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	<title>CARTA &#187; Bezahlinhalte</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Paywalls und Leistungsschutzrecht: Wenn der Leser nicht will, wie die Verlage wollen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 15:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas_Moring</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die aktuellen Forderungen und Strategien der Verlage offenbaren ein grundlegendes Problem: Statt das eigene Weltbild zu ver&#228;ndern, soll die Welt sich den Vorstellungen der Verlage anpassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/962154cb329748ca94f09d948e6d488c" alt="" width="1" height="1" />Der Ruf nach einem <a href="http://carta.info/tag/leistungsschutzrecht/">Leistungsschutzrecht</a> f&#252;r Verlage hat Hochkonjunktur, der nach <a href="http://carta.info/tag/bezahlinhalte">Bezahlschranken</a> ebenso. Die Verlage erhoffen sich, verloren gegangene Einnahmen zur&#252;ckzuholen. Sicherlich sind das alles ehrenwerte Versuche, journalistische Arbeit und Qualit&#228;t weiterhin zu finanzieren &#8211; Versuche allerdings, die im Grunde unter Verweis auf ein vermeintliches Besitzrecht zu entschuldigen versuchen, dass es den Verlagen an einer Strategie und an einer Vorstellung von der Zukunft des eigenen Gesch&#228;fts mangelt. Letzten Endes handelt es sich hier um den verzweifelten Versuch, die alten Markt- und Machtverh&#228;ltnisse in eine neue Welt zu transferieren.</p>
<p>Die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht zeigt zun&#228;chst drei Dinge: Verleger und (Chef-)Redakteure sind von der Qualit&#228;t ihrer Waren und Dienstleistungen &#252;berzeugt und setzen sich gegen eine vermeintliche Ausnutzung durch andere ein. Sie argumentieren f&#252;r den Schutz ihrer gewohnten Wertsch&#246;pfungskette, wie sie die klassische Medienwelt pr&#228;gte. Mehrwert wird darin erzielt, indem Produktions- und Distributionsressourcen kontrolliert und andere Produzenten und Lieferanten davon augeschlossen werden. Je besser die eigenen Strukturen und die mit deren Hilfe erbrachten Leistungen gesch&#252;tzt sind, desto gr&#246;&#223;er der eigene Wettbewerbsvorteil und Gewinn. Deutlich wird drittens auch eine teils dramatische &#220;berforderung des Journalismus. Die neuen Spielregeln im Netz verlangen, dass Journalisten und Medienmacher ihr Selbstverst&#228;ndnis &#252;berdenken. Der Wandel in den K&#246;pfen jedoch kann mit der Entwicklung in Technik und Onlinemarkt, so scheint es, nicht mithalten.</p>
<p>Neben diesen naheliegenden Punkten werden in der Diskussion drei weitere Punkte deutlich, die von einer weitverbreiteten Rat- und Orientierungslosigkeit zeugen.</p>
<p>(1) Die Verlage m&#252;ssen immernoch lernen, die Kundenbed&#252;rfnisse und die Gesetze der Wertsch&#246;pfung im Netz zu verstehen. Die medialen Produktions- und Distributionsm&#246;glichkeiten sind explodiert, daher kann niemand mehr den Kunden etwas vorsetzen und zugleich sicher sein, dass eine erkleckliche Anzahl Menschen am Ende schon kaufen wird, weil die Konkurrenz auch nicht besser oder gar nicht vorhanden ist. Die Nutzer w&#228;hlen bewusst aus – und sie setzen dabei mehr auf Qualit&#228;t als im klassischen Massenmedienmarkt. Was Qualit&#228;t ist, bestimmt kein Verleger oder Chefredakteur, sondern die Leser.</p>
<p>(2) Leistungsschutzrechte und Diskriminierung durch Bezahlschranken zeigen zweitens, dass es mit einer koh&#228;renten Strategie und Zieldefinition f&#252;r die eigenen Aktivit&#228;ten im Web nicht allzu weit her ist. Reicht es aus, pr&#228;sent zu sein und das altbekannte Gesch&#228;ft der aktuellen Nachrichten zu bieten? Was suchen die Kunden und Leser auf den Seiten der Verlage, was erwarten sie? Werden diese Erwartungen erf&#252;llt? Was m&#252;sste sich &#228;ndern, damit das besser klappt? Was bedeutet das eigentlich f&#252;r das Selbstverst&#228;ndnis von Verlag und Redaktion? Ist der Faktor Technik wirklich schon als bestimmendes Element in der Betrachtung angekommen? Fundierte Antworten auf diese Fragen lassen sich in deutschen Redaktionen und Verlagen bisher nur sehr selten finden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um einen kleinen Lokalverlag handelt oder um die gro&#223;en Namen. Man &#252;bernimmt die Print-Erfolgsfaktoren (gro&#223;e, bunte Bilder, knackige Zeilen etc.) und die – nat&#252;rlich, nat&#252;rlich – extrem hohe inhaltliche Qualit&#228;t in Recherche und Darstellung – doch der Erfolg will sich nicht einstellen.</p>
<p>Im Vergleich zu anderen Verlagsangeboten m&#246;gen die eigenen Zahlen noch passabel aussehen, das jedoch bleibt ein Vergleich innerhalb der eigenen Nische. Selbst im <a href="http://ausweisung.ivw-online.de/">IVW-Listing</a>, das viele wichtige Mitspieler au&#223;en vor l&#228;sst, bringen es die Angebote <em>aller</em> nationalen, regionalen und lokalen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage nur auf einen Marktanteil von knapp zehn Prozent. Verglichen mit den wirklichen Wettbewerbern im Netz au&#223;erhalb der eigenen Stammbranche m&#252;ssten die Alarmleuchten eigentlich st&#228;ndig leuchten; sind es doch die Verlage und die Redaktionen, die f&#252;r sich in Anspruch nehmen, am Puls der Zeit und den Menschen am n&#228;chsten zu sein. Tats&#228;chlich ist das viel zu selten bis gar nicht der Fall.</p>
<p>(3) Warum? Weil der Paradigmenwechsel nicht mitvollzogen, ja sogar bewusst abgestritten wird. Im Netz ist oft das Gegenteil von dem gefordert, was in den klassischen Massenmedien den Erfolg versprach: Dialog statt Predigen; evolution&#228;r und dynamisch arbeiten und berichten, statt auf Andruck oder feste Sendezeiten hin; &#246;ffnen und integrieren statt ausschlie&#223;en und diskriminieren. Die Barrieren der klassischen Massenmedienwelt existieren nicht mehr. Praktisch jeder kann hier Konkurrenzangebote schaffen; es kommt schlicht darauf an, ob seine Adresse im Netz die Fragen der Menschen besser beantwortet. Entscheidend ist, was die Leistungsschutzrechtfans so gerne f&#252;r sich in Anspruch nehmen: die Qualit&#228;t.</p>
<p>Die Folge davon ist: Der Leser, das unbekannte Wesen, gibt sich zu erkennen, stellt Anspr&#252;che und wei&#223;, das sie auch anderswo eingel&#246;st werden. Journalisten sehen sich mit einer direkten und messbaren Bewertung konfrontiert, doch genau vor dieser Begegnung versuchen sie sich zu sch&#252;tzen. Viele fl&#252;chten in die Fiktion, die alten Verh&#228;ltnisse lie&#223;en sich wieder restaurieren, wenn die Menschen nur dazu erzogen w&#252;rden, den besonderen Wert der redaktionellen Mitteilungen zu erkennen und zu bezahlen. Was aber, wenn es diesen Wert in den Augen der Leser gar nicht mehr gibt, sondern andere Inhalte, andere Formen sich f&#252;r den Leser als n&#252;tzlicher erwiesen haben? Was bei diesen Fragen eigentlich journalistische Prim&#228;rtugenden w&#228;ren, fehlt hier – die offensichtlichen Probleme kritisch zu hinterfragen, sie zu analysieren, aufzubereiten, einzuordnen oder L&#246;sungen vorzuschlagen.</p>
<p>Stattdessen erleben wir vielmehr den gegenteiligen Reflex: Bevor sich das eigene Weltbild und Selbstverst&#228;ndnis &#228;ndert, soll sich die Welt den (Wert-)Vorstellungen der Journalisten und Medienmanager aus den klassischen Massenmedien anpassen. Nach dieser eigent&#252;mlichen Logik w&#228;ren es also die Nutzer, die sich den Zielen der Medienmacher anzupassen h&#228;tten – und nicht umgekehrt. Das aber tun sie nicht, darum muss Zwang her, werden „Schutzrechte“ verlangt und der Versuch unternommen, die Nutzer zum Bezahlen zu zwingen. So sollen die Gesetze des Massenmedienmarktes in den Onlinemarkt gepresst werden. Ein Schaden f&#252;r die Onlinewettbewerber wird dabei gerne in Kauf genommen.</p>
<p>Betrachtet man die Lage n&#252;chtern, w&#228;ren einige Punkte festzuhalten: Das bestehende institutionelle System der Medienwelt ist, so scheint es, nicht in der Lage, aus sich selbst heraus den Wandel zu gestalten, darum soll er mit Verboten und Sperren aufgehalten werden. Das bestehende Regelsystem im Journalismus zeigt sich starr und unelastisch, so auch das Denken und das Weltbild in vielen Redakteurs- und Verlegerk&#246;pfen. In Zeiten disruptiver Entwicklungen bedeutet das &#252;ber kurz oder lang den Untergang.</p>
<p>Der Journalismus verliert in vielen Bereichen seine angestammten Aufgaben, weil seine Aufgaben von anderen Anbietern &#252;bernommen werden k&#246;nnen, die ihre Informationen direkt zum Interessenten bringen k&#246;nnen. Das bestehende Mediensystem muss an den betroffenen Stellen zwangsl&#228;ufig ausged&#252;nnt und r&#252;ckgebaut werden. Gleichzeitig jedoch entstehen neue Aufgaben: als Vermittler, Agentur oder Plattform, f&#252;r eine bestimmte Region oder ein bestimmtes inhaltliches (Fach-)Gebiet. Gro&#223;e und kleine Verlage besonders in Skandinavien, in den USA, Gro&#223;britannien und &#214;sterreich machen vor, wie es geht. Sie verlassen sich nicht auf Leistungsschutz und Bezahlmauern, die das alte System auch nicht werden retten k&#246;nnen.</p>
<p>Der Ruf nach Schutzrechten und Paywalls l&#228;uft darauf hinaus, die Barrieren der alten Modelle erneut zu errichten. Doch die Welt hat sich ge&#228;ndert. Die Leser sind mobil geworden, <em>always on</em>, und per <em>cloud computing</em> in der Wolke. Und in der Wolke lassen sich schlecht Mauern bauen.</p>
<p><em>Carta dankt Andreas Moring f&#252;r diesen Gastbeitrag.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22502&amp;md5=47279ab1462a9b0a9fa5f8ee312e5e4c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Gottes Werk und Googles Beitrag&#8221;: Dokumentation der Boell-Diskussion mit Christoph Keese</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 15:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Carta hat die Diskussion "Gottes Werk und Googles Beitrag" der B&#246;ll-Stiftung aufgezeichnet. Hier die Videos zum nachtr&#228;glichen Anschauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dokumentation der Diskussion &#8220;<a href="http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=7420&amp;returnurl=/index.html">Gottes Werk und Googles Beitrag</a>&#8221; der Heinrich-B&#246;ll-Stiftung zur Forderung nach einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage am 20. Januar in Berlin.</p>
<p>Teilnehmer:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.jbb.de/anwaelte/till-jaeger/">Dr. Till Jaeger </a>(Fachanwalt f&#252;r Urheber- und Medienrecht, Berlin)</li>
<li><a href="http://www.axelspringer.de/presse/Personalie-Christoph-Keese-wird-Konzerngeschaeftsfuehrer-Public-Affairs-der-Axel-Springer-AG_36400.html">Christoph Keese</a> (Head of Public Affairs, Axel Springer AG, Berlin)</li>
<li><a href="http://www.plan17.de/autoren/schnurr/">Dr. Eva-Maria Schnurr</a> (Freie Journalistin, Hamburg)</li>
<li><a href="http://www.malte-spitz.de/ueber_malte/index.html">Malte Spitz</a> (Bundesvorstand B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen, Berlin)</li>
</ul>
<p>Moderation: Matthias Spielkamp (<a href="http://irights.info/">iRights.info</a> und Carta-<a href="http://carta.info/autor/matthias_spielkamp">Autor</a>)</p>
<p>Video 1: Einleitung:</p>
<p><object id="livestreamPlayer" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="400" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_4f3c87f0-434d-4f1b-9b2c-5c35eae88fc6&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="livestreamPlayer" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="400" src="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_4f3c87f0-434d-4f1b-9b2c-5c35eae88fc6&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<p>Video 2: Hauptteil:</p>
<p><object id="livestreamPlayer" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="400" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_322cc79b-f102-4e27-8df1-78872a885139&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="livestreamPlayer" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="400" src="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_322cc79b-f102-4e27-8df1-78872a885139&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21539&amp;md5=56902b721ab0e613dcd95f0b8ca7c2cd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>New York Times: Vor dem wichtigsten Gesch&#228;ftsmodell-Experiment ihrer Geschichte</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 17:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Die New York Times will eine Bezahlschranke auf ihrer Website einf&#252;hren. Der Vorsto&#223; ist der ultimative Test, ob es eine Online-Zukunft f&#252;r diese Zeitung und ihren Journalismus gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/10c78e7f71f64e62a828fefbe8e1a8f7" alt="" width="1" height="1" />Die <em>New York Times</em> steht offenbar kurz davor, ihre Website zahlungspflichtig zu machen. Dies geht aus einem <a href="http://nymag.com/daily/intel/2010/01/new_york_times_set_to_mimic_ws.html">Bericht</a> des <em>New York Magazine</em>-Autors <a href="http://twitter.com/gabrielsherman/status/7866236937">Gabriel Sherman</a> hervor. Demnach soll in Zukunft die Zahl der monatlich pro Nutzer frei abrufbaren Seiten auf Nytimes.com begrenzt werden. H&#228;ufige Nutzer sollen zahlende Online-<span id="Abonnent_.28Deutsch.29">Abonnenten werden.</span></p>
<p>Ein vergleichbares Modell mit &#8220;Seitenabrufz&#228;hler&#8221; <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,640653,00.html">benutzt</a> die <a href="http://www.ft.com/home/europe">Financial Times</a> seit einigen Jahren auf ihrer Websites. Es wird im englischen Sprachraum als &#8220;<strong>metered system</strong>&#8221; bezeichnet (&#8220;<a href="http://dict.leo.org/ende?lp=ende&amp;p=5tY9AA&amp;search=meter">meter</a>&#8220;= Seitenz&#228;hler). Erreicht der Seitenz&#228;hler ein bestimmtes Niveau, steht der Nutzer pl&#246;tzlich vor einer <a href="http://www.ft.com/cms/275bc334-3063-11dc-9a81-0000779fd2ac.html?segid=70000&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.ft.com%2Fcms%2Fs%2F0%2Fc0eb89e4-0207-11df-8b56-00144feabdc0.html">Bezahlschranke</a>. Mit dem &#8220;metered&#8221;-Modell wird allein die h&#228;ufige Nutzung einer Website kostenpflichtig gestellt. Genau dies hat die New York Times nun offenbar vor.</p>
<p>Laut Sherman wird <em>New York Times</em>-Verleger Arthur Sulzberger Jr. die neue Bezahlstrategie innerhalb der n&#228;chsten Wochen vorstellen. Die neue Bezahlschranke im Web passe sehr gut zu geplanten Bezahlangeboten der <em>Times</em> auf dem <a href="http://www.appleinsider.com/articles/10/01/15/the_inside_track_on_apples_tablet_a_history_of_tablet_computing.html">Apple tablet computer</a>, der am 27. Januar vorgestellt werden soll. Das Web-Bezahlmodell solle das Tablet-Bezahlmodell flankieren. Es werde aber noch Monate dauern, bis die Online-Bezahlschranke steht.</p>
<p>Sherman geht sehr detailliert auf die strategischen Erw&#228;gungen und auch den Streit innerhalb der Verlagsspitze ein. Auf der einen Seite <a href="http://www.nytco.com/company/executives/Martin_A_Nisenholtz.html">Martin Nisenholtz</a>, der Online-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer, der hoffte, die Site mittelfristig &#252;ber Werbung und Reichweite finanzieren zu k&#246;nnen. Auf der anderen Seite <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Keller">Bill Keller</a>, Chefredakteur der Printausgabe, der einwendete, dass Online-Werbung niemals ausreichen werde, den aufwendigen <em>Times</em>-Apparat und seinen ambitionierten Journalismus zu bezahlen. In der Wirtschaftskrise haben sich Kellers Ansichten letztlich durchgesetzt: Ohne Bezahlinhalte sei die <em>Times</em> nicht mehr zu finanzieren.</p>
