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	<title>CARTA &#187; Facebook</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Abschied vom Netz, wie wir es kennen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Martin Weigert schreibt &#252;ber Walled Gardens - eine Gefahr, die neben vielen anderen von au&#223;en wie "Sicherheits"politik und Lobbyismus das Netz von innen bedroht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://netzwertig.com/2012/02/06/geschlossene-okosysteme-abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/">Netzwertig</a> beschreibt Weigert die Bestrebungen der gro&#223;en Internet-Konzerne, geschlossene &#214;kosysteme zu errichten: </p>
<blockquote><p>Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt. [..] Denn die gewachsenen Internetkonzerne, &#252;ber die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsf&#228;higkeit regelm&#228;&#223;ig und gerne berichten, verabschieden sich vom urspr&#252;nglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. </p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41296&amp;md5=50445a50f42ca2380ef422f8b0bc278f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kann ein virtuelles Netzwerk wie Facebook wirklich 100 Milliarden Euro wert sein? Wenn wir ihm diesen Wert geben, dann schon.</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Samira Lazarovic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Silicon Valley steigen gerade die Immobilienpreise. Denn bald soll es hier viele neue Million&#228;re geben, die sich ein Haus kaufen wollen. Woher die "1000 neuen Million&#228;re" kommen? Vom Facebook-B&#246;rsengang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das soziale Netzwerk hat nun endlich die Daten zu seinem lang erwarteten B&#246;rsengang bekanntgegeben. Mindestens f&#252;nf Milliarden Dollar will Facebook einnehmen, und das gilt noch als bescheidener Wunsch. An der B&#246;rse w&#252;rde alles unter zehn Milliarden Dollar f&#252;r lange Gesichter sorgen. Dann w&#252;rde das Unternehmen mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Facebook w&#228;re in Sachen Marktkapitalisierung in einer Liga mit McDonalds und fast doppelt so viel wert wie Boeing. Und das, ohne ein Produkt herzustellen. Zumindest keines, das man haptisch erfassen kann.</p>
<p>Facebook produziert Nutzerdaten. Vorlieben, Freundeskreise, Aufenthaltsorte. Wom&#246;glich zuverl&#228;ssiger und vollst&#228;ndiger als jede Volksz&#228;hlung geben die User Auskunft &#252;ber Alter, Geschlecht und Herkunft. Ein El Dorado f&#252;r die Werbebranche. Und der B&#246;rsengang erm&#246;glicht endlich einen Blick in die Zahlen, die Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg bislang lieber f&#252;r sich behalten hat: 3,7 Milliarden Dollar Umsatz wurden im vergangenen Jahr vor allem mit Werbeeinnahmen erzielt.</p>
<p>Dieses Gesch&#228;ftsmodell funktioniert aber nur so lange, wie Facebook gen&#252;gend User an sich binden kann. 845 Millionen Freunde hat Facebook am 31. Dezember 2011 gez&#228;hlt. Aber was, wenn das schon der H&#246;hepunkt war? Neuerungen wie die vieldiskutierte Timeline haben zwar noch nicht zu einer gr&#246;&#223;eren Abwanderung gef&#252;hrt. Dennoch machen sich Erm&#252;dungserscheinungen bemerkbar. So war f&#252;r viele Jugendliche sp&#228;testens mit der Freundschaftsanfrage der Eltern Schluss mit dem Spa&#223;.</p>
<p>Noch gr&#246;&#223;er ist die Gefahr, die von dem Reiz des Neuen ausgeht. Bislang waren Konkurrenten wie Google+ noch nicht wirklich gef&#228;hrlich, doch es gibt im Netz gen&#252;gend Fallbeispiele f&#252;r solche Ph&#228;nomene. Yahoo hat deutlich an Bedeutung eingeb&#252;&#223;t, hier liegt etwa die Marktkapitalisierung unter 20 Milliarden Euro. MySpace fristet ein Nischendasein und betont tapfer, sich schon immer eher als Netzwerk f&#252;r Bands und ihre Musik gesehen zu haben</p>
<p>All das macht die Beantwortung der Frage, ob ein soziales Netzwerk 100 Milliarden Euro wert sein kann, so schwierig. Jede m&#246;gliche Antwort ist mit &#196;ngsten belegt: Ein &#8220;Nein&#8221; w&#252;rde bedeuten, dass wir aktuell miterleben, wie sich die gr&#246;&#223;te Spekulationsblase seit der New Economy bildet. Aber was bedeutet ein &#8220;Ja&#8221;? Dass das digitale Leben f&#252;r uns bereits einen h&#246;heren monet&#228;ren Wert hat, als das reale?</p>
<p>Vielleicht ist es viel simpler: Soziale Netzwerke und unsere virtuellen Freunde haben exakt den Wert, den wir ihnen beimessen. Und mal abgesehen von der Tatsache, das Geld an sich auch eine virtuelle Idee ist, erwirtschaftet Facebook im Gegensatz zu vielen untergegangenen New-Economy-Firmen echte Gewinne. Unter dem Strich blieben im vergangenen Jahr 668 Millionen Dollar &#252;brig. Studien haben zudem ergeben, dass Facebook sich bereits zum wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Allein in Deutschland steuert das soziale Netzwerk 2,6 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei, vorwiegend dank kleiner und mittelst&#228;ndischer Unternehmen, die die Plattform f&#252;r ihre Gesch&#228;fte nutzen. Vielleicht m&#252;ssen wir also den Wert der &#8220;realen&#8221; Dinge anpassen, damit das Gleichgewichtsgef&#252;hl sich wieder einstellt – schon lange werden etwa Preise f&#252;r sauberes Wasser und saubere Luft gefordert und zum Teil schon erhoben.</p>
<p>Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg hat sich erkl&#228;rterma&#223;en noch nie f&#252;r Geld interessiert: &#8220;Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu machen; wir verdienen Geld, um bessere Dienste zu entwickeln.&#8221; Das klingt sehr amerikanisch, sehr idealistisch und angesichts des Bankkontos des Turnschuh-Milliard&#228;rs auch sehr witzig. Aber letztendlich k&#246;nnen die neuen virtuellen Million&#228;re das Geld auch gerne f&#252;r reale H&#228;user im Silicon Valley ausgeben und so die schwache US-Konjunktur ankurbeln. Gef&#228;llt mir.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41220&amp;md5=763ba11057c25ffa950e8fde552609de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bei Facebook wohnen wir nur zur Miete</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 18:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bevor die Plattform an die B&#246;rse geht, wird sie von ihren 800 Millionen Bewohnern noch h&#252;bsch gemacht.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netz quillt gerade &#252;ber vor Anleitungen  und schlauen Hinweisen zur Bedienung der Facebook-Timeline: Hier ein H&#228;kchen setzen, dort eine Einstellung &#228;ndern und da noch ein schickes Profilbild dazu – fertig ist der &#246;ffentliche Lebens(ver-)lauf, der mehr oder weniger nah an der Realit&#228;t liegen kann aber nicht muss.</p>
<p>Dabei geht die Diskussion in eine merkw&#252;rdige Richtung: Datenschutz, Privacy und die ganze alte Leier. Was darf, soll, kann in Zukunft jeder &#252;ber mich wissen. Fest steht: Es ist Zeit, das ganze Facebook-Dings neu zu justieren. Darf man dabei gar l&#252;gen (ganz schlimm!) oder wenigstens das Erscheinungsbild ein wenig tunen? Viele Texte drehen sich aktuell um diese Fragen.</p>
<p>Doch Wahrhaftigkeit ist gar nicht das Thema, welches jetzt diskutiert werden sollte. Es geht auch nicht um das Thema Datenschutz. Schon gar nicht geht es um die Gebrauchsanleitung. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber schon sehr bald werden die allermeisten Facebook-Nutzer ihr Profil blind bedienen k&#246;nnen &#8211; wie ihr Autoradio bei Tempo 220 auf der Autobahn.</p>
<p>Und wer die Facebook-Bedienung nicht begreift, dem ist eh nicht zu helfen. Der wird aus der Zeit gefallen sein oder er geh&#246;rt zu denjenigen, die auch schon fr&#252;her jedem hergelaufenen Haust&#252;rwerber ganz blau&#228;ugig die Wahrheit und nichts als die Wahrheit &#252;ber sich erz&#228;hlt haben und sich dann wunderten, wenn sie anschlie&#223;end den Briefkasten voller M&#252;ll hatten oder ein unk&#252;ndbares TV-Schlau-Abo.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Schwarzes Loch Facebook</em></strong></p>
<p>Facebook hat es mit der <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-lebenschronik-timeline-zwang-fuer-facebook-nutzer-1.1267294">zwangsweisen Einf&#252;hrung</a> der Timeline wieder mal geschafft, dass die &#214;ffentlichkeit &#252;ber ein Ph&#228;nomen innerhalb von Facebook diskutiert, nicht aber &#252;ber Facebook selbst. Mit anderen Worten: Die Diskussion zu Facebook findet nur noch innerhalb der von Facebook gesetzten Grenzen statt. Wie bei einem schwarzen Loch wird s&#228;mtliche Materie angezogen und aufgesogen. Und so, wie bei einem schwarzen Loch kein Lichtstrahl mehr nach au&#223;en entfliehen kann, verl&#228;sst bei Facebook kein Gespr&#228;ch mehr die geschlossene Umgebung.</p>
<p>Noch nicht einmal gedanklich sind wir also in der Lage, ein Leben au&#223;erhalb von Facebook zu denken – wir setzen brav unsere H&#228;kchen an den vorgegeben Stellen und freuen uns &#252;ber das sch&#246;ne Profilbild. Wir lassen uns nun sogar bereitwillig einspannen und arbeiten damit unentgeltlich f&#252;r den &#220;berfreund Zuckerberg, pflegen ab jetzt als digitale Schreberg&#228;rtner unser kleines Ich-G&#228;rtchen umso sorgsamer, auf dass es auch nach au&#223;en pr&#228;chtig bl&#252;hen m&#246;ge.</p>
<p>Ich glaube dabei nicht &#8211; wie <a href="http://carta.info/40907/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-hat-die-schonste-chronik-im-facebook-land/">Matthias Schwenk</a> - dass das am Ende zu einem Problem f&#252;r Facebook werden k&#246;nnte. Im Gegenteil: Die von uns sorgsam kuratierte, sortierte und sch&#246;n gestaltete Timeline wird Facebook in vielerlei Hinsicht helfen.</p>
<p>Denn viele werden sich jetzt verpflichtet f&#252;hlen, mehr Arbeit in Facebook zu investieren, damit „es“ gut aussieht. Und genau das ist die Absicht hinter der konsequenten Einf&#252;hrung der Timeline. Es induziert die f&#228;llige Investition, die Facebook jetzt zu noch mehr Erfolg verhelfen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Wir wohnen nur zur Miete</em></strong></p>
<p>Man stelle sich das einmal vor: Wenn jeder der 800 Millionen Nutzer auch nur zus&#228;tzlich zehn Minuten investiert, sind das 1,3 Milliarden Stunden – das w&#228;re bei einem Stundenlohn von 7,50 Euro ein Wert von fast zehn Milliarden Euro. HALLO!? Wir selbst r&#228;umen jetzt den Laden auf, machen digitale Inventur und packen alle Informationen &#252;ber uns sch&#246;n in die Regale und machen Facebook h&#252;bsch f&#252;r den Verkauf an die Aktion&#228;re.</p>
<p>Einige Privacy-Probleme werden sich dabei von selbst l&#246;sen, was die Datensch&#252;tzer dann pl&#246;tzlich ohne Argumente dastehen l&#228;sst. Doch leider gilt &#8211; um noch ein anderes Bild zu bem&#252;hen: Bei Facebook wohnen wir nur zu Miete und leisten nun f&#252;r den Vermieter die Luxussanierung p&#252;nktlich zum B&#246;rsengang.</p>
<p>Die gro&#223;e Kehrwoche hat begonnen und Zuckerberg ist der strenge Hausmeister. Wir selbst haben nicht viel davon, werden dem Dienst aber anschlie&#223;end umso treuer verbunden sein. Denn: Wer w&#252;rde sich jetzt noch von seinem digitalen Zuhause trennen, nachdem er so viel investiert hat.</p>
<p>W&#228;re es jetzt nicht endlich mal an der Zeit, &#252;ber Eigentum nachzudenken?</p>
<p>&nbsp;
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40937&amp;md5=0893291b5d83c65a70f7e8a1cabeb489" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer hat die sch&#246;nste Chronik im Facebook-Land?</title>
		<link>http://carta.info/40907/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-hat-die-schonste-chronik-im-facebook-land/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Facebook Chronik]]></category>

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		<description><![CDATA[Aktuell f&#252;hrt Facebook f&#252;r alle Personenprofile verbindlich eine neue Darstellungsform, Chronik genannt, ein. Das ist nicht ohne Risiko, denn die User k&#246;nnten daraus lernen, sich geschickt zu inszenieren und ihr wahres Ich vor Facebook zu verbergen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;hrt Facebook eine neue Funktion ein, sind Datensch&#252;tzer meist schnell in Alarmbereitschaft &#8211; und das nicht nur in Schleswig-Holstein. Derzeit ist es mal wieder so weit: Die als <a href="http://www.facebook.com/notes/facebook-deutschland/chronik-erz%C3%A4hlt-eure-lebensgeschichte-mit-einer-neuen-art-von-profil/329175427095302" target="_blank">Chronik</a> bezeichnete neue Darstellungsform der Profile wird in den kommenden Wochen weltweit eingef&#252;hrt, die User haben keine andere Wahl mehr.</p>
<p>Dabei wird es kommen, wie es kommen muss: Einige Personen wird dies v&#246;llig &#252;berraschen und ein paar unvorteilhafte Eintr&#228;ge &#246;ffentlich machen, die sie lieber weiterhin verborgen gewusst h&#228;tten. Der Aufschrei dar&#252;ber wird in die Medien getragen werden, die dazu dann das Expertenvotum von Datensch&#252;tzern einholen werden. Letztere werden Facebook Verantwortungslosigkeit und Profitgier vorwerfen.</p>
<p>Wie gewohnt wird dies bei Facebook niemanden aus der Ruhe bringen. Dabei bietet die neue Chronik durchaus Anlass zum kritischen Nachdenken, wenn auch anders, als Datensch&#252;tzer dies gemeinhin annehmen. Denn deren meist statisches Menschenbild zieht nur selten in Betracht, dass Menschen lern- und anpassungsf&#228;hig sind. Genau das aber k&#246;nnte in der Folge der Einf&#252;hrung der Chronik passieren.</p>
<p>Facebooks neue Chronik sch&#228;rft den Blick auf die Au&#223;enwirkung eines Profils. Das ist ein relativ neuer Zug dieses Social Networks, das sich lange Zeit von seinen Vorl&#228;ufern und Wettbewerbern dadurch unterschied, dass sein Fokus auf der Kommunikation der User lag und dabei nur sehr wenig Spielraum f&#252;r die individuelle Gestaltung der Profile zulie&#223;. Wer sich an die optischen Entgleisungen mancher MySpace-Profile erinnern kann, wei&#223; wovon hier die Rede ist. Nun also gibt Facebook der Au&#223;enwirkung mehr Gewicht und es stellt sich die Frage, was die User daraus machen werden.</p>
<p>Werden sie darauf ihr Leben ausbreiten? Werden sie die Datenl&#252;cken f&#252;llen, so dass Lebensl&#228;ufe wie aus einem Guss sichtbar werden? Genau das d&#252;rfte die Hoffnung bei Facebook sein, das in diesem Jahr bekanntlich an die B&#246;rse gehen m&#246;chte. Je mehr Daten die User in ihre Profile einstellen, desto wertvoller wird das Unternehmen, so das Kalk&#252;l. Es muss aber nicht so kommen.</p>
<p>Facebook k&#246;nnte untersch&#228;tzen, dass seine User die M&#246;glichkeit haben, die neue Funktion zu unterlaufen. Denn Menschen sind bekanntlich eitel. Zumindest manche. Ihnen bietet die neue Chronik eine perfekte B&#252;hne der Selbstinszenierung, die das Sch&#246;ne und Passende in den Vordergrund r&#252;cken, das weniger Attraktive jedoch vollkommen ausblenden l&#228;sst. Der sch&#246;ne Schein k&#246;nnte zum Leitbild werden, dem die Massen mit Wonne folgen werden. Jeder r&#252;ckt sich ins bestm&#246;gliche Licht, was die Aussagekraft der Profile schm&#228;lern und ihren Wert f&#252;r das Marketing reduzieren wird.</p>
<p>Wie plausibel ist eine solche Entwicklung? Betrachtet man das Verhalten der Early Adopter auf Facebook, zeigt sich, dass diese es recht gut verstehen, sich ins rechte Licht zu r&#252;cken, eine starke Pr&#228;senz zu zeigen und gleichzeitig weite Teile ihres Privatlebens zu verbergen. Dabei ist dieses Ph&#228;nomen plattform&#252;bergreifend festzustellen, also nicht nur auf Facebook, sondern etwa auch auf Twitter oder Google+. Warum aber sollten nur die Early Adopter diese Kunst beherrschen? Die Mehrheit der User auf Facebook k&#246;nnte sehr wohl diesem Beispiel folgen und ihre Profile st&#228;rker als bisher am Prinzip des &#8220;Schaufensters&#8221; ausrichten.</p>
