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	<title>CARTA &#187; CDU</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Hevelingfacts</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 16:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein CDU-Abgeordneter aus Korschenbroich (das liegt in der N&#228;he von "Weisse Bescheid, Sch&#228;tzelein!!") hat einen Shitstorm im Netz provoziert. Der Zeitpunkt daf&#252;r war extrem gut gew&#228;hlt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Januar war nicht nur zu warm, er war auch so nachrichtenarm, dass die Netzgemeinde wie ausgehungert auf ihrer Timeline herumhing und sehns&#252;chtig nach einem saftigen Knochen Ausschau hielt. Bis endlich ein junger, unerfahrener und &#252;beraus wohlgen&#228;hrter CDU-Abgeordneter des Weges kam – und prompt in die Falle tappte: Ansgar Heveling aus Korschenbroich, Tr&#228;ger der Ehrenmedaille der Bundeswehr. Er beging den unverzeihlichen Fehler, sich als Knochen ins Netz zu werfen. In der Online-Ausgabe des Handelsblatts schrieb er einen <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html">Gastkommentar</a> unter dem provozierenden Titel „Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!“</p>
<p>Das lie&#223; sich „die Netzgemeinde“ nat&#252;rlich nicht zwei Mal sagen. Freudig schnappte sie zu – siehe Twitter-Hashtags #heveling und #hevelingfacts. Hier die<em> <a href="http://sixtus.cc/der-film-zur-kampfschrift-ansgar-heveling-erz">filmische Umsetzung</a> </em>der Kriegserkl&#228;rung.</p>
<p>&nbsp;
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		<title>Die Gr&#252;nen am Vorabend ihrer dritten Krise</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 12:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Den Gr&#252;nen steht ihre dritte H&#228;utung erst noch bevor. Nach dem Fundi-Realo-Konflikt Ende der achtziger Jahre und dem Pazifismusstreit 1999 folgt nun die Metamorphose zur Volkspartei. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Mal in der gut 30-j&#228;hrigen Geschichte der Gr&#252;nen geriet die Partei an den Rand des politischen Abgrunds: Bei der Bundestagswahl 1990 scheiterten die Gr&#252;nen an der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde und lieferten sich anschlie&#223;end heftige Fl&#252;gelk&#228;mpfe zwischen Fundis und Realos. Dieser Richtungsstreit f&#252;hrte auch zu zahlreichen Parteiaustritten von prominenten Gr&#252;ndungsmitgliedern.</p>
<p>Die zweite gro&#223;e Krise durchlebte die Partei w&#228;hrend ihrer Regierungsbeteiligung im ersten Kabinett Gerhard Schr&#246;der (1998–2002). Entgegen ihren pazifistischen Wurzeln stimmten die Gr&#252;nen f&#252;r die Bundeswehreins&#228;tze im Kosovo und in Afghanistan. Dies f&#252;hrte nicht nur zu schweren innerparteilichen Auseinandersetzungen &#8211; die Gr&#252;nen verloren auch an R&#252;ckhalt in der Bev&#246;lkerung. Nun, zehn Jahre danach, scheinen die Gr&#252;nen in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Allerdings noch nicht ganz. <strong>Denn die dritte und entscheidende Krise wirft ihre Schatten bereits voraus: Die Gr&#252;nen m&#252;ssen eines Tages die CDU beerben (und nicht &#8211; wie derzeit &#8211; die FDP). </strong>Eine empirische Analyse legt dies nahe.</p>
<p>Drei Tage vor den Landtagswahlen in Baden-W&#252;rttemberg und Rheinland-Pfalz legten die Sozialforscher <a href="http://www.diw.de/de/diw_01.c.10866.de/ueber_uns/menschen_am_diw_berlin/kroh_martin.html">Martin Kroh</a> und <a href="http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.10926.de&amp;sprache=de">J&#252;rgen Schupp</a> vom <em>Deutschen Institut f&#252;r Wirtschaftsforschung</em> (DIW) eine aufschlussreiche <a href="http://www.diw.de/sixcms/detail.php/369950">Studie</a> zur Anh&#228;ngerschaft der Gr&#252;nen vor. Da sie die Grunddaten f&#252;r die Untersuchung dem <em>Sozio-Oekonomischen Panel </em>(<a href="http://www.diw.de/deutsch/soep/29004.html">SOEP</a>) entnahmen (und nicht etwa einer <em>Forsa</em>-Umfrage f&#252;r den <em>stern</em>!), wohnt den Ergebnissen eine hohe Aussagekraft inne. Denn f&#252;r das SOEP &#8211; die gr&#246;&#223;te und beste L&#228;ngsschnittstudie der Welt &#8211; werden seit 1984 in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden immer dieselben Personen befragt (derzeit sind es &#252;ber 25.000).</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie:</p>
<ul>
<li>Die wachsende Zustimmung zu den Gr&#252;nen speist sich &#8211; anders als vermutet &#8211; nur zu einem geringen Teil aus Abwanderungen von anderen Parteien (insbesondere von der SPD). Das hei&#223;t, die Gr&#252;nen werden nicht deshalb st&#228;rker, weil sie anderen Parteien die Anh&#228;nger abjagen, sie werden st&#228;rker, weil immer neue Geburtskohorten in die Partei hineinwachsen.</li>
<li>Waren die Gr&#252;nen-Anh&#228;nger von 1984 bis 1989 im Durchschnitt 28 Jahre alt, so sind sie heute im Mittel bereits 42. Denn die ersten Generationen junger Gr&#252;nen-Anh&#228;nger aus den achtziger Jahren (also die Jahrg&#228;nge ab 1950) sind der Partei in hohem Ma&#223;e treu geblieben. Der demographische Wandel der Gesellschaft beg&#252;nstigt die Gr&#252;nen mithin st&#228;rker als andere Parteien (die aufgrund ihrer Alterszusammensetzung allm&#228;hlich aussterben).</li>
<li>Die Gr&#252;nen rekrutieren ihre Anh&#228;nger nahezu ausschlie&#223;lich unter Menschen mit Abitur. Solche mit einem Volks- oder Hauptschulabschluss finden sich dagegen eher selten (etwa drei Prozent). Dieser Zusammenhang hat sich seit den achtziger Jahren nicht ver&#228;ndert. Ver&#228;ndert haben sich jedoch der soziale Status und die Einkommenssituation.</li>
<li>Zwischen 1984 und 1989 unterst&#252;tzten 26 Prozent der Personen in Ausbildung die Gr&#252;nen, w&#228;hrend diese bei den Selbstst&#228;ndigen, Beamten und Angestellten nur auf f&#252;nf bis acht Prozent kamen. Seitdem ist die Unterst&#252;tzung unter den drei letztgenannten Berufsgruppen stetig gewachsen, oder genauer: Die Anh&#228;nger der Gr&#252;nen sind in diese Berufsgruppen hinein gewachsen. Heute liegt der Anteil gr&#252;ner Unterst&#252;tzer unter den Beamten bei 20 Prozent, unter Selbstst&#228;ndigen und Angestellten bei 18 Prozent. Bei Rentnern, sonstigen Nichterwerbst&#228;tigen und Arbeitern fanden die Gr&#252;nen dagegen zu keinem Zeitpunkt besondere Unterst&#252;tzung. Bei Arbeitslosen ist der Anteil gr&#252;ner Parteibindungen in den letzten Jahrzehnten sogar r&#252;ckl&#228;ufig.</li>
<li>Von 1984 bis 1989 fanden die Gr&#252;nen die relativ h&#246;chste Unterst&#252;tzung beim untersten Einkommensf&#252;nftel der Gesellschaft (damals rund 9 Prozent). Das hat sich in den folgenden Jahren ins Gegenteil verkehrt. Zwischen 2008 und 2010 findet sich der h&#246;chste Anteil an Gr&#252;nen-Unterst&#252;tzern bei den Personen im obersten Einkommensf&#252;nftel (16 Prozent).</li>
<li>Bezogen auf die soziale Position ihrer Anh&#228;nger finden die Gr&#252;nen heute die h&#246;chste Unterst&#252;tzung im gutsituierten Bildungsb&#252;rgertum. Der Erfolg der Gr&#252;nen bei Selbstst&#228;ndigen und Freiberuflern sowie bei Personen mit &#252;berdurchschnittlichen Einkommen untergr&#228;bt also den b&#252;rgerlichen Alleinvertretungsanspruch von Union und FDP f&#252;r diese Klientel. Dagegen deutet die fehlende Unterst&#252;tzung der Gr&#252;nen bei Menschen mit geringer Bildung, Arbeitern und Arbeitslosen darauf hin, dass die Gr&#252;nen trotz ihrer Selbstwahrnehmung als „linke“ Kraft weder mit der SPD noch mit den Linken um Anh&#228;nger aus dem klassischen Arbeitermilieu konkurrieren.</li>
<li>Neben dem strukturellen Wandel der Anh&#228;ngerschaft der Gr&#252;nen zeigen die SOEP-Daten aber auch den Verlust eines fr&#252;her zum Selbstverst&#228;ndnis der Gr&#252;nen geh&#246;renden Themas: Frieden. Seit Ende der neunziger Jahre unterst&#252;tzen Befragte, die Sorgen um den Friedenserhalt &#228;u&#223;ern, nicht mehr &#252;berproportional die Gr&#252;nen. Die wachsende Unterst&#252;tzung der Gr&#252;nen durch Frauen k&#246;nnte darauf hindeuten, dass das Thema Gleichstellung zum neuen thematischen Schwerpunkt aufsteigt.</li>
<li> Fazit: Die Gr&#252;nen repr&#228;sentierten in ihren Anf&#228;ngen eine Partei der gebildeten, aber schlecht verdienenden sowie &#246;kologisch orientierten Jungen. In den folgenden Jahrzehnten ist es ihnen gelungen, sowohl die fr&#252;hen Unterst&#252;tzer dauerhaft an die Partei zu binden als auch nach wie vor &#252;berdurchschnittlich erfolgreich bei Erst- und Jungw&#228;hlern zu sein.</li>
<li><strong>Heute sind die Gr&#252;nen die Partei der umweltbewussten, gut gebildeten, gut verdienenden Beamten und Selbstst&#228;ndigen mittleren Alters in Gro&#223;st&#228;dten.</strong></li>
</ul>
<p>Eine Volkspartei ist das noch nicht. Aber zuzutrauen ist den Gr&#252;nen auch dieser Wandel.</p>
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		<title>Die CDU und die Liebe zu Westerwelle</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 16:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2011 wird inhaltlich weitgehend politikfrei bleiben, prognostiziert Michael Spreng, der bei der CDU eine neue Liebe zu Guido Westerwelle aufkommen sieht und bei der SPD grunds&#228;tzlich wenig Neues. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prognosen sind bekannterma&#223;en deshalb so schwierig, weil sie die Zukunft betreffen. Einige m&#246;chte ich f&#252;r das Jahr 2011 dennoch wagen<strong>. Die CDU/CSU wird in den n&#228;chsten Wochen ihre Liebe zu Guido Westerwelle entdecken</strong>. Ein angebliches Geheimtreffen der drei Parteivorsitzenden zur Stabilisierung Westerwelles wird schon vermeldet. Publizistische Unterst&#252;tzungskampagnen sind zu erwarten. Die Dreik&#246;nigsrede wird als Comeback des FDP-Chefs gefeiert werden. Langsam d&#228;mmert den Unionsparteien und ihren Unterst&#252;tzern, was sie an Westerwelle haben. Er steht – auch notgedrungen &#8211; fest an der Seite der CDU/CSU und garantiert zumindest bis 2013 die b&#252;rgerliche Mehrheit. Ein Ausbruch in Richtung Ampel ist von ihm nicht zu bef&#252;rchten.</p>
