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	<title>CARTA &#187; Facebook</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Facebook-Aktie ist f&#252;r Muppets: Finger weg!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 16:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Elsner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Freitag ist es soweit: Die Aktien von Facebook werden an der New Yorker Nasdaq erstmals gehandelt. Die spannende Frage ist: Wie wird der Markt Facebook bewerten? Und: Soll man den Titel kaufen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die im <a href="http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1326801/000119312512208192/d287954ds1a.htm">Prospekt</a> angegebene Preisspanne f&#252;r den Erstverkaufspreis lag zwischen 28 und 35<strong> </strong>US-Dollar, nach <a href="http://www.bloomberg.com/news/2012-05-15/facebook-said-set-to-finish-taking-ipo-orders-tomorrow.html">neuen Berichten</a> betr&#228;gt die Spanne nun 34 bis 38 Dollar. Der Preis am Ende des ersten B&#246;rsentags kann nat&#252;rlich auch au&#223;erhalb dieser Spanne liegen.</p>
<p>Aus der Preisspanne im Prospekt errechnen sich Unternehmenswerte f&#252;r die <a href="http://www.blicklog.com/2012/05/13/facebook-brsengang-unklarheit-ber-die-zahl-der-ausgegebenen-aktien/">2,74 Mrd. Aktien</a> zwischen 76,7 Mrd. und 95,9 Mrd. US-Dollar (bzw. 93,16 und 104,1 Mrd. US-Dollar). Wenn ich <em>Facebook</em> bewerten w&#252;rde, k&#228;me ich auf einen Wert deutlich unter 50 Mrd. Dollar. Ich w&#252;rde nicht mehr als das 25-fache des 2012er-Gewinns bezahlen f&#252;r die Aktien. Mir ist das Gesch&#228;ftsmodell nicht klar genug f&#252;r eine h&#246;here Bewertung. Viele Argumente, die f&#252;r eine h&#246;here Bewertung vorgebracht werden, klingen willk&#252;rlich und rein hypothetisch. So ist derzeit v&#246;llig offen, ob und wie Facebook im <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/kurz-vor-boersengang-mobile-surfer-bereiten-facebook-probleme/6613722.html">mobilen Netz Geld </a>verdienen wird. Daneben hat das angeblich nur auf Wachstum getrimmte Unternehmen im ersten Quartal 2012 erst einmal den <a href="http://www.bloomberg.com/news/2012-04-23/facebook-reports-sales-growth-indicates-shares-valued-at-30-89.html">R&#252;ckw&#228;rtsgang eingelegt</a>.</p>
<p>Es ist unwahrscheinlich, dass Anleger bei der Zeichnung noch Aktien erhalten. Einige stellen sich daher die Frage, ob sie am ersten B&#246;rsentag zugreifen sollten. Ich w&#252;rde in jedem Fall die Finger von der <em>Facebook</em>-Aktie lassen. <em>Facebook</em> ist ein <a href="http://www.businessinsider.com/facebook-muppet-bait-2012-5">Muppet-K&#246;der</a>, schrieb Henry Blodget letzte Woche auf <em>Business Insider</em>, und er hat Recht damit. Ich werde in einem Beitrag am Freitag noch zeigen, warum der <a href="http://www.blicklog.com/2012/03/29/so-bestimmt-man-den-muppet-faktor-von-produkten-und-dienstleistungen/">Muppet-Faktor</a> hier hoch ist. Man muss also nicht einmal Warren Buffett in den Zeugenstand rufen. Er warnt bekanntlich ebenfalls vor dem <a href="http://www.handelsblatt.com/video/video-news/wirtschaft/wirtschaftsguru-wuerde-aktien-nicht-kaufen-buffett-warnt-vor-facebook/6599382.html">Kauf der Aktien</a>.</p>
<p>In der letzten au&#223;erb&#246;rslichen Auktion auf <em>Sharepost</em> wurde <em>Facebook</em> mit <a href="http://www.bloomberg.com/news/2012-03-30/facebook-valued-at-102-8-billion-in-final-sharespost-auction.html">102,8 Mrd.</a> US-Dollar bewertet. Nun ist der <a href="http://www.reuters.com/article/2012/03/14/us-sec-sharespost-idUSBRE82D1B420120314">Handel dort untersagt.</a> Medien und Analysten bem&#252;hen in diesen Tagen au&#223;erdem diverse Vergleiche zu anderen B&#246;rseng&#228;ngen wie <em>LinkedIn</em>, <em>Google</em> oder anderen Unternehmen. Solche Vergleiche dienen aber eher der Unterhaltung und k&#246;nnen bestenfalls als psychologische Entscheidungsrationalisierung dienen. &#214;konomisch sind solche Analogien irrelevant.</p>
<p>Gelingt es <em>Facebook</em> und den Investmentbanken tats&#228;chlich, so viele Interessenten von der Aktie zu &#252;berzeugen, so dass alle wild drauf los kaufen, nur weil sie selbst auf<em> Facebook</em> aktiv sind und die Anwendung m&#246;gen? Man kann es nicht ausschlie&#223;en. Seit der <em>Telekom</em>-Emission wurde ich nicht mehr so h&#228;ufig gefragt, ob ich diese Aktien kaufen w&#252;rde. Der Taxifahrer-Indikator deutet auf ein viel zu hohes Interesse privater Anleger. Selbst Larifari-Radiosender, die sonst nur &#252;ber die B&#246;rse nach einem Aktiencrash berichten, fragen sich, ob die <em>Facebook</em>-Aktie ein Kauf sein k&#246;nnte. Allein dies sollte Warnung genug sein.</p>
<p>Wichtiger ist aber, was die Profis denken. Hier lese und h&#246;re ich eher Skepsis. Ich pers&#246;nlich w&#252;rde &#252;brigens jeden aktiven Aktienfonds aus meinem Depot werfen, der <em>Facebook</em> zeichnet (gilt nicht f&#252;r Indexfonds, die das Papier sp&#228;testens in die B&#252;cher nehmen m&#252;ssen, wenn die Aktien in einen Index aufgenommen werden). Mich w&#252;rde es dagegen nicht &#252;berraschen, wenn die ersten Hedge-Fonds z&#252;gig Short-Positionen gegen <em>Facebook</em> aufbauen. Dies halte ich f&#252;r wahrscheinlicher, je n&#228;her sich der Preis am oberen Bewertungsende bewegt.</p>
<p>F&#252;r die Konsortialbanken, zu denen &#252;brigens auch die <em>Deutsche Bank </em>geh&#246;rt, k&#246;nnten diese “Shortstrategien” problematisch werden. Das bedeutet, sie m&#252;ssten sich gegen einen echten Absturz stemmen. Nach den Erfahrungen aber, die <a href="http://www.blicklog.com/2012/05/13/jp-morgan-whale-mistrade-zeigt-nutzlosigkeit-der-finanzmarktregulierung/">JP Morgan</a> in den letzten Wochen gesammelt hat, werden sie das nicht unbegrenzt tun k&#246;nnen. Es geht um viel Prestige bei diesem B&#246;rsengang. Die Konsortialbanken werden daf&#252;r sorgen m&#252;ssen, dass die Platzierung und auch der Handel am Anfang ein “Erfolg” werden. <em>Business Insider </em>hat vergangene Woche bereits dar&#252;ber gel&#228;stert, wie dieser B&#246;rsengang von <a href="http://www.businessinsider.com/morgan-stanley-goldman-sachs-facebook-ipo-2012-5">Goldman Sachs und Co. aufgeblasen</a> wird.</p>
<p>Vor dem Hintergrund des veranstalteten Hypes glaube ich, dass der Emissionspreis <a href="http://www.bloomberg.com/news/2012-05-14/facebook-said-set-to-finish-taking-ipo-orders-tomorrow.html">trotz &#220;berzeichnung</a> bei 37 US-Dollar (nach Erh&#246;hung der Preisspanne) liegen wird. Das wird dann PR-m&#228;&#223;ig so vermarktet werden, dass man den kompletten Spielraum nicht ausnutzen wollte. Man signalisiert etwas Gro&#223;z&#252;gigkeit, “muppetisiert” aber in Wirklichkeit die Anleger. Der erste Handel k&#246;nnte sich dann zwischen 37 und 40 US-Dollar abspielen. Am Ende des ersten B&#246;rsentags k&#246;nnte der Preis dann vielleicht bei 38,50 Dollar (das ist mein #facebookguess) liegen. Man wird dann von einem erfolgreichen B&#246;rsengang sprechen k&#246;nnen. Sp&#228;testens am Montag k&#246;nnte dann der Verkaufsdruck der Shorties auf die Aktie einsetzen. Lange d&#252;rften die Konsortialbanken diesen Druck dann nicht aushalten k&#246;nnen.</p>
<p>Nat&#252;rlich sind auch viele andere Entwicklungen denkbar. Das ist ja gerade das Spannende an den Kapitalm&#228;rkten. Die Aktivit&#228;ten sind von unterschiedlichsten Einsch&#228;tzungen und Einsch&#228;tzungen &#252;ber diese Einsch&#228;tzungen bestimmt. Irgendjemand wird schon richtig mit seinen Vorhersagen liegen. Und je nach Kursentwicklung werden uns anschlie&#223;end “Experten” ganz genau erkl&#228;ren, warum es genau so kommen musste. In jedem Fall wird es ein interessanter erster Handelstag und eine spannende erste Handelswoche werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Leseempfehlungen zum B&#246;rsenstart</strong></em></p>
