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	<title>CARTA &#187; Frank-Walter Steinmeier</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Das Problem Merkel</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 09:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Problem mit Angela Merkel ist, dass sie so ist wie sie ist. Das war nicht immer ein Problem. Im Gegenteil: So kann man erfolgreich eine gro&#223;e Koalition f&#252;hren und kann, wenn auch mit Blessuren und Gl&#252;ck, als Bundeskanzlerin wiedergew&#228;hlt werden. Aber jetzt ist es ein Problem, das jeden Tag gr&#246;&#223;er wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d48ffde825f54162878b16489150d1eb" width="1" height="1" alt=""/>Es ist eine Besch&#246;nigung, von einem Fehlstart der neuen Regierung zu sprechen. Der Wagen rumpelt, weil die Fahrerin im falschen Gang f&#228;hrt. Sie hat immer noch die Automatik auf gro&#223;e Koalition eingestellt. Erst mal schauen, was die anderen machen, ruhig die Bahn ziehen, auf Ausf&#228;lle derjenigen setzen, die zu forsch und zu schnell fahren. Das Feld von hinten aufrollen. Und dann den zweiten Fahrer auswechseln und hoffen, dass der Neue so viele Punkte einf&#228;hrt, dass es zum Sieg f&#252;r das neuformierte Team reicht. So hat das 2009 gerade so geklappt.</p>
<p>Aber jetzt funktioniert das nicht mehr. Das ging mit Steinmeier. Der lie&#223; das mit sich machen. Aber jetzt hat es die &#252;bervorsichtige, misstrauische Angela Merkel mit zwei angstbesetzten M&#228;nnern zu tun: Guido Westerwelle und Horst Seehofer. Der eine ist traumatisiert vom Spa&#223;wahlkampf von 2002, vom chronischen Umfallersyndrom der FDP und hat Angst, in seiner  neuen Rolle zu versagen. Und der andere balanciert am Abgrund. Das macht die beiden so gef&#228;hrlich. Der eine hat nur ein Thema, Steuersenkungen, und der andere hat gar keines. Deshalb probiert er so viele aus. Das macht die beiden noch gef&#228;hrlicher.</p>
<p>Und dazwischen die Kanzlerin, die immer noch auf den Modus der gro&#223;en Koalition eingestellt ist. Die schweigt, aussitzt und hofft, so &#252;ber die Runden zu kommen. Die W&#228;hler haben aber Schwarz-Gelb nicht gew&#228;hlt, damit Frau Merkel irgendwie &#252;ber die Runden kommt, sondern damit sich etwas &#228;ndert. An der Politik, am Politikstil. Deshalb sind sie jetzt auch so entt&#228;uscht. Sie wandern nur noch nicht ab, weil sie nicht wissen, wohin. Die W&#228;hler haben gedacht, da h&#228;tte sich ein Dreamteam gefunden. Stattdessen murksen die drei Parteien vor sich hin: zwei fahren gegeneinander, versuchen sich von der Strecke zu dr&#228;ngen, und die Teamchefin hat den Boxenfunk ausgeschaltet.</p>
<p>Schwarz-Gelb hat aber ein doppeltes F&#252;hrungsproblem. So ist das, wenn Politiker, die nicht f&#252;hren wollen (oder k&#246;nnen), eine Doppelfunktion haben. Merkel ist nicht nur als Chefin der Koalition ein Ausfall, sondern auch als Chefin der CDU. Die nominell st&#228;rkste Partei der schwarz-gelben Koalition gibt es nicht mehr, sie existiert nur noch auf dem Papier. Sie verschwindet hinter und unter der Kanzlerin. Sie hat keine Stimme mehr. Wenn die Kanzlerin schweigt, verstummt auch die CDU.</p>
<p>Die CDU ist nach einem ideenlosen Wahlkampf ideenlos in die Koalitionsverhandlungen gegangen und hat den kleineren Partnern erlaubt, skrupellos ihre Klientelpolitik durchzusetzen, die einen f&#252;r die Apotheker, die anderen f&#252;r die Hoteliers. Und die beiden haben Merkel auch den Unsinn mit den Steuersenkungen eingebrockt. Sie selbst h&#228;lt nichts davon, aber sie macht ohne Begeisterung mit, denn andernfalls m&#252;sste sie f&#252;hren, selber Ziele setzen und durch bessere Ideen &#252;berzeugen. Und Mut zum politischen Risiko haben.</p>
<p>Das ist das Problem mit Frau Merkel. Und das macht sie auf Dauer zum Problem.</p>
<p><em>Michael Spreng bloggt auf <a href="http://www.sprengsatz.de/">Sprengsatz</a>. <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=2632">Crossposting</a> mit freundlicher Genehmigung.</em>
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		<title>SPD weiter im Sinkflug: keine Richtung, kein Thema, keine Machtoption, keine Politiker</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 12:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter Schöppner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Trotz ihres Bundesparteitags kann sich die SPD nicht aus dem Stimmungstief l&#246;sen. Die Zeiten w&#228;ren g&#252;nstig f&#252;r sie, doch f&#252;r die W&#228;hler ist die SPD nicht mehr die SPD.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9f525c30a12f45159117bfb33791f63f" alt="" width="1" height="1" />Die Situation ist dramatisch: Gerade noch 19 Prozent der Deutschen glauben an eine schnelle Erholung der SPD. Nur noch jeder zweite ihrer W&#228;hler von 2005 hat sie vier Jahre sp&#228;ter wiedergew&#228;hlt. Ein Negativrekord: Nur 21 Prozent w&#252;rden aktuell die ehrw&#252;rdige deutsche Sozialdemokratie w&#228;hlen. Was die SPD doppelt schmerzen muss – &#252;blich ist eher, dass Mitleid, Mitgef&#252;hl und Kopf-hoch-Botschaften ein f&#252;rchterliches Wahldesaster kurze Zeit sp&#228;ter nach oben korrigieren. Stattdessen bekr&#228;ftigen die W&#228;hler in der Sonntagsfrage die Denkzettelwahl: Die SPD ist trotz ihres <a href="http://parteitag.spd.de">Bundesparteitags</a> in einem bemitleidenswerten Zustand.</p>
<p>Dabei sind sorgenvolle Zeiten eigentlich Zeiten der Sozialdemokratie: Gerade im Zeichen von Abschwung, Angst vor Arbeitslosigkeit, &#220;berschuldung und Zukunftsunsicherheit setzen die W&#228;hler auf soziale Gerechtigkeit und Sicherheit, auf das Soziale der sozialen Marktwirtschaft. Doch in dieser Krise verschwenden die Deutschen kein Herzblut f&#252;r die SPD.</p>
<p>Warum ist das so? Und wo liegen die Chancen einer baldigen Wiederauferstehung?</p>
<p>Grund der desolaten Verfassung: Die SPD ist nicht mehr SPD, nicht mehr die Partei, die soziale Gerechtigkeit in den Schnittpunkt zwischen Wirtschaft und Besch&#228;ftigung stellt. Die SPD hat durch den Zangenangriff von links und rechts ihre Mitte verloren. Bei ihren Themen Gerechtigkeit, Chancengleichheit, gute Gesundheit und sichere Rente haben andere, oft die Linke, die Meinungsf&#252;hrerschaft &#252;bernommen oder die Union sich als handlungsf&#228;higer erwiesen. Seit Ypsilanti mutet keine andere Partei ihren W&#228;hlern soviel Ungewissheit zu. 55 Prozent ihrer W&#228;hler wollen sie weiter links sehen, 39 Prozent in der gem&#228;&#223;igten Mitte – kaum jemand da, wo sie sich jetzt windet. Dennoch sind nur 34 Prozent f&#252;r Rot-Rot auf Bundesebene. Die SPD gilt als wenig vertrauensw&#252;rdig, ihre Worte haben kaum Bestand, zudem als  zerstritten durch Richtungsk&#228;mpfe, zerm&#252;rbt durch viele hohe Niederlagen. Sie steht f&#252;r Vergangenheit, nicht f&#252;r Zukunft.</p>
<p>Dann noch ihr Personal: Gabriel, Steinmeier und Nahles gegen Merkel, zu Guttenberg, von der Leyen und Westerwelle. In der Liste der Politiker, denen eine wichtige Zukunftsrolle zugetraut wird, liegt die Konkurrenz von der Union weit vorn, die SPD-Garde weit hinten. Im Sinkflug ist nun auch Fraktionschef Steinmeier, seitdem sein Angriff auf Merkel und seine Linksanbiederung als wenig authentisch angesehen werden. Dennoch wird er mit klaren Abstand als F&#252;hrungspolitiker gesehen. Unter den SPD-Anh&#228;ngern wollen 67 Prozent Steinmeier als Nummer Eins, nur 23 Prozent Gabriel, gerade noch 10 Prozent Andrea Nahles.</p>
<p>Keine Richtung, kein Thema, keine Machtoption, keine Politiker: So sieht der bemitleidenswerte Zustand der SPD f&#252;r die W&#228;hler derzeit aus.</p>
<p><strong>Und dennoch sollte Schwarz-Gelb nicht zu laut triumphieren</strong>. Sie SPD n&#228;mlich hat gro&#223;e Chancen auf baldige Wiedergenesung: Es gibt weiterhin einen breiten Konsens &#252;ber die Wichtigkeit politischer Aufgaben. Nach wie vor dominieren sozialdemokratische Themen die politische Agenda der Deutschen: Bildung, Abbau der Arbeitslosigkeit, gerechte Altersver-sorgung, richtige Verteilung der Steuerlast, Familienpolitik und Umweltschutz. Schwarz-gelbe Mehrheiten sind also keinesfalls selbstverst&#228;ndlich. Zumal die SPD im W&#228;hlerfazit &#252;ber Schwarz-Rot kaum schlechter als die Union bewertet wurde. Viele W&#228;hler suchen den Anwalt und Unterst&#252;tzer der kleinen, redlichen Leute. Die gem&#228;&#223;igt linke Kraft, die ihre Ziele auch durchsetzen kann. Und gerade dem wird die aktuelle SPD nicht gerecht. Gerade Gestaltungskompetenz jedoch k&#246;nnte ihr Abgrenzungsmerkmal gegen&#252;ber der Linkskonkurrenz sein.</p>
<p>Die gute alte Sozialdemokratie à la Brandt und Schmidt, die auch f&#252;r W&#228;hler der Mitte attraktiv war, ist also keinesfalls &#252;berholt. Nur braucht sie klassische SPD-Themen und keine falschen Machtstrategien; Sozialdemokraten und keine Parteisoldaten. Sie braucht die Renaissance sozialdemokratischer Kompetenz, sie braucht Steinbr&#252;ck und den Au&#223;enminister Steinmeier, nicht jedoch Parteistrategen vom Schlage Gabriels und Nahles&#8217;.</p>
<p>Wie ist das Ist-, wie das Wunschbild der SPD? Gesehen wird sie derzeit als an allen Ecken verbeultes Gef&#228;hrt, das – &#228;hnlich einem ICE – in beide Richtungen fahren kann. Viel lieber w&#228;re den W&#228;hlern dagegen ein guter, zuverl&#228;ssiger, solide laufender Polo. Einen, auf den – und dessen Geradeausfahrf&#228;higkeiten – man sich verlassen kann
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		<title>Mehr Mut zum Dialog</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 13:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch deutsche Politiker setzen in Sachen Onlinewahlkampf verst&#228;rkt auf Twitter, doch den meisten mangelt es an einer konkreten Kommunikationsstrategie. Zuh&#246;ren und Dialog sind gerade hier gefragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9aea4c0c397c4162b2be6c49e60814b1" width="1" height="1" alt=""/>Mit einer <strong>Ein-Wort-Mitteilung</strong> kommentierte US-Pr&#228;sident Barack Obama am 9. Oktober seine Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis: „Humbled“ (dem&#252;tig), so lautete der <a href="http://twitter.com/barackobama/status/4736968403">Tweet</a>, der um 11:31 Washingtoner Zeit &#252;ber Twitter in die Welt gesendet wurde. In ihm ist die Twitterstrategie Obamas kondensiert, die ihm auch im Pr&#228;sidentschaftswahlkampf 2008 zum Erfolg verholfen hat. (1) Obama twittert mit klaren kurzen Aussagen, (2) er &#252;berschwemmt seine knapp 2.4 Millionen Follower nicht mit sinnlosen Nachrichten und (3) er verweist fast immer auf weitergehende Hintergrund- oder Mobilisierungsinformationen, die &#252;ber andere Webkan&#228;le (Youtube, Whitehouse Website, Facebook etc.) zur Verf&#252;gung stehen. Unter anderem durch diese Nutzung von Twitter ist es dem Obama- Kampagnenmanagement gelungen, den ersten echten Web-Wahlkampf zu f&#252;hren, insbesondere die j&#252;ngere Generation der W&#228;hlerinnen und W&#228;hler wieder f&#252;r Politik zu interessieren und dabei mit etwa zwei Millionen US-Dollar Spendeneink&#252;nften pro Tag zum erfolgreichsten Fundraiser der US-Wahlkampfgeschichte zu werden.</p>
