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	<title>CARTA &#187; Bitkom</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Der ordnungspolitische Graben hinter der Netzneutralit&#228;tsdebatte</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 21:57:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Bitkom]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Kurth]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Debatte um Netzneutralit&#228;t stehen sich ein dirigistisch-paternalistisches und ein liberales Modell unvers&#246;hnlich gegen&#252;ber. Derweil schafft die Bundesregierung mit dem neuen TKG-Entwurf Fakten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Netzneutralit&#228;t? Anders als viele vermuten werden, wird die Frage der zuk&#252;nftigen Regulierung von Netzneutralit&#228;t derzeit nicht nur in der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/">Internet-Enquete</a> totdiskutiert, sondern wird munter in einem neuen Gesetzentwurf geregelt.</p>
<p>Der Entwurf zum neuen Telekommunikationsgesetz (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Telekommunikationsgesetz_%28Deutschland%29">TKG</a>) sieht vor, dass das Bundeswirtschaftsministerium per Rechtsverordnung Transparenz- und Mindestqualit&#228;tsvorgaben f&#252;r den Internetverkehr treffen kann, die dann von der Bundesnetzagentur zu &#252;berwachen w&#228;ren.</p>
<p>Mit anderen Worten: Eine Vorschrift zur Durchsetzung einer streng katholischen Lehre von der Netzneutralit&#228;t soll es nach Vorstellung der schwarz-gelben Bundesregierung in Zukunft nicht geben. Es wird ein staatliches Bekenntnis f&#252;r ein diskriminierungsfreies (aber nicht notwendig stets priorisierungsfreies) Netz geben &#8211; aber eben auch ein Bekenntnis, dass die Betreiber &#8216;ihre Netze&#8217; in gewissem Rahmen auch effizient bewirtschaften k&#246;nnen sollen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund fand am vergangenen Donnerstag eine Diskussionsrunde zur Netzneutralit&#228;t in der Vertretung der Deutschen Telekom statt, organisiert vom Branchenverband <a href="http://www.bitkom.org/de/veranstaltungen/66455_64854.aspx">BITKOM</a>. Die Moderation hatte ich &#252;bernommen. Das Panel kann man sich <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=tTBuIyOYaUE">hier</a> noch einmal in voller L&#228;nge anschauen:</p>
<p>Als Moderator m&#246;chte ich hier die Diskussion nicht bewerten (Das m&#246;gen <a href="http://twitter.com/#!/jensbest/status/37286885587943424">andere</a> tun). Ich m&#246;chte aber sagen, dass mich eine Frage w&#228;hrend und nach der Diskussion lange besch&#228;ftigt hat. Die von Malte Spitz n&#228;mlich:</p>
<p><a href="http://twitter.com/#!/maltespitz/status/35658612781236224"><img class="aligncenter size-medium wp-image-38169" title="Bildschirmfoto 2011-02-14 um 19.16.51" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/Bildschirmfoto-2011-02-14-um-19.16.51-300x140.png" alt="" width="300" height="140" /></a></p>
<p><a href="http://twitter.com/#!/maltespitz/status/35658612781236224"></a>Die Frage leuchtete mir im ersten Moment nicht sofort ein &#8211; denn selbstredend geht es beim Thema Netzneutralit&#228;t ganz sicher um Gesch&#228;ftsmodelle (es geht um Zul&#228;ssigkeit von Preisdifferenzierung) und ganz sicher auch um Knappheit (Netzressourcen sind nicht unbegrenzt vorhanden). Zugleich ist die Frage politisch sehr geschickt zugespitzt: Geht es bei der Netzneutralit&#228;t wom&#246;glich eher um die Umsatzinteressen der Netzbetreiber als um die Behebung realer Knappheitsprobleme? Und w&#228;re dies nicht eher als illegitime Verquickung zu verstehen?</p>
<p>Dummerweise habe ich diese Frage in der Diskussion nicht gestellt. Ich glaube aber, dass es sich lohnt, sie hier nachtr&#228;glich noch einmal zu er&#246;rtern, weil sie augenscheinlich auf den tiefen ordnungspolitischen Graben verweist, der die Netzneutralit&#228;tsdebatte teilt.</p>
