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	<title>CARTA &#187; Bild</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Der Wulff in uns</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 14:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie der Boulevard sich zum Leitstern aufschwingt, wie Medien und Politik ineinander flie&#223;en und was dabei herauskommt, wenn Grenzziehungen, Ma&#223;st&#228;be und Kategorien verloren gehen. Ein Essay &#252;ber den deutschen Selbsthass und den Wulff in uns. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war klar. &#220;ber Weihnachten herrschte lediglich eine Feuerpause. Fest des Friedens und so. Doch dann (in der <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2012/01/03/one-man-show">Januaroffensive</a>) begann die eigentliche Schlacht um den Pr&#228;sidenten. Mit einem geschickt lancierten Tonbandprotokoll&#8230;</p>
<p><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1544">Hier entlang geht&#8217;s zum Beitrag</a></p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40843&amp;md5=aca48f7563b81d6e52d15ac44a51fe22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Letzte Fragen zu Medienkompetenz und Facebook</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 20:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Partyfotos]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>

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		<description><![CDATA[M&#252;ssen sich Facebook-Nutzer vor der Bild-Zeitung f&#252;rchten? Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden versprach erst volle Aufkl&#228;rung — die es dann aber doch nicht gab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor wem sollten sich Facebook-Nutzer f&#252;rchten, wenn es um die unrechtm&#228;&#223;ige Ver&#246;ffentlichung ihrer Partyfotos geht? Na, vor der <em>Bild</em>-Zeitung, h&#246;hnte vor wenigen Tagen der Medienjournalist Stefan Niggemeier auf einer Diskussionsveranstaltung.</p>
<p>Neben Niggemeier auf dem Podium sa&#223; Axel-Springer-Vertreter Dietrich von Klaeden, der abstritt, dass sein Verlag Facebook-Fotos ohne Rechtsgrundlage verwende — und versprach, das im Zweifelsfall „in Ordnung“ zu bringen.</p>
<p>Dabei handelte es sich um ein eher wenig verbindliches Versprechen, wie sich nun zeigt.</p>
<p><strong>Wo m&#246;gen die Party-Fotos wohl landen?</strong></p>
<p>Am vergangenen Dienstag, dem 12. April, hatte die Friedrich-Naumann-Stiftung zur Debatte „<a href="http://carta.info/39729/streaming-internet/">Rechtsetzung und -durchsetzung im digitalen Zeitalter</a>“ geladen &#8211; mit dabei: <a href="http://www.xing.com/profile/Dietrich_vonKlaeden">Dietrich von Klaeden</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Niggemeier">Stefan Niggemeier</a>.</p>
<p>Dabei entspann sich auch folgender Dialog (<a href="http://vimeo.com/22312701">Video</a> ab Minute 3:00, leider sehr schlechte Qualit&#228;t, Text gek&#252;rzt):</p>
<blockquote><p><em>Dietrich von Klaeden</em>: Wir m&#252;ssen die Medienkompetenz insbesondere junger Menschen st&#228;rken, dass sie wissen, was sie machen, wenn sie ihre Partyfotos auf Facebook ver&#246;ffentlichen. Viele wissen n&#228;mlich gar nicht, dass diese Fotos kopiert und weitergemailt werden k&#246;nnen. Und (zu einem Mitpanelisten gewandt) wo unser beider Partyfotos irgendwann mal auftauchen, m&#246;chte ich ehrlich gesagt auch gar nicht wissen …</p>
<p><em>Stefan Niggemeier</em>: Tja, wo m&#246;gen die Party-Fotos wohl landen? Also in meiner Welt: in der <em>Bild</em>-Zeitung. Wenn jemand ein schlimmer Autounfall passiert, dann wird das Partyfoto aus Facebook ohne jede Rechtsgrundlage am n&#228;chsten Tag in der Bild-Zeitung sein.</p>
<p><em>von Klaeden</em>: Herr Niggemeier, ich kann Sie beruhigen. Es wird morgen kein Foto von Ihnen in der <em>Bild</em>-Zeitung sein.</p>
<p><em>Niggemeier</em>: Wir k&#246;nnen nat&#252;rlich gern dar&#252;ber reden, dass auch Axel Springer eine Stiftung f&#252;r Medienkompetenz gr&#252;ndet. Aber der Anfang w&#228;re doch erstmal, dass die <em>Bild</em>-Zeitung sagt, sie h&#228;lt sich an das Urheberrecht und klaut diese Fotos nicht aus Facebook, sie h&#228;lt sich an den Pers&#246;nlichkeitsschutz und verst&#246;&#223;t nicht gegen diese Rechte …</p>
<p><em>Moderator Stefan Krempl</em>: Das Bild-Blog spricht …</p>
<p><em>von Klaeden</em>: Ja, und ich finde vollkommen in Ordnung, dass er das sagt. Warum soll er das nicht vertreten? Es sollen sich n&#228;mlich alle, nicht nur Axel Springer, sondern alle Zeitungen und alle Medien selbstverst&#228;ndlich an das Urheberrecht halten — und wir machen das auch.</p>
<p>Wer einen Rechtsversto&#223; geltend machen m&#246;chte, kann das gerne nachher bei mir tun. Ich leite das dann gerne alles weiter. Ich meine das ganz im Ernst. Ich werde dann daf&#252;r sorgen, dass das in Ordnung kommt. Wenn es wirklich so sein sollte …</p></blockquote>
<p><strong>Die Facebook-Tagesfalle und der Internet-Freund</strong></p>
<p>Am Freitag nach diesem Dialog erschien <em>Bild</em> dann mit folgendem Aufmacher:</p>
<div id="attachment_39904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Tagesfalle_facebook.jpg"><img class="size-full wp-image-39904" title="Tagesfalle_facebook" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Tagesfalle_facebook.jpg" alt="" width="530" height="740" /></a><p class="wp-caption-text">Bild vom 15. April 2011</p></div>
<p>„Linda H. (16) aus Coburg (Bayern)“ wurde, so <em><a href="http://www.bild.de/news/inland/mord/todesfalle-facebook-17432048.bto.html">Bild</a></em>, von ihrem „Internet-Freund“ ermordet. Doch woher stammen die Fotos von Linda H.? Auf Seite 12 der Ausgabe findet sich auch noch das folgende Foto:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Bild3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39905" title="Bild3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/Bild3.jpg" alt="" width="600" height="449" /></a></p>
<p>Beide Fotos benutzten auch andere Boulevard-Medien in der Berichterstattung, nicht nur <em>Bild</em>. Als Quelle der Fotos wird bei <em>Bild.de</em> <a href="http://www.bildblog.de/5984/der-falsche-mathe-lehrer-war-der-falsche/"><em>Bild</em>-Autor</a> J&#246;rg V&#246;lkerling <a href="http://www.google.de/imgres?imgurl=http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/linda-20598328-mfbq-17437074/3,h%3D107.bild.jpg&amp;imgrefurl=http://www.bild.de/news/fotos/mord/fg-linda-h-17436132.bild.html&amp;usg=__zrDGwgGb7TbOeQ7AvPs0uubsO74=&amp;h=107&amp;w=143&amp;sz=4&amp;hl=de&amp;start=24&amp;zoom=1&amp;itbs=1&amp;tbnid=tJmBpnF-mv_fvM:&amp;tbnh=70&amp;tbnw=94&amp;prev=/search%3Fq%3DLinda%2BH%2Bfacebook%26start%3D20%26hl%3Dde%26sa%3DN%26gbv%3D2%26ndsp%3D20%26biw%3D1032%26bih%3D663%26tbm%3Disch&amp;ei=hvWuTezZD9H1sgb7_enXDA">benannt</a>.</p>
<p>Es bleibt unklar, ob diese Fotos ihren Weg vom Internet in die <em>Bild</em>-Zeitung rechtm&#228;&#223;ig gefunden haben &#8211; ein Anlass also, bei Dietrich von Klaeden nachzufragen.</p>
<p>Klaeden erkl&#228;rt sich jedoch auf <em>Carta</em>-Anfrage f&#252;r Medienanfragen nicht zust&#228;ndig und verweist auf <em>Bild</em>-Pressesprecher Tobias Fr&#246;hlich als „geeigneten Ansprechpartner“. Fr&#246;hlich wiederum erkl&#228;rt:</p>
<blockquote><p>„Wir legen selbstverst&#228;ndlich Wert darauf, die rechtliche Situation von Fotos zu kl&#228;ren. Allerdings muss ich Sie bezogen auf Ihre aktuelle Frage um Verst&#228;ndnis bitten, dass wir uns zu Redaktionsinterna oder Quellen grunds&#228;tzlich nicht &#228;u&#223;ern.“</p></blockquote>
<p>Zusammenfassung:</p>
<p>Am Dienstag erweckt Dietrich von Klaeden, bei Springer zust&#228;ndig f&#252;r Regierungsbeziehungen, den Eindruck, dass er bei der rechtlich fragw&#252;rdigen Verwendung von Facebook-Fotos durch sein Haus als Ansprechpartner zur Verf&#252;gung st&#252;nde und zur Aufkl&#228;rung beitragen w&#252;rde. Am Freitag verweist er auf die Pressestelle — und ein <em>Bild</em>-Sprecher erg&#228;nzt, dass man sich grunds&#228;tzlich nicht zu Redaktionsinterna und Quellen &#228;u&#223;ere.</p>
<p>Merke: Ausgesprochen glaubw&#252;rdige Lobbyisten versprechen auf Podien nur Dinge, die ihr Haus dem Eindruck nach auch vollst&#228;ndig halten kann.</p>
<p><em>Disclaimer: Zur Herkunft des Aufmacherfotos von Dietrich von Klaeden kann Carta aus grunds&#228;tzlichen &#220;berlegungen keine Angaben machen. Der Autor dieses Textes ist mit Dietrich von Klaeden auf Facebook befreundet, mit Stefan Niggemeier hingegen noch nicht.</em></p>
<p>/th
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		</item>
		<item>
		<title>Ich glaub’, es hackt: Die taz nimmt’s von jedem!</title>
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		<comments>http://carta.info/38694/ich-glaub-es-hackt-die-taz-nimmts-von-jedem/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 11:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die taz macht den Kotau vor BILD und druckt eine Anzeige, die man nur drucken kann, wenn man keinen Ausweg mehr wei&#223;. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>BILD</em>-Zeitung, das wissen wir, ist mindestens so dreist wie der von ihr verteidigte Verteidigungsminister. <em>BILD</em> schaltet und waltet Anzeigen nach Belieben (besonders gern nach dem Motto jenes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CwE4mk2fbow">Unternehmers</a> Heinrich Haffenloher, der Baby Schimmerlos in der Medien- und Gesellschaftssatire &#8220;Kir Royal&#8221; kaufen wollte: &#8220;Ich schei&#223; dich zu mit meinem Geld!&#8221;).</p>
<p><object width="480" height="390"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/CwE4mk2fbow?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/CwE4mk2fbow?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="390"></embed></object></p>
<p>In der <em>taz</em> schaltete <em>BILD</em> jetzt eine ganzseitige <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/02/27/bild-zeitung_wirbt_mit_holofernes-absage/ ">Anzeige</a> mit einem Text von Judith Holofernes, in der die S&#228;ngerin (<em>Wir sind Helden</em>) &#252;ber die „perfide“ <em>BILD</em>-Werbekampagne „BILD dir deine Meinung“ <a href="http://www.bildblog.de/28264/wir-sind-helden-wollen-nicht-fuer-bild-werben/">herzieht</a>. <strong>Eine arrogantere Verh&#246;hnung sowohl der <em>taz</em> als auch der S&#228;ngerin durch eine aus der Springer-Portokasse bezahlte Anzeige kann man sich nicht vorstellen. </strong></p>
<p>Und was macht die <em>taz</em>? Sie <a href="http://www.internet-law.de/2011/02/taz-druckt-holofernes-brief-als-bezahlte-werbeanzeige-der-bild.html">d&#252;piert</a> Holofernes („Interessant &#252;brigens, dass sich die <em>taz</em> daf&#252;r zur Verf&#252;gung <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/da-kommt-niemand-ungeschoren-weg-1/">stellt</a>“) und erkl&#228;rt treuherzig, warum man die ganzseitige Anzeige von <em>BILD</em> genommen hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;Weil die BILD-Zeitung uns daf&#252;r bezahlt. Laut unserer Anzeigenpreisliste kostet eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige unter der Woche 12.555 Euro. Das sind schon ein paar Monatsgeh&#228;lter f&#252;r einen taz-Mitarbeiter. Daher drucken wir auch Anzeigen von Atomkraftunternehmen wie Vattenfall oder von &#214;lkonzernen wie BP. Wir w&#252;rden sogar gerne noch mehr bezahlte Anzeigen von BILD, Vattenfall und BP drucken, aber leider wollen die nicht h&#228;ufiger bei uns Anzeigen schalten. Unabh&#228;ngiger Journalismus muss schlie&#223;lich bezahlt werden und je mehr Geld wir haben, desto mehr k&#246;nnen wir davon machen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Vattenfall und BP schalten ihre Anzeigen allerdings nicht in erster Linie, um die <em>taz</em> damit vorzuf&#252;hren und zu dem&#252;tigen. Dieses Geld h&#228;tte die <em>taz</em> schon aus Selbstschutz und Selbstachtung niemals nehmen d&#252;rfen.</p>
<p>Vor kurzem lehnte der kleine Berufsverband der freien Journalisten <em>Freischreiber</em>* (der auch nicht gerade im Geld schwimmt) eine Spende ab, die aus der Vernichtung und Verh&#246;kerung des Blogs <em>Nerdcore</em> kommen sollte. Der Verband <a href="http://www.freischreiber.de/home/nat&#252;rlich-nehmen-wir-geld-aber-doch-nicht-von-jedem">erkl&#228;rte</a> dem bereitwilligen Spender damals: „Nat&#252;rlich nehmen wir Geld. Aber doch nicht von jedem“.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>*Ich bin Vorstandsmitglied dieses Verbands
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38694&amp;md5=18c1d78ae7bd01e33ee93f24cb944fe6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spiegel: &#8220;Bild&#8221; ist eine Art rechtspopulistische Partei</title>
		<link>http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/</link>
