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	<title>CARTA &#187; Bologna-Prozess</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Hinter Sarrazins Zuchtphantasien steckt purer &#214;konomismus</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 15:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Enno Park</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin vertritt ein zutiefst utilitaristisches Menschenbild: Einwanderung muss sich f&#252;r die Mehrheitbev&#246;lkerung vor allem auch "rechnen". Seine biologistischen Ans&#228;tze sind verwurzelt in einem "survival of the fittest"-&#214;konomismus. Eine Polemik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6f06751fee344ff0a2c42928ed5069fd" alt="" width="1" height="1" />Thilo Sarrazin ist &#214;konom. Damit hat er sich einer Sozialwissenschaft verschrieben, die viele Thesen kennt und wenige Beweise und die in einem gro&#223;en Ma&#223;e von politischen Moden abh&#228;ngig ist.</p>
<p>Es war der Neoliberalismus, der weniger die Freiheit des Individuums im Blick hatte als die philosophische Grundhaltung, den M&#228;rkten freien Lauf zu lassen und auf so viele Regeln wie m&#246;glich zu verzichten, was auf ein freies Spiel der M&#228;chte und damit de facto auf das Recht des St&#228;rkeren hinausl&#228;uft.</p>
<p>Im Zuge der Neoliberalisierung des Zeitgeistes wurde der Gedanke des Unternehmertums auf immer mehr Lebensbereiche &#252;bertragen. Nicht nur wurden &#246;ffentliche Einrichtungen privatisiert und damit gezwungen, am Hauen und Stechen auf den M&#228;rkten teilzunehmen – auch der einzelne Mensch wurde immer mehr als Unternehmer in eigener Sache gesehen, der sich selbst zu vermarkten hat. Es ist zum Beispiel erkl&#228;rtes Ziel einiger bolognareformierter Universit&#228;ten, genau solche markg&#228;ngigen Absolventen heranzuz&#252;chten.</p>
<p>Es ist zynisch, dass &#246;konomisches Denken immer mehr Lebensbereiche bestimmt, obwohl ausgerechnet die &#214;konomie selbst im Menschen entweder einen utopischen Homo Oeconomicus sieht – oder aber schlicht „Humankapital“. Besonders das Wort „Humankapital“ ist entlarvend f&#252;r den <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/wie-viel-ein-mensch-kostet/1918348.html">Wert, den der &#214;konom einem Menschen beimisst</a>.</p>
<p>Nun will ich selbstverst&#228;ndlich &#214;konomen nicht unter den Generalverdacht der Gef&#252;hlsk&#228;lte stellen, kenne aber aus eigener Anschauung etliche Akademiker einschl&#228;giger Fachbereiche, die ein tendenziell deformiertes und utilitaristisches Menschenbild pflegen.</p>
<p>In der &#214;konomie wie in der Betriebswirtschaftslehre ist trotz einiger anders lautender Lippenbekenntnisse in den Vorworten der Lehrb&#252;cher der Nutzen des Menschen in Form von Arbeitskraft der einzige ihm beizumessende Wert, dem sich alle seine anderen Interessen unterzuordnen haben.</p>
<p>Ein unternehmerisches Interesse, gut mit Mitarbeitern umzugehen, ist &#246;konomisch nur dann gerechtfertigt, wenn dies zu einer h&#246;heren Motivation und damit zu h&#246;herer Ausbeute oder Sicherung der Arbeitskraft des betreffenden Mitarbeiters dient. Selbstverst&#228;ndlich hei&#223;t das nicht, dass es nicht auch menschenfreundliche Chefs gibt oder solche mit ethischen Grunds&#228;tzen – allerdings handeln sie streng genommen nicht &#246;konomisch.</p>
