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	<title>CARTA &#187; DPA</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Wirtschaftsjournalismus: Unsere Antwort auf die Kritik der DPA an unserer Kritik</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 11:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Storz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Antwort der Studienautoren: "Die Replik der DPA st&#252;tzt unsere tiefen Bef&#252;rchtungen."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/da1f0d81b0664a58bbd3aa808e85e097" alt="" width="1" height="1" /><em>Am Montag haben Hans-J&#252;rgen Arlt und Wolfgang Storz eine <a href="http://carta.info/23945/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ahnungslos-und-meinungsschwach/">Studie</a> &#252;ber die aus ihrer Sicht mangelhafte Berichterstattung zur Finanzkrise ver&#246;ffentlicht. Sie stellten insbesondere ARD Aktuell und DPA ein schlechtes Zeungnis aus. Die DPA wehrte sich mit einer detaillierten <a href="http://www.presseportal.de/pm/8218/1574215/dpa_deutsche_presse_agentur_gmbh">Presseerkl&#228;rung</a>. Hier die Antwort der Kritiker auf die Kritik an ihrer Studie:</em></p>
<p>Von Hans-J&#252;rgen Arlt und Wolfgang Storz.</p>
<p>Eine Studie, sei sie noch so sorgf&#228;ltig entworfen und engagiert umgesetzt, bew&#228;hrt sich erst in den Anmerkungen, der Kritik und Einw&#228;nden einer (fach-)&#246;ffentlichen Diskussion. Wir nehmen die Kritik &#8211; nicht nur der DPA &#8211; ernst und stellen uns gerne der Auseinandersetzung, weil diese kritische Debatte vor allem einem dienen kann: die Analyse weiter zu sch&#228;rfen, um auf ihrer Basis sinnvolle Konsequenzen und notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen.</p>
<p>Wir formulieren pointiert, verstehen unsere Befunde aber nicht als Vorw&#252;rfe, sondern als eine Kritik, die die Frage nach Verbesserungsm&#246;glichkeiten im Journalismus aktualisieren m&#246;chte. Unsere Befunde bringen uns zu dem entscheidenden Schluss: Soll der Journalismus das leisten, was unsere Gesellschaft von gutem Journalismus erwarten muss, dann braucht er andere und bessere Produktions- und Arbeitsbedingungen. Das ist ein Thema f&#252;r die gesellschaftliche &#214;ffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund ist unsere Antwort auf die Einw&#228;nde von DPA zu sehen.</p>
<p>Wir haben Meldungen des DPA-Basisdienstes zum Themenfeld Finanzmarktpolitik und Finanzmarktkrise als journalistisch sehr unzureichend kritisiert.</p>
<p>DPA reagiert darauf mit der Einsch&#228;tzung, wir seien zu „dem augenscheinlich gew&#252;nschten Ergebnis“ gekommen. Soll hei&#223;en: Die Kritiker hatten von Anfang b&#246;se Absichten und haben dann die Belege f&#252;r ihre Vorurteile gesucht. Das ist nicht der Fall. Wir sind viel zu neugierig auf die Wirklichkeit, als dass wir nur einen Funken Energie in die Produktion von vorher festgelegten Ergebnissen stecken w&#252;rden.</p>
<div id="attachment_24144" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/23912576@N05/3093426023/"><img class="size-full wp-image-24144   " title="krise2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/krise2.jpg" alt="&quot;Es klingt zumindest unterschwellig an, Tages-Zusammenfassungen m&#252;ssen eben so sein, wie sie sind.&quot; Foto: flickr/laverrue" width="300" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Es klingt zumindest unterschwellig an, Tages-Zusammenfassungen m&#252;ssen eben so sein, wie sie sind.&quot; - Foto: laverrue (cc by)</p></div>
<p>Die Deutsche Presseagentur ist eine gute und wichtige Einrichtung. Sie wird von einem intelligenten und solidarischen Finanzierungsmodell getragen; wenn es sie nicht g&#228;be, m&#252;sste man sie erfinden.</p>
