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	<title>CARTA &#187; Fernseh-Duell</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Das Duell: Merkel und Steinmeier k&#228;mpfen um die Stimmen der Anderen</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 12:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beim "Duell" k&#228;mpfen Merkel und Steinmeier nicht gegeneinander - sondern gegen die Kleinparteien: Steinmeier muss sein Beamten-Korsett ablegen und bei Gr&#252;nen- und Linken-W&#228;hlern punkten. Merkel muss versuchen, den Guttenberg zu geben, um das Wachstum der FDP einzud&#228;mmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn 64 Prozent der W&#228;hler vor dem TV-Duell glauben, Angela Merkel werde gewinnen, und nur 12 Prozent Frank Walter Steinmeier das zutrauen, dann steht der Sieger des Duells schon fest &#8211; zumindest auch in den Meinungsumfragen danach. Denn Angela Merkel m&#252;sste schon einen minutenlangen Blackout haben, um diesen Vorsprung noch zu verspielen.</p>
<p>Das hei&#223;t allerdings nicht, dass Merkel auch tats&#228;chlich die Siegerin des Duells sein wird. Denn bei dem Duell geht es nicht mehr um die Stimmenverteilung zwischen CDU und SPD. Dieser Kuchen ist schon l&#228;ngst verteilt. Es geht um die W&#228;hler der vom Duell ausgeschlossenen &#8211; heute noch so genannten &#8211; kleinen Parteien. Sie sitzen unsichtbar mit am Tisch ( bzw. stehen mit am Pult). Um ihre Stimmen ringen Merkel und Steinmeier in Wirklichkeit.</p>
<p>Merkel muss versuchen, den Aderlass zur FDP zu stoppen und Steinmeier muss darum k&#228;mpfen, wenigstens einige der zur Linkspartei und zu den Gr&#252;nen abgewanderten W&#228;hler zur&#252;ckzuholen. Deshalb sind Steinmeiers wichtigste Themen beim Duell, mit denen er punkten muss, soziale Gerechtigkeit, Atomausstieg und Klimaschutz, Merkel dagegen muss die zur FDP gefl&#252;chteten W&#228;hler davon &#252;berzeugen, dass die CDU immer noch die Partei der (sozialen) Marktwirtschaft ist.</p>
<p>Eine verschobene, aber interessante Schlachtordnung. F&#252;r Steinmeier ist es die allerletzte Chance: f&#252;r ihn geht es bei dem Duell darum, ob die SPD doch noch 25 Prozent erreichen kann oder sogar unter die jetzigen Umfragen f&#228;llt. Er muss Merkel in eine harte, allerdings sachliche Konfrontation &#252;ber die Themen zwingen, die f&#252;r die Linkspartei- und Gr&#252;nen-W&#228;hler relevant sind. Merkel dagegen muss den zu Guttenberg geben. Allerdings nur dann, wenn ihr die Blutspendeaktion f&#252;r die FDP nicht v&#246;llig gleichg&#252;ltig ist &#8211; nach dem Motto: Hauptsache, ich bleibe Kanzlerin.</p>
<p>Steinmeier muss sein Beamten-Korsett sprengen, muss die Teflon-Schicht der Kanzlerin durchbrechen. Wie er diese Herausforderung bew&#228;ltigt, entscheidet &#252;ber die W&#228;hlerrelevanz des Duells. Und daf&#252;r braucht Steinmeier kurze, einpr&#228;gsame Formulierungen, die durch ihre st&#228;ndige Wiederholung bei den Zuschauern h&#228;ngenbleiben.</p>