<blockquote><p>But with the painful declines in advertising brought on by last year&#8217;s financial crisis, the argument pushed by Keller and others — that online advertising might never grow big enough to sustain the paper&#8217;s high-cost, ambitious journalism — gained more weight. The view was that the <em>Times</em> needed to make the leap to some form of paid content and it needed to do it now. The trick would be to build a source of real revenue through online subscriptions while still being able to sell significant online advertising. <strong>The appeal of the metered model is that it charges high-volume readers while allowing casual browsers to sample articles for free, thus preserving some of the <em>Times</em>&#8216; online reach.</strong></p></blockquote>
<p>Mit dem &#8220;metered system&#8221; versucht der Verlag nun, seine Online-Stammleser zu zahlenden Online-Lesern zu machen, ohne zugleich das erhebliche Abrufvolumen der Rand- und Gelegenheitsnutzer zu verlieren. Das Ziel ist ein Hybridmodell aus Werbefinanzierung f&#252;r die Gelegenheitsnutzung und direkter Einnahmen von den Stammnutzern.</p>
<p>Ein extrem anspruchsvoller und gef&#228;hrlicher Balanceakt. Der Schritt, den die Times in den n&#228;chsten Tagen bekannt geben wird, ist der ultimative Praxistest dieser Zeitung, ob es eine Online-Zukunft f&#252;r sie gibt &#8211; f&#252;r ihren Journalismus, ihre Ambitionen und ihre Produktionsweisen.</p>
<p>Misslingt dieses Paid-Content-Experiment wie zuvor <em><a href="http://paidcontent.org/article/419-new-york-times-to-close-timesselect-effective-wednesday/">Times Select</a> </em>(2005-2007), dann wird die <em>Times</em> nicht kurzerhand zur&#252;ckrudern k&#246;nnen: Es w&#228;re die endg&#252;ltige Best&#228;tigung, dass ihr Journalismus nicht mehr auf gen&#252;gend (zahlungswillige) Nachfrage trifft. Es geht daher bei diesem Paid-Content-Experiment um nichts weniger, als um die Frage, ob die Online-Welt diese <em>Times</em> noch braucht und bezahlen will. <em>Times</em>-Verleger Sulzberger Jr. hat zurecht lange gez&#246;gert, diese Frage zu stellen. Sein Online-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Martin Nisenholtz sagte vor einigen Monaten zu den strategischen Abw&#228;gungen: &#8220;At the end of the day, if we don&#8217;t get this right, a lot of money falls out of the system.&#8221;</p>
<p>Tats&#228;chlich hat die <em>New York Times</em> wohl keine Alternative. Gelingt der Bezahlansatz, dann kann Bill Keller sein Journalismusmodell auf das Internet &#252;bertragen. Gelingt er nicht, ist die <em>Times</em> nicht am Ende. Aber es ist klar, wie sehr sie sich &#228;ndern muss, um in der Online-Welt bestehen zu k&#246;nnen. Dann m&#252;sste Martin Nisenholz &#252;bernehmen, um die <em>Times</em> f&#252;r das Netz neu zu erfinden. So gesehen kann die <em>Times</em> bei diesem Experiment viel verlieren, aber auch einiges gewinnen.</p>
<p>Die Auswirkungen dieses Schl&#252;sselmoments in der Geschichte des US-Journalismus auf die deutschen Verlage werden wohl erheblich sein. Gelingt der <em>Times</em>-Versuch auch nur leidlich, so werden die Websites der &#252;berregionalen Tageszeitungen hierzulande umgehend &#252;ber &#228;hnliche Modelle nachdenken.</p>
<p>Bemerkenswert ist auch, wogegen sich die <em>Times</em> mit ihrem Modell bis auf weiteres entschieden hat. Sie wird nicht mit <a href="http://www.journalismonline.com/home.php">Journalism Online</a> zusammenarbeiten, einem Start-up, das an einem publikationen&#252;bergreifenden Online-Abonnementmodell arbeitet. Die Zeitung hat sich auch gegen eine Zusammenarbeit mit Rupert Murdochs <em>News Corporation</em> entschieden. Auch der Ansatz von F&#246;rderabonnements, bei der zahlende Nutzer einen privilegierten Status gehabt h&#228;tten, ist verworfen worden. Gar nicht in der Diskussion war – wenig &#252;berraschend – der von Walter Isaacson per <em>Time</em>-Titelgeschichte aufgew&#228;rmte <a href="http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1877191,00.html">Mikro-Paymentansatz</a>.</p>
<p>Das &#8220;metered system&#8221; kann von der <em>New York Times</em> potenziell sehr flexibel gehandhabt werden. Es kann mehrere &#8220;Vorwarnstufen&#8221; f&#252;r die Nutzer geben, wenn sich ihr Abrufkontingent dem Ende zuneigt. Es ist eine Zwischenstufe f&#252;r registrierte Nutzer denkbar. Es sind unterschiedliche Quoren und unterschiedliche Preise f&#252;r verschiedene Site- und Nutzersegmente denkbar. Die Einf&#252;hrung von Bezahlinhalten wird f&#252;r die <em>Times</em> zu einem &#8220;Tanz mit dem Nutzer&#8221; &#8211; mit ungewissem Ausgang und m&#246;glicherweise verst&#246;renden Erkenntnissen.</p>
<p>Ich bin gespannt auf die Debatte in den Kommentaren.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/">New York Times: “strategic limbo” bei pay vs. free</a></li>
<li>Michael Naumann: <a href="http://www.zeit.de/2009/26/DOS-Times?page=all">New York Times &#8211; der angez&#228;hlte Champion</a> (ZEIT)</li>
</ul>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/21661/new-york-times-bezahlmodell-paid-content/">New York Times: Vor dem wichtigsten Gesch&#228;ftsmodell-Experiment ihrer Geschichte</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21661/new-york-times-bezahlmodell-paid-content/#comments">21 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21661&amp;md5=3d7c6ba734f021714aad48a2e8b0908d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Software-Engineering: Schon bald eine Kernkompetenz f&#252;r Medienunternehmen</title>
		<link>http://carta.info/21384/software-engineering-schon-bald-eine-kernkompetenz-fuer-medienunternehmen/</link>
		<comments>http://carta.info/21384/software-engineering-schon-bald-eine-kernkompetenz-fuer-medienunternehmen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 11:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Ziegler</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Werbemarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Statt weiterhin eine Platzhirschrolle als Contentlieferant zu beanspruchen, sollten Medienunternehmen sich als Informationsbroker begreifen. F&#252;r die offenen Plattformen der Zukunft braucht es mehr Technologiekompetenz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast allen Webstrategien klassischer Medienunternehmen ist – bis zum heutigen Tag – eines gemeinsam: Die Medienunternehmen wollen so bleiben wie sie sind. Sie wollen seit Jahrzehnten erfolgreich etablierte Gesch&#228;ftsmodelle ins Web hin&#252;berretten – und sich auf ihre angestammten Kompetenzen verlassen k&#246;nnen.</p>
<p>Im Ergebnis bedeutet dies, dass etwa Zeitungverlage im Netz auch genau das bleiben wollen: Zeitungsverlage. Sie wollen ihrem klassichen Modell treu bleiben: Unter einem Dach Informationen recherchieren, bewerten, veredeln und gegen Bezahlung publizieren.</p>
<p>Doch im Web gelten andere Spielregeln. Es herrschen andere technologische Grundlagen, es gibt mehr Wettbewerb und mehr Vernetzung. In einem solche Umfeld m&#252;ssten sich Verlage und andere Medienunternehmen eigentlich zu technologiegetriebenen Brokern von Informationen und Dienstleistungen entwickeln.</p>
<p>Davon sind die Medienh&#228;user heute aber fast genauso weit entfernt wie vor zehn Jahren, als dieser Ansatz hierzulande erstmals in einer <a href="http://www.presseforschung.de/ep/stutext1.htm#diebold">Studie</a> erstmals entwickelt wurde. Ein Blick in die F&#252;hrungsetagen l&#228;sst leicht erkennen, woran dies liegt. Dort trifft man auf wenig Faszination f&#252;r den „digital spirit“ und noch weniger Kompetenz im Software Engineering. Genau dies wird jedoch gebraucht, um im Netz erfolgreich zu sein. Diese Schl&#252;sselkompetenz des Weberfolgs fehlt im Top-Management der Medienh&#228;user fast durchg&#228;ngig.</p>
<p>Die aktuelle Paid-Content-Diskussion zeigt, dass Medienh&#228;user die Wertigkeit ihrer selbst produzierten Inhalte im Web regelm&#228;&#223;ig &#252;bersch&#228;tzen – und den Wert nicht professionell erstellter Inhalte untersch&#228;tzen. Statt auf schwer durchsetzbare Bezahlmodelle zu schielen, sollten die Verlage nach ihrer neuen Rolle als Plattformanbieter und Informationsbroker suchen.</p>
<p>Jeff Jarvis predigt auf Medientagungen regelm&#228;&#223;ig „Do what you do best and link to the rest“. Doch man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass noch immer nur eine Minderheit der Medienunternehmen hierzulande realisiert hat, was dies konkret bedeutet.</p>
<p>Viele reklamieren f&#252;r sich noch immer eine Content-Platzhirschrolle. Sie manifestiert sich auch in der Content- und Linkstruktur von Verlagswebsites. Fast alle Verlage interpretieren ihre Onlineauftritte als geschlossene Bestimmungsorte, an denen sie Herrscher aller Content-Reusen sind. Kein Link geht nach au&#223;en, bestenfalls an Schwester- oder Tochterunternehmen der jeweiligen Mediengruppe. Dieser Anspruch der Informationshoheit und -kontrolle stammt noch aus fr&#252;hen Jahren der Onlinewelt und dokumentiert bis heute eindrucksvoll die Distanz zu den eigentlichen Spielregeln des Webs.</p>
<p>Dabei hat insbesondere die mit dem Internet aufgewachsene Generation der heute 14- bis 29-J&#228;hrigen gelernt, Wunschinhalte on-demand und on-the-fly aus vielen disparaten Quellen zu kompilieren und von automatischen News-Aggregatoren – gratis – kompilieren zu lassen. In diesen individuellen Content-Strom flie&#223;en von professionellen Journalisten erstellte Inhalte nur zum Teil ein.</p>
<div id="attachment_21389" class="wp-caption aligncenter" style="width: 630px"><img class="size-full wp-image-21389" title="Fig1" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/Fig1.png" alt="Fig1" width="620" height="357" /><p class="wp-caption-text">Medienunternehmen sollten ihre Websites in offene, netzwerkorientierte Ans&#228;tze &#252;berf&#252;hren.</p></div>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
Das Zaudern mit neuen Modellen der Medienh&#228;user zeigt sich nicht nur bei ihrem Angebot an die Leser, sondern auch bei den Anzeigenkunden. Das au&#223;erordentliche Wachstum der Online-Werbung zeigt neben der Ver&#228;nderung des Informationsnutzungsverhaltens vor allem auch den Wunsch der Werbetreibenden nach einem effektiveren Einsatz von Werbemitteln. Google – und inzwischen diverse andere Online-Unternehmen – bieten Werbekunden mit erfolgsbasierten Abrechnungsmodellen einen signifikanten Vorteil gegen&#252;ber rein reichweitenorientierten Medien. Bezahlt wird nur f&#252;r den Werbeerfolg: den Klick, den Download oder den erzielten Umsatz.</p>
<p>Nicht nur konjunkturbedingt streben Werbetreibende nach einer weiteren Reduktion von Streuverlusten. Online ist dies mit immer ausgereifteren Technologien m&#246;glich. Die Werbebetreibenden werden deshalb nicht auf reichweitenorientierte Imagewerbung verzichten, doch sie werden immer mehr auf erfolgsbasierte Werbema&#223;nahmen umstellen. Darauf haben sich Content-Anbieter und ihre Vermarkter bisher viel zu langsam eingestellt.</p>
<p>Um daran etwas zu &#228;ndern und gar die Dominanz von Google im performancebasierten Werbegesch&#228;ft aufzubrechen, m&#252;ssten die Inhalteanbieter ihre Technologiekompetenz deutlich ausweiten; vielleicht ist hier auch eine konzertierte, branchenweite L&#246;sung gefordert. Was die dpa als Content-Rohstofflieferant leistet, k&#246;nnte analog ein neu zu gr&#252;ndendes gemeinsames Technologieunternehmen f&#252;r die Erschlie&#223;ung erfolgsbasierter Werbemodelle und –plattformen leisten.</p>
<p>Die Mitarbeiter eines solchen imagin&#228;ren Gemeinschaftsunternehmens sollten sich dann aber nicht aus Abgesandten der Medienh&#228;user rekrutieren, sondern aus Internet-Entrepreneuren und Software Engineers, Beteiligung am Unternehmenserfolg inklusive. Auf die Erschlie&#223;ung von performancebasierten Werbem&#228;rkten sollten sich etablierte Medienh&#228;user st&#228;rker konzentrieren – statt Windm&#252;hlenk&#228;mpfe an der Paid-Content-Front zu f&#252;hren.</p>
<p><em>Dieser Text erschien zuerst bei <a href="http://medien.nrw.de/apollo-m/2009/12/04/auswege-aus-dem-paid-content-dilemma-teil-2/">Apollo M</a>, dem Blog des <a href="http://medien.nrw.de/">Medienclusters NRW</a> und wurde f&#252;r Carta &#252;berarbeitet und gek&#252;rzt. </em>
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<a href="http://carta.info/21384/software-engineering-schon-bald-eine-kernkompetenz-fuer-medienunternehmen/">Software-Engineering: Schon bald eine Kernkompetenz f&#252;r Medienunternehmen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21384/software-engineering-schon-bald-eine-kernkompetenz-fuer-medienunternehmen/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21384&amp;md5=db2931f379f0cba9f52f6c4563729e5c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Video-Interview zu Bezahlinhalten: &#8220;Aufmerksamkeit rausschmei&#223;en&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/21155/video-interview-zu-bezahlinhalten-aufmerksamkeit-rausschmeissen/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 11:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlinhalte]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[G&#252;nter Bartsch hat ein sehenswertes Skype-Interview mit einem sehr eingenst&#228;ndig denkenden Verleger gef&#252;hrt: dem Schweizer Urs Gossweiler.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>G&#252;nter Bartsch vom Hauptstadtblog hat ein <a href="http://www.hauptstadtblog.de/article/6170/bezahlinhalte-im-netz-aufmerksamkeit-rausschmeissen">Skype-Interview mit Urs Gossweiler</a>, dem wunderbar unabh&#228;ngigen Verleger der Schweizer <a href="http://www.jungfrauzeitung.ch/">Jungfrau Zeitung</a> gef&#252;hrt. Gossweilers au&#223;erordentlich erfolgreiche Lokalzeitung ist &#8220;<a href="http://www.drehscheibe.org/weblog/?tag=urs-gossweiler">100% lokal</a>&#8220;, erscheint aktuell im Netz und zweimal pro Woche als gedruckte Version (“Printout”).</p>
<p>F&#252;r Gossweiler geht &#8220;Paid Content&#8221; an den &#246;konomischen Realit&#228;ten des Netzes vorbei:</p>
<blockquote><p>„Wir leben als Zeitung davon, dass unsere Leserinnen und Leser ihre Aufmerksamkeit uns und unseren Inserenten schenken. Und das ist ein hoher Preis, den sie da bezahlen.“</p>
<p>„Wir sollten die Leute, die uns ihre Zeit schenken, nicht abweisen und sagen: In Zukunft darfst Du Deine Zeit nur investieren, wenn Du daf&#252;r noch Geld bezahlst.“</p>
<p>&#8220;Wenn es Google nicht schafft, Bezahlinhalte einzuf&#252;hren &#8211; wie sollte es dann eine durchschnittliche Nachrichtenplattform schaffen?&#8221;</p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="450" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8570800&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="450" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8570800&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Mehr <a href="http://www.hauptstadtblog.de/article/6170/bezahlinhalte-im-netz-aufmerksamkeit-rausschmeissen">hier</a>.
