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	<title>CARTA &#187; Bundespräsidentenwahl</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Die Bundespr&#228;sidentenwahl live im Netz: Stream mit Twitterwall</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 09:07:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Live-&#220;bertragung aus dem Bundestag, die passende Twitterwall und eine &#220;bersicht der Liveblogs - hier mal auf einer Seite. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Livestream:</p>
<p>Stream l&#228;sst sich leider doch nicht integrieren, hier geht es zum Livestream von <a href="http://www.phoenix.de">Ph&#246;nix</a>:</p>
<p><iframe src="http://www.phoenix.de/interaktiv/liveloader0109.swf" quality="high" bgcolor="#849ca9" width="256" height="144" name="liveloader" align="middle" allowFullScreen="false" type="application/x-shockwave-flash" pluginspage="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer"></iframe></p>
<p>Hier zum Parlamentsfernsehen:<br />
<a href="http://www.bundestag.de/bundestag/parlamentsfernsehen/index.jsp"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/stream1.jpg" alt="" title="stream1" width="473" height="310" class="size-full wp-image-29964" /></a><br />
<strong> </strong></p>
<p>Hier die Twitterwall zu #bpw #bv10 gauck wulff:</p>
<p><iframe frameborder="0" width="600" height="800" src="http://bpw.tweetwally.com/embed" target="_blank" align="center" scrolling="Auto"></iframe></p>
<p>Au&#223;erdem gibt es ein paar Liveblogs:</p>
<p>Bei <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,703737,00.html">Spiegel Online</a></em> berichten und kommentieren Sebastian Fischer, Thorsten D&#246;rting, Roland Nelles, Ole Reissmann, Christoph Schwennicke und Philipp Wittrock &#252;ber.</p>
<p>Auf <em><a href="http://blog.zeit.de/newsblog/2010/06/30/live-die-wahl-des-bundesprasidenten/">Zeit Online</a></em> berichtet die Nachrichtenredaktion schon seit Dienstag Nachmittag aus dem Umfeld der Bundesversammlung.</p>
<p>Im <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/jetzt-im-liveblog-die-wahl-des-bundespraesidenten/1872010.html">Tagesspiegel</a></em> bloggt Christoph Seils.</p>
<p>Die <em><a href="http://taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/schlossherr-gesucht/">taz</a></em> berichtet in einem Live-Ticker.</p>
<p><strong> </strong><br />
Weitere Empfehlungen gern auch in den Kommentaren.
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			</a>
		</div>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29950&amp;md5=1715ec5b9c005d2a6509b4b23ab9bc42" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Leseempfehlungen zur Bundespr&#228;sidentenwahl</title>
		<link>http://carta.info/29918/leseempfehlungen-zur-bundespraesidentenwahl/</link>
		<comments>http://carta.info/29918/leseempfehlungen-zur-bundespraesidentenwahl/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 18:20:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Mittwoch m&#252;ssen sich die Mitglieder der Bundesversammlung zwischen Christian Wulff oder Joachim Gauck entscheiden. Zur Wahl sammelt Carta hier lesenswerte Beitr&#228;ge.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Spreng spricht sich mit <strong>&#8220;<a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3431">Der Zuckerwatte-Pr&#228;sident</a>&#8220;</strong> gegen Wullf aus. Er sei solle &#8220;den W&#228;hlern etwas verkaufen, was nichts mehr oder nicht mehr viel  wert ist -  die schwarz-gelbe K.o.alition.&#8221; Wulff ist demnach der profillose Kandidat. Spreng kritisiert: &#8220;Ein Bundespr&#228;sident soll kein parteiischer Pr&#228;sident sein, aber er darf  eine klare, nicht verschwiemelte Meinung haben.&#8221; Zu Gauck schreibt Spreng nicht viel:</p>
<blockquote><p>Ich will hier kein Loblied auf Joachim Gauck singen, aber er schmeichelt  sich wenigstens nicht ein, er zeigt Ecken und Kanten. Er will auch  keine Grund&#252;berzeugung opfern, um sich bei der Linkspartei anzubiedern,  die er auf Bundesebene f&#252;r nicht regierungsf&#228;hig h&#228;lt. Vielleicht fehlt  ihm noch eine Portion soziale Sensibilit&#228;t, vielleicht &#252;berh&#246;ht er etwas  seinen Freiheitsbegriff, aber er ist wenigstens ein Typ, ein Kerl, kein  Zuckerwatte-Verk&#228;ufer.</p></blockquote>
<p>Auf <em>F!XMBR</em> meint Christian Sickendieck: <strong>&#8220;<a href="http://www.fixmbr.de/joachim-gauck-ist-die-personifizierung-des-leipziger-parteitages-der-cdu-und-des-fdp-parteiprogramms/">Joachim Gauck ist die Personifizierung des Leipziger  Parteitages der CDU und des FDP-Parteiprogramms</a>&#8220;</strong>. F&#252;r ihn steht Gauck f&#252;r den sozialdemokratischen Niedergang, da er beispielsweise Schr&#246;ders Agenda 2010 verteidigt und als mutig bezeichnet habe. &#8220;Joachim Gauck ist Neoliberalist aus &#220;berzeugung und verkauft  diesen unter der Etikette <em>Freiheit</em>.&#8221; Daher sein Fazit:</p>
<blockquote><p>Ich bef&#252;rworte mittlerweile Christian Wulff als Bundespr&#228;sidenten. <a title="fixmbr.de" href="http://www.fixmbr.de/die-wahl-zum-bundespraesidenten-was-sich-jetzt-aendern-muss/">Nicht,  dass ich von dem CDU-Mann &#252;berzeugt w&#228;re, ganz bestimmt nicht</a>. Er  w&#228;re schlicht und ergreifend das kleinere &#220;bel. Christian Wulff wird  alle H&#228;nde voll zu tun haben, sich als &#252;berparteilicher Bundespr&#228;sident  zu beweisen. Er muss es vermeiden, auch nur im Ansatz als parteiisch zu  gelten. Joachim Gauck h&#228;tte Narrenfreiheit im Schloss Bellevue.</p></blockquote>
<p>Gunnar Sohn appelliert: <strong>&#8220;<a href="http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/06/29/liebe-wahlfrauen-und-wahlmanner-der-bundesversammlung-es-wird-keinen-gustav-heinemann-effekt-geben-gauck-wahlen/">Liebe  Wahlfrauen und Wahlm&#228;nner der Bundesversammlung, es wird keinen Gustav  Heinemann-Effekt geben! Gauck w&#228;hlen!</a>&#8220;</strong>. Er meint, dass die FDP sich nicht sorgen m&#252;sse mit der Wahl Gaucks ein Signal f&#252;r eine Ampel-Koalition auszusenden:</p>
<blockquote><p>Gauck ist kein Lager-Kandidat, er l&#228;sst sich f&#252;r solche Machtspielchen  nicht instrumentalisieren. Merkel und auch der Gegenkandidat Wulff  k&#246;nnten gut mit einer „Niederlage“ umgehen.</p></blockquote>
<p>Einen Beitrag aus dem <em>Corriere della Sera</em> hat  Thierry Chervel vom Perlentaucher &#252;bersetzt: Andre Glucksmann zeigt die europ&#228;ische Perspektive auf und meint, die Nominierung Gaucks und die recht einhelligen Reaktionen der &#214;ffentlichkeit seien <strong>&#8220;<a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/6298.html">Ein  erfrischendes Signal</a>&#8220;</strong>:</p>
<blockquote><p>Die popul&#228;re Begeisterung f&#252;r diesen au&#223;ergew&#246;hnlichen &#8211; und  au&#223;erparteilichen &#8211; Mann zeigt, dass es in Deutschland und Europa so  etwas wie <strong>ein Ged&#228;chtnis</strong> gibt. Die traurigen Ungewissheiten der  Krise l&#246;schen die Befreiungsbewegung nicht aus, die den Kontinent  innerhalb eines halben Jahrhunderts umgepfl&#252;gt und die Riegel des  Jalta-Vertrags geknackt hat. [...]</p>
<p>Deutschland hat beide Ungeheuer des 20. Jahrhundets kennen gelernt. Ein  Kandidat spricht sich ihm gegen&#252;ber &#8220;gegen das Vergessen, f&#252;r die  Demokratie&#8221; aus. Und es ist sch&#246;n, dass es ihm zuh&#246;rt. Und Europa mit  ihm.</p></blockquote>
<p>Auf <em>Welt Online</em> vergleicht Miriam Hollstein unter dem Titel <strong>&#8220;<a href="http://www.welt.de/debatte/kolumnen/Meine-Woche/article8208665/Joachim-Gauck-ist-der-wahre-James-Bond.html">Joachim  Gauck ist der wahre James Bond</a>&#8220;</strong> die beiden Kandidaten mit James Bond-Darstellern. Wulff wird demnach zu Daniel Craig,  den sie jugendlich-dynamisch, lebensnah und zeitgem&#228;&#223; findet und an den sich das Publikum nach kurzer Zeit gew&#246;hnt h&#228;tte. Sie res&#252;mmiert allerdings:</p>
<blockquote><p>Aber ich stelle mir als Retter der Nation einen anderen vor. Einen  Weisen, der sich nichts mehr beweisen muss. Der die strategischen Spiele  schon l&#228;ngst hinter sich gelassen hat. Einen, der f&#252;r die Freiheit  seinen Kopf riskiert, den B&#246;sen getrotzt und gleichzeitig immer wieder  die richtigen Worte im richtigen Moment gefunden hat. Und der dabei  stets wie ein echter Gentleman aussah. F&#252;r mich ist Joachim Gauck der  Sean Connery von Bellevue. Der einzig wahre James Bond.</p></blockquote>
<p>In der <em>taz</em> fragen Vera Lengsfeld und Ingo Arend <strong>&#8220;<a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/christian-wulff-oder-joachim-gauck/">Christian Wulff oder Joachim Gauck?</a>&#8220;</strong> und beschreiben jeweils die Vorz&#252;ge der Kandidaten:</p>