<p>Der bisherige Wahlkampf deutet leider eher auf einen anderen Verlauf hin: Merkel setzt ihren m&#252;tterlich umsorgenden Wahlkampfvermeidungswahlkampf fort, l&#228;sst Steinmeiers Attacken freundlich, vielleicht sogar witzig an sich abperlen. Und Steinmeier bleibt der sachlich-bem&#252;hte Beamte, der seine Politik nicht fernsehwirksam und damit auch nicht w&#228;hlerwirksam formulieren kann. Ein torloses Spiel ist leider am wahrscheinlichsten &#8211; ein farbloses 0:0, ohne spannende Spielz&#252;ge. Dann h&#228;tte Merkel gewonnen.</p>
<p><em>Michael Spreng bloggt unter <a href="http://www.sprengsatz.de">Sprengsatz</a><a href="http://www.sprengsatz.de">.de</a>, wo auch <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=1999">dieser Beitrag</a> erschein. Wir &#252;bernehmen ihn mit freundlicher Zustimmung des Autors.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14731&amp;md5=ed947670324aa7cb4463c105af080cf5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Ende der TV-Duelle</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 17:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Auseinanderbrechen der gro&#223;en Koalition in Schleswig-Holstein ist Frank-Walter Steinmeier weiter von der Kanzlerschaft entfernt denn je. Damit hat sich auch das Kanzlerduell erledigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a5825d68c8956e9d35ab413b66e009" width="1" height="1" alt=""/>Jetzt hat also auch Frank Walter Steinmeier seine Katherina Reiche. Manuela Schwesig hei&#223;t die junge Politikerin aus dem Osten, die Steinmeiers betagter Mannschaft jugendliche Frische verleihen soll. Auch sie soll, wie Katharina Reiche 2002 bei Edmund Stoiber, das Aush&#228;ngeschild f&#252;r eine moderne Familienpolitik sein und f&#252;r mediale Aufmerksamkeit sorgen. Ob das reicht, um der eingeschlafenen Steinmeier-Kampagne neun Wochen vor der Wahl noch Schwung zu geben?</p>
<p>Zum gef&#252;hlten zehnten Mal hat Steinmeier jetzt angek&#252;ndigt, endlich den Wahlkampf zu er&#246;ffnen. Es wird auch Zeit. <strong>Die Wahllokale werden nicht extra f&#252;r Steinmeier l&#228;nger ge&#246;ffnet.</strong> Seine Ank&#252;ndigungen, endlich loszulegen, wirken inzwischen so einschl&#228;fernd wie seine bisher einzige knapp formulierte Wahlkampfbotschaft, die er gebetsm&#252;hlenhaft wiederholt:&#8221;Ich kann es und ich will es&#8221;. Er meint damit sein berufliches Karriereziel Kanzler. Von ihm ist er aber seit dem Auseinderbrechen der gro&#223;en Koalition in Schleswig-Holstein weiter entfernt denn je. Denn Ralf Stegner plant einen scharfen Konfrontationswahlkampf gegen Schwarz-Gelb. Das bleibt bundespolitisch nicht ohne Folgen.</p>
<p>Gelb war bisher die Hoffungsfarbe der Bundes-SPD. Geht diese &#8211; nie wirklich vorhandene Machtoption &#8211; endg&#252;ltig verloren, dann ist Steinmeier kein Kanzlerkandidat mehr &#8211; oder nur noch mit derselben Berechtigung wie Guido Westerwelle 2002. Steinmeier ist in Wirklichkeit nur noch der Spitzenkandidat der SPD. Und auch er kann die verbliebenen SPD-W&#228;hler nur noch mit einem scharfen Wahlkampf gegen Schwarz-Gelb an die Urne bringen.</p>
<div id="attachment_12393" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/eay/40203597/"><img class="size-medium wp-image-12393" title="merkel-tvduell" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/merkel-tvduell-300x199.jpg" alt="merkel-tvduell" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Die kurze &#196;ra der TV-Duelle: Angela Merkel im Wahlkampf 2005</p></div>