<div id="attachment_17939" class="wp-caption alignright" style="width: 323px"><a href="http://twitter.com/barackobama/status/4736968403"><img class="size-full wp-image-17939   " title="Humbled." src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/humbled.png" alt="Humled." width="313" height="118" /></a><p class="wp-caption-text">Klare kurze Ansage. (Screenshot: twitter)</p></div>
<p>Obamas Webkommunikationsstrategie gilt seitdem als Benchmark, an der sich auch viele Politiker und Parteien in Europa orientieren wollen. Im Zentrum der <strong>politischen Kommunikationsrevolution </strong>steht derzeit Twitter, der Microbloggingdienst, &#252;ber den Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen in die Welt gesendet werden k&#246;nnen. Mit einem Zuwachs von knapp 1.400 Prozent von Anfang 2008 bis Anfang 2009 hat <a href="http://blog.nielsen.com/nielsenwire/online_mobile/twitters-tweet-smell-of-success/">Nielsen Research</a> Twitter zur am schnellsten wachsenden Web 2.0-Plattform ausgerufen.</p>
<p>Erfolg und Reichweite, diese beiden Kriterien haben auch die deutschen Politiker veranlasst, im zur&#252;ckliegenden Bundestagswahlkampf das Experiment Twitter zu wagen. Das Potenzial von Twitter wurde von vielen deutschen Politikern allerdings erst auf den letzten Metern entdeckt. Mehr als Dreiviertel aller identifizierten politischen Accounts wurden erst im Jahr 2009 er&#246;ffnet, der letzte im Endspurt des Wahlkampfes knapp zwei Wochen vor der Abstimmung. Barack Obama hingegen startete seine Onlinekampagne auf Twitter bereits im April 2007 und somit mehr als 18 Monate vor der Wahl. Gerade Onlinemedien leben vom <strong>Vertrauen</strong> der Nutzer in die Botschaften des Absenders und dieses Vertrauen l&#228;sst sich nicht &#252;ber Nacht schaffen, sondern muss langfristig aufgebaut werden.</p>
<p>Das ist nicht der einzige Grund daf&#252;r, dass es den deutschen Politikern schwergefallen ist, die W&#228;hler &#252;ber das Netz zu mobilisieren. Erste Ergebnisse einer Analyse von 577 politischen Twitteraccounts im Zeitraum der deutschen Bundestagswahl durchgef&#252;hrt vom Institut f&#252;r Medien- und Kommunikationsmanagement der Universit&#228;t St. Gallen verdeutlichen, dass der Wahlkampf &#252;ber soziale Medien aus der Experimentierphase noch nicht heraus ist. Die wenigsten Politiker hatten eine konkrete <strong>Informations- oder Mobilisierungsstrategie</strong> und es fehlte oft an spannenden Inhalten sowie an M&#246;glichkeiten der <strong>dialogischen Kommunikation</strong>.</p>
<ol>
<li><em>Kein klares Kommunikationsziel</em>: Die Mehrzahl der Politiker ist auf Twitter weder regelm&#228;&#223;ig aktiv, noch werden deren Inhalte abonniert. Hier wird deutlich, dass sich Konventionen in der politischen Kommunikation &#252;ber Twitter noch nicht etabliert haben und den Politikern die Kommunikationsideen fehlen. Die Inhalte der Tweets schwanken zwischen Werbung f&#252;r die eigene Webseite, Hinweisen auf aktuelle Veranstaltungen, beinhalten aber auch Verweise auf das Wetter und andere Banalit&#228;ten. So sind die Politiker dann auch eher untereinander im eigenen Lager vernetzt anstatt Anh&#228;nger in anderen politischen Lagern zu finden oder mit ihren W&#228;hlern zu kommunizieren. Ohne Botschaft und Kommunikationsziel f&#252;hren die Parteien auf Twitter also vornehmlich Selbstgespr&#228;che.</li>
<li><em>Quantit&#228;t ist nicht Qualit&#228;t</em>: Von den flei&#223;igsten Politik-Twitterern geh&#246;rt niemand zu den popul&#228;rsten gemessen an der Zahl der Follower. Trotz Flei&#223; also kein Preis. Lediglich die neugegr&#252;ndete Piratenpartei trifft auf erhebliche digitale Akzeptanz. Der Account der Partei hat fast 20.000 Follower, der des Spitzenkandidaten immerhin noch &#252;ber 11.000. Bei den etablierten Parteien k&#246;nnen nur die Gr&#252;nen ansatzweise mithalten. Das mag in Deutschland derzeit zur Spitze reichen, ist jedoch &#228;u&#223;erst wenig im Vergleich zu den zweieinhalb Millionen Followern Barack Obamas oder den 150.000 Followern Sarah Palins.</li>
<li><em>F&#228;lschungen begeistern Follower</em>: Unter den Top 10 der Accounts mit den meisten Followern sind mehrere F&#228;lschungen zu finden. Unter dem Namen der deutschen Kanzlerin wird gleich mehrfach falsch getwittert. Sowohl der Account „<a href="http://twitter.com/Merkel_CDU">Merkel_CDU</a>“ als auch „<a href="http://twitter.com/Angie_Merkel">Angie_Merkel</a>“ werden nicht aus dem Bundeskanzleramt, sondern von Privatpersonen betrieben, die Spekulationen &#252;ber das Privatleben von FDP-Chef Westerwelle und anderen Unsinn in die Welt schicken. Beide Accounts z&#228;hlen mit etwa 5.000 Followern zur Top-Ten-Liste der erfolgreichsten „Politiker“-Tweets. Auch SPD-Chef <a href="http://twitter.com/muentefering">Franz M&#252;ntefering</a> und SPD-Kanzlerkandidat <a href="http://twitter.com/F_W_Steinmeier">Frank Walter Steinmeier</a> sind bei Twitter aktiv und geh&#246;ren mit jeweils um die 5.000 Followern zu den Top Ten, unabh&#228;ngig von der Tatsache, dass es sich um gef&#228;lschte Twitteridentit&#228;ten handelt.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Wenn ein Gro&#223;teil der deutsche Spitzenpolitik Twitter ignoriert, wird das von Dritten eben zur Profilierung oder f&#252;r zweifelhafte Sp&#228;&#223;e genutzt. Es gibt aber auch das Gegenbeispiel: Hier nutzen Parteien bewusst falsche Accounts, um die politische Gegnerschaft blo&#223;zustellen. Die CDU in Nordrhein Westfalen lies beispielsweise die SPD-Politikerin Hannelore Kraft unter dem Namen „<a href="http://twitter.com/Kraftilanti">Kraftilanti</a>“ mit falscher Stimme zwitschern. Insgesamt handelt es sich bei zwanzig Prozent der Accounts um F&#228;lschungen. Ein F&#252;nftel der Polittweets hat also mit Politik rein gar nichts zu tun. Hier zeigt sich ein Bedarf f&#252;r verifizierbare Accounts f&#252;r politische Pers&#246;nlichkeiten, wie Twitter dies in den USA bereits erprobt.</p>
<p>Als <strong>Lektion</strong> aus dem deutschen Bundestagswahlkampf lassen sich drei Schl&#252;sse ziehen:</p>
<ol>
<li>Politiker sollten sich ihre <em>Accounts sichern und die Kommunikationsform des Microblogging erproben</em>, bevor der n&#228;chste Wahltermin ansteht, um Erfahrungen zu sammeln und eine kontinuierliche Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. In der Regel sind Follower auf Twitter sehr treu, dennoch verloren einige twitternde deutsche Politiker in den letzten zwei Wochen vor der Wahl bis zu einem Drittel ihrer Anh&#228;ngerschaft. Im gleichen Zeitraum konnten die erfolgreichsten Werber ihre Followeranzahl gerade einmal um zehn Prozent steigern. Wenn deutsche Politiker die Massen auf Twitter mobilisiert haben, dann so dass sie ihnen teilweise in Scharen davonliefen.</li>
<li>Es geht nicht darum, die W&#228;hler mit Botschaften zu bombardieren, sondern <em>gezielte Informationen mit Vertiefungshinweisen</em> oder Mobilisierungscharakter zu senden, die einen Nutzwert f&#252;r die B&#252;rger haben. Barack Obama hat z. B. gerade einmal 374 Tweets in zweieinhalb Jahren ver&#246;ffentlicht, dabei aber immer wieder konkrete Apelle an seine Anh&#228;nger gerichtet. Aus den Fehlern seiner Anfangszeit, als auch er &#252;ber Belangloses twitterte, hat er schnell gelernt.</li>
<li><em>Auch Twitter ist keine Einbahnstra&#223;e</em>. Wer bei Twitter erfolgreich und akzeptiert sein will, muss  die Kommunikations- und Beziehungsw&#252;nsche der Nutzer erwidern. Das Beispiel Obama zeigt, dass er neben Millionen Lesern auch selber knapp 750.000 anderen Twitterern folgt. Hierbei geht es nicht um eine aktive Kommunikation mit jedem einzelnen, sondern das Gef&#252;hl der Reziprozit&#228;t als Basis f&#252;r den Dialog. Gezielte pers&#246;nliche Ansprache, gepaart mit konkreten Aufrufen, ist erfolgversprechender als auf das Fernsehprogramm von gestern oder das Wetter von morgen hinzuweisen.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Das Erfolgrezept f&#252;r Twitter liegt in der richtigen Mischung zwischen drei wesentlichen <strong>Kommunikationstypologien</strong>, die die Analyse der Bundestagswahltweets erbracht hat: Es reicht nicht, „Statusstar“ zu sein, also kaum jemandem zu folgen, aber eine gro&#223;e Zahl von Followern an sich zu binden. Es gen&#252;gt auch nicht, „Broadcaster“ zu sein, indem jeden Tag unz&#228;hlige Botschaften ins Web gesendet werden. Man muss auch „Informationseeker“ sein, also ins Netz hineinh&#246;ren und Freunde auf Twitter sammeln. Das wechselseitige <strong>Zuh&#246;ren</strong> ist ein wesentliches Erfolgskriterium auch bei Twitter. Insofern unterscheidet sich die digitale Welt nicht sehr von der analogen.</p>
<p><em>Dieser Artikel erscheint als <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/11/10/mehr-mut-zum-dialog">Crossposting</a> mit freundlicher Genehmigung.</em>
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		<title>Einmal angetreten, zweimal verloren: SPD demontiert sich weiter selbst</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 11:19:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark T. Fliegauf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit ihrer angeblichen Neuausrichtung bringt sich die SPD die zweite Niederlage binnen einer Woche bei. Statt ihre interne Zerrissenheit aufzul&#246;sen, wird sie institutionalisiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/668f04f6e98a4bdb9bfe7c668c7a6f26" width="1" height="1" alt=""/>Keiner hat bei der Bundestagswahl mit einem Wunder gerechnet – und keines ist eingetreten. Schwarz-Gelb hat die Wahl <a href="http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/">weniger gewonnen, als sie die SPD verloren hat</a>. Was aber immer wieder verwundert ist die beeindruckende und f&#252;r ihre Gefolgschaft niederschmetternde Standhaftigkeit der Sozialdemokraten, <em>nicht</em> aus ihren Fehlern zu lernen. So ist denn auch die angeblich Neuausrichtung nach dem schlechtesten Wahlergebnis seit Gr&#252;ndung der Bundesrepublik die zweite Niederlage der einst so stolzen Partei binnen vier Tagen.</p>
<p>Denn der katastrophale Einbruch auf gerade einmal 23 Prozent kommt nicht von ungef&#228;hr und stellt lediglich die elektorale Reaktion auf eine gut zehn Jahren andauernde Strategie- und F&#252;hrungskrise der &#228;ltesten deutschen Partei dar. Gerade in der Post-Schr&#246;der-&#196;ra hat die interne Kluft zwischen Regierungs-SPD – repr&#228;sentiert durch u.a. Frank-Walter Steinmeier, Franz M&#252;ntefering und Sigmar Gabriel – und linken Stimmenmaximierern – vor allem Klaus Wowereit, Andrea Nahles, Bj&#246;rn B&#246;hning – daf&#252;r gesorgt, dass die SPD in sich tief gespalten und daher ohne strategischen Kompass und unmissverst&#228;ndliche politische Ausrichtung durch die bundesdeutsche Parteienlandschaft <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:gastkommentar-spd-gefangen-im-20-plus-x-labyrinth/557743.html">getaumelt</a> ist.</p>
