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	<title>CARTA &#187; Datenschutz</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer hat die sch&#246;nste Chronik im Facebook-Land?</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aktuell f&#252;hrt Facebook f&#252;r alle Personenprofile verbindlich eine neue Darstellungsform, Chronik genannt, ein. Das ist nicht ohne Risiko, denn die User k&#246;nnten daraus lernen, sich geschickt zu inszenieren und ihr wahres Ich vor Facebook zu verbergen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;hrt Facebook eine neue Funktion ein, sind Datensch&#252;tzer meist schnell in Alarmbereitschaft &#8211; und das nicht nur in Schleswig-Holstein. Derzeit ist es mal wieder so weit: Die als <a href="http://www.facebook.com/notes/facebook-deutschland/chronik-erz%C3%A4hlt-eure-lebensgeschichte-mit-einer-neuen-art-von-profil/329175427095302" target="_blank">Chronik</a> bezeichnete neue Darstellungsform der Profile wird in den kommenden Wochen weltweit eingef&#252;hrt, die User haben keine andere Wahl mehr.</p>
<p>Dabei wird es kommen, wie es kommen muss: Einige Personen wird dies v&#246;llig &#252;berraschen und ein paar unvorteilhafte Eintr&#228;ge &#246;ffentlich machen, die sie lieber weiterhin verborgen gewusst h&#228;tten. Der Aufschrei dar&#252;ber wird in die Medien getragen werden, die dazu dann das Expertenvotum von Datensch&#252;tzern einholen werden. Letztere werden Facebook Verantwortungslosigkeit und Profitgier vorwerfen.</p>
<p>Wie gewohnt wird dies bei Facebook niemanden aus der Ruhe bringen. Dabei bietet die neue Chronik durchaus Anlass zum kritischen Nachdenken, wenn auch anders, als Datensch&#252;tzer dies gemeinhin annehmen. Denn deren meist statisches Menschenbild zieht nur selten in Betracht, dass Menschen lern- und anpassungsf&#228;hig sind. Genau das aber k&#246;nnte in der Folge der Einf&#252;hrung der Chronik passieren.</p>
<p>Facebooks neue Chronik sch&#228;rft den Blick auf die Au&#223;enwirkung eines Profils. Das ist ein relativ neuer Zug dieses Social Networks, das sich lange Zeit von seinen Vorl&#228;ufern und Wettbewerbern dadurch unterschied, dass sein Fokus auf der Kommunikation der User lag und dabei nur sehr wenig Spielraum f&#252;r die individuelle Gestaltung der Profile zulie&#223;. Wer sich an die optischen Entgleisungen mancher MySpace-Profile erinnern kann, wei&#223; wovon hier die Rede ist. Nun also gibt Facebook der Au&#223;enwirkung mehr Gewicht und es stellt sich die Frage, was die User daraus machen werden.</p>
<p>Werden sie darauf ihr Leben ausbreiten? Werden sie die Datenl&#252;cken f&#252;llen, so dass Lebensl&#228;ufe wie aus einem Guss sichtbar werden? Genau das d&#252;rfte die Hoffnung bei Facebook sein, das in diesem Jahr bekanntlich an die B&#246;rse gehen m&#246;chte. Je mehr Daten die User in ihre Profile einstellen, desto wertvoller wird das Unternehmen, so das Kalk&#252;l. Es muss aber nicht so kommen.</p>
<p>Facebook k&#246;nnte untersch&#228;tzen, dass seine User die M&#246;glichkeit haben, die neue Funktion zu unterlaufen. Denn Menschen sind bekanntlich eitel. Zumindest manche. Ihnen bietet die neue Chronik eine perfekte B&#252;hne der Selbstinszenierung, die das Sch&#246;ne und Passende in den Vordergrund r&#252;cken, das weniger Attraktive jedoch vollkommen ausblenden l&#228;sst. Der sch&#246;ne Schein k&#246;nnte zum Leitbild werden, dem die Massen mit Wonne folgen werden. Jeder r&#252;ckt sich ins bestm&#246;gliche Licht, was die Aussagekraft der Profile schm&#228;lern und ihren Wert f&#252;r das Marketing reduzieren wird.</p>
<p>Wie plausibel ist eine solche Entwicklung? Betrachtet man das Verhalten der Early Adopter auf Facebook, zeigt sich, dass diese es recht gut verstehen, sich ins rechte Licht zu r&#252;cken, eine starke Pr&#228;senz zu zeigen und gleichzeitig weite Teile ihres Privatlebens zu verbergen. Dabei ist dieses Ph&#228;nomen plattform&#252;bergreifend festzustellen, also nicht nur auf Facebook, sondern etwa auch auf Twitter oder Google+. Warum aber sollten nur die Early Adopter diese Kunst beherrschen? Die Mehrheit der User auf Facebook k&#246;nnte sehr wohl diesem Beispiel folgen und ihre Profile st&#228;rker als bisher am Prinzip des &#8220;Schaufensters&#8221; ausrichten.</p>
<p>Flankierend kommt hinzu, dass die heute zur Verf&#252;gung stehenden Bandbreiten sowohl im station&#228;ren als auch im mobilen Web es erlauben, stets mehrere Dienste parallel zu nutzen. Damit ist es problemlos m&#246;glich, sich auf Facebook einzuloggen und nachzusehen, welche Freunde gerade auch online sind. Die Unterhaltung, etwa per Chat, erfolgt dann &#252;ber einen anderen Dienst. Speziell f&#252;r Jugendliche und junge Erwachsene d&#252;rfte der Anreiz gro&#223; sein, sich auf Facebook das Bild einer braven und strebsamen Person zu geben, weil hier zunehmend auch Eltern, Lehrer und potenzielle Arbeitgeber unterwegs sind. Austoben und &#252;ber Str&#228;nge schlagen kann man auch woanders im Web &#8211; Facebook w&#228;re daf&#252;r dann nur noch das Tool zur Organisation, ein besserer Kalender gewisserma&#223;en.</p>
<p>Ein weiterer Anhaltspunkt f&#252;r eine solche Entwicklung bildet die Beobachtung, dass die User auf Facebook &#252;ber die Jahre hinweg immer mehr Freunde ansammeln. Mehrere Hundert Freunde auf Facebook zu haben, ist heute keine Seltenheit mehr. <a href="http://www.thetechherald.com/articles/Study-finds-Facebook-friends-are-no-friends-at-all" target="_blank">Befragungen</a> zeigen, dass den Menschen dabei durchaus bewusst ist, dass dies in der &#252;berwiegenden Mehrheit keine &#8220;echten&#8221; Freunde sind, sondern nur sehr lose Bekanntschaften. Wie aber steht es dann um die Aussagekraft und den Stellenwert einer Kommunikation in derart losen Gruppierungen? Was sagt sie &#252;ber echte Vorlieben und Abneigungen aus? Und schlie&#223;lich: Welche Substanz l&#228;sst sich daraus f&#252;r Marketing-Aktionen ableiten?</p>
<p>Bei Facebook ist man sich des losen Charakters vieler Beziehungsstrukturen schon lange bewusst. Deshalb werden hier <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=72975227130" target="_blank">Beziehungen</a> danach unterschieden, wie ihre Kommunikation erfolgt: Reziprok und direkt (etwa &#252;ber Nachrichten oder den Chat) oder eher allgemein und indirekt (&#252;ber Eintr&#228;ge im News Feed). Facebook wei&#223; also &#252;ber jeden User, welche Beziehungen eng bzw. pers&#246;nlich sind und welche das eher lose Netzwerk bilden. Auf der Ebene der User hei&#223;t das, dass diesen bewusst ist, dass der &#252;berwiegende Teil ihrer Kommunikation auf Facebook in einer Art halb&#246;ffentlichem Raum stattfindet, weil sie diesen &#252;ber die Menge ihrer Freundschaften selbst definieren. Wirklich privat ist das Meiste also nicht und darauf kann man sich dann auch bei der Gestaltung der Chronik einrichten.</p>
<p>Auch die Datensch&#252;tzer sollten sich darauf einstellen und ihr Bild von Kommunikation im Web erweitern. Die Menschen, die Social Networks wie Facebook nutzen, sind zunehmend in der Lage, Abstufungen beim Grad an Privatsph&#228;re zu erkennen und dies im Kommunikationsverhalten zu ber&#252;cksichtigen. Zwar muss letztlich offen bleiben, wie weit es wirklich einen Trend zur Selbstinszenierung im Zuge der Einf&#252;hrung der Chronik auf Facebook geben wird. Aber schon dessen Plausibilit&#228;t mahnt zu mehr Gelassenheit und Vertrauen in das Geschick der User.</p>
<p>F&#252;r Mark Zuckerberg gilt diese Aussage nat&#252;rlich nicht. Er hat keinen Grund zur Gelassenheit, sondern sollte sich eher fragen ob es wirklich klug ist, die Kommunikation der User auf Facebook immer st&#228;rker ins &#214;ffentliche zu ziehen. Am Ende k&#246;nnten ihn die Werbepartner und Marketingstrategen allein lassen, weil seine Daten von zu geringer Aussagekraft und damit von zu geringem Wert sein k&#246;nnten. Aber vielleicht ist ihm das auch egal: Wenn er heute in den Spiegel schaut, sieht er einen Milliard&#228;r mit wahrhaft beeindruckender Chronik. Was will man mehr?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40907&amp;md5=ada40d9021eb06599be0b4cef96d1cba" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der hilflose Datenschutz</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 12:25:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[CCC]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Staatstrojaner]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Emp&#246;rung &#252;ber die entdeckten „Staatstrojaner“ ist gro&#223;, doch die politischen Vorschl&#228;ge, wie man dem Mangel an Transparenz und Kontrolle des Staates abhelfen kann, sind noch ziemlich &#252;bersichtlich. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datensch&#252;tzer, die wieder mal nix gemerkt haben, <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/streit-um-staatstrojaner-niedersachen-will-schnueffelsoftware-weiterhin-einsetzen-1738341.html">rufen jetzt</a> erneut nach dem Gesetzgeber. Als ob das etwas n&#252;tzen w&#252;rde! Man m&#252;sste an die Wurzel des Problems: an den Code. Und man m&#252;sste die Organisation des Datenschutzes reformieren.</p>
<p>In diesem Zusammenhang schlage ich vor, dass die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der L&#228;nder k&#252;nftig nicht mehr von den Regierungen (den Parlamenten) vorgeschlagen werden, sondern von einem nicht-staatlichen <strong>„Rat f&#252;r B&#252;rgerschutz“</strong>. Au&#223;erdem muss staatliche Software, die in besonders sensiblen Bereichen Verwendung findet, von einer digitalen Stiftung Warentest zertifiziert werden.</p>
<p><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1017">Hier geht’s zum ganzen Beitrag.</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40778&amp;md5=9a40cf8c4dd40cc3d78074bc590b84f7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Handy als elektronische Fu&#223;fessel</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 16:52:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Malte Spitz]]></category>
		<category><![CDATA[Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Zeit Online kann man minuti&#246;s verfolgen, wie und wo sich das Leben des Gr&#252;nen-Politikers Malte Spitz zwischen August 2009 und Februar 2010 abgespielt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Abgeordnete hatte die von der Telekom auf Vorrat gespeicherten Daten eingeklagt und sie <em>Zeit Online </em><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-02/vorratsdaten-malte-spitz">zur Verf&#252;gung</a> gestellt. Aus diesem Material und weiteren frei zug&#228;nglichen Daten (wie etwa Twitter) bastelten <em>Zeit Online</em> und der Berliner Datengestalter <em><a href=" http://www.opendatacity.de/ ">OpenDataCity</a></em> eine interaktive <a href="http://www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten">Graphik</a>, die demonstriert, was Datenjournalismus heute zu leisten vermag, und in welchem Umfang Telekommunikationsunternehmen (bzw. staatliche Beh&#246;rden) Deutschlands B&#252;rger-Bewegungen nachvollziehen k&#246;nn(t)en. Faszinierend und gruselig zugleich.
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<a href="http://carta.info/38541/das-handy-als-elektronische-fussfessel/">Das Handy als elektronische Fu&#223;fessel</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38541/das-handy-als-elektronische-fussfessel/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38541&amp;md5=b43af84afb6e670a33c8e5f582733b4c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gesch&#228;fte mit privaten Daten: Warum sich der &#8220;Spiegel&#8221; mit der halben Wahrheit begn&#252;gt</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 18:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk Lüke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Gutjahr]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Der neue Spiegel-Titel "Facebook &#38; Co: Die Uners&#228;ttlichen" macht viel Wind um den Handel mit Kundendaten. Das hat Falk L&#252;ke, bis vor kurzem f&#252;r Datenschutz zust&#228;ndiger Referent beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, zu einer Replik herausgefordert. Er meint, die Verlage sollten auch vor der eigenen T&#252;r kehren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Datenschutz ist ein spannendes Thema f&#252;r Journalisten. Da gibt es B&#246;se, Unschuldige, Unwissende und Ratlose. Sch&#246;ne Geschichten lassen sich anhand solcher Bilder gut erz&#228;hlen: Das gro&#223;e b&#246;se Unternehmen X, der arme kleine B&#252;rger Y, ausgebeutet vom internationalen Gro&#223;konzern, um am Ende entbl&#246;&#223;t dazustehen.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist an diesen Geschichten viel Wahres dran. Datenschutz ist und bleibt ein Stiefkind der Unternehmenskulturen. Denn Rechtslage und Durchsetzung, aber auch die grunds&#228;tzliche kulturelle Frage des Umgangs mit Informationen, die die eigene Person oder gar Dritte betreffen, sind nicht abschlie&#223;end gel&#246;st, und es gibt auch niemanden, der in den vergangenen Jahren durchg&#228;ngig klare und praktikable Konzepte entwickelt h&#228;tte (einzig der ideologiegetriebene Post-Privacy-Utopismus, in dem niemand etwas zu verbergen hat, weil die Welt bereit daf&#252;r ist, traut sich so lange messianisch hervor, bis es um die Privatsph&#228;re seiner F&#252;rsprecher geht).</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-37149" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/spiegel0211-228x300.jpg" alt="" width="228" height="300" />Wie bei fast allen Problemen der digitalen Gesellschaft machen erst bestimmte Erscheinungen im Internet diese begreifbar und in den Dimensionen anschaulich. Ob dabei Facebook, B&#252;rgel, Arvato Infoscore, Easycash, das Einwohnermeldeamt, das eingestellte Neuromarketing-Verkaufsverfahren der Hamburger Sparkasse oder Google mehr negative Auswirkungen f&#252;r den Einzelnen mit sich bringen, l&#228;sst sich seri&#246;s kaum beantworten.</p>
<p>Einfach und verst&#228;ndlich ausgedr&#252;ckt: Es gibt Firmen, die verdienen mit Daten Geld. Viel Geld. Zum Beispiel die deutschen Verlage.</p>
<p>Warum &#228;u&#223;ert sich etwa der Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger immer wieder zu Datenschutz-Gesetzesnovellen? Man k&#246;nnte dar&#252;ber erstaunt sein. Doch Daten von Kunden f&#252;r andere nutzbar zu machen, ist f&#252;r viele Verlage eine Einnahmequelle. &#8220;Leserumfragen mit Gewinnspiel&#8221; dienen nicht zuletzt der Datengenerierung. F&#252;r ihre eigenen Werbeaktionen nutzen manche Verlage auch Daten Dritter.</p>
<p>Wer k&#246;nnte zum Beispiel ein starkes Interesse an der Abonnentenkartei einer Fernsehzeitschrift haben? Nat&#252;rlich eine Organisation, die gerne Leute ertappen w&#252;rde, die angegeben haben, keinen Fernsehapparat zu besitzen. Zuf&#228;llig sitzt in einem K&#246;lner Vorort ein solcher Interessent. Die Daten kaufen? Das darf die GEZ nicht. Aber das muss sie ja auch nicht.</p>
<p>Verlage sind in der Regel nicht identisch mit ihren Redaktionen. Andererseits sind Redaktionen auch nicht so unabh&#228;ngig von den Verlagsinteressen, wie Lehrb&#252;cher es gerne glauben machen m&#246;chten. Dass es f&#252;r Journalisten viel einfacher ist, einen externen Player wie <em>Facebook</em> oder <em>Google</em> beim kritischen Thema Datenschutz anzugreifen als den eigenen Verlag, liegt auf der Hand. Schon das Schreiben &#252;ber andere Publikationen, &#252;ber Journalisten eines anderen oder des eigenen Hauses ist oft mit Debatten verbunden. Wer wollte da glauben, dass <em>Spiegel</em>-Reporter das eigene Unternehmen zur Titelstory machen: &#8220;Datenkrake Spiegel Verlag&#8221;? &#8216;Selbstinvestigativer&#8217; Journalismus ist ein eher theoretisches Arbeitsgebiet f&#252;r Journalisten. Eventuell mal ein sch&#246;nes Thema f&#252;r investigative Blogger?</p>
<p>Dass Journalisten sich eher mit anderen Playern besch&#228;ftigen, ist am Ende vielleicht sogar w&#252;nschenswert. Bei ihren eigenen Verlagen w&#228;ren sie wohl zu nah am Beobachtungsobjekt.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zu diesem Thema auch <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/doppelmoral-1-der-spiegel/">Richard Gutjahrs Text</a> &#252;ber die Doppelmoral des &#8220;Spiegel&#8221;.</em></p>
<p><em>Texte auf Carta zum Thema Facebook: </em><em>1. Ein <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Sonderfall</a>; 2. Facebook <a href="http://carta.info/32612/facebook-places-ich-bin-hier-wie-sag-ichs-dir/">Places</a>; 3. Ein <a href="http://carta.info/25462/facebook-ein-zwischenruf/">Zwischenruf</a></em></p>