<p>Die Anforderungen an den Agentur-Journalismus an Verdichtung, Schnelligkeit, Korrektheit und Verst&#228;ndlichkeit sind sehr hoch, insbesondere bei einem analytisch schwer fassbaren und alles andere als einfach vermittelbaren Thema wie dem, um das es hier geht. Aber diese hohen Anforderungen sind berechtigt, ist DPA doch direkt und indirekt mitentscheidend f&#252;r die Versorgung eines vielfachen Millionen-Publikums mit qualit&#228;tsvoller Information und Orientierung. Es ist auch klar: Das sind Anforderungen, die nur erf&#252;llt werden k&#246;nnen, wenn die entsprechenden Produktionsbedingungen der Journalisten gew&#228;hrleistet sind.</p>
<p>Gerne h&#228;tten wir der Agentur gute Arbeit bescheinigt – wenn wir sie zu unserem Thema und in dem von uns ausgew&#228;hlten Untersuchungsgegenstand entdeckt h&#228;tten.</p>
<p>DPA sagt, wir h&#228;tten an den falschen Stellen und zu den falschen Zeiten gesucht. Die Auswahl eines Untersuchungsfeldes und die Kriterien dieser Auswahl sind immer diskussionsw&#252;rdig. Auch unsere Auswahl ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber alles andere als „beliebig“, wie DPA in seiner Stellungnahme schreibt.</p>
<p><em>Erstens:</em> Finanzmarktpolitisch bedeutendere Ereignisse als G8- und G20-Gipfeltreffen, einschl&#228;gige Gesetze und Gesetzinitiativen, die “Heuschreckendebatte”, die ‚historische’ Intervention der Europ&#228;ischen Zentralbank im August 2007 oder der Bankrott von Lehman Brothers im September 2008 d&#252;rften schwer zu finden sein.</p>
<p><em>Zweitens:</em> Wir haben unsere Analyse konzentriert auf das <em>Kerngesch&#228;ft</em> von DPA, auf die Tages-Zusammenfassungen, weil diese Zusammenfassungen das Erste und Wichtigste sind, das die Redaktionen, die DPA beziehen, in ihrer t&#228;glichen Arbeit zur Kenntnis nehmen, verarbeiten und in vielen F&#228;llen zur entscheidenden oder gar alleinigen Grundlage f&#252;r ihre Berichterstattung nutzen.</p>
<p>Es ist selbstverst&#228;ndlich richtig und unbestreitbar, dass DPA dar&#252;ber hinaus viele weitere Angebote macht, die wir nicht untersucht haben. In ihrer Stellungnahme beruft sich DPA auf diese Zusatzleistungen – ohne sich mit unserer Kritik an ihrem Kerngesch&#228;ft auseinanderzusetzen, im Gegenteil: es klingt zumindest unterschwellig an, Tages-Zusammenfassungen m&#252;ssen eben so sein, wie sie sind.</p>
<p>Es war ein Fehler, dass wir nicht klarer benannt haben, <em>welche DPA-Leistungen wir nicht analysieren</em>. Nicht-journalistischen Lesern der Studie gegen&#252;ber w&#228;re das n&#246;tig gewesen. Hier hat uns unser eigener journalistischer Hintergrund „einen Streich gespielt“, aus dem heraus es selbstverst&#228;ndlich ist, dass die Zusammenfassungen eben nur der tagesaktuelle Kern sind.</p>
<p>Am Ergebnis unserer Analyse der Tages-Zusammenfassungen &#228;ndert sich dadurch allerdings nichts. Unterstellen wir den f&#252;r DPA g&#252;nstigsten Fall, dass sie Korrespondentenberichte, DPA-Gespr&#228;che und Chronologien mit bester Einsicht in Hintergr&#252;nde und Zusammenh&#228;nge, mit Perspektivenvielfalt und fr&#252;hzeitigen Krisenwarnungen publiziert hat – und davon schl&#228;gt sich dann in dem Teil des Angebots, das ihre Kunden als Erstes und Wichtigstes zur Hand nehmen und am st&#228;rksten nutzen, wenig bis nichts nieder? Kann das ein sinnvolles redaktionelles Konzept sein? Wir gehen davon aus, dass sich gerade in der Kernarbeit zuallererst die Qualit&#228;t der Arbeit einer so redaktionsstarken Nachrichtenagentur niederschlagen muss: Verst&#228;ndlichkeit der aktuellen Information, Abdecken der wichtigsten Positionen/Interessen, Herstellen von Zusammenh&#228;ngen.</p>
<p>DPA sagt, wir h&#228;tten nur 212 Meldungen untersucht, w&#228;hrend sie im Untersuchungszeitraum doch 2,5 Millionen Meldungen verbreitet h&#228;tten. Dieser Vergleich ist h&#252;bsch, f&#252;hrt aber leider in die Irre: Eine Studie, die gezielt die Kern-Berichterstattung zu den wichtigsten Ereignissen des hier interessierenden Themas gr&#252;ndlich untersucht, kann durchaus gewichtige Erkenntnisse an den Tag bringen. Deshalb noch einmal einige Hinweise auf unser Vorgehen.</p>
