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	<title>CARTA &#187; FDP</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Blick in die Glaskugel: Landtagswahl in NRW</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 09:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Fortsetzung des Spiels "Wer mit wem?" werden wir am Sonntag und in den Wochen danach in Nordrhein-Westfalen erleben. Die Wendeman&#246;ver der drei kleinen Parteien werden jedenfalls heftiger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ein Norbert R&#246;ttgen, der nicht wei&#223;, ob er vielleicht ein bisschen in D&#252;sseldorf bleiben m&#246;chte, gibt nicht eben eine Wahlempfehlung f&#252;r seine Partei ab. Dass er au&#223;erdem noch die Europapolitik der Bundesregierung zum Wahlthema machen will, ist mehr als ungeschickt, wird aber seine R&#252;ckkehr nach Berlin sichern. Christian Lindner wird mit Ach und Krach der FDP noch einmal den Hals retten, wie es auch Kubicki in SH gelungen ist. Starke Pers&#246;nlichkeiten lenken allerdings h&#246;chstens von der verbreiteten Unzufriedenheit der B&#252;rger mit einer Politik ab, die sie schon lange nicht mehr verstehen. Im Gegensatz zu der bisherigen Reaktion, gar nicht zu w&#228;hlen, gibt es nun mit den Piraten eine neue Option.</p>
<p>Bundespolitik f&#228;rbt immer auf Landtagswahlen ab. Der Zusammenhang mit den Wahlen in Frankreich und Griechenland, wo die Menschen auch gegen Merkel gew&#228;hlt haben, ist f&#252;r die CDU kein g&#252;nstiges Umfeld. In einem postindustriellen Land wie NRW, das besonders intensive Umbr&#252;che erlebt hat, d&#252;rfte das Verst&#228;ndnis f&#252;r die W&#228;hler in den europ&#228;ischen Nachbarl&#228;ndern gro&#223; sein. Gerade im Ruhrgebiet wei&#223; man, was Sparen bedeutet, was es hei&#223;t, wenn der Konsum nachl&#228;sst, weil die Menschen kein Geld mehr zum Ausgeben haben. Dort hat &#252;ber Jahrzehnte ein Tante-Emma-Laden nach dem anderen geschlossen, die Infrastruktur schwer gelitten, bis schlie&#223;lich kein Geld mehr f&#252;r die notwendige Sanierung &#246;ffentlicher Einrichtungen da war. In dieser Lage mit Sparpl&#228;nen Wahlkampf zu machen, ist in der Tat tollk&#252;hn.</p>
<p>Dass gespart werden muss, wissen die W&#228;hler. Doch Hannelore Kraft macht klugerweise keinen Wahlkampf mit Bez&#252;gen auf Finanzierung oder Wirtschaft. Sie vertraut auf ihre pers&#246;nliche, menschliche Wirkung und die Erfolge, die sie seit R&#252;ttgers&#8217; Abschied errungen hat und heftet sich auch die der gr&#252;nen Kollegin L&#246;hrmann diskret mit ans Revers. Damit vermeidet sie geschickt die unangenehme Themensetzung und kommt im Vergleich zu den konkurrierenden Wahlk&#228;mpfern, die schwer nach Berlin riechen, mit ihren bodenst&#228;ndigen Auftritten gut an. Von der M&#246;glichkeit der eigenen k&#252;nftigen Kanzlerkandidatur ist vor der NRW-Wahl kaum die Rede, entsprechende Fragen werden dezent &#252;berh&#246;rt oder mit der nachdr&#252;cklichen Entscheidung f&#252;r D&#252;sseldorf kommentiert.</p>
<p>Die NRW-Gr&#252;nen beschr&#228;nken sich neben ihren Stammthemen weitgehend auf Bildung und Soziales, machen zudem gerade eine Kampagne gegen Pro NRW &#8211; ein paar medienwirksame Aktionen vor der Wahl k&#246;nnen nicht schaden. F&#252;r Rot-Gr&#252;n k&#246;nnte es reichen, notfalls muss ein dritter Partner mit ins Boot. Ob der zwingend Lindner hei&#223;en wird, ist noch nicht ausgemacht. Er selbst verh&#228;lt sich, FDP-ungewohnt, recht bescheiden &#8211; kein Fehlverhalten, wenn man mit dem Parteivorsitz lieb&#228;ugelt. F&#252;r die Gr&#252;nen ist allerdings auch eine schwarz-gr&#252;n-gelbe-Koalition nicht unvorstellbar; die Piraten sind aufgrund der W&#228;hlerwanderung kein wahrscheinlicher Partner.</p>
<p>Die Linke hat sich selbst aus dem Rennen genommen: zu viel personelles Hickhack, zu viel Spekulation um Lafontaines m&#246;gliche R&#252;ckkehr, zu viel Bundesget&#246;se vor der wichtigen Landtagswahl. Die Probleme in der Au&#223;enwelt kamen bei der Linken nicht mehr vor, damit ist das D&#252;sseldorfer Gastspiel vorerst beendet.</p>
<p>Die Piraten haben f&#252;r die skeptischen Westfalen und die traditionsbewussten Rheinl&#228;nder noch zu wenig Profil, so dass sie zwar in den Landtag einziehen werden, aber nicht ganz so rauschend wie im Saarland, in Schleswig-Holstein oder in Berlin. M&#246;glicherweise stellen sie jedoch ein willkommenes Gegengewicht dar, sollte sich die bemerkenswerte Zur&#252;ckhaltung der FDP nach der Wahl schnell verfl&#252;chtigen.</p>
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		<title>Die Vierteilung der Opposition</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 17:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit Jahren gibt es eine stattliche politische Mehrheit diesseits der CDU. Doch diese Mehrheit kann nicht wirksam werden. Denn die Opposition hat sich dummerweise vierteilen lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die SPD, das muss man sagen, ist hart im Geben: Ende der siebziger Jahre schenkte sie uns die Gr&#252;nen. Die wollten damals eine andere Friedens- und Umweltpolitik als Helmut Schmidt. Zu Anfang des Jahrtausends schenkte uns die SPD dann die Linken. Die wollten eine andere Wirtschafts- und Sozialpolitik als Gerhard Schr&#246;der. Die Gr&#252;nen (als ehemalige Koalitionspartner von Gerhard Schr&#246;der) schenkten uns schlie&#223;lich die Piraten. Die wollen ein anderes demokratisches Verfahren.</p>
<p>Von der guten alten Tante SPD blieb ein Torso: zementhart und innovationsresistent. &#220;ber die H&#228;lfte der Mitglieder hatte der Partei den R&#252;cken gekehrt, der Vorsitzende war von der Fahne gegangen (und hat ein Trauma hinterlassen), im Bund war die SPD mit Steinmeier auf nie dagewesene 23 Prozent abgest&#252;rzt.</p>
<p>Gab es je eine Aufarbeitung dieser dramatischen Entwicklung? Eine Art Einkehr? Eine Schadensbilanz? Nein. Davor hat die SPD immer zur&#252;ckgescheut. Nach jeder Abspaltung, nach jeder Niederlage hie&#223; es auf den Parteitagen: Jetzt m&#252;ssen wir nach vorn blicken, nur nicht zur&#252;ck.</p>
<p>Heute ist die SPD im Kern ein <a href="http://kahrs.de/strategiepapier-des-seeheimer-kreis-jetzt-nicht-stehenbleiben/5897/">erweiterter Seeheimer Kreis</a>. Und die Partei f&#252;hlt sich ganz gut dabei. Sie hat erreicht, was ihr rechter Fl&#252;gel immer wollte. Sie ist in der gl&#252;cklichen Lage, nach jeder Wahl mit staatspolitisch erhobenem Zeigefinger sagen zu k&#246;nnen, sie m&#252;sse nun aus Verantwortungsbewusstsein eine gro&#223;e Koalition mit der CDU eingehen. F&#252;r die einstigen „vaterlandslosen Gesellen“ ist das vermutlich das h&#246;chste der Gef&#252;hle.</p>
<p>Mit den Gr&#252;nen aber wird es im Bund nicht reichen. Die Erinnerungen an die Entt&#228;uschungen der ersten rot-gr&#252;nen Koalition sind noch zu stark. Die Linken werden weiter die Unber&#252;hrbaren bleiben. Sie sind f&#252;r Sozialdemokraten unw&#228;hlbar (wg. SED), sie sind nicht regierungsf&#228;hig (wg. Afghanistan) und sie sind abgrundtief b&#246;se (wg. Lafontaine). Auch die Piraten kommen als Koalitionspartner noch lange nicht in Betracht: Sie sind zu jung, zu unbedarft und zu unberechenbar (aber &#8211; das sagen alle &#8211; sie sind viel netter als Oskar Lafontaine).</p>
<p><strong>Die Vierteilung der Opposition sichert der Rumpf-SPD die ideale Ausgangslage f&#252;r eine immerw&#228;hrende gro&#223;e Koalition.</strong></p>
<p>Und die Begr&#252;ndung lautet: Die krisenhafte Entwicklung des Eliten-Projekts Europa erfordere in den n&#228;chsten Jahrzehnten ein starkes deutsches Zentrum, eine nationale Zweidrittel-Herrschaft der Oligarchen aus SPD und CDU.</p>
<p>F&#252;r die Piraten ist diese Elitenpolitik ein g&#252;nstiger N&#228;hrboden. Sie k&#246;nnen in aller Ruhe wachsen. Selbst ohne Programm. Die Gr&#252;nen aber werden in eine Zerrei&#223;probe geraten: Die eine H&#228;lfte will zur&#252;ck zu den eigenen Wurzeln, die andere H&#228;lfte will zur&#252;ck in die Regierung. Und die Linken? Sie reiben sich auf im kalten Ost-West-Konflikt und treiben ihre Jungw&#228;hler zuverl&#228;ssig zu den Piraten.</p>
<p>Das bedeutet: So lange die CDU das Kunstst&#252;ck fertigbringt, an ihrem rechten Rand eine Abspaltung zu vermeiden, stehen ihr alle Optionen f&#252;r ein &#8220;Weiter so&#8221; offen. Und so lange die SPD die 20 Prozent-H&#252;rde knackt, hat sie gute Aussichten auf einen festen Logenplatz an der Seite der CDU.</p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42539&amp;md5=702e58729e8d77f41143f27414942515" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Westerwelle: Der tragisch eindimensionale Ex-K&#246;nig der FDP</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 12:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Guido Westerwelle ist an der Eindimensionalit&#228;t seines politischen Denkens und seines Selbstbilds gescheitert. Er wird nicht nur als Parteivorsitzender, sondern auch als Au&#223;enminister zur&#252;cktreten m&#252;ssen, wenn die Erneuerung der FDP gelingen soll. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Guido Westerwelle tritt als der ab, der er seit dem Wahlsieg  2009 war: ein Getriebener. Erst getrieben von der Faszination der  eigenen Wichtigkeit, dann von Hybris und Arroganz, schlie&#223;lich von der  Angst und den eigenen Parteifreunden. Wieder einmal hat ein Politiker  den richtigen Zeitpunkt f&#252;r den Abgang verpasst.</p>
<p>Noch halbwegs respektabel w&#228;re es gewesen,wenn er am Montag nach  den f&#252;r die FDP desastr&#246;sen Wahlergebnissen den R&#252;cktritt erkl&#228;rt h&#228;tte.  Stattdessen versuchte er offenbar mit einer erb&#228;rmlichen Intrige, die  Jung-Talente der FDP f&#252;r einen Sturz Rainer Br&#252;derles und Birgit  Homburgers zu instrumentalisieren, um seinen eigenen Kopf zu retten. Das  musste so schief gehen, wie ihm fast alles seit dem  14,6-Prozent-Wahltriumph schiefgegangen ist: Vom schwarz-gelben  Urs&#252;ndenfall der Hotelsteuer bis zum Libyen-Konflikt. Aus dem  Gl&#252;cksjungen der deutschen Politik war die Pechmarie geworden: alles was  er anpackte, ging daneben.</p>
<p>Gescheitert ist er auch an der Eindimensionalit&#228;t seines politischen  Denkens. Weil er aus der der FDP die Einthemen-Partei f&#252;r  Steuersenkungen gemacht hatte, stand der FDP-K&#246;nig nackt da, als die  Steuersenkungen an der Wirklichkeit zerschellten. Sein Scheitern hat  durchaus tragische Z&#252;ge,  aber er kann niemanden anders daf&#252;r  verantwortlich machen als sich selbst.</p>
<div id="attachment_39585" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/westerwelle2.jpg"><img class="size-medium wp-image-39585" title="westerwelle2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/westerwelle2-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Westerwelle: Sein Scheitern hat durchaus tragische Z&#252;ge,  aber er kann niemanden anders daf&#252;r verantwortlich machen als sich selbst.</p></div>
<p>Westerwelles Selbstbild war seit der Wahl 2009 nie mehr von der  Wirklichkeit gedeckt. Und das Schlimmste: er merkte es nicht.  Stattdessen wurde er immer schriller und lauter, so dass er nur noch die  Trommelfelle, aber nicht mehr die Gehirne der Parteifreunde und W&#228;hler  erreichte.</p>
<p>In den Monaten vor seinem politischen Ende versuchte er, sich noch  einmal neu zu erfinden: als Au&#223;enminister wollte er die Statur  wiedergewinnen, die ihm als Parteichef abhanden gekommen war. Und er  machte vor&#252;bergehend durchaus eine gute Figur, zum Beispiel bei seinem  Einsatz f&#252;r die sich befreienden arabischen V&#246;lker. Aber dann &#252;bermannte  ihn wieder der taktisch &#252;berdrehte Innenpolitiker: mit seiner  Enthaltung im UN-Sicherheitsrat, als es um die (begrenzte)  Milit&#228;rintervention in Libyen ging, wollte er den Schr&#246;der machen, sich  am Pazifismus der Deutschen auf der Popularit&#228;tsleiter wieder nach oben  hangeln.</p>
<p>Das ging ging doppelt schief. Die W&#228;hler glaubten ihm nicht und  honorierten der FDP die ” Haltung” Westerwelles nicht. Und gleichzeitig  isolierte er Deutschland in der UN, in der NATO, in Europa. Derselbe  Mann, der sich peinlich &#252;bertrieben selbst feierte, als Deutschland (zum  zweiten Mal) in den UN-Sicherheitsrat einzog, scheiterte genau an  dieser Mitgliedschaft und ihren Verpflichtungen. Bei der Meisterpr&#252;fung  als Au&#223;enminister durchgefallen – so das weltweite Urteil, auch in der  CDU/CSU und in den eigenen Reihen. Westerwelle sitzt als Au&#223;enminister  auf einem Scherbenhaufen.</p>