<p>In der Frage von Malte Spitz erscheint das Internet monolithisch. Es scheint, als w&#252;rden sich weite Teile der Netzbetreiber kartellartig verb&#252;nden, um gemeinsam neue Gesch&#228;fts- und Umsatzmodelle durchzusetzen.</p>
<p>Aus liberaler Sicht hingegen, so h&#228;tte ein Matthias Kurth wom&#246;glich geantwortet, ist der Netzbetrieb in einem Wettbewerb der Anbieter organisiert. Es sei das gute Recht der Betreiber und im Interesse der Nutzer, dass die Anbieter neue Gesch&#228;ftsmodelle ausprobieren, um ihre inh&#228;rent knappen Ressourcen zu bewirtschaften (Gesch&#228;ftsmodelle als Mittel zur &#220;berwindung von Knappheit).</p>
<p>Erst wenn die Provider dabei ungerechtfertigt diskriminieren und priorisieren, werde daraus ein Problem. Ohnehin gehe es zun&#228;chst einmal darum, wie die Provider ihre Netze und die &#8220;letzte Meile&#8221; managen. Der Netzzugang wird hier als dynamische Dienstleistung verstanden, die im Rahmen einer Wettbewerbsaufsicht einem Ver&#228;nderungs- und Innovationsprozess ausgesetzt ist.</p>
<p>Auf der anderen Seite steht ein Verst&#228;ndnis von Regulierung, das den Charakter der Dienstleistung Internetzugang vorab festschreiben m&#246;chte, weil es dem Wettbewerb der Provider stark misstraut oder f&#252;r nicht geeignet h&#228;lt, ein nutzer- und gesellschaftsgerechtes Netz bereitzustellen.</p>
<p>Im Grunde stehen sich hier ein eher dirigistisch-paternalistisches und ein liberales Modell gegeneinander. Das Thema Netzneutralit&#228;t ist eigentlich nur ein Schauplatz, um volkswirtschaftlich stark unterschiedliche Vorstellungen von Wohlfahrt zu diskutieren. Manchmal w&#252;nscht man sich in der netzpolitischen Debatte, dass dieser Zusammenhang st&#228;rker mitreflektiert w&#252;rde: Es gibt h&#228;ufig kein endg&#252;ltiges Richtig oder Falsch, sondern nur unterschiedliche Menschenbilder und Wirtschaftsentw&#252;rfe.
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38161&amp;md5=ea574c6e58a7f9ce6e611b678b758e7d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Diskussion zur Netzneutralit&#228;t im Livestream</title>
		<link>http://carta.info/38026/diskussion-zur-netzneutralitaet-im-livestream/</link>
		<comments>http://carta.info/38026/diskussion-zur-netzneutralitaet-im-livestream/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 09:18:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bitkom]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem BITKOM-Forum Medien- und Kommunikationspolitik fand es heute Vormittag eine Diskussion zur Netzneutralit&#228;t statt - Stream wird hier demn&#228;chst eingebunden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Update: Die Diskussion vorbei &#8211; Aufzeichnung wird h&#246;chstwahrscheinlich morgen Abend im Netz stehen und dann hier auch verlinkt sein.</p>
<p>Der Verband <a href="http://www.bitkom.org/de/veranstaltungen/102_64854.aspx">BITKOM</a> hat eine Diskussion zur Netzneutralit&#228;t unter dem Titel &#8220;Vor dem Netz sind alle gleich? Wie neutral kann das Internet sein?&#8221; organisiert. Sie findet heute am Donnerstag von ca. 11.15h bis 12.15h statt und wird live gestreamt.</p>
<p>Die Teilnehmer:</p>
<ul>
<li>Dr. Holger En&#223;lin, LL.M., Vorstand Legal &amp; Regulatory Affairs Sky Deutschland</li>
<li>Markus Haas, Managing Director Corporate &amp; Legal Affairs Telefónica o2 Germany</li>
<li>Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor Institut f&#252;r Wettbewerbs&#246;konomie Heinrich-Heine Universit&#228;t D&#252;sseldorf und Vorsitzender der Monopolkommission</li>
<li>Dr. Hans Hege, Direktor Medienanstalt Berlin-Brandenburg</li>
<li>Dr. Jeanette Hofmann, Wissenschaftszentrum Berlin; Mitglied der Enquête-Kommission Internet &amp; digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages</li>