<p>Damit hat sich eigentlich auch das Kanzlerduell erledigt. Das TV-Duell machte nur so lange Sinn, so lange zwei Spitzenkandidaten gegeneinander antreten, die beide die – zumindest theoretische – Chance haben, Kanzler zu werden. Aber ohne Linkspartei (die will er nicht) und ohne FDP (die kriegt er nicht) gibt es keinen Kanzler Steinmeier. <strong>Mit derselben Berechtigung kann auch Guido Westerwelle ein TV-Duell mit Angela Merkel verlangen oder die Gr&#252;nen k&#246;nnten es fordern, wenn sie denn einen Spitzenkandidaten h&#228;tten.</strong></p>
<p>Im Zeitalter schrumpfender Volksparteien und immer st&#228;rkerer “kleiner” Parteien geht die<strong> kurze &#196;ra der TV-Duelle</strong> (2002 bis 2009) ohnehin ihrem Ende engegen. 2013 wird die gute, alte Elefantenrunde wiederkommen. Die Fernsehsender sollten nicht trauern. Die Einschaltquoten 2009 beim “Duell der h&#228;ngenden Mundwinkel” werden ohnehin geringer sein als 2002 und 2005.</p>
<p><em>Michael Spreng bloggt auf <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.sprengsatz.de/');" href="http://www.sprengsatz.de/" target="_blank">Sprengsatz</a>, wo auch <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=1647">dieser Beitrag</a> erschienen ist. </em><em>Siehe zum Thema auch: <a href="http://carta.info/10685/steinmeier-muss-strategie-aendern/">Steinmeier muss Strategie &#228;ndern.</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12390&amp;md5=5942b91932d694712ff83d9800d6a825" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kieler Woche: Alles auf Anfang?</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 15:51:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fernsehduelle mit Vertretern einer gro&#223;en Koalition gelten als langweilig. Das vorzeitige Ende der Kieler Regierung k&#246;nnte jetzt zus&#228;tzliche W&#252;rze in die Debatte bringen - die Parteien stehen schon in den Startl&#246;chern f&#252;r einen Instant-Wahlkampf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a93e1e92306fde72caa1b132a73e57" width="1" height="1" alt=""/>Wer sagt eigentlich, dass Fernsehduelle zwischen Gro&#223;en Koalition&#228;ren langweilig sein m&#252;ssen? Seit einigen Wochen seufzen vornehmlich die gedruckten Qualit&#228;tsmedien, das f&#252;r den 13. September geplante Duell zwischen Kanzlerin und Vizekanzler sei eine Farce. Die Kooperation w&#228;hrend der abgelaufenen Legislaturperiode mache eine echte Konfrontation unm&#246;glich – eine etwas kurzsichtige Perspektive, denn nat&#252;rlich werden CDU und SPD noch die &#196;rmel hochkrempeln und markigere T&#246;ne anschlagen. Allerdings erst nach dem 30. August, wenn nach den drei Landtagswahlen in Th&#252;ringen, Sachsen und dem Saarland endg&#252;ltige Klarheit &#252;ber die Ausgangsposition f&#252;r den vierw&#246;chigen Wahlkampf-Endspurt bis zum 27. September besteht. Doch nun bringt das vorzeitige Ende der CDU/SPD-Regierung in Kiel zus&#228;tzliche W&#252;rze in das deutsche Wahl- und Debattendurcheinander.</p>
