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	<title>CARTA &#187; Bild</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Journalismus hat seinen Preis</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 22:08:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Jürgen Arlt, Wolfgang Storz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Henri Nannen Preis]]></category>
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		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Henri-Nannen-Preis f&#252;r "Investigative Recherche" sollte an Journalisten der "Bild" und der "S&#252;ddeutschen Zeitung" gehen, letztere lehnten ab. Sieben sachdienliche Hinweise zum halbierten „Henri“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1. </strong><br />
Von einer Z&#228;sur zeugt, wenn eine Veranstaltung so misslingt wie die Henri-Nannen-Preisverleihung 2012. Mit h&#246;chstem Aufwand an Prominenz, Personal und Finanzen ausgerichtet, scheiterte sie an Widerspr&#252;chlichkeiten, die tief blicken lassen. Es hie&#223;, die Preise w&#252;rden an einzelne Journalisten verliehen, nicht an Medien, weshalb ein Preis f&#252;r einen „Bild“-Journalisten so gut wie nichts mit „Bild“ zu tun habe. Diese Lebensl&#252;ge der Jury zertr&#252;mmerte der Preistr&#228;ger Martin Heidemanns mit einem kurzen Satz. Er w&#252;nsche sich, so sinngem&#228;&#223;, dass nun alle sagten: „Gl&#252;ckwunsch, BILD.“</p>
<p>Das Publikum beklatschte den Preistr&#228;ger „Bild“ sehr und die &#8216;Spielverderber&#8217; von der „S&#252;ddeutschen Zeitung“ kaum. Das Publikum feierte zugleich den britischen Journalisten Nick Davies, der den Skandal um den Medientycoon Rupert Murdoch und dessen Boulevard-Bl&#228;tter aufdeckte, und den Preis f&#252;r „Pressefreiheit“ erhielt. Es klatschte auch, als Davies sagte, diesen Bl&#228;ttern gehe es nur um Rendite und Macht &#8211; als sei  die kurz zuvor ausgezeichnete „Bild“ grunds&#228;tzlich anders. Die Erfolgsautorin Joanne K. Rowling sagte einmal zu den Machenschaften der Murdoch-Medien, es gebe ehrenwerten Journalismus und solchen, der mit allen Mitteln nur Auflage und Quote machen wolle: „Ich frage mich manchmal, warum wir beides mit dem gleichen Wort Journalismus bezeichnen.“ Die Jury, die an diesem Abend „Spiegel“, „Zeit“, „stern“ und  „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ mit deren Zustimmung mit „Bild“ gleichsetzte, ist die Antwort auf diese Frage schuldig geblieben. Die &#8216;ausgezeichneten&#8217; Journalisten dieser Medien wiederum hatten nichts besseres zu tun, als unger&#252;hrt ihre Preise einzustreichen und zu dem au&#223;erordentlich wichtigen aufgebrochenen Konflikt zu schweigen. Der Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule Andreas Wolfers antwortete auf die Frage der Moderatorin Judith Rakers, ob nun der Preis besch&#228;digt sei: „Nein.“ Die Medien-Welt besteht an diesem Abend also nur aus Rissen, aber die Journalisten-Schule will einfach so weiter machen.<strong></strong></p>
<p><strong>2. </strong><br />
Die Jury halbierte den Henri-Nannen-Preis f&#252;r investigativen Journalismus. Die eine H&#228;lfte verschleuderte sie, die andere wurde verschm&#228;ht. Die zwei H&#228;lften ergeben keinen ganzen „Henri“, weil sie nicht zusammenpassen. Dass sich die Halbierung als Spaltung erweist, ist kein Zufall. Darin liegt eine Chance: Wir stecken mitten in einem Umbruch der massenmedialen Kommunikation. Viele der bisherigen Grenzen werden gesprengt: zwischen links und rechts, privat und &#246;ffentlich, Fakten und Fiktionen, zwischen Journalismus und anderen Arten &#246;ffentlicher Kommunikation wie Unterhaltung, Werbung, &#214;ffentlichkeitsarbeit. Es ist gut, dass es sich die Jury des Henri-Nannen-Preises so schwer gemacht hat, denn in ihren Konflikten spiegeln sich diese Grenzverschiebungen wieder. Mit ihnen m&#252;ssen sich alle auseinandersetzen, die ein Interesse an der Qualit&#228;t von &#214;ffentlichkeit haben. <strong></strong></p>
<p><strong>3. </strong><br />
Wenn Grenzen sich aufl&#246;sen, werden Werte und Ma&#223;st&#228;be in Frage gestellt. Wir begl&#252;ckw&#252;nschen die Kollegen der S&#252;ddeutschen Zeitung: Sie haben trotz des Drucks eines festlich gestimmten Publikums dieses Verschieben von Ma&#223;st&#228;ben und Werten nicht opportunistisch &#252;bergangen. Indem sie ihren &#8216;halben Henri&#8217; ablehnten, markierten sie scharf den Befund, dass die Jury auf die Frage, was ist preisw&#252;rdige journalistische Qualit&#228;t, zwei diametral entgegengesetzte Antworten gegeben hat.<strong></strong></p>
<p><strong>4. </strong><br />
Es geht nicht um die Vergangenheit von „Bild“ als Schmuddelkind. Es geht auch nicht um die Frage, ob Boulevardjournalismus prinzipiell preisw&#252;rdig sein kann – selbstverst&#228;ndlich, wenn es nicht nur Boulevard, sondern auch Journalismus ist. Es geht um die gegenw&#228;rtige Qualit&#228;t der „Bild“-Ver&#246;ffentlichungen, speziell der Ver&#246;ffentlichungen &#252;ber Christian Wulff. Wir kritisieren die Mitglieder der Jury, die bereitwillig der „Bild“-Inszenierung von Aufkl&#228;rungs-Journalismus Beifall klatschen. Dieser gro&#223;e Aufkl&#228;rer „Bild“ hat Christian Wulff &#252;ber viele Jahre hinweg bis in dessen privateste Angelegenheiten hinein so nah begleitet wie kein anderer – selbst dass er f&#252;r eine Reise in die W&#252;ste Wollsocken im Koffer hat, war eine Nachricht wert. Wulffs Verfehlungen haben sich genau in den Jahren ereignet, als „Bild“ ihn glorifizierte und deshalb Zug&#228;nge bis in das intimste Umfeld hatte – aber „Bild“ hat nicht recherchiert,  zumindest nichts Kritisches publiziert, sondern den tauben, blinden und stummen Affen gespielt. <strong></strong></p>
<p><strong>5. </strong><br />
Die Jury h&#228;lt die Recherche-Leistungen der beiden „Bild“-Mitarbeiter f&#252;r &#252;berragend. Wir widersprechen, weil in Wulffs Kreditaff&#228;re der Unterschied zwischen „Stern“, „Spiegel“ und „Bild“ nicht in der Qualit&#228;t der Recherche liegt, sondern einfach in dem Umstand, dass „Bild“ mit den Recherche-Ergebnissen als erste an die &#214;ffentlichkeit gegangen ist. Dies wiederum hat sie nicht aus dem Motiv der Aufkl&#228;rung heraus gemacht. Sie hat publiziert, weil sie nicht als Verlierer dastehen wollte, dem andere Medien nachweisen, dass einer ihrer Lieblings-Promis sich moralische und vielleicht sogar juristische Verfehlungen zu Schulden kommen lie&#223;. Die Jury – das ist ihre zweite Begr&#252;ndung – h&#228;lt die „Bild“-Ver&#246;ffentlichung f&#252;r preisw&#252;rdig, weil die gesellschaftlichen Folgen so bedeutsam seien. Diese Begr&#252;ndung ist v&#246;llig daneben. Wulff st&#252;rzte nicht &#252;ber die Hauskredit-Aff&#228;re; sie war bestenfalls Ausl&#246;ser f&#252;r eine Demontage Wulffs, an der fast alle Medien beteiligt waren.<br />
An diesem Ereignis Henri Nannen-Preisverleihung 2012 war also buchst&#228;blich gar nichts stimmig: nicht einmal die Begr&#252;ndung der Preisverleihung f&#252;r „Bild“. <strong></strong></p>
<p><strong>6. </strong><br />
Journalistische Ver&#246;ffentlichungen haben substantiell drei Anforderungen zu gen&#252;gen, sie m&#252;ssen neu, wichtig und richtig sein. Solche Kriterien lassen sich nicht ohne Sachkenntnisse, gr&#252;ndliche Recherche, ein unabh&#228;ngiges Urteil und viel Verantwortung erf&#252;llen. Deshalb hat Journalismus seinen Preis. In jedem Fall kann gestritten werden, inwieweit diese Kriterien erf&#252;llt sind. Nicht zu bestreiten ist: Ver&#246;ffentlichungen, die in der Hauptsache auf Aufmerksamkeits- und Reizwerte setzen, die Prominenz und Sensation, Sex und Superlative, Kriminalit&#228;t und Katastrophen als dominierende Themen haben, die prim&#228;r moralisieren und emotionalisieren, machen etwas anderes als Journalismus. Wir nennen es Medialismus. Gelegentliche &#220;berschneidungen mit Journalismus &#228;ndern nichts am gro&#223;en Unterschied. Hasen sind nicht schon deshalb Hunde, weil sie auch vier Beine haben.</p>
<p><strong>7. </strong><br />
Im Mittelpunkt aller „Bild“-Ver&#246;ffentlichungen steht die Inszenierung und nicht der Journalismus. Alle und Alles, Personen und Ereignisse, werden daf&#252;r benutzt und bei Bedarf mi&#223;braucht. „Bild“ setzt erstens Ereignisse und Personen so in Szene, dass h&#246;chstm&#246;gliche Aufmerksamkeit bei einem gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Publikum erzeugt wird. „Bild“ setzt zweitens sich selbst so in Szene, dass m&#246;glichst jede Meldung zugleich eine Werbung f&#252;r „Bild“ darstellt. Daraus leiten wir hier keinen Vorwurf ab – nur die Feststellung, dass das kein Journalismus ist. Nicht nur, aber auch aufgrund dieser Methoden der systematischen und radikalen Inszenierung ist „Bild“ als Massenmedium &#246;konomisch erfolgreich. Deshalb liegt f&#252;r andere Verlage die Versuchung nahe, diese Methoden zu &#252;bernehmen. Chefredakteure anderer Medien, die „Bild“ f&#252;r Journalismus auszeichnen, besorgen sich auf diese Weise das Alibi, die eigenen Publikationen st&#228;rker an Aufmerksamkeits- und Reizwerten auszurichten. Das ist der Trend, der kritisch diskutiert werden muss. Gegen diesen Trend, der demokratische &#214;ffentlichkeit zerst&#246;rt, haben die drei Kollegen der „S&#252;ddeutschen Zeitung“ und das Jury-Mitglied Matthias Gaede ein wichtiges Signal gesetzt. Sie waren damit an diesem Abend in Hamburg Au&#223;enseiter.</p>