		<comments>http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Feb 2011 20:19:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Titelgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Spiegel kn&#246;pft die Bild vor: Springers Boulevardblatt sei mehr als ein Leitmedium - es spiele zunehmend "die Rolle einer rechtspopulistischen Partei". Wirklich &#252;berzeugen kann die Titelgeschichte nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2935fff1ca3f400d8112fea8916bf0c1 width=1" alt="" height="1" />Medienkritik auf dem <em>Spiegel</em>-Titel: Das Nachrichtenmagazin setzt sich in der kommenden Woche h&#246;chst prominent mit der Rolle von <em>Bild </em>in der zu Guttenberg-Aff&#228;re auseinander.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/titel/SP/2011/9/312/titel.jpg"><img class="size-full wp-image-38608  aligncenter" title="spiegel_titel_bild" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/spiegel_titel_bild.jpg" alt="" width="312" height="412" /></a></p>
<p>Das Titelbild zeigt das <em>Bild</em>-Logo aufgebaut aus aufrecht stehenden Streichh&#246;lzern &#8211; darunter der Titel &#8220;Die Brandstifter&#8221;. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biedermann_und_die_Brandstifter">Brandstifter</a>-Metapher spielt darauf an, dass sich <em>Bild</em> nach Einsch&#228;tzung des <em>Spiegel</em> zunehmend wie eine Art rechtspopulistische Partei geriere. Im Lead-Absatz zur Titelgeschichte &#8220;Im Namen des Volkes&#8221; hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>Die <em>Bild-</em>Zeitung, Springers Boulevardblatt, eilte  in der vergangenen Woche t&#228;glich dem wankenden Verteidigungsminister zu  Hilfe, in dieser Form beispiellos. Die Zeitung teilt sich die Rolle  eines deutschen Leitmediums zu, tats&#228;chlich &#252;bernimmt sie die Rolle einer rechtspopulistischen Partei, die im deutschen  Politikbetrieb fehlt.</p></blockquote>
<p>Die Kernthese des Textes lautet: Die Macher von <em>Bild</em> seien neuerdings der Meinung, &#8220;ihr Blatt markiere die <strong>gesellschaftliche Mitte</strong>&#8220;. Tats&#228;chlich aber spiele die Zeitung &#8220;die Rolle einer <strong>rechtspopulistischen Partei</strong>, die es in Deutschland noch nicht gibt.&#8221; Genau auf diese Art wird der Text in der Hausmitteilung des <em>Spiegel</em> vorgestellt.</p>
<p>Der Artikel besteht leider aus einer entt&#228;uschenden <em>Spiegel</em>-Melange aus Geschichtchen, Befindlichkeiten, Analyse-Fragmenten und irgendwelchem F&#252;llstoff:</p>
<p>Wie genau passt die zu Guttenberg-Protektion durch <em>Bild</em> mit dem Rechtspopulismus-Vorwurf zusammen? Wie genau lief die diskursive Inszenierung der zu Guttenberg-Verteidigung in <em>Bild</em>? Wie lautet die rechtspopulistische Agenda von <em>Bild</em>? Wie hat sich die Medienlandschaft um <em>Bild</em> ver&#228;ndert, so dass <em>Bild</em> derart hervorsticht?</p>
<p>All diese Fragen bleiben in der <em>Spiegel</em>-Geschichte im Ungef&#228;hren. Der Text wirkt wie eine hastig mit Bordmitteln zusammengeklaubte Ansammlung von l&#228;ngst Bekanntem. Auch ein Interview mit <em>Bild</em>-Chefredakteur Kai Diekmann vermag wenig Bemerkenswertes zu produzieren.</p>
<p>Der eigentliche Angelpunkt der <em>Spiegel</em>-Geschichte scheint dabei der hohe Einfluss von <em>Bild</em> auf das Politik-Geschehen zu sein, genauer gesagt: auf Angela Merkel. Die Kanzlerin lasse sich von <em>Bild</em> beeindrucken, pflege ausgezeichnete Beziehungen zur Redaktions- und Verlagsf&#252;hrung. <strong><em>Bild</em> spiele sich in der Merkel-Republik selbst zu jenem Volkstribun auf, den die Kanzlerin zu geben nicht gewillt ist</strong>.</p>
<p>Die gemeinsame Klammer von Rechtspopulismus und Guttenberg-Protektion besteht augenscheinlich darin, dass <em>Bild</em> schamlos Mehrheiten f&#252;r populistische, chauvinistische und anti-elit&#228;re Ziele mobilisiert: Die Popularit&#228;t eines Ministers wird zum selbstragenden Argument. Dabei nimmt sich <em>Bild</em> heraus, im &#8220;Namen des Volkes&#8221; zu sprechen und zugleich &#8211; in einer Art Zirkelschlusslogik &#8211; die Meinung des Volkes zu formen. Hierzu h&#228;tte man im <em>Spiegel</em> gerne mehr und mehr analytisch Verdichteteres gelesen.</p>
<p>F&#252;r das Nachrichtenmagazin entfaltet sich der Einfluss von <em>Bild</em> in einer Art Dreischritt:</p>
<p>1. <em>Bild</em> wolle neuerdings die &#8220;gediegene Mitte&#8221; Deutschlands markieren. Bild wolle &#8220;nicht Au&#223;enseiter, sondern Mainstream&#8221; sein. (Anmerkung des Autors: Seit wann wollte Bild jemals Au&#223;enseiter sein?)</p>
<p>2. Bundeskanzlerin Merkel habe &#8220;Angst hat vor Stimmungen, weil sie nicht der Typ des Volkstribun ist, der Stimmungen steuern kann.&#8221; Daher glaube Merkel &#8220;den medialen R&#252;ckenwind des Boulevard zu brauchen.&#8221;</p>
<p>3. <em>Bild </em>habe ein Sendungsbewu&#223;tsein, dass in Teilen offen chauvinistisch und rechtspopulistisch sei. In Kampagnen werde &#8220;publizistisch der Teppich ausgerollt f&#252;r eine Partei, die noch nicht gegr&#252;ndet ist, gef&#252;hrt von einem deutschen J&#246;rg Haider&#8221;, wie Michael Spreng zitiert wird.</p>
<p>Das Zentrum des <em>Bild</em>-Meinungsph&#228;nomens w&#228;hnt der <em>Spiegel</em> bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann (&#8220;kann zwischen populistischer Verk&#252;rzung und sachlicher Argumentation nicht sauber unterscheiden&#8221;) und Springer-Chef Mathias D&#246;pfner (wird von Merkel &#8220;bei Laune&#8221; gehalten).</p>
<p>Im <em>Spiegel</em>-Interview antwortet Kai Diekmann auf die Frage nach der politischen Verortung seines Blattes: &#8220;Zwischen allen St&#252;hlen&#8221;. Und sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Bild</em> fordert Bl&#228;tter wie den <em>Spiegel</em> klar heraus. Heute sind wir nicht mehr nur Leitmedium in Sachen Sport und Unterhaltung, sondern auch im Bereich Politik und Wirtschaft. Wer geh&#246;rt werden will, der kommt an <em>Bild</em> nicht mehr vorbei &#8211; von Petraeus bis Bush, von Ackermann bis Google-Chef Eric Schmidt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich ist man damit ins Zentrum der <em>Spiegel</em>-Emp&#246;rung &#252;ber <em>Bild </em>vorgesto&#223;en: Eine Boulevard-Zeitung mit rechtsproletarischen Instinkten ist zum Leitmedium mit echtem Einfluss auf die Regierungspolitik geworden. Diese Zeitung allein kann einen Minister &#252;ber Tage (Wochen?) im Amt halten &#8211; w&#228;hrend der <em>Spiegel</em> &#8220;<a href="http://carta.info/28895/spiegel-zur-truemmerfrau-merkel-aufhoeren/">Aufh&#246;ren!</a>&#8221; intonieren kann &#8211; und nichts passiert.</p>
<p>Auch diese <em>Spiegel</em>-Titelgeschichte passt dabei ins Muster: Von analytischer Deutungshoheit, von Recherche-Brillanz und subtilem Platzieren von Interpretationsrahmen ist wenig zu sp&#252;ren. Schwer vorstellbar, dass <em>Bild</em> diese Geschichte schaden k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Update:</strong> Hier eine Sammlung der Blog-Reaktionen auf den <em>Spiegel</em>-Titel:</p>
<p>&#8211; JakBlog: <a rel="bookmark" href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/02/27/neu-bei-bildblog-der-spiegel/">Neu bei Bildblog: Der Spiegel</a><br />
&#8220;Man liest Dinge, die jeden Tag bei “Bildblog” hinreichend dokumentiert  sind und man wundert sich, wo eigentlich die eigene Rechercheleistung  einer Truppe von Titel-Autoren bleibt. Der gesamte Titel liest sich wie  eine Zusammenfassung der besten Bildblog-Geschichten der letzten zwei  Jahre &#8230; Journalisten sind keine Alternative zu (Bild-)Blogs-&#8221;</p>
<p>&#8211; Pottblog: <a title="Entt&#228;uschender DER SPIEGEL-Titel 09/2011: BILD –  Die Brandstifter" rel="bookmark" href="http://www.pottblog.de/2011/02/27/enttaeuschender-der-spiegel-titel-092011-bild-die-brandstifter/">Entt&#228;uschender DER SPIEGEL-Titel 09/2011: BILD – Die  Brandstifter</a></p>
<p>&#8220;Viel L&#228;rm um nichts w&#228;re &#252;bertrieben. Aber irgendwo in der N&#228;he  dieser Beurteilung bewegt sich meiner Meinung nach das Titelthema des  aktuellen Spiegels. &#8230; Es zeugt schon von einer gewissen Chuzpe, dass man diese  Titelgeschichte bringt ohne auch nur ein einziges Mal das BILDblog zu  erw&#228;hnen oder gar zu verlinken.&#8221;</p>
<p>&#8211; Mehr habe ich leider noch nicht gefunden. Hinweise gerne in den Kommentaren.
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<a href="http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/">Spiegel: &#8220;Bild&#8221; ist eine Art rechtspopulistische Partei</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38596/spiegel-titel-bild-die-brandstifter/#comments">62 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38596&amp;md5=28853e869da07ab6e12cbd19a04f5077" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Assange oder Die Zurichtung einer Kanaille</title>
		<link>http://carta.info/38004/assange-oder-die-zurichtung-einer-kanaille/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 18:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist v&#246;llig klar, dass nach Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg nun Julian Assange der n&#228;chste Antiheld im Kino werden muss. BILD schreibt vermutlich schon am Drehbuch f&#252;r RTL.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ehe zwischen den Leitmedien und <em>WikiLeaks</em> war heftig, aber kurz. Am Ende ist sie geplatzt wie ein fehlerhaftes Kondom. Es war eine amour fou, eine verr&#252;ckte Liebe. Oder vielleicht doch eine Zweckheirat? (Bleibt die Frage: Wer benutzte hier wen?)</p>
<p>Jetzt, nach der Trennung, folgt der schmutzige Rosenkrieg. <em><a href="http://www.nytimes.com/2011/01/30/magazine/30Wikileaks-t.html?_r=1&amp;pagewanted=all">New York Times</a> </em>und <em>Guardian</em> haben sich bereits &#246;ffentlich distanziert, der <em>Spiegel</em> schwankt noch, aber die <a href="http://www.zeit.de/2011/06/Buecher-machen-Politik-WikiLeaks">Bestseller</a> werden bereits um die Wette <a href="http://www.zeit.de/2011/06/Buecher-machen-Politik-WikiLeaks">geschrieben</a>. Mancher Journalist m&#246;chte noch ein wenig teilhaben an der Weltfigur Assange. Dessen schillernder Charakter ist der ideale Transmissionsriemen f&#252;r Abrechnung &amp; Auflage.</p>
<p>Nehmen wir nur die BILD-Zeitung als oberste &#8216;feministische&#8217; Kronzeugin im Fall Assange: Igitt, der Mann duscht nicht, er tr&#228;gt Frauenkleider &#8211; und er dr&#252;ckt nicht mal die Klosp&#252;lung!! Ein Monster!!!! Vielleicht sogar ein Wiederg&#228;nger des M&#228;dchenm&#246;rders Jean-Baptiste Grenouille?</p>
<p><span style="color: #ffffff;">. </span></p>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/27/wikileaks-julian-assange/new-york-times-rechnet-ab-arrogant-und-ungepflegt.html">27. Januar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>WikiLeaks-Chef Assange: ‚Arrogant und ungepflegt’</strong></p>
<p>„Ein Reporter der Zeitung (NYT) habe etwa nach einem Treffen mit Assange berichtet: ‚Er war zerzaust, sah aus wie ein Obdachloser, trug ein verknittertes Sportsakko, ein verschmutztes Hemd, abgewetzte Turnschuhe, dreckige Socken – und roch, als h&#228;tte er sich seit Tagen nicht mehr geduscht.’“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/31/wikileaks-julian-assange-als-alte-dame/angst-vor-cia-in-neuer-biografie.html">31. Januar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Julian Assange verkleidet sich als alte Dame</strong></p>
<p>„Vorsichtig huscht die Figur an einem schummrigen Abend in London von einer Haust&#252;r in ein zerbeultes rotes Auto. Die Figur kann als Frau durchgehen. Bei ihr ein grimmig guckender Mann mit nordischen Gesichtsz&#252;gen und ein paar junge Nerds. Einer scheint der alten Dame ihre Jacke zu reichen.“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/03/wikileaks-julian-assange-ermittlungsakte/im-internet-aufgetaucht.html">3. Februar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Assanges Ermittlungsakte im Internet aufgetaucht</strong></p>
<p>„Die Ermittlungsakte zu den Vergewaltigungsvorw&#252;rfen gegen den Wikileaks-Gr&#252;nder tauchten im Internet auf! <em>Und die sind schonungslos:</em> Ein Assange, der kaltschn&#228;uzig ungesch&#252;tzten Sex verteidigt und weder die Toilette sp&#252;lt noch duscht!“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/07/wikileaks-chef-assange-vor-gericht/wird-er-nach-schweden-ausgeliefert.html">7. Februar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Die Schlinge zieht sich zu</strong></p>
<p>„Assange, im dunklen Anzug mit violettfarbener Krawatte, hat demnach gut grinsen. Zudem hat er wieder prominente Unterst&#252;tzer dabei: <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/12/08/wikileaks-chef-julian-assange-jetzt/kaempft-die-milliardaerin-jemima-khan-fuer-ihn.html">die sch&#246;ne Milliard&#228;rs-Tochter Jemima Khan (36)</a>, Menschrechtsaktivistin und Supermodel der 1970er, Bianca Jagger, sowie der britische Labour-Politiker Tony Benn.“</p></blockquote>
<p>Und dazu der scheinheilige BILD-Kommentar:</p>
<blockquote><p><em>„Egal, wie das Urteil gegen Assange ausf&#228;llt – f&#252;r Wikileaks ist das Verfahren schon jetzt eine Niederlage: Statt der Inhalte der Enth&#252;llungsplattform steht immer mehr Assanges schwierige Pers&#246;nlichkeit im Vordergrund.“</em></p></blockquote>
<p>Allerdings kann auch die BILD-Zeitung in ihrer hochmoralischen Ernsthaftigkeit noch &#252;bertroffen werden. Etwa durch den todesmutigen <em>Blick</em> auf ‚Das Kondom des Grauens’. <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/polizei-fotos-des-kondoms-aufgetaucht-165929">Schlagzeile</a> am 3. Februar: „Polizei-Fotos des Vergewaltigungs-Kondoms aufgetaucht“!</p>
<p>Was f&#252;r ein grauenhafter Anblick!!