<blockquote><p>In unserem  weitgehend mit dem  eigenen Machterhalt besch&#228;ftigten Politstablishment  wirkt <strong>Joachim Gauck</strong> wie eine frische Brise. [...] Er will  keinen F&#252;rsorgestaat, keine Bemutterung, sondern die F&#228;higkeit zur  Selbstst&#228;ndigkeit. Eine solidarische Gesellschaft ist f&#252;r ihn eine, die  den Einzelnen erm&#228;chtigt, ein B&#252;rger zu sein.</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit  <strong>Christian Wulff</strong>, dem Gestalt  gewordenen Mainstream, w&#252;rde auch das  angenehm Unscheinbare und  Provinzielle der Bonner Republik  wiederkehren, das dem Publizisten  Karlheinz Bohrer stets ein Dorn im  Auge war. Demokratie, will sie nicht  zum Stilkorsett werden, muss so  &#8220;un&#228;sthetisch&#8221; sein wie dieser Mann ohne nennenswerte Eigenschaften.</p></blockquote>
<p>Auf der Metaebene hervorzuheben ist der Artikel <strong>&#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/gauck-in-den-medien-deutschland-einig-zeitungsland-1.966449">Einig Zeitungsland</a>&#8220;</strong> von Hans Leyendecker auf <em>sueddeutsche.de</em>:</p>
<blockquote><p>Medienleute laufen oft mit Medienleuten um die Wette und bem&#252;hen sich,  manchmal schnaufend, um Deutungshoheit. Einigen der Akteure ist selbst  beim Rennen Lagerdenken nicht fremd: Ums Rechthaben geht es  nat&#252;rlich auch.</p>
<p>In diesen Tagen allerdings sind in diesem eitlen Gewerbe seltsame  Ph&#228;nomene zu beobachten: Deutschland ist (fast) einig Zeitungsland. Die  meisten wichtigen Bl&#228;tter finden die Kandidatur des von SPD und Gr&#252;nen  pr&#228;sentierten parteilosen Pr&#228;sidentschaftskandidaten Joachim Gauck offenkundig deutlich reizvoller als die Bewerbung des von Merkel und  Westerwelle ausgeguckten Kandidaten Christian Wulff (CDU) &#8211; im Internet  gibt es eine ganz breite Unterst&#252;tzerszene f&#252;r Gauck.</p></blockquote>
<p>&#220;ber weitere Hinweis freuen wir uns.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29918&amp;md5=1a4985079c33089bfab4c2d0adbb85a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Miroslav Wulff, Kevin Gauck und die Bundespr&#228;sidenten-WM</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 13:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wahl eines Bundespr&#228;sidenten hat durchaus mehr Parallelen mit der Fu&#223;ball-WM, als mit der Politik. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/85d338a668634356ab1b2d77c7d74a90" alt="" width="1" height="1" />Da w&#228;re zun&#228;chst die Nominierung: Lange vorher wird spekuliert, wer w&#228;re ein geeigneter Kandidat? Es fallen Namen, die sich realistisch betrachtet niemand wirklich im Schloss Bellevue w&#252;nschen kann. Dann kommen die Parteien und stellen ihre Kandidaten vor. Auf der einen Seite der Favorit, von dem – vergleichbar zu einem Miroslav Klose – ein ganzes Heer von nebenberuflichen Bundestrainern und Parteivorsitzenden schreit: Oh, nein, lasst den wo er ist. Sei es die Bayern-Bank, sei es die Weltbank.</p>
<p>Auf der anderen Seite, die &#220;berraschung, der Underdog. Derjenige, der ja viel besser geeignet ist, aber gar keine Chance hat. Und dann geht es erst richtig los: Es wird gestritten, es wird kommentiert und gebloggt. Wer soll den Stammplatz im Schloss bekommen? Jeder will den „Spieler“ seines Vereins dort sehen. Weil es der eigene ist und weil man damit die anderen dem&#252;tigen kann.</p>
<p>Offiziell sagt das nat&#252;rlich keiner. Offiziell ist der eigene Mann bzw. die eigene Frau besser in der Lage, Deutschland zu repr&#228;sentieren und ist topfit, wenn es drauf ankommt.</p>
<p>Nun will jeder Gauck, so denkt man teilweise. Nat&#252;rlich au&#223;er die Anh&#228;nger von Wulff. Gauck k&#246;nne Denkanst&#246;&#223;e geben, Gauck k&#246;nne Vertrauen in die Politik bringen, Gauck k&#246;nne gestalten. Gauck k&#246;nne das sein, was die aktuelle Regierung nicht ist. <strong>Und viele vergessen, dass sie in Wahrheit eine neue Kanzlerin haben wollen, wenn sie Gauck als Pr&#228;sidenten fordern</strong>. Genauso wie man einen neuen Trainer fordert, wenn man – w&#228;re man ehrlich – doch lieber eine komplett neue Mannschaft haben will. In der der Hoffnung, die Mannschaft w&#252;rde dann anders, offensiver, spielfreudiger. Man frage Hertha, N&#252;rnberg und Bochum wie gut das bei ihnen in der vergangenen Saison geklappt hat…</p>
<p>Und am Ende ist es eh so: Das ganze diskutieren, argumentieren, werben: Es hilft alles nicht. Hier entscheidet der Bundestrainer nach Ma&#223;st&#228;ben, die keiner einsehen kann, dort eine Bundesversammlung, deren Zusammensetzung &#8211; ist man ehrlich &#8211; kaum ein Bundesb&#252;rger wirklich erkl&#228;ren kann. Und der Favorit wird wie bisher jedes Mal gewinnen, er tritt die gro&#223;e Reise an.</p>
<p>Im Anschluss reichen ihn ein paar gute Aktionen und er ist der Held. So ist das in Deutschland nun einmal: Man blickt gerne hinauf. Miroslav Klose schenkt Australien und England einen ein und alle br&#252;llen seinen Namen. Er ist unser Held. Horst K&#246;hler h&#228;lt ein paar nette Reden und f&#252;nf Jahre nach seiner ersten Wahl, bei der die Mehrheit der Deutschen lieber seine Konkurrentin als Pr&#228;sidentin gesehen h&#228;tte, wollen alle seine Wiederwahl. Was derweil Kevin Kurányi oder Gesine Schwan erreicht h&#228;tten, wei&#223; man nicht. Apropos: Wo ist eigentlich der Odonkor?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29913&amp;md5=5fbecdcbbd22ce7c035d0393507a7064" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Liebe Bundesversammlung: Bitte Gauck w&#228;hlen</title>
		<link>http://carta.info/29853/liebe-bundesversammlung-bitte-gauck-waehlen/</link>
		<comments>http://carta.info/29853/liebe-bundesversammlung-bitte-gauck-waehlen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 20:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Joachim Gauck k&#246;nnte eine Antwort auf die Krise der politischen F&#252;hrung in diesem Land sein. Deshalb sollte die Bundesversammlung ihn w&#228;hlen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/662a379fb58a4c449a28f746b983a1a4" alt="" width="1" height="1" />Am Mittwoch entscheidet die Bundesversammlung, wer in den kommenden f&#252;nf Jahren Staatsoberhaupt dieses Land sein soll. Es w&#228;re zu einfach zu behaupten, hier ginge es um die Wahl zwischen einem Vertreter des Parteienstaats auf der einen und einem redegewandten Mitte-Intellektuellen mit Haltung auf der anderen Seite. In der Auseinandersetzung werden die Eigenschaften von Christian Wulff und Joachim Gauck &#252;berh&#246;ht und arg zuspitzt.</p>
<p>Richtig aber ist auch, dass die Diskussion um die Pr&#228;sidentschaftskandidaten gezeigt hat, dass es hierzulande ein tief empfundenes Bed&#252;rfnis gibt, die Dinge grunds&#228;tzlicher, mutiger und herausfordernder zu diskutieren. Zugleich wird man das Gef&#252;hl nicht los, dass die Politik der Versuchung zu sehr nachgibt, zu verwalten und zu lavieren &#8211; statt zu gestalten. Sie hat, wie Richard David Precht im <em>Spiegel</em> <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,703254,00.html">formuliert</a>, ein Problem mit Selbstbeobachtung und Versorgungsanspr&#252;chen:</p>
<blockquote><p>In solcher Lage fehlt der Politik auch der Wille, etwas zu &#228;ndern. Das politische F&#252;hrungspersonal unterscheidet sich kaum von den Bankern der Konkurswirtschaft, die noch mitnahmen, was sie kriegen konnten: ein paar letzte Privilegien, ein bisschen Machtgef&#252;hl, ein paar Versorgungsanspr&#252;che.</p>
<p>Das soziologische Problem der politischen F&#252;hrungselite ist der Mangel an Selbstbeobachtung. Systeme werden fragil, wenn sie es nicht mehr schaffen, sich selbst mit anderen Augen zu sehen. Selbstblindheit verhindert nicht nur Innovation, sie verleitet auch dazu, den Ernst der Lage zu verkennen: in Weimar 1933 nicht anders als 1989 in Ost-Berlin.</p></blockquote>
<p>Kurz: Es gibt eine ganz erhebliche Krise der politischen F&#252;hrung in diesem Land. Man mag der politischen F&#252;hrung derzeit so einiges glauben, aber nicht, dass sie &#8220;<a href="http://carta.info/14345/cdu-werbespot-angela-merkel-ronald-reagan-wahlkampf/">die Kraft</a>&#8221; habe. Dieser Slogan aus dem Wahlkampf 2009 klingt heute wie eine Verh&#246;hnung der Regierungsrealit&#228;t.</p>