<p><em>Au&#223;erdem: </em><em><a href="http://carta.info/33848/spiegel-online-die-wahre-krake-im-netz/">Spiegel Online – die wahre Krake im Netz</a></em>
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<a href="http://carta.info/37146/geschaefte-mit-privaten-daten-warum-sich-der-spiegel-mit-der-halben-wahrheit-begnuegt/">Gesch&#228;fte mit privaten Daten: Warum sich der &#8220;Spiegel&#8221; mit der halben Wahrheit begn&#252;gt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37146/geschaefte-mit-privaten-daten-warum-sich-der-spiegel-mit-der-halben-wahrheit-begnuegt/#comments">23 comments</a>
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		<title>Eisenbahn-Bundesamt verlangt 300 Euro f&#252;r Datenschutzschlamperei</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 18:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Informationsfreiheitsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Eisenbahn-Bundesamt verlangte f&#252;r eine Auskunft zu Beschwerden gegen die Bahn auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes 303,85 Euro Geb&#252;hren von mir. Im Gegenzug erhielt ich Namen, Anschriften, Telefonnummern und sogar eine Bankverbindung von B&#252;rgern, die sich an die Beh&#246;rde wandten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c2d9ce5d19044d73b47734dcd2b663db" alt="" width="1" height="1" />Im Juni diesen Jahres erfuhr ich, dass sich beim <a href="http://www.eba.bund.de/cln_015/sid_8785EF8317DE5027575A1E10B737CFD4/DE/Home/homepage__node.html?__nnn=true" target="_blank">Eisenbahn-Bundesamt</a> (EBA) Beschwerden von Bahnkunden h&#228;uften, die wegen der Versp&#228;tung ihres Zuges eine Entsch&#228;digung beantragen. Die Bahn ist seit Inkrafttreten der neuen <a href="http://www.bmj.bund.de/enid/Verbraucherschutz/Fahrgastrechte_1ef.html" target="_blank">Fahrgastrechte</a> im Sommer 2009 verpflichtet, bei Fahrplan&#252;berschreitungen von mehr als 60 Minuten bis zur H&#228;lfte des Ticketpreises zu erstatten.</p>
<p>Der Grund f&#252;r die Beschwerden: Schriftlich reklamierende Kunden bekamen in mehreren F&#228;llen von der Bahn die Antwort, sie sollten die Fahrkarte als Beleg einreichen, damit eine Entsch&#228;digung m&#246;glich sei. Die meisten Kunden hatten das Ticket aber bereits ihrer Reklamation beigef&#252;gt – nun hatten sie nat&#252;rlich keine Kopie ihrer Fahrkarte mehr, mit der sie alles belegen konnten. Ein Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), der Aufsichtsbeh&#246;rde der Bahn, erkl&#228;rte sp&#228;ter, dass die Beh&#246;rde wegen der Vorf&#228;lle ermittelte.</p>
<p>Um mehr Informationen zu erhalten, stellte ich beim EBA einen Antrag nach dem <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/ifg/" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> (IFG), in dem ich um Einsicht in die entsprechenden Vorg&#228;nge bat. Knapp einen Monat sp&#228;ter durfte ich die entscheidenden Akten in den R&#228;umlichkeiten des EBA in Bonn einsehen. Zuvor musste ich allerdings per Vorkasse die verlangten Geb&#252;hren in H&#246;he von 303,85 Euro begleichen – die h&#246;chsten, die ich bisher f&#252;r eine IFG-Auskunft zahlen sollte.</p>
<p>Die vorbereiteten Akten bestanden im Wesentlichen aus den Original-Beschwerdeschreiben von Bahnkunden an das EBA, Schriftwechseln zwischen den Beschwerdef&#252;hrern und der Bahn, Antworten des EBA an die Beschwerdef&#252;hrer sowie Schriftwechseln zwischen dem EBA und der Bahn.</p>
<p>Auf einer Reihe von Schreiben waren jedoch personenbezogene Daten von Personen, die sich beim Eisenbahn-Bundesamt beschwerten, nicht fachgerecht geschw&#228;rzt, so dass ich nicht nur die Namen einiger Beschwerdef&#252;hrer lesen konnte, sondern auch deren Telefonnummern und sogar eine Bankverbindung. Man stelle sich vor: Man beschwert sich beim Eisenbahn-Bundesamt, weil man sich von der Deutschen Bahn schlecht behandelt f&#252;hlt und als „Belohnung“ teilt das Eisenbahn-Bundesamt die eigene Kontonummer einer x-beliebigen fremden Person (das IFG gilt f&#252;r Jedermann, nicht nur f&#252;r Journalisten) mit – vollst&#228;ndiger Name inklusive.</p>
<p>Wegen der vom Eisenbahn-Bundesamt verlangten 303,85 Euro Geb&#252;hren legte ich in der Folge Widerspruch beim EBA und Beschwerde beim Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit ein.</p>
<p>In seiner Antwort auf meine Beschwerde schrieb der Bundesdatenschutzbeauftragte nun, dass seiner Auffassung nach &#8220;die Zusammensetzung der Geb&#252;hren und Auslagen&#8221;, die das EBA geltend gemacht hat, f&#252;r mich als Antragsteller &#8220;nicht unbedingt nachvollziehbar&#8221; sei und er das Eisenbahn-Bundesamt deshalb darauf hingewiesen habe, &#8220;zuk&#252;nftig zur besseren Nachvollziehbarkeit, dem Antragsteller die Zusammensetzung der Geb&#252;hren zu erl&#228;utern&#8221;.</p>
<p>An diesem Punkt ist anzumerken, dass es nicht das erste Mal ist, dass das Eisenbahn-Bundesamt durch nachweisliche Inkompetenz in Sachen Informationsfreiheit auff&#228;llig wird. In seinem <a href="http://www.informationsfreiheitsgesetz.net/blog/wp-content/uploads/2010/05/2TB08_09.pdf" target="_blank">letzten T&#228;tigkeitsbericht</a> schreibt der Bundesdatenschutzbeauftragte &#252;ber das Eisenbahn-Bundesamt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die meisten M&#228;ngel h&#228;tten vermieden werden k&#246;nnen. Sie waren Folgen einer ungen&#252;genden internen Organisation. Um dies mit dem EBA zu erl&#228;utern, baten meine Mitarbeiter w&#228;hrend der Kontrolle ausdr&#252;cklich um ein Abschlussgespr&#228;ch. Leider war trotz Zusage zum vereinbarten Termin keiner der zust&#228;ndigen Ansprechpartner zu erreichen. Ein derartiges Verhalten einer Beh&#246;rde im Rahmen eines Beratungs- und Kontrollbesuches durch den Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit ist bislang einmalig.</p>
<p>Auf Grund der beachtlichen Verst&#246;&#223;e und festgestellten Schwierigkeiten habe ich gegen&#252;ber dem zust&#228;ndigen Bundesministerium f&#252;r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Beanstandung gem. § 25 Absatz 1 <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/" target="_blank">BDSG</a> i. V. m. § 12 Absatz 3 IFG ausgesprochen&#8221;</p></blockquote>
<p>In meinem Schreiben an den Bundesdatenschutzbeauftragten informierte ich diesen auch &#252;ber die Preisgabe von personenbezogenen Daten durch das Eisenbahn-Bundesamt. Hierauf geht der Datenschutzbeauftragte in seinem Antwortschreiben jedoch mit keinem Wort ein. Stattdessen warnt der Beauftragte Peter Schaar die B&#252;rger &#246;ffentlich davor, nicht zu viele Daten in sozialen Netzwerken preiszugeben. Dass die wahren Gefahren f&#252;r den Datenschutz offensichtlich auch in deutschen Amtsstuben lauern, scheint an ihm vorbeizugehen.</p>
<p>Das Eisenbahn-Bundesamt hat mir zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Deutsche Bahn &#8220;alle Beschwerdef&#252;hrer zwischenzeitlich entsch&#228;digt&#8221; hat. Das letzte Verfahren wurde jedoch erst am 22. Oktober eingestellt. Dar&#252;ber hinaus wurden, wie mir das EBA auch wieder erst auf weiteres Nachhaken hin mitteilte, &#8220;in zwei F&#228;llen Verst&#246;&#223;e gegen Art. 16 und/oder 17 <a href="http://www.eba.bund.de/cln_016/SharedDocs/Publikationen/DE/Infothek/GesetzeundRegelwerk/Europarecht/11__vo__2007__1371__eg,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/11_vo_2007_1371_eg.pdf" target="_blank">VO 1371/2007/EG</a> festgestellt&#8221;. In den beiden F&#228;llen hat die Bahn „die geschuldete Leistung nicht binnen der gesetzlichen Zahlungsfrist von einem Monat gem&#228;&#223; Art. 17 Abs. 2 S. 1 VO 1371/2007/EG bewirkt“, so EBA-Sprecherin Heike Schmidt.</p>
<p>Mein an das EBA gerichteter Antrag, auf die Erhebung der 303,85 Euro Geb&#252;hren aus Gr&#252;nden des &#246;ffentlichen Interesses zu verzichten, wurde &#252;brigens abgelehnt. Nach § 2 <a href="http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/IFG/IFGBundesgesetzUndGebuehrenO/GebuehrenOrdngIFG.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank">Informationsgeb&#252;hrenverordnung</a> kann eine Beh&#246;rde, selbst wenn eigentlich Geb&#252;hren erhoben werden k&#246;nnten, von deren Erhebung aus „Gr&#252;nden der Billigkeit oder des &#246;ffentlichen Interesses” absehen, also beispielsweise bei Journalisten, die f&#252;r die &#214;ffentlichkeit berichten. „Aufgrund fehlender medialer Aufmerksamkeit f&#252;r die in Rede stehende Thematik, war ein &#252;berwiegend &#246;ffentliches Interesse f&#252;r die Beh&#246;rde auch nicht erkennbar“, so das Eisenbahn-Bundesamt in seiner Begr&#252;ndung. Sicherlich meint das Eisenbahnbundesamt mit „fehlender medialer Aufmerksamkeit“ die Berichte zu dem Thema im <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,708260,00.html" target="_blank">Spiegel</a>, bei sueddeutsche.de, bei <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article8616608/Bahnkunden-beklagen-Schikanen-bei-Ticket-Erstattung.html?wtmc=RSS.Wirtschaft.Wirtschaft" target="_blank">Welt Online</a>, auf <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Schikanen-bei-Reklamationen-article1125731.html" target="_blank">ntv.de</a> und in der <a href="http://www.journalist.de/das-heft/inhalt-e-paper/inhalte-2010/ausgabe-112010.html" target="_blank">letzten Ausgabe des „journalist“</a>.
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		<title>Post-Privacy als Herrschaftsform</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 11:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno Park</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Filter]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Privacy]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Debattenbeitrag von Enno Park &#252;ber die "Utopie des perfekten Filters".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Post-Privacy beschreibt das Ende der Privatsph&#228;re im Zeitalter der  totalen Vernetzung. Die Kontrollverlust-Debatte dreht sich darum, was  Privatsph&#228;re, Privatheit und &#214;ffentlichkeit eigentlich bedeuten und wie  sie in eine digitale Welt hin&#252;ber zu retten sind, was man auch den  konservativen Ansatz des Datenschutzes nennen k&#246;nnte – oder aber ob  Datenschutz vielleicht v&#246;llig obsolet ist in einer Welt umfassender  Datensammlungen, auf die ubiquit&#228;r und in Echtzeit zugegriffen werden  kann – der progressive Ansatz, der <a href="http://www.ctrl-verlust.net/vortrag-das-radikale-recht-des-anderen/">nach Michael Seemann in eine neue Ethik gipfelt</a>, welche das Zur&#252;ckhalten von Daten als unmoralisch begreift und von ihm selbst “radikal” genannt wird.</p>
<p>Nicht  mehr der Sender soll entscheiden, was er von sich preisgibt, sondern  der Empf&#228;nger die absolute Souver&#228;nit&#228;t dar&#252;ber erlangen, wie er  filtert. Die Verweigerung von Information sei deshalb ethisch  verwerflich, da das Recht des Empf&#228;ngers, auf eigene Weise zu filtern,  eingeschr&#228;nkt w&#252;rde. Unbeantwortet bleibt die Frage, warum der Empf&#228;nger  ein solches Recht &#252;berhaupt haben sollte. Die Informations- und  Meinungsfreiheit gibt ein solches Recht nicht her, wie ich noch darlegen  werde.</p>
<p>Radikales &#214;ffentlichmachen von bisher Privatem – im Grunde also das  Konzept des Outings – zwingt die &#214;ffentlichkeit geradezu, sich mit  unangenehmen Dingen auseinander zu setzen und diese auf irgend eine  Weise zu akzeptieren und in ihre Kultur einzubauen – oder aber zu  bek&#228;mpfen. Das Coming-Out in der Schwulenbewegung wird immer wieder als  Paradebeispiel daf&#252;r angef&#252;hrt, dass es nicht darauf ankomme,  Information zu unterdr&#252;cken und Privatsph&#228;re irrelevant sei, sondern nur  darauf, wie die Information gefiltert und verwertet wird, um die  Gesellschaft zu ver&#228;ndern.</p>
<p><em>Weiterlesen im <a href="http://www.ennomane.de/2010/11/28/postprivacy-my-ass-von-der-utopie-des-perfekten-filters/" target="_blank">Blog von Enno Park</a>.</em>
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		<title>Ist die GEZ ein Hort der Rechtsstaatlichkeit, Gesetzestreue und Unfehlbarkeit?</title>
		<link>http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/</link>
		<comments>http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 15:08:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Peter Bull]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Urteile des Wuppertaler Amtsgerichts zeigen: Auch bei der GEZ kann es Pflichtverst&#246;&#223;en kommen. In seinem j&#252;ngsten Gutachten zum Datenschutz sah Hans Peter Bull dies noch deutlich anders.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6441665f76134378aa5df86d599ecc14" alt="" width="1" height="1" />Am 20. September legte Hans Peter Bull sein „<a href="http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/">Datenschutz-Gutachten</a>“ zum diskutierten Rundfunkbeitrag. Darin stellt er fest, dass die GEZ f&#252;r ihn in Fragen des Datenschutzes <strong>ein Ort der Gesetzestreue und Datensicherheit </strong>ist. „In der jahrzehntelangen Geschichte der GEZ ist kein einziger Fall eines solchen Pflichtversto&#223;es vorgekommen.“ (Gutachten S. 34) Bisher seien die entsprechenden Rechtsvorschriften immer eingehalten worden.</p>
<p>Im „Bereich der Datenverarbeitung durch die Rundfunkanstalten und die GEZ gibt es keine Missbrauchserfahrungen.“ (Gutachten S. 32) Dies kann man auch anders sehen. Denn erst 2005 wurden der GEZ durch die &#196;nderung des Rundfunkstaatsvertrages (8. Fassung) auch<strong> Kauf und Nutzung von Adressdaten privater Anbieter</strong> gesetzlich erlaubt. Das hatte allerdings die GEZ bereits davor l&#228;ngst praktiziert – also ohne gesetzliche Erlaubnis bzw. entsprechende Rechtverordnungen gehandelt.</p>
<p>Dass es Verst&#246;&#223;e gegen Gesetze und Rechtsverordnungen auch bei der GEZ gab, dokumentiert ein aktuelles Urteil des Wuppertaler Amtsgerichtes. Es verh&#228;ngte gestern gegen drei von f&#252;nf Beschuldigte Strafen wegen Vorteilsannahme bzw. -gew&#228;hrung, wie die <em><a href="http://m.ftd.de/it-medien/medien-internet/:verurteilungen-geld-und-bewaehrungsstrafen-im-gez-korruptionsskandal/50176870.html?mode=simple">FTD</a></em> meldete. In zwei F&#228;llen stellte es das Verfahren gegen die Zahlung von 3.000 und 40.000 Euro ein.</p>
<p>„Ein GEZ-Mitarbeiter hatte sich von einer Wuppertaler Computerfirma Besuche der K&#246;lner Erotikbar ‚Kokett’, von Spitzenrestaurants sowie der VIP-Loge bei einem Fu&#223;ball-L&#228;nderspiel bezahlen lassen. Die GEZ hatte der Firma wiederum Auftr&#228;ge f&#252;r Computeranlagen mit sechsstelligem Volumen erteilt. Einen Schaden stellte das Gericht allerdings nicht fest“, so die <em><a href="http://m.ftd.de/it-medien/medien-internet/:verurteilungen-geld-und-bewaehrungsstrafen-im-gez-korruptionsskandal/50176870.html?mode=simple">FTD</a></em>.</p>
<p>Auch wenn &#8211; wie das Gericht feststellt &#8211; kein Schaden entstanden ist, zeigt dies, dass es auch in der GEZ zu Gesetzesverst&#246;&#223;en und Korruption kommen kann. In anderen F&#228;llen (Winfried Mohren und J&#252;rgen Emig) hatten die Intendanten u.a. darauf verwiesen, dass man gegen menschliches Fehlverhalten nicht gefeit sei.</p>
<p>Sicher ist, dass das bei der GEZ ab dem 1. Januar 2013 vorliegende bundesweite Register f&#252;r werbende Unternehmen von Interesse sein wird. Denn dieses Register hat eine neue Qualit&#228;t, da es alle bundesdeutschen Haushalte in einer Datenbank erfasst. So eine Datenbank k&#246;nnen werbende Unternehmen wie auch Werbeagenturen gut gebrauchen.</p>
<p>Da kann man nur hoffen, dass sich kein (leitender) Mitarbeiter korrumpieren l&#228;sst. Besser als darauf zu hoffen, w&#228;re es allerdings, entsprechende technische Vorsichtsma&#223;nahmen zu entwickeln und umzusetzen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34753&amp;md5=0b1d6862a35bbdc0fa248e40c4be8962" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>De Maizière: Heimlich in Soziale Netzwerke einschleichen, ist f&#252;r Arbeitgeber tabu</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 12:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Beschäftigtendatenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesinnenministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=32800</guid>