<p>F&#252;r einen Bundesbanker wie Thilo Sarrazin ist der einzelne Mensch offenbar nur noch eine statistische Zahl, an der man herumoptimieren kann. Betrachtet man seine &#196;u&#223;erungen unter diesem Blickwinkel, werden seine Statements zu Hartz IV und Unterschicht verst&#228;ndlich.</p>
<p>Das wesentliche Problem des &#246;konomischen Denkens ist, dass es seine darwinistische Grundhaltung des Survival of the Fittest vom Marktgeschehen auf die Gesellschaft und den Menschen an sich projiziert. Vor diesem Hintergrund erscheint es un&#246;konomisch, ineffiziente Menschen zu unterst&#252;tzen. Es erscheint un&#246;konomisch, dem Hartz-IV-Empf&#228;nger Raum f&#252;r ein menschenw&#252;rdiges Leben zu lassen.</p>
<p>Es erscheint un&#246;konomisch, f&#252;r die aufwendige Integration von Migranten zu sorgen. Der neoliberale &#214;konom Sarrazin sieht sich weiterhin als Sozialdemokrat, der durch &#246;konomische Optimierungen am Rand der Gesellschaft selbiger etwas Gutes tun will. Derzeit sind viele geneigt, ihn als durchgeknalltes Einzelph&#228;nomen zu betrachten.</p>
<p>Die eigentliche politische Gefahr besteht jedoch nicht in Sarrazin, sondern in der Selbstverst&#228;ndlichkeit, mit der wir die &#214;konomisierung unserer Gesellschaft erlauben und damit daf&#252;r sorgen, dass eine breite Zustimmung des <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6652">„hat ja irgendwie auch Recht“</a> in der Gesellschaft &#252;berhaupt m&#246;glich ist.
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		<title>Hochschulreform: Mein Traum von der deutschen Universit&#228;t</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 12:25:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna-Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>

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		<description><![CDATA["Unibrennt" hat die Bildungsmisere aufgezeigt, die schnell und entschlossen angegangen werden muss. Doch wie muss das Hochschulsystem langfristig umgebaut werden, damit man &#252;berhaupt noch von Bildung sprechen - und die Bologna-Reform doch noch gelingen kann?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1acbc226b67a4901b720ead98ff4301d" alt="" width="1" height="1" />Ich wollte diesen Beitrag schon Ende November letzten Jahres schreiben, als mich die <em>Anne Will</em>-Redaktion gefragt hat, ob ich prinzipiell bereit w&#228;re, an einer Runde zum Thema Hochschulproteste teilzunehmen. Ich war zu dem Zeitpunkt verhindert, da ich an dem Tag Vater werden sollte. Aber als ich Tage sp&#228;ter bei <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,664158,00.html"><em>Spiegel Online</em></a> las, dass Annette Schavan die Sendung verwendete, um sich selbst mit Eigenlob zu &#252;bersch&#252;tten, habe ich mich ge&#228;rgert, dass ich nicht dabei sein konnte, um ihr zu widersprechen.</p>
<p>Im Jahre Zehn nach dem Beschluss zum Bologna-Prozess steht es mit der Hochschullandschaft in Deutschland nicht zum Besten. Gerade Frau Schavan hat keinen Grund zu feiern. Nicht nur, dass ihr durch die F&#246;deralismusreform wichtige M&#246;glichkeiten zur Einflussnahme auf die Bildungspolitik der L&#228;nder genommen wurden. Sie hat es auch vers&#228;umt, eigene Akzente zur Ausgestaltung des Bologna-Prozesses und der generellen Reform der deutschen Hochschullandschaft zu setzen. <strong>Fakt ist, dass Studierenden von Rostock bis Konstanz nicht ohne Grund protestiert haben. </strong></p>