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		<title>Der BILD-Minister</title>
		<link>http://carta.info/37484/bild-minister-zu-guttenberg/</link>
		<comments>http://carta.info/37484/bild-minister-zu-guttenberg/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 10:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Heinz-Oskar Vetter, dem fr&#252;heren DGB-Vorsitzenden, stammt der Satz: “Wer sich in BILD begibt, kommt darin um”. So weit ist es zwar bei Verteidigungsminister zu Guttenberg noch nicht, aber seine N&#228;he zu BILD k&#246;nnte f&#252;r ihn verh&#228;ngnisvoll werden. BILD war ma&#223;geblich daran beteiligt, ihn zum beliebtesten Politiker hochzuschreiben. Welche Rolle spielt die Zeitung bei seinem m&#246;glichen Abstieg?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Guttenberg posierte in Top-Gun-Pose auf Seite 1 f&#252;r die 3D-Ausgabe  von BILD, seine Frau ist Botschafterin der BILD-Aktion “Ein Herz f&#252;r  Kinder”. <strong>Kaum ein Zeitungstag ohne zu Guttenberg</strong>. Er verkaufte sich  selbst gut und verkaufte sich auch gut. Immer wieder feierte ihn BILD  seitenweise und verteidigte ihn und seine Frau, wenn Kritik aufkam – zum  Beispiel an der Reise seiner Ehefrau mit ihm nach Afghanistan: “Wir  finden sie gutt”. Und eine mit zu Guttenbergs  befreundete BamS-Redakteurin schrieb seine liebevolle Biographie.</p>
<p>Jetzt k&#246;nnte zu Guttenbergs N&#228;he zu BILD zumindest zum Karriereknick  f&#252;hren. Am vergangenen Freitag warnte zu Guttenberg in der  “Gorch-Fock”-Aff&#228;re noch vor Vorverurteilung, um dann am selben Tag kurz  vor Mitternacht nach dem Anruf eines BILD-Redakteurs den Kommandanten  zu suspendieren. Die Zeitung mit dem Bericht &#252;ber weitere Missst&#228;nde auf  dem Segelschulschiff war noch gar nicht erschienen, als der bis dahin  angesehene Offizier schon abberufen war.</p>
<p>So viel zum Thema Vorverurteilung und dar&#252;ber, wie bei der Bundeswehr  eine objektive Untersuchung aussieht. Eine Zeitung aber kann nie der  Ratgeber eines Ministers sein, denn sie hat ihre eigene Logik, die nur  in Sch&#246;nwetterzeiten mit der des Politikers &#252;bereinstimmt.</p>
<p>Und in der Aff&#228;re um den Tod eines Soldaten in Afghanistan, der  angeblich beim Waffenreinigen starb, informierte zu Guttenbergs   parlamentarischer Staatssekret&#228;r Kossendey zu einem Zeitpunkt das  Parlament falsch, als schon l&#228;ngst klar war, dass der Soldat Opfer eines  Kameraden wurde, der offenbar “in spielerischer Weise” mit seiner Waffe  umging.</p>
<p><strong>Zu Guttenberg hat zumindest sein Ministerium nicht im Griff.</strong> Information ist aber in einem solch skandaltr&#228;chtigen Ministeriums nicht  nur eine Bring-, sondern auch eine Holschuld. Zu Guttenberg, der  w&#228;hrend einer Reise mit der Kanzlerin vom Tod des Soldaten erfuhr, h&#228;tte  sich selbst erkundigen m&#252;ssen, was es Neues in dem Fall gibt.  Denn offenbar wusste er schon sehr fr&#252;h, dass ein zweiter Soldat  beteiligt war.</p>
<p>Der Verteidigungs- und Medienminister in eigener Sache, der immer  darauf aus war, “bella Figura” zu machen, macht keine gute Figur. Er  darf sich auch nicht wundern, dass jetzt alle &#252;ber ihn herfallen und  auch diejenigen ihn runterzuschreiben versuchen, die ihn vorher  hochgeschrieben haben. So sind halt die Gesetze der Medien, so ist der  ber&#252;hmte Paternoster-Effekt. Und die politischen Neider, die eine  sichere Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag haben, fallen jetzt nur zu  gern &#252;ber zu Guttenberg her. Es gibt keinen funktionierenden Firewall  f&#252;r zu Guttenberg mehr – weder gegen&#252;ber den Medien noch im Verh&#228;ltnis  zu Parlament und Regierungsparteien.</p>
<p>Wenn er daraus lernt, kann zu Guttenberg die Skandale und Aff&#228;ren  &#252;berstehen. Lernen hei&#223;t: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Sich selbst  k&#252;mmern, im Ministerium und in der Truppe aufr&#228;umen, ein Fr&#252;hwarnsystem  installieren, die Informationswege neu organisieren. <strong>Mehr Ministerium,  weniger Medien</strong>. <strong>Mehr harte Arbeit, kein Medien-Posing und  keine Homestories mehr, weniger gesellschaftliche Auftritte</strong>. Wenn zu  Guttenberg das macht, kann er die Aff&#228;ren &#252;berstehen und dann vielleicht  sogar gest&#228;rkt daraus hervorgehen.</p>
<p><a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3593">crosspost</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37484&amp;md5=5df656638170b71e1f96995bca7b89e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hartz-IV-Agenda-Setting: Auf die Gr&#246;&#223;e kommt es an</title>
		<link>http://carta.info/34350/hartz-iv-agendasetting-auf-die-groesse-kommt-es-an/</link>
		<comments>http://carta.info/34350/hartz-iv-agendasetting-auf-die-groesse-kommt-es-an/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 11:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich am Samstag in Bild &#252;ber die Hart-IV-Pl&#228;ne der Bundesregierung informieren wollte, musste etwas genauer hinschauen als in anderen Zeitungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich heute  in <em>Bild </em>&#252;ber die Pl&#228;ne der Bundesregierung zu den Hartz-IV-S&#228;tzen informieren wollte, musste etwas genauer hinschauen:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34352" title="bild5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild5t.jpg" alt="" width="600" height="375" /></a></p>
<p>Dabei kann man annehmen, dass viele der rund 6,5 Mio. Hartz-IV-Empf&#228;nger sich gerne auch ausf&#252;hrlicher in <em>Bild </em>&#252;ber das Thema informiert h&#228;tten.</p>
<p>Etwas anders sch&#228;tzten die Nachricht von der angeblich geplanten 20-Euro-Erh&#246;hung andere Zeitungen ein:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/faz5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34354" title="faz5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/faz5t.jpg" alt="" width="378" height="475" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/sz5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34355" title="sz5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/sz5t.jpg" alt="" width="381" height="447" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/tagesp5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34356" title="tagesp5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/tagesp5t.jpg" alt="" width="387" height="474" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/kurier5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34357" title="kurier5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/kurier5t.jpg" alt="" width="360" height="440" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/rh5t.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34358" title="rh5t" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/rh5t.jpg" alt="" width="337" height="461" /></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/aat5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34359" title="aat5" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/aat5.jpg" alt="" width="336" height="443" /></a></p>
<p>Zur Vollst&#228;ndigkeit des Bildes muss hingegen darauf hingewiesen werden, dass <em>Bild </em>gestern folgenderma&#223;en aufmachte:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bildgestern.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34360" title="bildgestern" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bildgestern.jpg" alt="" width="337" height="462" /></a></p>
<p>Fazit: An einer mehrt&#228;gigen Mobilisierung der Hartz-IV-Empf&#228;nger gegen die Pl&#228;ne der Regierung Merkel wollte sich <em>Bild </em>nicht beteiligen.</p>
<p>Die Publizistik kennt eine merkw&#252;rdige &#8220;Nachrichtenwert-Theorie&#8221;, wonach eine Nachricht eine objektive Titelrelevanz habe. Tage wie heute zeigen, dass das grober Unfug ist.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34350&amp;md5=0ecd95e1508a2a5b4a81fed7d6c45191" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Merkel &#252;ber Bilds Sarrazin-Apologie: &#8220;Ein Problem mit der Meinungsfreiheit? Nat&#252;rlich nicht.&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 10:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kurt Westergaard]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Angela Merkel tritt nicht nur "mutig" f&#252;r die Meinungsfreiheit ein, wie sich Bild freut. Sie erkl&#228;rt Bild auch sehr deutlich, dass es im Falle Sarrazin nicht um Meinungsfreiheit gehe. Entsprechende Mechanismen seien doch im Hause Springer bestens bekannt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/46b55661d6814539a1f860b543661ef6" alt="" width="1" height="1" />&#8220;Merkels mutigster Auftritt!&#8221;, titelt <em>Bild</em> heute begeistert. Die Bundeskanzlerin habe mit &#8220;gro&#223;er Geste&#8221; den islamkritischen Karikaturisten Kurt Westergaard geehrt. Dies sei ein &#8220;gro&#223;es Bekenntnis zur Freiheit der Presse und der Meinungen&#8221;.</p>
<p>&#8220;Merkel preist die Kraft der Freiheit&#8221;, verk&#252;ndet die &#220;berschrift des gro&#223;en <em>Bild</em>-Seite-2-Artikels zur Preisverleihung. Nikolaus Blome souffliert im <a href="http://www.bild.de/BILD/news/standards/kommentar/2010/09/09/kommentar-von-nikolaus-blome.html">Kommentar</a>: &#8220;Genau diese Gelassenheit [der Kanzlerin] st&#252;nde auch manchem Kritiker  von Thilo Sarrazin gut an.&#8221;</p>
<div id="attachment_33619" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild-9_9_.jpg"><img class="size-full wp-image-33619" style="border: 1px solid black;" title="bild 9_9_" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/bild-9_9_.jpg" alt="" width="250" height="351" /></a><p class="wp-caption-text">Bild-Titel vom 09.09.10: Merkels mutigster Auftritt</p></div>
<p>Man k&#246;nnte annehmen, Merkel habe sich mit Verleihung eines Preises zum &#8220;<a href="http://www.m100potsdam.org/M100/Medienpreis/idee_start.php">Schutz  der freien Meinungs&#228;u&#223;erung</a>&#8221; an den Islamkritiker Westergaard indirekt auch f&#252;r die <strong>Meinungsfreiheit von Thilo Sarrazin</strong> eingesetzt. Genau eine solche Geste h&#228;tte <em>Bild</em> sehr gerne gesehen. Schlie&#223;lich k&#228;mpft <em>Bild</em> seit Samstag nach eigenen Angaben f&#252;r die Meinungsfreiheit des Bundesbankvorstands (<a href="http://carta.info/33358/bild-erliegt-dem-boulevard-gen-man-wird-doch-wohl-noch-sagen-duerfen-kampagne-fuer-sarrazin/"><em>Carta</em>-Text</a>).</p>
<p>Das genaue Gegenteil ist der Fall. Merkel verwahrte sich in ihrer Rede gestern sehr deutlich gegen die <em>Bild</em>-Interpretation, wonach es im Falle Sarrazin vornehmlich um &#8220;Meinungsfreiheit&#8221; und &#8220;Sprechverbote&#8221; gehe.</p>
<p>Merkel sagte (<a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2010/09/2010-09-09-bkin-rede-potsam.html">Redemitschrift</a>, Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>&#8220;In allen Medien ging es schnell um die Frage, was man in  Deutschland sagen darf und was nicht. <strong>Das Thema Sarrazin ist aber gerade  kein Thema der Gef&#228;hrdung der Meinungsfreiheit</strong>, sondern es geht darum,  ob und gegebenenfalls welche Folgen zum Beispiel ein Buch f&#252;r einen  Autor in einer besonders wichtigen &#246;ffentlich-rechtlichen Institution  haben kann oder nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Kanzlerin bezog sich in ihrer Rede auch explizit auf die vieldiskutierte <em>Bild</em>-Ausgabe vom Samstag. <em>Bild</em> habe die &#8220;vererbungstheoretischen Fragen&#8221; bei ihrer Verteidigung Sarrazins kurzerhand unter den Tisch fallen lassen (Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>&#8220;Die &#8220;BILD&#8221;-Zeitung machte letzten Samstag unter Bezug auf diese  Debatte auf Seite 1 mit den Schlagzeilen auf: &#8220;BILD k&#228;mpft f&#252;r  Meinungsfreiheit. Das wird man ja wohl noch sagen d&#252;rfen&#8221;. Nebenbei:  Wenn ich mir hier gerade &#8220;BILD&#8221; rauspicke, dann erstens nur  stellvertretend f&#252;r viele andere Medien mit &#228;hnlicher oder gleicher  Sto&#223;richtung, und zweitens weil ich davon &#252;berzeugt bin, dass &#8220;BILD&#8221; das  aushalten kann.</p>
<p>Also weiter – auf Seite 2 schrieb &#8220;BILD&#8221; am Samstag  dann: &#8220;Neun unbequeme Meinungen und die Fakten. Diese S&#228;tze muss man  sagen d&#252;rfen, weil….&#8221; Es geht um S&#228;tze wie diese: &#8220;Ich will mich nicht  daf&#252;r entschuldigen m&#252;ssen, Deutscher zu sein; wer arbeitet, darf nicht  der Dumme sein; auf den Schulh&#246;fen muss Deutsch gesprochen werden;  Kindersch&#228;nder geh&#246;ren f&#252;r immer weggesperrt.&#8221;<strong> </strong></p>
<p><strong>Dem aufmerksamen Leser  wird aufgefallen sein, dass S&#228;tze zu biologistischen oder  vererbungstheoretischen Fragen in dem Artikel zur Verteidigung der  Meinungsfreiheit nicht auftauchten. </strong>Aber das sei nur am Rande bemerkt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Um zu veranschaulichen, dass Thilo Sarrazin als Angesteller der Bundesbank an bestimmte Grunds&#228;tze gebunden sei &#8211; und dies keinesfalls als Eingriff in seine Meinungsfreiheit zu interpretieren sei, bezog sich Merkel ganz gelassen auf die <a href="http://www.axelspringer.de/artikel/Unternehmensgrundsaetze_40574.html">Unternehmensgrunds&#228;tze</a> des Hauses Springer:</p>
<blockquote><p>So werden <strong>in der Unternehmenssatzung eines gro&#223;en deutschen  Verlags f&#252;nf gesellschaftspolitische Unternehmensgrunds&#228;tze</strong> genannt,  unter anderem zur F&#246;rderung der europ&#228;ischen Einigung, zur Sicherung des  Existenzrechts Israels und zur Verteidigung der Sozialen  Marktwirtschaft, um drei von ihnen zu nennen. <strong>Ein Problem mit der  Meinungsfreiheit? Nat&#252;rlich nicht</strong>, vermute ich.</p></blockquote>