		<description><![CDATA[Der Bundesinnenminister hat heute zu kl&#228;ren versucht, aus welchen sozialen Netzwerken sich Arbeitgeber bei Bewerbungen zuk&#252;nftig bedienen d&#252;rfen. Dort, wo eine “H&#252;rde” zu privaten sozialen Netzwerken steht, sollen Arbeitgeber ausgesperrt bleiben. Was genau das bedeutet, werden die Gerichte entscheiden m&#252;ssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/51639a4c0c834df38ba2a4770e518cbc" alt="" width="1" height="1" />Nachdem die <a href="http://www.internet-law.de/2010/08/arbeitnehmerdatenschutz-soll-regelung-fur-soziale-netzwerke-enthalten.html">Passagen zu Sozialen Netzwerken</a> im geplanten Besch&#228;ftigtendatenschutzgesetz (<a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzestexte/Entwuerfe/Entwurf_Beschaeftigtendatenschutz.pdf?__blob=publicationFile">Gesetzentwurf</a>) breits vorab einiges <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/der-wahnsinn-grassiert-im-haus-von-thomas-de-maiziere/">Unverst&#228;ndnis</a> ausgel&#246;st haben, hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Regelungen heute vor der Bundespressekonferenz noch einmal zu erl&#228;utern versucht.</p>
<p>Aus Sicht des Ministers soll gelten:</p>
<ul>
<li>&#214;ffentliche Informationen, die dem Arbeitgeber ohne &#8220;H&#252;rden&#8221; zu &#252;berwinden zug&#228;nglich sind, d&#252;rfen im Bewerbungsprozess verwendet werden.</li>
<li>Informationen aus privat genutzten und geschlossenen Sozialen Netzwerken d&#252;rfen nicht verwendet werden.</li>
<li>Informationen aus Sozialen Netzwerken, die explizit der Darstellung beruflicher Qualifikationen dienen, k&#246;nnen vom Arbeitgeber ebenfalls verwendet werden.</li>
<li>Der Arbeitgeber muss den Bewerber &#252;ber entsprechende Recherchen vorab informieren.</li>
<li>Das neue Gesetz solle Rechtssicherheit schaffen, zugleich aber solle der Umgang mit sozialen Netzwerken nicht total verrechtlicht werden und den Gerichten ein Entscheidungssielraum bei der Grenzziehung gelassen werden.</li>
</ul>
<p><em>Carta </em>dokumentiert hier die Aussagen des Ministers aus der Bundespressekonferenz:</p>
<p>De Maizière: &#8220;Was darf der Arbeitgeber bei Einstellungsverfahren recherchieren?</p>
<p>Meines Erachtens geht es hier &#252;brigens auch um ein St&#252;ck Netzpolitik: Wie sind Freiheit und die Nutzung des Internet in Einklang zu bringen?</p>
<p>Der Arbeitgeber darf sich aus allgemein zug&#228;nglichen Quellen informieren, er darf dazu auch Suchmaschinen benutzen und alles, was &#246;ffentlich und allgemein zug&#228;nglich ist verwenden. Er darf sich aber nicht in sozialen Netzwerken als Freund ausgeben und anschlie&#223;end die Informationen vorhalten, die der Bewerber oder der Besch&#228;ftigten nur seinen Freunden in dem sozialen Netzwerk zur Verf&#252;gung stellt.</p>
<p>Allgemein zug&#228;ngliche Quellen: ja. Nutzung von geschlossenen sozialen Netzwerken: nein. &#8211; Das ist der erste Punkt, &#252;ber den lange diskutiert worden ist.</p>
<p>Es gibt eine R&#252;ckausnahme bei den Netzwerken, die speziell zur Zurverf&#252;gungstellung von biographischen Daten f&#252;r Bewerbungszwecke angelegt sind, da ist es nat&#252;rlich nicht verboten.&#8221;</p>
<p><em>Frage:</em><em> Wer w&#252;rde denn seinen k&#252;nftigen Arbeitgeber als Freund akzeptieren, und muss man das wirklich gesetzlich regeln?</em></p>
<p>&#8220;Dieses Gesetz soll ja zur Rechtssicherheit beitragen. Und es ist eine vieldiskutierte Frage, ob ein Arbeitgeber wilde Fotos aus der Studentenzeit nutzen darf, um jemanden daraufhin nicht einzustellen. Eine gesetzliche Regelung ist deshalb ein berechtigtes Anliegen. Wenn ein Personaler einem Bewerber eine Facebook-Anfrage schickt, gibt es Leute, die halten es f&#252;r klug, 1.786 Freunde zu haben und denken, auf einen Freund mehr oder weniger kommt es nicht an. Wenn das Unternehmen dann die dadurch erhaltenen Informationen im Bewerbungsverfahren benutzt, da sagen wir das geht nicht.</p>
<p><strong>Der dahinterliegende Grundsatz ist: Was &#246;ffentlich zug&#228;nglich ist, darf selbstverst&#228;ndlich verwertet werden. Wo man erst eine H&#252;rde &#252;berwinden muss, um an Informationen &#252;ber den Bewerber zu gelangen, ist es nicht zul&#228;ssig.</strong></p>
<p>Eine <strong>R&#252;ckausnahme </strong>gilt wie gesagt f&#252;r Internetdienste f&#252;r Bewerber, bei denen die Bewerber ihre Daten einstellen und Unternehmen sich anmelden m&#252;ssen, um an diese Daten zu kommen, da das erw&#252;nscht und auch im Interesse des Bewerbers liegt, da er ja auch nur die entsprechenden Daten in diesen &#8220;<strong>Bewerberdienst</strong>&#8221; einstellt. <strong>Aber: private soziale Netzwerke sind private soziale Netzwerke und nicht Einfallstor f&#252;r Bewerbungsverfahren</strong>.&#8221;</p>
<p><em>Nachfrage: Wenn sich der Personaler bereits im sozialen Netzwerk eingeschmuggelt hat und den Bewerber daraufhin gar nicht erst zum Vorstellungsgespr&#228;ch einl&#228;dt, wird der Bewerber ja nie davon erfahren. Wie kann so etwas &#252;berpr&#252;ft werden? Das scheint mir eine sehr theoretische Frage.</em></p>
<p>&#8220;Es gibt keine staatliche &#220;berpr&#252;fungsbeh&#246;rde f&#252;r Einstellungsverfahren &#8211; das w&#228;re ja noch sch&#246;ner. Sondern es handelt sich, wie etwa auch bei Anti-Diskriminierungsrichtlinie, um verbindliche Regeln, an die sich die Arbeitgeber halten m&#252;ssen.  Sollte sich heraustellen und nachweisen lassen, dass der Arbeitgeber dagegen versto&#223;en hat, kann es Schadensersatzanspr&#252;che, Bu&#223;geldregelungen geben. Nat&#252;rlich kann jede Regelung, etwa auch im Kauf- oder Mietrecht, umgangen werden. Das entbindet den Gesetzgeber aber nicht davon, den Regelfall aufzuregeln.&#8221;</p>
<p><em>Frage: Gibt es da nicht eine Grauzone, was die Trennung beruflich/privat angeht?</em></p>
<p>(De Maizière liest den Text des Gesetzentwurfs vor &#8211; siehe unten).</p>
<p>Wir haben bei diesem Gesetz immer eine Abw&#228;gung zu treffen zwischen Rechtssicherheit und Verrechtlichung. Sie k&#246;nnen das Eine ohne das Andere nicht ganz haben. Wir haben versucht einen mittleren Weg zu gehen, der der Rechtsprechung &#252;berl&#228;sst anhand dieses Gesetzes denkbare Grenzlinien mit der technischen Entwicklung n&#228;her zu bestimmen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>In § 32 (6) des Gesetzentwurfes hei&#223;t es:</strong></p>
<p>Besch&#228;ftigtendaten sind unmittelbar bei dem Besch&#228;ftigten zu erheben. Wenn der Arbeitgeber den Besch&#228;ftigten vor der Erhebung hierauf hingewiesen hat, darf der Arbeitgeber allgemein zug&#228;ngliche Daten ohne Mitwirkung des Besch&#228;ftigten erheben, es sei denn, dass das schutzw&#252;rdige Interesse des Besch&#228;ftigten an dem Ausschluss der Erhebung das berechtigte Interesse des Arbeitgebers &#252;berwiegt. Bei Daten aus sozialen Netzwerken, die der elektronischen Kommunikation dienen, &#252;berwiegt das schutzw&#252;rdige Interesse des Besch&#228;ftigten; dies gilt nicht f&#252;r soziale Netzwerke, die zur Darstellung der beruflichen Qualifikation ihrer Mitglieder bestimmt sind.</p>
<p>Dazu stellt die Gesetzesbegr&#252;ndung fest:</p>
<p>Auch im Internet bei bestimmungsgem&#228;&#223;er Nutzung f&#252;r jeden abrufbare Daten sind grunds&#228;tzlich allgemein zug&#228;nglich, insbesondere, wenn die Daten &#252;ber eine allgemeine Suchmaschine auffindbar sind. Sind die eingestellten Daten dagegen nur einem beschr&#228;nkten Personenkreis zug&#228;nglich, z. B. ausgew&#228;hlten Freunden, liegt eine allgemeine Zug&#228;nglichkeit nicht vor. Die Erhebung allgemein zug&#228;nglicher Daten ist nicht zul&#228;ssig, wenn das schutzw&#252;rdige Interesse des Besch&#228;ftigten an dem Ausschluss der Erhebung gegen&#252;ber dem berechtigten Interesse des Arbeitgebers &#252;berwiegt. Einen solchen Fall regelt ausdr&#252;cklich Satz 2 letzter Halbsatz im Hinblick auf soziale Netzwerke im Internet, die der elektronischen Kommunikation dienen. <strong>Die dort eingestellten Daten d&#252;rfen vom Arbeitgeber grunds&#228;tzlich nicht erhoben werden; eine Ausnahme hiervon gilt nur f&#252;r soziale Netzwerke im Internet, die gerade zur eigenen Pr&#228;sentation gegen&#252;ber potentiellen Arbeitgebern genutzt werden</strong>.</p>
<p>&#220;berwiegende schutzw&#252;rdige Interessen des Besch&#228;ftigten k&#246;nnen sich im &#220;brigen daraus ergeben, wie alt die Ver&#246;ffentlichung der Daten im Internet ist, in welchem Kontext sie erfolgt und ob der Besch&#228;ftigte nach den erkennbaren Umst&#228;nden noch die Herrschaft &#252;ber die Ver&#246;ffentlichung hat. Bei der Abw&#228;gung ist auch zu ber&#252;cksichtigen, ob der Arbeitgeber durch die Erhebung der Daten zu Zwecken des Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisses gegen allgemeine Gesch&#228;ftsbedingungen desjenigen, der die Informationen bzw. die Plattform f&#252;r diese zur Verf&#252;gung stellt, versto&#223;en w&#252;rde. In diesem Fall ist die Erhebung der Daten ebenfalls in der Regel wegen eines &#252;berwiegenden Interesses des Arbeitnehmers unzul&#228;ssig.
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<a href="http://carta.info/32800/de-maiziere-heimlich-in-soziale-netzwerke-einschleichen-ist-fuer-arbeitgeber-tabu/">De Maizière: Heimlich in Soziale Netzwerke einschleichen, ist f&#252;r Arbeitgeber tabu</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32800/de-maiziere-heimlich-in-soziale-netzwerke-einschleichen-ist-fuer-arbeitgeber-tabu/#comments">8 comments</a>
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		<item>
		<title>Google, Apple und Facebook – Der Kampf der Internetgiganten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 12:14:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dominanz, Datenschutz, Zensur und Marktbeherrschung: Die Giganten der Internetwirtschaft &#228;hneln sich strukturell und sollten auch in der Politik strukturell und damit losgel&#246;st von einzelnen Aktivit&#228;ten betrachtet werden. Ein Vortrag zur Versachlichung der Diskussion.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3df62d0e95d249fe8af90d413aa2f567" alt="" width="1" height="1" />In der &#214;ffentlichkeit entsteht mitunter der Eindruck, zwischen Google, Apple und Facebook finde ein Kampf statt. Ich bin dieser These in einem Vortrag nachgegangen und habe die unterschiedlichen Strategien der beteiligten Unternehmen zusammengestellt.</p>
<p>Seit langem verfolge ich die &#246;ffentliche Berichterstattung und m&#246;chte mit dieser Pr&#228;sentation einen <a href="http://carta.info/autor/christoph_kappes/">weiteren Beitrag</a> zur Versachlichung der Diskussion leisten. Das gilt auch f&#252;r kritische Punkte; sie sind bei allen Unternehmen strukturell gleich und sollten auch in der Politik strukturell und damit losgel&#246;st von einzelnen Aktivit&#228;ten betrachtet werden.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/kappes.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-32381" title="kappes" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/kappes-300x228.jpg" alt="" width="300" height="228" /></a>In meinem Vortrag komme ich zu dem Schluss, dass Apple aufgrund seiner Strategie einen Sonderfall darstellt, den man am besten als Qualit&#228;tsf&#252;hrerschaft in einem Nischensegment beschreiben kann. Das wird von mehreren Elementen bestimmt, namentlich von einer vertikalen Integration zwischen Hardware- und Software-Ebenen mit gewissen Lock-In-Mechanismen. Diese Sonderstellung Apples ergibt sich auch aus der Umsatzstruktur, die von Hardware im Bundle mit Software gepr&#228;gt ist, und der Gewinnsituation, die sich auch aus &#252;berdurchschnittlichen Hardware-Margen bei gleichzeitigem Innovationstempo mit neuen Produkten erkl&#228;ren l&#228;sst.</p>
<p>Google und Facebook sind untereinander direkte Wettbewerber, da sie werbefinanzierte Gesch&#228;ftsmodelle haben, die rein software- bzw. dienste-basiert sind. W&#228;hrend Google einen weit besseren Umsatz je Kunde erzielt, steht Facebook in puncto Kundenbindung besser da. Googles Kerngesch&#228;ft ist durch einige Effekte und den Verteilungskampf um Werbeerl&#246;se mit Facebook mittelfristig in Gefahr, w&#228;hrend Facebooks Innovationstempo viele Potentiale zeigt, die Plattform weiter auszubauen. Ich komme zum Ergebnis, dass Google sich in vielen Gesch&#228;ftsfeldern in einem „Mehrfrontenkrieg“ befindet, – vor allem mit Facebook.</p>
<p>Um einen &#220;berblick zu geben, f&#252;hre ich au&#223;erdem eine Vielzahl der aktuellen Diskussions- bzw. Kritikpunkte mit dem Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit auf. Sie sind bei allen drei Unternehmen gleichartig: Auch bei Facebook wird die Dominanz-Diskussion gef&#252;hrt (Sondertarife mit Telkos bei 0.facebook.com) und die Datenschutz-Diskussion um WLAN-Erfassung gibt es auch bei Apple. Auf eine Wertung verzichte ich jedoch weitgehend.</p>
<p>Abschlie&#223;end zeige ich m&#246;gliche weitere Entwicklungen auf und komme zu dem Ergebnis, dass einerseits mittelfristig seri&#246;se Prognosen &#252;ber die Zukunft der derzeit gro&#223;en Player kaum m&#246;glich sind, da der Internetmarkt weiterhin sehr dynamisch ist und stark w&#228;chst. Andererseits gibt es keinen Grund, von einem wirtschaftlichen Niedergang Googles zu sprechen, nur weil es von Facebook und Apple in verschiedenen Gesch&#228;ftsfeldern angegriffen wird.</p>
<div id="__ss_4975802" style="width: 425px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="Google, Apple, Facebook - Der Kampf der Internetgiganten (pdf)" href="http://www.slideshare.net/ckfructus/google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten">Google, Apple, Facebook &#8211; Der Kampf der Internetgiganten (pdf)</a></strong><object id="__sse4975802" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=201008kampfgiganten-100815171330-phpapp01&amp;rel=0&amp;stripped_title=google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten" /><param name="name" value="__sse4975802" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse4975802" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=201008kampfgiganten-100815171330-phpapp01&amp;rel=0&amp;stripped_title=google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten" name="__sse4975802" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/ckfructus">Christoph Kappes</a>.</div>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Lesen Sie dazu auch von Christoph Kappes:</em></p>
<ul>
<li><a rel="bookmark" href="../../26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Facebook – Ein Sonderfall im &#214;kosystem des Internets?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="../../21775/google-bashing/">Google-Bashing: Zur politischen &#214;konomie einer Suchmaschine</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>LiquidFeedback in der Piratenpartei: Datenschutz, Transparenz und das private Politische</title>
		<link>http://carta.info/31898/liquidfeedback-in-der-piratenpartei-datenschutz-transparenz-und-das-private-politische/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 11:34:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>

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		<description><![CDATA[Beeintr&#228;chtigt es die Privatsph&#228;re, wenn die eigenen politischen Sachentscheidungen transparent gemacht werden sollen? Nach der Aufschiebung von LiquidFeedback als transparentes Abstimmungsinstrument f&#252;r das Piraten-Programm fordert Michael Seemann eine Grundsatzdiskussion zum Datenschutz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einf&#252;hrung von LiquidFeedback als internes Abstimmungsinstrument f&#252;r die Weiterentwicklung des Parteiprogramms der Piraten wurde am Donnerstag aufgrund von Datenschutzbedenken vom Vorstand f&#252;r einige Wochen verschoben. Lesenswert ist als Einf&#252;hrung dazu der Artikel von <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Piratenpartei-auf-der-Gratwanderung-zwischen-Transparenz-und-Datenschutz-1051745.html">Torsten Kleinz</a> bei <em>heise online</em>.</p>
<p>In der Diskussion um Transparenz und Datenschutz zeigt sich damit ein ganz grunds&#228;tzlicher Gegensatz:</p>
<p><a href="http://frank.geekheim.de/?p=928">Frank Rieger</a>, Datenschutzaktivist und CCC-Sprecher, erkennt hinter den Datenschutzbedenken bei Teilen der Piraten eine Furcht vor Transparenz. Seines Erachtens ist die Einf&#252;hrung von Liquid Democracy f&#252;r die Partei existenziell: Ohne sie werden die Piraten &#8220;nur eine langweilige Nischenpartei bleiben, die irgendwann wieder in der zersplitterten Versenkung verschwindet.&#8221;</p>
