Strand, Lisa im Arm von Heinz, Eduard mal wieder vor einer leeren Weinflasche. Im &#246;ffentlichen Raum je­doch, den Google nutzt, sollte das Risiko sehr gering sein, in einer kompromittierenden Situa­tion aufgenommen zu werden. Und wenn es doch geschieht, wie etliche Beispiele aus Street­ View zeigen, sehe ich kein Schutzbed&#252;rfnis: man bohrt eben nicht &#246;ffentlich in der Nase und wenn, dann guckt man vorher, wer gerade fotografiert. Aber: Die massenhafte Missachtung des allgemeinen Pers&#246;nlich­keitsrechtes durch Private darf nat&#252;rlich kein Ma&#223;stab f&#252;r Google &amp; Co sein. Was falsch ist, ist falsch, egal ob durch Gunther (der alle Strand- und Partyfotos machte) oder durch Google. Es ist also richtig, dass Google anonymisieren muss.</p>
<p>3. Ein Knackpunkt ist hingegen, ob Google die nicht-anonymisierten Daten &#252;berhaupt speichern darf. Die Antwort muss meines Erachtens nein sein. Wer das anders sieht, muss sich der Frage stellen, ob die Speicherung im Ausland geschehen darf. Diesbez&#252;glich verstehe ich die Antwort von BDSG-Experten als „Nein“, ich zweifele aber daran, ob dieses Konzept &#252;berhaupt noch zeitgem&#228;&#223; ist: Das 40 Jahre alte Konzept des BDSG zielt auf kommerzielle Inlandsanbieter und wird dem weltweit verteilten Internet in Zeiten der Virtualisierung nicht gerecht. Das BDSG ist insoweit ein stumpfes Schwert, die Situation Anlass f&#252;r eine international einheitliche Regelung. Wor&#252;ber man tats&#228;chlich nachdenken muss ist, ob man &#252;ber die Durchsetzbarkeit von Anspr&#252;chen deutscher Rechteinhaber neu nachdenken muss. Eine blo&#223;e Beitrittserkl&#228;rung ausl&#228;ndischer Unternehmen im Rahmen von Safe Harbour reicht jedenfalls nicht.</p>
<p><strong>Zwischenergebnis: Google Street View „an sich“ ist erlaubt. Die rechtlichen Bedenken, sofern man sie mit mir teilt, sind marginal und k&#246;nnten von Google ausger&#228;umt werden.</strong></p>
<p><strong>C. Materielle Aspekte</strong></p>
<p>1. Nicht unproblematisch erscheint mir der Dienst in l&#228;ndlichen Gebieten. Damit meine ich allerdings nicht den Gesichtspunkt der Privatsph&#228;re (wie <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,681084,00.html">Gutachter</a> im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz), denn ich kann aus den Ver&#246;ffentlichungen keinen Grund erkennen, warum vom Grundsatz (oben A.) abgewichen werden sollte. Ich meine den Gesichtspunkt der Kriminalit&#228;t, und auch dies nicht unter rechtlichen Gesichtspunkten, sondern unter dem Gesichtspunkt sozialer Erw&#252;nschtheit bzw. Sch&#228;dlichkeit. Bef&#252;rworter von Street View argumentieren dagegen gern mit der hohen sozialen Kontrolle gerade in Kleinst&#228;dten und D&#246;rfern. Dies ist aber ein Trugschluss, weil sich die Kontrolle eben nur auf die Mitglieder der &#246;rtlichen Gemeinschaft bezieht, m&#246;gliche T&#228;ter jedoch von au&#223;en kommen und &#252;ber den Dienst Daten &#252;ber lokale Verh&#228;ltnisse erfahren, die sie aufgrund der sozialen Kontrolle sonst nicht unbeobachtet erhalten w&#252;rden. Plakativ formuliert: B&#228;uerin Erna „wei&#223; alles &#252;ber das Dorf“. Dieb Detlev kommt nicht aus dem Dorf und erf&#228;hrt &#252;ber Street View, was er nicht erfahren w&#252;rde, ohne von Erna beobachtet zu werden. F&#252;r dieses Problem sehe ich keine L&#246;sung, kann aber auch nicht einsch&#228;tzen, ob es nicht eher ein akademisches Problem ist. Gibt es einen nachweislichen Effekt zwischen Street View und Kriminalit&#228;t? Ich habe dazu keine Daten gefunden. Die jahrelange Existenz von Google Earth ohne entsprechende Nachrichten spricht gegen eine Gefahr, wenngleich Earth auch nicht diese hohe Aufl&#246;sung bietet.<br />