<p>Es wundert wenig, dass gerade die <strong>Zeitungen</strong> dem Duell kritisch gegen&#252;berstehen, denn Organisation, Durchf&#252;hrung und – vor allem – die Aufmerksamkeit eines gro&#223;en Publikums sind f&#252;r die veranstaltenden Fernsehsender ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSAT.1 reserviert. Doch auch abseits des „medialen Futterneids“ spricht nicht wenig daf&#252;r, dass die Auseinandersetzung spannend werden d&#252;rfte – zumal die Duell-Freunde nun wohl auch noch eine unerwartete Zugabe aus Schleswig-Holstein erhalten d&#252;rften: am Donnerstag <a href="http://www.landtag.ltsh.de/plenumonline/juli2009/texte/00_vertrauensfrage.htm">verneinte</a> der Kieler Landtag die von Peter-Harry Carstensen gestellte Vertrauensfrage, Neuwahlen sind f&#252;r den 27. September angesetzt. Die Parteien stehen schon in den Startl&#246;chern f&#252;r einen neuerlichen Instant-Wahlkampf, und dazu geh&#246;rt h&#246;chstwahrscheinlich auch eine Fernsehdebatte der Spitzenkandidaten. Wenn es nach dem SPD-Mann Ralf Stegner ginge, k&#246;nnten es vermutlich auch mehrere sein. Noch-Ministerpr&#228;sident Carstensen d&#252;rfte eher zur&#252;ckhaltend verhandeln, obwohl er 2005 gegen die damalige Amtsinhaberin Heide Simonis <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/432/402213/text/">gar nicht mal so schlecht</a> ausgesehen hatte.</p>
<p>Aber: es ist keinesfalls sicher, dass &#252;berhaupt ein Duell stattfindet, denn die Verhandlungen zwischen den Spitzenkandidaten und dem ausrichtenden NDR folgen keinerlei Regelwerk, sondern sind auf die <strong>&#220;bereinkunft</strong> aller Beteiligten angewiesen. Und das, obwohl weltweit ein „Goldenen Zeitalter der TV-Debatten“ angebrochen ist. So sch&#228;tzt zumindest Alan Schroeder, Autor des Standardwerkes „Presidential Debates: 50 Years of High-Risk-TV“, die aktuelle Lage ein:</p>
<blockquote><p>„2009 gab es Debatten in Indonesien, der Mongolei, Honduras, Chile und sogar in Iran. Die gro&#223;e Verbreitung tr&#228;gt zu einer allm&#228;hlichen Institutionalisierung des Formates bei – das ist gut f&#252;r die Demokratie und schlecht f&#252;r Politiker, die sich der Verantwortung eines &#246;ffentlichen Gespr&#228;chs entziehen m&#246;chte.“</p></blockquote>
<p>Dass es in Deutschland sehr wohl m&#246;glich ist, sich vor einer Fernsehdebatte zu dr&#252;cken, hat noch im Januar diesen Jahres <strong>Roland Koch</strong> <a href="http://carta.info/4109/hessen-tv-duelle/">bewiesen</a>. Nach dem f&#252;r ihn nicht optimal verlaufenen <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/ltw2008/index.jsp?key=standard_document_33708218&amp;type=v&amp;rubrik=32776&amp;mediakey=specials/standard/20080120_das_duell_ganz">Duell mit Andrea Ypsilanti</a> im Wahlkampf 2008, hat der hessische Ministerpr&#228;sident durch geschicktes Verhandeln eine Neuauflage mit Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel vermieden – auch weil es in Deutschland weder auf Bundes- noch auf Landesebene ein Regelwerk zur Organisation von Fernsehdebatten in Wahlk&#228;mpfen gibt.</p>
<p>Auch in Schleswig-Holstein wird das Verhalten in der Duell-Frage Hinweise auf die allgemeine Wahlkampfstrategie und –performance der Spitzenkandidaten geben – schon die Aussprache zur Vertrauensfrage im Landtag am Donnerstag hat gezeigt, dass eine Debatte zwischen Carstensen und Stegner ganz interessant und bisweilen unterhaltsam werden k&#246;nnte.</p>
<p>Und das, obwohl beide als Vertreter einer gar nicht mal so unproduktiven Gro&#223;en Koalition an den Start gehen.
