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	<title>CARTA &#187; Freiheit</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gut geheizt, Lobo!</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 09:37:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner gut geheizten und nicht allzu komplizierten Spiegel Online-Kolumne hat Sascha Lobo ein gro&#223;artiges Pl&#228;doyer f&#252;r Blogs gehalten, jene unverzichtbare „digitale Stimme des Einzelnen“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827995,00.html">Kolumne</a> „Euer Internet ist nur geborgt“ schreibt Sascha Lobo:</p>
<blockquote><p>„Wer Spiegel Online nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Medien k&#246;nnen von den Betreibern jederzeit ver&#228;ndert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet ver&#246;ffentlichen will, braucht eine eigene Website.“</p></blockquote>
<p>Okay, das war ein kleiner Scherz! Die zitierte Stelle ist in einem winzigen Detail ver&#228;ndert. In Wahrheit schreibt Sascha Lobo Folgendes:</p>
<blockquote><p>„Wer <em>Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke</em> nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese <em>Dienste</em> k&#246;nnen von den Betreibern jederzeit ver&#228;ndert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet ver&#246;ffentlichen will, braucht eine eigene Website.“</p></blockquote>
<p>Moment, auch dieses Zitat ist nicht ganz richtig verwendet. Es handelt sich n&#228;mlich um den Vorspann. Und der ist wahrscheinlich &#8220;im engen Korsett&#8221; der Redaktion entstanden. Trotzdem hat Sascha Lobo ein gro&#223;artiges Pl&#228;doyer f&#252;r die &#252;beraus anstrengende Freiheit der unabh&#228;ngigen Blogs gehalten. Er schrieb:</p>
<blockquote><p>„Es scheint, als w&#252;rde sich zwischen den digitalen Ablegern der gro&#223;en Leitmedien (etwa Spiegel Online) und den Blogs das ewige gesellschaftspolitische Drama wiederholen: Freiheit ist eine so anstrengende und gelegentlich komplizierte Angelegenheit, dass viele Leute sie offenbar gern eintauschen gegen ein enges Korsett, wenn das blo&#223; gut geheizt ist und sich nicht allzu kompliziert anf&#252;hlt.“</p></blockquote>
<p>Okay, auch das stimmt nicht ganz. Lobos Text lautet vielmehr:</p>
<blockquote><p>„Es scheint, als w&#252;rde sich zwischen den <em>sozialen Netzwerken</em> und den Blogs das ewige gesellschaftspolitische Drama wiederholen: Freiheit ist eine so anstrengende und gelegentlich komplizierte Angelegenheit, dass viele Leute sie offenbar gern eintauschen gegen ein enges Korsett, wenn das blo&#223; gut geheizt ist und sich nicht allzu kompliziert anf&#252;hlt.“</p></blockquote>
<p>Die AGB bei den <em>sozialen Netzwerken</em> und den gro&#223;en Medien sind im &#252;brigen f&#252;r Nutzer und Autoren heute sehr &#228;hnlich: in beiden F&#228;llen geht es um den <a href="http://carta.info/40578/die-neue-pest-agb/">Total-Ausverkauf</a> der Verwertungsrechte. H&#228;tte Lobo seinen Text nur auf seinem freien Blog geschrieben, h&#228;tte er Gewicht gehabt. So aber&#8230;</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42933&amp;md5=bc2eb0839c5c0473856f8e85a25a6bd0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Pr&#228;sident und seine Freiheit</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2012 08:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bobby Rafiq</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer stets von der Freiheit spricht, ohne dabei ihre Pr&#228;missen zu ber&#252;cksichtigen, hat Prinzipielles nicht verstanden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich ein Kind war, sind meine Eltern mit meinem Bruder und mir aus Afghanistan geflohen. Knapp drei Monate nach dem Einmarsch der Sowjets und fast zwei Jahre, nachdem sich die Kommunisten an die Macht geputscht hatten. Traumatisiert von den Erlebnissen in Kabul und durch die Stimmung, die in meiner Familie herrschte, habe ich trotz meiner vier jungen Lebensjahre sehr deutlich mitbekommen, welches Gef&#252;hl es ist, wenn die Freiheit bedroht, gar zerst&#246;rt wird. Im alten Westberlin, der Stadt, in der ich aufgewachsen und sozialisiert bin, habe ich wieder erfahren k&#246;nnen, auf welch t&#246;nernen F&#252;&#223;en die Freiheit steht. War dieser Ort doch eine Insel, umgeben von einem Land, das seinen B&#252;rgern die Freiheit verweigerte. Ironie unserer Fluchtgeschichte, dass wir ausgerechnet auf dem St&#252;ck deutschen Boden landeten, das sich NVA und Sowjetarmee als erstes unter den blutigen Nagel gerissen h&#228;tten.</p>
