<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Bad Bank</title>
	<atom:link href="http://carta.info/tag/bad-bank/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 17:55:45 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Bad Bank = Bad Journalismus</title>
		<link>http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/</link>
		<comments>http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 10:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzmarktkrise]]></category>
		<category><![CDATA[HRE]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SoFFin]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsjournalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=35350</guid>
		<description><![CDATA[Wer die Berichte – oder besser: die Nichtberichte - &#252;ber die Milliarden-Transaktion von der Problembank Hypo Real Estate zur Bad Bank verfolgt hat, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Man fragt sich: Was vermitteln die Medien eigentlich &#252;ber die gr&#246;&#223;te Finanztransaktion in der deutschen Geschichte?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/dde938b8f7de4e76907a8f9a285a69dd" alt="" width="1" height="1" />Da gehen &#252;bers Wochenende mal eben 18 Milliarden Euro &#252;ber die Wupper, aber irgendwie scheint das niemanden zu jucken.</p>
<p>Hie&#223; es am Donnerstag vor der wohl „gr&#246;&#223;ten Finanztransaktion in der deutschen Geschichte“, es seien Wertpapiere, Kredite und Derivate im Nominalwert von 191,1 Milliarden Euro von der HRE zur Bad Bank &#252;bertragen worden, so war am folgenden Montag nur noch von 173 Milliarden Euro die Rede. Bisschen Schwund ist ja immer. Doch die Qualit&#228;tsmedien erkl&#228;rten nicht, wie der auff&#228;llige Verlust zustande gekommen ist. Sie meldeten lediglich: „Hypo Real Estate spaltet problemlos Bad Bank ab“ (FAZ). Die meisten Zeitungen hielten sich an die <a href="http://www.soffin.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/20101003_pressenotiz_soffin.html">Pressemitteilung</a> der „Bundesanstalt f&#252;r Finanzmarktstabilisierung“ (SoFFin).</p>
<p>Einige Zeitungen berichteten auch, die Differenz habe etwas mit „W&#228;hrungsschwankungen“ zu tun. Eine Interpretation, die ebenfalls von der SoFFin stammt. Madleen Petschmann vom „Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung“ (<a href="http://www.soffin.de/de/soffin/struktur/">SoFFin</a>) gegen&#252;ber <em>Carta</em>:</p>
<blockquote><p>„Der Buchwert zum Stichtag 31.3.2010 betrug 191 Mrd. Euro. Die &#220;bertragung war von vornherein so konzipiert, dass zum &#220;bertragungsstichtag nur Nominalvolumina zum jeweils geltenden Wechselkurs genannt werden k&#246;nnen. Die tats&#228;chliche Buchwertermittlung erfolgt &#8211; wie bei jedem Monats- oder Quartalsabschluss &#8211; innerhalb der n&#228;chsten 3 Wochen. Hierbei ist zu ber&#252;cksichtigen, dass eine Angleichung der Rechnungslegungssysteme von IFRS (HRE) zu HGB (FMS Wertmanagement) vorzunehmen ist. Der Nominalwert der &#252;bertragenen Verm&#246;genswerte betr&#228;gt rund 173 Mrd. Euro.“</p></blockquote>
<p>Alles verstanden? Offenbar liegt die Differenz nicht allein an den W&#228;hrungsschwankungen, sondern auch an den unterschiedlichen <a href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~ECA259FCAD6E34340A82811A9BE63CE02~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Rechnungslegungssystemen</a>. Denn der Dollarkurs zum Euro betrug am 31. M&#228;rz 2010: 1,3507, und am 30. September 2010: 1,3629. Diese „Schwankung“ reicht f&#252;r 18 Milliarden Euro Unterschied nicht aus.</p>
<p>Zumindest einige Finanz-Blogs wollen sich mit den Erkl&#228;rungen der SoFFin nicht abfinden. Sie sprechen angesichts der sehr unterschiedlichen Zahlen von einer „Verschleierung der Bewertung“. Der Finanzfachmann <a href="http://www.blicklog.com/2010/10/01/hypo-real-estate-erhht-heute-deutschlands-staatsverschuldung-um-8-und-die-altglubiger-feiern-still/">Dirk Elsner</a> vom <em><a href="http://www.blicklog.com/2010/10/05/hypo-real-estate-skandal-liegt-nicht-in-bonizahlungen-sondern-in-bewertungsverschleierung-und-glubigerbevorzugung/">Blick Log</a></em>:</p>