<p><em>Die beiden Autoren haben sich in einer Studie mit der Rolle der &#8220;Bild&#8221; in der <a href="http://carta.info/43489/bild-als-huterin-der-pressefreiheit-eine-irrefuhrung-macht-zeitgeschichte/">Wulff-Aff&#228;re auseinandergesetzt</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43693&amp;md5=008c602339bc3ea188b6ef7e71485012" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>„Bild“ als H&#252;terin der Pressefreiheit – eine Irref&#252;hrung macht Zeitgeschichte</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 07:52:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Jürgen Arlt, Wolfgang Storz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Analyse der „Bild“/Wulff“-Aff&#228;re - geleistet anhand von 1528 „Bild“-Texten, die zwischen 2006 und 2012 erschienen sind - belegt auf eindrucksvolle Weise: „Bild“ macht vielleicht dumm, ist aber bestimmt nicht dumm gemacht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Bild“, die so einfach, platt, so holzhammerm&#228;&#223;ig daherkommt, ist eine kommunikative Komposition. In der „Bild“-Redaktion wird mit Intelligenz, Routine, Radikalit&#228;t und gnadenloser Gesch&#228;ftst&#252;chtigkeit – Menschenverachtung und Killerinstinkt bei Bedarf inklusive &#8211; ein Massenmedium hergestellt, das auf publizistischen und &#246;konomischen Erfolg getrimmt ist.</p>
<p>Anhand der „Bild“/Wulff-Aff&#228;re l&#228;sst sich zweierlei vorz&#252;glich illustrieren: Wie „Bild“ es gelang, sich dank blinder Unterst&#252;tzung vieler anderer Medien sogar als Heldin der Pressefreiheit zu profilieren. Und wie „Bild“ zun&#228;chst &#252;ber Jahre reine PR f&#252;r einen Politiker betrieb,  dann von einem Tag auf den anderen Journalismus aus Notwehr praktizierte, weil sie nur so die eigene Haut retten konnte.</p>
<p>„Bild“ hat im Vergleich zu Publikationen, die sich auf das Handwerk des Journalismus konzentrieren, eine unternehmerisch gesehen modernere, massenmedial und betriebswirtschaftlich erfolgreichere Strategie. Das Catch-all-Konzept – mit allen massenmedialen Mitteln, insbesondere der Unterhaltung und der Eigenwerbung, m&#246;glichst alle zu erreichen und dabei selbst als der Gr&#246;&#223;te zu erscheinen – bildete auf dem deutschen Mediensektor lange Jahre ein Alleinstellungsmerkmal. Erst der Privatfunk setzte dieselben Erfolgsmethoden ein.</p>
<p>Heute ist „Bild“ f&#252;r viele Leitmedium, weil sich das Mediensystem unter den Zw&#228;ngen des Marktes ver&#228;ndert und der „Bild“-Strategie zunehmend recht gibt: Wer mit tagesaktuellen Ver&#246;ffentlichungen l&#228;ngerfristig wirtschaftlich erfolgreich sein will, kann das – von Ausnahmen abgesehen &#8211; nicht auf dem ‚Tugendpfad‘ des Journalismus – wie Fernsehen und Internet bereits beweisen. Diese strukturelle medien&#246;konomische Entwicklung bildet die eigentliche Basis und tieferliegende Erkl&#228;rung f&#252;r die wachsende Beachtung und Anerkennung der „Bild“-Arbeit von Seiten der Repr&#228;sentanten und Institutionen des traditionellen Qualit&#228;tsjournalismus. „Bild“ ist zum publizistischen und betriebswirtschaftlichen Vorbild geworden.</p>
<p>Der Weg vom Schmuddelkind zum Leitmedium hat mit der Wulff-Aff&#228;re eine neue Gipfelstation erreicht: Es setzte sich in der &#214;ffentlichkeit eine oberfl&#228;chliche und irref&#252;hrende Deutung der Beziehung zwischen „Bild“ und Wulff durch. Den Anruf des Bundespr&#228;sidenten bei „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann am 12. Dezember 2011 als Angriff auf die Pressefreiheit darzustellen, hat „Bild“ wohlweislich anderen Medien &#252;berlassen. „Bild“ in der Opfer- und Wulff in der T&#228;ter-Rolle, das ist eine Deutung, die „Bild“ lanciert, aber nicht selbst verbreitet hat. Weshalb? Weil f&#252;r die „Bild“-Verantwortlichen klar war, dass sie sich damit l&#228;cherlich gemacht h&#228;tten.</p>
<p>Das Blatt hat mindestens seit 2006 bis zu diesem 12. Dezember 2011 zu Christian Wulff eine enge Gesch&#228;ftsbeziehung unterhalten, bei der interne und intime Details aus dem Leben des Politikers, Familienvaters und Liebhabers exklusiv mit „Bild“ getauscht wurden gegen eine allzeit uneingeschr&#228;nkt positive, geradezu glorifizierende Berichterstattung &#252;ber Wulff in allen Lebenslagen. Keine der beiden Seiten, weder „Bild“ noch Wulff, w&#228;ren jemals auf die Idee gekommen, hier eine Beziehung zwischen Journalist und Politiker zu sehen; es ging immer nur um Deals zwischen zwei Gesch&#228;ftspartnern zum wechselseitigen Nutzen.</p>
<p>„Bild“ ist in den Dezembertagen 2011 eine Getriebene und kann sich aus dieser Lage nur befreien, indem sie sich selbst als Treiber profiliert – aber diese aktive Treiberrolle darf sie wiederum nicht &#252;berziehen, sie muss in der &#246;ffentlichen Pr&#228;sentation fein dosieren. Warum? Niemand wei&#223; besser als die „Bild“-Verantwortlichen, was sie mit und f&#252;r Wulff in den zur&#252;ckliegenden Wochen, Monaten und Jahren gemacht und welches Bild von Wulff sie bei ihrem Publikum produziert haben.</p>
<p>Ihre eigenen Recherchen in der Hauskredit-Angelegenheit zeigen einen ganz anderen Christian Wulff, einen Wulff der Vorteilsnahme und der Parlamentst&#228;uschung. Der gr&#246;&#223;te anzunehmende Unfall f&#252;r die „Bild“-Chefredaktion muss der folgende Fall sein: Andere Medien decken die Kreditaff&#228;re auf und „entlarven“ den Wulff im wunderbaren „Bild“-Pelz als moralisch, eventuell sogar juristisch angreifbar. Dass „Spiegel“ und „Stern“ ihre eigenen – erfolgreichen – Recherchen betreiben und in diesen Tagen potenziell jederzeit mit der Enth&#252;llung  herauskommen k&#246;nnten, wissen Insider der Medienbranche, also wei&#223; es auch die „Bild“-Chefredaktion. Deshalb hat sie es eilig. Sie will und muss als Erste mit der Kreditaff&#228;re in die &#214;ffentlichkeit. Nur dieser Schritt kann sie davor retten, dass „Bild“ zum Gesp&#246;tt der Branche wird. Nur wenn sie selbst den wunderbaren Wulff zerst&#246;rt, denn sie &#252;ber Jahre aufgebaut hat, wird sie nicht zum Verlierer.</p>
<p>Dass sie sp&#228;ter sogar zum gro&#223;en Sieger wird, davon hat sie in diesen Dezembertagen nicht einmal getr&#228;umt. Hier und jetzt, an diesem 12. Dezember 2012, ging es nur darum, einen Alptraum abzuwenden. „Bild“ hat es mit einem beeindruckenden Gesp&#252;r f&#252;r die richtige Dosierung gemacht. Denn ein abrupter &#246;ffentlicher Wechsel vom Jubler zum J&#228;ger h&#228;tte Unverst&#228;ndnis und Fragen ausgel&#246;st. „Bild“ hat sich zun&#228;chst &#252;berhaupt nicht als der gro&#223;e Enth&#252;ller profiliert, sie hat – f&#252;r ihre Verh&#228;ltnisse – mit aller Vorsicht und Zur&#252;ckhaltung &#252;ber den „Wirbel um Wulff“ berichtet und fast beil&#228;ufig einflie&#223;en lassen, dass sie selbst den Wirbel ausgel&#246;st hat. „Bild“ hat im Fall Wulff vom 13. Dezember 2011 bis zum R&#252;cktritt des Bundespr&#228;sidenten am 17. Februar 2012 mit mehr Distanz und Vernunft berichtet als die meisten anderen Medien, die sich in diesen vielen Wochen meist ungeschickt in der Rolle versuchten, die sonst „Bild“ eigen ist: der des fast hemmungslosen Treibers. „Bild“ dagegen praktizierte Journalismus &#8211; aus Notwehr. Interessante verkehrte Welten.</p>
<p><em>Die Studie der beiden Autoren <a href="http://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/bild-und-wulff-ziemlich-beste-partner.html">&#8220;&#8216;Bild&#8217; und Wulff – Ziemlich beste Partner: Fallstudie &#252;ber eine einseitig aufgel&#246;ste Gesch&#228;ftsbeziehung&#8221;</a> erschien bei der Otto-Brenner-Stiftung und ist dort online oder als Printversion zu erhalten.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43489&amp;md5=f1badf78195abf2a1c5aa34c023e49b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Henri f&#252;r BILD?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 19:54:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Antje Vollmer]]></category>
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		<category><![CDATA[Otto Brenner Stiftung]]></category>

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		<description><![CDATA[Antje Vollmer, einst Vizepr&#228;sidentin des Deutschen Bundestages, protestiert gegen die Nominierung der Bild-Zeitung f&#252;r den Henri Nannen-Preis. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 11.Mai werden mal wieder &#8220;die Henris&#8221; verliehen. Das bedeutet Hochkonjunktur f&#252;r Hamburgs <a href="http://www.smoking-verleih-hamburg.de/smokingverleih.htm">Smoking-Verleiher</a> und Adabeis. Der rote Teppich vor dem Hamburger Schauspielhaus wird allerdings diesmal nicht nur f&#252;r <em>Zeitspiegelfazszgeowelt</em> ausgerollt, sondern &#8211; heikel, heikel &#8211; auch f&#252;r die <em>Bild-Zeitung</em>. Zwei ihrer Reporter haben es in der Kategorie „Investigation“ auf die <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/investigation_2012.php?id=190&amp;award">Shortlist</a> geschafft &#8211; wegen tiefsch&#252;rfender und furchtloser Recherchen in Sachen Christian Wulff. Antje Vollmer findet diese Nominierung skandal&#246;s. In einem <a href="http://www.fr-online.de/meinung/gastbeitrag---kein-henri-nannen-preis-fuer-bild,1472602,15116676.html">Gastbeitrag</a> f&#252;r die <em>Frankfurter Rundschau </em>schreibt sie:</p>