<li>Matthias Kurth, Pr&#228;sident der Bundesnetzagentur</li>
<li>Herbert Merz, Head of Operations und Mitglied des Executive Board Nokia Siemens Networks</li>
</ul>
<p>Moderation durch mich.</p>
<p>Hashtag: <a href="http://twittbee.de/kmp2011/">#KMP2011</a></p>
<p>Ich werde versuchen, Tweets in die Diskussion einzubinden
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F38026%2Fdiskussion-zur-netzneutralitaet-im-livestream%2F"><br />
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			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/38026/diskussion-zur-netzneutralitaet-im-livestream/">Diskussion zur Netzneutralit&#228;t im Livestream</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38026/diskussion-zur-netzneutralitaet-im-livestream/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38026&amp;md5=6ec7d97d1f2e5223967c0af02b9052b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>“Technologische Gro&#223;projekte brauchen breite Unterst&#252;tzung”</title>
		<link>http://carta.info/35494/technologische-grossprojekte-brauchen-breite-unterstuetzung/</link>
		<comments>http://carta.info/35494/technologische-grossprojekte-brauchen-breite-unterstuetzung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 13:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Bitkom]]></category>
		<category><![CDATA[stuttgart21]]></category>

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		<description><![CDATA[Der BITKOM fordert in einer „Stuttgarter Erkl&#228;rung“ mehr Planungssicherheit f&#252;r Infrastrukturprojekte und eine bessere Information der Bev&#246;lkerung. Indirekt springt sich der Hightech-Verband damit auch Stuttgart21 bei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Essenz der Erkl&#228;rung kann man wohl mit den Worten zusammenfassen: Stuttgart21 ist wichtig f&#252;r Deutschland, wurde aber leider der alternden Bev&#246;lkerung schlecht erkl&#228;rt. <em>Carta</em> dokumentiert die Pressemitteilung des BITKOM:</p>
<blockquote><p><strong><span style="font-weight: normal;">Stuttgart, 26. Oktober 2010</span><br />
</strong>Das Pr&#228;sidium des  Hightech-Verbands BITKOM hat bei seiner heutigen Sitzung eine „Stuttgarter  Erkl&#228;rung“ verabschiedet. Darin sprechen sich die Spitzen der Hightech-Industrie  in Deutschland f&#252;r eine st&#228;rkere politische und gesellschaftliche Unterst&#252;tzung  gro&#223;er Infrastruktur- und Technologieprojekte aus:</p>
<p>„Deutschland steht vor  der Herausforderung, sein gesamtes Infrastruktursystem ausbauen, modernisieren  und insbesondere intelligenter machen zu m&#252;ssen“, sagte BITKOM-Pr&#228;sident Prof.  Dr. August-Wilhelm Scheer. Dies betreffe sowohl die  Telekommunikationsinfrastruktur als auch die Netze f&#252;r Verkehr und Energie sowie  die Vernetzung der Akteure im Bildungssystem und der Beh&#246;rden. Hierf&#252;r sind  allein in Deutschland in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als 100  Milliarden Euro notwendig.</p>
<p>„Viele der derzeitigen Diskussionen zu  infrastrukturellen und technologischen Gro&#223;projekten reflektieren auch die  demografische Entwicklung Deutschlands“, sagte Scheer. Die deutsche Wirtschaft  trifft auf den Weltm&#228;rkten auf die jungen, dynamischen Gesellschaften Asiens. Um  in diesem Wettbewerb bestehen zu k&#246;nnen, brauchen die hoch innovativen IT-,  Telekommunikations- und Internetanbieter in Deutschland ein offenes Umfeld –  politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Scheer: „Aufgrund der mangelnden  Fortschritte bei &#246;ffentlichen Gro&#223;projekten im ITK-Sektor wie der elektronischen  Gesundheitskarte, dem elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) oder dem digitalen  Beh&#246;rdenfunk wollen wir mit dieser Erkl&#228;rung ein Signal setzen.“</p>
