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	<title>CARTA &#187; Gisela Schmalz</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>No Economy: Ein Buch nur f&#252;r Internetpessimisten</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 09:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die &#214;konomie-Professorin Gisela Schmalz hat ein Problem mit dem Internet: Frei zug&#228;ngliche Inhalte, narzisstische Blogger, Wikipedia-Ideologen und Google - sie alle stehen angeblich f&#252;r "Gratiswahn" und Verantwortungslosigkeit. In ihrem Buch "No Economy" fordert Schmalz endlich mehr Mikrozahlungen. Mehr als Argumente f&#252;r das n&#228;chste Stammtischgespr&#228;ch liefert sie damit nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6707289f65872e50da7757000af978" alt="" width="1" height="1" /><br />
L&#228;uft das Internet Gefahr, durch einen &#8220;Gratiswahn&#8221; zerst&#246;rt zu werden? Diese Frage er&#246;rtet <strong>Gisela Schmalz</strong> in ihrem Buch &#8220;<a href="http://www.eichborn.de/nc/eb/eichborn/aktuelles/autoren/autorin-einzelansicht/autor/gisela-schmalz/">No Economy</a>&#8220;, das jetzt im Eichborn Verlag erschienen ist. Das Erstaunliche daran ist, dass hier nicht etwa eine verbitterte Journalistin schreibt, die das Internet arbeitslos gemacht hat, weil ihre Zeitung Personalkosten einsparen musste. Nein, die Autorin ist <a href="http://www.rfh-koeln.de/de/index.php">Professorin f&#252;r Medien&#246;konomie</a> (FH K&#246;ln) und forscht zudem am <a href="http://www.institut-medienpolitik.de/cms/index.php?idcat=12">Institut f&#252;r Medien- und Kommunikationspolitik </a>(Berlin).</p>
<p>Grunds&#228;tzlich setzt das Buch schon an einer <strong>Achillesferse</strong> an, der Tatsache n&#228;mlich, dass im Internet nahezu alles frei und kostenlos zirkuliert, was sich nur digitalisieren l&#228;sst. Dass dabei die Frage nach dem <a href="http://carta.info/8101/pirate-bay-versenkt-wird-nun-alles-gut/">geistigen Eigentum bzw. dem Urheberrecht</a> h&#228;ufig genug auf der Strecke bleibt, ist aber nicht direkt Thema des Buches. Gisela Schmalz befasst sich vielmehr mit den &#246;konomischen Folgen einer solchen Gratiskultur.</p>
<p>Sie sieht f&#252;r Anbieter im Internet nur ein Gesch&#228;ftsmodell, n&#228;mlich die <strong>Onlinewerbung</strong>. Und weil Werbung im Internet nach Klickraten bzw. Traffic bemessen und verg&#252;tet wird, k&#246;nnen auf Dauer nur sehr gro&#223;e Anbieter damit Erfolg haben. Ein Konzentrationsprozess mit Oligopol- bzw. Monopolbildung ist die Folge, w&#228;hrend gleichzeitig die kostenlos abzugebenen Inhalte und Dienstleistungen an Qualit&#228;t verlieren und schlie&#223;lich &#8220;Einfalt statt Vielfalt&#8221; vorherrschen wird.</p>
<p>Eine solche These kann man schon aufstellen. Die Frage ist nur, wie sie begr&#252;ndet wird. Bei Gisela Schmalz muss es der <strong>Jargon</strong> richten, der das gesamte Buch durchzieht. Ein paar Kostproben gef&#228;llig? &#8220;Blogger, die sich smart anstellen, k&#246;nnen sich auf vielf&#228;ltige Weise an ihrem Schreibdrang bereichern&#8221; (Seite 123). Zur St&#252;tzung der Kernthese des Buches tr&#228;gt der Exkurs &#252;ber die Blogger zwar nichts bei, aber schaden kann er offenbar auch nicht. Den Autoren der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia">Wikipedia</a> geht es kaum besser: Sie m&#252;ssen sich als &#8220;Wikipedia-Ideologen&#8221; bezeichnen lassen (Seite 98) und dem gesamten Abschnitt ist ein deutliches Befremden dar&#252;ber anzumerken, dass Menschen sich viel Zeit nehmen, &#8220;um mehr oder minder fundierte Wissenseinheiten ins Netz zu tippen und diese au&#223;erdem in m&#252;hsamer Kleinarbeit mit Links und Literaturangaben zu versehen, ohne daf&#252;r Honorare zu verlangen oder zu w&#252;nschen, namentlich als Autoren erw&#228;hnt zu werden&#8221; (Seite 97 bis 98).</p>
<p>Um es deutlich zu sagen: <strong>Die Autorin hat offensichtlich ein</strong> <strong>Problem mit dem Medienwandel</strong>, den das Internet ausgel&#246;st hat. Denn Blogs oder die Wikipedia sind kein Beleg f&#252;r einen zerst&#246;rerischen &#8220;Gratiswahn&#8221;, sondern im Gegenteil Teil einer Str&#246;mung, die <strong>Wissen demokratisiert</strong>. Das kann nur gut sein. Freilich: Wo jeder etwas ver&#246;ffentlichen oder an der Wikipedia mitschreiben kann, sinken Status und <strong>Bedeutung traditioneller Wissenstr&#228;ger</strong>. Die alten Eliten m&#252;ssen sich leider umstellen, was ihre Urteile &#252;ber die Ver&#228;nderungen beeinflussen mag.</p>