<blockquote><p>„Es hat sich etwas in der Architektonik der &#246;ffentlichen Meinungsbildung verschoben. Das Abstandsgebot zwischen der Darstellung eines Sachverhalts in seri&#246;sen Bl&#228;ttern und dem Kampagnenstil des Boulevards wird zunehmend missachtet. Heute &#252;berschlagen sich alle wie die Lemminge, wenn erst einmal der Startschuss f&#252;r eine Hatz gefallen ist, auf welchen S&#252;ndenbock auch immer. Keine Streitkultur, kein Bewerten und Abw&#228;gen nirgends – nur monokulturelles Jagdfieber, getarnt als moralische Aufr&#252;stung der Nation.“</p></blockquote>
<p>Die Kampagne gegen Christian Wulff sei daf&#252;r ein Musterbeispiel gewesen.</p>
<blockquote><p>„Der Tiefpunkt allerdings war erreicht, als die wertvollsten unserer Printmedien – auch S&#252;ddeutsche und Frankfurter Allgemeine – auf Zuruf des vermeintlichen Opfers Kai Diekmann gleich die ganze Pressefreiheit in Deutschland f&#252;r gef&#228;hrdet erkl&#228;rten.“</p></blockquote>
<p>Vor einigen Tagen bereits ist das Buch <a href="http://www.amazon.de/Der-entfesselte-Skandal-Kontrolle-digitalen/dp/3869620587">&#8220;Der entfesselte Skandal&#8221;</a> von Bernhard P&#246;rksen und Hanne Detel erschienen, mit dem analog-entlastenden Untertitel: &#8220;Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter&#8221;. Dabei w&#252;rgt auch das gedruckte Wort mitunter effektiv. Rechtzeitig zur Preisverleihung der Henris erscheint am kommenden Montag eine <a href="http://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/bild-und-wulff-ziemlich-beste-partner.html">Studie der Otto Brenner Stiftung</a> zur Causa Wulff+Bild. Das bew&#228;hrte Autorenduo Hans-J&#252;rgen Arlt und Wolfgang Storz hat sich dem Thema von einer ganz anderen Seite gen&#228;hert. Der Titel ihrer Untersuchung lautet: „BILD und Wulff &#8211; ziemlich beste Partner.  Fallstudie &#252;ber eine einseitig aufgel&#246;ste Gesch&#228;ftsbeziehung&#8221;.</p>
<p><em>Siehe dazu auch: <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1544">BILD, du Schwert und Schild des deutschen Volkes!! Erl&#246;se uns!</a></em></p>
<p>&nbsp;
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<a href="http://carta.info/43446/ein-henri-fur-bild/">Ein Henri f&#252;r BILD?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43446/ein-henri-fur-bild/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43446&amp;md5=61dbfcb134585dc4cc939208835a78e0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hurra, wir werden missioniert!</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 16:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kann es Zufall sein, dass die Deutschen gleichzeitig einen Koran und eine Bildzeitung geschenkt bekommen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 23. Juni dieses Jahres sollen alle deutschen Haushalte zu Ehren Axel C&#228;sar Springers (er wird 100, sein Blatt wird 60) eine kostenlose Ausgabe der <em>Bild-Zeitung</em> <a href="http://meedia.de/print/am-23-juni-gibts-bild-fuer-alle/2012/01/18.html">erhalten</a>. Ebenfalls sollen alle deutschen Haushalte &#8211; zu Ehren des Propheten Mohammed &#8211; eine kostenlose Ausgabe des Koran <a href="http://www.tagesschau.de/inland/koranverteilung100.html">erhalten</a>. Was bedeutet das?</p>
<p>Nun, es bedeutet, dass in beiden F&#228;llen gro&#223;e Propheten geehrt werden. Sowohl die Aktionen der Salafisten als auch die Aktionen der Springerianer sind k&#252;hne Missionierungsversuche. Zwei gro&#223;e Religions- und Wertegemeinschaften werben friedlich f&#252;r ihre Sicht der Welt. Beide Gruppen haben bedeutende M&#228;nner im Programm, die ganz direkt von Gott inspiriert wurden.</p>
<p>Nun k&#246;nnte man zu Recht einwenden, dass das eine ja wohl nicht ernsthaft (!) mit dem anderen verglichen werden k&#246;nne (G&#252;nter Grass wei&#223; das). Diesem Einwand stimmen wir vollumf&#228;nglich zu. Die beiden Aktionen sind absolut unvergleichlich. Axel C&#228;sar Springer ist so einmalig &#8211; wie der Prophet Mohammed, <em>Bild</em> ist so einzigartig &#8211; wie der Koran, und die Geschenkaktion der Salafisten ist so originell wie die der anderen Strenggl&#228;ubigen. Also bitte keine unstatthaften Vergleiche! Koran-Aktion und Bildzeitungs-Aktion haben nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun.</p>
<p>Selbst der aufkommende &#196;rger &#252;ber die beiden mutigen Missionierungsversuche sollte nicht miteinander verwechselt werden: Die <a href="http://www.rp-online.de/politik/deutschland/cdu-will-verteilung-von-gratis-koran-stoppen-1.2787613">CDU</a> m&#246;chte die Verteilung des Korans <a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article106174634/Front-gegen-den-Gratis-Koran.html">verhindern</a>, die Bildzeitungs-<a href="http://alle-gegen-bild.de/">Gegner </a>wollen dagegen die Verteilung der Bildzeitung <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/grosse-werbeaktion-ich-will-die-bild-nicht-in-meinem-briefkasten/6106382.html">verhindern</a>, nicht umgekehrt! Beide Gruppen handeln eigenst&#228;ndig und v&#246;llig frei.</p>
<p>Apropos unvergleichlich: Da kriegen wir endlich mal was geschenkt (Kostenlos-Kultur!) und dann ist es auch wieder nicht recht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>P.S. Bei der &#220;berschrift dieses Beitrags handelt es sich um die leichte Abwandlung eines <a href="http://www.amazon.de/Hurra-wir-kapitulieren-Lust-Einknicken/dp/393798920X">Buchtitels</a>. Der Autor des Buchs, ein weltlicher Missionsexperte, w&#252;rde eine der beiden Aktionen h&#246;chstwahrscheinlich ablehnen. Wir verraten aber nicht welche. Erraten Sie’s?</em></p>
<p>&nbsp;
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		<title>Ehrens&#246;ldner unter sich</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 18:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sind die Ehrensolde f&#252;r Christian Wulff und G&#252;nther Jauch doch vergleichbar: Beide sitzen nur rum, der eine redet am liebsten &#252;ber den anderen und keiner von ihnen m&#246;chte jetzt eine „Neiddebatte“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Doch! <em>BILD</em>, unser Volksversteher-Blatt Nr.1, hatte die gef&#252;hlt 25. Jauch-Sendung zum Thema Wulff zum Anlass genommen, eine frontale <a href="http://www.bildblog.de/37396/drei-gegen-jauch/">Schlagzeile</a> ins Ziel zu bringen: „Verdient Jauch zu viel Geld?“ (Kopftreffer! <a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/pressefreiheit-guenther-jauch-verliert-streit-um-hochzeitsfotos-gegen-springer-1698230.html">Nachtreten</a> macht den Zeilenschl&#228;gern am meisten Freude). Worauf der <em>Bildblog</em> die richtige <a href="http://www.bildblog.de/37446/bloss-keine-neid-debatte/">Gegenfrage</a> stellte: Verdient Mathias <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/axel-springer-ag-mathias-im-glueck-1.1084901">D&#246;pfner</a> zu viel Geld?</p>
<p>Eigentlich w&#228;re nach der Moraldebatte ja eine <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821032,00.html">Gerechtigkeitsdebatte</a> &#252;berf&#228;llig. Aber wo sind die Politiker, die das selbstgerechte Chefpersonal der Springerschen Moralfront nun auffordern k&#246;nnten, ihre Einkommensverh&#228;ltnisse offen zu legen?</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42119&amp;md5=b0bab2714bf907a014987a3547517980" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ermordet reicht nicht</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 15:32:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leonard Novy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach der Wulff-Recherche gilt die BILD pl&#246;tzlich als Speerspitze journalistischer Unabh&#228;ngigkeit und investigativer Recherche. F&#252;r seine Berichterstattung &#252;ber den Privatkredit des Bundespr&#228;sidenten wurde das Blatt f&#252;r den Nannen-Preis nominiert. Leider ger&#228;t dadurch die allt&#228;gliche BILD-Methode, das Privatleben von Verbrechensopfern auszuschn&#252;ffeln, etwas in den Hintergrund. Ein aktueller Fall aus D&#252;sseldorf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verglichen mit der <a href="http://www.levesoninquiry.org.uk/">der britischen Boulevardpresse</a> mag sich <em>BILD</em> auf den ersten Blick wie ein Hort von <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,774357,00.html">Zivilit&#228;t und Seriosit&#228;t</a> ausnehmen. Wenn die Zeitung nach dem R&#252;cktritt des Bundespr&#228;sidenten-Paars Bettina Wulff, die „blonde Powerfrau mit den Model-Ma&#223;en“, verabschiedet („<a href="http://www.bild.de/politik/inland/bettina-wulff/bettina-wulff-werden-wir-vermissen-23069626.bild.html">Bettina Wulff, DICH werden wir vermissen</a>“), ist das zwar an Absurdit&#228;t, nein: Zynismus, eigentlich nicht mehr zu &#252;berbieten. Von der Tatsache, dass sich Nikolaus Blome &amp; Co. zum Gralsh&#252;ter von Pressefreiheit und Moral aufschwingen, ganz zu schweigen. Trotzdem kann man der <em>BILD</em> nicht absprechen, bei der Aufkl&#228;rung der Causa Wulff eine gewisse Rechercheleistung vollbracht zu haben.</p>