<p>Die Gr&#252;nde f&#252;r die Proteste sind vielf&#228;ltig. Studierende protestieren gegen Studiengeb&#252;hren, gegen die Abwicklung ganzer Fachbereiche, f&#252;r die Drittelparit&#228;t in den Gremien, f&#252;r eine verbesserte Lehre und nat&#252;rlich gegen die Bologna-Reform im Allgemeinen. Die Vielzahl der Protestthemen hat die nationale Bildungsdebatte extrem un&#252;bersichtlich gemacht. Die Positionen sind teilweise unklar und abstrakt, die Forderungen widerspr&#252;chlich. Zum Beispiel wird die Forderung nach Drittelparit&#228;t in Hochschulgremien von Studierendengruppe gemischt bewertet. Wenn dominante Hochschulgruppen mit unrealistischen Forderungen die Gremienarbeit blockieren, dient das nicht unbedingt der besseren Vertretung studentischer Interessen.</p>
<p>Dieses Tohuwabohu hat es Frau Schavan erm&#246;glicht, eigene Politikerfolge stolz zu verk&#252;nden, w&#228;hrend die eigentliche Bildungsmisere nicht angesprochen wurde. Die Erh&#246;hung des Baf&#246;g, ein Erstsemesterrekord und die &#8211; wohlgemerkt nur &#8211; geplante Einf&#252;hrung von Stipendien f&#252;r besonders Begabte sind lediglich Einzelschritte und &#228;ndern nichts am generellen Notstand der Bildung in Deutschland.<br />
Die dringendsten Probleme liegen jedoch nicht bei der Machtverteilung in den Hochschulgremien, der Finanzierung eines Studiums oder dem Budget der Universit&#228;ten. In drei Streitschriften zwischen Julian Nida-R&#252;melin und Sebastian Litta, die in der <em>Zeit</em> erschienen sind, wurden die grundlegenden Schwierigkeiten in der Hochschullandschaft aufgeworfen. Im Auge des Orkans war nat&#252;rlich die umstrittene Bologna-Reform. Herr Nida-R&#252;melin hat <a href="http://www.zeit.de/2009/45/Bachelor-Kritik">zu Recht darauf hingewiesen</a>, dass die Kultusministerkonferenz bei der Konzeption der Bachelor- und Masterstudieng&#228;nge Fehler gemacht hat. Herr Litta hat in der Erwiderung diesen Ansatz um eine <a href="http://www.zeit.de/2009/47/C-Erwiderung-Nida">Kritik an den Fakult&#228;tskommissionen erweitert</a>, die bei der Umsetzung der Studieng&#228;nge die konzeptionellen Fehler verschlimmert haben.</p>
<p>Tats&#228;chlich haben die Bildungsminister, Hochschulpolitiker, Unipr&#228;sidenten, Wissenschaftsratsmitglieder, Akkreditierungsagenturen, Beratungsfirmen und die Fakult&#228;ten die Bologna-Reform vermasselt. Die Bachelorstudieng&#228;nge sind mit 3 Jahren zu kurz angelegt worden. Die Studienordnungen verlangen einen zu hohen Grad an Verschulung. Die fehlende Anerkennung von im Ausland erworbenen ECTS hat Mobilit&#228;t erschwert. Letztlich sind die europ&#228;ischen Universit&#228;ten gegen&#252;ber den US-amerikanischen Universit&#228;ten durch die Bologna-Reform nicht konkurrenzf&#228;higer geworden.</p>
<p>Dieses kollektive Versagen der deutschen Bildungsexperten ist nicht einfach zu verstehen. Einerseits wurde das deutsche Abitur &#252;berbewertet, andererseits haben die zahlreichen Kritiker den Prozess erschwert. Denn einige Professoren haben die Umstellung als eine Kapitulation gegen&#252;ber dem US-amerikanischen Hochschulsystem gesehen und waren nicht bereit, die neuen Studieng&#228;nge konstruktiv in die Praxis umzusetzen. Dar&#252;ber hinaus hat die Strategie, die alten Diplom- und Magisterstudieng&#228;nge in den neuen Studieng&#228;ngen aufgehen zu lassen, w&#228;hrend die alten Studieng&#228;nge weiterliefen, zu Chaos gef&#252;hrt. Es gab &#252;berf&#252;llte Kurse mit Bachelor-, Diplom-, Master- und Magister-Studierenden, die alle jeweils in verschiedenen Stadien ihres Studiums waren. Es kann ja nicht der Sinn der Sache sein, dass solch extrem heterogene Gruppen entstehen. Viele Professoren und Dozenten haben einfach ihre alten Kurse angeboten, ohne sie den neuen Studieng&#228;ngen anzupassen. So gesehen waren die Proteste der Studierenden durchaus gerechtfertigt, wobei manche Geb&#228;udebesetzungen &#252;bers Ziel hinausgeschossen sind.</p>