<p>Deshalb ist es absurd, dass er genau dieses Amt behalten will. F&#252;r  Deutschland w&#228;re es wichtiger, dass er als Au&#223;enminister abtritt denn  als Parteichef. Und wie soll das funktionieren? Philipp R&#246;sler oder  Christian Lindner als Parteichef und Westerwelle als Au&#223;enminister und  Vizekanzler? Wer bestimmt dann den Regierungskurs der FDP – Westerwelle  im Kabinett oder der neue Parteivorsitzende im Koalitionsausschuss?</p>
<p>Die neue FDP-F&#252;hrung (so sie denn wirklich eine neue wird) muss sich  profilieren – auch gegen&#252;ber dem Koalitionspartner. Sie muss durch eine  Kurs&#228;nderung den schier aussichtslosen Versuch machen, f&#252;r die FDP  neue Glaubw&#252;rdigkeit zu gewinnen. Sie muss neue, alte Themen  wiederentdecken, eine junge, moderne, ideologiefreie Partei der  B&#252;rgerrechte, der Bildung und des Internetzeitalters werden, eine  Partei, die sich nicht von Koalitionstabus an die Kette legen l&#228;sst.</p>
<p>Die FDP muss sich an Karl-Hermann Flach den gro&#223;en FDP-Denker,  zur&#252;ckerinnern, der 1971 schrieb: “Die Befreiung des Liberalismus aus  seiner Klassengebundenheit und damit vom Kapitalismus ist die  Voraussetzung seiner Zukunft”. Wirtschaftsfreundlichkeit darf  nicht  l&#228;nger mit Unternehmensh&#246;rigkeit verwechselt werden. Und die FDP muss  sich neue Spielr&#228;ume schaffen, auch mit neuen, alten Koalitionsoptionen.</p>
<p>Und das alles soll mit einer nach wie vor dominanzs&#252;chtigen,  gescheiterten Figur wie Westerwelle gehen, der seine Finger nie von der  Innen- und Parteipolitik lassen wird? Wenn die FDP nur ihr  Parteipersonal umdekoriert, kann sie den Neuanfang gleich sein lassen.  Sie muss den radikalen Schritt wagen, in der Partei und im Kabinett,  wenn sie wenigstens noch den Hauch einer Chance haben will. F&#252;r sie gilt  jetzt der alte Sponti-Spruch: wir haben keine Chance, nutzen wir sie.</p>
<p>P.S. Die einzige Alternative dazu w&#228;re eine sch&#228;ndliche, die J&#252;rgen  M&#246;llemann mit Westerwelles Duldung schon einmal versuchte hatte, n&#228;mlich  die FDP zu einer rechtspopulistischen Haider-Partei zu machen. Zu einer  Partei, die kleinb&#252;rgerliche &#196;ngste und Ressentiments aufgreift, um auf  der heutigen Woge europa- und islamfeindlicher Stimmungen Stimmen zu  sammeln. Das will hoffentlich keiner In der FDP.</p>
<p><em><a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3636">Crosspost vom Sprengsatz-Blog</a>.</em></p>
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		<title>Helmut Metzner: Die M&#228;r vom FDP-Spion mit der Fliege</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 20:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Lange</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte des FDP-„Maulwurfs“ zeigt musterg&#252;ltig, wie der Polit-Betrieb Skandale produziert – echte und vermeintliche. Manch einer bleibt dabei auf der Strecke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Sturm hatte sich gerade ein wenig gelegt, da gab es wieder eine Schlagzeile &#252;ber Helmut Metzner: „<a href="http://www.express.de/news/politik-wirtschaft/fdp-maulwurf-metzner-wuehlt-wieder/-/2184/5114070/-/index.html">Trotz Rauswurfs – FDP-Maulwurf w&#252;hlt wieder</a>“ schrieb der K&#246;lner „Express“, als der ehemalige Parteifunktion&#228;r im Januar zum Dreik&#246;nigstreffen der Liberalen nach Stuttgart flog.</p>
<p>„Gibt‘s doch gar nicht!“ zitierte die Zeitung „f&#252;hrende FDPler“. War Metzner denn nicht so eine Art Agent der Amerikaner gewesen, „a well-placed FDP source“, wie die US-Botschaft ihn in ihren Depeschen nannte? So stand es doch im „<em>Spiegel</em>“, der die Depeschen von Wikileaks bekommen hatte und einer breiten &#214;ffentlichkeit zug&#228;nglich machte.</p>
<p>Wer den Fall in den Medien verfolgte, musste jedenfalls glauben, es mit einer kapitalen Agentenstory zu tun zu haben. &#220;ber Jahre hinweg soll Metzner den Amerikanern aus seiner Partei berichtet haben, sogar aus den Koalitionsgespr&#228;chen mit der Union. F&#252;r die Medien ein gefundenes Fressen. Und dass die Amerikaner offenkundig &#252;bertrieben, als sie sich r&#252;hmten, sie h&#228;tten ihre Quelle in der FDP „platziert“ – was tut das schon zur Sache? Die Information kam von Wikileaks, und was die bislang lieferten, war doch immer brisant.</p>
<p><a href="http://www.muntermachermetzner.de/">Helmut Metzner</a> ist korrekt gekleidet, als p&amp;k ihn in Berlin trifft, der 42-J&#228;hrige tr&#228;gt wie &#252;blich Fliege. Bei sich hat er Zeitschriften, Zeitungsartikel und viele Notizen. Der Spross einer fr&#228;nkischen Beamtenfamilie – er ist das siebte von neun Kindern – hat auch Unterlagen der Bundesanwaltschaft dabei: Diese hatte n&#228;mlich zu pr&#252;fen, ob sie Ermittlungen gegen ihn aufnehmen muss, wegen landesverr&#228;terischer Agentent&#228;tigkeit.</p>
<p>F&#252;nf Anzeigen gab es gegen ihn, alle gest&#252;tzt auf die Medienberichte, allesamt von Menschen, die Metzner nicht kennt. Die Bundesanwaltschaft bat ihn im Januar zum Gespr&#228;ch nach Karlsruhe, pr&#252;fte den Fall – und fand keinen Anfangsverdacht, der Ermittlungen rechtfertigen w&#252;rde. Und dennoch schrieb eine Nachrichtenagentur zun&#228;chst einmal von „Ermittlungen“, die „eingestellt worden“ seien.</p>
<p>Metzner will sich eine neue Existenz als Politikberater aufbauen und hat dabei ein nicht geringes Problem: „Mein Ruf ist ramponiert“, sagt er. Als er und die Partei sich im Dezember darauf einigten, das Arbeitsverh&#228;ltnis aufzul&#246;sen, sei er erst einmal dem Rat einer befreundeten PR-Expertin gefolgt, nicht direkt an die &#214;ffentlichkeit zu gehen.</p>
<p><em>Diesen Text schrieb Sebastian Lange f&#252;r die Zeitschrift “<a href="http://www.politik-kommunikation.de">politik &amp;  kommunikation</a>”. Carta pr&#228;sentiert diesen Text mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag.</em></p>
<p>„Gegen diesen Sturm kannst Du jetzt nicht ankommen“, habe sie gesagt. Nun aber m&#246;chte er seine Sicht der Dinge schildern, was f&#252;r ihn einen Spagat bedeutet: Will er doch kein unfreundliches Wort &#252;ber die FDP sagen. Nach inzwischen 23 Jahren Mitgliedschaft h&#228;ngt er immer noch an der Partei, deren Spitze ihn aus der Parteizentrale weghaben wollte. Dort hat er sechs Jahre lang in verantwortlicher Position gearbeitet.</p>
<p><strong>US-Depeschen schlugen ein</strong></p>
<p>Helmut Metzner war in der FDP-Zentrale f&#252;r internationale Kontakte zust&#228;ndig, es war sein Job, mit Vertretern ausl&#228;ndischer Parteien, Stiftungen und eben Botschaften zu reden, ihnen auch die Politik der FDP zu erl&#228;utern. Das tat er regelm&#228;&#223;ig, manchmal kamen die Leute in sein B&#252;ro oder man traf sich in einem Café – nichts Ungew&#246;hnliches im politischen Berlin.</p>
<p>Ende November vorigen Jahres schlugen die Depeschen der US-Botschaft bei der Partei ein wie eine Bombe. Viele Liberale waren stinksauer auf die Amerikaner, zumal Parteichef und Au&#223;enminister Guido Westerwelle recht unvorteilhaft dargestellt wurde. Da die US-Botschaft von der „platzierten Quelle“ berichtete, die auch „interne Unterlagen ausgeh&#228;ndigt“ habe, sah es so aus, als h&#228;tten die Amerikaner sich gezielt einen Zutr&#228;ger herangezogen, wenn nicht sogar in die FDP eingeschleust.</p>
<div id="attachment_39321" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_Helmut_Metzner.jpg"><img class="size-medium wp-image-39321" title="aufmacher_Helmut_Metzner" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_Helmut_Metzner-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Politikberater Metzner: Als erstes fallen die Bauern.</p></div>
<p>Als Anfang Dezember herauskam, dass der vermeintliche „Maulwurf“ Westerwelles B&#252;roleiter im Thomas-Dehler-Haus war, konnte sich mancher Journalist den sonst eher fernliegenden Vergleich zwischen Westerwelle und Willy Brandt nicht mehr verkneifen: Brandt war als Bundeskanzler zur&#252;ckgetreten, weil sein pers&#246;nlicher Referent G&#252;nter Guillaume Stasi-Spitzel gewesen war. Metzner war nun Westerwelles Guillaume.</p>
<p>Der Schaden f&#252;r die Partei war unbestreitbar, selbst wenn das Bild, das die &#214;ffentlichkeit von Metzners T&#228;tigkeit gewann, schief sein mochte. Der Druck auf die Parteif&#252;hrung wuchs, erst wollte man den Funktion&#228;r im Dehler-Haus halten, dann forderte der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki im „<a href="http://www.focus.de/politik/ausland/wikileaks/wikileaks-informant-kubicki-fordert-metzners-entlassung_aid_578538.html">Focus</a>“: „Der FDP-Mitarbeiter, der sich angedient hat, muss fristlos entlassen werden.“</p>
<p>Die Angelegenheit war nun Teil eines politischen Machtkampfs geworden, denn Kubickis Attacke galt nat&#252;rlich Westerwelle. Machtk&#228;mpfe fordern schnell Opfer: Als erstes fallen die Bauern.</p>
<p>Auf der Jagd nach einer guten Geschichte wurden die Journalisten unfreiwillig zu Assistenten in diesem Machtkampf. Sie verpassten Metzner das Etikett des Spions, machten ihn zum „Maulwurf“, womit sie eine Variante der Geschichte – die des willigen Gehilfen der Amerikaner – zementierten. Sie schauten sich auf seiner Homepage um, wo sie entdecken konnten, dass der Liberale leicht exzentrische Z&#252;ge hat: So hatte er sich mal im Hasenkost&#252;m auf dem Christopher Street Day pr&#228;sentiert und nennt sich selbst zuweilen „Mr. Helmut“. All das wurde nun ausgewalzt.</p>
<p>Doch dabei blieb es nicht: Weil Metzner wie Westerwelle bekennend homosexuell ist, warf die „<a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc%7EE967B63711A224F02B764340BFE26FABA%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung</a>“<strong> die Regeln journalistischer Ethik &#252;ber Bord</strong> und spekulierte &#252;ber „homosexuelle Seilschaften“. Die Quelle: „Einer in der FDP“. Z&#246;gerten seine Vorgesetzten also deswegen erst mit dem Rauswurf? Hielt jemand die Hand &#252;ber Metzner, weil – ja, weil was eigentlich? Die Zeitung belie&#223; es bei den Andeutungen, die Diskussion aber war er&#246;ffnet, auch die „<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/wikileaks-enthuellungen-ueber-die-fdp-maulwurf-mauschelei-1.1032854">S&#252;ddeutsche</a>“ und andere Medien griffen die Spekulationen der Kollegen aus Frankfurt auf.</p>
<p>Der einzig handfeste Vorwurf gegen Metzner bleibt am Ende der, er habe zu viel geplaudert und interne Papiere herausgegeben. Das bestreitet er: „Was die Amerikaner f&#252;r interne Papiere hielten, war der Wahlaufruf vor der Bundestagswahl und eine Liste mit den Namen der FDP-Teilnehmer an den Koalitionsgespr&#228;chen.“</p>
<p>Beides hatte die Partei zuvor ver&#246;ffentlicht. Auch FDP-Sprecher Wulf Oehme teilt mit, Metzner habe „im Rahmen seiner Aufgaben“ gehandelt. Wollte die Botschaft also gegen&#252;ber dem US-Au&#223;enministerium gl&#228;nzen und peppte ihre Depeschen ein wenig auf? Metzner geht indes so weit zu vermuten, die von den Amerikanern genannte Quelle sei eine „fiktive Person“ gewesen, der die Botschaftsmitarbeiter auch den Medien entnommene Informationen zugeschrieben h&#228;tten.</p>
<p><strong>Kurzsichtige Parteifreunde</strong></p>
<p>Sollte der vermeintliche Maulwurf denn zu viel erz&#228;hlt haben – Spionage war das nicht, sind Informationen doch die W&#228;hrung der politischen Kommunikation. Dass Politiker zuweilen auch Vertrauliches mitteilen – zur Pflege einer Beziehung oder in der Hoffnung, daf&#252;r Informationen zur&#252;ckzubekommen – geh&#246;rt zum politischen Spiel dazu.</p>
<p>Juristisch gesehen ist die Aff&#228;re erledigt, auch arbeitsrechtlich: &#220;ber ihr liegt der Mantel des Aufhebungsvertrags, den Metzner und die FDP geschlossen haben, und &#252;ber dessen Details Stillschweigen vereinbart ist. Zu vernehmen ist jedoch, dass die FDP-Spitze ihm &#252;belnahm, dass er sich nicht umgehend „offenbart“ habe, als der „Spiegel“ &#252;ber die US-Depeschen berichtete. Metzner meint, es habe doch nichts zu offenbaren gegeben.</p>