<p>In diesem Teil der Stadt habe ich Menschen kennen gelernt, die einen sehr ausgepr&#228;gten Freiheitsdrang hatten.  Sie flohen aus Westdeutschland (damals schien es nur zwei Himmelsrichtungen zu geben) nach Westberlin, weil hier die bundesdeutsche Wehrpflicht nicht existierte. Dieser Ort war voller Freigeister, Alternativer und Punks. Au&#223;erdem waren jede Menge US-amerikanische, britische und franz&#246;sische Soldaten in der Stadt, die uns jedes Jahr am 17. Juni, dem damaligen Tag der Deutschen Einheit, mit einer gro&#223;en Milit&#228;rparade auf der Stra&#223;e des 17. Juni daran erinnerten, warum sie hierher gekommen waren.</p>
<p>Als heranwachsender Berliner Junge habe ich im Laufe meiner Schulzeit von Lehrern unterschiedlicher politischer Couleur gelernt, in welcher Form, mit wessen Hilfe und unter welcher Kraftanstrengung dieses Land, das zu meiner Heimat wurde, nach dem Ende der NS-Diktatur ein neues demokratisches System auf die Beine gestellt hat. Ich habe gelernt, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit gibt, es aber dennoch immer darum geht, dass Freiheit die Freiheit des Andersdenkenden zu sein habe. Ich habe gelernt, dass Freiheit ein Spannungsfeld ist, auf dem sich unterschiedliche Kr&#228;fte begegnen und aufeinander einwirken. Ich habe gelernt, dass dieses Kr&#228;ftemessen etwas sehr Dynamisches ist – ein fruchtbarer und existentieller Prozess f&#252;r pluralistische Gesellschaften. Ich habe gelernt, dass die freiheitlich demokratische Grundordnung jenen Rahmen setzt, innerhalb dessen genau diese Konfrontationen verschiedener Ansichten und Weltanschauungen ganz legitim stattfinden k&#246;nnen, ja notwendig sind. Und schlie&#223;lich habe ich gelernt, wie konstitutiv demokratische Legitimation f&#252;r politische Entscheidungen und damit f&#252;r den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist.</p>
<p>Heute, im Jahr 2012, blicke ich auf ein Land, das zutiefst gespalten ist. Die Schere zwischen Arm und Reich <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-12/armut-bericht-deutschland" target="_blank">&#246;ffnet sich immer mehr</a>. Die Menschen sehen, wie Banken gerettet werden, ihre eigene Existenz aber bedroht ist. Sie werden Zeugen davon, dass Spekulatius leider nicht nur ein Geb&#228;ck zur Weihnachtszeit, sondern Lebensmotto ganzer Berufsst&#228;nde geworden ist, die &#214;konomien und Staaten ins Wanken bringen. Sie schauen auf eine politische Klasse, der Machterhalt und Mitnahmementalit&#228;t h&#228;ufig n&#228;her zu liegen scheinen als das Wohl der Menschen und des Landes.  Christian Wulff, Klaus Wowereit und Kollegen lassen gr&#252;&#223;en, von Granden wie Helmut Kohl ganz zu schweigen.</p>
<p>Unsere Gegenwart ist gepr&#228;gt von Misstrauen, Angst und Spaltung. Wie in Krisenzeiten &#252;blich, wirken auch jetzt wieder Fliehkr&#228;fte auf die Gesellschaft. Der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819018,00.html" target="_blank">Umgang von Innenminister Friedrich</a> mit der k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichten Studie &#252;ber Muslime in Deutschland f&#252;gt sich in eine Reihe von Beispielen ein, bei denen Minderheiten in Sippenhaft genommen und zu Feindbildern stilisiert werden, w&#228;hrend „Ausl&#228;nder“ sich fragen, wie  eine braune Terrorzelle zehn Jahre lang mordend durchs Land touren konnte. Arbeitnehmer haben Angst um den Fortbestand ihres Betriebs, w&#228;hrend sich Manager Milliardenboni auszahlen lassen, nachdem sie erfolgreich einen &#246;konomischen Karren nach dem anderen an die Wand gefahren haben. Soldaten werden in Kriegseins&#228;tze geschickt, deren Sinnhaftigkeit selbst die ministerialen Befehlshaber nicht zu formulieren in der Lage sind. Die Liste lie&#223;e sich ewig fortf&#252;hren.</p>