<p>Die f&#252;r  den Infrastrukturausbau ben&#246;tigten Mittel werden aus Sicht des BITKOM nur  investiert, wenn die beteiligten Unternehmen Planungssicherheit haben.  Planungssicherheit bedeutet, dass die Politik die Bev&#246;lkerung bei Gro&#223;projekten  fr&#252;hzeitig einbindet, umfassend und sachlich informiert sowie getroffene  Entscheidungen mit Fingerspitzengef&#252;hl umsetzt.</p>
<p>„Von den politischen  Entscheidungstr&#228;gern erwarten wir eine fr&#252;hzeitige und transparente  Kommunikation mit den von gro&#223;en Technologie- und Infrastrukturprojekten  betroffenen Gruppen“, sagte Scheer. „Das Internet erm&#246;glicht eine direkte  Beteiligung der Bev&#246;lkerung, im kommunalen Umfeld wie bundesweit.“ Von der  Politik erwarte die Hightech-Industrie des Weiteren eine konsequente Umsetzung  einmal getroffener und demokratisch legitimierter Entscheidungen.</p>
<p>„Dies  vorausgesetzt bieten wir stellvertretend f&#252;r die im BITKOM organisierte  Hightech-Industrie an, die notwendigen Investitionen in intelligente  Infrastrukturen schnell und im notwendigen Umfang vorzunehmen“, sagte Scheer.  „Die nachfolgenden Generationen werden sie als Basis f&#252;r den Erhalt ihrer  Lebensqualit&#228;t, ihrer wirtschaftlichen Leistungsf&#228;higkeit und ihrer nat&#252;rlichen  Umwelt dringend brauchen.“</p></blockquote>
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			</a>
		</div>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35494&amp;md5=75ef4fcd22e3a1b0b5e3195805690e41" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der neue Sound der CDU: &#8220;Die Wirkung von Netzsperren ist fraglich&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/22955/der-neue-sound-der-cdu-die-wirkung-von-netzsperren-ist-fraglich/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 17:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine neue Generation von CDU-Bundestagsabgeordneten m&#246;chte den netzpolitischen Neustart ihrer Partei forcieren: Das Internet m&#252;sse vor allem als Chance begriffen werden und die Netzsperren habe die Partei falsch eingesch&#228;tzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Der neue Sound der CDU: Netzsperren sind m&#246;glicherweise nicht der richtige Weg&#8230;</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Wir m&#252;ssen auf die Bed&#252;rfnisse der Internetnutzer viel besser eingehen.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Ich bin in der angenehmen Situation, nicht in der letzten Legislaturperiode im deutschen Bundestag gesessen zu haben.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Es fehlt in Deutschland an einer zentralen Zust&#228;ndigkeit f&#252;r die Internetpolitik.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Der Irrtum des letzten Jahres war zu glauben, dass – wenn man sich gegen Kinderpornografie und f&#252;r den Schuttzr von Kindern einsetzt – man doch breiteteste Zustimmung finden m&#252;sste. Tats&#228;chlich m&#252;ssen wir erkennen, dass es inzwischen ein Netz gibt, das sehr stark politisiert ist, das sehr aktiv ist, so starke Diskussionen stattfinden und auf dessen Bed&#252;rfnisse man viel besser eingehen muss.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Netz ist ein sehr starkes Partizipationsmittel&#8230;.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Zugangserschwerungsgesetz verteidigt, dass in der zweiten Lesung besser geworden sei, als sein Ruf.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Weiter Zweifel an der technischen Umsetzbarkeit: „Das reine Sperren von Domainnamen ist nat&#252;rlich kein veritabler Schutz – und da muss man sich fragen, ob das am Ende noch eine Wirkung hat.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Deep Packet Inspektion darf nicht der Weg sein, in den das Internet geht.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Beim Jugendmedienschutz-Gesetz besteht Nachbesserungsbedarf, um nicht zu einer Rechnsnorm ohne Umsetzungsm&#246;glichkeiten kommt.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Am Ende ist die Frage: Was k&#246;nnen wir positives aus diesen Medien machen?“ Es wird zu wenig &#252;ber die Chances Internet und zu</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Mehr F&#246;rderung f&#252;r Start-ups</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Internet ist kein Raum, in dem wir eine gro&#223;e Regulierungsoffensive starten m&#252;&#252;ssen, sondern wir m&#252;ssen die richtigen Anreizse setzen und nur an den Stellen eingreifen, wo es besondes arg wird.ein</div>