Vorl&#228;ufiges Ergebnis: Solange keine Kausalit&#228;t zwischen Street View und Kriminalit&#228;t nachgewiesen ist, ist ein Eingriff in die Gewerbefreiheit von Google meines Erachtens nicht zu rechtfertigen. Und, wer sich dar&#252;ber Gedanken macht, m&#246;ge bitte Dienste wie <a href="http://www.flightradar24.com">flightradar24.com</a> betrachten; das Problem der Ver&#246;ffentlichung kriminalit&#228;tsf&#246;rdernder Information ist m&#246;glicherweise gr&#246;&#223;er als Street View und nur mit einer &#252;bergreifenden Analyse und Regelung angemessen l&#246;sbar.</p>
<p>2. Vielfach wird ge&#228;u&#223;ert, es sei nicht „fair“, wenn Google von privaten H&#228;usern Fotos mache und diese zum Zwecke des Geldverdienens verwerte. Das Gef&#252;hl ist verst&#228;ndlich, das Verwerten derartiger Fotos ist jedoch – siehe Grundsatz – schon lange geltende Praxis, weil es geltendes Recht ist, dass aus dem Eigentumsrecht an Gegenst&#228;nden kein Verbotsrecht der Verwertung von Fotos folgt, (BGH, „<a href="http://de.wikisource.org/wiki/Bundesgerichtshof_-_Friesenhaus">Friesenhaus</a>“), weil der Eigent&#252;mer seine Herrschaftsrechte weiterhin unbeeintr&#228;chtigt aus&#252;ben kann. In Deutschland und anderen L&#228;ndern gilt dar&#252;ber hinaus die sog. „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit">Panoramafreiheit</a>“, wonach sogar Fotos von urheberrechtlich gesch&#252;tzten Geb&#228;udekonstrukten verwertet werden d&#252;rfen. Anders kann es beim allgemeinen Pers&#246;nlichkeitsrecht sein, wenn der Eigent&#252;mer in einen Zusammenhang mit Werbung gestellt wird, das ist jedoch derzeit bei Street View nicht der Fall.</p>
<p>3. Fraglich ist aus meiner Sicht, ob die Anonymisierung ausreicht, die Google vornimmt. Gen&#252;gt es, Gesichter und Kfz-Nummernschilder durch Verwischen unkenntlich zu machen? Ich behaupte, dass ich 90% meiner privaten Kontakte an anderen Merkmalen erkenne: an Kleidungsst&#252;cken (mindestens drei Arten), an der Kombinatorik der zig-fachen Attribute dieser Kleidungsst&#252;cke (khaki-braune Jacke mit langen &#196;rmeln, Pelzkragen und Stickerei-Emblem hinten), Zusatzmerkmalen (Tasche, Aufkleber) sowie K&#246;rpermerkmalen (Haltung, Gr&#246;&#223;e, Proportionen). In Verbindung mit Kontext (Ort und Zeit, ggf. Tweets) erscheint mir eine Person gut erkennbar. Entsprechendes gilt f&#252;r Dritte, die genug Daten &#252;ber eine Person haben, ohne sie zu kennen. Falls ich damit richtig liege, sollte man nicht von „Anonymisierung“ sprechen. Die Unkenntlichmachung des Gesichtes wirkt auf den ersten Blick wie das Pendant zum „Schwarzen Balken“ in Print-Medien, sie ist aber nicht dieses Pendant, da kein redaktioneller Auswahlprozess des Bildmaterials vorausgeht. Sitzen wir mit der Annahme von „Anonymisierung“ hier einem kollektiven Denkfehler auf?</p>
<p><strong>4. Bedenken habe ich durch die Integration anderer Daten in Street View.</strong> Ich habe an anderer Stelle schon ausgef&#252;hrt, dass mir die k&#252;nftige Entwicklung mehrerer Technologien und Konzepte Sorgen macht. In diesem Fall sind es erstens Location Based Services, d. h. Geokoordinaten an Daten wie Tweets, Check-Ins und Bildern, und zweitens derart codier­te Bilder, die durch Privatpersonen aufgenommen werden, sowie drittens maschinelle Personenerkennung. Alles zusammen f&#252;hrt zu einem Privatsph&#228;re-Problem, weil nun von belie­bigen Personen aufgenommene und ins Internet gestellte Bilder in einer einheitlichen Ober­fl&#228;che abrufbar sind: Man sieht das Haus und gleichzeitig Bilder von Menschen, die darin wohnen, und zwar Bilder aus ihrem privaten Umfeld bis zum Urlaubsfoto.<br />