<p>In einer solchen Zeit erscheinen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CBlsvIgT9xU&amp;feature=related" target="_blank">Gaucks Ansichten zur Freiheit</a> anachronistisch. W&#228;hrend sich seit dem Mauerfall die Welt weitergedreht hat, scheint unser designierter Bundespr&#228;sident ein Freiheitsbild zu haben, das bestenfalls im Jahr 1991 stecken geblieben ist. Damals w&#228;re es zwar nicht realistischer, aber doch nachvollziehbarer gewesen. Nach dem Ende des sowjetischen Kommunismus lie&#223; sich eine Reduzierung des Freiheitsbegriffs auf die Freiheit des Marktes als emotionaler Ausdruck weg l&#228;cheln, zu gro&#223; war die Freude &#252;ber den Niedergang eines Systems, das die Planwirtschaft als der wirtschaftlichen Weisheit letzter Schluss feierte und dabei seine B&#252;rger einsperrte, tyrannisierte und deportierte. Heute aber ist diese Ansicht nicht nur antiquiert, sondern, wenn es um das Amt des Bundespr&#228;sidenten geht, schlichtweg inad&#228;quat. Wer eine solch eindimensionale Vorstellung von Freiheit hat, wird nicht jene Menschen verstehen k&#246;nnen, von denen er hofft, dass sie seinen Appellen Aufmerksamkeit schenken. Wer in Zeiten von Finanzkrisen und Staatsbankrotten die Proteste von Menschen quer durch alle sozialen Schichten und Altersgruppen, zusammengefasst unter dem Motto Occupy, als albern bezeichnet, weil er das kapitalistische System heutiger Pr&#228;gung <a href="http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/02/38472/" target="_blank">als Naturgesetz zu verstehen scheint</a>, der hat von der Dynamik und Vielschichtigkeit der Freiheit nicht viel verstanden, geschweige denn von der Dynamik des Kapitalismus.</p>
<p>Andererseits ist Joachim Gauck als Bundespr&#228;sident die logische Konsequenz einer Stimmung, die sich seit ca. zehn Jahren hierzulande breit macht. Der Begriff des Gutmenschen im Sinne eines Schimpfworts schwingt in vielen seiner &#196;u&#223;erungen mit. Ob die vermeintliche <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NrR-cDzmzBk&amp;feature=related" target="_blank">Appeasement-Politik der sozial-liberalen Koalition</a> unter Brandt, ob die Ausf&#252;hrungen der Verfechter eines <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=-_woXlCSmIw" target="_blank">kulturell vielf&#228;ltigen Deutschlands</a>, ob die Kritiker einer Sozialpolitik, die dem freien Markt <a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/hartz-iv-weiter-streit-um-montagsdemonstrationen-1.1622178" target="_blank">und sozialen Reformen</a> die Stirn bieten, Gauck sieht in all diesen Akteuren Feinde „seiner“ Freiheit. Er denkt in Zusammenh&#228;ngen einer bipolaren Geisteswelt. In seinen Gedanken setzt er den Kalten Krieg fort. Wer nicht f&#252;r den freien Markt ist, wer nicht f&#252;r den fordernden Staat ist, der kann nur eines im Sinn haben: ein kommunistisches System. In seinen Augen ist das Spannungsfeld, auf dem sich die verschiedenen Spielarten der Freiheit aufhalten, ein Schlachtfeld.</p>
<p>Wer sich selbst als Demokratielehrer bezeichnet, sollte nicht vergessen, was die Pr&#228;missen der Demokratie sind. Wenn das verantwortungslose Handeln von Banken und Wirtschaftskonzernen (allesamt nicht durch ein Mandat der Bev&#246;lkerung legitimiert) den Primat der Politik unterminiert und das Schicksal ganzer Staaten bestimmt, dann kann und darf ein Bundespr&#228;sident nicht dar&#252;ber hinwegsehen. Er muss die fehlende demokratische Legitimation problematisieren. Wer ein Liebhaber von Freiheit ist, darf sie nicht an kultureller Herkunft festmachen, sondern muss sie als universellen Wert verteidigen. Dazu z&#228;hlt dann auch die Tatsache, dass es in Deutschland weiterhin ein engstirnig und reaktion&#228;r formuliertes Staatsb&#252;rgerschaftsrecht gibt, das Millionen von Menschen die Partizipation am politischen Leben verwehrt. Kurzum: Wer von Freiheit spricht, muss daf&#252;r sorgen, dass sie nicht Privileg einzelner, sondern Selbstverst&#228;ndlichkeit f&#252;r alle ist.</p>