<p>Beim Dreik&#246;nigstreffen jedenfalls konnte er immerhin mit Parteifreunden wie Katja Suding plaudern, der damaligen Spitzenkandidatin bei der Hamburg-Wahl. Auch w&#252;nschte Generalsekret&#228;r Christian Lindner ihm ein gutes neues Jahr. „Bei dem einen oder anderen machte sich allerdings offenbar eine Art altersbedingter Kurzsichtigkeit bemerkbar“, sagt er und l&#228;chelt.</p>
<p>Er nimmt die Maulwurf-Aff&#228;re inzwischen mit Humor, doch wird es dauern, bis er ihre Folgen bew&#228;ltigt hat. F&#252;r viele in der FDP, so ist zu h&#246;ren, gilt Metzner zwar nicht als Spion – ein Bundestagsabgeordneter aber bringt es so auf den Punkt: „ein armes Schwein“. Fragt sich, welches Urteil am Ende schmeichelhafter ist.</p>
<p><em>Diesen Text hat Sebastian Lange f&#252;r die Zeitschrift “<a href="http://www.politik-kommunikation.de">politik &amp;  kommunikation</a>” geschrieben. Carta pr&#228;sentiert ihn mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag.</em></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.politik-kommunikation.de/"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-39326" title="puk_81_cover.indd" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/puk_aktuell-89x120.jpg" alt="" width="89" height="120" /></a></p>
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		<title>Die CDU und die Liebe zu Westerwelle</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 16:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2011 wird inhaltlich weitgehend politikfrei bleiben, prognostiziert Michael Spreng, der bei der CDU eine neue Liebe zu Guido Westerwelle aufkommen sieht und bei der SPD grunds&#228;tzlich wenig Neues. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prognosen sind bekannterma&#223;en deshalb so schwierig, weil sie die Zukunft betreffen. Einige m&#246;chte ich f&#252;r das Jahr 2011 dennoch wagen<strong>. Die CDU/CSU wird in den n&#228;chsten Wochen ihre Liebe zu Guido Westerwelle entdecken</strong>. Ein angebliches Geheimtreffen der drei Parteivorsitzenden zur Stabilisierung Westerwelles wird schon vermeldet. Publizistische Unterst&#252;tzungskampagnen sind zu erwarten. Die Dreik&#246;nigsrede wird als Comeback des FDP-Chefs gefeiert werden. Langsam d&#228;mmert den Unionsparteien und ihren Unterst&#252;tzern, was sie an Westerwelle haben. Er steht – auch notgedrungen &#8211; fest an der Seite der CDU/CSU und garantiert zumindest bis 2013 die b&#252;rgerliche Mehrheit. Ein Ausbruch in Richtung Ampel ist von ihm nicht zu bef&#252;rchten.</p>
<p>Bei seinem m&#246;glichen Nachfolger Christian Lindner kann die CDU/CSU nicht so sicher sein. Dass ihn ausgerechnet Frau Leutheusser-Schnarrenberger f&#252;r h&#246;here &#196;mter empfiehlt, verst&#228;rkt das Misstrauen. Lieber einen angeschlagenen, aber kalkulierbaren Westerwelle als einen unkalkulierbaren Lindner, so die &#220;berlegung in der CDU/CSU.</p>
<p>Es w&#228;re keine &#220;berraschung, wenn die Unionsparteien zur Unterst&#252;tzung des angeschlagenen FDP-Chefs inhaltliche Konzessionen machen w&#252;rden. Stichworte: Mehrwertsteuerreform, Ank&#252;ndigung von Steuersenkungen f&#252;r 2013/2014. Sie werden ihn aber nicht retten k&#246;nnen, falls die FDP in Rheinland-Pfalz und Baden-W&#252;rttemberg an der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde scheitert.</p>
<p><strong>Die einzige national wichtige Wahl im sogenannten Superwahljahr 2011 ist die in Baden-W&#252;rttemberg</strong>. Die Ergebnisse der anderen sechs Landtagswahlen sind politisch schon eingepreist. Der Wahlsieg der SPD in Hamburg genauso wie die Wiederwahl Kurt Becks in Rheinland-Pfalz. Beide werden in rot-gr&#252;ne Regierungen m&#252;nden. Auch die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition in Sachsen-Anhalt kann als sicher gelten (die SPD wird keinen Regierungschef der Linkspartei akzeptieren).</p>
<p>Bremen und Mecklenburg-Vorpommern spielen bundesweit keine Rolle. In Schwerin k&#246;nnten lediglich die Partner wechseln – statt gro&#223;er Koalition Rot-Rot. Und in Berlin geht es lediglich um Wowereit oder K&#252;nast, ein prinzipieller Machtwechsel steht nicht an. Also Baden-W&#252;rttemberg. Hier entscheidet sich alles. Kommt die FDP noch einmal in den Landtag, dann ist ein Weiterregieren von Schwarz-Gelb nicht ausgeschlossen, wenn die Linkspartei an der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde scheitert. Baden-W&#252;rttemberg ist kein Ernst- und L&#246;tzsch-Land. Die Arbeitslosigkeit ist sehr  niedrig, die sozialen Verwerfungen geringer als in anderen Bundesl&#228;ndern. Am wahrscheinlichsten ist die erste gr&#252;n-rote Regierung, aber auch eine gro&#223;e Koalition ist nicht ausgeschlossen, falls die Linkspartei doch reinkommt.</p>
<p>F&#252;r die CDU w&#228;re der Regierungsverlust in ihrem Stammland ein Desaster. Aber Angela Merkel wird’s &#252;berleben – mangels Alternativen und weil sie die Schuld f&#252;r den Machtverlust auf die FDP schieben kann. Aber die Kanzlerinnend&#228;mmerung w&#252;rde beginnen. Denn die W&#228;hler, die die FDP seit der Bundestagswahl verloren hat, sind spurlos verdampft. Kaum einer ist zur CDU zur&#252;ckgekehrt, wie die Umfragen zeigen. Es g&#228;be dann auch amtlich in Deutschland keine b&#252;rgerliche Mehrheit mehr. In der CDU/CSU wird man sich wehm&#252;tig an die gro&#223;e Koalition erinnern.</p>
<p>F&#252;r die SPD f&#228;ngt 2011 in Hamburg und Rheinland-Pfalz stark an, um dann wieder in der Tristesse schlechter Wahlergebnisse zu versinken. Die Diskussion, ob Sigmar Gabriel der richtige Mann an der Spitze ist, wird sich verst&#228;rken. Der Hamburger Wahlsieger Olaf Scholz und die NRW-Ministerpr&#228;sidentin Hannelore Kraft werden als m&#246;gliche Kanzlerkandidaten gehandelt werden. Also wenig Neues von der SPD.</p>
<p><strong>Inhaltlich wird 2011 ein weitgehend politikfreies Jahr</strong>. Au&#223;er der Reform der Pflegeversicherung und den Hartz-IV-Abschlussarbeiten steht nichts auf dem nationalen Terminkalender. Die politische Agenda wird auch 2011 in erster Linie von der EU diktiert.</p>
<p><a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3575">Crosspost</a> mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37049&amp;md5=5b507ced10fa7a5c3a269ee3720c9a8d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Stunde der Heuchler</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 14:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Guido Westerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Michael Spreng sieht den Sturz Guido Westerwelles bevorstehen und geht mit der FDP hart ins Gericht: Sie muss jetzt zu einer jungen Partei werden und mit einem radikalen Generationswechsel neu anfangen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es fehlt nur noch der Satz “Guido Westerwelle ist und bleibt Parteivorsitzender”, angelehnt an den ber&#252;hmten Satz Rainer Barzels, der endg&#252;ltig den Sturz Ludwig Erhards einleitete:  “Ludwig Erhard ist und bleibt Bundeskanzler”. In der FDP ist jetzt <strong>die Stunde der Heuchler</strong>. Keine der Durchhalteparolen und Solidarit&#228;tserkl&#228;rungen aus der Parteispitze f&#252;r Westerwelle ist ernst gemeint. Das ist nur noch die klassische rituelle Begleitmusik f&#252;r den Sturz.</p>
<p>Im besten Fall hoffen die angeblichen Westerwelle-Freunde, ihm so den Abgang zu erleichtern, indem sie Westerwelle wenigstens scheinbar das Gesetz des Handelns &#252;berlassen. Aber nicht zum Bleiben, sondern nur noch f&#252;r den R&#252;cktritt. Die R&#246;slers, Br&#252;derles und Leutheusser-Schnarrenbergers wollen ihn so das Gesicht wahren lassen, damit er nicht als Getriebener, sondern als scheinbar aktiv Handelnder abtritt. Aber dieser Zeitpunkt ist l&#228;ngst &#252;berschritten.</p>
<p><strong>Westerwelle kann nichts mehr gegen seinen Sturz tun</strong>. Er kann sich auch nicht mehr neu erfinden: seine Rollen sind ausgespielt – vom forschen Generalssekret&#228;r &#252;ber den Spa&#223;parteivorsitzenden, vom M&#246;llemann-Freund, der monatelang tatenlos der Haiderisierung der FDP zuschaute, bis zum Chef einer Ein-Themen-Partei, vom erfolgstrunkenen Wahlsieger bis zum starrsinnigen Loser. Westerwelles letzte Rolle ist der verpatzte Abgang. Sein politisches Ende wird so oder so unr&#252;hmlich. Und wenn er Pech hat, verliert er auch noch das Au&#223;enministerium. Zur&#252;cktreten ist eben auch eine Kunst.</p>
<p>Jetzt m&#252;ssen die W&#228;hler besorgen, wozu die Schrumpf-FDP nicht  mehr die Kraft hat, n&#228;mlich ihren Parteichef loszuwerden. In Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-W&#252;rttemberg werden die W&#228;hler der FDP voraussichtlich drastisch vor Augen f&#252;hren, dass auch der organisierte Liberalismus (wenn die FDP &#252;berhaupt noch liberal ist) aussterben kann. <strong>Diese FDP ist keine sch&#252;tzenswerte Art mehr</strong>.</p>
<p>Die FDP hat gar keine andere Alternative mehr, als zu einer jungen Partei zu werden, die die B&#252;rgerrechte wiederentdeckt und endlich einsieht, dass die soziale Marktwirtschaft auch vom Kapitalismus zerst&#246;rt werden kann. Lieber das Risiko einer Partei mit 30-j&#228;hrigen an der Spitze eingehen (Christian Lindner, Philipp R&#246;sler, Daniel Bahr) als das Sterben noch mit einem 65-j&#228;hrigen &#220;bergangsvorsitzenden zu verl&#228;ngern. Rainer Br&#252;derle w&#228;re f&#252;r neue oder wiederzugewinnende alte FDP-W&#228;hler so attraktiv wie Helmut Kohl 1998.</p>
<p>Diejenigen, die vorsorglich f&#252;r den Fall des Westerwelle-Sturzes seit Monaten den pf&#228;lzischen Babbeler zum “Mr. Aufschwung” hochschreiben, damit die FDP in den “richtigen”, wirtschaftsfreundlichen H&#228;nden bleibt, haben die Rechnung ohne die W&#228;hler gemacht. Die wissen sehr genau: Wenn einer &#252;berhaupt nichts f&#252;r den Aufschwung kann, dann ist das Br&#252;derle. Nur ein <strong>r</strong><strong>adikaler Generationswechsel</strong> k&#246;nnte zu einer glaubw&#252;rdig erneuerten FDP f&#252;hren – wenn dieser Zeitpunkt nicht auch schon &#252;berschritten ist.</p>
<p>Alle reden &#252;ber eine weitere Zersplitterung des Parteiensystems. Es k&#246;nnte aber auch anders kommen – zur R&#252;ckkehr zum Vierparteiensystem, bestehend aus CDU/CSU, SPD, Gr&#252;ne und Linkspartei.</p>
<p><a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3566">Cross-Post</a> mit freundlicher Genehmigung des Autors, der zugleich auch seinen Beitrag &#8220;<a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3470">Eine letzte Chance f&#252;r die Liberalen</a>&#8221; (auf seinem Sprengsatz-Blog) empfiehlt.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36698&amp;md5=da17b2051d4189c75a01368966cec8db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Zombie im Vakuum der FDP</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 12:04:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Hütt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die FDP ist eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst, meint Hans H&#252;tt und warnt vor einem Vakuum, das die Partei zerreissen k&#246;nnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1ccabb178a9e43d88f8596e052ce02c1" alt="" width="1" height="1" />&#8220;Worauf wartet die FDP?&#8221; fragt heute Peter Carstens im <a href="http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E00E81043C16B4189B4B4E77E77AD91A2~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Leitartikel auf Seite 1 der FAZ</a>. Die Frage beantwortet sich fast wie von selbst<strong>. Sie wartet auf ein Ende des Schreckens</strong>. Die Parteif&#252;hrung scheint immer noch nicht begriffen zu haben, wo der Schrecken denn liegt, der die Liberalen ins Nirwana der Irrelevanz absacken l&#228;sst. Es ist ein offenkundiger Irrtum, den Schrecken allein mit dem Wiederg&#228;nger der Freiheitsstatue im Parteivorsitz zu erkl&#228;ren.</p>
<p>Im Unterschied zu dem b&#252;rgerrechtlichen intellektuellen Profil, das die Partei in den sp&#228;ten sechziger und fr&#252;hen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgebaut hatte, ist sie durch das Nachbeten von Marketingplatit&#252;den auf eine single issue Position geschrumpft. In der Hinsicht ist die FDP tats&#228;chlich die <strong>kleine h&#228;ssliche Zwillingsschwester der Republikanischen Partei in Amerika</strong>. Zum Zeitpunkt ihres gr&#246;&#223;ten Erfolgs im September 2009 lief der Countdown, wie lange es dauern w&#252;rde, bis dieser Ballon platzt.</p>