<p>Wir haben Ereignisse identifiziert und ausgew&#228;hlt, von denen wir mit guten Argumenten sagen k&#246;nnen: Die sind bedeutend. Dann haben wir festgelegt: Um mit begrenzten Ressourcen einen m&#246;glichst intensiven Einblick in die Arbeit von DPA zu bekommen, untersuchen wir die Tages-Zusammenfassungen. Anschlie&#223;end haben wir in Datenbanken rund um die Ereignisse nach dem vorhandenen DPA-Material recherchiert.</p>
<p>So sind wir beispielsweise im Zeitraum zwischen 1999 und 2005 auf (nur) 81 DPA-Meldungen gesto&#223;en und haben diese analysiert. Das hei&#223;t: Nicht wir haben diese relativ geringe Zahl festgelegt. DPA ist f&#252;r diese geringe Zahl selbst verantwortlich, weil DPA zu den acht Ereignissen, die wir f&#252;r diesen Zeitraum von 1999 bis 2005 ausgew&#228;hlt haben &#8211; vom R&#252;cktritt Oskar Lafontaines bis zur ersten Regierungserkl&#228;rung von Angela Merkel &#8211; in den <em>Zusammenfassungen seines Basisdienstes zum Thema Finanzmarktpolitik nicht mehr angeboten hat</em>.</p>
<p>DPA wandelt den Befund, dass sie &#8211; wie viele andere &#8211; die Bedeutung des Themas unseres Erachtens nicht hinreichend erkannt hat und ganz selten dar&#252;ber berichtete, in einen Vorwurf an die Autoren, sie h&#228;tten sich zu wenig Texte angeschaut. Dem widersprechen wir energisch. Wir haben entschieden, unsere Untersuchung auf die Analyse der Tages-Zusammenfassungen zu begrenzen. Daf&#252;r sind wir verantwortlich und dar&#252;ber kann gestritten werden. Aber die absolute Zahl der Meldungen, die wir untersucht haben, die hat DPA mit ihrer Berichterstattung und mit ihrer Nicht-Berichterstattung selbst bestimmt. Insofern ist die sehr begrenzte Zahl der Tages-Zusammenfassungen, die wir untersucht haben, ein erster quantitativer Befund, der f&#252;r unsere eher skeptische Beurteilung der Arbeit von DPA spricht.</p>
<p>Wir wollen nur auf ein Beispiel kurz eingehen, das DPA in seiner umfangreichen Pressemitteilung als eines der besonders positiven Beispiele aufgef&#252;hrt hat, das zeige, wie hochwertig die Arbeit der Agentur sei. Wir zitieren aus der Pressemitteilung von DPA, in der &#8211; mit Unterstreichung &#8211; die von DPA ausgesuchte beispielhafte DPA-Meldung<br />
wiedergegeben wird:</p>
<blockquote><p>„Ebenfalls sehr rasch wird die IKB-Krise zum Anlass genommen, zu beschreiben, dass die amerikanische Immobilien-, Bau- und Hypothekenmarkt-Krise weltweit ausufert. Das gelingt auch deswegen, weil die Berichterstatter in Deutschland und den USA fr&#252;hzeitig zusammenarbeiten: <span style="text-decoration: underline;">‘Es sind nicht nur Millionen amerikanischer Hausbesitzer von den rasant fallenden Immobilienpreisen und ebenso rasch steigenden Zinsen f&#252;r sogenannte Subprime-Hypotheken betroffen, das hei&#223;t von riskanten Hypothekenkrediten an bonit&#228;tsschwache Amerikaner. Inzwischen leiden auch institutionelle Investoren wie Banken, Hedge-Fonds, Finanzinvestoren und ganz normale Anleger in aller Welt unter der US-Misere.’</span> (Korr-Bericht &#8216;US-Immobilien- und Hypothekenkrise ufert weltweit aus&#8217; vom 3.8.07)”</p></blockquote>
<p>An diesem von DPA ausgesuchten positiven Beispiel k&#246;nnen wir eines unserer Bedenken bez&#252;glich der Qualit&#228;t der Arbeit noch einmal deutlich machen: Die Banken, Hedgefonds und Finanzinvestoren galten bereits damals – im August 2007 – mit ihrer Art von Gesch&#228;ftspolitik als die entscheidenden Verursacher der krisenhaften Entwicklungen. DPA stellt diese Akteure jedoch in dieser “vorbildhaften” Meldung umgekehrt als die Opfer der Krise dar. Das scheint uns eine ungew&#246;hnlich eigenwillige, vielleicht sogar irref&#252;hrende Darstellung und Deutung der Ereignisse zu sein. Denn weithin unumstritten galten und gelten gerade die so genannten &#8220;institutionellen Investoren&#8221; zu den Hauptverantwortlichen der Krise. Sie haben Druck auf die Politik ausge&#252;bt, um die Finanzm&#228;rkte zu deregulieren. Sie haben mit riskanten und hochspekulativen Finanzprodukten in den Boomjahren sehr viel Geld verdient und als Investoren mit ihren hohen Rendite-Anforderungen viele Unternehmen in Bedr&#228;ngnis gebracht. Zudem deutet die Headline dieser Meldung, es handle sich um eine „US-Immobilien- und Hypothekenkrise“ darauf hin, dass DPA noch im August 2007 von einer sehr verengten und vereinfachten Beschreibung der Krisenursachen ausgeht.</p>