<p>Doch anstelle die Niederlage bei der Bundestagswahl zu einem internen <a href="(http://carta.info/15658/bundestagswahl-spd-kommunikation/">Dialogprozess</a> zu nutzen, an dessen Ende eine klare Neuausrichtung der Partei st&#252;nde, hat sich die SPD-Spitze darauf geeinigt , ihre interne Zerrissenheit institutionell zu verfestigen. So bleiben denn auch mit Ausnahme von Peer Steinbr&#252;ck die Gesichter die alten. Lediglich ihre Reihenfolge &#228;ndert sich. Dass die Partei gerade wegen ihrer Janusk&#246;pfigkeit elektoral <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/871/489260/text/">entzweigeschlagen</a> wurde und mehr als eine Million Stimmen an die Linke abgeben musste, scheint die Altvorderen dagegen kaum beeindruckt zu haben. Wie ist es sonst zu erkl&#228;ren, dass sie gerade aus der gro&#223;e Koalition mit den Christdemokraten hinausgew&#228;hlt, diese durch eine inner-parteiliche zu ersetzen planen?!</p>
<p>Mit dem Trio Gabriel, Nahles und Steinmeier mag eine moderate Ann&#228;herung an die Linke durchaus m&#246;glich sein. Die Frage muss aber erlaubt sein, ob sie der SPD auch den erhofften Stimmenzuwachs bringen wird. Denn mit ihrer „Spagatstrategie“ (<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,652321,00.html">SpOn</a>) nimmt die designierte F&#252;hrungstroika lediglich eine Akzentverschiebung vor, ohne ihr Kernproblem zu l&#246;sen: Denn die SPD steht f&#252;r alles, aber f&#252;r nichts richtig. Gerade aber die Gewinne der FDP und der Linken haben wieder einmal bewiesen, dass der deutsche W&#228;hler nichts mehr sch&#228;tzt als Berechenbarkeit.</p>
<p>Hinzu kommt die Gefahr, dass dem linken Fl&#252;gel um Klaus Wowereit und Andrea Nahles bereits der Eindruck anhaftet, sie w&#252;rden eine tief greifende Erneuerung und Neuausrichtung der Partei den eigenen Karrierepl&#228;nen opfern. So kritisiert bereits Hermann Scheer in einem offenen Brief: „Mit denselben Methoden, die die Partei &#252;ber Jahre hinweg gel&#228;hmt haben und die Rolle und Funktion gew&#228;hlter F&#252;hrungsgremien sinnentleert haben, kann die Partei nicht zu neuer Motivation und Kraft finden.. &#8220;Schon wieder wird offenbar versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen, die der Parteivorstand und der Parteitag dann abnicken sollen.&#8221;</p>
<p>„In der Liebe wie im Gesch&#228;ft, in der Wissenschaft, wie beim Weitsprung mu&#223; man glauben, ehe man gewinnen und erreichen kann…” schrieb Robert Musil in &#8220;Der Mann ohne Eigenschaften&#8221;. Ans Gewinnen glauben in der SPD nur mehr die Altvorderen, bei allen anderen br&#246;ckelt selbst der Glaube an Wunder.
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		<title>Bundestagswahl: Das Schweigen der L&#228;mmer</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 15:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei Obamas Health-Care-Rede war jede Minute emotional aufgeladen, hierzulande ist der Wahlkampf das genaue Gegenteil. Doch ohne Begeisterung und Emotionalit&#228;t wird kaum einer an die Wahlurne gelockt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d1497747a4999fa7985aad7c852d49" alt="" width="1" height="1" />Wer die Rede von Barack Obama zur Gesundheitsreform vor dem Kongress <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SSJugLUsM58&amp;hl=de">auf YouTube</a> angeschaut hat, muss G&#228;nsehaut bekommen haben. Da war ein begnadeter Rhetoriker auf der H&#246;he seines K&#246;nnens zu sehen, der sich mit gro&#223;er &#220;berzeugungskraft fast eine Stunde lang ausschlie&#223;lich einem Thema widmete. Jede Minute war emotional aufgeladen und jeder Satz genau abgewogen, um den richtigen Ton zu treffen.</p>
<p>Trotz Mehrheiten in beiden Kammern f&#252;r seine Partei muss Obama f&#252;r seine Reformvorhaben k&#228;mpfen. Seine politischen Gegner bek&#228;mpfen ihn mit allen Mitteln. Sie l&#252;gen, sie sch&#252;ren &#196;ngste und mobilisieren ihre Anh&#228;nger auf der Stra&#223;e, um Druck auszu&#252;ben. Sie behaupten, dass die Steuerzahler f&#252;r die medizinische Versorgung illegaler Mexikanern die Zeche zahlen m&#252;ssten. Sie behaupten, dass eine staatliche Gesundheitsoption es erm&#246;gliche, dass Abtreibungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Gesetzespassagen &#252;ber Patientenverf&#252;gungen werden in die N&#228;he des Faschismus ger&#252;ckt. Denn sie behaupten, dass zuk&#252;nftig B&#252;rokraten wie bei den Nazis Euthanasie an Alten und Kranken beschlie&#223;en k&#246;nnten. Bilder von schreienden und verst&#246;rten Menschen, teilweise bewaffnet bei den <em>Townhall Meetings</em> waren oft zu sehen.</p>
<p>In der Bev&#246;lkerung sinken die positiven Umfragewerte f&#252;r Obamas Politik. Er muss die &#196;ngste entkr&#228;ften und Hoffnung ausstrahlen. Die Rede vor dem Kongress ist ein Instrument, dies umzusetzen. Und in der Tat ist er in der Lage, die Rede her&#252;berzubringen. Er verdeutlicht, dass es ihm um die 30 Millionen US-Amerikaner gehe, die nur eine rudiment&#228;re oder gar keine Gesundheitsversicherung haben. Diese Menschen sollen im Krankheitsfall nicht in den Ruin getrieben werden. Obama beabsichtigt, dass jeder B&#252;rger eine bezahlbare und umfangreiche Gesundheitsversicherung bekommen m&#252;sse. Sorgf&#228;ltig ist die Rede mit traurigen Einzelschicksalen illustriert. Dar&#252;ber hinaus gibt es sogar Lob f&#252;r den politischen Gegner, etwa John McCain. Er bietet den Republikanern Gespr&#228;chsbereitschaft an, um einen m&#246;glichen Kompromiss zu finden. Zu guter letzt beruft er sich auf den verstorbenen Senator Edward Kennedy, dessen Witwe und Kinder unter den Zuschauern sind. Obama zitiert aus einem Brief, den er von Kennedy nach dessen Tod erhalten hat. Sp&#228;testens an dieser Stelle war ich selbst den Tr&#228;nen nah.</p>
<p><strong>Wenden wir uns der</strong><strong> Schlussphase des deutschen Wahlkampfs zu. </strong> Einerseits k&#246;nnen wir uns freuen, dass sich die politischen Lager in Deutschland nicht so erbittert bek&#228;mpfen, dass wir einen gesellschaftlichen Konsens in Fragen wie Gesundheitsversicherung und Abtreibung haben. Andererseits kann fehlende Emotionalit&#228;t und Begeisterung in der Politik auch zu einem Demokratiedefizit f&#252;hren, weil der B&#252;rger aus Desinteresse nicht an Wahlen teilnimmt. Gerade die j&#252;ngeren W&#228;hler werden sich ohne Begeisterung und Emotionalit&#228;t nicht an die Wahlurne locken lassen, und dies ist problematisch f&#252;r die Zukunft.</p>
<p>Der Wahlkampf zwischen Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel ist alles andere als aufgeladen gewesen. Beim sogenannten <a href="http://mediathek.ard.de/ard/servlet/content/2982100">TV-Duell</a> zwischen den beiden Kandidaten waren die Gemeinsamkeiten un&#252;bersehbar; nur die Tatsache, dass Steinmeier bei seinen Formulierungen kenntnisreicher erschien, hat Wellen geschlagen. Doch von Streit oder gar von einem Wettbewerb der Ideen kann keine Rede sein. Der Spiegel-Journalist Matthias Matussek hat den Konservatismus in Deutschland richtig als  „&#246;de Lifestyle-Spie&#223;erei“ <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,648339,00.html">beschrieben</a>. Es ist jedoch nicht nur das b&#252;rgerliche Lager, das Langeweile bereitet: die ist im ganzen Parteienspektrum vorhanden.</p>
<p>Die ganze Politikerszene kommt selbstzufrieden daher. Aber zu Unrecht. Unsere Gesellschaft wird sich ver&#228;ndern m&#252;ssen, die Regierenden m&#252;ssen einen Beitrag daf&#252;r leisten.  Steinmeier kann man zwar zugute halten, dass er seinen Wahlkampf fr&#252;h mit einem zielstrebigen Zukunftspapier zur Wirtschaftspolitik angefangen hat, aber leider ist wenig davon im Ged&#228;chtnis geblieben. Das gro&#223;e Thema der SPD – soziale Gerechtigkeit – zieht nicht. Seit der Agenda 2010, die Steinmeier selbst ma&#223;geblich zu verantworten hatte, ist die Glaubw&#252;rdigkeit der SPD als Repr&#228;sentant des kleinen Mannes dahin. Am Ende blieb ihm nur der Kampf gegen Schwarz-Gelb, doch er bietet keine Alternative an, au&#223;er als Juniorpartner die gro&#223;e Koalition fortzuf&#252;hren.</p>
<p>Bei den Gr&#252;nen und der Linkspartei sieht es nicht viel besser aus. Denn keine dieser Parteien ist in der Lage, eine Machtperspektive zu bieten. Die Gr&#252;nen schlie&#223;en eine Jamaika-Koalition aus, und die rot-rot-gr&#252;ne Variante ist auf Bundesebene undenkbar. Die Linkspartei ist zwar in der Lage, Emotionen bei den Themen Afghanistan und Armut zu erzeugen, aber Begeisterung ist nicht vorhanden, weil sie ihre Vorstellungen unm&#246;glich umsetzen k&#246;nnte. Die Gr&#252;nen wiederum h&#228;tten zwar die M&#246;glichkeit, in einer Dreier-Koalition mit der CDU und FDP einen Teil ihrer Vorstellungen umzusetzen, aber sie sind aus verschiedenen Gr&#252;nden nicht gewillt, ein solches Risiko einzugehen. Die Partei sehnt sich eigentlich nach dem rotgr&#252;nen Projekt zur&#252;ck, das aber ist f&#252;r absehbare Zeit gestorben.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus ist es interessant zu beobachten, dass die Gr&#252;nen sich bei manchen Themen zur&#252;ckhalten. Als Zivilisten in Afghanistan bei einem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff starben, haben die Gr&#252;nen nur die Kommunikationspolitik der Regierung kritisiert. Man erinnere sich an Petra Kelly, die bei einer solchen Begebenheit  mit dem Weinen und der Emp&#246;rung nicht h&#228;tte aufh&#246;ren k&#246;nnen. Seit dem Kosovokrieg sind die Pazifisten bei den Gr&#252;nen eine kleine Minderheit. Auch beim Thema Atomkraft sind die Gr&#252;nen still geworden, obwohl beim Thema Endlagerung durchaus Z&#252;ndstoff vorhanden w&#228;re, seit Beweise aufgetaucht sind, die zeigen, dass die CDU in den achtziger Jahren beim Standort Gorleben Einfluss auf die Gutachten ausge&#252;bt hat. Doch die Gr&#252;nen reden nur von Laufzeiten der AKWs, weil sie den schwachen Atomausstieg unter Rot-Gr&#252;n ausgehandelt haben. Weder bei Atomkraft noch bei Krieg und Frieden waren die Gr&#252;nen in der Lage, Emotionalit&#228;t in den Wahlkampf einzubringen. Sogar der altgr&#252;ne Rebell Christian Str&#246;bele, der als Au&#223;enseiter vor sieben Jahren zu ersten Mal sein Direktmandat in Friedrichshain-Kreuzberg gewann, ist inzwischen im Mainstream etabliert.</p>
<p>Keine der Parteien hat es vermocht, Obama&#8217;sche Begeisterung auszul&#246;sen. Dem Personal der Parteien fehlen mitrei&#223;enden Gestalten, die die W&#228;hler mobilisieren und bei j&#252;ngeren B&#252;rgern Begeisterung f&#252;r Politik ausl&#246;sen. Meine Prognose lautet, dass die Gro&#223;e Koalition weitergef&#252;hrt wird.
