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	<title>CARTA &#187; Filter</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Post-Privacy als Herrschaftsform</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 11:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno Park</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Debattenbeitrag von Enno Park &#252;ber die "Utopie des perfekten Filters".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Post-Privacy beschreibt das Ende der Privatsph&#228;re im Zeitalter der  totalen Vernetzung. Die Kontrollverlust-Debatte dreht sich darum, was  Privatsph&#228;re, Privatheit und &#214;ffentlichkeit eigentlich bedeuten und wie  sie in eine digitale Welt hin&#252;ber zu retten sind, was man auch den  konservativen Ansatz des Datenschutzes nennen k&#246;nnte – oder aber ob  Datenschutz vielleicht v&#246;llig obsolet ist in einer Welt umfassender  Datensammlungen, auf die ubiquit&#228;r und in Echtzeit zugegriffen werden  kann – der progressive Ansatz, der <a href="http://www.ctrl-verlust.net/vortrag-das-radikale-recht-des-anderen/">nach Michael Seemann in eine neue Ethik gipfelt</a>, welche das Zur&#252;ckhalten von Daten als unmoralisch begreift und von ihm selbst “radikal” genannt wird.</p>
<p>Nicht  mehr der Sender soll entscheiden, was er von sich preisgibt, sondern  der Empf&#228;nger die absolute Souver&#228;nit&#228;t dar&#252;ber erlangen, wie er  filtert. Die Verweigerung von Information sei deshalb ethisch  verwerflich, da das Recht des Empf&#228;ngers, auf eigene Weise zu filtern,  eingeschr&#228;nkt w&#252;rde. Unbeantwortet bleibt die Frage, warum der Empf&#228;nger  ein solches Recht &#252;berhaupt haben sollte. Die Informations- und  Meinungsfreiheit gibt ein solches Recht nicht her, wie ich noch darlegen  werde.</p>
<p>Radikales &#214;ffentlichmachen von bisher Privatem – im Grunde also das  Konzept des Outings – zwingt die &#214;ffentlichkeit geradezu, sich mit  unangenehmen Dingen auseinander zu setzen und diese auf irgend eine  Weise zu akzeptieren und in ihre Kultur einzubauen – oder aber zu  bek&#228;mpfen. Das Coming-Out in der Schwulenbewegung wird immer wieder als  Paradebeispiel daf&#252;r angef&#252;hrt, dass es nicht darauf ankomme,  Information zu unterdr&#252;cken und Privatsph&#228;re irrelevant sei, sondern nur  darauf, wie die Information gefiltert und verwertet wird, um die  Gesellschaft zu ver&#228;ndern.</p>
<p><em>Weiterlesen im <a href="http://www.ennomane.de/2010/11/28/postprivacy-my-ass-von-der-utopie-des-perfekten-filters/" target="_blank">Blog von Enno Park</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36062&amp;md5=75c566d69d17c539c68481b88d0c1449" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Filter oder Resonanz? Pl&#228;doyer f&#252;r ein produktives Spannungsverh&#228;ltnis</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 22:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht nur im Automobilbau, auch in der Medienbranche nimmt das Interesse an Hybridmodellen zu. Denn die Kombination aus redaktionellem Filter und Nutzerresonanz ist herk&#246;mmlichen Medien &#252;berlegen.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/572036b1aa864cd4a0a6862772dde040" width="1" height="1" alt=""/>Der eine (Frank Schirrmacher) betont gern die Notwendigkeit der <a href="http://philippe-wampfler.com/2009/11/20/payback-frank-schirrmacher-und-die-brave-new-digital-world/">Filter</a> im &#246;ffentlichen Diskurs. Der andere (Peter Kruse) betrachtet <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10868136/Das-Internet-ist-ein-Experiment-ohne-Alternative.html">die Resonanz</a> als treibende Kraft im kommunikativen Netz. Beide haben ein St&#252;ck weit Recht – deshalb richten sich die Fantasien vieler Netz-Werker auf eine Kombination der beiden Ans&#228;tze. In der Diskussion werden sie meist als Gegensatzpaar beschrieben:</p>
<ul>