<p>Wir k&#246;nnten in diesem Sinne noch weitere F&#228;lle kommentieren, die von DPA als positive Beispiele dargelegt werden. Unser Befund: Die von DPA ausgew&#228;hlten Beispiele st&#252;tzen nach unserer Analyse unsere tiefen Bef&#252;rchtungen und mildern sie nicht.</p>
<p><em>Der vorliegende Text wurde auch auf den Seiten der <a href="http://www.otto-brenner-stiftung.de/">Otto-Brenner-Stiftung</a> ver&#246;ffentlicht und kann als <a href="http://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/publikationen_pdf/AH63/antwort_dpa_meldung.pdf">PDF</a> heruntergeladen werden.</em>
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VII</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 10:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Mal in der Presseschau: Crowd Funded Reporting – Fact Checking bei dpa – Seymour Hersh – Wikileaks – Informantenschutz – Politmagazin-Kosten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/676a8389cd704ae993029e09b081426d" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4><strong>Finanzierung investigativer Recherchen</strong></h4>
<p>Moderne Finanzierungsformen f&#252;r arbeitsintensive Recherchen wie  <em>Community Funded Reporting</em> oder <em>Crowd Funding</em> sowie die Qualit&#228;t und Zukunft des Journalismus  waren Thema beim  <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1110094/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>. Neue Finanzierungskonzepte f&#252;r  (investigativen) Journalismus waren auch Gegenstand eines Beitags von Stephan Weichert und Leif Kramp in der letzten Ausgabe  des <a href="http://journalist.de/" target="_blank">&#8220;journalist&#8221;</a> (nur Print). Schade nur, dass man als Leser des Artikels erst auf der dritten Seite erfuhr, dass alle &#8220;Namen, Orte und Begebenheiten&#8221;, die man sich gemerkt hatte, &#8220;frei erfunden&#8221; sind. Mit neuen Finanzierungsm&#246;glichkeiten f&#252;r Enth&#252;llungsjournalismus besch&#228;figten sich die Autoren Kramp und Weichert auch  in der Reihe &#8220;Wozu noch Journalismus?&#8221; bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/533/501784/text/9/" target="_blank">sueddeutsche.de</a>, wo sie das &#8220;Centre for  Investigative  Reporting&#8221; vorstellten.</p>
<p>Mit <em>Community Funded Reporting</em>, <em>Crowd Funding</em> und der Internetplattform spot.us befasste sich auch der <a href="http://oe1.orf.at/highlights/132345.html">&#214;sterreichische Rundfunk</a>.</p>
<p>Im Interview mit dem  Branchendienst <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hufig-nur-durchschnittlicher-journalismus_100025875.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=e4fa4%20dd623" target="_blank">Meedia</a> sprach der Hamburger Medienprofessor Volker    Lilienthal, der den Schleichwerbeskandal im &#8220;Marienhof&#8221; aufdeckte,   &#252;ber  Qualit&#228;t im Journalismus.</p>
<h4><strong>Fact-Checking</strong></h4>
<p>Das &#220;berpr&#252;fen von Informationen spielt im investigativen Journalismus eine wichtige Rolle, weil die zu verarbeitenden Informationen hier in der Regel umfangreicher sind und Fehler schwere rechtliche und finanzielle Folgen nach sich ziehen k&#246;nnen. Der neue dpa-Chef Wolfgang B&#252;chner hat nun ein neues Regelwerk f&#252;r seine Redaktion eingef&#252;hrt, das der Blogger <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> exklusiv ver&#246;ffentlichte. Wie die Otto-Brenner-Stiftung, die den gleichnamigen Journalistenpreis f&#252;r kritischen Journalismus vergibt, &#252;ber einen Newsletter verbreitete, veranstaltet das <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=366" target="_blank">Netzwerk Recherche</a> zum Thema Fact-Checking im M&#228;rz eine <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=366" target="_blank">Konferenz</a> in den Redaktionsr&#228;umen des &#8220;Spiegel&#8221;.</p>