<ul>
<li>Unbedingt nat&#252;rlich: Die wunderbare Welt der Wirtschaft: <a href="http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2012/05/warum-die-facebook-aktie-wie-die.html">Warum die Facebook-Aktie wie die Muppets ein Welthit wird</a></li>
<li>Handelsblatt: <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/28-geburtstag-des-facebook-gruenders-wird-mark-zuckerbergs-vision-zum-alptraum-der-anleger/6628962.html">Wird Mark Zuckerbergs Vision zum Alptraum der Anleger?</a></li>
<li>Wall Street Journal: <a href="http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424052702304192704577403971401338692.html">Was ist Facebook wirklich wert?</a></li>
<li>FAZ: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/der-facebook-boersengang/der-boersengang-das-raetsel-facebook-11749011.html">Der B&#246;rsengang Das R&#228;tsel Facebook</a></li>
<li>ARD: <a href="http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_609962">Facebook-Aktie? Gef&#228;llt mir nicht!</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Nachtrag</strong></em></p>
<p>Mein Artikel war kaum ver&#246;ffentlicht, da gab es die <a href="http://www.bloomberg.com/news/2012-05-15/facebook-said-set-to-finish-taking-ipo-orders-tomorrow.html">ersten Berichte</a>, dass <em>Facebook</em> die Preisspanne erh&#246;hen k&#246;nnte. Best&#228;tigt ist das bisher zwar noch nicht, ich habe aber meine ver&#228;nderten Sch&#228;tzwerte entsprechend ge&#228;ndert.</p>
<p>Mit diesem Beitrag wollen @egghat und ich zusammen mit <em>Handelsblatt Online </em>heute eine Schwarmsch&#228;tzung starten. Via <em>Twitter</em> und <em>Facebook</em> wollen wir den Preis einer Aktie am Ende des ersten B&#246;rsentages sch&#228;tzen. Dazu kann jeder, der Lust hat, unter dem <strong>Hashtag #facebookguess </strong>seine Sch&#228;tzung abgeben. <em>Handelsblatt Online</em> sammelt die unter diesem Hashtag abgegebenen Kurssch&#228;tzungen ein. Mehr dazu auf <em><a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien/neuemissionen/web-2-0-aktion-wo-steht-facebook-nach-dem-ersten-boersentag/6633672.html">Handelsblatt Online</a></em> unter „<a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien/neuemissionen/web-2-0-aktion-crowdguessing-zum-facebook-boersengang/6633672.html">Crowdguessing“ zum Facebook-B&#246;rsengang</a>“.</p>
<p>Bei einem “Crowdguessing” des letzten <a href="http://www.blicklog.com/2012/02/28/crowdguessing-ltro2guess-wie-die-twelt-den-umfang-des-3-jahres-tenders-der-ezb-schtzt/">3-Jahres-Tender der EZB</a> haben wir mit den Sch&#228;tzungen der <em>Twitter</em>-Crowd die beste Vorhersage geliefert und die Experten abgeh&#228;ngt. Wichtig f&#252;r die Schwarmsch&#228;tzung (neudeutsch crowdguessing): Es geht nicht darum, zu sch&#228;tzen, wie man die Aktie selbst bewerten w&#252;rde, sondern was man glaubt, wie der “Markt” das Unternehmen am Ende des ersten B&#246;rsentags bewerten wird.</p>
<p><a href="http://www.blicklog.com/2012/05/15/facebook-aktie-ist-fr-muppets-facebookguess-preis-der-aktie-am-ende-des-ersten-brsentags/#more-27481"><em>Crosspost</em></a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43780&amp;md5=15f89187cdfb23771117d800aa389e1c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leute, kauft Facebook-Aktien!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 12:05:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sollten wir nicht lieber Facebook-Miteigent&#252;mer als nur Mitglieder sein? Die Chance dazu wird uns bald gegeben - durch den B&#246;rsengang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Facebook unsere Zukunft verkauft, hat Sascha Lobo in seinem Text &#252;ber <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-facebook-verkauft-ihre-zukunft-a-831925.html">„Facebooks Vermessung der Gef&#252;hlswelt“</a> ja gerade sehr sch&#246;n dargelegt. Es wird Zeit, dass wir sie uns    zur&#252;ckkaufen.</p>
<p>Die Idee dazu ist ganz einfach (wenn auch eher ein Gedankenexperiment): Wenn die 900 Millionen Menschen auf der Welt, die aktuell Mitglieder bei Facebook sind, nun auch Facebook-Aktien kaufen w&#252;rden, w&#252;rde aus dem kapitalen Netzwerk wirklich ein soziales Netz f&#252;r die Gemeinschaft seiner Mitglieder. Aus dem Anteilsschein f&#252;r privilegierte Investoren w&#252;rde ein Volksaktie. Die Nutzer k&#246;nnten Facebook also ausgerechnet  mit einem kleinen Umweg &#252;ber den Kapitalmarkt sozialisieren, zu ihrem Eigentum machen, es f&#252;r sich nutzen und nach ihren Vorstellungen gestalten.</p>
<p>Die Aktion&#228;re w&#228;ren fortan an den Gewinnen, die das Unternehmen mit den von ihnen erstellten Inhalten erzielt, beteiligt. L&#228;uft es gut, winkt die Dividende – wird zu wenig auf Facebook (mit-)geteilt, f&#228;llt der Gewinn vielleicht magerer aus. Auch die Regeln f&#252;r das Zusammenleben in dieser Netzgemeinschaft bis hin zu den leidigen AGB – alles k&#246;nnten die Mitglieder-Aktion&#228;re unter sich ausmachen.</p>
<p>Es ist ein alte Forderung der Gewerkschaften, Mitarbeiter an Unternehmen zu beteiligen. Bei vielen B&#246;rseng&#228;ngen gibt es „Friends&amp;Familiy“-Programme – warum nicht auch „Member-Shares“ bei Unternehmen wie Facebook. Eigentlich w&#228;re das mal ein feiner Zug gewesen, den Menschen, die Facebook gro&#223; gemacht haben und die es mit sek&#252;ndlich mit Inhalten f&#252;llen, etwas zur&#252;ckzugeben.</p>
<p>Leider wird die Idee der Facebook-Volksaktien in der harten Realit&#228;t der B&#246;rsen nicht zu ohne weiteres umzusetzen sein. Denn zum einen stehen nicht gen&#252;gend Anteile zum Verkauf und zum anderen w&#252;rde eine massenhafte Nachfrage nat&#252;rlich den Preis in noch absurdere H&#246;hen treiben als derzeit ohnehin schon.</p>
<p>Obwohl also Mark Zuckerberg den Volksaktion&#228;r gar nicht f&#252;rchten muss, haben er und seine Vertrauten vor kaum etwas so viel Angst, wie vor der Mitsprache und dem Einfluss der Aktion&#228;re. Und sie haben deshalb, ohne viel Aufsehen zu erregen, Vorsorge getroffen.</p>
<p>Das Aktienrecht hilft ihnen dabei, sich vor l&#228;stigem Fremdeinfluss zu sch&#252;tzen. Zuckerberg besitzt zwar „nur“ noch einen Anteil von knapp 29 Prozent an dem Unternehmen aber er kontrolliert mindestens insgesamt 57,1 Prozent der Stimmrechte &#252;ber Vereinbarungen mit anderen Aktion&#228;ren. Er habe, so <a href="http://www.zdnet.com/blog/facebook/mark-zuckerberg-bought-facebook-shareholders-votes-for-100/8953?tag=search-results-rivers;item0">berichtet zdnet</a>, anderen Investoren ihr Stimmrecht f&#252;r 100 Dollar in bar abgekauft. Darunter einige der fr&#252;hen Investoren in das Unternehmen, wie der Napster-Mitgr&#252;nder Sean Parker, der gleichzeitig erster Facebook-Pr&#228;sident war (die Informationen finden sich alle in den SEC-Files, man m&#252;&#223;te sich nur die M&#252;he machen, das alles zu lesen). „Das zeige, welche &#220;berzeugungskraft Zuckerberg habe, den Investoren klar zu machen, dass er am besten wisse, was gut f&#252;r das Unternehmen ist“, schreibt zdnet.</p>
<p>Genau das ist der Punkt: Ein Kopf entscheidet &#252;ber 900 Millionen anderer K&#246;pfe hinweg. Facebook ist eben keine soziales Netzwerk, sondern ein Unternehmen zur Datenerhebung und Verarbeitung mit angeschlossener Werbeabteilung. Und es umgeht sogar in Teilen die Mitbestimmungsregeln des Kapitalmarkt.</p>
<p>Und so werden wir nun bald verkauft und mutieren zu einem „Asset“ in einem b&#246;rsennotierten Unternehmen. Wie f&#252;hlt sich das eigentlich an? Ich bin gespannt. Und vielleicht kaufe ich doch eine Aktie, auch wenn ich nicht mitreden kann. Dann ist es wenigstens auch mein Unternehmen und ihr m&#252;&#223;t f&#252;r mich arbeiten.