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			</a>
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<a href="http://carta.info/21155/video-interview-zu-bezahlinhalten-aufmerksamkeit-rausschmeissen/">Video-Interview zu Bezahlinhalten: &#8220;Aufmerksamkeit rausschmei&#223;en&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21155/video-interview-zu-bezahlinhalten-aufmerksamkeit-rausschmeissen/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21155&amp;md5=9eb757d0a6cee1e77cd1c9504cc060b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die Zukunft von Paid Content: Hier w&#228;re ein Ansatz.</title>
		<link>http://carta.info/20487/paid-content-kachingle/</link>
		<comments>http://carta.info/20487/paid-content-kachingle/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 14:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Kachingle]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Crowdfunding-Applikation "Kachingle" geht in die Beta-Phase. Carta ist als erste Partner-Site in Deutschland dabei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6dd7397fcf414909b7b3833b4469b7c7" width="1" height="1" alt=""/>Der Paid-Content-Debatte fehlt es derzeit vor allem an einem: Es wird zu wenig gespielt. Es gibt zu wenig und erst recht zu wenig &#252;berzeugende Experimente. Es gibt sehr viele Appelle, dass doch endlich f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus gezahlt werden m&#246;ge. Aber es gibt (abgesehen von Apps) wenig &#252;berzeugende Ans&#228;tze f&#252;r digitale Bezahlmodelle.</p>
<p>Stefan Kooths <a href="http://carta.info/19560/online-journalismus-gratisfalle/">schrieb</a> k&#252;rzlich auf Carta: &#8220;Im Internet sind bessere Preismodelle f&#252;r Journalismus m&#246;glich als in der Offline-Welt. Man muss nur die richtigen finden!&#8221; Genauso ist es. Das Netz hat die  in Zeitungen einst zusammenfassten Inhalte entb&#252;ndelt – zum Nutzen der Leser und der Verlinkung. Nun stellt sich die Frage, wie direkte Nutzerbeitr&#228;ge in solch einer entb&#252;ndelten Informationswelt eigentlich funktionieren k&#246;nnten. Einzelzahlungen pro Text? Eher <a href="http://carta.info/15348/micropayments-onlinejournalismus/">zu teuer</a>. Starre Schranken? <a href="http://carta.info/16203/surfbarriere-paid-content-bezahlschranken-und-netzstreifzuege-passen-nicht-zusammen/">Sicher nicht</a>.</p>
<p>Paid Content wird ganz sicher so lange fast undurchsetzbar bleiben, wie es an den richtigen Modellen und Systemen fehlt. Die aber wird man nicht am gr&#252;nen Tisch und versenkt in Excel-Tabellen finden. So gesehen hat das Hamburger Abendblatt diese Woche einen wirklich dankswerten Beitrag zur Debatte geleistet.</p>
<p>Hier ist Cartas j&#252;ngster Beitrag zu der Debatte (neben der <a href="http://carta.info/kaffeekasse/">Kaffeekasse</a>): Vor einiger Zeit haben wir hier schon kurz &#252;ber Kachingle <a href="http://carta.info/5277/frage-kachingle-der-ausweg/">diskutiert</a>. <a href="http://beta.kachingle.com/">Kachingle</a> ist ein &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Crowd_funding">Crowdfunding</a>&#8220;-System f&#252;r journalistische Inhalte (siehe auch den Beitrag <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/11/24/kachingle-ein-interessanter-crowdfunding-ansatz/">hier</a>). Es erlaubt, einen festen monatlichen (Spenden-)Abonnementsbetrag auf eine ausgew&#228;hlte Anzahl von Publikationen zu verteilen. Kachingle ist eine Art freiwilliges Sammelabo f&#252;r Publikationen, die man mag und unterst&#252;tzen m&#246;chte. &#214;konomisch setzt Kachingle dabei auf &#8220;<a href="http://www.shirky.com/writings/fame_vs_fortune.html">mental transaction costs</a>&#8220;: Die Bezahlung erfolgt &#8220;reibungslos&#8221; im Hintergrund. Zugleich liegt es in der Handes Nutzers, wieviel Verg&#252;tung an wen flie&#223;t.</p>
<p>Seit heute ist Carta die erste <a href="http://beta.kachingle.com/site_owners/1017">Kachingle-Site</a> in Deutschland. Man kann bei Kachingle Mitglied werden, dort monatlich beispielsweise ein 5-Dollar-Abo einrichten – und dieses Geld dann auf seine Lieblingsblogs und -publikationen verteilen (die nat&#252;rlich auch erstmal Kachingle-Sites werden m&#252;ssten). Kachingle nimmt f&#252;r die Verteilung der Gelder einen Kostenbeitrag von 20 Prozent. Insgesamt ist das System stark um Transparenz bem&#252;ht. Auf der Carta-Homepage und auf den Artikelseiten befinden sich jetzt kleine Kachingle-Banner. Dort kann man sehen, wie viele Kachingle-Unterst&#252;tzter Carta schon hat.</p>
<div id="attachment_20544" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/kachingleaufmacher.jpg"><img class="size-medium wp-image-20544" title="kachingleaufmacher" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/kachingleaufmacher-300x197.jpg" alt="Kaschingle: Das Abo als Crowdfunding-Applikation" width="300" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">Kachingle: Das Abo als Crowdfunding-Applikation</p></div>
<p>Zugegeben: Kachingle ist stark gew&#246;hnungsbed&#252;rftig. Die Mitglieder hei&#223;en &#8220;Kachingler&#8221;. Man &#8220;kachingled&#8221; eine Site. Das gesamte System hat eine erhebliche &#246;ffentliche Komponente (es ist beidseitig sichtbar, wer wen unterst&#252;tzt). Layout ist nicht die St&#228;rke des Angebots. Die deutschsprachigen <a href="http://beta.kachingle.com/help/faq/deutsch ">FAQ</a> sind noch stark &#252;berarbeitungsbed&#252;rftig.</p>
<p>Hinter Kachingle steht kein Konzern, sondern die Beraterin und Unternehmerin <a href="http://blog.kachingle.com/?page_id=2">Cynthia Typaldos</a>, die auch schon einmal ein <a href="http://typaldos.com/word.documents/12principles/12principles.pdf">Webmanifest</a> geschrieben und ein <a href="http://www.typaldos.com/golfweb.htm">Webangebot</a> erfolgreich ger&#252;ndet hat. Ich kenne Cynthias Typaldos nicht. Aber da <a href="http://steveouting.com/">Steve Outing</a> sie empfiehlt, habe ich einigen Grund, ihr Projekt ebenfalls zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Kachingle kommt aus dem Silicon Valley und hat ein B&#252;ro in Paris. In Europa, so glaubt Gr&#252;nderin Typaldos, wird die Bereitschaft, mit neuen Modellen Journalismus zu unterst&#252;tzen mindestens so gro&#223; sein wie in den USA. Daher zielt Kachingle insbesondere auch auf  die gro&#223;en europ&#228;ischen M&#228;rkte Frankreich und Deutschland.</p>
<p>Eine erhebliche St&#228;rke von Kachingle k&#246;nnte sich auch zu einem Problem entwickeln: Der Spendencharakter. Ich vermute, die Nutzer sch&#228;tzen auch klare Ansagen, Betr&#228;ge und Verbindlichkeit. Zudem sollte einfacher zu erkennen sein, wie man Sites auch anonym unterst&#252;tzt. Aber das alles sind Feinheiten, Beta-Ph&#228;nomene.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 260px"><a href="../wp-content/uploads/2009/12/kach2.jpg"><img class=" " title="kach2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/kach2.jpg" alt="kach2" width="250" height="177" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Chief Kachinglerin&quot; und Beraterin Cynthia Typaldos: Bezahlmodelle f&#252;r das alte Europa</p></div>
<p>Letztlich scheint Kachingle ein pr&#252;fenswerter Ansatz. Deshalb ist Carta bei diesem Experiment dabei. Ich w&#252;rde mich daher sehr freuen, wenn sich auch andere Publikationen und Leser bei Kachingle <a href="https://beta.kachingle.com/accounts/join_as_kachingler">anmelden</a> w&#252;rden &#8211; und das System gemeinsam ausprobieren.</p>
<p>Viel ist dabei nicht zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Ich glaube, der Kachingle-Deal ist fair und einer der bisher interessantesten Beitr&#228;ge zur Paid Content-Debatte &#252;berhaupt. Ich freue mich auf die Diskussion zu dem System. Ich glaube, es ist wohl noch nicht die letztendliche L&#246;sung, aber es geht in die richtige Richtung.</p>
<p>Zu Kachingle gibt es auch eine k&#252;rzlich gehaltende Slideshow:</p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://counters.gigya.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEyNjEwNDk*NDIyMzImcHQ9MTI2MTA*OTQ*NjI1NCZwPTEwMTkxJmQ9c3NfZW1iZWQmZz*yJm89OGJjZTU4MGFhMzhjNDFjNDkxYjA3ZWU*NDViZDNiYmYmb2Y9MA==.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /></p>
<div id="__ss_2322979" style="width: 425px; text-align: left;"><object style="margin:0px" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=eurofinancekachinglev7-10-22-09-typaldos-091022150419-phpapp02&amp;stripped_title=kachingle-presentation-at-eurofinance-2009" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="margin:0px" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=eurofinancekachinglev7-10-22-09-typaldos-091022150419-phpapp02&amp;stripped_title=kachingle-presentation-at-eurofinance-2009" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
<p>Disclosure: Nur damit keine Missverst&#228;ndnisse aufkommen. Carta erh&#228;lt keine Provisionen von Kachingle oder &#228;hnliches.