<p>Bei seinem m&#246;glichen Nachfolger Christian Lindner kann die CDU/CSU nicht so sicher sein. Dass ihn ausgerechnet Frau Leutheusser-Schnarrenberger f&#252;r h&#246;here &#196;mter empfiehlt, verst&#228;rkt das Misstrauen. Lieber einen angeschlagenen, aber kalkulierbaren Westerwelle als einen unkalkulierbaren Lindner, so die &#220;berlegung in der CDU/CSU.</p>
<p>Es w&#228;re keine &#220;berraschung, wenn die Unionsparteien zur Unterst&#252;tzung des angeschlagenen FDP-Chefs inhaltliche Konzessionen machen w&#252;rden. Stichworte: Mehrwertsteuerreform, Ank&#252;ndigung von Steuersenkungen f&#252;r 2013/2014. Sie werden ihn aber nicht retten k&#246;nnen, falls die FDP in Rheinland-Pfalz und Baden-W&#252;rttemberg an der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde scheitert.</p>
<p><strong>Die einzige national wichtige Wahl im sogenannten Superwahljahr 2011 ist die in Baden-W&#252;rttemberg</strong>. Die Ergebnisse der anderen sechs Landtagswahlen sind politisch schon eingepreist. Der Wahlsieg der SPD in Hamburg genauso wie die Wiederwahl Kurt Becks in Rheinland-Pfalz. Beide werden in rot-gr&#252;ne Regierungen m&#252;nden. Auch die Fortsetzung der gro&#223;en Koalition in Sachsen-Anhalt kann als sicher gelten (die SPD wird keinen Regierungschef der Linkspartei akzeptieren).</p>
<p>Bremen und Mecklenburg-Vorpommern spielen bundesweit keine Rolle. In Schwerin k&#246;nnten lediglich die Partner wechseln – statt gro&#223;er Koalition Rot-Rot. Und in Berlin geht es lediglich um Wowereit oder K&#252;nast, ein prinzipieller Machtwechsel steht nicht an. Also Baden-W&#252;rttemberg. Hier entscheidet sich alles. Kommt die FDP noch einmal in den Landtag, dann ist ein Weiterregieren von Schwarz-Gelb nicht ausgeschlossen, wenn die Linkspartei an der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde scheitert. Baden-W&#252;rttemberg ist kein Ernst- und L&#246;tzsch-Land. Die Arbeitslosigkeit ist sehr  niedrig, die sozialen Verwerfungen geringer als in anderen Bundesl&#228;ndern. Am wahrscheinlichsten ist die erste gr&#252;n-rote Regierung, aber auch eine gro&#223;e Koalition ist nicht ausgeschlossen, falls die Linkspartei doch reinkommt.</p>
<p>F&#252;r die CDU w&#228;re der Regierungsverlust in ihrem Stammland ein Desaster. Aber Angela Merkel wird’s &#252;berleben – mangels Alternativen und weil sie die Schuld f&#252;r den Machtverlust auf die FDP schieben kann. Aber die Kanzlerinnend&#228;mmerung w&#252;rde beginnen. Denn die W&#228;hler, die die FDP seit der Bundestagswahl verloren hat, sind spurlos verdampft. Kaum einer ist zur CDU zur&#252;ckgekehrt, wie die Umfragen zeigen. Es g&#228;be dann auch amtlich in Deutschland keine b&#252;rgerliche Mehrheit mehr. In der CDU/CSU wird man sich wehm&#252;tig an die gro&#223;e Koalition erinnern.</p>
<p>F&#252;r die SPD f&#228;ngt 2011 in Hamburg und Rheinland-Pfalz stark an, um dann wieder in der Tristesse schlechter Wahlergebnisse zu versinken. Die Diskussion, ob Sigmar Gabriel der richtige Mann an der Spitze ist, wird sich verst&#228;rken. Der Hamburger Wahlsieger Olaf Scholz und die NRW-Ministerpr&#228;sidentin Hannelore Kraft werden als m&#246;gliche Kanzlerkandidaten gehandelt werden. Also wenig Neues von der SPD.</p>
<p><strong>Inhaltlich wird 2011 ein weitgehend politikfreies Jahr</strong>. Au&#223;er der Reform der Pflegeversicherung und den Hartz-IV-Abschlussarbeiten steht nichts auf dem nationalen Terminkalender. Die politische Agenda wird auch 2011 in erster Linie von der EU diktiert.</p>
<p><a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3575">Crosspost</a> mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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		<title>Offener Brief an David McAllister: &#8220;Schuld sind nicht die Demonstranten &#8230;&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 23:57:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Castor]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[David McAllister]]></category>
		<category><![CDATA[demo]]></category>

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		<description><![CDATA[Offener Brief an den nieders&#228;chsischen Ministerpr&#228;sidenten: Sie scheinen Zweifel bekommen zu haben, ob sich Ihr Bundesland und Ihre Partei diese Politik gegen den Willen der B&#252;rger leisten kann. Gehen Sie nun bitte den n&#228;chsten Schritt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/dc612557a5a140db936ac54f00772220" alt="" width="1" height="1" />Sehr geehrter Herr McAllister,</p>
<p>der Nachrichtenagentur Reuters zufolge haben sie eine „gerechtere Verteilung der Lasten“ gefordert, die durch die Absicherung der Castor-Transporte entstehen. Laut Agenturmeldung beklagen Sie sich dar&#252;ber, dass Ihr Land eine nationale Aufgabe erf&#252;lle, aber allein f&#252;r die 20 bis 25 Millionen Euro aufkommen muss. „Das ist und bleibt eine Ungerechtigkeit“, werden Sie zitiert.</p>
<p>Ich kann Sie durchaus verstehen.</p>
<p>Ihr Unionskollege aus Bayern, Joachim Herrmann, offenbar nicht. Er sagte im Deutschlandfunk, es sei eine einheitliche Regel, dass Bundesl&#228;nder sich gegenseitig die Kosten f&#252;r ihre eingesetzten Polizisten in Rechnung stellen. Auch Niedersachsen soll demnach f&#252;r die etwa 500 Polizisten aus Bayern zahlen, die beim Castor-Transport im Einsatz sind.</p>
<p>Ihr Kollege aus Bayern, seines Zeichen dort Innenminister, hat gut reden. In seinem „Vorgarten“ steht kein Atomm&#252;ll und daf&#252;r, dass er sicher weit weg von ihm ankommt, m&#246;chte er auch noch Geld.</p>
<p>Sehr geehrter Herr McAllister, ich denke an dieser Stelle sollten Sie, nicht nur im eigenem Interesse, eines &#246;ffentlich klar deutlich machen:</p>
<p>Und zwar, dass eben jenes Bundesland Bayern, das Sie nun auf den Kosten f&#252;r den Transport sitzen l&#228;sst, vehement verhindert, dass auf seinem Territorium nach geeigneten Endlagerst&#228;tten gesucht wird. Und das, obwohl es dort deutlich mehr AKWs gibt, als in Niedersachsen.</p>
<p>Gerade wenn Ihre Unionskollegen Sie derma&#223;en im Stich lassen, sollten Sie sich auf folgendes besinnen: Sie sind nieders&#228;chsischer Ministerpr&#228;sident. Auch wenn Sie bislang nie als Spitzenkandidat vom Volk gew&#228;hlt wurden, sind Sie ausschlie&#223;lich diesem verpflichtet, nicht Ihrer Partei.</p>
<p>Das k&#246;nnten Sie am besten damit deutlich machen und beweisen, dass Sie an der Seite anderer Bundesl&#228;nder gegen die Laufzeitverl&#228;ngerung klagen, welche die Bundesregierung beschlossen hat. Sie will dabei nicht die Bundesl&#228;nder fragen.</p>
<p>Ich frage Sie: Glauben Sie angesichts des aktuellen Transportes tats&#228;chlich, dass eine Laufzeitverl&#228;ngerung, sprich mehr Atomm&#252;ll, nicht eine Frage ist, der Sie als Bundesland zustimmen m&#252;ssen?</p>
<p>Ich denke, wenn es keine deutliche Mehrbelastung w&#228;re, die Sicherheit weiterer Transporte zu gew&#228;hrleisten und bezahlen, w&#252;rden Sie Ihre Kollegen nicht um finanzielle Unterst&#252;tzung bitten.</p>
<p>Vielleicht sind Sie geneigt, Joachim Herrmann in seinem zweiten Punkt Recht zu geben. Er hat n&#228;mlich vorgeschlagen, die Demonstranten zur Kasse zu bitten. W&#246;rtlich sagte er laut Agenturmeldung: „G&#228;be es diese illegalen, gewaltt&#228;tigen Demonstranten nicht, g&#228;be es die Kosten nicht.“ Und weiter: „Man muss sich eher fragen, warum die nicht die Kosten zahlen.“</p>
<p>Dies ist eine Aussage, mit der man an konservativen Stammtischen vielleicht Punkten mag. Aber man muss einiges klarstellen. Die Proteste waren bislang keinesfalls illegal und gewaltt&#228;tig. Wenn die Demonstranten gewollt h&#228;tten, h&#228;tten sie in der Nacht zum Montag, in der sie &#252;ber Stunden die Gleise besetzt hielten, die Gleise weitreichend „schottern“ k&#246;nnen.</p>
<p>Stundenlang brauchte die Polizei allein, um die schiere Masse an Demonstranten wegzutragen. H&#228;tten die Demonstranten gleichzeitig am anderen Ende versucht, die Schienen unbefahrbar zu machen, die Einsatzkr&#228;fte h&#228;tten dem nichts entgegenbringen k&#246;nnen.</p>
<p>Vereinzelnt mag es Aktionen gegeben haben, die jenseits der Grenze des guten Geschmacks gelegen haben d&#252;rften, aber auch hier kann man Sie fragen, was ist Huhn, was ist Ei? Auch Polizisten sind rabiat vorgegangen.</p>
<p>Dass Kinder, Jugendliche, und auch viele &#228;ltere Menschen die ganze Nacht auf Schienen verharren, in Kauf nehmen, krank zu werden: Das ist kein Zeichen daf&#252;r, dass diese Leute Stress machen wollen. Es ist auch kein Event, wie an einigen Stellen behauptet wird. Es ist nicht einmal Protest. Es ist Widerstand. Widerstand gegen eine Politik, die von den B&#252;rgern nicht gewollt wird.</p>
<p>Dass die Kosten durch den Protest explodieren, der Atomm&#252;ll l&#228;nger im freien Gel&#228;nde steht: Das mag zun&#228;chst widerspr&#252;chlich wirken. Ihre Aussagen, Herr McAllister, haben aber gezeigt, dass die Aktionen die gew&#252;nschte Wirkung haben.</p>
<p>Sie scheinen n&#228;mlich Zweifel bekommen zu haben. Zweifel, ob sich Ihr Bundesland und Ihre Partei diese Politik gegen den Willen der B&#252;rger leisten und fortsetzten kann. Nun sollten Sie den n&#228;chsten Schritt gehen und Ihren Parteikollegen klar machen:</p>