<li>Die <em>Resonanzkultur</em> der Netzkommunikation wird h&#228;ufig mit diesen Worten charakterisiert: &#220;berflutung, Welle, Overkill, M&#252;ll, Irrelevanz, Amateure, Aufschaukelung, Erregung, Irrationalismus, <em>hochkochen</em>, Mob, Hype, Resonanzboden, Mobilisierung, Schwarmintelligenz, Unmittelbarkeit, Schnelligkeit, Emotion, Empathie. Die <a href="http://carta.info/24656/schwimmen-nicht-filtern-peter-kruse-im-interview/">Resonanz-Kultur</a> ist anarchisch und Nutzer-gesteuert. Ihr Anwalt ist der Bremer Organisationspsychologe <a href="http://blog.politik.de/politikkongress/keynote-die-magie-emotionaler-resonanz/1021/">Peter Kruse</a>.</li>
<li>Die <em>Filterkultur</em> der traditionellen Vermittler-Kommunikation wird dagegen so charakterisiert: Ordnung, Auswahl, Orientierung, Konzentration, Relevanz, Qualit&#228;t, Professionalit&#228;t, Kanalisierung, Autorit&#228;t, Nachdenklichkeit, Kontrolle, Regulierung, Distanz, Rationalismus, <em>vorkauen</em>, Selektion, Zensur. Die Filter-Kultur ist hierarchisch und Gatekeeper-gesteuert. Ihr Anwalt ist der Frankfurter Publizist <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gl05ig3GZgs">Frank Schirrmacher</a>.</li>
</ul>
<p>Nat&#252;rlich ist der hier beschriebene Gegensatz Theorie. These und Antithese stehen sich sozusagen idealtypisch gegen&#252;ber. In der Praxis stellen wir fest, dass die eine Kultur h&#228;ufig Anteile der anderen in sich tr&#228;gt (und in der Sarrazin-Debatte oder in der aktuellen &#8220;Terror-Angst&#8221; erleben wir, dass sich das Anteilsverh&#228;ltnis auch g&#228;nzlich umkehren kann):</p>
<ul>
<li><em>Emotionale Resonanzen existieren</em> auch in Filterkulturen: Man nennt sie dann Klatsch, Ger&#252;cht, Mode, Trend, Schlagzeile, Propaganda, Kampagne, Stimmungsmache, Volksverhetzung oder Druckkulisse.</li>
<li><em>Und rationale Filter</em> existieren auch in Resonanzkulturen: Sie hei&#223;en dann Moderation, relativierender Kommentar, ;-), Spamfilter, L&#246;schtaste, Tag, find, sort, Plug-In, Algorithmus, App, Suchmaschine, Cyber Patrol, Kindersicherung oder Deep Packet Inspection.</li>
</ul>
<p>In der Praxis mischen sich die Kulturen. Es gibt starke Resonanzkulturen mit schwachen Filtern und es gibt rigide Filterkulturen mit schwachen Resonanzen.</p>
<p><strong>Die Kombination aus beiden nennt man Hybrid. Solche <a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/die-frank-schirrmacher-maschine/">Hybridmodelle</a> k&#246;nnten den Strukturwandel der &#214;ffentlichkeit in den n&#228;chsten Jahren pr&#228;gen. Aber sie bergen auch Risiken. </strong>Sie k&#246;nnen die gesellschaftliche Entwicklung f&#246;rdern, und sie k&#246;nnen &#8216;hurrikan-&#228;hnliche&#8217; Verw&#252;stungen anrichten.</p>
<p><strong>So lange Filter und Resonanz in einem produktiven Spannungsverh&#228;ltnis zueinander stehen &#8211; so lange sie sich gegenseitig korrigieren, kritisieren, ausbalancieren und in Schach halten &#8211; ist die &#246;ffentliche Kommunikation intakt.</strong> Entstellt oder verzerrt wird die Kommunikation dagegen, wenn sich die beiden Kulturen z.B. in einer Hand konzentrieren.</p>
<p>W&#252;rden Filter nur genutzt, um emotionale Resonanzen zu verst&#228;rken oder in bestimmte Richtungen zu lenken, h&#228;tten wir bald ein Problem. K&#246;nnten sich hierarchische (nicht demokratisch legitimierte, nicht transparente) Filterkulturen in digitalen Resonanzkulturen breit machen, w&#252;rden gef&#228;hrliche Vermachtungen erzeugt: Industrien k&#246;nnten sich dann des Netzes und seiner Resonanzen „bedienen“. Populistische Bewegungen k&#246;nnten mit Resonanzen ihre Spielchen treiben. Autorit&#228;re Regime k&#246;nnten das Aufschaukeln von Resonanzen zur Ausgrenzung anders Denkender perfektionieren.</p>
<p><strong>Filter und Resonanz w&#228;ren dann keine produktiven Gegens&#228;tze,</strong> keine Antipoden im Sinne demokratischer „checks and balances“ mehr &#8211; sie w&#228;ren gleichgeschaltet. Die eine Kultur h&#228;tte die andere geschluckt bzw. zu ihrer Dienerin gemacht.</p>
<p>Deshalb sollte der Gegensatz von Filter und Resonanz bei Hybridmodellen beachtet und bewusst aufrechterhalten werden. Nur so k&#246;nnen die Vorteile der beiden Kulturen ausgesch&#246;pft, ihre Nachteile erkannt und die Tendenzen in Richtung formierter Gesellschaft vermieden werden.