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/20487/paid-content-kachingle/">Die Zukunft von Paid Content: Hier w&#228;re ein Ansatz.</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/20487/paid-content-kachingle/#comments">40 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20487&amp;md5=8ecb04ecc20cda7c66d540e4e9e9d8ad" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Abendblatt.de: Die Paid-Content-Schranke hat eine Google-Hintert&#252;r</title>
		<link>http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/</link>
		<comments>http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 14:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlinhalte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger Abendblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bezahlschranke von Abendblatt.de ist nicht nur strategisch unausgereift und schlecht begr&#252;ndet - sie hat auch eine ziemlich gro&#223;e, heimliche "Hintert&#252;r".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Vielleicht ist es aussichtslos. Vielleicht ist es selbstm&#246;rderisch. Vielleicht    ist es auch unversch&#228;mt&#8221;, <a href="http://www.abendblatt.de/ratgeber/article1307619/abendblatt-de-gibt-es-jetzt-als-Abo.html">schreibt</a> der stellvertretende Abendblatt-Chefredakteur<span> Matthias Iken &#252;ber die neue Paid-Content-Schranke seines Angebots (siehe auch Nieggemeier <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt/">hier</a>).<br />
</span></p>
<p><span>Vielleicht funktioniert die Schranke aber auch anders als Iken in seinem Text erl&#228;utert. Den Kommentaren zu seinem Text ist zu entnehmen, dass die neue Bezahlschranke eine gro&#223;e Google-Hintert&#252;r hat:<br />
</span></p>
<p>Schlagzeile + Abendblatt googeln und man hat den Text.</p>
<p><span>Funktioniert tats&#228;chlich.</span></p>
<p><span>Auf der <a href="http://www.abendblatt.de/region/stormarn/">Storman-&#220;bersichtsseite</a> soll beispielsweise f&#252;r den Text </span>&#8220;Bargteheide will Gewerbesteuer anheben&#8221; bezahlt werden:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/ha2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-20342" title="ha2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/ha2.jpg" alt="ha2" width="300" height="383" /></a></p>
<p>Googelt man &#8220;<a href="http://www.google.de/#hl=de&amp;source=hp&amp;q=Bargteheide+will+Gewerbesteuer+anheben+Abendblatt&amp;btnG=Google-Suche&amp;meta=&amp;aq=f&amp;oq=Bargteheide+will+Gewerbesteuer+anheben+Abendblatt&amp;fp=c6a75e802a8b0e7">Bargteheide will Gewerbesteuer anheben Abendblatt</a>&#8220;, landet man &#8211; zack &#8211; mit dem ersten Treffer auf diesem <a href="http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article1308170/Bargteheide-will-Gewerbesteuer-anheben.html">Text</a>:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/ha3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-20343" title="ha3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/ha3.jpg" alt="ha3" width="300" height="355" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Wahrscheinlich ist diese &#8220;Hintert&#252;r&#8221; kein Zufall:</span> Die Hintert&#252;r ist, wie der Verlag best&#228;tigt, ein <strong>Feature</strong>: Die Leser, die &#8220;vorne&#8221; bei abendblatt.de reinkommen, sollen ein Abo l&#246;sen. Zugleich soll der Traffic &#252;ber Google nicht abgeschnitten werden. Es handele sich um den bewu&#223;ten Einsatz eines &#8220;Der erste Klick ist entgeltfrei&#8221;-Modells (vgl. <a href="http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2008/10/first-click-free-for-web-search.html">hier</a> [<a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/12/trotz-und-abendblatt/">via</a>]).</p>
<p>Doch: Im Ergebnis hat man damit weder eine effektive Schranke noch einen fairen Umgang mit dem regelm&#228;&#223;igen Leser (solange man &#8220;vorne&#8221; die Hintert&#252;r verheimlicht). Preismodelle sollten im Netz wohl besser nicht auf Verheimlichung basieren.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong> (siehe Kommentar 5 von Hans): Bei der offenen Google-Hintert&#252;r handelt es sich offenbar um ein ganz <strong>bewu&#223;t eingebautes Feature</strong> der Bezahlschranke. Der Fehler des Verlags war es zu glauben, dass dies nicht auff&#228;llt und dies ein akzeptabler Preisdifferenzierungsmechanismus sei.</p>
<p><strong>Nachtrag 2</strong>: DWDL hat beim Verlag <a href="http://www.dwdl.de/story/23950/springers_neue_bezahlschranken_haben_eine_hintertr/">nachgefragt</a>: &#8220;Wie ein Springer-Sprecher gegen&#252;ber dem Medienmagazin DWDL.de best&#228;tigte, ist der Zugriff auf einzelne Artikel der Angebote &#252;ber Suchmaschinen wie zum Beispiel Google ohne jede Barriere m&#246;glich. Erst sobald sich der Nutzer innerhalb des Angebots bewegt oder wenn er es direkt ansteuert, greift die Schranke. Ensprechend lassen sich alle Artikel kostenfrei lesen, wenn man die &#220;berschrift in das Suchfeld der Suchmaschine eingibt. So bekommt das Portal eine Hintert&#252;r und der Status als zahlender Leser bringt keinen inhaltlichen Mehrwert, sondern macht die <strong>Lekt&#252;re lediglich komfortabler</strong>.&#8221;
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<a href="http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/">Abendblatt.de: Die Paid-Content-Schranke hat eine Google-Hintert&#252;r</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/#comments">70 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20341&amp;md5=151dec42f5cb7a0f1549c107cffe719b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Online-Journalismus: Raus aus der Gratisfalle</title>
		<link>http://carta.info/19560/online-journalismus-gratisfalle/</link>
		<comments>http://carta.info/19560/online-journalismus-gratisfalle/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 17:20:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Kooths</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Hamburger Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlich-Rechtlich]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Internet sind bessere Preismodelle f&#252;r Journalismus m&#246;glich als in der Offline-Welt. Man muss nur die richtigen finden. Stefan Kooths &#252;ber den Irrtum der "Grenzkosten = Preis"-Regel, &#252;ber die Probleme der Kulturflatrate und die Folgen einer Verstaatlichung der F.A.Z. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f48b4e212c51410eba288e60eaccd4d0" alt="" width="1" height="1" />Das Internet ist eine disruptive Technologie, disruptiv nicht nur f&#252;r die Gestaltungsm&#246;glichkeiten von Journalismus, disruptiv vor allem auch f&#252;r die klassischen Gesch&#228;ftsmodelle der Verlagsunternehmen. Die Marktpositionen und Renditen werden neu verteilt. Es ist daher kein Wunder, wenn die Umw&#228;lzungen im Netz von vielen der bislang dominanten Medienunternehmen eher als Bedrohung denn als Chance wahrgenommen wenden. Der Ruf nach staatlicher Protektion, etwa in Form der &#8220;<a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article3886003/Erklaerung-der-Hamburger-Verlage.html">Hamburger Erkl&#228;rung</a>&#8220;, hat dann auch nicht lange auf sich warten lassen.</p>
<p>F&#252;r die Wirtschaftspolitik kann es aber nicht darum gehen, Produktionsstrukturen der Vergangenheit zu konservieren. Es ist vor allem entscheidend, dass die Nutzer m&#246;glichst souver&#228;n dar&#252;ber entscheiden k&#246;nnen, welchen Journalismus sie goutieren und nutzen wollen. S&#228;mtliche Produktions- und Bereitstellungsmodelle f&#252;r Journalismus im Internet sind daher danach zu beurteilen, ob sie es den Mediennutzern erlauben, die Produktion von Inhalten gem&#228;&#223; ihren Pr&#228;ferenzen und Zahlungsbereitschaften zu steuern. Grunds&#228;tzlich gilt: Je direkter diese Artikulation m&#246;glich ist, desto besser.</p>
<p>Zu einer solchen ordnungspolitischen Betrachtung geh&#246;rt auch, staatliche Eingriffe davon abh&#228;ngig zu machen, ob sich private Anbieter und Nachfrager selbst&#228;ndig als marktf&#228;hige Parteien organisieren k&#246;nnen. Solange privatwirtschaftliche L&#246;sungen funktionsf&#228;hig sind, verbieten sich staatliche Eingriffe. Das schlie&#223;t eine kritische &#220;berpr&#252;fung bestehender Eingriffe, insbesondere die derzeitige Zwangsfinanzierung der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, mit ein.</p>
<p><strong>Professioneller Journalismus bleibt prinzipiell ein knappes Gut – auch im Netz</strong></p>
<p>In der &#246;ffentlichen Diskussion wird h&#228;ufig vorschnell der Schluss gezogen, professionelle journalistische Inhalte seien im Netz kein knappes Gut mehr. Diese Sichtweise verdeckt jedoch das grunds&#228;tzliche Problem. Zwar stellt das Netz nun den Zugang zu sehr viel mehr journalistischen Quellen her, weshalb es zun&#228;chst einmal aus Nutzersicht zu einer Erh&#246;hung des verf&#252;gbaren Angebots kommt. Dennoch bleibt das Knappheitsproblem prinzipiell bestehen: Denn f&#252;r die Produktion von professionellem Journalismus m&#252;ssen wirtschaftliche knappe Ressourcen – insbesondere die Arbeitsleistung ausgebildeter Journalisten – eingesetzt werden. Journalismus, insbesondere ein Journalismus, der versiert und wissend informiert, bleibt daher – auch in Zeiten des Internets – ein rares Gut.</p>
<p>Diese Sichtweise wird teilweise durch die besondere Kostensituation im Netz verdeckt: Bei der Verbreitung journalistischer Berichte sind die Kosten f&#252;r jeden zus&#228;tzlichen Nutzer nahezu Null. Es besteht folglich keine Rivalit&#228;t um die Nutzung von Artikeln, da weder Quantit&#228;t noch Qualit&#228;t leiden, wenn ein und derselbe Artikel von einem weiteren Nutzer gelesen wird.</p>
<p>Hier ist aber zu unterscheiden zwischen den <strong>Grenzkosten der Nutzung</strong> (zus&#228;tzliche Kosten f&#252;r einen weiteren Nutzer) und den <strong>Grenzkosten der Bereitstellung</strong> (zus&#228;tzliche Kosten f&#252;r die Ausweitung des insgesamt produzierten Umfangs an Inhalten). Diese Kosten sind nicht vernachl&#228;ssigbar und f&#252;hren zu Rivalit&#228;t im Konsum auf einer vorgelagerten Stufe: da journalistische Kapazit&#228;t knapp ist, kann nicht &#252;ber jedes Ereignis gleicherma&#223;en (in ersch&#246;pfendem Umfang und gleich hoher Qualit&#228;t) berichtet werden.</p>
<p>Dem Fu&#223;ballfan ist es nicht gleichg&#252;ltig, ob &#252;ber seinen Lieblingsverein berichtet wird oder nicht, weil die knappe redaktionelle Kapazit&#228;t gerade auf die journalistische Begleitung einer Leichtathletikveranstaltung konzentriert wurde. Es d&#252;rfte ihm auch nicht egal sein, ob der Sportchef selbst zur Feder greift oder die Arbeit einem Praktikanten &#252;berl&#228;sst. Es besteht mithin ein Auswahlproblem, f&#252;r das die Kollektivg&#252;tertheorie einen bew&#228;hrten L&#246;sungsvorschlag bereith&#228;lt: Es werden solange weitere Berichte erstellt, wie <strong>die geb&#252;ndelte Zahlungsbereitschaft aller potenziellen Interessenten an einem weiteren Beitrag ausreicht</strong>, um die mit dessen Produktion anfallenden zus&#228;tzlichen Kosten zu decken. Im Ergebnis wird dann die knappe Berichterstattungskapazit&#228;t auf diejenigen Bereiche gelenkt, f&#252;r die die Nutzer die h&#246;chste Wertsch&#228;tzung aufbringen.</p>
<p><strong>Paid Content: Das Netz bietet interessantere Modelle als viele glauben.</strong></p>
<p>Entscheidend f&#252;r die &#246;konomische Beurteilung der Marktverh&#228;ltnisse im Online-Journalismus ist letztlich die Frage, ob sich die Wertsch&#228;tzungen der potenziellen Nutzer in effektive Ums&#228;tze f&#252;r die Inhalteanbieter umsetzen lassen. Daf&#252;r muss es den Anbietern zumindest potenziell auch m&#246;glich sein, Bezahlschranken f&#252;r Paid Content zu errichten, also Preise f&#252;r ihre Leistungen zu erheben.</p>
<p>Bislang war in die Zeitung quasi eine stoffliche Zugangsbeschr&#228;nkung f&#252;r Leser eingebaut. Im klassischen Rundfunk hingegen waren Decoder-L&#246;sungen zumeist kompliziert. Das Netz bietet nun interessantere und effektivere Bezahl- und Abrechungsmodelle, als viele dies auf den ersten Blick einsch&#228;tzen m&#246;gen.</p>
<p>Im Netz gibt es einen regen Wettbewerb um Bezahlmodelle f&#252;r Journalismus, von <a href="http://www.journalismonline.com/home.php"><em>Journalism Online</em></a> bis <a href="http://www.kachingle.com/"><em>Kachingle</em></a>. Es ist daher davon auszugehen, dass sich hier durchdachte L&#246;sungen etablieren werden. Die eher kurze Lebensdauer von journalistischen Inhalten und ihre <a href="http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/vertrauensgut.html">Vertrauensguteigenschaften</a> sch&#252;tzen zudem vor massenhaften illegalen Kopien. Es ist zumindest nicht bekannt, dass die Einf&#252;hrung von Bezahlinhalten derzeit vornehmlich daran scheitern w&#252;rde, dass Online-Journalismus massenhaft durch illegale Kopien untergraben w&#252;rde.</p>
<p>Es ist im Gegenteil davon auszugehen, dass sich dort, wo herausragende Inhalte mit vertr&#228;glichen Entgeltmodellen verbunden werden, auch tats&#228;chlich Bezahlschranken durchsetzbar w&#228;ren – wenn es die Anbieter denn w&#252;nschen. Hierzu k&#246;nnen auch Freemium-Modelle geh&#246;ren, bei denen ein Ausschnitt des redaktionellen Angebots frei verf&#252;gbar ist, und nur f&#252;r den h&#246;herwertigen Rest bezahlt werden muss. Dieses Prinzip ist nicht neu: in Form von auff&#228;llig gestalteten Schlagzeilen, die unentgeltlich von jedem am Kiosk gelesen werden k&#246;nnen, versuchen Anbieter seit je her Aufmerksamkeit f&#252;r ihr Produkt zu erlangen.</p>
<p>Damit haben sich die &#246;konomischen Kerneigenschaften von journalistischen Inhalten durch Online-Publikation nicht ge&#228;ndert. Im Gegenteil: Die Preismodelle f&#252;r Journalismus im Internet lassen sich prinzipiell besser an die Erfordernisse eines <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klubgut">Klubguts</a> Journalismus anpassen als in der Offline-Welt.</p>
<p><strong>Paywalls k&#246;nnen flexibel sein</strong></p>
<p>Gegen Paid Content wird h&#228;ufig eingewandt, dass „Bezahlh&#252;rden“ dem Grundprinzip und den Nutzergewohnheiten im Web widerspr&#228;chen, n&#228;mlich sich ungehindert von Seite zu Seite zu hangeln und alles miteinander vernetzen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Hierbei ist zun&#228;chst zu bedenken, dass es die professionellen journalistischen Beitr&#228;gen ohne ausreichende Finanzierungsquelle gar nicht g&#228;be – zumindest g&#228;be es ohne ein ad&#228;quates Finanzierungsmodell deutlich weniger davon.</p>