<p>Nein, das k&#246;nnen wir nicht! Und Schuld sind nicht die Demonstranten, Schuld sind wir selbst!</p>
<p>Leider habe ich Zweifel, ob Sie dies tun. Und wenn ich recht behalte, kommt das einer Art R&#252;ckzieher Ihrerseits gleich. Der wird die Proteste noch mehr verst&#228;rken.</p>
<p>Aber vielleicht &#252;berraschen Sie mich ja positiv und treten an die Seite der Zehntausenden, die in den vergangenen Tagen im Wendland den Atomausstieg gefordert haben und der &#252;ber Hunderttausend, die in Berlin vor einigen Wochen f&#252;r das gleiche Ziel auf die Stra&#223;e gingen.</p>
<p>Es w&#252;rde mich freuen.<br />
Ihr Andreas Grie&#223;
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<a href="http://carta.info/35695/offener-brief-an-david-mcallister-schuld-sind-nicht-die-demonstranten/">Offener Brief an David McAllister: &#8220;Schuld sind nicht die Demonstranten &#8230;&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35695/offener-brief-an-david-mcallister-schuld-sind-nicht-die-demonstranten/#comments">8 comments</a>
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		<title>Stadelmeier lehnt Abgeordnetenbeteiligung an einer Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag ab</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 13:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der SPD-Staatskanzleichef „entt&#228;uscht“ die Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktionen: An der Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag sollen Abgeordnete nicht teilnehmen, auch die Presse ist nicht zugelassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/64b817013adf42da8826026df3e97a05" alt="" width="1" height="1" /><em>Am  Montag findet in Berlin eine Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag statt.  Dazu  haben die Rundfunkreferenten der L&#228;nder eingeladen. Journalisten sind  nicht  zugelassen. Am 24. September forderten die Vorsitzenden der   CDU-Landtagsfraktionen von der federf&#252;hrenden Staatskanzlei  Rheinland-Pfalz  (SPD), Landtagsabgeordnete an der Anh&#246;rung zu  beteiligen. Dies wurde abgelehnt. </em></p>
<p>„Angesichts  der  grunds&#228;tzlichen Bedeutung des 15. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrages, mit   welchem die Finanzierung des &#214;ffentlich-rechtlichen Rundfunks auf eine  ganz neue  Grundlage gestellt wird, erwartet die CDU-Fraktion eine  Beteiligung von  Vertretern der L&#228;nderparlamente an der Anh&#246;rung zum  neuen Staatsvertrag am 11.  Oktober 2010 in Berlin.“</p>
<p>Dies hat  laut <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_80089.html">epdmedien</a> der Vorsitzende der AG Medien der  CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, Dr.  Christian von Boetticher,  gegen&#252;ber der federf&#252;hrenden Staatskanzlei von  Rheinland-Pfalz  eingefordert. Dabei bezog er ich auf einen <a href="http://www.cdu-fraktion.de/Presse-Singleansicht.pressesingle.0.html?&amp;cHash=22250bafd7&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3599">Grundsatzbeschluss</a>,  der am 24. September in Frankfurt gefasst wurde.</p>
<p>Und:  welche Antwort hat er darauf von <a href="http://www.rlp.de/ministerpraesident/staatskanzlei/chef-der-staatskanzlei/">Martin  Stadelmeier</a> erhalten? Vielleicht diese?</p>
<p><em>„Ich  m&#246;chte um Ihr Verst&#228;ndnis werben, dass ich Bedenken habe und Ihnen   meine Gr&#252;nde erl&#228;utern. Die Anh&#246;rung wird auf Fachebene (Beamtenebene)   durchgef&#252;hrt. Vertreter der politischen Ebene der Landesregierungen  nehmen nicht  teil. Eine Meinungsbildung auf politischer Ebene wird erst  sp&#228;ter in der  Rundfunkkommission der L&#228;nder erfolgen. Die Einbeziehung  der Landtage und die  politische Er&#246;rterung im parlamentarischen Raum  wird im Wege der  Vorunterrichtung durch die Landesregierungen ebenfalls  erst sp&#228;ter stattfinden.  Dieses gestufte Verfahren dient dazu, auch  bei komplexen Materien zu einer  geordneten Willensbildung und damit zu  sachgerechten Ergebnissen zu  gelangen.“</em></p>
<p>Doch ist  es wirklich so, dass die Beamten rein fachlich wichten und werten werden? Haben  sie nicht klare politische Vorgaben?</p>
<p>Ob  sich  die CDU-Medienpolitiker und Fraktionsvorsitzenden damit zufrieden  geben?  Schlie&#223;lich stellt die CDU die Mehrheit der  Ministerpr&#228;sidenten. Oder ging es  ihnen nur darum, die SPD mit Kurt  Beck vorzuf&#252;hren? War den  CDU-Fraktionsvorsitzenden klar, dass die  Ministerpr&#228;sidenten gegen ihre  Teilnahme sind – die Antwort aber aus  der federf&#252;hrenden SPD-Staatskanzlei  Rheinland-Pfalz kommt? Den  Abgeordneten eines Landtages, die ebenfalls um  Teilnahme gebeten  hatten, teilte man zudem mit:</p>
<p><em>„Schlie&#223;lich bitte ich  auch zu bedenken, dass bei einer Teilnahme von  Abgeordneten eines  Landes auch den Abgeordneten aus den Parlamenten der anderen  L&#228;nder  eine Teilnahmem&#246;glichkeit er&#246;ffnet werden m&#252;sste. Aus diesen Gr&#252;nden  w&#228;re  ich Ihnen dankbar, wenn Sie von einer Teilnahme Abstand nehmen   w&#252;rden.“</em></p>
<p>Doch  was, wenn die Abgeordneten nicht von einer Teilnahme Abstand nehmen  <strong>wollen</strong>?  Soll man auf etwas verzichten, nur weil es dann andere auch  nutzen  w&#252;rden? Geht es hier nicht um eine politische Entscheidung, die die  ganze  Bev&#246;lkerung betreffen wird? Schlie&#223;lich sollen ja in Zukunft alle  den  Rundfunkbeitrag bezahlen. Muss man da nicht jede M&#246;glichkeit  nutzen, sich eine  Meinung zu bilden, um dann verantwortungsbewusst eine  politische Entscheidung  treffen zu k&#246;nnen?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34947&amp;md5=7089108558d9a46697dcb1b9a19f792c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>CDU-Mediensprecher warnt vor &#8220;digitaler Schn&#252;ffelei&#8221; durch Leistungsschutzrecht [2. Update]</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 10:23:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Andreas Krautscheid]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch in der CDU w&#228;chst die Skepsis hinsichtlich eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Verlage: Ihr medienpolitischer Sprecher Andreas Krautscheid sagte heute, die Verlage m&#252;ssten nachweisen, dass keine GEZ-&#228;hnlichen Strukturen notwendig seien, um ein solches Recht durchzusetzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/788ce872654c4953b4b2c6d32da9fb18" alt="" width="1" height="1" />Der neue medienpolitische Sprecher der CDU, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Krautscheid">Andreas Krautscheid</a>, hat sich heute zur&#252;ckhaltend zu den Pl&#228;nen eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverleger ge&#228;u&#223;ert: Mit dem zus&#228;tzlichen Recht k&#246;nne es zu vermehrter &#8220;digitaler Schn&#252;ffelei&#8221; durch eine zuk&#252;nftige Verwertungsgesellschaft der Verlage kommen, sagte Krautscheid auf einer <a href="http://www.kas.de/wf/de/17.42523/">medienpolitischen Tagung</a> der Konrad Adenauer Stiftung. Er forderte die Verlage auf nachzuweisen, dass es nicht zu neuen komplizierten &#220;berwachungsmechanismen im Stil der bisherigen GEZ kommen werde.</p>
<p>&#8220;Der Eindruck sollte sich nicht verfestigen, dass hier staatlich ein Gesch&#228;ftsmodell geschaffen wird&#8221;, sagte Krautscheid zu seinen ordnungspolitischen Bedenken. Auch die Verlage m&#252;ssten sich im Internet an die anderen Regeln des neuen Mediums halten. Krautscheid zeigte sich nicht &#252;berzeugt, dass die Verlage bereits alle M&#246;glichkeiten f&#252;r neue Gesch&#228;ftsmodelle im Netz ausgereizt h&#228;tten.</p>
<p>Zuvor hatte WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Christian Nienhaus noch einmal die Forderung der Verlage nach einem Leistungsschutzrecht bekr&#228;ftigt. Innerhalb der CDU ist das Leistungsschutzrecht damit umstritten. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gilt als Verfechter des neuen Verlegerrechts.</p>
<p>Auch innerhalb der Regierungskoalition gibt es offenbar sehr unterschiedliche Einsch&#228;tzungen: Auf der einen Seite steht eine kultur-/medienpolitische Str&#246;mung, die durchaus zu Regulierungsma&#223;nahmen zugunsten der Verlage bereit ist. Auf der anderen Seite stehen eher wirtschaftsliberale Kr&#228;fte, die f&#252;r eine derart weitgehende Lizenzpflicht und Aufhebung des Kartellverbots keinen Anlass sehen.</p>
<p>Krautscheid, der bis M&#228;rz NRW-Medienminister war und im Wahlkampf als CDU-NRW-Generalsekret&#228;r auch in den einen oder anderen Konflikt mit Blogs geraten war, zeigte sich gelassen und programmatisch: &#8220;Das Internet &#228;rgert die Politik, weil es die Defizite der Politik gnadenlos aufdeckt&#8221;, gestand Krautscheid. Die Bem&#252;hungen zur Regulierung des Internets seien h&#228;ufig viel zu langsam und k&#228;men den Nutzern teilweise zurecht &#8220;drollig&#8221; vor.</p>
<p>Krautscheid sagte, er freue sich insbesondere auch auf die Diskussion &#252;ber Netzneutralit&#228;t in den n&#228;chsten Monaten. Hier w&#252;rde n&#228;mlich von vielen Nutzern ein staatlicher Eingriff zur Sicherung von Freiheit gefordert. So gesehen g&#228;be es neue Grundlagen und Blickwinkel, &#252;ber das Verh&#228;ltnis von Staatlichkeit und Internet zu sprechen, so Krautscheid.</p>
<p><strong>Update vom 29.09.2010:</strong> Nun ist auf der Website der Konrad-Adenauer-Stiftung auch die <a href="http://www.kas.de/wf/de/33.20630/">Audioaufzeichnung</a> (55 Min.) der Rede verf&#252;gbar.