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		<title>Junge H&#252;hner, alte Gockel und der Untergang des Abendlands</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 10:54:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bestseller der letzten Jahre entwickeln eine gewisse Monotonie: Junge dekadente Frauen und alte autorit&#228;re Spie&#223;er l&#246;sen sich auf den vorderen Pl&#228;tzen ab. Ihr gemeinsames Lieblingsthema: das total versaute Abendland.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e8d6bec4d192482b866ec090d3a06692" alt="" width="1" height="1" />Die eloquentesten Vertreter des B&#252;rgertums waren schon immer der Meinung, dass ihre ganz speziellen Sorgen alle Menschen betreffen. Denn wenn es den europ&#228;ischen und nordamerikanischen Bildungsb&#252;rgern unbehaglich wird, geht meist das ganze Abendland unter, mindestens aber der Westen, die Kultur, eine Epoche, eine &#196;ra, die Gene – oder das eigene Land.</p>
<p>Das B&#252;rgertum, das muss man zu seiner Ehrenrettung allerdings sagen, ist ein empfindlicher und verl&#228;sslicher Seismograph f&#252;r tektonische Bewegungen in der Gesellschaft. Mehr noch: In seinem Innern schlummern auch jene Kr&#228;fte, deren Eruptionen so einf&#252;hlsam vorhergesagt werden. <strong>Das B&#252;rgertum ist sozusagen doppelt involviert: Es bereitet exakt jene Trends vor, die es anschlie&#223;end alarmistisch anzeigt.</strong> Dieser Doppelcharakter l&#228;sst es lebendig und interessant erscheinen – macht es aber auch unberechenbar und anf&#228;llig.</p>
<p>Seit geraumer Zeit f&#252;hlt sich das B&#252;rgertum wieder bedroht: von der Unterschicht, vom Islam, vom Osten, vom Internet, von der Z&#252;gellosigkeit der Frauen und der Jugend.</p>
<p>Am deutlichsten zeigt sich das auf den Bestsellerlisten. Dort gibt es seit einigen Jahren <em>eine auffallende Doppel-Herrschaft junger wilder Frauen und alter spie&#223;iger M&#228;nner</em>. Sie bilden die Pole der &#246;ffentlichen Erregung. Mal schildert eine Jung-Frau ihr z&#252;gelloses Leben, dann wieder schreibt ein Alt-Mann &#252;ber die Notwendigkeit des Z&#252;gel-Anlegens. <strong>In diesem Wechselbad der Medien-Hypes (einer Art <em>geistigem Waterboarding</em>) schnappen wir nach Luft.</strong></p>
<p>Einerseits pr&#228;sentieren die Verlage mit viel Get&#246;se Helene Hegemanns nihilistische Provokation „Axolotl Roadkill“ oder Charlotte Roches unversch&#228;mt offene „Feuchtgebiete“, andererseits servieren sie mit dem gleichen Radau die fast schon hysterischen Ordnungsrufe eines Bernhard Bueb („Lob der Disziplin“), Michael Winterhoff („Warum unsere Kinder Tyrannen werden“) oder Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“).</p>
<p>Wie dieses <em>Wechselspiel </em><em>b&#252;rgerlicher Radikalisierung</em> weiter geht (und wo es eines Tages enden wird), wissen wir nicht. Vermutlich ist das Spiel noch eine ganze Weile steigerbar. (Ich habe es <a href="http://carta.info/23036/axolotl-roadmap/">hier</a> und <a href="http://carta.info/32966/sarrazins-naechstes-buch-soll-noch-intelligenter-werden-als-das-jetzige-eine-satire/">hier</a> ein bisschen auf die Schippe genommen.)</p>
<p>Zur Zeit erleben wir wieder Plot 2, das hei&#223;t: Alter autorit&#228;rer Mann fordert Disziplin und R&#252;ckkehr zu Zucht und Ordnung. Er ist zutiefst verst&#246;rt von den Dingen, die um ihn herum vorgehen und sucht nach m&#246;glichst einfachen Erkl&#228;rungen: Also &#252;bertr&#228;gt er den Zerfall seines Weltbilds auf die reale Welt und schreibt ein zorniges Abrechnungs-Buch (= Entlastungsangriff).<strong> </strong>Es geht ihm<strong> </strong>wie den alten Haudegen im Film <a href="http://www.expendables-derfilm.de/">„The Expendables“</a>. Aber schon morgen sind wieder die jungen wilden Frauen am Zug.</p>