<p><em>Bild</em> <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/08/preis-verleihung-mohammed-karikaturist-kurt-westergaard/hg-rede-im-wortlaut/kanzlerin-angela-merkel.html">dokumentiert</a> weite Teile der Kanzlerinnen-Rede heute auf Seite 2. Das Zitat, wonach es bei der Sarrazin-Debatte nicht um die Meinungsfreiheit ginge, ist enthalten. Die Passagen &#252;ber die fehlenden vererbungstheoretischen Aspekte beim <em>Bild</em>-Diskurs und der Verweis auf die Unternehmensgrunds&#228;tze von Axel Springer fehlen hingegen in der Aufbereitung.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33616&amp;md5=19616e4d5083818119f1740047b655fa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>BILD erliegt dem Boulevard-Gen: “Man wird ja wohl noch sagen d&#252;rfen”-Kampagne f&#252;r Sarrazin</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 19:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thilo Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[BILD hat mit Sarrazin die ganz gro&#223;e Kampagnen-Maschinerie angeworfen: Klartext-Thilo muss gegen die "Sprechverbote" der "dummen" Parteipolitiker verteidigt werden. Die Kanzlerin pariert sofort. Den weniger kampagnenf&#228;higen Gen-Sarrazin hat BILD schnell wieder eingemottet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/17fdf73c6af84530975928b2a1682080" alt="" width="1" height="1" />Thilo Sarrazin ist auch jetzt noch nicht um drastische politische Metaphern verlegen. Im <em>Focus</em>-Interview sagte Sarrazin &#252;ber die Bundeskanzlerin:</p>
<blockquote><p>Na, was glauben Sie, wie viele tausend Briefe und E-Mails von  CDU-Anh&#228;ngern in ihre Parteizentrale geschickt worden sind. Da sp&#252;rt  sie: Hier bricht was auf, was schwer zu beherrschen ist. Deshalb kommt  es zum Kesseltreiben.</p></blockquote>
<p>Beim Kesseltreiben geht es bekanntlich darum, das Wild zu umstellen und mit Hilfe von Treibern den J&#228;gern vor die Flinten zu scheuchen. Wen Sarrazin hier f&#252;r das Wild h&#228;lt, daran besteht kein Zweifel. Dass sich J&#228;ger und Treiber finden werden &#8211; auch da schien sich Sarrazin Ende letzter Woche sicher.</p>
<p>Kaum einen Tag sp&#228;ter, am Samstag, tat ihm <em>Bild</em> bereits den Gefallen und engagierte sich massiv als Treiber:</p>
<div id="attachment_33361" class="wp-caption aligncenter" style="width: 328px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/IMG_0497.jpg"><img class="size-full wp-image-33361 " style="border: 1px solid black;" title="IMG_0497" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/IMG_0497.jpg" alt="" width="318" height="416" /></a><p class="wp-caption-text">BILD-Titel vom 04.09.2010: &quot;Das wird man ja wohl noch sagen d&#252;rfen&quot;</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><em>Bild</em> bietet S&#228;tze auf, wie &#8220;Ich will mich nicht daf&#252;r entschuldigen m&#252;ssen, ein Deutscher zu sein&#8221;, und nennt solche Formulierungen &#8220;hart&#8221; und &#8220;unbequem&#8221;. Wer derartiges in Deutschland sage, werde &#8220;niedergemacht, ausgebuht, abges&#228;gt!&#8221;. Deswegen k&#228;mpfe <em>Bild</em> nun f&#252;r die &#8220;Meinungsfreiheit&#8221;. Es d&#252;rfe auch bei solchen S&#228;tzen &#8220;keine Sprechverbote&#8221; geben.</p>
<p>Dass Migranten &#8220;fickrig, faul und fromm&#8221; seien, m&#252;sste diskutiert werden d&#252;rfen, erkl&#228;rt <em>Bild</em> und h&#228;lt der Parteipolitik von CDU bis Gr&#252;nen ihre &#8220;dummen S&#228;tze&#8221; vor, die &#8220;Wir nicht mehr h&#246;ren k&#246;nnen!&#8221;.</p>
<div>
<p>Zu einer &#196;u&#223;erung des Bundesinnenministers schreibt <em>Bild</em> beispielsweise:</p>
<blockquote><p>Thomas de Maizière (CDU): „Das,  was er gemacht hat, verst&#246;&#223;t mindestens gegen den Grundsatz: ,Das tut  man nicht.’ Wir brauchen keine Belehrung. Wir wissen um h&#246;here  Gewaltneigung bestimmter Ausl&#228;nder. Wir wissen um Integrationsprobleme.  Die Fragen, die Sarrazin stellt, stellt sich die Politik l&#228;ngst.“<br />
BILD  meint: Warum hat dann niemand was getan, wenn alle  Probleme soooo bekannt sind?</p></blockquote>
</div>
<p>So so, es hat also &#8220;<strong>niemand was getan</strong>&#8221; &#8211; bis Sarrazin endlich mit seinen unbequemen <span style="text-decoration: line-through;">Wahrheiten</span> S&#228;tzen kam.</p>
<div id="attachment_33370" class="wp-caption aligncenter" style="width: 401px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/IMG_0502.jpg"><img class="size-full wp-image-33370" style="border: 1px solid black;" title="IMG_0502" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/IMG_0502.jpg" alt="" width="391" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">Thilo Sarrazin: &quot;niedergemacht, ausgebuht, abges&#228;gt!&quot; (Ausriss von Seite 3 der Bild-Ausgabe vom om 04.09.2010)</p></div>
<p>Auf der n&#228;chsten Seite fordert <em>Bild</em>-Autorin Armgard Seegers &#8220;Wir wollen keine Sprechverbote&#8221;. In ihrem Text hei&#223;t es (Passage nicht online, Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>&#8220;Zu den Fragen, die Thilo Sarrazin Buch &#8220;Deuschland schafft sich ab&#8221; aufgeworfen hat, z&#228;hlt auch jene, ob die moralischen, politischen oder sozialen &#220;berzeugungen, die &#246;ffentlich werden, nicht ein <strong>weichgesp&#252;ltes, intellektualisiertes und relativiertes Bild der Gesellschaft </strong>zeichnen und kaum je das zutreffende, was mit der Alltagserfahrung der Menschen &#252;bereinstimmt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nikolaus Blome erg&#228;nzt im Kommentar noch, die Politik solle &#8220;das Volk&#8221; nicht f&#252;r &#8220;bl&#246;d&#8221; halten. Die B&#252;rger seien w&#252;tend &#252;ber die &#8220;Bevormundung&#8221; durch eine Politik, die die Sarrazin-Debatte abw&#252;rgen wolle.</p>
<p>Auf drei Seiten ausgebreitet, stellt die <em>Bild</em>-Geschichte &#252;ber &#8220;Meinungsfreiheit&#8221; und &#8220;Sprechverbote&#8221; die wohl gr&#246;&#223;te und sch&#228;rfste politische Kampagne der <em>Bild</em> seit einiger Zeit dar. So wie <em>Bild</em> vom gro&#223;en Presseinteresse f&#252;r das Sarrazin-Buch schw&#228;rmt, so gro&#223; ist nun auch die eigene Kampagne im Blatt.</p>
<p>Nachdem sich <em>Bild</em> am Donnerstag bereits teilweise von Sarrazin distanziert hatte (&#8220;<a href="http://www.bild.de/BILD/news/standards/post-von-wagner/2010/09/02/post-von-wagner.html">schei&#223;e, besch&#228;mend, widerlich</a>&#8220;-Wagner), fiel sie nun am Samstag in die zuletzt von Guido Westerwelle popularisierte &#8220;<a href="http://fragenbeantworten.blog.de/2010/02/25/westerwelle-deutschland-sagen-duerfen-8070106/">Man muss doch noch sagen d&#252;rfen</a>&#8220;-Rhetorik zur&#252;ck.</p>
<p>Sarrazins krude biologistischen Gen-Thesen sind pl&#246;tzlich vergessen &#8211; und<strong> </strong><em>Bild</em> konzentriert sich auf den kampagnenf&#228;higen Teil des Sarrazin-Buches:</p>
<p>Daf&#252;r verengt <em>Bild</em> Sarrazins Rolle auf die eines Volkstribuns, der die &#8220;Alltagserfahrung&#8221; der Leute ausspreche &#8211; und so die &#8220;intellektualisierte&#8221; Parteipolitik unter Druck setze. Diesem Sarrazin m&#252;sse volle &#8220;Meinungsfreiheit&#8221; gew&#228;hrt werden.</p>
<p>Die <em>Bild</em>-Kampagne verortet den Sarrazin-Konflikt in den Bezugsrahmen &#8220;Meinungsfreiheit vs. Sprechverbote&#8221; und &#8220;intellektualisierter &#246;ffentlicher Diskurs vs. Alltag der einfachen Menschen&#8221;. Ein typischer Boulevard-Frame: &#8220;Wir kleinen Leute&#8221; gegen die &#8220;abgehobene Politik&#8221;.</p>
<p>So wird Politik gemacht. Denn <em>Bild</em> braucht Sarrazin als Vehikel f&#252;r eine eigene Kesseljagd auf die etablierte Politik. Sarrazin &#8211; das zeigt die Sch&#228;rfe der Kampagne &#8211; ist nur der vorz&#252;glichste Anlass, eine Regierung und eine Kanzlerin zu bedr&#228;ngen, der es aus Sicht der <em>Bild</em>-Truppe an fast allem mangelt: an konservativem Instinkt, an Strahlkraft, an Mobilisierungsf&#228;higkeit.</p>
<p>Die offene gezeigte Sympathie des Hauses Springer f&#252;r den Nicht-Merkel-Kandidaten Gauck war das Vorspiel: Sarrazin ist nun der erste Hauptakt.</p>
<p>Die Kanzlerin hat dies selbstredend sofort verstanden &#8211; und sich per <em>Bild</em> <em>am Sonntag</em>-Interview zum Teil der Kampagne gemacht, deren Ziel sie war. Auch sie sei f&#252;r eine &#8221;<a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hGPVm0iHI52hEuyujnV5IMmwThLw">offene Integrationsdebatte ohne Tabus</a>&#8220;, erkl&#228;rt Merkel laut Vorab-Meldung. Die statistisch h&#246;here Gewaltbereitschaft strenggl&#228;ubiger muslimischer  Jugendlicher d&#252;rfte nicht tabuisiert werden: &#8220;Das ist ein gro&#223;es Problem und wir  k&#246;nnen offen dar&#252;ber sprechen, ohne dass der Verdacht der  Fremdenfeindlichkeit aufkommt.&#8221;</p>
<p>Ein Etappenziel ist damit erreicht: Die Migrationsdebatte wird auf der Ebene vermeintlicher Tabus gef&#252;hrt &#8211; <em>Bild</em> hyperventilierte &#8220;Sprechverbote&#8221; und die Kanzlerin sah sich  innerhalb weniger Stunden zum Dementi gezwungen.</p>
<p>So wird Politik gemacht.</p>
<p>Auch Thilo Sarrazin ist damit f&#252;r <em>Bild</em>-Leser wieder voll rehabilitiert. &#8220;Widerlich&#8221; war gestern.</p>
<p>Dabei enth&#228;lt Sarrazins Buch von der drohenden &#8220;Abschaffung&#8221; der Deutschen auch zahlreiche S&#228;tze, die man als Vorstand der Bundesbank lieber nicht sagen sollte. Entsprechende Zitate aber hat <em>Bild</em> lieber nicht auf seine Titelseite gehoben &#8211; sie h&#228;tten nicht in die einfache Boulevard-Logik von Meinungsfreiheit, dr&#246;ger Parteipolitik und Sprechverboten gepasst.</p>
<p>So schreibt Sarrazin etwa:</p>
<ul>
<li>&#8220;Das System [der Sozialhilfe f&#252;r Ausl&#228;nder] ist pervers.&#8221; (S.323)</li>
<li>Die Haltung des t&#252;rkischen Ministerpr&#228;sidenten Erdogan zur kulturellen Identit&#228;t der T&#252;rken in Deutschland sei &#8220;chauvinistisch&#8221;. (311)</li>
<li>&#8220;Die &#220;berg&#228;nge vom Kopftuch &#252;ber den Schleier zur Burka sind gleitend.&#8221; (Seite 313)</li>
<li>&#8220;Mehr Kinder von Klugen, bevor es zu sp&#228;t ist.&#8221; (Seite 331)</li>
<li>&#8220;H&#228;tte die deutsche Bev&#246;lkerung seit dem 8. Mai 1945 dieselbe Geburtenrate gehabt wie die damalige Bev&#246;lkerung von Pal&#228;stina, so g&#228;be es heute in Mitteleuropa 600 Mio. Deutsche.&#8221; (Seite 317)</li>
<li>&#220;ber die &#8220;dysgenische Wirkung&#8221; der &#8220;Geburtenarmut in gebildeten Schichten&#8221;: &#8220;Das Muster des generativen Verhaltens in Deutschland seit Mitte der sechziger Jahre ist nicht nur keine Darwinsche nat&#252;rliche Zuchtwahl im Sinne von &#8220;survival of the fittest&#8221;, sondern eine kulturell bedingte, von Menschen selbst gesteuerte negative Selektion, die den einzigen nachwachsenden Rohstoff, den Deutschland hat, n&#228;mlich Intelligenz, relativ und absolut in hohem Tempo vermindert.&#8221; (Seite 353)</li>
</ul>
<p>Angesichts solcher Formulierungen wird man ja wohl noch meinen d&#252;rfen:</p>
<p>Ein Bundesbankvorstand, der das Sozialhilfesystem des eigenen Landes &#8220;pervers&#8221; nennt, der das Staatsoberhaupt eines Partnerlandes &#8220;chauvinistisch&#8221; nennt und der &#252;ber die &#8220;dysgenische Wirkung&#8221; fehlender &#8220;Zuchtwahl&#8221; und mangelnder &#8220;Selektion&#8221; fabuliert, der hat die Repr&#228;sentationspflichten seines Amtes grob verletzt.</p>
<p>Wenn sich Sarrazin zum <a href="http://www.spiegel.de/static/epaper/SP/2010/36/ROSPANZ20100360001-312.jpg">Volkshelden</a> (Ohje, <em>Spiegel</em>) stilisieren lassen m&#246;chte, dann kann er dies ja leistungsbewusst auf eigene Rechnung machen &#8211; und muss sich nicht vom Steuerzahler aufgabenfremd alimentieren lassen.</p>
<p>Auch zum Thema:</p>
<ul>
<li>Michael Spreng: <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3480">Sarrazin und die Meinungsfreiheit</a></li>
<li>Marios Sixtus: <a href="http://sixtus.cc/schwachfugsignalphrasen">Schwachfugsignalphrasen</a></li>
</ul>
<p>Weitere Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-36-2010-thilo-sarrazin-es-kommt-zum-kesseltreiben-warnung-vor-schauprozess_aid_548599.html">Fokus-Interview-Vorank&#252;ndigung</a></li>
<li><a href="http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/finanzen/wirtschaft/index,page=1259516.html">Lexikon-Eintrag zu &#8220;Kesseltreiben&#8221;</a></li>
<li>BILD-Artikel: &#8220;<a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/04/thilo-sarrazin/neun-unbequeme-meinungen-und-fakten.html">Neun unbequeme Meinungen</a>&#8220;</li>
<li>BILD-Artikel: &#8220;<a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/04/sprechverbote/wir-wollen-keine-teil-1.html">Wir wollen keine Denkverbote</a>&#8220;</li>
<li>BILD-Artikel: &#8220;<a href="http://www.bild.de/BILD/news/standards/kommentar/2010/09/04/kommentar-von-nikolaus-blome.html">Das Volk ist nicht bl&#246;d</a>&#8220;</li>
</ul>
<p><strong>Update: Merkel nimmt zur Bild-Kampagne vom Samstag explizit Stellung: &#8220;</strong><a href="http://carta.info/33616/merkel-an-bild-ein-problem-mit-der-meinungsfreiheit-natuerlich-nicht/"><strong>Ein Problem der Meinungsfreiheit. Sicher nicht.</strong></a><strong>&#8220;</strong>
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<a href="http://carta.info/33358/bild-erliegt-dem-boulevard-gen-man-wird-doch-wohl-noch-sagen-duerfen-kampagne-fuer-sarrazin/">BILD erliegt dem Boulevard-Gen: “Man wird ja wohl noch sagen d&#252;rfen”-Kampagne f&#252;r Sarrazin</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/33358/bild-erliegt-dem-boulevard-gen-man-wird-doch-wohl-noch-sagen-duerfen-kampagne-fuer-sarrazin/#comments">135 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33358&amp;md5=6bf69f743d463594629e091793ac3360" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</title>