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		<title>Auf Wiederw&#228;hlen 08</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 10:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Topos vom Niedergang der Volksparteien wurde rauf- und runterdisktutiert. Aber was ist eigentlich eine Volkspartei?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Segen der Volksn&#228;he<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/nKBahCXrmnE&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nKBahCXrmnE&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>[via <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/09/23/auf-wiederwaehlen-08/">MiriamMeckel</a>]
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15303&amp;md5=366f2b291d344fba301964dfe0c44167" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Au&#223;er Atem: Das TV-Duell</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 08:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine verpasste Chance: Beim TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier hastete das Moderatoren-Quartett ohne Atempause durch die Wahlkampf-Agenda. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c43afa99801e1622db11acf8518ea8" alt="" width="1" height="1" />Das <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/2982100;jsessionid=4E6BDB83E8D870971C5443C790732616">Kanzlerduell</a><a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/2982100;jsessionid=4E6BDB83E8D870971C5443C790732616"> des Jahres 2009</a> war zwar erst die dritte Auflage dieses Premium-Formates im Medienwahlkampf, doch nach dem Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier sind Fragen, wie es weitergehen soll, unausweichlich.</p>
<p>Zun&#228;chst hatte das hohe Tempo, mit dem die Moderatorenriege in die Sendung eingestiegen war, dem Fortgang der Debatte nicht gut getan. Die Hektik, mit der die Journalisten von Frage zu Frage hasteten, &#252;bertrug sich anfangs auch auf die Kanzlerin und ihren Stellvertreter. Die Bissigkeit, mit der einige Fragen vorgetragen wurden, lie&#223; Merkel wie Steinmeier auf Distanz gehen – manchmal schienen sie sich lieber direkt unterhalten zu wollen, ungest&#246;rt von Einw&#252;rfen und Unterbrechungen. Vizekanzler Steinmeier machte mit seinen Abgrenzungen und Entgegnungen die etwas bessere Figur als Kanzlerin Merkel, die sich allzuoft darin verwickelte, ihre Rederechte von den Moderatoren einzufordern. <strong>Im Gezerre um die Sprechhoheit entwickelte sich bisweilen ein Stimmengewirr wie in den schlimmsten Zeiten der Christiansen-&#196;ra.</strong></p>
<p>Auch die Wahl der Themen und deren Positionierung im Debattenverlauf waren diskussionsw&#252;rdig. Nach dem Er&#246;ffnungsgepl&#228;nkel, das die nerv&#246;s bis gereizte Stimmung setzte,  folgte ein erwartbar umfangreicher Block zur Wirtschaftskrise, deren Protagonisten (Banker, Manager) und m&#246;glichen Auswegen (Opel). Danach reihten sich Energiepolitik – reduziert auf die Frage nach einem Atomausstieg – und au&#223;enpolitische Fragen – Afghanistan – aneinander, immer wieder garniert mit „Horserace“-orientierten Zwischenspielen: mit wem ist das eine oder andere politische Ziel durchsetzbar, in welchen Konstellationen („Tigerente“) sind hierf&#252;r Mehrheiten zu erreichen?</p>
<p><strong>Zukunftsorientierte Bereiche wie Umwelt oder Bildung wurden v&#246;llig ausgespart</strong> &#8211; ein Vers&#228;umnis der journalistischen Planung, aber auch eine verpasste Chance der Kandidaten, die hier ihr Profil h&#228;tten differenzieren k&#246;nnen.</p>
<p>Das alles kann man durchaus als debattenkompatible Ans&#228;tze und Inhalte verstehen, doch das TV-Duell bezieht einen Gro&#223;teil seiner Legitimation in einer parlamentarischen Demokratie aus der „Gr&#246;&#223;e“ des Formats und der damit verbundenen au&#223;erordentlichen Reichweite. Die Atemlosigkeit des vom Moderations-Quartett ausgel&#246;sten Wettlaufs durch die Wahlkampf-Agenda und die bisweilen respektlose Zankerei um Fragen und Antworten haben dem Format in diesem Jahr noch mehr geschadet als in den Auflagen von 2002 und 2005. Im R&#252;ckblick auf den Debattenjahrgang 2009 wird hoffentlich die Frage haften bleiben, ob nicht eine massive Ver&#228;nderung der Gespr&#228;chsstruktur – Einzelmoderator statt Rudelbildung – notwendig ist, um das Format in die Zukunft zu retten.</p>
<p><strong>Ein letzter Punkt: das „Leitmedium“ Fernsehen hatte sich in Adlershof weitgehend von der restlichen Medienwelt abgekapselt</strong> – h&#228;tte man w&#228;hrend der Debatte auf die Online-Reaktionen geachtet, so w&#228;ren die Ansatzpunkte zur Kritik ganz schnell deutlich geworden. Ein erheblicher Teil der w&#228;hrend der Debatte publizierten Online-Nachrichten – in Blogs, Chats und bei Twitter – befasste sich n&#228;mlich nicht mit den Aussagen oder der Performance von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. Sondern mit der kl&#228;glichen Moderationsleistung.
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		<title>Das Duell: Merkel und Steinmeier k&#228;mpfen um die Stimmen der Anderen</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 12:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beim "Duell" k&#228;mpfen Merkel und Steinmeier nicht gegeneinander - sondern gegen die Kleinparteien: Steinmeier muss sein Beamten-Korsett ablegen und bei Gr&#252;nen- und Linken-W&#228;hlern punkten. Merkel muss versuchen, den Guttenberg zu geben, um das Wachstum der FDP einzud&#228;mmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn 64 Prozent der W&#228;hler vor dem TV-Duell glauben, Angela Merkel werde gewinnen, und nur 12 Prozent Frank Walter Steinmeier das zutrauen, dann steht der Sieger des Duells schon fest &#8211; zumindest auch in den Meinungsumfragen danach. Denn Angela Merkel m&#252;sste schon einen minutenlangen Blackout haben, um diesen Vorsprung noch zu verspielen.</p>
<p>Das hei&#223;t allerdings nicht, dass Merkel auch tats&#228;chlich die Siegerin des Duells sein wird. Denn bei dem Duell geht es nicht mehr um die Stimmenverteilung zwischen CDU und SPD. Dieser Kuchen ist schon l&#228;ngst verteilt. Es geht um die W&#228;hler der vom Duell ausgeschlossenen &#8211; heute noch so genannten &#8211; kleinen Parteien. Sie sitzen unsichtbar mit am Tisch ( bzw. stehen mit am Pult). Um ihre Stimmen ringen Merkel und Steinmeier in Wirklichkeit.</p>
<p>Merkel muss versuchen, den Aderlass zur FDP zu stoppen und Steinmeier muss darum k&#228;mpfen, wenigstens einige der zur Linkspartei und zu den Gr&#252;nen abgewanderten W&#228;hler zur&#252;ckzuholen. Deshalb sind Steinmeiers wichtigste Themen beim Duell, mit denen er punkten muss, soziale Gerechtigkeit, Atomausstieg und Klimaschutz, Merkel dagegen muss die zur FDP gefl&#252;chteten W&#228;hler davon &#252;berzeugen, dass die CDU immer noch die Partei der (sozialen) Marktwirtschaft ist.</p>
<p>Eine verschobene, aber interessante Schlachtordnung. F&#252;r Steinmeier ist es die allerletzte Chance: f&#252;r ihn geht es bei dem Duell darum, ob die SPD doch noch 25 Prozent erreichen kann oder sogar unter die jetzigen Umfragen f&#228;llt. Er muss Merkel in eine harte, allerdings sachliche Konfrontation &#252;ber die Themen zwingen, die f&#252;r die Linkspartei- und Gr&#252;nen-W&#228;hler relevant sind. Merkel dagegen muss den zu Guttenberg geben. Allerdings nur dann, wenn ihr die Blutspendeaktion f&#252;r die FDP nicht v&#246;llig gleichg&#252;ltig ist &#8211; nach dem Motto: Hauptsache, ich bleibe Kanzlerin.</p>
<p>Steinmeier muss sein Beamten-Korsett sprengen, muss die Teflon-Schicht der Kanzlerin durchbrechen. Wie er diese Herausforderung bew&#228;ltigt, entscheidet &#252;ber die W&#228;hlerrelevanz des Duells. Und daf&#252;r braucht Steinmeier kurze, einpr&#228;gsame Formulierungen, die durch ihre st&#228;ndige Wiederholung bei den Zuschauern h&#228;ngenbleiben.</p>
<p>Der bisherige Wahlkampf deutet leider eher auf einen anderen Verlauf hin: Merkel setzt ihren m&#252;tterlich umsorgenden Wahlkampfvermeidungswahlkampf fort, l&#228;sst Steinmeiers Attacken freundlich, vielleicht sogar witzig an sich abperlen. Und Steinmeier bleibt der sachlich-bem&#252;hte Beamte, der seine Politik nicht fernsehwirksam und damit auch nicht w&#228;hlerwirksam formulieren kann. Ein torloses Spiel ist leider am wahrscheinlichsten &#8211; ein farbloses 0:0, ohne spannende Spielz&#252;ge. Dann h&#228;tte Merkel gewonnen.</p>
<p><em>Michael Spreng bloggt unter <a href="http://www.sprengsatz.de">Sprengsatz</a><a href="http://www.sprengsatz.de">.de</a>, wo auch <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=1999">dieser Beitrag</a> erschein. Wir &#252;bernehmen ihn mit freundlicher Zustimmung des Autors.</em>
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		<title>&#8220;Die Beziehung von Medien und Demokratie ist heute manchmal br&#252;chig&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/14150/frank-walter-steinmeier-medienpolitik-spd/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 17:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank-Walter Steinmeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier &#252;ber die Ziele seiner Medienpolitik: Es gelte, neue Vermachtungsstrukturen à la Google klein zu halten, das Breitband aufs Land zu bringen, den Verlegern ein Leistungsschutzrecht zu gew&#228;hren und bei der dpa &#252;ber ein Stiftungsmodell nachzudenken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine moderne Demokratie kann nicht existieren ohne verantwortliche, der Demokratie verpflichtete und moderne Medien. Gerade unsere Demokratie in Deutschland hat das immer wieder erfahren. Zwei Jahrestage rufen uns das in Erinnerung: Die Weimarer Demokratie ist nicht zuletzt am schleichenden Gift der antidemokratischen Haltung, an der publizistischen Hetze gegen die Demokraten und Parteien und am mangelnden Respekt vor den Institutionen der Demokratie zugrunde gegangen. Aber auch die <strong>gl&#252;cklichsten Momente deutscher Demokratiegeschichte sind mit dem Einfluss der Medien</strong> verbunden. Der Mauerfall w&#228;re ohne den Einsatz unserer Medien – und hier vor allem der &#246;ffentlich-rechtlichen – ohne den Schutz der Bilder f&#252;r die damaligen Oppositionellen, ohne die ermutigende Berichterstattung gegen das Schweigen der DDR-Medien nicht m&#246;glich gewesen. Um so mehr ist es uns heute Verpflichtung, hieran zu erinnern und die richtigen Schlussfolgerungen f&#252;r unsere Demokratie zu ziehen.</p>