<p><strong>Und die (b&#252;rgerlichen) Leitmedien? Sie leisten &#252;ber weite Strecken keine Aufkl&#228;rung mehr – oder viel zu sp&#228;t. Sie sind vor allem Resonanzb&#246;den, also genau das, was sie dem Internet so gerne vorwerfen.</strong> Sie besorgen die <a href="http://carta.info/33234/sarrazins-frei-erfundene-fakten-supermeme-und-die-normativen-kraft-der-oeffentlichkeit/">PR-Arbeit</a>, w&#228;hrend das Netz die <a href="http://www.misik.at/sonstige/die-freude-andere-menschen-verachten-zu-durfen.php">filternde Kritik</a> &#252;bernimmt.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33260&amp;md5=1bad528131f35ba79eeab732b7dac3aa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommunikationswandel: Die vier Subsysteme des Medienapparats</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 10:09:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Oetting</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der gegenw&#228;rtige Medienumbruch hat die Wucht eines Paradigmenwechsels, an dessen Ende ein neues Weltverst&#228;ndnis steht. Im Kern sind es Ver&#228;nderungen in den Teilsystemen der Filterung und Finanzierung, die eine Neujustierung des gesamten Medienapparates erforderlich machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5467be3f8d2a4759916919a88f7aec57" alt="" width="1" height="1" />Das Problem einer Revolution ist, dass man sie nicht verstehen kann, wenn man mitten in ihr steckt. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts beschrieb Thomas Kuhn wissenschaftliche Revolutionen, in denen bestehende Vorstellungen &#252;ber den Haufen geworfen und durch g&#228;nzlich andere ersetzt werden. Ein Astronom beispielsweise, der jahrzehntelang die Erde als Scheibe begreift, beobachtet, kartografiert, versteht und erl&#228;utert, kommt mit seinen Instrumenten und Annahmen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht weiter. Anstelle langsamer wissenschaftlicher Arbeit entsteht ein zerst&#246;rerischer Gedanke, der Millionen Stunden Forscherarbeit einfach zur Seite fegt: Die Erde ist eine Kugel! &#220;ber Jahrhunderte entwickelte Erkl&#228;rungen k&#246;nnen nun selbst bei sorgf&#228;ltiger Anpassung nicht mit der neuen Idee vereinigt werden.</p>
<p><strong>Es wird von einem grundlegenden Weltverst&#228;ndnis zu einem ganz anderen gewechselt</strong> – von Kuhn damals Paradigmenwechsel genannt. Ein Wandel, der alle Beteiligten vor gro&#223;e Herausforderungen stellt, denn es entsteht enorme Unsicherheit: die neue Theorie ist frisch und ungepr&#252;ft, keiner wei&#223;, ob sie wirklich zutreffender ist als die alte. Und weil die Tradition bedroht ist, wehren sich die konservativen Kr&#228;fte: Wissenschaftlerkarrieren stehen auf dem Spiel, Lebenswerke drohen sich in nichts aufzul&#246;sen. Es dauert lange, bis sich ein neues Paradigma durchsetzt. Danach ist die Welt eine buchst&#228;blich andere.</p>
<p>Wenn Frank Schirrmacher sein j&#252;ngstes Buch &#8220;Paypack&#8221; um die These konstruiert, dass sein Kopf &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661307,00.html">nicht mehr mitkommt</a>&#8220;, wenn er fragt, wer wen &#8220;fresse&#8221; in der digitalen Gesellschaft und &#252;ber den &#8220;darwinistischen Wettlauf&#8221; im Internet schreibt, dann ist sein Text geradezu ein Paradebeispiel f&#252;r die Verharrungskr&#228;fte w&#228;hrend einer Revolution, wie auch Kuhn sie beschreibt. Ganz wie bei wissenschaftlichen Revolutionen sorgt heute der digitale Strukturwandel in den klassischen Institutionen f&#252;r erhebliches Unbehagen.</p>
<p>Die Ver&#228;nderungen unserer Medienwelt sind dabei fundamental – wie der Wechsel von der Scheibe zur Kugel. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Dennoch wird in der &#214;ffentlichkeit so getan, als h&#228;tten wir die Wahl, bei der bisherigen Organisation unserer medialen &#214;ffentlichkeit bleiben zu k&#246;nnen – als sei dies vielleicht allein eine Frage politischer Entscheidung. Allein aus strukturellen Gr&#252;nden scheint diese Annahme mehr als fragw&#252;rdig.</p>
<p><strong>Vier Elemente unserer massenmedialen Systeme</strong></p>
<p>Die digitalen Kulturk&#228;mpfe, das Ringen um einen Neuanfang des Mediensystems und die Transformation der medialen &#214;ffentlichkeit lassen sich erkl&#228;ren als ein Auseinanderfallen und eine Neujustierung von vier Teilsystemen unseres Medienapparats.</p>
<p>Diese vier Teile sind:</p>
<ol>
<li>Das mediale <strong>Verteilungssystem</strong>: die technische Infrastruktur f&#252;r die Verbreitung der Inhalte. Fr&#252;her waren hierf&#252;r Druckerpressen, gro&#223;e Vertriebssysteme und knappe Radio- und Fernsehfrequenzen notwendig.</li>
<li>Das mediale <strong>Finanzierungssystem</strong>: die Art und Weise, wie mit Inhalten Geld verdient wird. Durch eine gleichsam gl&#252;ckliche F&#252;gung gab es bisher viel Geld zur Refinanzierung von Medieninhalten. Solvente Interessengruppe suchten h&#228;nderingend nach Wegen, um Werbebotschaften unter das Volk zu bringen – sie waren bisher auf den Journalismus als Tr&#228;gerumfeld angewiesen.</li>