<p>Zum anderen untersch&#228;tzt diese Sichtweise die M&#246;glichkeiten der neuen Technologien. Es sollte keine technisch un&#252;berwindliche H&#252;rde sein, Abrechnungsverfahren zu entwickeln, die das eine mit dem anderen verbinden. Was f&#252;r das Anklicken von Werbelinks m&#246;glich ist und den einschl&#228;gigen Anbietern Milliardenerl&#246;se beschert, sollte grunds&#228;tzlich auch f&#252;r Links zu redaktionellen Inhalten funktionieren. Hierbei sind auch Genossenschaftsmodelle unter den Anbietern (oder Nutzern) denkbar, die mit einem geb&#252;ndelten Account den Zugang zu einer Vielzahl von Anbietern er&#246;ffnen. Auch die gedruckte Zeitung ist ein B&#252;ndel von Artikeln. Jetzt m&#252;ssen neue B&#252;ndelstrategien f&#252;r das Netz entwickelt werden.</p>
<p><strong>Der Irrtum der „Grenzkosten = Preis“-Regel</strong></p>
<p>Auch wird behauptet, die Bepreisung von redaktionellen Webseiten widerspr&#228;che grunds&#228;tzlich den &#246;konomischen Fundamentalkr&#228;ften und k&#246;nne daher nicht funktionieren. Diese Behauptung wird aus der „Grenzkosten = Preis“-Regel abgeleitet, die insbesondere von <a href="http://de-bug.de/medien/archives/chris-anderson-free.html">Vertretern der „Freeconomics“</a> mit Nachdruck vertreten wird.</p>
<p>Entscheidend sind hier nicht die Grenzkosten der Verbreitung, sondern &#8211; wie gezeigt &#8211; die Grenzkosten der Produktion:* Nur wenn es den Anbietern gelingt, die Kosten f&#252;r einen zus&#228;tzlichen Inhalt auch durch entsprechende Einnahmen zu refinanzieren, ist eine volkswirtschaftlich nachhaltige Produktion m&#246;glich.</p>
<p>Dass ein weiterer Nutzer den Wert des Angebots f&#252;r die &#252;brigen Nutzer nicht schm&#228;lert, verf&#228;ngt daher nicht. Mit derselben Logik k&#246;nnte man s&#228;mtliche Pressekioske kurz vor Ladenschluss zur Pl&#252;nderung freigeben, da der Besitzer ohnehin auf den unverkauften Exemplaren der Tageszeitungen sitzenbliebe und somit keinen Verlust erlitte. Entscheidend ist und bleibt aber, dass auch am n&#228;chsten Tag wieder neue Inhalte bereitgestellt werden. Das ist im Internet nicht anders als am traditionellen Kiosk.</p>
<p><strong>Werbefinanzierung allein f&#252;hrt zu erheblichen &#8220;allokativen Bedenken&#8221;</strong></p>
<p>Haufig wird die Werbefinanzierung als Alternative zu Bezahlinhalten angepriesen. Wenn jedoch die Werbung die Hauptlast der Finanzierung von Online-Journalismus schultern soll, so bestehen, &#246;konomisch gesprochen, erhebliche &#8220;allokative Bedenken&#8221;. Wird die Wertsch&#246;pfung f&#252;r einen journalistischen Inhalt aus der Attraktivit&#228;t f&#252;r Werbetreibende abgeleitet, drohen erhebliche Verzerrungen hinsichtlich des Einsatzes der knappen journalistischen Ressourcen.</p>
<p>Die Pr&#228;ferenzen von Nutzergruppen, die st&#228;rker auf Werbung reagieren, w&#252;rden dann auch h&#246;her gewichtet. &#196;hnliches gilt f&#252;r ganze Rubriken von Inhalten (z.B. politische Berichterstattung vs. Produkttests). Eine Harmonie zwischen der Wertsch&#228;tzung der Nutzer f&#252;r einen journalistischen Beitrag und den dadurch realisierbaren Werbeeinnahmen d&#252;rfte systematisch nicht bestehen.</p>
<p>Quersubventionierungspraktiken schr&#228;nken prinzipiell die souver&#228;ne Entscheidung der Nutzer &#252;ber die Art der produzierten Inhalte ein. Solange die Werbefinanzierung die dominierende Finanzierungsform f&#252;r Online-Journalismus ist, droht prinzipiell eine Kluft zwischen Nutzerpr&#228;ferenzen und den realisierbaren Einnahmen. Paid Content kann diese L&#252;cke zum Teil schlie&#223;en. Dies ist genau der Grund, warum Bezahlinhalte &#246;konomisch w&#252;nschenswert sind.</p>
<p><strong>Das Problem der Kulturflatrate</strong></p>
<p>Lehnt man hingegen Bezahlschranken grunds&#228;tzlich ab (oder h&#228;lt sie f&#252;r undurchsetzbar) und steht man auch der Werbequerfinanzierung skeptisch gegen&#252;ber, so landet man nahezu zwangsl&#228;ufig bei einer staatlichen Kulturflatrate (aus dem <strong>Club-Kollektivgut</strong> wird dann ein <strong>Zwangskollektivgut</strong>). Diese L&#246;sung ist aber kaum geeignet, dem Prinzip souver&#228;ner Konsumentenentscheidungen gerecht zu werden.</p>
<p>Hier entsteht vielmehr das planwirtschaftliche Problem, ein gegebenes Beitrags- oder Steueraufkommen auf die zahlreichen und &#228;u&#223;erst heterogenen Inhalteanbieter aufzuteilen. Hierbei drohen entweder unbeherrschbare (weil in ihrer Wirkung nicht absch&#228;tzbare) Kennzahlensysteme aus Klickraten und Seitenumf&#228;ngen (gar mit Auf- und Abschl&#228;gen f&#252;r bestimmte Genres?) oder erhebliche Missbrauchsm&#246;glichkeiten mit entsprechendem Kontrollaufwand. Wettbewerb um die Gunst der Nutzer mutiert dann zur optimalen Anpassung an formale staatliche Vorgaben. Das Ideal der m&#252;ndigen Mediennutzer bleibt dabei ebenso auf der Strecke wie ihr Einfluss auf die H&#246;he des Gesamtbudgets f&#252;r Kulturleistungen im Internet.</p>
<p>In dem Ma&#223;e, wie sich bislang getrennte Medienbereiche, insbesondere Rundfunk und Printmedien, &#252;ber ihre Internetplattformen mehr und mehr &#252;berlappen, droht die bestehende Zwangsbeitragsfinanzierung (GEZ-„Geb&#252;hren“) f&#252;r den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zu einer Kulturflatrate durch die Hintert&#252;r zu werden. Zu seiner Entstehungszeit bezog das GEZ-Modell seine &#246;konomische Legitimation aus der damals begrenzten terrestrischen &#220;bertragungskapazit&#228;t von Funkwellen zur Ausstrahlung von H&#246;rfunk- und Fernsehprogrammen.</p>
<p>Es ging also um die Bewirtschaftung einer mit damaligen Technologien nicht vermehrbaren knappen Ressource, die die Etablierung von verschiedenen im Wettbewerb stehenden Programmanbietern erheblich einschr&#228;nkte. Fehlende Bezahlschranken d&#252;rften zudem das Trittbrettfahrerproblem versch&#228;rft haben. Dar&#252;ber hinaus warf die monopol&#228;hnliche Kontrolle &#252;ber das wichtigste Massenmedium auch Fragen der Meinungsvielfalt und -beherrschung auf. Diese Begr&#252;ndungen sind allesamt l&#228;ngst durch den technischen Fortschritt &#252;berholt worden. Knappe &#220;bertragungskapazit&#228;ten geh&#246;ren der Vergangenheit an. Auch Techniken zum Ausschluss nicht zahlungswilliger Nutzer stehen f&#252;r den Online-Journalismus potenziell zur Verf&#252;gung. Internettechnologien erm&#246;glichen die Verbreitung eines praktisch unbeschr&#228;nkten Meinungsspektrums.</p>
<p><strong>Das &#8220;Selbsterf&#252;llungsszenario&#8221; der GEZ-Geb&#252;hr</strong></p>
<p>Als R&#252;ckzugslinie, die im Zuge der Diskussion um die Kulturflatrate abermals strapaziert wird, taucht verst&#228;rkt das Qualit&#228;tsargument auf: die Inhalte des &#246;ffentlich- rechtlichen Rundfunks seien qualitativ hochwertiger als die der privaten Konkurrenz. Unabh&#228;ngig vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage verkennt diese Sichtweise, dass den privaten Anbietern &#252;ber eine De-facto-Steuerfinanzierung des &#246;ffentlichen Angebots ein erheblicher Anteil am verf&#252;gbaren Spektrum abgeschnitten wird. Da GEZ-Geb&#252;hren unabh&#228;ngig von der Nutzung gezahlt werden m&#252;ssen (obwohl geeignete Decoder-L&#246;sungen l&#228;ngst bereitst&#252;nden), konkurrieren private Rundfunkanbieter mit einem Wettbewerber, der sein Gut verschenkt bzw. zwangsfinanziert. Demzufolge bleibt ihnen nur noch die Kernnachfrage – sowohl quantitativ wie qualitativ. Das GEZ-Modell sorgt so f&#252;r seine eigene Legitimation. <strong>Man stelle sich vor, eine Qualit&#228;tszeitung wie die FAZ w&#252;rde verstaatlicht und allmorgendlich ungefragt und unentgeltlich allen Haushalten zugestellt. Vermutlich w&#252;rde dies die &#252;berregionale Konkurrenz nicht &#252;berleben. Am Ende k&#246;nnte man dann feststellen, dass nur der &#246;ffentliche Anbieter eine bestimmte Qualit&#228;t zu produzieren vermag.</strong></p>
<p>Genau dieses Selbsterf&#252;llungsszenario droht mit der zunehmenden Verschmelzung der vormals getrennten Medienbereiche. Hat das GEZ-Modell bislang seine verzerrende Wirkung haupts&#228;chlich auf dem Markt f&#252;r H&#246;rfunk- und Fernsehprogramme ausge&#252;bt, so droht nun die &#220;bertragung auf einen weit gr&#246;&#223;eren Ausschnitt des Mediensektors. Hier besteht in der Tat Handlungsbedarf, um die staatliche Regulierung den ge&#228;nderten technologischen Rahmenbedingungen anzupassen. Die GEZ-Finanzierung eines breit angelegten &#246;ffentlich-rechtlichen Internetangebotes erschwert die Etablierung kollektivg&#252;tertheoretisch sinnvoller Bereitstellungsmodelle f&#252;r private Anbieter und bedroht daher den Medienwettbewerb im Internet.</p>
<p><strong>Umw&#228;lzungen sind kein Grund staatlicher Regulierung </strong></p>
<p>Hinsichtlich der &#252;brigen Herausforderungen, denen sich die etablierten Medienanbieter ausgesetzt sehen, erscheinen zus&#228;tzliche staatliche Eingriffe derzeit kaum gerechtfertigt zu sein. Neue Technologien k&#246;nnen zwar tradierte Gesch&#228;ftsmodelle erodieren lassen, deren Bewahrung ist aber per se kein Ziel der Wirtschaftspolitik.</p>
<p>So verliert m&#246;glicherweise die Funktion der Auswahl und Zusammenstellung an Nachrichten in dem Ma&#223;e an Gewicht, wie sich Nutzer das auf ihre Interessen abgestimmte Informationsb&#252;ndel maschinell zusammenstellen lassen k&#246;nnen, indem sie ihr Pr&#228;ferenzprofil entsprechend hinterlegen. Falls es dazu kommt, w&#252;rde diese filternde Funktion des Journalismus an Bedeutung verlieren – ein gesamtwirtschaftlicher Verlust w&#228;re dies indes nicht, sondern vielmehr ein Produktivit&#228;tsgewinn. Journalistische Dienstleistungen w&#252;rden sich dann st&#228;rker auf andere, weniger leicht automatisierbare Dienstleistungen verlagern (Prim&#228;rrecherche, Kommentierung).</p>
<p>In Hinblick auf das Verh&#228;ltnis zwischen Inhalteanbieter und -aggregatoren besteht eine gegenseitige Abh&#228;ngigkeit. Niemand ist derzeit gezwungen, gesch&#252;tzte Inhalte den Suchmaschinenbetreibern gegen&#252;ber bedingungslos zu &#246;ffnen. Um m&#246;glichst zahlreiche Nutzer anzuziehen, liegt Medienanbietern zwar etwas daran, dass ihre Inhalte von Interessenten m&#246;glichst leicht gefunden werden k&#246;nnen. Dies ist aber z.B. auch dann gew&#228;hrleistet, wenn der Inhalt zwar f&#252;r die Suchmaschinen einsehbar ist, f&#252;r &#252;brige Interessenten aber auf Pay-per-View-Basis oder &#252;ber Subskriptions-Systeme abgerechnet wird. Entsprechende Vereinbarungen lassen sich zwischen beiden Parteien, die ja ein in dieser Hinsicht gleichgerichtetes Interesse haben, auch ohne staatliche Eingriffe vereinbaren. Erste Anzeichen daf&#252;r sind bereits erkennbar, wobei sich insbesondere bei intensiviertem Wettbewerb zwischen den Suchmaschinen Entgeltmodelle entwickeln d&#252;rften, die eine st&#228;rkere Beteiligung der Inhalteanbieter vorsehen.</p>
<p><strong>Geeignete Abrechnungssysteme zu schaffen ist nun die Aufgabe der Medienunternehmen</strong></p>
<p>Das Internet stellt nicht nur bisherige Publikationsmodelle in Frage, sondern schafft auch neue Bezahl- und Finanzierungsm&#246;glichkeiten f&#252;r journalistische Inhalte. Man sollte daher die Tragf&#228;higkeit von Beitrags- oder Mikrogeb&#252;hrenmodellen nicht vorschnell als impraktikabel verwerfen und den Status quo vieler Gratisangebote nicht als naturgegeben in die Zukunft fortschreiben. Hierzu tr&#228;gt auch ein systemischer Aspekt bei: Preismodelle haben es insbesondere dann schwer, wenn sie gegen Konkurrenten mit Gratisangeboten antreten m&#252;ssen (zumal, wenn diese auf staatliche Finanzierungsmittel zur&#252;ckgreifen k&#246;nnen). Solange private Anbieter ein Gratisangebot aufrechterhalten k&#246;nnen, das den Nutzeranforderungen entspricht, wandern Kunden zu diesen ab. Ist das Gesch&#228;ftsmodell des Gratiskonkurrenten stabil (gibt es also wirksame, nicht allzu verzerrende Quersubventionierungsm&#246;glichkeiten wie ein Freemium-Modell), so kann dieses ja auch von anderen adaptiert werden. Falls nicht, geht der Konkurrent fr&#252;her oder sp&#228;ter unter. Scheiden dann mehr und mehr Gratisanbieter aus, verringern sich die Abwanderungsalternativen und echte Preismodelle finden leichter Akzeptanz.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus wird ein direktes Leistungs-Gegenleistungs-Verh&#228;ltnis zwischen Inhalteanbieter und Nutzer dadurch beg&#252;nstigt, dass die Zeit als einzige Naturkonstante in dieser Gemengelage f&#252;r den Nutzer mit wachsendem Wohlstand immer kostbarer wird. Je besser also das Inhaltsangebot der Medienproduzenten (relevante, schnell verf&#252;gbare und gr&#252;ndlich recherchierte Information ohne aufmerksamkeitszehrende Werbeablenkung) desto h&#246;her die Zahlungsbereitschaft und desto geringer die Neigung, die gesuchten Informationen zwar gratis, aber mit h&#246;herem Zeitaufwand, zu erlangen. Geeignete Abrechnungssysteme hierf&#252;r zu schaffen, ist Aufgabe der Medienproduzenten, nicht des Staates.</p>
<p><em>Stefan Kooths ist Mitarbeiter am Deutschen Institut f&#252;r Wirtschaftsforschung (<a href="http://www.diw.de/deutsch">DIW</a>). Dieser Text basiert auf einem Aufsatz f&#252;r die Zeitschrift <a href="http://www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2009/10/">Wirtschaftsdienst, 10/2009</a>, den Kooths f&#252;r Carta gek&#252;rzt und &#252;berarbeitet hat.</em></p>
<p><em>&#8211; Auch lesenswert zu diesem Thema: Stefan Niggemeier: <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/warum-paid-content-versuche-gut-sind/">Warum Paid Content-Versuche gut sind</a></em></p>
<p>*streng &#246;konomisch formuliert: Die volkswirtschaftliche Optimalit&#228;t des Grenzkostenkalk&#252;ls ist aber – wie gezeigt – im Kollektivg&#252;terfall nicht auf die Grenznutzungskosten, sondern auf die Grenzkosten der Bereitstellungsmenge zu beziehen und der aggregierten Zahlungsbereitschaft aller Nutzer gegen&#252;berzustellen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19560&amp;md5=ec7675482b17895db63b1e336fab7148" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Faires Gesch&#228;ftsmodell in Sicht? Google, die Zeitungen und Paid Content</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 11:37:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Auseinandersetzungen um Bezahlinhalte in Suchmaschinen ging es zuletzt um alles oder nichts. Jetzt bietet Google einen Kompromiss: Es wird alles indexiert, Leser, die nicht zahlen, k&#246;nnen aber nur eine limitierte Zahl von Artikeln aufrufen. K&#228;me dazu noch ein einfaches Bezahlmodell, h&#228;tten wir eine faire Perspektive f&#252;r den Onlinejournalismus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/281dd0675c1f4af49e6332bd62c1f7f7" alt="" width="1" height="1" />Google zeigt sich kompromissbereit: Nachdem es zuletzt noch so ausgesehen hatte, als w&#252;rde Rupert Murdochs <a href="http://www.newscorp.com/">News Corporation</a> exklusiv mit Microsofts Suchmaschine <a href="http://www.bing.com">Bing</a> kooperieren und die k&#252;nftig hinter einer Paywall gestellten Inhalte der beteiligten Zeitungen aus dem Suchindex von Google nehmen, springt Google mit einem <a href="http://googlenewsblog.blogspot.com/2009/12/update-to-first-click-free.html">neuen Vorschlag</a> in die Bresche.</p>