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<a href="http://carta.info/34421/cdu-mediensprecher-warnt-vor-digitaler-schnueffelei-durch-leistungsschutzrecht/">CDU-Mediensprecher warnt vor &#8220;digitaler Schn&#252;ffelei&#8221; durch Leistungsschutzrecht [2. Update]</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34421/cdu-mediensprecher-warnt-vor-digitaler-schnueffelei-durch-leistungsschutzrecht/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34421&amp;md5=d72221a339467bea73414d133d3841c5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>R&#246;ttgens Intermezzo mit Audi-quattro</title>
		<link>http://carta.info/34144/roettgens-intermezzo-mit-audi-quattro/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 10:54:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Norbert Röttgen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bundesumweltminister Norbert R&#246;ttgen erh&#228;lt in diesen Tagen zwei neue umweltfreundliche Diesel-Limousinen. F&#252;r die &#220;bergangszeit von rund sieben Wochen mietete sein Ministerium eigens zwei h&#246;herwertige Audi A 8 quattro - in Langversion - an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4a3b709778f14606bc8d83e2c639d63b" alt="" width="1" height="1" />Als Anfang September die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts21566.html" target="_blank">Spitzen der Koalition im Kanzleramt</a> &#252;ber die AKW-Laufzeiten berieten, wartete Bundesumweltminister Norbert R&#246;ttgen (CDU) mit einem ganz besonderen Gef&#228;hrt auf. Der Minister und seine Entourage fuhren mit einem angemieteten Audi quattro am Trillerpfeifenkonzert der Demonstranten vorbei auf das Kanzleramtsgel&#228;nde. Normalerweise tragen die <a href="http://www.duh.de/uploads/media/Bundesminister_2010_final.pdf" target="_blank">Dienstfahrzeuge von Bundesministern</a> ein Berliner Kennzeichen, doch die Staatskarosse des aus NRW stammenden Ministers R&#246;ttgen trug ein Ingolst&#228;dter Kennzeichen. In der bayerischen Donau-Stadt hat auch der Eigent&#252;mer der Limousine, die Audi AG, ihren Sitz.<a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/videoarchiv2_bct-all_dat-9~05~2010.jsp" target="_blank"><img class="size-full wp-image-34269 alignnone" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/R&#246;ttgen-Dienstwagen.jpg" alt="" width="596" height="306" /></a></p>
<p>Auf Anfrage erkl&#228;rte das Bundesministerium f&#252;r Umwelt (BMU), R&#246;ttgen nutze seit kurzem einen AUDI A 8 L 4.2 TDI quattro und einen AUDI A 8 L 3.0 TDI quattro „auf Mietbasis“ – einen f&#252;r den Bonner Hauptsitz des Ministeriums, einen f&#252;r Berlin. R&#246;ttgen werde „noch in diesem Monat zwei Dienstwagen der Marke AUDI A 8 3.0 TDI (einen f&#252;r Bonn, einen f&#252;r Berlin) erhalten“, so die BMU-Pressestelle. Diese beiden Fahrzeuge werden dann geleast sein, „Leasinggeber ist die AUDI AG“, erkl&#228;rt das Umweltministerium.</p>
<p>F&#252;r die &#220;bergangszeit vom 23. Juli bis zur &#220;bernahme der beiden neuen Limousinen, die in diesen Tagen erfolgen soll, mietete das R&#246;ttgen-Ministeriums eigens die beiden genannten Audi A8 quattro in Langversion an. Offenbar war es den Ministerialen nicht m&#246;glich, die Laufzeit der Leasingsvertr&#228;ge der neuen Dienstwagen dann starten zu lassen, wenn die der alten ausl&#228;uft. Die beiden von R&#246;ttgen &#252;bergangsweise genutzten Fahrzeuge kosten bei einer Neuanschaffung 95.800 Euro bzw. 79.900 Euro, ein AUDI A 8 3.0 TDI, wie ihn R&#246;ttgen als regul&#228;res Dienstfahrzeug erhalten wird, hat einen Grundpreis von lediglich 72.200 Euro.</p>
<p>Zu der Frage, warum man sich f&#252;r die &#220;bergangszeit f&#252;r die vom Anschaffungspreis her teureren Modelle der Reihe „quattro“ in Langversion entschied, wollte das Ministerium auf Anfrage hin keine Stellung beziehen.</p>
<p>Bisher nutzte der Bundesumweltminister „Limousinen des Typs Mercedes S  400 HYBRID“. Um wieviele Limousinen es sich dabei handelte, wollte das  Umweltministerium ebensowenig mitteilen.</p>
<p>Interessant ist auch folgender Umstand: Das Ministerium von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat wie R&#246;ttgens Ministerium zwei Sitze &#8211; jeweils in Bonn und Berlin. Im Gegensatz zu R&#246;ttgen, dessen <a href="http://www.norbert-roettgen.de/wahlkreis/strukturdaten-des-wk.html" target="_blank">Wahlkreis</a> der Bonn umschlie&#223;ende Rhein-Sieg-Kreis ist, nutzt Aigner jedoch die Fahrbereitsschaft ihres Ministeriums, wenn sie in Bonn ist, und ben&#246;tigt hierf&#252;r nicht wie R&#246;ttgen eine gesonderte <a href="http://www.autobild.de/artikel/dienstwagen-von-politikern_1135098.html" target="_blank">Limousine</a>.</p>
<p>Selbst in der Bundesverwaltung ist man skeptisch ob so gro&#223;er Staatskarossen f&#252;r Minister. „Kleiner geht’s nicht?!“, so ein Beamter aus dem Gesch&#228;ftsbereich des Bundesumweltministeriums zu R&#246;ttgens Dienstwagen.</p>
<p>R&#246;ttgen <a href="http://www.rp-online.de/landtagswahl/nachrichten/Laschet-und-Roettgen-Kopf-an-Kopf_aid_911013.html" target="_blank">konkurriert</a> zur Zeit mit dem fr&#252;heren NRW-Integrationsminister Armin Laschet um den CDU-Vorsitz im wichtigen Bundesland NRW. In seinem Wahlkampf sagte R&#246;ttgen vor CDU-Basismitgliedern, er stehe f&#252;r eine <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/roettgen-vs-laschet-kampf-um-die-fuehrung-der-nrw-cdu-1599488.html" target="_blank">&#8220;christdemokratische Politik aus einem Guss&#8221;</a>. B&#246;se Zungen k&#246;nnten meinen, er habe sich mit dem Wort &#8220;Guss&#8221; auf Fahrzeugkarosserien bezogen.</p>
<p style="text-align: left"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: left"><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul style="text-align: left">
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		<title>Ist die deutsche „Tea-Party“ im Anzug?</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 10:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter Schöppner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Integrationsdebatte spaltet derzeit die Deutschen so intensiv, weil sie das grundlegende Unwohlsein vor allem der eher konservativen Kreise symbolisiert: Es geht um die immer weiter auseinanderklaffende Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/de4b749be279482baf19f2ff8f5c15ef" alt="" width="1" height="1" />Deutschland streitet wie selten. Doch die aktuelle Aufgeregtheit ist wahrscheinlich nicht nur dem Spalterthema „Migration“ geschuldet: Es tut sich grunds&#228;tzlich etwas im Meinungsklima der Bundesrepublik. Die Integrationsdebatte spaltet derzeit die Deutschen so intensiv, weil sie das grundlegende Unwohlsein vor allem der eher konservativen Kreise symbolisiert: Es geht um die immer weiter auseinanderklaffende Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Es geht um ein Diktat, das immer mehr Deutschen suspekt vorkommt: Das Diktat des Staates. Es geht um das Diktat der „Gutmenschen“.</p>
<p>Die von Thilo Sarrazin angesto&#223;ene Migrationsdebatte k&#246;nnte die Politik in Deutschland gleich doppelt ver&#228;ndern. Und zwar grundlegend.</p>
<p>Die entscheidenden Fragen: Nimmt die Union ihre W&#228;hler noch mit, oder tut sich etwas am rechten Parteifl&#252;gel, bildet sich da wohlm&#246;glich eine sechste Partei?</p>
<p>Die zweite: Unterwerfen sich die Deutschen weiterhin dem Diktat des W&#252;nschenswerten – und verlieren sie dabei den Sinn f&#252;r das Reale immer mehr aus den Augen? Oder trauen sich nun immer mehr, auch dort offene Aussprache zu fordern, wo sie es bislang unter dem Diktat des politischen Mainstreams nicht wagten: N&#228;mlich das f&#252;r viele &#252;berbordende Sozial- und Reglementierungsdiktat in Frage zu stellen.</p>
<p>Gut m&#246;glich, dass das Thema Ausl&#228;nder nur der aktuelle Vorbote eine neuer Bewegung, der deutschen „Tea-Party“, ist. Die eine zu „gutmenschliche“ Politik, bei der sich der Staat in alles einmischt, ablehnt. Eine, die Leistung nicht mehr anerkennt, eine die zu wenig die „Geber“ – und zu viel die „Nehmer“ ber&#252;cksichtigt, eine die glaubt, man k&#246;nne immer mehr von den „Rechtschaffenden“ erwarten. Deutschland ist f&#252;r viele Unionsw&#228;hler ungerecht geworden.</p>
<p>Eine Partei, die „auch Leistung muss z&#228;hlen“ auf ihre Fahnen schreibt, h&#228;tte nach Umfragen ein Potential von ca. 20 Prozent.</p>
<p>Nie waren Unionsanh&#228;nger politisch heimatloser als derzeit: Fast ein Drittel ihrer W&#228;hler vom September 2009 w&#252;rde die CDU heute nicht wiederw&#228;hlen. Aber im Gegensatz zu fr&#252;her votieren die Abtr&#252;nnigen nicht mehr f&#252;r andere Parteien: Jeder f&#252;nfte CDU-W&#228;hler der letzten Bundestagswahl ist inzwischen ins Lager der Nichtw&#228;hlern gewechselt.</p>
