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	<title>CARTA &#187; ARD</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 12:08:30 +0000</lastBuildDate>
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		<title>&#214;ffentlich-rechtlich und auch transparent: F&#252;r einen Rundfunk f&#252;r alle</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 14:37:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cem Özdemir</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die ZDF-Fernsehratsmitglieder Cem &#214;zdemir und Oliver Passek (beide B&#252;ndnis 90/Gr&#252;ne) fordern mehr Offenheit und Informationsfreiheit bei der Arbeit der Rundfunkr&#228;te. Mit Tagungen hinter verschlossenen T&#252;ren, im Intranet versteckten Berichten und mehrstufigen Beschwerdeverfahren wirke bisherige System „arg anachronistisch“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Cem &#214;zdemir und Oliver Passek:</p>
<p>Die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien des &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehens steht auf dem Pr&#252;fstand: Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe wird eventuell noch in diesem Jahr ein weiteres wegweisendes <strong>Rundfunkurteil</strong> f&#228;llen. Es geht um die von B&#252;ndnis 90/Gr&#252;ne Gr&#252;nen initiierte und vom rheinland-pf&#228;lzischen Ministerpr&#228;sidenten Kurt Beck Ende 2010 in Karlsruhe eingereichte Klage auf eine Normenkontrollklage des ZDF-Staatsvertrages. Gepr&#252;ft werden soll, ob die Zusammensetzung der Gremien verfassungskonform ist und inwiefern gerade der politische Einfluss dort zu gro&#223; sein k&#246;nnte.</p>
<p>Zwar will sich Beck laut seiner Klageschrift im Gegensatz zur urspr&#252;nglichen Initiative der medienpolitischern Sprecherin der Bundestagsfraktion, Tabea R&#246;&#223;ner, auf bestimmte Punkte wie die Zusammensetzung des Verwaltungsrates beschr&#228;nken, dies wird das Gericht jedoch nicht von einer umfassenden Pr&#252;fung des gesamten Staatsvertrages abhalten.</p>
<p>Die Anzahl der im Fernseh- und im Verwaltungsrat vertretenen direkten und/oder indirekten staatlichen Vertreterinnen und Vertreter  – <strong>erstaunliche 50 Mitglieder lassen sich der staatlichen Sph&#228;re zurechnen</strong> &#8211; wird durch Karlsruhe m&#246;glicherweise reduziert. Nat&#252;rlich w&#228;ren von solchen &#196;nderungen auch die von der Staatskanzlei benannten Vertreter von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen betroffen. Die Mitwirkung der politischen Parteien wollen wir jedoch keineswegs ausschlie&#223;en, sie repr&#228;sentieren eine wichtige gesellschaftliche Gruppe.</p>
<p><strong>Mehr Durchblick in die Gremienarbeit</strong></p>
<p>Mindestens genauso wichtig wie die Zusammensetzung der Gremien ist die Sichtbarkeit ihrer Arbeit. Doch aus der Perspektive des Geb&#252;hrenzahlers wirken die Rundfunkr&#228;te trotz der sehr engagierten Arbeit der Gremienvertreter und der Sekretariate leider h&#228;ufig wie ein „Closed Shop“. W&#228;hrend die Sender selbst f&#252;r die Grundversorgung an Informationen der Bev&#246;lkerung zust&#228;ndig sind, tagen ausgerechnet deren Aufsichtsgremien in der Regel hinter verschlossenen T&#252;ren.</p>
<p>Auch beim ZDF sind die Sitzungen des Fernsehrates nicht &#246;ffentlich. Das Gremium selbst kann zwar eine Ausnahme beschlie&#223;en, von der in der Regel aber kein Gebrauch gemacht wird. Immerhin sind die Haushaltsberatungen &#246;ffentlich zug&#228;nglich. Andere &#246;ffentlich-rechtliche Sender sind da schon viel weiter: Sowohl beim RBB, als auch beim Bayerischen Rundfunk, dem SR und dem SWR tagen zumindest die Rundfunkr&#228;te in &#246;ffentlicher Sitzung. Es gibt <strong>keinen ersichtlichen Grund, dies nicht auch beim ZDF-Fernsehrat einzufordern</strong>. Die Sitzungen sind umfangreich, straff organisiert und durchgeplant, mediale Selbstdarsteller w&#252;rden somit schnell ausgebremst. Auch eine &#220;bertragung der Sitzungen ins Internet w&#252;rde sich anbieten.</p>
<p><strong>Mehr Mut bei der &#214;ffentlichkeitsarbeit</strong></p>
<p>Doch mehr Transparenz k&#246;nnen die Rundfunkanstalten nicht nur durch &#246;ffentliche Sitzungen gew&#228;hrleisten. Auch durch eine aktive Ver&#246;ffentlichungspraxis im Internet k&#246;nnten viele relevante Informationen f&#252;r die &#214;ffentlichkeit bereit gestellt werden.</p>
<p>Immerhin stellt das ZDF auf der Webseite „<a href="http://www.unternehmen.zdf.de/">Das Unternehmen</a>“ einige hilfreiche Informationen zur Verf&#252;gung. Darunter die im zweij&#228;hrigen Rhythmus erscheinenden Selbstverpflichtungserkl&#228;rungen oder auch eine F&#252;lle an wichtigen Rechtsgrundlagen, wie die Grunds&#228;tze zur Transparenz im Bereich der Sportrechte oder die Richtlinien f&#252;r Werbung und Sponsoring. Der j&#228;hrliche, mehrere hundert Seiten umfassende <strong>Haushaltsplan</strong>, wird zwar nicht im Web angeboten, aber immerhin an anfragende Journalisten verteilt. In all diesen Dingen agieren andere Sendeanstalten noch wesentlich restriktiver.</p>
<p>Leider ist die Zur&#252;ckhaltung in Sachen <strong>Informationsfreiheit</strong> auch beim ZDF immer noch sehr gro&#223;. So bedarf die Einsichtnahme in Niederschriften und Protokolle des Fernsehrates der vorherigen Zustimmung des Erweiterten Pr&#228;sidiums, steht in dessen freiem Ermessen und darf allein wissenschaftlichen Zielen dienen.</p>
<p>Wir fragen uns: Warum sollten neben den Tagungsprotokollen nicht auch die Auswertungen des Zuschauerechos, der T&#228;tigkeitsbericht des Intendanten, die Filmf&#246;rderpolitik des Senders oder die Transparenzberichte zu Kooperationen, Sponsoring und Beistellungen der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stehen? Schlie&#223;lich betreffen all diese Vorg&#228;nge massiv die Interessen der Geb&#252;hrenzahler.</p>
<p>Nat&#252;rlich d&#252;rfen diese Forderungen nicht alleine auf das ZDF abzielen, auch andere &#246;ffentlich-rechtliche Sender und die Landesmedienanstalten – auch hier tagen die Medienr&#228;te zumeist vor verschlossenen T&#252;ren; erfreuliche Ausnahmen sind Mecklenburg-Vorpommern und Bremen – sind gefordert. Vorbild  k&#246;nnte die – zugegeben nur teilweise vergleichbare &#8211; US-Regulierungsbeh&#246;rde FCC sein, deren Sitzungen des obersten Gremiums im Internet &#252;bertragen werden. Zus&#228;tzlich stellt die FCC online Datenbanken zur Verf&#252;gung, die es erm&#246;glichen, z.B. jederzeit Akten zu Lizenzierungsverfahren einzusehen.</p>
<p><strong>Partizipation der Zuschauer erh&#246;hen</strong></p>
<p>Auch ein verst&#228;rktes Mitwirken der Zuschauer am Programm tr&#228;gt zu mehr Transparenz und &#214;ffentlichkeit bei. Ausgerechnet unsere kleineren europ&#228;ischen Nachbarn machen uns vor, wie man ein lineares Programm zeitgem&#228;&#223; und innovativ gestalten kann. Seit 2008 f&#252;hrt der &#246;ffentlich-rechtliche Kanal Ned3 in den Niederlanden das Projekt „TV Lab“ durch, bei dem eine Woche lang v&#246;llig neue Formate gezeigt wurden, die von den Zuschauerinnen und Zuschauern selbst bewertet werden.</p>
<p>In Deutschland wagte bislang nur der WDR 2006 ein &#228;hnliches, f&#252;r das Fernsehen fast schon radikales Experiment.  Das ZDF scheint dies erkannt zu haben und ist Teil eines Programmlabs im Rahmen der Europ&#228;ischen Rundfunkunion im Sommer diesen Jahres. &#220;ber ZDF NEO k&#246;nnen die Zuschauer dann Ende August eine Woche lang &#252;ber neue TV-Formate abstimmen. Wir d&#252;rfen schon jetzt sehr gespannt sein.</p>
<p>Eine weitere Option f&#252;r eine st&#228;rkere Partizipation der Zuschauerinnen und Zuschauer k&#246;nnen <strong>Creative-Commons-Lizenzen</strong> sein, die in verschiedenen Rechtsformen und Ausf&#252;hrungen die M&#246;glichkeit bieten, Inhalte der Sender auf eigenen Plattformen wie Blogs oder Profilen in sozialen Netzwerken zu verwenden. Auch in dieser Hinsicht zeichnet sich gerade bei den &#246;ffentlich-rechtlichen Sendern endlich Bewegung ab. Waren es lange Zeit nur die beiden NDR-Programme ZAPP und EXTRA 3 die ihre Inhalte teilweise auch zum „Remixen“ zur Ver&#252;gung stellten, zogen andere Sendungen, wie das Magazin „Quer“ des Bayerischen Rundfunks, inzwischen nach. Geradezu anbieten f&#252;r solch offene Lizenzen w&#252;rde sich z.B. der innovative ZDF-Krimi „Wer rettet Dina Foxx?“, der sich gr&#246;&#223;tenteils im Internet abspielt.</p>
<p>Auch im Netz bewegt sich hier einiges: Vorreiter ist, wen wundert es, da in Frankreich keine so strengen Vorgaben bez&#252;glich der Online Pr&#228;senz der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender vorliegen, ARTE France. So feierte deren Webserie „60 Seconds“ vor kurzem nicht etwa im TV Premiere, sondern auf dem sozialen Netzwerk <strong>Facebook</strong>.</p>
<p>Von diesen Innovationen profitiert auch Arte Deutschland. Das Vorzeigeprojekt hei&#223;t „ARTE Creativ-Plattform“ und ist ein internationales, redaktionell betreutes und interaktives Netzwerk f&#252;r K&#252;nstler und Kulturproduzenten. Die Plattform versucht verschiedenste kreative Felder von der Fotografie &#252;ber Street Art und New Media, bis hin zu Grafik-, Produkt- und Webdesign abzudecken. Zusammen mit der Community will die Redaktion neue Formate an der Schnittstelle Web/TV entwickeln.</p>
<p>Auch spannend: Der vom „Kleinen Fernsehspiel“ des ZDF initiierte Online-Wettbwerb „Body Bits“, der sich an Nachwuchsregisseure richtet und dessen Ergebnis nachts im Hauptprogramm und auf ZDF-Kultur zu sehen sind. Nicht zu vergessen das Team um den „Elektrischen Reporter“ Mario Sixtus: Dieser entwickelt mit seinem Team f&#252;r das ZDF im Netz derzeit neue Sendeformate, die sich mit netzpolitischen Themen besch&#228;ftigen. Die damit verbundene Idee: Die Ergebnisse dieser Experimente werden nicht zuerst der zust&#228;ndigen Redaktion, sondern der Netz&#246;ffentlichkeit zum Feedback angeboten.</p>
<p><strong>Beschweren aber wie???</strong></p>
<p>Last but not least darf nat&#252;rlich das klassische Feedbackinstrument der Fernsehsender nicht fehlen: Die gute alte Programmbeschwerde, die sich jedoch ganz schnell als „B&#252;rokratiemonster“ entpuppt, auch wenn die Beschwerde selbst bereits seit l&#228;ngerem online; beim ZDF unter <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=585#c892">http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=585#c892</a> eingereicht werden kann.</p>
<p>Das f&#228;ngt schon einmal damit an, dass eine Beschwerde nicht gleich eine Beschwerde ist. Von Anfragen oder Kritik allgemeiner Art sind Beschwerden &#252;ber das Programm des ZDF zu unterscheiden, in denen die Verletzung von Programmgrunds&#228;tzen vermutet wird. Hier wird der Fernsehrat in einem f&#246;rmlichen Beschwerdeverfahren t&#228;tig.</p>
<p>Das mehrstufige Verfahren &#8211; der Vorsitzende des Fernsehrates leitet die Beschwerde zun&#228;chst an den Intendanten zur Stellungnahme weiter, ist der Beschwerdef&#252;hrer nicht zufrieden geht der Vorgang weiter an den Programmausschuss des Fernsehrates und schlie&#223;lich an das Plenum &#8211; ist einerseits zwar eine Referenz f&#252;r gro&#223;e Sorgfalt, erscheint aber angesichts der netzbasierten Kommunikationsm&#246;glichkeiten arg anachronistisch.</p>
<p>Gleiches gilt f&#252;r die m&#246;glichen Konsequenzen, denn diese sind zumindest nicht vollst&#228;ndig transparent: Bei Rechtsverst&#246;&#223;en kann der Fernsehrat vom Intendanten nach dem geltenden Rundfunkstaatsvertrag verlangen, dass er Beanstandungen des Fernsehrats im Programm ver&#246;ffentlicht. Ansonsten ist keine bestimmte Sanktion in der Beschwerdeordnung festgelegt. &#220;ber geeignete Ma&#223;nahmen wird vielmehr im (unbestimmten) Einzelfall entschieden.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich gilt: Das ZDF verf&#252;gt mit seiner Zuschauerredaktion &#252;ber eine gut funktionierende Servicestelle zur Beantwortung von Zuschaueranfragen. Pro Jahr werden dort rund <strong>500.000 Zuschau­eranfragen</strong> schriftlich oder per Telefon beantwortet, zweifellos eine <strong>komplexe Leistung</strong>.</p>
<p>W&#252;nschenswert w&#228;re dennoch ein nach dem Vorbild des BBC Trust Managements vom Sender und Fernsehrat <strong>unabh&#228;ngiger Beschwerdeausschuss</strong>. Dies w&#252;rde gerade den Fernsehrat auch von dem st&#228;ndig drohenden Vorwurf der Parteipolitisierung befreien, der auch einen immensen Druck f&#252;r die Parteienvertreter bedeutet, wie gerade die j&#252;ngsten Vorg&#228;nge um die vom Fernsehrat ausgesprochene Ermahnung der Frontal 21 Redaktion zeigt.</p>
<p>Die <strong>Spruchpraxis</strong> des Beschwerdeausschusses sollte nach dem Vorbild des Deutschen Presserates im Internet <strong>ver&#246;ffentlicht</strong> werden, verbunden mit einer juristischen Aufkl&#228;rung, damit die Zuschauer die im Detail nicht so einfach zu verstehenden Programmgrunds&#228;tze besser nachvollziehen k&#246;nnen. Ein weiteres Element sollte von der BBC &#252;bernommen werden: Dort trifft sich das so genannte „BBC Complaints Management Board of senior Executives“ einmal im Monat, um zu &#252;berpr&#252;fen, dass Erkenntnisse aus den Beschwerden in die Redaktions- und Managementprozesse der BBC auch wirklich einflie&#223;en.</p>
<p>Flexibel und abrufbar statt langwierig und linear sollten Programmbeschwerden im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zuk&#252;nftig gehandhabt werden. <strong>„Flexibel und abrufbar“ gilt auch f&#252;r das Programm</strong>, doch hierf&#252;r reicht der gute Wille der Sender selbst nicht aus. Die Politik muss sich im komplizierten Einklang mit Br&#252;ssel bewegen und entsprechende staatsvertragliche &#196;nderungen herbeif&#252;hren, damit Internet und TV auch „im Regelbetrieb“ noch besser verschmelzen k&#246;nnen.</p>