<h4><strong>Top 10 vernachl&#228;ssigter Themen</strong></h4>
<p>Die <a href="http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=10" target="_blank">Initiative Nachrichtenaufkl&#228;rung</a> k&#252;rt jedes Jahr die  <a href="http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=190" target="_blank">Top 10 der vernachl&#228;ssigten Themen</a>. Unter den Top 10  des Jahres 2009 finden sich Themen wie &#8220;Psychiatrie: Bundesregierung  biet UN-Konvention zurecht&#8221;, &#8220;L&#252;cken  der Finanzaufsicht bei Kirchen&#8221;  oder &#8220;Mangelnde Kontrolle deutscher  R&#252;stungsexporte&#8221;.</p>
<h4><strong>Hersh</strong></h4>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010/01/09/a0046&amp;cHash=c2d7132da0" target="_blank">taz</a> druckte eine minimal abweichende Version eines  Portraits des f&#252;hrenden Investigativjournalisten Seymour Hersh aus den  USA, das <a href="http://carta.info/21082/investigativer-journalismus-presseschau-vi/" target="_blank">zuvor</a> bereits in der Neuen Z&#252;rcher Zeitung erschien. Streckenweise &#228;hnlich ist auch ein Portrait (<a href="http://www.br-online.de/bayern2/kulturjournal/seymour-hersh-portrait-portraet-ID126077957405.xml" target="_blank">I</a>; <a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_01/2010_01_29_19_41_14_podcastb5so31012010medienmagaz_a.mp3" target="_blank">II</a>, ab 18:21 min), das der Bayerische Rundfunk dem &#8220;Ausnahme-Rechercheur&#8221; Hersh  vor einiger Zeit widmete. Am Mittwoch wurde Hersh auch  beim neuen Sender <a href="http://wissen.dradio.de/index.36.de.html?dram:article_id=682&amp;sid=" target="_blank">DRadio Wissen</a> und in der <a href="http://bazonline.ch/ausland/amerika/Der-Schrecken-der-Geheimdienste/story/13423191" target="_blank">Basler Zeitung</a> portraitiert.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Die Seite wikileaks.org ist immer noch abgestellt und <a href="http://wikileaks.org/" target="_blank">wirbt um Spenden</a>. Ziel ist dabei laut Wikileaks ein Jahresbudget von 600.000 Dollar. Bei <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-01/wikileaks-spendenaufruf-streik" target="_blank">Zeit Online</a> veranschlagte Daniel Schmitt von Wikileaks die ben&#246;tigte Summe Anfang Januar noch auf &#8220;800.000 US-Dollar im Jahr&#8221;. Auf der genannten Wikileaks-Seite findet sich auch eine Liste von fr&#252;heren Spendern, die bereits f&#252;r <a href="http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/wikileaks-unterstuetzer-entlarvt/" target="_blank">Wirbel</a> sorgte. Dar&#252;ber, dass Wikileaks abgeschaltet ist, berichtete auch die <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8490867.stm" target="_blank">BBC</a>, die den Investigativjournalisten Paul Lashmar mit folgender Aussage zitiert: &#8220;Web(nutzer) sind nicht daran interessiert, wie die Leute hinter den Seiten ihr Geld verdienen&#8221;. Die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/multimedia/aktuell/2193540_Wikileaks-Geheimnisverraeter-im-Streik.html" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a> besch&#228;ftigte sich ebenfalls mit Wikileaks und band ein sehenswertes Youtube-Video eines Vortrags der Wikileaks-Vertreter Julian Assange und Daniel Schmitt vor einem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) ein.</p>
<h4><strong>Informantenschutz</strong></h4>