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		<title>Wahlkampf 2.0, in Hessen keine Spur</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 15:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Neuauflage des hessischen Landtagswahlkampfs ist im Gange und eine wesentliche Entscheidung scheint bereits gefallen: Fernsehdebatten wird es bei der Neuauflage der Wahl wohl nicht geben. Das ist bedauerlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/07462e7bafb0d20f28b40647d815d3" width="1" height="1" alt=""/>Vor allem Roland Koch hat derzeit die Rolle des Spielverderbers inne, und sie scheint ihm zu gefallen. Bereits am Tag der Parlamentsaufl&#246;sung lie&#223; die hessische CDU per <a href="http://www.cduhessen.de/downl/Downloads/Boddenberg_08_11_19_Brief_Theisen.pdf">Brief</a> an die Verantwortlichen des Hessischen Rundfunks mitteilen, dass der gesch&#228;ftsf&#252;hrende Ministerpr&#228;sident „in diesem Wahlkampf nicht f&#252;r ein Duell zur Verf&#252;gung“ stehe. &#220;ber die – durchaus etwas merkw&#252;rdige – Begr&#252;ndung, eine R&#252;cksichtnahme auf den potenziellen Koalitionspartner FDP, wurde in den folgenden Tagen viel geschrieben. Die SPD beeilte sich, dem politischen Gegner <a href="http://www.spd-hessen.de/.net/QZPGYDPDCCPGQYVKGPKZYZP/meldungen/11028/60198.html">„Feigheit“</a> zu unterstellen, der Spitzenkandidat der Gr&#252;nen, Tarek Al-Wazir nutzte die Lage zur Selbstnominierung f&#252;r ein <a href="http://gruene-hessen.de/cms/presse/dok/258/258901.tvsendungen_zur_hessischen_landtagswahl.htm">Duell – mit Roland Koch</a>. Die <a href="http://www.fdphessen.de/webcom/show_article_pm.php/_c-429/_nr-132/_p-1/_ao-/_lkm-0/i.html">FDP</a> wertete dessen Vorsto&#223; als Gag, allein die Linkspartei meldete sich bislang nicht zu Wort. <strong>Ein veritables Debatten-Durcheinander</strong>, oder, um es mit der Mundart-&#220;bersetzung des Klassikers „Streit um Asterix“ zu sagen: Was e Gefuddel!</p>
<p>Der Hessische Rundfunk als „Veranstalter“ reagierte verhalten bis entt&#228;uscht, dennoch bleiben zwei Termine im Vorfeld der Wahl (8. und 15. Januar) reserviert – dort k&#246;nnen sich die Spitzenvertreter aller im Landtag vertretenen Parteien beteiligen. So zumindest ist der Stand im Augenblick, dem Vernehmen nach (vgl. <a href="http://www.twitter.com/hronlinewahl">Twitter</a>) wird hinter den Kulissen noch verhandelt – doch <strong>das Wohl und Wehe des Formats h&#228;ngt allein von der Bereitschaft der Kandidaten ab</strong>.</p>
<p>Die Lage in Hessen illustriert <strong>den</strong><strong> Zustand des in Deutschland noch immer stiefm&#252;tterlich behandelten Formats der Fernsehdebatte</strong>: noch zu Jahresbeginn wurde nach dem gro&#223;en Reichweitenerfolg des „Duells“ zwischen Roland Koch und Andrea Ypsilanti der Durchbruch gefeiert, seitdem galt die choreografierte Auseinandersetzung der Spitzenkandidaten als neuer Standard auch auf Landesebene. Nun droht gerade in Hessen, wo am 20. Januar diesen Jahres immerhin 400.000 Menschen die Debatte verfolgten (bundesweit wird die Zahl der Zuschauer mit 1,5 Millionen angegeben), ein Ausfall des popul&#228;ren Redewettstreits und damit ein R&#252;ckfall in die Zeit der Elefantenrunden l&#228;ngst vergangener Jahre.</p>