<p>Am 9. Juni l&#228;dt die Heinrich B&#246;ll Stiftung &#8211; passend zum Thema dieses Textes &#8211; zur Diskussion &#8220;<a href="http://www.dimbb.de/index.php?view=details&amp;id=91%3Asubtil-21-wird-politik-zum-oeffentlich-rechtlichen-programmgestalter&amp;option=com_eventlist">Subtil 21. Wird Politik zum &#246;ffentlich-rechtlichen Programmgestalter?</a>&#8220;.<br />
<em> Cem &#214;zdemir ist Bundesvorsitzender von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Mitglied des ZDF-Fernsehrats.</em></p>
<p><em>Oliver Passek ist Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Medien- und Netzpolitik von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Mitglied des ZDF Fernsehrats.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40449&amp;md5=412039d1c4baca8ac2b132f24df61c63" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die „Schwarze Loch“-Apps des MDR</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 15:07:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
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		<category><![CDATA[MDR]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-re]]></category>
		<category><![CDATA[thomas knüwer]]></category>

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		<description><![CDATA[Thomas Kn&#252;wer wundert sich &#252;ber die "naive Tappsigkeit", mit der ARD und MDR ihre App-Strategien verfolgen....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Georg Maas, Leiter der Hauptabteilung Neue Medien beim MDR, hat beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland eingestanden, dass er weder den Nutzungsumfang noch auch nur die Zugriffszahlen auf die MDR-Apps kennt. Das sei f&#252;r ihn tats&#228;chlich ein &#8220;<a href="http://www.digitalfernsehen.de/Medientreffpunkt-TV-Branche-setzt-verstaerkt-auf-Apps.55022.0.html">schwarzes Loch</a>&#8220;, so Maas &#252;ber sein strategisches Monitoring.</p>
<p>Thomas Kn&#252;wer, App-Berater und von den Managementmethoden in Rundfunkanstalten schon zuvor nicht sonderlich &#252;berzeugt, sagt dazu, was man dazu tats&#228;chlich sagen muss:</p>
<blockquote><p>Unglaublich. Erfolgskontrolle ist bei einer App teuer? &#196;hm… nein? Wenn man sie direkt einbaut nichtmal ansatzweise, das sollte im Preis mit drin sein. Die Tagesschau kennt keine Nutzungszahlen? Gehts noch? Hei&#223;t das m&#246;glicherweise, dass sie nicht einmal ein Tracking-Tool auf ihrer Homepage einsetzt?</p>
<p>Jedes normale Unternehmen muss Erfolgskontrollen installieren. Das Instrumentarium ist dabei reichhaltig und in Sachen Preis vielf&#228;ltig. Jedes Unternehmen muss das tun. Nur &#246;ffentlich-rechtliche Sende-Anstalten nicht. Die d&#252;rfen das Geld der B&#252;rger munter verbrennen ohne sich zur Rechenschaft ziehen zu lassen.</p></blockquote>
<p>Mehr <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/05/tagesschau-app-mdr/">hier</a>.</p>
<p><em>Update</em>: Inzwischen hat Roman Schmelter von <a rel="external nofollow" href="http://www.tagesschau.de/">Tagesschau.de</a> Teile des Kn&#252;wer-Textes dementiert. Der Artikel beruhe auf einer missverst&#228;ndlichen Pressemitteilung, was Schmelter Kn&#252;wer als „journalistischen Fehler“ ankreidet. Unbestritten bleibt aber die Formulierung von den „schwarzen L&#246;chern“ von Georg Maas. Offenbar benutzt der MDR kein Tracking-Tool, um die Nutzung der Apps genau zu analysieren.</p>
<p>/th
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40099&amp;md5=0f8ff637ab0a5df82607134c62c30586" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Cem &#214;zdemir: Warum wir einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendsender brauchen.</title>
		<link>http://carta.info/39519/cem-ozdemir-warum-wir-einen-offentlich-rechtlichen-jugendsender-brauchen/</link>
		<comments>http://carta.info/39519/cem-ozdemir-warum-wir-einen-offentlich-rechtlichen-jugendsender-brauchen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 00:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Cem &#214;zdemir fordert einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendsender - mit offenen Redaktionskonferenzen, Creative Commons-Lizenzen und ohne den 'Geburtsfehler' von ZDF Neo.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Helmut Hartung: Herr &#214;zdemir, warum halten Sie einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendkanal f&#252;r erforderlich?</em></p>
<div id="attachment_39520" class="wp-caption alignleft" style="width: 153px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.47.15.png"><img class="size-full wp-image-39520" title="Bildschirmfoto 2011-03-31 um 01.47.15" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.47.15.png" alt="" width="143" height="190" /></a><p class="wp-caption-text">Cem &#214;zdemir, Bundesvorsitzender der Gr&#252;nen und Mitglied im ZDF-Fernsehrat</p></div>
<p>&#214;zdemir: Die Zukunftsf&#228;higkeit des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ist eng mit dem Erreichen j&#252;ngerer Zielgruppen verkn&#252;pft. Die Lage ist bereits dramatisch, das ZDF-Hauptprogramm hat einen Alterdurchschnitt von 61 Jahren.</p>
<p>Immerhin haben wir mit NEO jetzt einen Digitalsender, der sich in der Altersgruppe zwischen 25 und 50 Jahren eine stetig wachsende Zuschauerschicht erarbeitet. Auch der KIKA ist in der j&#252;ngsten Zuschauergruppe eine Erfolgsgeschichte.</p>
<p>Es bleibt jedoch eine gewaltige L&#252;cke in der Mitte, bei den 15- bis 25-J&#228;hrigen. Auch diese Altersgruppe m&#252;ssen wir mit einem qualitativ hochwertigen &#246;ffentlich-rechtlichen Programm m&#246;glichst breit erreichen.</p>
<p>Die ARD-H&#246;rfunkwellen machen uns ja vor, dass dies auch gelingen kann. Ansonsten wird die Geb&#252;hrenakzeptanz gerade bei den zuk&#252;nftigen Zahlerinnen und Zahlern weiter sinken. <strong>Nur noch 45 Prozent der 18- bis 29 J&#228;hrigen sprechen sich in repr&#228;sentativen Umfragen f&#252;r den Erhalt des geb&#252;hrenfinanzierten Systems aus</strong>. Das &#246;ffentlich-rechtliche System darf jedoch niemanden ausschlie&#223;en, egal ob alt oder jung, das steht f&#252;r uns Gr&#252;ne im Vordergrund.</p>
<p><em>Ist ein „Jugendkanal“ nicht ein Relikt aus einer analogen Welt?</em></p>
<p>Das sehe ich nicht so. Es kommt auch darauf an, wie so ein Sender technologisch ausgerichtet ist. Es reicht sicherlich nicht aus, einen auf eine reine Rundfunkverbreitung ausgelegten Digitalkanal zu programmieren.</p>
<p>Es sollte sich meiner Meinung ausdr&#252;cklich auch um ein Fernsehangebot auf Basis des Internet-Protokolls handeln. Daf&#252;r m&#252;ssten nat&#252;rlich auch die medienrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Mir schwebt ein audiovisuelles Angebot vor, dass technische, aber auch organisatorische Elemente vom „Deutschlandradio Wissen“ &#252;bernimmt. Also zum einen die multimediale Verbreitung &#252;ber das Netz, z.B. als mehrformatiger Stream in verschiedensten Formaten plus eine umfangreiche auf Podcasts beruhende Bibliothek.</p>
<p>Zum anderen denke ich an Transparenz- und Kooperationsangebote, wie z.B. t&#228;gliche, offene Redaktionskonferenzen.</p>
<p><em>W&#228;re ein st&#228;rkeres Engagement des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks in der digitalen Welt, das vor allem von den Printverlegern kritisiert wird, nicht erfolgversprechender?</em></p>
<p>Richtig, damit ist der Gesamtrahmen angesprochen und das entspricht ja auch der Beschlusslage unserer Partei. Wir wollen das Internet neben Radio und Fernsehen als dritte, gleichberechtigte S&#228;ule im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunksystem verankern.</p>
<p>Zum einen technologisch, dieser Aspekt schlie&#223;t auch das mobile Internet mit ein. Wir brauchen <strong>eigene Applikationen der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender f&#252;r alle g&#228;ngigen Plattformen</strong>, sonst kommen ARD und ZDF in der Medienwelt der jungen Leute demn&#228;chst nicht mehr vor. Zum anderen inhaltlich, gerade hier bietet das Netz riesige Chancen f&#252;r die Inhalte der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender:</p>
<p>Die vorhandenen Inhalte m&#252;ssen der &#214;ffentlichkeit so breit wie m&#246;glich zur Verf&#252;gung gestellt werden. Deshalb fordern wir auch den Ausbau von frei zug&#228;nglichen Archiven mit &#246;ffentlich-rechtlichen Inhalten auf Basis von „<strong>Creative Commons</strong>”-Lizenzen, die eine Weiterverwendung der Inhalte so weit wie m&#246;glich erlauben.</p>
<p><em>Welche Inhalte erwarten </em><em>Sie von einem Jugendkanal?</em></p>
<p>Wir m&#252;ssen vor allem aus dem <strong>Geburtsfehler von NEO</strong> lernen. Hier haben Verleger und Privatrundfunk verhindert, dass auch ein Nachrichtenangebot ausgestrahlt werden kann. Dies ist aber f&#252;r einen Jugendkanal unerl&#228;sslich, gerade in seinem Informationsangebot liegt die St&#228;rke des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Aber auch Unterhaltungsangebote sollten integriert werden, deshalb ben&#246;tigen wir rundfunkrechtlich ein Vollprogramm, das jedoch nicht nach linearen Spielregeln ausgerichtet ist, sondern nach der Logik des Netzes aufgebaut ist.</p>
<p>Auch qualitativ hochwertige Computerspiele sollten in diesem Umfeld rechtlich zul&#228;ssig sein. Ansonsten ist es ja nicht so, dass das ZDF keine anspruchsvolle Unterhaltung f&#252;r eine breite, auch j&#252;ngere Zielgruppe bereith&#228;lt: <strong>Die <em>Heute Show</em></strong> oder <em>Pelzig h&#228;lt sich</em> <strong>machen nicht nur mir viel Freude</strong>. Solche Formate w&#252;nsche ich mir auch f&#252;r einen Jugendkanal.</p>
<p><em>Die Ministerpr&#228;sidenten wollen die neue Rundfunkabgabe m&#246;glichst stabil halten. Worauf sollten ARD und ZDF verzichten, um einen solchen Kanal zu finanzieren?</em></p>
<p>Es geht – auch hinsichtlich der Position der EU-Kommission – nur &#252;ber die Umwandlung eines bestehenden Digitalangebots, dessen Budget entsprechend umgeschichtet werden m&#252;sste. Mein Ansatz w&#228;re, auf <strong>digitale Doppelstrukturen bei ARD und ZDF</strong> zu verzichten. Dort, wo es sich um &#228;hnliche Angebote handelt, wie z.B. bei Einsextra und dem ZDF-Infokanal oder bei Eins- Festival und dem ZDF-Kulturkanal, w&#228;re es besser, Gemeinschaftsprogramme anzubieten. Dann w&#228;ren entsprechende Kapazit&#228;ten frei.</p>
<p><em>Eine Arbeitsgruppe der Ministerpr&#228;sidenten denkt &#252;ber eine Reduzierung der Aufgaben nach. Ist Ihr Vorschlag damit nicht chancenlos?</em></p>
<p>Das ist genau der falsche Weg. Um Einsparungen kommt das &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunksystem schon lange nicht mehr herum, doch es kann nicht angehen, das <strong>verfassungsrechtlich vorgegebene Aufgabenspektrum zu verkleinern</strong>.</p>
<p>Gerade die Infragestellung der dritten Programme durch den Chef der s&#228;chsischen Staatskanzlei halte ich f&#252;r geradezu fahrl&#228;ssig. Eine Stabilit&#228;t der Rundfunkgeb&#252;hr ist grunds&#228;tzlich w&#252;nschenswert, aber das Bundesverfassungsgericht hat der Politik hier nur einen geringen Gestaltungsspielraum zugewiesen.</p>
<p>Zur Unabh&#228;ngigkeit des &#246;ffentlich-rechtlichen Systems z&#228;hlt auch die finanzielle, jedoch d&#252;rfen die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht &#252;ber Geb&#252;hr belastet werden.</p>
<p><em>Was w&#252;rden Sie &#8211; unabh&#228;ngig vom Jugendkanal &#8211; am Auftrag und Profil des &#246;ffentlichrechtlichen </em><em>Rundfunks ver&#228;ndern?</em></p>
<p>Der Programmauftrag des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ist klar und pr&#228;zise, da brauchen wir keine politischen &#196;nderungen. Der Informations- und Bildungsauftrag zieht sich als Leitmotiv durch alle Rechtsgrundlagen – auch die grunds&#228;tzliche Einbeziehung von Unterhaltungsangeboten ist entsprechend legitimiert. Zentrale Forderung von uns ist die bereits mehrfach angesprochene Anerkennung des <strong>Internets als gleichberechtigte Plattform </strong>neben Radio und Internet.</p>
<p>Dies muss nat&#252;rlich auch im europ&#228;ischen Kontext durchgesetzt werden. Hier gibt es aber entsprechende Vorbilder, wie die BBC-Digitalangebote oder auch die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender in den Niederlanden zeigen.</p>
<p><em><strong>Sie </strong><strong>fordern zu mehr </strong><strong>Kooperationen mit </strong><strong>Privatsendern auf. </strong><strong>Verwischen solche </strong><strong>Kooperationen </strong><strong>nicht das &#246;ffentlich-rechtliche Profil?</strong></em></p>
<p>Nein, &#246;ffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk haben auch gemeinsame Interessen, deshalb gibt es ja auch zu Recht die „Public Value“-Diskussion, die spezifisch auf die gesellschaftliche Verantwortung des Privatfernsehens abzielt. Nehmen Sie z.B. RTL und deren gerade bei j&#252;ngeren Zuschauerinnen und Zuschauern erfolgreiche Nachrichtenprogramme. Hier stehen auch gesellschaftspolitische Aspekte des Eigent&#252;mers im Vordergrund, Bertelsmann positioniert sich ja auch gegen&#252;ber der Politik als verantwortungsbewusstes Unternehmen. Gerade bei globalen Gro&#223;ereignissen, die eher dem Profil der Privatsender entsprechen, aber aufgrund ihrer Bedeutung auch f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender relevant sind – ich denke z.B. an Hochzeiten oder Popkonzerte – ist eine solche Kooperation sehr w&#252;nschenswert.</p>
<p><em>W&#228;re ein Anreizmodell </em><em>f&#252;r mehr Informationsangeboten </em><em>bei privaten Sendern eine Alternative </em><em>zu einem Jugendkanal?</em></p>