<p>In <strong>Artikel 5 des Grundgesetzes</strong> konzentriert sich, was in Jahrhunderten f&#252;r die Freiheit und gegen Willk&#252;r, Zensur und Drangsalierung errungen worden ist.<strong> </strong>Aber wir sp&#252;ren auch, dass die <strong>Beziehung von Medien und Demokratie heute manchmal br&#252;chig</strong>, besch&#228;digt und bedroht ist. Hiergegen gilt es gemeinsam anzugehen. Denn nach wie vor lebt die Demokratie von einer von den Medien hergestellten und getragenen &#214;ffentlichkeit. Stirbt diese &#214;ffentlichkeit, dann stirbt auch die Demokratie.</p>
<p>Um so mehr sollten Politik und Medien gemeinsam diesen &#246;ffentlichen Diskurs pflegen. Mit Abstand und Kritik, aber eben auch mit Respekt f&#252;r einander. &#214;ffentliche Meinung und ver&#246;ffentlichte Meinung sind nicht zu trennen und &#214;ffentlichkeit, das haben wir sp&#228;testens von <strong>J&#252;rgen Habermas</strong> gelernt, ist eine zentrale Kategorie der aufkl&#228;rerischen Tradition, die aber eben auch einem tief greifenden Strukturwandel unterworfen ist. Die Massenmedien haben die Rolle eines elektronischen Lagerfeuers &#252;bernommen. Im Idealfall sammeln, b&#252;ndeln und bewerten sie, was eine Gesellschaft bewegt und bewegen m&#252;sste, und tun das in der Weise, dass in einer Gesellschaft Meinungsvielfalt und -zugang gew&#228;hrleistet sind.</p>
<p><strong>Das gilt es auch im Zeitalter des Internets zu bewahren und neu zu schaffen.</strong> Auch wenn sich &#214;ffentlichkeit heute l&#228;ngst in zahllose Teil&#246;ffentlichkeiten verwandelt und sich fallweise nur noch mit Alterskohorten oder Milieus verbunden hat, bleibt &#214;ffentlichkeit als Demokratie begr&#252;ndendes Ganzes, als gesellschaftliche Zielvorstellung g&#252;ltig. Auf sie hin muss die Medienlandschaft organisiert werden, um ihren Rang f&#252;r das demokratische Ganze zu sichern. Genau das steht im Mittelpunkt verantwortlicher Medienpolitik in der Demokratie. Ihr besonderes Kennzeichen muss heute sein, dass es sich um eine Politik handelt, die <strong>nicht auf die Kr&#228;fte des Marktes allein setzt</strong>, sondern eine steuernde, st&#252;tzende Hand der Gesellschaft, notfalls auch des Staates gew&#228;hrt. Letzteres gilt vor allem dort, wo nicht nur eine vor&#252;bergehende Marktschw&#228;che, sondern ein offensichtliches Marktversagen im Medienbereich festzustellen oder zu erwarten ist.</p>
<p>Gerade die Entwicklung der Massenmedien in den letzten 50 Jahren hat gezeigt, dass das freie Spiel der Kr&#228;fte, eine entfesselte, &#252;berwiegend unregulierte Entwicklung nicht der Vielfalt dient, sondern der Konzentration von Medienmacht den Weg ebnet. Strategien, die die Entwicklung der  Medien allein dem Markt &#252;berlassen, f&#252;hren &#252;berall dort – auch und gerade in der westlichen Welt – zu einer Entwicklung,  die der amerikanische Wirtschaftshistoriker Robert McChesney so beschrieben hat: <strong>Rich Media. Poor Democracy.</strong> Wer die Medien dem Markt &#252;berl&#228;sst, schw&#228;cht sie in ihrer demokratischen Rolle und macht sie ausschlie&#223;lich zu Waren und Dienstleistungen.</p>
<p><strong>Deswegen sehen wir Medien immer als beides: als Wirtschafts- und als Kulturgut, als Produkt der Warengesellschaft und zugleich als Tr&#228;ger eines »&#246;ffentlichen Dienstes«, eines public service.</strong> Dieser &#252;ber Jahrzehnte zwar immer wieder in Frage gestellte, aber zuletzt immer wieder tragende Ansatz hat dazu gef&#252;hrt, dass die Verbindung von Medienentwicklung und demokratischer Entwicklung eng und produktiv war. Nicht zuletzt die Einrichtung eines &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks hat diese Vorstellung jederzeit am Leben erhalten und mit Leben gef&#252;llt. Gelitten hat sie, wenn und wo die Medien – darin der Entwicklung der Finanzm&#228;rkte nicht un&#228;hnlich – im Zuge einer weltweiten Deregulierung auf den Markt verwiesen wurden. Gelitten haben sie, seit die Verbindung zwischen publizistischem und &#246;konomischem Handeln nicht mehr selbstverst&#228;ndlich ist. Gelitten haben sie, seit die Gewinner der Gesellschaften sich nicht mehr um den Gewinn der Gesellschaft k&#252;mmern wollten.</p>
<p>Da diese Entwicklung immer auch eine Schw&#228;chung demokratischer Entwicklungen, Tugenden und Errungenschaften bedeutet, muss man &#252;ber Instrumente nachdenken und sie gegebenenfalls auch einf&#252;hren, die die  Balance zwischen dem Kulturgut und dem Wirtschaftsgut wieder herstellen. <strong>Aktuell ist deshalb &#252;ber die folgenden Instrumente und M&#246;glichkeiten nachzudenken:</strong></p>
<ol>
<li>Ein zeitgem&#228;&#223;es <strong>Medienkonzentrationsrecht</strong>, das vor allem auch der Entwicklung der Speichermedien (<em>on demand</em>) Rechnung tr&#228;gt und neue Vermachtungsstrukturen (<strong>Google</strong> und Co.) klein h&#228;lt.</li>
<li> Nach wie vor: Breitband aufs flache Land, <strong>gleiches Netz f&#252;r alle</strong>!</li>
<li> Ein Reformmodell – zum Beispiel als Stiftung – f&#252;r eine unabh&#228;ngige deutsche Nachrichtenagentur f&#252;r den Fall, dass sich das Gesch&#228;ftsmodell von <strong>dpa</strong> trotz notwendiger innerer Reformen auf Dauer nicht tr&#228;gt und sich weitere Gesellschafter abwenden.</li>
<li> Erleichterungen im <strong>Pressefusionsrecht f&#252;r die Zeitungen</strong> sowie die Einf&#252;hrung eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Verlage im Urheberrrecht, damit kostspielig erstellte Inhalte nicht beliebig kostenlos kommerziell verwertet werden k&#246;nnen.</li>
<li> <strong>Ein Rechtsrahmen f&#252;r Internetangebote</strong>, der sicherstellt, dass die sich heute schon abzeichnenden und die schon realisierten M&#246;glichkeiten des Missbrauchs die positiven M&#246;glichkeiten nicht verdunkeln.</li>
<li> <strong>Anreize f&#252;r private TV-Veranstalter</strong>, ihrer &#246;ffentlichen Aufgabe mehr als bisher nachzukommen.</li>
<li> Ein <strong>Geb&#252;hrenmodell</strong>, das die Finanzierung des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht auf eine absch&#252;ssige Bahn schiebt.</li>
<li> Das Auflegen und j&#228;hrliche Fortschreiben eines <strong>Medienatlas</strong> mit allen f&#252;r die Vorstellungen des Art. 5 GG relevanten Daten f&#252;r Deutschland als eine gemeinsame Anstrengung von Bund und L&#228;ndern.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Alle diese Ma&#223;nahmen haben nur ein einziges Ziel: Die Leistungsf&#228;higkeit des deutschen Mediensystems wenigstens auf dem heutigen Stand zu erhalten, besser noch, auszuweiten.</p>
<p>Ein vielf&#228;ltiges Mediensystem ist die Voraussetzung f&#252;r eine lebendige Demokratie. Dem wollen wir zur Geltung verhelfen!</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/mediagovernance-web.jpg"><br />
</a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/mediagovernance_web.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14265" style="border: 1px solid black; margin: 4px;" title="mediagovernance_web" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/mediagovernance_web-74x119.jpg" alt="mediagovernance_web" width="74" height="119" /></a><em>Dieser Text von Frank-Walter Steinmeier ist aus dem Band &#8220;<a href="http://www.vorwaerts-buch.de/de/debatte,66,1/">Media-Governance und Medienregulierung</a>&#8220;, herausgegeben von Marc Jan Eumann und Martin Stadelmaier. Berlin: Vorw&#228;rts Buch 2009.<br />
</em>
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		<title>Steinmeiers Deutschland-Plan: Die Romantik der alten Erfolgsmodelle</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 15:23:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frank-Walter Steinmeiers Deutschland-Plan liest sich gut, doch um die wesentlichen Zukunftsfragen macht es einen Bogen. Es bleibt dem Geist des Industriezeitalters verhaftet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bd55b97676eae979aac879116a4889" alt="" width="1" height="1" />Ist <a href="http://www.frankwaltersteinmeier.de/">Frank-Walter Steinmeier</a> ein Romantiker? Fast m&#246;chte man es glauben, wenn man einerseits sein aktuelles Papier – &#8220;<a href="http://www.frankwaltersteinmeier.de/meine_ziele/index.html">Die Arbeit von morgen – Politik f&#252;r das n&#228;chste Jahrzehnt</a>&#8220;<strong> –</strong> liest und andererseits im Ohr hat, was <a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-20944-2">R&#252;diger Safranski</a> &#252;ber die Romantik geschrieben hat. <strong>Das Romantische</strong> ist demnach eine Geisteshaltung, die ihren Weg auch in die Politik fand und nach Safranski in der Studentenbewegung von 1968 ihren letzten gr&#246;&#223;eren Aufbruch hatte.</p>
<p>Das Steinmeier-Papier formuliert ebenfalls einen Aufbruch. Den Aufbruch in eine bessere Zukunft. Sehr geschickt entfaltet es beim Lesen eine suggestive Kraft, ist es doch stellenweise wie aus der Zukunft heraus geschrieben, ganz in der Gewissheit, dass im Jahr 2020 Wirklichkeit sein wird, was in dem Papier heute noch als Weg und Ziel formuliert wird.</p>