<p>So bleiben Themen und <em>Frames</em> der <em>BILD</em> trotz kontinuierlichen <a href="http://www.bildblog.de/auflage.php">Auflagenschwunds</a> f&#252;r Politik und Medien das Ma&#223; aller Dinge. L&#228;ngst haben sich auch Gewohnheitseffekte eingestellt. <em>BILD</em> wie <em>BILD</em>-Kritik geh&#246;ren zum politisch-kulturellen Inventar eines gro&#223;er normativer Debatten &#252;ber Macht, Methoden und Verantwortung der Medien letztlich &#252;berdr&#252;ssigen Landes. Diese Haltung ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich das Mitleid mit Eliten wie den Wulffs in &#252;berschaubaren Grenzen h&#228;lt. Sie werden es schon verdient haben. Und wenn nicht, k&#246;nnen sie sich ja wehren. Grenz&#252;berschreitung, Protest und &#246;ffentliche Aufregung sowie die obligatorischen Diekmann-Konter sind zu Ritualen geworden.</p>
<p>Nicht mehr wehren kann sich ein k&#252;rzlich ermordeter D&#252;sseldorfer Architekt, &#252;ber den die <em>BILD</em> heute in der Regionalausgabe D&#252;sseldorf und online <a href="http://www.bild.de/regional/duesseldorf/duesseldorf/architekt-war-vor-mord-beim-koks-dealer-23076210.bild.html">berichtet</a>. Es sind solche Texte – nicht die realen oder vermeintlichen Kampagnen, die Anma&#223;ung Kai Diekmanns, die Doppelmoral Georg Gaffrons oder die Schmerzlosigkeit, mit der „Prof. Ernst Elitz“ („Gr&#252;ndungsintendant des Deutschlandradios“) f&#252;r die <em>BILD</em> <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ernst-elitz-ein-ausrufezeichen-gegen-muslime/">Auftragsarbeiten</a> verrichtet – an denen die menschenverachtende Perfidie der <em>BILD</em>, die den Exzessen der britischen <em>Sun </em>im Grunde eben doch in nichts (au&#223;er den Methoden) nachsteht, deutlich wird. „Architekt war kurz vorher noch beim Koks-Dealer!“ Unter dieser &#220;berschrift berichtet die <em>BILD</em> &#252;ber „neue Enth&#252;llungen“ im Fall eines in einem <a href="http://www.bild.de/regional/duesseldorf/totschlag/koe-architekt-in-treppenhaus-erschlagen-22945048.bild.html">Hausflur in Flingern erschlagenen</a> Mannes. F&#252;r all jene Leser, die sich nicht vorstellen k&#246;nnen, wie das aussieht, liefert <em>BILD.de</em> ein Foto eines blutverschmierten Hausflurs. Die „Enth&#252;llung“: das Opfer war, „wie BILD erfuhr“, drogenabh&#228;ngig, hatte vor seinem Tod noch seinen Dealer getroffen.</p>
<p>Der wiederum wurde zwar von der (<em>BILD</em> jeden Kommentar verweigernden) Polizei befragt, hat aber, wie auch die Drogenabh&#228;ngigkeit des Opfers, nichts mit der Tat zu tun. Die „Bluttat“ stehe „nicht in Verbindung zur Drogen-Szene“, konzediert auch <em>BILD</em>, was sie aber nicht davon abh&#228;lt, dar&#252;ber zu berichten. Schlie&#223;lich hat Thomas H. „nach au&#223;en hin ein sehr b&#252;rgerliches Leben gef&#252;hrt“. Dieses Bild l&#228;sst sich noch rasch zerst&#246;ren. Warum? Welches Recht hat die &#214;ffentlichkeit, davon zu erfahren? Mit welchen Folgen f&#252;r die Angeh&#246;rigen? Egal. Der Mann ist tot, die „Neuigkeiten“ sind unwiderruflich in der Welt, mit etwaigen Protesten der Hinterbliebenen wird man schon fertig.</p>
<p>Apropos: Wie geht es eigentlich „Freundin (33) und Sohn (6)“ des Architekten mit dem Doppelleben und dem Hang zu Rauschmitteln (mit denen sie bei der <em>BILD</em> nat&#252;rlich nur mittelbar, durch Recherchen im „b&#252;rgerlichen Leben“ anderer, in Ber&#252;hrung kommen)? Was spielt sich noch hinter der „b&#252;rgerlichen Fassade“ der Angeh&#246;rigen ab? H&#246;chste Zeit, dass die Witwensch&#252;ttler ausr&#252;cken.</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42031&amp;md5=17e9a2f829336baf3b8f2450707d9c53" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Leistungsschutzrecht ist geliefert</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 22:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bild wei&#223; es wieder mal zuerst: Das Leistungsschutzrecht soll kommen. In Form einer Lex Google. Aber auch kleinere Aggregatoren k&#246;nnten davon betroffen sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun also doch: Das Leistungsschutzrecht soll <a href="http://netzpolitik.org/2012/axel-springer-kauft-leistungsschutzrecht-bei-koalition/">kommen</a>:</p>
<blockquote><p>„Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen k&#252;nftig f&#252;r die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen. Damit werden die Presseverlage an den Gewinnen gewerblicher Internet-Dienste beteiligt, die diese – mit der bisher unentgeltlichen – Nutzung der Verlagserzeugnisse erzielen. Auch die Urheber sollen eine angemessene finanzielle Beteiligung an der Verwertung des Leistungsschutzrechts erhalten. Einzug und Verteilung der Entgelte soll &#252;ber eine Verwertungsgesellschaft erfolgen. Die Schutzdauer soll ein Jahr betragen. Die private Nutzung von Presseerzeugnissen im Internet wird nicht verg&#252;tungspflichtig, normale User werden also nicht betroffen sein.“</p></blockquote>
<p>Das meldet BILD.</p>
<p>Und der gr&#252;ne Netzpolitiker Konstantin von Notz wettet schon mal dagegen: Das Leistungsschutzrecht, so twitterte er gestern Abend, „wird wegen Ermangelung rechtssicherer Umsetzbarkeit nicht kommen“.</p>
<p><em>Lesen Sie dazu auch: <a href="http://carta.info/19373/verlage-contra-google-der-vergessene-kampf-um-acap/">Verlage contra Google &#8211; Der vergessene Kampf um ACAP</a> (aus dem Jahr 2009!)</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41860&amp;md5=a870468a19f90d5749288347a14a8ffc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Wulff in uns</title>
		<link>http://carta.info/40843/der-wulff-in-uns/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 14:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=40843</guid>
		<description><![CDATA[Wie der Boulevard sich zum Leitstern aufschwingt, wie Medien und Politik ineinander flie&#223;en und was dabei herauskommt, wenn Grenzziehungen, Ma&#223;st&#228;be und Kategorien verloren gehen. Ein Essay &#252;ber den deutschen Selbsthass und den Wulff in uns. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war klar. &#220;ber Weihnachten herrschte lediglich eine Feuerpause. Fest des Friedens und so. Doch dann (in der <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2012/01/03/one-man-show">Januaroffensive</a>) begann die eigentliche Schlacht um den Pr&#228;sidenten. Mit einem geschickt lancierten Tonbandprotokoll&#8230;</p>
<p><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1544">Hier entlang geht&#8217;s zum Beitrag</a></p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40843&amp;md5=aca48f7563b81d6e52d15ac44a51fe22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Letzte Fragen zu Medienkompetenz und Facebook</title>
		<link>http://carta.info/39899/letzte-fragen-zu-medienkompetenz-und-facebook/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 20:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Partyfotos]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>

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		<description><![CDATA[M&#252;ssen sich Facebook-Nutzer vor der Bild-Zeitung f&#252;rchten? Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden versprach erst volle Aufkl&#228;rung — die es dann aber doch nicht gab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor wem sollten sich Facebook-Nutzer f&#252;rchten, wenn es um die unrechtm&#228;&#223;ige Ver&#246;ffentlichung ihrer Partyfotos geht? Na, vor der <em>Bild</em>-Zeitung, h&#246;hnte vor wenigen Tagen der Medienjournalist Stefan Niggemeier auf einer Diskussionsveranstaltung.</p>
<p>Neben Niggemeier auf dem Podium sa&#223; Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden, der abstritt, dass sein Verlag Facebook-Fotos ohne Rechtsgrundlage verwende — und versprach, das im Zweifelsfall „in Ordnung“ zu bringen.</p>
<p>Dabei handelte es sich um ein eher wenig verbindliches Versprechen, wie sich nun zeigt.</p>
<p><strong>Wo m&#246;gen die Party-Fotos wohl landen?</strong></p>
<p>Am vergangenen Dienstag, dem 12. April, hatte die Friedrich-Naumann-Stiftung zur Debatte „<a href="http://carta.info/39729/streaming-internet/">Rechtsetzung und -durchsetzung im digitalen Zeitalter</a>“ geladen &#8211; mit dabei: <a href="http://www.xing.com/profile/Dietrich_vonKlaeden">Dietrich von Klaeden</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Niggemeier">Stefan Niggemeier</a>.</p>
<p>Dabei entspann sich auch folgender Dialog (<a href="http://vimeo.com/22312701">Video</a> ab Minute 3:00, leider sehr schlechte Qualit&#228;t, Text gek&#252;rzt):</p>