<p>Das w&#228;re ja noch was gewesen. Ein Knall. Ein Effekt. Tats&#228;chlich sieht es viel schlimmer aus. Der Ballon hat leise zischend an Luft verloren. Eine Lachnummer. Es ist wie in Andersens M&#228;rchen von dem nackten Kaiser. Wer diese Partei und ihr F&#252;hrungspersonal &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum aufmerksam beobachtet hat, wei&#223;, wie schwach sie war und was sie noch schw&#228;cher gemacht hat. Schon der Umstand, dass der Parteivorsitzende erfolgreich verhinderte, dass sich ministrable Parteimitglieder auf die ihnen in Aussicht stehenden &#196;mter vorbereiteten, reicht aus, um die Hybris zu verstehen, die Westerwelle kultiviert hat. <strong>Es ist nicht nur Selbst&#252;bersch&#228;tzung</strong>. Dahinter ist ein fundamentales Missverst&#228;ndnis zu erkennen, was denn das Politische sei (das Westerwelle ausschlie&#223;lich als Parteipolitik missversteht) und was policies sind, und wie sich diese Partei, die diesen Unterschied &#252;ber viele Jahre grandios bespielen konnte, auf einen naiven Klientilismus zur&#252;ckzog, der ihr Profil zerst&#246;rt hat.</p>
<p>Jetzt gleicht sie nicht einem Modell ohne Unterleib oder einem K&#246;rper ohne Kopf. Sie ist trotz mancher Bem&#252;hungen ihres Generalsekret&#228;rs im Zustand eines Vakuums angekommen. Die Entleerung wartet nur darauf, sich zu entleeren. Genau deshalb sind die Hoffnungen auf begabte F&#252;hrungskonkurrenten irref&#252;hrend. Das Vakuum dieser Partei ist brandgef&#228;hrlich.</p>
<p>Weil Guido Westerwelle <strong>der M&#252;nchhausen der deutschen Politik</strong> ist, wird er den Augenblick des pl&#246;tzlichen Druckausgleichs sogleich daf&#252;r nutzen, sich neu zu erfinden. Westerwelle war und ist nie liberal gewesen, ein autorit&#228;rer angstgetriebener Akteur, dessen Aggressivit&#228;t sogar die Amerikaner irritiert, die in der Hinsicht nicht gerade Chorknaben sind. Westerwelle wei&#223;, wie Parteiapparate aufgebaut, umgebaut und in ein politisch f&#252;r ihn funktionst&#252;chtiges Vakuum verwandelt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Wenn die FDP den Druckausgleich herbeif&#252;hrt, wird es sie zerrei&#223;en. Das hat sie mit Erich Mende schon einmal erlebt. Eine ihrer Abspaltungen wird dann unter Westerwelles F&#252;hrung den <strong>Zombie der Deutsch Nationalen Volkspartei</strong> spielen – die moderne Dagegen-Partei. Sie braucht nicht erfunden zu werden. Sie ist l&#228;ngst da. So ist das mit Zombies. Sie sind mitten unter uns.</p>
<p>Crosspost vom <a href="http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de/?p=6261">Rhetorik-Blog</a>, mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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		<title>“Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung”: Die FDP rechnet sich Steuereinnahmen sch&#246;n</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 13:01:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Steuersenkungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FDP wirbt bei den W&#228;hlern mit einer t&#228;uschenden Grafik f&#252;r Steuersenkungen. Die Grafik, die auch FDP-Spitzenpolitiker nutzten, wird von SPD, Linke und Gr&#252;nen kritisiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Steuersch&#228;tzung best&#228;tigt: Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung sind da“ hei&#223;t es in blauen Lettern auf gelbem Hintergrund auf dem <a href="http://www.fdp-bundespartei.de/files/1410/Flugblatt_Steuerschaetzung.pdf" target="_blank">&#8220;Flugblatt Steuersch&#228;tzung&#8221;</a> der FDP. Darauf sind zwei nebeneinander abgebildete Balken zu sehen, die verdeutlichen sollen, dass die Steuereinnahmen von 2005 bis 2013 um 109,3 Mrd. Euro auf 561,3 Mrd. Euro steigen werden. Die Steigerung von 24,2 Prozent soll die Grundlage f&#252;r die von der FDP hei&#223; ersehnten Steuersenkungen bilden.</p>
<p>Doch was die L&#228;ngenverh&#228;ltnisse der beiden Balken angeht, hat sich jemand bei den Liberalen geh&#246;rig verrechnet. Der rechte Balken, der verdeutlichen soll, wie hoch die Steuereinnahmen steigen werden, ist ein ganzes Viertel l&#228;nger, als er den Zahlen nach sein d&#252;rfte.</p>
<p>Der W&#252;rzburger &#214;konomen <a href="http://www.vwl.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/vwl1/team/bofinger/" target="_blank">Peter Bofinger</a>, Mitglied des <a href="http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/" target="_blank">Sachverst&#228;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage</a>, kritisiert: „Das ist hochgradig unseri&#246;s“. Die FDP-Grafik sei ein „schlimmer Taschenspielertrick“, so Bofinger. Zudem unterstelle die FDP, dass 2005 „alles im gr&#252;nen Bereich gewesen sei“. Die Einnahmen des Staates seien jedoch „schon im Jahr 2005 unzureichend gewesen, weil der Staat ein Defizit hatte von 74 Milliarden“. Au&#223;erdem ber&#252;cksichtige die FDP-Grafik nicht die Inflation. „Wenn man das auf die Kaufkraft von 2005 zur&#252;ckrechnet, sind die 561 Milliarden bei einer j&#228;hrlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur 498 Milliarden wert“, wei&#223; der &#214;konom.</p>
<p><a href="http://www.dietmar-bartsch.de/" target="_blank">Dietmar Bartsch</a>, stellvertretender Vorsitzender der Bundesfraktion Die Linke, findet: „Wie im Wahlkampf zu den Bundestagswahlen t&#228;uscht die FDP die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger &#252;ber die M&#246;glichkeit von Steuersenkungen.“ Im ersten Regierungsjahr der FDP sei das Steuersystem weder einfacher noch gerechter geworden; niedrige Steuern zahlten nur reiche Hoteliers, so Bartsch.</p>
<p>Der SPD-Haush&#228;lter <a href="http://www.carsten-schneider.de/cms/index.php" target="_blank">Carsten Schneider</a> sagt, die FDP-Pr&#228;sentation sei „der letzte verzweifelte Versuch der FDP vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen“ gewesen, um „die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler f&#252;r dumm zu verkaufen und ihnen einzureden, es gebe Spielr&#228;ume f&#252;r Steuersenkungen.“  Zudem sieht man in der FDP-Grafik sogar eine „bewusste Irref&#252;hrung und versuchte T&#228;uschung der W&#228;hlerinnen und W&#228;hler“.</p>
<div id="attachment_31285" class="wp-caption alignright" style="width: 223px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Christian-Lindner-FDP.jpg"><img class="size-medium wp-image-31285" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Christian-Lindner-FDP-213x300.jpg" alt="Christian-Lindner-FDP" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Christian Lindner, FDP (Foto: Kowalke/FDP)</p></div>
<p>Auch <a href="http://www.alexander-bonde.de/" target="_blank">Alexander Bonde</a>, haushaltspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Obmann im Haushaltsausschuss, sieht die FDP-Grafik kritisch: „In Zeiten einer Rekordverschuldung und wichtiger Investitionsaufgaben zur &#246;kologischen Modernisierung unserer Volkswirtschaft gibt es keinen Spielraum f&#252;r Steuersenkungen – an dieser Tatsache &#228;ndern auch FDP-Grafiken nichts.“</p>
<p>Am Tag der letzten offiziellen Steuersch&#228;tzung am 6. Mai gab der FDP-Generalsekret&#228;r <a href="http://www.christian-lindner.de/" target="_blank">Christian Lindner</a> im Foyer des Thomas-Dehler-Hauses in Berlin, wo die FDP ihre Parteizentrale hat, ein <a href="http://www.flickr.com/photos/liberale/4584060160/" target="_blank">&#8220;Presse-Statement&#8221;</a> ab. Dabei hielt Christian Lindner die t&#228;uschenden Balken in die Kameras. Bei der Aktion waren unter anderem Journalisten von ARD, Deutsche Welle, ZDF, ProSiebenSat.1 und dpa zugegen. In der <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts19212.html" target="_blank">20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau</a> war Lindner mit dem Plakat in der Hand zu sehen, die umstrittenen Balken waren jedoch au&#223;erhalb des Bildbereichs.</p>
<div id="attachment_31286" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Andreas-Pinkwart-FDP.jpg"><img class="size-full wp-image-31286" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Andreas-Pinkwart-FDP-e1280311355485.jpg" alt="Andreas-Pinkwart-FDP" width="560" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Andreas Pinkwart beim 61. Bundesparteitag der FDP in K&#246;ln (Foto: FDP)</p></div>
<p>Der FDP-Vize <a href="http://www.andreas-pinkwart.de/" target="_blank">Andreas Pinkwart</a>, bis letzte Woche Mittwoch stellvertretender Ministerpr&#228;sident in NRW, hielt auf dem FDP-Bundesparteitag am 24. April &#252;ber eine Minute lang eine &#228;hnliche Grafik <a href="http://www.youtube.com/watch?v=nf30F-_h4tg" target="_blank">in die Kameras</a>. Auch sie zeigte den Einnahmenzuwachs des Staates von und verwendete dazu ebenfalls zwei nebeneinander abgebildete Balken. Diese zufolge sollte der Gesamtstaat von 2005 bis 2013 sogar einen „Einnahmezuwachs von 27 Prozent“ erwarten k&#246;nnen, wie Pinkwart prophezeite.</p>
<p>Was die Frage der Realisierbarkeit der von ihr geforderten Steuersenkungen vor dem Hintergrund niedriger Staatseinnahmen angeht, stand die FDP zum Zeitpunkt von Pinkwarts Rede extrem unter Druck. Zwei Wochen sp&#228;ter, am 9. Mai, fand n&#228;mlich die NRW-Landtagswahl statt. Zwischenzeitlich war von der Regierung sogar &#252;berlegt worden, den Termin der anstehenden Steuersch&#228;tzung, bei der erhebliche Mindereinnahmen nicht ausgeschlossen wurden, auf einen Zeitpunkt nach der NRW-Landestagswahl zu terminieren.</p>
<p>Die <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/lang_de/nn_54180/DE/BMF__Startseite/Multimedia/20100506-Steuerschaetzung__artikel.html" target="_blank">Steuersch&#228;tzung</a> brachte dann ein Ergebnis, das die Steuersenkungspl&#228;ne der FDP st&#246;rt: Der Sch&#228;tzung zufolge hat der Staat bis 2013 mit Mindereinnahmen in H&#246;he von 38,9 Milliarden Euro zu rechnen. Die FDP, die zu ihrem Flugblatt auf Anfrage nicht Stellung nehmen wollte, behauptet auf ihrem Flugblatt Steuersch&#228;tzung, das sie im Internet zum Download bereith&#228;lt, jedoch: „Der &#246;ffentlichen Hand stehen weiter Einnahmen in Rekordh&#246;he zur Verf&#252;gung“.
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		<title>Die geheime Strategie von Schwarz-Gelb: Aufschwung</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 12:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Angela Merkel und ihre Koalition setzen auf das Prinzip Hoffnung. Das scheint klug, es ist auf jeden Fall besser, als auf die eigenen Leistungen und die Einsicht der W&#228;hler zu setzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8f13cf2ad6454f9b939217f71222b56a" alt="" width="1" height="1" />Seit Wochen r&#228;tseln die Berliner Auguren, wie Schwarz-Gelb aus  der Krise kommen will, nachdem bisher aus jedem Neustart ein neuer  Fehlstart wurde. Schaffen die K.o.alition&#228;re die Wende oder d&#252;mpeln sie  die n&#228;chsten drei Jahre ihrer Abwahl entgegen? Wieso beh&#228;lt Angela  Merkel ihre stoische Ruhe (<a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Merkel-laechelt-die-Krise-weg_aid_884798.html">“Mir macht’s Spa&#223;”</a>), obwohl Schwarz-Gelb von  einem Umfragetief ins n&#228;chste f&#228;llt? Gibt es einen geheimen Plan, der  noch alles wenden kann?</p>
<p><a href="http://www.focus.de/magazin/"><img class="alignright size-full wp-image-31178" title="focus" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/focus.jpg" alt="" width="135" height="167" /></a>Rainer Br&#252;derle, die alte Plaudertasche, hat das Geheimnis  jetzt verraten – und das fast un&#252;bersehbar: er posiert auf dem neuen <a href="http://www.focus.de/magazin/"><em>Focus</em>-Titel</a> mit dicker Zigarre und Ludwig-Erhard-Bibel (“Wohlstand f&#252;r  alle”) und verk&#252;ndet: Ja, der Aufschwung ist da. Ganz so, als habe er  ihn selbst erfunden.</p>
<p>Damit ist die geheime Strategie von Schwarz-Gelb vorzeitig enth&#252;llt  worden: Angela Merkel und ihre Mannen setzen auf das Prinzip Hoffnung.  Das scheint klug, es ist auf jeden Fall besser, als auf die eigenen  Leistungen zu setzen. Denn die kommen beim Publikum gar nicht an:</p>