<p>Vielleicht ist Joachim Gauck seine Sichtweise nicht wirklich zu ver&#252;beln. Er wird nicht der einzige sein, dessen Biografie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CBlsvIgT9xU&amp;feature=related" target="_blank">ihn politisch einseitig gepr&#228;gt hat</a>. Ob eine solche Person in das Amt des Bundespr&#228;sidenten gehievt werden muss, wage ich jedoch zu bezweifeln, erst recht in Zeiten wie dieser, in der die Freiheit prospektiv reflektiert und nicht nostalgisch verk&#252;rzt werden sollte, aus Liebe zu den eigenen Memoiren.</p>
<p>Aber er behauptet ja allenthalben von sich, er sei lernf&#228;hig. Ich bin und bleibe gespannt!
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		<title>Gerhart Baum zur Vorratsdatenspeicherung: &#8220;Wir sind doch keine Risikofaktoren&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 16:18:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wohin bewegt sich denn unsere Republik? Gerhart R. Baum, FDP-Innenminister a. D. und Mehrfachkl&#228;ger vor dem Verfassungsgericht, zog in Berlin eine Bilanz seiner Beschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung und der Sicherheitsbestrebungen der letzten Jahre. Die "Versuchung zur Unfreiheit" sei weiterhin hoch, aber das &#246;ffentliche Bewusstsein habe sich ver&#228;ndert. Ein 30-Minuten-Video.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/81f7cc11c4b6482b99a066e3cc6088fb" alt="" width="1" height="1" />&#8220;Der mit der Speicherung verbundene Grundrechtseingriff wiegt angesichts seiner Streubreite und der weitreichenden Aussagekraft der Daten besonders schwer.&#8221; &#8211; ein Satz, den Gerhart Baum mit allergr&#246;&#223;ter Genugtuung aus dem j&#252;ngsten Verfassungsgerichtsurteil vorliest. Das Urteil zeige die strikte Grundrechtsbezogenheit deutscher Politik. Gerhart Baum hatte unter anderem gegen die Vorratsdatenspeicherung Beschwerde eingereicht &#8211; und bilanzierte gestern, 3 Wochen nach dem Urteil, auf dem <a href="http://www.eco.de/arbeitskreise/2616_7378.htm">eco MMR  Kongress</a> noch einmal die Entwicklung der letzten Jahre im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit. <em>Carta</em> dokumentiert den 30-min&#252;tigen Auftritt:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=10410700&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=10410700&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/10410700">Gerhart R. Baum: Entwicklung zum &#220;berwachungsstaat?</a> from <a href="http://vimeo.com/user1191984">Carta</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>. Ton und Bildausschnitt sind leider nicht perfekt, aber in jedem Fall ausreichend um einen guten Eindruck zu bekommen.</p>
<p>Eine kleine Auswahl der Baum-Zitate:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es darf nicht so weitergehen, dass das Verfassungsgericht st&#228;ndig die Parlamente mahnen die Grenzen der Verfassung nicht zu &#252;berschreiten. Das Parlament darf nicht die Belastbarkeit der Verfassung erproben. Nun gibt es gen&#252;gend Urteile, damit das Parlament selber laufen kann.&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Nicht alles, was Karlsruhe zul&#228;sst, muss auch gemacht werden! Wo k&#228;men wir hin, wenn wir alles f&#252;r korrekt halten w&#252;rden in unserem Leben, was nicht verboten ist strafrechtlich.&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Um Himmels Willen! Bis zum Jahre 2008 gab es keine Vorratsdatenspeicherung, hei&#223;t das, dass man vorher &#252;berhaupt <a href="http://carta.info/23972/bdk-vorratsdatenspeicherung-pressemitteilung/">nicht aufgekl&#228;rt hat</a>?