<blockquote><p><em>Dietrich von Klaeden</em>: Wir m&#252;ssen die Medienkompetenz insbesondere junger Menschen st&#228;rken, dass sie wissen, was sie machen, wenn sie ihre Partyfotos auf Facebook ver&#246;ffentlichen. Viele wissen n&#228;mlich gar nicht, dass diese Fotos kopiert und weitergemailt werden k&#246;nnen. Und (zu einem Mitpanelisten gewandt) wo unser beider Partyfotos irgendwann mal auftauchen, m&#246;chte ich ehrlich gesagt auch gar nicht wissen …</p>
<p><em>Stefan Niggemeier</em>: Tja, wo m&#246;gen die Party-Fotos wohl landen? Also in meiner Welt: in der <em>Bild</em>-Zeitung. Wenn jemand ein schlimmer Autounfall passiert, dann wird das Partyfoto aus Facebook ohne jede Rechtsgrundlage am n&#228;chsten Tag in der Bild-Zeitung sein.</p>
<p><em>von Klaeden</em>: Herr Niggemeier, ich kann Sie beruhigen. Es wird morgen kein Foto von Ihnen in der <em>Bild</em>-Zeitung sein.</p>
<p><em>Niggemeier</em>: Wir k&#246;nnen nat&#252;rlich gern dar&#252;ber reden, dass auch Axel Springer eine Stiftung f&#252;r Medienkompetenz gr&#252;ndet. Aber der Anfang w&#228;re doch erstmal, dass die <em>Bild</em>-Zeitung sagt, sie h&#228;lt sich an das Urheberrecht und klaut diese Fotos nicht aus Facebook, sie h&#228;lt sich an den Pers&#246;nlichkeitsschutz und verst&#246;&#223;t nicht gegen diese Rechte …</p>
<p><em>Moderator Stefan Krempl</em>: Das Bild-Blog spricht …</p>
<p><em>von Klaeden</em>: Ja, und ich finde vollkommen in Ordnung, dass er das sagt. Warum soll er das nicht vertreten? Es sollen sich n&#228;mlich alle, nicht nur Axel Springer, sondern alle Zeitungen und alle Medien selbstverst&#228;ndlich an das Urheberrecht halten — und wir machen das auch.</p>
<p>Wer einen Rechtsversto&#223; geltend machen m&#246;chte, kann das gerne nachher bei mir tun. Ich leite das dann gerne alles weiter. Ich meine das ganz im Ernst. Ich werde dann daf&#252;r sorgen, dass das in Ordnung kommt. Wenn es wirklich so sein sollte …</p></blockquote>
<p><strong>Die Facebook-Tagesfalle und der Internet-Freund</strong></p>
<p>Am Freitag nach diesem Dialog erschien <em>Bild</em> dann mit folgendem Aufmacher:</p>
<div id="attachment_39904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Tagesfalle_facebook.jpg"><img class="size-full wp-image-39904" title="Tagesfalle_facebook" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Tagesfalle_facebook.jpg" alt="" width="530" height="740" /></a><p class="wp-caption-text">Bild vom 15. April 2011</p></div>
<p>„Linda H. (16) aus Coburg (Bayern)“ wurde, so <em><a href="http://www.bild.de/news/inland/mord/todesfalle-facebook-17432048.bto.html">Bild</a></em>, von ihrem „Internet-Freund“ ermordet. Doch woher stammen die Fotos von Linda H.? Auf Seite 12 der Ausgabe findet sich auch noch das folgende Foto:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Bild3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39905" title="Bild3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Bild3.jpg" alt="" width="600" height="449" /></a></p>
<p>Beide Fotos benutzten auch andere Boulevard-Medien in der Berichterstattung, nicht nur <em>Bild</em>. Als Quelle der Fotos wird bei <em>Bild.de</em> <a href="http://www.bildblog.de/5984/der-falsche-mathe-lehrer-war-der-falsche/"><em>Bild</em>-Autor</a> J&#246;rg V&#246;lkerling <a href="http://www.google.de/imgres?imgurl=http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/linda-20598328-mfbq-17437074/3,h%3D107.bild.jpg&amp;imgrefurl=http://www.bild.de/news/fotos/mord/fg-linda-h-17436132.bild.html&amp;usg=__zrDGwgGb7TbOeQ7AvPs0uubsO74=&amp;h=107&amp;w=143&amp;sz=4&amp;hl=de&amp;start=24&amp;zoom=1&amp;itbs=1&amp;tbnid=tJmBpnF-mv_fvM:&amp;tbnh=70&amp;tbnw=94&amp;prev=/search%3Fq%3DLinda%2BH%2Bfacebook%26start%3D20%26hl%3Dde%26sa%3DN%26gbv%3D2%26ndsp%3D20%26biw%3D1032%26bih%3D663%26tbm%3Disch&amp;ei=hvWuTezZD9H1sgb7_enXDA">benannt</a>.</p>
<p>Es bleibt unklar, ob diese Fotos ihren Weg vom Internet in die <em>Bild</em>-Zeitung rechtm&#228;&#223;ig gefunden haben &#8211; ein Anlass also, bei Dietrich von Klaeden nachzufragen.</p>
<p>Klaeden erkl&#228;rt sich jedoch auf <em>Carta</em>-Anfrage f&#252;r Medienanfragen nicht zust&#228;ndig und verweist auf <em>Bild</em>-Pressesprecher Tobias Fr&#246;hlich als „geeigneten Ansprechpartner“. Fr&#246;hlich wiederum erkl&#228;rt:</p>
<blockquote><p>„Wir legen selbstverst&#228;ndlich Wert darauf, die rechtliche Situation von Fotos zu kl&#228;ren. Allerdings muss ich Sie bezogen auf Ihre aktuelle Frage um Verst&#228;ndnis bitten, dass wir uns zu Redaktionsinterna oder Quellen grunds&#228;tzlich nicht &#228;u&#223;ern.“</p></blockquote>
<p>Zusammenfassung:</p>
<p>Am Dienstag erweckt Dietrich von Klaeden, bei Springer zust&#228;ndig f&#252;r Regierungsbeziehungen, den Eindruck, dass er bei der rechtlich fragw&#252;rdigen Verwendung von Facebook-Fotos durch sein Haus als Ansprechpartner zur Verf&#252;gung st&#252;nde und zur Aufkl&#228;rung beitragen w&#252;rde. Am Freitag verweist er auf die Pressestelle — und ein <em>Bild</em>-Sprecher erg&#228;nzt, dass man sich grunds&#228;tzlich nicht zu Redaktionsinterna und Quellen &#228;u&#223;ere.</p>
<p>Merke: Ausgesprochen glaubw&#252;rdige Lobbyisten versprechen auf Podien nur Dinge, die ihr Haus dem Eindruck nach auch vollst&#228;ndig halten kann.</p>
<p><em>Disclaimer: Zur Herkunft des Aufmacherfotos von Dietrich von Klaeden kann Carta aus grunds&#228;tzlichen &#220;berlegungen keine Angaben machen. Der Autor dieses Textes ist mit Dietrich von Klaeden auf Facebook befreundet, mit Stefan Niggemeier hingegen noch nicht.</em></p>
<p>/th
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		</item>
		<item>
		<title>Ich glaub’, es hackt: Die taz nimmt’s von jedem!</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 11:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Taz]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die taz macht den Kotau vor BILD und druckt eine Anzeige, die man nur drucken kann, wenn man keinen Ausweg mehr wei&#223;. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>BILD</em>-Zeitung, das wissen wir, ist mindestens so dreist wie der von ihr verteidigte Verteidigungsminister. <em>BILD</em> schaltet und waltet Anzeigen nach Belieben (besonders gern nach dem Motto jenes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CwE4mk2fbow">Unternehmers</a> Heinrich Haffenloher, der Baby Schimmerlos in der Medien- und Gesellschaftssatire &#8220;Kir Royal&#8221; kaufen wollte: &#8220;Ich schei&#223; dich zu mit meinem Geld!&#8221;).</p>
<p><object width="480" height="390"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/CwE4mk2fbow?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/CwE4mk2fbow?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="390"></embed></object></p>
<p>In der <em>taz</em> schaltete <em>BILD</em> jetzt eine ganzseitige <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/27/bild-zeitung_wirbt_mit_holofernes-absage/ ">Anzeige</a> mit einem Text von Judith Holofernes, in der die S&#228;ngerin (<em>Wir sind Helden</em>) &#252;ber die „perfide“ <em>BILD</em>-Werbekampagne „BILD dir deine Meinung“ <a href="http://www.bildblog.de/28264/wir-sind-helden-wollen-nicht-fuer-bild-werben/">herzieht</a>. <strong>Eine arrogantere Verh&#246;hnung sowohl der <em>taz</em> als auch der S&#228;ngerin durch eine aus der Springer-Portokasse bezahlte Anzeige kann man sich nicht vorstellen. </strong></p>
<p>Und was macht die <em>taz</em>? Sie <a href="http://www.internet-law.de/2011/02/taz-druckt-holofernes-brief-als-bezahlte-werbeanzeige-der-bild.html">d&#252;piert</a> Holofernes („Interessant &#252;brigens, dass sich die <em>taz</em> daf&#252;r zur Verf&#252;gung <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/da-kommt-niemand-ungeschoren-weg-1/">stellt</a>“) und erkl&#228;rt treuherzig, warum man die ganzseitige Anzeige von <em>BILD</em> genommen hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;Weil die BILD-Zeitung uns daf&#252;r bezahlt. Laut unserer Anzeigenpreisliste kostet eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige unter der Woche 12.555 Euro. Das sind schon ein paar Monatsgeh&#228;lter f&#252;r einen taz-Mitarbeiter. Daher drucken wir auch Anzeigen von Atomkraftunternehmen wie Vattenfall oder von &#214;lkonzernen wie BP. Wir w&#252;rden sogar gerne noch mehr bezahlte Anzeigen von BILD, Vattenfall und BP drucken, aber leider wollen die nicht h&#228;ufiger bei uns Anzeigen schalten. Unabh&#228;ngiger Journalismus muss schlie&#223;lich bezahlt werden und je mehr Geld wir haben, desto mehr k&#246;nnen wir davon machen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Vattenfall und BP schalten ihre Anzeigen allerdings nicht in erster Linie, um die <em>taz</em> damit vorzuf&#252;hren und zu dem&#252;tigen. Dieses Geld h&#228;tte die <em>taz</em> schon aus Selbstschutz und Selbstachtung niemals nehmen d&#252;rfen.</p>