<p>Von Joachim Gauck geht zumindest die Hoffnung aus, er k&#246;nnte (Teil-)Antwort auf diese Krise der F&#252;hrung sein. Gauck hat in der kurzen Zeit seiner Vorstellung gezeigt, dass er reden und anregen kann. Christian Wulff hat dies nicht in ann&#228;hernd gleicher Weise vermocht. Dabei geht es um Stil, Haltung und Gestaltungswille.</p>
<p>Das Amt des Bundespr&#228;sidenten geh&#246;rt nicht den Parteien, es sollte dem besser f&#252;r das Amt geeigneten der Kandidaten zukommen. Nichts anderes hat diese Demokratie verdient. Und deshalb sollten die Bundesversammlung am Mittwoch den Mut haben, Joachim Gauck zum neuen Bundespr&#228;sidenten zu w&#228;hlen.</p>
<p>Ein Gauck-Video:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/M1ge0Gm5rhI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="355" src="http://www.youtube.com/v/M1ge0Gm5rhI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ein Wulff-Video (ein besseres war nicht zu finden):<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RXanReE1Y9I&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="355" src="http://www.youtube.com/v/RXanReE1Y9I&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Weitere Argumente in den Kommentaren sehr gerne&#8230;
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			</a>
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<a href="http://carta.info/29853/liebe-bundesversammlung-bitte-gauck-waehlen/">Liebe Bundesversammlung: Bitte Gauck w&#228;hlen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29853/liebe-bundesversammlung-bitte-gauck-waehlen/#comments">14 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29853&amp;md5=f90f11abe3a5f2b0aa84e5378d977e11" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Pr&#228;sidentenschloss als Denkfabrik: Vielleicht auch eine Drohung</title>
		<link>http://carta.info/29813/das-praesidentenschloss-als-denkfabrik-vielleicht-auch-eine-drohung/</link>
		<comments>http://carta.info/29813/das-praesidentenschloss-als-denkfabrik-vielleicht-auch-eine-drohung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 11:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans F. Bellstedt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundespräsidentenwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Wulff m&#246;chte "Wissenschaftler, Politiker, K&#252;nstler, kluge K&#246;pfe" ins Schloss Bellevue einladen und eine "Denkfabrik f&#252;r Deutschland" aufbauen. Zumindest kommunikativ ein geschickter Schachzug.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/7d7977a5ada046eabed4414c2ef4080b" width="1" height="1" alt=""/>Vielleicht ist es nur ein PR-Coup. Vielleicht ist es eine ziemlich gute Idee. Vielleicht ist es aber auch eine Drohung: Bundespr&#228;sidentenkandidat Christian Wulff (CDU) will im Falle seiner Wahl das Schloss Bellevue – den Amtssitz unseres Staatsoberhaupts am Berliner Tiergarten – zur „Denkfabrik“ umbauen. So verk&#252;ndete es der 51j&#228;hrige Osnabr&#252;cker vier Tage vor dem Zusammentreten der Bundesversammlung in der <em><a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/06/27/christian-wulff-interview/warum-glauben-sie-dass-sie-der-bessere-bundespraesident-waeren-1.html">Bild am Sonntag</a></em>.</p>
<p>PR-technisch ist diese Ansage allemal geschickt: Denn mit einem Schlag zieht der derzeitige Ministerpr&#228;sident von Niedersachsen genau jene Aufmerksamkeit auf sich, die ihm im Wettbewerb mit Joachim Gauck, dem Wunschpr&#228;sidenten von SPD, Gr&#252;nen und gef&#252;hlten 60 Millionen Deutschen, bislang m&#246;glicherweise noch fehlte. „Denkfabrik“, das klingt spannend und interessant, macht neugierig auf mehr. Rein kommunikativ kein schlechter Zug, Herr Kandidat!</p>
<p><strong>Fast alles geh&#246;rt &#252;berdacht</strong></p>
<p>Und eine gute Idee noch dazu. Denn mit dem Wort von der „Denkfabrik“ beschreibt Wulff ein Defizit, das immer mehr Menschen dazu verleitet, der Politik den R&#252;cken zuzuwenden. Gemeint ist die geradezu erschreckende Abwesenheit von Tiefenreflexion, die das politische Gesch&#228;ft, wie wir es erleben, kennzeichnet. Unsere Welt befindet sich bekanntlich in einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten. Dennoch beschleicht einen das Gef&#252;hl, dass nicht kluges Abw&#228;gen und Hinterfragen, sondern Hast und Kurzatmigkeit das Handeln der politischen Entscheider bestimmen. Eine Milliardenspritze hier, eine neue Steuer da, ein Sparbeschluss dort – eine konzeptionell oder gar strategisch basierte Reformpolitik zur Erneuerung unserer Gesellschaft sieht anders aus.</p>
<p>Jetzt aber kommt Wulff und l&#228;dt zum Denken ein. Da fangen wir doch gleich mal an: Finanzierung unserer Sozialsysteme, Umgang mit Integration und Migration, die Absicherung b&#252;rgerlicher Freiheiten im digitalen Raum – fast alles geh&#246;rt &#252;berdacht. Ob Energieversorgung oder Kinderarmut, ob Nuklearproliferation oder Euro-Krise: die Probleme sind hinl&#228;nglich bekannt, und geredet wird dar&#252;ber zweifelsohne reichlich. Aber an wirklich &#252;berzeugenden Antworten mangelt es. Damit aber wird Politik ihrer vordringlichsten Aufgabe nicht gerecht, n&#228;mlich unser Gemeinwesen so zu gestalten, dass es gut ger&#252;stet ist f&#252;r die Herausforderungen von morgen und &#252;bermorgen.</p>
<p><strong>Ein Hauch von Dupont Circle</strong></p>
<p>Im Schloss Bellevue hingegen, hinter der barocken Fassade dieser preu&#223;ischen Prinzenresidenz, k&#246;nnte k&#252;nftig Zukunft gedacht, k&#246;nnten L&#246;sungen „fabriziert“ werden – ganz wie in den Think Tanks rund um den Dupont Circle in Washington D.C.. Professoren, Unternehmer, K&#252;nstler und Vertreter der Zivilgesellschaft k&#228;men zusammen, um der Politik die Augen zu &#246;ffnen in bezug auf das, was los ist im Land. Politiker w&#252;rden vor allem zuh&#246;ren, Fragen stellen, Impulse aufnehmen, statt immer gleich eine vorgestanzte Antwort ins erstbeste Mikrofon zu sprechen. Gemeinsam w&#252;rden die besten K&#246;pfe der Republik an Ideen und Konzepten feilen, deren Halbwertszeit &#252;ber die n&#228;chste Haushaltswoche, die n&#228;chste Landtagswahl, ja sogar &#252;ber „Anne Will“ hinausweist. Die „Denkfabrik“ im Schloss Bellevue als Planungsstab der Republik – eine faszinierende Idee, ganz unabh&#228;ngig davon, ob der Schlossherr nun Wulff oder Gauck hei&#223;en wird.</p>
<p><strong>Der Geist, den Merkel rief</strong></p>
<p>Womit wir drittens noch bei der Drohung w&#228;ren, die hinter dem Vorschlag auch stecken k&#246;nnte. Nehmen wir einmal an, Wulff w&#252;rde gew&#228;hlt und sogleich ernst machen mit seiner Denkfabrik: Was bedeutete der Think Tank am Tiergarten eigentlich f&#252;r die Kanzlerin – schwingt da nicht der implizite Vorwurf mit, sie denke zu wenig nach, moderiere nur das Tagesgesch&#228;ft, anstatt langfristig tragf&#228;hige L&#246;sungen zu entwickeln?</p>
<p>Hat Wulff das Potential oder auch Ziel, seine eigene Parteichefin schon bald zu &#252;berstrahlen, indem er die gro&#223;en Themen setzt, Antworten pr&#228;sentiert und dadurch Orientierung schafft? Macht er – immer unterstellt, dass er gew&#228;hlt wird – nach ein oder zwei Amtszeiten gar „den Putin“, der vom Staatsoberhaupt zum Regierungschef mutiert? Die Kanzlerin k&#246;nnte den Geist, den sie gerufen hat, eines Tages noch verfluchen: der Schwiegersohn als Schlossgespenst, sozusagen.</p>
<p>Aber jetzt warten wir erstmal den 30. Juni ab.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29813&amp;md5=9e81b6c68b0d613f83f755f2eb54ba43" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>30. Juni: Wie w&#228;re es mit einem Rev&#246;ltchen?</title>
		<link>http://carta.info/29371/wie-waere-es-mit-einem-revoeltchen/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 14:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Hütt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsidentenwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Tag der Bundespr&#228;sidentenwahl werden in allen drei Regierungsparteien alte Rechnungen f&#228;llig gestellt. Das wird es sein. Darauf steuert alles zu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/af534d42e2054c59b66139603b8fa693" alt="" width="1" height="1" />&#8220;Les Bleus&#8221;, die franz&#246;sische Nationalmannschaft, <a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/17/frankreich-mexiko-02/">spielen verr&#252;ckt</a>.  Freiheit, Gleichheit, Br&#252;derlichkeit – alles f&#252;r die Katz. Aufl&#246;sung, wo  man hinschaut.</p>
<p>Sie spielen wie die Berliner Regierung. Auch die verr&#252;ckt. Auch die  wie von Sinnen. Als sehnten sie sich danach, vom Platz gestellt zu  werden. Einen Laufpass nach Hause zu erhalten. <strong>Fahnenflucht wird  endemisch.</strong> Fliehkr&#228;fte nehmen &#252;berhand.</p>