&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Wir sind doch keine Risikofaktoren! &#8230; Wir tragen diesen Staat, ohne <em>uns</em> g&#228;be es diese Demokratie nicht! Wie kommt man dazu uns Misstrauen gegen&#252;ber zu entwickeln?&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Datenschutz ist eine Freiheitsbedingung der demokratischen Gesellschaft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bezug nahm Baum auch auf die <a href="https://petition.foebud.org/ELENA">Verfassungsbeschwerde gegen ELENA</a>, an der man sich nur noch bis Montag beteiligen kann: &#8220;Zehntausend, zwanzigtausend, drei&#223;igtausend Leute werden mit einem Lastwagen n&#228;chste Woche ihre Verfassungsbeschwerden nach Karlsruhe bringen. Sie sehen daran, dass das &#246;ffentliche Bewusstsein sich ge&#228;ndert hat.&#8221; Er selbst &#252;berlege ebenfalls mit &#8220;ein paar Freunden&#8221; Verfassungsbeschwerde gegen dieses &#8220;Monstrum&#8221; einzulegen.</p>
<p>Sein Fazit:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es gibt auch in unserer Gesellschaft Versuchungen zur Unfreiheit. Und die Verfassung bewahren wir nur, wenn wir sie wirklich leben. Sie schenkt sich uns nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r Eindr&#252;cke zu den anderen Programmpunkten sei auf die <a href="http://www.internet-law.de/2010/03/nachbetrachtung-zum-eco-kongress.html">Nachbetrachtung zum eco-Kongress &#8220;Internet &#8211; (k)ein rechtsfreier Raum?&#8221;</a> im Lawblog von Thomas Stadler und <a title="Permalink zu 'Wof&#252;r wir die Vorratsdatenspeicherung brauchen'" href="http://www.spreeblick.com/2010/03/25/wofur-wir-die-vorratsdatenspeicherung-brauchen/">Wof&#252;r  wir die Vorratsdatenspeicherung brauchen</a> von Simon Columbus auf Spreeblick verwiesen.<em></em></p>
<p><em>Vielen Dank an eco und Herrn Baum f&#252;r die Genehmigung der Ver&#246;ffentlichung.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=24815&amp;md5=a6846d2dd6049ef8c2bb5b54fe9f326b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Anton Nossik: Westblogger denken zuviel ans Geld</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 14:02:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tatjana Brode</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Russlands Internet-Guru Anton Nossik im Interview: Freiheit beim Bloggen hei&#223;t Unabh&#228;nigkeit von redaktionellen Zw&#228;ngen – und vom Druck, Geld zu verdienen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/52e6e52cea70426088128c2844cf49c4" alt="" width="1" height="1" />Anton Nossik entwickelt seit Mitte der 1990er Jahre f&#252;hrende russische Informationswebsites, derzeit ist er Chefredakteur des Online-Wirtschaftsmagazins <a href="http://www.bfm.ru">BFM.ru</a> Im Video spricht er &#252;ber die Freiheit von Bloggern, wichtige russische Blogs, Unterschiede zwischen der russischen und der westlichen Blogosph&#228;re und &#252;ber Pr&#228;sident Medwedew. Das Interview wurde auf Englisch gef&#252;hrt.</p>
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<p><span style="font-size: xx-small;"><a href="http://vimeo.com/7760979">Video-Direktlink: Anton Nossik im Interview</a></span></p>
<p><strong>Die wichtigsten Aussagen von Anton Nossik:</strong></p>
<p>Man sollte die Bedeutung des Wortes Freiheit (bei Blogs) nicht auf die Freiheit begrenzen, die Regierung zu kritisieren. Russland hat eine Menge Zeitungen und Magazine, die das tun. <strong>Die Freiheit von Bloggern besteht darin, das auszudr&#252;cken, was sie denken und f&#252;hlen, unabh&#228;ngig von der Politik des Herausgebers</strong>, von redaktionellen Zw&#228;ngen oder dem Druck, Geld zu verdienen – und nicht notwendigerweise daraus, die Regierung zu kritisieren. Eigentlich gibt es keinen gro&#223;en Unterschied zwischen Kritik oder Lob an der Regierung – beides sind Meinungen. Die entscheidende Frage ist, ob man frei ist, seine Meinung zu publizieren, oder der Politik eines Herausgebers folgen muss, die man nicht selbst gesetzt hat.</p>