<p>Bei einigen jungen, neu in den Bundestag gew&#228;hlten CDU-Abgeordneten gibt es augenscheinlich ein erhebliches Unbehagen mit dem bisherigen netzpolitischen Erscheinungsbild ihrer Partei. Sie wollen weg vom netzfeindlichen und internetskeptischen Image der Union. Sie sind keine 40, f&#252;hren W&#246;rter wie &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection">Deep Packet Inspection</a>&#8221; locker im Mund und haben das Netzthema als ihre Chance auf Profilierung entdeckt.</p>
<p><a href="http://www.jarzombek.com/de/">Thomas Jarzombek</a> ist einer von ihnen. Auf dem Bitkom-Forum zur Kommunikations- und Medienpolitik in der vergangenen Woche in Berlin scheute sich Jarzombek nicht, es als &#8220;angenehm&#8221; zu bezeichnen, die bisherige Netzsperren-Politik der Union nicht mitverantworten zu m&#252;ssen – weil er da noch gar nicht im Bundestag gesessen habe. Die bisherige Netzpolitik der Union habe die Situation und die Bed&#252;rfnisse der Internetnutzer verkannt, gesteht Jarzombek unumwunden ein.</p>
<p>Der Irrtum des letzten Jahres sei es gewesen, mit dem Eintreten gegen Kinderpornografie und f&#252;r den Schutz von Kindern breiteste Zustimmung zu ernten. Man habe erkennen m&#252;ssen, dass inzwischen eine stark politisierte und aktive Inter&#246;ffentlichkeit entstanden sei, auf deren Bed&#252;rfnisse und Ansichten man eingehen m&#252;sse.</p>
<p>Das Netzsperren-Gesetz sei in seiner endg&#252;ltigen Fassung zwar besser gewesen als sein Ruf. Er habe aber erhebliche Zweifel an der technischen Umsetzbarkeit des Gesetzes:</p>
<blockquote><p>„Das reine Sperren von Domainnamen ist nat&#252;rlich kein veritabler Schutz – und da muss man sich fragen, ob das am Ende noch eine Wirkung hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jarzombek mahnte Nachbesserungsbedarf beim neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag an, damit es &#8220;nicht zu einer Rechtsnorm ohne Umsetzungsm&#246;glichkeiten kommt&#8221;. Er sprach sich gegen neue &#8220;Regulierungsoffensiven&#8221; im Netz aus, will das Internet insgesamt vor allem als Chance – etwa f&#252;r Partizipation – verstanden sehen und eine neue Start-up-Kultur vorsichtig f&#246;rdern.</p>
<p>Dies ist der neue Sound der CDU, der – wie zu h&#246;ren ist – einige Etablierte der IT-Branche fast schon ein wenig nerv&#246;s macht, ob die <em>Young Guns</em> der CDU nicht mit wehenden Fahnen zur Open-Source- und Open-Government-Bewegung &#252;berlaufen.</p>
<p>Hier die – nat&#252;rlich diplomatisch gehaltene – Rede von Jarzombek bei der Bitkom:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="320" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9333750&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="320" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9333750&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/9333750">Vimeo</a>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22955&amp;md5=1840b208e49d7dda681f29c011f0b787" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Christian St&#246;cker: &#8220;Die Vorteile eines freien Netzes &#252;berwiegen seine Nachteile&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 11:44:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Christian St&#246;cker (SpOn) mit einem Pl&#228;doyer f&#252;r das freie und neutrale Netz: &#252;ber die segensreiche Dummheit des Netzes, &#252;ber Etikette statt Exhibitionismus-Klagen und &#252;ber Urheber- und B&#252;rgerrechte. Ein 13-Minuten-Video.