<p>Das Frappierende daran: Sie sind nicht in ihr Amt gezwungen worden.  Sie haben darum gek&#228;mpft, auch wenn die Kampagne <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitaege/wohin-damit;2444827" target="_blank">Zweifel  am Kampfwillen</a> aufkommen lie&#223;. Die Kraft zu haben, reicht offenbar  weder auf dem Fu&#223;ballplatz noch im Kabinettssaal.</p>
<p>Alte Definitionen kommen in Erinnerung: Was passiert, wenn die oben  nicht mehr k&#246;nnen, wie sie wollen, und die unten nicht mehr wollen, wie  sie sollen? Weit und breit aber ist keine Revolution in Sicht. Nicht mit  der sogenannten LINKEN, nicht mit den postpotenten Rechten.</p>
<p>Wie w&#228;re es mit einem Rev&#246;ltchen?</p>
<p><strong>Das wird es sein. Darauf steuert alles zu. Die Pr&#228;ventionsversuche  wirken nur noch peinlich: Entscheidungen vertagen, Kontroversen  begraben, die Luft anhalten. Als ob das noch rettete.</strong></p>
<p>Nein. Das Spiel ist aus. Der Zorn der Basis rast. Sie will ein Opfer  sehen. Dampf ablassen. Dem Schrecken ein Ende bereiten. Mit Umsicht  einen Denkzettel verpassen. Dann schnell zur&#252;ck in den Kr&#228;hwinkel des  Hahns.</p>
<p>Haben Sie das Geifern von Guido Westerwelles Vorg&#228;nger Wolfgang  Gerhardt im Ohr? Das klingt wie Voodoo f&#252;r Fortgeschrittene. In allen  drei Regierungsparteien werden am 30. Juni alte Rechnungen f&#228;llig  gestellt. Zahltag ist Qualtag.</p>
<p>Bei den Bleus tut es nichts zur Sache, ob sie &#252;ber die Vorrunde  hinauskommen. Sie scheitern, wie die deutsche Bundesregierung, an sich  selbst.</p>
<p>Danach rette sich, wer kann. Wie lautete noch die Sottise Angela  Merkels an die Adresse Nicolas Sarkozys? Chacun sa merde! Da haben wir  den Salat.</p>
<p>Das Bedr&#252;ckende daran: Die Deserteure k&#246;nnten verstanden haben, was  uns bl&#252;ht. Sie k&#246;nnten begriffen haben, dass es nicht mehr in ihren  Kr&#228;ften steht, den Kurs zu &#228;ndern. Das Spiel ist aus. Les jeux sont  faits. Rien ne va plus.</p>
<p>Der einzige Trost am Ende dieses Trauerspieles w&#228;re ein Theologe im  Amt des Katechonten. Was immer dann noch aufzuhalten ist.</p>
<p><em>Crosspost vom <a href="http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de/?p=4993">Rhetorik-Blog</a>.</em></p>
<p>Siehe dazu auch:<br />
Nico Fried: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-in-der-krise-kneipe-mit-kanzlerin-1.962480">CDU in der Krise – Kneipe mit Kanzlerin</a></p>
<blockquote><p>Die CDU ist derzeit weniger eine Partei, in der man was wird, sondern eine, in der man was war.</p></blockquote>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/29371/wie-waere-es-mit-einem-revoeltchen/">30. Juni: Wie w&#228;re es mit einem Rev&#246;ltchen?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29371/wie-waere-es-mit-einem-revoeltchen/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29371&amp;md5=c76f2ea1fa8cbee8113c674b618a53a3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hannovernication: &#8220;Nichts&#8221; ist bei weitem nicht genug.</title>
		<link>http://carta.info/28841/hannovernication-nichts-ist-bei-weitem-nicht-genug/</link>
		<comments>http://carta.info/28841/hannovernication-nichts-ist-bei-weitem-nicht-genug/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundespräsidentenwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wird ein Bundespr&#228;sident Wulff aus Hannover ver&#228;ndern? – Nichts! Das ist das Problem und das Prinzip.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3115f933fb134627b4cc7761b49ae0c0" alt="" width="1" height="1" />War Lena das trojanische Pferd Hannovers? Vor zwei Wochen haben wir sie noch bejubelt. Die Unbek&#252;mmertheit, die Nat&#252;rlichkeit, die erfrischende Naivit&#228;t, mit der sie uns und Europa &#252;berraschte, wurde in Blogs und Artikeln gefeiert. <a href="http://carta.info/28196/das-lena-prinzip-mehr-als-die-summe-der-einzelnen-teile/">Auch von mir</a>. Sp&#228;testens als sie bei Ankunft in Hannover in den Armen von Christian Wulff lag, sich ins goldene Buch der Stadt eintrug und Universal Music Manager unter Einfluss von Restalkohol in Hannovers Fu&#223;g&#228;ngerzone auf der Pro 7 B&#252;hne &#8220;So ein Tag, so wundersch&#246;n wie heute&#8221; gr&#246;lten, h&#228;tten wir gewarnt sein m&#252;ssen: Nach der Feier kommt der Kater und es droht die Hannoveranisierung der Republik. Nicht mehr lang und &#8220;Wind Of Change&#8221; k&#246;nnte unsere zweite Nationalhymne werden.</p>
<p>Vor der Wiedervereinigung wurde Deutschland von M&#252;nchen als Metropole bestimmt. Auch ohne bayerischen Kanzler war die Republik krachledernd, manchmal polternd, aber immer am Ergebnis und an Effizienz orientiert. Deutschland war als Land, wie Bayern M&#252;nchen als Fu&#223;ballverein: Meist erfolgreich, aber dabei immer wenig sympathisch. Eine Vision hatte dieses Deutschland bestenfalls wenn es darum ging, etwas Gutes noch besser zu machen. Alle anderen Visionen kurierte man, wie ein Altkanzler empfahl, beim Arzt.</p>
<div id="attachment_28852" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/hannover1.jpg"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/hannover1-300x196.jpg" alt="Hannover ist spektakul&#228;r langweilig, denn in Hannover regiert Pragmatismus." title="hannover" width="300" height="196" class="size-medium wp-image-28852" /></a><p class="wp-caption-text">Hannover ist spektakul&#228;r langweilig, denn in Hannover regiert Pragmatismus.</p></div>
<p>Nach der Wiedervereinigung versuchte die alte Republik zu &#252;berleben in dem sie die Ver&#228;nderung des Status Quo ignorierte. Das ging nur so lange gut, wie man die neuen Bundesl&#228;nder mit dem M&#228;rchen von den &#8220;bl&#252;henden Landschaften&#8221; bet&#228;uben konnte. Als denen auffiel, dass sie verarscht wurden, &#228;nderte sich das <em>role model</em>. Berlin wurde nicht nur Hauptstadt, sondern auch Vorbild. Die Republik wollte nicht mehr perfekt sein, sondern frei, schmutzig und neugierig. Die Musik dazu kam erstaunlich frech und l&#228;ssig von Peter Fox, Wir sind Helden, Mia, Whitest Boy Alive, Polarkreis, Bonaparte und all den anderen aus Berlin oder dem Rest des Ostens. Dass Hertha in einer Saison fast Meister wird und direkt danach absteigt, war typisch aber erstmal auch egal.</p>
<p>Nun also Hannover. <strong>Das Schlimme an Hannover ist, dass Hannover nicht einmal schlimm ist.</strong> Hannover ist spektakul&#228;r langweilig, denn in Hannover regiert Pragmatismus. Egal ob gesichtsloser St&#228;dtebau, vor sich hin d&#252;mpelnder Fu&#223;ballclub, ein Komiker wie Pocher, der lacht bevor die Pointe kommt, Hardrocker wie Skorpions, die damit erfolgreich werden, dass sie als Aerosmith-Imitatoren vor Volkshochschullehrern auftreten: Aufregen mag man sich dar&#252;ber nicht, hingucken aber auch nicht. Logischer Reflex ist die Stadt und ihren Output einfach zu ignorieren.</p>
<p>Wahrscheinlich kommt Hannover dabei raus, wenn man Hamburg und Rostock miteinander kreuzt. Wenn das stimmt, werden wir bereits seit 2005 von Hannover in fleischgewordener Form regiert. Angela Merkel, biografisch gepr&#228;gt von beiden St&#228;dten, gibt sich mit purem Machterhalt zufrieden – Hannover mit der Karmarschstrasse (eine Fu&#223;g&#228;ngerzone) als Boulevard. Daraus erwuchs auch die unverhoffte Chance f&#252;r den n&#228;chsten Hannoveraner: Bislang war ein Bundespr&#228;sident ein <em>elder statesman</em>, der ob Alter und W&#252;rde &#252;ber den Parteien steht (von Weizs&#228;cker, Rau&#8230;), oder eine Pers&#246;nlichkeit, die zumindest nicht direkt aus den Partei-Apparat stammte (Herzog und K&#246;hler). Jetzt ist es jemand den Merkel entsorgen muss, der Hannoveraner Wulff.</p>
<p>Der weiche Ministerpr&#228;sident mit dem Dauerl&#228;cheln und gern gesehene Gast auf Hamburger Yuppie-Parties ist der letzte Mann in den Reihen der CDU, der Merkel noch gef&#228;hrlich werden k&#246;nnte. Kein gro&#223;er Opponent, aber – nach R&#252;ttgers und M&#252;llers Niederlagen, &#214;ttingers Wegbef&#246;rderung, Kochs Abdankung, Merz&#8217; Aufgabe, Althaus&#8217; Skiunfall und Sch&#228;ubles krankheitsbedingter Schw&#228;chung – schlichtweg der letzte Mohikaner als potentieller Nachfolger im Kanzleramt. Mit der Wahl zum Bundespr&#228;sidenten hat sich auch dieses Thema f&#252;r immer erledigt. Danach darf er nicht einmal mehr in die Wirtschaft gehen, von der Politik mal ganz zu schweigen&#8230;</p>