<p>Flankierend kommt hinzu, dass die heute zur Verf&#252;gung stehenden Bandbreiten sowohl im station&#228;ren als auch im mobilen Web es erlauben, stets mehrere Dienste parallel zu nutzen. Damit ist es problemlos m&#246;glich, sich auf Facebook einzuloggen und nachzusehen, welche Freunde gerade auch online sind. Die Unterhaltung, etwa per Chat, erfolgt dann &#252;ber einen anderen Dienst. Speziell f&#252;r Jugendliche und junge Erwachsene d&#252;rfte der Anreiz gro&#223; sein, sich auf Facebook das Bild einer braven und strebsamen Person zu geben, weil hier zunehmend auch Eltern, Lehrer und potenzielle Arbeitgeber unterwegs sind. Austoben und &#252;ber Str&#228;nge schlagen kann man auch woanders im Web &#8211; Facebook w&#228;re daf&#252;r dann nur noch das Tool zur Organisation, ein besserer Kalender gewisserma&#223;en.</p>
<p>Ein weiterer Anhaltspunkt f&#252;r eine solche Entwicklung bildet die Beobachtung, dass die User auf Facebook &#252;ber die Jahre hinweg immer mehr Freunde ansammeln. Mehrere Hundert Freunde auf Facebook zu haben, ist heute keine Seltenheit mehr. <a href="http://www.thetechherald.com/articles/Study-finds-Facebook-friends-are-no-friends-at-all" target="_blank">Befragungen</a> zeigen, dass den Menschen dabei durchaus bewusst ist, dass dies in der &#252;berwiegenden Mehrheit keine &#8220;echten&#8221; Freunde sind, sondern nur sehr lose Bekanntschaften. Wie aber steht es dann um die Aussagekraft und den Stellenwert einer Kommunikation in derart losen Gruppierungen? Was sagt sie &#252;ber echte Vorlieben und Abneigungen aus? Und schlie&#223;lich: Welche Substanz l&#228;sst sich daraus f&#252;r Marketing-Aktionen ableiten?</p>
<p>Bei Facebook ist man sich des losen Charakters vieler Beziehungsstrukturen schon lange bewusst. Deshalb werden hier <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=72975227130" target="_blank">Beziehungen</a> danach unterschieden, wie ihre Kommunikation erfolgt: Reziprok und direkt (etwa &#252;ber Nachrichten oder den Chat) oder eher allgemein und indirekt (&#252;ber Eintr&#228;ge im News Feed). Facebook wei&#223; also &#252;ber jeden User, welche Beziehungen eng bzw. pers&#246;nlich sind und welche das eher lose Netzwerk bilden. Auf der Ebene der User hei&#223;t das, dass diesen bewusst ist, dass der &#252;berwiegende Teil ihrer Kommunikation auf Facebook in einer Art halb&#246;ffentlichem Raum stattfindet, weil sie diesen &#252;ber die Menge ihrer Freundschaften selbst definieren. Wirklich privat ist das Meiste also nicht und darauf kann man sich dann auch bei der Gestaltung der Chronik einrichten.</p>
<p>Auch die Datensch&#252;tzer sollten sich darauf einstellen und ihr Bild von Kommunikation im Web erweitern. Die Menschen, die Social Networks wie Facebook nutzen, sind zunehmend in der Lage, Abstufungen beim Grad an Privatsph&#228;re zu erkennen und dies im Kommunikationsverhalten zu ber&#252;cksichtigen. Zwar muss letztlich offen bleiben, wie weit es wirklich einen Trend zur Selbstinszenierung im Zuge der Einf&#252;hrung der Chronik auf Facebook geben wird. Aber schon dessen Plausibilit&#228;t mahnt zu mehr Gelassenheit und Vertrauen in das Geschick der User.</p>
<p>F&#252;r Mark Zuckerberg gilt diese Aussage nat&#252;rlich nicht. Er hat keinen Grund zur Gelassenheit, sondern sollte sich eher fragen ob es wirklich klug ist, die Kommunikation der User auf Facebook immer st&#228;rker ins &#214;ffentliche zu ziehen. Am Ende k&#246;nnten ihn die Werbepartner und Marketingstrategen allein lassen, weil seine Daten von zu geringer Aussagekraft und damit von zu geringem Wert sein k&#246;nnten. Aber vielleicht ist ihm das auch egal: Wenn er heute in den Spiegel schaut, sieht er einen Milliard&#228;r mit wahrhaft beeindruckender Chronik. Was will man mehr?
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		<title>Wer steckt hinter Anonymous?</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 12:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[anonymous]]></category>
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		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
		<category><![CDATA[Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Der angek&#252;ndigte Anschlag auf das „Internet-Parlament“ Facebook hat nicht stattgefunden. K&#246;nig Jakob I. Zuckerberg darf weiter regieren. Und in Mexiko wurden die Handlanger des Drogenkartells Los Zetas auch nicht verraten. Daf&#252;r ist Anonymous in aller Munde.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand wei&#223;, wer unter dem Namen Anonymous operiert, und auf wessen Rechnung; welche regionalen Zellen „echt“ sind und welche ein Fake. Nur wenige Mitglieder wie der Journalist Barret Brown zeigten &#246;ffentlich ihr Gesicht. Doch Brown unterzeichnete vor kurzem einen lukrativen <a href="http://gawker.com/5856604/it-pays-to-be-the-face-of-anonymous">Buchvertrag</a>. Der Titel des Werks („Inside&#8230;“) und die Begr&#252;ndung f&#252;r den <a href="http://www.gulli.com/news/16155-anonymous-verliert-barrett-brown-als-sprecher-2011-05-20">Ausstieg</a> aus der „chaotischen“ Hackergruppe (&#8220;mangelnde Qualit&#228;tskontrolle&#8221; bei Anonymus) &#228;hneln auf frappierende Weise dem Abgang Daniel Domscheit-Bergs bei WikiLeaks&#8230;</p>
<p><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1220">Zum ganzen Artikel</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40819&amp;md5=9ed98c6fca97d47b4bf35085ce127f15" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Letzte Fragen zu Medienkompetenz und Facebook</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 20:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Dietrich von Klaeden]]></category>
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		<category><![CDATA[Partyfotos]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>

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		<description><![CDATA[M&#252;ssen sich Facebook-Nutzer vor der Bild-Zeitung f&#252;rchten? Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden versprach erst volle Aufkl&#228;rung — die es dann aber doch nicht gab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor wem sollten sich Facebook-Nutzer f&#252;rchten, wenn es um die unrechtm&#228;&#223;ige Ver&#246;ffentlichung ihrer Partyfotos geht? Na, vor der <em>Bild</em>-Zeitung, h&#246;hnte vor wenigen Tagen der Medienjournalist Stefan Niggemeier auf einer Diskussionsveranstaltung.</p>
<p>Neben Niggemeier auf dem Podium sa&#223; Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden, der abstritt, dass sein Verlag Facebook-Fotos ohne Rechtsgrundlage verwende — und versprach, das im Zweifelsfall „in Ordnung“ zu bringen.</p>
<p>Dabei handelte es sich um ein eher wenig verbindliches Versprechen, wie sich nun zeigt.</p>
<p><strong>Wo m&#246;gen die Party-Fotos wohl landen?</strong></p>
<p>Am vergangenen Dienstag, dem 12. April, hatte die Friedrich-Naumann-Stiftung zur Debatte „<a href="http://carta.info/39729/streaming-internet/">Rechtsetzung und -durchsetzung im digitalen Zeitalter</a>“ geladen &#8211; mit dabei: <a href="http://www.xing.com/profile/Dietrich_vonKlaeden">Dietrich von Klaeden</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Niggemeier">Stefan Niggemeier</a>.</p>
<p>Dabei entspann sich auch folgender Dialog (<a href="http://vimeo.com/22312701">Video</a> ab Minute 3:00, leider sehr schlechte Qualit&#228;t, Text gek&#252;rzt):</p>
<blockquote><p><em>Dietrich von Klaeden</em>: Wir m&#252;ssen die Medienkompetenz insbesondere junger Menschen st&#228;rken, dass sie wissen, was sie machen, wenn sie ihre Partyfotos auf Facebook ver&#246;ffentlichen. Viele wissen n&#228;mlich gar nicht, dass diese Fotos kopiert und weitergemailt werden k&#246;nnen. Und (zu einem Mitpanelisten gewandt) wo unser beider Partyfotos irgendwann mal auftauchen, m&#246;chte ich ehrlich gesagt auch gar nicht wissen …</p>
<p><em>Stefan Niggemeier</em>: Tja, wo m&#246;gen die Party-Fotos wohl landen? Also in meiner Welt: in der <em>Bild</em>-Zeitung. Wenn jemand ein schlimmer Autounfall passiert, dann wird das Partyfoto aus Facebook ohne jede Rechtsgrundlage am n&#228;chsten Tag in der Bild-Zeitung sein.</p>
<p><em>von Klaeden</em>: Herr Niggemeier, ich kann Sie beruhigen. Es wird morgen kein Foto von Ihnen in der <em>Bild</em>-Zeitung sein.</p>
<p><em>Niggemeier</em>: Wir k&#246;nnen nat&#252;rlich gern dar&#252;ber reden, dass auch Axel Springer eine Stiftung f&#252;r Medienkompetenz gr&#252;ndet. Aber der Anfang w&#228;re doch erstmal, dass die <em>Bild</em>-Zeitung sagt, sie h&#228;lt sich an das Urheberrecht und klaut diese Fotos nicht aus Facebook, sie h&#228;lt sich an den Pers&#246;nlichkeitsschutz und verst&#246;&#223;t nicht gegen diese Rechte …</p>
<p><em>Moderator Stefan Krempl</em>: Das Bild-Blog spricht …</p>
<p><em>von Klaeden</em>: Ja, und ich finde vollkommen in Ordnung, dass er das sagt. Warum soll er das nicht vertreten? Es sollen sich n&#228;mlich alle, nicht nur Axel Springer, sondern alle Zeitungen und alle Medien selbstverst&#228;ndlich an das Urheberrecht halten — und wir machen das auch.</p>
<p>Wer einen Rechtsversto&#223; geltend machen m&#246;chte, kann das gerne nachher bei mir tun. Ich leite das dann gerne alles weiter. Ich meine das ganz im Ernst. Ich werde dann daf&#252;r sorgen, dass das in Ordnung kommt. Wenn es wirklich so sein sollte …</p></blockquote>
<p><strong>Die Facebook-Tagesfalle und der Internet-Freund</strong></p>
<p>Am Freitag nach diesem Dialog erschien <em>Bild</em> dann mit folgendem Aufmacher:</p>
<div id="attachment_39904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Tagesfalle_facebook.jpg"><img class="size-full wp-image-39904" title="Tagesfalle_facebook" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Tagesfalle_facebook.jpg" alt="" width="530" height="740" /></a><p class="wp-caption-text">Bild vom 15. April 2011</p></div>
<p>„Linda H. (16) aus Coburg (Bayern)“ wurde, so <em><a href="http://www.bild.de/news/inland/mord/todesfalle-facebook-17432048.bto.html">Bild</a></em>, von ihrem „Internet-Freund“ ermordet. Doch woher stammen die Fotos von Linda H.? Auf Seite 12 der Ausgabe findet sich auch noch das folgende Foto:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Bild3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39905" title="Bild3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Bild3.jpg" alt="" width="600" height="449" /></a></p>
<p>Beide Fotos benutzten auch andere Boulevard-Medien in der Berichterstattung, nicht nur <em>Bild</em>. Als Quelle der Fotos wird bei <em>Bild.de</em> <a href="http://www.bildblog.de/5984/der-falsche-mathe-lehrer-war-der-falsche/"><em>Bild</em>-Autor</a> J&#246;rg V&#246;lkerling <a href="http://www.google.de/imgres?imgurl=http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/linda-20598328-mfbq-17437074/3,h%3D107.bild.jpg&amp;imgrefurl=http://www.bild.de/news/fotos/mord/fg-linda-h-17436132.bild.html&amp;usg=__zrDGwgGb7TbOeQ7AvPs0uubsO74=&amp;h=107&amp;w=143&amp;sz=4&amp;hl=de&amp;start=24&amp;zoom=1&amp;itbs=1&amp;tbnid=tJmBpnF-mv_fvM:&amp;tbnh=70&amp;tbnw=94&amp;prev=/search%3Fq%3DLinda%2BH%2Bfacebook%26start%3D20%26hl%3Dde%26sa%3DN%26gbv%3D2%26ndsp%3D20%26biw%3D1032%26bih%3D663%26tbm%3Disch&amp;ei=hvWuTezZD9H1sgb7_enXDA">benannt</a>.</p>
<p>Es bleibt unklar, ob diese Fotos ihren Weg vom Internet in die <em>Bild</em>-Zeitung rechtm&#228;&#223;ig gefunden haben &#8211; ein Anlass also, bei Dietrich von Klaeden nachzufragen.</p>
<p>Klaeden erkl&#228;rt sich jedoch auf <em>Carta</em>-Anfrage f&#252;r Medienanfragen nicht zust&#228;ndig und verweist auf <em>Bild</em>-Pressesprecher Tobias Fr&#246;hlich als „geeigneten Ansprechpartner“. Fr&#246;hlich wiederum erkl&#228;rt:</p>
<blockquote><p>„Wir legen selbstverst&#228;ndlich Wert darauf, die rechtliche Situation von Fotos zu kl&#228;ren. Allerdings muss ich Sie bezogen auf Ihre aktuelle Frage um Verst&#228;ndnis bitten, dass wir uns zu Redaktionsinterna oder Quellen grunds&#228;tzlich nicht &#228;u&#223;ern.“</p></blockquote>
<p>Zusammenfassung:</p>
<p>Am Dienstag erweckt Dietrich von Klaeden, bei Springer zust&#228;ndig f&#252;r Regierungsbeziehungen, den Eindruck, dass er bei der rechtlich fragw&#252;rdigen Verwendung von Facebook-Fotos durch sein Haus als Ansprechpartner zur Verf&#252;gung st&#252;nde und zur Aufkl&#228;rung beitragen w&#252;rde. Am Freitag verweist er auf die Pressestelle — und ein <em>Bild</em>-Sprecher erg&#228;nzt, dass man sich grunds&#228;tzlich nicht zu Redaktionsinterna und Quellen &#228;u&#223;ere.</p>
<p>Merke: Ausgesprochen glaubw&#252;rdige Lobbyisten versprechen auf Podien nur Dinge, die ihr Haus dem Eindruck nach auch vollst&#228;ndig halten kann.</p>
<p><em>Disclaimer: Zur Herkunft des Aufmacherfotos von Dietrich von Klaeden kann Carta aus grunds&#228;tzlichen &#220;berlegungen keine Angaben machen. Der Autor dieses Textes ist mit Dietrich von Klaeden auf Facebook befreundet, mit Stefan Niggemeier hingegen noch nicht.</em></p>
<p>/th
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		<title>Tom Sawyers Gesch&#228;ftsmodell</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 05:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Haben wir eine neue Internet-Blase? Stephan Russ-Mohl meint ja, mit dem Blick auf die j&#252;ngsten Bewertungen von Twitter, Facebook und The Huffington Post.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter soll inzwischen zehn Milliarden Dollar wert sein. Die astronomische Summe w&#228;re, so hat die <em><a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:moegliche-it-blase-twitter-kostet-jetzt-10-mrd-dollar/60010197.html" target="_blank">Financial Times Deutschland</a></em> ausgerechnet, das 222-fache des Umsatzes. Noch im Dezember wurde das Unternehmen von Investoren mit 3,7 Milliarden bewertet. Noch kometenhafter ist der Aufstieg von Facebook am Investoren-Himmel, w&#228;hrend andere soziale Netzwerke wie StudiVZ oder Myspace bereits dramatisch an Wert eingeb&#252;sst haben.</p>
<p>Die Sch&#228;tzwerte f&#252;r Twitter und Facebook deuten neuerlich auf Blasenbildung hin – auf Phantasiepreise, die nicht mehr durch reales Wirtschaften gedeckt sind. Auch die „nur” <a href="http://carta.info/38046/arianna-huffington-und-ihre-blogger-das-ende-vom-web-2-0/" target="_blank">315 Millionen Dollar</a>, die der schw&#228;chelnde einstige Internet-Gigant AOL soeben f&#252;r die <em><a href="http://www.huffingtonpost.com/" target="_blank">Huffington Post</a></em> bezahlt hat, ist solch ein Phantasiepreis – selbst wenn sich AOL damit die erfolgreichste amerikanische Online-Zeitung einverleibt. Erst 2005 ist dieser Start up ins Netz gegangen. Das Bemerkenswerte ist sein „Gesch&#228;ftsmodell“. Im Kern beruht es darauf, andere f&#252;r sich arbeiten zu lassen, ohne sie daf&#252;r zu bezahlen – so wie dereinst Tom Sawyer, der von seiner Tante dazu verdonnert worden war, ihren Zaun zu streichen. Der smarte kleine Tom spannte seine Freunde f&#252;r sich ein. Er erz&#228;hlte ihnen, wieviel Spass das Pinseln mache – und liess sie‘s dann ausprobieren…</p>
<p>Heute sind Hunderte von Bloggern gratis f&#252;r die Website der gesch&#228;ftst&#252;chtigen Ariana Huffington im Einsatz, darunter viele ihrer prominenten pers&#246;nlichen Freunde. Was sie nicht an Inhalten beisteuern, „erzeugt“ ein kleines Redaktionsteam, dessen Arbeit zum Grossteil darin besteht, die Plattform HuffPo mit dem Content anderer Websites zu verlinken.</p>
<p>Trittbrettfahren nennen das &#214;konomen. Leonard Downie jr., der fr&#252;here Chefredakteur der <em>Washington Post</em> wird deutlicher und spricht v<a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/sep/23/huffington-post-parasites-washington-post" target="_blank">on parasit&#228;rem Verhalten</a>. Dass man damit reich werden kann, ist allerdings keine Errungenschaft des Internets – es soll auch in den guten alten, vor-virtuellen Zeiten schon dem ein oder anderen Gl&#252;cksritter gelungen sein.