<p>Die &#8220;Financial Times&#8221;, die &#8220;Times&#8221;, die Nachrichtenagentur &#8220;Reuters&#8221;  und der &#8220;Guardian&#8221; hatten 2001 durch ihnen zugespielte Dokumente &#252;ber ein &#220;bernahmeangebot eines Brauerei-Konzerns berichtet, was zu einem rasantem Kursanstieg bei dem &#220;bernahmekandidaten f&#252;hrte. Britische Gerichte best&#228;tigten zuerst, die betroffenen  Unternehmen h&#228;tten ein Recht darauf, die Person zu identifizieren,  die den Medien die Dokumente zugespielt habe. Der Europ&#228;ische Menschenrechtsgerichtshof entschied jedoch zugunsten der Medien, wie der <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1260789921638.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a> berichtete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p>In einem auf der Internetseite der Berliner Zeitung <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0128/medien/0009/index.html" target="_blank">nicht mehr verf&#252;gbarem Artikel</a> war <a href="http://www.daniel-bouhs.de/2010/01/28/eine-minute-fur-3-164-euro/" target="_blank">nachzulesen</a>, &#8220;dass eine Minute von &#8216;Fakt&#8217; (MDR) nur  3 284 Euro kostet, eine von &#8216;Monitor&#8217; (WDR) aber 5 009.&#8221;</p>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wir-vermissen-strauss/" target="_blank">taz</a> interviewte die Moderatorin des ARD-Politmagazins &#8220;Panorama&#8221; Anja Reschke zum Thema Feindbilder.</p>
<h4><strong>Informationsfreiheitsgesetz</strong></h4>
<p>Das Bundesarbeitsministerium hat einen Antrag der <a href="http://hausblog.taz.de/2010/02/zu-heikel-um-es-zu-veroeffentlichen/" target="_blank">taz</a> auf Einblick in Unterlagen zu Zwangsumz&#252;gen von Hartz-IV-Empf&#228;ngern abgelehnt.
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		<title>Hombach, die WAZ und die Pressekonsolidierung</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 14:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kostensparen und das Dr&#228;ngen auf Konsolidierung l&#228;sst sich gut kombinieren - wie der Fall WAZ vs. DPA zeigt. Die Politik steht vor der Frage, ob sie f&#252;r "Flickenteppiche" in der Presselandschaft k&#228;mpft, oder auf "vielfaltssichernde Ma&#223;nahmen" hereinf&#228;llt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/8fa56b3f1b550d6d64f676bcd92be5" alt="" width="1" height="1" />In der Krise verhandeln die Unternehmen ihre Zulieferervertr&#228;ge neu und streben in angeschlagenen M&#228;rkten nach Konsolidierung. In seltenen, aber sehr praktischen F&#228;llen lassen sich dabei beide Ziele miteinander verbinden: Wenn man durch das Bedr&#228;ngen eines zentralen Zulieferers die Konsolidierung in der eigenen Branche voranzutreiben vermag. Wie bei der WAZ zum Beispiel.</p>
<p>Seit Anfang des Jahres beziehen alle Zeitungen der WAZ-Gruppe aus dem Ruhrgebiet und aus Th&#252;ringen keine DPA-Dienste mehr.  Die WAZ spart dadurch gut 3 Mio. Euro pro Jahr. Die DPA verliert etwas mehr als 3 Prozent ihres Umsatzes.</p>
<p>Die beiden WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Bodo Hombach und Christian Nienhaus verhehlen nicht, dass es Ihnen bei der K&#252;ndigung nicht allein um die erheblichen Kosten, sondern auch um die Preisstruktur des DPA-Angebots ging:</p>
<p>Bodo Hombach sagte vor einigen Tagen der <a href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Zweifel-an-der-Struktur-R%FCckzug-der-WAZ-l%E4sst-DPA-wanken/467179.html">FTD</a>:</p>
<blockquote><p>„Solidarit&#228;t kann nicht hei&#223;en, dass gro&#223;e Zeitungen viel bezahlen, obwohl sie &#252;ber eigene Korrespondenten verf&#252;gen und nur wenig DPA-Material nutzen, w&#228;hrend kleine Zeitungen, die ihren Mantelteil mit DPA bestreiten, weniger zahlen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Christian Nienhaus legte am Sonntag in der <a href="http://www.welt.de/welt_print/article3123189/Marktfuehrer-dpa-leidet.html">WAMS</a> nach:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die dpa betreibt eine Umverteilung von gro&#223;en zu kleinen Zeitungen&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Preisstruktur der DPA ist bislang weitgehend linear von der Zeitungsauflage