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christian <a href="http://twitter.com/chrisstoecker">St&#246;cker</a>, stellvertretender Ressortleiter der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/">Netzwelt</a> bei <em>Spiegel Online</em>, hat in sieben Thesen auf einem <a href="http://www.bitkom.org/de/veranstaltungen/102_61430.aspx">Forum</a> des Branchenverbands Bitkom eing&#228;ngig und stringent erkl&#228;rt, warum ein Menschenfeind sein muss, wer das Internet f&#252;r &#252;berwiegend sch&#228;dlich h&#228;lt. Eine wichtige und kompakte Rede. Sollte Markus Beckedahl einmal Minister im <a href="http://bedeutungswirbel.wordpress.com/2009/06/03/das-schattenkabinett-der-generation-c64/">Kabinett der &#8220;Generation C64&#8243;</a> werden – St&#246;cker empfiehlt sich als Staatssekret&#228;r, mindestens.</p>
<p>Die sieben Thesen:</p>
<ol>
<li>Das Internet ist dumm und das ist auch gut so.</li>
<li>An vielem, was das Netz gef&#228;hrlich macht, sind die Nutzer selbst schuld.</li>
<li>Die Staaten dieser Welt werden sich nicht dar&#252;ber einigen, wie das Netz sein sollte. Aber ein Minimalkonsens in Sachen Verbrechensbek&#228;mpfung l&#228;sst sich herstellen.</li>
<li>Wir sollten aufh&#246;ren, vermeintlichen Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen ins Wohnzimmer starren. Wir brauchen eine neue Definition von &#214;ffentlichkeit.</li>
<li>Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles andere. Mit Providern als Zensor w&#228;re das Ende des freien Netzes gekommen.</li>
<li>Urheberrechte sind wichtig, aber nicht wichtiger als B&#252;rgerrechte.</li>
<li>Die Vorteile des freien Internets &#252;berwiegen seine Nachteile. Wer das Internet f&#252;r &#252;berwiegend sch&#228;dlich h&#228;lt, muss ein Menschenfeind sein.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="320" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9301206&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="320" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9301206&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="font-size:70%"><a href="http://vimeo.com/9301206">Vimeo</a>, YouTube: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5GidA4KeWX0">Teil 1</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3Qiybc10eL0">Teil 2</a></span>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22720&amp;md5=d931e418da9ffac6e8e2e5d09f047784" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>IT-Gipfel: Neustart erforderlich</title>
		<link>http://carta.info/20025/it-gipfel-neustart-erforderlich/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 13:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Spitz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Der IT-Gipfel war wieder einmal eine nationale Leistungsschau mit angeschlossener Verk&#252;ndigung der neuesten Regierungsprojekte. So geht es nicht weiter. Der Gipfel m&#252;sste die Reduktion der Netzpolitik auf wirtschaftspolitische Fragen &#252;berwinden und gesellschaftliche Diskussionen &#252;ber die Folgen der Digitalisierung anregen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e93381e4319b48549889160a9474b0e8" alt="" width="1" height="1" />Zum vierten Mal hat die Bundesregierung zum <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Informationsgesellschaft/it-gipfel.html">IT-Gipfel</a> geladen. Diesmal in Stuttgart, wo Landesvater Oettinger am Er&#246;ffnungsabend, vermutlich zum letzten Mal noch, eine gro&#223;e bundespolitische Veranstaltung begr&#252;&#223;en durfte, bevor er als Kommissar nach Br&#252;ssel wechselt.</p>