<p><strong>Es lohnt ein n&#228;herer Blick auf die verfahrene Situation</strong>: aus der Perspektive der Kandidaten sind die Man&#246;ver von Durchsichtigkeit gekennzeichnet – der CDU-Verweis auf „Mehrheitskonstellationen“ und „R&#252;cksichtnahme“ auf den potenziellen Koalitionspartner FDP kaschiert mehr als unzureichend den Wunsch, den wenig bekannten Kontrahenten Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel von einer prominenten Plattform fernzuhalten. Die erwartbare, aber relativ plumpe Reprise der SPD verdeutlicht das nat&#252;rliche Interesse an der gro&#223;en Showb&#252;hne. Die Gr&#252;nen sind mit ihrer forschen, aber wenig &#252;berzeugenden Forderung nach Doppelduellen zwischen Tarek Al-Wazir und Koch sowie Sch&#228;fer-G&#252;mbel und dem FDP-Fraktionschef J&#246;rg-Uwe Hahn &#252;ber das Ziel hinaus geschossen. Die Linkspartei k&#246;nnte die Lage noch etwas un&#252;bersichtlicher machen, denn nach dem Einzug in den Landtag ist der Anspruch auf &#246;ffentlich-rechtliche Sichtbarkeit parlamentarisch legitimiert – noch vor Jahresfrist hatte der HR den Zugang zu prominenten TV- und H&#246;rfunksendungen verwehrt.</p>
<p>Die von wenig Esprit gepr&#228;gte Diskussion unter den Landespolitikern verdeutlicht, dass noch ein breites Unverst&#228;ndnis dar&#252;ber herrscht, wie die Diskussion um eine Debatte produktiv f&#252;r die eigene Kampagne genutzt werden k&#246;nnte. Die g&#252;nstigsten Voraussetzungen hierf&#252;r haben <strong>SPD und Linkspartei, denen hohe Reichweiten in jedem Fall in die H&#228;nde spielen w&#252;rden, nahezu unabh&#228;ngig von Inhalt und Verlauf etwaiger Sendungen. </strong>Die Enthaltsamkeit der Linkspartei in der Debattenfrage verwundert daher umso mehr – zumindest die Forderung nach einer Runde der „kleinen Parteien“ w&#228;re zu erwarten. Schwieriger ist die Lage f&#252;r die Gr&#252;nen und die FDP: beide Parteien k&#246;nnen in den Umfragen zwar Zugewinne verzeichnen und liegen nun deutlich oberhalb der <a href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=34954&amp;key=standard_document_35901984">10-Prozent-Marke</a>, doch rechtfertigt diese Positionierung keineswegs die Teilnahme an einem Duell der Spitzenkandidaten um das Ministerpr&#228;sidentenamt – und eine Gegen&#252;berstellung „auf Augenh&#246;he“ k&#228;me f&#252;r Al-Wazir und Hahn – am Ende noch mit einem Vertreter der ungeliebten Linkspartei – einem Verkauf unter Wert gleich. So durchschaubar das Hauptmotiv f&#252;r die Duell-Absage aus dem CDU-Lager auch sein mag, so sehr l&#228;dt die ablehnende Haltung zu weiteren Spekulationen ein. Selbst wenn eine Debattenverweigerung zwar nicht ganz untypisch f&#252;r Amtsinhaber ist, so ist die Argumentation eine eher ungl&#252;ckliche – eine „Position der St&#228;rke“ sieht anders aus. Ganz nebenbei wirkt diese Argumentation wie das sp&#228;te Eingest&#228;ndnis einer Niederlage gegen Andrea Ypsilanti, <strong>es verr&#228;t ein diffuses „Duell-Unbehagen“ beim gesch&#228;ftsf&#252;hrenden Ministerpr&#228;sidenten</strong>.</p>