<p>Inhaltlich geht es vorrangig um <strong>wirtschaftliche Fragen</strong>, den Standort Deutschland, die Bedeutung von Industrie und Dienstleistungen, Zukunftstechologien und nat&#252;rlich auch um die daf&#252;r erforderliche Bildung. Die Gleichberechtigung der Frauen wird ebenso betont wie Klima- und Umweltschutz. Das Papier schlie&#223;t mit Forderungen zu neuen Spielregeln f&#252;r die Finanzm&#228;rkte, mit denen sich die aktuelle Krise nicht wiederholen k&#246;nnen soll.</p>
<p>Insgesamt also ein durchaus rundes Bild von der Zukuft, an dem man kaum direkte Kritik &#252;ben kann. Das Problem liegt vielmehr im Blick auf die Dinge, also der Sichtweise, die in dem Papier eingenommen wird.</p>
<p>Die Zukunft erscheint hier wie eine Fortschreibung der Gegenwart – oder besser noch wie die M&#246;glichkeit einer <strong>Perpetuierung des Erfolgsmodells &#8220;Exportweltmeister Bundesrepublik&#8221;</strong>. Verr&#228;terisch ist etwa der Gebrauch des Wortes &#8220;Exportschlager&#8221;. F&#252;r Frank-Walter Steinmeier lassen sich <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/06/09/klimawandel/">Umwelt- und Klimaprobleme</a> technisch l&#246;sen, daraus Produkte ableiten, die sich weltweit verkaufen lassen, und damit in Deutschland Arbeitspl&#228;tze schaffen. Hier weht er, der Geist der Romantik, der nicht recht sehen will, dass sich der Lauf der Dinge auch ganz anders entwickeln k&#246;nnte.</p>
<p>Die Hoffnung auf den technischen Fortschritt, mittels dessen sich ein Energiewandel vollziehen und damit auch die Klimaproblematik entsch&#228;rfen lassen soll, ist unbedingt mit  Steinmeier zu teilen. Nur muss hier auch die Frage gestellt werden, ob Deutschland auf ewig der <strong>Technologie- und damit auch Marktf&#252;hrer</strong> bleiben kann, wenn im Zuge der <strong>Globalisierung</strong> der Vorsprung auf vielen Gebieten in den letzten 20 Jahren langsam aber stetig abgenommen hat. Insbesondere in Asien holt man derzeit gewaltig auf, China hat bekanntlich hohe Ambitionen und will nicht Exporteur einfacher Billigprodukte bleiben.</p>
<div id="attachment_14312" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=CIE-Q3Ftw98"><img class="size-medium wp-image-14312  " title="YouTube Direktlink: Daf&#252;r k&#228;mpfen wir: Deutschland-Pan" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/dplan-300x199.jpg" alt="dplan" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Deutschland-Plan: &quot;Zukunft als Fortschreibung des Erfolgsmodells Exportweltmeister&quot; (Foto: SPDvision)</p></div>
<p>Fragw&#252;rdig in diesem Kontext ist das Beispiel der <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/30/tesla-s-innovationsdilemma/">Automobilindustrie</a>. Frank-Walter Steinmeier sieht Deutschland hier trotz des <strong>Wandels der Antriebstechnologien</strong> (hin zum Elektroauto) in einer unangefochtenen F&#252;hrungsrolle, die es auszubauen und zu f&#246;rdern gelte. So l&#246;blich diese Absichten sind, so sehr muss auch eingestanden werden, dass die Autobauer im Grunde viel zu lange am Konzept des Verbrennungsmotors festgehalten haben. Wenn zudem erst jetzt ein Fraunhofer-Institut f&#252;r Energiespeichertechnik gegr&#252;ndet werden soll (wie der Deutschland-Plan vorschl&#228;gt), zeigt dies vor allem auch, dass wir hier dem Trend hinterherlaufen. Ob das eine verl&#228;ssliche Basis f&#252;r einen Teil der vier Millionen neuen Arbeitpl&#228;tze bildet, die Frank-Walter Steinmeier schaffen will?</p>
<p>Auch am st&#228;ndigen Vergleich Deutschlands mit anderen Regionen dieser Welt zeigt sich, dass in gestrigen und damit tendenziell &#252;berholten Strukturen gedacht wird. So erhellend solche Benchmarks auch sind, so sehr verstellen sie den Blick auf die neuen Realit&#228;ten und M&#246;glichkeiten, die uns mit dem <strong>Internet</strong> erwachsen. An keiner Stelle im Papier taucht etwa die Perspektive auf, Herausforderungen der Zukunft nicht kompetitiv, sondern kollaborativ &#252;ber Netzwerke von firmen- und l&#228;nder&#252;bergreifenden Experten zu l&#246;sen. Die dazu erforderlichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise_2.0">Software-Tools</a> stellt uns das Internet l&#228;ngst bereit und ohne Zweifel werden Menschen weltweit die damit verbundenen Chancen auch nutzen. Wir gehen damit einer neuen Epoche entgegen und Deutschland muss sehr aufpassen, dass es nicht in der <strong>Denkweise des Industriezeitalters</strong> stecken bleibt. Bei Frank-Walter Steinmeier jedenfalls ist nichts vom neuen Geist des &#8220;<a href="http://carta.info/13235/weitersagen-social-media-revolution/">Shift Happens</a>&#8221; zu lesen.</p>
<p>In dem Ma&#223;e, wie das Papier die k&#252;nftige Bedeutung des Internets verkennt, greifen auch seine Empfehlungen f&#252;r den <strong>Bildungsbereich</strong> zu kurz. Stattdessen gibt es viel Symbolpolitik: Das Recht auf einen Platz im Kindergarten ist l&#246;blich, ebenso wie das Recht auf das Nachholen von Bildungsabschl&#252;ssen. Nur ist damit die n&#246;tige Infrastruktur noch nicht geschaffen. Immerhin macht das Papier einen vorsichtigen Schritt hin zu mehr bundespolitischem Einfluss im Bildungssektor. Das ist sehr gut, denn im heute &#252;blichen globalen Ma&#223;stab und Vergleich macht die Bildungshoheit der Bundesl&#228;nder kaum mehr Sinn.</p>
<p>Wirklich romantisch und fast schon eine Spur nostalgisch wird das Papier immer dann, wenn es um <strong>Arbeit und Arbeitspl&#228;tze</strong> geht. Hier darf der Geist der Sozialdemokratie ungehindert wehen und in den Kategorien von Vollbesch&#228;ftigung und klassischen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitspl&#228;tzen schwelgen. Wenig bis gar nicht spricht Frank-Walter Steinmeier vom schleichenden Wandel der Arbeitswelt.</p>
<p>Wo etwa bleibt eine Betrachtung der <a href="http://business.theatlantic.com/2009/08/robots_and_the_future_of_unemployment.php">Robotik</a> und der immer weiter fortschreitenden Automatisierung? Dass die gro&#223;en Fortschritte bei der Produktivit&#228;t zunehmend nicht nur in der Industrie, sondern auch im Dienstleistungssektor zum Abbau von Arbeitspl&#228;tzen f&#252;hren und damit traditionelle Strukturen irreversibel ver&#228;ndern, muss in einem solchen Zukunftspapier thematisiert werden. In diesem Kontext k&#246;nnte man dann auch die Frage nach einem<strong> B&#252;rgergeld</strong> oder <strong>bedingungslosen Grundeinkommen</strong> abhandeln. Statt dessen bleibt das Papier hier auf dem Stand der 1990er Jahre stehen und schl&#228;gt einen weiten Bogen um umbequeme Fragen und Tatsachen.</p>
<p>Eines ist damit sicher: So wie Frank-Walter Steinmeier die Arbeit von morgen skizziert, wird sie uns nicht entgegen treten, gleich wie die <a href="http://carta.info/13942/ausweitung-des-zuspitzungswahlkampfs-spd-cdu-merkel-steinmeier/">Bundestagswahl</a> ausgehen mag. Im Jahr 2020 wird die Welt anders aussehen. Deutschland wird nicht mehr der Exportweltmeister sein, weil Maschinen, Gro&#223;anlagen und Fahrzeuge auf hohem Niveau in vielen L&#228;ndern hergestellt werden, ebenso wie Umwelttechnik. F&#252;hrend k&#246;nnte Deutschland dagegen bei den sozialen Standards, dem Grundeinkommen und sozialer Partizipation sein. Daf&#252;r aber brauchen wir eine andere, weniger romantische Vision und auch ein anderes Deutschland-Papier, leider.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/14285/steinmeier-deutschlandplan/">Steinmeiers Deutschland-Plan: Die Romantik der alten Erfolgsmodelle</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/14285/steinmeier-deutschlandplan/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14285&amp;md5=cdda6797d75819d70b71f168df9e5adc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Wir holen die Kanzlerschaft&#8221;: Do-it-yourself-Wahlkampfvideos (II)</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 18:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit DIY-Wahlkampfvideos wird der geneigte Sympathisant zum Mitgestalter. Zum Gl&#252;ck: Der  durchkalkulierte Wahlkampf kann mehr Leidenschaft bestens gebrauchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/dda387ecb0d410044bbbdd2491197d" width="1" height="1" alt=""/>Sind Do-it-yourself-Wahlkampfvideos im Internet das neue Plakate-Kleben? Zumindest haben sich die M&#246;glichkeiten der Mitgestaltung f&#252;r Unterst&#252;tzer drastisch vermehrt: Online-Wahlkampf wird zunehmend als vernetzter Wettbewerb der Unterst&#252;tzungsideen gef&#252;hrt, die nicht mehr notwendigerweise vollst&#228;ndig aus der Wahlkampfzentrale kommen. Der geneigte Sympathisant wird mit Collagen, Videos und Retweets zum Mitgestalter auf der medial vermittelten B&#252;hne. Das lockert die durchkalkulierten und damit h&#228;ufig auch k&#252;hlen Parteikampagnen etwas auf &#8211; wie etwa auch das <a href="http://carta.info/14069/siehabendiewahl09-spd-wahlkamp/">&#8220;Sie haben die Wahl&#8221;-Video</a>.</p>
<p>DIY-Wahlkampf zeigt h&#228;ufig Leidenschaft f&#252;r Personen und Themen, wo klassische Kampagnen nur Stimmenmaximierung betreiben. Man sollte die DIY-Wahlvideos daher im Auge behalten, wie zum Beispiel dieses hier:</p>
<p><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/SiMTfr1Xifo&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/SiMTfr1Xifo&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>[Dank an einen anonymen Carta-Leser]</p>
<p>Oder auch dieses hier (schon etwas &#228;lter):<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/FTcRZlGpvSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/FTcRZlGpvSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>[via <a href="http://netzpolitik.org/2009/video-guttenberg-gegen-die-dunkle-seite/">Netzpolitik</a>]</p>
<p>Weitere Vorschl&#228;ge und Hinweise sehr gerne.