<p>Der Vorschlag <a href="http://www.turi2.de/2009/12/02/heute2-google-news-unterstuetzt-verlage-paid-content-7495556/">sieht vor</a>, dass zwar weiterhin alles indexiert wird, die als <em>Paid Content</em> markierten Inhalte jedoch nicht mehr unbegrenzt &#252;ber die Suchmaschine abgerufen werden k&#246;nnen (bisher ist das mit den Inhalten des Wall Street Journal der Fall). Stattdessen kann jeder Verleger k&#252;nftig festlegen, dass f&#252;r den Leser ein bis f&#252;nf Seiten pro Tag frei zur Ansicht sind und danach die Paywall eingeblendet wird (&#8220;<a href="http://www.google.com/support/news_pub/bin/answer.py?answer=40543">First Click Free</a>&#8220;-Programm).</p>
<p>Zudem bietet Google einen neuen Ansatz auf der Ebene von <a href="http://news.google.de/">Google News</a>: Die Crawler greifen dabei Seiten (Artikel) nicht mehr vollst&#228;ndig ab, sondern nur noch deren Beginn. Diese Teile werden sowohl in Google News als auch in den Suchergebnissen angezeigt. Wer die Inhalte vollst&#228;ndig lesen will, kann &#252;ber die Paywall gef&#252;hrt werden.</p>
<p>K&#228;men diese Vorschl&#228;ge zum Tragen, g&#228;be es zwei Sieger und einen Verlierer. Sieger w&#228;ren sowohl die Verlage als auch Google. Die Verlage k&#246;nnten so n&#228;mlich ihre Konzepte zum Paid Content umsetzen, w&#228;hrend dennoch alle Inhalte weiterhin in Suchmaschinen indexiert blieben und per Suche gefunden werden k&#246;nnten. Zudem bliebe damit die sehr wichtige Neutralit&#228;t von Suchmaschinen gewahrt.</p>
<p>Der einzige &#8220;Verlierer&#8221; w&#228;re hier der Leser, der zwar weiterhin alles finden, aber nicht mehr unbegrenzt kostenlos abrufen k&#246;nnte. Er m&#252;sste sich daran gew&#246;hnen, k&#252;nftig auch f&#252;r Online-Artikel Geld zu bezahlen. Gute Inhalte vorausgesetzt, sollte das aber nicht unm&#246;glich sein. Entscheidend f&#252;r die Akzeptanz d&#252;rfte sein, wie die Bezahlmodalit&#228;ten umgesetzt werden. Die Leser werden weder Mondpreise akzpetieren (etwa Artikelpreise, die so hoch sind wie ganze Tageszeitungen in gedruckter Form) noch je nach Verlag v&#246;llig unterschiedliche Bezahlmodule.</p>
<p>Insgesamt zeichnet sich damit ein interessanter Kompromiss ab, der die Belange von Verlagen als auch die Prinzipien von Suchmaschinen wahrt. Entscheidend d&#252;rfte nun sein, wie Rupert Murdoch reagiert: Er hatte sich zuletzt vehement gegen Google ausgesprochen, ohne dabei allerdings <a href="http://techdirt.com/articles/20091201/0909367147.shtml">widerspruchsfrei</a> zu argumentieren. Ob ihn die flammende Rede von <a href="http://www.huffingtonpost.com/arianna-huffington/journalism-2009-desperate_b_374642.html">Arianna Huffington</a>, die sie auf einer Journalismus-Konferenz in Washington hielt, &#252;berzeugen wird?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19375&amp;md5=b7e301fc0df548b9885480c0ae6ac210" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die lausigen Pennies</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 19:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Glaser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum das Geldausgeben im Netz ausgerechnet bei Kleinbetr&#228;gen so schwierig ist:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6ad3f210d89242308f070237bbd77395" width="1" height="1" alt=""/>
<p style="text-align: left;">Das Bemerkenswerteste an der zunehmenden Diskussion um Bezahlinhalte im Netz ist die Tatsache, dass es im Internet kein Geld gibt. Bei etwas gr&#246;&#223;eren Betr&#228;gen f&#228;llt das nicht so auf. Der ganze E-Kommerz hat einfach die altbew&#228;hrten &#220;berweisungsmodelle des Versandhandels &#252;bernommen, und f&#252;r materielle Waren funktioniert das auch ganz gut. Bei digitalen G&#252;tern hat sich eine Neigung herausgebildet, es erst einmal umsonst zu versuchen. Bei Software oder Musik ist das manchmal verboten, ein Gesch&#228;ftsmodell wie Apples iTunes Store zeigt aber auch, dass es erfolgreich anders geht. News und Zeitungsartikel dagegen stehen weitgehend frei im Netz &#8211; noch.</p>
<p style="text-align: left;">Das Netz ist das erste Massenmedium in der Geschichte, das nicht aus einem kommerziellen Zusammenhang hervorgegangen ist. Das WWW war urspr&#252;nglich als Werkzeug zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit gedacht. Das, was manche heute als “Geburtsfehler” des Internet sehen wollen, hat zu tun mit der ethisch bedingten antikommerziellen Grundhaltung von Wissenschaftlern, die das Netz in den ersten Jahren getragen haben. Ein studentisches Lieblingsprojekt zur Weltverbesserung, n&#228;mlich die Abschaffung des Geldes, ist, wie wir nun sehen, erstaunlich erfolgreich verlaufen – zumindest was das Kleingeld betrifft.</p>
<p style="text-align: left;">Ein Buch um 15 Euro bei Amazon zu kaufen &#8211; kein Problem. Aber wenn es darum geht, schnell mal einen Zeitungsartikel f&#252;r 30 Cent mitzunehmen, wird es unerwartet schwierig. Dieses digitale Kleingeld aber, die “lousy pennies”, wie der Verleger Hubert Burda sie nennt, ist der Schl&#252;ssel zu wirtschaftlichem Erfolg im Netz. Eines der wesentlichen Merkmale des Medienwandels ist n&#228;mlich, dass sich Massenmedien nun in Medienmassen verwandeln. Die Angebote werden vielf&#228;ltiger und zugleich kleinteiliger. Und niemand will sich, nur um 30 Cent zu bezahlen, erst hier und da und dort umst&#228;ndlich registrieren m&#252;ssen.</p>
<p style="text-align: left;">Bestes Beispiel f&#252;r den Makro-Erfolg dieser neuen Mikrokultur ist die SMS. Die besten Abrechnungsmodelle f&#252;r Kleinbetr&#228;ge haben die Netzprovider und Telekoms in der Hand, da der Netzzugriff prinzipiell kostenpflichtig und die monatliche Abrechnung standardisiert ist. Und ob ein Online-Anbieter eine Provision an eine Kreditkartenfirma, an PayPal oder an einen Netzbetreiber entrichtet, ist eher zweitrangig, wenn dadurch ein solches System f&#252;r Nutzer &#252;berhaupt akzeptabel w&#252;rde.</p>
<p style="text-align: left;">Stattdessen will nun erst einmal die Deutsche Post Verlagen dabei helfen, Bezahlmodelle im Internet zu entwickeln. Das soll mit Hilfe des sogenannten “Online-Briefs” geschehen, mit dem sich rechtsverbindlich E-Mails und damit nat&#252;rlich auch Zahlungsanweisungen verschicken lassen. Na, mal sehen.</p>
<p>Au&#223;er dem Kleingeld fehlen &#252;brigens im Netz auch weitere fundamentale Einrichtungen, die uns herau&#223;en in der Welt der Dinge selbstverst&#228;ndlich sind, etwa der <strong>Zeitungskiosk</strong>. Aber das nur am Rand.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Diesen Beitrag schrieb Peter Glaser f&#252;r seine <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/?p=22114">Glaserei</a>. Wir crossposten ihm mit freundlicher Genehmigung des Autors.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19355&amp;md5=49366f3c3ef6f0cc74588dea392933b2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Murdoch, Google und die Wave: Verlage warten am toten Gleis</title>
		<link>http://carta.info/18862/murdoch-google/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 10:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rupert Murdoch]]></category>

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		<description><![CDATA[In Zukunft entstehen Relevanz und Reichweite durch das Zusammenspiel von Empfehlungssystemen - nicht mehr &#252;ber eine, durch welche Gr&#252;nde auch immer veranlasste Suche auf Google, wie es die Verlage heute noch glauben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/201a33005dc24c2d96cfc38485bb4107" alt="" width="1" height="1" />W&#228;hrend nun, angef&#252;hrt vom tapferen Herrn Murdoch, pl&#246;tzlich alle Verlage versuchen, ihre Artikel gegen den angeblichen Feind Google zu sch&#252;tzen und zu diesem Zweck sogar Allianzen mit anderen Suchmaschinen-Feinden aus dem Web schlie&#223;en wollen, verpassen sie mal wieder den Zug, weil sie an einem am toten Gleis stehen. Dort warten sie einsam auf Waggons voller Geld, die nie kommen werden.</p>
<p>Die Entwicklung im Web dreht sich n&#228;mlich viel schneller als mancher erwartet oder gar verkraften kann und treibt sogar einige <a href="http://carta.info/18537/algoritmenstuermer-schirrmacher-payback/">in die Kapitulation</a>. Die Google- ebenso wie die Paid-Content-Diskussion m&#252;&#223;te eigentlich l&#228;ngst abgeschlossen sein, denn es k&#246;nnte sein, dass das Google-Zeitalter bald abgeschlossen ist.</p>
<p>Denn vor unseren Augen vollzieht sich gerade die n&#228;chste Evolutionsstufe im Internet: Vom statischen Web zum dynamischen Web: Aktualisierung passiert, wenn etwas passiert. Wer sich die ersten Berichte &#252;ber den Einsatz von Google-Wave <a href="http://latimesblogs.latimes.com/technology/2009/09/google-wave-collaborative-journalism.html">im Journalismus</a> anschaut, wird ahnen, wohin die Reise gehen k&#246;nnte: Das fortlaufend aktualisierte Format, welches gleichzeitig eine <a href=" http://www.chicagonow.com/blogs/redeye/2009/11/are-you-google-cool-join-us-on-google-wave.html">Zusammenarbeit</a> von Vielen erm&#246;glicht, scheint mir die angemessene journalistische Stilform f&#252;r diese dynamische Web zu sein.</p>
<p><strong>Der abgeschlossene Artikel ist nichts weiter als ein Zugest&#228;ndnis an die Produktionsbedingungen von Printmedien.</strong> <em>Und wo bleibt die gesicherte Fassung?</em> – Werden die Kritiker sogleich emp&#246;rt rufen. Die ist schon heute nichts weiter als eine Illusion. Gerade Journalisten sollten die M&#246;glichkeit der Aktualisierung dankbar begr&#252;&#223;en. Es bedeutet ja nicht, dass man die bew&#228;hrten journalistischen Regeln au&#223;er Kraft setzen soll – im Gegenteil: Die Prozesse in den Redaktionen k&#246;nnten leicht angepasst werden. Aktualisierung, beispielsweise bei neuer Faktenlage, w&#252;rde ein weiteres Kriterium f&#252;r Qualit&#228;t.</p>
<p>Der Vorteil: Wer aktuell berichtet und aktualisiert findet zugleich im Netz den n&#246;tigen Resonanzboden f&#252;r seine Inhalte – ebenfalls in Echtzeit. Durch das Zusammenspiel von Empfehlungssystemen wie sie mittlerweile bestens auf Twitter oder Facebook funktionieren entsteht in Zukunft Relevanz und Reichweite. Nicht mehr &#252;ber eine, durch welche Gr&#252;nde auch immer veranlasste Suche auf Google, wie es die Verlage heute noch glauben.
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<a href="http://carta.info/18862/murdoch-google/">Murdoch, Google und die Wave: Verlage warten am toten Gleis</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18862/murdoch-google/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18862&amp;md5=11caafeb74e339b8209b1a16a7b5f82f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Welt Lage&#8221;: Paid Linksammlung</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 19:05:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Axel Springer]]></category>
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		<category><![CDATA[Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[Vehement rufen Verleger nach Paid Content. Jetzt gibt es erste Bezahlmodelle. Doch die &#252;berzeugen wenig - wie Springers zweipunktnullige Presseschau Welt Lage zeigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c8bdb6dd6c8d4cf8a9eaabdf78f23e29" alt="" width="1" height="1" />Ernstmachen – im Netz steht hinter diesem eher unscheinbaren und erst recht unansehnlichen Wort zurzeit die Suche nach einem Online-Erl&#246;smodell: Verleger und Medienh&#228;user wollen endlich Geld verdienen im Internet.</p>
<p>Mittels Bezahlinhalten, so der Trend, sollen die Netzleser daf&#252;r l&#246;hnen, dass sie redaktionelle Inhalte abrufen. Und wenn sich wieder mal ein Konzern daf&#252;r entscheidet Texte, Podcasts und Videos in Zukunft gegen Bezahlung herzuzeigen, <a href="http://www.turi2.de/2009/11/23/heute2-springer-setzt-paid-content-newsletter-kassieren-7443488/">dann macht er eben Ernst</a> &#8211; so zumindest die g&#228;ngige Bezeichnung in den Branchendiensten und Medienportalen.</p>
<p>Der DuMont-Verlag will Ernst machen (mit Web-Zusatzangeboten), die S&#252;ddeutsche macht Ernst (mit einer iPhone-App) und <a href="http://www.turi2.de/2009/10/30/heute2-b-z-sz-setzen-zusatzerloese-aufs-iphone-7275553/">auch Springer macht Ernst</a>. Seit 22. November gibt es ein <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1123/media/0005/index.html">eMag der Welt am Sonntag</a>. Geplant ist zudem eine kostenpflichtige Bild-App und iPhone-Bezahl-Applikationen f&#252;r Welt und Computerbild.</p>
<p>Ernstmachen ist das Gegenteil dessen, was Verlage anscheinend bisher gemacht haben: Geld in den virtuellen Sand setzen.</p>
<p>„Wir m&#252;ssen mit dem bodenlosen Verschleudern unserer Inhalte aufh&#246;ren&#8221;, sagt der Chef von sueddeutsche.de Hans-J&#252;rgen Jakobs zu <a href="http://www.kress.de/cont/home.php?tag=2009-10-30&amp;rss=1#131026">Kress</a>. Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Medienh&#228;user sprechen vom baldigen Ende der Kostenlos-Kultur und davon, dass die Leser, den Weg hin zu Bezahlseiten auch unterst&#252;tzen w&#252;rden. Mathias D&#246;pfner meint, dass <a href="http://www.kress.de/cont/story.php?id=131459">Nutzer k&#252;nftig f&#252;r Inhalte zahlen</a>, wenn denn die Inhalt stimmen.</p>
<p>Ernstmachen ist also das Gegenteil von Verschleudern.</p>
<p>Ins Bild passt, dass Springer seinen t&#228;glichen Newsletter Welt Lage ab Dezember nur noch kostenpflichtig anbieten will. 2,90 Euro sollen Nutzer pro Monat bezahlen damit jeden Morgen eine Linkliste in ihrem Postfach liegt.</p>
<p>Welt Lage wirbt mit folgenden <a href="http://www.welt.de/services/newsletter-welt-lage/">Reizen</a>:</p>
<ul>
<li>Zusammenfassung wichtiger Leitartikel und Kommentare aus f&#252;hrenden deutschen Zeitungen (u.a. Welt, FAZ, S&#252;ddeutsche, taz, Handelsblatt, Zeit)</li>
<li>Auswertung internationaler Zeitungen und News-Sites (u.a. New York Times, Washington Post, Financial Times, The Times, Guardian)</li>
<li>Analyse wichtiger politischer Weblogs (u.a. starke-meinungen.de, Sprengsatz, Carta)</li>