<blockquote><p>„Die Hypo Real Estate hat den in die ‚FMS Wertmanagement’ genannte Bad Bank &#252;bertragenen Anleihen, Kredite, CDOs, ABS-Paketen etc. ein Preisschild umgeh&#228;ngt und darauf 173 Mrd. Euro geschrieben&#8230;</p>
<p>Niemand ist derzeit offenbar bereit zu erl&#228;utern, wie diese Zahl ermittelt wurde. Je nach Bewertungsmethode k&#246;nnte man n&#228;mlich f&#252;r die sich hinter den 173 Mrd. verbergenden &#252;ber 12.500 Einzelpositionen aus fast 70 Rechtsr&#228;umen zu deutlich niedrigeren (oder vielleicht sogar h&#246;heren?) Wertans&#228;tzen kommen&#8230;</p>
<p>Aus meiner Sicht wird die &#214;ffentlichkeit in die Irre gef&#252;hrt, wenn man behauptet, die &#252;bertragenen Verm&#246;gensgegenst&#228;nde lassen sich nicht vern&#252;nftig bewerten&#8230;</p>
<p>Journalisten, die sich mit der HRE befassen, w&#252;rde ich raten, sich nicht ausschlie&#223;lich auf die erm&#252;denden ‚Boniskandale’ zu konzentrieren. F&#252;r die Verantwortungstr&#228;ger sind dies willkommene Ablenkungsman&#246;ver. Fragen zur Bewertung und der sehr einseitigen Beg&#252;nstigung der Gl&#228;ubiger&#8230; sind deutlich relevanter.“</p></blockquote>
<p><strong>Womit wir beim eigentlichen Thema w&#228;ren &#8211; der auffallenden Beg&#252;nstigung der Gl&#228;ubiger</strong>. Elsner schreibt dazu:</p>
<blockquote><p>„Ein Skandal dieser Finanztransaktion ist das Verschweigen der eigentlichen Profiteure&#8230; Nicht erst seit heute freuen sich in aller Stille n&#228;mlich die alten Gl&#228;ubiger der HRE, die ihre Verbindlichkeiten zu 100% zur&#252;ck erhalten (haben). W&#228;hrend Gl&#228;ubiger eines ‚normalen’ Unternehmens sich bei einer Abwicklung mit einer meist mickrigen Insolvenzquote bescheiden m&#252;ssen, kommen hier s&#228;mtliche Gl&#228;ubiger ohne jeden ‚Haircut’ davon.“</p></blockquote>
<p>Der Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Schumann">Harald Schumann</a>, sicher eine Ausnahmeerscheinung unter den Wirtschaftsjournalisten dieses Landes, hat die <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanzen/die-geretteten/1598962.html">Liste der Gl&#228;ubiger</a> vor gut einem Jahr im <em>Berliner Tagesspiegel</em> enth&#252;llt. Aber seine Qualit&#228;ts-Kollegen von der Wirtschaftspresse sind auf diese Liste nie so recht zu sprechen gekommen. Da standen viele Gro&#223;banken drauf – etwa Unicredit, BayernLB, Deutsche Bank oder Postbank –, die der HRE ohne jede Besicherung Milliardenbetr&#228;ge zu guten Zinsen geliehen hatten und nun von den Steuerzahlern herausgekauft werden sollen:</p>
<blockquote><p>„Zweieinhalb Milliarden Euro hatte die Norinchukin Bank, das Zentralinstitut der japanischen Genossenschaftsbanken, bei der Depfa plc im irischen Dublin geparkt, als diese im September 2008 ihren Mutterkonzern, die Hypo Real Estate Holding (HRE), an den Rand der Pleite gewirtschaftet hatte. W&#228;re es dazu gekommen, w&#228;re ein gro&#223;er Teil der Milliardeneinlage gewiss verloren gewesen.</p>
<p>Das gleiche Problem hatte die italienische Gro&#223;bank Unicredit. Auch deren Tochter Hypo-Vereinsbank hatte der HRE, die sie einst per Abspaltung ins Leben gerufen hatte, mehr als zwei Milliarden Euro geliehen, ohne jede Sicherheit. Und genauso war es bei der Deutschen Bank, dem Versicherungskonzern HUK Coburg, der Allianz AG und Hunderten weiterer Gl&#228;ubiger der HRE im In- und Ausland. Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie hatten ohne Pr&#252;fung und ‚unbesichert’, also ohne R&#252;ckgriff auf andere Wertpapiere oder Immobilien f&#252;r den Fall der Insolvenz, ihr Geld zu guten Zinsen an die HRE verliehen. Weit mehr als 100 Milliarden Euro&#8230; hatte die HRE so bei Finanzinstitutionen aller Art eingesammelt.“</p></blockquote>