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		<comments>http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:15:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Presseschau vom 28. Juli bis zum 20. August 2010 u.a. mit: G&#252;nter Wallraff, Wikileaks und dem Sachsensumpf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/877c03dafe994339ad3c9d49a7378929" alt="" width="1" height="1" />Mehr &#252;ber die neuen Investigativ-Teams und die neue Bedeutung des investigativen Journalismus bei deutschen Verlagen erfuhr man bei <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/wv-investigativer-journalismus-recherche-zu-verkaufen-1.980865" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,711837,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> deckte auf, dass das Land Baden-W&#252;rttemberg das umstrittene Bauprojekt &#8220;Stuttgart 21&#8243; mit einem Millionenauftrag rettete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p><a href="http://blog.br-online.de/report-muenchen/2010/08/16/neue-erkenntnisse-zu-den-deutschen-mafia-stutzpunkten.html" target="_blank">Report M&#252;nchen</a> liegen Abh&#246;rprotokolle der italienischen Polizei vor, von denen 100 Seiten die italienische Mafia in Deutschland betreffen. Mit Tierqu&#228;lerei in Putenmastbetrieben und Vorw&#252;rfen gegen die nieders&#228;chsiche Landwirtschaftsministerin Astrid Grotel&#252;schen befasste sich <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/sgpaia/index.html" target="_blank">Report Mainz</a>. Die Arbeitswelt hinter der neuen Fassade von Schlecker war Thema bei <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0819/schlecker.php5" target="_blank">Monitor</a>.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Nachdem der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> dar&#252;ber berichtete, dass ein alter Wallraff-Film im Giftschrank des WDR verschwand, hob der Sender nun die Sperre auf, wie ebenfalls der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,710662,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> herausfand. <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/wallraff144.html" target="_blank">ZAPP</a> zeigte erstmalig und exklusiv Ausschnitte aus dem Film. Dar&#252;ber schrieben <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ndr-zeigte-wallraff-als-bild-reporter_100029628.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=4e67bffaff" target="_blank">Meedia</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0813/medien/0038/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://zapp.blog.ndr.de/2010/08/17/bild/" target="_blank">Zapp-Blog</a></em> gab die Antwort auf die Frage &#8220;Wie konnte Wallraff bei der Bild-Zeitung in Hannover filmen?&#8221;.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/aug/13/wikileaks-reporters-without-borders" target="_blank">Guardian</a></em> und die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/schwarze-listen-der-taliban-befuerchtet/" target="_blank">taz</a></em> vermeldeten, dass Reporter ohne Grenzen Wikileaks f&#252;r die  Ver&#246;ffentlichung der Afghanistan-Warlogs kritisiert. Kritik an Wikileaks  war auch Thema in der <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/laecherliche-kritik/" target="_blank">taz</a></em> und in der <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-gruender-assange-enthueller-mit-umstrittener-mission-1.979935" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung</a></em>. Nachdem die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt</a></em> dies schon einige Tage zuvor geschrieben hatte, berichtete auch die <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E318EEFDB9B224FB0A9C04BCD1378FEA0~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a></em>, dass die Pentagon-Papiere relevanter gewesen seien als die Afghanistan-Warlogs. Ein interessanter Beitrag von <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708744,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> sammelte die Ansichten verschiedener US-amerikanischer Ex-Gener&#228;len zu Wikileaks Afghanistan-Ver&#246;ffentlichung.</p>
<p>Mit dem Wikileaks-Kopf Julian Assange befassten sich <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,708604,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:kopf-des-tages-julian-assange-der-wikileaks-ueberzeugungstaeter/50149067.html" target="_blank">Financial Times Deutschland</a></em> und der <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1280133199423.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>.</p>
<p>In einem auch auf Englisch verf&#252;gbaren Bericht der schwedischen Zeitung <em><a href="http://www.sydsvenskan.se/kultur-och-nojen/article1196808/English-version-Swedish-law-does-not-protect-Wikileaks-sources.html" target="_blank">Sydsvenskan</a></em> hinterfragte diese die Sicherheit der Wikileaks-Plattform vor dem Hintergrund schwedischen Rechts. Mit den Finanzen von Wikileaks setzte sich die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-finanzierung-die-spur-des-geldes-1.984781" target="_blank">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> auseinander.</p>
<p>Das Vorgehen gegen Wikileaks war nur bei <em>Spiegel Online</em> Thema (<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709225,00.html" target="_blank">I</a>,  <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709446,00.html#ref=nldt" target="_blank">II</a>). Wie das FBI das Wikileaks-Leck finden soll, beschrieb der <em><a href="http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan/geheimdokumente-fbi-soll-das-wiki-leck-finden_aid_536321.html" target="_blank">Focus</a></em>. &#220;ber Wikileaks&#8217; &#8220;Lebensversicherung&#8221; berichteten die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">taz</a></em> und <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">Zeit Online</a></em>. Das Pentagon verlangte Dokumente von Wikileaks zur&#252;ck, war bei <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,710471,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> zu lesen.</p>
<p>Die schwedische Piratenpartei unterst&#252;tzt nun Wikileaks durch die Bereitstellung eines Servers, wie die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/schweden_piratenpartei_server_wikileaks_1.7250357.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em> und die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9077296/Schwedens-Piraten-gewaehren-Wikileaks-Zuflucht.html" target="_blank">Welt</a></em> berichteten. Die thail&#228;ndische Regierung hingegen hat Wikileaks nun gesperrt, so <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712472,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>. Der schwedische Dienst <a href="http://twitter.com/telecomix/status/21149744697" target="_blank">Telecomix</a> hilft Wikileaks, die Sperre zu &#252;berwinden.</p>
<h4><strong>Sachsensumpf</strong></h4>
<p>&#220;ber das Verfahren, in dem es auch um Verbindungen von hochrangigen Vertretern der Justiz zum Rotlichtmilieu ging, informierten unter anderem die <em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/pressefreiheit-vor-gericht/" target="_blank">taz</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0729/medien/0055/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>. Im Vorfeld des Urteils forderten der <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M506f521d316.0.html" target="_blank">Deutsche Journalisten-Verband</a> und <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/browse/1/article/9/prozess-gegen-zwei-journalisten-in-der-sachsen-sumpf-affaere-rog-fordert-freispruch.html" target="_blank">Reporter ohne Grenzen</a> Freispr&#252;che f&#252;r die beiden angeklagten und mittlerweile verurteilten Journalisten. Die <em><a href="http://www.welt.de/aktuell/article9006377/Presserat-ruegt-Sachsensumpf-Urteil-als-Angriff-auf-Pressefreiheit.html" target="_blank">Welt</a></em> berichtete &#252;ber die Kritik des Presserates, <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/sachsensumpf--geldstrafe-fr-journalisten_100029652.html?tx_ttnews%5bbackPid%5d=62&amp;cHash=0255938c31" target="_blank">Meedia</a></em> &#252;ber die Kritik von Reporter ohne Grenzen am Sachsensumpf-Urteil, welche <a href="http://www.zeit.de/online/2008/27/sachsensumpf-jasmin"><em>Zeit Online</em></a> kommentierte.
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<a href="http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/">Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32554&amp;md5=607a9ca017d279c02fa727c0959b8dd3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Gegen die journalistische Sensationsmaschinerie: Brauchen wir eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse?</title>
		<link>http://carta.info/31485/gegen-die-journalistische-sensationsmaschinerie-brauchen-wir-eine-aufsichtsbehoerde-fuer-die-presse/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 09:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Adrian Schneider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Situationen, da scheinen Presse und Rundfunk s&#228;mtliche Regeln &#252;ber Board zu werfen. Die Berichte &#252;ber Loveparade oder J&#246;rg Kachelmann sind nur zwei der prominenteren Beispiele. Zwischen dem Papiertiger "Presseratsr&#252;ge" und der Kanone "Strafanzeige" w&#252;nsche ich mir in diesen Momenten eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/09ead6cdc043428babc114c4206471c0" alt="" width="1" height="1" />Die Geschehnisse bei der Duisburger  Loveparade scheinen bei manchen Redaktionen presserechtliche Regeln  au&#223;er Kraft gesetzt zu haben. So war jedenfalls mein Eindruck, als ich  letzte Woche Zeitungen aufgeschlagen, den Browser ge&#246;ffnet oder den  Fernseher eingeschaltet habe. <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/die-wirklich-wichtigen-fragen/">Bilder von Verletzten</a>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/loveparade-fall-fuer-presserat-bild-des-grauens-proteste-gegen-presse-1.980328">unverpixelte Aufnahmen der Massenpanik</a>, <a href="http://www.bildblog.de/20764/was-von-der-loveparade-uebrig-blieb/">Portraitfotos verstorbener Menschen</a>. H&#228;ufig mit dem Hinweis „Quelle: Internet“, dem schon fast branchen&#252;blichen Synonym f&#252;r: „Rechte ungekl&#228;rt“.</p>
<p>Es ist nicht das erste Mal, dass ich den Eindruck habe, dass die  Pressefreiheit mit Narrenfreiheit verwechselt wird. Und manchmal w&#252;nsche  ich mir in diesen Momenten eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse.</p>
<p><strong>Loveparade, Kachelmann und andere Ausnahmesituationen</strong></p>
<p>Es gibt Situationen, da scheinen Presse und Rundfunk s&#228;mtliche Regeln  &#252;ber Board zu werfen. Die Loveparade ist da nur ein Beispiel. Die  Verdachtsberichterstattung &#252;ber J&#246;rg Kachelmann ist auch so ein Fall.  Regelrechte <a href="http://www.bildblog.de/18076/das-fenster-zu-kachelmanns-hof/">Fotoshootings</a> finden vor und im Gef&#228;ngnis statt und private Fotos machen die Runde.  Von Zur&#252;ckhaltung – wie sie auch juristisch in solchen F&#228;llen gefordert  w&#228;re – <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/promis-am-pranger/">keine</a> <a href="http://www.bildblog.de/17737/hinter-gittern/">Spur</a>.</p>
<p>Doch das sind nur die prominenten F&#228;lle. Fast noch schlimmer sind die  kleinen Berichte, die Pers&#246;nlichkeitsrechte mit F&#252;&#223;en treten. Sei es  &#252;ber <a href="http://www.bildblog.de/20450/keine-anonymitaet-fuer-niemand/">mutma&#223;liche</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/4686/nur-sie-sind-nicht-wahr/">verurteilte</a> Straft&#228;ter, &#252;ber <a href="http://www.bildblog.de/18852/weiterleben-im-internet/">Opfer</a>, oder <a href="http://www.bildblog.de/ruegen-2006/">v&#246;llig uninteressante Menschen</a>, die sich einfach nur im falschen Moment <a href="http://www.bildblog.de/19461/star-wars-kid-forever/">l&#228;cherlich gemacht haben</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/wie-ein-hauptgewinn-im-lotto/">zur falschen Zeit am falschen Ort</a> waren. Nat&#252;rlich sind solche Vorf&#228;lle nicht die Regel in der deutschen  Presselandschaft – aber auch keine vernachl&#228;ssigbaren Ausrutscher.</p>
<p><strong>Die M&#246;glichkeiten der Betroffenen</strong></p>
<p>Wer einmal in eine solche journalistische Sensationsmaschinerie gelangt  ist, hat es sehr schwer, dort wieder heraus zu kommen. Das deutsche  Presserecht sieht einige Instrumentarien vor, mit denen sich Betroffene  zur Wehr setzen k&#246;nnen. Vom Unterlassungsanspruch, &#252;ber die  Gegendarstellung bis – in besonders schwerwiegenden F&#228;llen – zum  Schadensersatz.</p>
<p>Doch auf dem Zivilrechtsweg sind Betroffene auf sich allein gestellt. So  ein Rechtsstreit kostet viel: Nerven, Zeit und vor allem auch Geld. Und  bei allen Faktoren sitzen die Zeitungen, Magazine oder Fernsehsender  meistens am l&#228;ngeren Hebel. Wer sich gegen unangemessene  Berichterstattung wehren will, braucht vor allem einen langen Atem.</p>
<p>Und was steht am Ende eines solchen Verfahrens? Ein Verbot f&#252;r die  Zukunft, ein kleiner Absatz in der Zeitung, viele Monate nach dem  urspr&#252;nglichen Bericht oder im besten Fall eine kleine Geldzahlung.  Nichts, was dem Prozessgegner nachhaltig beeindrucken w&#252;rde. Und nichts,  was die Berichterstattung ungeschehen machen w&#252;rde. Kein Wunder, dass  sich das Gros der Betroffenen davor scheut, selbst t&#228;tig zu werden.</p>
<p>Auf der anderen Seite besteht nat&#252;rlich auch die M&#246;glichkeit einer  Strafanzeige wegen Verleumdung, Beleidigung oder &#252;bler Nachrede. Nicht  immer greifen diese Instrumentarien und h&#228;ufig scheuen sich die  Strafverfolgungsbeh&#246;rden, auch tats&#228;chlich davon Gebrauch zu machen. Und  das zu recht: Das Strafrecht ist das h&#228;rteste Mittel, das dem Staat zur  Verf&#252;gung steht. Gerade bei der Presse ist hier &#228;u&#223;erste Vorsicht  geboten.</p>
<p>Bleibt noch der Weg zum deutschen Presserat. Hier ist die H&#252;rde gering,  die Auswirkungen aber auch. Denn der Presserat beruht lediglich auf  einer Selbstverpflichtung von Presseorganen. Er hat nichts, aber auch  gar nichts in der Hand, um seinen Hinweisen, Missbilligungen oder R&#252;gen  auch Taten folgen zu lassen.</p>
<p><strong>Eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse</strong></p>
<p>Die Lage ist also ziemlich unbefriedigend: Mit dem Zivilrechtsweg kann  man zwar effektive Verbote erreichen, manchmal sogar einen finanziellen  Ausgleich erstreiten. Doch dabei ist man auf sich allein gestellt und  muss ein gro&#223;es finanzielles Risiko in Kauf nehmen. Der Presserat ist  ein Tiger ohne Z&#228;hne und das Strafrecht h&#228;ufig eine zu gro&#223;e Kanone, als  dass sie auch wirklich eingesetzt werden k&#246;nnte.</p>
