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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>#tatortwatch: Gegen die mediale Normalisierung b&#252;rgerrechtlicher Wurstigkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 09:40:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neumann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fleisch, Autobahn, Tatort. Wer diese Dreifaltigkeit der deutschen Zivilreligion angreift, macht sich unbeliebt. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/1398bc596f8344769ca2e74b40029dae" alt="" width="1" height="1" />Einige gr&#252;ne Rechtspolitiker_innen (sowieso der H&#228;resie an zwei der Gestalten verd&#228;chtig) haben die dritte angegriffen: Unter <a href="https://twitter.com/tatortwatch">@tatortwatch</a> wird der Sonntagstatort live per Twitter einem Grundrechtecheck unterzogen. (Die Livevariante des verdienstvollen <a href="http://www.zeit.de/2012/13/Krimi-Tatort/komplettansicht">Zeit-Artikels</a> von Sabine R&#252;ckert selben Ziels.) Und nat&#252;rlich sind die Reaktionen nicht nur positiv. </p>
<p>Ich finde @tatortwatch gro&#223;artig: Die mediale Normalisierung von b&#252;rgerrechtlicher Wurstigkeit bis hin zu Polizeigewalt wird sichtbar, Rechte gegen&#252;ber der Polizei deutlich gemacht.</p>
<p>Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/twitter-account-tatortwatch-wenn-gruene-den-tatort-beobachten-1.1671094">S&#252;ddeutsche</a> hat exemplarisch Gegenwind auf Twitter dokumentiert. Die Kritik an @tatortwatch ist breit: Nannystate-Ideologie, Bevormundung und »Birkenstock als neue Pickelhaube« (weil auf die positive Darstellung &#252;bergriffiger Exekutive hingewiesen wird?), Tugendfuror (weil wichtigste Tugend der Jakobiner war, Gewalt unter dem Vorwand des Guten anzuprangern?), &#8220;die sollen sich um Wichtigeres k&#252;mmern&#8221; (Robbenbabys! Unstrafverteidigte Jugendliche!), die Verwechslung von Fiktion und Realit&#228;t (als w&#252;rde Fiktionalit&#228;t allen medien- und kunstethischen Reflexionen den Boden entziehen), und nat&#252;rlich wird schlie&#223;lich Kunst- und Meinungsfreiheit angemahnt (als w&#252;rden die aller Kritik entheben). </p>
<p>Die Kritik kommt nicht nur vom offensichtlichen Gegner, auch Leute, die eigentlich zum eigenen Milieu geh&#246;ren, reagieren d&#252;nnh&#228;utig. Mit dem Tatort wird etwas kritisiert, das w&#228;rmend-heimatliches Herdfeuer f&#252;r viele ist, und die, wenn nicht Kriminalisierung, so doch Inkriminierung auch noch bei Twitter, unter dem eigenen gemeinschaftsstiftenden Hashtag, wendet sich gegen die Gemeinde.</p>
<p>Kein Wunder, da&#223; die Reaktionen so massiv sind. Auch deshalb finde ich das Projekt gro&#223;artig. Ansonsten staats- und obrigkeitskritische Linke und Liberale sehen den Tatort Woche f&#252;r Woche ganz unkritisch, und bei einigen wundert es mich Woche f&#252;r Woche, wie sie so ganz absehen k&#246;nnen von der dargestellten &#220;berheblichkeit der Polizei, den Rechtsbr&#252;chen, dem nonchalanten Umgang mit dem ohnehin gro&#223;z&#252;gig zur Seite der Polizei hin irrenden Polizeirecht – alles im Dienst einer effizienten Polizeiarbeit, der Ergebnisorientierung viel wichtiger ist als Rechtsstaatlichkeit und Beschuldigtenrechte. </p>
<p>Das thematisiert @tatortwatch, indem es die sch&#246;ne Sonntagsunterhaltung eben nicht nur als Unterhaltung liest.</p>
<p>Nat&#252;rlich, es ist eine Krimiserie, keine Dokumentation und kein Lehrfilm. Und dennoch pr&#228;gt auch diese Fiktion, was gesellschaftlich als normal angesehen wird. Auch der Tatort (gerade in einem dem »Bildungsauftrag« verpflichteten &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehen) ist ein Lernort. (Im Zuge der viel deutlicher fiktionalen Serie <em>24</em> wurde diskutiert, inwiefern die gezeigte Folter durch den Protagonisten zu einer Verrohung von Soldat_innen <a href="http://www.democracynow.org/2007/2/22/is_torture_on_hit_fox_tv">beigetragen hat</a>.) </p>