<p>Ich bin hier wie auch bei den Kooperationsangeboten grunds&#228;tzlich f&#252;r Vorschl&#228;ge offen. Das duale Rundfunksystem nimmt ja rechtlich auch den Privatrundfunk in vielen Bereichen – wie z.B. beim Jugendmedienschutz oder bei den Informationsangeboten &#8211; ausdr&#252;cklich in die Pflicht, von daher freut es mich, wenn der private Rundfunk selbst solche Vorschl&#228;ge in die Diskussion einbringt.</p>
<p>Dieses Interview stammt aus der aktuellen Ausgabe des medienpolitischen Magazin &#8220;<em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></em>&#8220;. Die Zeitschrift kann hier <a href="http://www.promedia-berlin.de/">abonniert</a> werden.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.57.43.png"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-39521" title="Bildschirmfoto 2011-03-31 um 01.57.43" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.57.43-85x120.png" alt="" width="85" height="120" /></a></p>
<p>Ebenfalls zu dem Thema auf <em>Carta</em>: <a href="http://carta.info/39189/leistungsschutzrecht-publizistische-vielfaltsfoerderung-geht-anders/">Tabea R&#246;ssner: Leistungsschutzrecht:</a> <a href="http://carta.info/39189/leistungsschutzrecht-publizistische-vielfaltsfoerderung-geht-anders/">Publizistische Vielfaltsf&#246;rderung geht anders</a>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/39519/cem-ozdemir-warum-wir-einen-offentlich-rechtlichen-jugendsender-brauchen/">Cem &#214;zdemir: Warum wir einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendsender brauchen.</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/39519/cem-ozdemir-warum-wir-einen-offentlich-rechtlichen-jugendsender-brauchen/#comments">25 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39519&amp;md5=f735a1d3d8f6c5859d66efe25a258e37" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>GEZ f&#252;r alle</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 23:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai-Hinrich Renner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Konvergenzmedium Internet gibt es keinen Rundfunk und keinen vern&#252;nftigen Grund mehr, warum nur die Informationsangebote von ARD und ZDF unterst&#252;tzt werden sollten. Pl&#228;doyer f&#252;r eine Neuverteilung der Rundfunkabgabe.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die staatliche Filmf&#246;rderung ist etabliert und erfolgreich. Eine generelle F&#246;rderung f&#252;r Medien gibt es aber nicht. Die mediale Grundversorgung sichert der Staat stattdessen mithilfe der Rundfunkgeb&#252;hren, die ausschlie&#223;lich an die &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten gehen.</p>
<p>In Zeiten, da ARD und ZDF ihr Angebot ins Internet ausweiten und Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen die Anzeigenm&#228;rkte wegbrechen, muss die Frage erlaubt sein, ob die Geb&#252;hren nicht breiter verteilt werden sollten.</p>
<p>Zwar sind praktisch auch alle Print-Medien im Internet vertreten.Doch die allerwenigsten dieser Online-Angebote sind profitabel. Das liegt daran, dass die Verlage es vers&#228;umt haben, f&#252;r ihre Internetauftritte Geld zu verlangen. Nun, nach mehr als 16 Jahren – <em>Spiegel Online </em>ging im Oktober 1994 als erstes deutsches journalistisches Angebot ins Netz –, sind die meisten User nicht bereit, f&#252;r Online-Informationen zu zahlen.</p>
<p>Hinzu kommt, dass die Internetwerbeerl&#246;se weit unter denen der gedruckten Ausgaben liegen. Da im Netz prinzipiell auf jeder Website geworben werden kann, ist die Konkurrenz unter den Anbietern von Werbefl&#228;chen um ein Vielfaches gr&#246;sser als in der Offline-Welt.</p>
<p>Angesichts dieser f&#252;r etablierte Medienunternehmen<strong> h&#246;chst unerfreulichen Situation</strong> stellt sich die Frage, wie Journalismus k&#252;nftig finanziert werden soll.</p>
<p>Schenkt man Autoren wie dem amerikanischen Journalistikprofessor Jeff Jarvis Glauben, l&#228;sst sich dieses Problem relativ einfach l&#246;sen: Er empfiehlt Journalisten, sich selbst&#228;ndig zu machen und k&#252;nftig auf einem eigenen, aus Werbeerl&#246;sen finanzierten Online-Portal zu publizieren. Dabei k&#246;nnen Journalisten, die sich bereits einen Namen gemacht haben, mit <strong>meinungsstarken, werbefinanzierten Blogs</strong> durchaus re&#252;ssieren.</p>
<p>Kompliziert wird es, wenn die unabh&#228;ngigen Sites aufw&#228;ndigere Recherchen in Angriff nehmen. Daf&#252;r reichen selbst die Werbeerl&#246;se der vergleichsweise grossen <em>Huffington </em><em>Post </em>nicht aus. Eine Stiftungskultur wie in den USA gibt es in Deutschland aber nicht. Die Frage, wie wir den Journalismus, den wir bisher gewohnt sind, in Zukunft finanzieren wollen, k&#246;nnen Autoren wie Jarvis nicht befriedigend beantworten.</p>
<p>Ob die von einigen Verlagen nun wieder ins Gespr&#228;ch gebrachten <strong>Bezahlinhalte</strong> eine L&#246;sung sind, ist fraglich. Wegen der mangelnden Zahlungsbereitschaft der User liegt die Vermutung nahe, dass sich journalistische Angebote so allenfalls anteilig finanzieren lassen.</p>
<p>Darauf zu hoffen, dass die Verleger bereit sind, ihre publizistischen Aktivit&#228;ten bis in alle Ewigkeit durch Angebote wie etwa Vermarktungsportale <strong>querzusubventionieren</strong>, die mit Journalismus nichts zu tun haben, w&#228;re verwegen. Was, wenn die nachr&#252;ckende Generation eines Verlags in Familienbesitz partout keine Lust hat,die sch&#246;nen Marketingerlo&#246;se in unrentable journalistische Projekte zu stecken?</p>
<div id="attachment_39509" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/gez2.jpg"><img class="size-medium wp-image-39509" title="gez2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/gez2-300x197.jpg" alt="" width="300" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">GEZ f&#252;r alle: Wenn also nur noch das Netz der Netzeexistiert, gibt es auch keinen Rundfunk mehr.</p></div>
<p>Bleibt nur noch, <strong>journalistische Inhalte &#252;ber eine Geb&#252;hr zu finanzieren</strong>, der sich eine bestimmte Gruppe oder aber die Gesamtheit der Nutzer nicht entziehen kann. Auf eine solche Geb&#252;hr w&#252;rde letztendlich das von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen f&#252;r ihre Branche geforderte <strong>Leistungsschutzrecht</strong> hinauslaufen.</p>
<p>Das Leistungsschutzrecht, das den Verlagen vorschwebt, w&#252;rde vor allem zwei Gruppen treffen: zum einen Gewerbetreibende und zum anderen Betreiber von Online-Portalen, die auch nur auszugsweise Inhalte von Print-H&#228;usern auf ihre Sites stellen. Konkret soll der Gesetzgeber es Verlagen erlauben, generell alle Gewerbetreibenden – im Gegensatz zu Privatpersonen – f&#252;r die Nutzung ihrer Inhalte zur Kasse bitten zu d&#252;rfen. Die Regelung, die auch nur eine auszugsweise Online-Wiedergabe von Print-Inhalten verbietet, richtet sich vor allem gegen Angebote wie Google News.</p>
<p>Dennoch d&#252;rfte ein Leistungsschutzrecht den Verlagen in Bezug auf Google News wenig nutzen. Sollte der Internetkonzern f&#252;r diesen Dienst k&#252;nftig Tantiemen an die Verlage abf&#252;hren m&#252;ssen, w&#252;rde er ihn in Deutschland vermutlich schlie&#223;en. Den Print-H&#228;usern w&#228;re damit aber kaum geholfen. Im Gegenteil.</p>
<p>Auch die Bezahlschranke f&#252;r Gewerbetreibende d&#252;rfte sich kaum durchsetzen lassen. Schon jetzt l&#228;uft der einflussreiche Bundesverband der deutschen Industrie Sturm gegen diesen Vorschlag. Obendrein sind nicht wenige Juristen der Meinung, dass er unvereinbar mit dem geltenden Urheberrecht ist. So kann es kaum verwundern,<br />
dass die Bundesregierung das von ihr <strong>offiziell bef&#252;rwortete </strong>Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage nicht gerade als ihr wichtigstes Projekt ansieht.</p>
<div id="attachment_39507" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/digibest.jpg"><img class="size-medium wp-image-39507" title="digibest" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/digibest-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Digital ist besser: &quot;Zukunft gestaltet, wer bereit ist auf Kontrolle und Deutungshoheit zu verzichten.&quot;</p></div>
<p>Eine Alternative zum Leistungsschutzrecht w&#228;re die Einf&#252;hrung einer <strong>Flatrate</strong>, sei es als Kultur-Flatrate oder als fakultative Flatrate mit Kontrahierungszwang, unter die dann auch journalistische Angebote fielen. Problematisch<br />
daran ist, dass es gegen eine weitere Medienabgabe erhebliche Vorbehalte in der Bev&#246;lkerung gibt.</p>
<p>Diese Vorbehalte sind nicht unberechtigt. Schon jetzt zahlt jeder deutsche Haushalt 215,76 Euro Rundfunkgeb&#252;hren pro Jahr. So kommen jedes Jahr 7,6 Milliarden Euro zusammen. Das ist nicht eben wenig. Was spr&#228;che eigentlich dagegen, einen Teil dieser Summe journalistischen Angeboten zukommen zu lassen, die nicht von ARD, ZDF oder Deutschlandradio verantwortet werden?</p>
<p>Eine  Neuregelung der Verteilung der Rundfunkgeb&#252;hren ist langfristig unvermeidlich. Beim Internet handelt es sich um ein Konvergenzmedium, in dem alle bisherigen Medien, ob Radio, Fernsehen, Zeitung oder Zeitschrift, aufgehen. <strong>Wenn also nur noch das Netz der Netze</strong> <strong>existiert, gibt es auch keinen Rundfunk mehr</strong>.</p>
<p>Auf den Rundfunk erstreckt sich aber im Wesentlichen der &#246;ffentlich-rechtliche Programmauftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Zwar erlaubt der Gesetzgeber ausdr&#252;cklich &#246;ffentlich-rechtliche Online-Portale.</p>
<p>Allerdings m&#252;ssen die Internetangebote der Anstalten einen »Sendungsbezug« haben, wie es im Gesetz hei&#223;t. Was aber, wenn es diesen »Sendungsbezug« in Ermangelung von Rundfunksendungen gar nicht mehr gibt? D&#252;rfen die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender im Internet dann so weitermachen wie bisher? Diese Frage muss irgendwann gekl&#228;rt werden.</p>
<p>Urspr&#252;nglich verdankt der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk seine Existenz dem Mangel an Sendefrequenzen. Um zu verhindern, dass dieses rare Gut in falsche H&#228;nde kommt, vertraute man das Radio und sp&#228;ter auch das Fernsehen Anstalten an, die von gesellschaftlich relevanten Gruppen beaufsichtigt wurden. Als dank der Verkabelung die Zahl der Frequenzen stieg und Privatsender zugelassen wurden, sollten die &#214;ffentlich-Rechtlichen die Grundversorgung<br />
der Bev&#246;lkerung mit relevanten Inhalten gew&#228;hrleisten.</p>
<p><strong>Im Internet ist der Begriff der Grundversorgung allerdings</strong> <strong>denkbar deplatziert</strong>. Relevante und irrelevante Inhalte jeglicher Provenienz findet man dort in H&#252;lle und F&#252;lle. Sollte aber nicht irgendwann ein funktionierendes Finanzierungsmodell f&#252;r rechercheintensiven Journalismus gefunden werden, k&#246;nnte ausgerechnet<br />
er zur Mangelware werden. Dies w&#228;re f&#252;r unser demokratisches Gemeinwesen fatal.</p>
<p>Es gibt keinen vern&#252;nftigen Grund, warum mit &#246;ffentlichen Mitteln nur Informationssendungen &#246;ffentlich-rechtlicher Sender unterst&#252;tzt werden sollten. Nicht von ungef&#228;hr ist die Pressefreiheit ein Grundrecht, das in Artikel f&#252;nf des Grundgesetzes garantiert wird. Bekanntlich werden mit Steuergeldern auch Privattheater und Filmproduktionen privater Produktionsgesellschaften gef&#246;rdert, und das, obwohl es ein der Pressefreiheit vergleichbares Grundrecht f&#252;r Theater und Film in unserer Verfassung nicht gibt.</p>
<div id="attachment_39511" class="wp-caption alignleft" style="width: 309px"><a href="http://de.amiando.com/digitalistbesser.html"><img class="size-full wp-image-39511" title="campus2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/campus3.png" alt="" width="299" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Lesung am 6. April um 19.30h in Berlin: 15 Carta-Leser k&#246;nnen sich mit Code &quot;Carta 11&quot; bei Amiando anmelden. Auf Banner klicken...</p></div>
<p>Sollten eines Tages tats&#228;chlich auch andere Journalismusangebote als die der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender in den Genuss von Rundfunkgeb&#252;hren kommen, m&#252;ssten f&#252;r die Vergabe der Mittel komplett neue, <strong>politikferne Gremien</strong> geschaffen werden. Die bestehenden Rundfunk- und Verwaltungsr&#228;te der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender sind daf&#252;r denkbar ungeeignet.</p>
<p>Zwar sitzen in ihnen nach wie vor Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen. Tats&#228;chlich werden sie aber von den politischen Parteien dominiert. So gibt es in allen Gremien sogenannte rote und schwarze Freundeskreise,<br />
die das Abstimmungsverhalten der Gremienmitglieder organisieren.</p>
<p>So fand die CSU-Mehrheit des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks nichts dabei, das CSU-Mitglied Ulrich Wilhelm, das bis zuletzt als Regierungssprecher der unionsgef&#252;hrten Bundesregierung diente, zum neuen Intendanten ihrer Anstalt zu machen. Mit der vom Gesetzgeber geforderten Politikferne von ARD und ZDF ist all dies nur schwer in &#220;bereinstimmung zu bringen.</p>
<p>Derlei Praktiken haben nicht nur das Image der &#214;ffentlich-Rechtlichen besch&#228;digt. Sie sind einer freien und unabh&#228;ngigen Presse auch in keinster Weise zuzumuten. Folglich muss die Politik sich aus den Gremien vollst&#228;ndig zur&#252;ckziehen und unabh&#228;ngigen Medienexperten Platz machen.</p>