<p>Die  W&#228;hler wollen einfach nicht einsehen, wie wichtig die  Mehrwertsteuersenkung f&#252;r Hotels war, wie gerecht ein Sparpaket ist,  dass Hartz-IV-Empf&#228;nger belastet, aber Besserverdienende schont, und was f&#252;r eine innovative Gesundheitsreform die Erh&#246;hung der  Krankenkassenbeitr&#228;ge ist.</p>
<p>Deshalb also jetzt der Aufschwung. Er soll nicht nur Deutschland  flottmachen, sondern auch die schwarz-gelbe Karre aus dem Dreck ziehen.  Die Hoffnung: Jeder neue Auftrag aus Rotchina ist eine Stimme f&#252;r die  Gelben, jeder Arbeitslose weniger eine Stimme f&#252;r die Schwarzen.  Sp&#228;testens im Fr&#252;hjahr 2011, zu Beginn des neuen Superwahljahres mit  sechs Landtagswahlen, wird die frohe Botschaft von jedem Plakat  verk&#252;ndet werden: Der Aufschwung ist da. Danke, Angela Merkel. Und dann,  so Teil 2 der geheimen Strategie, wird daraus ein selbstragender  Aufschwung auch f&#252;r 2013.</p>
<p>Dabei scheint es fast nebens&#228;chlich, dass die jetzige Bundesregierung  weder f&#252;r den Aufschwung noch f&#252;r die niedrigeren  Arbeitslosenzahlen etwas kann. Den Aufschwung verdankt Deutschland dem  Export, dem Importhunger asiatischer L&#228;nder, und den  Konjunktur-Programmen der gro&#223;en Koalition. Die niedrigere  Arbeitslosenzahl der Kurzarbeiteregelung des ehemaligen  SPD-Arbeitsministers Olaf Scholz und der demographischen Entwicklung.  Und schon gar nicht Rainer Br&#252;derle.</p>
<p>Pech w&#228;re es f&#252;r Schwarz-Gelb, wenn die W&#228;hler weiter so uneinsichtig  und verstockt blieben. Und das Sparpaket zum Beispiel weiter f&#252;r sozial  unausgewogen halten, den Ausstieg aus dem Atomausstieg nicht wollen,  Sparen im Gesundheitssystem besser finden als Beitragserh&#246;hungen – und  dem Personal von Schwarz-Gelb weiterhin weder vertrauen noch etwas  zutrauen. Dann w&#252;rde der sch&#246;ne Aufschwung f&#252;r Schwarz-Gelb schnell  verpuffen. Und die Regierung m&#252;sste sich doch noch selbst etwas  einfallen lassen.</p>
<p><em>Dieser Beitrag erscheint als Crossposting via Michael Sprengs Blog <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3449">Sprengsatz</a>.</em></p>
<p><em>Anmerkung der Redaktion: Da ist es schon fast schade, dass der Focus in seinem <a href="http://www.focus.de/magazin/videos/focus-titel-ja-der-aufschwung-ist-da_vid_18912.html">Werbevideo</a> f&#252;r die Printausgabe dieser geheimen Strategie bereits jetzt geradezu &#252;berschw&#228;nglich (&#8220;neues Wirtschaftswunder&#8221;) vorgreift:</em></p>
<p><object width="380" height="320"><param name="movie" value="http://www.focus.de/swf-delivery/18912"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="type" value="application/x-shockwave-flash"></param><embed src="http://www.focus.de/swf-delivery/18912" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="380" height="320" allowScriptAccess="always" allowFullScreen="true"></embed></object>
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		<title>&#8220;Hamburger Manifest f&#252;r einen sozialen Liberalismus&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 10:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Carta dokumentiert hier das "Manifest" einer Gruppe aus der Hamburger FDP, in der sie auch das Sparpaket der schwarz-gelben Bundesregierung angreift.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir, Mitglieder der FDP und besorgte B&#252;rger, beobachten mit wachsender Sorge die Entwicklung in unserem Land. Es zeichnet sich immer mehr ein Trend zur gesellschaftlichen Spaltung, einseitig wirtschaftlicher Orientierung und sozialer Ungerechtigkeit ab.</p>
<p>Wir wollen nicht l&#228;nger tatenlos zusehen, wie  auch der Liberalismus diesem Trend erliegt. Als Liberale orientieren wir unser Handeln nicht an Ideologien oder Dogmen, sondern hinterfragen sie. Wir stehen einer rein &#246;konomisch ausgerichteten Politik und Weltanschauung genauso skeptisch gegen&#252;ber wie jeder anderen Ideologie.</p>
<p>Wir wollen unseren liberalen Wertvorstellungen mehr Geltung verschaffen und fordern die Politik und die Gesellschaft auf, sich an den folgenden liberalen Grunds&#228;tzen zu orientieren:</p>
<ul>
<li>Freiheit – in voller Verantwortung f&#252;r sich selbst und andere.</li>
<li>Solidarit&#228;t – mit der Gesellschaft und ihren Mitgliedern.</li>
<li>Gleichheit – vor dem Gesetz.</li>
<li>Gerechtigkeit – durch ma&#223;volle Umverteilung, Generationengerechtigkeit und Bildung.</li>
</ul>
<p>Das waren und sind die Grundwerte unseres liberalen Denkens und unseres gesellschaftlichen Verst&#228;ndnisses. Liberalismus wird, wenn auch nur einer dieser Grunds&#228;tze missachtet wird, zur Farce. In der Abw&#228;gung zwischen diesen Grundwerten geben wir Liberale im Zweifel der Freiheit den Vorrang. Es ist Aufgabe des Staates diesen Grundwerten Geltung zu verschaffen. Wir wenden uns entschieden gegen alle Tendenzen, diese Grundwerte f&#252;r Einzelne oder Gruppen in der Gesellschaft einzuschr&#228;nken. Gerade die FDP muss aus ihrer Tradition und ihrem Selbstverst&#228;ndnis heraus egoliberalen Tendenzen entgegenwirken. Sie muss die moralische Kraft und Integrit&#228;t besitzen, einer drohenden Konzern-, Experten-, Beamten-, Medien- und Lobbyistenh&#246;rigkeit zu widerstehen.</p>
<p><strong>Solidargemeinschaft</strong></p>
<p>Die gesamte Bev&#246;lkerung ist die Solidargemeinschaft unseres Landes. Niemand, ungeachtet seines Einkommens oder seiner Herkunft, kann sich aus dieser Solidargemeinschaft ausschlie&#223;en und auch nicht aus ihr ausgeschlossen werden. Freiheit ben&#246;tigt eine materielle Grundlage. Wenn der Einzelne, aus wie auch immer gearteten Umst&#228;nden, nicht in der Lage ist, die materielle Grundlage zu erwirtschaften, tritt die Solidargemeinschaft f&#252;r ihn ein bis er es kann. Oberstes Ziel ist es dabei, jeden wieder in die Lage zu versetzen, f&#252;r sich selber sorgen zu k&#246;nnen. Dieser gesellschaftlichen Zielsetzung ist aber auch jeder Einzelne unterworfen, d.h. er muss f&#252;r sich selber sorgen, sobald er es kann.</p>
<p>Die Solidargemeinschaft wird &#252;ber ein gerechtes Steuersystem finanziert. Unser Steuersystem soll weder die Leistungsbereiten bestrafen, noch die Leistungsschwachen &#252;berfordern. Wir fordern daher ein konsequentes Schlie&#223;en aller Steuerschlupfl&#246;cher, den Abbau von Subventionen und die Beseitigung der kalten Progression. Erst wenn diese Ma&#223;nahmen durchgef&#252;hrt sind, sollte man sich daran machen, Sozialleistungen wie Heizkostenzusch&#252;sse zu k&#252;rzen oder zu streichen, wenn es die Haushaltslage trotzdem noch erfordert.</p>
<p><strong>Gesundheitswesen</strong></p>
<p>Das Prinzip der Solidargemeinschaft gilt im Besonderen auch f&#252;r das Gesundheitswesen. Niemand darf sich alleine Kraft seines Einkommens oder seines beruflichen Status aus der Solidargemeinschaft verabschieden. Ein sozialer Ausgleich muss stets vorhanden sein, und wir lehnen jede Form der Finanzierung des Gesundheitssystems ab, die keinen sozialen Ausgleich &#252;ber die ganze Gesellschaft beinhaltet.  Der Sozialausgleich  sollte innerhalb des Steuersystems sichergestellt werden, wobei die Einkommen aller Arten zu ber&#252;cksichtigen sind.</p>
<p><strong>Wirtschaft</strong></p>
<p>Die Wirtschaft dient vorrangig dem Zweck, das Einkommen und die Lebensf&#252;hrung jedes Einzelnen zu sichern und dem Staat die Wahrnehmung seiner Aufgaben zu erm&#246;glichen.</p>
<p>Nach unserer &#220;berzeugung und den Erfahrungen erf&#252;llt diesen Zweck die soziale Marktwirtschaft, wenn der Grundsatz nicht die Gewinnmaximierung Einzelner ist, sondern die Wohlstandsf&#246;rderung aller. Die Wirtschaft dient dem Menschen, nicht der Mensch der Wirtschaft. Es darf weder marktbeherrschende, noch systemrelevante Unternehmen geben. Wo Gro&#223;konzerne diesen Prinzipien nicht gerecht werden und im Sinne der freien und sozialen Marktwirtschaft kein Markt m&#246;glich ist, hat der Staat nicht nur wie bisher das Recht, sondern zus&#228;tzlich die Pflicht die freiheitliche Marktordnung gef&#228;hrdende Unternehmen notfalls zwangsweise in kleinere Unternehmenseinheiten zu zerschlagen oder ihnen den Markteintritt zu versagen oder nur unter Auflagen zu gestatten.</p>
<p>Kleine und mittlere Unternehmen, Mittelstand, freie Berufe, Angestellte und Arbeiter sind die tragenden Elemente unserer Gesellschaft. Ihnen geb&#252;hrt der besondere Schutz vor dem Staat und vor dem Missbrauch wirtschaftlicher Macht.</p>
<p>Wir m&#252;ssen uns von der Vorstellung des endlosen (und nicht m&#246;glichen) Wachstums verabschieden und zu einer Wirtschaftspolitik gelangen, die sich an Nachhaltigkeit, Sicherung der Existenz des Einzelnen und der Umwelt orientiert.</p>
<p>Die Globalisierung ist eine positive Entwicklung, der wir uns nicht entgegenstemmen k&#246;nnen und d&#252;rfen. Die negativen Begleiterscheinungen der Globalisierung k&#246;nnen verhindert werden, wenn die Globalisierung nicht nur als Wirtschaftsglobalisierung verstanden wird, sondern auch als soziale und menschenrechtliche Globalisierung.</p>
<p>Alle drei Aspekte der Globalisierung stehen gleichberechtigt nebeneinander und auch globale M&#228;rkte m&#252;ssen frei und sozial sein. Der freie Waren‐ und Dienstleistungsverkehr muss daher dort eingeschr&#228;nkt werden, wo es aufgrund unterschiedlicher sozialer oder menschenrechtlicher Standards zu Wettbewerbsverzerrungen kommt.<br />
Die Finanzwirtschaft dient der Erm&#246;glichung von realwirtschaftlichen Produktionen und Gesch&#228;ften. Sie muss auf diese Kernfunktion zur&#252;ckgefahren und beschr&#228;nkt werden. S&#228;mtliche Finanzinstrumente, die &#252;ber diese Funktion hinausgehen und nur noch oder &#252;berwiegend Spekulationszwecken dienen, m&#252;ssen verboten werden. Einige Finanzinstrumente dienen der Absicherung von Handelsgesch&#228;ften, k&#246;nnen aber f&#252;r Spekulationen missbraucht werden. Diese Instrumente d&#252;rfen k&#252;nftig nur noch von Marktteilnehmern gehandelt werden, die diese Absicherungen f&#252;r ihre Prim&#228;rgesch&#228;fte ben&#246;tigen.</p>
<p><strong>Privatisierung</strong></p>
<p>In vielen Bereichen hat die Privatisierung positive Fr&#252;chte getragen. In anderen Bereichen nicht. Es muss streng &#252;berpr&#252;ft werden, ob grunds&#228;tzliche Versorgungssysteme nicht vollst&#228;ndig in gemeinschaftlicher Hand bleiben. Jede Privatisierung ist auf ihren gesamtgesellschaftlichen Nutzen hin zu &#252;berpr&#252;fen. Konsequent abzulehnen ist jede Privatisierung, die ein Staatsmonopol durch ein privates Monopol oder ein Kartell ersetzt. Privatisierungen machen nur Sinn, wenn f&#252;r die in Rede stehenden Leistungen ein Markt besteht und dadurch der Wettbewerb gef&#246;rdert wird.</p>
<p><strong>Entb&#252;rokratisierung</strong></p>
<p>Der gr&#246;&#223;te Beitrag eines Staates zu einer sozial gerechten Gesellschaft ist der sorgsame Umgang mit dem Volksverm&#246;gen, welches dem Staat in Form der Steuereinnahmen und der Umwelt anvertraut wird. Der Staat hat daher die Aufgabe dieses Verm&#246;gen zu schonen und effektiv und effizient zur Mehrung des allgemeinen Wohlstands zu nutzen. Hierzu geh&#246;rt es Verwaltungen schlank zu halten, Doppel‐ und Mehrfachstrukturen abzubauen und B&#252;rokratien auf ein Minimum zu beschr&#228;nken. Wir fordern daher u.a. die Zusammenfassung der vielen unterschiedlichen Sozialtransfersysteme unter dem Dach der Finanz&#228;mter und die Nutzung eines einzigen Instruments f&#252;r den Sozialausgleich: das B&#252;rgergeld.</p>
<p><strong>Bildung</strong></p>
<p>Bildung ist die Grundlage f&#252;r eine freie Entwicklung des B&#252;rgers, f&#252;r Chancengerechtigkeit und f&#252;r Demokratie und Freiheit. Der Staat muss daher das Angebot an Bildung und den Zugang zu Bildung sicherstellen. Er muss au&#223;erdem Bildungsstandards definieren und &#252;berwachen. Nicht sicherstellen muss er hingegen die Inhalte und die Art der Bildungsvermittlung. Diese k&#246;nnen und m&#252;ssen in einer pluralistischen Gesellschaft von den B&#252;rgern bestimmt werden, da Bildung ein fundamentales B&#252;rgerrecht ist. Wenn einzelne B&#252;rger ihren Kindern Bildung verweigern oder nicht erm&#246;glichen k&#246;nnen, hat der Staat die Pflicht die Bildungsaufgabe zu &#252;bernehmen und die Autorit&#228;t Bildung zwangsweise durchzusetzen. Hierbei ist die Bildung in dem Ma&#223;e sicherzustellen, dass das Kind zuk&#252;nftig ein selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft f&#252;hren kann.</p>