<li>Das mediale <strong>Produktionssystem</strong>: Die Herstellkapazit&#228;ten f&#252;r Inhalte. Es umfasst all jene, die als Reporter, Redakteure, Journalisten, als Schreiber, Sprecher und Filmer die Inhalte produziert haben, welche dann gesendet oder verbreitet wurden. Oder auch nicht. Was verbreitet wurde und was nicht, hing allein vom vierten Faktor ab.</li>
<li>Das mediale <strong>Filtersystem</strong>: Die Sortier- und Relevanzmechnanismen, die Inhalte ordnen. Wenn die Kan&#228;le knapp sind, muss entschieden werden, was verbreitet wird und was nicht. &#220;blicherweise denken wir beim Umgang mit Medien nicht &#252;ber die Trennung von Produktion und Filter nach. Aber die wirkliche Macht im massenmedialen System haben ja nicht die Redakteure, sondern deren Chefs, letztlich die Verleger. Das Filtern war immer die entscheidende Machtfrage: Derjenige, der die teuren Verteilungssysteme aufgebaut und damit die Werbeeinnahmen hatte, nahm &#252;blicherweise auch das Filtern vor – bei Axel Springer wurde anders gefiltert als bei Rudolf Augstein.</li>
</ol>
<p>Der Fehler vieler Debatten &#252;ber den Medienwandel ist es, eine zwingende Verkn&#252;pfung zwischen diesen vier Subsystemen zu vermuten. Dies ist ein Irrtum. Vielmehr entstehen die aktuellen Verwerfungen aufgrund von fundamentalen Ver&#228;nderungen in nur zweien dieser vier Subsysteme.</p>
<p><strong>Revolution, Teil 1: Aufhebung medialer Knappheit</strong></p>
<p>Zum einen kollabiert nach und nach das Subsystem der Finanzierung – die Finanzierungslogik hat bisher darauf basiert, dass mediale Verbreitung knapp ist, ein Medienkanal hat Geld in die Kassen gesp&#252;lt, weil im massenmedialen System immer f&#252;r die Knappheit des Verbreitungssystems gezahlt wurde, nie f&#252;r die Knappheit der Nachricht. Im Journalismus wurde nicht reich, wer gut schreiben oder recherchieren konnte. Reich wurde, wer die Druckerpresse oder den Sender kontrolliert hat und damit auch die Werbeeinnahmen. Das ist mittelfristig vorbei.</p>
<p>Als Beispiel mag Coca-Cola dienen: Je mehr potenzielle Konsumenten &#252;ber „Coke Fridge“ oder Facebook extrem kosteng&#252;nstig direkt erreicht werden, desto weniger muss in Werbung investiert werden. Denn es gibt ja bei Coca-Cola keinerlei urs&#228;chliches Neigung, die Nahost-Korrespondenten der FAZ oder das Hauptstadtb&#252;ro von RTL zu finanzieren. Und wenn im Internet daf&#252;r noch Werbung geschaltet wird, dann ist sie in jedem Fall billiger, denn was nicht knapp ist, kann nicht viel kosten. Wer diesen Umstand verkennt und diffus die Gesellschaft auffordert, L&#246;sungen zu finden, die <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E67F2AC3CEC9746EC93DC9FF0E5679312~ATpl~Ecommon~Scontent.html">den Status Quo bewahren helfen</a>, hat offenbar nicht begriffen, dass es gerade keine automatische urs&#228;chliche Verbindung zwischen Unternehmerinteressen und einem funktionierenden Journalismus gibt.</p>
<p><strong>Revolution, Teil 2: Verschiebung der Filterlast</strong></p>
<p>Die zweite fundamentale Ver&#228;nderung ergibt sich im Subsystem der Filter. Wo dank freier Verbreitungskan&#228;le nicht mehr <em>vor</em> dem Ver&#246;ffentlichen gefiltert werden muss, verschiebt sich die Filteraufgabe auf den Empf&#228;nger – was auch das Problem umrei&#223;t, mit dem offenbar Frank Schirrmacher hadert. Verlage und Sender versagen bislang vor dieser Herausforderung, oder bieten schlicht keine L&#246;sungen an. Das bislang einzig wirklich lukrative Instrument, das interessanterweise wiederum auf Werbung basiert, hat Google entwickelt – und daher haben wohl die Verleger Google auch <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,637021,00.html">zum Feindbild erkl&#228;rt</a>. Ist doch das Filtern bislang ihre ureigene Macht, gekoppelt an die Kontrolle &#252;ber die Verbreitungssysteme, die sie zu bedeutenden Figuren, zur vierten Gewalt im Staat gemacht hat. Interessant ist daran, dass die Verleger ihre Gegnerschaft zu Google allerdings nicht mit dem Filterthema begr&#252;nden, sondern diffus beklagen, Google w&#252;rde letztlich guten Journalismus unm&#246;glich machen.</p>