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<a href="http://carta.info/38208/tom-sawyers-geschaeftsmodell/">Tom Sawyers Gesch&#228;ftsmodell</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38208/tom-sawyers-geschaeftsmodell/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38208&amp;md5=02d1594fc9a6683e8356182b43d0639a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die „Facebook-Revolution“ &#8211; Gedanken zum Einfluss des Internets auf politische Umbr&#252;che</title>
		<link>http://carta.info/38129/die-facebook-revolution-gedanken-zum-einfluss-des-internets-auf-politische-umbrueche/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 12:06:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn Diktatoren fallen und Demonstranten Facebook feiern, wenn US-Politiker anonyme Facebook-Accounts fordern und Angela Merkel Twitter lobt, wird es Zeit, die Dinge zu sortieren. Eine ausf&#252;hrliche Reise durch das Themendreieck Netz, Politik &#038; B&#252;rger mit drei kleinen Rant-Bemerkungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #808080;">Inhalt:</span><br />
<span style="color: #808080;">→ Teil 1: Warum das Internet keine politischen Revolutionen macht</span></p>
<p><span style="color: #808080;">→ Teil 2: 37 Mechanismen des Internets zur F&#246;rderung gesellschaftlicher Ver&#228;nderungen</span></p>
<p><span style="color: #808080;">→ Teil 3: Warum wir kein endg&#252;ltiges Urteil &#252;ber das Internet f&#228;llen k&#246;nnen</span></p>
<p><span style="color: #808080;">→ Teil 4: Das Empowerment des Publikums und die Geschmeidigkeit der Demokratie</span></p>
<p><span style="color: #808080;">→ Post Scriptum – Der Viertelgeviertstrich</span></p>
<p>Die Diskussion um die „Facebook-Revolution“ hat viele Facetten. Die erste ist, ob dieses Wort tats&#228;chlich &#252;berhaupt von Diskutanten ernsthaft benutzt wurde, denn SPIEGEL ONLINE <a title="Spon" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,742430,00.html" target="_blank">schreibt</a> zwar als eine der ersten Publikationen ausf&#252;hrlich dar&#252;ber, nennt aber die Quelle nicht. So wollten auch wir es halten, bis wir auf einen <a title="FAZ" href="http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/02/06/jeder-twitt-ein-tritt.aspx" target="_blank">Blogbeitrag </a>der F.A.Z. stie&#223;en, der auf die Basler Zeitung Online verlinkt, welche sich auf den Nachrichtendienst dapd beruft, der eine Politologin namens Harders der FU Berlin als &#196;gyptenexpertin zitiert. Fragt man die Quelle dieses Nachrichtenflusses per Mail, antwortet Frau Professorin Cilja Harders, freundlich und prompt:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„</em><em>Das habe ich in der Tat gesagt, es war aber nicht alles. Es begann mit Facebook und dann war Al-Jazeera ganz wichtig und, solange die Telefone noch gingen, nat&#252;rlich auch SMS und Telefon. Das Spannende ist, dass die ganze Bewegung ihr Momentum gehalten hat, auch nachdem Telefone und Internet abgeschaltet waren. Es wurde immer weiter gepostet, die Au&#223;enwelt blieb informiert. Intern wurden wieder die alten Festnetzleitungen aktiviert und  in der Kommunikationssperre war Al-Jazeera entscheidend. Nicht umsonst hat das Regime dem Sender die Erlaubnis entzogen f&#252;r einige Tage. Jetzt senden sie wieder aus dem Kairoer Studio.“</em></p>
<p>Und so haben wir als erstes einen Nebenfund: Mehr als dass Facebook zu Beginn eine Rolle spielte, sagt Frau Prof. Harders nicht, mehr wollte sie zumindest nicht sagen. Ihre These ist nicht ganz so steil, wie sie uns gemeldet wurde, weil es schon Facebook-Gruppen gab. Warum hat niemand gefragt, der sie zitierte? Fast 7.000 Google-Treffer, davon so mancher in Leitmedien, sind kein Ruhmesblatt f&#252;r ebendiese.</p>
<p><strong>Teil 1: Warum das Internet keine politischen Revolutionen macht</strong></p>
<p>Sogar f&#252;r den gr&#246;&#223;ten Internet-Freund d&#252;rfte klar sein, dass das Internet  keine Revolution „macht“, es kann nur den Ausdruck entsprechender &#196;u&#223;erungen unterst&#252;tzen. <strong>Auch Panzer „machen“ keinen Krieg, sondern Menschen machen ihn.</strong> Der Grund, dass Menschen politische Ver&#228;nderungen fordern, ist nicht das sch&#246;ne Internet, sondern die dem auftretenden Konflikt zugrunde liegende politische, wirtschaftliche und soziale Konstellation &#8211; einschlie&#223;lich des Zustandes ihrer Freiheitsrechte, ob beschnitten oder nicht. Kommunikationstools sind Verst&#228;rker, nicht Ausl&#246;ser sozialer Interaktion (<a title="neunetz" href="http://www.neunetz.com/2011/02/01/kommunikation-und-organisation-facebook-twitter-und-aegypten/" target="_blank">Quelle</a>). Das Paradoxon daran ist, dass die Abschaltung des Internets, die Abschaltung von Mobilfunk oder der SMS-Massenversand deutliche Symptome der Einschr&#228;nkung von Freiheitsrechten sind, kausal konnten sie dennoch nicht sein f&#252;r zeitlich vorhergehende Ereignisse der Massenbewegung mit digitalen Mitteln. Vermutlich k&#246;nnen wir aber hier ein zweites lernen: <strong>Erst durch die Verbreitung moderner Kommunikationsmittel wird auch ihr Abschalten als Fanal sichtbar.</strong> „Da, seht Ihr!“ ruft der B&#252;rgerrechtler, denn die Handlung (Abschalten) ist nicht mehr Ausfluss von Diktatur, sondern ihr bester Beweis. Das ist das Problem aller Internetsperren, von China bis Tunesien: Sp&#252;rbarer kann man Informationsfreiheit nicht einschr&#228;nken.</p>
<p>Welche Rolle das Web auch immer spielte, man sollte auch <strong>Mobiltelefonie</strong> nicht untersch&#228;tzen (Richard Gutjahr sprach <a title="Gutjahr" href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/kairo/" target="_blank">ad-hoc</a> von „Handy-Revolution“). Denn welches Werkzeug haben Menschen h&#228;ufiger bei sich als Brille und Gebiss? Wir m&#252;ssen uns nicht nur den modernen Businesskasper, sondern wohl auch den modernen, urbanen &#196;gypter – ein sch&#246;nes <a title="Peterglaser" href="http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Der-digitale-Katalysator-1182006.html" target="_blank">Bild</a> von Peter Glaser– als Statue vorstellen, die ein Handy am Ohr hat und so potentiell mit Menschen permanent „connected“ ist. Wir haben weltweit ca. 5 Mrd. Handys bei 7 Mrd. Menschen – eine Quote, die in etwa wohl auch <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,670684,00.html" target="_blank">Kenia</a> findet. Ist mehr Symbolkraft m&#246;glich, als durch zentrales Abschalten dieses weltverbindenden Kopf-Fortsatzes?</p>
<p>Internet-Evangelisten wird die Antwort entt&#228;uschen. Die gr&#246;&#223;ere Symbolkraft geht von Informationen &#252;ber Spitzel, Hunger, Panzern und T&#246;tungen aus, die sich auch ohne Internet wie ein Lauffeuer als Real-Life-Meme verbreiten. Eigentlich verbietet es sich sogar, hier von „Symbolkraft“ zu sprechen, da sich die Kraft dem urspr&#252;nglichen Opfer dieser Handlungen gegen&#252;ber durchweg unsymbolisch zeigt. Wer wagt es, ein Veilchen am Auge wegen seiner „Symbolkraft“ zu erw&#228;hnen? <strong>Nein, wer Panzer befiehlt, wer k&#246;rperliche Gewalt aus&#252;bt, hat im Vergleich zum Internet das m&#228;chtigere Werkzeug</strong>. Das befremdliche daran: Der Mausklick durch normale B&#252;rger f&#252;hrt nur zum „(Dis-)Like“, der Mausklick des Soldaten auch zum echten Tod.</p>
<p>So eingeordnet, darf man die „Macht des Internets“ nicht &#252;bersch&#228;tzen. Die Bezeichnung „Facebook-Revolution“ f&#252;hrt wohl viele Leser in die Irre: <strong>Man schafft es auch mit alten Medien, Massen zu mobilisieren</strong> (mehr <a title="Funckhaus" href="http://funckhaus.blogger.de/stories/1770557/">hier</a>). Auch l&#228;sst sich nicht bestreiten, dass die Nutzung von Online-Diensten f&#252;r B&#252;rgerrechtler kontraproduktiv sein kann, vor allem in autorit&#228;ren Regimes, die den Internetverkehr &#252;berwachen und sich geheimdienstlich in Online-Diensten bewegen. Je mehr sich die gesellschaftliche Kommunikation ins Web verlagert, um so empfindlicher kann sie durch Kill-Switches und Cyberbomben einerseits oder durch Abschalt- und Zensuranweisungen von Regierungen andererseits getroffen werden. Hier zeigt sich die Werkzeugeigenschaft des Internets, das Zweck und Absicht erst durch den handelnden Menschen erf&#228;hrt. Auch der beste Hammer zeigt sich „b&#246;se“, wenn man uns mit ihm schl&#228;gt.</p>
<p>&#220;berhaupt, meine ganz pers&#246;nliche Meinung, ist es <strong>noch ein bisschen fr&#252;h</strong>, von „Revolution“ zu sprechen. Gut, der Diktator musste gehen. Aber was kommt <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,745311,00.html" target="_blank">jetzt</a> ? Nach den Gl&#252;ckw&#252;nschen mag ich erst feiern, wenn ich freie Wahlen sehe.</p>
<p><strong>Teil 2: 37 Mechanismen des Internets zur F&#246;rderung gesellschaftlicher Ver&#228;nderungen</strong></p>
<p>Bevor wir die Folgen des Internet-Einsatzes beurteilen k&#246;nnen, m&#252;ssen wir seine Mechanismen und Auswirkungen auf die menschliche Kommunikation verstehen.</p>
<p>Es ist weit verbreitet, das Internet einfach nur als ein neues Medium anzusehen. Das ist schon nicht richtig, weil es andere Medien enthalten kann, man muss es daher als „Meta-Medium“ oder Container ansehen. Aber auch das Meta-Medium f&#252;hrt in die Irre, seit Menschen im Web (! – und nicht nur per Mail oder ICQ) miteinander kommunizieren. Ich denke, der Paradigmenwechsel von Inhalt zu Kommunikationsakten ist der eigentliche Wandel seit dem sog. „Web 2.0“ – dazu aber mehr an anderer Stelle. Durch diese Kommunikation ist es besser, das Internet als „verschachtelten Kommunikationsraum“ (etwa Chris St&#246;cker im <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,745005,00.html" target="_blank">SpOn</a>) zu betrachten. Es zeigen sich n&#228;mlich etliche<strong> Besonderheiten dieses „verschachtelten Kommunikationsraumes“, der gesellschaftliche Ver&#228;nderungen f&#246;rdert,</strong><strong> und zwar unabh&#228;ngig von der Staatsform.</strong></p>
<p><strong>Gruppe 1: Internetkommunikation mit Text, Hypertext, Rich Media</strong></p>
<ol>
<li>Kommunikation im Internet ist fast immer <strong>schriftlich</strong> repr&#228;sentiert. Dies f&#252;hrt dazu, dass die Information <strong>weniger fl&#252;chtig</strong> ist als in anderen Formen wie dem Radio oder dem Telefonat. (Das wird sich mit Voice-/Video-Diensten eventuell &#228;ndern). Hierdurch erreicht die Information mehr Menschen. Sie kann auch von diesen solange abgerufen werden, bis sie besser verstanden wurde (z.B. Replay-Funktion).</li>
<li>Auch TV- und Radiosendungen werden mit dem Container Internet verbreitet – und sind im Unterschied zu den fl&#252;chtigen Originalen jederzeit als Konserve abrufbar. Auch hier gibt es also eine <strong>Tendenz zur dauerhaften Verf&#252;gbarkeit</strong> von Information.</li>
<li>Schon nach kurzer Zeit liegen Nachrichten in unterschiedlichen Formaten vor. Durch die <strong>Wahl des Medientyps je nach generellen oder situativen Wahrnehmungsvorlieben</strong> hat der Nutzer bessere Chancen, die Nachricht zu verstehen. (Video, kurz? Oder Text, lang oder kurz? Oder doch Bildergalerie?)</li>
<li>Eine Information wird h&#228;ufig nicht durch Wiederholung, sondern als Referenz weitergegeben (technischer Link oder inhaltliche Referenz). Hierdurch bleibt sie in der <strong>Weitergabe-Kette gut erhalten</strong>, im Gegensatz zum verf&#228;lschenden „Stille-Post“-Effekt der nicht-digitalen Kommunikation.</li>
<li>Durch die <strong>Ubiquit&#228;t</strong> von Information werden die Innenverh&#228;ltnisse einer Region nach au&#223;en sichtbar und umgekehrt die Reaktionen und Meinungen von au&#223;en von innen sichtbar. Dies f&#252;hrt zu einem wichtigen Effekt: <strong>Der Support aus dem Ausland best&#228;rkt B&#252;rgerrechtler auf ihrem Weg</strong>. Umgekehrt helfen Dienste von au&#223;en den Menschen innen, fragmentarisches Wissen zusammenzuf&#252;hren und zu bewerten. Es gibt viele Dankes-Tweets aus &#196;gypten in diese Richtung, die „Sofa“-Aktivisten k&#246;nnen durchaus Wirkung erzielen.</li>
<li><strong>„Verl&#228;ngerung“ von Medien-Infrastruktur (klassische Medien): </strong>Das Internet als Container f&#252;r Medien tr&#228;gt den Inhalt von TV- und Radiostationen noch als Archiv „in“ einer Website, macht diesen bearbeitbar, „remixable“ und verbreitbar (z.B. via Videoplattformen wie Youtube).</li>
<li><strong>Abbildung von Medien-Infrastruktur (klassische Medien): </strong>wie oben, der Sender wird jedoch live gestreamt.</li>
<li><strong>Substitution von Medien-Infrastruktur:</strong> Bei St&#246;rungen der herk&#246;mmlichen &#220;bertragungswege kann eine TCP/IP-basierte Parallelarchitektur die weitere Ausstrahlung der Inhalte sicherstellen. (Beispiel: Satellit einer TV-Station wird durch Regime gest&#246;rt).</li>