<p><strong>KOMMENTAR ZUM SPARPAKET</strong></p>
<p>Vor diesem Hintergrund nehmen wir zu den Sparpl&#228;nen der Bundesregierung wie folgt Stellung:</p>
<p>Wir unterst&#252;tzen die Absicht der Bundesregierung, durch einen radikalen Politikwechsel die Jahrzehnte alte Tendenz zur Verschuldung der &#246;ffentlichen Haushalte zu stoppen und zu einer Politik der Konsolidierung und des Schuldenabbaus &#252;berzugehen. Wir meinen, dass dies in der Tat eine historische Wende ist in einer Situation, deren Entstehung durch die Gesellschaft insgesamt verursacht worden ist und deren Bereinigung daher auch die Anstrengungen der gesamten Bev&#246;lkerung erfordert. Wir meinen jedoch, dass der Ansatz der Bundesregierung zu zaghaft ist, dass er von einem unsinnigen Begriff der Gerechtigkeit ausgeht und dass er zu Unrecht unterstellt, erhebliche Teile unserer Gesellschaft wollten sich dieser Aufgabe nicht stellen. Das eigentliche Ziel dieser Anstrengung muss sein, politische Handlungsf&#228;higkeit f&#252;r die gegenw&#228;rtige und auch f&#252;r k&#252;nftige Generationen wieder herzustellen und Gestaltungswillen wieder Raum zu geben.</p>
<p>Dieses Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn alle Teile der Gesellschaft aus &#220;berzeugung daran mitwirken. Im Einzelnen haben wir folgende Anmerkungen zu machen:</p>
<p>1. Das Sparprogramm der Bundesregierung erhebt den Anspruch, der Anforderung nach Gerechtigkeit zu gen&#252;gen, weil es die einkommensschwachen Schichten und zwei Unternehmensgruppen in gleichem Umfang belastet und durch Reduzierung der Zahl der Beamten zus&#228;tzliche Einsparungen im Bundeshaushalt erzielen will. Die Aufwendungen bzw. Ertr&#228;ge dieser drei Bl&#246;cke k&#246;nnen jedoch in keinen Zusammenhang gestellt werden, der mit Gerechtigkeit bezeichnet werden k&#246;nnte. Sie verbindet lediglich der Umstand, dass die in Rede stehenden Summen insgesamt die Einsparungsvorstellungen der Bundesregierung treffen. Die Belastungen der Unternehmensgruppen Energieversorgung und Finanzinstitutionen werden h&#246;chstwahrscheinlich in vollem Umfang an Verbraucher weitergegeben und belasten auf diese Weise die Bev&#246;lkerung, und zwar durchaus unterschiedlich nach ihren Einkommensverh&#228;ltnissen. Der Begriff Gerechtigkeit, der im Verh&#228;ltnis zu Menschengruppen untereinander Sinn ergibt, ist hier allenfalls mit der Bemerkung zu versehen, dass die daraus erwachsenen Belastungen die unteren Einkommensgruppen relativ st&#228;rker treffen werden als den Rest der Gesellschaft.</p>
<p>2. Die Notwendigkeit zu drastischem Sparen ergibt sich ‐ so die Bundeskanzlerin, andere politische Quellen und wohl auch der tats&#228;chliche Sachverhalt – zum einen daraus, dass unser Land seit etwa 60 Jahren „&#252;ber seine Verh&#228;ltnisse gelebt hat“, also mehr verbraucht hat als das Steueraufkommen gestattete, so dass Schulden entstanden sind und sich aufgeh&#228;uft haben. Dieser Prozess ist durch besondere Ereignisse wie die Vereinigung der beiden deutschen Staaten verst&#228;rkt worden. Dies ist zweifellos mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Lebensbedingungen unserer Bev&#246;lkerung einhergegangen. Diese Entwicklung ist jedoch keinesfalls nur den unteren Einkommensgruppen der Bev&#246;lkerung zugute gekommen oder etwa nur durch sie verursacht worden. Das Ergebnis war eine gesamtgesellschaftliche Situation, von der auch die besser gestellten Einkommensgruppen profitiert haben. Flugh&#228;fen und Autobahnen, der Ausbau des Schienennetzes und die Modernisierung des rollenden Materials der Bahn, technische Verbesserung der Kommunikation, F&#246;rderung von leistungsf&#228;higen Kultureinrichtungen und Sportst&#228;tten dienen allen Einkommensgruppen. Daher ist die Beseitigung der daraus resultierenden Verschuldung eine Aufgabe aller Gruppen in dieser Gesellschaft.</p>
<p>3. Ein erheblicher Beitrag zu der gegenw&#228;rtigen Neuverschuldung erw&#228;chst zum anderen aus den St&#252;tzungsma&#223;nahmen im Rahmen der Finanzkrise f&#252;r Banken, Unternehmen und die europ&#228;ische W&#228;hrung. Die Entwicklungen, die zu dieser Situation gef&#252;hrt haben, sind keineswegs den unteren oder mittleren Einkommensgruppen zuzurechnen, sie sind vielmehr das Ergebnis einer Entwicklung, die die Wirtschaftspolitik verschiedener Regierungen herbeigef&#252;hrt hat und vor allem auch des Globalisierungsprozesses. Daher ist es angemessen, dass alle Teile der Bev&#246;lkerung im Rahmen ihrer Leitungsf&#228;higkeit zu den Schuldendiensten, die daraus erwachsen, beitragen.</p>
<p>4. Die einkommensschwachen Schichten werden von den Sparma&#223;nahmen von Bund, L&#228;ndern und Kommunen st&#228;rker belastet als die &#252;brigen Bev&#246;lkerungsteile. Es wird auf allen Ebenen erhebliche Geb&#252;hrenerh&#246;hungen geben. Im kommunalen Bereich stehen K&#252;rzungen an, vor allem bei Ausgaben f&#252;r Kindertagesst&#228;tten, im &#246;ffentlichen Personennahverkehr, f&#252;r Vereine und Verb&#228;nde, insbesondere f&#252;r Sportvereine, f&#252;r Einrichtungen wie Schwimmb&#228;der, Kinderspielpl&#228;tze, Jugendfreizeitzentren und Bibliotheken. Wer daheim ein Schwimmbad hat, wird die Schlie&#223;ung eines &#246;ffentlichen Schwimmbades weit weniger bedauern als die Heranwachsenden aus den &#228;rmeren Bev&#246;lkerungsschichten.</p>
<p>5. Wir appellieren daher an die Bundesregierung und besonders an die freie demokratische Partei, ihren Widerstand gegen die vielf&#228;ltigen Vorschl&#228;ge aus der Bev&#246;lkerung nach einer Beteiligung auch der besser verdienenden und wohlhabenden Bev&#246;lkerungsgruppen an der historischen Anstrengung f&#252;r einen Politikwechsel und f&#252;r den Abbau der Schulden aufzugreifen und so den Prozess zu beschleunigen und rascher zu beenden, als dies gegenw&#228;rtig vorgesehen ist. In diesem Zusammenhang sollten die Signale der Bereitschaft aus den Kreisen der Betroffenen als Ermutigung gewertet werden. Allein die Voraussetzung f&#252;r die Schuldenbremse zu erf&#252;llen, die ja nur die Neuverschuldung begrenzt, kann den verh&#228;ngnisvollen Weg, den die &#246;ffentlichen Finanzen eingeschlagen haben, nicht korrigieren. F&#252;r die Hartz IV‐Empf&#228;nger k&#246;nnen endg&#252;ltige Entscheidungen erst dann getroffen werden, wenn die vom Bundesverfassungsgericht verlangte Bedarfsermittlung nach den von ihm vorgegebenen Kriterien vorliegt.</p>
<p>6. Alle diejenigen, deren Gemeinsinn als Motivation f&#252;r eine Beteiligung an einer solchen Anstrengung nicht ausreicht, sollten darauf hingewiesen werden, dass Verm&#246;gen in der gegenw&#228;rtigen Situation dort am besten aufgehoben sind, wo die Anstrengungen zum Abbau der Verschuldung am erfolgreichsten sind. Verm&#246;gensverlagerungen und Auswanderung k&#246;nnten also kontraproduktiv sein.</p>
<p>Die Unterzeichner:</p>
<p>Hamburg, 11.6.2010</p>
<p>Prof. Dr. Dieter Biallas – Dr. Najib Karim – Richard Beer – Heiko Pohse
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		<item>
		<title>Noch eine Chance f&#252;r die Liberalen? Ja, wie viele denn noch?</title>
		<link>http://carta.info/29694/noch-eine-chance-fuer-die-liberalen-ja-wie-viele-denn-noch/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 11:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die in Ungnade gefallene FDP m&#246;chte endlich wieder geliebt werden. Am Wochenende will sie eine zarte Richtungs&#228;nderung andeuten. Kleine Kurskorrekturen werden aber nicht reichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/cd984dce3b684f09b2fb3e643ce55dc6" alt="" width="1" height="1" />„Der Liberalismus er&#246;ffnet die politische Entwicklung des modernen Zeitalters. Er ist die erste politische Bewegung, die in allen Erdteilen Fu&#223; fasste&#8230;.</p>
<p>So pathetisch beginnt Fritz Valjavecs vor 59 Jahren erschienenes Standardwerk „Die Entstehung der politischen Str&#246;mungen in Deutschland, 1770 bis 1815“. Und Guido Westerwelle k&#246;nnte bei der Klausurtagung seiner Partei am kommenden Wochenende in einer mitrei&#223;enden Rede ebenso pathetisch fortfahren: Ihr Gr&#252;nen und Sozialdemokraten, ihr Konservativen und Christsozialen, ihr seid aus unserem Holz geschnitzt. Ihr habt <em>eure</em> Existenz den Vorl&#228;ufern <em>meiner</em> FDP zu verdanken, und das hei&#223;t: <em>Ihr</em> kauft <em>mir</em> den Schneid nicht ab!</p>
<p>Anschlie&#223;end w&#252;rden die Freidemokraten, begl&#252;ckt und gest&#228;rkt an Leib und Seele, in ihre Wahlkreise pilgern, um das Wort Westerwelles („Wir erh&#246;hen den Spitzensteuersatz!“) allen M&#252;hseligen und Beladenen &#8220;drau&#223;en im Lande&#8221; zu verk&#252;nden. Ja, selbst diejenigen w&#252;rden Westerwelles Wende verk&#252;nden, die sich eigentlich vorgenommen hatten, ihrer Partei mit einem neuen Vorsitzenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linksliberalismus">eine neue soziale Richtung</a> zu geben, um 2013 mit Hilfe einer Ampel-Koalition die drohende Mitsprache der Linken zu verhindern.</p>
<p><strong>In der FDP rumort es. Die Partei ist in einer Wende-Krise wie zwischen 1977 und 1982.</strong> Was dem Idealzustand der FDP ziemlich nahe kommt, denn Krisen- und Wendemanagement ist noch immer die beste Voraussetzung, um als Kleinpartei in den Medien gro&#223; rauszukommen.</p>
<p>Wenn sich also am kommenden Sonntag und Montag (kurz vor der Wahl <span style="text-decoration: line-through;">Joachim Gaucks</span> Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten) der Partei- und Fraktionsvorstand der FDP in Berlin zusammen setzt, um „grunds&#228;tzliche Fragen zur Lage der FDP“ zu diskutieren, werden die Kameras und Mikrophone wieder mal auf ihn gerichtet sein: auf Guido Westerwelle.</p>
<p>Schlie&#223;lich hatte ein Kreisverband (!) der hessischen FDP vor einigen Tagen &#246;ffentlichkeitswirksam die Einberufung eines Sonderparteitags verlangt, um den gl&#252;cklosen Vorsitzenden abzul&#246;sen. Schlie&#223;lich hatte der ewige St&#228;nkerer Wolfgang Kubicki s&#252;ffisant bemerkt, Westerwelle finde in der deutschen Politik praktisch nicht mehr statt. Und kurz vor dem Berliner Treffen hatte sich in Hamburg eine Gruppierung um den ehemaligen Wissenschaftssenator Dieter Biallas und den Europabeauftragten Najib Karim zu Wort gemeldet, die der kalten Kaufmanns-Partei mit einem <strong>Hamburger Manifest f&#252;r einen sozialen Liberalismus </strong>wieder ein soziales Gewissen einfl&#246;ssen will.</p>
<p>Letzteres ist bitter n&#246;tig. Die CDU zerf&#228;llt in ihre konservativen Bestandteile, und die <a href="http://carta.info/29247/dafuer-brauchts-die-fdp-nicht/">einseitige Ausrichtung</a> der FDP auf Schwarz-Gelb garantiert &#8211; nach der Finanz- und Schuldenkrise &#8211; kaum noch Mehrheiten f&#252;r den B&#252;rgerblock. Vor allem die Gr&#252;nen laufen der FDP seit einiger Zeit den Rang als rechtm&#228;&#223;ige Erben des Liberalismus ab. Viele Anh&#228;nger der Liberalen haben die trotzige Regierungsverweigerung in Nordrhein-Westfalen deshalb als unpolitische Torheit empfunden.</p>
<p>Noch ist freilich nicht erkennbar, dass die vielbesungene „Neuausrichtung der FDP“ mehr ist als eine PR-Taktik zur Wiedererlangung verlorener Volkssympathien. Die Erneuerung des Grundsatzprogramms mag beschlossene Sache sein, aber <em>die von oben kontrollierte Kurs&#228;nderung</em> <em>der FDP</em> muss wesentlich schneller erfolgen als bisher vorgesehen. Die Aussage der Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger, „die FDP in den Themen breiter aufzustellen“ gen&#252;gt jedenfalls nicht. Ein dickerer Katalog ist noch kein schl&#252;ssiges Konzept. Und das Manifest der sozialliberalen Reformer aus Hamburg arbeitet sich zu sehr an der aktuellen Tagespolitik ab, als dass es mehr ausl&#246;sen k&#246;nnte als den ber&#252;hmten Sturm im Wasserglas.</p>
<p>Die inhaltliche Zaghaftigkeit der bisherigen FDP-Reformer zeigt, wie sehr sich die Partei in den letzten 30 Jahren politisch verengt hat. <strong>Den Liberalen fr&#252;herer Zeiten (1840, 1912, 1919, 1930, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freiburger_Thesen">1971</a>) ist es deutlich leichter gefallen, eine Antwort auf <em>die soziale Frage</em> zu finden.</strong> Sie verf&#252;gten auch &#252;ber eine <em>pazifistische</em> Tradition. Und sie forderten nicht nur abstrakt mehr Bildung, sondern ganz konkrete <em>Gemeinschaftsschulen</em>.</p>