<p>Doch wer kann nun diesen gordischen Debattenknoten l&#246;sen? Der HR scheinbar nicht, viel zu defensiv und beinahe ratlos wirkt die Ank&#252;ndigung von zwei unspezifischen Allparteienrunden. Eine &#246;ffentliche Thematisierung im Sinne einer „Debatte vor der Debatte“ um Teilnehmer, Konstellationen und Formate ist bislang ausgeblieben. Eine gute Chance dazu hat der HR bereits vergeben: bei der Hessentrend-Umfrage von Anfang Dezember h&#228;tte ein Stimmungsbild zur Debattenfrage in der Bev&#246;lkerung zumindest Hinweise f&#252;r eine solche Diskussion liefern k&#246;nnen. Auch ein offensives Kommunizieren unterschiedlicher Formate w&#228;re denkbar, um f&#252;r Bewegung zu sorgen: anstelle eines starren, verregelten TV-Duells nach dem Muster des Vorjahres w&#228;re ein „weicheres“ Townhall-Format mit Studiopublikum und weniger direkter Konfrontation zwischen den Kandidaten wom&#246;glich das konsensf&#228;higere Modell.</p>
<p>Die Aufteilung der f&#252;nf Spitzenvertreter in zwei Sendungen w&#228;re indes nicht allzu schwierig – trotz der Verluste im SPD-Lager ist der Vorsprung auf FDP und Gr&#252;ne in den Umfragen noch gro&#223; genug, um Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel als einzigen – wenn auch wenig aussichtsreichen – Spitzenkandidaten mit einer Chance auf den Einzug in die Staatskanzlei zu identifizieren. Auf dem Debatten-Rei&#223;brett w&#252;rde daraus folgendes resultieren: zun&#228;chst eine Dreierrunde zwischen Tarek Al-Wazir, J&#246;rg-Uwe Hahn und Willy van Ooyen am 8. Januar, zehn Tage vor der Wahl. Als Format hierf&#252;r w&#252;rde sich das klassische <em>press panel</em> eignen, bei dem die Fragen von einem oder zwei Journalisten an die Kandidaten gestellt werden. Drei Tage vor der Wahl, am 15. Januar, k&#246;nnte dann eine Debatte im <em>Townhall</em>-Stil folgen, bei der sich Roland Koch und Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel unter Anleitung eines Moderators ausgew&#228;hlten Zuschauerfragen stellen. Zur weiteren „Entsch&#228;rfung“ und „Beschleunigung“ beider Formate k&#246;nnten kurze Einspielfilme die wesentlichen Wahlthemen sowie Agenda der Kandidaten erl&#228;utern – jede Minute Sendezeit ohne Gelegenheit zur kontroversen Auseinandersetzung w&#228;re dabei im Sinne z&#246;gerlicher oder unsicherer Teilnehmer.</p>
<p>Doch vermutlich wird es dazu nicht kommen, denn seit der Einf&#252;hrung der „Kanzlerduelle“ zur Bundestagswahl 2002 ist der wesentliche Systemfehler dieses weltweit popul&#228;ren Formates der Mediendemokratie nicht beseitigt worden: in Deutschland entscheiden allein die Vertreter von Politik und Medien &#252;ber Inhalte, Formate und Ablauf von Fernsehdebatten. Der zuletzt in den USA wieder deutlich gemachte Anspruch der &#214;ffentlichkeit auf den prominent inszenierten Schlagabtausch unter Aspiranten auf ein Regierungsamt ist in Deutschland schlicht und einfach nicht durchsetzbar. Ohne regelsetzende Instanz, wie sie in den USA mit der <em>Commission on Presidential Debates</em> (<a href="%22http://"><span>http://www.debates.org</span></a>) vorhanden ist, und ohne &#246;ffentliche Debatte &#252;ber das Format sind Schlupfl&#246;cher f&#252;r debattierunwillige Kandidaten vorprogrammiert. Leidtragende sind dabei die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler in Hessen – <strong>gerade in einem derart kurzen Landtagswahlkampf, der noch dazu zur Kurskorrektur und Neu-Positionierung in einer Situation des politischen Stillstands genutzt werden muss, k&#246;nnen verdichtete Kommunikationssituationen wie Fernsehdebatten sehr wohl hilfreiche Informationen zur W&#228;hlerbildung liefern.</strong>
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