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		<title>Soziale Netzwerke geh&#246;ren dazu</title>
		<link>http://carta.info/42920/soziale-netzwerke-gehoren-dazu/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 12:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[In Sozialen Netzwerken sind die Nutzer nur zu Gast, schreibt Sascha Lobo, und fordert m&#252;ndige Digitalb&#252;rger mit eigenem Zuhause. Facebook &#038; Co. haben dennoch ihre Berechtigung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Text <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827995,00.html">schreibt Sascha Lobo auf Spiegel Online</a> in seiner Funktion als Kolumnist. Er schreibt ihn nicht auf seinem <a href="http://saschalobo.com/">Blog</a>, auf dem ungef&#228;hr einmal im Monat ein Artikel &#252;ber Hotels erscheint.</p>
<blockquote><p>Es gibt viele Anzeichen, dass sich eine digitale  Gesellschaft entwickelt, vom Erfolg der Piratenpartei bis zur  Netzselbstverst&#228;ndlichkeit einer jungen Generation. Aber den Rahmen f&#252;r  diese digitale Gesellschaft setzen bisher nicht diejenigen, die er  betrifft, sondern die Aktion&#228;re einer handvoll kalifornischer Konzerne.  Und das wiederum ist die Schuld derjenigen, die Internet sagen und  Social Networks meinen, die nicht bemerken, dass sie auf Facebook,  Twitter und Google Plus nur zu Gast sind. Der Weg vom Netzkonsumenten  zum m&#252;ndigen Digitalb&#252;rger f&#252;hrt nur &#252;ber eine selbstkontrollierte  Web-Seite, alles andere ist unterhaltsames, n&#252;tzliches, schm&#252;ckendes  Beiwerk.</p></blockquote>
<p>Sascha Lobo ist erfolgreich, auch weil er es geschafft hat, sich an  die Spitze der bestvernetzten deutschen Einzelpersonen auf Facebook und  Twitter zu setzen. Lassen wir einmal au&#223;er acht, dass derjenige nun zum  Bloggen auffordert, der &#252;ber die Reichweite dieser Netzwerke sofort ein  eigenes erfolgreiches Blog betreiben k&#246;nnte und genau das nicht tut:</p>
<p>Er hat recht mit seiner Aufforderung.</p>
<p>Was er aber vergisst oder nicht erw&#228;hnt, sind die Gr&#252;nde, die f&#252;r die  Nutzung von Social Networks sprechen. Twitter, Google+ und Facebook  machen das Vernetzen und alles was damit einhergeht, sehr viel  einfacher. Das hat nur bedingt etwas mit Bequemlichkeit zu tun (obwohl  die auch ok und wichtig ist), sondern mehr etwas mit mehr Reichweite und  einfacherer Auffindbarkeit.</p>
<p>Diese Vorteile zeigen auch direkt auf, wie man Social Networks und  das eigene Blog am besten benutzt: Social Networks f&#252;r die Verbreitung  der Inhalte, die Inhalte selbst auf dem eigenen Blog. Also da, wo man  nicht nur die Kontrolle &#252;ber die Inhalte hat, sondern auch die  M&#246;glichkeiten, sie so aufzubereiten, wie man das gern m&#246;chte.</p>
<p><strong>Die selbstbestimmte Onlinepr&#228;senz als Hauptquartier, die Netzwerkpr&#228;senzen als Au&#223;enposten.</strong></p>
<p>Denn ohne Social Networks geht es auch nicht. Muss es auch nicht und sollte es auch nicht.</p>
<p>&#220;brigens: Wir sollten den US-Konzernen von Facebook bis Twitter  dankbar daf&#252;r sein, dass es sie gibt und sie innovativ ihre Angebote  vorantreiben. Sonst w&#228;ren wir hierzulande immer noch auf YiGG und co.  beschr&#228;nkt. Den Blogs w&#228;re nicht geholfen.</p>
<p>Abschlussbemerkung: Manche Blog-/Netzwerk-Anbieter wie <a href="https://www.tumblr.com/">Tumblr</a> unterscheiden sich in einem Aspekt von zum Beispiel Facebook-Fanpages  oder Twitter-Accounts ganz wesentlich: Ihr Angebot kann auf einer  eigenen URL laufen und die Inhalte lassen sich exportieren.  Plattformanbieter, bei denen das m&#246;glich ist, erlauben also einen  m&#246;glichst reibungslosen Wechsel von der Bequemlichkeit zur  Eigenbestimmtheit.</p>
<p>Ein guter Kompromiss f&#252;r jeden, der anfangen will, seinen eigenen Weg zu gehen.</p>
<p><em><a href="http://www.neunetz.com/2012/04/17/soziale-netzwerke-gehoeren-dazu/">Der Text</a> ist ein Crosspost von <a href="http://www.neunetz.com/">neunetz.com</a>.</em>
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<a href="http://carta.info/42920/soziale-netzwerke-gehoren-dazu/">Soziale Netzwerke geh&#246;ren dazu</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42920/soziale-netzwerke-gehoren-dazu/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42920&amp;md5=bb63ea89422a66705104fd0c0aa0f9d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Kommentarsystem von Google w&#252;rde Disqus und Co. st&#228;rken</title>
		<link>http://carta.info/42350/ein-kommentarsystem-von-google-wurde-disqus-und-co-starken/</link>
		<comments>http://carta.info/42350/ein-kommentarsystem-von-google-wurde-disqus-und-co-starken/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 12:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google soll an einem Kommentarsystem f&#252;r Onlinepublisher arbeiten. Das passt in die Strategie, die Google mit Google+ verfolgt: langsam alles nachbauen, was Konkurrenten wie Facebook anbieten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://thenextweb.com/google/2012/03/27/google-to-launch-third-party-commenting-platform-to-rival-facebook/">The Next Web</a> weist auf einen <a href="http://www.tech-wd.com/wd/2012/03/26/google-days-info/">Bericht</a> hin, nach dem Google an einem Kommentarsystem f&#252;r Onlinepublisher  arbeitet. Google  spielt Catch-up und scheint, zumindest aktuell, noch nicht dar&#252;ber  nachzudenken, wie es die anderen Player im Social-Bereich (Facebook,  Twitter und Linkedin etwa) seitlich angreifen k&#246;nnte.</p>
<p>Interessanterweise wird das etwa im Kommentarbereich eher etablierte Spezialisten wie <a href="http://www.disqus.com/">Disqus</a>, welches <a href="http://disqus.com/about/">auf &#252;ber 1,3 Millionen Websites</a> eingesetzt wird, mehr st&#228;rken denn schw&#228;chen. Denn professionelle Blogs  als auch die Onlineangebote von Legacymedien konnten f&#252;r das  Outsourcing des Kommentarbereichs bisher beruhigt entweder</p>
<ul>
<li>a.) auf Facebook setzen, um damit sicherstellen, dass alle potentiellen User das System auch nutzen k&#246;nnen</li>
<li>oder b.) auf Disqus oder andere Kommentarsysteme setzen, die  fortgeschrittene Features f&#252;r Publisher mitbringen (Spezialisierung  eben).</li>
</ul>
<p>Mit dem Aufkommen eines Kommentarsystems von Google, das nat&#252;rlich  nicht mit Facebook kompatibel sein wird, steigt die Attraktivit&#228;t von  Spezialisten wie Disqus, denn die k&#246;nnen alle Systeme einbeziehen, die  die Integration erlauben. (Falls Google keine Read/Write-API anbietet,  wird das nicht Disqus, sondern Google schaden.)</p>
<p>Faustregel: Je mehr miteinander inkompatible Anbieter mit  entsprechender Reichweite auf der Daten-/Nutzerseite, desto gr&#246;&#223;er der  Sog zum Multihoming auf der Seite der Anbieter, welche auf diese Nutzer  setzen wollen.</p>
<p><em><a href="http://www.neunetz.com/2012/03/27/ein-kommentarsystem-von-google-wuerde-disqus-und-co-staerken/" target="_blank">Der Text</a> ist zuerst erschienen auf <a href="http://www.neunetz.com/" target="_blank">neunetz.com</a>.</em>
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<a href="http://carta.info/42350/ein-kommentarsystem-von-google-wurde-disqus-und-co-starken/">Ein Kommentarsystem von Google w&#252;rde Disqus und Co. st&#228;rken</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42350/ein-kommentarsystem-von-google-wurde-disqus-und-co-starken/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42350&amp;md5=e9d013379a19d745c24055a5c0abab2a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Benzinrebellen2012</title>
		<link>http://carta.info/42217/benzinrebellen2012/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 12:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[virale Verbreitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche virale Aktion funktioniert, manche nicht. Seit Monaten versuchen verschiedene Gruppen und Einzelaktivisten, durch eine &#252;ber Facebook organisierte Boykott-Aktion, den Benzinpreis zu dr&#252;cken. Bislang ohne Erfolg.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei <em>Facebook</em> kursieren die <a href="http://www.hilferuf.de/forum/gesellschaft/116910-mal-wieder-der-benzinpreis-8.html">Aufrufe</a> schon seit Monaten. Die Verbraucher sollen sich verabreden, k&#252;nftig kein Benzin mehr bei den gro&#223;en Gesellschaften <em>Shell</em>, <em>Aral</em> und <em>Total</em> zu kaufen. Da der Benzinpreis <a href="http://www.pkw-steuer.de/spritpreise.html">in anderen L&#228;ndern</a> Europas weit unter dem in Deutschland liegt (was ja vielleicht mit der Besteuerung zusammenh&#228;ngt) wird ein <a href="http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,822695,00.html">Benzinpreis-Kartell</a> zum Abzocken der Autofahrer vermutet.</p>
<p>So hei&#223;t es in einem der <a href="http://www.flegel-g.de/PDF/Benzinpreis.pdf">Aufrufe</a>:</p>
<blockquote><p>„Wir m&#252;ssen aggressiv vorgehen und ihnen zeigen, dass die Konsumenten die B&#246;rse kontrollieren. Die einzige Chance, die Preise purzeln zu sehen, ist, die &#214;lgesellschaften da zu schlagen, wo es ihnen weh tut: Bei ihrem Portemonnaie!“</p></blockquote>
<p>Der Aufruf wird im Schnellballsystem verbreitet: Jeder Empf&#228;nger soll das Pamphlet an 30 oder 50 Freunde und Bekannte weiterleiten. So will man &#8211; wie k&#252;rzlich bei <a href="http://carta.info/42019/kony-2012-wie-die-facebook-generation-die-welt-rettet/">Kony2012</a> – die n&#246;tige Druckkulisse aufbauen.</p>
<p>Doch &#228;hnliche Aktionen gibt es <a href="http://www.fokus-erfolg.de/index.php/benzinpreise-boykott-von-shell-und-total/">seit Jahren</a> immer wieder. Ist die Aktion falsch? Oder zieht einfach das Thema nicht?</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42217&amp;md5=cfc7e59e5341bf4d3e5e8b8a22418a55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wieso wir uns ver&#246;ffentlichen</title>