<p>Inzwischen arbeiten die Universit&#228;ten daran, manche Fehler zu berichtigen und sogar die KMK zeigt Ver&#228;nderungsbereitschaft f&#252;r die Richtlinien der Studieng&#228;nge. Doch es gibt ein noch tiefergehendes Problem, das gel&#246;st werden muss, bevor der Bologna-Reform von Erfolg gekr&#246;nt werden kann. Denn es gibt ein Zugangsproblem an den Universit&#228;ten durch den Numerus Clausus. Bei den Juristen und vor allem bei den Medizinern braucht man  mittlerweile mindestens einen 1,3er-Durchschnitt, um einen Studienplatz zu bekommen. Sogar bei den Sozialwissenschaften ist es ohne einen Einser-Durchschnitt schwer, einen Platz zu ergattern.</p>
<p>So wird die soziale Selektion immer weiter getrieben. Es ist dabei ja nicht nur problematisch, dass es durchaus Qualit&#228;tsunterschiede unter den Abituren je nach Schule oder Bundesland gibt. Es sieht im Moment fast so aus, als seien die einzigen Studienf&#228;cher, die man mit einem Zweier-Abi noch studieren kann, Judaistik, Slawistik und noch einige wenige Exotenf&#228;cher. Abiturienten mit einem m&#228;&#223;igen Durchschitt haben also kaum mehr eine Wahl. F&#252;r sie bleiben nur noch wenige F&#228;cher &#252;brig – egal ob sie an diesen F&#228;chern Interesse haben &#8211; oder der Weg nach &#214;sterreich. Dieser Exodus hat allerdings den kuriosen Nebeneffekt, dass in &#214;sterreich mittlerweile die erste richtige linke Protestkultur unter Studenten entstanden ist. &#8211; Und so zw&#228;ngen sich eine Vielzahl von wenig motivierten Studierenden in die &#252;berf&#252;llten H&#246;rs&#228;le der Exotenf&#228;cher.</p>
<p>Es kann doch nicht sein, dass der Numerus Klausus einen zwingt, etwas zu studieren was man nicht will, nur weil die Abiturnoten nicht so gut waren. Das widerspricht v&#246;llig dem Bildungsgedanken. Dar&#252;ber hinaus werden gerade Sch&#252;ler aus Migrantenfamilien benachteiligt. Den Sprung aufs Gymnasium schaffen sie in Deutschland &#228;u&#223;erst selten im Gegensatz zu anderen europ&#228;ischen L&#228;ndern.</p>
<p>2008 habe ich in der <em>Zeit</em> <a href="http://www.zeit.de/2008/04/Ein_Traum_von_Universitaet">meinen Traum</a> von der deutschen Universit&#228;t ver&#246;ffentlicht. Darin habe ich dieses Zugangsproblem angesprochen und versucht, einen L&#246;sungsansatz zu skizzieren. Ein zweij&#228;hriges <em>Studium Generale</em> w&#228;re eine M&#246;glichkeit, den Studienanf&#228;ngern genug Zeit zu geben, sich f&#252;r ein geeignetes Interessengebiet zu entscheiden. Ich habe selber w&#228;hrend meines Studiums in den USA ein Studium Generale absolviert. Ich war damit in die Lage versetzt, Kurse &#252;ber Meeresbiologie, Informatik, antike G&#246;tter und russische Kultur zu belegen sowie einen Literaturkurs &#252;ber „Ghosts that haunt us“ zu belegen, in dem wir ausschlie&#223;lich Schriften von Afroamerikaner, Latinos und Indianer gelesen haben. Obwohl ich letztendlich Politikwissenschaft studiert habe, waren diese Kurse wichtige Schritte f&#252;r meine akademische Entwicklung.</p>