<p>Ein Riesen-Vakuum ist da entstanden: In Scharen wissen Konservative heute nicht mehr, wer f&#252;r sie noch w&#228;hlbar ist. Die fast 20 Prozent Deutschen, die sich vorstellen k&#246;nnen, eine rechte Partei zu w&#228;hlen, wollen keine extrem rechte, keine fremdenfeindliche oder Protestpartei, sondern eine Partei rechts von der aktuellen „sozialdemokratisierten“ CDU. Eine Partei, die Friedrich Merz neben Ursula von der Leyen im Kampf um die beste Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik stellt, den „normalen“ Familien politische Anerkennung einr&#228;umt, f&#252;r die Energie nicht nur gr&#252;n ist, die in der Bildung auch Leistung f&#246;rdert, nach Tabak nicht auch noch das Bier verbietet – und in der Ausl&#228;nderpolitik die Sarrazinsche Forderung nach Bringschuld einklagt.</p>
<p>Die Union hat als gr&#246;&#223;te Volkspartei das politische Ziel der „Ambivalenz“, des gesunden Interessenausgleichs zwischen Geben und Nehmen zuungunsten ihrer Stammw&#228;hler verlassen, und wird nun daf&#252;r abgestraft. Das Geordnete, das Christliche, das Wertehaftige, die Leistung besitzen keine Lobby mehr. Die Union hat f&#252;r viele klammheimlich Abschied genommen vom konservativ-christlichen Markenkern: Deutschland ist f&#252;r viele Unionsw&#228;hler ungerecht zu Lasten der „Rechtschaffenden“ geworden.</p>
<p>Der aktuelle Streit um die Migration macht das deutlich: Auch Ausl&#228;nderpolitik ist ambivalent, sie sollte zu gleichen Teilen f&#246;rdern wie fordern. 70 Prozent das so nicht gegeben: Migranten werden nach B&#252;rgeransicht vom Staat weit besser behandelt, als viele andere Problemgruppen. Die Ausl&#228;nder seien eine der wenigen gesellschaftlichen Gruppen, um die sich Berlin zu viel k&#252;mmert: 45 Prozent sehen sie bevorzugt, bei Arbeitslosen und Arbeitern haben nur 10, bei Alleinerziehenden nur 12 Prozent diesen Eindruck.</p>
<p>Zu viel Laissez-faire, verbunden mit gro&#223;en Zukunfts&#228;ngsten &#8211; &#252;ber 80 Prozent der Deutschen erwarten f&#252;r sich trotz scheinbarem Wirtschaftsaufschwung eine mittelfristige Schlechterstellung &#8211; haben bereits zu einem Paradigmenwechsel in der gesellschaftlichen Einstellung zur Migration gef&#252;hrt: Noch vor zehn Jahren wollten wir vor allen die Ausl&#228;nder aufnehmen, die es ben&#246;tigten, heute mehrheitlich diejenigen, die <em>wir</em> ben&#246;tigen.</p>
<p>So k&#246;nnte die Integrationsdebatte zum Vorboten eines generellen Bewusstseins- und Artikulationswandels eher konservativer Kreise werden.  Einer, der auch die eigenen Interessen wahrgenommen haben will.</p>
<p><em>Klaus-Peter Sch&#246;ppner ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der TNS Emnid Politik- &amp; Sozialforschung GmbH.</em>
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		<title>Sollen CDU und CSU ihr konservatives Profil sch&#228;rfen und damit potentielle W&#228;hler vergraulen?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 10:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Volksparteien]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Union steckt im Umfragetief und es mehren sich die Stimmen, die ein sch&#228;rferes konservatives Profil fordern. Doch nur eine Partei, die f&#252;r alles stehen kann, kann auch den Anschein erwecken, f&#252;r alle zu stehen und damit eine Volkspartei bleiben. Oder etwa nicht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/67e245688129424ebbf02e3961ba4a8a" alt="" width="1" height="1" />Viele Politiker aus den Reihen von CDU/CSU meinen angesichts der miesen Umfragewerte, die Partei brauche ein sch&#228;rferes Profil. Auf den ersten Blick klingt das nach einer ausgesprochen dummen Idee.</p>
<p>N&#252;chtern betrachtet bedeutet Profil sch&#228;rfen immer auch konkretisieren, verengen. <strong>Aber nur eine Partei, die f&#252;r </strong><em><strong>alles</strong></em><strong> stehen kann, kann auch den Anschein erwecken, f&#252;r </strong><em><strong>alle</strong></em><strong> zu stehen. </strong>Eine Volkspartei will schlie&#223;lich Sammelbecken f&#252;r viele Meinungen sein. Sobald sie ihr Profil versch&#228;rft, sprich konkretisiert, zeigt sie einigen Menschen jedoch, dass diese nicht die Parteimeinung vertreten. Breite Bev&#246;lkerungsschichten in sich zu vereinen kann eigentlich nur gelingen, wenn man allen das Gef&#252;hl gibt, ihre Standpunkte werden ber&#252;cksichtigt. Wie k&#246;nnte das besser gelingen, als mit einem Profil, in das jeder etwas hineininterpretieren kann?</p>
<p>Die Menschen kritisieren zumeist nicht, dass die CDU keine Standpunkte hat, sondern dass sie keine Fortschritte macht. Die Vorgaben setzte sie sich dabei selbst: Als <a href="http://carta.info/21370/merkel-kritik-fuehrungsstil/">Angela Merkel F&#252;hrungsschw&#228;che oder gar Meinungslosigkeit</a> vorgeworfen wurde, hat sie das weitestgehend schadlos &#252;berstanden.</p>
<p>Die Regierungskrise und die schlechten Umfragewerte sind jetzt da, wo die Koalition selbst gesteckte Ziele, wie etwa eine weitreichende Gesundheitsreform, nicht verwirklicht oder mit Konzepten aufwartet, die bei den W&#228;hlern nicht ankommen, wie etwa das &#8220;Sparpaket&#8221;.</p>
<p>Muss die CDU/CSU es also nicht tunlichst vermeiden, ihr Profil &#8211; noch dazu ihr konservatives Profil &#8211; zu versch&#228;rfen? Kann sie auf diese Weise unkonkret eine attraktive Projektionsfl&#228;che f&#252;r verschiedenste Bev&#246;lkerungsmilieus sein? Eine Volkspartei bleiben?</p>
<p>Das zumindest war allem Anschein nach die Taktik von Angela Merkel bei der zur&#252;ckliegenden Bundestagswahl. Die jetzige Opposition und Vertreter verschiedener Medien kritisierten damals den Wahlkampf der Kanzlerin als &#8220;inhaltslos&#8221;. Doch sie hatte Erfolg, wenn auch nur bedingt.</p>
<p>Trotz Wahlsieg erreichte die Union n&#228;mlich ihr schlechtestes Ergebnisse seit 1949. Der Konflikt zwischen Parteimitgliedern, die konkretere Inhalte fordern und denen, die das Prinzip aus dem Wahlkampf fortsetzen wollen ist somit in gewisser Hinsicht auch ein Konflikt zwischen denen, die die Bundestagswahl f&#252;r einen Sieg f&#252;r die Partei halten und denen, die eher eine Niederlage darin sehen. Somit ist es auch kein Wunder, dass letztere mit zunehmendem Abstand zum Wahltermin lauter ihre Stimme erheben. Die derzeitigen Umfragewerte verst&#228;rkten diesen Effekt ungemein.</p>
<p>Denn eine Partei &#8211; und gerade eine Partei in Regierungsverantwortung &#8211; muss selbstverst&#228;ndlich klare Standpunkte haben und diese deutlich machen. Wischi-Waschi kann keine Dauerl&#246;sung sein. Die W&#228;hler haben ein Recht auf Antworten und L&#246;sungen – und gerade bei Krisen oder Bedrohungen m&#252;ssen stimmige Konzepte die Angst nehmen, Vertrauen schaffen, Zuversicht spenden.</p>
<p>Daf&#252;r freilich brauch man eben solche Konzepte. Und augenscheinlich ist es auch eine Sp&#228;tfolge des konturlosen Wahlkampfes, dass man in den Reihen der Union davon keine oder nur sehr wenige in der Schublade hat. <strong>Es wirkt fast so, als habe die Partei von Angela Merkel sich im vergangenem Herbst tats&#228;chlich auf eine Fortf&#252;hrung der Gro&#223;en Koalition eingestellt.</strong></p>
<p>Vielleicht ist die Debatte, wie eine Partei wie die Union wieder auf deutlich &#252;ber 30 Prozent kommen k&#246;nnte, aber auch von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Und zwar, weil ihr die m&#246;glicherweise falsche Annahme zugrunde liegt, in unsere Gesellschaft seien Volksparteien noch zeitgem&#228;&#223;.</p>
<p>In einer Gesellschaft, die sich in verschiedenste Milieus ausdifferenziert und in der vielf&#228;ltige Informationsm&#246;glichkeiten f&#252;r den W&#228;hler bestehen, sind langj&#228;hrige Stammw&#228;hler vielleicht eine Ausnahme. Und Parteien, die 40 Prozent oder mehr erreichen, sind ebenso wenig ein Teil dieser Gesellschaft. Sonstige Partei gewinnen wieder an Bedeutung, die einzelne Stimme wiegt aufgrund sinkender Wahlbeteiligung mehr.</p>
<p>Diese These kann man mit dem Wissensstand von heute freilich weder best&#228;tigen, noch widerlegen. Der Blick auf unsere Nachbarn jedoch l&#228;sst diese Vermutung nahe liegen: In den Niederlanden wird die Regierungsbildung zunehmend schwer. Die gr&#246;&#223;ten Parteien kommen dort auf gerade einmal 30 von 150 Sitzen. Die Christdemokraten, nach 1945 h&#228;ufig st&#228;rkste Kraft, wurden nur viertgr&#246;&#223;te Fraktion. Und in Gro&#223;britannien musste f&#252;r die Regierungsbildung trotz Mehrheits-Wahlrecht erstmals nach dem zweiten Weltkrieg eine Koalition zusammen finden.</p>
<p>Was sollte die Union also tun?