<p>Und weil die Auslagerung der Risiken in so genannte Zweckgesellschaften die Finanzkrise erst erm&#246;glicht hatte, kam man auf die famose Idee, die geerbten Risiken erneut in Zweckgesellschaften auszulagern! <strong>Man bek&#228;mpft also die Krise mit dem gleichen Instrument, das die Krise verursacht hat. Es handelt sich offenbar um die Einf&#252;hrung des hom&#246;opathischen Heilprinzips in die Finanzwirtschaft: </strong><strong>Similia similibus curentur</strong><strong>. </strong><strong>&#196;hnliches soll durch &#196;hnliches geheilt werden.</strong><strong> Nun warten alle gespannt, ob das Placebo auch wirkt.</strong></p>
<p>Verabreicht hat es die gro&#223;e Koalition. Harald Schumann:</p>
<blockquote><p>„Es waren diese Listen der unbesicherten Gl&#228;ubiger, auf deren Basis Finanzminister Peer Steinbr&#252;ck (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag, den 28. September 2008, entschieden, die Regeln der Marktwirtschaft au&#223;er Kraft zu setzen und all jene freizukaufen, die der HRE das Geld f&#252;r ihre Fehlspekulationen zur Verf&#252;gung gestellt hatten. Zur Begr&#252;ndung hie&#223; es, die Bank sei ‚systemrelevant’, also zu gro&#223;, um sie Pleite gehen zu lassen.“</p></blockquote>
<p>Jaja, die Systemrelevanz und der gute Peer Steinbr&#252;ck, der laut Helmut Schmidt unter den heutigen deutschen Politikern „hinsichtlich seiner sozialen und &#246;konomischen Urteilsf&#228;higkeit weit herausragt“.</p>
<p>Dazu Wolfgang Lieb von den <em><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6938">Nachdenkseiten</a></em>:</p>
<blockquote><p>„Noch heute wird in den allermeisten Medien die Bankenrettung unkritisch gelobt und bis jetzt hat kaum ein Medium hinterfragt, was eigentlich das ‚systemische Risiko’ einzelner mit viel Geld geretteten Banken ausmachte. Einzig der Tagesspiegel hat einmal die Liste der Einlage- und Kreditgeber der HRE publik gemacht und da konnte man berechtigte Zweifel anmelden, ob diese Bank ‚systemrelevant’ ist. Bis heute werden B&#252;rgschaften und Kapitalzusch&#252;sse ohne &#246;ffentliche Debatte in geheim tagenden Gremien erteilt. Da werden &#252;ber Nacht, ohne &#246;ffentliche Diskussion mal eben 40 Milliarden-Garantien f&#252;r die HRE gew&#228;hrt, ohne dass vorher eine Debatte stattfindet. Nicht nur das Parlament, sondern auch die Presse l&#228;sst sich das bieten.“</p></blockquote>
<p>Nachgewiesen ist das Sich-bieten-lassen in einer <a href="http://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ah63.html">Studie</a> der <em>Otto Brenner Stiftung</em>, die bereits wieder in Vergessenheit geraten ist. Sie fragte nach dem Versagen des deutschen Wirtschaftsjournalismus vor, w&#228;hrend und nach der Finanzkrise. Ihr Ergebnis lautet: Davor: totales Versagen, w&#228;hrenddessen: einige Lichtblicke, danach: ganz ordentliche Aufarbeitung.</p>
<p>Und nun?</p>
<p>Nun beschr&#228;nken sich die Wirtschaftsjournalisten wieder auf sch&#228;fchenweiche Fragen wie jene, ob wir als Gl&#228;ubiger der Bad Bank wohl doch mit einem blauen Auge davon kommen werden? <strong>Dabei w&#228;re es viel interessanter zu fragen, ob die Strategen der HRE unter Mitwirkung ihrer Gl&#228;ubiger und staatlichen Helfershelfer nicht drauf und dran sind, die B&#252;rger dieses Landes ein zweites Mal &#252;ber den L&#246;ffel zu balbieren, indem sie bei den Bewertungen der Schrottpapiere wieder so tricksen und verheimlichen und „verbriefen“ wie das schon die Halunken der Finanzkrise getan hatten.</strong></p>
<p>Werfen wir einen letzten Blick in den <em>Blick Log</em>:</p>
<blockquote><p>„Erstaunlich ist, dass angeblich immer noch keine verl&#228;sslichen Angaben &#252;ber die &#252;bertragenen Werte vorliegen. Angesichts der in hochqualifiziertes Personal und Beratungskapazit&#228;ten investierten Summen wirkt das nicht glaubhaft. Je nach Bewertungsmethode wird man vermutlich zu deutlich niedrigeren Wertans&#228;tzen als die 191 Mrd. € gekommen sein. Ich denke, die &#214;ffentlichkeit hat ein Recht, diese Summe angesichts ihrer Sippenhaft zu erfahren.