<p>Im deutschen Kontext w&#252;rde ich das Studium Generale in Trimester gliedern, damit die Studierenden in kurzer Zeit eine gro&#223;e Auswahl von F&#228;chern kennenlernen. Ein Auslandssemester, um eine weitere Sprache zu lernen, sollte w&#228;hrenddessen Pflicht sein. Das Studium Generale w&#228;re dann die Basis des gegenw&#228;rtigen Hochschulsystems. Nach den ersten zwei Jahren w&#252;rden sich die Studierenden endg&#252;ltig f&#252;r ein Fach entscheiden und dieses nach einem weiteren Jahr mit einem Bachelor zu Ende bringen. Und dann k&#228;me f&#252;r die, die es wollen &#8211; im Sinne eines traditionellen Fachstudiums &#8211; der Master, dann der Doktor. Nur wenn die Hochschullandschaft den Mut aufbringt, das Fundament des Studiums grundlegend zu ver&#228;ndern, kann die Bologna-Reform nachhaltig erfolgreich sein.</p>
<p>Ich glaube leider nicht, dass Frau Schavan in der Lage ist, solche Impulse zu setzen &#8211; ich bezweifle sogar, dass Sie die eigentliche Bildungsmisere &#252;berhaupt erkennt. Von den Kultusministern der L&#228;nder, egal welcher Parteienzugeh&#246;rigkeit, ist leider auch wenig in dieser Richtung zu erhoffen. Meiner Meinung nach werden die Weichenstellungen f&#252;r eine solche Ver&#228;nderung an den Universit&#228;ten gelegt. Dort m&#252;ssen Lehrende, Verwaltung und Studierendenvertretung zueinander finden, um gen&#252;gend Druck zu erzeugen, damit mein Traum Wirklichkeit werden kann.
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		<title>Bildungsstreik 2009: “Finde ich richtig, streike aber nicht.”</title>
		<link>http://carta.info/18272/bildungsstreik-2009-die-letzte-chance-der-muendigen-studenten/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 09:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bildungsproteste werden von wenigen Aktiven getragen, obwohl sie mit breiter Zustimmung rechnen k&#246;nnen – eine Folge der vergangenen Reformen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/907b4d717262400caad3381b783248cb" alt="" width="1" height="1" />Das lose Aktionsb&#252;ndnis „Bildungsstreik 2009“ versucht derzeit, wie bereits im Juni, deutschlandweit Studenten auf die Stra&#223;e zu bekommen, um gegen M&#228;ngel im Bildungssystem zu demonstrieren. „Wir machen weiter“ so das Motto. „Trotz gro&#223;er Aufmerksamkeit und kleinen Zugest&#228;ndnissen hat sich nichts ge&#228;ndert – unsere zentralen Forderungen wurden nicht erf&#252;llt“, hei&#223;t es im <a href="http://www.bildungsstreik.net/wir-machen-weiter/">aktuellen Aufruf</a>.</p>
<p>Eine richtige Feststellung. Nur kurz wurde der Studentenprotest von den Mainstream-Medien erw&#228;hnt, dann geriet er in Vergessenheit. Bundestag und einige Landtage debattierten dar&#252;ber, dann legte man das Thema zu den Akten. Opel, Schweinegrippe und vor allem die Bundestagswahl verdr&#228;ngten die Forderungen. Doch um welch Forderungen geht es eigentlich?</p>
<p>Im Kern lassen sie sich in drei Punkten zusammenfassen:</p>
<ol>
<li>Die Abschaffung von Bildungsgeb&#252;hren (Kindergarten bis Universit&#228;t)</li>
<li>Weniger Einfluss der Wirtschaft auf die Lehre</li>
<li>Selbstbestimmtes Lernen, das &#252;ber reines Auswendiglernen hinausgeht.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<div id="attachment_18379" class="wp-caption alignright" style="width: 309px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/Zwischenablage02.jpg"><img class="size-medium wp-image-18379 " title="Umfrageergebnisse StudiVZ: &quot;Finde ich richtig, streike aber nicht&quot;" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/Zwischenablage02-299x300.jpg" alt="Umfrageergebnisse StudiVZ: &quot;Finde ich richtig, streike aber nicht&quot;" width="299" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Umfrageergebnisse StudiVZ: &quot;Finde ich richtig, streike aber nicht.&quot; (Klicken f&#252;r Gro&#223;ansicht)</p></div>