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		</item>
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		<title>Berlin vor der Landtagswahl: Die CDU auf der Suche nach einer gr&#252;nen Sommerliebe</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 08:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sommer ist eine herrliche Zeit f&#252;r Flirts: Die CDU umwirbt vor der Landtagswahl 2011 die Gr&#252;nen, denn die sind momentan die triumphierenden Super-Modells der Berliner Politik. Doch f&#252;r mehr als einen Sommer-Flirt fehlt der CDU die Grunderneuerung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2022c1e58e704e04babd66cbe39137b3" alt="" width="1" height="1" />Der Sommer ist eine herrliche Zeit f&#252;r Flirts. Wer noch keine Sommerliebe hat, der sucht sich schnell eine. Diese Verwirrung der Gef&#252;hle macht auch vor Unionspolitikern nicht halt. Selbst aus dem Urlaub dient sich deshalb Thomas Heilmann den gr&#252;nen Damen Pop und K&#252;nast an. Gerne auch als Junior-Partner m&#246;chte er ab September 2011 mit ihnen in Berlin regieren, l&#228;sst der CDU-Vize die erstaunte &#214;ffentlichkeit aus den Ferien wissen. <em>Welt </em>und <em>Morgenpost </em>machten daraus gro&#223;e Schlagzeilen.</p>
<p>Wir sind fr&#252;her mit unseren InterRail-Tickets immer zuerst nach Lloret de Mar gefahren. Nicht weil der Ort so sch&#246;n war: Es lockten dort die britischen Touristinnen, die es auf den Tanzfl&#228;chen zu erobern galt. Sonderlich schwer war das nicht. Sie wollten auch nicht am n&#228;chsten Tag am Strand auf ihrem Badelaken allein den Rausch ausschlafen. Es gab also ma&#223;gebliche Gemeinsamkeiten.</p>
<p>Weit mehr als zwischen CDU und Gr&#252;nen. Am n&#228;chsten Tag mussten wir uns nicht streiten &#252;ber <strong>grunds&#228;tzlich unterschiedliche Positionen</strong> in der Bildungspolitik, oder bei Fragen der Energie und der Privatisierung. Wenn es die Englischkenntnisse hergaben ging es bestenfalls um gemeinsame Planung des n&#228;chsten Abends – und halten musste die Beziehung keine Legislaturperiode, sondern nur bis zur baldigen Weiterreise.</p>
<p>Zudem waren die britischen Touristinnen auch nicht das, was zurzeit die Gr&#252;nen sind. Aus gutem Grund haben wir versch&#252;chterten, hanseatischen Gymnasiasten uns nicht an die eleganten Franz&#246;sinnen, die k&#252;hlen Skandinavierinnen oder die rassigen Spanierinnen getraut. Britinnen waren ein sehr realistisches und uns scheinbar ebenb&#252;rtiges Ziel unserer Begierde.</p>
<p>Eine von st&#228;ndigen F&#252;hrungswechseln und Richtungsk&#228;mpfen gebeutelte Berliner CDU ist heute sicher auch nicht viel attraktiver als wir verpickelten Rucksackreisenden es damals waren. Die in der Opposition brillierenden, in den <a href="http://www.wahlumfrage.de/?p=4825">Umfragewerten</a> triumphierenden <strong>Gr&#252;nen </strong>sind hingegen momentan die <strong>Super-Modells der Berliner Politik</strong>. An denen verhebt man sich, selbst wenn man wie Thomas Heilmann anbietet, von vornherein in die zweite Reihe zu gehen.</p>
<p>Wichtig war vor den Sommerreisen mit den besten Freunden auch immer die eigene Grunderneuerung. Das Sparschwein wurde geknackt, die Oma angeschnorrt und zur Vorbereitung ging es dann neue Jeans kaufen (die Schlaghosen von C&amp;A waren untragbar geworden), ein Imitat einer Rayban Sonnenbrille musste her und der Friseur behob die Folgen des letzten, m&#252;tterlichen Haarschnitts. <strong>Eine solche Grund&#252;berholung haben in Berlin aber sowohl CDU als auch FDP verpasst</strong>. Sie bleiben, wie alle Wahlergebnisse der letzten 20 Jahre zeigen, reine West-Berliner Parteien. K&#246;pfe wie Steffel, L&#246;ning oder Henkel sind jenseits der Mauer und Neu-Berlinern wie mir nicht vermittelbar. Die Zeit ist f&#252;r sie stehen geblieben, so wie es damals das Modeverst&#228;ndnis meiner Mutter war.</p>
<p>Die CDU h&#228;tte mit der profilierten Kulturpolitikerin Monika Gr&#252;tters und mit einem angesehenen Unternehmer aus der Kreativwirtschaft wie Thomas Heilmann das Potential zur Wende ins Berliner Hier und Jetzt. Diese kann aber nur vollzogen werden, wenn solche Pers&#246;nlichkeiten auch gezielt der Partei voran gestellt werden und die anderen im Glied verschwinden. Einer Spitzenkandidatin K&#252;nast wird man aber keine Frau wie Gr&#252;tters entgegen setzen und nach einer Koalitionsaussage f&#252;r die Gr&#252;nen die konservative Basis nicht noch weiter mit einem modernen Politiker wie Heilmann verunsichern.</p>
<p>Ohne eine solche Konsequenz scheitert jedoch zwangsl&#228;ufig die Erneuerung. Eine FDP, die Martin Lindner als quer denkenden Neuberliner die Berliner Fraktion managen lie&#223;, holte fast acht Prozent. Nun, nachdem er sich in die Bundespolitik verabschiedet hat, weil der fr&#252;here Vorsitzende L&#246;ning am Amt und die Partei an L&#246;ning klebte, ringt man mit der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde. Erneuerung muss mit Personen langfristig verfestigt werden.</p>
<p>Ich kann Thomas Heilmann verstehen. Es ist Sommer und die Gr&#252;nen scheinen verdammt sexy zu sein. Seine Partei hat aber noch nicht einmal den Rucksack gepackt, um &#252;berhaupt den Aufbruch per InterRail zu wagen. Man h&#228;ngt an der Vergangenheit und somit an Mutters Rockzipfel. Im Urlaub geht es mit den Eltern bestenfalls nach Damp 2000 und dort fr&#252;h ins Bett. Auf der Tanzfl&#228;che der Berliner Zukunft schieben derweil Wowereit, K&#252;nast und Wolf aneinander l&#228;chelnd vorbei, deren Parteien den Aufbruch ins neue Berlin wagten &#8211; oder wie die Linken aus historischen Gr&#252;nden wagen mussten.</p>
<p><em>Dieser Text von Tim Renner erscheint gek&#252;rzt auch in der <a href="http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1369206/Und-immer-lockten-die-Britinnen.html">Morgenpost</a>. Thomas Heilmann ist dort ebenfalls Kolumnist.</em>
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		<title>Die geheime Strategie von Schwarz-Gelb: Aufschwung</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 12:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angela Merkel und ihre Koalition setzen auf das Prinzip Hoffnung. Das scheint klug, es ist auf jeden Fall besser, als auf die eigenen Leistungen und die Einsicht der W&#228;hler zu setzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8f13cf2ad6454f9b939217f71222b56a" alt="" width="1" height="1" />Seit Wochen r&#228;tseln die Berliner Auguren, wie Schwarz-Gelb aus  der Krise kommen will, nachdem bisher aus jedem Neustart ein neuer  Fehlstart wurde. Schaffen die K.o.alition&#228;re die Wende oder d&#252;mpeln sie  die n&#228;chsten drei Jahre ihrer Abwahl entgegen? Wieso beh&#228;lt Angela  Merkel ihre stoische Ruhe (<a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Merkel-laechelt-die-Krise-weg_aid_884798.html">“Mir macht’s Spa&#223;”</a>), obwohl Schwarz-Gelb von  einem Umfragetief ins n&#228;chste f&#228;llt? Gibt es einen geheimen Plan, der  noch alles wenden kann?</p>
<p><a href="http://www.focus.de/magazin/"><img class="alignright size-full wp-image-31178" title="focus" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/focus.jpg" alt="" width="135" height="167" /></a>Rainer Br&#252;derle, die alte Plaudertasche, hat das Geheimnis  jetzt verraten – und das fast un&#252;bersehbar: er posiert auf dem neuen <a href="http://www.focus.de/magazin/"><em>Focus</em>-Titel</a> mit dicker Zigarre und Ludwig-Erhard-Bibel (“Wohlstand f&#252;r  alle”) und verk&#252;ndet: Ja, der Aufschwung ist da. Ganz so, als habe er  ihn selbst erfunden.</p>
<p>Damit ist die geheime Strategie von Schwarz-Gelb vorzeitig enth&#252;llt  worden: Angela Merkel und ihre Mannen setzen auf das Prinzip Hoffnung.  Das scheint klug, es ist auf jeden Fall besser, als auf die eigenen  Leistungen zu setzen. Denn die kommen beim Publikum gar nicht an:</p>
<p>Die  W&#228;hler wollen einfach nicht einsehen, wie wichtig die  Mehrwertsteuersenkung f&#252;r Hotels war, wie gerecht ein Sparpaket ist,  dass Hartz-IV-Empf&#228;nger belastet, aber Besserverdienende schont, und was f&#252;r eine innovative Gesundheitsreform die Erh&#246;hung der  Krankenkassenbeitr&#228;ge ist.</p>
<p>Deshalb also jetzt der Aufschwung. Er soll nicht nur Deutschland  flottmachen, sondern auch die schwarz-gelbe Karre aus dem Dreck ziehen.  Die Hoffnung: Jeder neue Auftrag aus Rotchina ist eine Stimme f&#252;r die  Gelben, jeder Arbeitslose weniger eine Stimme f&#252;r die Schwarzen.  Sp&#228;testens im Fr&#252;hjahr 2011, zu Beginn des neuen Superwahljahres mit  sechs Landtagswahlen, wird die frohe Botschaft von jedem Plakat  verk&#252;ndet werden: Der Aufschwung ist da. Danke, Angela Merkel. Und dann,  so Teil 2 der geheimen Strategie, wird daraus ein selbstragender  Aufschwung auch f&#252;r 2013.</p>
<p>Dabei scheint es fast nebens&#228;chlich, dass die jetzige Bundesregierung  weder f&#252;r den Aufschwung noch f&#252;r die niedrigeren  Arbeitslosenzahlen etwas kann. Den Aufschwung verdankt Deutschland dem  Export, dem Importhunger asiatischer L&#228;nder, und den  Konjunktur-Programmen der gro&#223;en Koalition. Die niedrigere  Arbeitslosenzahl der Kurzarbeiteregelung des ehemaligen  SPD-Arbeitsministers Olaf Scholz und der demographischen Entwicklung.  Und schon gar nicht Rainer Br&#252;derle.</p>
<p>Pech w&#228;re es f&#252;r Schwarz-Gelb, wenn die W&#228;hler weiter so uneinsichtig  und verstockt blieben. Und das Sparpaket zum Beispiel weiter f&#252;r sozial  unausgewogen halten, den Ausstieg aus dem Atomausstieg nicht wollen,  Sparen im Gesundheitssystem besser finden als Beitragserh&#246;hungen – und  dem Personal von Schwarz-Gelb weiterhin weder vertrauen noch etwas  zutrauen. Dann w&#252;rde der sch&#246;ne Aufschwung f&#252;r Schwarz-Gelb schnell  verpuffen. Und die Regierung m&#252;sste sich doch noch selbst etwas  einfallen lassen.</p>