<p>Was wird ein Bundespr&#228;sident Wulff aus Hannover ver&#228;ndern? Nichts, das ist das Problem und das Prinzip. <strong>Wenn die Weltwirtschaft kollabiert, das Klima zur Bedrohung wird, im Digitalen neue Realit&#228;ten entstehen und sich in Parlamenten keine klaren Mehrheiten mehr bilden lassen, ist <em>Nichts</em> bei weitem nicht genug.</strong> Entweder an der Spitze des Staates steht eine Person, die eine breite Akzeptanz besitzt und in der Lage ist ihre Autorit&#228;t st&#252;tzend oder lenkend einzusetzen, oder es braucht den Job Bundespr&#228;sident schlichtweg nicht. Ihn im Sinne von Partei- und Machtpolitik besetzen zu wollen ist die gr&#246;&#223;te Missachtung der W&#252;rde des Amtes seit Gr&#252;ndung der Bundesrepublik.</p>
<p>Wenn die Scorpions vom Gorky Park singen, hat das nichts mit den Gef&#252;hlen der Menschen beim &#220;berwinden der Unfreiheit zu tun, kapitalisiert diese aber im Nachhinein als &#8220;Wind Of Change&#8221;. Das ist Pose. Damit Geld zu verdienen ist langweilig aber nicht illegitim. Politik darf jedoch nicht zur Pose verkommen. Der letzte der das begriffen hat, hat sich ausgerechnet nach Hannover ins Reihenhaus zur&#252;ckgezogen. Dort sitzt der Altkanzler aus Ostwestfalen, der ob seines Muts zur Ver&#228;nderung abgew&#228;hlt wurde, gie&#223;t Begonien, wirbt f&#252;r Pipelines, steht f&#252;r Politik aber nicht mehr zur Verf&#252;gung. Hannovernication!</p>
<p><em>Dieser Text von Tim Renner erscheint auch im Motorblog.</em>
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		<title>Das ungleiche Duell: Wenig mag gegen Wulff sprechen, f&#252;r Gauck jedoch spricht viel.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 11:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der n&#228;chste Bundespr&#228;sident muss Mut zu unbedingter politischer Unabh&#228;ngigkeit beweisen. Christian Wulff ist allerdings eher ein nach innen wirkendes Beruhigungsmittel f&#252;r die CDU. Gegen Gauck wirkt er kraftlos und unauff&#228;llig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8014b6da0be9444d8eee003bb1db3ed4" alt="" width="1" height="1" />Nun steht es fest: Am 30. Juni bewerben sich mindestens zwei Kandidaten f&#252;r die Nachfolge Host K&#246;hlers f&#252;r das Amt des Bundespr&#228;sidenten. Christian Wulff, bislang Ministerpr&#228;sident von Niedersachsen, wurde im Eilverfahren von der schwarz-gelben Regierungskoalition ins Rennen geschickt. SPD und B&#252;ndnis90/Die Gr&#252;nen warteten kurz darauf mit einem Gegenkandidaten auf: Ihnen gelang mit der Nominierung Joachim Gaucks, einst Leiter der Stasi-Unterlagenbeh&#246;rde, ein &#252;berraschender Coup. Die Gegens&#228;tze dieser beiden Anw&#228;rter k&#246;nnten gr&#246;&#223;er kaum sein.</p>
<p><strong>Christian Wulff: Parteipolitisches Beruhigungsmittel</strong></p>
<p>Christian Wulff ist ein nieders&#228;chsischer Landesvater wie aus dem Bilderbuch: Er besuchte in Osnabr&#252;ck die Schule, machte hier Abitur und studierte Jura, um anschlie&#223;end, in Osnabr&#252;ck, als Rechtsanwalt t&#228;tig zu sein.</p>
<p>Wulffs politischer Aufstieg ging bisweilen stockend doch beharrlich vonstatten: Mit 16 Jahren trat er in die Junge Union ein, von 1978 bis 1980 war er ihr Bundesvorsitzender. 1994 und 1998  forderte er als CDU-Landesvorsitzender zweimal erfolglos Gerhard Schr&#246;der heraus, erst 2003 konnte er sich gegen Sigmar Gabriel durchsetzen und wurde zum nieders&#228;chsischen Ministerpr&#228;sidenten gew&#228;hlt.</p>
<p>Betrachtet man das politische Wirken Wulffs n&#228;her, ist er bislang weder durch besondere politische Kreativit&#228;t noch durch ausgesprochene Gedankentiefe aufgefallen. Im Gegenteil: Sein Politikstil wie auch die Arbeit der schwarz-gelben Landeskoalition zeichnet sich weitgehend durch Ger&#228;uschlosigkeit aus. In j&#252;ngster Zeit hat allein die Berufung der bundesweit ersten Ministerin mit t&#252;rkischem Migrationshintergrund kurzzeitig f&#252;r Aufmerksamkeit gesorgt.</p>
<p>Die politische Unauff&#228;lligkeit des 50-J&#228;hrigen kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel allerdings entgegen: Mit der Wahl Wulffs w&#252;rde nur eine kleine L&#252;cke in die Reihen der Christdemokraten oder gar des Bundeskabinetts gerissen werden. Der Verlust des Bundesfinanzministers Wolfgang Sch&#228;uble oder der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hingegen w&#228;ren derzeit kaum wett zu machen. Entscheidend aber d&#252;rfte gewesen sein, dass Wulff parteiintern weitgehend unumstritten ist. Seine in erster Linie parteipolitisch motivierte Nominierung bedeutet damit vor allem eins: Sie ist ein nach innen wirkendes Beruhigungsmittel f&#252;r die CDU und die seit Monaten hilflos agierende Regierungskoalition in Berlin.</p>
<p><strong>Joachim Gauck: Ein b&#252;rgerlicher Kandidat mit deutsch-deutscher Biographie</strong></p>
<p>Mit der Nominierung des weit &#252;ber Parteigrenzen hinaus respektierten Gauck ist der informellen Koalition aus SPD und Gr&#252;nen indes &#252;berraschend ein politisches Meisterst&#252;ck gelungen. Joachim Gauck ist von einem deutlich anderen Kaliber als der jung wirkende, unscheinbare Wulff. <strong> Vor allem aber ist Gauck nicht nur Gegenkandidat zu Christian Wulff, sondern vor allem ein Gegenentwurf zu der Art und Weise, wie der Niedersachse von der CDU zum Kandidaten gek&#252;rt – oder besser: ausgez&#228;hlt – wurde.</strong></p>
<p>Mag wenig gegen Wulff sprechen, f&#252;r Gauck spricht viel: Die politische Biografie des 70j&#228;hrigen spiegelt 20 Jahre nach der Wende einen wichtigen Teil bundesdeutscher Geschichte wider. Somit kann Gauck auch zweifelsohne auf eine Lebenserfahrung zur&#252;ckblicken, die weit &#252;ber die nieders&#228;chsische Provinz hinausreicht.</p>
<p>Der DDR-B&#252;rgerrechtler und protestantische Pastor war Mitbegr&#252;nder des Neuen Forums und sa&#223; ab M&#228;rz 1990 als ihr Abgeordneter in der Volkskammer. Auch lange nach seinen zwei Amtszeiten als erster Leiter der Stasi-Unterlagenbeh&#246;rde hat sich Gauck wiederholt und bisweilen zu beharrlich f&#252;r eine Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit ausgesprochen – was insbesondere weiten Teilen der Linkspartei missf&#228;llt. Aus diesem Grund verf&#252;gt Gauck auch nur &#252;ber geringen R&#252;ckhalt in der Linkspartei und d&#252;rfte aus ihren Reihen auch nur wenige Stimmen erhalten.</p>
<p>Dennoch widerspricht diese Nominierung gerade dem Lager- und Proporzdenken bundesdeutscher Politik und repr&#228;sentiert vielmehr eben jene &#220;berparteilichkeit, die das Amt des Bundespr&#228;sidenten kennzeichnen sollte. Nicht von ungef&#228;hr hat Gauck sich selbst einst als einen „linken, liberalen Konservativen“ bezeichnet.</p>
<p>Wulff wird es schwer haben, die bundesdeutsche Bev&#246;lkerung zu <a href="http://umfrage.tagesschau.de/umfrage/poll_dbdata.php?oid=koehlernachfolge116">&#252;berzeugen</a>, dass er tats&#228;chlich der bessere Kandidat ist. Bereits bei Gaucks Vorstellung am vergangenen Freitag warb dieser durchaus geschickt in sanfter Ruck-Rhetorik, gew&#252;rzt mit einer hom&#246;opathischen Dosis Kapitalismuskritik, f&#252;r sich. Er wolle, so Gaucks optimistische Botschaft, an die gl&#252;cklichen Ereignisse von 1989 erinnern und „diesen Mut zu Aufbruch, Kreativit&#228;t und Freiheit neu wecken“. Zugleich appellierte er, den ungebrochenen &#246;konomischen Wachstums- und Gl&#252;cksversprechungen in krisenhafter Zeit „streng [zu] misstrauen“.</p>
<p>Der CDU-Kandidat Wulff klingt vergleichsweise kraftlos wie abgegriffen, wenn er seine Motivation <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/teile_der_fdp_laufen_offenbar_zu_gauck_ueber_1.5923778.html">beschreibt</a>: Ihn reizten vor allem „die M&#246;glichkeiten, auf Menschen zuzugehen, etwas f&#252;r den Zusammenhalt der Gesellschaft zu tun und die schwierigen Jahre, die vor uns liegen, zu erkl&#228;ren.“</p>
<p><strong>Offene Fragen</strong></p>
<p>Bislang sieht dennoch alles nach einer recht sicheren Sache f&#252;r Christian Wulff aus.</p>
<p>Sein Gegenkandidat Gauck w&#252;rde bei der Wahl immerhin etwa 60 &#220;berl&#228;ufer der schwarz-gelben Mehrheit ben&#246;tigen, um entgegen aller Prognosen ins Schloss Bellevue einziehen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Allerdings k&#246;nnte der christdemokratische Anw&#228;rter noch <a href="http://blog.esowatch.com/?p=1543">ins Straucheln</a> geraten: Schlie&#223;lich <a href="http://www.prochrist.org/Main/Verein/Unterstuetzer.aspx">unterst&#252;tzt</a> Wulff aktiv die Missionarsbewegung „<a href="http://www.prochrist.org/Main/Verein/Leitbild.aspx">Pro Christ</a>“ – ein dunkler Fleck auf seiner ansonsten farblosen Weste. Erst vor wenigen Tagen, am 19. Mai 2010, hatte der Ministerpr&#228;sident auf einer Tagung des evangelikalen „Arbeitskreises Christlicher Publizisten“ (ACP) eine Rede zum Thema „Politik aus christlichem Geist in einer modernen Welt“ gehalten.</p>