<p>Einer Umfrage im StudiVZ nach (nicht repr&#228;sentativ, Stand 16.11.) unterst&#252;tzt der gr&#246;&#223;te Teil der Studierenden die Forderungen, macht jedoch selbst nicht beim Streik mit. Ein Umstand, der von politischen Kr&#228;ften sowie den Leitmedien wohl bereitwillig aufgegriffen werden wird. „Seht hier, das fordern doch nur wenige, der Rest ist einverstanden!“</p>
<p>Die Wahrheit sieht anders aus. Dass sich verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig Studierende am Protest beteiligen, ist selbst eine Folge der vergangenen Reformen. Beispiel Studiengeb&#252;hren: Diejenigen, die durch Geb&#252;hren vom Studium abgehalten wurden, sind nun nat&#252;rlich keine Studenten – und somit kein Teil von Studentenprotesten. Sie sind darauf angewiesen, dass andere f&#252;r sie demonstrieren.</p>
<p>Ein weiteres Hindernis ist der <a href="http://griess.wordpress.com/2009/06/19/impressionen-zum-bildungssystem-bildungsstreik-reihe-teil-5-%E2%80%9Eder-wettbewerb%E2%80%9C/">Leistungsdruck</a>: Viele Pr&#252;fungen und verst&#228;rktes Aussieben f&#252;hren dazu, dass bei den Studierenden das Gef&#252;hl weit verbreitet ist, keine Zeit f&#252;r Protest zu haben. Es &#252;berwiegt die Angst, pers&#246;nliche Nachteile zu erlangen, aufgrund von Fehlzeiten oder sogar dem politischem Engagement selbst, welches zwar von vielen Dozenten unterst&#252;tzt wird, aber eben nicht von allen. So kommt es, dass viele Studenten zwar die Forderungen guthei&#223;en, sich jedoch an scharfen Protestformen nicht beteiligen, sie teilweise nicht einmal guthei&#223;en.</p>
<p>Sollen M&#228;ngel im Bildungssystem jedoch auf die politische Tagesordnung, m&#252;ssen sich viele Studenten und Unterst&#252;tzer zusammen finden. Der Zeitpunkt w&#228;re g&#252;nstig. In vielen Staaten gibt es derzeit &#228;hnliche Aktionen. In Deutschland kommt hinzu, dass der neuen Regierung viel daran liegen wird, sich in der Gesellschaft zu etablieren. Nicht zuletzt steht am 10. Dezember eine <a href="http://www.kmk.org/home.html">Kultusministerkonferenz</a> an. In diesen Zeitraum brauchen die politischen Studenten zumindest einen Teilerfolg.</p>
<p>Andernfalls werden die aktuellen Proteste, wie schon im Sommer, einfach ausgesessen. Danach wird es schwer sein, noch einmal gen&#252;gend Studenten zu mobilisieren. Die &#196;nderungen am Bildungssystem h&#228;tten dann – beabsichtigt oder nicht – neben einer schwierigen Bildungssituation noch einen anderen Effekt: Sie h&#228;tten die Studenten Deutschlands als kritisch-politische Stimme auf lange Zeit ruhig gestellt. Wenn nicht einmal f&#252;r eigene Interessen genug Leute zu mobilisieren sind, wird es erst recht keine gro&#223;en Demonstrationen von oder mit Studenten bei anderen gesellschaftlichen Themen geben.</p>
<p>Traditionell sind Studenten, gerade in Deutschland, eine Stimme, die sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzt. Dies k&#246;nnte verloren gehen: <em>Credit Points</em> statt gesellschaftlichem Diskurs. „Wenn ich gro&#223; bin, werde ich auch mal Humankapital!“, titelten einige der demonstrierenden Studenten in &#214;sterreich. Scheitern die Proteste, werden die Studenten in Deutschland daf&#252;r gar nicht mehr erst gro&#223; werden m&#252;ssen…
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