<p>Wo aber findet man in der heutigen FDP einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Quidde">Ludwig Quidde</a>, der sich gegen absurde Kriegseins&#228;tze im Ausland stemmt? Wo ist ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_L&#252;th">Erich L&#252;th</a>, der aktiv f&#252;r die Meinungsfreiheit k&#228;mpft? Und wo finden wir einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Hermann_Flach">Karl-Hermann Flach</a>, der die alte „B&#252;rgerblock-Mentalit&#228;t“ durch die moderne Forderung nach betrieblicher Mitbestimmung ersetzt?</p>
<p>Wer solche inhaltlichen Konflikte nicht wagt, sondern nur auf bessere Kommunikationsstrategien setzt, wird den Niedergang der FDP nicht aufhalten.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>P.S. „Noch eine Chance f&#252;r die Liberalen“ lautete der Titel des Buches, das Karl-Hermann Flach, der ehemalige Generalsekret&#228;r der FDP, 1971 ver&#246;ffentlichte. </em></p>
<p><em>Siehe auch: “<a href="http://carta.info/29792/hamburger-manifest-fur-einen-sozialen-liberalismus/">Hamburger Manifest f&#252;r einen sozialen Liberalismus</a>” einer Gruppe aus der Hamburger FDP.<br />
</em>
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		</item>
		<item>
		<title>Daf&#252;r braucht’s die FDP nicht</title>
		<link>http://carta.info/29247/dafuer-brauchts-die-fdp-nicht/</link>
		<comments>http://carta.info/29247/dafuer-brauchts-die-fdp-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 09:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neumann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was ist der eigentliche Daseinszweck einer liberalen Partei? Die Bundespr&#228;sidentenfrage &#252;berl&#228;sst sie der CDU, bei der Steuerreform hat sie sich selbst ins Abseits geschossen, das Sparpaket l&#228;sst liberale Akzente vermissen. Oder hat die FDP eine hidden agenda?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0a481529b6f2487bb0f19829e442f99d" alt="" width="1" height="1" />Die Debatte um die Ausrichtung der FDP braucht es dringend. F&#252;r das,  was die FDP zur Zeit abliefert, wird sie gerade zurecht abgestraft. Der  Kern des Problems ist eine erratische Politik, an der sich kaum ablesen  l&#228;sst, was eigentlich der Daseinszweck einer liberalen Partei ist.</p>
<p>Die Spitze des Eisbergs ist dabei die Bundespr&#228;sidentenfrage: Da gibt  es einen Kandidaten, der mit liberaler Rhetorik zu begeistern wei&#223; –  und die FDP-F&#252;hrung &#252;berl&#228;sst jegliche Entscheidung dem Koalitionspartner  und unterst&#252;tzt deren versicherungsvertreteresken Kandidaten. Schon an  dieser Personalie kann man ablesen, dass die FDP ihre Zeit in der  Opposition nicht genutzt hat, ihren <strong>CDU-Wurmfortsatzcharakter</strong> abzulegen  zugunsten einer liberalen Akzentsetzung.</p>
<p>Inhaltlich wird es noch  fragw&#252;rdiger, gerade in der vorgeblichen Paradedisziplin  Ordnungspolitik. Zwei Beispiele f&#252;r viele: Das Steuersystem und das  Sparpaket:</p>
<p>Das zentrale Wahlversprechen war ein »niedrigeres, einfacheres und  gerechteres Steuersystem«; praktisch wurde das heruntergebrochen auf den  Aspekt »niedriger« – was ja auch am einfachsten operationalisierbar  ist. <strong>Die FDP hat sich damit selbst ins Abseits geschossen</strong>, weil sie so  nicht mehr in der Lage ist, liberale Akzente zu setzen – und mehr darf  eine liberale Partei im Rahmen der deutschen politischen Kultur wohl  nicht erwarten.</p>
<p>Jegliche Steuererh&#246;hung, selbst wenn sie zur  Kompensation von unsystematischen Ausnahmeregelungen vorgenommen wird,  ist tabu, und damit m&#252;ssen die anderen Punkte notwendig scheitern.</p>
<p>Selbst wenn die Steuerlast gleich bliebe: <strong>Ein schl&#252;ssiges  Mehrwertsteuersystem, eine Anpassung der Steuerprogression</strong> (etwa, indem  die Grenze f&#252;r den Spitzensteuersatz deutlich nach oben geschoben wird  und der als Kompensation erh&#246;ht wird), um kalte Progression und  Mittelstandsbauch anzugehen, <strong>ist unter dem Dogma »keine einzige Steuer  erh&#246;hen« nicht m&#246;glich.</strong> – Und jetzt kopflos und unsystematisch die  Kapitalertragssteuer zu erh&#246;hen wirkt auch nicht nach durchdachtem  Konzept hin zu einem einfacheren System.</p>
<p>Auch das <strong><a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2010/06/2010-06-07-eckpunktepapier.html">Sparpaket</a></strong> l&#228;sst liberale Akzente vermissen. Wenigstens fiskalisch h&#228;tte es solide  sein sollen und nicht derart <strong>auf Spekulationen gest&#252;tzt</strong> gestaltet sein  sollen. (Bundeswehrreform, Arbeitsvermittlung, nebul&#246;se globale  Minderausgaben in der Verwaltung werden &#252;ber den Daumen gepeilt  eingepreist). Dazu kommen fragw&#252;rdige Elemente wie das Fiskusprivileg  bei Insolvenzen, das dazu f&#252;hrt, dass private Schuldner zugunsten des  immer solventen Staates &#252;bergangen werden – nicht gerade  Wirtschaftsf&#246;rderung. Ob es so sinnvoll ist, aus dem  Staatsunternehmen Bahn eine zus&#228;tzliche Dividende zu ziehen – Geld, das  dann nicht f&#252;r Investitionen zur Verf&#252;gung steht – ist auch fraglich.</p>
<p>Und schlie&#223;lich l&#228;sst  es eine <strong>liberale Bewertung von Staatsaufgaben</strong> vermissen, etwa beim  Elterngeld. Der Staat soll – und <a href="http://antjeschrupp.com/2010/06/13/einige-anmerkungen-zu-sarrazins-%E2%80%9Everdummungsthese%E2%80%9C-und-der-demografie-generell/">kann</a> –, nicht versuchen die <a title="Geb&#228;rmaschinen" href="http://fxneumann.de/2009/08/06/gebarmaschinen/">Gesellschaft zu steuern</a>; hier tr&#228;gt  die FDP eine versuchte Steuerung mit und gibt ihr den Vorzug vor einer  auch liberal gewollten Staatsaufgabe: der Sicherung des  Existenzminimums. – Und warum soll das Berliner Stadtschloss aufzubauen Staatsaufgabe sein?</p>
<p>Es w&#228;re freilich auch m&#246;glich, dass all das Methode hat, und die <em>hidden  agenda</em> der Grauen Eminenzen der FDP ist, durch bizarre und  unsystematische Regulierungen ein Klima zu schaffen, das die f&#252;r den  &#220;bergang <a href="http://marjorie-wiki.org/wiki/Agorismus">zum</a> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Counter-economics#Relationship_with_agorism">Agorismus</a> ben&#246;tigten Schwarzm&#228;rkte beg&#252;nstigt.</p>
<p>Wenn das aber ernstgemeint ist: Daf&#252;r braucht’s die FDP nicht.</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://fxneumann.de/2010/06/17/dafuer-brauchts-die-fdp-nicht/">fxneumann.de</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29247&amp;md5=a8cd09433f18fa7b00d82e11ecd97b6e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das „Jetzt-sind-wir-dran“-Problem der CDU</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 12:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter Schöppner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Union schneidet in Umfragen so schlecht ab wie zuletzt bei der Spendenaff&#228;re und kaum jemand erwartet mehr, dass die Politik die Wirtschaft bestimmen kann. F&#252;r die Mehrheit der Bev&#246;lkerung muss Politik in der Krise jedoch nach dem Motto: „Germany first“ agieren. Verliert die CDU ihr wichtigstes Wahlmotiv "Wirtschaftskompetenz"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4f13941f916844d994e5cab9c5dcc48d" width="1" height="1" alt=""/>Normalerweise ist Krisenzeit CDU/CSU-Zeit. Die Union gilt als die Partei mit der deutlich besseren Kompetenz in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Und wurde bislang immer dann gerne gew&#228;hlt, wenn es Deutschland schlecht ging. Denn: In der Krise geht es ums &#220;berleben. In Boomzeiten um gerechtes Verteilen.</p>
<p>2010 ist alles anders: Der Beunruhigungspegel in der Bev&#246;lkerung &#252;berschreitet die nie dagewesene 90-Prozent-Marke, 85 Prozent erwarten eine dauerhafte Rezession. Kriegs-, Arbeitsplatz- und Inflationsangst hegen inzwischen fast 70 Prozent der Deutschen, sind pr&#228;sent wie nie zuvor. Und die Union liegt mit 31 Prozent in der Sonntagsfrage so schlecht wie seit der Spendenaff&#228;re im Jahre 2000 nicht mehr. Nur noch 66 Prozent ihrer (wenigen) W&#228;hler vom September 2009 w&#252;rden sie heute wiederw&#228;hlen, jeder f&#252;nfte – vornehmlich die eher rechten &#8211; ist inzwischen ins Lager der Nicht-W&#228;hler abgewandelt. Obwohl die SPD f&#252;r die meisten W&#228;hler keine wirkliche Alternative darstellt, ist sie von 23 auf 28 Prozent gestiegen. </p>
<p>Wieso ist das so? Weil Kompetenzzuschreibung bei der Wahlentscheidung nur noch wenig z&#228;hlt. Weil die Union ein h&#246;chst veraltertes Wirtschafts- und kein Arbeitsmarktprofil mehr hat. Weil sich das Bild von der „guten Wirtschaft“ grundlegend gewandelt hat. Und <strong>weil aus dem deutschen Gutmenschen in Zeiten einer dauerhaften Krise der „Jetzt-sind-wir-dran&#8221;-B&#252;rger geworden ist.</strong></p>
<p>Kompetenz unwichtig? Sp&#228;testens Banken- und Griechenlandkrise haben aus der Gestaltungs- das Feuerl&#246;scherprimat der Politik entwickelt. Und da stehen die Parteien ziemlich hilflos da. Fast jeder Zweite antwortet inzwischen „Keine von allen“ auf die Frage nach der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftskompetenz. Nicht die Politik bestimmt die Wirtschaft, es ist genau umgekehrt: Die Multis dominieren! Die Regierung – so die Deutschen – ist nur noch gefordert, wenn Verluste sozialisiert werden sollen. 75 Prozent beklagen die „systemische Subventionitis“. Und gerade noch 19 Prozent erwarten, dass die Politik es schaffen k&#246;nnte, Bankenspekulationen zuk&#252;nftig zu verhindern.  </p>
<p>Kein Markenprofil? &#220;ber 70 Prozent der Deutschen sehen inzwischen f&#252;r sich keinerlei Ver&#228;nderungen, je nachdem, ob Union oder SPD den Kanzler stellt. Jeweils die eine H&#228;lfte ihrer W&#228;hler will die CDU st&#228;rken sozial-, die andere wirtschaftlich ausgerichtet haben. Und <strong>f&#252;r Zweidrittel der CDU-W&#228;hler geht mit Roland Koch der letzte profilierte Wirtschaftskopf.</strong> Noch 2005 wies die Arbeitsmarktkompetenz der CDU/CSU einen 13 Punkte Vorsprung auf, nun dominieren die Sozialdemokraten mit einem Vorsprung von acht Prozent. „Wof&#252;r steht die CDU?“ Die wenigsten sagen: „F&#252;r Wirtschaftskompetenz“. Und in der Qualit&#228;t ihres Krisenmanagements hat die SPD nun zum ersten Male mit der Union  gleichgezogen.</p>
<p>Ein anderes Wirtschaftsbild? Was „gute“ Wirtschaftpolitik ist, dar&#252;ber gibt es inzwischen einen grundlegenden Einstellungs­wandel unter den Deutschen! Nach „liberal“, das mit &#252;berm&#228;&#223;igen Freiheiten der Wirtschaft, ihre Interessen gegen&#252;ber den Arbeitnehmern rabiat durchzusetzen, assoziiert wird, steht nun auch <strong>„Wirtschaftskompetenz“ auf der Liste wahlsch&#228;digender Begriffe</strong>. Weil Ludwig Erhards Wort nicht mehr gilt: Denn wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es den Besch&#228;ftigten l&#228;ngst nicht mehr gut. Wir sp&#252;ren <em>jobless growth</em>, also Wachstum ohne, schlimmer noch, auf Kosten von „normalen“ Arbeitspl&#228;tzen. „Gute“ Wirtschaftspolitik ist f&#252;r 75 Prozent, die Interessen der Unternehmen mit denen der Besch&#228;ftigten in Einklang zu bringen. Das aber kann die Union nicht mehr garantieren.</p>
<p>Jetzt-sind-wir-dran-Deutsche? Unsere Politik st&#252;tzt die anderen – und denkt an uns zuletzt. Nur noch 19 Prozent erwarten eine Kreditr&#252;ckzahlung der Griechen, die f&#252;r fast 80 Prozent allein die Schuld an ihrem Finanzfiasko tr&#228;gt. Nur 21 Prozent glauben an eine Beteiligung der Banken an den Schutzschildkosten. Daf&#252;r aber 70 Prozent, dass wir uns nicht mehr so viel wie unsere Eltern leisten k&#246;nnen, vor allem, weil wir unser Geld zu stark zweckentfremden. F&#252;r die gro&#223;e Mehrheit muss Politik im Zeitalter maroder Infrastruktur nach dem Motto: „Germany first“ agieren. Und da ist nunmehr vor allem die SPD die Partei der B&#252;rgerinteressen. </p>
<p>Die Union ist dabei, ihr wichtigstes Wahlmotiv, ihr „Erhard-Profil“ – eben das der Partei der sozialen Marktwirtschaft – zu verlieren. Gutmensch sind wir gerne, doch nur, wenn wir uns das auch wirklich leisten k&#246;nnen.