<p>Damit allein ist es nicht getan. Wenn an den Rundfunkgeb&#252;hren k&#252;nftig nicht nur &#246;ffentlich-rechtliche, sondern auch private Journalismusangebote partizipieren sollen, muss irgendwo gek&#252;rzt werden. Bereits 2008 hat die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel gefordert, die &#214;ffentlich-Rechtlichen sollten sich im Kern auf Programme beschr&#228;nken, »die der Markt selbst nicht oder <strong>nicht in ausreichender Anzahl</strong> hervorbringt«. Dazu z&#228;hlt sie »hochwertige Nachrichten- und Kulturprogramme, Dokumentationen und Spielfilme«. Mit anderen Worten: Es gibt keinen Grund, warum auch k&#252;nftig noch teure Sportrechte und Unterhaltungssendungen durch Rundfunkgeb&#252;hren finanziert werden sollten.</p>
<p>Eine Neudefinition des Programmauftrags der &#214;ffentlich-Rechtlichen k&#246;nnte die Politik jederzeit beschlie&#223;en. Das Problem ist nur, dass sie daran keinerlei Interesse hat. Das Verh&#228;ltnis zwischen Politikern und Senderhierarchen hat <strong>symbiotischen Charakter</strong>: Die Politik l&#228;sst den Sendern freie Hand, wenn es darum geht, das Programmangebot<br />
auszuweiten. Im Gegenzug achten die von den Parteien dominierten Gremien peinlich darauf, dass bei der Besetzung<br />
von Spitzenpositionen in den Anstalten die politische Farbenlehre eingehalten wird.</p>
<p>Geb&#252;hren f&#252;r rechercheintensiven Journalismus d&#252;rfen aber kein Instrument sein, um jeden notleidenden Verlag<br />
oder Privatsender &#252;ber Wasser zu halten. Eine Geb&#252;hrenfinanzierung journalistischer Angebote jenseits von ARD, ZDF und Deutschlandradio darf einzig dazu dienen, ein Mindestma&#223; an Pluralismus zu gew&#228;hrleisten – und zwar f&#252;r alle Bev&#246;lkerungsschichten.</p>
<p>Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich eines Tages nur noch die Medienkonsumenten umfassend informieren k&#246;nnen, die bereit und in der Lage sind, f&#252;r einen anzeigenfreien <em>Spiegel</em> zehn Euro oder gar mehr pro Ausgabe zu zahlen.</p>
<p><em>Der Text &#8220;GEZ f&#252;r alle&#8221; ist eine gek&#252;rzte und leicht editierte Fassung des entsprechenden Kapitels aus dem Buch &#8220;Digital ist besser&#8221; von Kai-Hinrich und Tim Renner. Online-Ver&#246;ffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Autoren und Verlag.</em></p>
<p><em><strong>Kai-Hinrich Renner, Tim Renner: Digital ist besser. 246 Seiten, Campus Verlag. <a href="http://www.campus.de/sachbuch/wirtschaft/DIGITAL+IST+BESSER.96978.html">Verlagswebsite</a>. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593392089/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=carta-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3593392089">Bei Amazon kaufen</a>.</strong></em></p>
<p><em><strong>Carta pr&#228;sentiert die Buchvorstellung von &#8220;Digital ist besser&#8221; am 6. April in Berlin &#8211; 15 Carta-Leser_innen k&#246;nnen sich <a href="http://de.amiando.com/digitalistbesser.html">hier</a> mit dem Code &#8220;Carta11&#8243; anmelden.</strong></em>
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		<title>Verena Wiedemann: Die ARD mobbt ihre Generalsekret&#228;rin</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 00:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verena Wiedemann]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ARD hat ihre Generalsekret&#228;rin Verena Wiedemann in eine psychische Krise gest&#252;rzt - ein Beleg f&#252;r die mangelnde Diskussions- und Innovationsf&#228;higkeit der Anstalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor f&#252;nf Jahren machte die ARD die Juristin Dr. Verena Wiedemann zu ihrer ersten <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=408902/1o8c2e4/index.html">Generalsekret&#228;rin</a>. Sie sollte den Senderverbund auf der politischen B&#252;hne Berlins vertreten und ihn strategisch ausrichten. Dass dies eine schwierige Aufgabe sei, wenn man als Generalin &#252;ber kaum Soldaten und kaum Hausmacht in der ARD verf&#252;ge, raunte schon damals das <em><a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/verena-wiedemann-generalin-ohne-soldaten/2673816.html">Handelsblatt</a></em>.</p>
<div id="attachment_39349" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Wiedemann.jpg"><img class="size-full wp-image-39349" title="Wiedemann" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Wiedemann.jpg" alt="" width="300" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">ARD-Lobbyistin Wiedemann: „Ausgrenzung, Diskriminierung und Missachtung“</p></div>
<p>Heute nun hat Wiedemann ihren Job und das Mobbing innerhalb der ARD derart satt, dass sie gegen ihren Arbeitgeber, den sie selbst in leuchtenden Farben darstellen sollte, <a href="http://www.fr-online.de/kultur/medien/intendanten-vor-gericht/-/1473342/8252420/-/index.html">klagt</a>: Sie sei von den Intendanten derart ausgegrenzt, diskriminiert und missachtet worden, dass sie psychisch krank geworden sei, erkl&#228;rte sie einem Berliner Arbeitsgericht.</p>
<p>Das Verh&#228;ltnis von ARD und Wiedemann ist offenbar v&#246;llig zerr&#252;ttet. Dabei ist Verena Wiedemann an der ARD gescheitert und die ARD an Verena Wiedemann. Neben der verst&#246;renden und schlimmen menschlichen Komponente hat die Personalie Wiedemann auch eine medienpolitische Seite.</p>
<p>Verena Wiedemann gilt nicht ohne Grund als „<a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/verena-wiedemann-generalin-ohne-soldaten/2673816.html">Stalinistin des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks</a>“. Sie ist eine Fundamentalistin des Systems. Sie kennt nur den Modus &#8220;Totalverteidigung&#8221; f&#252;r ihre Sendeanstalten. Sie zitiert gern das Verfassungsgericht und ist der Ansicht, dass das ARD-Wohl und das Allgemeinwohl identisch seien.</p>
<p>Wiedemann wollte mit ihren Positionen viel in der ARD bewegen &#8211; und letztlich ist auch sie von den verkrusteten und vermachteten Strukturen der Anstalten gestoppt worden. Wiedemann dachte selbst hermetisch &#8211; und wurde von den noch hermetischeren Strukturen der ARD lahm gelegt. Am Ende zerschellten ihre Ans&#228;tze an jener fehlenden Kultur des offenen Dialogs in der ARD, f&#252;r die auch sie selbst ein wenig stand.</p>
<p>F&#252;nf Jahre lang residierte Wiedemann in den opulenten und von den Geb&#252;hrenzahlern teuer bezahlten B&#252;ros der Bundespressekonferenz. In dieser Zeit organisierte sie keine einzige Veranstaltung zu ihrem Metier, der Zukunft der ARD. Entsprechende Debatten waren offenbar nicht gew&#252;nscht &#8211; oder von Wiedemann nicht durchsetzbar.</p>
<p>Das Zerw&#252;rfnis mit Wiedemann bedeutet ein bedenkliches Testat f&#252;r die ARD. M&#246;glicherweise passte ihre neu geschaffene Position einfach nur nicht in die Arithmetik der ARD. Viel spricht aber auch f&#252;r die Analyse, dass die Anstalten zu vitalen Diskussion &#252;ber ihre Zukunft &#8211; die Abseits der Machtmeridiane der Intendantinnen und Intendanten &#8211; kaum in der Lage sind.</p>
<p>Weder orthodoxe Typen wie Wiedemann noch progressive Kr&#228;fte scheinen eine echte Chance in dem Anstalts-Umfeld zu haben, obwohl genau hier Pluralit&#228;t und Offenheit gefragt w&#228;ren. Das Zerw&#252;rfnis mit Verena Wiedemann wirft so ein fragw&#252;rdiges Licht auf  die Diskussions- und Innovationsf&#228;higkeit der ARD.</p>
<p>Besonders interessant wird zu beobachten sein, wie die ARD selbst &#252;ber die Personalie berichten wird &#8211; zu ihrem Programm- und Informationsauftrag geh&#246;rt dies zweifellos.</p>
<p>Erg&#228;nzung: Hier noch zwei Auftritte von Wiedemann in Netz dokumentiert:</p>
<p>1. Interview auf Netzpolitik.org</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/802896?color=FF7700" width="300" height="225" frameborder="0"></iframe></p>
<p>2. Bei der Republica 2008</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/21319429?color=FF7700" width="300" height="225" frameborder="0"></iframe></p>
<p><em>P.S. Sollte dieser Text zu pers&#246;nlich geraten sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Ich sch&#228;tze und achte Verena Wiedemann und bedauere die schwerige Situation sehr.</em>
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		<title>Guttenberg soll bleiben!</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 23:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Titelerschleichung, T&#228;uschung, Betrug, Amtsmissbrauch – das sind schwere Vorw&#252;rfe. Trotzdem wollen drei Viertel der Deutschen den Minister weiter im Amt sehen. Warum?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Umfrage der <a href="http://www.tagesschau.de/inland/guttenberg650.html">ARD</a> stammt vom vergangenen Samstag. Da war das ganze Ausma&#223; des Plagiats im Netz schon <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">bekannt</a>, aber das Fernsehen kann so komplizierte Dinge einfach nicht gut <a href="http://daten.dieweltistgarnichtso.net/src/guttenviz/">darstellen</a>. Auch die missbr&#228;uchliche Nutzung des <a href="http://www.tagesschau.de/inland/guttenberg636.html">Wissenschaftlichen Dienstes</a> f&#252;r private Zwecke war am Samstag noch nicht in aller Munde. Trotzdem wird man davon ausgehen m&#252;ssen, dass das Volk seinen <span style="text-decoration: line-through;">F&#252;hrer</span> Hoffnungstr&#228;ger bis zum m&#246;glichen Untergang st&#252;tzen wird.</p>
<p>Weil dieser Guttenberg eben „anders“ ist. Weil die Menschen ‚instinktiv’ ‚sp&#252;ren’, dass hier eine Kampagne l&#228;uft, eine Intrige (70 Prozent glauben das!). Weil sie den Neid derer ‚f&#252;hlen’, die den schnellen Aufstieg des Freiherrn nicht akzeptieren k&#246;nnen. Weil sie Guttenberg nicht wegen seines Aussehens unterst&#252;tzen &#8211; was die Volksver&#228;chter ja gerne kolportieren -, sondern aus ganz prinzipiellen Gr&#252;nden, die gar nichts mit Guttenberg zu tun haben.</p>
<p>Auch <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/der-sanfte-mit-der-baerenpranke/556640.html">Horst Seehofer</a> h&#228;tte <strong>der deutsche Anti-Politik-Star</strong> werden k&#246;nnen (und er w&#228;re es nach seiner Herzbeutelentz&#252;ndung liebend gern geworden), aber nun ist es eben <a href="http://www.zuguttenberg.de/">Guttenberg</a>. Ihm vertrauen die B&#252;rger nicht nur, weil er finanziell unabh&#228;ngig ist, weil er der eigenen Partei nicht dankbar sein muss wie die anderen Empork&#246;mmlinge, weil er die Kennedy-Rolle in den gelben Bl&#228;ttern so gut ausf&#252;llt, nein, ihm vertrauen so viele B&#252;rger, <strong>weil er tolle Fehler macht</strong>. 61 Prozent der Befragten sagen: „Er hat Fehler gemacht, die einfach vorkommen, wenn man vielbesch&#228;ftigt ist“.</p>
<p>Nun haben Politiker durch die Vorbilder im Showgesch&#228;ft gelernt, dass es ungemein n&#252;tzlich ist, wenn man strauchelt. Eine zugegebene Aff&#228;re, ein Seitensprung, ein uneheliches Kind, eine Scheidung, eine Sucht, eine &#252;berwundene Depression, eine schwere Krankheit &#8211; das bringt kostenlose PR und Volksn&#228;he. Doch bei Guttenberg ist das anders. Er macht andere Fehler. Seine Fehler sind system-relevant. <strong>Jeder „proaktiv“ zugegebene Fehler ist bei ihm zugleich ein Aufstand gegen „das System“.</strong></p>
<p>Der <a href="http://www.wdr.de/themen/freizeit/brauchtum/karneval_2011/texte/orden_aachen/110219.jhtml">Aachener Karnevalsverein</a>, der zu Guttenberg am Samstag den Orden wider den tierischen Ernst verlieh, begr&#252;ndete die Wahl seines neuen „Ordensritters“ damit, dass zu Guttenberg „Mut zum Widerspruch und zum akrobatischen Querdenken“ (!) habe. Er k&#246;nne die B&#252;rger zu Begeisterungsst&#252;rmen bringen und sei auch „bereit, Fehler einzugestehen“.</p>
<p>Das h&#246;ren die Jecken gern. Denn<strong> in einer &#252;berregulierten Gesellschaft ist es die h&#246;chste Kunst eines &#246;ffentlichen Entertainers, Fehler zu machen und einzugestehen. Er protestiert damit stellvertretend f&#252;r alle Genervten gegen das b&#252;rokratische System</strong> (so wie z.B. Helmut Schmidt &#246;ffentlich qualmt). Dieses deutsche System, das sich aus vielen kleinen, in der Summe unertr&#228;glichen &#220;berregulierungen zusammensetzt &#8211; F&#252;hrerscheinpr&#252;fung, Steuererkl&#228;rung, Rentenversicherungsb&#252;rokratie, Hartz-IV-Antrag, Krankenkassenschriftwechsel, Hypothekenkredit, Gewerbeanmeldung, Ausweisbeantragung, Firmengr&#252;ndung, Hausordnung, Promotionsordnung, Bu&#223;geldkatalog, Stromanbieterwechsel, Briefwahlunterlagen, Online-Banking, Hotline-Warteschleifen, Allgemeine Gesch&#228;ftsbedingungen, Betriebsanleitungen, Flughafenkontrollen, Fahrkartenautomaten, Passw&#246;rter, Anmeldeb&#246;gen, Abmeldeb&#246;gen, Bewerbungsb&#246;gen etc.pp. &#8211; dieser ganze Lebenszeit raubende Wahnsinn ist wie geschaffen f&#252;r den Aufstieg von Menschen, die endlich mal mit der Faust dazwischen hauen. Die sich nicht um Regeln scheren, die alte Ordnungen &#252;ber den Haufen werfen, Tacheles reden, den gordischen Knoten zerschlagen.</p>
<p><strong>Die Menschen m&#246;chten offenbar nicht, dass Guttenberg jetzt gebremst wird.</strong> Sie finden sein Plagiat zwar nicht in Ordnung (das sagen 50 Prozent der Befragten), aber der Mann m&#246;ge doch bitte noch m&#246;glichst viel Porzellan zerschlagen, weil uns der politisch-b&#252;rokratische Alltagskram sonst erstickt.</p>
<p>Diese Botschaft macht den Freiherrn (vorerst noch) unantastbar. Es ist das <strong>blinde Vertrauen </strong>der Menschen in ihn, das zu denken geben sollte.</p>
<p>Und seien wir ehrlich: W&#252;rden sich morgen Thilo Sarrazin, Freiherr zu Guttenberg, Erika Steinbach und andere zusammentun, um eine NEUE VOLKSPARTEI zu <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/13/thilo-sarrazin-cdu/neue-rechtspartei-kauder-bleibt-gelassen.html">gr&#252;nden</a> &#8211; w&#228;re uns damit mehr gedient?