<li><strong>Substitution von Medien-Infrastruktur (digitale Medien): </strong>Das Internet als Medien-Container hat eine weitere Eigenschaft. F&#228;llt eine Komponente aus, kann das Internet sie mit ein bisschen Infrastruktur ersetzen, wie das Beispiel des Twitter-Accounts <strong>Speak2Tweet</strong> von Twitter und einer Google-Tochter gezeigt hat, der Anrufe auf Mailboxen via Twitter zug&#228;nglich und im Web abspielbar machte (siehe <a title="Neu" href="http://www.guardian.co.uk/technology/2011/feb/06/twitter-speak-tweet-mubarak-networker" target="_blank">hier</a>).</li>
<li><strong>Dezentralit&#228;t von Daten</strong> gibt es an vielen Stellen im Web. Eine der wichtigsten ist: W&#228;hrend Statusmeldungen von Facebook und Twitter erstens nur zu den Bedingungen dieser Unternehmen zug&#228;nglich sind und zweitens diese beiden Systeme als zentrale System gut angreifbar sind, gibt es inzwischen offene Standards, die auch Backup-Funktion haben, falls ein anderes System ausf&#228;llt. Ein Beispiel ist <a href="http://doost.status.net/">http://doost.status.net/</a>, entwickelt mit OStatus. Folge ist: Wenn Twitter von einem Regime blockiert wird, weichen Nutzer aus (falls es &#252;berhaupt noch eine feste Zuordnung zu Plattformen wie Twitter geben wird). Das Internet wird auch hier <strong>redundant</strong>.</li>
<li><strong>Dezentralit&#228;t des Netzes.</strong> Noch ist es nicht soweit, dass man das Internet nicht „ausschalten“ k&#246;nnte. Mit privaten Funknetzen (insbesondere gr&#246;&#223;erer Reichweite) sowie einer Koppelung nach dem Freifunk-Prinzip wird jedoch irgendwann der Tag kommen, dass zumindest innerhalb eines technisierten Landes bzw. einer Region die Kommunikation m&#246;glich bleibt. W&#228;hrend das Handy-Mobilfunknetz zentrale Strukturen hat, die von einem Regime abgeschaltet werden k&#246;nnen, wird es durch dezentrale Webtechnologie irgendwann nicht mehr m&#246;glich sein, diese Struktur zentral zu st&#246;ren.</li>
</ol>
<p><strong>Gruppe 2 sind &#196;nderungen in Kommunikationsstrukturen und –geschwindigkeit:</strong></p>
<ol>
<li>Das Internet bietet <strong>n:n-Kommunikation</strong>, mehrere Personen k&#246;nnen mehrere andere mit einer Information adressieren. Diese Peer-to-Peer-Struktur ist einer der wichtigsten Merkmale. Dennoch geht es zu weit zu sagen „Content was never king. Contact is.“ (typisch <a title="Neu" href="http://www.shareable.net/blog/the-evolution-will-be-socialized" target="_blank">hier</a>), weil es nur eines von vielen Merkmalen ist.</li>
<li>Das Internet hat <strong>virale Mechanismen</strong>. Durch die Kombination von sozialen Beziehungen und Sharingfunktionen erreichen Inhalte durch Mausklick hohe Reichweiten.</li>
<li><strong>Vererbtes Vertrauen:</strong> durch Ketten von Personenbeziehungen wird die Glaubw&#252;rdigkeit von Quellen verst&#228;rkt. Dem algerischen Twitter-Freund meines besten Freundes traue ich sogar mehr als der BBC bei der Frage, ob Algerien das Internet gekappt hat, obwohl ich den Twitter-Freund nie gesehen habe.</li>
<li><strong>Echtzeit-Kommunikation</strong> f&#252;hrt zu einer ungekannten Verbreitungsgeschwindigkeit: Was eben in Kairo geschah, ist sofort an jedem Ort verf&#252;gbar. Das gilt anscheinend nicht nur f&#252;r B&#252;rger-Tweets, sondern f&#252;r die gesamte Nachrichtenwelt, da sich der Prozess der Nachrichtenverarbeitung beschleunigt.</li>
<li>Nachrichtenquellen sind keine Insiderquellen, sondern werden immer mehr jedermann zug&#228;nglich, seien es Breaking-News-Dienste, Nachrichtenagenturen,  Journalisten-Tweets und &#8211; last but not least – berichtende B&#252;rger. Hierdurch findet eine <strong>Verk&#252;rzung der Nachrichtenkette</strong> statt, was nicht nur Zeitvorteile bietet, sondern auch Fehlerquellen und Rauscheffekte reduziert.</li>
<li><strong>Content-Aggregation </strong>ist schon lange bei Suchmaschinen, RSS-Readern und Portalen wie iGoogle/pageflakes/netvibes zu finden. Heute finden wir sie weit leistungsf&#228;higer in Nischen, Beispiele sind tweetmeme/rivva, flipboard, commentarist und noch einige Dutzend mehr. Dadurch k&#246;nnen Information von Absendern eher unbedeutender Reichweiten f&#252;r jedermann sichtbar werden, der nicht viral angesprochen wird. Pointiert gesagt: Ein <strong>B&#252;rgerkriegs-Dashboard</strong> entsteht f&#252;r den beobachtenden B&#252;rger, und er hat gleichzeitig die Chance, eigenen Inhalt auf dieses Dashboard oder fremden Inhalt hierhin zu bef&#246;rdern.</li>
<li><strong>Maschinelle</strong> Zugriffe (z.B. verschiedenen Tweetlisten mit verschiedenen Hash-Tags) auf alle Informationsquellen erm&#246;glichen dem betrachtenden B&#252;rger seinen eigenen „<strong>Gefechtsstand-Monitor</strong>“:  Auf zehn Browsertabs l&#228;sst sich eine Revolution besser verfolgen als die NASA Apollo 11 verfolgen konnte. Es wird spannend, was passiert, wenn sich diese Mechanismen nicht nur auf Text beziehen. Poppt dann die wichtige Fernsehsendung als „Trending TV“ oben rechts auf, neben den Videos meiner Freunde?</li>
<li>Durch <strong>„Social TV“</strong> (Chat, Twitter) wird die Diskussion um TV-Inhalte angesto&#223;en und der gesamte Prozess zeitlich verk&#252;rzt. Das Auditorium sieht, was im TV wichtig ist und kann die Information zeitlich parallel diskutieren und bewerten. Chris St&#246;cker nennt das einen „Echo-Raum“. Zur Erinnerung: Zu einer Abendsendung fand fr&#252;her die Meinungsbildung erst am n&#228;chsten Werktag statt. Heute glauben wir nach zehn Minuten zu wissen, ob eine Show gut ist.</li>
<li><strong>„Public by Default“:</strong> Bei Twitter gut zu beobachten, wie man nach einem einfachen Suchvorgang (Textsuche bzw. Hashtag) oder Lesen einer Personenliste (Followerliste und Empfehlungsliste, z.B. als Tweet „For &lt;thema&gt; follow @person1, @person2…“) direkt die Tweets einer unbekannten und weit entfernten Person beziehen kann.</li>
<li><strong>Internationalit&#228;t.</strong> Das klingt trivial und ist es auch. Wie allerdings dann ganze Gruppen (von ausl&#228;ndischen NGOs, Politikern und Unternehmen bis zu verschiedenen inl&#228;ndischen Personen) &#252;bergreifend vernetzt sind, ist schon beeindruckend <a href="http://www.kovasboguta.com/1/post/2011/02/first-post.html">http://www.kovasboguta.com/1/post/2011/02/first-post.html</a>.</li>
</ol>
<p><strong>Gruppe 3 sind neue Angebotsformen</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<ol>
<li><strong>Zentrale Ad-Hoc-Inhalteangebote </strong>sind schnell aufgesetzt. Hierzu geh&#246;ren nat&#252;rlich die bekannten Angebote von Google und Tumblr (siehe <a title="Neu" href="http://www.niemanlab.org/2011/02/tumbling-into-journalism-tumblrs-newsy-tag-pages/" target="_blank">hier</a>), die unter „Public Relations“ einzuordnen sind und daher k&#252;nftig &#252;ber Millionenbudgets verf&#252;gen werden. Was gibt es besseres f&#252;r ein kommerzielles Unternehmen, als mit der richtigen (trojanischen) Idee f&#252;r eine Woche die Aufmerksamkeit der halben Webwelt zu erhalten?<strong> </strong></li>
<li><strong>Jedermann-Ad-Hoc-Inhalt:</strong> ein WordPress-Blog, ein Micro-Blog, eine Website, ein (weiterer) Twitter-Account wie @Anonymous123, eine Facebook-Fanpage, ein Wiki sind schnell aufgesetzt. Hinzu kommen weniger bekannte Dienste, die auf Fl&#252;chtigkeit angelegt sind und verschl&#252;sselte Kommunikation erlauben (Beispiele Pastee <a href="https://pastee.org/">https://pastee.org/</a>,  snipt.org oder One-Click-Microblogging-Dienste nach Machart von txt.io). (Einstieg in die Gattung der Pastebins <a title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pastebin" target="_blank">hier</a> und eine Liste <a title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_pastebins" target="_blank">hier</a>). Hier kommt aus der Programmierszene etwas auf die Politik zu, was noch nicht gesehen wird: Das Jedermann-Wikileaks ist da.</li>
<li><strong>Instant-Kampagnen</strong>: Innerhalb weniger Stunden entstehen Kampagnen-Websites, Unterzeichnerlisten, Shitstorms, Live-Reportagen etc., also spezifische digitale Auspr&#228;gungen von politischem Aktivismus. In Deutschland sehen wir sogar schon, wie eine Kampagnen-Mechanik recycelt wird: <a href="http://undnucdu.de/">http://undnucdu.de/</a> ist nun die schon mindestens dritte Version einer Website aus dem Umfeld von Nico Lumma, die nach immer demselben Prinzip funktioniert. Wie lange dauert es, bis <strong>es Instant-Kampagnen oder -Plugins</strong> gibt, die man sich wie WordPress-Templates aussucht? Gibt es bald den Jimdo-Baukasten in einer Amnesty-Edition? Die Entwicklung beim Voting zeigt den m&#246;glichen Fortschritt.</li>
</ol>
<p><strong>Gruppe 4</strong> w&#252;rde ich versuchsweise als <strong>Verdichtung und Verst&#228;rkung</strong> bezeichnen:</p>
<ol>
<li>Bei der Weiterleitung von Information findet eine <strong>Relevanz-Gewichtung mit Resonanz-Verst&#228;rkung</strong> statt: Der nach Lesermeinung wichtigste Tweet setzt sich durch (und je mehr Menschen votieren, desto st&#228;rker wird dieser Effekt),</li>
<li>Das Internet hilft bei der<strong> Aggregation von Nutzer-Meinungen</strong>, ein Voting, das „Faven“ bei Twitter und das „Bewerten“ von Kommentaren oder eine Fanpage auf Facebook sind schnell und leicht eingerichtet und durchgef&#252;hrt. W&#228;hrend oben noch die redaktionellen Inhalte aggregiert wurden, wird hier ein Stimmungsbild einer Personengruppe sichtbar.</li>
<li>Sofern an vielen Stellen des Internets Meinungs&#228;u&#223;erungen auftreten (Beispiel: 3 Leitkommentare in klassischen Medien, 7 in Blogs) entstehen durch die Bewertung, das Zitieren und Referenzieren und durch die Anzahl an Kommentaren <strong>&#252;bergreifende Kommunikationsr&#228;ume</strong>, welche die Einzelplattform in den Hintergrund dr&#228;ngen. Wer einmal intensiv eine Netzdebatte verfolgt hat, kennt den Effekt. Erst sprie&#223;en Beitr&#228;ge, dann beginnt Diskussion, es entstehen Repliken, Verweise etc. &#8211; bis eine Debatte nach ein paar Tagen zum Erliegen kommt. Das w&#252;rde man wohl einen sich selbst organisierenden Kommunikationsraum nennen, den kein anderes Medium so bietet, dass jedermann daran teilnehmen kann. Am Ende entsteht ein Bild dessen, was wichtig war und welchen Beitrag und welchen Autor man sich merken sollte.</li>
<li><strong>Anonyme</strong> Kommunikation als eine weitere Dimension der Kommunikation f&#252;hrt zu einer <strong>Klarheit bei der Meinungs&#228;u&#223;erung</strong>, wie wir sie nicht einmal in freiheitlichen Demokratien bisher kannten: Nicht nur f&#228;llt die R&#252;cksichtnahme auf eventuelle Repressionen durch das politische System weg, es entf&#228;llt auch der Hang, auf eventuellen sozialen Druck R&#252;cksicht zu nehmen. Radikale Positionen sind eben auch in Deutschland leichter gesagt, wenn man anonym spricht. „Tod dem K&#246;nig!“. Kein Wunder, dass ein U.S.-Senator inzwischen von Facebook <a title="Neu" href="http://www.allfacebook.com/u-s-senator-asks-facebook-for-anonymity-option-2011-02" target="_blank">fordert</a>, anonyme Profile zuzulassen.</li>
<li>Die<strong> verkappte Meinungs&#228;u&#223;erung </strong>ist ein junges<strong> </strong>Ph&#228;nomen<strong> </strong>des Social Sharing. Wer einen Link auf Facebook „teilt“, wer Links auf einem Bookmarking-Dienst sammelt, wer einen Tweet retweeted, nimmt inhaltlich keine Stellung, sondern verweist nur auf diesen Link beziehungsweise Tweet. Er wird aber meistens eine ihm genehme Meinung h&#228;ufiger verteilen als eine ihm nicht genehme. Folge: <strong>Trotz der formalen Neutralit&#228;t ist bei Sharing die Wahrscheinlichkeit von Zustimmung h&#246;her als die von Ablehnung.</strong> „Tod dem K&#246;nig“ von @Antagonist erzeugt auf Aggregationsebene (z.B. Top-Tweets) schnell den Eindruck einer bewegten Menschenmenge, die dem Tweet zustimmt. Dieser Eindruck mu&#223; nicht richtig sein, es gen&#252;gt aber die Gewissheit, dass etliche Nutzer den Retweet jedenfalls nicht f&#252;r eine blo&#223;e Weitergabe halten, die vollkommen neutral ist. Vielleicht mu&#223; man aufgrund des offenkundigen Empf&#228;ngerproblems, der in seine eigenen Vorurteilsfallen tappt, hier auch von einer <strong>versehentlichen Meinungsbildung</strong> sprechen.</li>
<li><strong>Kurzinformation </strong>auf Diensten wie Twitter f&#252;hrt durch den Zwang zur Verk&#252;rzung noch zu drei weiteren Effekten: Erstens gibt es Kurzformen der Zustimmung, z.B. „+1“. Zweitens werden komplexe Aussagen zwangsl&#228;ufig zu kurzen Statements reduziert, die f&#252;r Differenziertheit wenig Raum lassen: <strong>Die Welt ordnet sich in die Polarit&#228;t von Pro und Contra.</strong> Drittens hat die Sprache h&#228;ufig appellhaften, imperativen Charakter.</li>