<blockquote><p>[F]alls die Piraten daran scheitern diese innerparteiliche dynamische, transparente Entscheidungsfindung zu etablieren, ist eine der wesentlichen Chancen auf eine grundlegende Renovierung des politischen Systems in Deutschland vergeben worden. Der Vorbildcharakter f&#252;r andere Parteien ist enorm.</p></blockquote>
<p><a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2920-Ein-Sturm-aus-Scheisse-ist-auch-eine-Art-fluessiges-Feedback.html">Kristian K&#246;hntopp</a> f&#252;hrt dazu aus:</p>
<blockquote><p>Wenn ich jemandem meine politische Macht delegiere, dann will ich wissen, wer das ist. Dann will ich vertrauen k&#246;nnen. Vertrauen ist die Hoffnung, da&#223; das Verhalten einer Person in der Vergangenheit ein ungef&#228;hres Ma&#223; f&#252;r das Verhalten dieser Person in der Zukunft ist. Es setzt voraus, da&#223; die Vergangenheit offengelegt wird (Transparenz), da&#223; die Aktionen und Abstimmungen dieser Person unter einer Identit&#228;t erfolgt sind (Verkettbarkeit) und da&#223; diese &#220;bersicht vollst&#228;ndig ist. Weil das so ist, ist anonyme politische Bet&#228;tigung ein Widerspruch in sich &#8211; das Politische ist das Gegenteil des Privaten.</p></blockquote>
<p><a href="http://mspr0.de/?p=1557">Michael Seemann</a> findet, die Transparenz-Bef&#252;rworter machten es sich zu leicht, wenn sie argumentieren, dass das Politische eben nicht Privatsache sei und Mandatstr&#228;ger offen legen sollten, wie sie in der Vergangenheit abgestimmt haben. (Dabei muss man bedenken, dass der Mandatstr&#228;ger-Begriff im System durch die M&#246;glichkeit der Delegation einzelner Stimmen sehr weit gefasst ist.)</p>
<blockquote><p>[Einige Piraten] wollen nicht f&#252;r <em>bestimmte</em> &#214;ffentlichkeiten politisch transparent werden oder f&#252;hlen sich derart,  dass sie sich politisch in der &#214;ffentlichkeit nicht frei entfalten  k&#246;nnen. Wo – wenn nicht in der Politik – ist der gesellschaftliche Druck  auf das Individuum am gef&#228;hrlichsten? <strong>Wer diese Bedenken nicht ernst nimmt, f&#252;r den d&#252;rfte Datenschutz an sich &#252;berfl&#252;ssig sein.</strong></p>
<p>Es ist doch so, dass eine einfache Trennung von privat und &#246;ffentlich nicht mehr gibt. Jeder hat <em>bestimmte</em> Privatheiten gegen&#252;ber <em>bestimmten</em> &#214;ffentlichkeiten. Das Politische zum Job, der Job zur  Familienangelegenheiten, die Familie zum Spa&#223; im Freundeskreis und all  das nochmal Reverse. Die Grenze, die wir Privat und &#214;ffentlich nennen,  ist in Wahrheit ein Fraktal gewesen und erst durch das Internet bekommen  wir das zu sp&#252;ren. Wer in dieses komplexe Gebilde wieder mit dem  Trennmesser den klaren Definitionsschnitt vollziehen will, wird der  Sache nicht gerecht.</p></blockquote>
<p>Die netzpolitische Szene komme also nicht daran vorbei, zu entscheiden, was durch Datenschutz &#252;berhaupt gesch&#252;tzt werden sollte. Sie m&#252;sse die zunehmend schwierige Trennung der einzelnen Rollen eines Menschen durch deren Zusammenf&#252;hrung im Netz – und damit den Konflikt zwischen Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungsfindungsprozesse und eventuell daraus folgenden Einschr&#228;nkungen der Privatsph&#228;re – diskutieren.</p>
<p>Letztlich ist es doch eine Wertentscheidung, die Seemann f&#252;r sich– ebenso wie Frank Rieger und Kristian K&#246;hntopp – mit der Pr&#228;ferenz f&#252;r Transparenz getroffen hat. Der Parteivorsitzende Jens Seipenbusch sieht hingegen bei einer &#8220;unverbindlichen Vorbereitungsplattform&#8221; nachvollziehbare Entscheidungen nicht als h&#246;chste Priorit&#228;t.</p>
<p><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/netzpolitik-interview-jens-seipenbusch-uber-einfuhrung-von-liquidfeedback/"><em>Netzpolitik.org</em></a> hat ihn unter anderem   gefragt, wie der perfekte Datenschutz f&#252;r das LiquidFeedback-System   aussehen k&#246;nnte:</p>
<blockquote><p>Jens Seipenbusch: Es kommt auf den Anspruch an, den man   an das System  hat. Mit dem Anspruch, dass diese Software verl&#228;ssliche   und maximal nachvollziehbare Sachabstimmungen erm&#246;glicht, muss man   einige Punkte des  Datenschutzes opfern. Der bisher von der Partei per    Bundesparteitagsbeschlu&#223; ge&#228;u&#223;erte Anspruch hingegen, n&#228;mlich diese    Software als letztlich unverbindliche Vorbereitungsplattform f&#252;r einen    Programmparteitag zu nutzen, l&#228;&#223;t sich sehr wohl mit h&#246;herem  Datenschutz   vereinbaren. Das Motto ‘transparenter Staat statt  gl&#228;serner B&#252;rger’   wird halt schwierig, wenn man einerseits sehr stark  direktdemokratisch   agieren will und andererseits die innerparteiliche  Willensbildung   f&#228;lschlicherweise als Teil staatlichen Agierens  definiert.</p></blockquote>
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		<item>
		<title>S&#228;chsischer Datensch&#252;tzer: GEZ wird zur Supermeldebeh&#246;rde</title>
		<link>http://carta.info/30154/saechsischer-datenschuetzer-gez-wird-zur-supermeldebehoerde/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 15:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die geplanten Haushaltsabgabe sei nicht grundrechtsschondend, sondern erfordere eine intensive Nutzung von Melderegisterdaten durch die GEZ, erkl&#228;rt Andreas Schurig. Auf die Wohnungseigent&#252;mer k&#228;me "Informantenstatus in Bezug auf die Geb&#252;hrenpflicht" zu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem neuen Rundfunkgeb&#252;hrenmodell wird die GEZ wom&#246;glich nicht weniger, sondern deutlich mehr Daten verarbeiten m&#252;ssen &#8211; so sieht es zumindest der s&#228;chsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig: &#8220;Ein neues  Geb&#252;hrenmodell ist notwendig. Es ist aber entt&#228;uschend, dass <strong> keine</strong> grundlegende und <strong>grundrechtsschonende &#196;nderung</strong> angestrebt wird.  W&#252;rde  der Staatsvertragsentwurf <a href="http://carta.info/27372/gez-reform-carta-veroeffentlicht-entwurf-zum-rundfunkgebuehren-staatsvertrag/">so</a> umgesetzt, w&#252;rde die GEZ damit  faktisch zur  Supermeldebeh&#246;rde&#8221;, <a href="http://www.saechsdsb.de/oeffentlichkeitsarbeit/391-presseerklaerung-des-saechsischen-datenschutzbeauftragten-zu-einer-vorgesehenen-haushaltsabgabe-fuer-rundfunkgebuehren">schreibt</a> Schurig in einer Pressemitteilung.</p>
<p>Die intensive Nutzung von Melderegisterdaten zu  Rundfunkgeb&#252;hrenzwecken sei  unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig, so Schurig. Wohnungs- und Hauseigent&#252;mern k&#228;me in Zukunft sogar ein Informantenstatus in  Bezug auf  die Geb&#252;hrenpflicht zu:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Rundfunkanstalten streben  an, ihre Einnahmebasis auf Nichtnutzer mit Hilfe einer sogenannten  &#8216;Haushaltsabgabe&#8217; auszudehnen und damit zu verbreitern. Dies w&#252;rde zu  einer verst&#228;rkten Datenverarbeitung durch die Rundfunkanstalten und der  GEZ mit Hilfe von Melderegisterdaten f&#252;hren. Nach dem neuen  Geb&#252;hrenmodell w&#228;ren zuk&#252;nftig n&#228;mlich alle vollj&#228;hrigen Personen in  Deutschland zu erfassen, um sie einem Haushalt oder einer Wohnung  zuzuordnen, was bisher nicht geschieht.&#8221;</p></blockquote>
<p>mehr <a href="http://www.saechsdsb.de/oeffentlichkeitsarbeit/391-presseerklaerung-des-saechsischen-datenschutzbeauftragten-zu-einer-vorgesehenen-haushaltsabgabe-fuer-rundfunkgebuehren">hier</a>&#8230;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30154&amp;md5=8cd63c80c3a8c83f18cabe648e8c0ec0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Elena: Die neue Volksz&#228;hlung</title>
		<link>http://carta.info/26903/die-neue-volkszaehlung/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 16:40:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[ELENA]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdaten]]></category>

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		<description><![CDATA[Elena scheitert nicht nur beim versprochenen B&#252;rokratieabbau - es ist auch das gr&#246;&#223;te Vorratsdatenspeicherungsprojekt der Bundesrepublik und Gro&#223;feldversuch f&#252;r unausgereifte Chipkartentechnik. Es gibt noch eine ganze Reihe Probleme zu l&#246;sen, wenn das Projekt nicht v&#246;llig scheitern soll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c3afc013d1ee43b4bc5a87d4aaa76f31" alt="" width="1" height="1" />„Weniger B&#252;rokratie, mehr Effizienz“ verspricht das Bundeswirtschaftsministerium vollmundig in seinem Faltblatt, mit dem es f&#252;r den zu Jahresbeginn eingef&#252;hrten Elektronischen Entgeltnachweis, kurz: Elena, wirbt. Elena soll die Einkommensdaten aller abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten – betroffen sind knapp 40 Millionen B&#252;rgerinnen und B&#252;rger – erfassen und zentral in einer Datenbank zusammenf&#252;hren.</p>
<p>Fortan sollen die Arbeitgeber die Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweise an Krankenkassen monatlich zus&#228;tzlich an die Zentrale Speicherstelle (ZSS) der Deutschen Rentenversicherung weiterleiten. Das erkl&#228;rte Ziel ist es, in Zukunft Sozialleistungen wie Arbeitslosen-, Eltern- und Wohngeld papierlos beantragen zu k&#246;nnen und das Berechnungsverfahren zu beschleunigen.</p>
<p>Elena kann jedoch nicht nur das Versprechen der „Entb&#252;rokratisierung“ nicht einl&#246;sen. Entscheidend ist vielmehr, dass damit das gr&#246;&#223;te Datenerfassungs- und Datenvernetzungsprojekt entstanden ist, das es jemals in der Bundesrepublik gegeben hat. Die unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ige Datensammlung erfolgt allein auf den vagen Verdacht hin, dass der Arbeitnehmer eines Tages eine Sozialleistung beantragen k&#246;nnte.</p>
<p>Das Verfahren st&#246;&#223;t daher insbesondere bei Datensch&#252;tzern auf massive Kritik. Sie bef&#252;rchten einen unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Infolgedessen haben mehr als 22.000 B&#252;rger im M&#228;rz Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung Elena eingereicht.</p>
<p><strong>Gigantische Datensammlung</strong></p>
<p>Im Detail enthalten die Datens&#228;tze unter anderem Angaben zu Einkommen, Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnis und -zeitraum, Arbeitsstunden und Kirchensteuer, Krankheits- wie Urlaubstagen. Und das von s&#228;mtlichen abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten aber auch von Beamten, Richtern und Soldaten.</p>
<p>Fest steht bereits, dass die meisten bei der ZSS hinterlegten Daten niemals abgerufen werden. Doch damit nicht genug: Mit dem neu eingef&#252;hrten Verfahren versucht die Bundesregierung zudem, an weitere sensible Daten der Arbeitnehmer zu gelangen. So m&#252;ssen Unternehmen ab sofort beispielsweise auch die Gr&#252;nde f&#252;r Abmahnungen, Fehlzeiten und K&#252;ndigungen nennen.</p>
<p>Worin der Nutzen der erhobenen Informationen liegen soll, erkl&#228;rt die Bundesregierung jedoch nicht. Anfangs hatte die schwarz-gelbe Koalition sogar vorgesehen, dass die Anzahl der Streiktage &#252;bermittelt wird. Gerade solche Daten k&#246;nnten aber zur beh&#246;rdlichen Kontrolle „aufs&#228;ssiger“ Arbeitnehmer missbraucht werden. Nach heftigen Protesten auch seitens der Gewerkschaften wird die Beteiligung an Arbeitsniederlegungen nun unter „sonstige unbezahlte Fehlzeit“ aufgef&#252;hrt.</p>
<p>Faktisch hat die Bundesregierung mit Elena nicht weniger als eine Volksz&#228;hlung f&#252;r Arbeitnehmer eingef&#252;hrt – deren Abfrage auch noch regelm&#228;&#223;ig alle vier Wochen wiederholt wird. Bisher wurden die Einkommensdaten dagegen erst dann von den Arbeitgebern eingeholt, wenn sie von den &#196;mtern auch ben&#246;tigt wurden. Zwar ist zu begr&#252;&#223;en, dass (ehemalige) Arbeitgeber nun nicht mehr davon erfahren, wenn einer ihrer Angestellten Sozialleistungen beantragt. Der Preis f&#252;r dieses geringe Mehr an betriebsinterner Vertraulichkeit f&#228;llt allerdings dramatisch hoch aus.</p>
<p><strong>Missbrauch ausgeschlossen?</strong></p>
<p>Zudem d&#252;rfte die Datenbank, allein schon wegen der schieren Masse an privaten Informationen, nicht nur auf Hacker und Adressh&#228;ndler gro&#223;e Anziehungskraft aus&#252;ben. Der Staat k&#246;nnte – &#228;hnlich wie zuvor bei den Mautdaten – die Zweckbindung der gespeicherten Daten aufheben. Wer garantiert daher, dass die staatliche Sammelwut eines Tages nicht auch Begehrlichkeiten bei anderen Beh&#246;rden weckt, wenn zum Beispiel Finanz&#228;mter Steuererkl&#228;rungen mit den hinterlegten Einkommensdaten abgleichen wollen?</p>
<p>Um Bedenken wegen eines m&#246;glichen Missbrauchs auszur&#228;umen, werden die Daten zwar pseudonymisiert und in verschl&#252;sselter Form gespeichert. Der Zugriff sollte dann eigentlich nur mit dem sogenannten Zwei-Schl&#252;ssel-Prinzip m&#246;glich sein: Beantragt ein Arbeitnehmer Sozialleistungen, m&#252;ssen er und der Beh&#246;rdenmitarbeiter mittels Chipkarten die Freigabe der Daten zeitgleich autorisieren.</p>
<p>Allerdings werden die Profile erst nach Eintreffen auf den Servern der ZSS kodiert – eine entscheidende Schwachstelle. Zudem ist bei Elena auch eine sogenannte Backdoor, eine Art technischer Hintert&#252;r, vorgesehen, beispielsweise f&#252;r den Fall, dass ein Arbeitnehmer seine Chipkarte verliert. Ein Datenzugriff ist damit auch ohne die entsprechende Signatur m&#246;glich. Die alternative „Ende-zu-Ende-Verschl&#252;sselung“, bei der ausschlie&#223;lich die Chipkarte des einzelnen B&#252;rgers den Zugang zu den verschl&#252;sselten Daten gew&#228;hrt, wurde von der Bundesregierung nicht erwogen.</p>
<p><strong>Gro&#223;feldversuch Smartcard</strong></p>
<p>Aber auch diese Vorkehrung b&#246;te noch keine ausreichend Sicherheit. Denn Elena ist zugleich ein staatlich gef&#246;rderter Gro&#223;feldversuch f&#252;r eine bislang unausgereifte Chipkartentechnik – in dem das Prinzip der Datensicherheit durch &#246;konomische Interessen erfolgreich in den Hintergrund gedr&#228;ngt wird.</p>
<p>Geht es nach dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), soll die Chipkarte sprichw&#246;rtlich die eierlegende Wollmilchsau des digitalen Zeitalters werden. Mit ihr soll der B&#252;rger sich nicht nur elektronisch ausweisen, sondern auch bezahlen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Smartcard lie&#223;e sich sogar als mobile Krankenakte einsetzen. Denn auch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) oder der neue elektronische Personalausweis (nPA) lassen sich als Signaturkarte verwenden. Gerade die eGK gilt seit Jahren als „Leuchtturmprojekt“ wechselnder Regierungen – und als ein gl&#252;ckloses Vorhaben zudem. So scheiterten Testl&#228;ufe bereits fr&#252;h am Widerstand der Patienten und &#196;rzte, die datenschutzrechtliche Bedenken geltend machten.</p>
<p>Und auch gegen den neuen Personalausweis formiert sich zunehmend Widerstand. Er soll ab kommenden November auf einem RFID-Chip Informationen, etwa von Fingerabdr&#252;cken, speichern. Gerade die Funktechnik RFID sch&#252;tzt jedoch nicht hinreichend vor einer missbr&#228;uchlichen Abfrage der pers&#246;nlichen Daten und damit vor dem Diebstahl der digitalen Identit&#228;t. Ungeachtet dieser Risiken l&#228;sst die Bundesregierung den B&#252;rgern keine Wahl: Sie sind ab 2012 verpflichtet, sich eine Signaturkarte anzuschaffen.</p>
<p><strong>Das Ende von Elena?</strong></p>
<p>Schlie&#223;lich ist Elena auch ein kostspieliges Unterfangen. Zwar verspricht die Bundesregierung den Unternehmen j&#228;hrliche Einsparungen in H&#246;he von mehr als 85 Mio. Euro. Diese Summe wird allerdings in erster Linie gr&#246;&#223;eren Unternehmen zugute kommen. Denn die monatliche Daten&#252;bermittlung b&#252;rdet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen erheblichen b&#252;rokratischen Mehraufwand und damit zus&#228;tzliche Kosten auf.</p>
<p>Zu guter Letzt scheinen noch Unklarheiten bei der H&#246;he der Ausgaben vorzuherrschen. So sch&#228;tzt das Bundeswirtschaftsministerium die Kosten f&#252;r den Aufbau der notwendigen Infrastruktur auf insgesamt knapp 90 Mio. Euro; die gleiche Summe d&#252;rfte dar&#252;ber hinaus j&#228;hrlich auf Bund, L&#228;nder und Kommunen zukommen. Das aber bedeutet nichts anderes, als dass die zugesagten Ersparnisse zu gro&#223;en Teilen mit Steuermitteln gegenfinanziert werden m&#252;ssen.</p>