<p><em>Dieser Beitrag erscheint als Crossposting via Michael Sprengs Blog <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3449">Sprengsatz</a>.</em></p>
<p><em>Anmerkung der Redaktion: Da ist es schon fast schade, dass der Focus in seinem <a href="http://www.focus.de/magazin/videos/focus-titel-ja-der-aufschwung-ist-da_vid_18912.html">Werbevideo</a> f&#252;r die Printausgabe dieser geheimen Strategie bereits jetzt geradezu &#252;berschw&#228;nglich (&#8220;neues Wirtschaftswunder&#8221;) vorgreift:</em></p>
<p><object width="380" height="320"><param name="movie" value="http://www.focus.de/swf-delivery/18912"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="type" value="application/x-shockwave-flash"></param><embed src="http://www.focus.de/swf-delivery/18912" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="380" height="320" allowScriptAccess="always" allowFullScreen="true"></embed></object>
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		<title>Der lange Sommer der Anarchie (auf Sylt)</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 08:27:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum Ole von Beust keine Lust mehr hat, und warum man sich diese (postheroische) Haltung in bestimmten Kreisen leisten kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d80b5ab46d2240cdb13a8251e2ab8ac3" alt="" width="1" height="1" />In den Internet-Foren der Medien schwillt der Volkszorn. &#220;ber die verfehlte Politik von schwarz-gr&#252;n? Iwo! <a href="http://dishwasher.blogsport.de/2010/07/18/hamburger-volksentscheid-wahlbeteiligung-spiegelt-armutsverteilung/">Ein Gro&#223;teil</a> derjenigen, deren Kinder von der sechsj&#228;hrigen Gemeinschaftsschule profitiert h&#228;tten, ging am vergangenen Sonntag gar nicht zur Wahl &#8211; w&#228;hrend das B&#252;rgertum aus den Alster- und Elbvororten, das seine Gymnasien mit Klauen und Z&#228;hnen verteidigt, praktisch vollz&#228;hlig an der Wahlurne erschien.</p>
<p>Nein, in den Medien-Foren zum R&#252;cktritt des B&#252;rgermeisters geht es nicht um dessen verkorkste Politik. Beklagt wird nicht etwa das <a href="http://www.zeit.de/2006/28/Priv-Hamburg">Verscherbeln</a> wichtiger Betriebe der Stadt: an Vattenfall Europe (Stromversorger HEW), an den Klinikbetreiber Asklepios (st&#228;dtische Krankenh&#228;user), an diverse finanzstarke Aktion&#228;rsgruppen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Hafen_und_Logistik">Hafenbetriebsgesellschaft</a>). Auch die Verschleuderung immenser Steuergelder f&#252;r den Bau der <a href="http://www.zeit.de/2010/22/DOS-Elbphilharmonie">Elbphilharmonie</a> (323 Millionen Euro) und f&#252;r das Rettungspaket zur Sanierung der HSH Nordbank (13 Milliarden Euro) spielen keine wesentliche Rolle. Auch nicht der aus Wilhelmsburger Sicht eher misslungene <a href="http://www.insel-im-fluss.de/PreMis/2009/Wem%20gehoert%20die%20Elbinsel.pdf">„Sprung &#252;ber die Elbe“</a>. Weder die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung">Gentrifizierung</a> bestimmter Szene-Viertel noch die problematische <a href="http://www.wir-brauchen-keine-elbvertiefung.de/">Elbvertiefung</a> werden von Beusts Politik angelastet, ja nicht einmal die Hofierung obskurer Politiker wie Ronald Schill oder Roger Kusch. <strong>Hauptgegenstand des Volkszorns ist der Zeitpunkt des B&#252;rgermeister-R&#252;cktritts. </strong>Von Beust, seit Jahren von <a href="http://carta.info/30913/ruecktritt-ist-trend-der-neue-typ-von-fuehrungspersoenlichkeit-im-web-2-0/">postheroischer Amtsm&#252;digkeit</a> gezeichnet, habe auf Sylt lediglich seinen 55. Geburtstag abgewartet, um die volle Pension kassieren zu k&#246;nnen.</p>
<p>In <em>bild.de</em> schreibt ein Volksmund: „Er geht mit 55 in Pension ohne Abz&#252;ge &#8211; wo der normale Rentner, wenn er 10 Jahre fr&#252;her geht, 33% weniger Rente bekommt &#8211; sein Leben lang&#8221;.</p>
<p>Und bei <em>Focus-Online</em> beantwortet ein Leser die Frage nach dem Grund des R&#252;cktritts so: „Weil er exakt 55 ist. Und ab 55 gibt es fette Pension auf unsere Kosten! So einfach ist das&#8230;“</p>
<p>Internet, hei&#223;t es oft absch&#228;tzig, sei Volkes Stimme, vox populi. Politisch mag diese Stimme ja ein wenig unterbelichtet sein, in gewissen Fragen trifft sie aber durchaus ins Schwarze!</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>P.S. Laut Hamburger Senatsgesetz stehen Ole von Beust (55) nach seinem R&#252;cktritt drei Monate lang je 13 577,83 Euro zu. Danach folgt ein <a href="http://www.landesrecht.hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?nid=k&amp;showdoccase=1&amp;doc.id=jlr-SenGHA1971V3P13&amp;st=lr">&#220;bergangsgeld</a> bis zum 31. August 2012 von monatlich 6788,91 Euro. Anschlie&#223;end k&#246;nnte von Beust ein <a href="http://www.landesrecht.hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?nid=l&amp;showdoccase=1&amp;doc.id=jlr-SenGHA1971V1P14&amp;st=lr">Ruhegehalt</a> von 6313,69 Euro beziehen, das laut Gesetz ab dem 55. Lebensjahr gew&#228;hrt wird.</em></p>
<p><em><span style="color: #ffffff;">.</span></em></p>
<p>Crosspost vom <a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/der-lange-sommer-der-anarchie-auf-sylt/">Magazin der Autoren</a>.
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		<title>R&#252;cktritt ist Trend: Der neue Typ von F&#252;hrungspers&#246;nlichkeit im Web 2.0</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 13:40:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gábor Paál</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Chefsein wird zunehmend zu einer Erfahrung, die man auch mal hinter sich bringen kann. Das Amt ist ein Job, aber keine Identit&#228;t mehr. Mit dem Internet verschwinden so manche Statusunterschiede und immer mehr wird klar: Die neuen, "post-heroischen" F&#252;hrungskr&#228;fte suchen wirklich neue Herausforderungen, und nicht nur glanzvollere Titel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1e5ba9c603c14b24883662a7bede8943" alt="" width="1" height="1" />Vielleicht spiegeln die R&#252;cktritte in diesem Jahr – K&#246;hler, Koch, K&#228;&#223;mann und jetzt von Beust – eine tiefergehenden Wandel wieder: Wer wei&#223;, wer fr&#252;her schon alles zur&#252;ck getreten w&#228;re, wenn da nicht die Angst gewesen w&#228;re, die Angst vor Gesichtsverlust (Schlagzeile: „wirft das Handtuch“), Schuldzuweisungen ( „macht den Lafontaine“), Kontrollverlust („Nachfolger k&#252;ndigt Modernisierung an“), oder Bedeutungsverlust: keine Schlagzeile mehr.</p>
<p>K&#228;&#223;mann hat gezeigt, dass es gar nicht so arg weh tun muss; Koch und Beust, dass es auch geht, ohne sich als Opfer zu inszenieren, und alle drei sind zur&#252;ckgetreten ohne die „Ich bin so frei“-Koketterie eines Joschka Fischer – der nicht einmal das Amt, sondern in dessen Ermangelung nach der verlorenen Wiederwahl 2005 „nur“ noch sein Abgeordnetenmandat zur&#252;ckgab.</p>
<p>Die R&#252;cktritte stehen f&#252;r einen Trend: <strong>Chefsein wird zunehmend zu einer Erfahrung, die man auch mal hinter sich bringen kann. Das Amt ist ein Job, vielleicht ein Projekt, aber keine Identit&#228;t.</strong> Interessant, solange es einen fordert; hinf&#228;llig, wenn es anf&#228;ngt zu nerven; attraktiv nur, solange der Gestaltungsspielraum gr&#246;&#223;er ist, als die mit dem Posten verbundenen pers&#246;nlichen Einschr&#228;nkungen. Eine weit verbreitete These sagt, der Mangel an Frauen in F&#252;hrungspositionen resultiere auch daraus, dass viele Frauen zu klug sind, um solche Posten &#252;berhaupt anzustreben. In der Hinsicht scheinen auch die M&#228;nner kl&#252;ger zu werden. <strong>Die testosterontriefenden Begriffe „Macht“ und „Karriere“ weichen auf.</strong></p>
<p>Haben wir diesen Wandel dem Internet zu verdanken? Vieles spricht daf&#252;r: Das Internet hat Barrieren zwischen Menschen abgebaut. In diesem Sinn ist die Welt wirklich ein Dorf geworden. Fr&#252;her war eine Kontaktaufnahme mit einem Amtstr&#228;ger ein Vorgang, mit Aktenzeichen, Unterschrift und Eingangsstempel. Heute ist es ein Mausklick. Wer wichtig war, hatte einen eindrucksvoll gestalteten Briefkopf. E-Mail-Adressen dagegen kennen keine Statusunterschiede.</p>
<p>Blender haben es zunehmend schwer. <strong>In der halbinformellen Welt des Internets verschwimmen die Grenzen zwischen Person und Position.</strong> Alles ist kommentierbar geworden, durch jeden. Deshalb sollten das &#246;ffentliche und das private Bild irgendwie zusammen passen. Fr&#252;her konnten Funktion&#228;re &#246;ffentlich von Kooperation und Transparenz reden, und ansonsten machen, was sie wollten. Heute m&#252;ssen sie letztlich meinen, was sie sagen, sonst wird es schnell peinlich. Auch kann sich ein Politiker im Zweifel nicht mehr vorgaukeln, dass es nur die b&#246;se Presse, die „ver&#246;ffentlichte Meinung“ ist, die ihm ans Leder will. Was ist ein kritischer Kommentar in der S&#252;ddeutschen gegen die unzensierte H&#228;me, die in Facebook-Statusmeldungen zum Ausdruck kommt?</p>
<p>Es ist somit sicher kein Zufall, dass mit Beginn des Web 2.0 auch ein neuer Typ von F&#252;hrungspers&#246;nlichkeit propagiert wird. In Wirtschaft und Politik werden die Macher alten Stils, die autorit&#228;ren Typen mit Hand im Jacket zunehmend abgel&#246;st durch die – wie <a href="http://www.postheroisches-management.de/pdf/revue-01-baecker-postheroisches-anagement-2-punkt-0.pdf">Dirk Baecker</a> es sch&#246;n ausdr&#252;ckte – <strong>post-heroischen F&#252;hrungskr&#228;fte</strong>. Das ist auch uneingeschr&#228;nkt gut so. Es f&#252;hrt aber eben auch dazu, dass das Wort von den „neuen Aufgaben“, die man &#252;bernehmen will, keine bewerbungskorrekte Umschreibung mehr ist f&#252;r einen h&#246;herdotierten Posten mit glanzvollem Titel. Die Leute freuen sich <em>wirklich </em>auf neue Aufgaben, und wenn die nicht geboten werden, wenden sie sich gelangweilt ab.