		<link>http://carta.info/41830/wieso-wir-uns-veroffentlichen/</link>
		<comments>http://carta.info/41830/wieso-wir-uns-veroffentlichen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 22:25:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kris Koehntopp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Spackeria]]></category>

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		<description><![CDATA["Wieso wir uns ver&#246;ffentlichen" oder warum Menschen "so dumm sind" und "ihre Daten" Facebook und Google geben, obwohl jeder wei&#223;, dass "sie" nur B&#246;ses im Schilde f&#252;hren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der am meisten Energie kostenden  T&#228;tigkeiten im Leben ist es, Menschen zu finden, die meine &#220;berlegungen  best&#228;tigen, ausbauen, reflektieren, freundlich hinterfragen und  korrigieren. Menschen, die uns nahe genug sind, dass sie mit uns  elementare Grunds&#228;tze teilen, und dass sie unsere Probleme und  &#220;berlegungen verstehen k&#246;nnen, die andererseits uns fremd genug sind,  dass sie uns zum weiterdenken inspirieren und uns mit neuen Ideen  konfrontieren.</p>
<p>Soziale Netzwerke im Internet sind dabei ein  verh&#228;ltnism&#228;ssig neues Instrument, aber keineswegs eine komplette  Neuentwicklung. Vor der Etablierung des Internets im Alltag spielten &#8211;  neben der Familie &#8211; lokal ausgerichtete Gruppen wie Vereine,  Interessenverb&#228;nde oder sich lose &#252;ber Kleinanzeigen oder bei  Veranstaltungen bildende Gruppen die dominante Rolle bei der Erzeugung  von Kommunikationsr&#228;umen.</p>
<div>
<p>Das  Internet in seiner reinen Form kennt keine Regionen: Gef&#252;hlt ist die  Verbindung in die USA oft kaum von einer nach Deutschland oder Indien  unterscheidbar. Soziale Netze im Internet erben diese Eigenschaft, und so  ist man bei der Findung von interessanten Kommunikationspartnern nicht  mehr durch regionale Einschr&#228;nkungen geg&#228;ngelt: Potentieller Kommunikationspartner ist die ganze Menschheit (sofern ein Netzzugang vorhanden ist). Das gruppierende Element ist nicht l&#228;nger die Region oder  das Land, es ist das Thema.</p>
<p>Eine solche Gruppe kann dabei thematisch eng  gefasst aufgestellt sein (&#8220;Benutzer des Binford 6000&#8243;), ein gro&#223;es und  komplexes Anliegen haben (Stuttgart 21), oder gar bis an eine Subkultur  heranreichen (Piratenpartei). Wie sich allerdings zeigt, sind die  Gruppen, die sich &#252;ber soziale Netzwerke konstituieren, nicht &#8220;fertig&#8221;,  nicht &#8220;abgeschlossen&#8221;, sondern tendieren ganz klar dazu, gr&#246;&#223;er werden  zu wollen, mehr &#8220;Anh&#228;nger&#8221; zu finden und dadurch auch mehr  themenbezogene Impulse f&#252;r alle Gruppenangeh&#246;rigen zu generieren.</p>
<p>Doch damit das gesamte System funktionieren  kann, mu&#223; das einzelne Individuum dem Netz Informationen &#252;ber sich  zur Verf&#252;gung stellen. Simple Fakten wie &#8220;ich bin Binford 6000 User&#8221;,  ein &#8220;S21 Gegner/Unterst&#252;tzer&#8221; oder ein &#8220;Pirat&#8221; vermitteln zusammengesetzt nat&#252;rlich  ein gewisses Bild einer Person. Daneben erlauben pers&#246;nliche  Meinungs&#228;u&#223;erungen wie &#8220;Ich finde ja, dass XY im Fall  Z Mist gebaut hat&#8221; oder auch klar abgebildete Beziehungen zwischen  Menschen eine deutlich bessere Einsch&#228;tzung einer bisher fremden Person: Aus gr&#246;&#223;eren &#220;berschneidungen im Bekanntenkreis kann  beispielsweise sehr oft eine gewisse Kompatibilit&#228;t abgeleitet werden  (oder, wenn es die nervigen Bekannten sind, auch ein Hinweis auf  wahrscheinliche Inkompatibilit&#228;t).</p>
<p>Diese Einsch&#228;tzungen sind zentral f&#252;r das  Kn&#252;pfen neuer sozialer Bindungen. Hier spielen internetbasierte  soziale Netzwerke aufgrund ihrer expliziten Daten ihre St&#228;rke in Form  von Effizienz aus.  F&#252;ttere ich ein soziales Netzwerk nur ein wenig,  wird es sehr schnell in der Lage sein, mir meist durchaus relevante  Vorschl&#228;ge f&#252;r neue Kontakte und Themengruppen zu machen. Kommunikation  und Austausch zwischen den Mitgliedern tun dann ein &#220;briges, und schnell  hat man die Kontakte zum gew&#252;nschten Thema, die man gesucht hat.</p>
<p>Und genau deshalb &#8220;enth&#252;llen&#8221; sich so viele  Menschen auf <em>Twitter</em>, <em>Facebook</em>, <em>Google+</em>, <em>Path</em> oder sonstwo: Sie machen  sich sichtbar, findbar. Um im R&#252;ckschluss selber relevantes zu finden.</p>
<p>Der Preis ist Vertrauen. Vertrauen in unsere  Mitmenschen, in Plattformbetreiber und manchmal sogar in den Staat (auf  den wir gut aufpassen, damit er&#8217;s nicht missbraucht). Doch dieses  Vertrauen ist nicht verschenkt, denn es hilft anderen, uns zu vertrauen.  Vertrauen vereinfacht die soziale Interaktion. Dadurch, dass wir unsere  Vorlieben, &#196;ngste und Anliegen ver&#246;ffentlichen, erlauben wir es anderen,  uns nahe zu kommen &#8211; und hoffen zugleich, dass die, die uns nahe  kommen, Personen sind, an denen wir wachsen k&#246;nnen, dass sie Leute sind,  die unser Leben bereichern. Das ist technisch gesehen eine Filterblase,  aber vor allem ist es eine massive Kooperationserleichterung.</p>
<p>Die Filterblase erweist sich bei n&#228;herer  Betrachtung als strukturiert, vielf&#228;ltig und durchl&#228;ssig. Jeder von  uns steckt nicht in <em>einer</em> Blase, sondern in mehreren, und in jeder Blase  finden wir Menschen mit eigenem Profil. Feste W&#228;nde gibt es nicht, im  Gegenteil. Wir h&#246;ren von und kommunizieren mit wildfremden Menschen &#8211;  wenn es f&#252;r ihr Thema einen Weg durch unser soziales Netz gibt. Unsere  Kontakte sind dabei keine Filter, sondern Verst&#228;rker. Aus dem Rauschen  der Welt extrahieren sie ein Signal. Wir wissen nicht, wie wir selbst  nach diesem Signal suchen sollten, wir k&#246;nnen es nicht beschreiben. Aber  wenn wir es sehen, wissen wir, dass es uns interessiert.</p>
<p>Die Erfahrung gibt der Mehrzahl von uns in den  meisten F&#228;llen Recht: Wir sparen durch die Ver&#246;ffentlichung eine Menge  Zeit und Energie, und wir bekommen mehr vom Netz zur&#252;ck, als wir dort  hineinstecken: Mehr und vielf&#228;ltigere Kontakte &#252;berall auf dem Globus,  mehr Input und eine buntere und hoffentlich tolerantere Sicht auf die  Welt. Menschen sind also keineswegs &#8220;dumm&#8221;, wenn sie in soziale  Netzwerke publizieren, sie bewerten den Nutzen schlicht und  ergreifend als h&#246;her als die potentiellen Gefahren. Sie interessiert  nicht, wer ihre Daten hat, sondern was damit geschieht.</p>
<p>Vielleicht verlieren wir die Kontrolle &#252;ber  manches. Wir gewinnen aber auch Unabh&#228;ngigkeit. Die Bestandsdaten  unserer sozialen Beziehungen sind nicht in den CRM-Systemen unserer  Ex-Arbeitgeber vergraben und vor unbefugtem, das hei&#223;t, unserem Zugriff  gesch&#252;tzt, sondern sie sind in Plattformen repr&#228;sentiert, die wir uns  ausgesucht haben. Das nivelliert die Machtverh&#228;ltnisse: Wenn eine  Plattform sytematisch Mist baut, ziehen wir um.</p>
<p>Wir geben auch nicht unsere Privatsph&#228;re auf.  Soziale Netze sind (halb-)&#246;ffentliche R&#228;ume. Wir bewegen uns dort, wie  wir es vor einer Generation im Sportverein oder am Stammtisch getan  h&#228;ttten: Wir verraten nicht alles &#252;ber uns, aber wir verstecken uns auch  nicht vor der Welt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text entstand aus einigen Zeilen, die ich zwischen T&#252;r und  Angel in  #spackeria abgeworfen habe und die von J&#252;rgen Geuter und Sven  T&#252;rpe  aufgearbeitet worden sind. Er ist noch nicht ganz fertig, und an   einigen Stellen sind noch Br&#252;che. Den aktuellen Stand habe ich auf <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/3211-Wieso-wir-uns-veroeffentlichen.html" target="_blank">meinem Blog </a>ver&#246;ffentlicht. </em></p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/3211-Wieso-wir-uns-veroeffentlichen.html" target="_blank">Die wunderbare Welt von Isotopp</a></em></p>
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		<title>&#8220;Internetsucht&#8221; ist die Heilung, nicht die Krankheit</title>
		<link>http://carta.info/41791/internetsucht-ist-die-heilung-nicht-die-krankheit/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 16:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Internetsucht ist ein negativer Begriff. Was aber, wenn das Ph&#228;nomen gar nichts Schlechtes, Krankhaftes ist - sondern der Beweis, dass unsere Gesellschaft besser wird?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute schon etwas &#252;ber &#8220;Internetsucht&#8221; gelesen? Dieses Thema schwappt mit ziemlicher Regelm&#228;&#223;igkeit in die Nachrichtenstr&#246;me. Jeder dritte Jugendliche, so hei&#223;t es, leide unter Internetsucht, und diese wird dramatischer dargestellt als die Abh&#228;ngigkeit von Zigaretten, Alkohol und LSD – zusammengenommen.</p>
<p>Regelrechte Entzugserscheinungen h&#228;tten die Betroffenen, wenn sie nicht regelm&#228;&#223;ig auf <em>Facebook</em> sehen k&#246;nnen, wer gerade was von sich gibt und wem gerade gef&#228;llt, was man selbst mit der Masse geteilt hat. Davon los zu kommen sei schwieriger, als das Rauchen aufzugeben.</p>
<p>Ja und? Will man hier <em>Facebook</em> tats&#228;chlich auf eine Ebene mit Drogen stellen, die j&#228;hrlich zahlreiche Todesopfer fordern? Die Rede ist in diesem Zusammenhang auch nicht von Leuten, die in Computerspielen versinken. Nein, es geht um Facebook, Twitter und E-Mail. Es ist auff&#228;llig, wie durchg&#228;ngig negativ das Ph&#228;nomen beschrieben wird. Seht her, unsere Gesellschaft wird immer technischer und schneller, und diese Leute erliegen einer Sucht. Sie sind krank. Sie brauchen Heilung.</p>