<p>Klar ist eines: das Filtern verlagert sich von <a href="http://www.kulturindustrie.com">wenigen</a> zu vielen und von Gatekeepern hin zu st&#228;rker maschinell, kollaborativ oder von beidem gepr&#228;gten <a href="http://www.shirky.com/weblog/2009/11/a-speculative-post-on-the-idea-of-algorithmic-authority/">Filtersystemen</a>. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Bewegung wieder umgekehrt werden kann. Forderungen an die Politik, wonach den alten Filtersystemen – die nach Willk&#252;r und dem politischen Interesse von Einzelpersonen funktionieren – auch wieder ihre alte Bedeutung zukommen m&#252;sse, sind nur schlecht begr&#252;ndbar.</p>
<p><strong>Was ist zu tun?</strong></p>
<p>Es steht au&#223;er Zweifel – jede Demokratie braucht funktionierenden professionellen Journalismus. Wir k&#246;nnen es uns nicht leisten, dass niemand aufpasst, schmerzhafte Fragen stellt, nachbohrt, sucht, findet, entdeckt und erkl&#228;rt. Klar erscheint aber ebenso: mittelfristig werden die wahrhaft wertschaffenden Medienmacher – an echten Themen arbeitende Redakteure, Journalisten, Reporter, Volont&#228;re – nicht mehr von den Krumen bezahlt werden, die &#252;brig bleiben, nachdem alle anderen bezahlt worden sind: die Eigent&#252;mer der Verbreitungssysteme und all jene, die mitarbeiten, aber keinen journalistischen Mehrwert erzeugen – weil sie <a href="http://www.shirky.com/weblog/2009/10/rescuing-the-reporters/">Agenturmeldungen kopieren</a>, Bilderklickstrecken <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-erosion-des-qualitaetsjournalismus/">erfinden</a> oder Suchmaschinen austricksen.</p>
<p>Das ist nicht unbedingt eine schlechte Nachricht – mittelfristig gesehen. Wenn wir nicht mehr die Aufschl&#228;ge bezahlen m&#252;ssen, die f&#228;llig waren f&#252;r den Unterhalt gro&#223;er Distributionskan&#228;le und f&#252;r das Premium, das die institutionellen Filter f&#252;r sich beansprucht haben, dann m&#252;sste auch der Journalismus g&#252;nstiger werden. Vielleicht w&#228;re er auch mit knapperen Werbeeinnahmen finanzierbar? Zu erwarten, dass auch k&#252;nftig die Verlage und Medienh&#228;user an diejenigen, die wahrhaftig im Sinne journalistischer Arbeit unterwegs sind, sp&#228;rliche Geh&#228;lter zahlen, nachdem sich alle anderen Kostenstellen am Werbekuchen bedient haben, erscheint dagegen als zweifelhafte Strategie.</p>
<p><strong>Experimente sind der einzige Weg in der Revolution</strong></p>
<p>Als Johannes Gutenberg oder Guglielmo Marconi die Grundlagen gelegt haben, gab es keinen Kompass, keine Leitschnur, keine Regeln, wie daraus einmal funktionierende Mediensysteme als Teil demokratischer Ordnung werden k&#246;nnen. Sie sind gewachsen, aus unz&#228;hligen Experimenten, zum Teil &#252;ber Jahrhunderte. Wir erleben gegenw&#228;rtig einen Umbruch wie zu Zeiten Gutenbergs. Darum ist es zu fr&#252;h, alle Antworten zu verlangen. Es bleibt allein das Experiment: Vielleicht mit Mini-Videoteams, die <a href="http://www.niemanlab.org/2009/11/how-a-blog-a-camera-and-a-court-are-feeding-journalisms-long-tail/">Mikrofernsehen</a> machen, oder indem man versucht zu verstehen, auf welche Weise <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Wisdom_of_Crowds">viele</a> Mitwirkende ein journalistisches Projekt <a href="http://www.scripting.com/stories/2009/01/11/howInvestigativeResearchHa.html">besser</a> machen k&#246;nnen. Oder mit einer Seite, bei der die Leser <a href="http://mashable.com/2009/07/16/crowdfunded-news/">f&#252;r die Geschichte spenden</a>, die ihnen am wichtigsten erscheint. Nat&#252;rlich – auch Stiftungen und freiwillige Geldgeber k&#246;nnen und m&#252;ssen wohl eine Rolle spielen. Experimente k&#246;nnen &#252;brigens auch <a href="http://www.netzeitung.de/medien/1536279.html">scheitern</a> – deshalb sind es ja Experimente.</p>
<p>Eine entscheidende Frage ist wohl, ob in Zukunft tats&#228;chlich der Qualit&#228;tsjournalismus nicht mehr bezahlbar ist, oder ob es allein die gro&#223;en massenmedialen Verteilungssysteme und die daran h&#228;ngenden Konzerne sind, die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,604332,00.html">laut eigener Aussage</a> aus Online-Werbeeinnahmen nicht finanziert werden k&#246;nnen – w&#228;hrend sie h&#228;ufig <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wutmaeander-zur-qualitaetsdebatte/">alles andere</a> als Qualit&#228;tsjournalismus betreiben.</p>
<p><strong>Die Kugel gestalten</strong></p>