Nun kann man sich auf den Standpunkt stellen, die einzige Ursache sei, dass Privatpersonen zuvor sorglos mit eigenen Daten umgingen oder Dritte nicht an Aufnahmen hinderten. Es mag in der Tat sein, dass sich das Nutzungsverhalten k&#252;nftig restriktiv entwickeln wird, wenn diese Technologien zum Einsatz kommen &#8211; auch heute ist ja beispielsweise die Geokoordinaten-Nutzung selbst von internet-affinen U.S.-Twitterern unterhalb von 1%. Ich f&#252;rchte jedoch, durch mobile Nutzung und den tats&#228;chlichen Nutzen vieler Anwendungen wird diese Quote drastisch steigen, ich selbst habe zum Beispiel irgendwann dann doch Geokoordinaten-&#220;bertragung auf meinem iPhone f&#252;r Navigation, Qype und lokale Kinonews freigeschaltet. Man muss also zwischen Nutzen und Schaden abw&#228;gen.<br />
Mir scheint es am sinnvollsten zu sein, die Erfassung von Geokoordi­naten anders zu behandeln als deren Ver&#246;ffentlichung. Wenn ich also Qype Radar nutze, ist die &#220;bermittlung von Geokoordinaten unbedenklich, und solange Qype mit diesen Daten vertrauensvoll und im &#220;brigen gesetzeskonform umgeht, ist auch hier noch kein politisches Problem. Das Problem entsteht erst durch Ver&#246;ffentlichung an andere Dienste. Es ist also nicht selbstverst&#228;ndlich, wenn Qype die Daten auf seiner Plattform zug&#228;nglich macht, etwa diese Daten mit meinen Review oder mit jedem Nachschlagen ver&#246;ffentlichen w&#252;rde.<br />
Und da wir weniger &#252;ber Qype reden: Das eine ist, dass Google f&#252;r die „Nearby-Suche“ meine Geokoordinaten nutzen soll, das andere, ob Google sie ver&#246;ffentlichen darf. Hier liegt ein strukturelles Problem von internet-typischen Mashups und APIs: es ist eben nicht schon deswegen okay, dass Daten zwischen Diensten getauscht werden, nur weil es technisch m&#246;glich ist. Bei Facebook etwa leuchtet es jedermann ein, dass Statusmeldungen nicht ohne Nutzer-Zustimmung an Suchmaschinen bereitgestellt werden. Ich m&#246;chte meine Nutzungseinwilligung nicht f&#252;r die Weiterverwendung meiner Daten in beliebigen Web-An­wendungen abstrakt erteilen, sondern ich erteile sie konkret f&#252;r den genutzten Dienst. Das m&#252;sste meines Erachtens f&#252;r jede Art von Dienst gelten: nur weil ich auf meiner Seite ein Bild mit Geokoordinaten ablege, hei&#223;t das zwar – ohne entsprechende robots.txt – dass Suchmaschinen das Bild indizieren und anzeigen d&#252;rfen, aber noch lange nicht, dass diese die Geokoordinaten verarbeiten d&#252;rfen.<br />
Ich bin mir sicher, dass diese Problematik mit dem Semantic Web immer deutlicher werden wird: <strong>Wir brauchen granularere Rechte an strukturierten Daten</strong>, die ins Internet gestellt wurden. Das w&#252;rde im &#252;brigen auch die Qualit&#228;t der Webnutzung verbessern: wie sollen sonst Visitenkarten mit privaten Zusatzdaten (z.B. Mobilnummer, private Maildresse &#8211; analog etwa XING) ausgetauscht werden? Ich wei&#223;, dass dies Forderungen (erstens konkrete Nutzungseinwilligung ohne Verwertungsrechte in anderen Plattformen, zweitens granulare Rechte) viele neue Probleme nach sich ziehen &#8211; mir geht es aber um grunds&#228;tzliche Gedanken, die m&#246;glicherweise weiter entwickelt werden k&#246;nnen.</p>
<p>5. Angesichts m&#246;glicher Gefahren freue ich mich, dass Google nun Einspr&#252;che von Hausbesitzern und Mietern zul&#228;sst. Die weiter gehende Forderung nach einem (vorherigen) Opt-In erscheint mir &#252;berzogen, da diese Zustimmung auch bei anderen Nutzungen nicht erforderlich war. Frau Aigner hat im &#252;brigen recht mit Ihrer <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,682129,00.html">Forderung</a>, dass von Street View auch Offliner betroffen sind, die naturgem&#228;&#223; &#252;ber andere Wege als das Online-Medium informiert werden sollten. Indes ist diese Forderung inzwischen wohl ad acta zu legen, weil sie erf&#252;llt wurde und werden wird: Die Presse hat nun bereits sehr breit berich­tet und dies wird beim Start von Street View in Deutschland mit Sicherheit auch nochmals intensiv geschehen.</p>