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		<title>Zweiter Fehlstart von Schwarz-Gelb? – Sparklausur in Meseberg</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 11:58:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Hotelsubventionen m&#252;ssen zur&#252;ckgenommen werden, denn mit dem Klientel-Geschenk fing die ganze Misere der neuen Regierung an. Durch Erh&#246;hung des Spitzensteuersatzes und Reform der Politiker-Pensionen k&#246;nnte das Sparpaket sogar ein Beitrag zum sozialen Frieden werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e26a8dfecedf45bc9a8a307ed6eaee53" alt="" width="1" height="1" />Es soll ein Neustart werden, aber es droht der zweite Fehlstart. Die Sparklausur des Bundeskabinetts am kommenden Wochenende steht  unter keinem guten Stern. Wolfgang Sch&#228;uble k&#252;ndigt einerseits  “Belastungen f&#252;r alle Bundesb&#252;rger” an, sagt aber andererseits, dass “die Angleichung der erm&#228;&#223;igten Mehrwertsteuers&#228;tze nicht zum  Instrumentenkasten der aktuellen Haushaltsanierung geh&#246;rt”. Das hei&#223;t im  Klartext: der erm&#228;&#223;igte Steuersatz f&#252;r Hoteliers bleibt und damit wird  der schlimmste Geburtsfehler der schwarz-gelben Koalition nicht  korrigiert.</p>
<p>Mit dem Geschenk an die FDP- und CSU-Klientel fing die ganze Misere  der neuen Regierung an, mit der Beibehaltung ginge sie in die  Verl&#228;ngerung. Die schwarz-gelbe Koalition hat offenbar aus ihrem  Niedergang nichts gelernt. <strong>Wenn das Steuergeschenk an die Hotelbranche  nicht wieder einkassiert wird, dann fehlt der Regierung die  Legitimation, andere abzukassieren.</strong> Wie will die Bundesregierung  Verzicht von Arbeitslosen, Pendlern oder Nachtarbeitern verlangen, wenn  sie gleichzeitig den Hoteliers weiter eine Milliarde Euro schenkt?  Offenbar geht immer noch eher ein Kamel durch ein Nadel&#246;hr, als dass  Politiker einen Fehler korrigieren. Man k&#246;nnte ja das Gesicht verlieren,  als ob es nicht schlimmer w&#228;re, das Vertrauen der W&#228;hler zu verlieren.</p>
<p>Das Sparpaket muss ein Beitrag zum sozialen Frieden werden, nicht zum  sozialen Aufruhr. Und das wird es nur, wenn es die B&#252;rger als gerecht  empfinden, als sozial ausgewogen. Dazu geh&#246;rt nicht nur die R&#252;cknahme  der Hotelsubvention, sondern weitere Beschl&#252;sse, die signalisieren: Wir  haben verstanden. Zum Beispiel eine <strong>Erh&#246;hung des Spitzensteuersatzes</strong> f&#252;r  Einkommen &#252;ber 250.000 Euro von 45 auf 48 Prozent.</p>
<p>Oder endlich eine Reform der skandal&#246;sen <strong>Pensionsregelungen f&#252;r  Politiker</strong>. Wie k&#246;nnen CDU/CSU und FDP weiter auf der Rente mit 67  beharren, wenn Ex-Ministerpr&#228;sidenten wie Roland Koch ab dem 55.  Lebensjahr eine Pension von mehr als 7.000 Euro zusteht? Oder  Bundestagsabgeordneten nach nur zwei Legislaturperioden Altersbez&#252;ge in  H&#246;he von 1.682 Euro? Und warum wird die Kostenpauschale der  Parlamentarier immer noch nicht durch eine Abrechnung der konkreten  Kosten mit Belegen ersetzt?</p>
<p>Wie glaubw&#252;rdig sind Sparbeschl&#252;sse von Parteien, die immer neue  Finanzierungstricks ersinnen, wie das umstrittene Sponsoring von  Parteiveranstaltungen? W&#228;re es nicht nicht zumindest ein symbolischer  Beitrag der Politik zum Sparen, wenn es f&#252;r jeden Spendeneuro, den die  Parteien einnehmen, vom Staat nicht mehr 38 Cent, sondern nur noch 19  Cent dazug&#228;be? Auch f&#252;r die Parteien gilt: die Treppe wird noch immer  von oben gekehrt.</p>
<p>Und wenn die schwarz-gelbe Koalition schon einmal dabei w&#228;re, Fehler  zu korrigieren, dann m&#252;sste sie auch die unseligste Hinterlassenschaft  der gro&#223;en Koalition beseitigen – die Rentengarantie. Sie war ein reines  Wahlgeschenk von CDU/CSU und SPD an die Rentner. Sachlich ist sie bis  heute nicht zu rechtfertigen. Die Rentenformel wurde willk&#252;rlich au&#223;er  Kraft gesetzt und eine ganze Bev&#246;lkerungsgruppe vom Sparen ausgenommen,  nur weil sie die meisten W&#228;hler stellt.</p>
<p>Die Sparklausur w&#228;re ein passender Anlass, um vom klassischen  Opportunimus, von Wahlgeschenken und von Klientelpolitik Abschied zu  nehmen. Leider deutet nichts darauf hin.</p>
<p><em>Lesen Sie auf Sprengsatz dazu auch den Beitrag vom 4.12.2009: <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=2503">&#8220;Fluch f&#252;r Schwarz-Gelb&#8221;</a> und bei Carta den Beitrag von Leonard Novy <a rel="bookmark" href="../../28015/regierungsklausur-in-meseberg-das-wochenende-der-wahrheit/">&#8220;Regierungsklausur in Meseberg: Das Wochenende der  Wahrheit&#8221;</a> vom 27.05.2010.</em></p>
<p><em>Dieser Beitrag erscheint als Crossposting via Michael Sprengs Blog <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.sprengsatz.de/?p=2783');" href="http://www.sprengsatz.de/?p=3413">Sprengsatz</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28207&amp;md5=a4fb677a8ba5c67a3b634f5e05e9d941" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rechtsfragen der Informationsgesellschaft: L&#246;schgesetz, ACTA, Twitter</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:22:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Telemedicus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erster Entwurf f&#252;r „L&#246;schgesetz” – Streit um Googles WLAN-Scanning – JMStV-E unter schwerem Beschuss – ACTA-Entwurf ver&#246;ffentlicht – FDP-Bundesparteitag votiert f&#252;r Datenschutz – Frequenzauktion: Bisher sind 1,5 Milliarden geboten – Springer-Verlag mahnt Bildblog ab – Erste Rechtsstreitigkeiten um Twitter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1a368267b30649fe8d914bdf74999a86" alt="" width="1" height="1" /><strong>Erster Entwurf f&#252;r „L&#246;schgesetz”</strong><br />
„L&#246;schen statt sperren” – so hei&#223;t das Credo, dem sich mittlerweile fast  alle Bundespolitiker verschrieben haben. Das eigentlich geltende  Zugangserschwerungsgesetz hat die Regierungskoalition schlicht au&#223;er  Kraft gesetzt, ohne es formell aufzuheben – ein einmaliger Vorgang in  der Geschichte der Bundesrepublik. Genau dies soll nun das L&#246;schgesetz  leisten. Die <em>Neue Osnabr&#252;cker Zeitung</em> hat nach eigenen Angaben einen  Entwurf vorliegen, in dem unter anderem „umfassende Melde-, Kontroll-  und Dokumentationspflichten des BKA” geschaffen werden – ohne allerdings  Netzsperren als ultima ratio vorzusehen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.neue-oz.de/information/noz_print/nordwest/pornosperre.html">Der  Bericht in der Neuen Osnabr&#252;cker Zeitung.</a></li>
</ul>
<p><strong>Streit um Google WLAN-Scanning</strong><br />
Die Street View-Autos scannen auch nach WLANs – das war zwar schon  lange bekannt, durch die Medien ging die Nachricht allerdings erst in  der vergangenen Woche. Nun streiten nicht nur die Datensch&#252;tzer, sondern  auch die Juristen: Sind WLAN-Kennungen personenbezogene Daten? Ist es  notwendig, nun ausgerechnet Google f&#252;r etwas zur Verantwortung zu  ziehen, was andere Unternehmen schon seit Jahren machen? Die Diskussion  l&#228;uft weiter.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.telemedicus.info/article/1717-Google-und-die-WLAN-Erfassung.html">Telemedicus  zum WLAN-Scanning.</a></li>
<li>Dazu aktuell auf<em> Carta</em>: <a rel="bookmark" href="../../26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/">Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus  Hamburg</a></li>
</ul>
<p><strong>JMStV-E unter schwerem Beschuss</strong><br />
Der <a href="http://www.telemedicus.info/article/1713-Aktueller-Entwurf-des-JMStV.html">Neuentwurf</a> des Jugendmedienschutzstaatsvertrags k&#246;nnte scheitern – so sieht es  aktuell aus. Bereits Mitte der letzten Woche wurde im Rahmen einer  Anh&#246;rung im Berliner Landesparlament deutlich, dass partei&#252;bergreifend  Skepsis besteht. Vor allem die Linkspartei-Regierungsfraktion in Berlin  hat massive Bedenken. Einen weiteren schweren Schlag erhielt der Entwurf  dann am Samstag: Der FDP-Bundesparteitag <a href="http://twitter.com/jimmyschulz/status/12763133247">verabschiedete</a> einen Beschluss, der die Landtagsfraktionen dazu auffordert, den  Entwurf abzulehnen. Begr&#252;ndet ist der Beschluss vor allem mit  bef&#252;rchteten Problemen f&#252;r „Social Communities”.</p>
<ul>
<li><a href="http://jimmy-schulz.blogspot.com/2010/04/antrag-zum-bundesparteitag.html">Der  Antragstext des FDP-Beschlusses.</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Berliner-Abgeordnetenhaus-hat-Bedenken-gegen-Jugendmedienschutz-Novelle-983450.html">Heise  Online zur Anh&#246;rung im Berliner Abgeordnetenhaus.</a></li>
</ul>
<p><strong>ACTA-Entwurf ver&#246;ffentlicht</strong><br />
Am 21. April wurde er ver&#246;ffentlicht: Der Entwurf des „Anti  Counterfeiting Trade Agreement” (ACTA). Dieses v&#246;lkerrechtliche Abkommen  war bisher in geschlossenen Zirkeln von Vertretern der  Industrienationen verhandelt worden, offensichtlich um die ung&#252;nstigen  Bedingungen in den eingerichteten Verhandlungsr&#228;umen wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltorganisation_f%C3%BCr_geistiges_Eigentum">WIPO</a> zu  umgehen. Dieses Vorgehen rief aber nicht nur die internationale  Netzpolitik-Szene auf den Plan, sondern auch das EU-Parlament. Hinzu  kam, dass trotz der Geheimhaltung st&#228;ndig neue ACTA-Entw&#252;rfe an die  &#214;ffentlichkeit gelangten. Der aktuelle Entwurf ist in vielen  Punkten entsch&#228;rft, schreibt Prof. Metzger in einem Gastbeitrag bei  <em>Heise Online</em>, aber es gibt auch weiterhin viele Probleme: Vor allem die  Access-Provider w&#228;ren vielen Eingriffsma&#223;nahmen ausgesetzt.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Analyse-ACTA-liefert-noch-viel-Stoff-fuer-Diskussionen-984590.html">Zum  Beitrag bei <em>Heise Online</em>.</a></li>
</ul>
<p><strong>FDP-Bundesparteitag votiert f&#252;r Datenschutz</strong><br />
Auf dem FDP-Bundesparteitag, der am heutigen Sonntag zu Ende ging, hat  die FDP unter anderem auch einen umfassenden Antrag zum Datenschutz  verabschiedet. Der Text liest sich wie ein Rundumschlag: Es geht gegen  die Vorratsdatenspeicherung, ELENA, die elektronische Gesundheitskarte,  SWIFT, das PNR-Abkommen oder K&#246;rperscanner. Inwieweit die FDP diese  Absichtserkl&#228;rungen in den kommenden Monaten und Jahren umsetzen wird,  ist noch offen – zumindest hat sie sich aber konsequent f&#252;r den  Datenschutz positioniert.</p>
<ul>
<li><a href="http://parteitag.fdp.de/files/47/Beschluss-rechtspolitik_l2.pdf">Der  Antrag als PDF.</a></li>
</ul>
<p><strong>Frequenzauktion: Bisher sind 1,5 Milliarden geboten</strong><br />
Die <a href="http://www.telemedicus.info/article/1705-Groesste-Frequenzauktion-der-Bundesrepublik-startet.html">laufende  Frequenzauktion</a> kommt langsam in Fahrt: F&#252;r die Nutzungsrechte an  neuen Mobilfunkfrequenzen wurden <a href="http://www2.bundesnetzagentur.de/frequenzversteigerung2010/runde/runde076.html">bislang</a> H&#246;chstgebote von insgesamt knapp 1,5 Mrd. Euro abgegeben. <a href="http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:frequenz-auktion-6-aus-41/50104887.html">Besonders  begehrt</a> sind dabei die 800 MHz-Frequenzen. Allein f&#252;r die sechs  Frequenzbl&#246;cke in diesem Frequenzbereich sind mehr als 1,2 Mrd. Euro  geboten worden. Bereits im Vorfeld der Auktion waren mehrere Verfahren  gegen die Versteigerung beim Verwaltungsgericht K&#246;ln und beim Bundesverwaltungsgericht anh&#228;ngig. Und auch  derzeit wehren sich insbesondere noch Rundfunksender und  Kabelnetzbetreiber gegen die geplante Neuvergabe der Frequenzen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Frequenzauktion-kommt-langsam-auf-Touren-985639.html">Zum  Verlauf der Versteigerung mehr bei <em>Heise Online</em>.</a></li>
</ul>
<p><strong>Springer-Verlag mahnt <em>Bildblog</em> ab</strong><br />
Der Axel Springer-Verlag hat die scharfe Kritik des <em>Bildblogs</em> jahrelang  hingenommen, ohne juristische Mittel einzuleiten – damit ist es nun  vorbei. Nach Angaben des <em>Bildblogs</em> geht es um einen Artikel von Stefan  Niggemeier, in dem dieser behauptet hatte, <em>Welt Online</em> habe eine  Beschwerde des Presserats nicht ver&#246;ffentlicht. Das war falsch, gibt auch das <em>Bildblog</em> zu, und gibt an, den Artikel innerhalb weniger Stunden berichtigt zu haben. Die Blogger schalteten ihren Anwalt ein, gaben  die geforderte Unterlassungserkl&#228;rung nicht ab, und bitten nun um Spenden f&#252;r die Anwaltskosten.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bildblog.de/18047/axel-springer-mahnt-bildblog-ab/">Zur  Darstellung beim Bildblog.</a></li>
<li>Dazu bei Carta: <a rel="bookmark" href="../../26015/abmahnrepublik-deutschland-i/">Abmahnrepublik Deutschland (I)</a></li>
</ul>
<p><strong>Erste Rechtsstreitigkeiten im Twitter-Recht</strong><br />
In der vergangenen Woche wurden erstmals zwei Rechtsstreitigkeiten  bekannt, die ihre Ausl&#246;ser in Twitter fanden: Zum einen ging es um eine  &#196;u&#223;erung, die sich der Twitternutzer zu eigen gemacht haben soll, indem  er den Link twitterte – so meint das jedenfalls offenbar das LG  Frankfurt, das eine einstweilige Verf&#252;gung erlie&#223;. In dem anderen Fall  geht es um eine sog. Direct Message, die ein Twitternutzer dem anderen  schickte – der Empf&#228;nger hielt das f&#252;r Spam und verschickte eine  Abmahnung.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.kriegs-recht.de/sie-ist-da-die-erste-einstweilige-verfugung-wegen-tweets/">Darstellung  des &#228;u&#223;erungsrechtlichen Falls bei Kriegs-Recht.</a></li>
<li><a href="http://www.kriegs-recht.de/der-nachste-fall-auf-twitter-abmahnung-wegen-spam-per-direct-message/">Darstellung  der Spam-Abmahnung, ebenfalls bei Kriegs-Recht.</a></li>
<li>Weiterer Fall vom Sonntag: <a rel="bookmark" href="../../26201/gestapo-2-0-bdk-stellt-strafanzeige-gegen-tweet-von-fdp-delegierten-tobias-huch/">&#8220;Gestapo 2.0&#8243;: BDK stellt Strafanzeige wegen Tweet</a></li>
</ul>
<p><em>In Zusammenarbeit mit <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.telemedicus.info/');" href="http://www.telemedicus.info/" target="_blank">Telemedicus</a> pr&#228;sentiert Carta jeden Montag zentrale Entwicklungen des Medien- und   Informationsrechts.</em> <em>Dieser <a href="http://telemedicus.info/article/1719-Wochenrueckblick-Loeschgesetz,-JMStV,-Bildblog.html">Wochenr&#252;ckblick</a> wurde zusammengestellt von Simon M&#246;ller.</em>
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<a href="http://carta.info/26306/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-loeschgesetz-acta-twitter/">Rechtsfragen der Informationsgesellschaft: L&#246;schgesetz, ACTA, Twitter</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26306/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-loeschgesetz-acta-twitter/#comments">One comment</a>
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