<p>Das BMWi erw&#228;gt mittlerweile, Betriebe bis zu einer bestimmten Gr&#246;&#223;e von der Speicherung auszunehmen. Diese kurzfristige Korrektur wird allerdings nicht ausreichen, um die zahlreichen Probleme von Elena zu l&#246;sen. Entscheidend ist vor allem, dass der Elektronische Entgeltnachweis eben jene Prinzipien der Datensicherheit, Verfahrenstransparenz und Kontrolle verletzt, die das Bundesverfassungsgericht erst k&#252;rzlich in seiner Entscheidung zur Vorratsdatenspeicherung nachdr&#252;cklich gest&#228;rkt hat.</p>
<p>Dies alles f&#252;hrt die Ziele von Elena g&#228;nzlich ad absurdum. Die Bundesregierung aber muss sich daher fragen lassen, ob Datensparsamkeit dem propagierten B&#252;rokratieabbau nicht weit mehr gedient h&#228;tte.</p>
<p><em>Die <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/mai/elena-die-neue-volkszaehlung">Langfassung</a> dieses Beitrags findet sich in den <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/mai">aktuellen</a> »Bl&#228;ttern f&#252;r deutsche und internationale Politik« (<a href="http://www.blaetter.de">blaetter.de</a>).</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26903&amp;md5=3a426d493bbeff4c62b35873da593adc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook – Ein Sonderfall im &#214;kosystem des Internets?</title>
		<link>http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 12:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zentralisierungstendenzen des Netzes zeigen sich bei Facebook besonders eindrucksvoll. Was ist das Unternehmen Facebook? Welche Stellung strebt es innerhalb seines &#214;kosystems an? Welche Vor- und Nachteile bietet diese geschlossene Kommunikationswelt den Nutzern wie den Partnerunternehmen? Kurz: Was ist der "Deal Facebook" - und warum lehne ich ihn ab?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/388615f48d6840a8a7d31a474a460993" alt="" width="1" height="1" />Die auf der f8-Konferenz von Facebook verk&#252;ndeten Neuerungen haben zu einer Welle von &#196;u&#223;e­rungen gef&#252;hrt (guter Einstieg bei Facebook <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=384733792130">selbst</a>) und z.B. <a href="http://netzwertig.com/2010/04/21/massenphaenomen-die-drei-evolutionsstufen-sozialer-netzwerke/">bei</a> <a href="http://netzwertig.com/2010/04/21/f8-face­book-uebernimmt-das-netz/">netzwertig</a> und in der <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebook_open_graph_the_definitive_guide_for_pub­lishers_users_and_competitors.php">U.S.-Fachpresse</a>. Diese Neuerungen &#8211; Details werden hier vorausgesetzt &#8211; sind wichtige und gute konzeptionelle Schritte f&#252;r Facebook und wohl auch f&#252;r die „n&#228;chste Generation  Internet“. Trotzdem: Nachdem es bereits etliche diskussionsw&#252;rdige Themen <a href="http://carta.info/25462/facebook-ein-zwischenruf/">gibt</a>, geht mir Facebook nun zu weit. <strong>Ich habe daher mein Facebook-Konto deaktiviert</strong>.</p>
<p>Der Ausl&#246;ser f&#252;r mich ist der Umgang mit Nutzerdaten – dies aber auch vor dem Hintergrund meiner pers&#246;nlichen Vorstellungen dar&#252;ber, wie erstens ein „fairer Deal“ mit Nutzerdaten aussehen sollte und wie sich die Plattform anschickt, zunehmend die Kontrolle &#252;ber die Daten sozialer Beziehungen zu gewinnen.</p>
<p>Doch von vorne: <strong>Was ist das Unternehmen Facebook, welche Stellung strebt es an, was ist daran kritisch und warum bringt mich der Daten­schutz-Komplex dazu, mein Facebook-Konto zu deaktivieren?</strong></p>
<blockquote><p><em><strong>Inhalt:</strong></em></p>
<p><em><a href="#Steroide">→ A: Facebook – Wachstum auf Steroiden</a></em></p>
<p><em><a href="#Druck">→ B: Facebook – Ein Unternehmen unter Druck</a></em></p>
<p><em><a href="#Protest">→ C: Der Protest gegen Facebook</a></em></p>
<p><em><a href="#Krieg">→ D: Facebook – Nummer vier im Krieg der Giganten</a></em></p>
<p><em><a href="#Spinne">→ E: Facebook – die Spinne im Web oder: das neue AOL?</a></em></p>
<p><em><a href="#Anlass">→ F: Der Anlass – Datenschutz und Privatsph&#228;re</a></em></p>
<p><em><a href="#Zusammenfassung">→ G: Zusammenfassung</a></em></p></blockquote>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<h1><strong><a name="Steroide">A: Facebook – Wachstum auf Steroiden</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Auf den ersten Blick ist Facebook einer unter mehreren Internet-Giganten. Facebook hatte Ende M&#228;rz gut 9,3 Millionen Unique User in Deutschland (anders <a href="http://faz-commu­nity.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/04/26/facebook-zieht-deutscher-konkurrenz-da­von.aspx">Netz&#246;konom</a>). Das sind etwas mehr als ein Viertel der Nutzer von google.de, rund 20% weniger als Yahoo und ungef&#228;hr das Niveau von MSN oder GMX. Die Facebook-Nutzerzahlen sind also hoch, der Ein­druck relativiert sich aber in Vergleich zu anderen Internetangeboten in Deutschland. Derartige Ver­gleiche nach Unique Usern sind recht valide, dennoch sollte man diese nicht mit der Anzahl regis­trierter Nutzer verwechseln, denn Unique User sind ein technischer Messwert, der aus mehr oder weniger repr&#228;sentativen Panels hochgerechnet wird. Aufgrund von Doppelmessungen, z.B. aufgrund von mobilen Endger&#228;ten, und nicht zuordenbaren IP-Adressen ist die tats&#228;chliche Anzahl von Nut­zern vermutlich um mindestens 10% niedriger als die gemeinhin verbreitete Nutzerzahl. Nur Face­book kennt sie genau.</p>
<p>Trotzdem gibt es viele Gr&#252;nde zu der Annahme, dass <strong>Facebook auf dem Weg zur „Nummer  1“</strong> ist:</p>
<p>Das Wachstum von Facebook ist rasant. Nach den konservativen unter den externen Hochrechnun­gen w&#228;chst Facebook in Deutschland monatlich um mindestens 500.000 Unique User. Nach dem Autor vorliegenden Analysen betragen die Unique User Ende Januar  7.783.356, Ende Februar  8.153.324 und Ende M&#228;rz 9.388.632, d.h. das durchschnittliche monatliche Wachstum betr&#228;gt sogar rund 800.000 Unique User (Hochrechnung aus repr&#228;sentativem Panel, ohne Corporate Intranets, ohne facebook.de., was getrennt gemessen mit 200.000 Unique User zu Buche schl&#228;gt). Wie viele User wird Facebook in Deutschland erreichen? Es ist nicht abzusehen, wann dieses Wachstum verflacht oder ein Ende nimmt. Unterstellt man ein linea­res Wachstum, w&#252;rde Facebook Ende 2012 Googles heutige Nutzerzahl erreichen.</p>
<p>Facebook hat, indem es Nutzerprofile und soziale Graphen zum Zentrum erhebt, eine Sonderrolle, strukturell nur mit anderen sozialen Netzwerken vergleichbar. Durch die Verkn&#252;pfungen mit anderen Nutzern, Inhalten, Mails, Seiten, Anwendungen und anderem ist die <strong>faktische Bindung der Nutzer an die Plattform so hoch, dass Facebook als Marktf&#252;hrer eine kaum angreifbare Stellung erreicht.</strong> Anders als bei einer Suchmaschine, deren Wechsel f&#252;r einige Monate nur zum Verlust der verschmerzbaren letzten Prozente von Suchergebnisqualit&#228;t f&#252;hrt, ist bei einem sozialen Netzwerk ein Plattformwechsel nur unter Aufgabe und faktisch der Neueingabe s&#228;mtlicher Daten mit Nutzerbezug m&#246;glich, soweit das Netzwerk nicht die „Mitnahme“ von Daten in andere Netzwerke &#252;ber offene Schnittstellen unter­st&#252;tzt. Entgegen dem ersten Eindruck sind E-Mail-Dienste wie GMail, GMX oder web.de demgegen­&#252;ber weniger bindend, denn der Datentransfer erfolgt bei diesen &#252;ber offene Protokollstandards (POP3, IMAP), offene Formate (Mail, Kontaktexport etc.) und Mailserver Dritter.</p>
<p>Vereinfacht gesagt: es macht Arbeit, seine Mails und Kontakte von GMX zu transferieren, bei sozialen Netzwerken ist es aber schlicht f&#252;r Endnutzer nicht m&#246;glich, seine Daten aus dem „Silo“ herauszuholen – <a href="http://mrtopf.de/blog/de/ein-blick-in-die-neuen-entwickler-agbs-von-facebook/">anders even­tuell f&#252;r Entwickler</a> mit der neuen Facebook-API.</p>
<p>Es ist auff&#228;llig, dass Facebook inzwischen deutsche soziale Netzwerke an Nutzerzahl deutlich &#252;berholt hat: Facebook hat fast die doppelte bzw. dreifache Zahl an Unique Usern vergleichbarer Netzwerke wie StudiVZ bzw. Sch&#252;lerVZ. Wie kann es dazu kommen, wenn – wie eben behauptet – die Nutzer­bindung an soziale Netzwerke besonders hoch ist? Mein Eindruck ist, dass es in erster Linie die At­traktivit&#228;t des Produktes Facebook selbst sein muss, die Nutzerw&#252;nsche besser erf&#252;llt als andere Anbieter: Eigene Features, die Integration von anderen Anwendungen (von Farmville bis Twitter), Usability und Performance des Systems sind beachtlich. Dies ist kein Zufall, son­dern ist meines Erachtens erstens auf striktere „Produktdenke“ und zweitens bessere Finanzierung, Personalverf&#252;gbarkeit und Technologiezugriff in der Infrastruktur von U.S.-Firmen (Clusterbildung) zur&#252;ckzuf&#252;hren.</p>
<p>In zweiter Linie kommen aber folgende Turbo-Effekte hinzu, welche Facebook ge­st&#228;rkt haben und weiterhin st&#228;rken werden:</p>
<ol>
<li>Facebook fungiert nicht nur als Netzwerk, sondern als <strong>Plattform </strong>f&#252;r Drittanbieter. Spiele, wie wir sie von Zynga kennen (Farmville, Fishville, Mafia Wars) ken­nen, sind erst der Anfang einer Viralit&#228;t. Ein Indiz hierf&#252;r ist, dass Facebook-Investoren zugleich in Massive Multiplayer-Games investiert haben, die vermutlich als n&#228;chstes auf die Plattform gehoben werden. Ob diese Viralit&#228;t Ausdruck <a href="http://mediacommons.futureofthebook.org/content/cultivated-play-farmville">sozialen Handelns oder von Soziopathie</a> ist, sei dahingestellt.</li>
<li>Das <strong>&#214;kosystem </strong>um Facebook herum f&#252;hrt weiterhin Nutzer zu: Unternehmen , Verlagsange­bote und Fanseiten aller Art steigern den Traffic auf Facebook deutlich, und zwar nicht nur innerhalb Facebooks, sondern auch &#252;ber Links aus externen Angeboten und den alten „Tei­len“-Button. Das ist im Sinne eines nachfrageorientierten Handelns nach dem Mantra vieler Social-Media-Berater auch nicht a priori falsch. Ob es aber langfristig klug ist, solange die Kundendaten Facebook geh&#246;ren, Facebook die Nutzungsbedingungen vorgibt und die Kostenfreiheit f&#252;r die Zukunft nicht garantiert, steht auf einem anderen Blatt.</li>
<li>Facebook beginnt als prim&#228;rer Dienst f&#252;r E-Mails genutzt zu werden, was nicht nur die <strong>Nutzungsfrequenz und -dauer</strong> erh&#246;ht, sondern eine „Facebook-Mailadresse“ zum Standard werden l&#228;sst (<a href="http://www.businessinsider.com/chart-of-the-day-social-networ­king-vs-email-usage-2010-4">Chart</a>)</li>
<li>Facebook ist klare Nummer eins unter allen <strong>Sharing-Diensten</strong> (<a href="http://techcrunch.com/2010/02/16/facebook-44-percent-social-sharing/">Zahlen f&#252;r die USA</a>)</li>
<li>Diese starke Stellung f&#252;hrt zus&#228;tzlich aufgrund der Position als Nummer 1 zu einer Art „Mat­th&#228;us-Effekt“, der schon von eBay bekannt ist: <strong>wer hat, dem wird gegeben</strong>. Der „Marktplatz der Personen“ ist dort, wo er ist. Je mehr die Nutzung der Plattform w&#228;chst, desto attraktiver wird die Plattform – und die H&#252;rden f&#252;r Wettbewerber steigen.</li>
</ol>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<p>Folgende Turbo-Effekte werden Facebook k&#252;nftig zus&#228;tzlich st&#228;rken:</p>
<ol>
<li>Facebook beginnt, sich als Plattform f&#252;r <strong>eCommerce</strong> zu entwickeln (Ein „hei&#223;es Startup“ ist Payvment.com, inklusive Paypal-Integration, <a href="http://www.web-ideas.de/e-commerce/gratis-onlineshop-auf-facebook/">Beispielbericht</a>).</li>
<li>Facebook wird aller Voraussicht nach das <strong>Mail-Modul</strong> deutlich verbessern (<a href="http://techcrunch.com/2010/02/05/facebooks-pro­ject-titan-a-full-featured-webmail-product/">Projekt „Titan“</a>, mit Integration externer Mailacounts und extern nutzbar unter einer Vanity-URL, z.B. christophkappes@facebook.com, Ger&#252;chten zufolge sogar mit einer Whitelist-Funk­tion, welche <a href="http://www.marketingvox.com/is-facebooks-project-titan-really-the-end-of-email-marketing-046595/">Dritte ausschlie&#223;en</a> kann)</li>
<li>Facebook wird Geolocation-Dienste einf&#252;hren, experimentiert mit physischen <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-20003086-36.html">„Tokens“ zum Check-In</a>, verschickt Aufkleber an Gewerbetreibende mit <a href="http://mashable.com/2010/04/27/facebook-window-decals/">SMS-„Like-it“</a> an Facebook und stellt so die <strong>Verbin­dung zur Offline-Welt</strong> her.</li>
<li>Facebook geht nun mit der neuen „Gef&#228;llt-mir“-Funktion zus&#228;tzlich zum altbekannten Link-Sha­ring den n&#228;chsten Schritt in Richtung <strong>Content-Aggregation</strong> innerhalb der Facebook-Plattform (was au&#223;erhalb erscheint, ist technischer Bestandteil von Facebook). Damit aggregiert es aber nicht nur Content, sondern wird als funktionales Element in verschiedensten Web-Anwendungen pr&#228;sent. Je weiter die Verbreitung fortschreitet, desto mehr werden Nutzer diese Funktion als Teil ihres Surf-Verhaltens erleben und zur Content-Aggregation in Facebook beitragen.</li>
<li>Die neuen  <strong>„Community-Pages“</strong> enthalten zun&#228;chst <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=382978412130">Wikipedia-Inhalte</a>. Das kann man als Angriff auf die Wi­kipedia sehen. Facebook hat jedoch angek&#252;ndigt, <a href="http://www.v3.co.uk/v3/news/2261662/facebook-adds-wikipedia-updates">eigene Inhalte auf Community-Pages</a> zu platzieren.  Es ist daher wahrscheinlicher, dass Facebook hier den Erfolg der Content-Farmen Demandmedia bzw. Answers.com nachahmt , um erstens die Nutzungsdauer auf der Plattform zu erh&#246;hen, zweitens struktu­rierte Nutzerdaten zu gewinnen und drittens –  Community- Seiten sind &#246;ffentlich – k&#252;nftig Traffic von au&#223;en nicht nur &#252;ber Profilseiten und Statusmeldungen, sondern auch &#252;ber gut verlinkte „hilf­reiche Inhalte“ zu bekommen.</li>
</ol>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<p>Ergebnis: <strong>Facebook w&#228;chst rasant, kann schon &#252;bern&#228;chstes Jahr Google an Nutzung &#252;berholen und be­schr&#228;nkt sich nicht auf die hergebrachten Grundfunktionen sozialer Netzwerke</strong>.</p>
<p>Die folgenden Anmerkungen betreffen das Unternehmen selbst, seine Rolle im Web und seinen Umgang mit Datenschutz. Ein Vergleich mit Google ist methodisch nicht ganz sauber, solange nicht klar ist, was beide Unternehmen vergleichbar macht. Wo ich dennoch vergleiche, dann um das Thema Facebook besser zu durchdringen.<br />
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<h1><strong><a name="Druck">B: Facebook – Ein Unternehmen unter Druck</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Facebook ist genauso wenig ein soziales Netzwerk, wie Google eine Suchmaschine ist. Es handelt sich vom Gesch&#228;ftsmodell her gesehen um einen Werbeplayer wie Google, der kostenlose Dienste anbie­tet, um mit Werbung Geld zu verdienen. Die gilt allerdings, und das ist der erste Unterschied zu Google, nur hinsichtlich der bisher bekannt gewordenen Umsatzstr&#246;me. Werden Unternehmens-Fanpages kostenpflichtig werden oder wird die Einbindung eines „Gef&#228;llt-mir“-Buttons eines Tages Geld kosten? Je nachdem, wie das Preismodell aussehen wird, das Facebook seinen Partnern vor­schlagen wird, kann es auch zu Umsatzbeteiligungen kommen, die aus Partnersicht faktisch „Ein­trittsgeb&#252;hren“ sind.  Dies gilt selbstverst&#228;ndlich nicht nur f&#252;r Facebook, sondern z.B. auch f&#252;r Apples iTunes-Plattform und die Suchergebnisseite von Google, auf der man sich als Werbetreibender „ein­kaufen“ kann.</p>
<p>Facebook spielt, rein wirtschaftlich gesehen, bei weitem nicht in der Liga der anderen gro&#223;en Player. Die Sicht auf „die gr&#246;&#223;te Internet-Nation der Welt“ versperrt den Blick daf&#252;r, dass <strong>Facebooks Finanz­daten noch nicht erfreulich</strong> sind: Das Unternehmen ist im siebten Jahr seiner Existenz nach eigenen Angaben erst seit einem halben Jahr cash-flow-positiv. Rechnet man kalkulatorisch Zinsen auf das Finanzierungsvolumen von mindestens 750 Millionen US-Dollar hinzu, so wird deutlich, dass Face­book nach normalen Grunds&#228;tzen kein profitables Unternehmen ist. Was umgekehrt die nachhaltige Renditeerwartung von Investoren angeht, kann man lange spekulieren: egal ob das Unternehmen aber, wie noch vor einem halben Jahr, mit gut 10 Mrd. US-Dollar oder wie nun auf speziellen B&#246;rsen f&#252;r nicht b&#246;rsennotierte Unternehmen mit 20 oder gar 30 Mrd. US-Dollar bewertet wird, bald wird es einige Milliarden US-Dollar Jahresgewinn ausweisen m&#252;ssen, wenn es kein &#252;berbewertetes Spekula­tionsobjekt sein soll.</p>