abh&#228;ngig und dabei zugleich unabh&#228;ngig von der Nutzung der Dienste. Eine Zeitung mit einer Auflage von 1 Mio. Exemplaren zahlt folglich rund zwanzig Mal mehr f&#252;r dieselben Nachrichten der DPA als eine Zeitung mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Obwohl die kleinere Zeitung auf die DPA-Inhalte m&#246;glicherweise h&#228;ufiger zur&#252;ckgreift &#8211; zahlt sie daf&#252;r aber nicht extra. Besonders ung&#252;nstig ist solch eine Tarifstruktur f&#252;r Titel wie die Bild-Zeitung, wo sich der heutige WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Nienhaus in seiner vorherigen Position schon lange &#252;ber den Kostenfaktor DPA ge&#228;rgert haben d&#252;rfte.</p>
<p>Indem die WAZ die Tarifstruktur der DPA angreift, zielt sie nicht nur auf niedrigere Kosten f&#252;r Gro&#223;verlage &#8211; sie s&#228;gt zugleich am Ast, auf dem die kleinen Tageszeitungenh&#228;user sitzen. Thomas Kn&#252;wer <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2030">spricht</a> folgerichtig von einer &#8220;handfesten Kriegserkl&#228;rung&#8221;. Die WAZ versuchte, &#8220;kleine Tageszeitungsverlage sturmreif zu schie&#223;en&#8221;. Mit DPA-K&#252;ndigung solle die n&#228;chste Konsolidierungswelle im Tageszeitungswesen eingeleitet werden.</p>
<p>Es w&#228;re wohl falsch, hier den Hauptgrund der DPA-K&#252;ndigung durch die WAZ zu sehen &#8211; sehr wohl aber einen praktischen Nebeneffekt. Eine Schw&#228;chung der DPA bedeutet eine Schw&#228;chung eben der Struktur, die es bisher erlaubte, in Deutschland Regionalzeitungen mit &#252;ber 120 unabh&#228;ngigen Mantelredaktionen zu betreiben. Was die kleinen Mantelredaktionen von der DPA wollen, ist schnell klar. Ob die Gro&#223;en die DPA langfristig brauchen, scheint nicht mehr ganz so klar.</p>
<p>Hierzu lohnt sich ein Blick in die Schweiz. Der schweizerische Zeitungsgro&#223;konzern <a href="http://www.tamedia.ch/de/Seiten/start.aspx">Tamedia</a> hat vor einigen Monaten das &#8220;<a href="http://www.newsnetz.ch/">Newsnetz</a>&#8221; gegr&#252;ndet &#8212; eine gemeinsame Online-Nachrichtenredaktion der drei gro&#223;en Regionalzeitungen der Deutschschweiz mit mehr als 40 Redakteuren. Mittels solcher Zentralredaktionen k&#246;nnen sich die neu entstehenden Zeitungsketten von einzelnen Nachrichtenagenturen unabh&#228;ngiger machen. &#196;hnliche Entwicklungen werden wir auch in Deutschland sehen.</p>
<p>Das Gezerre um die DPA wird dabei nur der Vorbote einer umfassenderen Konsolidierung der deutschen Tageszeitungslandschaft bleiben. Viele der kleinen, nach dem zweiten Weltkrieg in Westdeutschland entstandenen Regionalzeitungen stehen unter hohem Druck durch Wirtschaftskrise und Medienwandel. Viele Regionalverleger wollen in der n&#228;chsten Zeit verkaufen, da sie sich alleine den Weg in die neue Medienwelt nicht zutrauen.</p>
<p>Hier kommt Bodo Hombach und die spezielle politische Konfiguration in Nordrhein-Westfalen ins Spiel. Schon der letzte gro&#223;e Versuch, neue politische Rahmenbedingungen f&#252;r die Pressefusion zu schaffen, ging von hier aus. Wolfgang Clement hat vor f&#252;nf Jahren als Bundeswirtschaftsminister versucht, das Pressekartellrecht zu lockern. Sein Gesetz enthielt den leidigen SPD-Irrtum, man k&#246;nne mit &#8220;vielfaltssichernden&#8221; Ma&#223;nahmen die Folgen einer  &#246;konomischen Konsolidierung abmildern. Die Novelle scheiterte am vorzeitigen Ende der Kanzlerschaft von Gerhard Schr&#246;der.</p>