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		<title>ARD &amp; Co.: Die vorhersehbare Talkshow</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 10:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diesem Jahr werden die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender fast jeden Abend eine Talkshow von Senioren f&#252;r Senioren senden. Nur samstags, da kommen die lustigen Rate-Sendungen f&#252;r Kinder. Warum die ARD ein gewaltiges Nachwuchsproblem hat... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim deutschen Fernsehen gibt es einen extrem kleinen Adress-Zettelkasten. Ehrlich! Diesen Zettelkasten leihen sich die 25 Talkshow-Redaktionen reihum und ziehen daraus ihre 6 aus 49 Kandidaten. Mehr als 49 G&#228;stenamen passen leider nicht in das K&#228;stchen.</p>
<p>Ausgetauscht werden die 49 Namen nur einmal im Jahrzehnt. 1980, 1990, 2000 und 2010 wurde der Austausch aber versehentlich vergessen. Deshalb dominieren Heiner Gei&#223;ler und Heinz Olaf Henkel noch immer die <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/die-meisteingeladenen-talkshowg-ste-2010_100032270.html">Hitlisten</a> der Talkshow-G&#228;ste.</p>
<p>Hergestellt wurde der Zettelkasten nach Auskunft der Landesmedienanstalten vom Bastelkreis des Baden-Badener Seniorenstifts w&#228;hrend des Ersten Weltkriegs. Die Karteik&#228;rtchen sind deshalb noch alle in S&#252;tterlinschrift gehalten. Und diese Schrift k&#246;nnen nur die <a href="http://www.welt.de/fernsehen/article7991201/Der-Wechsel-bereitet-Jauch-auf-die-Altersrolle-vor.html">alten</a> Redakteure lesen.</p>
<p>Junge, unbekannte Leute werden vom deutschen Fernsehen <a href="http://www.stern.de/kultur/tv/medien-kolumne-zur-ard-programmreform-das-erste-im-talkshow-wahn-1629735.html">&#228;u&#223;erst</a> <a href="http://www.turi2.de/2011/01/04/heute2-zdf-chefredakteur-frey-kritisiert-ard-talkshow-flut-10302884/">ungern</a> in Talk-Shows eingeladen. Denn unbekannte junge Leute kennt ja niemand &#8211; sonst w&#228;ren sie nicht so unbekannt. Unbekannte junge Leute, die keinerlei Talkshow-Erfahrung haben, sind au&#223;erdem gar nicht talkshow-erfahren&#8230;</p>
<p>Da die deutschen Fernsehanstalten (wie der ehemalige <a href="http://www.ahrweiler.city-map.de/02014400/dokumentationsstaette-regierungsbunker-ahrweiler">Regierungsbunker</a> im Ahrtal) mit allem ausgestattet sind, was Menschen so brauchen, wenn sie ohne Kontakt zur Au&#223;enwelt &#252;berleben wollen, verlassen auch die Talent-Scouts des deutschen Fernsehens nur in Notf&#228;llen das Betriebsgel&#228;nde, um in den St&#228;dten und D&#246;rfern des Landes nach redegewandten Menschen Ausschau zu halten. Sorry, das war nat&#252;rlich ein Scherz. Das deutsche Fernsehen hat gar keine Talent-Scouts. Wozu auch?</p>
<p>W&#252;rde man die 49 Talkshow-G&#228;ste des &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehens auf einer Skala von -5 (ganz links) bis +5 (ganz rechts) einordnen, so w&#252;rden sie (mit Ausnahme Lafontaines) maximal -1 bis +2 erreichen. Denn die deutschen Talkshow-Redaktionen m&#246;chten, dass die Menschen, die in aller Herrgottsfr&#252;he aufstehen m&#252;ssen, <em>nach</em> &#8211; und vor allem <em>w&#228;hrend</em>! &#8211; der Sendung gut schlafen k&#246;nnen.</p>
<p>Alle deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Talkshow_(Fernsehen)">Talkshows</a> stammen von der gleichen Urmutter ab: vom <em>Internationalen Fr&#252;hschoppen</em> mit vier Journalisten aus f&#252;nf L&#228;ndern. Ge&#228;ndert haben sich seit dieser Zeit vor allem die L&#228;nder. Manche gibt es gar nicht mehr. Deshalb wird es immer schwieriger, G&#228;ste zu finden.</p>
<p>Beim <em>ARD-Presseclub</em> z.B. mussten die Redakteure 30 Jahre lang nach einem linken Wirtschaftsjournalisten suchen, um wenigstens einen Hauch von Ausgewogenheit anbieten zu k&#246;nnen. Da die Redakteure aber trotz des intensiven Studiums aller vier abonnierten Tageszeitungen (<em>FAZ</em>, <em>Welt</em>, <em>S&#252;ddeutsche</em>, <em>Handelsblatt</em>) nirgends im Lande f&#252;ndig wurden, mussten sie 30 Jahre lang auf einen freischaffenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Zudeick">Pullovertr&#228;ger</a> aus dem H&#246;rfunk und einen <span style="text-decoration: line-through;">linken</span> sozialdemokratischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Hickel">Wirtschaftsprofessor</a> aus Bremen zur&#252;ckgreifen.</p>
<p>Bei den amerikanischen Journalisten war es noch schlimmer. Aus Mangel an Deutsch sprechenden Amerikanern mussten die Redakteure seit dem preu&#223;isch-deutschen Krieg von 1866 ohne Unterbrechung auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Don_F._Jordan">Don F. Jordan</a> zur&#252;ckgreifen, der es wie kein zweiter verstand (Kunstst&#252;ck, es gab ja keinen zweiten!), die Einsch&#228;tzungen der US-Botschaft &#252;ber deutsche Politik(er) ins deutsche Fernsehen zu bringen. Don F. Jordan ist noch immer aktiv. Bei welchen <span style="text-decoration: line-through;">Gro&#223;banken</span> Zeitungen er geschrieben hat, entzieht sich dem deutschen Fernsehen allerdings bis heute.</p>
<p>Erw&#228;hnt werden soll zum Abschluss noch die &#228;u&#223;erst kluge Sandra Maischberger mit ihrer sehenswerten <span style="text-decoration: line-through;">Kalkshow</span> Talkshow „3 nach 90“. Zwar haben ihre Lieblingsg&#228;ste Norbert Bl&#252;m, Hans-Jochen Vogel, Hans-Dietrich Genscher, Arnulf Baring, Kurt Biedenkopf und Gregor Gysi bei der ARD noch nicht das Bleiberecht als Talkshow-Einrichtungsgegenstand erk&#228;mpft, aber sie werden auch im n&#228;chsten Jahrhundert ganz sicher wieder dabei sein.</p>
<p>Bis dahin freuen wir uns auf spannende Diskussionen mit Peter Scholl-Latour (86), Richard von Weizs&#228;cker (90), Helmut Schmidt (92) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heesters">Joopi Heesters</a> (107). Geplantes Thema: Wo bleibt der Nachwuchs? Schaffen die gesellschaftlichen Institutionen einen Generationenwechsel?</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/ard-co-die-vorhersehbare-talkshow/">Crosspost vom Magazin der Autoren</a></em>
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		<title>Gestatten, Monika Piel, erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin</title>
		<link>http://carta.info/37061/gestatten-monika-piel-erste-oeffentlich-rechtliche-verlegerin/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 11:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue ARD-Vorsitzende hat zu Jahresanfang eine erstaunliche Interview-Serie hingelegt. Und Julius Endert fragt sich, ob das, was Monika Piel sagte, ernst gemeint war oder nur eine ganz ausgekochte Strategie darstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern ereignete sich etwas medial Ungew&#246;hnliches: Monika Piel, die neue ARD-Vorsitzende, holte aus zum Interview-Rundumschlag: in der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em>, im <a href="http://goo.gl/ZF5Oq">Handelsblatt </a>und im <em>Tagesspiegel</em>. Zeitungen hassen es, wenn Gespr&#228;chspartner mit ihren Botschaften hausieren gehen, umso wichtiger muss die Nachricht sein, wenn man sie als Chefredakteur trotzdem bringt.</p>
<p>Aber klar, Frau Piel ist seit Jahresanfang die neue ARD-Vorsitzende und muss ihre Botschaft unter das Geb&#252;hrenvolk bringen und gleichzeitig politisch Position beziehen, besonders im andauernden Streit mit den Verlegern. Das hat sie versucht, indem sie sich einfach die Positionen ihrer Gegner zueigen gemacht hat und als eine Art &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin argumentierte. Die Spitzfindigkeit dabei versteht man nicht sofort.</p>
<p>Denn damit schl&#228;gt Piel den Zeitungsmachern im Lande die Waffen aus der Hand. Wenn <em>Google</em> eine Bedrohung f&#252;r die ARD und im &#220;brigen f&#252;r alle (wie auch immer definierten) Qualit&#228;tsmedien ist, so die Logik, sitzt man im gleichen Boot und zieht gegen einen gemeinsamen Feind zu Felde.</p>
<p>Und als sei das nicht schon genug der Gemeinsamkeit, bietet sie gleich noch Kooperationen mit den Zeitungsh&#228;usern an und ist bereit, zuk&#252;nftig ihre Apps kostenpflichtig anzubieten, wenn die Verleger mitziehen.<strong><span style="color: #ffffff;">.</span></strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>&#214;ffentliche Aufforderung zur Kartellbildung</strong></p>
<p>So weit so schlecht, denn anderswo nennt man das die &#246;ffentliche Aufforderung zur Kartellbildung. Und ein Satz wie „Er (D&#246;pfner) will eine Allianz der Qualit&#228;tsanbieter im Wettbewerb, unter anderem gegen <em>Google</em>, <em>Apple</em> und <em>Vodafone</em>. Die ARD steht daf&#252;r bereit“, m&#252;sste zum sofortigen R&#252;cktritt nach drei Tagen im Amt f&#252;hren.</p>
<p>Frau Piel redet wirr und will sich offenbar mit Gewalt mit den Verlegern arrangieren, um an dieser Front Ruhe zu haben und ist bereit, daf&#252;r die eigene &#8211; vom Gesetzgeber gewollte und vorgeschriebene &#8211; Unabh&#228;ngigkeit aufzugeben. Und so reiht sich im <em>Handelsblatt</em>-Interview eine medienpolitische Ungereimtheit an die n&#228;chste. Leider hat der von mir sehr gesch&#228;tzte Kollege Siebenhaar nicht nachgefragt (oder es wurde nicht gedruckt), wo genau denn ausgerechnet Google eine Bedrohung f&#252;r die ARD sein soll und was Frau Piel meint, wenn sie sagt, „wir sollten das Online-Gesch&#228;ft nicht nur den multinationalen Konzernen &#252;berlassen“.</p>
<p>Sp&#228;testens an dieser Stelle h&#228;tte er fragen m&#252;ssen, wie sie denn den Auftrag der &#246;ffentlich-rechtlichen Medien interpretiert. Haben sie nun einen (unabh&#228;ngigen) Informationsauftrag, &#252;ber dessen optimale Verwirklichung (zum Beispiel im Netz) sich gerade die ARD-Vorsitzende mit den Verlegern zanken muss, oder haben sie irgend einen anderen Auftrag, den wir als Geb&#252;hrenzahler aber noch nicht kennen.</p>
<p>Offenbar sieht Piel sich in einer Gewinnerzielungsverpflichtung: „Den Geburtsfehler des Internet – kostenlose Inhalte – zu beseitigen, ist aber schwierig und langwierig.“ Sch&#246;ner h&#228;tte es Hubert Burda nicht formulieren k&#246;nnen, doch jeder andere vernunftbegabte Mensch in der Position der ARD-Vorsitzenden m&#252;sste doch diese Art der Informationsfreiheit im Netz begr&#252;&#223;en und verteidigen. Und dankbar sein, &#252;ber diesen Kanal mehr Menschen als jemals zuvor mit den eigenen (Qualit&#228;ts-)Inhalten zu erreichen.</p>
<p>Stattdessen f&#252;hrt Monika Piel auch noch den letzten Verleger-Kampfbegriff in das Gespr&#228;ch ein, indem sie von den Qualit&#228;tsmedien spricht, die von Google („nat&#252;rlich“) bedroht werden.</p>
<p>Ich mag das alles nicht glauben und hoffe, dass es sich bei ihrem Auftritt als erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin in diesem Interview wirklich nur um eine geniale politische Finte handelt, deren tieferen Sinn wir erst sp&#228;ter begreifen werden. Und wir &#8211; vielleicht demn&#228;chst im Netz &#8211; erfahren, dass alles nicht so gemeint war.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://julius01.de/gestatten-monika-piel-erste-offentlich-rechtl">Crosspost</a></em>
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		<title>WikiLeaks: Staatsfeind Nr.1</title>
		<link>http://carta.info/36236/wikileaks-staatsfeind-nr-1/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 23:39:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geheimnisverr&#228;ter zeigen uns, wie die Verh&#228;ltnisse wirklich sind. Manche sehen das ungern. Und manche finden diesen Mut sogar be&#228;ngstigend. Lieber w&#252;rden sie wieder in der Unwahrheit leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/62783c93598a4808bf5ac8cf7f5ea7d6" alt="" width="1" height="1" />Seit dem 1. Dezember fahndet <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/wikileaks232.html">Interpol</a> nach Julian Assange, dem ‚Kopf der Bande’. Der Buchh&#228;ndler <em>Amazon</em> verbannt die <a href="http://213.251.145.96/">WikiLeaks-Dokumente</a> von seinen Servern, der republikanische US-Abgeordnete Peter King m&#246;chte den Anti-Terror-Kampf am liebsten auf ‚Osama bin Assange’ ausdehnen, der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, verlangt die <a href="http://meedia.de/details-topstory/article/us-politiker-fordern-hinrichtung-von-assange_100031873.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&amp;cHash=bc6da9e91a">Hinrichtung</a> der Hochverr&#228;ter, US-Heimatschutz-Senator Joe Lieberman fordert s&#228;mtliche Unternehmen zum Boykott der Whistleblower-Seite auf &#8211; und vom ehemaligen WikiLeaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg wird (ausgerechnet bei <em>Amazon</em>!) f&#252;r Mitte Januar ein Wikileaks-Enth&#252;llungs-Bestseller <a href="http://www.amazon.de/Inside-WikiLeaks-Daniel-Domscheit-Berg/dp/3430201217">angek&#252;ndigt</a>, der &#8211; passend zum Thema &#8211; in der Blut-klebt-an-Euren-H&#228;nden-Farbe Rot erh&#228;ltlich sein wird.</p>
<p>Die Medien sind nach tagelangem Wikileaks-Palaver gespalten. Da gibt es die Leitmedien, die das Privileg genie&#223;en, die WikiLeaks-Dokumente auswerten, ausw&#228;hlen und ver&#246;ffentlichen zu d&#252;rfen (der <em>Spiegel</em>, dessen Auflage zuletzt schw&#228;chelte, ist sogar in der gl&#252;cklichen Lage, die aktuelle Ausgabe <a href="http://meedia.de/details-topstory/article/spiegel-druckt-wikileaks-heft-nach_100031825.html">nachdrucken</a> zu m&#252;ssen). Zum anderen gibt es die Medien, denen zunehmend klarer wird, dass sie ein trojanisches Pferd in ihre uneinnehmbar erscheinende Medienfestung geholt haben. Und schlie&#223;lich gibt es noch die Medien, deren Leitartikler sowieso lieber Politiker geworden w&#228;ren, weil sie ‚Verbrecherwebsites’ wie WikiLeaks am liebsten ausr&#228;uchern w&#252;rden (wenn sie denn w&#252;ssten, wie man im Internet etwas ausr&#228;uchert).</p>
<p>Auch die Bev&#246;lkerung scheint tief gespalten &#8211; befriedet durch eine immerw&#228;hrende Medien-Schlichtung nach Stuttgarter Vorbild. Nur 31 Prozent der Bev&#246;lkerung sprechen sich laut neuestem <em><a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video818524.html">ARD-Deutschlandtrend</a></em> f&#252;r die Ver&#246;ffentlichung von „vertraulichen Informationen“ aus, 65 Prozent votieren strikt dagegen. Unklar ist, von welchem Wissensstand die Befragten jeweils ausgehen k&#246;nnen, und wie seri&#246;s solche Umfragen sind &#8211; wenn schon in der Fragestellung das Wort „vertraulich“ eher privat konnotiert ist, und wenn selbst eine so staatstragend neutrale Institution wie die <em>20-Uhr-Tagesschau</em> ihre Meldung am <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5907722">Samstagabend</a> mit den Worten beginnt: WikiLeaks sorgt f&#252;r &#196;rger&#8230;</p>
<p>Doch selbst im Netz zeigt man sich in Sachen Whistleblowing auffallend uneins. Wie bei den Themen Google Streetview und Facebook wird von den Kritikern des Geheimnisverrats der Pers&#246;nlichkeitsschutz (gegen jede „totalit&#228;re“ Durchleuchtung) verteidigt; und ein so merkw&#252;rdiger Held wie Julian Assange, der sich in den Medien-Vordergrund spielt (und dessen Charakter man sich aus den Klatschspalten der Mainstream-Medien zusammenreimen muss), l&#246;st per se ein gewaltiges Naser&#252;mpfen aus: „Transparenz einfordern, aber selbst nicht zulassen!“ hei&#223;t der immer aufs Neue erhobene Vorwurf. Aus dieser Erregung spricht gro&#223;e Lauterkeit &#8211; und ebenso gro&#223;e Naivit&#228;t. Denn die Kritiker glauben wohl tats&#228;chlich, ‚Papa Staat’ sei nicht in allen Belangen von &#246;ffentlichem Interesse und d&#252;rfe sich deshalb in seinem gerechten Staats-Zorn auf die Verletzung seiner „Pers&#246;nlichkeitsrechte“ berufen &#8211; oder die Piratenpartei k&#246;nne die Standorte der WikiLeaks-Server aus Transparenzgr&#252;nden in &#246;ffentlicher Abstimmung festlegen.</p>