<p>Vor kurzem lehnte der kleine Berufsverband der freien Journalisten <em>Freischreiber</em>* (der auch nicht gerade im Geld schwimmt) eine Spende ab, die aus der Vernichtung und Verh&#246;kerung des Blogs <em>Nerdcore</em> kommen sollte. Der Verband <a href="http://www.freischreiber.de/home/nat&#252;rlich-nehmen-wir-geld-aber-doch-nicht-von-jedem">erkl&#228;rte</a> dem bereitwilligen Spender damals: „Nat&#252;rlich nehmen wir Geld. Aber doch nicht von jedem“.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>*Ich bin Vorstandsmitglied dieses Verbands
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38694&amp;md5=18c1d78ae7bd01e33ee93f24cb944fe6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spiegel: &#8220;Bild&#8221; ist eine Art rechtspopulistische Partei</title>
		<link>http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/</link>
		<comments>http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Feb 2011 20:19:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Titelgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=38596</guid>
		<description><![CDATA[Der Spiegel kn&#246;pft die Bild vor: Springers Boulevardblatt sei mehr als ein Leitmedium - es spiele zunehmend "die Rolle einer rechtspopulistischen Partei". Wirklich &#252;berzeugen kann die Titelgeschichte nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2935fff1ca3f400d8112fea8916bf0c1 width=1" alt="" height="1" />Medienkritik auf dem <em>Spiegel</em>-Titel: Das Nachrichtenmagazin setzt sich in der kommenden Woche h&#246;chst prominent mit der Rolle von <em>Bild </em>in der zu Guttenberg-Aff&#228;re auseinander.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/titel/SP/2011/9/312/titel.jpg"><img class="size-full wp-image-38608  aligncenter" title="spiegel_titel_bild" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/spiegel_titel_bild.jpg" alt="" width="312" height="412" /></a></p>
<p>Das Titelbild zeigt das <em>Bild</em>-Logo aufgebaut aus aufrecht stehenden Streichh&#246;lzern &#8211; darunter der Titel &#8220;Die Brandstifter&#8221;. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biedermann_und_die_Brandstifter">Brandstifter</a>-Metapher spielt darauf an, dass sich <em>Bild</em> nach Einsch&#228;tzung des <em>Spiegel</em> zunehmend wie eine Art rechtspopulistische Partei geriere. Im Lead-Absatz zur Titelgeschichte &#8220;Im Namen des Volkes&#8221; hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>Die <em>Bild-</em>Zeitung, Springers Boulevardblatt, eilte  in der vergangenen Woche t&#228;glich dem wankenden Verteidigungsminister zu  Hilfe, in dieser Form beispiellos. Die Zeitung teilt sich die Rolle  eines deutschen Leitmediums zu, tats&#228;chlich &#252;bernimmt sie die Rolle einer rechtspopulistischen Partei, die im deutschen  Politikbetrieb fehlt.</p></blockquote>
<p>Die Kernthese des Textes lautet: Die Macher von <em>Bild</em> seien neuerdings der Meinung, &#8220;ihr Blatt markiere die <strong>gesellschaftliche Mitte</strong>&#8220;. Tats&#228;chlich aber spiele die Zeitung &#8220;die Rolle einer <strong>rechtspopulistischen Partei</strong>, die es in Deutschland noch nicht gibt.&#8221; Genau auf diese Art wird der Text in der Hausmitteilung des <em>Spiegel</em> vorgestellt.</p>
<p>Der Artikel besteht leider aus einer entt&#228;uschenden <em>Spiegel</em>-Melange aus Geschichtchen, Befindlichkeiten, Analyse-Fragmenten und irgendwelchem F&#252;llstoff:</p>
<p>Wie genau passt die zu Guttenberg-Protektion durch <em>Bild</em> mit dem Rechtspopulismus-Vorwurf zusammen? Wie genau lief die diskursive Inszenierung der zu Guttenberg-Verteidigung in <em>Bild</em>? Wie lautet die rechtspopulistische Agenda von <em>Bild</em>? Wie hat sich die Medienlandschaft um <em>Bild</em> ver&#228;ndert, so dass <em>Bild</em> derart hervorsticht?</p>
<p>All diese Fragen bleiben in der <em>Spiegel</em>-Geschichte im Ungef&#228;hren. Der Text wirkt wie eine hastig mit Bordmitteln zusammengeklaubte Ansammlung von l&#228;ngst Bekanntem. Auch ein Interview mit <em>Bild</em>-Chefredakteur Kai Diekmann vermag wenig Bemerkenswertes zu produzieren.</p>
<p>Der eigentliche Angelpunkt der <em>Spiegel</em>-Geschichte scheint dabei der hohe Einfluss von <em>Bild</em> auf das Politik-Geschehen zu sein, genauer gesagt: auf Angela Merkel. Die Kanzlerin lasse sich von <em>Bild</em> beeindrucken, pflege ausgezeichnete Beziehungen zur Redaktions- und Verlagsf&#252;hrung. <strong><em>Bild</em> spiele sich in der Merkel-Republik selbst zu jenem Volkstribun auf, den die Kanzlerin zu geben nicht gewillt ist</strong>.</p>
<p>Die gemeinsame Klammer von Rechtspopulismus und Guttenberg-Protektion besteht augenscheinlich darin, dass <em>Bild</em> schamlos Mehrheiten f&#252;r populistische, chauvinistische und anti-elit&#228;re Ziele mobilisiert: Die Popularit&#228;t eines Ministers wird zum selbstragenden Argument. Dabei nimmt sich <em>Bild</em> heraus, im &#8220;Namen des Volkes&#8221; zu sprechen und zugleich &#8211; in einer Art Zirkelschlusslogik &#8211; die Meinung des Volkes zu formen. Hierzu h&#228;tte man im <em>Spiegel</em> gerne mehr und mehr analytisch Verdichteteres gelesen.</p>
<p>F&#252;r das Nachrichtenmagazin entfaltet sich der Einfluss von <em>Bild</em> in einer Art Dreischritt:</p>
<p>1. <em>Bild</em> wolle neuerdings die &#8220;gediegene Mitte&#8221; Deutschlands markieren. Bild wolle &#8220;nicht Au&#223;enseiter, sondern Mainstream&#8221; sein. (Anmerkung des Autors: Seit wann wollte Bild jemals Au&#223;enseiter sein?)</p>
<p>2. Bundeskanzlerin Merkel habe &#8220;Angst hat vor Stimmungen, weil sie nicht der Typ des Volkstribun ist, der Stimmungen steuern kann.&#8221; Daher glaube Merkel &#8220;den medialen R&#252;ckenwind des Boulevard zu brauchen.&#8221;</p>
<p>3. <em>Bild </em>habe ein Sendungsbewu&#223;tsein, dass in Teilen offen chauvinistisch und rechtspopulistisch sei. In Kampagnen werde &#8220;publizistisch der Teppich ausgerollt f&#252;r eine Partei, die noch nicht gegr&#252;ndet ist, gef&#252;hrt von einem deutschen J&#246;rg Haider&#8221;, wie Michael Spreng zitiert wird.</p>
<p>Das Zentrum des <em>Bild</em>-Meinungsph&#228;nomens w&#228;hnt der <em>Spiegel</em> bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann (&#8220;kann zwischen populistischer Verk&#252;rzung und sachlicher Argumentation nicht sauber unterscheiden&#8221;) und Springer-Chef Mathias D&#246;pfner (wird von Merkel &#8220;bei Laune&#8221; gehalten).</p>
<p>Im <em>Spiegel</em>-Interview antwortet Kai Diekmann auf die Frage nach der politischen Verortung seines Blattes: &#8220;Zwischen allen St&#252;hlen&#8221;. Und sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Bild</em> fordert Bl&#228;tter wie den <em>Spiegel</em> klar heraus. Heute sind wir nicht mehr nur Leitmedium in Sachen Sport und Unterhaltung, sondern auch im Bereich Politik und Wirtschaft. Wer geh&#246;rt werden will, der kommt an <em>Bild</em> nicht mehr vorbei &#8211; von Petraeus bis Bush, von Ackermann bis Google-Chef Eric Schmidt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich ist man damit ins Zentrum der <em>Spiegel</em>-Emp&#246;rung &#252;ber <em>Bild </em>vorgesto&#223;en: Eine Boulevard-Zeitung mit rechtsproletarischen Instinkten ist zum Leitmedium mit echtem Einfluss auf die Regierungspolitik geworden. Diese Zeitung allein kann einen Minister &#252;ber Tage (Wochen?) im Amt halten &#8211; w&#228;hrend der <em>Spiegel</em> &#8220;<a href="http://carta.info/28895/spiegel-zur-truemmerfrau-merkel-aufhoeren/">Aufh&#246;ren!</a>&#8221; intonieren kann &#8211; und nichts passiert.</p>
<p>Auch diese <em>Spiegel</em>-Titelgeschichte passt dabei ins Muster: Von analytischer Deutungshoheit, von Recherche-Brillanz und subtilem Platzieren von Interpretationsrahmen ist wenig zu sp&#252;ren. Schwer vorstellbar, dass <em>Bild</em> diese Geschichte schaden k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Update:</strong> Hier eine Sammlung der Blog-Reaktionen auf den <em>Spiegel</em>-Titel:</p>
<p>&#8211; JakBlog: <a rel="bookmark" href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/02/27/neu-bei-bildblog-der-spiegel/">Neu bei Bildblog: Der Spiegel</a><br />
&#8220;Man liest Dinge, die jeden Tag bei “Bildblog” hinreichend dokumentiert  sind und man wundert sich, wo eigentlich die eigene Rechercheleistung  einer Truppe von Titel-Autoren bleibt. Der gesamte Titel liest sich wie  eine Zusammenfassung der besten Bildblog-Geschichten der letzten zwei  Jahre &#8230; Journalisten sind keine Alternative zu (Bild-)Blogs-&#8221;</p>
<p>&#8211; Pottblog: <a title="Entt&#228;uschender DER SPIEGEL-Titel 09/2011: BILD –  Die Brandstifter" rel="bookmark" href="http://www.pottblog.de/2011/02/27/enttaeuschender-der-spiegel-titel-092011-bild-die-brandstifter/">Entt&#228;uschender DER SPIEGEL-Titel 09/2011: BILD – Die  Brandstifter</a></p>
<p>&#8220;Viel L&#228;rm um nichts w&#228;re &#252;bertrieben. Aber irgendwo in der N&#228;he  dieser Beurteilung bewegt sich meiner Meinung nach das Titelthema des  aktuellen Spiegels. &#8230; Es zeugt schon von einer gewissen Chuzpe, dass man diese  Titelgeschichte bringt ohne auch nur ein einziges Mal das BILDblog zu  erw&#228;hnen oder gar zu verlinken.&#8221;</p>
<p>&#8211; Mehr habe ich leider noch nicht gefunden. Hinweise gerne in den Kommentaren.