<p>Im Ergebnis bedeutet dies, dass Facebook aus binnen-kaufm&#228;nnischer Sicht von Management und Investoren <strong>von einem „papiernen Nichts“ zu einem Big Player</strong> werden muss. Kurz­fristig kann dieses Missverh&#228;ltnis zwischen Nutzung und Gewinn nicht aufgel&#246;st werden, weil der Aufbau eines milliardenschweren Erl&#246;sstroms aus Werbung wie bei Google Jahre dauern wird: Google hat drei Jahre gebraucht, um nach der Einf&#252;hrung von AdSense und AdWords den ersten Milliardengewinn im Gesch&#228;ftsjahr 2005 auszuweisen.</p>
<p>So sehr Facebook auch wirtschaftlich unter Druck steht, an Finanzkraft mangelt es Facebook nicht. Zwar verf&#252;gt Facebook nicht &#252;ber eigene Liquidit&#228;t zwischen 20 und 40 Mrd. US-Dollar wie die Platz­hirschen Apple, Google, Intel und Microsoft. Facebook ist aber „nach hinten“ &#252;ber Microsoft, diverse starke VCs sowie ein bisher in Deutschland nicht er&#246;rtertes <strong>Investorenkonglomerat </strong>von DST (Russ­land), Tecent (China) und indirekt auch Naspers (S&#252;dafrika) abgesichert, die sowohl in den Spiele­hersteller Zynga als auch in diverse sozialen Netzwerken, Portalen, Massive Multiplayer-Games und Chat-Plattformen investiert haben und dort jeweils erhebliche Gesch&#228;ftsanteile <a href="http://venturebeatprofiles.com/company/profile/facebook?search=simple">besitzen</a>.</p>
<p>Im Unterschied zu Google ist Facebook <strong>kein b&#246;rsennotiertes Unternehmen</strong> und folgt vergleichbaren Transparenzbestimmungen auch nicht; ganz verl&#228;ssliche Fakten zur Aktion&#228;rsstruktur und zu Finanzdaten sind nicht bekannt. Und: Facebook ist &#8211; im Unterschied zu Google &#8211; kein profitables Unternehmen, sondern steht unter erheblichem Zahlendruck. Die „Internet-Nation“ Facebook ist das <strong>„Griechenland der In­ternet-Giganten“</strong>, das von nicht-&#246;ffentlich agierenden Investoren finanziert ist.  Sie zeichnen jedoch gern neue Anleihen, solange die Gewinnerwartung stimmt.<br />
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<h1><strong><a name="Protest">C: Der Protest gegen Facebook</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Das Gewinnproblem von Facebook l&#246;st sich kurzfristig nur mit einem Bezahlmodell und erst mittelfristig kommerzieller Werbung, da Facebook au&#223;er der Weiterentwicklung hochkomplexer Software auch den Werbemarkt weiter erschlie&#223;en und zus&#228;tzlich die Nutzerakzeptanz entwickeln mu&#223;. Dieser Zeithorizont mag Nutzern und Kooperationspartnern „an sich“ egal sein. Es erkl&#228;rt aber die Vorgehensweise des Unternehmens, das darauf abzielen muss, mit jedem Nutzer in irgendeiner Weise ein paar Dollar Gewinn im Jahr und ein Vielfaches an Umsatz zu erzeugen, und sich von nationalen Datensch&#252;tzern, Ministern und MdBs auf seinem Weg schwerlich beeindrucken l&#228;sst: <strong>ein Abfluss an Nutzern schadet zun&#228;chst nicht, sondern spart Kosten, solange mit  verbleiben­den Nutzern Gewinne erzielt werden k&#246;nnen</strong>.</p>
<p>Politiker, die mit dem Handeln von Facebook nicht einverstanden sind, k&#246;nnen vor diesem Hinter­grund letztlich nur mit hoheitlicher Grenzsetzung agieren, sieht man von den Alternativen der &#246;ffent­lichen F&#246;rderung, von Aktien in staatlicher Hand, der F&#246;rderung von Wettbewerbern, einer Plattform der „Stiftung Datenschutz“ und der F&#246;rderung offener Standards einmal ab.</p>
<p>Nutzer m&#252;ssen die Vor- und Nachteile der Facebook-Nutzung gegeneinander abw&#228;gen. F&#252;r viele, die z.B. mit Freunden in der Ferne kommunizieren, mag der Nutzensaldo positiv sein. Andere, die zu ei­nem negativen Saldo kommen, sollten bedenken, was der Beitritt in eine Facebook-Protest-Gruppe bewirken kann: Gemessen am monatlichen Mitgliederzuwachs sind 70.000 Personen in Protest­gruppen (<a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=106150219424653">Aigner-Initiative</a>, <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=112043458820354">partei&#252;ber­greifende Initiative</a>) sehr wenig, sie verringern den monatlichen Zuwachs um 10%. Sie sind auch absolut nur 1% der Facebook-Population, also <strong>eine 1%-Partei</strong>. Dies entspricht nicht ganz der Wahrnehmung <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag46690_res-.html">mancher Medien</a> und ihr Erfolg ist <a href="http://meiseonlinestrategie.posterous.com/datenschutz-debatte-uber-facebook-beruhigt-si">verg&#228;nglich</a>, wenn nicht gar kontraproduktiv, da die Abrufzahlen dadurch steigen.</p>
<p>Wahr­scheinlich haben die deutschen Akteure bei dem Versuch, die Facebook-Bestandskunden zu mobili­sieren, sogar Neukunden f&#252;r Facebook generiert.<strong> Der Beitritt in eine Facebook-Protest-Gruppe ist also so klug wie der Einkauf von Waschmittel im Supermarkt, um sich nach dem Bezahlen bei der Kassiererin wegen der &#246;kologischen Unvertr&#228;glichkeit der Verpackung zu beschweren.</strong> Was bleibt, ist die Deakti­vierung oder das L&#246;schen des Kontos und der (ggf. virale) Protest au&#223;erhalb von Facebook – nicht anders als bei Konsumg&#252;tern auch.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<h1><strong><a name="Krieg">D: Facebook: Nummer vier im Krieg der Giganten</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Es gibt in der Fachwelt eine Vielzahl von Ver&#246;ffentlichungen &#252;ber die Schaupl&#228;tze des Kampfes zwi­schen Google, Apple, Microsoft und Facebook. Einige Analysen davon sind methodisch angreifbar, in summa ist aber eine Verschiebung des Nutzungsverhaltens in Richtung Facebook bewiesen: etwa &#252;ber die Anzahl der Besuche im Vergleich zu Google, die Nutzung von Facebook als Suchmaschine, den Anteil von Facebook als Mail-Dienst und die Stellung als Traffic-Verteiler &#252;ber Sharing von Inhalten anderer Websites. Die Verschiebung des Nutzungsverhaltens ist ein Indiz daf&#252;r, dass es nicht mehr richtig ist, von einem „<a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-04/google-apple-microsoft">Dreikampf</a>“ zu sprechen, viel­mehr ist Facebook der vierte im Bunde. All diese Nutzungsdaten sind wichtig f&#252;r Online-Anbieter, sie zeigen jedoch nicht die darunter liegende wirtschaftliche Konfliktsituation auf: Googles Umsatz be­steht zu 97% aus Werbeums&#228;tzen und wird dabei nun einerseits von Apple mit iAd auf dem Mobile- und dem Home-Segment aus einer starken Stellung heraus angegriffen und andererseits auch von Facebook.</p>
<p>Die Logik des Werbemarktes ist jedoch nicht so, dass alle Werbeplatzanbieter profitieren, weil Wer­beums&#228;tze insgesamt steigen. Vielmehr findet eine Verschiebung von Offline zu Online und innerhalb der Online-Gruppe zwischen den Anbietern und Kan&#228;len statt. Dies bedeutet aus einer wirtschaftli­chen Perspektive: <strong>Wenn Apple und Facebook erfolgreich sind, wird Google Federn lassen m&#252;ssen</strong>, es sei denn die Verschiebung der Werbeums&#228;tze von Offline zu Online f&#228;ngt das wieder auf. Dabei darf man nicht den Fehler machen, auf die Player nur wie ein Zuschauer eines Rugby-Spiels zu sehen, denn es kann auch au&#223;erhalb des Spielfeldes zu Verletzungen kommen, die sich derzeit nicht absehen lassen: Werden die Preise f&#252;r Werbepl&#228;tze nochmals stark nachgeben, weil Apple und Facebook mehr Werbepl&#228;tze bereitstellen, und – wenn ja – welche Konsequenzen wird dies f&#252;r andere werbe­finanzierte Anbieter wie Verlage haben? Wird – unter den vorgenannten Annahmen – der Gewinn von Google in einigen Jahren einbrechen und wie wird Google dann agieren? Wird Facebook sein Werbesystem wie Google auch f&#252;r Werbung auf Drittseiten nutzen? Welche Konsequenzen h&#228;tte es, wenn sich zwar Android auf dem Mobile-Markt durchsetzt, jedoch Facebook die meistgenutzte Plattform wird? Bleibt Google am Ende gar keine Alternative als Facebook zu &#252;bernehmen oder &#252;ber signifikante Beteiligung zum Partner zu machen, w&#228;re das kartellrechtlich zul&#228;ssig und welche Konse­quenzen h&#228;tte dieses? Profitieren Inhalteanbieter am Ende doch, weil sie den drei Technologieanbie­tern zwar unterlegen sind und die Kontrolle &#252;ber den Werbekanal verlieren, aber die Anbieter preis­lich gegeneinander ausspielen k&#246;nnen?</p>
<p>All dies bietet <strong>viel Raum f&#252;r Spekulation</strong>. Werbetreibende, Online-Dienste, Inhalteanbieter, Wirt­schaftspolitiker und Datensch&#252;tzer sollten ein Auge darauf haben, was die Konflikte wirtschaftlich bedeuten und welche Konsequenzen das hat, damit sie rechtzeitig ihre Interessen sichern.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<h1><strong><a name="Spinne">E: Facebook – die Spinne im Web oder: das neue AOL?</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Wie oben unter A. skizziert, ist die strategische Entwicklung von Facebook mehrdimensional:</p>
<ol>
<li>Das Produkt selbst wird von Facebook funktional ausgedehnt, beispielsweise in den Mail-Bereich (s.o., Pro­jekt „Titan“), aber auch in die Offline-Welt (s.o. A., Geolocation, Tokens und Aufkleber).</li>
<li>Die Plattformarchitektur, bisher vorwiegend von Spieleanbietern genutzt, wird f&#252;r weitere verti­kale Anwendungen Dritter  wie eCommerce und Online-Office <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-startet-Online-Office-in-Facebook-984000.html">ausgebaut</a>.</li>
<li>Facebook enth&#228;lt neuerdings Inhalte, bietet Inhalteaggregation an und kann durch die Kombina­tion aus „Gef&#228;llt-mir“-Wertungen, „Shared-Links“ und strukturierten Interessen (sog. „Connections“), sozialen Graphen sowie den entsprechenden Aktivit&#228;ten der „Freunde“ einen <strong>vollpersonalisierten Nachrichtenstrom</strong> erzeugen, der aufgrund der hohen Verbreitung des personalisierten Facebook-Dienstes jeden bisherigen Aggregator in den Schatten stellt.</li>
<li>Es ist anzunehmen, dass es nicht beim Nebeneinander von Facebook und Bing bleibt, die bis­her nur Logo-Partner sind. Der soziale Graph von Facebook, an Bing &#252;bergeben, w&#252;rde einer­seits zur Verbesserung der Suchergebnisse von Bing <a href="http://searchengineland.com/facebooks-alternative-internet-vision-and-its-search-implications-40420">f&#252;hren</a>. Andererseits w&#252;rde eine Facebook-Integration der Suchmaschine erheb­lich h&#246;here Reichweite bescheren, allein das bisherige Suchaufkommen innerhalb Facebooks sind knapp 3% des <a href="http://www.insidefacebook.com/2010/04/10/facebooks-search-traffic-continues-to-grow/">Suchmarktes</a> in den USA. Au&#223;erdem w&#252;rde es die Verweildauer der Nutzer auf der Plattform weiter erh&#246;hen. Was sollte beide Partner daran hindern, hier eine Win-Win-Situation einzugehen?</li>
<li>Facebook bietet erstens <a href="http://www.thomashutter.com/index.php/2010/04/facebook-whitepaper-moglichkeiten-facebook-insights-fur-fanpages/">Analyse-Tools f&#252;r Anbieter</a> und kann zweitens die Nutzung externer Websites analysie­ren.</li>
<li>Facebook kann <strong>Bewegungsprofile </strong>von Nutzern erstellen, die zus&#228;tzlich tiefe Einblicke in die Nutzung fremder Websites bieten und die – im Unterschied zu Google Analytics und der Suchmaschine  – explizit erfolgen und eindeutig Personenidentit&#228;ten zugeordnet werden k&#246;nnen.</li>
</ol>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<p>Es ist nicht leicht, diese Entwicklung nach wenigen Tagen zu bewerten, ohne sich beim deskriptiven Teil aufzuhalten. Hier ein Versuch:</p>
<ol>
<li>F&#252;r Endnutzer haben die Neuerungen der f8-Konferenz <strong>hohen Nutzwert</strong>. Die Informations­selektion &#252;ber den sozialen Graphen ist sinnvoll, um „Information Overload“ zu begegnen, und auch die Information, welche Personen aus dem eigenen Umfeld eine Webseite explizit gut finden, sollte jedermann bei der Orientierung helfen, um online wie offline Gespr&#228;che in dem Wissen zu f&#252;hren, was generell oder in seinem Umfeld „common sense“ ist und was nicht. Auch wenn sich <strong>neue konzeptionelle Probleme</strong> wie selektive Wahrnehmung, Fragmen­tierung der Diskurse, explodierende Datenmengen sowie generell Quantit&#228;t statt Qualit&#228;t anbahnen, so werden sich diese Probleme in den n&#228;chsten Jahren durch verbesserte Verfahren und menschliches Zutun hoffentlich l&#246;sen lassen. Zus&#228;tzlichen Nutzen bietet die Personalisierung vieler anderer Websites sowie die Gewinnung semanti­scher Daten. Auch gegen personalisierte Werbung ist prinzipiell nichts einzuwenden, weil sie im Nutzungskontext eher als unpersonalisierte Werbung den Nutzerinteressen entspricht und zum Teil auch als informativ empfunden wird.</li>
<li>F&#252;r Partner von Facebook entstehen <strong>Lock-In-Effekte</strong> mit erheblichen Konsequenzen.  Vom Ein­satz des iFrames profitiert langfristig nur Facebook, nicht aber die beteiligten Partner-Websites. Denn erstens ist es mittelfristig ein Nullsummenspiel, wenn alle diesen iFrame ein­setzen, sofern das Trafficvolumen dadurch insgesamt nicht steigt &#8211; einen Vorteil haben nur „First Mover“. Zweitens decken alle Website-Betreiber nach einiger Nutzungsdauer die Iden­tit&#228;t ihrer eigenen Kunden an Facebook auf: Facebook hat die Klarnamen, IDs, Fotos etc. von mindestens 10% der Nutzer der Partner-Websites. Das ist schon deswegen problematisch, weil kaum ein Inhalteanbieter dieses wichtige Asset der Kundendaten &#252;berhaupt selbst bis­her hatte (Ausnahme sind registrierte User). Ergebnis: Der Gewinn von allenfalls einer leichten Traffic-Erh&#246;hung, „gewonnen“ aber durch Verschenken der Kundendaten an Facebook.</li>
<li>Falls Partner auf die Idee kommen, ihre Werbepl&#228;tze durch Facebook vermarkten zu lassen, wird die Nutzung dieser Daten f&#252;r personalisierte Werbung die Werbeeinnahmen der Part­ner nicht erh&#246;hen, sondern nur die Performance der Werbemittel verbessern, solange Wer­bebudgets nicht steigen. Umgekehrt werden sie Facebook f&#252;r den Vorteil, der Werbetrei­benden entsteht, ein St&#252;ck vom Kuchen abgeben m&#252;ssen. <strong>Im Ergebnis sinken die Werbeein­nahmen der Partner.</strong> Hinzu kommt, dass Facebook &#8211; das ist das Wesen personalisierter Wer­bung &#8211; Wettbewerbsangebote ausliefern k&#246;nnte. Schlie&#223;lich gewinnt Facebook ausreichend Nutzerdaten, um eine repr&#228;sentative Nutzergruppe f&#252;r jede teilnehmende Website zu er­stellen und die gewonnen Erkenntnisse Wettbewerbern zu verkaufen oder selbst in Wettbe­werb zu treten.</li>
<li>Partner, die von Inhalten leben, sollten einen Blick auf die Nutzungsbestimmungen von Face­book werfen. W&#228;hrend der Erstellung dieses Artikels waren sie zum Teil nicht aufrufbar. F&#252;r den Teilen-Button hei&#223;t es aber aktuell unter Ziffer 8.: „Du erteilst uns und anderen Nutzern die Erlaubnis, derartige Links und Inhalte auf Facebook zu verwenden.“ Dies kann man so le­sen, dass Partner durch die Einbindung die Zustimmung zur vollst&#228;ndigen Einbindung ihrer Inhalte erteilen. Schon mit Google Buzz kann man Bilder von Inhalteseiten „remixen“.</li>
</ol>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<p>Wenn Nutzer &#8211; das Datenschutzthema einmal ausgeklammert &#8211; also profitieren, warum stehe ich den Neuerungen dann kritisch gegen&#252;ber?</p>
<ol>
<li>Die Neuerungen Facebooks sind nur hinsichtlich der Protokolle und Datenstrukturen “open”. Solange Facebook der einzige Beh&#228;lter mit Userdaten ist, wird ein Datensilo gef&#252;llt, das unter Kontrolle von Facebook ist: der „Gef&#228;llt mir“-Button liefert Daten nur an <a href="http://mashable.com/2010/04/26/facebook-openness-debate/">Facebook</a>. Das ist ein kluger Schachzug und das gute Recht von Facebook, f&#252;r Wettbewerb und Unabh&#228;ngigkeit aller anderen Beteiligten im &#214;kosystem langfristig aber eher hinderlich. F&#252;r alle anderen im &#214;kosystem <strong>besser sind dezentrale Strukturen</strong>.</li>
<li>Mit Facebook entsteht im Web ein m&#246;glicher „<a href="http://factoryjoe.com/blog/2010/04/22/understanding-the-open-graph-protocol/">single point of failure</a>“, demgegen&#252;ber <strong>besser sind redundante Strukturen</strong>.</li>