<p>Ja, unsere Gesellschaft ist krank. Aber vielleicht ist die &#8220;Internetsucht&#8221; nicht die Krankheit, sondern die Heilung.</p>
<p>Man kann das Ganze n&#228;mlich auch anders betrachten. Schauen wir, wonach die Personen (negativ assoziiert: die Betroffenen) „s&#252;chtig“ sind: nach Informationen. Nach Kommunikation. Gut, es ist vielleicht nicht besonders relevant, wenn <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6f-t2A6kfJY" target="_blank">Thomas eine Kackwurst gelegt hat</a>, und dies f&#252;nf anderen gef&#228;llt. Aber die Aussage „Das Wetter ist heute gut“ von meinem Nachbarn hat auch nur sehr begrenzten Inhalt. Ich stehe in diesem Fall schlie&#223;lich neben ihm und merke selbst, wie das Wetter ist. Es ist eben Smalltalk. Die Unterhaltung ist Zweck ihrer selbst.</p>
<p>Im Internet ist Smalltalk global geworden. Ich f&#252;hre ihn mit Leuten in Beijing, New York und Gro&#223;-Zimmern. Diese Smalltalks h&#228;tte ich sonst nicht gef&#252;hrt. Doch in Zeiten von Social Media hat heute fast jeder Schulabg&#228;nger noch Jahre nach dem Abschluss Kontakt zu seinen Klassenkameraden. Das macht noch lange nicht alle zu „Freunden“, wie <em>Facebook</em> es nennt, aber weiterhin zu Bekannten, die sie ja zweifelsohne auch sind. Und was spricht dagegen, zu lesen, dass der Typ aus der Reihe hinter mir eine neue Freundin hat? Eine Information, die ich fr&#252;her nie gehabt h&#228;tte. Vielleicht freue ich mich ja wirklich f&#252;r ihn und sage „gef&#228;llt mir“.</p>
<p>Durch das Internet kommunizieren wir mit deutlich mehr Personen als zu analogen Zeiten. Das meiste ist Small-Talk oder Basis-Information. Aber es ist Kommunikation. Wenn die Menschen sich danach sehnen, alle paar Minuten Neuigkeiten dieser Art zu erfahren und zu teilen, spricht das dann nicht daf&#252;r, dass wir Menschen mehr voneinander wissen wollen, mehr miteinander teilen wollen als fr&#252;her? Was ist daran schlecht?</p>
<p>Mit der M&#246;glichkeit der quantitativ verst&#228;rkten Kommunikation ist also offenbar auch ein Bed&#252;rfnis nach verst&#228;rkter Kommunikation einhergegangen. Vernachl&#228;ssigen wir deshalb etwas anderes? Mit der Erfindung der Dampfmaschine ist auch eine Welle der Mobilit&#228;t einhergegangen. Wom&#246;glich laufen wir seitdem weniger und fahren weniger Fahrrad. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht haben wir einfach M&#246;glichkeiten hinzugewonnen.</p>
<p>Der Begriff &#8220;Internetsucht&#8221; ist medizinisch fragw&#252;rdig und zudem negativ wertend. Im einfachsten Fall haben wir es mit einem ver&#228;nderten Kommunikationsverhalten und anderen Kommunikationsbed&#252;rfnissen zu tun, &#228;hnlich wie sich das Verhalten im Hinblick auf Mobilit&#228;t ver&#228;ndert hat. Es spricht aber auch niemand von Automobilsucht. Im besten Fall haben wir es sogar mit einem Wandel zu einer besseren Gesellschaft zu tun, in der sich Menschen verst&#228;rkt f&#252;reinander interessieren. In der sie Freud und Leid teilen, auch wenn sie kein gemeinsames Umfeld haben und nicht von den Taten des anderen tangiert werden.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/41791/internetsucht-ist-die-heilung-nicht-die-krankheit/">&#8220;Internetsucht&#8221; ist die Heilung, nicht die Krankheit</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41791/internetsucht-ist-die-heilung-nicht-die-krankheit/#comments">22 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41791&amp;md5=dec93911bca0574aebe2d21b6ee2ffc4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>It’s the end of the ‘net as we know it</title>
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		<comments>http://carta.info/41732/its-the-end-of-the-net-as-we-know-it/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 16:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Walled Gardens]]></category>

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		<description><![CDATA[Johnny Haeusler von Spreeblick hat &#252;ber die Zukunft des Internets nachgedacht. Herausgekommen sind eine Bestandsaufnahme und sehr wahrscheinliche Szenarien, wie es weitergehen k&#246;nnte. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In <a href="http://www.spreeblick.com/2012/02/28/its-the-end-of-the-net-as-we-know-it/">seinem Artikel</a> kommt Johnny zu dem Schluss, das wir in absehbarer Zeit mehrere Netze haben werden. Eines besteht aus <em>gated communities</em>, einer Art autarker Subnetze:</p>
<blockquote><p>Das eine Netz w&#228;re das „gepr&#252;fte“, in dem sich das Kommerzielle und Offizielle trifft und das relativ harmlos, aber auf eine Art auch „sicher“ w&#228;re, weil bestimmte Seiten durch Altersnachweis nur f&#252;r Erwachsene zug&#228;nglich, der Zahlungsverkehr T&#220;V-gepr&#252;ft und Dienste inkl. eGovernment nach irgendeiner DIN-Norm gestaltet w&#228;ren.</p></blockquote>
<p>Die Alternative ist chaotisch, erf&#252;llt aber die Anforderungen an ein freies Netz:</p>
<blockquote><p>Und dann g&#228;be es noch noch das andere Netz, das im Grunde so w&#228;re wie das, was wir jetzt kennen, aber noch viel, viel anarchistischer. Denn es g&#228;be keinerlei Regeln – aber auch so gut wie keine Rechte.</p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41732&amp;md5=c01c3e3c389d40a8dea58a11e1bd128a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum beschweren sich deutsche Verleger nicht schon l&#228;ngst &#252;ber Facebook?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 14:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Tischer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutschen Verleger wollen, dass Google f&#252;r Inhalts-Snippets zahlt. Umso mehr erstaunt es, dass sie kein Geld von Facebook fordern. Grund genug dazu h&#228;tten sie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand kann die Logik deutscher Zeitungsverleger verstehen. Oder besser gesagt: Aus Sicht der Verleger kann man es verstehen, dass man es mit der Logik nicht so genau nimmt, wenn es ums eigene Geld geht.</p>
<p>Wir erinnern uns: Google pr&#228;sentiert in seinem Angebot news.google.com kurze Ausschnitte aus den Meldungen von Nachrichten-Websites und verlinkt diese. Dieser Google-Dienst ist im Gegensatz zu anderen Google-Angeboten werbefrei. Kein Medium muss dort gelistet sein. Es gen&#252;gen Kenntnisse im Umgang mit einem Texteditor, um mittels zweier Zeilen Google daran zu hindern, dass das eigene Nachrichtenangebot dort gelistet ist.</p>
<p>Weil Google-News den Online-Medien Besucher auf die Websites bringt, verlangen sie von Google eine finanzielle Beteiligung. Und weil Google die nicht zahlt, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Verleger-beschweren-sich-in-Bruessel-ueber-Google-1442897.html" target="_blank">beschweren</a> sich die deutschen Verleger jetzt bei der EU in Br&#252;ssel.</p>
<p>Wie gesagt: Diese Logik m&#252;ssen Sie nicht verstehen.</p>
<p>Kein Website-Betreiber w&#228;re b&#246;se dar&#252;ber, wenn ihm Google auch noch Geld zahlen w&#252;rde, wenn die Suchmaschine neue Besucher bringt. Sie w&#252;rden es schlie&#223;lich auch nicht ablehnen, wenn Ihnen der Taxifahrer Geld zahlen will, weil er sie irgendwohin gefahren hat.</p>
<p>Daher ist es umso erstaunlicher, dass sich die deutschen Zeitungsverleger nicht schon l&#228;ngst und lautstark &#252;ber Facebook beschweren.</p>
<p>Denn anders als Google platziert Facebook sehr wohl eigene Werbung auf den Fanpages der Zeitungsverlage. Und dennoch gibt es fast kein Online-Medium, dass keine eigene Fanseite betreibt und das nicht die Like-Buttons und Social-Media-Plugins des US-Anbieters auf den Seiten hat. Die Verlage rei&#223;en sich f&#246;rmlich darum, Facebook neue Kunden in die Arme zu treiben. &#8220;Diskutieren Sie mit uns auf Facebook&#8221;, ist einer der oft geh&#246;rten Animationsspr&#252;che.</p>
<p>Durch den Einbau dieser Buttons und Plug-ins auf jeder Seite klaut Facebook den Verlegern nicht nur Inhalts-Snippets, sondern bekommt von ihnen dar&#252;ber hinaus die komplette <a href="http://www.literaturcafe.de/totalueberwachung-welche-gefahren-der-gefaellt-mir-button-von-facebook-birgt/" target="_blank">Nutzungs- und Nutzerstatistik geschenkt</a>. Jenseits rudiment&#228;rer IVW-Zahlen hat Facebook die komplette Statistik, kennt Facebook die Online-Leser sogar mit Namen und besitzt von den meisten ein vollst&#228;ndiges Interessen- und Pers&#246;nlichkeitsprofil. Und Facebook wei&#223; sogar, auf welchen Konkurrenzmedien der Nutzer surft.</p>
<p>Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die Verleger entdecken, was sie da in ihrer vermeintlichen Gier nach mehr Lesern und sozialmedialer Anbiederung dem US-Unternehmen in den Rachen werfen. Es wird Zeit, daf&#252;r Geld zu verlangen! Also schreiben wir schon mal auf, was die deutschen Zeitungsverleger demn&#228;chst fordern sollten und wor&#252;ber man sich bei der EU oder bei den Kartellbeh&#246;rden beschweren k&#246;nnte:</p>
<ul>
<li>Facebook verwendet f&#252;r seine Empfehlungsfunktion Inhalte aus den Angeboten von Online-Magazinen und -Zeitungen (Snippets).</li>
<li>Facebook platziert im Umfeld dieser Snippets und auf den Fanseiten der Medien Werbung, an deren Einnahmen die Verleger nicht beteiligt werden.</li>
<li>Facebook erh&#228;lt durch den Einbau des Like-Buttons die kompletten Nutzerstatistiken der Online-Medien.</li>
<li>Facebook kann diese Nutzerdaten personalisieren.</li>
<li>Facebook hat die M&#246;glichkeit der Konkurrenzanalyse, wenn dort die Buttons ebenfalls platziert wurden.</li>
</ul>
<p>Mehr noch als Google profitiert Facebook sowohl von den Inhalten als auch von den Nutzungsdaten deutscher Online-Magazine und -Zeitungen und monetarisiert diese durch Anzeigenverk&#228;ufe.</p>
<p>Also, deutsche Zeitungsverleger, worauf wartet ihr? Lasst euch euer &#8220;Soziales Engagement&#8221; endlich von Facebook bezahlen!