<p>Der Tatort als Qualit&#228;tsfernsehen, als Flaggschiff der ARD-Unterhaltung, ist der Goldstandard bei der vorgeblich realit&#228;tsnahen Darstellung von Polizeiarbeit im Fernsehen – und Unterhaltung ist nie neutral, erst recht nicht wertneutral. Unterhaltung pr&#228;gt Wahrnehmungen und Einstellungen. Nicht nur das Private, auch das &#214;ffentlich-Rechtliche ist politisch.</p>
<p>@tatortwatch sorgt f&#252;r ein Gegengewicht: Beschuldigtenrechte, die Polizei als ein Element staatlicher Gewalt, die daher nicht nur und von vornherein gut ist und der demokratischen und rechtsstaatlichen Kontrolle und Z&#252;gelung bedarf &#8211; das kommt selten vor im Fernsehen, und wenn, dann das erste als &#196;rgernis und Ermitttlungshindernis, das zweite als der Einzelfall des einen gefallenen b&#246;sen Polizisten. </p>
<p>@tatortwatch nervt gerade deshalb: weil es dieses sch&#246;ne deutsche Idealbild des Freunds und Helfers sowie des gem&#252;tlichen, harmlosen Fernsehabends mit rechtsstaatlicher Kritik in Frage stellt – das ist b&#252;rgerschaftliche Bildung und das genaue Gegenteil von Nanny-Ideologie und Bevormundung.</p>
<p>Ich freue mich auf den n&#228;chsten Tatort mit @tatortwatch.<br />
&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://fxneumann.de/?p=2532" target="_blank">fxneumann</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58514/tatortwatch-gegen-die-mediale-normalisierung-burgerrechtlicher-wurstigkeit/">#tatortwatch: Gegen die mediale Normalisierung b&#252;rgerrechtlicher Wurstigkeit</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58514/tatortwatch-gegen-die-mediale-normalisierung-burgerrechtlicher-wurstigkeit/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58514&amp;md5=4a3367516c69e3a6a19c409a9d6cf895" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Menschenrecht auf Internet?</title>
		<link>http://carta.info/58493/menschenrecht-auf-internet/</link>
		<comments>http://carta.info/58493/menschenrecht-auf-internet/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 May 2013 08:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Christian Voigt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Machtverh&#228;ltnisse im Internet verschieben sich zusehends, die Rechte der Nutzer werden immer weiter beschnitten. Wie k&#246;nnte ein gerechtes Internet f&#252;r alle aussehen?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/a9c2569611794be0807ca15088ed0a92" alt="" width="1" height="1" /><br />
&nbsp;</p>
<h4><strong>Die These</strong></h4>
<p>Da “das Internet” keine einfache Ressource ist, sondern etwas ebenso Komplexes wie Diverses, umfassend gar nicht Bestimmbares, das sich in unabsehbarer Weise weiter entwickelt und auch in seinem Wesen transformiert werden kann, greifen Forderungen nach einem Menschenrecht auf Zugang zu kurz. Das Internet wird in gesellschaftlichen Prozessen ver&#228;ndert, und es transformiert umgekehrt unsere Gesellschaften.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sollte von einem Recht auf Teilhabe am Internet ausgegangen werden, und das hei&#223;t, auf Teilhabe an den gesellschaftlichen Prozessen der Weiterentwicklung, aber auch der Regulierung und Verwaltung des Internets.<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>Der Text ist ein f&#252;r die erste, Anfang Herbst erscheinende Publikation des <a href="http://www.collaboratory.at/2012/10/call-for-paper-der-intitiative.html" target="_blank">&#246;sterreichischen Co:Lab</a> ausgef&#252;hrter Gedankengang, der bislang nur in vereinzelten Gespr&#228;chen debattiert wurde. </p>
<p>Disclaimer: Es handelt sich also um eine recht rohe, aus Zeit– und Energiegr&#252;nden etwas schludrig ausgearbeitete Skizze. Also bitte zerpfl&#252;cken. Und aufsammeln, was brauchbar ist.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Rechte eines jeden Menschen <em>_am_</em> Internet</strong></h4>
<p><em>Ein Pl&#228;doyer f&#252;r die generelle Forderung auf gleichberechtigte Mitbestimmung bei der Regelung und Verwaltung des Internets</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Recht oder Privileg</strong></h4>