<p>Der IT-Gipfel ist eine Mischung aus Branchentreff und Leistungsschau und dient  zur Verk&#252;ndung von neuen Regierungsprojekten. Bundesminister nutzen die M&#246;glichkeit, sich zu profilieren und die Branche will beweisen, wie bedeutend sie ist. Doch anstatt Weichen zu stellen und Themen inhaltlich zu diskutieren, dauert das Programm des Gipfels gerade einmal vier Stunden. Ansonsten ist Zeit zum „Netzwerken“, f&#252;r die Mittagspause oder interne Arbeitsgruppen. Die gef&#252;hlte Publikumsdurchmischung des IT-Gipfels setzt sich zusammen aus &#252;ber 50% Wirtschaft, 20% Verwaltung und Ministerien, 10% Wissenschaft und maximal 10% Zivilgesellschaft.</p>
<p><strong>Inhaltlich ist wenig Erhellendes zutage getreten.</strong> 2010 soll der n&#228;chste IT-Gipfel in Dresden stattfinden. Das war die spannendste Nachricht von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer zwar unterhaltsamen aber sonst eher inhaltsleeren Rede. Nichts zu h&#246;ren von neuen Strategien, den Klimaschutz in der Informationsgesellschaft neu aufzustellen, den globalen <em>Digital Divide</em> mit neuen Ans&#228;tzen zu bek&#228;mpfen oder Freie Software in Deutschland wirklich zu f&#246;rdern. So klang die <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=322786.html">Ank&#252;ndigung</a> von Bundeswirtschaftsminister Br&#252;derle, im Sommer 2010 eine „Internetstrategie“ vorlegen zu wollen, noch interessant. Obwohl genau eine solche Strategie noch vor zwei Wochen bezweifelt wurde, zumindest von Hans Bernhard Beus, dem Beauftragten der Bundesregierung f&#252;r Informationstechnik.</p>
<p>Heiter wurde es in Stuttgart, als es um schon existierende Projekte ging. Innenminister Thomas de Mazière verglich – v&#246;llig fehlplatziert – die Vorratsdatenspeicherung mit der Aufbewahrung einer Handwerkerrechnung. Und Julia Kl&#246;ckner, Staatssekret&#228;rin im Verbraucherschutzministerium, lie&#223; verk&#252;nden, dass der Vorsto&#223; von Verbraucherschutzministerin Aigner, die Vorratsdatenspeicherung zur Bek&#228;mpfung von Online-Betrug nutzen zu wollen, doch ein hilfreicher Diskussionsbeitrag sei. Das Bundesverfassungsgericht hingegen hatte dieses Vorgehen im Eilverfahren gegen die Vorratsdatenspeicherung bereits klar untersagt.</p>
<p>Wirtschaftsstaatssekret&#228;r Hans Joachim Otto nutzte eine Nachfrage, um einmal seine „pers&#246;nliche Sicht“ auf die Bek&#228;mpfung von Urheberrechtsverletzungen zu skizzieren. Nach seinen Vorstellungen sollte ein „Two-Strikes-Verfahren“ (zwei direkte schriftliche Warnhinweise) von den jeweiligen Internetanbietern umgesetzt werden. Er k&#246;nne sich aber auch ein Three-Strikes-Modell vorstellen – ohne Kappung des Internetanschlusses, aber verbunden mit einem „Report“ an die Rechteverwerter. Das w&#252;rde in der Praxis wohl das automatisierte Abmahnverfahren nach sich ziehen, auch wenn er die Ausgestaltung im dunklen lie&#223;. Rechtsstaatlich sah Otto in seinen Ideen &#252;brigens keine Probleme. Er bezeichnete sie gar als „liberales Modell“.</p>
<p>Als Randnotiz ist an dieser Stelle festzuhalten, wie oft gerade FDP-Regierungsmitglieder in der &#214;ffentlichkeit gerne einmal mit ihrer „privaten Sicht“ oder „als Abgeordnete sprechend“ &#246;ffentliche Statements kundtun. Dies hat Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vor zwei Wochen beim „Politischen Abend“ des Bitkom getan und Staatssekret&#228;r Otto bei der gestrigen Diskussion auf dem IT Gipfel. Es scheint, als wohnten vielen Liberalen zwei Seelen inne – eine als Regierungsmitglied und eine als politisch aktivem B&#252;rger.</p>
<p>Das eigentliche Problem der Veranstaltung war, dass alle derartigen Vorst&#246;&#223;e und Fehldeutungen von Regierungsseite beim IT-Gipfel kaum hinterfragt und nicht diskutiert worden sind. Zudem konnten selbst Ministeriumsmitarbeiter am Rande des Gipfels nicht erkl&#228;ren, wie eine Ergebnissicherung vonstatten gehen oder sinnvoller Input weiter verfolgt werden kann.</p>