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41702&amp;md5=0684460f2a4d65cb4ddf34b52c639097" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Anti-Acta-Demos: Die zweite Welle</title>
		<link>http://carta.info/41663/anti-acta-demos-die-zweite-welle/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Feb 2012 11:23:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stopacta-Demos]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Trotz des R&#252;ckziehers der Bundesregierung in Sachen ACTA gingen am vergangenen Samstag wieder einige zehntausend junge Leute auf die Stra&#223;e. Allerdings wurde auch Kritik an der Argumentationsf&#228;higkeit der Redner und Parolen laut. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der gro&#223;e Vorteil der „Internet“- und „Facebook“-Generation ist der: Sie macht sich ihre Berichterstattung einfach selbst. Sie ist nicht mehr darauf angewiesen, was „die Medien“ aus ihren <a href="http://acta.cwdesigns.de/">Aktionen</a> machen. So werden bereits Stunden nach einer Demo Filme und Fotos auf <em>YouTube</em> oder <em>Facebook</em>-Seiten hochgeladen. Und gezielt fordern die Aktivisten von <em>netzpolitik.org</em> <a href="http://netzpolitik.org/2012/anti-acta-demos-am-25-februar/">dazu auf</a>, diese Art von „Gegen&#246;ffentlichkeit“ ausgiebig zu praktizieren.</p>
<p>Hier einige Beispiele:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=--_PD0W8mX0&amp;feature=player_embedded">Berlin</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=rxQfWUEgb3k">Hamburg</a></li>
<li><a href="http://www.piratpix.com/acta/ansicht.html">Dortmund</a></li>
<li><a href="http://n1ls.de/2012/02/bilder-von-kasseler-2-anti-acta-demo/">Kassel</a></li>
<li><a href="http://www.kossin.info/2012/02/anti-acta-demo-koln/">K&#246;ln</a></li>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/volkersworld/sets/72157629452679525/">Frankfurt/Main</a></li>
</ul>
<p>Dagegen die seri&#246;sen, objektiven und v&#246;llig <a href="http://www.daniel-schwerd.de/stopp-acta-demos-desiniformation-durch-die-medien/">unparteiischen</a> Medien:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,817554,00.html">Spiegel</a></li>
<li><a href="http://www.focus.de/digital/internet/protest-gegen-urheberrechtsabkommen-tausende-menschen-demonstrieren-gegen-acta-_aid_717897.html">Focus</a></li>
</ul>
<p>Der <em>Focus</em> etwa spricht von der „Generation Kostenlos“, die einfach nicht locker lasse. Doch auch bei den Demonstranten selbst zeigt sich Selbstkritik. So schrieb ein Kommentator bei <em>netzpolitik.org</em>:</p>
<blockquote><p><em>„Das Positive an der Veranstaltung: die selbstgemachten Plakate, keine Krawalle, entspannte Polizei. Das n&#228;chste Mal bitte Redner, die auch politikf&#228;hige Argumente haben&#8230;</em></p>
<p><em>Kontraproduktive Spr&#252;che à la ‚Schei&#223; ACTA Schei&#223;e Schei&#223;e’ und ‚Wir haben ein Recht auf kostenlose Musik und Filme’ gehen einfach gar nicht.“</em></p></blockquote>
<p>Und ein anderer formulierte:</p>
<blockquote><p><em>„Wir alle m&#252;ssen dringend daf&#252;r sorgen, dass die Teilnehmer an den Demonstrationen das Thema ‚Reform des Urheberrechts’ besser verstehen und kommunizieren!!!</em></p>
<p><em>Ansonsten werden wir die Darstellung als ‚die von Facebook’, die ‚irgendwas mit Internet’ machen und (achja) ‚kostenlose Musik wollen’ nicht los.“</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/41663/anti-acta-demos-die-zweite-welle/">Anti-Acta-Demos: Die zweite Welle</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41663/anti-acta-demos-die-zweite-welle/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41663&amp;md5=20b48acee4ddbca480e7291d8f40c8b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zeig mir deine Freunde</title>
		<link>http://carta.info/41463/zeig-mir-deine-freunde/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 17:56:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kann nie genug Freunde haben, vor allem nicht in sozialen Netzwerken. Pers&#246;nliche Kontakte sind dort kein Geheimnis mehr, auch nicht gegen&#252;ber den Betreibern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fr&#252;her gab es einige Leute, die schrieben ein Tagebuch &#8211; das war das Allerheiligste. Unbefugtes Schn&#252;ffeln wurde mindestens mit dem Entzug der Freundschaft auf Lebenszeit bestraft. Gleich nach dem Tagebuch kamen diese kleinen Adressb&#252;chlein, die hatte jeder und sie waren nicht minder schutzw&#252;rdig.</p>
<p>Meist waren sie durch den h&#228;ufigen Gebrauch stark abgegriffen. Durch das h&#228;ufige &#196;ndern von Adressen und Telefonnummern war manches unlesbar. Diese Adressspeicher waren quasi lebende Gebilde und zeigten die Status&#228;nderungen in unseren Beziehungen schon damals. Hier war eine Nummer &#252;berschrieben, dort eine durchgestrichen. Ein Verlust war eine glatte Katastrophe.</p>
<p>Kaum vorstellbar, dass jemand einem fremden Dritten so mir nichts dir nichts sein kleines Ringbuch oder Moleskin-Heft zum kompletten Abschreiben &#252;berlassen h&#228;tte. Wenn &#252;berhaupt, durften nur Freunde einzelne Adressen erfragen. Man bekam sie nur nach reiflicher &#220;berlegung, manchmal nur nach R&#252;ckfrage bei demjenigen, um dessen Adresse oder Telefonnummer es ging. &#8220;Ich wei&#223; nicht, ob ich dir die Nummer geben darf&#8221;, hie&#223; es dann, „ich muss erst fragen“.</p>
<p>Aus und vorbei: Der Umgang mit den pers&#246;nlichen Kontakten hat sich innerhalb kurzer Zeit radikal gewandelt. Mit dem falschen Versprechen, bei Herausgabe seiner Daten noch mehr Freunde zu finden, entlocken uns die Anbieter von sozialen Netzwerken und Programmierer von Apps das komplette Verzeichnis unserer Freunde.</p>
<p>Gefragt &#8211; und wie sich jetzt <a href="http://t3n.de/news/path-app-ladt-heimlich-adressbuch-365300/" target="_blank">herausstellt</a> &#8211; manchmal auch ungefragt, laden Anbieter wie Path oder Foursquare die ganze Liste auf ihre Server. An Dreistigkeit ist das kaum zu &#252;berbieten: Es w&#228;re so, als w&#252;rde jemand eines anderen Adressb&#252;chlein heimlich aus dem Mantel nehmen, abschreiben und unbemerkt wieder hineinstecken.</p>
<p>Es hat sich eine merkw&#252;rdige Kultur im Umgang mit Freundeslisten herausgebildet: Begleitet vom Zuckerbergschen Mantra, dass es nicht genug Vernetzung unter den Menschen geben k&#246;nne: „Mark hat die Vision, von einer Welt wo es uns besser geht. Wo wir uns alle miteinander vernetzten“, umschreibt Sherly Sandberg, Facebook-Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin in der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=wzdVlAfQSiY" target="_blank">ARD-Facebook-Doku</a> (bei 12:26 min) mit gespielter Empathie die Mission ihres Chef. „Mein Leben wird besser, wenn ich mich daf&#252;r interessiere, was du tust.“</p>
<p>Das Ergebnis ist mindestens ein Vertrauensbruch unter Vorspiegelung falscher Tatschen. Klar ist, dass unsere Adressen das einzige Kapital dieser Unternehmen sind. Am Wert unserer privaten Adressbest&#228;nde hat sich also nichts ge&#228;ndert. Sie sind und bleiben mit die wertvollsten Datens&#228;tze in unserem Leben. Und gerade weil das so ist, wollen sie die ach so sozialen Betreiber von sozialen Plattformen auch unbedingt haben.</p>
<p>Der Trick dabei: Sie werden im Handumdrehen zu einer Art &#246;ffentlichem Gut erkl&#228;rt, welches man doch bitte aus freien St&#252;cken hergeben sollte, um noch mehr davon zu bekommen. Ein Trugschluss. Nach allem, was die Forschung wei&#223;, lassen sich Beziehungsnetzwerke nicht bis ins Unendliche ausdehnen. Der digitalisierte Inhalt eines Adressb&#252;chleins reicht noch heute in den meisten F&#228;llen f&#252;r eine erf&#252;lltes soziale Leben aus. Wir sollten endlich mal anfangen, uns des Wertes der eigenen Kontakte und der Notwendigkeit des sorgsamen Umgangs damit bewusst zu werden. Womit keiner der genannten Anbieter verteufelt werden soll. Doch der Anspruch, unser Beziehungsnetzwerk f&#252;r uns managen zu wollen, geht mir zu weit. Wir haben denen unsere Adressen anvertraut und sie sollten sorgsamer damit umgehen.</p>
<p>Immerhin hat Apple jetzt reagiert: Der Zugriff auf die Kontakte soll nur noch nach ausdr&#252;cklicher Genehmigung des Nutzers m&#246;glich sein. Apps, die dagegen versto&#223;en, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apple-will-Apps-den-Zugriff-auf-iPhone-Adressbuecher-erschweren-1435332.html" target="_blank">sollen in Zukunft nicht mehr geduldet werden</a>.