<li>Facebook hat bisher keine formalisierte Zusammen­arbeit mit Spezifikationspartnern belegt. Was, wenn Facebook die Spezifikation oder die Nutzungsbestimmungen &#228;ndert? Sicher, auch im Falle anderer Standards wie HTML5 wird diskutiert, wer diese faktisch beeinflusst und warum; auch entstehen die meisten Technolo­gie-Standards durch faktische Implementierung. F&#252;r alle anderen im &#214;kosystem <strong>besser ist  aber ein Konsor­tium</strong>, das strukturiert organisiert ist und firmen&#252;bergreifend <strong>standardisiert</strong>.</li>
<li>Mit der strukturierten Erfassung von URLs, der „first Generation API“ des Internets, baut Facebook zus&#228;tzlich zu Nutzerdaten einen wertvollen Datenbestand auf, der – so verstehe ich es jedenfalls bisher – nur Facebook geh&#246;rt. Dieser Punkt bedarf im Hinblick auf die Zukunft des Semantic Web vertiefender Betrachtung an anderer Stelle. Die Idee von Tim Barners-Lee war es jedenfalls nicht, wie Facebook das nun umsetzt.</li>
<li>Facebook f&#252;hrt ein modifiziertes Modell des „fair use“ von Daten ein. Mit den neuen Nutzungs­bestimmungen darf Facebook die &#246;ffentlichen Nutzerdaten inklusive sozialem Graphen nicht nur an die benannten Partner, sondern auch an beliebige Partner wie Bing weiter­geben, die sich ihrerseits gegen&#252;ber Facebook zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen verpflichten. Aktuell nennt Facebook die Partner Microsoft Docs.com, Pandora und Yelp, welche diese Daten ohne Opt-In nutzen <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=384733792130">d&#252;rfen</a>. Aus User-Sicht mag es ein Gesch&#228;ft auf Gegenseitigkeit sein, sofern sie ein Part­nerangebot nutzen, weil sie dann als Gegenleistung z.B. bessere Suchergebnisse bekommen, so handhabt es auch Google. Wer diese Partner-Dienste aber nicht nutzt, hat keinen Vorteil von der Datenweitergabe. Der Deal, den Facebook formuliert, ist nicht mehr „Ich, Facebook, gebe, damit Du gibst, damit ich (mit Werbung Dritter) verdiene“, sondern <strong>„Ich gebe, damit Du gibst, und dann sehe ich weiter“</strong>. So war es schon bei den Lizenzvertr&#228;gen von Facebook und Twitter mit Google und Bing, nur dass die lizensierten Statusmeldungen und Tweets am Ende immerhin wieder der Allgemeinheit zur Verf&#252;gung standen und so auch dem urspr&#252;ng­lichen Nutzer n&#252;tzten. Nun, mit der neuen API und den neuen Nutzungsbestimmungen, geht Facebook einen Schritt weiter, denn die Datenweitergabe n&#252;tzt zun&#228;chst nur Facebook, ohne dass der urspr&#252;ngliche Nutzer zwingend Vorteile h&#228;tte. Dagegen ist moralisch nichts einzu­wenden. Es sollte nur nicht wundern, wenn Nutzer mit der <strong>neuen Verteilungsgerechtigkeit</strong> nicht mehr einverstanden sind. F&#252;r diese Argumentation braucht es nicht einmal des Rufes „Meine Daten geh&#246;ren mir!“, denn bei aller Skepsis zu Post-Privacy-Thesen muss man im­merhin anerkennen, dass Daten, die in der Zweierbeziehung Facebook-Nutzer entstehen, Fa­cebook grunds&#228;tzlich genauso zustehen k&#246;nnten wie amazon die Kaufhistorie oder BMW die Daten an Service-F&#228;llen. Nein, es geht nicht um Herrschaft &#252;ber Daten, sondern es geht allein um „fair use“, ein ausgewogenes Verh&#228;ltnis des Nutzens beider Seiten. „Meine Daten“ gibt es nur an Microsoft, wenn ich Microsofts Anwendung nutze, und nur an Google, wenn ich einen Google-Dienst nutze. Mein Ver­trauen gebe ich nicht pauschal an den Mittler Facebook, der es nach freiem Ermessen wei­tergeben kann.</li>
<li>Eine Plattform, die den sozialen Graphen kontrolliert, sich als zentrales Traffic-Hub positio­niert und sich dabei anschickt, einen zus&#228;tzlichen Layer in das Internet einzuf&#252;hren, ist ein <strong>strategisches Risiko f&#252;r alle Anbieter</strong>, die auf demselben Layer auf das Hub angewiesen sind oder gar auf diesen Layer aufsetzen. Ersteres mag in Deutschland auch bez&#252;glich Google ge­geben sein, es ist jedoch kl&#252;ger, aus dieser Geschichte zu lernen. Dies gilt jedenfalls solange, wie Facebook nicht wenigstens ein Minimum an Transparenz – etwa vergleichbar mit Google erreicht, bei­spielsweise bei der Suchrelevanz, beim Ranking der Kriterien f&#252;r die Inhalte-Aggregation und bei empfohlenen Seiten.</li>
</ol>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<p>Zusamenfassend und pointiert formuliert: <strong>Facebook w&#228;chst nicht nur rasant, sondern dehnt sich funktional in alle Richtungen aus und besetzt dabei mit dem sozialen Graphen und semantischen Daten einen zentralen Platz des k&#252;nftigen Internets. Das ist das gute Recht von Facebook. Ob es aber den Beteiligten des &#214;kosystems n&#252;tzt, ist eher fraglich – und im Ergebnis kann genau dies eines Tages das Blatt gegen Facebook wenden, wenn Facebook sein &#214;kosystem nicht nachhaltig behandelt</strong>.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<h1><strong><a name="Anlass">F: Der Anlass: Datenschutz und Privatsph&#228;re</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Vorweg: Die neuen <a href="http://www.facebook.com/terms.php?">Nutzungsbestimmungen</a> sehen entge­gen vielfacher Meinung nicht vor, dass „Facebook die Rechte an Nutzerdaten hat“. Erstens beh&#228;lt der Nutzer das Urheberrecht, zweitens sind die &#252;bertragenen Nutzungsrechte nicht-exklusiv und drittens ist die Rechteeinr&#228;umung „subject to your privacy and application settings“, d.h. die <strong>Verbreitung von Inhalten bestimmt der Nutzer selbst</strong> durch ebendiese Einstellungen. Dies ist bei Internetplattformen v&#246;llig normal, legitim und zur Zweckerreichung erforderlich. Hier ist das Problem nicht.</p>
<p>Vielmehr kommen mit den neuen Nutzungsbestimmungen zu den bekannten Problemen drei neue hinzu. Bekannt war der <a href="http://yuccatree.de/2010/03/facebook-im-test-wie-gut-funktioniert-die-datenschleuder-wirk­lich/">Austausch von Mailkontakten</a> mit anderen Plattformen wie GMX und web.de sowie der <a href="http://carta.info/25462/facebook-ein-zwischenruf/">Umgang mit pers&#246;nlichen Daten Dritter</a> (Kontaktdaten, Bildmarkierungen). Neu sind die „Connections“ und ihre Voreinstellungen,  die Erfassung von externen URLs und der Datenaustausch mit dauerhaft einge­bundenen Partnern. Wo ist bei diesen Neuerungen jeweils das Problem?</p>
<p>Der Sinn sogenannter „<a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=382978412130">Connections</a>“ leuchtet durchaus ein, denn so k&#246;nnen <strong>Nutzen-Interessen maschinell besser verarbeitet</strong> werden als Freitext­angaben. Eine derartige Vorkategorisierung ist im Web auch seit vielen Jahren &#252;blich (z.B. bei Web­mailern und rudiment&#228;rer Personalisierung). Jedoch werden vordefinierte Interessen Facebook-Mit­gliedern vom System vorgeschlagen und nach Klick auf die Schaltfl&#228;che „Link all to my profile“ &#246;f­fentlich. Sie k&#246;nnen erst wieder durch die &#196;nderungen in den Tiefen der Privatsph&#228;re-Einstellungen ge&#228;ndert werden. Das ist exakt das Systemverhalten von Google Buzz, das Datensch&#252;tzer gerade Google in einem offenen Brief (<a href="http://www.priv.gc.ca/media/nr-c/2010/let_100420_e.pdf">PDF</a>) vorgehalten haben. Auch Facebook sollte hier nachbessern.</p>
<p>Facebook betont, dass Partnerwebsites keine Nutzerdaten erhalten, loggt aber selbst &#252;ber den neuen iFrame das Nutzungsverhalten auf fremden Websites mit; dies gilt f&#252;r Facebook-Mitglieder, die Cookies nicht ausgeschaltet haben und sich in der gleichen Browser­sitzung nicht explizit aus Facebook ausgeloggt haben. Die Daten&#252;bergabe an Facebook kann also nicht nur beim Klicken auf den „Gef&#228;llt mir“-Button erfolgen, sondern schon dann, wenn eine Seite mit „Gef&#228;llt mir“-Button aufgerufen wurde. Dieser Button sieht dem alten „Share“-Button von Face­book, Yigg, Digg und anderen Link-Aggregatoren &#228;hnlich, er bewirkt  aber das <strong>Tracking des Nutzer­verhaltens auf den Partnerwebsites</strong>. Sollte er so verbreitet werden wie Link-Sharing-Funktionen, wird Facebook das Surfverhalten seiner Nutzer au&#223;erhalb der Facebook-Plattform kennen – nicht nur auf Angeboten der jetzigen 75 Partner, sondern vielleicht sogar im ganzen Web, ausgenommen die Dienste von Google, Apple und Microsoft.</p>
<p>Dieser Kritik kann man entgegnen, dass der iFrame technisch zu Facebook geh&#246;rt und der Nutzer dieser Datenweitergabe eventuell in den Facebook-Nutzungsbestimmungen formal zugestimmt hat. Dennoch: Es versteht kein normaler Nutzer diese Technik und er kommt daher nicht auf die Idee, was Facebook hier loggt – es ist neu, dass man auf „einer Website“ (Facebook) die Zustimmung dazu er­kl&#228;rt, was auf einer „anderen Website“ (z.B. bild.de) geloggt wird. Facebooks Klausel ist also so &#252;ber­raschend wie die Antragsklausel einer Kreditkartenorganisation, die f&#252;r das Betreten eines Ladens vorsieht, dass Nutzerdaten nebst Standort per RFID an die Kreditkartenorganisation geschickt wer­den. Es w&#228;re sehr wundersam, wenn ein derartiger Datenschutzhinweis nicht auf den Websites anzubringen w&#228;re, die Facebooks iFrame integrieren, da die gesamte Site inklusive iFrame ein einheitliches Angebot darstellt. Es verbl&#252;fft, dass Dutzende von deutschen Websites bereits zwei Werktage nach Vorstellung diese Features integriert haben, ohne ihre Datenschutzbestimmungen zu modifizieren.</p>
<p>Facebook-Nutzer nutzen ihr Profil in der Regel unter Klarnamen mit echten Kontaktdaten. Zu ersterem sind sie sogar nach den Nutzungsbestimmungen gehalten. Facebook erfasst also eindeutig personen­bezogene Daten, anders als Google Analytics und die Google-Suchmaschine, die allenfalls die IP-Ad­resse erfasst. Zwar f&#252;hrt auch Google diese Daten bei Nutzern eines Google-Kontos zusammen, doch hat Facebook schon heute eine h&#246;here Verbreitung: Die Marktanteile von Google Docs, News, Calendar und Talk liegen jeweils unter einem Prozent, von Mail bei 12% (Eigenangaben von Google nach Nielsen Netratings). Denkt man die Entwicklung zwei Jahre weiter, so hat Facebook mehr Nut­zerdaten als Google, und diese nicht nur implizit, sondern auch explizit – inklusive der Beziehungs­daten, die weit mehr als nur eine Kontaktliste sind.<br />
Alle in diesem Abschnitt genannten Punkte sehe ich als Nutzer besonders kritisch: mit erstens der Erfassung meines Surfverhaltens w&#228;hrend meiner Login-Zeit (verbunden mit der bisherigen Anforde­rung in den Nutzungsbestimmungen, meine Identit&#228;t zu offenbaren), zweitens beide Informationen zusammenzuf&#252;hren und drittens diese Daten an Partner zu &#252;bergeben, ohne dass ich viertens davon einen Nutzen habe, hat <strong>Facebook einen „Deal“ vorgeschlagen, den ich ablehne</strong>. Dies aber auch vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen mir keine hinreichende Transparenz bietet.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
<h1><strong><a name="Zusammenfassung">G: Zusammenfassung</a></strong></h1>
<p><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
Facebook kann die Nutzerzahlen von Google in Deutschland erreichen. Das Unternehmen steht aber einerseits st&#228;rker unter finanziellem Erfolgsdruck und ist andererseits weniger transparent als jeder andere der gro&#223;en Player. Die Dienste von Facebook wachsen wie die von Google in mehreren Di­mensionen, dies jedoch schneller und auf einer einheitlichen Plattform, welche auf die „Killeranwendun­gen“ E-Mail, Spiele und Office sowie das Inhaltegesch&#228;ft abzielen. Im n&#228;chsten Schritt, der Einf&#252;hrung von Adsense-&#228;hnlicher Werbung durch Facebook und von iAd durch Apple kann es zwi­schen Google, Apple und Facebook zu Verteilungsk&#228;mpfen um den Online-Werbemarkt kommen, deren Konsequenzen schwer prognostizierbar sind.<strong> Facebook ist eine geschlossene Kommunikati­onswelt, eine unbekannter Suchalgorithmus, eine intransparenter Empfehlungsalgorithmus, eine Plattform ohne Daten-Exit</strong> – offen aber f&#252;r Kundendaten und Inhalte Dritter.</p>
<p>Facebook wird mit dem sozialen Graphen und semantischen Daten einen wichtigen Platz in der Zukunft des Internets besetzen. <strong>Dies kann Endkunden nutzen, treibt jedoch alle anderen Partner in Abh&#228;ngigkeiten</strong>, solange Facebook das „Datensilo“ f&#252;r soziale Graphen ist und sich bei Standards nicht das Heft aus der Hand nehmen l&#228;sst. F&#252;r Endkunden sind dennoch mindestens f&#252;nf Features unter Datenschutzgesichtspunkten kritisch. &#220;ber die Zukunft von Facebook wird langfristig entscheiden, wie nachhaltig Facebook mit allen Partnern (Kunden wie Unternehmen) umgeht &#8211;  seinem &#214;kosystem, von dem es abh&#228;ngig ist.</p>
<p><em>Der Autor dankt dem Internet-&#214;kosystem f&#252;r die zahlreichen Ideen, Anregungen und Richtigstellungen auf Twitter und in Blogs, ohne die dieser Artikel nicht m&#246;glich gewesen w&#228;re.</em></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span><br />
<a href="http://carta.info/kaffeekasse"><img class="aligncenter" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/kaffeekasse0.gif" alt="Spende f&#252;r die Kaffeekasse – mit PayPal." width="476" height="68" /></a><br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;..</span></p>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Facebook – Ein Sonderfall im &#214;kosystem des Internets?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/#comments">60 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26360&amp;md5=50c1e18f2320810ac6e91e16be0fc66c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus Hamburg</title>
		<link>http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 22:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat Google vorschnell an den Datenschutzpranger gestellt. Sein Vorgehen zeigt vor allem auch: Datenschutz wird hierzulande zunehmend total gesetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5ab397b24cad4cf4b5a9916f65e9f0ac" alt="" width="1" height="1" />Am vergangenen Donnerstag gab der Hamburger Datenschutzbeauftragte <span xml:lang="EN-GB">Johannes Caspar </span>emp&#246;rt eine Pressemitteilung heraus, wonach Google <a href="http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles/nofl/2217396/pressemeldung-2010-04-22.html">Street-View-Fahrten auch zum Scannen von WLAN-Netzen</a> nutze. Die Meldung schaffte es sogar am gleichen Tag in die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts18930.html">20-Uhr-<em>Tagesschau</em></a>. Zahlreiche Online-Medien berichteten (u. a.: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschuetzer-Street-View-Autos-scannen-private-Funknetze-Update-984118.html">Heise</a>, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690600,00.html">SpOn</a>, <a href="http://www.tagesschau.de/inland/google248.html">TGS</a>).</p>
<p>Inzwischen hat Konrad Lischka bei <em>Spiegel Online</em> einiges an der Caspar-Kritik <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690886,00.html">gerade ger&#252;ckt</a>. Er zitiert beispielsweise den Informatikprofessor Andreas Pfitzmann:</p>
<blockquote><p>Wenn nicht Google der Anlass w&#228;re, w&#252;rde sich niemand dr&#252;ber aufregen.  Und die durch Google verursachten Datenschutzprobleme in anderen  Gebieten sind weit relevanter. Aus meiner Sicht ist das eine ziemlich  fehlgeleitete Diskussion.</p></blockquote>
<p>Und Frank Rieger vom CCC <a href="http://twitter.com/frank_rieger/status/12753359753">twitterte</a>:</p>
<blockquote><p>#Streetview / #WLAN-Aufregung leider prototypisch f&#252;r den &#228;rmlichen Zustand der deutschen Digitaldebatte. Gibt genug echte Probleme&#8230;</p></blockquote>
<p>Damit ist im Kern schon gesagt, dass Caspars Darstellung nicht unbedingt hilfreich war.</p>
<p>Ich m&#246;chte mich des Themas trotzdem noch einmal kurz annehmen &#8211; weil ich glaube, dass hier ein grunds&#228;tzliches Missverst&#228;ndnis von einigen staatlichen Schutzbeauftragten in Sachen Daten festgestellt werden kann.</p>
<p>Dazu m&#246;chte ich noch einmal die Presseerkl&#228;rung von Caspar durchgehen. Er <a href="http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles/nofl/2217396/pressemeldung-2010-04-22.html">schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Damit erh&#228;rtet sich der Verdacht, dass die Fahrten f&#252;r Google Street  View in den letzten Jahren nicht nur zur Aufnahme von Stra&#223;enansichten,  sondern auch zur fl&#228;chendeckenden Erhebung und Speicherung gerade auch  der von privaten Haushalten betriebenen WLAN-Netze genutzt wurden.</p></blockquote>