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<a href="http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/">Spiegel: &#8220;Bild&#8221; ist eine Art rechtspopulistische Partei</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/#comments">62 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38596&amp;md5=28853e869da07ab6e12cbd19a04f5077" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Assange oder Die Zurichtung einer Kanaille</title>
		<link>http://carta.info/38004/assange-oder-die-zurichtung-einer-kanaille/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 18:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist v&#246;llig klar, dass nach Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg nun Julian Assange der n&#228;chste Antiheld im Kino werden muss. BILD schreibt vermutlich schon am Drehbuch f&#252;r RTL.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ehe zwischen den Leitmedien und <em>WikiLeaks</em> war heftig, aber kurz. Am Ende ist sie geplatzt wie ein fehlerhaftes Kondom. Es war eine amour fou, eine verr&#252;ckte Liebe. Oder vielleicht doch eine Zweckheirat? (Bleibt die Frage: Wer benutzte hier wen?)</p>
<p>Jetzt, nach der Trennung, folgt der schmutzige Rosenkrieg. <em><a href="http://www.nytimes.com/2011/01/30/magazine/30Wikileaks-t.html?_r=1&amp;pagewanted=all">New York Times</a> </em>und <em>Guardian</em> haben sich bereits &#246;ffentlich distanziert, der <em>Spiegel</em> schwankt noch, aber die <a href="http://www.zeit.de/2011/06/Buecher-machen-Politik-WikiLeaks">Bestseller</a> werden bereits um die Wette <a href="http://www.zeit.de/2011/06/Buecher-machen-Politik-WikiLeaks">geschrieben</a>. Mancher Journalist m&#246;chte noch ein wenig teilhaben an der Weltfigur Assange. Dessen schillernder Charakter ist der ideale Transmissionsriemen f&#252;r Abrechnung &amp; Auflage.</p>
<p>Nehmen wir nur die BILD-Zeitung als oberste &#8216;feministische&#8217; Kronzeugin im Fall Assange: Igitt, der Mann duscht nicht, er tr&#228;gt Frauenkleider &#8211; und er dr&#252;ckt nicht mal die Klosp&#252;lung!! Ein Monster!!!! Vielleicht sogar ein Wiederg&#228;nger des M&#228;dchenm&#246;rders Jean-Baptiste Grenouille?</p>
<p><span style="color: #ffffff;">. </span></p>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/27/wikileaks-julian-assange/new-york-times-rechnet-ab-arrogant-und-ungepflegt.html">27. Januar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>WikiLeaks-Chef Assange: ‚Arrogant und ungepflegt’</strong></p>
<p>„Ein Reporter der Zeitung (NYT) habe etwa nach einem Treffen mit Assange berichtet: ‚Er war zerzaust, sah aus wie ein Obdachloser, trug ein verknittertes Sportsakko, ein verschmutztes Hemd, abgewetzte Turnschuhe, dreckige Socken – und roch, als h&#228;tte er sich seit Tagen nicht mehr geduscht.’“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/31/wikileaks-julian-assange-als-alte-dame/angst-vor-cia-in-neuer-biografie.html">31. Januar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Julian Assange verkleidet sich als alte Dame</strong></p>
<p>„Vorsichtig huscht die Figur an einem schummrigen Abend in London von einer Haust&#252;r in ein zerbeultes rotes Auto. Die Figur kann als Frau durchgehen. Bei ihr ein grimmig guckender Mann mit nordischen Gesichtsz&#252;gen und ein paar junge Nerds. Einer scheint der alten Dame ihre Jacke zu reichen.“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/03/wikileaks-julian-assange-ermittlungsakte/im-internet-aufgetaucht.html">3. Februar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Assanges Ermittlungsakte im Internet aufgetaucht</strong></p>
<p>„Die Ermittlungsakte zu den Vergewaltigungsvorw&#252;rfen gegen den Wikileaks-Gr&#252;nder tauchten im Internet auf! <em>Und die sind schonungslos:</em> Ein Assange, der kaltschn&#228;uzig ungesch&#252;tzten Sex verteidigt und weder die Toilette sp&#252;lt noch duscht!“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/07/wikileaks-chef-assange-vor-gericht/wird-er-nach-schweden-ausgeliefert.html">7. Februar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Die Schlinge zieht sich zu</strong></p>
<p>„Assange, im dunklen Anzug mit violettfarbener Krawatte, hat demnach gut grinsen. Zudem hat er wieder prominente Unterst&#252;tzer dabei: <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/12/08/wikileaks-chef-julian-assange-jetzt/kaempft-die-milliardaerin-jemima-khan-fuer-ihn.html">die sch&#246;ne Milliard&#228;rs-Tochter Jemima Khan (36)</a>, Menschrechtsaktivistin und Supermodel der 1970er, Bianca Jagger, sowie der britische Labour-Politiker Tony Benn.“</p></blockquote>
<p>Und dazu der scheinheilige BILD-Kommentar:</p>
<blockquote><p><em>„Egal, wie das Urteil gegen Assange ausf&#228;llt – f&#252;r Wikileaks ist das Verfahren schon jetzt eine Niederlage: Statt der Inhalte der Enth&#252;llungsplattform steht immer mehr Assanges schwierige Pers&#246;nlichkeit im Vordergrund.“</em></p></blockquote>
<p>Allerdings kann auch die BILD-Zeitung in ihrer hochmoralischen Ernsthaftigkeit noch &#252;bertroffen werden. Etwa durch den todesmutigen <em>Blick</em> auf ‚Das Kondom des Grauens’. <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/polizei-fotos-des-kondoms-aufgetaucht-165929">Schlagzeile</a> am 3. Februar: „Polizei-Fotos des Vergewaltigungs-Kondoms aufgetaucht“!</p>
<p>Was f&#252;r ein grauenhafter Anblick!!
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		<title>Der BILD-Minister</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 10:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Heinz-Oskar Vetter, dem fr&#252;heren DGB-Vorsitzenden, stammt der Satz: “Wer sich in BILD begibt, kommt darin um”. So weit ist es zwar bei Verteidigungsminister zu Guttenberg noch nicht, aber seine N&#228;he zu BILD k&#246;nnte f&#252;r ihn verh&#228;ngnisvoll werden. BILD war ma&#223;geblich daran beteiligt, ihn zum beliebtesten Politiker hochzuschreiben. Welche Rolle spielt die Zeitung bei seinem m&#246;glichen Abstieg?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Guttenberg posierte in Top-Gun-Pose auf Seite 1 f&#252;r die 3D-Ausgabe  von BILD, seine Frau ist Botschafterin der BILD-Aktion “Ein Herz f&#252;r  Kinder”. <strong>Kaum ein Zeitungstag ohne zu Guttenberg</strong>. Er verkaufte sich  selbst gut und verkaufte sich auch gut. Immer wieder feierte ihn BILD  seitenweise und verteidigte ihn und seine Frau, wenn Kritik aufkam – zum  Beispiel an der Reise seiner Ehefrau mit ihm nach Afghanistan: “Wir  finden sie gutt”. Und eine mit zu Guttenbergs  befreundete BamS-Redakteurin schrieb seine liebevolle Biographie.</p>
<p>Jetzt k&#246;nnte zu Guttenbergs N&#228;he zu BILD zumindest zum Karriereknick  f&#252;hren. Am vergangenen Freitag warnte zu Guttenberg in der  “Gorch-Fock”-Aff&#228;re noch vor Vorverurteilung, um dann am selben Tag kurz  vor Mitternacht nach dem Anruf eines BILD-Redakteurs den Kommandanten  zu suspendieren. Die Zeitung mit dem Bericht &#252;ber weitere Missst&#228;nde auf  dem Segelschulschiff war noch gar nicht erschienen, als der bis dahin  angesehene Offizier schon abberufen war.</p>
<p>So viel zum Thema Vorverurteilung und dar&#252;ber, wie bei der Bundeswehr  eine objektive Untersuchung aussieht. Eine Zeitung aber kann nie der  Ratgeber eines Ministers sein, denn sie hat ihre eigene Logik, die nur  in Sch&#246;nwetterzeiten mit der des Politikers &#252;bereinstimmt.</p>
<p>Und in der Aff&#228;re um den Tod eines Soldaten in Afghanistan, der  angeblich beim Waffenreinigen starb, informierte zu Guttenbergs   parlamentarischer Staatssekret&#228;r Kossendey zu einem Zeitpunkt das  Parlament falsch, als schon l&#228;ngst klar war, dass der Soldat Opfer eines  Kameraden wurde, der offenbar “in spielerischer Weise” mit seiner Waffe  umging.</p>
<p><strong>Zu Guttenberg hat zumindest sein Ministerium nicht im Griff.</strong> Information ist aber in einem solch skandaltr&#228;chtigen Ministeriums nicht  nur eine Bring-, sondern auch eine Holschuld. Zu Guttenberg, der  w&#228;hrend einer Reise mit der Kanzlerin vom Tod des Soldaten erfuhr, h&#228;tte  sich selbst erkundigen m&#252;ssen, was es Neues in dem Fall gibt.  Denn offenbar wusste er schon sehr fr&#252;h, dass ein zweiter Soldat  beteiligt war.</p>
<p>Der Verteidigungs- und Medienminister in eigener Sache, der immer  darauf aus war, “bella Figura” zu machen, macht keine gute Figur. Er  darf sich auch nicht wundern, dass jetzt alle &#252;ber ihn herfallen und  auch diejenigen ihn runterzuschreiben versuchen, die ihn vorher  hochgeschrieben haben. So sind halt die Gesetze der Medien, so ist der  ber&#252;hmte Paternoster-Effekt. Und die politischen Neider, die eine  sichere Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag haben, fallen jetzt nur zu  gern &#252;ber zu Guttenberg her. Es gibt keinen funktionierenden Firewall  f&#252;r zu Guttenberg mehr – weder gegen&#252;ber den Medien noch im Verh&#228;ltnis  zu Parlament und Regierungsparteien.</p>
<p>Wenn er daraus lernt, kann zu Guttenberg die Skandale und Aff&#228;ren  &#252;berstehen. Lernen hei&#223;t: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Sich selbst  k&#252;mmern, im Ministerium und in der Truppe aufr&#228;umen, ein Fr&#252;hwarnsystem  installieren, die Informationswege neu organisieren. <strong>Mehr Ministerium,  weniger Medien</strong>. <strong>Mehr harte Arbeit, kein Medien-Posing und  keine Homestories mehr, weniger gesellschaftliche Auftritte</strong>. Wenn zu  Guttenberg das macht, kann er die Aff&#228;ren &#252;berstehen und dann vielleicht  sogar gest&#228;rkt daraus hervorgehen.</p>
<p><a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3593">crosspost</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37484&amp;md5=5df656638170b71e1f96995bca7b89e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hartz-IV-Agenda-Setting: Auf die Gr&#246;&#223;e kommt es an</title>
		<link>http://carta.info/34350/hartz-iv-agendasetting-auf-die-groesse-kommt-es-an/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 11:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich am Samstag in Bild &#252;ber die Hart-IV-Pl&#228;ne der Bundesregierung informieren wollte, musste etwas genauer hinschauen als in anderen Zeitungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich heute  in <em>Bild </em>&#252;ber die Pl&#228;ne der Bundesregierung zu den Hartz-IV-S&#228;tzen informieren wollte, musste etwas genauer hinschauen:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34352" title="bild5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild5t.jpg" alt="" width="600" height="375" /></a></p>
<p>Dabei kann man annehmen, dass viele der rund 6,5 Mio. Hartz-IV-Empf&#228;nger sich gerne auch ausf&#252;hrlicher in <em>Bild </em>&#252;ber das Thema informiert h&#228;tten.</p>
<p>Etwas anders sch&#228;tzten die Nachricht von der angeblich geplanten 20-Euro-Erh&#246;hung andere Zeitungen ein:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/faz5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34354" title="faz5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/faz5t.jpg" alt="" width="378" height="475" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/sz5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34355" title="sz5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/sz5t.jpg" alt="" width="381" height="447" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/tagesp5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34356" title="tagesp5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/tagesp5t.jpg" alt="" width="387" height="474" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/kurier5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34357" title="kurier5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/kurier5t.jpg" alt="" width="360" height="440" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/rh5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34358" title="rh5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/rh5t.jpg" alt="" width="337" height="461" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/aat5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34359" title="aat5" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/aat5.jpg" alt="" width="336" height="443" /></a></p>
<p>Zur Vollst&#228;ndigkeit des Bildes muss hingegen darauf hingewiesen werden, dass <em>Bild </em>gestern folgenderma&#223;en aufmachte:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bildgestern.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34360" title="bildgestern" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bildgestern.jpg" alt="" width="337" height="462" /></a></p>
<p>Fazit: An einer mehrt&#228;gigen Mobilisierung der Hartz-IV-Empf&#228;nger gegen die Pl&#228;ne der Regierung Merkel wollte sich <em>Bild </em>nicht beteiligen.</p>
<p>Die Publizistik kennt eine merkw&#252;rdige &#8220;Nachrichtenwert-Theorie&#8221;, wonach eine Nachricht eine objektive Titelrelevanz habe. Tage wie heute zeigen, dass das grober Unfug ist.