<p>In ihrer bestehenden Form wird unsere Medienlandschaft nicht weiter existieren. Sie kann es nicht, bei einem derart radikalen Bruch, der ihr die fundamentale &#246;konomische Grundlage entzieht. Das ist keine d&#252;stere Prophezeiung, es ist eine Gewissheit. Offen ist allein, <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/11/02/der-medienwandel-wird-immer-schneller.aspx">wie lange es dauert</a>. Dieser Text ist daher auch keine Utopie oder Brandrede, sondern nichts als ein weiterer Versuch, das Unvermeidbare zu verstehen.</p>
<p>Ebenso wie es in der Welt der Wissenschaft immer und immer wieder Paradigmenwechsel gegeben hat, gibt und gab es sie in den verschiedensten Bereichen unseres technischen Lebens. Die Elektrizit&#228;t ersetzte die Dampfmaschine. Das Pferd wurde vom Auto ausman&#246;vriert. Das Telefon machte dem Telegrafen den Garaus. Immer sind dabei Konzerne – Weltreiche manchmal – untergegangen, immer sind dabei neue Welten und Konzerne entstanden. Die wiederum neue (meistens: mehr) Arbeit geschaffen haben und neue Prosperit&#228;t.</p>
<p>Was uns bei dieser Revolution am ehesten beunruhigen sollte, ist die Art und Weise, mit der gro&#223;e Teile der deutschen Medienlandschaft diese zwingende &#246;konomische Logik verneinen und der Politik einzureden <a href="http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/">versuchen</a>, das Problem lie&#223;e sich durch Verbote und Rezepte aus der alten Welt regeln. Das legt Sorge um den Medienstandort Deutschland nahe. Kuhn hat erkl&#228;rt, dass die Welten vor und nach einem Paradigmenwechsel „inkommensurabel“ seien. Mit anderen Worten: so unterschiedlich, so anders, dass es kaum noch m&#246;glich ist, sie &#252;berhaupt zu vergleichen. Geschweige denn, die Rezepte aus der alten in der neuen Welt anzuwenden.</p>
<p>Die Medienwelt ist keine Scheibe mehr. Sie wird zur Kugel. Anstatt dar&#252;ber zu streiten, wo am Firmament welcher Stern aufgeh&#228;ngt sein soll, ist es heute weitaus wichtiger, mit aller Macht <a href="http://www.niemanlab.org/2009/09/clay-shirky-let-a-thousand-flowers-bloom-to-replace-newspapers-dont-build-a-paywall-around-a-public-good/">eintausendundein Experiment</a> zu wagen, um dieser Kugel <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">ihre Form zu geben</a>. Sonst tun es andere – vielleicht diejenigen, bei denen das Experimentieren tief in der Unternehmenskultur <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2665-Das-Google-Missverstaendnis.html">verankert</a> ist.</p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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<a href="http://carta.info/18043/kommunikationswandel-die-vier-subsysteme-des-medienapparats/">Kommunikationswandel: Die vier Subsysteme des Medienapparats</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18043/kommunikationswandel-die-vier-subsysteme-des-medienapparats/#comments">101 comments</a>
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		<title>Blogs beeinflussen mit Bertelsmann</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 14:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Social Media Monitoring]]></category>

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		<description><![CDATA[Als heraus kam, dass die Deutsche Bahn politische Debatten in Internet-Foren mit viel Geld beeinflusst hat, blinkte bei mir ein Fragel&#228;mpchen auf: Wie erkennt man eigentlich Miet-Lobbyisten im Netz?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/92411c327c98957e9fc6eddcc909bf" alt="" width="1" height="1" /><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span>Manche Blogger machen eine typische Erfahrung: In Kommentaren zu ihren Beitr&#228;gen tauchen </span><a href="http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2009/05/lobbycontrol-enthullt-verdeckte-pr-aktivitaten-der-deutschen-bahn/">bestimmte Aussagen</a><span> auf, Signalw&#246;rter, Argumentationslinien, die sich oft wiederholen. Die Absender sind nett, tragen Kunstnamen und lassen sich eher selten &#252;ber eine eigene Website identifizieren. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Ganze hat Methode und nennt sich z.B.: „Soziale Netzwerke beobachten und richtig reagieren: Arvato Online Services bietet ab sofort Social Media Monitoring“! (</span><a href="http://www.social-media-monitoring.eu/">Andere</a><span> Netz-&#220;berwacher nennen es </span><a href="http://www.ethority.de/produkte/social_media_monitoring.html">Risk-Monitoring</a><span>).