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<a href="http://carta.info/30913/ruecktritt-ist-trend-der-neue-typ-von-fuehrungspersoenlichkeit-im-web-2-0/">R&#252;cktritt ist Trend: Der neue Typ von F&#252;hrungspers&#246;nlichkeit im Web 2.0</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/30913/ruecktritt-ist-trend-der-neue-typ-von-fuehrungspersoenlichkeit-im-web-2-0/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30913&amp;md5=c8d2022fe56a787b03a0fd0c423987e4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sag’ mir, wo die M&#228;nner sind</title>
		<link>http://carta.info/30873/sag-mir-wo-die-maenner-sind/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 10:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie in einer Abschiedssinfonie: Die M&#228;nner in der CDU scheinen zu schwach, um in ihren F&#252;hrungs&#228;mtern durchzuhalten. Z&#228;higkeit, Geduld, Pflichtbewusstsein – und das ohne R&#252;ckfall in eine politische Machokultur – sind wohl zu viel erwartet. Angela Merkels Partei braucht neue M&#228;nner.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/cfb2d54fc6544f39948fb75e9a7d14ec" alt="" width="1" height="1" />Die Abschiedssinfonie der CDU-M&#228;nner geht weiter. Wieder geht  einer mitten in der Vorstellung. Wieder <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/hamburg-ruecktritt-von-ole-von-beust-das-tut-man-nicht-1.976633">verabschiedet</a> sich einer,  diesmal <a href="http://www.hamburg.de/senat/2383072/ruecktritt-erster-buergermeister.html">Ole von Beust</a> in Hamburg. Er ist der bisher letzte in einer  Reihe “starker M&#228;nner”, die zu schwach waren, in ihren F&#252;hrungs&#228;mtern <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,707161,00.html"> durchzuhalten</a>, um ihre Position und um ihre Politik zu k&#228;mpfen oder sie  bei Wahlen zu verteidigen.</p>
<p>Den Anfang machte Friedrich Merz. Er floh vor Angela  Merkel an die  Fleischt&#246;pfe der Wirtschaft. Dann scheiterte Dieter Althaus an seiner  Selbstinszenierung nach dem tragischen Skiunfall. G&#252;nther Oettinger zog  die Br&#252;sseler H&#246;he der baden-w&#252;rttembergischen Ebene vor. Im Mai  verlor erst J&#252;rgen R&#252;ttgers die NRW-Wahl, dann ging Roland Koch. Er sah  f&#252;r sich weder in Hessen noch auf  Bundesebene eine politische  Zukunftsperspektive. Schlie&#223;lich lie&#223; sich Christian Wulff  ins angenehm  ruhige Pr&#228;sidentenamt wegbef&#246;rdern. Und jetzt Ole von Beust. Fast alle  haben eines gemeinsam: gewogen und f&#252;r zu leicht befunden.</p>
<p>Es w&#228;re zu billig, das jetzt alles bei der angeblich m&#228;nnermordenden  Gottesanbeterin Angela Merkel festzumachen. Nat&#252;rlich hat sie den einen  oder anderen Abgang bef&#246;rdert, aber gescheitert sind die “starken  M&#228;nner” schon selber und an sich selbst. Wer hat denn gesagt, er sei  kein “Alphatier”? Wer verk&#252;ndete, Politik sei nicht sein Leben?  Wer  fl&#252;chtete denn immer, wenn es zu hei&#223; in der politischen K&#252;che in  Hamburg wurde, ins luftige Sylt? Die vermeintlich starken M&#228;nner sind am  Ende doch auch weiche, verletzliche Seelchen.</p>
<p>Sag`mir, wo die M&#228;nner sind. M&#228;nner, die auch mal Durststrecken  ertragen, die die Phantasie haben, sich aus politischen Karrierefallen  zu befreien, denen es neben der Person vielleicht auch noch um die Sache  geht. Denen das Wort Pflicht noch etwas bedeutet. Die Z&#228;higkeit, Geduld  und Stehverm&#246;gen haben? Es geht hier nicht darum, einen politischen  Macho-Kult zu beschw&#246;ren, aber ein bisschen mehr H&#228;rte, vor allem gegen  sich selbst, kann man von f&#252;hrenden Politikern schon erwarten.</p>
<p>Wobei Ole von Beust ohnehin eine Ausnahmekarriere hatte, die er nicht  eigener Kraft, sondern Ronald Schill verdankte. Nach einer verheerenden  CDU-Niederlage machte ihn der furchtbare, aber erfolgreiche Populist  zum B&#252;rgermeister und verschaffte Ole von Beust mit seinem  Erpressungsversuch das Stahlbad, das diesem erst den eigenen Wahlsieg  erm&#246;glichte. Jetzt geht Ole von Beust und wird die CDU in Hamburg bei  der n&#228;chsten Wahl wieder ins politische Nichts bef&#246;rdern. Dorthin, wo  die CDU in NRW schon ist.</p>
<p>Aber das ist nicht so wichtig. Spannender ist die Wahl im n&#228;chsten  Fr&#252;hjahr in Baden-W&#252;rttemberg. Geht auch die f&#252;r die CDU verloren, dann  wird die &#220;berlebende des CDU-M&#228;nner-Massakers, Angela Merkel, endg&#252;ltig  zeigen k&#246;nnen, ob sie wirklich h&#228;rter als die ”starken M&#228;nner” ist. Oder  ob das Land neue M&#228;nner braucht. In der CDU sind sie bisher nicht in  Sicht.</p>
<p><em>Dieser Beitrag erscheint als Crossposting via Michael Sprengs Blog <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3444">Sprengsatz</a>.</em>
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		<title>Schwarz-Gr&#252;n: Ein Auslaufmodell</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 13:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Björn Böhning</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die kontroverse Hamburger Schulreform ist ein Realit&#228;tscheck f&#252;r Schwarz-gr&#252;n: Die Weltbilder von gr&#252;nen und schwarzen Milieus sind gegens&#228;tzlicher und geschlossener als sich das manch Politiker der Parteien eingestehen mag. Das Ende der Koalition in Hamburg ist eingeleitet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sch&#246;n hatte sich die konservativ-&#246;kologische Bohème das vorgestellt. Beim Latte Macchiato wurden schwarz-gr&#252;ne Pl&#228;ne geschmiedet und von einer „wertebasierten“ Zusammenarbeit schwadroniert. Hamburg und Saarland, vielleicht auch Nordrhein-Westfalen, sollten als Vorboten einer m&#246;glichen schwarz-gr&#252;nen Bundesregierung herhalten und den Versuch untermalen, dass christliche Sch&#246;pfung und &#246;kologische Nachhaltigkeit sich aus einer gemeinsamen &#220;berzeugung und Wertevorstellung ableiten lassen.</p>
<p>Zuletzt im Landtagswahlkampf von Nordrhein-Westfalen war es Renate K&#252;nast, die die Offenheit der Gr&#252;nen nach allen Seiten untermauerte und noch heute offen oder hinter vorgehaltener Hand f&#252;r das B&#252;ndnis der konservativen und der gr&#252;nliberalen Partei wirbt.</p>
<p><strong>Doch anstelle dieser Hoffnung ist Desillusion getreten.</strong> Schon lange hat sich der politische Beobachter gefragt, ob denn die gr&#252;nen und schwarzen Strategen ihr Stammelektorat wirklich nachhaltig analysiert haben. Und ob denn die gr&#252;nen &#196;rzte und Bioladenbesitzer neben dem Einkommen noch eine andere kulturelle, materielle oder ideologische Gemeinsamkeiten mit dem konservativen Biedermeier oder dem mittelst&#228;ndischen Unternehmer der CDU haben.</p>
<p>Das war und das ist eine Illusion. Nur gef&#252;hlt sind sich einige Akteure beider Parteien nah – so nah, wie man sich bei der Bionade in Berlins Mitte eben sein kann, oder vielleicht im Reichstag sogar sein muss. Es ist interessant zu beobachten wie festsitzend die &#220;berzeugung war, allein symbolische und habituelle &#220;bereinstimmungen w&#252;rden das politische Projekt einer schwarz-gr&#252;nen B&#252;rgerlichkeit bilden k&#246;nnen.</p>
<p>Bisher lagen inhaltliche Fragezeichen an diesem Projekt eher auf einer rhetorischen Ebene: So w&#228;re es schon interessant zu sehen, wie beispielsweise in Berlin ein CDU-Innensenator die Wasserwerfer zum 1. Mai schickt, w&#228;hrend die gr&#252;ne B&#252;rgermeisterin sich vor die „Revolution&#228;re Demo“ stellt, Kiezromantik predigt und die Polizeitaktik kritisiert.</p>
<p>Doch gl&#252;cklicherweise haben wir ja nun in Hamburg, im Saarland und zum Teil auch in Berlin ganz konkretes Anschauungsmaterial f&#252;r die schwarz-gr&#252;ne Realit&#228;t. Im schwarz-gr&#252;n regierten Berlin-Zehlendorf wird bezirksad&#228;quat ruhig regiert. Einen Integrationsbeauftragten durchzusetzen, wie in anderen Bezirken &#252;blich, dazu ist die selbsternannte Integrationspartei nicht in der Lage. Im Saarland ist die Jamaika-Koalition so oder so schon durch parteiliche Drahtseilakte zustande gekommen. Nun wird es langsam dunkel &#252;ber der Karibik: Erst k&#252;rzlich stimmte das Land im Bundesrat der K&#252;rzung der Solarf&#246;rderung zu. Mit der Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren f&#252;r so genannte Langzeitstudenten hat sich Schwarz-Gr&#252;n f&#252;r Bildungsgeb&#252;hren entschieden.</p>
<p>In Hamburg wurde eine Bildungsreform vorgelegt, die offenbar keine Akzeptanz in der Bev&#246;lkerung findet. Die Elbphilharmonie ist vom Prestige- zum Pleiteprojekt geworden. Die selbsternannte „Wachsende Stadt“ schafft es offenbar nicht den wachsenden Widerstand gegen Vertreibung und f&#252;r den Erhalt kreativer Subkultur in angemessener Art und Weise zu moderieren. B&#252;rgermeister Ole von Beust – so h&#246;rt man – steht kurz vor dem R&#252;cktritt.</p>
<p>Insbesondere die Schulreform offenbart die ideologischen Gegens&#228;tze im Wahlvolk von Schwarz und Gr&#252;n. W&#228;hrend die liberalen b&#252;rgerlichen W&#228;hler der Gr&#252;nen vor allem auf l&#228;ngeres gemeinsames Lernen im Rahmen eines ganzheitlichen, integrativen Lernens setzen, wollen die konservativ-b&#252;rgerlichen W&#228;hler unter allen Umst&#228;nden ihren sozialen Status verteidigen und sich gegen die Aufstiegschancen der Unter- und unteren Mittelschicht absichern.</p>
<p>Nichts anderes verbirgt sich hinter dem derzeit stattfinden – und sicherlich &#252;berspitzten – <strong>„Kulturkampf“ um die Hamburger Gymnasien</strong>. Ole von Beust war nicht in der Lage den sich zuspitzenden Konflikt zu managen. Und die Gr&#252;nen haben zu sp&#228;t erkannt, dass eine parlamentarische Mehrheit f&#252;r eine Schulreform noch lange keine politische Mehrheit in einer Stadt ist. Schwarz und Gr&#252;n beiderseits haben daran versagt eine inhaltliche Br&#252;cke in der Bildungspolitik zwischen den verschiedenen Stadtmilieus zu schlagen. <strong>Zu sp&#228;t erkannten sie, dass ideologische Differenzen in den jeweiligen Unterst&#252;tzergruppen nicht einfach durch kulturell-&#228;sthetische Symbolik &#252;bert&#252;ncht werden kann.</strong></p>
<p>Offenbar sind die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler von Schwarzen und Gr&#252;nen nicht bereit, eine gemeinsame Koalition auf Landesebene pauschal zu akzeptieren und ideologische Gegens&#228;tze zu &#252;berbr&#252;cken. Die Weltbilder von gr&#252;nen und schwarzen Milieus sind also geschlossener als sich manch Gr&#252;ne- oder CDU-Politiker eingestehen mag.</p>
<p>Das Bild, wonach die verlorenen B&#252;rgerkinder der 68er-&#196;ra nun in den Scho&#223; der alten B&#252;rgerlichkeit zur&#252;ckkehren, hat es immer nur in den Feuilletons gegeben. Heute sehen wir: Sie sind und bleiben einander nicht gr&#252;n. Egal wie der Volksentscheid am Sonntag ausgeht, so ist doch heute schon klar: Das Ende von Schwarz-Gr&#252;n in Hamburg ist eingeleitet.</p>
<p>Schwarz-Gr&#252;n – das galt einmal als Role-Model k&#252;nftiger Koalitionen. Dann kam der Realit&#228;tscheck. Heute ist Schwarz-Gr&#252;n ein Auslaufmodell. Wir werden es nicht vermissen.</p>
<p><em>Bj&#246;rn B&#246;hning ist Mitglied im Parteivorstand der SPD und Sprecher der SPD-Linken &#8216;Forum Demokratische Linke 21&#8242;.</em>
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