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/">&#8220;Wir holen die Kanzlerschaft&#8221;: Do-it-yourself-Wahlkampfvideos (II)</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14237&amp;md5=5cae925f5c1fdf9730e31434f926c57c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SPD: Diagnose Doppelbefund, Problem ungel&#246;st</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 09:19:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark T. Fliegauf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die SPD sp&#252;rt R&#252;ckenwind. Doch die Ergebnisse der Landtagswahlen stellen ein strategisches Dilemma f&#252;r Frank-Walter Steinmeier dar, der sich nur mit  konsequenter Inkonsequenz gegen&#252;ber der Linken zu helfen wei&#223;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bad6eb05a8ecfa02c8ecacfb372527" width="1" height="1" alt=""/>Die Generalprobe zur Bundestagswahl h&#228;tte f&#252;r die Sozialdemokratische Partei Deutschlands kaum besser verlaufen k&#246;nnen: Sowohl im Saarland als auch in Th&#252;ringen bietet sich die realistische M&#246;glichkeit, unter Beteiligung von Gr&#252;nen und Linken die Landesregierung zu formen und den Ministerpr&#228;sidenten zu stellen. F&#252;r Frank-Walter Steinmeier ist dies das Signal, dass die SPD auch bei der Bundestagswahl am 27. September wie Phoenix aus der Asche emporsteigen werde. Einziges Problem: Der Kanzlerkandidat selbst und seine Haltung zur Linken.</p>
<p>„Eines ist sicher”, <a href="http://www.tageschau.de/inland/reaktionenbund100.html">kommentierte</a> Frank-Walter Steinmeier die Ergebnisse der Landtagswahlen an der Saar sowie in Th&#252;ringen und Sachsen, „Schwarz-Gelb ist nicht gewollt in diesem Lande.” Somit erweise sich denn auch das journalistische Mantra, dass die Wahl bereits entschieden sei, als „gro&#223;er Irrtum&#8221;. Dies mag sein, sofern die Wahlausg&#228;nge in Erfurt und Saarbr&#252;cken in erster Linie eine Niederlage f&#252;r die CDU sind. Doch die Ergebnisse sind zugleich ein Sieg der Linken, die im Saarland nur unwesentlich weniger Stimmen ergatterte als die SPD und diese in Sachsen und Th&#252;ringen dauerhaft als zweitst&#228;rkste Kraft abgel&#246;st hat.</p>
<p><strong>So befindet sich der Kanzlerkandidat zwar im Aufwind aber gleichzeitig in einem Dilemma</strong>, da er genau jener „Regierungs-Fraktion“ innerhalb der SPD angeh&#246;rt, deren Machtstellung und programmatische Ausrichtung durch die elektoralen Erfolge der Linken deutlich <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:gastkommentar-spd-gefangen-im-20-plus-x-labyrinth/557743.html">geschw&#228;ch</a>t wird. Denn jede Stimme f&#252;r den Ex-Vorsitzenden Oskar Lafontaine scheint das Argument des linken Fl&#252;gels um die stellvertretende Bundesvorsitzende Andrea Nahles zu best&#228;tigen, wonach sich die SPD weiter nach links orientieren m&#252;sse, um verloren gegangene W&#228;hler an die Sozialdemokratie zur&#252;ckzubinden.<br />
<strong><br />
Steinmeier reagiert auf dieses Dilemma und die strategische Widerspr&#252;chlichkeit seiner Partei mit konsequenter Inkonsequenz.</strong> Denn indem er etwaige Koalitionen mit der Linken versch&#228;mt zur Sache der Landtagsfraktionen <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/politik/437/485858/text/">erkl&#228;rt</a>, l&#228;sst er im jeweiligen Bundesland Regierungsbildungen mit der Linken zu, um sie auf Bundesebene aber weiterhin auszuschlie&#223;en. Was spr&#228;che eigentlich dagegen, offensiv eine m&#246;gliche Zusammenarbeit mit der Linken in Aussicht zu stellen? Denn offensichtlich scheint beim Wahlvolk die Angst vor einer „roten Invasion“ um einiges geringer ausgepr&#228;gt zu sein als in der Chefetage des Willy-Brandt-Hauses&#8230;
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/13919/spd-diagnose-doppelbefund-problem-ungeloest/">SPD: Diagnose Doppelbefund, Problem ungel&#246;st</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/13919/spd-diagnose-doppelbefund-problem-ungeloest/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13919&amp;md5=952701a24e50a99c5d9fbda59b5efe5a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der trostlose Wahlkampf und die Medien</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 15:43:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Trostlosigkeit des Wahlkampfs liegt nicht in der Verantwortung der Kandidaten, ihrer Programme oder der B&#252;rger. Die Medien selbst haben hier versagt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b9fcfae94c52d63bd3f4449ccb5eba" alt="" width="1" height="1" />Die Plage dieses Sommers ist nicht die Schweinegrippe, sondern die Trostlosigkeit des bundesweiten Wahlkampfs. F&#252;r die Inhaltsleere sind allerdings weniger die Kandidaten, deren Programme oder gar der B&#252;rger verantwortlich zu machen, sondern in erster Linie die Medien selbst. Denn politische Themen g&#228;be es genug, die Journalisten fragen nur nicht nach ihnen. Das beherrschende Motiv dieses Superwahljahres ist daher auch ein Schaukampf, dem die Journalisten mit geradezu sportjournalistischem Eifer nachgehen.</p>
<p>In der einen Ecke des Rings: Angela Merkel. Sie gilt den Journalisten als „erfahrene politische Generalistin“, die dem Gegner „keine Angriffsfl&#228;che“ bietet und stattdessen „klug abwartet“. Dass sie lieber „im Ungef&#228;hren“ bleibt, &#252;berrasche wenig, schlie&#223;lich sei Merkel „keine J&#228;gerin, sie ist eine Sammlerin“. Vor allem aber habe sie „Spa&#223; am Amt“, das merke man ihr an. Nach einem beachtlichen Imagewandel sei die Kanzlerin heute „viel unverkrampfter“, mehr noch: sie ist nun sogar auf dem Weg, die „Mutter der Nation“ zu werden.</p>
<p>In der gegen&#252;berliegenden Ecke: Frank-Walter Steinmeier. Bei ihm machte sich anfangs noch Ratlosigkeit breit. Haben wir es mit einem zweiten Gerhard Schr&#246;der zu tun, der in Bierzelten gut r&#246;hren kann, oder doch mit einem grauen B&#252;rokraten, der erst langsam lernen musste, „Ich“ zu sagen – wenn auch in Schlangens&#228;tzen?</p>
<p>Zwar gehe Steinmeier wie auch der Erstplatzierten jedes Imponiergehabe ab. Dennoch gereiche dies dem spr&#246;den Au&#223;enminister, im Gegensatz zu Merkel, nicht zum Vorteil. Das entspanntere Auftreten in den vergangenen Wochen wird dem SPD-Kandidaten dennoch wohlwollend zugute gehalten: Heute lege Steinmeier den Ball nicht nur auf den Punkt, sondern laufe auch mit nach vorn. Auch lasse der Sozialdemokrat gelegentlich sogar Humor erkennen, konstatiert &#252;berrascht die Journaille.</p>
<p>Zu diesen unpolitischen Portraits gesellten sich j&#252;ngst unterschiedliche „Skandale“. Seit Wochen schon steht der Dienstwagen der Bundesgesundheitsministerin im Zentrum des Medieninteresses. Nicht nur die Union schlachtete die Casa Ulla Schmidt gen&#252;sslich aus. Auch die Journaille kommentierte die „Aff&#228;re“ in aller Ausf&#252;hrlichkeit und r&#228;umte den &#252;berzogenen Anw&#252;rfen von CDU/CSU und FDP zudem gro&#223;z&#252;gigen Spaltenplatz ein.</p>
<p>Aber auch die Union sollte sich alsbald eine blutige Lippe holen. Anfang August pr&#228;sentierte ihr neuer Superstar, Wirtschaftsminister zu Guttenberg, ungepr&#252;ft einen Gesetzesentwurf, den Anw&#228;lte der internationalen Kanzlei Linklaters ausformuliert hatten. Die Sozialdemokraten konnten endlich aufatmen – und zur&#252;ckkeilen.</p>
<p>Die „Dienstwagenaff&#228;re“, das Linklaters-Gesetz und nun aktuell auch noch ein Promi-Dinner im Kanzleramt – was aber bleibt vom Wahlkampf? Nur wenigen d&#252;rfte bekannt sein, was genau in dem 61-Seiten starken, neoliberal eingef&#228;rbten Strategiepapier (<a href="http://www.rp-online.de/public/download/aktuelles/politik/deutschland/HBTGc7Y4.pdf">hier</a> als PDF) des Wirtschaftsministeriums steht. Ebenso d&#252;rfte Ulla Schmidts Modell einer solidarischen B&#252;rgerversicherung den meisten W&#228;hlerinnen und W&#228;hler unbekannt geblieben sein.</p>
<p><strong>Selten sind die B&#252;rger derart uninformiert in eine Wahl gegangen. </strong>Es ist h&#246;chst unklar, welche Sachthemen schlie&#223;lich den Ausschlag geben d&#252;rften, wenn sie – darunter mehr als 50 Prozent „Unentschlossene“ – am 27. September ihr Kreuz machen d&#252;rfen.</p>
<p>Man kann die Schuld daran dem vermeintlich desinteressierten Citoyen zuschieben, wie es Mark T. Fliegauf in seinem <a href="http://carta.info/13794/citoyen-konsument/">Beitrag</a> tut. Vielleicht macht man sich es damit aber zu leicht. Den gr&#246;&#223;ten Anteil an dem mauen Wahlkampf tragen vor allem die Medien. Es w&#228;re ihre Aufgabe, zu informieren, unbequem nachzuhaken und bissig zu kommentieren. Das tun sie bislang nur unzureichend.</p>
<p>Auf diese Weise wird es auch den Politikern allzu leicht gemacht. Als Angela Merkel k&#252;rzlich bei einer Fernsehdiskussion kritisiert wurde, sie fahre im Schlafwagen zur Wiederwahl, entgegnete die Kanzlerin trocken, dass man sie doch zu den politischen Sachthemen fragen solle. Darauf waren die moderierenden Journalisten nicht gefasst – und erkundigten sich stattdessen weiter nach Wahltaktik und Koalitionsarithmetik.</p>
<p>Inhalte, mit denen sich die politische Leere f&#252;llen lie&#223;e, g&#228;be es allerdings <a href="http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=3154">in H&#252;lle und F&#252;lle</a>: eine gewaltige Wirtschaftskrise, deren heftigste Auswirkungen uns noch bevorstehen, ein Konjunkturprogramm, das vor allem die Automobilindustrie <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/abwrackpraemie248.html">nur kurzzeitig erhitzt</a> hat, ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit im kommenden Herbst – damit zunehmender Druck auf die Sozialkassen, eine Finanzwelt, die ungez&#252;gelt neue Blasen aufbaut und bereits auf die n&#228;chste Krise zuzusteuern droht.</p>