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		<title>Merkel &#252;ber Bilds Sarrazin-Apologie: &#8220;Ein Problem mit der Meinungsfreiheit? Nat&#252;rlich nicht.&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 10:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angela Merkel tritt nicht nur "mutig" f&#252;r die Meinungsfreiheit ein, wie sich Bild freut. Sie erkl&#228;rt Bild auch sehr deutlich, dass es im Falle Sarrazin nicht um Meinungsfreiheit gehe. Entsprechende Mechanismen seien doch im Hause Springer bestens bekannt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/46b55661d6814539a1f860b543661ef6" alt="" width="1" height="1" />&#8220;Merkels mutigster Auftritt!&#8221;, titelt <em>Bild</em> heute begeistert. Die Bundeskanzlerin habe mit &#8220;gro&#223;er Geste&#8221; den islamkritischen Karikaturisten Kurt Westergaard geehrt. Dies sei ein &#8220;gro&#223;es Bekenntnis zur Freiheit der Presse und der Meinungen&#8221;.</p>
<p>&#8220;Merkel preist die Kraft der Freiheit&#8221;, verk&#252;ndet die &#220;berschrift des gro&#223;en <em>Bild</em>-Seite-2-Artikels zur Preisverleihung. Nikolaus Blome souffliert im <a href="http://www.bild.de/BILD/news/standards/kommentar/2010/09/09/kommentar-von-nikolaus-blome.html">Kommentar</a>: &#8220;Genau diese Gelassenheit [der Kanzlerin] st&#252;nde auch manchem Kritiker  von Thilo Sarrazin gut an.&#8221;</p>
<div id="attachment_33619" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild-9_9_.jpg"><img class="size-full wp-image-33619" style="border: 1px solid black;" title="bild 9_9_" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild-9_9_.jpg" alt="" width="250" height="351" /></a><p class="wp-caption-text">Bild-Titel vom 09.09.10: Merkels mutigster Auftritt</p></div>
<p>Man k&#246;nnte annehmen, Merkel habe sich mit Verleihung eines Preises zum &#8220;<a href="http://www.m100potsdam.org/M100/Medienpreis/idee_start.php">Schutz  der freien Meinungs&#228;u&#223;erung</a>&#8221; an den Islamkritiker Westergaard indirekt auch f&#252;r die <strong>Meinungsfreiheit von Thilo Sarrazin</strong> eingesetzt. Genau eine solche Geste h&#228;tte <em>Bild</em> sehr gerne gesehen. Schlie&#223;lich k&#228;mpft <em>Bild</em> seit Samstag nach eigenen Angaben f&#252;r die Meinungsfreiheit des Bundesbankvorstands (<a href="http://carta.info/33358/bild-erliegt-dem-boulevard-gen-man-wird-doch-wohl-noch-sagen-duerfen-kampagne-fuer-sarrazin/"><em>Carta</em>-Text</a>).</p>
<p>Das genaue Gegenteil ist der Fall. Merkel verwahrte sich in ihrer Rede gestern sehr deutlich gegen die <em>Bild</em>-Interpretation, wonach es im Falle Sarrazin vornehmlich um &#8220;Meinungsfreiheit&#8221; und &#8220;Sprechverbote&#8221; gehe.</p>
<p>Merkel sagte (<a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2010/09/2010-09-09-bkin-rede-potsam.html">Redemitschrift</a>, Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>&#8220;In allen Medien ging es schnell um die Frage, was man in  Deutschland sagen darf und was nicht. <strong>Das Thema Sarrazin ist aber gerade  kein Thema der Gef&#228;hrdung der Meinungsfreiheit</strong>, sondern es geht darum,  ob und gegebenenfalls welche Folgen zum Beispiel ein Buch f&#252;r einen  Autor in einer besonders wichtigen &#246;ffentlich-rechtlichen Institution  haben kann oder nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Kanzlerin bezog sich in ihrer Rede auch explizit auf die vieldiskutierte <em>Bild</em>-Ausgabe vom Samstag. <em>Bild</em> habe die &#8220;vererbungstheoretischen Fragen&#8221; bei ihrer Verteidigung Sarrazins kurzerhand unter den Tisch fallen lassen (Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>&#8220;Die &#8220;BILD&#8221;-Zeitung machte letzten Samstag unter Bezug auf diese  Debatte auf Seite 1 mit den Schlagzeilen auf: &#8220;BILD k&#228;mpft f&#252;r  Meinungsfreiheit. Das wird man ja wohl noch sagen d&#252;rfen&#8221;. Nebenbei:  Wenn ich mir hier gerade &#8220;BILD&#8221; rauspicke, dann erstens nur  stellvertretend f&#252;r viele andere Medien mit &#228;hnlicher oder gleicher  Sto&#223;richtung, und zweitens weil ich davon &#252;berzeugt bin, dass &#8220;BILD&#8221; das  aushalten kann.</p>
<p>Also weiter – auf Seite 2 schrieb &#8220;BILD&#8221; am Samstag  dann: &#8220;Neun unbequeme Meinungen und die Fakten. Diese S&#228;tze muss man  sagen d&#252;rfen, weil….&#8221; Es geht um S&#228;tze wie diese: &#8220;Ich will mich nicht  daf&#252;r entschuldigen m&#252;ssen, Deutscher zu sein; wer arbeitet, darf nicht  der Dumme sein; auf den Schulh&#246;fen muss Deutsch gesprochen werden;  Kindersch&#228;nder geh&#246;ren f&#252;r immer weggesperrt.&#8221;<strong> </strong></p>
<p><strong>Dem aufmerksamen Leser  wird aufgefallen sein, dass S&#228;tze zu biologistischen oder  vererbungstheoretischen Fragen in dem Artikel zur Verteidigung der  Meinungsfreiheit nicht auftauchten. </strong>Aber das sei nur am Rande bemerkt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Um zu veranschaulichen, dass Thilo Sarrazin als Angesteller der Bundesbank an bestimmte Grunds&#228;tze gebunden sei &#8211; und dies keinesfalls als Eingriff in seine Meinungsfreiheit zu interpretieren sei, bezog sich Merkel ganz gelassen auf die <a href="http://www.axelspringer.de/artikel/Unternehmensgrundsaetze_40574.html">Unternehmensgrunds&#228;tze</a> des Hauses Springer:</p>
<blockquote><p>So werden <strong>in der Unternehmenssatzung eines gro&#223;en deutschen  Verlags f&#252;nf gesellschaftspolitische Unternehmensgrunds&#228;tze</strong> genannt,  unter anderem zur F&#246;rderung der europ&#228;ischen Einigung, zur Sicherung des  Existenzrechts Israels und zur Verteidigung der Sozialen  Marktwirtschaft, um drei von ihnen zu nennen. <strong>Ein Problem mit der  Meinungsfreiheit? Nat&#252;rlich nicht</strong>, vermute ich.</p></blockquote>
<p><em>Bild</em> <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/08/preis-verleihung-mohammed-karikaturist-kurt-westergaard/hg-rede-im-wortlaut/kanzlerin-angela-merkel.html">dokumentiert</a> weite Teile der Kanzlerinnen-Rede heute auf Seite 2. Das Zitat, wonach es bei der Sarrazin-Debatte nicht um die Meinungsfreiheit ginge, ist enthalten. Die Passagen &#252;ber die fehlenden vererbungstheoretischen Aspekte beim <em>Bild</em>-Diskurs und der Verweis auf die Unternehmensgrunds&#228;tze von Axel Springer fehlen hingegen in der Aufbereitung.
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