<p>Hombach k&#228;mpft nun erneut f&#252;r eine Lockerung der Pressefusion. Der Wirtschaftswoche <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/waz-gruppe-online-2010-schwarze-zahlen-384756/">sagte er</a> k&#252;rzlich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Kartellgesetz in Deutschland verhindert, dass sich benachbarte Zeitungsverlage gegenseitig stabilisieren. Es zwingt Verlage zu einer Flickenteppich-Strategie. Nat&#252;rlich gibt es einige sehr interessante Projekte im Regionalzeitungsbereich, die wir uns ansehen. Aber leider ist gerade das, was den gr&#246;&#223;ten &#246;konomischen Vorteil ausmachen k&#246;nnte, n&#228;mlich die verlagswirtschaftliche Verkn&#252;pfung, bei gleichwohl unabh&#228;ngigen Titeln in angrenzenden Gebieten kartellrechtlich verboten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nach der Bundestagswahl wird sich die Politik erneut mit der Frage zu besch&#228;ftigen haben, wie gut das Pressefusionsrecht geeignet ist, Vielfalt in Zeiten der Zeitungskonzentration zu sichern. Zu Hombach ist dabei zu sagen:</p>
<ol>
<li> Die monierten 	„Flickenteppiche“ stellen genau jene Struktur dar, die Ziel der Wettbewerbs- und Medienpolitik sein sollte:  Die sich langl&#228;ufig herausbildenden Zeitungsketten sollten   	&#8220;Flickenteppiche&#8221; aus Bl&#228;ttern besitzen, die &#252;ber 	das ganze Land verstreut sind.  Kein Zeitungsverlag sollte in der Lage sein, ganze Regionen oder gar 	Bundesl&#228;nder zu monopolisieren. So herrscht zumindest Konkurrenz in 	den &#220;berlagerungsbereichen der Titel und um die &#252;berregionalen 	Anzeigenkunden. Wenn aufgrund der Tageszeitungskrise die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einzeitungskreis">Einzeitungskreise</a> weiter zunehmen, ist ein solcher Flickenteppich 	noch am besten geeignet, wettbewerbliche Strukturen zu sichern.</li>
<li>Eine &#8220;verlagswirtschaftliche Verkn&#252;ftung bei unabh&#228;ngigen Titeln&#8221; bedeutet konkret, dass unter dem Deckmantel formal unabh&#228;ngiger Redaktionen der Anzeigen- und Lesermarkt-Vertrieb zusammengelegt werden. Damit stirbt der 	Wettbewerbs auf diesen beiden M&#228;rkten. Die Anzeigen- und 	Zeitungspreise k&#246;nnen entsprechend steigen. Hinter dem 	vermeintlichen Vielfaltsvorteil stehen erhebliche &#246;konomische Nachteile f&#252;r Leser und Anzeigenkunden. Auch wenn sich seine Branche konsolidieren muss: Marktbeherrschende Stellungen sollten nicht zum Verkauf stehen.</li>
</ol>
<p>Die erneute Tageszeitungskrise stellt neue Fragen an die Politik, wie sie die Konsolidierung auf diesem Medienmarkt gestalten will. Bislang gibt es in Deutschland ein strenges, aber keinesfalls einschn&#252;rendes Kartellrecht. Es mag auf dem Weg einer gut gemischten Zeitungsteppich-Landschaft einige unn&#246;tige  H&#252;rden enthalten und ihm m&#246;gen einige sinnvolle Steuerungsmechanismen fehlen. Zumindest &#246;ffentlich denkt die Politik derzeit wenig dar&#252;ber nach. Zugleich ist die Gefahr gro&#223;, dass sie unter dem Vorwand der Vielfalts- und Arbeitsplatzsicherung die mehr als bew&#228;hrten Grundprinzipien des Kartellrechts aufgibt. In Erwartung einer &#8220;verl&#228;sslichen&#8221; Berichterstattung k&#246;nnte sie Ausnahmescheine vergeben.</p>
<p>Das Gerangel um die DPA ist so gesehen nur der Anfang, um &#252;ber die richtigen strukturpolitischen Ma&#223;nahmen im Zuge des Medienwandels anzudenken. Dabei ist erstaunlich, wie schnell Institutionen der alten Medienwelt inzwischen in den Ruch der Disposition kommen. Ein &#8220;Aus&#8221; der DPA sei &#8220;kein komplett unrealistisches Szenario&#8221; <a href="http://www.welt.de/welt_print/article3123189/Marktfuehrer-dpa-leidet.html">schreibt</a> Kai-Hinrich Renner in der Welt, die ausgerechnet aus dem Haus kommt, das zu den gr&#246;&#223;ten DPA-Kunden geh&#246;rt.</p>
<p><strong>Update</strong>: Laut <a href="http://www.kress.de/cont/story.php?id=126469">Kress.de</a> sammelt die DPA &#8220;eifrig&#8221; nach Belegen, wonach die WAZ-Redakteure trotz Vertragsk&#252;ndigung noch immer mit DPA-Material arbeiten.</p>
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<a href="http://carta.info/4662/hombach-waz-dpa-presse-konsolidierung/">Hombach, die WAZ und die Pressekonsolidierung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/4662/hombach-waz-dpa-presse-konsolidierung/#comments">3 comments</a>
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