<li>Links zu gelungenen Analysen, Portr&#228;ts und Reportagen</li>
<li>Auflistung der Top-Nachrichten aus dem In- und Ausland</li>
<li>Au&#223;erdem: Sammlung der besten Zitate, Miniportr&#228;ts, kuriose Schlagzeilen, Karikatur des Tages, Terminvorschau.</li>
</ul>
<p>Ein Zitat aus dem heutigen Newsletter der bisher kostenlosen Presseschau zeigt, wie Ernst es Springer ist, mit der t&#228;glichen Linksammlung Geld zu verdienen. Zus&#228;tzliche Anstrengungen sollen die Redakteure auf sich nehmen, um noch mehr und noch bessere Inhalte anderer Medienkonzerne in die neuerdings kostenpflichtige Presseschau zu heben.</p>
<p style="padding-left: 30px">„K&#252;nftig werden unsere Redakteure noch mehr deutsche und internationale Zeitungen sichten und zus&#228;tzlich die besten politischen Blogs auswerten. Wir analysieren, was renommierte Publizisten aus dem In- und Ausland &#252;ber die Berliner Politik und die Deutschen denken.“</p>
<p>Welt Lage lieferte bisher an manchen guten Tagen eine gelungene &#220;bersicht &#252;ber die nationalen und internationalen Nachrichten und deren Bewertung auf Meinungsseiten und Blogs, einfach aber gut strukturiert aufbereitet. Auff&#228;llig oft wurde auf Springer-eigene Medien verwiesen – zu Recht. Immerhin hatte man ja ein kostenloses Springer-Produkt abonniert. Daf&#252;r durfte der Newsletter ruhig auch &#246;fter auf Welt.de verweisen als zur SZ oder FTD. Und hin und wieder klickte man auch auf einen Kommentar der Welt.</p>
<p>Dieser Traffic wird Welt.de in Zukunft entgehen. Wer will schon Geld daf&#252;r bezahlen, dass er einen Link geschickt bekommt? Wer will schon, dass Springer mit Inhalten Geld verdient, die sie noch nicht einmal selbst produziert haben?</p>
<p>Nochmal zu Nachlesen: Mehr zu Welt Lage – und zwar als kostenloser Link: <a href="http://www.welt.de/services/newsletter-welt-lage/">http://www.welt.de/services/newsletter-welt-lage/</a>
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		<title>Wein und Wasser: Warum es in einer offenen Medienlandschaft mehr Qualit&#228;t gibt</title>
		<link>http://carta.info/16420/internet-offenes-mediensystem-wein-wasser-umair-haque/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 18:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Umair Haque</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Medienlandschaft des Internets &#246;ffnet den Qualit&#228;tswettbewerb f&#252;r Alle. Der Netz-Effekt: Mehr gute Inhalte. Genau das ist das Problem der Medienunternehmen, die zuviel Durchschnitt produzieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5cb9471cd77644c3aba040730182b2d8" width="1" height="1" alt=""/>Es nicht weniger und nicht mehr als ein Kulturkampf: Die Bezahlw&#228;nde sollen wieder hochgezogen werden. Rupert Murdoch <a href="http://www.vanityfair.com/business/features/2009/11/michael-wolff-200911?printable=true">l&#228;uft Amok gegen das Netz</a>. Und im Subtext dr&#246;hnt die Frage: K&#246;nnen die klassischen Medien das Internet &#252;berleben?</p>
<p>Doch so ist die Frage falsch gestellt. Die richtige w&#228;re: Wie konnten die Medien bisher ohne das Netz &#252;berleben?</p>
<p>Man stelle sich die Medienlandschaft probehalber einmal so vor: Wir haben eine Wirtschaft, die sich um zwei G&#252;ter dreht, sagen wir Wein und Wasser. Wasser steht dabei f&#252;r kaum brauchbare oder nutzlose Information, auch f&#252;r Propaganda. Wein steht f&#252;r Analyse, Auseinandersetzung, Erkenntnis.</p>
<p>Schauen wir als erstes auf die Medienlandschaft, wie sie bisher aussah:</p>
<ul>
<li>Totformatierte Radioprogramme, vollgem&#252;llt mit Werbung</li>
<li>Krawalltalk à la <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/2008538_US-Moderator-Glenn-Beck-Der-oberste-Einpeitscher.html">Glenn Beck</a> und <a href="http://debatte.welt.de/kommentare/137283/der+koenig+des+konservativen+talkradios">Rush Limbaugh</a></li>
<li>Eine st&#228;ndige Verstrickung von PR und Inhalten</li>
<li>Networks, die nahezu vollst&#228;ndig ohne Qualit&#228;t 	auskommen (Fox News, CNBC)</li>
</ul>
<p>Okay, es gab bislang auch gute Sachen. Kluge Analysen, wie etwa die von <a href="http://www.fareedzakaria.com/">Fareed Zakaria</a>. Aber eben: <strong>Wein gab es selten und man musste immer einen Kasten Wasser dazukaufen</strong> – der Wein war im Grunde nur eine Beigabe.</p>
<p>Und nun schauen wir uns eine offene Medienlandschaft an, in der jeder senden, verlinken und empfangen kann: Es gibt abertausende Blogs, die vorhersagbar, langweilig oder voreingenommen sind. Wasser. Aber die Qualit&#228;t der Inhalte war eigentlich ohnehin schon am Tiefpunkt angelangt. Vorher gab es Krawallradio-Wasser, jetzt gibt es Blogwasser. Jeder kann jetzt Wasser anbieten – und so viel schlechter als das von den Gro&#223;produzenten ist es dann auch nicht.</p>
<p>Jetzt kommt der Unterschied: Der Wein ist besser. Das bringt eine offene Medienlandschaft mit sich. Nicht das Wasser ist besser, aber der Wein. Es mag auch viele langweilige, belanglose Inhalte im Netz geben. Aber es gibt auch viel mehr gute Anlaufstellen, wie <a href="http://www.marginalrevolution.com/">Alex Tabarrok und Tyler Cowen</a>, <a href="http://robertreich.blogspot.com/">Robert Reich</a> und  <a href="http://www.chartercities.org/blog">Paul Romer</a>. Es gibt <a href="http://www.ritholtz.com/blog/">Barry Ritholz</a>, es gibt <a href="http://www.avc.com/">Fred Wilson</a> und <a href="http://rick.bookstaber.com/">Rick Bookstaber</a>.</p>
<p>In einer offenen Medienlandschaft gibt es  ungenie&#223;bares Wasser in rauhen Mengen, aber in Sachen Wein kann ich einen ganzen Kosmos entdecken. In einer geschlossenen Medienlandschaft dagegen bleibt einem meist nur das Wasser.</p>
<p>In Netz sind die neuen schlechten Angebote nicht dramatisch  schlechter als die in den klassischen Medien, aber die guten sind um Einiges besser. <strong>In einer offenen Medienlandschaft gibt es daher im Endeffekt – mehr Qualit&#228;t.</strong></p>
<p>Die Medienlandschaft heute ist nat&#252;rlich nicht perfekt. Die Schlacht um Gesch&#228;ftsmodelle geht gerade erst los. &#214;konomisch winken hier eigentlich enorme Zuw&#228;chse in punkto Produktivit&#228;t und Effizienz. Hier liegt auch das Problem, das die Monopolisten von gestern heute haben: Echten Wert zu generieren, das war ihr geringstes Anliegen. Stattdessen haben sie schlechte Inhalte angeboten und ihre schiere Marktkraft ausgespielt; mit der Qualit&#228;t ging es bergab.</p>
<p>Die Medienunternehmen haben genau deshalb jetzt Probleme damit, Geld im Internet zu verdienen, weil sie fast alle dasselbe Wasser anbieten – statt wirklich herausragendem Wein. Daf&#252;r will kaum einer viel bezahlen.</p>
<p>In den n&#228;chsten Jahren wird es wohl jeder Branche so gehen: man wird sich umstellen und geschlossene Systeme &#246;ffnen m&#252;ssen. Die Kernfrage, egal in welchen Bereich, lautet deshalb: Stocherst Du im Wasser oder baust du Wein an?</p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien im englischen Original als &#8220;<a href="http://blogs.harvardbusiness.org/haque/2009/10/the_new_new_mediaconomy.html">The New (New) Mediaconomy</a>&#8221; in Umair Haques Blog <a href="http://blogs.harvardbusiness.org/haque/">Edge Economy</a> // Translated and reprinted with permission. </em>©<em> 2009 by Harvard Business Publishing; all rights reserved. &#220;bersetzung: David Pachali/ RML.<br />
</em></p>
<p><em>Ebenfalls lesenswert zum Thema ist auch der Text von Steven Johnson: &#8220;<a href="http://www.stevenberlinjohnson.com/2009/03/the-following-is-a-speech-i-gave-yesterday-at-the-south-by-southwest-interactive-festival-in-austiniif-you-happened-to-being.html">Old Growth Media And The Future Of News</a>&#8221;<br />
</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16420&amp;md5=8508216aeff56fe8fd2907f41ea7ffb9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>New York Times: &#8220;strategic limbo&#8221; bei pay vs. free</title>
		<link>http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 11:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Bezahlinhalte]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf einer Veranstaltung gesteht New York Times-Chefredakteur Bill Keller: Wir wissen noch immer nicht, wie wir Bezahlinhalte einf&#252;hren sollen. Aber: Zuerst sollte man mal die Zeitung weglegen, um zu verstehen, worum es eigentlich geht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8e349b4d55a54fed89065eafe967e799" width="1" height="1" alt=""/><em>New-York-Times</em>-Chefredakteur Bill Keller hat eingestanden, wie unsicher und frustriert er in Sachen Online-Bezahlinhalte ist: Keller sagte k&#252;rzlich auf einer Veranstaltung vor Mitarbeitern:</p>
<blockquote><p>…everyone feels a little paralyzed by the unresolved question of pay versus free. I let Denise edit my remarks and she edited out expressions like “quagmire” and “time suck.” But we all feel a little sense of frustration about how long that’s taking, even though I think we understand that if it were a theological decision, it would be made by now. But, unfortunately, it’s a business decision.</p></blockquote>
<p>Mit &#8220;Denise&#8221; bezieht sich Keller auf Denise Warren, Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin von NYTimes.com. W&#228;hrend Keller also in seiner Funktion als Chefredakteur (der gerade noch einmal 100 Leute entlassen musste) sofort f&#252;r Bezahlinhalte ist, ahnt er, dass die <em>Times</em> auf dem glitischigen Terrain der Bezahlinhalte fast nur ausrutschen kann. Zumindest gibt es offenbar keinen Masterplan, der Keller und Warren &#252;berzeugt.</p>
<p>Keller gesteht bemerkenswert offen ein, dass man als Verantwortlicher die Printwelt vollst&#228;ndig verlassen muss, um die neue Konstellation zu begreifen:</p>
<blockquote><p>The single best advice we’ve gotten, I think, is to spend some time living without print. And we’ve both been trying to do that, trying to experience The New York Times and our competition mostly on screens — iPhone, laptop, Kindle, Times Reader –- trying to better understand the joys and frustrations of our journalism delivered online.</p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="362" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7166514&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="362" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7166514&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>[via <a href="http://www.niemanlab.org/2009/10/new-york-times-still-uncertain-on-charging-sets-seven-digital-priorities/">niemanlab</a>]</p>
<p>Keller machte auch klar, dass es bei den Zukunftsfragen der Site nicht vorrangig nur um Bezahlinhalte gehe. Die wichtigsten Entscheidungs- und Entwicklungsfelder der <em>Times</em>-Website seien:</p>
<ol>
<li> the future role of Times Topics and other “living articles”</li>
<li> openness of Times content, integration of non-Times content, and social media</li>
<li> integration of print and digital operations, particularly for department heads</li>
<li> improved collaboration between technologists and the newsroom</li>
<li> thinking “web first”</li>
<li> a stronger strategy for cell phones and other mobile devices</li>
<li> redesigning Times article pages to create “an engine of engagement”</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>[Dank an Matthias Schwenk und H. E. Martin f&#252;r den Hinweis]</p>
<p>Update: Die New York Times Company hat im letzten Quartal 17 Prozent Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verloren, im Netz b&#252;&#223;ten ihre Nachrichtenangebote in dem Zeitraum 18 Prozent an Anzeigenumsatz ein. Die New York Times hat ihre Belegschaft im Jahresvergleich bereits um 20 Prozent verkleinert. [<a href="http://www.reuters.com/article/industryNews/idUSTRE59L2T820091022">reuters</a>]
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<a href="http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/">New York Times: &#8220;strategic limbo&#8221; bei pay vs. free</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/#comments">3 comments</a>
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		<title>Nirgends dumme Nutzer, kein Artenschutz</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 16:17:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gisela Schmalz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht der Mangel an Qualit&#228;tsinhalten im Netz ist das Problem von Verlagen und Nutzern. Was derzeit bedroht ist, sind liebgewonnene Berufsbilder, Produktionsabl&#228;ufe und Arbeitsstellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a20536e354b94c04bcf27126746f6152" width="1" height="1" alt=""/>Sind Bezahlangebote der langersehnte Schl&#252;ssel zum Verlegergl&#252;ck im Netz? Zuletzt war immer wieder zu h&#246;ren, dass die Qualit&#228;tsinhalte der deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger demn&#228;chst etwas im Netz kosten sollen. Qualit&#228;t sei eben im Netz nicht zum Nulltarif zu haben, wie etwa WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Bodo Hombach k&#252;rzlich <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hombach-fordert-paid-content-initiative_100022663.html">erkl&#228;rte</a>.</p>
<p>Deutsche Zeitungs- und Zeitschriften-Verleger tun sich schwer mit Schritten ins Internet und noch schwerer damit, online weiterzulaufen. Sie stellen freud- und phantasielose Dubletten von Printprodukten ins Netz, rufen nach Webwerbekunden und folgen ansonsten ihrem Trott, darauf hoffend, in der digitalen Welt gehe alles so weiter wie in der analogen. Doch jedes surfende Kind wei&#223;, dass das Netz ganz anders aussieht und weder starr ist, noch Starre zul&#228;sst. Die Technologien ver&#228;ndern sich permanent und mit ihnen die Aktivit&#228;ten der Nutzer.<br />
<strong><br />
Nirgends Fertigware, nirgends dumme Nutzer</strong></p>
<p>Software, Applikationen, digitale Texte, T&#246;ne, Bilder und Bewegtbilder stellen keine Fertigprodukte dar wie eine gedruckte Zeitschrift oder ein K&#252;hlschrank. Sie sind vielmehr Angebote auf Zeit, jederzeit modellier- und kopierbar. So wie Open Source-Software werden einst als unber&#252;hrbar geltende, enzyklop&#228;dische Artikel bei Wikipedia in Gruppenarbeit erstellt und st&#228;ndig &#252;berarbeitet. Wikipedia-Texte sind nie fertig, sondern vorl&#228;ufige Ergebnisse kollektiven Wissensaustauschs und bewiesenerma&#223;en nicht schlechter als die Artikel, die einst nur in dicken Folianten standen. Auch journalistische Artikel verlieren im Netz ihre Endg&#252;ltigkeit, sobald sie durch angef&#252;gte Kommentare Einschr&#228;nkungen oder Erweiterungen durch Dritte erfahren.</p>