<li>All dies f&#252;hrt beim einzelnen Leser zu einer <strong>vorurteilskonformen Wahrnehmung</strong> und damit insgesamt zu einem „<strong>Aufputscheffekt</strong>“: Nach zehn gleichartigen Tweets (sowohl neutral wie explizit zustimmend) zu einem Thema unterliegt man schnell dem Einfluss derer, die man f&#252;r die vermeintliche Mehrheit h&#228;lt. Es f&#252;hlt sich an wie das Beobachten eines <strong>digitalen Hammelsprungs</strong>: 7 links dagegen, 3 rechts daf&#252;r – auch ich bin dann dagegen.</li>
</ol>
<p><strong>Gruppe 5: Verschiedenes</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<ol>
<li>Datenbankgest&#252;tzte Zugangswege auf alle Informationen erm&#246;glichen sekundenschnellen <strong>Zugriff auf Daten</strong>. So entstehen beispielsweise mit Hashtags Zugriffsm&#246;glichkeiten auf „Big Data“, wobei die Zuordnung von Hashtag und Inhalt durch Vereinbarung der Gruppe erfolgt und sehr dynamisch sein kann. Entsprechendes gilt z.B. f&#252;r Fotos von Kriegsschaupl&#228;tzen mit Geokoordinaten.</li>
<li>Es scheinen <strong>neue Rollen</strong> zu entstehen: Zum Demonstranten gesellt sich der Supporter, der eine Website zum Thema baut, aber nicht demonstriert (Beispiel Women of Egypt &lt;<em>FB_Gallery_link&gt;</em>). Vielleicht werden sich unter den Online-Supportern weitere Rollen ausdifferenzieren: der B&#252;rger-Reporter, der Promotor, der Pusher, der Bomber (mit seiner DDoS-Kanone) usw.</li>
<li><strong>Digitaler Klingelbeutel</strong>: Mit der M&#246;glichkeit k&#252;nftiger Handies, Micropayments vor allem via Near Field Communication abzuwickeln, werden Bewegungen in einer weiteren Dimension digitalisiert werden. Crowdfunding im Stile von spot.us, kickstarter, betterplace.org ist heute schon da, man wird jedoch „instant“ zu Spenden aufrufen und auch Spenden vornehmen k&#246;nnen. „Wir brauchen eine Videokamera &#8211; spendet hier“ wird der neue digitale Klingelbeutel, flankiert von Facebooks virtueller W&#228;hrung.</li>
<li>Zus&#228;tzlich hilft das Internet noch bei der <strong>Organisation des Widerstands</strong>: Gruppen finden sich auf Plattformen, sammeln Informationen (z.B. &#252;ber inhaftierte Demonstranten – in einem Wiki als Ad-Hoc-Angebot, siehe oben) und verabreden sich, um nur einige Beispiele zu nennen.</li>
<li><strong>Aktivisten-War-Room:</strong> Was einzelne k&#246;nnen, k&#246;nnen Gruppen erst recht. Die digitale Aktivistengruppe ist geboren, die aus dem Wohnzimmer heraus Kampagnen steuert und entwickelt (Beispiel aus Kairo, Video <a title="Neu" href="http://video.nytimes.com/video/2011/02/08/world/middleeast/1248069622796/cairos-facebook-flat.html)" target="_blank">hier</a>). Mit entsprechenden Kollaborationstools, etwa Google Docs, Skype etc. kann diese Gruppe sich auch virtuell managen.</li>
<li>Alle Beteiligten bedienen sich <strong>echter Monitoring-Tools</strong>, um die Situation analysieren zu k&#246;nnen und im eigenen Interesse in die Kommunikation einzugreifen. Das Internet ist also, weil (noch) dessen &#246;ffentliche Teile ungesch&#252;tzt f&#252;r die Kommunikation eingesetzt werden, transparenter als es Telefonie je war, weil jedermann die Kommunikation mit einfachen Mitteln beobachten kann.</li>
</ol>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Zwischenergebnis:</span></strong></p>
<p>Durch das Internet ver&#228;ndern sich kommunikative Prozesse sehr stark. Betroffen sind Inhaltsformen, Vernetzungsstrukturen, Nachrichtenketten, Verdichtungsmechanismen, Beschleunigungseffekte, Meinungsfindung, Aktivismusformen, Beobachtung/Monitoring und Finanzierung, um nur die wichtigsten Schlagw&#246;rter zu nennen.</p>
<p>Wo und wie genau das Internet in &#196;gypten wirkte, ist noch nicht ganz klar. Es ist <strong>eine &#220;bertreibung, von Facebook-Revolution zu sprechen.</strong> Angesichts von 20% <a title="heise" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Algerien-Proteste-mit-oder-ohne-Internet-1188594.html" target="_blank">Internetabdeckung</a>, wird man wohl das Internet (insbesondere Facebook) mit seinen &#196;u&#223;erungs- und Vernetzungsform als ersten Schritt der Artikulation sehen m&#252;ssen, ab kritischer Masse gefolgt von realem Protest auf dem Tarhir-Platz. Ab dieser Stelle hatte Al Jazeera mit seiner Live-Berichterstattung gro&#223;e Kraft, wohl eher <a title="TC" href="http://techcrunch.com/2011/02/13/al-jazeeras-social-revolution-in-realtime/" target="_blank">verst&#228;rkt </a>durch Twitter-Kommunikation als durch Facebook &#8211; und in Wechselwirkung mit dem TV-Streaming.</p>
<p><strong>Teil 3: Warum wir kein endg&#252;ltiges Urteil &#252;ber das Internet f&#228;llen k&#246;nnen</strong></p>
<p>&#196;gypten zeigt: Das Abschalten, das &#220;berwachen und das Versenden von Nachrichten sind auch heute noch das Repertoire von Diktatoren.</p>
<p>Was wir hier an Technik sehen konnten, steht so sehr am Anfang, dass sich ein Lob des „Internets an sich“ verbietet. <strong>Von einer Dystopie vom Stand der Technik her sind wir nicht allzuweit entfernt</strong>: Dass n&#228;mlich zus&#228;tzlich zu den heute erkannten Eingrifssgefahren die Anonymit&#228;t der Internetkommentare von Spezialprogrammen zur Autorenerkennung aufgehoben wird, dass Maschinen zur systematischen digitalen Desinformation als digitale Nebelbomben eingesetzt werden, dass Software-Agenten anhand von Geokoordinaten hohe Personendichten erkennen k&#246;nnen, dass k&#252;nftig Mini-Drohnen B&#252;rger &#252;berwachen. Wer sagt uns denn, dass ein hochtechnisiertes Unrechtsregime nicht eines Tages Facebook-Anfragen von Robots aus verschickt, Misstrauen sch&#252;rende Inhalte verbreitet und die Tentakel des Internet of Things uns nicht in der eigenen Tiefgarage einsperren, weil wir am Nachmittag zuvor einer Facebook-Gruppe beigetreten sind oder etwas getwittert haben, was eine Sentinentanalyse nicht ganz so witzig fand?</p>
<p><strong>Auch wenn diese Dystopie nicht eintritt, vieles ist schon heute m&#246;glich</strong>. Was wird denn aus der n&#228;chsten Revolution, wenn ein Regime ein zentrales Internet-Kommunikationssystem st&#246;rt, ein Plattformanbieter heimlich eine Backdoor zum Monitoring anbringt oder gezielt in die Meinungsbildung eingreift – zum Beispiel durch Zensur von Statusmeldungen oder „Entfreunden“ von Menschen, die bestimmte Themenseiten m&#246;gen (Phantasie eines <a title="FB" href="http://www.allfacebook.com/u-s-senator-asks-facebook-for-anonymity-option-2011-02" target="_blank">Senators</a>) ? <strong>Warum sollte sich Facebook in &#196;gypten anders verhalten (m&#252;ssen) als Vodafone</strong>, eine lokale Repr&#228;sentanz mit Vertriebsfunktion vorausgesetzt, deren Menschenleben gef&#228;hrdet sind? Haben wir wirklich schon einen echten Cyberwar gesehen, eines Regimes gegen seine B&#252;rger, und nicht nur von Regierung zu Regierung gegen ausl&#228;ndische Zentrifugen?</p>
<p>Wir m&#252;ssen also diskutieren, was morgen werden soll. <strong>Es ist denkbar, dass das Internet f&#252;r freie Meinungs&#228;u&#223;erung &#252;berall auf der Welt eines Tages unbenutzbar wird</strong>, wenn wir Technokraten nicht gesellschaftlich in ihre Schranken weisen und von Sicherheitsfanatikern nicht immer wieder eine Rechtfertigung f&#252;r ihre Eingriffe in Freiheitsrechte verlangen – was hierzulande wohl ungeheuer revolution&#228;r klingt, aber schon immer unbestrittene Meinung in der Grundrechtsdogmatik ist, die „Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit“ l&#228;sst gr&#252;&#223;en. <strong>Hier geht es nicht um einen gesellschaftlichen Nebenschauplatz</strong>. Es geht zum ersten um das Primat des Sollens gegen&#252;ber dem K&#246;nnen, zum zweiten um Freiheit versus Sicherheit (Sicherheit ist <a title="VFB" href="http://verfassungsblog.de/es-gibt-kein-grundrecht-auf-schutz-vor-strafttern/" target="_blank">kein</a> gleichrangiges Rechtsgut!) und drittens um eine Betrachtung der ganzen Problematik aus einer historischen Perspektive (bedenkt man die Dauer m&#246;glichen Datenmissbrauchs: ein Menschenleben, von heute an). Was sollen wir in 80 Jahren d&#252;rfen, wenn jeder seine Videodrohnen hat? Steigt die Mi&#223;brauchsgefahr des Internets, weil es weiter in die Wirklichkeit dringt, mit seinen Sensoren und Aktoren? Man muss kein „Matrix“-Fan mehr sein, um die <strong>Dystopie des digitalisierten Totalitarismus</strong> f&#252;r m&#246;glich zu halten.</p>
<p>Die Worte von <strong>Angela Merkel</strong>, dass „es zunehmend schwieriger wird, Twitter und Facebook“ zu sperren, sind nicht gl&#252;cklich gew&#228;hlt. Erstens sind genau diese beiden Systeme jeweils ein <strong>„Single Point of Failure“</strong> – sie zu sperren ist gegen&#252;ber den &#252;brigen 95% der Webnutzung vergleichsweise einfach. Zweitens darf man hoffen, dass die Kanzlerin die beiden Dienste als Stellvertreter f&#252;r „Web-2.0-Dienste“ verstand, als sie ihre Rede hielt, genauer: den Teil des Webs, in dem jedermann ungehindert, kostenlos, von &#252;berall und mit geringen Mitteln publizieren kann („WriteWeb“). Drittens zeugt die Zusatzaussage, es sei „auch &#8230; unser Verdienst“, dass diese Dienste nur schwer zu sperren seien, mindestens f&#252;r mangelndes Feingef&#252;hl in der Diskussion um Netzsperren, Deep-Packet-Inspection, maschinelle Abmahnwarnungen, Kill-Switches und Vorratsdatenspeicherung. Im Kontext gemeint waren mit „unser“ vermutlich die Demokratien westlicher Pr&#228;gung; aus der Perspektive eines Inl&#228;nders mutet diese Aussage jedoch wie eine Provokation an. Wen, wenn nicht Facebook, kann man sperren – ein Unternehmen, das ausschlie&#223;lich U.S.-Server hat, dessen Anschrift bekannt ist und dessen Gr&#252;nders Privatleben von Hollywood verfilmt wurde? <strong>Wer Netzsperren erst gesetzlich festschreibt und danach durch die Exekutive kassiert, muss sie legislativ sp&#228;testens dann aufheben, wenn er &#246;ffentlich sagt, dass nicht einmal Facebook gesperrt werden kann</strong>. „Wir“, die freiheitlichen Demokratien, w&#228;ren jedenfalls gut beraten, den m&#246;glichen Schaden von Sperrarchitekturen nicht nur auf die Gegenwart zu beziehen. Auch nach 60 Jahren Demokratie und Rechtsstaat k&#246;nnen wir nicht sicher sein, was in Dekaden vor uns liegt. Wer wei&#223; schon so genau, ob sich der Weltgeist immer nur zur Vernunft hin bewegt? Tunesien und &#196;gypten sind fast schon ein Beweis daf&#252;r, wie sich das Blatt 20 Tage sp&#228;ter unerwartet wenden kann. <strong>Vielleicht hatte es doch Vorteile, einen Historiker zum Kanzler zu haben?</strong></p>
<p>Es gilt also, langfristiger zu denken. Ich halte es f&#252;r einen Fehler, aus aktuellen Ereignissen mit aktuellen technischen M&#246;glichkeiten ausgerechnet in Afrika auf den Wert des Internets zu schlie&#223;en. <strong>&#220;ber das Internet k&#246;nnen wir vielleicht in 30 Jahren urteilen, wenn ein Despot die H&#228;lfte seiner 50 Milliarden USD in die f&#252;nfte Generation von &#220;berwachungstechnik gesteckt hat. </strong>Bis dahin hei&#223;t es: dezentrale und ausfallsichere Architekturen schaffen und den Austausch von Daten zu standardisieren und eventuell sogar als Anspruch zu regeln. Auch m&#252;ssen wir mittelfristig dar&#252;ber nachdenken, wie wir der Diskriminierung durch private Plattformen bei der Aus&#252;bung grundrechtsrelevanter T&#228;tigkeiten vorbeugen. Privatunternehmen weltweit in dieser Weise zu verpflichten ist ein rechtsdogmatisches und wirtschaftliches Minenfeld und es besteht hier auch kein Grund zur Eile, zumal die schwarzen Schafe nicht Google, Facebook oder Twitter sind. Es geht auch nicht unbedingt um den „gro&#223;en Wurf“, wie man an Kleinigkeiten sieht, ob etwa Facebook einen https-Account anbieten muss. Doch sollte man diese Gemengelage im Blick haben, bevor es wirklich einmal zu Problemen kommt. Wenn sich das Internet und seine Player weiter so entwickeln, wird irgendwann die Frage kommen m&#252;ssen: <strong>Wie k&#246;nnen wir sicherstellen, dass das Betriebssystem der Menschheitskommunikation auch im Notfall und diskriminierungsfrei funktioniert?</strong></p>
<p><strong>Teil 4: Das Empowerment des Publikums und die Geschmeidigkeit der Demokratie</strong></p>