<p>„Pro Christ“ wie auch der ACP widersetzen sich der „Verw&#228;sserung der biblischen Botschaft“ und treten f&#252;r fundamentalistischen Standpunkte ein: Sie bef&#252;rworten den Kreationismus, hetzen gegen Homosexualit&#228;t und lehnen Abtreibungen strikt ab. Sektenbeauftragte <a href="http://www.ndrinfo.de/programm/sendungen/reportagen/vortragwulff100.html">kritisieren</a> zudem, dass sich der ACP mehr oder weniger direkt gegen den s&#228;kularen Verfassungsstaat ausspricht und bisweilen auch die N&#228;he zu rechtsextremen Parteien sucht.</p>
<p>Und eine weitere Frage k&#246;nnte f&#252;r die kommende Wahl noch erheblich an Bedeutung gewinnen: Horst K&#246;hler ist nach eigenen Angaben aus mangelndem Respekt „f&#252;r sein Amt“ zur&#252;ckgetreten. Doch das schwarz-gelbe „Projekt K&#246;hler“, so wird mittlerweile <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0605/meinung/0115/index.html">spekuliert</a>, ist nicht nur aufgrund der vermeintlich „missverst&#228;ndlichen“ Aussagen des Bundespr&#228;sidenten zum Afghanistankrieg gescheitert.</p>
<p>K&#246;hler hatte also wom&#246;glich gravierende verfassungsrechtliche Bedenken bei der Ausfertigung des &#8220;Gesetzes zur &#220;bernahme von Gew&#228;hrleistungen im Rahmen eines europ&#228;ischen Stabilisierungsmechanismus&#8221;. Sein R&#252;cktritt k&#246;nnte daher auch mit dem zunehmenden Druck der Bundeskanzlerin und ihren warnenden Hinweis vor den Konsequenzen, eines drohenden Zusammenbruchs des Euro, zu tun haben. K&#246;hler mag sich unter diesen Umst&#228;nden gegen seinen Willen gen&#246;tigt gesehen haben, das Gesetz zu unterzeichnen – und zur&#252;ckzutreten.</p>
<p>Sollten sich diese Vermutungen best&#228;tigen, h&#228;tte letztendlich die politische N&#228;he zu Kanzlerin Merkel zum R&#252;cktritt des Bundespr&#228;sidenten gef&#252;hrt. Um so mehr m&#252;sste sein Nachfolger mit seiner Lebensf&#252;hrung und seiner Lebenserfahrung gew&#228;hrleisten, dass er sich seiner verfassungsrechtlichen Verantwortung bewusst ist. Und er m&#252;sste unzweifelhaft deutlich machen, dass er &#252;ber den Mut zu unbedingter politischer Unabh&#228;ngigkeit verf&#252;gt – eine Haltung, die f&#252;r das h&#246;chste Staatsamtes unabdingbar ist.
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		<title>Wer w&#228;hlt Wulff? Wer w&#228;hlt Gauck? Ein (satirisches?) Gedankenspiel</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 11:56:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Konservativen in der CDU wittern jetzt ihre Chance: Wenn sie die ungeliebte Kanzlerin st&#252;rzen wollen, m&#252;ssen sie am 30. Juni f&#252;r Joachim Gauck votieren. Doch Rot-Gr&#252;n k&#246;nnte diesen Coup durch Leihstimmen f&#252;r Wulff im letzten Moment verhindern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8942dcbfb8924f708ad3eb2f2371ed78" alt="" width="1" height="1" />Chapeau! Einen derart genialen <a href="http://wirres.net/article/articleview/5581/1/6/">Schachzug</a> h&#228;tte man der rot-gr&#252;nen Opposition gar nicht zugetraut. Einen Kandidaten zu pr&#228;sentieren, der einer liberal-konservativen Regierung gut zu Gesicht stehen w&#252;rde und f&#252;r die Linke (bislang) unw&#228;hlbar ist.</p>
<p><strong>Gabriel und Trittin d&#252;rfen nun hoffen, dass am 30. Juni mehr Konservative und Liberale f&#252;r Gauck stimmen als Rot-Gr&#252;ne f&#252;r Wulff.</strong></p>
<p>Wie bitte? Rot-gr&#252;n f&#252;r Wulff? Warum sollten Sozialdemokraten oder Gr&#252;ne ausgerechnet f&#252;r Wulff stimmen?</p>
<p>Na, zum Beispiel deshalb, weil sich die linken Fl&#252;gel von SPD und Gr&#252;nen mit der Wahl Joachim Gaucks einen Pr&#228;sidenten einhandeln w&#252;rden, der rot-rot-gr&#252;ne Ann&#228;herungen nicht gerade erleichtern w&#252;rde. Weil ein Bundespr&#228;sident Gauck (was die Abw&#228;gung zwischen den Grundwerten Freiheit und Gleichheit angeht) f&#252;r Rote und Gr&#252;ne mindestens so unbequem w&#228;re wie f&#252;r Schwarze und Gelbe. Weil Joachim Gauck geistig-moralisch <span style="text-decoration: line-through">fordernder</span> anstrengender w&#228;re als Wulff. Weil mit Gauck und Merkel schon zwei pastoral gepr&#228;gte ostdeutsche Protestanten an der Spitze des Staates stehen w&#252;rden &#8211; was nicht jeder katholische Bayer oder Rheinl&#228;nder guthei&#223;en w&#252;rde (zumal auch die letzten drei Bundespr&#228;sidenten &#8211; Herzog, Rau und K&#246;hler &#8211; evangelisch waren).</p>
<p>Es gibt also Gr&#252;nde, warum Gauck von denen, die ihn offiziell nominierten, nicht alle Stimmen bekommen k&#246;nnte. Und f&#252;r Wulff gilt paradoxerweise das Gleiche.</p>
<p>Eingefleischte Konservative, die in Angela Merkel seit langem den Michail Gorbatschow der CDU erkennen, k&#246;nnten Wulff ihre Stimme verweigern und Gauck unterst&#252;tzen &#8211; aus Protest gegen Merkel. Viele Granden des schwarz-gelben Lagers k&#246;nnten einen lebenserfahrenen, von der Geschichte gegerbten, rigoros alten Werten verpflichteten Bundespr&#228;sidenten einem <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3420">smarten</a>, toleranten, der Moderne zugewandten Junge-Unions-Aufsteiger vorziehen.</p>
<p>Das macht die Sache spannend.</p>
<p>Was aber, wenn die cleveren Strategen von SPD und Gr&#252;nen, FDP und CDU/CSU die Machtpolitikerin Merkel wieder mal untersch&#228;tzen? Wenn sie leichtsinnigerweise annehmen, dass die Kanzlerin solche &#220;berlegungen nicht schon mitbedacht hat? Wenn sie am Ende Opfer ihrer eigenen Cleverness werden?</p>
<p><strong>Vielleicht schickt die Kanzlerin den Wulff ja nur deshalb ins Rennen, um ihn gegen Gauck verlieren zu sehen.</strong> Dann h&#228;tte sie den letzten noch verbliebenen innerparteilichen Konkurrenten kalt gestellt und den staatstragenden Teil der Opposition gleichzeitig eingebunden. Denn Angela Merkel d&#252;rfte nach dem Ende der gro&#223;en Koalition sehr schnell erkannt haben, dass die schwierige und mittlerweile auch sehr teure Aufgabe, den<em> ‚europ&#228;ischen Reichseinigungsprozess’ </em>gegen den heftigen Widerstand nationalkonservativer Eliten voranzubringen, mit der Westerwelle-FDP allein nicht gestemmt werden kann.</p>
<p>Gauck, der von sich sagt, ein „liberaler, linker Konservativer“ zu sein, ist deshalb mehr als nur ein Z&#228;hlkandidat. Er k&#246;nnte der Vorbote sein f&#252;r eine ganz ganz gro&#223;e Koalition deutscher Krisenmanager.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28603&amp;md5=89b05a3b7576963dbde4c9a44f174c51" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Town Hall vs. Duell? Ein Sender- und Parteienkl&#252;ngel entscheidet &#252;ber die TV-Debatten</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 10:57:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Fernsehdebatten fehlt die schlichtende Instanz: Ihre Ausgestaltung liegt in den H&#228;nden der marktbeherrschenden Sender-Netzwerke und gro&#223;en Parteien. Sie sind vor allem Selbstdarstellungs-Vehikel f&#252;r Spitzenkandidaten und Quotengaranten. Es fehlt ein koordinierter Trialog zwischen Politik, Medien und W&#228;hlern. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/77a14d57a0163292b28eefff69f64f" alt="" width="1" height="1" /><br />
Mit dem Zusammentreten der Bundesversammlung beginnt nun <a href="http://carta.info/8802/koehler-oder-schwan-10-gute-gruende-am-23-mai-eine-frau-zu-waehlen/">endg&#252;ltig</a> die gro&#223;e Wahlsaison des Jahres 2009 – und &#252;berraschend fr&#252;h startet das <strong>traditionelle Gez&#228;nk um Art und Ablauf des un-heimlichen H&#246;hepunktes im Fernsehwahlkampf</strong>: das TV-Duell der Spitzenkandidaten wirft seine Schatten voraus.</p>
<p>Ein erster Impuls kommt dabei aus K&#246;ln, wo bereits am Sonntag der Privatsender RTL Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Town Hall Meeting <a href="http://kress.de/cont/story.php?id=128052">empf&#228;ngt</a>. Prompt irrlichtern Politiker, Medien- und Kommunikationsexperten ob der Sinnhaftigkeit des Formats um die Wette, Guido Westerwelle darf sich in der FAZ als leidgepr&#252;fter Ausgesperrter inszenieren und von hinter den Kulissen h&#246;rt man das Z&#228;hneknirschen der Verhandlungspartner, die sich um Duell-Details balgen.</p>