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		<title>Abschied vom Netz, wie wir es kennen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Martin Weigert]]></category>
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		<category><![CDATA[Walled Gardens]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Weigert schreibt &#252;ber Walled Gardens - eine Gefahr, die neben vielen anderen von au&#223;en wie "Sicherheits"politik und Lobbyismus das Netz von innen bedroht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://netzwertig.com/2012/02/06/geschlossene-okosysteme-abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/">Netzwertig</a> beschreibt Weigert die Bestrebungen der gro&#223;en Internet-Konzerne, geschlossene &#214;kosysteme zu errichten: </p>
<blockquote><p>Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt. [..] Denn die gewachsenen Internetkonzerne, &#252;ber die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsf&#228;higkeit regelm&#228;&#223;ig und gerne berichten, verabschieden sich vom urspr&#252;nglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. </p></blockquote>
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		<title>Kann ein virtuelles Netzwerk wie Facebook wirklich 100 Milliarden Euro wert sein? Wenn wir ihm diesen Wert geben, dann schon.</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Samira Lazarovic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Silicon Valley steigen gerade die Immobilienpreise. Denn bald soll es hier viele neue Million&#228;re geben, die sich ein Haus kaufen wollen. Woher die "1000 neuen Million&#228;re" kommen? Vom Facebook-B&#246;rsengang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das soziale Netzwerk hat nun endlich die Daten zu seinem lang erwarteten B&#246;rsengang bekanntgegeben. Mindestens f&#252;nf Milliarden Dollar will Facebook einnehmen, und das gilt noch als bescheidener Wunsch. An der B&#246;rse w&#252;rde alles unter zehn Milliarden Dollar f&#252;r lange Gesichter sorgen. Dann w&#252;rde das Unternehmen mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Facebook w&#228;re in Sachen Marktkapitalisierung in einer Liga mit McDonalds und fast doppelt so viel wert wie Boeing. Und das, ohne ein Produkt herzustellen. Zumindest keines, das man haptisch erfassen kann.</p>
<p>Facebook produziert Nutzerdaten. Vorlieben, Freundeskreise, Aufenthaltsorte. Wom&#246;glich zuverl&#228;ssiger und vollst&#228;ndiger als jede Volksz&#228;hlung geben die User Auskunft &#252;ber Alter, Geschlecht und Herkunft. Ein El Dorado f&#252;r die Werbebranche. Und der B&#246;rsengang erm&#246;glicht endlich einen Blick in die Zahlen, die Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg bislang lieber f&#252;r sich behalten hat: 3,7 Milliarden Dollar Umsatz wurden im vergangenen Jahr vor allem mit Werbeeinnahmen erzielt.</p>
<p>Dieses Gesch&#228;ftsmodell funktioniert aber nur so lange, wie Facebook gen&#252;gend User an sich binden kann. 845 Millionen Freunde hat Facebook am 31. Dezember 2011 gez&#228;hlt. Aber was, wenn das schon der H&#246;hepunkt war? Neuerungen wie die vieldiskutierte Timeline haben zwar noch nicht zu einer gr&#246;&#223;eren Abwanderung gef&#252;hrt. Dennoch machen sich Erm&#252;dungserscheinungen bemerkbar. So war f&#252;r viele Jugendliche sp&#228;testens mit der Freundschaftsanfrage der Eltern Schluss mit dem Spa&#223;.</p>
<p>Noch gr&#246;&#223;er ist die Gefahr, die von dem Reiz des Neuen ausgeht. Bislang waren Konkurrenten wie Google+ noch nicht wirklich gef&#228;hrlich, doch es gibt im Netz gen&#252;gend Fallbeispiele f&#252;r solche Ph&#228;nomene. Yahoo hat deutlich an Bedeutung eingeb&#252;&#223;t, hier liegt etwa die Marktkapitalisierung unter 20 Milliarden Euro. MySpace fristet ein Nischendasein und betont tapfer, sich schon immer eher als Netzwerk f&#252;r Bands und ihre Musik gesehen zu haben</p>
<p>All das macht die Beantwortung der Frage, ob ein soziales Netzwerk 100 Milliarden Euro wert sein kann, so schwierig. Jede m&#246;gliche Antwort ist mit &#196;ngsten belegt: Ein &#8220;Nein&#8221; w&#252;rde bedeuten, dass wir aktuell miterleben, wie sich die gr&#246;&#223;te Spekulationsblase seit der New Economy bildet. Aber was bedeutet ein &#8220;Ja&#8221;? Dass das digitale Leben f&#252;r uns bereits einen h&#246;heren monet&#228;ren Wert hat, als das reale?</p>
<p>Vielleicht ist es viel simpler: Soziale Netzwerke und unsere virtuellen Freunde haben exakt den Wert, den wir ihnen beimessen. Und mal abgesehen von der Tatsache, das Geld an sich auch eine virtuelle Idee ist, erwirtschaftet Facebook im Gegensatz zu vielen untergegangenen New-Economy-Firmen echte Gewinne. Unter dem Strich blieben im vergangenen Jahr 668 Millionen Dollar &#252;brig. Studien haben zudem ergeben, dass Facebook sich bereits zum wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Allein in Deutschland steuert das soziale Netzwerk 2,6 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei, vorwiegend dank kleiner und mittelst&#228;ndischer Unternehmen, die die Plattform f&#252;r ihre Gesch&#228;fte nutzen. Vielleicht m&#252;ssen wir also den Wert der &#8220;realen&#8221; Dinge anpassen, damit das Gleichgewichtsgef&#252;hl sich wieder einstellt – schon lange werden etwa Preise f&#252;r sauberes Wasser und saubere Luft gefordert und zum Teil schon erhoben.</p>
<p>Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg hat sich erkl&#228;rterma&#223;en noch nie f&#252;r Geld interessiert: &#8220;Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu machen; wir verdienen Geld, um bessere Dienste zu entwickeln.&#8221; Das klingt sehr amerikanisch, sehr idealistisch und angesichts des Bankkontos des Turnschuh-Milliard&#228;rs auch sehr witzig. Aber letztendlich k&#246;nnen die neuen virtuellen Million&#228;re das Geld auch gerne f&#252;r reale H&#228;user im Silicon Valley ausgeben und so die schwache US-Konjunktur ankurbeln. Gef&#228;llt mir.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41220&amp;md5=763ba11057c25ffa950e8fde552609de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bei Facebook wohnen wir nur zur Miete</title>
		<link>http://carta.info/40937/bei-facebook-wohnen-wir-nur-zur-miete/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 18:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Timeline]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor die Plattform an die B&#246;rse geht, wird sie von ihren 800 Millionen Bewohnern noch h&#252;bsch gemacht.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netz quillt gerade &#252;ber vor Anleitungen  und schlauen Hinweisen zur Bedienung der Facebook-Timeline: Hier ein H&#228;kchen setzen, dort eine Einstellung &#228;ndern und da noch ein schickes Profilbild dazu – fertig ist der &#246;ffentliche Lebens(ver-)lauf, der mehr oder weniger nah an der Realit&#228;t liegen kann aber nicht muss.</p>
<p>Dabei geht die Diskussion in eine merkw&#252;rdige Richtung: Datenschutz, Privacy und die ganze alte Leier. Was darf, soll, kann in Zukunft jeder &#252;ber mich wissen. Fest steht: Es ist Zeit, das ganze Facebook-Dings neu zu justieren. Darf man dabei gar l&#252;gen (ganz schlimm!) oder wenigstens das Erscheinungsbild ein wenig tunen? Viele Texte drehen sich aktuell um diese Fragen.</p>
<p>Doch Wahrhaftigkeit ist gar nicht das Thema, welches jetzt diskutiert werden sollte. Es geht auch nicht um das Thema Datenschutz. Schon gar nicht geht es um die Gebrauchsanleitung. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber schon sehr bald werden die allermeisten Facebook-Nutzer ihr Profil blind bedienen k&#246;nnen &#8211; wie ihr Autoradio bei Tempo 220 auf der Autobahn.</p>
<p>Und wer die Facebook-Bedienung nicht begreift, dem ist eh nicht zu helfen. Der wird aus der Zeit gefallen sein oder er geh&#246;rt zu denjenigen, die auch schon fr&#252;her jedem hergelaufenen Haust&#252;rwerber ganz blau&#228;ugig die Wahrheit und nichts als die Wahrheit &#252;ber sich erz&#228;hlt haben und sich dann wunderten, wenn sie anschlie&#223;end den Briefkasten voller M&#252;ll hatten oder ein unk&#252;ndbares TV-Schlau-Abo.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Schwarzes Loch Facebook</em></strong></p>
<p>Facebook hat es mit der <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-lebenschronik-timeline-zwang-fuer-facebook-nutzer-1.1267294">zwangsweisen Einf&#252;hrung</a> der Timeline wieder mal geschafft, dass die &#214;ffentlichkeit &#252;ber ein Ph&#228;nomen innerhalb von Facebook diskutiert, nicht aber &#252;ber Facebook selbst. Mit anderen Worten: Die Diskussion zu Facebook findet nur noch innerhalb der von Facebook gesetzten Grenzen statt. Wie bei einem schwarzen Loch wird s&#228;mtliche Materie angezogen und aufgesogen. Und so, wie bei einem schwarzen Loch kein Lichtstrahl mehr nach au&#223;en entfliehen kann, verl&#228;sst bei Facebook kein Gespr&#228;ch mehr die geschlossene Umgebung.</p>
<p>Noch nicht einmal gedanklich sind wir also in der Lage, ein Leben au&#223;erhalb von Facebook zu denken – wir setzen brav unsere H&#228;kchen an den vorgegeben Stellen und freuen uns &#252;ber das sch&#246;ne Profilbild. Wir lassen uns nun sogar bereitwillig einspannen und arbeiten damit unentgeltlich f&#252;r den &#220;berfreund Zuckerberg, pflegen ab jetzt als digitale Schreberg&#228;rtner unser kleines Ich-G&#228;rtchen umso sorgsamer, auf dass es auch nach au&#223;en pr&#228;chtig bl&#252;hen m&#246;ge.</p>
<p>Ich glaube dabei nicht &#8211; wie <a href="http://carta.info/40907/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-hat-die-schonste-chronik-im-facebook-land/">Matthias Schwenk</a> - dass das am Ende zu einem Problem f&#252;r Facebook werden k&#246;nnte. Im Gegenteil: Die von uns sorgsam kuratierte, sortierte und sch&#246;n gestaltete Timeline wird Facebook in vielerlei Hinsicht helfen.</p>