<p>Die Probleme des Dauer-R&#228;sonnierens &#252;ber WikiLeaks (der neue <em>stern</em>-Titel spricht bereits von einer „Aff&#228;re WikiLeaks“) liegen auf der Hand:</p>
<ol>
<li>Die Politik, die hier „verraten“ wird (Kriegsf&#252;hrung in Afghanistan, Kriegsf&#252;hrung im Irak, strategische US-Diplomatie), k&#246;nnte v&#246;llig in den Hintergrund treten – zugunsten der spannenden Live-Show <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Staatsfeind_Nr._1">„Amerika jagt den Staatsfeind Nr.1“</a></li>
<li>Die k&#252;nftig nicht von der Hand zu weisende Gefahr der Unterwanderung und Benutzung von WikiLeaks durch bestimmte Interessen k&#246;nnte durch die massive Ausgrenzung und Verfolgung der Gruppe erst erm&#246;glicht werden. Aus der Aufkl&#228;rungsmaschine WikiLeaks w&#252;rde dann ein gef&#228;hrliches Instrument zur Versch&#228;rfung von Spannungen.</li>
</ol>
<p>Man darf WikiLeaks deshalb weder &#252;berh&#246;hen noch d&#228;monisieren. Man sollte aber durchaus ein wenig <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jXk_5-fVLuWkU8RYdG3d0YleM6yw?docId=TX-PAR-HCL99">dankbar</a> sein, dass es eine Instanz gibt, die andere in Zukunft etwas weniger forsch, etwas weniger selbstherrlich und etwas weniger pr&#228;potent agieren l&#228;sst &#8211; weil sie f&#252;rchten m&#252;ssen, dass es auffliegt. Die Existenz von WikiLeaks (und m&#246;glichen Nachfolgern) verringert die Ohnmacht der vielen. Nicht nur in oligarchisch organisierten Demokratien, sondern mehr noch in diktatorisch beherrschten L&#228;ndern – wir werden es erleben. (Man stelle sich nur einmal vor, die staatlichen Geheimdokumente der Berliner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wannseekonferenz">Wannseekonferenz</a> &#252;ber die Deportation und Vernichtung der europ&#228;ischen Juden w&#228;ren fr&#252;hzeitig geleakt worden).</p>
<p>Nein, WikiLeaks ist kein Gegenmodell, auch keine Assoziation der Freien und Gleichen, und die Plattform weist keinen Weg in die Zukunft. Denn von der staatlichen und kommerziellen Geheimniskr&#228;merei ist WikiLeaks nur die andere Seite der Medaille.</p>
<p>Die Verr&#228;ter stellen uns aber vor eine unangenehme Situation: Sie liefern die Informationen &#8211; die Konsequenzen m&#252;ssen wir schon selber ziehen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Zur unsicheren Haltung mancher Journalisten in der Causa WikiLeaks hier noch ein <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/1340024/">Kommentar</a></em><em> von mir im </em><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/11/dlf_20101211_1310_72d4549c.mp3"><em>Deutschlandfunk</em></a><em> (11.12.)</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36236&amp;md5=9b7a212f167937b289b49fb3cae2b2a3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</title>
		<link>http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 13:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat sein Urteil zur PC-Geb&#252;hr um eine Woche sp&#228;ter gesprochen, um dann die Sender in ihrer Auffassung sowie die Ministerpr&#228;sidenten nach ihrer Jahreskonferenz in ihrem neuen Rundfunkbeitragsmodell zu best&#228;tigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e6bd987b47764cc0b3c1c7c3bc60256d" alt="" width="1" height="1" />Das  Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wolle am 20. Oktober dar&#252;ber  entscheiden, ob f&#252;r die Nutzung eines Internet-PCs Rundfunkgeb&#252;hren zu  bezahlen sind, meldet die <em><a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Politik&amp;nr=8058">Funkkorrespondenz</a></em> vor 11 Wochen. F&#252;r den 20. Oktober sei die m&#252;ndliche Verhandlung angesetzt, ein Urteil solle im Anschluss gesprochen werden.</p>
<p>Am  21. Oktober trafen sich jedoch die Ministerpr&#228;sidenten in Magdeburg, um  das neue Geb&#252;hrenmodell zu diskutieren und zu entscheiden. Und so zog  das Gericht es vor, die Urteilsverk&#252;ndung um eine Woche <a href="http://www.digitalfernsehen.de/Entscheidung-zu-TV-Gebuehren-fuer-Internet-PCs-vertagt.41001.0.html">zu verschieben</a>.</p>
<p>„Computer sind weiterhin rundfunkgeb&#252;hrenpflichtig, unabh&#228;ngig von Verwendungs- und Nutzungsabsicht ihrer Besitzer“, schreibt<em> <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10575177/Richter-bestaetigen-Rundfunkgebuehr-fuer-Computer.html">DIE WELT</a></em>.  Der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts zu Leipzig „hat die  Revisionen von drei Kl&#228;gern, einem Anwalt und zwei Studenten gegen  abschl&#228;gige Urteile der Vorinstanzen zur&#252;ckgewiesen“, schildert <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,725554,00.html">Spiegel Online</a></em>.</p>
<p>„Die  Rundfunkanstalten halten die Besitzer von internetf&#228;higen PCs f&#252;r  geb&#252;hrenpflichtig, weil sich mit diesen Ger&#228;ten Sendungen empfangen  lassen, die mit sog. Livestream in das Internet eingespeist werden“, <a href="http://www.bverwg.de/enid/4c9288c0918e00449c4142265195f396,8d6f537365617263685f646973706c6179436f6e7461696e6572092d093133333630093a095f7472636964092d09353737/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen_9d.html">stellt</a> der Senat fest. Allerdings wird dieser Livestream von den Sendern  eingestellt und unverschl&#252;sselt angeboten, so dass ein Zugriff f&#252;r jeden  Besitzer eines internettauglichen PC erst dadurch m&#246;glich ist.</p>
<p>Darauf gehen die  Richter jedoch nicht ein. Stattdessen definieren sie den  internetf&#228;higen PC zum Rundfunkempfangsger&#228;t im Sinne des  Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrages. Damit gilt f&#252;r den PC das, was auch f&#252;r  einen Fernseher oder Radio gilt.</p>
<blockquote><p>„Bei internetf&#228;higen PC handelt es sich um  Rundfunkempfangsger&#228;te i.S.d. Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrags. F&#252;r die  Geb&#252;hrenpflicht kommt es nach dessen Regelungen lediglich darauf an, ob  die Ger&#228;te zum Empfang bereit gehalten werden, nicht aber darauf, ob der  Inhaber tats&#228;chlich Radio- bzw. Fernsehsendungen mit dem Rechner  empf&#228;ngt. Ebenso wenig ist es erheblich, ob der PC mit dem Internet  verbunden ist, wenn er technisch nur &#252;berhaupt dazu in der Lage ist.“</p></blockquote>
<p><strong>Auch  wenn damit in die Grundrechte der Kl&#228;ger eingegriffen wird, die den PC  nur aus beruflichen bzw. informatorischen Gr&#252;nden nutzen, sei dies  gerechtfertigt</strong>. „Dieser Eingriff ist jedoch gerechtfertigt durch die &#8211;  ebenfalls verfassungsrechtlich begr&#252;ndete &#8211; Finanzierungsfunktion der  Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.“</p>
<p>Allerdings ist die Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio bereits garantiert. W&#228;hrend im privaten Bereich ca. 150.000 „PC-Zahler“  angemeldet sind, kommt man auf fast 33 Mio. Rundfunkgeb&#252;hrenzahler, die  die volle Geb&#252;hr von 17,98 Euro im Monat zahlen. Aus finanzieller Sicht  macht es also keinen Sinn, die wenigen PC-Nutzer, die keinen Rundfunk  empfangen wollen, zur Geb&#252;hrenkasse zu bitten. Bisher war auch kein  Trend zu erkennen, dass Geb&#252;hrenzahler &#252;ber den Verweis auf ihren PC  versucht haben, ihre Geb&#252;hrenzahlungen zu reduzieren. Denn schlie&#223;lich  h&#228;tte man in den letzten Jahren so seine monatlichen Zahlungen von 17,98  Euro auf 5,76 Euro reduzieren k&#246;nnen. Dies ist anscheinend nicht  massenhaft geschehen.</p>
<p>Sicher  kann man auf die Geb&#252;hrengerechtigkeit verweisen:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichheitssatz  des Art. 3 Abs. 1 GG verlangt f&#252;r das Abgabenrecht, dass die  Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und tats&#228;chlich  gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch  die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt,  kann dies die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage  nach sich ziehen.“</p></blockquote>
<p><strong>Allerdings ist es im Internet ein leichtes, seine  Angebote nur denjenigen zur Verf&#252;gung zu stellen, die daf&#252;r auch  bezahlen bzw. bezahlt haben</strong>. Doch diesen Weg wollen ARD und ZDF nicht  gehen. Sie wollen so wie auch auf anderen Verbreitungswegen frei  empfangbar sein. Schlie&#223;lich garantiert ihnen dies, dass in Zukunft alle  bezahlen m&#252;ssen. Damit k&#246;nnen sie letztmalig den Geb&#252;hrenzahlerkreis  erweitern. Die entscheidenden Schritte daf&#252;r sind sie in der  Vergangenheit gegangen. Zum einen bieten sie &#252;ber viele der neuen  Verbreitungswege ihre Programme an, wodurch zum anderen viele Ger&#228;te –  unabh&#228;ngig von deren Nutzung &#8211; zu Rundfunkempfangsger&#228;ten definiert  werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Sie bieten sich frei an  und pr&#228;sentieren die Rechnung im Nachhinein</strong>. Schlie&#223;lich konnten sie  davon ausgehen, dass ihnen die obersten deutsche Gerichte im Nachhinein  beispringen. Das liest sich dann so:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichbehandlungsgrundsatz  wird vom Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrag ebenfalls nicht verletzt. Zwar  werden insofern ungleiche Sachverhalte gleich behandelt, als die  herk&#246;mmlichen monofunktionalen Rundfunkempfangsger&#228;te mit den  multifunktionalen internetf&#228;higen PCs geb&#252;hrenrechtlich gleich behandelt  werden. Entscheidend f&#252;r die Geb&#252;hrenerhebung ist jedoch nicht die  technische Unterschiedlichkeit der Empfangsger&#228;te, sondern die gleiche  M&#246;glichkeit zum Empfang von Rundfunksendungen durch diese  verschiedenartigen Ger&#228;te.“</p></blockquote>
<p>Wer so argumentiert, wer also auf die  M&#246;glichkeit des Empfangs abstellt, braucht sich mit den realen Problemen  und Grenzen nicht zu besch&#228;ftigen. Schlie&#223;lich halten die Sender weder  genug Kapazit&#228;ten vor, noch ist das „deutsche“ Internet „breit“ genug,  um allen Geb&#252;hrenzahlern gleichzeitig den Empfang eines Livestreams zu  erm&#246;glichen. Dies <a href="http://www.heiko-hilker.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=634:keine-internet-versorgungssicherheit-deutschlandspiel-beim-zdf-bester-beweis&amp;catid=5:blog&amp;Itemid=4">zeigte sich</a> nicht zuletzt zur Fu&#223;ball-WM. Im Internet gibt es eben noch keine  Versorgungssicherheit. Um so mehr Leute die Angebote nutzen, um so  unsicherer wird die Versorgung.</p>
<p>Das  Gericht verweist zudem auf den Gleichheitssatz aus dem Grundgesetz, aus  dessen Art. 3 Abs. 1 f&#252;r das Abgabenrecht abgeleitet werden kann, „dass  die Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und  tats&#228;chlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im  Belastungserfolg durch die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens  prinzipiell verfehlt, kann dies die Verfassungswidrigkeit der  gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage nach sich ziehen.“</p>
<p>Allerdings ist es  nicht allein vom Erhebungsverfahren abh&#228;ngig, ob die Gerechtigkeit  durchgesetzt werden kann. Es ist auch eine Frage des Angebots.  Schlie&#223;lich w&#228;re im Falle einer Verschl&#252;sselung weitestgehend  garantiert, dass nur Geb&#252;hrenzahler die Angebote im Netz sowie auf  mobilen Endger&#228;ten auch nutzen k&#246;nnen. (Dass es anders geht, zeigen  andere Sender wie der ORF oder die SRG, die ihre Angebote auch  verschl&#252;sseln.) Der freie terrestrische Empfang sowie &#252;ber Kabel w&#252;rde  dadurch nicht eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Das  Gericht stellt fest: „Die Rundfunkanstalten k&#246;nnen an der  Geb&#252;hrenpflichtigkeit von internetf&#228;higen PC daher auf Dauer nur  festhalten, wenn diese sich auch tats&#228;chlich durchsetzen l&#228;sst. Insoweit  wird der Gesetzgeber die Entwicklung zu beobachten haben.“ Nun, der  Gesetzgeber hat nicht nur beobachtet, er hat auch schon die  Schlussfolgerungen gezogen. In Zukunft m&#252;ssen alle bezahlen.</p>
<p>Zugespitzt:  Bisher musste man zahlen, wenn man ein Ger&#228;t hatte, das Rundfunk  empfangen konnte. <strong>Ab dem 1. Januar 2013 muss man zahlen, weil man  existiert.</strong></p>
<p>Ulrich Clau&#223; schreibt in der <em><a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10568709/GEZ-Urteil-hebelt-die-deutsche-Medienordnung-aus.html">WELT</a></em>:  „Dieses Urteil war allgemein erwartet worden, die Leipziger Richter  konnten gar nicht anders. Alles andere h&#228;tte das deutsche  Rundfunkgeb&#252;hrenmodell in den Grundfesten ersch&#252;ttert.“ Und Michael  Hanfeld konstatiert in der <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc%7EE07DFA420502E4D94BEB744E6F762591F%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ</a></em>:  „Niemals werden ARD und ZDF weniger haben denn jetzt, weil sie ihren  „Finanzbedarf“ nur anmelden m&#252;ssen, um an mehr Geld zu kommen. Diesen  Bedarf pr&#252;ft eine unabh&#228;ngige Kommission (Kef) zwar, doch ist in diesem  System schlicht nicht vorgesehen, dass es Stagnation oder sogar einmal  weniger geben k&#246;nnte. Die Bev&#246;lkerung mag schrumpfen, der Anteil der  Erwerbst&#228;tigen nicht weiter wachsen, der Beitrag f&#252;r den  &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk aber steigt und steigt.“</p>
<p>Und wie reagieren ARD und ZDF: Der Vorsitzende der ARD, SWR-Intendant Peter Boudgoust, <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=1653370/12zcfma/index.html">erkl&#228;rte</a>:  „Die Rundfunkanstalten sehen sich in ihrer Rechtsauffassung best&#228;tigt,  dass die derzeit bestehende gesetzliche Regelung rechtm&#228;&#223;ig ist.“  ZDF-Intendant Markus Sch&#228;chter <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/uploads/media/ARD_ZDF_Rundfunkgebuehrenpflicht_Urteil_-_2710.pdf">fordert</a> mit Blick auf die Zukunft: „Um Streitigkeiten dieser Art k&#252;nftig aber  ganz zu vermeiden, ist es wichtig, dass die von den  Ministerpr&#228;sidentinnen und Ministerpr&#228;sidenten geplante Reform der  Rundfunkfinanzierung ab Januar 2013 umgesetzt wird.“</p>
<p><strong>Das  neue Modell wird rechtm&#228;&#223;ig sein. Es wird daf&#252;r sorgen, dass  Streitigkeiten dieser Art weiterhin zu Gunsten von ARD und ZDF gel&#246;st  werden</strong>. Es wird aber auch die Legitimation von ARD und ZDF in Frage  stellen: Wieso muss man f&#252;r Rundfunk bezahlen, auch wenn man ihn nicht  nutzt? Wieso sollen die Einnahmen von ARD und ZDF weiter steigen, obwohl  immer weniger diese Programme nutzen? Insoweit sollten die Sender das  Urteil nicht nur als Freibrief sehen und nehmen. Wenn sie von allen Geld  wollen, m&#252;ssen sie auch allen etwas bieten. Doch wieso spielen der  lange Dokumentarfilm, der Animationsfilm (f&#252;r Erwachsene) sowie der  Kurzfilm – um nur drei Beispiele zu nennen &#8211; in ihren Leitlinien keine  Rolle?</p>
<p>Das  Bundesverwaltungsgericht hat drei F&#228;lle entschieden. Es konnte sich  auch nur zu den vorliegenden &#228;u&#223;ern. Doch was wird im Falle eines  Optikunternehmens, dass vor dem Gie&#223;ener Verwaltungsgericht <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/weiteres-gez-urteil-keine-rundfunkgebuehren-fuer-computer-1.62676">gegen die </a><a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Geb%C3%BChr">Geb&#252;hr</a> geklagt hatte? Das Unternehmen sollte daf&#252;r, dass es, wie die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/rundfunkgebuehren-urteil-zur-pc-abgabe-computernutzer-muessen-weiter-blechen-1.1016651">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> schilderte, in bundesweit 650 Filialen Computer gesch&#228;ftlich nutzt,  j&#228;hrlich fast 45.000 Euro bezahlen. Und dies f&#252;r eine Leistung, die nach  Angaben des Anwalts nicht in Anspruch genommen wurde. Das Gie&#223;ener  Verwaltungsgericht gab dem Unternehmen damals Recht.