<p>Was fehlt ist ein Mittelweg. Eine Aufsichtsbeh&#246;rde, die Betroffenen  hilft, ihre Rechte durchzusetzen und Sanktionen verh&#228;ngen kann, die die  Presse auch dazu zwingen kann, Grenzen wirklich einzuhalten. Manchmal,  wenn ich unfaire, unangemessene, manchmal sogar vernichtende Berichte  &#252;ber Menschen lese, w&#252;nsche ich mir genau das: Eine Instanz, die solche  Journalisten effektiv in ihre Schranken verweist. Ohne gro&#223;es Risiko f&#252;r  die Betroffenen, ohne jahrelange Gerichtsverfahren, sondern mit einem  Bu&#223;geldbescheid. Das geht schnell, ist erprobt und kann angemessen  wehtun. Und auf der anderen Seite kann man sich als Verlag oder  Journalist auch praktisch dagegen wehren.</p>
<p>Die Landespressegesetze helfen hier nicht weiter. Zwar sind dort auch  Bu&#223;gelder vorgesehen, allerdings nur bei Verst&#246;&#223;en gegen die  Impressumspflichten. Diese k&#246;nnen zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen  von den Kreisordnungsbeh&#246;rden mit einem Bu&#223;geld bis 10.000 Deutsche Mark  <em>[sic!]</em> geahndet werden (<a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2250&amp;bes_id=4493&amp;aufgehoben=N&amp;menu=1&amp;sg=0#det189010">§ 23 LPG-NRW</a>). Eine eigene Aufsichtsbeh&#246;rde – wie zum Beispiel die Landesmedienanstalten im Rundfunkrecht – gibt es hingegen nicht.</p>
<p>Verfassungsrechtlich w&#228;re eine solche Aufsichtsbeh&#246;rde nat&#252;rlich extrem  kritisch. „Schlechthin konstituierend f&#252;r die Demokratie“ <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/Meinungsfreiheit/173-BVerfG-Az-1-BvR-400-51-Lueth.html">nennt das Bundesverfassungsgericht</a> die Meinungsfreiheit und ohne eine freie Presse ist Meinungsfreiheit nicht zu haben. Doch wei&#223; <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Personen-der-Zeitgeschichte/Prominente/247-BVerfG-Az-1-BvR-160207;-1-BvR-160607;-1-BvR-162607-Bildberichterstattung-ueber-das-Privat-und-Alltagsleben-prominenter-Personen.html">gerade</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Gegendarstellungsrecht/214-BVerfG-Az-1-BvR-186193,-186496,-207397-Gegendarstellung-Caroline-von-Monaco-I.html">auch</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Personen-der-Zeitgeschichte/Prominente-Straftaeter/512-BVerfG-Az-1-BvR-56506-Berichterstattung-ueber-die-Straftat-eines-Prominenten.html">das</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Zitate/195-BVerfG-Az-1-BvR-79778-Boell.html">Bundesverfassungsgericht</a>,  dass die Presse nicht grenzenlos walten und sich &#252;ber Recht und Gesetz  hinwegsetzen darf. Und nicht umsonst sieht das Grundgesetz das „Recht  der pers&#246;nlichen Ehre” ausdr&#252;cklich als Schranke f&#252;r die  Kommunikationsgrundrechte vor. Ganz ausgeschlossen w&#228;re eine solche  Beh&#246;rde deshalb wahrscheinlich nicht, wenn man ihr enge Grenzen setzen  und effektive Sicherheitsmechanismen installieren w&#252;rde, um die Freiheit  der Presse dennoch zu wahren. Etwa durch eine Beteiligung des  Presserates an Ma&#223;nahmen der Aufsichtsbeh&#246;rde.</p>
<p>Ganz neu ist dieser Ansatz auch nicht. In den 50er Jahren wollte das  Bundesinnenministerium schon einmal mit einem Bundespressegesetz sog. <a href="http://www.welt.de/print-welt/article94735/Beschweren_erwuenscht.html">„Landespresseaussch&#252;sse“</a> schaffen, um durch staatliche Aufsichtsgremien eine „innere Sauberkeit“  bei der Presse sicherzustellen. Der Plan wurde von Verlagen und  Journalisten als Drohung verstanden und so <a href="http://books.google.de/books?id=oc5SeYj2MUYC&amp;lpg=PA2&amp;dq=Presserat&amp;pg=PA4#v=onepage&amp;q&amp;f=false">einigte man sich</a> <a href="http://books.google.de/books?id=-fqVTlEE0xYC&amp;lpg=PP1&amp;dq=Presserat&amp;pg=PA3#v=onepage&amp;q&amp;f=false">als eine Art Kompromiss</a> auf eine Selbstkontrolle der Presse – der Deutsche Presserat war  geboren. Wenn wir nun, ein halbes Jahrhundert sp&#228;ter, feststellen, dass  sich dieser Presserat nicht durchsetzen kann, k&#246;nnte es an der Zeit  sein, erneut &#252;ber ein solches Gesetz nachzudenken.</p>
<p><strong>Die Kehrseite der Medaille</strong></p>
<p>Das alles klingt &#8211; auf den ersten Blick &#8211; &#252;berzeugend. Doch im gleichen  Moment sehe ich dann auch die Kehrseite der Medaille. Manchmal muss  Journalismus auch an Grenzen gehen. Als G&#252;nter Wallraff damals  undercover in der <em>BILD</em>-Redaktion recherchierte, kassierte er danach eine  R&#252;ge des Presserates. Begr&#252;ndung: Verdeckte Recherche sei unzul&#228;ssig.  Will ich wirklich, dass eine Beh&#246;rde &#252;ber solche Grenzfragen entscheidet  und seine Ansicht notfalls mit Hilfe der gesamten Palette der  Staatsgewalt durchsetzen kann?</p>
<p>Ich denke dann an Gerichtsentscheidungen aus Hamburg, die <a href="http://www.kanzleikompa.de/2010/07/03/pressekammer-reingelegt-jan-ullrich-hatte-doch-gedopt/">kritische</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Personen-der-Zeitgeschichte/Straftaeter/444-LG-Hamburg-Az-324-O-50707-Resozialisierungsgefaehrdung-durch-elektronisches-Zeitungsarchiv.html">Berichterstattung</a> – zum Teil wegen <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/EhrverletzungenSchmaehkritik/637-LG-Hamburg-Az-324-O-73608-Executive-Director.html">Nichtigkeiten</a> – <a href="http://www.buskeismus.de/urteile/324O46806_sch_negerkalle.pdf">verbietet</a> oder <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Internetrecht/Forenhaftung/330-LG-Hamburg-Az-324-O-79404-Haftung-des-Blog-Betreibers-fuer-Kommentare-Stefan-Niggemeier.html">anderweitig behindert</a>. Allein der Einsch&#252;chterungseffekt ist schon heute <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ueber-abmahnungen/">teils verheerend</a>. Ich denke an <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/article/1/prozess-gegen-zwei-journalisten-in-der-sachsen-sumpf-affaere-rog-fordert-freispruch.html">Strafverfahren gegen Journalisten</a> und das Potential, das in einer solchen Aufsichtsbeh&#246;rde stecken k&#246;nnte, kritische Presse mundtot zu machen.</p>
<p>Und ich frage mich: Ist diese systematische L&#252;cke im Presserecht  vielleicht der Preis, den wir f&#252;r freien Journalismus zahlen m&#252;ssen?</p>
<p>Auch wenn der Gedanke manchmal wirklich verlockend erscheint, komme ich  zu dem Schluss: Eine Aufsichtsbeh&#246;rde w&#228;re zu gef&#228;hrlich f&#252;r die freie  Presse in Deutschland, das Missbrauchspotential zu hoch. Doch mit jedem  Artikel, der die Pers&#246;nlichkeitsrechte von Menschen mit F&#252;&#223;en tritt,  s&#228;gt ein Journalist am Ast der Pressefreiheit, gef&#228;hrdet freien  Journalismus von innen heraus und arbeitet daran, nicht nur mich davon  zu &#252;berzeugen, dass wir doch in gravierenden F&#228;llen eine staatliche  Notbremse brauchen. Nicht um kritische Presse zu unterdr&#252;cken, sondern  um Einzelne vor dem Missbrauch von Pressefreiheit zu sch&#252;tzen.</p>
<p><em><a href="http://telemedicus.info/article/1821-Eine-Aufsichtsbehoerde-fuer-die-Presse.html">Crosspost</a> von <a href="http://telemedicus.info">Telemedicus</a>, dem Blog f&#252;r Rechtsfragen der Informationsgesellschaft.</em></p>
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<a href="http://carta.info/31485/gegen-die-journalistische-sensationsmaschinerie-brauchen-wir-eine-aufsichtsbehoerde-fuer-die-presse/">Gegen die journalistische Sensationsmaschinerie: Brauchen wir eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31485/gegen-die-journalistische-sensationsmaschinerie-brauchen-wir-eine-aufsichtsbehoerde-fuer-die-presse/#comments">6 comments</a>
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		<title>Post von Markus Sch&#228;chter: Keine exklusive ZDF-Zusammenarbeit mit Bild, zuk&#252;nftig keine ZDF-Bild.de-Mixvideos</title>
		<link>http://carta.info/19259/post-von-markus-schaechter-keine-exklusive-zdf-zusammenarbeit-mit-bild-zukuenftig-keine-zdf-bild-de-mixvideos/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 16:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Markus Sch&#228;chter antwortet auf die Carta-Fragen zum ZDF-Bild.de-Video: "Die Einfassung des Clips in Preroll-Werbung sowie die Versehung mit einem Logo war uns im Vorfeld nicht bekannt und wird in dieser Form nicht mehr stattfinden." Es g&#228;be keine exklusive Kooperation seines Hauses mit der "Bild". Zur Werbet&#228;tigkeit von Thomas Gottschalk f&#252;r "Bild" m&#246;chte sich der Intendant nicht &#228;u&#223;ern.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/fc17d86367f44deabf119a1530e631b3" alt="" width="1" height="1" />Am 4. Oktober <a href="http://carta.info/15793/thomas-gottschalk-zdf-bild-wetten-dass/">schrieb</a> Robin Meyer-Lucht auf Carta:</p>
<blockquote><p>Der “Tommy darf alles”-Modus, in dem sich Moderator Thomas Gottschalk angesichts der Bedeutung seiner Sendung f&#252;r das Selbstwertgef&#252;hl des ZDFs seit Jahren befindet, nimmt immer absurdere Formen an. Der j&#252;ngste Beleg ist dieses Video:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: center;"><em><a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/09/28/thomas-gottschalk-0/michelle-was-hast-du-mit-thommy-gemacht.html"><img class="size-medium wp-image-15797 aligncenter" title="tommy2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/tommy2-300x198.jpg" alt="tommy2" width="300" height="198" /></a></em></p>
<p style="text-align: center; padding-left: 30px;">(<a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/09/28/thomas-gottschalk-0/michelle-was-hast-du-mit-thommy-gemacht.html">Hier oder auf Bild klicken</a>)</p>
</blockquote>
<p>Der Beitrag argumentierte, dass Thomas Gottschalk mit <em>ZDF</em>-Mikrofon in einem Video mit <em>Bild.de</em>-Signatur und vorgeschalteter Werbung die Verstrickung &#8220;von &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dem boulevardmedial-kommerziellen Komplex&#8221; zu weit treibe. Das <a href="http://www.stern.de/kultur/tv/medienkolumne-wird-wetten-dass-zur-dauerwerbesendung-1512437.html">sah</a> auch der ehemalige Grimme Institut-Leiter Bernd G&#228;bler so: &#8220;Dreht das geb&#252;hrenfinanzierte <em>ZDF</em> jetzt schon nebenbei die Videos f&#252;r <em>bild.de</em>?&#8221;</p>
<p>Ein Brief mit entsprechenden Fragen ging an den <em>ZDF</em>-Fernsehrat, die Markus Sch&#228;chter als <em>ZDF</em>-Intendant in einem ersten Kl&#228;rungsversuch beantwortete.</p>
<p>Vor einigen Tagen erhielten wir seine Antwort (Papierbrief hier als <a href="http://carta.info/docs/post_von_schaechter.PDF">PDF</a>). Wir haben die Antworten des Intendanten den urspr&#252;nglich gestellten Fragen zugeordnet. Hier das Ergebnis:<em> </em></p>
<p><em><br />
1. Wie kann es sein, dass Thomas Gottschalk in einem mit Bild.de-Kennung versehenen Video in ein ZDF-Mikrofon spricht?</em></p>
<p>2. <em>Ist dieses Vorgehen mit dem ZDF abgesprochen? Wer hat auf Seiten des ZDF eine Zustimmung zu einer solchen Verwendung gegeben?</em></p>
<p>Sch&#228;chter: Der von ihnen kritisierte Videoclip wurde in erster Linie f&#252;r <em>ZDF</em>-Magazinsendungen und die Online-Seiten unseres Hauses produziert, wo dieser auch zuerst und in der Sendewoche von &#8220;Wetten, dass?&#8221; vielfach zu sehen war. Einer breiteren &#214;ffentlichkeit, die durch weitere, andere Publizierungsformen erreicht werden kann, m&#246;chte sich das <em>ZDF</em> bewusst nicht dadurch verschlie&#223;en, solche Inhalte exklusiv zu halten. Genausowenig beschr&#228;nkt sich das <em>ZDF</em> bei Zurverf&#252;gungstellung des Videoclips auf bild-online, sondern stellt dieses Material auch weiteren Interessenten zur Verf&#252;gung, sofern es in Darstellung und Einbindung vertretbar ist.<em><br />
</em></p>
<p><em>4. Ist das Vorgehen, wie offenbar geschehen, ZDF-Videomaterial und auch Nachrichten, wie die Zusammenarbeit ZDF-Gottschalk-Hunziker, einem einzelnen Medium exklusiv zukommen zu lassen, mit den Prinzipien der Pressearbeit des ZDF vereinbar?</em></p>
<p>Sch&#228;chter: <strong>Es gibt von Seiten des ZDF weder eine exklusive Zusammenarbeit mit der BILD-Zeitung, noch eine vereinbarte Kooperation</strong>.<em><br />
</em><br />
<em>3. Ist dieses Vorgehen aus Ihrer Sicht mit den Grunds&#228;tzen der Unabh&#228;ngigkeit und der Markenf&#252;hrung des ZDF zu vereinbaren? Muss der Grundsatz gelten: Wenn in einem Video in ein ZDF-Mikrofon gesprochen wird, muss auch die redaktionelle Verantwortung beim ZDF liegen?</em></p>
<p><em>5. Dem Video ist auf der Seite von Bild.de ein Werbespot vorgeschaltet. Hat das ZDF Bild.de die Erlaubnis erteilt, Werbung vor das Video zu schneiden? W&#228;re es angesichts des Werbe- und Sponsoringverbots f&#252;r &#246;ffentlich-rechtliche Telemedien nicht angeraten, ZDF-Videos im Internet auch auf fremden Seiten nicht mit Preroll-Werbung zu versehen?</em></p>
<p>Sch&#228;chter: <strong>Die Einfassung des Clips in Preroll-Werbung sowie die Versehung mit einem Logo war uns im Vorfeld nicht bekannt und wird in dieser Form nicht mehr stattfinden.</strong><em><br />
</em><br />
<em>6. Thomas Gottschalk nennt in dem kurzen Trailer sehr deutlich den Namen „Audi“, ein Unternehmen, das durch eine Produktbeistellung die Sendung „Wetten, dass…?“ unterst&#252;tzt. Nach Punkt 10.4 der Sponsoring-Richtlinien des ZDF d&#252;rfen Sponsoren in zugeh&#246;rigen Programmtrailern nicht genannt werden. W&#252;rde es nicht der &#246;ffentlich-rechtlichen Idee dienen, dass diese Vorschrift auch f&#252;r Produktbeistellungen gilt?</em></p>
<p>Sch&#228;chter: Die Nennung des Audi als Gewinn f&#252;r den Wettk&#246;nig ist eine im Rahmen der Gewinnspielbeschreibung zul&#228;ssige Regelung der <em>ZDF</em>-Richtlinien f&#252;r Werbung und Sponsoring. Gem&#228;&#223; Ziffer 9.2 ist auf den Spender des Gewinnspielpreises hinzuweisen.</p>
<p><em>7. Thomas Gottschalk hat in der j&#252;ngeren Vergangenheit auf Plakaten f&#252;r Bild geworben. Nun wirbt mit diesem Video Bild.de f&#252;r seine Sendung. W&#228;re es nicht f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit des ZDF f&#246;rderlich, festzulegen, dass ZDF-Moderatoren keine Werbung f&#252;r andere Medien machen d&#252;rfen, da es so zu Interessenkonflikten bei der Berichterstattung kommen kann?</em></p>
<p><strong>Diese Frage hat Markus Sch&#228;chter nicht beantwortet.</strong><em><br />
</em><br />