<p><img src="file:///Users/rml/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<div id="attachment_8385" class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/no.jpg"><img class="size-medium wp-image-8385" title="no" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/no-300x300.jpg" alt="asdfasdfasdf" width="205" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">No Economy: Der Jargon muss es richten.</p></div>
<p>Dem Buch h&#228;tte so gesehen <strong>ein neutralerer Blick</strong> auf die Dinge gut getan. Denn es bleibt nicht beim Abgesang auf das Internet stehen, sondern stellt der negativen Perspektive eine positive Vision gegen&#252;ber, die &#8220;<strong>Yes Economy</strong>&#8220;. Damit appelliert Gisela Schmalz an die Vernunft und Verantwortung aller Nutzer im Internet, eben nicht der Verf&#252;hrung der Gratismentalit&#228;t zu erliegen, sondern Qualit&#228;t auch zu honorieren. Mit der Honorierung guter Leistungen k&#246;nnte dann auch das Modell der <strong>Mikrom&#228;rkte </strong>im Sinne von<span> </span><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alvin_Toffler">Alvin Toffler</a> Realit&#228;t werden. Leider f&#252;hrt die Autorin diesen Aspekt erst am Ende des Buches ein und diskutiert ihn nicht mehr weiter aus.</p>
<p>Insgesamt hinterl&#228;sst ihr Buch deshalb einen sehr zwiesp&#228;ltigen Eindruck. So richtig und wichtig die Feststellung ist, dass wir im Internet <strong>zu viel Gratismentalit&#228;t</strong> haben, so einseitig ist die Darstellung einer Gefahr der Dominanz gro&#223;er Konzerne.</p>
<p>Zudem fehlt eine ausf&#252;hrlichere Betrachtung von Gesch&#228;ftsmodellen, die gerade nicht auf die Gratisstrategie setzen und doch funktionieren. Unter den <strong>Zeitungen</strong> w&#228;re dies etwa das Wall Street Journal, bei den <strong>Social Networks</strong> sind Xing und LinkedIn zu nennen. iTunes (Apple) oder die Pro-Accounts von Flickr sind weitere Beispiele.</p>
<p>Nat&#252;rlich haben weite Teile der Unternehmen im Internet es sich lange sehr leicht gemacht und gedacht, sie k&#246;nnten ihre Leistungen verschenken und allein von Werbung leben. Das stellt sich sp&#228;testens jetzt als Irrtum heraus. Die Auswege aus dieser Falle sind aber schon in Sicht: So zeigen <strong>Applikationen </strong>(erstmals von <a href="http://developers.facebook.com/">Facebook</a> erm&#246;glicht), die auf offenen Entwickler-Schnittstellen basieren, immer deutlicher, dass hier mit dem &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freemium">Freemium-Modell</a>&#8221; ein Konzept besteht, mit dem kostenlose und entgeltliche Leistungen gut in Einklang gebracht werden k&#246;nnen.</p>
<p>Gisela Schmalz geht darauf leider nicht ein. Vielleicht, weil sie sonst ihr eigenes Bild vom Internet und den Tenor des Buches h&#228;tte &#228;ndern m&#252;ssen? Wie dem auch sei: <strong>Wer Konzepte oder Vorschl&#228;ge zu den aktuellen Problemstellungen des Internets sucht, kann auf die Lekt&#252;re dieses Buches getrost verzichten</strong>.</p>
<p>Wer aber das Internet noch nie mochte, ist mit &#8220;No Economy&#8221; gut bedient und kann sich freuen, dass nicht irgendwer, sondern eine Professorin f&#252;r Medien&#246;konomie die <strong>Argumente f&#252;r das n&#228;chste Stammtischgespr&#228;ch</strong> liefert&#8230;</p>
<p><em>Das Buch &#8220;NO ECONOMY: Wie der Gratiswahn das Internet zerst&#246;rt&#8221; von Gisela Schmalz ist beim Eichborn Verlag erschienen. Es kostet 16,95 € und kann <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3821857072?ie=UTF8&amp;tag=carta-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3821857072">hier bestellt</a> werden.</em> <em>Zum Buch gibt es auch eine <a href="http://www.yeseconomy.net/">Website</a>.</em></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/8339/no-economy-internetpessimisten/">No Economy: Ein Buch nur f&#252;r Internetpessimisten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8339/no-economy-internetpessimisten/#comments">12 comments</a>
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