“</p></blockquote>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>P.S.: Drei Tage nach der &#220;bertragung der Schrottpapiere hat die Rating-Agentur Fitch die neue Bad Bank mit Triple A bewertet. <a href="http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&amp;artid=2010196047">Begr&#252;ndung</a>: Der staatliche Bankenrettungsfonds hafte ja mit seinen (d.h. unseren!) staatlichen Milliardengarantien.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zu diesem Thema auch: </em><a href="http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/"><em>Die Bundes-Fee</em></a><em>. Eine heitere Geschichte aus dem M&#228;rchenland der Banken &#8211; sowie die informative </em><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30915/1.html"><em>Serie „Die Jahrhundertpleite“</em></a><em> von Jens Berger.</em></p>
<p><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/bad-bank-bad-journalismus/"><em>Crosspost</em></a><em> vom Magazin der Autoren</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35350%2Fbad-bank-bad-journalismus%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35350%2Fbad-bank-bad-journalismus%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/">Bad Bank = Bad Journalismus</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/#comments">39 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35350&amp;md5=6eed75e0223ba23cf64de78b63de7abd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>39</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Bundes-Fee. Eine heitere Geschichte aus dem M&#228;rchenland der Banken</title>
		<link>http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/</link>
		<comments>http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 21:32:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Bierdeckel]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[gute Fee]]></category>
		<category><![CDATA[Hypo Real Estate]]></category>
		<category><![CDATA[Zauberei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=34678</guid>
		<description><![CDATA[In dieser Nacht - der Nacht zum 1. Oktober - lagert die Hypo Real Estate ihr Gesch&#228;ftsrisiko aus: Ihre Schrottpapiere wandern in die dunklen Tresore einer „Bad Bank“. Gesamtvolumen: 191 Milliarden Euro. Und die Lehre aus der Transaktion? Es ist v&#246;llig egal, was eine Bank kauft - sie gewinnt immer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/86fb20b24e6647bb93803adf45115899" width="1" height="1" alt=""/>Der gute Hans-Werner hatte sich verzockt. Er hatte f&#252;r 1 Milliarde Euro blaue Bierdeckel gekauft, weil ihm die internationalen Deckelverk&#228;ufer durch ihre Rating-Agenturen versichert hatten, dass die Menschen in der heutigen Zeit ihr Bier am liebsten auf blauen Untersetzern trinken. Also lieh sich Hans-Werner 1 Milliarde Euro von seinen Freunden und versprach ihnen eine Rendite von mindestens 20 Prozent. Die blauen Deckel stapelte er in seinem Heizungskeller.</p>
<p>Dann brach die Krise aus. Die Menschen tranken weniger Bier, und &#8211; was noch schlimmer war &#8211; sie zogen pl&#246;tzlich orangefarbene Bierdeckel den blauen vor. Hans-Werner blieb auf seinen blauen Deckeln sitzen.</p>
<p>Er h&#228;tte sie mit hohen Verlusten absto&#223;en k&#246;nnen, aber er dachte: Vielleicht werden die Zeiten ja wieder besser und die Farbe Blau wird erneut modern. Doch seine Freunde zeigten keine Geduld mit ihm. Sie verlangten die versprochenen Zinsen auf ihre Einlagen.</p>
<p>Was sollte Hans-Werner tun? Den Offenbarungseid leisten? Insolvenz anmelden? Eingestehen, dass er sich verzockt hatte?</p>
<p>Das wollte Hans-Werner auf keinen Fall. Also klapperte er seine Freunde ab und sagte ihnen: Wenn ich genug Geld h&#228;tte, um jetzt die orangefarbenen Bierdeckel zu kaufen, dann k&#246;nnte ich euch das Dreifache eurer Zinsforderungen zur&#252;ckzahlen und noch weitere Hyper-Gesch&#228;fte machen – zum Beispiel mit gr&#252;nen Bierdeckeln, die n&#228;chstes Jahr der absolute Hit sein werden. Doch die Freunde sch&#252;ttelten zornig ihre K&#246;pfe und glaubten ihm kein Wort mehr.</p>
<p>Hans-Werner hockte darob traurig in seinem Zimmer und war pleite.</p>