<em>8. Welche Kontrollinstanz auf Seiten des ZDF pr&#252;ft, ob eine Kooperation wie die genannte mit den Richtlinien des ZDF vereinbar ist? Erfolgte im vorliegenden Fall eine &#220;berpr&#252;fung durch eine von der verantwortlichen Redaktion unabh&#228;ngige Kontrollinstanz?</em></p>
<p>Diese Frage hat Markus Sch&#228;chter nicht beantwortet.</p>
<p>Noch einmal zusammengefasst:</p>
<ul>
<li>Es gibt keine exklusive Zusammenarbeit und keine vereinbarte Kooperation von <em>Bild</em> und <em>ZDF</em>.</li>
<li><em>ZDF</em>-Videos mit Preroll-Werbung und Fremdlogo auf Sites Dritter soll es in Zukunft nicht mehr geben.</li>
<li>Dem <em>ZDF</em> waren die Details der Verwendung seines Videos auf Bild.de &#8220;im Vorfeld&#8221; nicht bekannt.</li>
<li>Das <em>ZDF</em> stellt Videos nicht exklusiv zur Verf&#252;gung, sondern gerne auch weiteren Anbietern.</li>
<li>Zur Werbet&#228;tigkeit von Thomas Gottschalk f&#252;r <em>Bild</em> m&#246;chte sich der Intendant nicht &#228;u&#223;ern.</li>
</ul>
<p>Sch&#228;chters Brief endet mit: &#8220;Ich hoffe, ich konnte mit meinen Erl&#228;uterungen Ihre Bedenken ausr&#228;umen.&#8221;</p>
<p>Der Brief des Intendanten hat zwar nicht alle Bedenken ausger&#228;umt, zugleich sprechen aber die Klarstellungen und Antworten f&#252;r sich.</p>
<p>Es ist erstaunlich, dass das <em>ZDF</em> angibt nicht gewu&#223;t zu haben, in welcher Form Bild.de das seinem Video-Material nutzen w&#252;rde. Das Video wurde offenbar ohne formelle Vereinbarung herausgegeben. Das <em>ZDF</em> kann keine Instanz benennen, die &#252;ber solche Weitergaben von Material wacht.</p>
<p>Dass sich der Intendant nicht zum Interessenkonflikt des f&#252;r <em>Bild</em> werbenden Thomas Gottschalk ge&#228;u&#223;ert hat, ist mehr als bedauerlich.</p>
<p>Das monierte Video steht &#252;brigens bis heute auf den Seiten von <em><a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/09/28/thomas-gottschalk-0/michelle-was-hast-du-mit-thommy-gemacht.html">Bild.de</a></em>.
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		<title>Verstrickt: Thomas Gottschalk im ZDF-Bild.de-Mix</title>
		<link>http://carta.info/15793/thomas-gottschalk-zdf-bild-wetten-dass/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 12:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Thomas Gottschalk mit ZDF-Mikrofon in der Hand in einem Bild.de-Video und mittendrin und vorne dran Werbung: Ein Sittengem&#228;lde der Verstrickung von &#246;ffentlich-rechtlichem Fernsehen mit dem boulevardmedial-kommerziellen Komplex. Ein ehemaliger Grimme-Institut-Leiter fragt: illegale Quersubventionierung?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f0a5101325cf4a8696e2b7ab92c07303" width="1" height="1" alt=""/>Der &#8220;Tommy darf alles&#8221;-Modus, in dem sich Moderator Thomas Gottschalk angesichts der Bedeutung seiner Sendung f&#252;r das Selbstwertgef&#252;hl des ZDFs seit Jahren befindet, nimmt immer absurdere Formen an. Der j&#252;ngste Beleg ist dieses Video:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/09/28/thomas-gottschalk-0/michelle-was-hast-du-mit-thommy-gemacht.html"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15797" title="tommy2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/tommy2-300x198.jpg" alt="tommy2" width="300" height="198" /></a></p>
<p style="text-align: center;">(<a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/09/28/thomas-gottschalk-0/michelle-was-hast-du-mit-thommy-gemacht.html">Hier oder auf Bild klicken</a>)</p>
<p style="text-align: left;">Gottschalk h&#228;lt ein ZDF-Mikro in der Hand, w&#228;hrend das Filmchen zugleich mit einer Bild.de-Sendersignatur versehen ist. Gottschalk nennt prominent den Namen des Werbepartners Audi – Bild.de hat dem Video noch eine Nissan-Werbung vorgeschaltet. <strong>Ein deutlicheres Sittenbild der Verstrickung von &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dem boulevardmedial-kommerziellen Komplex kann es eigentlich nicht geben.</strong></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Stern.de-Medienkolumnist Bernd G&#228;bler <a href="http://www.stern.de/kultur/tv/medienkolumne-wird-wetten-dass-zur-dauerwerbesendung-1512437.html">schreibt</a> zum ZDF-Bild.de-Mix:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Dazu gibt es ein Video, das durch das Logo &#8220;bild.de&#8221; oben rechts als hauseigen ausgewiesen ist, obwohl das neue TV-Traumpaar die Gegeneinander-Wetterei umst&#228;ndlich in ein ZDF-Mikrofon hinein erkl&#228;rt. Dreht das geb&#252;hrenfinanzierte ZDF jetzt schon nebenbei die Videos f&#252;r &#8220;bild.de&#8221;?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">G&#228;bler, der auch einmal das Grimme-Institut leitete, ist fassungslos, wie schamlos das ZDF &#8220;zwar von unser aller Geld lebt, aber &#8220;Bild&#8221; exklusiv bedient.&#8221; Die ZDF-Bild-Kooperation habe nichts mehr mit den guten &#246;ffentlich-rechtlichen Sitten zu tun und sei sogar m&#246;glicherweise eine <strong>illegale Quersubventionierung</strong>:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Einseitig &#8220;durchgesteckte&#8221; Infos, ZDF-Videos auf &#8220;bild.de&#8221;, Exklusiv-Interviews und die Kooperation bei der Suche nach Wettkandidaten &#8211; das alles hat mit Journalismus nat&#252;rlich nichts zu tun. Jeder, der noch halbwegs auf korrekte Begriffe achtet, wird das PR nennen. Ist dieser offenkundige Verrat an der Ursprungsidee &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehens nun einfach nur &#252;bliche Kungelei oder mehr? Erf&#252;llt diese exklusive ZDF-&#8221;Bild&#8221;-Kooperation den Tatbestand illegaler Quersubventionierung?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Dabei m&#252;ssen diese Verletzungen wohl als <strong>Fortsetzung des Dauerwerbecharakters der Sendung auf anderen Kan&#228;len </strong>betrachtet werden. Meedia schreibt in seiner <a href="http://meedia.de/nc/details/article/wetten-dass-wenig-hunziker-viel-ekel_100023674.html">Nachbesprechung</a> zur &#8220;Wetten, dass &#8230;?&#8221;-Sendung vom Samstag:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Und auch geworben wurde wieder, bis der Arzt kommt. Egal ob Wickie-Film, der neue Vroni-Ferres-Streifen, der ZDF-&#8221;Seewolf&#8221;, die neuen Alben von Tokio Hotel, Whitney Houston und Nelly Furtado, eine Dinosaurier-Show (mit durchaus beeindruckenden Dino-Puppen), Kulmbacher Bier, Teldafax, SWR3 oder Audi. Die Marken- und Produktparade nahm kein Ende.</p>
</blockquote>
<div id="attachment_15798" class="wp-caption alignleft" style="width: 242px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/tommy3.jpg"><img class="size-medium wp-image-15798" style="margin: 3px;" title="tommy3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/tommy3-232x300.jpg" alt="tommy3" width="232" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gottschalk-Werbung f&#252;r Bild: Bild hat mich zum &quot;Titan&quot; gemacht</p></div>
<p style="text-align: left;">F&#252;r das ZDF und Gottschalk mag sich die Kooperationitis dabei auf den ersten Blick ausgezahlt haben: Die Sendung hatte mit einem Marktanteil von 37 Prozent die besten Quoten seit M&#228;rz 2008 – auch Dank vorbereitender Berichterstattung in der <em>Bild</em>. Gottschalk profitiert zugleich von der wohlwollenden Berichterstattung als Goldb&#228;ren-Werbetr&#228;ger. Als <em>Bild</em>-verw&#246;hnter Promi darf Gottschalk dann im Gegenzug auch mal f&#252;r <em>Bild</em> werben.</p>
<p style="text-align: left;">Doch am Ende leidet die Glaubw&#252;rdigkeit des ZDFs. Es entf&#228;llt jede Legitimation, f&#252;r ein derartiges Spektakel Geb&#252;hrenmillionen zu verschleudern (Wie viele eigentlich? Und was verdient Gottschalk dabei?).</p>
<p style="text-align: left;">F&#252;r Bernd G&#228;bler hat das Kooperations-Gebaren von &#8220;Wetten, dass &#8230;?&#8221; ein Ausma&#223; angenommen, dass er am liebsten einen &#8220;<strong><a href="http://www.stern.de/kultur/tv/medienkolumne-wird-wetten-dass-zur-dauerwerbesendung-1512437.html">gro&#223;en Fragekatalog</a></strong>&#8221; an den ZDF-Fernsehrat schicken w&#252;rde. Tats&#228;chlich w&#228;re der Fall &#8220;Wetten, dass &#8230;?&#8221; schon lange reif f&#252;r eine unabh&#228;ngige Untersuchung durch einen Rechnungshof oder das <a href="http://www.grimme-institut.de/html/">Grimme-Institut</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Aber warum in Kolumnen &#252;ber Fragen fabulieren – man sollte und kann sie <strong>ganz konkret an den ZDF-Fernsehrat </strong>richten. Man kann dem Vorsitzenden <a href="http://www.ruprecht-polenz.de/">Rubrecht Polenz</a> ja mal Screenshots von der Bild-ZDF-Kooperation <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=beschwerde#c570">schicken</a> oder &#228;hnliche Fragen zu &#8220;Wetten, dass &#8230;?&#8221; <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=beschwerde#c570">stellen</a> oder ihn auch mal <a href="http://www.ruprecht-polenz.de/index.php?ka=1&amp;ska=kontakt">anrufen</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Wir als <em>Carta</em> werden das am Montag machen – und sind auf die Antworten schon einmal sehr gespannt.</p>
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<a href="http://carta.info/15793/thomas-gottschalk-zdf-bild-wetten-dass/">Verstrickt: Thomas Gottschalk im ZDF-Bild.de-Mix</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15793/thomas-gottschalk-zdf-bild-wetten-dass/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15793&amp;md5=47374ddfcf1b69d9f286cbc1d55cca8a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jauch-Berichterstattung: Enteignet Bild hier das Zeit-Magazin?</title>
		<link>http://carta.info/13554/jauch-berichterstattung-enteignet-bild-hier-das-zeit-magazin/</link>
		<comments>http://carta.info/13554/jauch-berichterstattung-enteignet-bild-hier-das-zeit-magazin/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 11:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Springer-Chef D&#246;pfner beschwert sich, "dass die einen f&#252;r viel Geld wertvolle Inhalte erstellen und die anderen sie kostenlos kopieren und vermarkten." BILD f&#252;hrt heute erneut mit Bravour vor, was das konkret bedeutet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/dbf6a0ed208622e17aebb853b65a2e" width="1" height="1" alt=""/>Am 14. August <a href="http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E89A79A2D09F24BA08FFC0179785924F6~ATpl~Ecommon~Scontent.html">sagte</a> Springer-Chef Matthias D&#246;pfner im Interview mit der F.A.Z.: &#8220;Es kann nicht sein, dass die einen f&#252;r viel Geld wertvolle Inhalte erstellen und die anderen sie kostenlos kopieren und vermarkten.&#8221;</p>
<p>Die Formulierung richtete sich selbstverst&#228;ndlich gegen Google und die von vielen Verlegern als &#8220;Enteignung&#8221; empfundene Praxis der Indexierung und Ver&#246;ffentlichung von Artikelanrissen. Es ist schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Googles Zitierverhalten weit hinter dem zur&#252;ckbleibt, was sich viele Publikationen, Redaktionen und Verlage hierzulande leisten.</p>
<div id="attachment_13556" class="wp-caption aligncenter" style="width: 222px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/21_08.jpg"><img class="size-medium wp-image-13556" style="border: 1px solid black;" title="21_08" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/21_08-212x300.jpg" alt="21_08" width="212" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bild-Titelseite 21. August 2009</p></div>
<p>Ein besonders drastisches Beispiel f&#252;r  augenscheinlich kostenlose &#220;bernahme und Vermarktung der Inhalte, die andere teuer erstellt haben, bietet wieder einmal die<em> Bild</em>. Der ausladende Aufmacher des Blattes und der dazugeh&#246;rige Artikel basieren weitestgehend auf einem <a href="http://www.zeit.de/2009/35/Jauch-35">Interview</a>, das Christoph Amend f&#252;r das Zeit-Magazin gef&#252;hrt hat. Bild zitiert ausschweifend aus dem Interview als Hauptquelle. Das weist Bild durchaus auch aus. Aber f&#252;r den millionenfachen Zweitaufgu&#223; des von ihm gef&#252;hren Interviews werden Amend oder der Zeit-Verlag nicht mit einer freiwilligen &#220;berweisung von Springer rechnen k&#246;nnen. Lustvoll verweist Bild darauf, aus welchen &#246;ffentlich zug&#228;nglichen Agenturquellen man die Zitate auch alle zusammengesammelt hat (oder h&#228;tte k&#246;nnen): <em>(ots/dpa/ddp/ap)</em></p>
<div id="attachment_13560" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/jauch2.jpg"><img class="size-medium wp-image-13560" title="jauch2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/jauch2-300x224.jpg" alt="jauch2" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Jauch-Artikel auf Seite 11: Zweitaufgruss des Amend-Interviews</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Auch in ihrem Online-Auftritt h&#228;lt sich Bild nicht an Minimalstandards fairer Verweise. In der merkw&#252;rdig verk&#252;rzten <a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2009/08/20/tv-moderator-guenther-jauch/will-weniger-fernsehen-machen.html">Online-Fassung</a> des Artikels wird nicht darauf hingewiesen, dass man das Interview in seiner vollen L&#228;nge l&#228;ngst auf <a href="http://www.zeit.de/2009/35/Jauch-35">Zeit.de</a> lesen kann.</p>
<p>In der Diskussion um Leistungsschutzrecht und Zitierpraxis gibt es augenscheinlich noch eine deutliche Schieflage.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Wir haben nur mal die direkten Zitate aus dem Zeit-Magazin im Bild-Artikel angestrichen. Das Ergebnis sieht so aus:</p>
<div id="attachment_13618" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/jauch_hi.jpg"><img class="size-full wp-image-13618 " title="jauch-lo" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/jauch-lo.jpg" alt="jauch-lo" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Direkte &quot;Zeit&quot;-&#220;bernahmen bei BILD. Klicken f&#252;r Vollansicht.</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>Nachtrag 2</strong>: Inzwischen haben sich auch die Kollegen vom Bildblog der Sache <a href="http://www.bildblog.de/9903/wie-man-mit-inhalten-anderer-geld-verdient/">angenommen</a>. Sch&#246;n dort noch der Hinweis: Bild benutzte offenbar honorarfreie Bilder von RTL f&#252;r den Text. Die Produktionskosten des Bildaufmachers vom Freitag d&#252;rften damit bei ca. 25 Euro gelegen haben.