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<a href="http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/">Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35500&amp;md5=35611de56477dcdf7794b3e0893575ed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;I want my youtube&#8221;: Geld f&#252;r Nichts im Musikfernsehen</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 14:24:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Oktober 2010 war bislang kein guter Monat f&#252;r die Popmusik: Bei RTL 2 diskutiert man offensichtlich, sich von allen Musikformaten zu trennen; die ARD-Intendanten schicken den Eurovison Song Contest in die Provinz und MTV verk&#252;ndet sein Programm zuk&#252;nftig nur noch als Bezahlfernsehen ausstrahlen zu wollen. Die Popkultur flieht ins Netz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f7b4687aba7d4e97a9fe81b17405761e" alt="" width="1" height="1" />Als 1984 die Songzeile „I want my MTV“ entstand, war der Sender in den  USA bereits die Zentralinstanz f&#252;r Musik und Trends geworden.  Eifers&#252;chtig schauten wir Europ&#228;er nach Amerika. Hatte man selbst doch  nur die Sendung „Formel Eins“, wenn man Videoclips sehen wollte. In  England war die Auswahl auch nicht viel gr&#246;&#223;er. Insofern kam es von  Herzen, als der britische S&#228;nger Sting im Studio die Zeile spontan zum Besten gab. Die Band Dire Straits,  die er w&#228;hrend ihrer Aufnahmen zum Album „Brothers in Arms“ auf der  Karibikinsel Montserrat besucht hatte, bat ihn um diesen musikalischen  Beitrag. Der Song, in dem Sting seine Forderung „I want my MTV“ sang,  wurde der Dire Straits-Hit „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=iwDDswGsJ60">Money For Nothing</a>“.</p>
<p>Drei Jahre sp&#228;ter, als MTV Europe seinen Betrieb aufnahm, war „Money For  Nothing“ der erste Clip, der auf Sendung ging. Am 31.12. diesen Jahres  k&#246;nnte es der letzte sein. Von da an verschwindet MTV aus dem analogen  Fernsehen und ist nur noch gegen Geb&#252;hren zu sehen. Den Schritt ins  Bezahlfernsehen begr&#252;ndet Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Dan Ligtvoet mit der  Behauptung: <em>&#8220;in den kommenden f&#252;nf bis zehn Jahren wird die Pay-TV-Landschaft in Deutschland stark wachsen&#8221;</em>. Wof&#252;r zahlen die MTV-Zuschauer aber dann? F&#252;r die Klingeltonwerbung  oder die ungeliebten, aus Amerika &#252;bernommenen &#8220;Reality Soaps&#8221;? – Die  Videoclips findet man fast alle auf Youtube und &#252;ber die Freunde bei  Facebook erf&#228;hrt man, bei welchen sich das Ansehen lohnt. MTV verlangt  zuk&#252;nftig also Geld f&#252;r Nichts: „Money for nothing“.</p>
<p>Wenn sich MTV von den Bildschirmen verabschiedet und sich der <a href="http://carta.info/34073/angeekelt-kann-man-nur-noch-sagen-halt-die-fresse-freifrau/">Krawall- und  Skandalsender</a> RTL 2 von Programmen wie der Popsendung &#8220;The Dome&#8221;  trennt, versch&#228;rft sich damit der Abwanderungstrend von Zuschauern  ins Internet. Und wer sich popkulturell sozialisiert hat, ist schon l&#228;ngst  dort. &#196;hnlich wie man fr&#252;her Mixtapes zusammengestellt hat, baut man  sich jetzt digital die Playlisten zusammen und wer in der Jugend aus  Zeitungen und Zeitschriften seine „Fanzines“ gebastelt hat, hat heute  l&#228;ngst ein eigenes Blog.</p>
<p>Die Kids verbringen bereits mehr Zeit vor dem  Computer als dem Fernseher. Eine Musikcommunity wie MySpace aufzubauen, in denen man  sich selbst pr&#228;sentieren und seine Stars finden kann, w&#228;re deshalb die  Aufgabe f&#252;r ein neues MTV gewesen. Der Sender hat die Chance verpasst, sich  im Netz neu zu erfinden und bietet mit seiner <a href="http://www.mtv.de/" target="_blank">Homepage</a> stattdessen ein relativ biederes Online-Magazin.</p>
<p>Aber auch Angebote von  MTV im Netz sollen laut Ligtvoet in Zukunft kostenpflichtig werden.  Zumindest ist das eine stringente Ansage: „Money for nothing“.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Anders als MTV waren die Anstalten der ARD noch nie in der Welt der  Popkultur angekommen.</strong> Wir alle bezahlen ihnen Geb&#252;hren in   Milliardenh&#246;he, bedient wird, wenn es um Musik geht, in der Hauptsache  aber ein Publikum, f&#252;r das Schlager und Volksmusik die H&#246;hepunkte  moderner Unterhaltungskultur darstellen. Dokumentieren l&#228;sst sich die  Hilflosigkeit der &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehsender in Sachen Pop am  Durchschnittsalter der Zuschauer.</p>
<p>Auch der Umgang mit dem Eurovision  Song Contest ist ein Beleg dieser &#220;berforderung: Weil man die Parameter  der Popkultur nicht verstanden hatte, schickte man abgehalfterte  Castingstars oder alternde Techno-DJs samt Stripperin ins Rennen. Die  Ergebnisse waren katastrophal und es half nur noch die &#220;bergabe der  &#246;ffentlich-rechtlichen Programmhoheit beim Eurovision Songcontest an den  Privatsender Pro 7 und die Produktionsfirma Brainpool. Wenn wir aber  GEZ entrichten, damit die Privaten die Inhalte liefern, dann ist das  Prinzip des Geb&#252;hrenzahlens ein gigantisches „Money for nothing“.</p>
<p>Im Rahmen von Stefan Raabs Bundesvision Song Contest wurde am 1. Oktober  durch Moderator Elton bereits die Entscheidung f&#252;r D&#252;sseldorf verk&#252;ndet.  Das war 11 Tage bevor die Intendanten den Austragungsort der  Gro&#223;veranstaltung &#252;berhaupt bekannt gaben. Entweder hatte  also die K&#246;lner Firma Brainpool die Entscheidung selbst getroffen, oder  man hatte bereits mitbekommen, wie sehr die Diskussion der Intendanten  in den Siebziger Jahren h&#228;ngen geblieben war. Damals waren Ruhr- und  Rheinland mit Gr&#246;nemeyer, Westernhagen, Lindenberg, Nena, Kraftwerk und BAP die Geburtsst&#228;tten Deutscher Popkultur. Seitdem ist es dort sehr still geworden.</p>
<p>Mit Ich &amp; Ich, Rammstein, Seeed, Peter Fox, Silbermond, Wir sind Helden oder Tokio Hotel kommen die wirklich erfolgreichen Interpreten fast geschlossen aus dem  Osten. Epizentrum des Deutschen Pop ist dabei eindeutig Berlin. Im  Flughafen Tempelhof kann man 8.500 Zuschauer unterbringen, in der  D&#252;sseldorfer Arena mehr als das dreifache. Man wolle Eintrittskarten  verkaufen, so begr&#252;nden die ARD Intendanten ihre <a href="http://www.faz.net/s/Rub1AF9D78C5CBD45ABA9EC978E01873DC7/Doc~E3030EA9B428B49C4950D5BAAC872F9BB~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Ortswahl</a>. Aber wozu  dann die GEZ Geb&#252;hren? „Money for nothing“!</p>
<p>Wiedervereinigung und Internet haben die Welt f&#252;r uns alle ma&#223;geblich  ver&#228;ndert. Bei vielen Entscheidern in den Medien ist  aber weder das  neue Deutschland noch die digitale Wirklichkeit angekommen.</p>
<p>Man  versteckt sich lieber hinter rheinischer Gem&#252;tlichkeit und  Altbier-Buden, statt auf dem imposanten Flughafen Tempelhof ein  vergn&#252;gtes, selbstbewusstes Deutschland Werbung f&#252;r das Land machen zu  lassen. Lieber zieht man sich aus dem normalen Fernsehen zur&#252;ck, als im  Internet wirklich neue Ideen zu wagen. Im Programm findet zunehmend  entweder nur noch Hochkultur, Volksmusik oder echter Trash aus Castingshows statt.</p>
<p><strong>Der Pop, der das Land kulturell geeint hat, flieht ins Netz.</strong></p>
<p>Die TV-Sender f&#252;hlen sich f&#252;r ihn nicht mehr verantwortlich. RTL 2 wird sich  erledigt haben, wenn die letzten Tabus fallen und der Sender alles gezeigt  hat, was niemand sehen wollte. Um MTV wird es einsam werden, sobald die Zuschauer f&#252;r ihre Inhalte zahlen sollen. Der Grandprix in  D&#252;sseldorf wird im schlimmsten Fall ein spie&#223;iges Deutschland-Bild à la Derrick produzieren,  f&#252;r das man im Ausland auf uns herabblickt.</p>
<p>Und irgendwann wird dann ein S&#228;nger  „I want my youtube“ zum besten geben, wenn eine neue Version von „Money  for nothing“ eingespielt wird.</p>
<p><em>Dieser Text von Tim Renner erscheint auch im <a href="http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/tim_renner_musik_im_fernsehen_geld_fuer_nichts.html">Motorblog</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35254&amp;md5=c61f7c7882f6bcd31d8e20772d51c58c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pay-Apps von ARD und ZDF?</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 10:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ARD und ZDF k&#246;nnen sich nun offenbar doch vorstellen, Apps auch kostenpflichtig anzubieten. Galt nicht eben noch das Argument, dass die Inhalte vom Geb&#252;hrenzahler schon bezahlt worden sind?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/236ed62bc7d94ce0ba273a8a74841370" width="1" height="1" alt=""/>Es wurde  viel dar&#252;ber diskutiert, ob und wie lange ARD und ZDF einmal ausgestrahlte  Sendungen in ihren Mediatheken bereitstellen sollen und d&#252;rfen. In diesem  Zusammenhang wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Geb&#252;hrenzahler  diese Inhalte schon bezahlt h&#228;tten.</p>
<p><a href="http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr6801.html">So  erkl&#228;rte</a> die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates, Dagmar Gr&#228;fin  Kerssenbrock, in der Debatte um das „Depublizieren“ von Inhalten erst im  September diesen Jahres: „Es ist den Geb&#252;hrenzahlern kaum zu vermitteln, warum  Inhalte, die mit Geb&#252;hrengeldern online gestellt wurden, nun mit Geb&#252;hrengeldern  wieder offline gestellt werden.“</p>
<p>Dieses Argument wird auch von vielen Nutzer  immer wieder benutzt. So stellte das NDR-Medienmagazin ZAPP fest, dass <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/internet/depublizieren113.html">viele  meinen</a>, „dass sie die Inhalte bereits mit ihren GEZ-Geb&#252;hren bezahlt  haben. Deshalb wollen sie jederzeit darauf zugreifen k&#246;nnen – und zwar auf alle  Radio- und TV-Sendungen von ARD und ZDF.“ Um dann allerdings auch festzuhalten:  „Tats&#228;chlich aber sind gar nicht alle Sendungen online verf&#252;gbar. Denn die  Rundfunkanstalten besitzen nicht f&#252;r alle Produktionen uneingeschr&#228;nkte  Online-Rechte, vor allem nicht f&#252;r Archivmaterial.“</p>
<p>Gestern  nun forderte Springer-Chef Mathias D&#246;pfner auf den M&#252;nchner Medientagen von den  &#214;ffentlich-Rechtlichen, ihre Apps kurzerhand kostenpflichtig zu machen. So k&#246;nne  man schlie&#223;lich „das einzig zukunftsweisende Gesch&#228;ftsmodell f&#252;r Journalismus im  Netz“ retten, <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/vom-leibhaftigen-eroeffnet/">berichtet</a> Steffen Grimberg in der <em>taz</em>. Und wie  antworten ARD und ZDF? Weisen Sie dieses Angebot zur&#252;ck, da man ja nicht zweimal  f&#252;r denselben Inhalt kassieren k&#246;nne?</p>
<p>„Es sei  keine Ideologie, Angebote wie Apps kostenlos anzubieten“, sagte der ARD-Vorsitzende  Peter Boudgoust <em><a href="http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1662016/Doepfner-kritisiert-Gratiskultur-der-Oeffentlich-Rechtlichen-im-Netz.html">laut  Hamburger Abendblatt</a></em>. Zwar gebe es die „Tagesschau“-App  kostenlos, f&#252;r andere Angebote w&#252;rden k&#252;nftig aber auch zus&#228;tzliche Entgelte  f&#228;llig. ZDF-Intendant Markus Sch&#228;chter sagte, D&#246;pfners Grundansatz gefalle ihm gut.