<p>Denn viele werden sich jetzt verpflichtet f&#252;hlen, mehr Arbeit in Facebook zu investieren, damit „es“ gut aussieht. Und genau das ist die Absicht hinter der konsequenten Einf&#252;hrung der Timeline. Es induziert die f&#228;llige Investition, die Facebook jetzt zu noch mehr Erfolg verhelfen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Wir wohnen nur zur Miete</em></strong></p>
<p>Man stelle sich das einmal vor: Wenn jeder der 800 Millionen Nutzer auch nur zus&#228;tzlich zehn Minuten investiert, sind das 1,3 Milliarden Stunden – das w&#228;re bei einem Stundenlohn von 7,50 Euro ein Wert von fast zehn Milliarden Euro. HALLO!? Wir selbst r&#228;umen jetzt den Laden auf, machen digitale Inventur und packen alle Informationen &#252;ber uns sch&#246;n in die Regale und machen Facebook h&#252;bsch f&#252;r den Verkauf an die Aktion&#228;re.</p>
<p>Einige Privacy-Probleme werden sich dabei von selbst l&#246;sen, was die Datensch&#252;tzer dann pl&#246;tzlich ohne Argumente dastehen l&#228;sst. Doch leider gilt &#8211; um noch ein anderes Bild zu bem&#252;hen: Bei Facebook wohnen wir nur zu Miete und leisten nun f&#252;r den Vermieter die Luxussanierung p&#252;nktlich zum B&#246;rsengang.</p>
<p>Die gro&#223;e Kehrwoche hat begonnen und Zuckerberg ist der strenge Hausmeister. Wir selbst haben nicht viel davon, werden dem Dienst aber anschlie&#223;end umso treuer verbunden sein. Denn: Wer w&#252;rde sich jetzt noch von seinem digitalen Zuhause trennen, nachdem er so viel investiert hat.</p>
<p>W&#228;re es jetzt nicht endlich mal an der Zeit, &#252;ber Eigentum nachzudenken?</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40937&amp;md5=0893291b5d83c65a70f7e8a1cabeb489" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer hat die sch&#246;nste Chronik im Facebook-Land?</title>
		<link>http://carta.info/40907/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-hat-die-schonste-chronik-im-facebook-land/</link>
		<comments>http://carta.info/40907/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-hat-die-schonste-chronik-im-facebook-land/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook Chronik]]></category>

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		<description><![CDATA[Aktuell f&#252;hrt Facebook f&#252;r alle Personenprofile verbindlich eine neue Darstellungsform, Chronik genannt, ein. Das ist nicht ohne Risiko, denn die User k&#246;nnten daraus lernen, sich geschickt zu inszenieren und ihr wahres Ich vor Facebook zu verbergen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;hrt Facebook eine neue Funktion ein, sind Datensch&#252;tzer meist schnell in Alarmbereitschaft &#8211; und das nicht nur in Schleswig-Holstein. Derzeit ist es mal wieder so weit: Die als <a href="http://www.facebook.com/notes/facebook-deutschland/chronik-erz%C3%A4hlt-eure-lebensgeschichte-mit-einer-neuen-art-von-profil/329175427095302" target="_blank">Chronik</a> bezeichnete neue Darstellungsform der Profile wird in den kommenden Wochen weltweit eingef&#252;hrt, die User haben keine andere Wahl mehr.</p>
<p>Dabei wird es kommen, wie es kommen muss: Einige Personen wird dies v&#246;llig &#252;berraschen und ein paar unvorteilhafte Eintr&#228;ge &#246;ffentlich machen, die sie lieber weiterhin verborgen gewusst h&#228;tten. Der Aufschrei dar&#252;ber wird in die Medien getragen werden, die dazu dann das Expertenvotum von Datensch&#252;tzern einholen werden. Letztere werden Facebook Verantwortungslosigkeit und Profitgier vorwerfen.</p>
<p>Wie gewohnt wird dies bei Facebook niemanden aus der Ruhe bringen. Dabei bietet die neue Chronik durchaus Anlass zum kritischen Nachdenken, wenn auch anders, als Datensch&#252;tzer dies gemeinhin annehmen. Denn deren meist statisches Menschenbild zieht nur selten in Betracht, dass Menschen lern- und anpassungsf&#228;hig sind. Genau das aber k&#246;nnte in der Folge der Einf&#252;hrung der Chronik passieren.</p>
<p>Facebooks neue Chronik sch&#228;rft den Blick auf die Au&#223;enwirkung eines Profils. Das ist ein relativ neuer Zug dieses Social Networks, das sich lange Zeit von seinen Vorl&#228;ufern und Wettbewerbern dadurch unterschied, dass sein Fokus auf der Kommunikation der User lag und dabei nur sehr wenig Spielraum f&#252;r die individuelle Gestaltung der Profile zulie&#223;. Wer sich an die optischen Entgleisungen mancher MySpace-Profile erinnern kann, wei&#223; wovon hier die Rede ist. Nun also gibt Facebook der Au&#223;enwirkung mehr Gewicht und es stellt sich die Frage, was die User daraus machen werden.</p>
<p>Werden sie darauf ihr Leben ausbreiten? Werden sie die Datenl&#252;cken f&#252;llen, so dass Lebensl&#228;ufe wie aus einem Guss sichtbar werden? Genau das d&#252;rfte die Hoffnung bei Facebook sein, das in diesem Jahr bekanntlich an die B&#246;rse gehen m&#246;chte. Je mehr Daten die User in ihre Profile einstellen, desto wertvoller wird das Unternehmen, so das Kalk&#252;l. Es muss aber nicht so kommen.</p>
<p>Facebook k&#246;nnte untersch&#228;tzen, dass seine User die M&#246;glichkeit haben, die neue Funktion zu unterlaufen. Denn Menschen sind bekanntlich eitel. Zumindest manche. Ihnen bietet die neue Chronik eine perfekte B&#252;hne der Selbstinszenierung, die das Sch&#246;ne und Passende in den Vordergrund r&#252;cken, das weniger Attraktive jedoch vollkommen ausblenden l&#228;sst. Der sch&#246;ne Schein k&#246;nnte zum Leitbild werden, dem die Massen mit Wonne folgen werden. Jeder r&#252;ckt sich ins bestm&#246;gliche Licht, was die Aussagekraft der Profile schm&#228;lern und ihren Wert f&#252;r das Marketing reduzieren wird.</p>
<p>Wie plausibel ist eine solche Entwicklung? Betrachtet man das Verhalten der Early Adopter auf Facebook, zeigt sich, dass diese es recht gut verstehen, sich ins rechte Licht zu r&#252;cken, eine starke Pr&#228;senz zu zeigen und gleichzeitig weite Teile ihres Privatlebens zu verbergen. Dabei ist dieses Ph&#228;nomen plattform&#252;bergreifend festzustellen, also nicht nur auf Facebook, sondern etwa auch auf Twitter oder Google+. Warum aber sollten nur die Early Adopter diese Kunst beherrschen? Die Mehrheit der User auf Facebook k&#246;nnte sehr wohl diesem Beispiel folgen und ihre Profile st&#228;rker als bisher am Prinzip des &#8220;Schaufensters&#8221; ausrichten.</p>
<p>Flankierend kommt hinzu, dass die heute zur Verf&#252;gung stehenden Bandbreiten sowohl im station&#228;ren als auch im mobilen Web es erlauben, stets mehrere Dienste parallel zu nutzen. Damit ist es problemlos m&#246;glich, sich auf Facebook einzuloggen und nachzusehen, welche Freunde gerade auch online sind. Die Unterhaltung, etwa per Chat, erfolgt dann &#252;ber einen anderen Dienst. Speziell f&#252;r Jugendliche und junge Erwachsene d&#252;rfte der Anreiz gro&#223; sein, sich auf Facebook das Bild einer braven und strebsamen Person zu geben, weil hier zunehmend auch Eltern, Lehrer und potenzielle Arbeitgeber unterwegs sind. Austoben und &#252;ber Str&#228;nge schlagen kann man auch woanders im Web &#8211; Facebook w&#228;re daf&#252;r dann nur noch das Tool zur Organisation, ein besserer Kalender gewisserma&#223;en.</p>
<p>Ein weiterer Anhaltspunkt f&#252;r eine solche Entwicklung bildet die Beobachtung, dass die User auf Facebook &#252;ber die Jahre hinweg immer mehr Freunde ansammeln. Mehrere Hundert Freunde auf Facebook zu haben, ist heute keine Seltenheit mehr. <a href="http://www.thetechherald.com/articles/Study-finds-Facebook-friends-are-no-friends-at-all" target="_blank">Befragungen</a> zeigen, dass den Menschen dabei durchaus bewusst ist, dass dies in der &#252;berwiegenden Mehrheit keine &#8220;echten&#8221; Freunde sind, sondern nur sehr lose Bekanntschaften. Wie aber steht es dann um die Aussagekraft und den Stellenwert einer Kommunikation in derart losen Gruppierungen? Was sagt sie &#252;ber echte Vorlieben und Abneigungen aus? Und schlie&#223;lich: Welche Substanz l&#228;sst sich daraus f&#252;r Marketing-Aktionen ableiten?</p>
<p>Bei Facebook ist man sich des losen Charakters vieler Beziehungsstrukturen schon lange bewusst. Deshalb werden hier <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=72975227130" target="_blank">Beziehungen</a> danach unterschieden, wie ihre Kommunikation erfolgt: Reziprok und direkt (etwa &#252;ber Nachrichten oder den Chat) oder eher allgemein und indirekt (&#252;ber Eintr&#228;ge im News Feed). Facebook wei&#223; also &#252;ber jeden User, welche Beziehungen eng bzw. pers&#246;nlich sind und welche das eher lose Netzwerk bilden. Auf der Ebene der User hei&#223;t das, dass diesen bewusst ist, dass der &#252;berwiegende Teil ihrer Kommunikation auf Facebook in einer Art halb&#246;ffentlichem Raum stattfindet, weil sie diesen &#252;ber die Menge ihrer Freundschaften selbst definieren. Wirklich privat ist das Meiste also nicht und darauf kann man sich dann auch bei der Gestaltung der Chronik einrichten.</p>
<p>Auch die Datensch&#252;tzer sollten sich darauf einstellen und ihr Bild von Kommunikation im Web erweitern. Die Menschen, die Social Networks wie Facebook nutzen, sind zunehmend in der Lage, Abstufungen beim Grad an Privatsph&#228;re zu erkennen und dies im Kommunikationsverhalten zu ber&#252;cksichtigen. Zwar muss letztlich offen bleiben, wie weit es wirklich einen Trend zur Selbstinszenierung im Zuge der Einf&#252;hrung der Chronik auf Facebook geben wird. Aber schon dessen Plausibilit&#228;t mahnt zu mehr Gelassenheit und Vertrauen in das Geschick der User.</p>
<p>F&#252;r Mark Zuckerberg gilt diese Aussage nat&#252;rlich nicht. Er hat keinen Grund zur Gelassenheit, sondern sollte sich eher fragen ob es wirklich klug ist, die Kommunikation der User auf Facebook immer st&#228;rker ins &#214;ffentliche zu ziehen. Am Ende k&#246;nnten ihn die Werbepartner und Marketingstrategen allein lassen, weil seine Daten von zu geringer Aussagekraft und damit von zu geringem Wert sein k&#246;nnten. Aber vielleicht ist ihm das auch egal: Wenn er heute in den Spiegel schaut, sieht er einen Milliard&#228;r mit wahrhaft beeindruckender Chronik. Was will man mehr?
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