<p>Da flog eine gute Fee durch den Schornstein in sein Zimmer und sagte: Du Dummerle! Du musst doch nicht weinen! Du schleppst jetzt einfach deine unverk&#228;uflichen blauen Bierdeckel in die Abstellkammer, h&#228;ngst das Schild <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hre364.html">„b&#246;se“</a> davor und wirfst nie wieder einen Blick in die Kammer des Schreckens. So gewinnst du Platz f&#252;r die orangefarbenen Deckel im Heizungskeller. <strong>Und jetzt kommt der Zaubertrick! </strong>Wir tun einfach so, als w&#228;ren die blauen Bierdeckel in der Kammer des Schreckens immer noch der gro&#223;e Renner. Das hei&#223;t, ich kaufe sie dir zu dem Preis ab, den du dir damals ertr&#228;umt hast. Abz&#252;glich von zehn Prozent Provision nat&#252;rlich. Damit bist du die Schulden los und kannst neues Geld in orangefarbene Deckel investieren.</p>
<p>Hans-Werner sa&#223; da und staunte mit offenem Mund.</p>
<p>Und was geschieht nun mit den blauen Deckeln? fragte er dann.</p>
<p>Ach, zerbrich’ dir dar&#252;ber nicht den Kopf, sagte die gute Fee und kicherte. Ich lass’ sie einfach in der Abstellkammer liegen. Irgendwann, wenn keiner mehr dran denkt, schmei&#223; ich sie weg.</p>
<p>Aber woher hast du so viel Geld f&#252;r einen so gro&#223;en Haufen Schei&#223;e? fragte Hans-Werner gereizt und machte ein ungl&#228;ubiges Gesicht.</p>
<p>Die Fee sch&#252;ttelte belustigt ihre blonden Glitzer-Str&#228;hnchen. Dann sagte sie: Ich bin doch eine Fee, du Dummkopf, ich kann aus Schei&#223;e Gold machen. Ich bekomme so viel Geld wie ich will, denn die gro&#223;e Bundes-Fee b&#252;rgt immer f&#252;r mich.</p>
<p>Die Bundes-Fee?? fragte Hans-Werner noch etwas ungl&#228;ubiger.</p>
<p>Ja, sagte die Fee. Die Bundes-Fee kann Schulden machen so viel sie will. Die Menschen werden ihre Schulden eines Tages begleichen. Man muss nur fest dran glauben!</p>
<p>Hans-Werner wurde nachdenklich. Nach einer langen Pause fragte er vorsichtig: Es ist also v&#246;llig egal, welche Bierdeckel ich zu welchem Preis kaufe?</p>
<p>Ja, sagte die Fee.</p>
<p>Hans-Werners Gesicht begann vor Begeisterung zu leuchten. Ich kann also die d&#252;mmsten Gesch&#228;fte machen &#8211; es passiert mir nichts?</p>
<p>Ja, sagte die Fee.</p>
<p>Ich muss nur Geld anlegen, egal wo, egal wof&#252;r, egal wie viel?</p>
<p>Ja, sagte die Fee. Es ist v&#246;llig egal.</p>
<p>Ich bin im Paradies, jubelte Hans-Werner und zwickte sich in den Arm, weil er es nicht fassen konnte.</p>
<p>Es gibt nur eine winzige Voraussetzung, sagte die gute Fee mit der bet&#246;rend bes&#228;nftigenden Stimme: den Glauben, dass alles gut geht. Letzten Endes m&#252;ssen die Menschen <a href="http://umfrage.tagesschau.de/umfrage/poll_dbdata.php?oid=hre362">dran glauben</a>.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34678%2Fdie-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34678%2Fdie-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/">Die Bundes-Fee. Eine heitere Geschichte aus dem M&#228;rchenland der Banken</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34678&amp;md5=3a51d31f3308e2979dae4606400d54ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bad Bank: Die Banken und ihre Eigent&#252;mer in die Pflicht nehmen</title>
		<link>http://carta.info/8492/bad-bank-friedrich-merz/</link>
		<comments>http://carta.info/8492/bad-bank-friedrich-merz/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 13:19:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Merz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezession]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8492</guid>
		<description><![CDATA[Rund 4,7 Mio. Arbeitslose und 130 Mrd. Euro Neuverschuldung des Bundes werden das Ergebnis einer Krise, die von den Banken mit verursacht worden ist. Bei der Herausl&#246;sung der toxischen Papiere aus den Bankbilanzen m&#252;ssen zuallererst die Institute und ihre Eigent&#252;mer in die Pflicht genommen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6abd74d93a6b3c1b57a8032794573e" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die Weltwirtschaft befindet sich in der Folge der Finanzkrise derzeit in der tiefsten Rezession seit 1929. Auch Deutschland erlebt in diesem Jahr die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Nach derzeitigen Sch&#228;tzungen m&#252;ssen wir  in diesem Jahr mit einem R&#252;ckgang des BIP zwischen 5 und 7% rechnen.</p>