<p><strong> </strong>Wir haben oben (2.) gezeigt, dass das Internet durch seine spezifischen M&#246;glichkeiten die Kommunikation stark ver&#228;ndert. Um die Auswirkungen genauer zu betrachten, ist eine Erkenntnis hilfreich: „<em>Das Web ist ein System, das es anderen Systemen erm&#246;glicht, f&#252;reinander Umwelt zu sein.“ (Markus Spath, <a title="Hckr" href="http://hackr.de/2010/12/04/am-ende-der-wurst" target="_blank">hackr</a></em><em>)</em>. Dies bedeutet, dass man <strong>nicht nur die „Aktivisten“-Kommunikation betrachten</strong> darf, um die Folgen des Internets einzusch&#228;tzen. Man muss stattdessen <strong>einerseits</strong> <strong>die</strong> <strong>Interaktion zwischen Politik, Medien, Publikum und anderen Systemen betrachten, andererseits die Ver&#228;nderungen jeweils innerhalb dieser Systeme</strong> – weil das Internet die Kommunikation innerhalb von Systemen und zwischen diesen tr&#228;gt und ver&#228;ndert.</p>
<p>Diese Gesamtsicht taugt als Habilitationsthema, daher hier nur Grundgedanken:</p>
<p>Im <strong>totalit&#228;ren System</strong>, das Regierung, Parteien, Medien gleichschaltet und hierdurch den gesamten Proze&#223; von a) Meinungs&#228;u&#223;erung &#252;ber b) Willensbildung und c) Verdichtung und d) Wahlentscheidung verhindert und manipuliert, kann das Internet das Publikum bef&#228;higen, sich wider Willen der Herrscher &#246;ffentlich zu &#228;u&#223;ern (WriteWeb, Twitter…), sich eine Meinung zu bilden (Diskussionen in Blogs, in sozialen Netzwerken, auf Twitter…), diese zu verdichten (Follower, Likes, RTs…) und sich zu organisieren und konkrete Aktivit&#228;ten im „Real Life“ zu entwickeln (Aktivismus-Beispiele oben 2.). Sobald im „Real Life“ Ereignisse stattfinden, wird die Systemgrenze zwischen Inland und Ausland &#252;berschritten, die das totalit&#228;re Regime unter Kontrolle hatte: durch Handyaufnahmen im Inland und TV aus dem Ausland wird jedes Ereignis f&#252;r jedermann sichtbar (und zwar &#252;ber Internet UND andere Medien). Durch kommunikative Begleitung („Social TV“) entstehen Verst&#228;rkungseffekte mit gro&#223;er Sprengkraft.</p>
<p>Dies bewirkt das Internet aber „nur“ im Publikum, da alle anderen Systeme kontrolliert, gleichgeschaltet, abgeschottet sind: Es ist das Publikum, das sich &#228;u&#223;ert, diskutiert, sich organisiert, entscheidet und letztlich „auf der Stra&#223;e“ handelt. Hinzu kommt, wie eben gesagt, dass die Systemgrenze zwischen Inlands- und Auslands-Kommunikationsraum f&#228;llt.</p>
<p>In der <strong>Demokratie</strong> sind die Auswirkungen des Internets weitgehender und komplexer, da sich durch die Nutzung des Internets auch das politische System und die Medien ver&#228;ndern. Hier einige schon heute sichtbare Ans&#228;tze, die <strong>zus&#228;tzlich</strong> zu den Publikumseffekten (oben, Diktatur) auftreten:</p>
<ol>
<li><strong>Politisches System</strong>: Das <strong>Innere und somit auch die Qualit&#228;tsm&#228;ngel von Politik werden sichtbarer</strong> als bisher, und zwar von den Ergebnissen (z.B. Gesetzesentw&#252;rfen, die zum Teil recht kompetent in Blogs diskutiert werden, z.B. JMStV), Prozessen (Live-Streams von Parlamentssitzungen, Pressekonferenzen, Aussch&#252;ssen, Enquete…) und Personen (ich meine hier z.B. Tweets einiger Abgeordneter).</li>
<li>Durch Digitalisierung <strong>verliert das</strong> <strong>Mediensystem an Leitkraft</strong>. Wer will, holt sich mit einem Klick mehrere unterschiedliche Meinungen ein, in jedem Fall aber sieht er fast immer kritische Leserkommentare. Schritt 1: Die Einzelpublikation verliert das &#220;berschie&#223;ende an Leuchtkraft, mitunter sogar ihre Glaubw&#252;rdigkeit. Schritt 2: Die Meinungsvielfalt &#252;ber alle Publikationen hinweg wird sichtbarer. Schritt 3: Der nat&#252;rliche Wille zur eigenen Identit&#228;tsbildung verschiebt die eigene Meinungsbildung vom Muster, fremde Wertungen zu &#252;bernehmen, zum Muster, sich selbst zwischen divergierenden Meinungen entscheiden zu m&#252;ssen. Das Selbstvertrauen des Publikums steigt, zumal echte oder scheinbare Experten die Szene mitbestimmen.</li>
<li>Die <strong>Trennung</strong> <strong>von Medien und Publikum wird durch das WriteWeb aufgehoben</strong>: es kann ja jeder schreiben und wird zum Publizisten. (Heutige Reichweiten der Nachrichtenportale best&#228;tigen das noch nicht.) Auch dies kann dazu f&#252;hren, dass das hergebrachte Mediensystem an Wirkung verliert. Vielleicht l&#228;&#223;t es sich auch irgendwann vom Publikum nicht mehr trennen: ein Teil schreibt, und ein Teil liest und kommentiert – der Rest ist Technik zur Distribution, Aggregation, Bezahlung?</li>
<li>Publikum: Das Publikum <strong>erlebt Entfremdung zur Politik</strong>, da erstens das professionelle Mediensystem die Leitkraft verliert (s.o.). Die Entfremdung steigt, wenn sich zweitens das politische System nicht kommunikativ reformieren kann, indem es inhaltsleer-appelative, sinnlose und rituell erstarrte Kommunikationsartefakte wiederholt („Die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zw&#228;nge anders entschlossen“, „FDP statt GR&#220;NE“, „Ich bilde kein Schattenkabinett.“,„Bin beim Sch&#252;tzenfest“-Tweet). Kommt es drittens zu Ergebnissen, die f&#252;r einfache B&#252;rger ohne die Vermittlung der Medien recht skurril aussehen, steigt die Entfremdung: H&#228;tte nicht schon <strong>Pooh der B&#228;r</strong> gefragt, wieso man eine Enquete einsetzt, wenn man zeitgleich eine Kakophonie der skurrilsten Gesetzesvorschl&#228;ge und Vorgehensweisen von Politikern und Ministern bzw. Senatoren in der Presse lesen mu&#223;? Muss man <strong>Vulkanier</strong> sein, um den Widerspruch zwischen der grundgesetzlich verankerten Volkssouver&#228;nit&#228;t einerseits und „EU-Vorgaben“ bei der Vorratsdatenspeicherung andererseits zu erkennen? H&#228;tte <strong>ALF</strong> keine Entschuldigung von seinen Pflegeeltern verlangt, wenn diese ein verfassungswidriges Gesetz zu seiner &#220;berwachung erlassen h&#228;tten?</li>
<li>Die <strong>Kommunikationskan&#228;le zu bespielen wird f&#252;r die Politik m&#246;glicherweise schwieriger</strong>: Das strukturierte, hergebrachte Mediensystem wird zun&#228;chst erg&#228;nzt (und vielleicht auch ersetzt, siehe z.B. newsgrape.com) durch eine dynamische Ad-Hoc-Struktur mit einer Vielzahl von „Input-Stellen“. Hier &#228;ndern sich m&#246;glicherweise Schnittstellen zwischen Politik und Medien (von alt zu neu.)</li>
<li>Der <strong>umgekehrte Kanal von Publikum zu Politik wird immer direkter und schneller</strong>: Gremien und Mandatstr&#228;ger sehen durch moderne Social Media Monitoring Tools den Meinungsstand im Publikum zu allen relevanten Themen. Wir sind keine 10 Jahre entfernt von einer Realtime-Demoskopie, bei der Stabsstellen morgens in Berlin ein umfassendes, gleichf&#246;rmiges Reporting &#252;ber die Volkesstimmung ihren Entscheidern vorlegen. Wenn hier noch herk&#246;mmliche Medien berichten – und das werden sie! – entsteht ein neuer Echtzeit-Echo-Raum.</li>
<li><strong>Leak-Plattformen</strong> sind darauf ausgerichtet, dass kein System mehr eine Innensicht mit Sicherheit annehmen kann. Die Kommunikation dringt entweder nach aussen oder findet nicht mehr digital statt (oder muss verschl&#252;sselt werden.)</li>
</ol>
<p>Es sieht alles danach aus, als w&#252;rde <strong>das Publikum erstens tiefer in Medien- und Politik-System „hineinsehen“ k&#246;nnen (mit ersterem langfristig vielleicht sogar verschmelzen?), sich zweitens st&#228;rker von den etablierten Playern in Medien und Politik distanzieren und drittens st&#228;rker innerhalb (untereinander) zusammenr&#252;cken</strong>. Das kann man Empowerment oder Partizipation nennen und als Weg zur gelebten Volkssouver&#228;nit&#228;t feiern, der durch das Internet geebnet wird. Dabei wirkt die Strukturlosigkeit und die Unvorhersagbarkeit des Publikums mitunter bedrohlich, kann jedoch kurzfristig – weil nicht legitimiert zu Rechtsetzung und Gewaltaus&#252;bung &#8211; nichts „anrichten“, weil es personell von der Legislative entkoppelt ist. F&#252;r die <strong>Synchronisierung zwischen Publikum und  Politik sorgen die n&#228;chsten Wahlen –  und die Politik nimmt dies k&#252;nftig durch ihre Bestrebungen vorweg, die Bewegungen des Publikums m&#246;glichst in Realtime-Demoskopie nachzubilden, am besten in Facebook, damit die Distanz sich eben nicht vergr&#246;&#223;ert. Doch hat nur die Politik in demokratischen Systemen diese „Geschmeidigkeit“ zum Machterhalt. Dem Diktator, der sich nicht anpassen will, wird dieses Empowerment des Publikums zum Ver-H&#228;ngnis.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Post Scriptum – Der Viertelgeviertstrich</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Nun wissen wir also, dass es eine „Revolution durch Facebook“ nicht gab und eine „Facebook-Revolution“ auch nie behauptet wurde. Trotzdem fanden sich neben den Abschreibern, welche die These kolportierten, auch wieder einmal Protestanten, die gleich die Antithese an die T&#252;r nagelten, beispielsweise im <a title="SPD" href="http://www.spd.de/aktuelles/8474/20110131_keine_facebook_revolution.html" target="_blank">Blog</a> der SPD.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Es ist faszinierend zu sehen, wie 16 Buchstaben und ein Strich das Mediensystem in Schwingung bringen. <strong>Gibt es ein unklareres Wort als „Facebook-Revolution“?</strong> In welchem Verh&#228;ltnis standen „Facebook“ und „Revolution“? Revolution bei Facebook (wie bei Winter-Schlussverkauf), Revolution von Facebook (wie bei Hosen-Tr&#228;ger) oder Revolution zum Zwecke von Facebook (wie bei Killer-Tomate)? Ein Blick in die Wikipedia zeigt: Die Koppelung durch den <a title="Wkp" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Viertelgeviertstrich#Rechtschreibregeln" target="_blank">Viertelgeviertstrich</a> hat gar keine Semantik, die Teile sind auf geheimnisvolle Weise einfach nur verbunden, wie zwei Dinge mit Klebstoff. <strong>Es ist ein Kreuz mit dem Bindestrich</strong>. Profi- Journalisten h&#228;tten hier noch stutziger werden m&#252;ssen als beim Satz „Aber der <em>Islam</em> geh&#246;rt inzwischen auch zu <em>Deutschland</em>“, weil letzterer ja immerhin mit „geh&#246;rt-zu“ die Beziehung zwischen „Islam“ und „Deutschland“ in &#252;berhaupt irgendeiner Weise zu beschreiben versucht.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Nun h&#228;tte man die unklare Wortwahl freundlich ignorieren, den Umst&#228;nden zuschreiben oder bei der Professorin nachfragen k&#246;nnen. Der Reflex ist aber Kritik. Das verwundert, denn auch zur Bezeichnung „November-Revolution&#8221; sind seit 1919 und zur „<a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mai-Revolution" target="_blank">Mai-Revolution</a>“ seit 1810 keine kritischen Beitr&#228;ge vernommen worden. Es findet sich auf Anhieb auch niemand, der die Bezeichnungen „Prager Fr&#252;hling“, „<a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Singende_Revolution" target="_blank">Singende Revolution</a>“, „<a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenrevolution" target="_blank">Tulpenrevolution</a>“ und „<a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nelkenrevolution" target="_blank">Nelkenrevolution</a>“ als zu euphemistisch kritisiert. Bei der georgischen <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution" target="_blank">Rosenrevolution</a> gen&#252;gte ein wundersch&#246;ner Satz, ihr den Namen zu geben: „Wir werden Rosen statt Kugeln auf unsere Feinde werfen.“ Hat damals jemand im SPD-Blog geschrieben: „Das ist keine Rosen-Revolution“? Willy Brandt h&#228;tte zu Lebzeiten tagelang sein Zimmer nicht verlassen, und das v&#246;llig zu recht.</p>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/38129/die-facebook-revolution-gedanken-zum-einfluss-des-internets-auf-politische-umbrueche/">Die „Facebook-Revolution“ &#8211; Gedanken zum Einfluss des Internets auf politische Umbr&#252;che</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38129/die-facebook-revolution-gedanken-zum-einfluss-des-internets-auf-politische-umbrueche/#comments">57 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38129&amp;md5=b5516f88148cd181476f4942e2a668b8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook und YouTube sind die beiden gr&#246;&#223;ten Zeitfresser im Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 16:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der schwedische Monitoring-Dienst Pingdom hat jetzt aktuelle Zahlen zur Web-Nutzungsdauer  ver&#246;ffentlicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Facebook verbringen 600 Millionen User monatlich im Durchschnitt jeweils 15,5 Stunden. Auf YouTube werden von jedem der 490 Millionen Benutzer monatlich fast sechs Stunden Video-Clips <a href="http://royal.pingdom.com/2011/02/04/facebook-youtube-our-collective-time-sinks-stats/">konsumiert</a>. Rechnet man die Werte auf alle Nutzer hoch, dann verbringt die Menschheit derzeit jeden Monat 9,3 Milliarden Stunden allein bei Facebook. Das sind umgerechnet 1.065.449 Jahre. (Quelle: Newsletter der Deutschen Welle).