<p>Die Onlinenutzer lernen genauso schnell mit neuen Softwareumgebungen zurechtzukommen wie die Inhaltelieferanten und mutieren selbst zu Inhaltemixern und Inhalteproduzenten. Sie sind kritisch, pragmatisch, onlinekompetent und wissen, wo sie allerbeste Netzware gratis finden. Sie sind so dreist, geklaute fremde Werke und so gro&#223;z&#252;gig, eigene Werke gratis im Netz zu verteilen. Sie posten Fotos, Filme, Texte in Blogs, Foren und Wikis, wobei einige ihre Autorschaft verschleiern. Auch anonymes Einstellen ist ein Charakteristikum des Webs. Aber das st&#246;rt viele Nutzer nicht, solange die Downloads umsonst sind. Au&#223;erdem verweisen anonym eingestellte Inhalte nicht zwingend auf einen Qualit&#228;tsmangel. Was hier fehlt, ist blo&#223; die Qualit&#228;tsgarantie. F&#252;r diese stehen von jeher die Verlage. Sie ist das Pfund, mit dem sie nun auch im Web wuchern wollen.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Qualit&#228;t als Verkaufsargument?</strong></p>
<p>Off- und online achten Verleger darauf, dass unter ihren Labels sogenannte Qualit&#228;tsinhalte stehen. Qualit&#228;t ist ein Wert, von dem Verleger glauben, er werde im Netz von vielen Nutzern und daher auch von vielen zahlenden Werbekunden gesch&#228;tzt. Also digitalisieren sie hochwertige Druckwerke und verschenken sie online. Mit ihren Gratisangeboten treten sie zu den Unternehmen in Konkurrenz, die digitalen Content an Endnutzer verkaufen wollen und kannibalisieren sich obendrein selbst. Dass die Verleger sich eher an Gratisgiganten wie Google oder privaten Blogs als an Inhalteh&#228;ndlern orientieren, zeigt, dass sie der (Geld-)Anziehungskraft ihrer Qualit&#228;tswerke offenbar doch nicht trauen.</p>
<p>Aktuell ist nicht der Mangel an Qualit&#228;tsinhalten im Netz das Problem von Verlagen und Nutzern. Was derzeit bedroht ist, sind liebgewonnene Berufsbilder und Werkabl&#228;ufe sowie die Arbeitspl&#228;tze von Verlagsangestellten und die Vertr&#228;ge freier Mitarbeiter. Genau deshalb k&#246;nnte langfristig aber auch der Nachschub an guten Inhalten gef&#228;hrdet sein. Mangelnde Eink&#252;nfte f&#252;r Inhaltehersteller heute k&#246;nnten &#252;bermorgen zum Qualit&#228;tsverlust im Print- und im Onlinebereich f&#252;hren. Wer zahlt denn in Zukunft f&#252;r Qualit&#228;t, wenn Werbekunden sich nicht beliebig klonen lassen und Nutzer sich mit irgendwelchem Gratiscontent zufrieden geben? Diese Gretchenfrage stellen sich alle, die mit publizistischen Werken Geld verdienen wollen. Die meisten Antworten entbehren Esprit und Weitsicht.</p>
<p>Plattformen wie Bertelsmanns Lycos, Holtzbrincks Zoomer oder die Handy-TV-Offensive der Neva Media GmbH von 2008, an der Burda und Holtzbrinck beteiligt waren, kommen und gehen, und meist wurden alle G&#252;ter sowieso verschenkt, als gebe es kein Morgen. Verlage kreieren f&#252;r fast jedes Printprodukt eine eigene Webseite.</p>
<p><strong>Experimentieren als Tugend</strong></p>
<p>Diese H&#228;ngepartien lassen sich nur teilweise mit der beweglichen Natur des Internets begr&#252;nden. Verleger sichern ab, was sie haben, dr&#252;cken sich vor den Herausforderungen und unterdr&#252;cken ihren Mut zu Experimenten. Doch sie und ihre Nachfahren haben nur eine Chance, wenn sie sich in den Strom der Technologie und der Nutzer, die einst Leser hie&#223;en, hineinbegeben und einsehen, dass sie den Strom nicht bremsen, sondern allenfalls kanalisieren k&#246;nnen. Statt beim Schwimmen die Augen zu schlie&#223;en, m&#252;ssen sie a) die Onlinegegebenheiten genau analysieren und b) an den Nutzerw&#252;nschen entlang zukunftsweisende Technik- und Erl&#246;smodelle ausprobieren.</p>
<p>Im Netz ist Experimentieren ist eine Tugend. Dabei verschlei&#223;t sich und macht sich nur unglaubw&#252;rdig, wer alles wahllos austestet. Niemand verliert das Gesicht, wenn er sein innovatives, aber unbrauchbares Erl&#246;smodell durch eine infolge von Kundenbeobachtungen und -dialogen nachgebesserte Variante ersetzt und diese stets weiterentwickelt.</p>
<p>Suchmaschinen mutieren zu Werbemaschinen, Buchh&#228;ndler werden zu Ger&#228;teherstellern, soziale Netzwerke zu Kaufh&#228;usern und Games zu sozialen Netzwerken. Wenn es sich f&#252;r die S&#252;ddeutsche und die FAZ derzeit rechnet, die Archive zu schlie&#223;en und via Download- und Abosystem zu vermarkten, muss das ebenso wenig in Ewigkeit gelten wie die Werbefinanzierung der Gratisangebote von <em>Spiegel Online</em> oder StudiVZ. Apps und Inhalte m&#252;ssen nicht f&#252;r alle Zeit gratis angeboten werden.</p>
<p>In einem EPD-Artikel zitiert Hombach die apodiktischen Propheten: „Der Zug ist abgefahren, “ oder „leider nicht mehr machbar.“ Wieso denn nicht? Im Umweltschutz funktioniert das gute Argument der Nachhaltigkeit doch auch. So mancher, der in 30 Jahren noch frische Luft, Wasser und andere Energien genie&#223;en will, achtet freiwillig auf die Umwelt. Dass die neue Umwelt Internet mit ihren journalistischen und anderen Sch&#228;tzen ebensolchen Artenschutz verdient, der manchmal auch Geld kostet, wei&#223; gerade die &#252;berschaubare Gruppe von Bildungsb&#252;rgern, die sich &#252;berhaupt f&#252;r Verlagsprodukte interessiert. Aber selbst zahlwillige Onliner wollen neben vortrefflichem Content, der wom&#246;glich parallel gratis flotiert, triftige Argumente h&#246;ren, die dessen Kauf rechtfertigen.</p>
<p><strong>Erl&#246;smodelle rund um Inhalte</strong></p>
<p>Derzeit wird im Bereich publizistischer Inhalte mit folgenden Kern-Erl&#246;smodellen jongliert:</p>
<ul>
<li> werbe- und suchmaschinenwerbefinanzierte Gratisinhalte f&#252;r Endnutzer,</li>
<li>Downloadmodell (per Artikel, per Blatt, per Monat, per Jahr etc.)</li>
<li>Abonnementsysteme (mit oder ohne Kopplung an Abonnements gedruckter Formate)</li>
<li>Fremiummodell (Basisinhalte sind frei, Premiuminhalte kosten)</li>
<li>Brokermodell (Verkauf themenspezifischer, aggregierter Inhalte)</li>
<li>White-Labels (Verkauf eigener Publikationen an Dritte)</li>
</ul>
<p>&#220;ber Online-Flatrates und Print-Online-Flatrates werden im Konzert mit gesetzlichen Leistungsschutzrechten diskutiert. Und richtig ist es, weiterhin an Mustern zu stricken, die digitale Inhalte mit Zusatzanreizen, etwa Forumsdienste oder Exklusivangebote, verbinden, um so Kaufargumente zu generieren. Solche Offerten werden am besten zusammen mit den Nutzern und nicht an ihnen vorbei definiert. In der Online Game-Branche funktioniert das sehr gut. Spieleverleger und Spieler bilden eine Community, in der Produkt- und Preispakete verhandelt und getestet werden, die beiden Seiten gerecht werden.<strong></strong></p>
<p><strong>Visionen und Strategien als Handlungsrahmen</strong></p>
<p>Technologische und &#246;konomische Online-Experimente sind notwendig. Doch allein f&#252;hren sie nicht weit, allenfalls zur Verw&#228;sserung von Marken und zur Verwirrung der Nutzer. Experimente sind nur sinnvoll, wenn sie unter einer vision&#228;ren Klammer ablaufen und Etappen langfristiger Strategien darstellen. Visionen und Strategien zu formulieren ist die weitere gro&#223;e Herausforderung der Digitalwelt.</p>
<p>Neben ihren zahlreichen Einsparungsma&#223;nahmen setzt die <em>New York Times Company</em> auf eine Technikstrategie. &#220;ber den <em>Times Reader 2.0</em> verkauft sie f&#252;r 3,45 US-Dollar pro Woche die gedruckte Times-Ausgabe im Paket mit Videonews, Suchfunktionen und interaktiven Kreuzwortr&#228;tseln. Der Verlag stellt neben RSS-Feeds auch Schnittstellen zu Times-Inhalten bereit. So erh&#228;lt jemand, der beispielsweise &#252;ber <em>Netflix</em> einen Film ausleiht, &#252;ber die Movie-Reviews-API Times-Kritiken und weitere Informationen zum Film. Widgets wie Wetterdienste k&#246;nnen in personalisierte Webseiten eingebaut werden, auch regional relevante und andere smarte Mobilapplikationen werden angeboten.</p>
<p>Die New York Times verlegt den Fokus also von der Inhalteherstellung zur Entwicklung von ma&#223;geschneiderten Digitalformaten und rechnet damit, dass Werbe- und Endkunden das eines Tages bar honorieren werden. Rupert Murdoch setzt f&#252;r seine <em>News Corp.</em> weiter auf Inhalte und folgt dabei einer Portfoliostrategie. Er nutzt den Vorteil, verschiedene Plattformen zu besitzen, um unterschiedliche, digitale Wege zu gehen, die den Konzern insgesamt absichern sollen. So finanziert er das <em>Wall Street Journal</em> &#252;ber Abonnenten und MySpace aus Werbeerl&#246;sen und Einnahmen aus Printprodukten. Bis Sommer 2010 will er alle News aus der <em>Times</em>,  der <em>Sun</em> und aus <em>News of the World</em> kostenpflichtig anbieten. Diverse Einnahmemodelle werden ohne Ber&#252;hrungs&#228;ngste kombiniert.</p>
<p><strong>Gemeinsame Bezahlplattformen</strong></p>
<p>Eine weitere Strategie ist die Plattformvermarktung. In den USA k&#246;nnen Verlage ihre Websites mit der E-Commerce-Applikation von Journalism Online best&#252;cken. Journalism Online erlaubt es Nutzern nach einmaliger Registrierung, &#252;ber eine j&#228;hrliche, monatliche, pro Tages- oder Einzelartikel-Zahlung hochwertige Inhalte aller beteiligten Verlage abzurufen, die Einnahmen werden geteilt. Im August 2009 sollen laut <a href="http://journalismonline.com/home.php">Journalism Online</a> &#252;ber 500 Zeitungen, Magazine und andere Seiten &#252;ber die Plattform vertreten und 90 Millionen Unique User erreicht worden sein. Ein konzertiertes Vorgehen von Verlegern kann strategisch klug sein.</p>
<p>Auch deutsche Verlage k&#246;nnten eine oder mehrere gemeinsame Bezahlplattformen f&#252;r journalistische oder andere Inhalte schaffen. Doch sobald ein Verlag, zum Beispiel der werbefinanzierte Spiegel, ausschert und vergleichbare Inhalte weiter gratis liefert, scheitert der Plan an der Mehrheit der zahlunwilligen Nutzer, die dann die kostenfreien Spiegelseiten anklicken w&#252;rden.</p>
<p>Nach ihrer Strategie befragt, bem&#252;hen deutsche Verleger gern den Begriff Qualit&#228;tsjournalismus und &#228;hnliche Wortbildungen, in denen das Wort Qualit&#228;t vorkommt. Da einigen der Begriff wohl l&#228;ngst selbst spanisch vorkommt, jubeln sie nun wie erl&#246;st, als einer der ihren die Bezahlcontentstrategie ausruft, also gewiss nichts Neues und schon gar nicht die „wichtigste medienpolitische Initiative seit Jahrzehnten,“ wie Bodo Hombach sie in freudscher Verwechslung von Politik mit Wirtschaft nennt.</p>
<p>Springer-Vorstandschef D&#246;pfner gibt sich als Experimentator, und das steht ihm gut zu Gesicht. Doch wird er f&#252;r das Falsche gelobt, daf&#252;r, dass er Nutzer f&#252;r Online-Regionalzeitungen, mobile Internetinhalte und iPhone-Applikationen namens bild.mobil oder welt.mobil bezahlen lassen will, w&#228;hrend auch Focus und FAZ bereits an mobilen Bezahlangeboten basteln. D&#246;pfners Ansage l&#228;sst das Ringen um eine Strategie erkennen und ist lobenswerter Vorsto&#223;, aber sicher nicht der Wurf, der weit in die Zukunft zielt.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>M&#252;ssen Verlage so wie Google oder Apple werden?</strong></p>
<p>In der Diskussion &#252;ber D&#246;pfners Vorsto&#223; gegen den &#8220;Gratiswahn&#8221; geht unter, dass der Springer-Verlag bereits ein innovativeres und Erfolg versprechenderes Konzept verfolgt. Der Konzern betreibt seit 2007 ein Gesch&#228;ft mit eigenen Handytarifen. Verkauft der Verlag unter der Marke BILDmobil eine Prepaid SIM-Karte, koppelt er eine inhaltliche (BILD-Mobilportal) an eine technologische Leistung (Telefonie). Springer arbeitet hier mit moconta, einem Gemeinschaftsunternehmen von Vodafone und der Arvato Mobile GmbH zusammen. Auch solche Verbindungen kennt die Digitalwirtschaft bereits, etwa beim iPod oder Amazons Kindle.</p>
<p>Inhalteanbieter werden in Zukunft nicht um Kooperationen untereinander sowie mit Technikanbietern und Telekommunikationskonzernen herumkommen. Sie werden sich sogar um unorthodoxe Kooperationen rei&#223;en, nachdem ihre Strauchelstrategien misslungen sind. Kommen die Verleger im Dialog mit ihren Nutzern nicht auf inhaltlich und technisch mutige Konzepte, werden ihnen als erste die Telekommunikationsanbieter und Netzbetreiber die Inhalte aus den H&#228;nden nehmen und sie als Beigabe zu ihren Diensten verschenken. Qualit&#228;tsinhalte verkommen dann zu Marketinggimmicks der Telkos, und Unternehmen, die sich dann immer noch Verlage nennen, kommen im Netz nicht vor.</p>
<p>Warum greifen die Verlage nicht hin, wenn digitale Technologien ihnen einmalige Chancen er&#246;ffnen? Sie werden sich wohl erst im Software- und Hardwaresektor umsehen, wenn internationale Player sich dort l&#228;ngst festgesetzt haben und nachdem sie s&#228;mtliche Erl&#246;smodelle rund um Inhalte ausgereizt haben.</p>
<p><strong>Ma&#223;geschneiderte Inhalte</strong></p>
<p>Mit Inhalten Geld zu verdienen, gelingt vielleicht bald nur noch einem erlauchten Kreis von Journalisten und K&#252;nstlern, die eine Fangemeinde um sich geschart und somit pers&#246;nliche Ecken im weltweiten Netz geschaffen haben. Nutzer sind immer weniger bereit, f&#252;r die Leistungen der zwischengeschalteten Verlage zu zahlen.  Die Verlage brauchen Mut zur Zerst&#246;rung tradierter Strukturen. Daher sollten sie ihre Teams mit Programmieren und Scouts aus onlineversierten Zielgruppen auffrischen, die Verleger und Journalisten nicht st&#252;rzen, sondern st&#252;tzen werden. Aber junge Gehhilfen allein k&#246;nnen durch Umbruchsphasen nicht hindurch f&#252;hren. Verleger werden es wohl noch eine Weile aushalten m&#252;ssen, im Netz zu schwimmen. Ihr strategischer Kompass kann sie allerdings in eine Richtung lenken, in der sich eines Tages ein Horizont auftut.</p>
<p><em><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/no2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-16291" style="border: 1px solid black; margin: 4px;" title="no2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/no2.jpg" alt="no2" width="44" height="70" /></a>Diesen Text (hier in &#252;berarbeiteter Fassung) hat Gisela Schmalz zuerst bei <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index.html">epd medien</a> ver&#246;ffentlicht. Sie betreibt das Blog <a href="http://www.yeseconomy.net/">yeseconomy.net</a> und hat das Buch&#8221;NO ECONOMY: Wie der Gratiswahn das Internet zerst&#246;rt&#8221; gechrieben. Buch bei Amazon zu <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3821857072?ie=UTF8&amp;tag=carta-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3821857072">bestellen</a>. Hier die <a href="http://www.eichborn.de/eb/eichborn/buecher/kategorie/wirtschaft/titel/no_economy/">Verlagsseite</a>.<br />
</em>
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