<p>Viele Muster in der westlichen und der russischen Blogosph&#228;re sind &#228;hnlich, im Westen jedoch gibt es in allem ein <strong>kapitalistisches Grundprinzip</strong>: Mit jeder Sache, die man gut macht, will man fr&#252;her oder sp&#228;ter Geld verdienen. Deshalb ver&#228;ndern sich westliche Blogs, wenn sie bekannter werden, sie verkaufen Werbung und verwandeln sich in regul&#228;re Massenmedien mit Angestellten, die statt des Erfinders schreiben, mit Marketing-Abteilungen etc. Das passiert in der russischen Blogosph&#228;re nicht, weil sie einerseits aus denen besteht, die andere Einnahmequellen haben, und andererseits aus denen, die ber&#252;hmt werden wollen, und nicht daf&#252;r bezahlt werden wollen, ber&#252;hmt zu werden.</p>
<p>Einige Zahlen:</p>
<p>Das russischsprachige Internet hat zurzeit etwa 80 Millionen Nutzer, die H&#228;lfte aus Russland, die andere H&#228;lfte russischsprachige Personen im Ausland. Etwa eine Million davon betreiben ein Blog, etwa acht Prozent davon schreiben &#252;ber Politik. Inzwischen haben viele, die zun&#228;chst mit Blogs experimentiert haben, in die sozialen Netzwerken gewechselt.</p>
<p>Blogs russischer Politiker:</p>
<p>In Russland ist es seit langem &#252;blich, dass etwa Kommunalpolitiker Zeitungen gr&#252;nden und betreiben – mit &#246;ffentlichen Geldern. Inzwischen haben einige ein Blog. Bei der Bev&#246;lkerung kommt das gut an, sie ist offen f&#252;r den Dialog mit den Autorit&#228;ten, sofern sie nicht von oben herab kommunizieren. Auch Medwedew bloggt, auf <a href="http://eng.kremlin.ru/sdocs/vappears.shtml">seiner offiziellen Kreml-Website</a>. Diskutieren und kommentieren k&#246;nnen die Nutzer beim Bloganbieter <em>LiveJournal</em>, dort wird Medwedews Blog gespiegelt.</p>
<p>Anton Nossik ist Chefredakteur des Online-Wirtschaftsmagazins bfm.ru. Seit 1995 besch&#228;ftigt er sich mit dem Internet, er entwickelte Nachrichten-Sites wie gazeta.ru, lenta.ru, tv.ru u.a. Dar&#252;ber hinaus betreibt er die Internet-Stiftung <a href="http://pomogi.org">pomogi.org</a>. 2006 war er an der Gr&#252;ndung der Online-Medien-Holding SUP beteiligt, die den russischen Anteil des Blogportals <em>LiveJournal</em> besitzt. Seit Dezember 1996 hat er ein eigenes Blog.
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		<title>Die Polizei im Netz</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 21:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das neue „Zugangserschwerungsgesetz“ ist das Pilot-Gesetz f&#252;r k&#252;nftige Eingriffe ins Netz. Wird die Netz-Community aus ihrer Niederlage lernen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/901f0bba80dfb8488b086e240551ed" width="1" height="1" alt=""/><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das heute im Bundestag mit den Stimmen der Gro&#223;en Koalition verabschiedete Zugangserschwerungsgesetz („ZugErschwG“) muss man im Zusammenhang mit dem </span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/BKA-Gesetz">BKA-Gesetz</a><span> sehen, das die Befugnisse der Bundespolizei erheblich erweitert. Die Regulierung des Netzes wird zu einer Polizeiaufgabe. Neben die </span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Online-Durchsuchung">Online-Durchsuchung</a><span> tritt die </span><a href="http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html">Online-Zensur</a><span>. <strong>Metternichs </strong><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karlsbader_Beschl&#252;sse">Karlsbader Beschl&#252;sse</a></strong><strong> lassen gr&#252;&#223;en.