<p>Der bislang h&#246;chste R&#252;ckgang des Bruttosozialproduktes wurde in der Geschichte der Bundesrepublik im Jahr 1975 als Folge des ersten weltweiten &#214;lpreisschocks mit einem Minus von 0,9% verzeichnet.</p>
<p>Daran kann man <strong>die Dimension der jetzigen Krise</strong> erkennen. Was als Finanzkrise begann und zur Wirtschaftskrise wurde, hat <strong>langfristig unvorhersehbare Folgen f&#252;r das wirtschaftliche Wachstum, den sozialen Zusammenhalt</strong>, das Regelwerk des Finanzwesens und die Rolle des Staates.</p>
<p>Trotz dieser Schwere der Krise und der unabsehbaren Folgen – so m&#252;ssen wir im Laufe des Jahres u.a. mit einem Anstieg der <strong>Arbeitslosigkeit auf rund 4,7 Mio. Menschen</strong> rechnen – darf die Krise jedoch keine &#252;berbordende Staatst&#228;tigkeit zur Folge haben. Mit Konjunkturpaket I und II und den Kosten f&#252;r die gestiegene Arbeitslosigkeit wird die <strong>Neuverschuldung allein f&#252;r den Bundeshaushalt auf &#252;ber 130 Mrd. €</strong> ansteigen und mit einer Defizitquote von dann 5,5 Prozent das Mastrichtkriterium deutlich &#252;berschreiten.</p>
<p>Die exorbitanten Schulden auch einiger europ&#228;ischer L&#228;nder werden auf kurz oder lang die Existenz ganzer Staaten in Frage stellen, zumindest aber die politischen Handlungsspielr&#228;ume zuk&#252;nftiger Regierungen stark verkleinern und nachfolgende Generationen belasten. <strong>Schon deshalb k&#246;nnen wir uns ein drittes Konjunkturpaket nicht leisten</strong>.</p>
<p>Daher ist es jetzt wichtig, die Diskussion um die <strong>Bad Bank</strong> zu Ende zu f&#252;hren und ein solches Institut ins Leben zu rufen. Denn nur die Bereinigung der Bankbilanzen wird dazu f&#252;hren, dass der Interbankenhandel in Fahrt kommt und die Banken mit einer gesteigerten Kreditvergabe die Unternehmen und Verbraucher wieder mit <strong>ausreichend Kapital</strong> versorgen, damit diese die Wirtschaft ankurbeln k&#246;nnen.</p>
<p>Bei der Schaffung einer solchen Institution m&#252;ssen wir uns jedoch daran erinnern,<strong> dass die aktuelle Krise von den Banken mit verursacht worden ist</strong>. Eine Beteiligung des Steuerzahlers in Form von Geldaufwendungen des Staates bei der Herausl&#246;sung der toxischen Papiere aus den Bankbilanzen und deren &#220;bertragung in die Bad Bank sollte daher wenn immer m&#246;glich vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert werden.</p>
<p><strong>Hier m&#252;ssen die Banken und deren Eigent&#252;mer zu aller erst in die Pflicht genommen werden. </strong></p>
<p>Der Regierung muss es daher bei den in den n&#228;chsten Wochen anstehenden Beratungen &#252;ber die Bad Bank ohne Aufbringung von Steuerzahlergeld gelingen, den Teufelskreis von Bilanzverk&#252;rzungen und Verm&#246;genswertverfall zu unterbrechen, sonst sind alle Konjunkturpakete vergebens. Es liegen zum Gl&#252;ck einige <strong>brauchbare Vorschl&#228;ge</strong> aus Wissenschaft, Praxis und Exekutive auf dem Tisch. Daher bin ich guter Hoffnung, dass wir noch im Mai einen Gesetzentwurf zu diesem entscheidenden Thema im Deutschen Bundestag in erster Lesung beraten k&#246;nnen.</p>
<p><em>Dies ist ein Auszug aus der <a href="http://www.friedrich-merz.de/mailanforderung.asp?ID=131&amp;Match=Merzmail&amp;tmpl=service">merz.mail</a> (24. April) von Friedrich Merz, den Carta hier dokumentiert.</em><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8492%2Fbad-bank-friedrich-merz%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8492%2Fbad-bank-friedrich-merz%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/8492/bad-bank-friedrich-merz/">Bad Bank: Die Banken und ihre Eigent&#252;mer in die Pflicht nehmen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8492/bad-bank-friedrich-merz/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8492&amp;md5=e4aabd1eccb315d7200ee5f73a628e85" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/8492/bad-bank-friedrich-merz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bad Bank = Bad Idea</title>