<p>Beinahe all dies war vorhersehbar, denn die nur in Deutschland brachial als „Kanzlerduell“ bezeichneten Fernsehdebatten leiden seit ihrer Einf&#252;hrung 2002 an einem Geburtsfehler: es gibt keinerlei <strong>schlichtende Instanz</strong>, die den formalen Rahmen des letzten politischen Hochreichweitenformats der „alten Medien“ organisiert. Die Ausgestaltung der Debatten liegt auch bei der dritten Auflage in den H&#228;nden der Hauptbeteiligten – den <strong>marktbeherrschenden Sendern und Netzwerken ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSAT.1</strong> sowie den einstmals „gro&#223;en“ Volksparteien CDU und SPD.</p>
<p>Die Argumente f&#252;r und gegen die beim Publikum &#228;u&#223;erst popul&#228;ren Debatten liegen schon lange auf dem Tisch. Die „Duelle“ gelten in Deutschland jedoch nicht in erster Linie als notwendiges Element des Wahlkampfs mit positiven Folgen f&#252;r W&#228;hlerinformation und Wahlbeteiligung, sondern vor allem als <strong>Vehikel f&#252;r die Darstellung der Spitzenkandidaten</strong> und als <strong>Quotengarant f&#252;r die Sendeanstalten</strong>.</p>
<p>Mit Blick auf die inhaltliche Ausgestaltung und den politischen Bildungswert der Veranstaltung ist der seinerzeit gestellten (und in 2005 wiederholten) Diagnose der „Kommission zu den Kanzlerdebatten“ nicht viel hinzuzuf&#252;gen – leider ist die 2002 ver&#246;ffentlichte Erkl&#228;rung des damals beim Grimme-Institut angesiedelten Gremiums nicht mehr online verf&#252;gbar. Die Analyse aus dem Jahr 2005 findet sich auf den Seiten des <a href="http://medienpolitik.eu/cms/index.php?idcatside=91">Instituts f&#252;r Medienpolitik</a>, das die Federf&#252;hrung f&#252;r die zweite Auflage der Debatten &#252;bernommen hatte.</p>
<p>Zu berichten w&#228;re allenfalls &#252;ber die <strong>zwischenzeitliche Etablierung des Debattenformates bei Landtagswahlen</strong>, mit H&#246;he- und Tiefpunkt in Hessen: die Auseinandersetzung zwischen Roland Koch und Andrea Ypsilanti 2008 markierte einen f&#252;r die Ma&#223;st&#228;be der Landespolitik erheblichen Publizit&#228;tsgewinn, kontrastiert von der Debattenblockade zugunsten einer chaotischen Allparteienrunde und kaum messbaren Einschaltquoten im Folgejahr (mehr dazu <a href="http://carta.info/4109/hessen-tv-duelle/">hier</a>).</p>
<p>Der immer wieder gerne bem&#252;hte Vergleich zu den Presidential Debates in den USA bleibt viel zu oft an der hochglanzpolierten medialen Oberfl&#228;che h&#228;ngen – zwar wird durchaus auf die Systemunterschiede zwischen pr&#228;sidialer und parlamentarischer Demokratie hingewiesen, nicht aber auf die grunds&#228;tzlichen Konstruktionsmerkmale des US-amerikanischen Debattenwesens. Durch die Einschaltung der <a href="www.debates.org">Commission on Presidential Debates</a>, einer eher kleinformatigen <strong>Nichtregierungsorganisation</strong>, entsteht n&#228;mlich eine „Triple Agenda“ (Alan Schroeder), ein <strong>koordinierter Trialog</strong> zwischen Politik und Medien unter Einbeziehung der &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>In Deutschland existiert lediglich eine „Doppelte Agenda“, die durch die <strong>Vereinnahmung des Formates durch Politik und Medien</strong> zu charaktersieren ist: keine unabh&#228;ngige Instanz hat Einfluss auf die Rahmenbedingungen oder die inhaltliche wie formale Gestaltung. Die <strong>Rolle der W&#228;hlerschaft wird auf die eines passiven Publikums reduziert</strong>, das heimliche Schachern der Unterh&#228;ndler aus Politik und Medien weist auf einen Abschottungsreflex gegen&#252;ber der breiten &#214;ffentlichkeit hin. Transparenz sieht anders aus.</p>
<p>Und nun also ein Town Hall Meeting, das am Sonntag unter dem sperrigen Titel „2009 wir w&#228;hlen. Zuschauer fragen – Bundeskanzlerin Merkel antwortet“ ab 21.45 Uhr aus dem RTL-Hauptstadtstudio gesendet wird. Im strengen Sinne handelt es sich dabei eher um eine politische Informations- und Interview-Sendung mit Elementen, die dem US-amerikanischen Modell der Town Hall-Debatte entliehen sind. Eine erste Abweichung ist bereits die <strong>Solovorstellung von Angela Merkel</strong>, denn das amerikanische Referenzformat ist eingebettet in den Debattenzyklus der Pr&#228;sidentschaftswahl und steht gleichzeitig beiden (1992 sogar drei) Hauptbewerbern um das Wei&#223;e Haus offen.</p>
<p>RTL m&#246;chte sein „B&#252;rgertreffen“ gerne auch mit anderen Spitzenpolitikern durchf&#252;hren, mindestens wohl mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, aber nicht unbedingt mit allen Spitzenkandidaten – so RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel k&#252;rzlich im Rahmen des <a href="www.trendforum.tv">Trendforum TV</a>. Dass auch Guido Westerwelle auf eine Einladung hofft, ist dem recht einseitigen <a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~EC7D8B7C210974663AE54BE82B0036D2E~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Gespr&#228;ch in der FAZ</a> zu entnehmen.</p>
<p>Wie wird das Town Hall Meeting Marke RTL nun aussehen? Etwa einhundert „ganz normale B&#252;rger“ (RTL-Programmank&#252;ndigung) erhalten Gelegenheit, ihre Fragen an Angela Merkel zu richten. Auch die <a href="http://blog.zeit.de/wahlen-nach-zahlen/category/wahlkampf/tv-duelle">anderswo</a> etwas vorschnell vermissten „2.0-Elemente“ finden bei der Vorbereitung ihren Platz, denn m&#246;glich ist auch die <a href="http://www.rtl.de/rtlaktuell/rtl_aktuell_artikel.php?article=27905">Online-Einsendung von Frage-Videos</a>, angelehnt an die popul&#228;ren <a href="www.youtube.com/debates">CNN/YouTube-Debates</a> aus dem vergangenen US-Wahlkampf.</p>
<p>Die <strong>Auswahl und das dramaturgische Arrangement der Fragen obliegt RTL</strong>, das somit die inhaltliche Linie der Sendung bestimmt. Der Ablauf der Sendung wird durch eine Doppelmoderation strukturiert, an der Seite von Peter Kloeppel steht Spiegel-TV-Moderatorin Maria Gresz. Das Moderationsduo leitet Themenbl&#246;cke ein und steht f&#252;r Nachfragen an die Kanzlerin parat, sollte das Studiopublikum zu zaghaft agieren.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus sollen auch einzelne Fragesteller per Einspielfilm vorgestellt werden, sp&#228;testens an dieser Stelle weicht das Town Hall Meeting von der urspr&#252;nglichen Formatidee ab. Zwar werden auch bei der US-Variante die Fragesteller gecastet (in der Regel durch ein „unabh&#228;ngiges“ Meinungsforschungsinstitut, die eine an demografischen Merkmalen orientierte Auswahl unentschlossener W&#228;hler vornimmt), doch beschr&#228;nkt sich deren Rolle auf den unmittelbaren <strong>Vortrag ihrer „pers&#246;nlichen“ Frage an die Kandidaten</strong>.</p>
<p>Im Zuge der Wahlberichterstattung begleitet RTL ausgew&#228;hlte B&#252;rger durch das „Superwahljahr“ und setzt deren individuelle „Geschichte“ in einen Bezug zu den gr&#246;&#223;eren Themen des Wahlkampfs – nun auch im Town Hall Meeting. Dagegen ist zwar prinzipiell nichts einzuwenden und f&#252;r die Dramaturgie der Sendung mag es durchaus dienlich sein, nur verwischt diese Vorgehensweise vollends die Idee der mehr oder weniger offenen „B&#252;rgersprechstunde“. Auch wenn RTL selbst auf ein Live-Feedback (Call-In, Zuschauer-Chat etc.) zu verzichten scheint, bleibt abzuwarten, inwiefern das Publikum bereits von <strong>US-amerikanischen Vorbildern</strong> gelernt hat. Im vergangenen Jahr verzeichneten Live-Blogs w&#228;hrend der Debatten gro&#223;e Aufmerksamkeitserfolge, und &#252;ber Twitter meldeten sich unz&#228;hlige Instant-Kommentatoren zu Wort.</p>
<p>Ein echtes Konkurrenzformat zum etablierten „Kanzlerduell“ ist das Town Hall Meeting schon durch den <strong>„Alleingang“ von RTL</strong> nicht, eine Auswirkung auf die Gestaltung der quasi-offiziellen Formate im Herbst scheint unwahrscheinlich. Voraussichtlich im September, nach der Dreifach-Wahl in Sachsen, Th&#252;ringen und dem Saarland, d&#252;rften ein bis zwei Debatten im klassischen Press Panel-Format mit mehreren Fragestellern arrangiert werden. In den USA gilt die umst&#228;ndliche L&#246;sung l&#228;ngst als antiquiert und ist vom Modell des Single Moderator verdr&#228;ngt worden. Dem Vernehmen nach streben die vier Sender wie im Jahr 2002 ein <strong>Splitting in eine „&#246;ffentlich-rechtliche“ und eine „private“ Debatte</strong> an, damit jeder Sender zumindest die H&#228;lfte des Interview-Tischs mit einer Ankerperson besetzen kann.</p>
<p>Immerhin – die RTL-Initiative bringt Bewegung in die Diskussionen um die Rolle hervorgehobener Debattenformate im Wahlkampf und vielleicht auch in die <strong>komplexer gewordene, digital aktivierte Medienlandschaft</strong>. Angesichts der verfahrenen Situation, die von undurchsichtigen Absprachen zwischen Politik und Medien gekennzeichnet ist, darf man sich dar&#252;ber durchaus freuen. Auch wenn die tats&#228;chliche Ausf&#252;hrung wenig mit der eigentlichen Debattenform zu tun haben d&#252;rfte, k&#246;nnte das „Townhallmeeting“ (RTL-Programmank&#252;ndigung) Anregungen f&#252;r den weiteren Verlauf des Wahljahres geben.</p>