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<p><small>
<a href="http://carta.info/38024/facebook-und-youtube-sind-die-beiden-groessten-zeitfresser-im-internet/">Facebook und YouTube sind die beiden gr&#246;&#223;ten Zeitfresser im Internet</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38024/facebook-und-youtube-sind-die-beiden-groessten-zeitfresser-im-internet/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38024&amp;md5=b29c9a989ebff8d129ef9135c9242fb2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;It’s Not Twitter or Facebook, It’s the Power of the Network&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/37619/its-not-twitter-or-facebook-its-the-power-of-the-network/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 17:23:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Twitter und Facebook sind nur j&#252;ngste Auspr&#228;gungen der Wucht vernetzter Kommunikation, die auch vorher schon politische Umbr&#252;che begleitete, schreibt Mathew Ingram auf GigaOM.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So langsam kulminiert der Diskussionprozess &#252;ber die Rolle von &#8220;Social Media&#8221;-Anwendungen f&#252;r die  j&#252;ngsten politischen Umbr&#252;che in Tunesien und &#196;gypten in erw&#228;hnenswerten Texten.</p>
<p>Harald Staun schreibt beispielsweise etwas missmutig f&#252;r die <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E78153379EFA645C6B84417E322AEA573~ATpl~Ecommon~Scontent.html">F.A.S.</a> auf, dass &#8220;Social Media&#8221;-Werkzeuge inzwischen nicht mehr besonderer, sondern selbstverst&#228;ndlicher Teil von Protesten geworden seien:</p>
<blockquote><p>Die Frage ist nur, ob die Theorie von der  revolution&#228;ren Kraft von Facebook und Co. besonders Erkenntnis stiftend  ist. Im besten Falle beschreibt der Hype nicht mehr als eine  Korrelation, die mehr und mehr zur Selbstverst&#228;ndlichkeit wird. In kaum  einem Land der Welt wird es in Zukunft noch Proteste ohne den Einsatz  sozialer Medien geben, warum sollte es.</p></blockquote>
<p>In der Tat erscheint die Gegen&#252;berstellung eines Vorher (ohne Social Media) mit einem Jetzt (mit Social Media) zunehmend analytisch unproduktiv und banal Technologie fixiert. Wer will schon die Effekte der Technik auf die Protestierenden und die Protestierenden selbst auseinanderdividieren.</p>
<p>Diese einfachen Denkmuster der ersten Social-Media-Aufregung funktioniert nicht mehr. Gl&#252;cklich, dass hier Mathew Ingram auf <a href="http://gigaom.com/2011/01/29/twitter-facebook-egypt-tunisia/">GigaOM</a> fr&#246;hlich nach historischen Verl&#228;ufen sucht, wo Staun stockte:</p>
<blockquote><p>In the end, the real weapon is the power of networked communication  itself. In previous revolutions it was the fax, or the pamphlet, or the  cellphone — now it is SMS and Twitter and Facebook. Obviously none of  these things cause revolutions, but to ignore or downplay their growing  importance is also a mistake.</p></blockquote>
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<a href="http://carta.info/37619/its-not-twitter-or-facebook-its-the-power-of-the-network/">&#8220;It’s Not Twitter or Facebook, It’s the Power of the Network&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37619/its-not-twitter-or-facebook-its-the-power-of-the-network/#comments">15 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37619&amp;md5=0f5bda20786d6dd731bc8ebdad65423b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die Smartphones-®evolution&#228;re</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 11:43:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphones]]></category>
		<category><![CDATA[technologische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder einmal geht die Theorie um, dass wir mit Hilfe eines kleinen Ger&#228;ts die Welt ver&#228;ndern k&#246;nnen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>David Kirkpatrick, ehemals Leitender Redakteur f&#252;r Internet und Technologie beim „Fortune Magazine“, jetzt Tech-Kolumnist der popul&#228;ren Website <em><a href="http://www.thedailybeast.com/">The Daily Beast</a></em>, hat ein Buch geschrieben: &#8220;The Facebook Effect&#8221;. Und wie viele Tech-Journalisten ist er von einem gro&#223;en Optimismus beseelt. Im Debattenmagazin <em><a href="http://www.theeuropean.de/david-kirkpatrick/5439-technik-als-motor-der-moderne">The European</a></em> vertritt er die These, dass Instrumente wie Facebook und Twitter Diktaturen und autorit&#228;re Regime &#8211; siehe Tunesien &#8211; zu Fall bringen k&#246;nnen. (Klar, Barack Obama hat ja auch wegen Facebook und Twitter die Wahlen gewonnen;-).</p>
<blockquote><p>„Wir bewegen uns mit rasanter Geschwindigkeit auf ein Zeitalter zu, in dem der Einzelne durch die Macht des technologischen Fortschritts immer weiter emanzipiert wird. Je mehr Menschen Zugang zu Smartphones haben, desto schneller l&#228;uft diese Entwicklung ab.“</p></blockquote>
<p>Wie w&#228;r’s mit der Gr&#252;ndung einer Smartphone-Bewegung? Pr&#228;sentiert von&#8230;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37474&amp;md5=b9d3becad62ba5b412f6808bc88797ed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>netzwertig.com: Antworten auf 7 g&#228;ngige Facebook-Plattit&#252;den</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 14:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Weigert]]></category>
		<category><![CDATA[netzwertig.com]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Weigert hat Blog-Kommentare zum Anlass genommen, weit verbreitete Werturteile &#252;ber die Nutzerplattform n&#228;her zu beleuchten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit seiner kurzen <a href="http://netzwertig.com/2011/01/10/kontroverse-antworten-auf-7-gaengige-facebook-plattitueden/">Analyse</a> beantwortet Weigert Fragen von der Zuverl&#228;ssigkeit der eben erfolgten Bewertung des Unternehmens bis zur Nutzerstatistik und der &#220;berlebenswahrscheinlichkeit des Social Networks.</p>
<p style="margin-bottom:0,5em">
<blockquote><p>Es ist fast zu einem Naturgesetz geworden: Berichten wir &#252;ber Facebook, tauchen in den Kommentaren Zweifler auf, die das wirtschaftliche Potenzial, die Zukunftsaussichten sowie die allgemeine Bedeutung des Angebots f&#252;r Internetnutzer in Frage stellen. Ich halte es daher f&#252;r sinnvoll, auf einige verbreitete Plattit&#252;den zum Thema Facebook gesammelt zu antworten. </p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37187&amp;md5=ce649e2e0aceeba74c230be4bf3fb844" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Yuri Milners goldene Wette &#8211; oder wie das mit Facebook wirklich funktioniert</title>
		<link>http://carta.info/37026/yuri-milners-goldene-wette-facebook/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 14:58:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[DLD]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Goldman Sachs]]></category>
		<category><![CDATA[Tencent]]></category>
		<category><![CDATA[Yuri Millner]]></category>

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		<description><![CDATA[Facebook bekommt frisches Geld von Goldman Sachs und Yuri Milner, dem russischen Investor, der schon vor &#252;ber einem Jahr den Trend zu Social Media erkannte. Julius Endert erkl&#228;rt dessen Facebook-Spiel, das eine Wette auf ein Facebook-Welt-Imperium ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist knapp ein Jahr her, da sa&#223; der russische <a href="http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/technology/article6368036.ece">Investor Yuri Milner</a> auf dem Podium der <a href="http://www.dld-conference.com/"><strong>DLD-Konferenz</strong></a> in M&#252;nchen und Moderator David Kirkpatrick fragte ihn leicht irritiert, ob es nicht sehr risikoreich sei, 200 Million Dollar f&#252;r einen kleinen Teil eines Unternehmens auszugeben, das damit eine Bewertung von 10 Mrd. Dollar bekommt. Milner erkl&#228;rte den mit offenen M&#252;ndern staunenden Anzugtr&#228;gern dann, warum er bei <a href="http://www.facebook.com">Facebook</a> eingestiegen ist und wie dieses <strong>Facebook-Spiel</strong> funktioniert.</p>
<p><script src="http://dld2.sevenload.com/api/embed?v=3JDh9Zy" type="text/javascript"></script></p>
<p>Heute lohnt es sich, <a href="http://www.dld-conference.com/videos/video/spotlight-dld10-jim-breyer-yuri-milner_aid_1295.html">das Video</a> noch einmal anzuschauen (ab Minute 26). Denn Milners Prognosen sind alle eingetreten. Damals sagte er: &#8220;We have to understand social media is really a big trend &#8230;and probably an overwhelming trend. We kind of came to that conclusion early on and that&#8217;s how the Facebook investment came about.&#8221;</p>
<p><strong>Die Facebook-Wette</strong></p>
<p>Milner ist Investor und in legitimer Weise an der Mehrung seine Geldes interessiert. F&#252;r ihn ist Facebook kein Unternehmen, sondern ist eine gewaltige Wette. Darum hatte es in M&#252;nchen auch den Anschein, als ob Milner Kirkpatricks Frage gar nicht versteht &#8211; irgendwie verlegen kratze er sich hinter dem Ohr: Warum im aller Welt soll ich mir Gedanken &#252;ber 200 Millionen aus der Portokasse machen, wenn ich bald ein Vielfaches davon zur&#252;ckbekomme? Was f&#252;r eine dumme Frage! Auf beharrliches Nachfragen des Moderators gab er dann schlie&#223;lich noch zu, dass er neben den Anteilen, die er direkt von Facebook gekauft habe, sogar noch weitere von anderen Investoren erworben habe: &#8220;It&#8217;s a few hundred million dollar investment&#8221; &#8211; &#8220;Beyond the 200 million?&#8221; &#8211; &#8220;Yes&#8221;. Im Investment-Gesch&#228;ft w&#252;rden gro&#223;e Schecks ausgestellt, so sei das eben, meinte Milner.</p>
<p>Doch seine Antwort l&#228;sst auch erkennen wie er das Facebook-Spiel begreift &#8211; ihm geht es nat&#252;rlich nicht um irgendwelche Umsatzzahlen (die Frage nach dem Umsatz ist auch so eine Anf&#228;ngerfrage), sondern ihm geht es um die gedankliche Vorstellung, das Unternehmen k&#246;nnte einst gewaltigen Umsatz machen, in der B&#246;rsensprache nennt man das die Bewertung und die kommt folgenderma&#223;en zustande: Gerade weil sich Facebook zun&#228;chst auf die Internationalisierung und nicht auf die Monetarisierung konzentriere, sei Facebook ein interessantes Investment. &#8220;Facebook has a tremendous monetization opportunity, even so it is not tapping into a lot of them right now. It doesn&#8217;t matter, how long it takes.&#8221;</p>
<p><strong>Facebook als nat&#252;rliches Monopol</strong></p>
<p>Mit anderen Worten: Erst wenn alle bei Facebook als dem weltweit dominierenden Netzwerk sind, lohnt es sich f&#252;r das Unternehmen, die Geldmaschine anzuwerfen. Netzwerke wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tencent_QQ">Tencent</a> in China machten bereits vor, wie das funktioniert. All diese Chancen habe Facebook auch, dann aber auf globaler Ebene. Facebook funktioniert &#252;berall gleich, &#8220;in a way it&#8217;s like one global social graph that exsists out there&#8221;. Das war die Kernbotschaft und das wird auch die Story sein, die die potentiellen Aktion&#228;re beim B&#246;rsengang zu h&#246;ren bekommen.</p>
<p>1 Milliarde Nutzer h&#228;lt Milner f&#252;r eine sehr realistische Zahl und dann werde sich erweisen, dass ein Unternehmen, dass auf dieser Nutzerbasis aufbaut, &#8220;tends almost to be a natural monopoly&#8221;. Und es werde sich weiter herausstellen, dass dieses Unternehmen Facebook ist. Facebook wird viele M&#228;rkte dominieren, glaubt Milner. Schon heute sei das Unternehmen weltweit in 40 M&#228;rkten f&#252;hrend. In dem Moment, wo mehr und mehr Menschen das Internet nutzen, insbesondere &#252;ber den mobilen Zugang, wird das Abrechnen nur noch ein Zwischenschritt sein.</p>
<p><strong>&#8220;Sch&#246;ne-Neue-Facebook-Welt-Vision&#8221;</strong></p>
<p>Facebook-Mitinvestor <a href="http://www.accel.com/people/index.php">Jim Breyer von Accel Partners</a>, der ebenfalls auf dem Podium sa&#223;, sieht Facebook sogar als die neue, dem Internet &#252;bergest&#252;lpte Infrastruktur, mit der die meisten, wenn nicht sogar alle Anwendungen im Web &#252;ber Facebook-Connect verbunden sind. „Hunderte, Tausende Drittunternehmen werden au&#223;erdem Anwendungen f&#252;r Facebook schreiben und Inhalte liefern“, lautete seine &#8220;Sch&#246;ne-Neue-Facebook-Welt-Vision&#8221; in M&#252;nchen.</p>
<p>Diese Geschichte vom <strong>Welt-Facebook-Imperium</strong> riecht so sehr nach Geld, dass heute <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-sammelt-weitere-500-Millionen-US-Dollar-Investitionen-ein-1162335.html">Goldman Sachs mit 450 Millionen Dollar bei Facebook eingestiegen ist</a>. Milner hat seinen Anteil um weitere 50 Millionen Dollar erh&#246;ht und die Bewertung von Facebook hat sich innerhalb eines Jahres <a href="http://techcrunch.com/2011/01/02/facebook-50-billion/">verf&#252;nffacht</a>. Seine Wette ist bislang perfekt aufgegangen, mit der Aussicht auf (viel) mehr im Falle des B&#246;rsengangs. Wie war noch mal die Frage, Mr. Kirkpatrick?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37026&amp;md5=49c96200263c7df6d3e2edee452f6223" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gl&#252;cklich im Kopfgef&#228;ngnis: Internetgiganten im deutschen Feuilleton</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 09:04:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zweiseitige Märkte]]></category>

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		<description><![CDATA[In deutschen Kulturressorts und Feuilletons schl&#228;gt Apple, Facebook und Google eine Tonalit&#228;t wie kaum einer anderen Branche entgegen – und man darf wohl fragen: Was denken sich die Autoren bei ihren Artikeln?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5d1959e7aa1841c2bf8f88f22dd5b3e7" alt="" width="1" height="1" />Nach der Lekt&#252;re von „<strong>Gl&#252;cklich im Nutzergef&#228;ngnis</strong>“ (SZ Online von <a title="sz" href="http://www.sueddeutsche.de/digital/facebook-google-und-apple-gluecklich-im-nutzer-gefaengnis-1.1024758" target="_blank">heute</a>) und rund einem Dutzend Artikeln mit  &#228;hnlicher inhaltlicher Linie aus deutschen Kulturressorts und  Feuilletons darf man wohl fragen: Was denken sich die Autoren bei  Artikeln gegen Apple, Facebook und Google?</p>
<p>Keine Frage, &#252;ber Lock-In-Versuche,  &#252;ber Diskriminierung und &#252;ber grenzwertigen Umgang mit Datenschutz muss  man sprechen. Aber was ist das f&#252;r eine Tonalit&#228;t, die sich keine andere  Branche gefallen lassen mu&#223;?</p>
<p>Sezieren wir den j&#252;ngsten Text:</p>