		<link>http://carta.info/8349/bad-bank-bad-idea/</link>
		<comments>http://carta.info/8349/bad-bank-bad-idea/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 09:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Enderlein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Bankenrettungspaket]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8349</guid>
		<description><![CDATA[Eine Bad Bank ist &#246;konomisch abenteuerlich, sozial ungerecht und zudem noch kaum praktikabel. Statt die Gewinne aus spekulativen Wertpapiergesch&#228;ften bei den Banken belassen und die Verluste auf die Gesamtbev&#246;lkerung zu verteilen, sollte der Staat lieber Banken komplett &#252;bernehmen. Der Staat k&#246;nnte auch den insolventen Banken die guten Wertpapiere abkaufen und sie in „Good Banks” zusammenfassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/669c10f7329f285a11a868af5136db" alt="" width="1" height="1" /><br />
F&#228;nden Sie es richtig, mit Steuergeldern einem spiels&#252;chtigen Zocker wertlose Rubbellose abzukaufen? Glauben Sie, mit einem solchen Verhalten w&#252;rde die Spielsucht gebremst? Es gibt <strong>unterschiedliche Formen der „Bad Bank”</strong>. Wenn die Bundesregierung in diesen Tagen &#252;ber ihre eigene Interpretation dieses Konzepts nachdenkt, dann sollte sie versuchen, die wichtigsten Fehler zu vermeiden. Denn die eigentliche „Bad Bank” ist <strong>&#246;konomisch abenteuerlich, sozial ungerecht</strong> und &#8211; zu allem &#220;berfluss &#8211; auch noch <strong>kaum praktikabel</strong>.</p>
<p>&#214;konomisch abenteuerlich ist die „Bad Bank” deshalb, weil der Staat so tut, als wisse er besser als der Markt, welchen Wert ein bestimmtes Wertpapier zurzeit hat. Es geht um Papiere, f&#252;r die es aktuell am Markt keine K&#228;ufer mehr gibt. Nach der einfachsten &#246;konomischen Logik sollte der Wert eines Papiers, das niemand mehr kaufen m&#246;chte (auch nicht zum geringsten Preis) null betragen. Die Banken w&#228;ren eigentlich verpflichtet, alle toxischen Wertpapiere komplett abzuschreiben. Die Crux dabei: Dann w&#228;ren wohl mehrere deutsche Banken insolvent. Der Staat schl&#228;gt deshalb vor, die <strong>toxischen Wertpapiere in eine „Bad Bank” auszulagern</strong> und garantiert der Bank einen bestimmten Preis daf&#252;r. In den Banken selbst liegen dann nur noch „gute” Wertpapiere. Das Risiko, auf den faulen Eiern sitzen zu bleiben, tr&#228;gt der Staat &#8211; und er bezahlt dazu noch viel Geld daf&#252;r.</p>
<p>Manchmal ist es ja ganz hilfreich, sich die einfachsten Zusammenh&#228;nge noch einmal vor Augen zu f&#252;hren. Was sind eigentlich diese „toxischen Wertpapiere” um die es hier geht? Zuerst kauft eine Bank vermeintlich sichere Wertpapiere zu hohen Betr&#228;gen an. Mit dem Ausbruch der Krise verlieren diese Papiere drastisch an Wert und werden praktisch nicht mehr gehandelt. F&#252;r den Privatanleger hie&#223;e eine solche Situation Totalverlust. Nur die Banken scheuen sich, die Papiere komplett abzuschreiben, denn sie laufen Gefahr, Insolvenz anmelden. Da ist der <strong>Staat als Marktteilnehmer letzter Instanz</strong> eine willkommene Abhilfe &#8211; er gibt Geld f&#252;r Wertpapiere aus, die sonst niemand haben m&#246;chte. Noch zugespitzer formuliert: Die Bank hat sich durch die Fehlinvestition in faule Wertpapiere verspekuliert, der Staat schlie&#223;t beide Augen und gleicht den Verlust aus. Ein solches Verhalten des Staates w&#228;re bei systemisch wichtigen Banken sogar nachvollziehbar, um die <strong>weitreichenden Konsequenzen einer Pleite</strong> zu verhindern. Aber dann sollten die Eigent&#252;mer der Bank (also die Aktion&#228;re) in einer solchen Situation auf dem Totalverlust sitzen bleiben &#8211; der Staat sollte die Bank dann komplett &#252;bernehmen.</p>