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<a href="http://carta.info/13554/jauch-berichterstattung-enteignet-bild-hier-das-zeit-magazin/">Jauch-Berichterstattung: Enteignet Bild hier das Zeit-Magazin?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/13554/jauch-berichterstattung-enteignet-bild-hier-das-zeit-magazin/#comments">21 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13554&amp;md5=c764b3e66f4a7d0d0966b734e797d49d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gibt es noch recherchierende Journalisten?</title>
		<link>http://carta.info/6489/gibt-es-noch-recherchierende-journalisten/</link>
		<comments>http://carta.info/6489/gibt-es-noch-recherchierende-journalisten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 16:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>

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		<description><![CDATA[
Als Karl-Theodor zu Guttenberg Wirtschaftsminister wurde, schob jemand, der sp&#228;ter im Bildblog anonym einen Gastbeitrag dazu ver&#246;ffentlichte, dem Wikipedia-Eintrag des Adligen einen weiteren Vornamen unter. Zu den neun Vornamen kam nun der falsche Vorname Wilhelm hinzu. Die Bild-Zeitung &#252;bernahm dies gleich auf der Titelseite, auch Spiegel Online, heute.de und rp-online schrieben offenbar hemmungslos bei Wikipedia ab.

Nach dem Amoklauf von Winnenden hie&#223; es, der T&#228;ter habe einen Schie&#223;stand bei sich zu Hause im Keller. Dies entpuppte sich als blo&#223;es Ger&#252;cht, trotzdem stellte es unter anderem die Frankfurter Rundschau online als Tatsache hin, wie man gestern Abend bei Anne Will erfahren konnte.

Gibt es in Deutschland noch Journalisten, die recherchieren? Oder ist die Zeit daf&#252;r zu knapp geworden?

Heute und gestern ver&#246;ffentlichten die Welt ("Die Tat eines Frauenhassers") und die gro&#223;e &#246;sterreichische Zeitung Der Standard ("M&#246;rderischer M&#228;nnerwahn") jeweils einen Gastbeitrag von Alice S]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/425a8fd163036265dd34eae1f8b8c6" alt="" width="1" height="1" /><br />
Als Karl-Theodor zu Guttenberg Wirtschaftsminister wurde, schob jemand, der sp&#228;ter im Bildblog anonym einen Gastbeitrag dazu ver&#246;ffentlichte, dem Wikipedia-Eintrag des Adligen einen weiteren Vornamen unter. Zu den neun Vornamen kam nun der falsche Vorname Wilhelm hinzu. <a href="http://www.bildblog.de/5704/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/" target="_blank">Die Bild-Zeitung &#252;bernahm dies gleich auf der Titelseite, auch Spiegel Online, heute.de und rp-online schrieben offenbar hemmungslos bei Wikipedia ab</a>.</p>
<p>Nach dem Amoklauf von Winnenden hie&#223; es, der T&#228;ter habe einen Schie&#223;stand bei sich zu Hause im Keller. Dies entpuppte sich als blo&#223;es Ger&#252;cht, trotzdem stellte es unter anderem die Frankfurter Rundschau online als Tatsache hin, wie man gestern Abend bei Anne Will <a href="http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill814.html" target="_blank">erfahren</a> konnte.</p>
<p>Gibt es in Deutschland noch Journalisten, die recherchieren? Oder ist die Zeit daf&#252;r zu knapp geworden?</p>
<p>Heute und gestern ver&#246;ffentlichten die Welt (<a href="http://www.welt.de/welt_print/article3382633/Die-Tat-eines-Frauenhassers.html" target="_blank">&#8220;Die Tat eines Frauenhassers&#8221;</a>) und die gro&#223;e &#246;sterreichische Zeitung Der Standard (<a href="http://derstandard.at/?id=1234509532073" target="_blank">&#8220;M&#246;rderischer M&#228;nnerwahn&#8221;</a>) jeweils einen Gastbeitrag von Alice Schwarzer. In der Welt zitiert <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/printmedien/zapp676.html" target="_blank">Alice Schwarzer</a> &#8220;Professor&#8221; Henner Ertel vom G.R.P. Institut f&#252;r Rationelle Psychologie:</p>
<blockquote><p>&#8220;Schon im Fr&#252;hling 2007 schlug der M&#252;nchner Neuropsychologe Henner Ertel Alarm. Sein Institut f&#252;r rationelle Psychologie macht seit 30 Jahren Langzeitstudien zu den Auswirkungen von Pornografie. Bei der Auswertung der Daten aus den letzten 20 Jahren stellten die WissenschaftlerInnen &#8216;eine dramatische Entwicklung in den letzten f&#252;nf Jahren&#8217; fest:  [...] &#8216;Das Gehirn passt seine Verarbeitungsstrategien an und sch&#252;tzt sich gegen die Flut von Gewalt und Pornografie durch Abstumpfung.&#8217;[...] &#8216;Sexualit&#228;t ist heute f&#252;r die Mehrheit der jungen M&#228;nner, aber auch f&#252;r viele junge Frauen unl&#246;sbar mit Gewalt verkn&#252;pft.&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Standard zitiert Alice Schwarzer Henner Ertel fast mit denselben Passagen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Schon im Fr&#252;hling 2007 schlug der M&#252;nchner Neuropsychologe Prof. Henner Ertel Alarm. [...] Prof. Ertel: &#8216;Emotionale Intelligenz und Empathief&#228;higkeit haben bei den Jugendlichen enorm abgenommen.&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p class="artikeltext">Was die Vorzeigek&#228;mpferin f&#252;r M&#252;ndigkeit ihren Lesern leider verschweigt, ist, dass gegen Henner Ertel von der Gesellschaft f&#252;r Rationelle Psychologie (G.R.P.) momentan ein <a href="http://taz.de/1/leben/medien/artikel/1/professor-unrecht/" target="_blank">Strafverfahren</a> wegen Titelmissbrauchs l&#228;uft, weil er gar kein Professor sein soll. In dem Verfahren, das von der Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits vor Monaten an die Staatsanwaltschaft in M&#252;nchen abgegeben wurde, ermittelt immer noch die M&#252;nchener Polizei. Ein Psychologieprofessor aus Nordrhein-Westfalen hatte bereits im September bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige erstattet. Er wirft Ertel vor, die Grade &#8220;Doktor&#8221; und &#8220;Professor&#8221; zu Unrecht zu f&#252;hren.</p>
<p class="artikeltext">Als &#8220;Professor f&#252;r Neuropsychologie&#8221; produzierte Ertel jahrelang Schlagzeilen mit pseudowissenschaftlichen Studien (&#8220;Berlin ist der hei&#223;este Flirtplatz in Deutschland&#8221;, &#8220;Die mutigsten Deutschen leben in K&#246;ln&#8221;), die von Medien wie Bild, Men&#8217;s Health, P.M., dem Jugendmagazin der Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung, fluter, Playboy, Focus, Stern, FAZ, SZ, Zeit, Spiegel Online, der dpa und AFP, der Berliner Zeitung, dem Tagesspiegel und der taz zitiert wurden.</p>
<p class="artikeltext">Au&#223;erdem gab Ertel an, Rektor und Vizekanzler einer &#8220;University of Neuroscience&#8221; in London zu sein. Wie meine Recherchen bei dem UPS-Unternehmen &#8220;Mail Boxes Etc.&#8221; ergaben, ist die Universit&#228;t nur eine Briefkastenfirma. Als ich Ertel f&#252;r <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/viele-deutsche-lesen-quatsch/?type=98" target="_blank">diesen</a> taz-Artikel fragte: &#8220;F&#252;hren Sie die akademische Bezeichnung ,Professor&#8217;? Wenn ja, von welcher Bildungseinrichtung wurden Sie in welcher Fachrichtung zum Professor berufen?&#8221; forderte Ertel, der unter einer Schweizer Nummer erreichbar war, f&#252;r den Aufwand, diese und vier weitere Fragen zu beantworten 190 Schweizer Franken.</p>
<p>&#220;ber die Gesch&#228;ftspraktiken des Insituts f&#252;r rationelle Psychologie berichtete ich auch bei <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,577236,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a> und <a href="http://www.ruhrbarone.de/779/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.ruhrbarone.de/881/" target="_blank">hier</a> im Blog Ruhrbarone, wo auch ein &#8220;Henner&#8221;, eine offenbar ebenfalls mit Ertels Institut in Verbindung stehende &#8220;Petra&#8221; und eine &#8220;U. Ertel&#8221; (Henner Ertels Frau hei&#223;t Ulrike) erheiternde Kommentare hinterlie&#223;en.</p>
<p>In diesem <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/zapp498.html" target="_blank">Beitrag</a>, in dem das NDR-Magazin ZAPP einige meiner Recherchen ohne entsprechende Kenntlichmachung &#252;bernahm, kann man auch sehen, dass es sich bei den &#8220;Wissenschaftlern&#8221;, die Alice Schwarzer zitiert, offenbar nur um eine einzelne Dame an einem Empfangsschalter in einem Stuttgarter B&#252;rohaus handelt.</p>
<p>Die von Alice Schwarzer herausgegebene Zeitschrift Emma hatte in der Vergangenheit offenbar ein gutes Verh&#228;ltnis zu Ertel: <a href="http://www.emma.de/index.php?id=1322&amp;type=1" target="_blank">Hier</a> und <a href="http://www.emma.de/pornografie_ist_geil_2007_05.html" target="_blank">hier</a> zitiert man Ertel; in einem <a href="http://www.islamische-zeitung.de/?id=10896" target="_blank">Interview</a> der Islamischen Zeitung mit <span class="maintext">Cornelia Filter, &#8220;Journalistin und Feministin und arbeitete unter anderem f&#252;r die &#8216;Zeit&#8217;, die &#8216;Frankfurter Rundschau&#8217;, &#8216;Brigitte&#8217; und insbesondere auch der &#8216;Emma&#8217;&#8221; vom Oktober 2008 (also nach Einleitung des Strafverfahrens gegen Ertel) hei&#223;t es:</span></p>
<blockquote><p><span class="maintext">&#8220;Das von Alice Schwarzer herausgegebene Magazin EMMA berichtete im Herbst 2007 in einem Dossier &#252;ber die Pornografisierung von Medien, Mode und Kultur. Auch die Frage nach dem Zusammenhang von Pornografie und sexueller Gewalt wurde gestellt. Im Fr&#252;hling 2007 hat der M&#252;nchner Neuropsychologe Prof. Henner Ertel, der seit 30 Jahren Langzeitstudien zu den Auswirkungen von Pornografie macht, Alarm geschlagen. Denn in den letzten f&#252;nf Jahren habe er eine dramatische Entwicklung festgestellt. &#8216;Was da auf unsere Gesellschaft zukommt, ist das Grauen&#8217;, sagte er zu EMMA.&#8221;</span></p></blockquote>
<p><span class="maintext">Der freie Journalist <a href="http://www.jochenpaulus.de/Institut.htm" target="_blank">Jochen Paulus</a>, der die ganze Geschichte &#252;ber die G.R.P. &#252;berhaupt erst ins Rollen brachte, schrieb im April 2008 in Zeit Wissen &#252;ber eine angeblich 1,6 Millionen Mark teure G.R.P.-Studie :</span></p>
<blockquote><p>&#8220;Nicht die Pornoindustrie, &#8216;wie der Autor glaubhaft versichert&#8217;, schrieb Emma<em> </em>1991, &#8216;finanziert wurde sie fast vollst&#228;ndig aus einem Mitarbeiter-Fonds der   GRP, in den die &#220;bersch&#252;sse aus der gutbezahlten Auftragsforschung flie&#223;en&#8217;. Heute &#228;u&#223;ert sich Ertel anders: &#8216;Die Beate war sehr gro&#223;z&#252;gig.&#8217; Die Beate   Uhse AG best&#228;tigt auf Nachfrage, es seien &#8216;einige Tausend&#8217; Mark bezahlt   worden. Die Sache bleibt mysteri&#246;s.&#8221;</p></blockquote>
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