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Ich zitiere aus der </span><a href="http://www.presseportal.de/pm/19949/1406892/arvato_online_services">Pressemitteilung</a><span> von AOS: „Durch Social Media Monitoring erhalten Unternehmen die M&#246;glichkeit, relevante Foren, Blogs und Communities zu beobachten und die Darstellung des eigenen Images im Netz zu &#252;berwachen.“ <strong>Bei negativen Ergebnissen bietet <em>Arvato Online Services</em></strong></span><span><strong> seinen Kunden die richtige Abwehr-Strategie</strong></span><span>: „Mit ihrem umfangreichen Portfolio k&#246;nnen die M&#252;nchner Online-Experten zielgruppengenaue Marketing-Aktionen planen und durchf&#252;hren und <strong>Unternehmen dabei helfen, die Eigendarstellung im Netz zu kontrollieren und zu steuern</strong></span><span>.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Ja, das Netz ist ungemein wichtig geworden! Ich zitiere:</span></p>
<div id="attachment_10880" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/06/arvatosocial.jpg"><img class="size-medium wp-image-10880" title="arvatosocial" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/06/arvatosocial-300x199.jpg" alt="arvatosocial" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Arvato Social Media Monitoring: fr&#252;hzeitige und proaktive Reaktion auf negative Tendenzen</p></div>
<p class="MsoNormal"><span>“Das Internet ist inzwischen f&#252;r 98 Prozent der Nutzer ein entscheidendes Recherche-Instrument. Konsumenten informieren sich im Netz vorab &#252;ber Produkte und Dienstleistungen, die sie interessieren und reagieren dabei stark auf die Erfahrungen anderer.“ Das sagt der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Arvato Online Services GmbH, Stephan Wolfram. Er sagt weiter: “Darum ist es f&#252;r Unternehmen unverzichtbar, Entwicklungen in sozialen Netzwerken zu beobachten und, <strong>sollten negative Bewertungen oder falsche Einsch&#228;tzungen &#220;berhand nehmen,</strong></span><span> entsprechend darauf zu reagieren.”</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><em>Arvato Online Services</em></span><span> vertreibt zu diesem Zweck ein „intelligentes“ </span><a href="http://undertheshower.com/2009/01/essentielle-social-media-monitoring-tools-fur-unternehmen/">Tool</a><span>, das Social Media Monitoring erm&#246;glicht. Das Angebot besteht aus drei Bausteinen:</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Erstens aus einer Situationsanalyse: Das Unternehmen erh&#228;lt einen &#220;berblick, was in den sozialen Netzwerken innerhalb der vergangenen Wochen und Monate &#252;ber das eigene Angebot sowie &#252;ber Wettbewerber geschrieben wurde.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Zweitens aus einem „Live-Screening“: Das Netz wird t&#228;glich auf bestimmte <strong>Keywords</strong></span><span> hin &#252;berpr&#252;ft. Der Auftraggeber erh&#228;lt regelm&#228;&#223;ig Berichte zu Erw&#228;hnungen in relevanten Blogs, Foren, Bewertungs- und Videoportalen, Newsgroups sowie via Twitter. Sowohl die Quantit&#228;t als auch die Tonalit&#228;t (!) der Kommunikation wird festgestellt.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Drittens aus dem &#8211; nicht blo&#223; passiven &#8211; sondern aktiven „Social Media Marketing“: Optional bietet <em>Arvato Online Services</em></span><span> dem Unternehmen Marketingma&#223;nahmen an, die sich aus den Beobachtungen ableiten und die zu einem positiveren Bild innerhalb der Web-2.0-Welt verhelfen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Stephan Wolfram: “Die Analyse der Markenwahrnehmung verhilft zu einem Informationsvorsprung und erm&#246;glicht <strong>eine fr&#252;hzeitige und proaktive Reaktion auf negative Tendenzen</strong></span><span>”.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das k&#246;nnte der Grund sein, warum manchmal so stromlinienf&#246;rmige Kommentare zu ganz bestimmten Themen auftauchen. Oder?</span></p>
<p><!--EndFragment-->
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=10855&amp;md5=147e26080f64dd5fc63aae7afe0e71f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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