<p>Und die verbleibenden Tage bis zum Wahlsonntag werden kaum ausreichen, um die dar&#252;ber hinaus noch offenen Fragen ausf&#252;hrlicher zu diskutieren: Wie sieht beispielsweise das industriepolitische Konzept der Union f&#252;r morgen aus, nachdem das Strategiepapier ihres Wirtschaftsministers eilig zum Tabu erkl&#228;rt wurde? Wie seri&#246;s ist eigentlich das steuerpolitische Konzept der FDP, wo sie doch, ebenso wie die Union, allen mehr „Netto vom Brutto“, und damit <a href="http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=3118">das Blaue vom Himmel</a> verspricht? Was taugt der <em>New Green Deal</em> der Gr&#252;nen, den sie gro&#223;spurig als „neuen Gesellschaftsvertrag“ anpreisen? Welche (Exit-)Strategien haben die Parteien f&#252;r den deutschen Kriegseinsatz in Afghanistan, allen voran Die Linke, die den umgehenden Abzug fordert, ohne die m&#246;glicherweise verheerenden Folgen f&#252;r die Lage innerhalb des Landes genauer in den Blick zu nehmen? Kurzum: <strong>Wen und was w&#228;hlen wir eigentlich in vier Wochen?</strong>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13877&amp;md5=9088735f333a076db651b55a6e1e33be" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Medienschau zum Wahlkampf II: Winkelemente, Schwebebalken, Ackermann-Sause</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 14:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Pachali</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Medienschau zur Wahlkampfwoche - diesmal mit der Sat.1-Wahlarena, der Aikido-Kanzlerin, einem Schwebebalken, der Ackermann-Sause, Nicht-W&#228;hlen – und mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b85366dcf6260ac6fe0ecdb75e690c" width="1" height="1" alt=""/>Die mediale Wahlkampfwoche begann am Sonntagabend um 22.15 Uhr bei <strong>Sat.1</strong> – <strong>Sabine Christiansen</strong> und <strong>Stefan Aust</strong> <a href="http://www.sat1.de/news/ihre-wahl-die-sat1-arena/ganze-folge//">luden</a> in die neue <strong>Wahl-Arena</strong> mit Karl-Theodor zu Guttenberg und Oskar Lafontaine. Die Presse war nicht sonderlich beeindruckt: zu &#252;berladen sei die Sendung, hie&#223; es bei <em><a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=tz&amp;dig=2009%2F08%2F25%2Fa0098&amp;cHash=905c6a7262">taz</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/756/485185/text/">SZ</a></em> und <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~E6690CAC8722D4E05BD912C993294BD81~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a></em>. Stefan Aust habe zudem <em>&#8220;wie ein braves Winkelement&#8221;</em> herumgestanden, <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Fernsehkritik-Sat-1-Arena-Sabine-Christiansen-Stefan-Aust;art15532,2881778">so</a> Joachim Huber im <em>Tagesspiegel.</em> <strong>Genau hingesehen</strong> hat das <em>FAZ-Fernsehblog</em> und stellt <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/08/24/12-fragen-die-wir-wegen-ihre-wahl-noch-an-sat1-haben.aspx">12 Fragen</a> an Sat.1.</p>
<p>Von gr&#246;&#223;eren Wahlkampfeinlassungen der <strong>Kanzlerin</strong> wurde – von den &#252;blichen Auftritten abgesehen – nicht berichtet. <strong>Aikido</strong>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/755/485184/text/">schreibt</a> denn auch Stefan Braun in der<em> S&#252;ddeutschen</em>, sei der Schl&#252;ssel, um ihren Weg zur Macht zu verstehen: <em>&#8220;sich dem Gegner nicht entgegenzustellen, sondern ihn ins Leere laufen zu lassen und seine Energie so umzulenken, dass diese Energie den Angreifer selbst trifft.&#8221;</em></p>
<p><strong>Frank-Walter Steinmeier</strong> hingegen wurde am Wochenende<strong> Pate eines Schwebebalkens</strong>, wie Bastian Brinkmann in der taz <a href="http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/steinmeier-will-sich-kuemmern/">berichtet</a>. Was ein zugkr&#228;ftiges Thema f&#252;r seinen Endspurt sein k&#246;nnte, bleibt weiterhin in der Schwebe. In seinem – selbstverfassten – Blog <a href="http://www.wahlkampf09.de/2009/8/heiko-mass-mann-der-zukunft-an-der-saar">schreibt</a> Steinmeier &#252;ber seine sch&#246;nsten <span style="text-decoration: line-through;">Ferienerlebnisse </span>Wahlkampf-Momente: <em>&#8220;Gleich fliege ich ins Saarland zu Heiko Maas. Die Landtagswahl dort erwarte ich mit gro&#223;er Spannung.  Mich hat die Stimmung in den letzten Wochen an der Saar begeistert.&#8221; </em></p>
<p>Die Klage &#252;ber den ausbleibenden Wahlkampf kann also auch diese Woche wieder angestimmt werden. Heribert Prantl aber <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/975/485402/text/">stimmt</a> stattdessen in der<em> SZ</em> ein <strong>Lob auf die Langeweile</strong> im Wahlkampf an: <em>&#8220;Wer allzusehr &#252;ber Langeweile klagt, muss sich fragen, ob er nicht in Wahrheit auf unterhaltsam-betr&#252;gerische Weise genasf&#252;hrt und belogen werden will.&#8221;</em></p>
<p>Zu den wenigen, die f&#252;r Steinmeier ein <strong>gutes Wort</strong> einlegen, z&#228;hlt <strong>Norbert Bolz</strong>, der im <a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article4383822/Steinmeier-opfert-seine-Intelligenz-auf-dem-Altar-der-SPD-Seele.html">Interview</a> mit der <em>Welt</em> erkl&#228;rt: <em>&#8220;Er ist ein intelligenter, b&#252;rgerlicher Linker, den seine exponierte Stellung als Kanzlerkandidat zwingt, sowohl seine B&#252;rgerlichkeit als auch seine Intelligenz zu dissimulieren. Da ich ihn sehr sympathisch finde, tut es mir weh, das t&#228;glich mit anschauen zu m&#252;ssen.&#8221;</em></p>
<p>Mit der <strong>Ackermann-Sause</strong> fand die Wahlkampf-Woche dann ihr gro&#223;es Thema, das auch die Medienvertreter betraf: &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E8BFFF0E27B604536BFBAD9EDDBD6EA34~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Ich war auf Ackermanns Party</a>&#8220;, so die <strong>Confessiones</strong> des <strong>Frank Schirrmacher</strong> in der <em>FAZ</em>. In diesem &#8220;kleinen Meisterwerk des Sp&#228;tfeuilletons&#8221; (<a href="http://www.dnews.de/altpapier/102057/altpapier-vom-mittwoch---sogenannte-sausen.html">Altpapier</a>) schreibt Schirrmacher: <em>&#8220;Niemand schien betrunken. Es wurde nicht getanzt. Petra Roth erw&#228;hnte Goethe.&#8221; </em>So <a href="http://jungle-world.com/heuteblog/553/">sorgt</a> sich J&#246;rn Schulz dann auch im <em>heuteblog</em>, die Elite <strong>verst&#252;nde nicht mehr zu feiern</strong> – und sei daher auch nicht bereit, den Unteren <strong>Am&#252;sement </strong>zuzugestehen. Wer Ackermann das Schnitzel missg&#246;nne, schikaniere im selben Geist Hartz-IV-Empf&#228;nger mit <em>&#8220;geh&#228;ssiger und b&#252;rokratischer Pedanterie&#8221;</em>. Auch Don Alphonso hat an der Petitesse nichts <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/08/25/die-beste-untertanentradition-der-kanzlerin.aspx">auszusetzen</a>: <em>&#8220;Nachdem Ludwig XIV 51 Diener und 24 Musiker beim Essen besch&#228;ftigte, nimmt sich der Merkel&#8217;sche Aufwand nachgerade uckerm&#228;rkisch sparsam aus!&#8221;</em></p>
<p>Warum die Ackermann-Story <strong>bei BILD erst nicht und dann ein bisschen</strong> kam, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/56/485481/text/">dr&#246;selt</a> Thorsten Denkler in der <em>SZ</em> auf, noch ausf&#252;hrlicher<strong> </strong>Stefan Niggemeier im <em>Bildblog</em> (<a href="http://www.bildblog.de/10889/die-springers-bei-der-ackermann-sause/">1</a>, <a href="http://www.bildblog.de/10974/die-springers-bei-der-ackermann-sause-2/">2</a>, <a href="http://www.bildblog.de/11017/die-springers-bei-der-ackermann-sause-3/">3</a>). <em>Bildblog</em> erinnert auch daran, dass der &#8220;Skandal&#8221; schon im Fr&#252;hjahr zum Gegenstand einer Anfrage im Bundestag (<a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/16/16216.pdf">PDF</a>) wurde, f&#252;r die sich niemand interessierte.</p>
<p>Au&#223;erdem in dieser Woche: J&#246;rg Lau <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2009/08/26/sorgen-eines-wechselwahlers-2-85-klicks-fur-claudia-roth_2930">schildert</a> die fortgesetzten <strong>Sorgen eines Wechselw&#228;hlers</strong> und erw&#228;gt die <strong>Gr&#252;nen</strong>, stutzt aber &#252;ber deren YouTube-Channel: <em>&#8220;Claudia Roths Video vom Ausbildungsboot f&#252;r Fischwirte </em><em>hat nach 5 Tagen 85 Aufrufe.&#8221; </em>Die <strong>Nichtw&#228;hler </strong>hingegen <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Wahlkampf-Bundestagswahl-Demokratie-Thomas-Brussig;art772,2881185">verteidigt</a> <strong>Thomas Brussig</strong> im <em>Tagesspiegel: &#8220;</em><em>Nicht zu w&#228;hlen kann hei&#223;en: Keine der zur Wahl stehenden Optionen &#228;ngstigt mich, an keine binde ich mein Lebensgl&#252;ck.</em>&#8221; Und <strong>Andrea Diener</strong> <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2009/08/27/parolen-am-laternenpfahl-das-wahlplakat.aspx">meditiert</a> bei <em>Ding und Dinglichkeit </em>&#252;ber Wahlplakate: &#8220;<em>Wenn gar nichts mehr geht, lautet eine beliebte Werbe- und Medienregel, Kinder und Hunde gehen immer.&#8221;</em>
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		<title>Althaus-Malus und Merkel-Bonus beim MDR</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 14:39:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Knapp vor den Landtagswahlen &#228;ndert der MDR kurzfristig sein Programm: Angela Merkel bekommt ein Interview &#252;ber den Osten, Steinmeier kommt: nach der Wahl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Programmzeitschriften k&#252;ndigten an, dass der MDR am Donnerstag um 20.15 die Ratgebersendung &#8220;<a href="http://www.mdr.de/escher/">Escher</a>&#8221; bringt. Doch gestern Nachmittag gab der MDR <a href="http://www.mdr.de/presse/fernsehen/6631165.html ">per Presseerkl&#228;rung</a> bekannt, dass &#8220;Escher&#8221; f&#252;r ein &#8220;MDR extra&#8221; mit Angela Merkel um 15 Minuten verschoben wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zur Frage: &#8220;Wie weiter im Osten&#8221; interviewt. 14 Tage sp&#228;ter, also zehn Tage nach den Landtagswahlen und 17 Tage vor der Bundestagswahl, soll ihr Frank-Walter Steinmeier folgen.</p>
<p>Kein anderer Sender pr&#228;sentiert so kurz vor den Landtagswahlen einen Spitzenpolitiker einer Partei exklusiv im Interview. Damit verst&#246;&#223;t der MDR gegen <a href="http://st.juris.de/st/MDRVtrG_ST_Staatsvertrag-P8.htm">§ 8 des MDR-Staatsvertrags</a>, in dem festgehalten ist, dass das Gesamtprogramm &#8220;nicht einseitig einer Partei oder Gruppe&#8221; dienen darf. <strong>Mit dieser EXTRA-Wurst f&#252;r Angela Merkel drei Tage vor den Landtagswahlen offenbart der MDR, dass er nicht parteipolitisch neutral ist.</strong> Wer so kurzfristig das Programm &#228;ndert, kann nur einen Grund haben: er will die Landtagswahlen in Th&#252;ringen und Sachsen beeinflussen. Intendant Prof. Udo Reiter w&#228;re gut beraten, die Programm&#228;nderung zur&#252;ckzunehmen und so daf&#252;r zu sorgen, dass der MDR sich auch in Wahlkampfzeiten an den Staatsvertrag h&#228;lt.</p>
<p>Hintergrund:<br />
Die CDU ist der Meinung, dass Ministerpr&#228;sident Dieter Althaus in der <a href="http://www.mdr.de/fakt-ist/6619718.html#absatz5">Elefantenrunde am Montag</a> schlecht weggekommen ist. Und so wurde offenbar Druck auf den MDR ausge&#252;bt, den Althaus-Malus durch einen Merkel-Bonus wieder wettzumachen.
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<a href="http://carta.info/13770/althaus-malus-und-merkel-bonus-beim-mdr/">Althaus-Malus und Merkel-Bonus beim MDR</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/13770/althaus-malus-und-merkel-bonus-beim-mdr/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13770&amp;md5=909df138747e39fce703cedd822e58f2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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