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<a href="http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/">Pay-Apps von ARD und ZDF?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/#comments">17 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35106&amp;md5=267226347f072ba636b90aff5c078175" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Huch: Carta mit der &#8220;digitalen Schleuder&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 12:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein paar munter aufm&#252;pfige Gallier-Blogs haben es auf das Cover des Mainzer Mediendisputs geschafft. Carta ist auch dabei. Wir registrieren das mal unter: Lob.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/db644f287eba4f7fbfd83db42ead7d6d" width="1" height="1" alt=""/><em>Carta</em>-Leser Michael hat uns gerade darauf hingewiesen, dass es <em>Carta</em> zu einem kleinen Coverhelden auf der diesj&#228;hrigen Einladung zum <a href="http://www.mainzermediendisput.de/">Mainzer Mediendisput</a> geschafft hat:</p>
<div id="attachment_34603" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/mainzer_mediendisput_cover.jpg"><img class="size-full wp-image-34603 " style="border: 1px solid black;" title="mainzer_mediendisput_cover" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/mainzer_mediendisput_cover.jpg" alt="" width="478" height="567" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Digitale Steinschleuder&quot;: Cover zum diesj&#228;hrigen Mainzer Mediendisput</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: left;">Ebenfalls als Gallier gegen die etablierten Medien-R&#246;mer dabei: <a href="http://www.spiegelfechter.com/">Spiegelfechter</a>, <a href="http://annalist.noblogs.org/">Annalist</a>, <a href="http://www.digitalpublic.de/">DigitalPublic</a>, <a href="http://www.sprengsatz.de/">Sprengsatz</a> und der Aggregator <a href="http://rivva.de/">Rivva</a>. Warum ausgerechnet diese Blogs auf die vier TV-Anbieter schie&#223;en, erscheint etwas unklar. Zumindest <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">Stefan Niggemeier</a> h&#228;tten doch noch Pl&#228;tze verdient.</p>
<p style="text-align: left;">Was sollen wir dazu sagen?</p>
<p>Die gute alte Mainzer Mediendisput-Melange (boulevardeske Zuspitzung plus mit wohlgepflegt-orthodoxen Ressentiments aufgeladene Medienkritik) hat also diesj&#228;hrig ein paar Gallier-Blogs auf das Einladungs-Cover gesp&#252;lt.</p>
<p>Wir nehmen das mal als indirektes Lob &#8211; aber nicht ohne uns zugleich &#252;ber die &#220;bertreibung zu am&#252;sieren.</p>
<p>Denn wo bitte ist auf dem Comic-Cover ist der gesch&#228;tzte <a href="http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~EE18483265C814A3BB1B74A235C24D411~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Ober-Steineschleuderer</a> <a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~EB688A6C489BF47E1B0FBE4657970C3B5~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Michal Hanfeld</a>? Der h&#228;tte nun wirklich ein eigenes Gallier-M&#228;nnchen verdient. Der war aber wohl gerade nicht en vogue in Mainz.</p>
<p>Auf dem Mainzer Mediendisput selbst reden &#252;brigens Alfons Pieper, Peter Schink, Constanze Kurz, Hardy Prothmann und Christian St&#246;cker &#252;ber &#8220;David &#228;rgert Goliath &#8211; die digitale Steinschleuder&#8221;.</p>
<p>Das ist aber wirklich mal eine gute Besetzung. Das Panel findet am 25. November gegen 15 Uhr im ZDF-Konferenzzentrum in Mainz statt.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34602&amp;md5=d8db4607e12402d98ecb57fdf9fdbb15" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8220;Gerecht&#8221; und &#8220;zweckm&#228;&#223;ig&#8221; &#8211; Gutachten zu Datenschutz und GEZ-Reform</title>
		<link>http://carta.info/34095/gerecht-und-zweckmaessig-gutachten-zu-datenschutz-und-gez-reform/</link>
		<comments>http://carta.info/34095/gerecht-und-zweckmaessig-gutachten-zu-datenschutz-und-gez-reform/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 14:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[ARD und ZDF ver&#246;ffentlichen ein Gutachten zur Rundfunkabgabe: Meldedatenabgleich, regelm&#228;&#223;ige Meldedaten&#252;bermittlung, Anzeige- und Aufkunftspflichten - all dies sei datenschutzrechtlich nicht zu beanstanden, so der Gutachter Hans Peter Bull.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/595017fcfa5c473398961945ba4d31c1" width="1" height="1" alt=""/>Die geplanten Einzugsmethoden der GEZ f&#252;r die allgemeine Rundfunkabgabe sind datenschutz- und verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Zu diesem Ergebnis kommt der ehemalige Bundesbeauftragte f&#252;r den Datenschutz, Hans Peter Bull, in einem Gutachten f&#252;r ARD und ZDF, das heute in Berlin vorgestellt wurde.</p>
<p>Laut <a href="http://carta.info/34102/pressemitteilung-datenschutz-gutachten-zum-rundfunkbeitrag-vorgestellt/">Presseerkl&#228;rung</a> kommt Bull zu dem Ergebnis,</p>
<blockquote><p>dass die Vorschriften des im Entwurf vorliegenden Rundfunkbeitragsstaatsvertrags mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar sind. Danach sind insbesondere der geplante einmalige Meldedatenabgleich, regelm&#228;&#223;ige Meldedaten&#252;bermittlungen und Anzeige- sowie Auskunftspflichten der Beitragspflichtigen ebenso wie Auskunftsrechte gegen&#252;ber &#246;ffentlichen und nicht&#246;ffentlichen Stellen datenschutzrechtlich nicht zu beanstanden.</p></blockquote>
<p>Die Prinzipien der Datensparsamkeit und Datenvermeidung bewertet der ehemalige Datensch&#252;tzer Bull &#8211; &#8220;in einer Gesellschaft, die sich auf allen Gebieten des Zusammenlebens der Informationstechnik bedient,&#8221; – als geradezu paradox.</p>
<p>Das <a href="http://www.ard.de/intern/standpunkte/-/id=1604680/property=download/nid=8236/137nkg1/Gutachten+zu+datenschutzrechtlichen+Fragen.pdf">Gutachten</a> kann bei ard.de heruntergeladen werden.</p>
<p>Carta dokumentiert einige der zentralen Ergebnisse des Bull-Gutachtens:</p>
<p>V. Ergebnisse</p>
<p>A. Grunds&#228;tzliches</p>
<p>1. Die laut gewordene Kritik, es entst&#252;nde zuk&#252;nftig ein „zentrales Melderegister“ bei der GEZ, beruht ganz offensichtlich auf der Annahme, dass eine umfassende Datei auch von zahlreichen Stellen genutzt werden k&#246;nne, und auf der Vorstellung, gro&#223;e Dateien wie die der Rundfunkanstalten und der GEZ begr&#252;ndeten besonders gro&#223;e Gefahren f&#252;r Pers&#246;nlichkeitsrechte der Betroffenen. Damit wird verkannt, dass der Datenbestand der Rundfunkanstalten gerade nicht von anderen Interessenten genutzt werden kann, sondern nur dem Zweck der Beitragserhebung dient.</p>
<p>2. Datenschutz ist stets Individualrechtsschutz. F&#252;r die datenschutzrechtliche Bewertung kommt es nur auf das Verh&#228;ltnis des Einzelnen zu der verantwortlichen Stelle und die Auswirkungen auf die Rechts- und Interessensph&#228;re des Einzelnen an, nicht aber darauf, ob gleichzeitig auch andere in gleicher Weise betroffen sind, und seien es auch viele. Ein Datenverarbeitungsverfahren, das eine gro&#223;e Masse von Personen jeweils in geringem Ma&#223;e beeintr&#228;chtigt, ist datenschutzrechtlich eher zul&#228;ssig als die Verarbeitung sensibler Daten einer kleinen Zahl Betroffener. Durch die Sammlung und Verarbeitung der Rundfunkteilnehmerdaten werden die Rechte der einzelnen Betroffenen nur in ganz geringem Ma&#223;e ber&#252;hrt; dies ist zul&#228;ssig.</p>
<p>3. Auch das Prinzip der Datensparsamkeit und Datenvermeidung rechtfertigt keine Pauschalkritik der Datenverarbeitung durch die Rundfunkanstalten und die GEZ. Dieses Prinzip ist nur einfachgesetzlich festgelegt und wirkt &#252;berdies in einer Gesellschaft, die sich auf allen Gebieten des Zusammenlebens der Informationstechnik bedient, geradezu paradox. Vielfach liegt es gerade im Interesse der Betroffenen, dass entsprechende Angaben &#252;ber sie gespeichert sind. Im &#220;brigen ist nicht erkennbar, wie die Ermittlung der Rundfunkbeitragsschuldner und der Einzug der Beitr&#228;ge ohne die bisher gespeicherten Daten m&#246;glich sein soll.</p>
<p>4. Personenbezogene Daten sind zwar grunds&#228;tzlich beim Betroffenen zu erheben, aber wenn die Betroffenen unbekannt sind, ist die Erhebung ohne Kenntnis des Betroffenen unvermeidlich. So ist es bei der Ermittlung von „Schwarzh&#246;rern“ und „Schwarzsehern“. Das Datenschutzrecht des Bundes und der L&#228;nder l&#228;sst f&#252;r diese F&#228;lle die Datenerhebung bei Dritten ohne Kenntnis der Betroffenen zu.</p>
<p>5. Die Neuregelung der Rundfunkfinanzierung ist gerechter als das bisherige Recht, und sie ist auch zweckm&#228;&#223;ig. Demgegen&#252;ber l&#228;uft die Kritik daran im Ergebnis darauf hinaus, dass aus Einzelregelungen und Prinzipien des Datenschutzrechts eine angebliche verfassungsrechtliche Verpflichtung zu einer anderen, deutlich weniger effektiven Regelung der Rundfunkfinanzierung hergeleitet wird. W&#252;rden diese Monita ber&#252;cksichtigt, so w&#228;re der Erfolg der vorgesehenen Umstellung stark gef&#228;hrdet. Das Ziel, ein m&#246;glichst hohes Ma&#223; an Geb&#252;hren- bzw. Beitragsgerechtigkeit herzustellen, w&#228;re dann gerade nicht erreichbar.</p>
<p>6. Auch die Idee, den Beitragseinzug den Finanz&#228;mtern zuzuweisen, ist nicht tragf&#228;hig. Die Rundfunkanstalten sind vielmehr schon nach allgemeinen Organisationsgrunds&#228;tzen (Verbot der Mischverwaltung) gehalten, diese Aufgabe selbst zu erf&#252;llen. Nur dies entspricht auch dem Gebot der Staatsferne des Rundfunks.</p>
<p>7. Die angebliche Unbestimmtheit einzelner Vorschriften des RBStV betrifft zum Teil nur beitragsrechtliche Fragen. Soweit Unklarheit &#252;ber die Zul&#228;ssigkeit einzelner Formen der Datenverarbeitung bestehen sollte, ist sie durch angemessene Auslegung der Vorschriften ausr&#228;umbar. Tats&#228;chliche Ungewissheiten sind nach den Regeln des Beweisrechts und der Beweislastverteilung zu behandeln.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a rel="bookmark" href="../../33904/die-gutachterei-von-ard-und-zdf/">Die Gutachterei von ARD und ZDF</a></li>
<li>Heiko Hilker und J&#252;rgen Scheele: <a rel="bookmark" href="../../33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/">GEZ-Reform: Neuer Gesetzentwurf best&#228;tigt ungez&#252;gelten Datenzugriff durch Haushaltsabgabe</a></li>
<li>Weitere Texte zur <a href="http://carta.info/tag/haushaltsabgabe/">Haushaltsabgabe</a></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/34095/gerecht-und-zweckmaessig-gutachten-zu-datenschutz-und-gez-reform/">&#8220;Gerecht&#8221; und &#8220;zweckm&#228;&#223;ig&#8221; &#8211; Gutachten zu Datenschutz und GEZ-Reform</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34095/gerecht-und-zweckmaessig-gutachten-zu-datenschutz-und-gez-reform/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34095&amp;md5=33e556ab85308dc3a856e58b8de183fb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Gutachterei von ARD und ZDF</title>
		<link>http://carta.info/33904/die-gutachterei-von-ard-und-zdf/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 14:10:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch ein Gutachten zum &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk - diesmal zum Datenschutz der Haushaltsabgabe: ARD und ZDF steuern die Medienpolitik zunehmend durch gezielte Expertisen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/74a840d350894a0abf76a083a2d3b04b" alt="" width="1" height="1" />Als im vergangenen Herbst die Verhandlungen zwischen den Bundesl&#228;ndern &#252;ber die Reform der Rundfunkgeb&#252;hr stockten, wurde kurzerhand ein sehr prominenter Gutachter benannt: Der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof wurde beauftragt, die Unbedenklichkeit einer Haushaltsabgabe zu <a href="http://carta.info/26944/das-kirchhof-gutachten-neue-plausibilitaet-durch-rundfunkbeitraege-von-allen/">pr&#252;fen</a>.</p>
<p>Das Gutachten bezahlten damals nicht etwa die L&#228;nder, sondern ARD und ZDF &#8211; also die Betroffenen. Die H&#246;he des Gutachterhonorars wurde nie bekannt gegeben. Das Ergebnis gefiel Chefmedienpolitiker Kurt Beck ausgezeichnet &#8211; die Festlegung auf die Haushaltsabgabe folgte.</p>
<p>Als im Zuge des Drei-Stufen-Tests Unstimmigkeiten dar&#252;ber herrschten, wie das Verbot &#8220;presse&#228;hnlicher&#8221; Online-Angebote durch die Rundfunkanstalten zu interpretieren w&#228;re, wurde wieder ein sehr prominenter Gutachter gefunden: Der ehemalige Verfassungsrichter Hans-J&#252;rgen Papier wurde gebeten, das Spannungsverh&#228;ltnis von Rundfunk- und Pressefreiheit im Internet zu <a href="http://carta.info/33105/papier-das-internet-ist-am-ehesten-rundfunk/">kl&#228;ren</a>.</p>
<p>Bezahlt wurde das Gutachten von ARD und ZDF. Die H&#246;he des Gutachterhonorars wurde nie bekannt gegeben. Das Ergebnis gefiel den Rundfunkr&#228;ten ausgezeichnet &#8211; bis auf weiteres scheint der Diskurs um die Presse&#228;hnlichkeit zugunsten der &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten beendet.</p>
<p>Nun gibt es wieder ein medienpolitisches Problem &#8211; die geplante Umsetzung der Haushaltsabgabe trifft auf erhebliche <a href="http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/">datenschutzrechtliche Bedenken</a>. Innerhalb der L&#228;nder kommen offenbar Zweifel auf, ob dies alles so machbar ist.</p>
<p>Was passiert?</p>
<p>Die Betroffenen, ARD und ZDF, geben ein Gutachten zu diesem Gesetzgebungsproblem der L&#228;nder in Auftrag. Der Autor ist sehr prominent und renommiert. Es ist der Staatsrechtslehrer und ehemalige Bundesbeauftragte f&#252;r  den Datenschutz, Prof. Dr. Hans Peter Bull. &#220;ber die H&#246;he des Gutachterhonorars ist bisher nichts bekannt.</p>
<p>Am kommenden Montag wird das Gutachten in Berlin vorgestellt. Das wenig &#252;berraschende <a href="http://carta.info/33866/pressemitteilung-ard-und-zdf-legen-gutachten-zum-datenschutz-vor/">Ergebnis</a> (Hervorhebungen <em>Carta</em>):  &#8221;Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass die Regelungen im Entwurf zum Rundfunkbeitragsstaatsvertrag den datenschutzrechtlichen Anforderungen gen&#252;gen und zur Gew&#228;hrleistung der verfassungsrechtlich geforderten gleichm&#228;&#223;igen Heranziehung aller Beitragszahler <strong>geeignet</strong>, <strong>erforderlich </strong>und <strong>angemessen </strong>sind.&#8221;</p>
<p>Der Gesetzentwurf, &#252;ber den Bull schreibt, ist noch nicht einmal ver&#246;ffentlicht &#8211; ein Gutachten dazu gibt es aber bereits. So l&#228;sst sich Deutungshoheit organisieren.</p>
<p>Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich die weitere Gesetzgebung stark am Bull-Gutachten orientieren. Gegen&#252;ber den 16 Bundesl&#228;ndern haben die prominenten Gutachter einen starken Stand.</p>
<p>Mit ihren stattlichen Gutachten-Etats sitzen ARD und ZDF bei der Medienpolitik in der ersten Reihe.
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<a href="http://carta.info/33904/die-gutachterei-von-ard-und-zdf/">Die Gutachterei von ARD und ZDF</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/33904/die-gutachterei-von-ard-und-zdf/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33904&amp;md5=4ae1d6059c3c26b67ad55ac8e8c5037a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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