<p>Sozial ungerecht ist die Bad Bank, weil sie die Gewinne aus spekulativen Wertpapiergesch&#228;ften bei den Banken bel&#228;sst und die Verluste auf die Gesamtbev&#246;lkerung verteilt. Die Banken gehen bei der Bad Bank als die Gewinner vom Feld. Es gibt kaum M&#246;glichkeiten, die Bankmanager f&#252;r ihr Fehlverhalten zur Verantwortung zu ziehen. Erinnern Sie sich noch, als Josef Ackermann im Oktober sagte, er w&#252;rde sich „sch&#228;men”, das Bankenrettungspaket der Bundesregierung in Anspruch zu nehmen? Im Bankenrettungspaket gibt es schon jetzt die M&#246;glichkeit, toxische Wertpapiere abzuladen; aber anscheinend m&#246;chte die Deutsche Bank lieber die Bad Bank. Kein Wunder: Das Bankenrettungspaket sieht <strong>strenge Ma&#223;nahmen f&#252;r die betroffenen Banken und ihr Management</strong> vor &#8211; in der Bad Bank wird auf solche Ma&#223;nahmen verzichtet. Aus Sicht der Bev&#246;lkerung m&#252;sste die Bad Bank eigentlich ein rotes Tuch sein. W&#228;re es sozial nicht ebenso unverantwortlich, mit Steuergeldern einem spiels&#252;chtigen Zocker die wahrscheinlich wertlosen Rubbellose abzukaufen? W&#252;rde mit einem solchen Verhalten die Spielsucht gebremst? &#214;konomen nennen dieses Ph&#228;nomen „moral hazard” &#8211; durch ein solches Verhalten wird suggeriert, Totalverluste w&#252;rde immer vermieden.</p>
<p>Die Bad Bank ist zu allem &#220;berfluss auch noch kaum praktisch umzusetzen: Bund, SoFFin und Banken m&#252;ssten sich auf Preise einigen, die per Definition arbitr&#228;r sind. Die Banken werden alles tun, damit der Staat so viel wie m&#246;glich f&#252;r die toxischen Wertpapiere bezahlt &#8211; nur leider wird der Staat nicht alles tun, damit er so wenig wie m&#246;glich daf&#252;r bezahlt. Denn so wenig wie m&#246;glich w&#228;re gar nichts &#8211; und genau das m&#246;chte der Staat mit der Bad Bank ja verhindern. Die Paradoxie dabei: Die <strong>Banken sitzen</strong> trotz ihrer verfehlten Investitionen <strong>am l&#228;ngeren Hebel</strong>. Die Bundesregierung wird einen Betrag auf den Tisch legen, der &#252;ber mehrere Jahre gebunden ist. Sie erh&#228;lt daf&#252;r ein immenses Kontingent an Wertpapieren, das eigentlich wertlos ist, dass sie aber dennoch verwalten muss. Der SoFFin wird herausfinden m&#252;ssen, wie viel die Bad Bank letztlich wert ist… Es f&#228;llt schwer, sich eine ineffizientere L&#246;sung des Problems toxischer Wertpapiere vorzustellen.</p>
<p>Und was w&#228;re die richtige L&#246;sung? Aus &#246;konomischer Sicht w&#228;re es wohl am sinnvollsten, dem Steuerzahler nicht die toxischen Wertpapiere anzudrehen, sondern den insolventen Banken die guten Wertpapiere abzukaufen und sie in „Good Banks” zusammenzufassen. Die Aktion&#228;re der Banken blieben dann auf den Verlusten sitzen &#8211; das Bankensystem k&#246;nnte mit den „Good Banks” weiter funktionieren. Vielleicht hat die Bundesregierung ja den Mut, diese <strong>L&#246;sung zumindest bei den Landesbanken</strong> umzusetzen. Wenn es in Deutschland tats&#228;chlich so viele „bad banks” gibt, wie uns zurzeit suggeriert wird, dann sollte der Staat nicht noch eine zus&#228;tzliche schaffen.</p>
<p><em>Prof. Henrik Enderlein ist <a href="http://www.henrik-enderlein.de/">Professor f&#252;r Politische &#214;konomie</a> an der Hertie School of Governance. Dieser Text wurde auch auf  <a href="http://blogfraktion.de/">blogfraktion.de</a> ver&#246;ffentlicht.</em></p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8349%2Fbad-bank-bad-idea%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8349%2Fbad-bank-bad-idea%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/8349/bad-bank-bad-idea/">Bad Bank = Bad Idea</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8349/bad-bank-bad-idea/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8349&amp;md5=69930c10fbd9510c0a06598b6df5f1d7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/8349/bad-bank-bad-idea/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