<p>Die drei Unternehmen m&#246;chten als Repr&#228;sentanten von „<em>nicht greifbaren, </em><em>&#252;berh&#246;hten Werten wahrgenomme</em>n“  werden. Sprechen nicht auch Automobilhersteller von „Mobilit&#228;t“ und  „Freude“, Nahrungsmittelhersteller von „Gl&#252;ck“ und „Genu&#223;“,  Partnervermittlungen von „Liebe“ und Verlage von „Klugheit“ und  „Pluralismus“? Ist dem Autor noch nicht aufgefallen, da&#223; Marketing und  Markenbildung &#252;berall zu solchen &#220;berh&#246;hungen greifen, unterwirft er  auch Unilever, Ferrero und BMW denselben Ma&#223;st&#228;ben? Man fragt sich, ob  der Autor entweder unter einem Stein lebt und durch eine Ritze nur  Internetunternehmen sehen kann oder ob irgendetwas anderes die  Wahrnehmung so derartig fixiert. Ist es vielleicht eine klammheimliche  Abneigung gegen Werbung und Marketing, die sich hier an Zielobjekten  Projektionsraum verschafft?</p>
<p>Weiter: „<em>Denn alle wollen nur das Eine: uns, die Nutzer</em><em>.</em>“  Halten wir uns gar nicht erst mit einer Kritik der Rhetorik auf, bei  der Selbstaufgabe, Einverleibung und Verschlungenwerden – der Verlust  des Ich! – mitschwingen, sondern kommen gleich zum Thema: Ist  irgendetwas wundersam oder gar verwerflich daran, da&#223; ein Unternehmen  Nutzer will? M&#246;chten Verlage keine Leser? Wenn doch, ist das gut, oder  irgendetwas hieran schlecht?</p>
<p>„<em>Die drei Unternehmen arbeiten sich  dabei von unterschiedlichen Seiten an uns heran und locken mit der  Einl&#246;sung von Verhei&#223;ungen…</em>“. Ja, Entschuldigung, was machen denn  Verlage jede Woche an meiner Stra&#223;enecke, wenn sie mich mit Studenten  zur Abo-Gewinnung ansprechen? Was ist denn ein Probe-Abo, kein  „Heranarbeiten“ an den Kunden? Und wenn Google mit der Verhei&#223;ung der  „Orientierung“ lockt – wo ist der Unterschied zur Verhei&#223;ung der  Qualit&#228;tspresse? Wohlgemerkt: Ich beschwere mich dar&#252;ber nicht. So  funktioniert Wirtschaft und Kundengewinnung ist ein legitimes Ziel.  Warum also diese Kritik? Vielleicht doch eine subkutane Haltung aus dem  Autoren-Mandelkern, da&#223; Wirtschaft keine legitimen Ziele verfolgt?</p>
<p>Und: „<em>Apple,  ein ehemals siecher Hardware-Hersteller, der vor etwas mehr als 10  Jahren seine auch damals schon sehr sch&#246;nen Produkte kaum an den Mann zu  bringen wusste, treibt inzwischen mit jedem Quartal Umsatz und Gewinn  in die H&#246;he</em><em>.</em>“ Bei Apple und Google seien „<em>schon diese Margen … mythisch</em>“.</p>
<p>Hier halten wir uns kurz bei der Frage auf, was an diesem Margen  „mythisch“ ist: Sind Margen der alten Griechen bekannt? Sind 25%  Umsatzrendite viel – oder vielleicht das Ziel vieler Unternehmen, von  deutschen Banken bis Werbeholdings? Was ist eigentlich das Renditeziel  der S&#252;dwestdeutschen Medienholding (SWMH), die 2002 immerhin knapp 20% <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsche_Medien_Holding" target="_blank">erzielte</a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsche_Medien_Holding" target="_blank"> </a>und wie muss man die EBITDA-Rendite Axel Springers in H&#246;he von 26,3% im Segment Zeitungen national attributieren ?</p>
<p>Und,  noch wichtiger: Hat der Autor wohl einmal dar&#252;ber nachgedacht, wo diese  Margen bleiben, wieviele Pensionsfonds Dividenden und Kurssteigerungen  einstreichen, wieviel Innovation durch das Faktum von Unternehmensk&#228;ufen  (Startups) erm&#246;glicht wird, ob Gewinne ein Zeichen von Wertsch&#246;pfung  sind? Wir wissen es nicht und bleiben auf Vermutungen angewiesen,  solange wir nichts derartiges aus Kulturressorts h&#246;ren und warten  vergeblich auf den Tag, an dem sich Wirtschaftsressorts &#252;ber die  Wertsch&#246;pfung von Wagnerfestspielen auslassen. Bis dahin bleibt auch  offen, in welchem Renditekorridor sich Unternehmen bewegen m&#252;ssen, damit  sie aus Leitmedien weder als &#8220;siechend&#8221; noch als &#8220;mythisch&#8221; bezeichnet  werden.</p>
<p>Nun, sagt unser Autor, werden alle drei Anbieter „<em>immer &#228;hnlicher</em>“ und f&#252;hrt drei Sachverhalte zum Beleg an. <em>„</em><em>Facebook  will mit seiner gerade angek&#252;ndigten Universal-Inbox vor allem die  Nutzer von Google-Mail im gro&#223;en Stil auf seine Seite ziehen</em>“   hei&#223;t es – und es klingt gut. Wie aber kommt der Autor auf diese Idee?  Oder k&#246;nnte es alles anders sein, n&#228;mlich so, da&#223; der Wechsel eines  Mailkontos sehr unwahrscheinlich ist, Google je nach Messung nur  zwischen 5 und 12% Marktanteil hat und Facebook genau auf den  gegenteiligen Kundenkreis zielt, weil hier Marktanteile zu gewinnen  sind?</p>
<p>Und: „<em>Google bietet ebenfalls sch&#246;ne Handys an.</em>“  K&#246;nnte es sein, dass das Nexus One ein Flop war und Google derzeit kein  Handy anbietet und auch die neuesten Ger&#252;chte vielleicht auf genau ein  einziges Handy hindeuten, das Google aber nicht herstellt, sondern von  OEMs bezieht? Da&#223; man also mit Fug und Recht behaupten k&#246;nnte: Google  bietet kein Handy an, und wenn, dann nur ein fremdes, das wieder floppen  k&#246;nnte?</p>
<p>„<em>Und  Apple hat dem iTunes-Store vor kurzem ein soziales Musik-Netzwerk,  n&#228;mlich Ping, angeflanscht, &#252;ber das sich iTunes- Nutzer &#252;ber ihre  musikalischen Vorlieben verst&#228;ndigen k&#246;nnen.</em>“ Soll man das  wirklich kommentieren? Versuchen wir es in einem Satz: Ja, Apple hat  Ping vorgestellt, aber es hat keine Akzeptanz und vor allem ist es nicht  „die“ strategische Marschrichtung, sondern die unbedeutendste von etwa  20 Schlachten aller Player – Apple verdient sein Geld mit Hardware und  will ganz bestimmt sein Gesch&#228;ftsmodell nicht Richtung Facebook  umstellen. Fazit: alle drei Belege sind fachlich falsch. Sie untermauern  die These nicht, da&#223; sich alle Player angleichen.</p>
<p>Weiter im Text: „ <em>Ein  Nutzerkunde soll eine komplette Internetwelt unter dem jeweiligen  Firmenlogo vorfinden, die er bequem durchreist und nie mehr verlassen  muss.</em>“ „<em>Wenn  man so will, erf&#228;hrt der Begriff des &#214;kosystems hier eine erweiterte  Bedeutung: &#214;kologisch f&#252;r den Nutzer. &#214;konomisch f&#252;r  die Seitenbetreiber.</em>“ Und, unter Verweis auf Wired, drei Viertel des „Datenaufkommens“ f&#228;nden in „pr&#228;chtig gedeihenden und stetig anwachsenden Infrastrukturseiten der gro&#223;en Firmen, (in) <em>walled gardens</em>, umz&#228;unte(n) G&#228;rten“  statt.</p>
<p>Auch das h&#246;rt sich richtig an. Aber ist es richtig?</p>
<p>Erstens:  noch bietet Googles Kernprodukt Suche vor allem eines: Links nach  drau&#223;en, ein „walled garden“ sieht anders aus. Und wieso liefert Apple  Safari auf jedem iPhone kostenlos? Zweitens: Das „Sollen“ mag sein, aber  es ist nicht das „Ist“: 5% aller Visits in Deutschland finden auf  Googles Suchmaschine statt, maximal 10% auf Facebook und bei  Apple-Seiten Null. Drittens: Was will uns der Autor mit der  Unterscheidung von &#214;kologie und &#214;konomie sagen? Folgt die Nutzung der  Dienste etwa nicht &#246;konomischen Gesetzen des Austauschs – kostenlose  Produktnutzung gegen datenbasierte Werbung?</p>
<p>Man sollte meinen, da&#223;  allein das Faktum der Nutzung ein m&#228;chtiges Indiz f&#252;r ein zweiseitiges  &#246;konomisches Verh&#228;ltnis ist, das &#252;brigens auch ein publizistisches  Qualit&#228;tsprodukt dadurch erreicht, dass der Leser es bequem durchreisen  kann und nichts anderes mehr lesen muss. Doch irgendetwas an diesem  Gedanken muss falsch sein. Aber was? Der Leser bleibt ratlos zur&#252;ck.</p>
<p>Kommen  wir zum Schluss. Unter der Zwischen-Headline „Lizenz zum Gelddrucken“  und einigen unbestreitbaren Bemerkungen zum Gesch&#228;ftsmodell schlie&#223;t der  Autor: „<em>Das  Rennen der Giganten hat begonnen und wird vorerst kein Ende nehmen.  Darum geh&#246;rt das Streuen von Ger&#252;chten &#252;ber spektakul&#228;re Erweiterungen  der Angebote mit zu der Geschichte, welche die drei Firmen gerne &#252;ber  sich erz&#228;hlt h&#228;tten. Und wir, die Nutzer? Wir m&#252;ssen uns den  Facebook-User wohl als gl&#252;cklichen Menschen vorstellen</em>.“ Satz 1 und  2: Ja, stimmt. Satz 3 und 4: Wir m&#252;ssen uns den SZ-Leser nach der  Lekt&#252;re wohl als gl&#252;cklichen Menschen vorstellen &#8211; indes verunsichert  und aufgescheucht von kraftvollen Wortget&#252;men, deren Inhalt entweder  belanglos, falsch oder von unaufgedeckter Weltanschauung gespeist ist.</p>
<p><em><a href="http://ckappes.posterous.com/glucklich-im-kopfgefangnis">Crosspost</a>.</em>
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		<title>Die Mailbox f&#252;r Alles: Facebook will mehr als nur ein banaler E-Mail-Client sein</title>
		<link>http://carta.info/35809/mailbox-fuer-alles-facebook-e-mail-messaging/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 03:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Facebook hat seine mit Spannung erwartete L&#246;sung f&#252;r E-Mails vorgestellt und sich damit geschickt positioniert. Nicht als "Gmail Killer" sondern als "Social Inbox" der Zukunft: Einfach, schnell und mehrere Dienste integrierend. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/df1d6720951f489baccfeeddb9a8523d" width="1" height="1" alt=""/>Facebook kann jetzt auch E-Mail, auch wenn das neue Produkt kein dezidierter E-Mail-Client ist. Statt dessen versucht das neue Feature mehrere Messaging-Funktionen unter einen Hut zu bringen: E-Mail, Instant Messaging, SMS und das schon vorhandene Facebook-interne Messaging sollen sich nahtlos &#252;ber eine Oberfl&#228;che verwalten lassen.</p>
<p>Der Anspruch, der dahinter steckt, ist nicht ohne Ambition: Egal mit wem und wie man kommunizieren m&#246;chte, als Facebook-User soll man dazu nur ein einziges Tool verwenden m&#252;ssen. Funktioniert das in der Praxis wie versprochen, lie&#223;e sich damit die nicht unerhebliche <strong>Fragmentierung der verschiedenen digitalen Nachrichtentools und -systeme endlich (weitgehend) &#252;berwinden</strong>. Facebook k&#246;nnte so seine User noch enger an sich binden und f&#252;r sie zur vollumf&#228;nglichen Kommunikationsdrehscheibe werden.</p>
<p>Da spielt es dann auch keine Rolle, dass das neue Kind noch keinen richtigen Namen hat: Mark Zuckerberg sprach von der &#8220;<strong>Social Inbox</strong>&#8220;, Facebooks <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=452288242130">Blogartikel</a> zum Event nur von &#8220;Messages&#8221;. Mehrfach betont wurde dagegen, dass es sich nicht um einen E-Mail-Client handelt und auf Nachfrage &#228;u&#223;erte Mark Zuckerberg, dass man sich damit nicht in Konkurrenz zu Googles Gmail sieht.</p>
<p>Auf der technischen Ebene blieb unklar, wie das System entscheidet, &#252;ber welchen Weg eine neu verfasste Nachricht an den Empf&#228;nger weitergeleitet wird. Der User soll einfach nur den Adressaten ausw&#228;hlen, den Text schreiben und ihn abschicken. Den Kanal zur &#220;bermittlung bestimmt das System dann selbst, was nicht nur Technik-Freaks, sondern auch Datensch&#252;tzer in erwartungsvolle Stimmung versetzen d&#252;rfte.</p>
<p>F&#252;r &#228;ltere Zeitgenossen mag das alles nicht besonders eindrucksvoll wirken. F&#252;r j&#252;ngere Menschen dagegen, die laufend SMS verschicken, chatten oder die Message-Funktion von Facebook nutzen und dabei teils &#252;ber ihren PC, teils vom Mobiltelefon aus kommunizieren, kann die Bedeutung dieser Ank&#252;ndigungen gar nicht hoch genug eingesch&#228;tzt werden. Denn hier wird nichts weniger als eine einheitliche Plattform in Aussicht gestellt, mit der sich Kommunikation station&#228;r und mobil wie aus einem Guss ergeben d&#252;rfte.</p>
<p>Die Frage, ob sich &#252;ber dieses System auch <strong>verbale Kommunikation</strong> (&#8220;Voice&#8221;) wird abwickeln lassen, beantwortete Mark Zuckerberg zur&#252;ckhaltend: Erst einmal m&#252;ssten die vorgestellten M&#246;glichkeiten reibungslos funktionieren, bevor man an Erweiterungen denken k&#246;nne. Mobilfunk-Provider bzw. Unternehmen der Telekommunikationsbranche generell werden das mit Schaudern zur Kenntnis genommen haben. Denn hier deutet sich an, dass die Zeit der s&#228;uberlich getrennten Kan&#228;le zu Ende geht und am Ende intelligente Clients wie das neue Messaging von Facebook alles in sich vereinen werden. Spezielle Funktionen f&#252;r Telefonie, SMS oder Chats, die separat bepreist und abgerechnet werden k&#246;nnen, gehen damit ihrem Ende entgegen.</p>
<p>G&#228;nzlich &#252;bergangen wurde beim Presse-Event die Tatsache, dass k&#252;nftig Microsofts Office Dokumente als <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebook_integrates_microsoft_office_web_apps_into.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed:+readwriteweb+(ReadWriteWeb)">Anh&#228;nge zu den neuen Messages</a> mitgeschickt werden k&#246;nnen. Gut m&#246;glich, dass Mark Zuckerberg das in seiner offensichtlichen Aufregung einfach vergessen hat. Denkbar ist aber auch, dass er diesem Feature keine gro&#223;e Bedeutung beimisst und es deshalb nicht erw&#228;hnt hat. W&#228;hrend f&#252;r <strong>Microsoft</strong> eine Welt ohne Office Dokumente kaum vorstellbar sein d&#252;rfte, k&#246;nnte f&#252;r Mark Zuckerberg die Zukunft anders aussehen: Warum umst&#228;ndlich Anh&#228;nge verschicken, wenn man Inhalte viel einfacher per Link zug&#228;nglich machen kann?</p>
<p>Es bleibt also spannend, nicht zuletzt weil das <strong>Rollout</strong> f&#252;r das neue Produkt eher langsam und &#252;ber mehrere Monate verteilt erfolgen soll. Wer nicht so lange warten will, kann sich um eine <a href="http://www.facebook.com/about/messages/">Einladung</a> bem&#252;hen.</p>
<p>Insgesamt k&#246;nnte Facebook damit gelingen, was Google mit <a href="http://carta.info/10142/wave-google/">Wave</a> versagt blieb: Einen gro&#223;en Erfolg bei den Usern landen. Das neue Messaging wirkt als Konzept schl&#252;ssig und seine Bedienung k&#246;nnte einfach, um nicht zu sagen, kinderleicht, sein. <strong>Google Wave</strong> war das genaue Gegenteil: Komplex und alles andere als selbsterkl&#228;rend, ein Produkt von Technikern f&#252;r Techniker.</p>
<p>Facebook zeigt damit, dass man die Bed&#252;rfnisse seiner User kennt und versucht, praktische L&#246;sungen daf&#252;r zu entwickeln. Zugleich schafft sich Mark Zuckerberg damit eine neue Differenzierung am Markt und einen Wettbewerbsvorsprung. Gut gemacht! Jetzt muss das neue Messaging samt Social Inbox nur noch in der Praxis auch so funktionieren, wie es angek&#252;ndigt wurde.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35809&amp;md5=2391c3d6aecdd221ef86a28fba7e0d3f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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