<p>F&#252;r eine unmittelbar bevorstehende Wahlentscheidung kommt der Impuls aber in jedem Fall zu sp&#228;t: im Vorfeld der <a href="http://www.bundestag.de/parlament/wahlen/146/index.html">Wahl des Bundespr&#228;sidenten</a> w&#228;ren eine oder mehrere Debatten, durchaus auch als Town Hall Meeting, eine interessante Variante gewesen. Problematisch ist hierbei zwar die Tatsache, dass mit der wahlberechtigten <a href="http://www.bundestag.de/wissen/analysen/2008/wahl_des_bundespraesidenten.pdf">Bundesversammlung</a> eigentlich nur eine sehr begrenzte „Zielgruppe“ existiert, die von den Kandidaten nur schwer adressiert werden kann. Doch im Sinne einer <strong>politischen Bildungsveranstaltung</strong> h&#228;tte eine kleine, aber feine Debattenserie sicherlich gute Dienste zur Popularisierung von Amt und Kandidatenfeld geleistet. Denn wer kennt schon den Namen des vierten Kandidaten?</p>
<p>An diesem Beispiel zeigen sich zugleich die <strong>strukturellen Probleme von TV-Debatten im parlamentarischen System</strong>: kleine Parteien, respektive deren prominentere Vertreter geraten angesichts der Fokussierung auf die so genannten „Kanzlerkandidaten“ in den Hintergrund. Die Fernsehsender mit ihrem Interesse an der gro&#223;en Quote verst&#228;rken diesen Effekt und werden zum Gefangenen ihrer eigenen Rhetorik: „Duelle ohne Kugeln“ lassen sich viel besser vermarkten als die vielschichtigeren Debattenformate und -serien, die dem un&#252;bersichtlicher gewordenen Parteiensystem der Bundesrepublik gerecht werden k&#246;nnten.</p>
<p><em>Weiterf&#252;hrende Materialien zu den Fernsehdebatten hat der Autor in seinem Weblog <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com">Internet und Politik</a> zusammengestellt.</em></p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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<a href="http://carta.info/9228/town-hall-vs-duell-ueber-den-elitenkluengel-der-tv-debatten/">Town Hall vs. Duell? Ein Sender- und Parteienkl&#252;ngel entscheidet &#252;ber die TV-Debatten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/9228/town-hall-vs-duell-ueber-den-elitenkluengel-der-tv-debatten/#comments">7 comments</a>
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		<title>K&#246;hler oder Schwan? 10 gute Gr&#252;nde, am 23. Mai eine Frau zu w&#228;hlen</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 11:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesine Schwan]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Köhler]]></category>

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		<description><![CDATA[Welches Staatsoberhaupt wollen die Deutschen in der Krise? Den stillen Horst oder die beherzte Gesine?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6ffb9958df413487dc7d25982bec1c" alt="" width="1" height="1" /><span>Vor acht Wochen war in gut unterrichteten Kreisen noch diese Milchm&#228;dchenrechnung zu h&#246;ren: W&#252;rden Sozialdemokraten, Gr&#252;ne, Linke und Freie W&#228;hler am 23. Mai geschlossen f&#252;r Frau Schwan votieren, w&#228;re sie <strong>die erste Bundespr&#228;sidentin </strong></span><span>in der Geschichte der Republik. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Denn die <em><a href="http://www.wahlrecht.de/lexikon/bundesversammlung.html#ergebnisse-landesparlamente">Sitzverteilung</a></em></span><span> in der Bundesversammlung sieht so aus: SPD, Gr&#252;ne und Linke* kommen zusammen auf 604 Stimmen; CDU/CSU und FDP ebenfalls. Also bilden die zehn Stimmen der Freien W&#228;hler &#8211; grob vereinfacht &#8211; das Z&#252;nglein an der Waage.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Doch drei Wochen vor der Wahl wird nicht mehr gerechnet.** Gesine Schwan’s Kandidatur scheint aussichtslos zu sein. Es fehlt ihr an (wahrnehmbaren) Unterst&#252;tzern in Parteien, Medien, <em><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/sag-zum-abschied-leise-dialektik/">Blogs</a></em></span><span> und <em><a href="http://www.spreeblick.com/2009/04/29/bloggen-ist-nicht-genug-wohin-blogpolitik-steuern-konnte/">Internet-Foren</a></em></span><span>.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Dabei gibt es gute Gr&#252;nde, ihr am 23. Mai die Daumen zu dr&#252;cken. Genauer gesagt: es gibt <strong>zehn gute Gr&#252;nde!</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>1. Gesine Schwan ist in Berlin geboren, also hauptstadt-affin.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>2. Als Katholikin ist sie in protestantisch-preu&#223;ischer Umgebung gro&#223; geworden. Das hei&#223;t, sie hat Sinn f&#252;r Widerspr&#252;che (und entsprechenden Humor).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>3. Ihr Elternhaus war anti-nazistisch.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>4. Sie z&#228;hlt zur (weiblichen) Mehrheit der Bev&#246;lkerung.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>5. Sie ist eine Intellektuelle. Sie kann fl&#252;ssiger vom Teleprompter lesen als Horst (aber vermutlich braucht sie keinen).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>6. Sie hat sich (nicht ganz freiwillig) mit der Studentenbewegung auseinandergesetzt und glaubt trotzdem nicht, dass die 68er an allem schuld sind.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>7. Ihr Ehemann Peter Eigen ist Gr&#252;nder der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>8. Sie hat exzellente Verbindungen zu Deutschlands wichtigsten Nachbarl&#228;ndern: Frankreich und Polen. Ihr ganzer Lebenslauf steht f&#252;r die europ&#228;ische Integration.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>9. Sie hat ihre Kandidatur f&#252;r das h&#246;chste Staatsamt aktiv betrieben. Das zeigt: Sie ist unabh&#228;ngig (auch von der Gro&#223;en Koalition), und sie l&#228;sst sich nicht steuern.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>10. Sie <em><a href="http://www.gesine-schwan.de/">bloggt</a></em></span><span>.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Nat&#252;rlich muss erw&#228;hnt werden, dass es auch ein paar Wermutstropfen gibt. Gesine Schwan war Mitbegr&#252;nderin des rechten Seeheimer Kreises in der SPD (an dessen Linkenphobie ihre Wahl jetzt scheitern d&#252;rfte) &#8211; und sie war entschieden <em>f&#252;r</em></span><span> den NATO-Doppelbeschluss. </span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Aber sie hat Position bezogen, auch und gerade gegen den Zeitgeist. <strong>Sie w&#228;re eine Bundespr&#228;sidentin f&#252;r schwierige Zeiten.</strong></span><span> Weil sie vor den Realit&#228;ten nicht die Augen verschlie&#223;t, sondern <a href="http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/bayern-einfach-wunderbares-land-222258.html">ausspricht</a>, <em><a href="http://www.welt.de/politik/article3659079/Frankreich-am-Vorabend-einer-neuen-Revolution.html">was kommen kann</a></em></span><span>. (Als der konservative Ex-Premier <em><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30237/1.html">Dominique Villepin</a></em></span><span> vor wenigen Tagen eine „vorrevolution&#228;re Atmosph&#228;re“ in Frankreich registrierte, wurde ihm nicht, wie Schwan, Verantwortungslosigkeit vorgeworfen.)</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Zwar hat Bundespr&#228;sident Horst K&#246;hler die h&#246;heren Popularit&#228;tswerte &#8211; er kommt aus kleinen Verh&#228;ltnissen, seine Eltern waren Bauern, er wei&#223;, was es hei&#223;t, ein Fl&#252;chtling (und nicht willkommen) zu sein. Aber Berlin br&#228;uchte im Moment ein paar Impulse jenseits der hausv&#228;terlichen Rezepte.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>*Es gibt noch einen <a href="http://die-linke.de/partei/organe/parteitage/gruendungsparteitag/grussworte/peter_sodann/">dritten Kandidaten</a>. Aber wenn die Linke schon einen <em>Kabarettisten</em></span><span> ins Rennen schickt, dann h&#228;tte es wenigstens Georg Schramm sein m&#252;ssen.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>**Und das liegt nicht nur an <em><a href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/698296/Heiner-Brand-verweigert-Schwan-die-Stimme.html">Heiner Brand</a></em></span><span>.</span></span></p>
<p><!--EndFragment--><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8802&amp;md5=244766bbf8db822bc772520159b4d5cf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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