<p>Auf Nachfrage von <em>Spiegel Online</em> &#8211; und in &#228;hnlicher Form auch gegen&#252;ber <em>Carta</em> &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,690886,00.html">r&#228;umt</a> Caspar nun ein, dass <strong>derartige WLAN-Kartografien gar &#8220;nicht anmeldepflichtig&#8221; seien</strong>.</p>
<p>Das muss man sich kurz klar machen: Ein staatlich berufener Datensch&#252;tzer geht in Anklagemanier gegen eine angebliche Verheimlichung durch ein Privatunternehmen vor &#8211; und der Anlass ist dabei eingestandenerma&#223;en noch nicht einmal anmeldepflichtig.</p>
<p>Caspar erkl&#228;rt <a href="http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles/nofl/2217396/pressemeldung-2010-04-22.html">weiter</a>:</p>
<blockquote><p>Nach gegenw&#228;rtigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass neben der  &#246;rtlichen Erfassung, dem Verschl&#252;sselungsstatus der Ger&#228;te, der weltweit  eindeutigen MAC-Adresse auch der vom Betreiber vergebene Name (sog.  SSID) gespeichert wurde. Bei letzterer verwenden Privatpersonen nicht  selten ihre Klarnamen oder andere auf sie hinweisende Informationen.</p></blockquote>
<p><em>Carta</em> hat Caspar gefragt, ob ihm Informationen &#252;ber die H&#228;ufigkeit vorliegen w&#252;rden, in der Privatpersonen ihre Klarnamen als SSID angeben &#8211; was also &#8220;nicht selten&#8221; in der Formulierung der Pressemitteilung bedeute?</p>
<p>Caspar erkl&#228;rte daraufhin gegen&#252;ber <em>Carta</em>, dass ihm dazu keine konkreten Daten vorliegen w&#252;rden:</p>
<blockquote><p>Die statistische H&#228;ufigkeit der Verwendung von Klarnamen von Privatpersonen bei der SSID l&#228;sst sich aus unserer Sicht nicht mit konkretem Zahlenmaterial belegen. Dass diese verwendet werden, ist jedoch nicht zweifelhaft. Im &#220;brigen ist gerade in weniger dicht besiedelten Gebieten eine R&#252;ckf&#252;hrbarkeit von WLAN-Daten auf Adressen und damit auf Personen auch ohne Klarnamen m&#246;glich. Damit liegen auch hier personenbezogene Daten vor, die den Anwendungsbereich des Datenschutzgesetzes er&#246;ffnen.</p></blockquote>
<div id="attachment_26260" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.hamburg.de/image/1429234/johannes-caspar.jpg"><img class="size-full wp-image-26260" title="johannes-caspar" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/johannes-caspar.jpg" alt="johannes-caspar" width="150" height="155" /></a><p class="wp-caption-text">Datensch&#252;tzer Caspar: &quot;ich muss zun&#228;chst vom Worst-Case-Szenario ausgehen&quot;</p></div>
<p>Im Klartext: Caspar hat keine Zahlen, aber er argumentiert rein formaljuristisch, dass bereits die anekdotische Kenntnis davon, dass einzelne ihren Namen als Netzwerknamen angeben, sowie die erh&#246;hte Zuordbarkeit in l&#228;ndlichen Gebieten ausreicht, um SSID-Kennungen grunds&#228;tzlich als personenbezogene Daten anzusehen.</p>
<p>Hier wird Datenschutz ganz offensichtlich wie ein absolutes Recht behandelt &#8211; es gibt <strong>keine Abw&#228;gung, keine Frage von Angemessenheit</strong> &#8211; selbst der geringste begr&#252;ndete Verdacht, es k&#246;nnte sich um personenbezogene Daten handeln, l&#246;st bei Caspar Datenschutzalarm aus. Dies zeigt auch folgende Antwort von Caspar an <em>Carta</em>:</p>
<blockquote><p>Als Datenschutzbeauftragter muss ich zun&#228;chst vom Worst-Case-Szenario ausgehen, was alles mit den Daten gemacht werden kann: Man stelle sich nur vor, es w&#252;rde eine Karte mit allen offenen W-LAN-Netzen in Deutschland ver&#246;ffentlicht. Dies w&#228;re eine &#246;ffentliche Einladung zum Schwarz-Surfen f&#252;r alle erdenklichen kriminellen Zwecke.</p></blockquote>
<p><strong>Caspar ist folglich im Worst-Case-Modus unterwegs</strong>. Eine Abw&#228;gungsentscheidung zwischen gesellschaftlichem Nutzen der Technologie und ihrer datenschutzrechtlichen Problematik scheint er nicht seinem Metier zuzurechnen. Caspar will nur Datenschutzrechte durchsetzen &#8211; und zwar am besten total. Die Tendenz, Datenschutz totalit&#228;r zu setzen, ist da nicht mehr weit.</p>
<p>Wenig zimperlich geht Caspar folgerichtig mit den betroffenen Unternehmen um. Obwohl eine kleine Recherche bereits gezeigt h&#228;tte, dass ein Unternehmen namens <a href="http://www.skyhookwireless.com/">Skyhook</a> bereits seit Jahren &#228;hnliches ohne Intervention deutscher Datensch&#252;tzer unternimmt, hielt er es f&#252;r angemessen, Google nach Verstreichen einer Frist von einer Woche &#246;ffentlich f&#252;r &#8220;rechtswidriges Scannen&#8221; an den Pranger zustellen.</p>
<blockquote><p>Wir hatten Google gebeten, genauere Auskunft &#252;ber die W-Lan-Kartografierung zu erhalten. Nachdem das Unternehmen sich eine Woche nicht klar ge&#228;u&#223;ert hatte, sahen wir uns gezwungen, in die &#214;ffentlichkeit zu gehen.</p></blockquote>
<p>Die Datenschutzbeauftragten sind staatlich berufene Aufseher. Immer weniger hat man das Gef&#252;hl, sie w&#252;rden der Versuchung widerstehen, sich wie moralische Instanzen mit quasirichterlicher Autorit&#228;t aufzuspielen. Caspars Reaktion wirkt r&#252;ckblickend wenig souver&#228;n und &#252;berhastet. Und viele Medien haben Caspar vorschnell und ohne gro&#223;es Nachfragen wahrscheinlich zu viel Platz einger&#228;umt.</p>
<p>P.S.: Nachfrage:</p>
<p>Wieso gibt Peter Schaar dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GrR4_urrGoM">ZDF Interviews</a> und sogar Einsch&#228;tzungen zu einem Thema, f&#252;r das er als Bundesdatenschutzbeauftragter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesbeauftragter_f%C3%BCr_den_Datenschutz_und_die_Informationsfreiheit">offenbar</a> gar nicht zust&#228;ndig ist?</p>
<p>Siehe auch auf <em>Carta</em>:</p>
<ul>
<li>Christian Heller: <a href="http://carta.info/24397/die-ideologie-datenschutz/">Die Ideologie Datenschutz</a></li>
<li>Christoph Kappes: <a href="http://carta.info/21775/google-bashing/">Google-Bashing: Zur politischen &#214;konomie einer  Suchmaschine</a></li>
<li>Jan Krone: <a href="http://carta.info/21537/vorratsdaten-und-die-logik-der-datenkollektivierung-fuer-ein-gesellschaftliche-kultur-des-datenschutzes/">Vorratsdaten und die Logik der Datenkollektivierung:  F&#252;r eine gesellschaftliche Kultur des Datenschutzes</a></li>
</ul>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/">Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus Hamburg</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26179&amp;md5=fd09fe2ca1b7be8f4011f34b5f2a2098" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook: Ein Zwischenruf.</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 21:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutsche Politik versucht, hastig und mit den falschen Mitteln &#246;ffentlichen Druck auf Facebook aufzubauen. Dabei lautet die eigentliche Frage: Welche grunds&#228;tzliche Haltung hat das Facebook-Management zu Privatsph&#228;re und Datenschutz?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7f4d72be133f4c6e8e418bf77e1c9361" alt="" width="1" height="1" />Die Diskussion um die Gesch&#228;ftsbedingungen von Facebook hat in den letzten Tagen einen neuen H&#246;hepunkt erreicht: Nachdem Ministerin Aigner einen „offenen Brief“ an Marc Zuckerberg auf Facebook ver&#246;ffentlicht hat und Verbraucherschutzverb&#228;nde vor Facebook <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/04/07/ganz-offiziell-verbraucherzentrale-warnt-nutzer-vor-facebook-raet-zum-wechsel-umfrage/">warnten</a>, findet sich nun auch ein &#252;berparteilicher Zusammenschluss von Politikern, die zur Mitgliedschaft in einer <a href="http://www.facebook.com/group.php?v=info&amp;ref=search&amp;gid=112043458820354">Facebook-Privatsph&#228;re-Gruppe</a> auffordern.</p>
<p>Dieses Vorgehen halte ich f&#252;r falsch und, mehr noch, sogar f&#252;r sch&#228;dlich. Warum?</p>
<p><strong>A. Die sachliche Ebene</strong></p>
<p>Zun&#228;chst zur Sache selbst:</p>
<p>1. Facebook wird <del datetime="2010-04-12T10:02:59+00:00">nur</del> haupts&#228;chlich f&#252;r einen einzigen Punkt kritisiert, n&#228;mlich die neuen Datenschutzbestimmungen mit der Weitergabe von Daten an Partner ohne vorherige Zustimmung im Einzelfall. Das ist ein Problem, aber der falsche Fokus, denn es mangelt nicht an Aktivit&#228;ten, die man kritisieren k&#246;nnte:</p>
<ul>
<li>Die Einblendung von Freunden in Werbeanzeigen,</li>
<li>den <a href="http://yuccatree.de/2010/03/facebook-im-test-wie-gut-funktioniert-die-datenschleuder-wirklich/" target="_blank">Datenaustausch mit gmx</a>,</li>
<li>das systematische Verstecken von Privatsph&#228;re-Optionen (bis hin zur L&#246;schung des eigenen Profils),</li>
<li>das <a href="http://netzwertig.com/2010/02/06/ueberarbeitete-homepage-facebook-versteckt-link-zum-abmelden/" target="_blank">Anzeigen der Applikationen von Kontakten</a>,</li>
<li>das dauerhafte Verbleiben von Links auf Inhalte, auch nachdem diese auf „privat“ umgestellt wurden (!),</li>
<li>das Markierenk&#246;nnen von Personen auf Fotos Dritter,</li>
<li>mangelhafte Beschwerdem&#246;glichkeiten, wenn andere Nutzer Rechtsverst&#246;&#223;e begehen,</li>
<li>das systematische Verleiten auf vermeintlich harmlose Applikationen Dritter, die keinen anderen Zweck als Nutzerdatensammlung haben (auf Facebook-Entwickler-Foren findet sich dazu lebhafter Austausch),</li>
<li>das systematische Verleiten von Nutzern, via iPhone-Applikation vertrauliche Kontaktdaten auf Facebook hochzuladen,</li>
<li>die <a href="http://www.facebook.com/apps/application.php?id=260733615244&amp;ref=mf" target="_blank">maschinelle Analyse</a> von Statusmeldungen – in Kombination mit der neuerdings gemeldeten Erweiterung „Facebook Mail“ vermutlich ein ganz gro&#223;es Thema, das der Diskussion um GMail nicht nachstehen wird.</li>
</ul>
<p>Diese Liste ist nicht einmal vollst&#228;ndig. Es zeugt nicht von Sachkenntnis, dass die Beteiligten hier nur einen einzigen Aspekt thematisieren. Richtig w&#228;re, einmal „das Ganze“ anzusprechen. Wenn sich in diesem einen Fall die &#246;ffentlichen Wogen wieder gl&#228;tten, wie sie das nach einigen Monaten immer tun, wird es umso schwieriger werden, das „System Facebook“ zu kritisieren und Grenzen zu setzen.</p>
<p>2. Die &#246;ffentliche Diskussion vermittelt den Eindruck, Facebook habe bereits gehandelt. Dieser Eindruck ist falsch. Im Gegenteil, Facebook <a href="http://www.facebook.com/note.php?note_id=115649245114589" target="_blank">verweist </a>v&#246;llig zu Recht darauf , dass man nur neue Bestimmungen zur Diskussion gestellt habe. Wer dies mit der Old Economy vergleicht, wird Facebook hier sogar einen Pluspunkt geben m&#252;ssen: Welches andere Unternehmen diskutiert mit seinen Kunden vor der &#196;nderung von Gesch&#228;ftsbedingungen, &#246;ffentlich, schriftlich und intensiv?</p>
<p>3. Es geht Facebook nach eigenen Angaben nicht um eine generelle Zustimmung zur Datenweitergabe an Dritte. Im Gegenteil, Facebook schlie&#223;t das f&#252;r seine Werbepartner ausdr&#252;cklich aus, hier soll anonymisiertes Targeting von Werbemitteln stattfinden. Die Zustimmung betrifft Partner, deren Anwendungen dauerhauft eingebunden werden sollen, was auch in Deutschland nicht un&#252;blich ist. <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=379388037130&amp;ref=mf:" target="_blank">Materiell geht es um drei ausgew&#228;hlte Partner</a>: Yahoo, AOL Chat, CNN Streams. Alle drei F&#228;lle haben Nutzwert und sind meines Erachtens durchaus nachvollziehbare Weiterentwicklungen des Kernproduktes und vor allem – gemessen am Datenaustausch mit den Entwicklern scheinbar harmloser, viraler Applikationen – sind sie wenig bedenklich, weil es sich um angesehene, etablierte Unternehmen handelt. Damit argumentiere ich inhaltlich, formal ist ein Opt-Out auch aus meiner Sicht ein Foul, sofern und soweit die Klausel auch bisher nicht genannte Partner umfasst.</p>
<p>Fazit: Die richtige Diskussion, aber Thema verfehlt. Das richtige Thema w&#228;re die generelle Haltung des Facebook-Managements zu Privatsph&#228;re und Datenschutz.</p>
<p><strong>B. Die politische Ebene</strong></p>
<p>1. Nach Ansicht des hamburgischen Datenschutzbeauftragten w&#228;re die angestrebte &#196;nderung ein Versto&#223; gegen §4 Abs. 2 BDSG. Warum wird nicht diskutiert, ob er damit richtig liegt? Stattdessen rauscht drei Tage lang der Bl&#228;tterwald. Ebenso sagt er, es l&#228;ge ein Versto&#223; gegen die Safe-Harbour-Erkl&#228;rung vor. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass Safe Harbour entgegen landl&#228;ufiger Meinung sehr wohl Mechanismen vorsieht, wie zu verfahren ist, wenn ein U.S.-Unternehmen gegen die Bestimmungen verst&#246;&#223;t, denen es sich unterworfen hat. Ich erwarte von Ministern, dass sie sich hierzu &#228;u&#223;ern, gegebenenfalls den Rechtsweg beschreiten und/oder ihr Vorgehen mit Amtstr&#228;gern des Bundes oder der EU abstimmen.</p>
<p>2. F&#252;r ein ministerielles Vorgehen ist ein „offener Brief“ an den CEO, geschrieben an einem Ostermontag, eine unangemessene Vorgehensweise. Bevor man zu solchen Mitteln greift, gilt es a) Rechtsverst&#246;&#223;e zu pr&#252;fen und gegebenenfalls mit den daf&#252;r vorgesehenen Mitteln dagegen vorzugehen, b) Hintergrundgespr&#228;che zu f&#252;hren, c) einen Gesetzesentwurf anzusto&#223;en. Dies w&#228;re zielf&#252;hrender als ein &#246;ffentlicher Affront, zumal ein wenig Besch&#228;ftigung mit Marc Zuckerberg und der Finanzierungssituation von Facebook schon nach kurzem googeln ergibt, dass Mr. Zuckerberg ein 25j&#228;hriger Papier-Milliard&#228;r ist, der fr&#252;her <a href="http://www.businessinsider.com/how-mark-zuckerberg-hacked-connectu-2010-3" target="_blank">E-Mail-Accounts gehackt</a> hat und von seinen Investoren abh&#228;ngig ist, da sein Unternehmen nicht ann&#228;hernd den Gewinn erwirtschaftet, den ein Unternehmen mit einer derart hohen Bewertung erwirtschaften muss. Kurz gesagt: Ein dezenter Brief oder Anruf bei den Investoren oder eine Einladung zu einem Tee w&#228;re vermutlich zielf&#252;hrender gewesen. Und dieses Vorgehen w&#228;re auch so, wie bisher Einwirkungen der Politik in Unternehmen funktioniert haben: dezent und ohne Au&#223;enwirkung – und gerade deswegen erfolgreich. Man stelle sich einmal zum Vergleich vor, dass der Bundeswirtschaftsminister einen offenen Brief an den neuen Vorstandsvorsitzenden von SAP schreibt, weil das FI-Modul des ERP-Systems die handelsrechtlichen Vorschriften zur Speicherung von Buchhaltungsvorg&#228;ngen nicht einh&#228;lt, oder der Bundesumweltminister einen Brief an Porsche schreibt, weil das neue Modell die Umwelt sch&#228;digt. Wird das der neue Politik-Stil in Deutschland?</p>
<p>3. Ich sehe es als B&#252;rger sehr kritisch, dass Amtstr&#228;ger, seien es Minister oder Mitglieder des Bundestags (egal welcher Colour), nicht die Wege beschreiten, die f&#252;r die Amtsaus&#252;bung vorgesehen sind. Der Souver&#228;n hat diese Amtstr&#228;ger nicht nur gew&#228;hlt, sondern auch erm&#228;chtigt, mit staatlicher Gewalt (im abstrakten Sinne) zu agieren, seien es „Rechtshinweise“, Bescheide, Gesetze, oder parlamentarische Hearings, Aussch&#252;sse und Enquete-Kommissionen, um politische Probleme zu analysieren und politisch sowie ggf. rechtlich zu l&#246;sen. Ein „offener Brief“ geh&#246;rt nicht zu diesem Repertoire. Und das erst recht nicht, wenn der Minister einerseits vorgeblich als Privatperson und Facebook-Mitglied handelt, dabei aber andererseits mit seiner Amtsbezeichnung unterzeichnet (– und dies zu allem &#220;berflu&#223; auch noch mit unzutreffender Ministeriumsbezeichnung.)</p>
<p>4. In der Aufforderung von Politikern an die Bev&#246;lkerung, einer entsprechenden Facebook-Gruppe beizutreten, sehe ich sogar einen Fall dessen, was man im Management „unzul&#228;ssige R&#252;ckdelegation“ nennt. Der Souver&#228;n hat durch Wahlen die Aus&#252;bung politischer Macht an die gew&#228;hlten Instanzen delegiert. Wenn diese nun, vielleicht gut gemeint, den Souver&#228;n motivieren, seinerseits politischen Druck auszu&#252;ben, stellen sie ihre eigene Verantwortlichkeit in Frage. Die Analyse und L&#246;sung einer derartigen Problematik ist Aufgabe der Politik. Ein Scheitern dieses Vorgehens w&#228;re daher auch ein Scheitern der Politik.</p>
<p>Fazit: Auch Beschwerdeweg, Form und Adressat sind falsch. Dabei steht f&#252;r mich au&#223;er Frage, dass &#246;ffentlicher Druck auch zum richtigen Ergebnis f&#252;hren <em>kann</em>; nach meiner Auffassung heiligt aber der Zweck nicht die Mittel.</p>
<p>Crosspost von <a href="http://www.fructus-gmbh.de/blog/2010/04/facebook-ein-zwischenruf"><em>fructus</em></a><em>.</em>
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