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	<title>CARTA &#187; Buchhandel</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Jetzt kommt iTunes f&#252;r Texte</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 09:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Heidelberger Appell und die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht waren nur ein Vorspiel. Die richtige Panik in der Verlagsbranche kommt noch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7d83b7b497b7449088a67afa43fcbb" alt="" width="1" height="1" /><br />
Nach Songs und Filmen sind jetzt die Texte an der Reihe: Auf die Plattform <em><a href="http://www.scribd.com/">scribd.com</a></em><span> k&#246;nnen Autoren eigene B&#252;cher, Artikel, Forschungsberichte oder Seminararbeiten hochladen. Die Software iPaper transformiert ihre pdf-, Word- oder PowerPoint-Dokumente dann problemlos ins Web. War <a href="http://www.nytimes.com/2009/05/18/technology/start-ups/18download.html">Scribd</a> &#8211; nach eigenen Angaben &#8211; bislang die gr&#246;&#223;te „social publishing company“ der Welt, die das Publizieren f&#252;r jedermann verbilligen und „demokratisieren“ wollte, so wird sie nun, in einem zweiten Schritt, Texte von Autoren und Verlagen auch <em>verkaufen</em></span><span>. Scribd tritt damit in <a href="http://www.latimes.com/business/la-fi-scribd18-2009may18,0,6817936.story">Konkurrenz</a> zum <a href="http://news.magnus.de/internet/artikel/scribd-eroeffnet-neuen-onlinebuchhandel-fuer-elektronische-buecher.html">Online-Buchh&#228;ndler</a> Amazon sowie zur Buchsuche von Google. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Mit seinen (angeblich) 60 Millionen Besuchern pro Monat und einem Textangebot von 35 Milliarden W&#246;rtern (in bislang 90 verschiedenen Sprachen) wird das in San Francisco ans&#228;ssige Portal bereits als „iTunes f&#252;r Texte“ oder „YouTube for Print“ gehandelt. Genauso leicht soll es sein, einen (kostenlosen oder gekauften) Text in die eigene Website zu integrieren. Nach Angaben von Scribd w&#228;chst das Archiv t&#228;glich um 50.000 neue Texte. <strong>Wenn das neue Gesch&#228;ftsmodell Erfolg hat, k&#246;nnte es den Markt f&#252;r Autoren radikal ver&#228;ndern.</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Prinzip ist denkbar einfach. Jeder Autor kann eigene Texte auf die Plattform hoch laden, mit einem Preisschild (und eventuellem Kopierschutz sowie abgestuften Nutzungsrechten) versehen, und erh&#228;lt dann pro Download 80 Prozent des Verkaufspreises auf sein Konto. 20 Prozent beh&#228;lt Scribd f&#252;r sich. Wer also ein Buch f&#252;r 3 Euro anbietet, kassiert pro Download 2,40 Euro. Das ist mehr, als er bei einem herk&#246;mmlichen Verlag erzielen kann (dort erh&#228;lt der Autor in der Regel 10 Prozent vom Laden-Nettopreises).* Verlage wie Random House und Zeitungsh&#228;user wie die New York Times sollen an Scribd bereits interessiert sein (um die Seite als Werbeplattform f&#252;r eigene Produkte zu nutzen). Auch auf E-Reader und iPhones k&#246;nnten die Texte bald geladen werden.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>Mit Scribd bekommt die Text-Branche nat&#252;rlich die gleichen Probleme, wie sie Musik- und Filmindustrie bereits haben</strong>: das praktisch aussichtslose Konkurrieren mit „Raubkopien“. Bestsellerautoren wie J.K.Rowling und Ken Follet haben bereits gegen illegale Uploads ihrer Werke protestiert. Doch Scribd will die rechtliche Situation durch die regelm&#228;&#223;ige Pr&#252;fung der uploads in den Griff bekommen (das Weitergeben der Downloads gegen die ausdr&#252;cklichen Nutzungsvorgaben der Autoren k&#246;nnen sie aber nicht verhindern).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Welche <a href="http://diepresse.com/home/techscience/internet/480444/index.do?from=gl.home_tech">Folgen</a> wird das neue iText-Modell haben? K&#246;nnen B&#252;cher in Zukunft noch hohe Bezahl-Auflagen erzielen oder werden Hacker den Kopierschutz bereits nach den ersten Downloads knacken? Was wird aus Verlagen, Redaktionen, Lektoren, Autoren, Buchh&#228;ndlern und Kiosken? Werden alle Texte k&#252;nftig ungepr&#252;ft in die Welt gepustet? Wird es, au&#223;er der Quote, noch Qualit&#228;tsma&#223;st&#228;be geben? Wird aus Scribd eine Art Google-Textsuche und Werbeplattform f&#252;r gro&#223;e Verlage? Wir wissen es nicht. Noch wissen wir es nicht. <strong>Auf jeden Fall wird Kurt Tucholskys alte Forderung: „Macht unsere B&#252;cher billiger!“ eine ganz neue Aktualit&#228;t gewinnen.</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>*&#220;brigens gibt es auch in Deutschland ein &#228;hnliches Portal. <a href="http://www.xinxii.com/">Xinxii</a>, der Berliner „Marktplatz f&#252;r eigene Texte und Dokumente“, versteht sich als Vermarktungsplattform f&#252;r Autoren und Verlage. Vor allem f&#252;r solche, die den herk&#246;mmlichen Print-Weg &#8211; aus welchen Gr&#252;nden auch immer &#8211; nicht gehen <span style="text-decoration: line-through;">k&#246;nnen</span> wollen. Der derzeitige Download-Bestseller mit (laut Website) &#252;ber 36.000 Abrufen hei&#223;t „Cool ohne Alk“. Wohl bekomm’s. </span></p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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