<p>Obwohl die formalen Voraussetzungen f&#252;r einen Gipfel erf&#252;llt sind – Anwesenheit von Bundeskanzlerin, vier Fachministern, einige Staatssekret&#228;re usw. – mangelt es dem IT-Gipfel an tats&#228;chlich inhaltlichem Gipfel-Charakter. Vor vier Jahren als kleines, exklusives Entscheider-Treffen gestartet, gab es bis heute kaum eine Weiterentwicklung – abgesehen von den Teilnehmerzahlen und neuen Arbeitsgruppen.</p>
<p><strong>Politisch spielt der IT-Gipfel noch immer keine Rolle.</strong> Globale Diskussionen und Raum f&#252;r internationale G&#228;ste sind nicht vorhanden. Insgesamt scheint Deutschland die Zeichen der Zeit nicht verstanden zu haben. Eine nationale Nabelschau bei Themen der Informationsgesellschaft ist r&#252;ckw&#228;rtsgewandt und nicht dienlich f&#252;r eine Diskussion &#252;ber die Chancen der Digitalisierung. Die geladene Zivilgesellschaft wirkte handverlesen und hatte kaum etwas mit der viel beschworenen „Internet Community“ zu tun, die sich anderenorts immer wieder zu Wort meldet. Parlamentarier waren an einer Hand abzuz&#228;hlen.</p>
<p>Das alles macht deutlich: Ein neuer Anfang ist bitter notwendig. Anstatt n&#228;chstes Jahr eine simple Neuauflage zu veranstalten,  m&#252;sste eine Diskussionsfreudigkeit erzeugt und unterst&#252;tzt werden, die zum Umdenken f&#252;hrt. Statt sich von einzelnen Branchen umgarnen zu lassen, w&#228;re eine gesamtgesellschaftliche Diskussion &#252;ber die Folgen der Digitalisierung f&#252;r unser Leben anzusto&#223;en. Diese notwendige Diskussion m&#252;sste gesellschaftlich, wirtschaftlich und wissenschaftlich – ohne die &#252;blichen emotionalen Vorw&#252;rfe – gef&#252;hrt werden.</p>
<p>Die Regierung glaubt jedoch weiter, die Digitalisierung sei vor allem wirtschaftspolitisch zu betrachten und als Wachstumsmotor zu f&#246;rdern. N&#246;tig w&#228;re aber auch eine Diskussion &#252;ber netzpolitische Fragen, die alle Menschen betreffen. Ein Gipfel bietet daf&#252;r nicht den schlechtesten Ansatz, da er die Bedeutung des Themas symbolisch untermauert.</p>
<p>Frau Leutheusser-Schnarrenberger fragte zum Abschluss ihrer Diskussion in die Runde, was sich die Menschen von der Bundesregierung w&#252;nschen w&#252;rden. Meine Antwort an die Bundesregierung ist nach dem vierten IT-Gipfel deutlich: <strong>Ein Neuanfang w&#228;re f&#228;llig.</strong></p>
<ul>
<li>Diskussionen m&#252;ssten<strong> gesamtgesellschaftlich</strong> gef&#252;hrt werden und aus der   Fixierung auf wirtschaftspolitische Fragestellungen ausbrechen.</li>
<li> <strong>Internationale Diskussionen</strong> auf nationaler B&#252;hne m&#252;ssten erm&#246;glicht werden. Die Digitalisierung kennt keine Nationalstaaten.</li>
<li>Eine <strong>B&#252;rgerbeteiligung</strong>, die nicht nur in irgendwelche Vortreffen ausgelagert wird, w&#228;re gefordert. Ein <em>Open Space</em> am Vortag war ein erster Schritt in die richtige Richtung.</li>
<li>Eine Umbenennung vom IT-Gipfel zum „<strong>Gipfel f&#252;r die Informationsgesellschaft</strong>“ w&#228;re angrebracht – und m&#252;sste zum Programm gemacht werden. Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft m&#252;ssen endlich gemeinsam diskutieren. Nur gemeinsame Ans&#228;tze k&#246;nnen die Netzpolitik hierzulande tats&#228;chlich vorantreiben und die gesellschaftlichen Fragen der Digitalisierung ernsthaft diskutieren.</li>
</ul>
<p>Bundeskanzlerin Merkel hat den IT-Gipfel als „Symbiose der Anstrengungen von Politik und Wirtschaft“ beschrieben. Das ist falsch. Denn die Fragen der Digitalisierung zu beantworten, muss das Ergebnis der Anstrengungen der gesamten Gesellschaft sein. Denn Digitalisierung betrifft alle Menschen.</p>
<p><em>Malte Spitz hat am vierten IT-Gipfel der Bundesregierung teilgenommen. Er ist Mitglied im Bundesvorstand von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen.</em>
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