</strong></span><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Eingriffe in Freiheitsrechte wurden schon immer gern mit edlen Motiven begr&#252;ndet. Auch die Netzsperre gegen Kinderpornographie ist eine solche „humanit&#228;re Intervention“ (gegen die kein vern&#252;nftiger Mensch etwas haben kann). Fr&#252;her war es der arabische Sklavenhandel, den man unterbinden musste, heute sind es geschundene Kinder, die als Vorwand f&#252;r ganz andere Motive dienen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Die Netz-Community hat eine Niederlage erlitten. Trotz Sammlung von 134.000 </span><a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860">Unterschriften</a><span> in relativ kurzer Zeit, trotz Parteienmobilisierung und </span><a href="http://www.readers-edition.de/2009/06/18/mahnwache-gegen-internetsperrungen/">Mahnwachen</a><span> wurde das Exempel statuiert. Das war ein Schuss vor den Bug der Piraten. Die Netzkritiker wollten zeigen, dass sie nicht l&#228;nger gewillt sind, sich auf der Nase herumtanzen zu lassen. Und sie haben erkannt, dass die „Schwachstelle“ des Netzes bei den Zugangs-Providern liegt. Die Dienste-Anbieter m&#252;ssen in Zukunft geeignete technische Ma&#223;nahmen treffen, um den Netz-Zugang (auf Anordnung der Polizei) zu erschweren, und zwar binnen sechs Stunden. Bei Zuwiderhandlung drohen Geldbu&#223;en bis zu 50.000 Euro.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das hei&#223;t: Vom Bundeskriminalamt wird den gro&#223;en Providern k&#252;nftig t&#228;glich eine Sperrliste mit gef&#228;hrlichen Internetadressen zur Verf&#252;gung gestellt. Wer eine Seite, die in dieser Liste enthalten ist, anklickt, wird zu einem Stoppschild des BKA umgeleitet (und damit sozusagen verwarnt). Die Provider werden verpflichtet, dem BKA jede Woche eine anonymisierte Zugriffsliste f&#252;r solche Seiten (mit Zugriffszahl pro Stunde) zu liefern. Ein neutrales Aufsichtsgremium, bestehend aus f&#252;nf Experten, soll ein Mal im Vierteljahr pr&#252;fen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Nun hat die Netz-Community ja h&#228;ufig genug darauf </span><a href="http://ak-zensur.de/2009/06/bka-untaetig.html">verwiesen</a><span>, dass es sich bei den neuen Regelungen (&#228;hnlich wie schon bei anderen Vorhaben Ursula von der Leyens) um reinen Aktionismus handelt. Statt die Kinderpornographie wirksam zu bek&#228;mpfen, wird ein digitaler Vorhang installiert, damit die Gesellschaft besser wegsehen kann (und dem Moloch Internet noch etwas &#228;ngstlicher gegen&#252;ber tritt).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Nat&#252;rlich ist das keine „Dummheit“ des Gesetzgebers, sondern Absicht. Das Zugangserschwerungsgesetz ist das Einfallstor f&#252;r weitere Beschr&#228;nkungen. Der behauptete „rechtsfreie Raum Internet“ wird &#252;ber die Zugangs-Provider schrittweise „zivilisiert“ werden.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span><strong>Doch die Netz-Community wird sich auch fragen lassen m&#252;ssen, ob sie alles richtig gemacht hat.</strong></span><span> Ob ihre manchmal arrogant vorgetragene Abwehrposition gegen jede Art von Zivilisierung des Netzes nicht am Ende kontraproduktiv ist. Die Netz-Community hat es z.B. nicht geschafft, die Kreativen (die Schriftsteller, Filmemacher, Musiker usw.) in der Urheberrechtsdebatte auf ihre Seite zu ziehen. Im Gegenteil, sie behandelt die Kreativen geringsch&#228;tzig und von oben herab wie eine Horde von Bettlern. Wer im Netz nicht &#252;berleben kann, so h&#246;hnen sie, hat nichts Besseres als den (beruflichen) Tod verdient. Die Netz-Community beraubt sich auf diese Weise eines wichtigen Verb&#252;ndeten. Das ist alles andere als klug. Denn <strong>die Verteidigung der Freiheit ben&#246;tigt eine ziemlich breite gesellschaftliche Basis. </strong></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span><strong></strong></span><span>Die Netz-Community darf sich jetzt nicht in die </span><a href="http://ak-zensur.de/2009/06/appell-an-die-spd.html">Schmoll-Ecke</a><span> zur&#252;ckziehen und einen trotzigen „Online-Wahlkampf“ androhen. Sie sollte das Gespr&#228;ch mit anderen Gruppen suchen. </span></span></p>
<p><!--EndFragment-->
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