<p>6. Bei Street View taucht noch ein andere Frage auf: Wem stehen eigentlich die Daten materi­ell zu? Geh&#246;rt das Stadtbild nicht der Allgemeinheit? Man kann sich hier auf den Standpunkt stellen, dass das Ganze eben mehr als die Summe seiner Teile ist. Vielleicht sind es die Nachwirkungen meines 68er-Gemeinschaftskundelehrers, aber mein Bauch sagt: <strong>Diese Bilder „geh&#246;ren irgendwie uns“.</strong> Wobei ich mit „geh&#246;ren“ eine wirtschaftliche und rechtliche Dimension meine, denn Google stellt diese Daten ja „uns“ zur Verf&#252;gung.<br />
Vielleicht ist mein Gedanke abstrus und schon deswegen erledigt, weil mit der Umsetzung von Stadtplanung in die Wirklichkeit das Konzept als solches eben der Allgemeinheit gewidmet wird und Google – als Teil der Allgemeinheit – die gleichen Rechte haben sollte wie jeder andere auch. Ich k&#246;nnte mir jedoch auch vorstellen, dass in bestimmten F&#228;llen digitaler Erfassung (nicht nur von Google) ein (einfaches) Nutzungsrecht zumindest f&#252;r die &#246;ffentliche Hand entsteht oder diese Nutzungsrechte erwerben kann. Dies nur als Anregung, noch nicht einmal als ausgego­rener Vorschlag. Denn dasselbe m&#252;sste dann f&#252;r Profi-Fotos von Au&#223;enarchitektur gelten und auch f&#252;r Bewegtbilder aller Art – das will ich nicht und es w&#252;rde schwer, hier eine Grenze zu ziehen. Die „Stra&#223;en von San Francisco“ geh&#246;ren nicht den B&#252;rgern von San Francisco.</p>
<p>7. Die Street-View-Diskussion erscheint mir politisch gesehen zu reaktiv. Mindestens ebenso gerechtfertigt wie Kritik an Google w&#228;re die F&#246;rderung von Open-Source-Projekten zur Erfas­sung des &#246;ffentlichen Raumes. Also die F&#246;rderung von <a href="http://www.openstreetmap.de/">OpenStreetMap</a> und auch die Unterst&#252;tzung einer Infrastruktur, die zu den Ergebnissen von Street View f&#252;hrt. Das w&#228;re ein wirklich konstrukti­ver Ansatz.<br />
Kritik ist immer einfach, Bessermachen besser. Am Ende entschiede dann Quali­t&#228;t und ein vielleicht sogar besseres Konzept, weil alle mitmachen. Das w&#252;rde freilich ein paar Millionen kosten.</p>
<p>Schlu&#223;bemerkung: Die &#246;ffentliche Diskussion wird – abgesehen von polemischen und daher unangemessenen &#196;u&#223;erungen aus dem politischen Raum &#8211; sehr von der Rechtslage gepr&#228;gt. Das ist, was Aufsichtsbeh&#246;rden angeht, auch richtig so. In der &#246;ffentlichen Diskussion sollten jedoch die materiellen Aspekte diskutiert werden. Wir befinden uns nach 40 Jahren IT in der Old Economy nunmehr mit Internet, sozialen Austauschm&#246;glichkeiten im „Write-Web“ und Cloud Computing m&#246;glicherweise an der Schwelle zu neuen Konzepten und Ordnungsprinzipien wie vor hundert Jahren im Stra&#223;enverkehrsrecht, als Autos nicht mehr nur als schnelle Kutschen, sondern als eigenst&#228;ndige Betriebsgefahr angesehen wurden.</p>
<p><em>Diesen Artikel ver&#246;ffentlichte Christoph Kappes auch im <a href="http://www.fructus-gmbh.de/blog/2010/03/gedanken-zu-google-streetview">Fruchtmark-Blog</a>.</em></p>
<p><em>Zu diesem Thema au&#223;erdem auf Carta:<br />
</em></p>
<ul>
<li><em><span style="text-decoration: underline;"></span><a href="http://carta.info/23393/google-manager-leiteritz-street-view-ist-eine-moderne-form-der-landkarte/">Google-Manager Leiteritz: “Street View ist eine moderne Form der Landkarte.”</a></em></li>
</ul>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/23941/gedanken-zu-google-street-view/">Gedanken zu Google Street View</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23941/gedanken-zu-google-street-view/#comments">31 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23941&amp;md5=92529189ffb43ab4b1b2021fb3c81599" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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