<p>Debatten zu Internet und zu Menschenrechten gibt es seit geraumer Zeit. Die Formulierung der gesellschaftlichen Forderung eines allgemeinen Rechts auf Zugang zum Internet ist beinahe so alt wie das Internet selbst. Wirft mensch die Suchmaschinen an und beginnt, “<em>internet</em>”, “<em>access</em>” und “<em>right</em>” einzugeben, so werden Auto-Ausf&#252;llfunktionen vielleicht zus&#228;tzlich “<em>human right</em>” oder “<em>or privilege</em>” vorschlagen. </p>
<p>Die Suchtreffer f&#252;hren jedenfalls dahin, dass diese Diskussion auf vielen Ebenen gef&#252;hrt wird, dass die Vereinigten Nationen offensichtlich der Ansicht sind, der Zugang zum Internet sei ein fundamentales Recht, und dass einzelne Staaten ein entsprechendes Recht bereits kodifiziert haben.</p>
<p>Die Frage, ob es angesichts des Internets neuer Menschenrechte bedarf, ist also in der einen und anderen Form schon ein paar Mal beantwortet worden. Sie wurde 2003 am ersten “<a href="http://www.itu.int/wsis/index.html" target="_blank">World Summit on the Information Society</a>” diskutiert und ist auch auf der Ebene der Vereinten Nationen bis heute Thema. Sie wird weiter gestellt werden. Sie wird noch des &#246;fteren in die eine oder andere Richtung beantwortet werden.</p>
<p>Matthias Kettemann hat in seinem Beitrag “Neue Menschenrechte f&#252;r das Internet?” (Kapitel 2.1.) zu dieser Publikation dargelegt, dass er aus juristischer Perspektive die Notwendigkeit neuer Menschenrechte f&#252;r das Internet nicht sieht. Vielmehr m&#252;sse um– und durchgesetzt werden, dass, “was offline gilt, auch online gelten muss”. Es gilt, den errungenen Menschenrechten erster, zweiter und dritter Generation zur Durchsetzung zu verhelfen (siehe Kap. 1.1. <em>Der Zusammenhang von Ethik und Recht und die Rolle der Menschenrechte</em> von Christof Tschohl).<sup><a href="#footnote_0_1935" id="identifier_0_1935" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Verweise zu anderen Beitr&#228;gen innerhalb der Co:Lab AT Publikation –&nbsp;um solche handelt es sich hier und weiter unten noch ein paar Mal –&nbsp;­verlinke ich ex post, sobald alles online gegangen ist.">1</a></sup></p>
<p>So stimmig diese Sicht und so wichtig dieser Zugang ist, so komme ich angesichts der grundlegenden Fragestellung doch zu einem anderen Schluss: Die Formulierung und Etablierung von universalen Rechten eines jeden Menschen in Bezug auf das Internet w&#228;ren ein immenser gesellschaftlicher Fortschritt. Es w&#228;re zu hoffen, und das durchaus im Sinne der Parolen der franz&#246;sischen Revolution und aus der Perspektive der Menschenrechte, dass die politischen, &#246;konomischen, kulturellen und also gesamtgesellschaftlichen K&#228;mpfe zur Durchsetzung dieser Rechte irgendwann erfolgreich sind.</p>
<p>Welche Rechte am Internet f&#252;r jeden Einzelnen alleine vor dem Hintergrund Menschenw&#252;rde abgesichert sein sollten, und warum es sich lohnen w&#252;rde, f&#252;r die Rechte aller am Internet zu k&#228;mpfen, soll im Folgenden entwickelt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Begr&#252;ndungen des Rechtsanspruchs</strong></h4>
<p>Das Recht auf Zugang soll absichern helfen, dass niemand gegen den eigenen Willen vom Internet ausgeschlossen werden kann. Dass ein erzwungener Ausschluss vom Internet eine eminente Benachteiligung darstellt, ist im zweiten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht mehr bestreitbar. Fr&#252;he Forderungen aus den 1990er Jahren zeigen, dass diese Entwicklung lange absehbar war und fr&#252;h gesehen wurde. </p>
<p>Die dominante Argumentationslinie f&#252;r das Recht auf Internetzugang, damals wie heute, stellt den ungehinderten Zugang zu Information (Informationsfreiheit) und das Recht auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung sowie deren Bedeutung f&#252;r liberale demokratische Gesellschaften in den Vordergrund: das Internet als Informations– und Publikationsraum, der f&#252;r Teilhabe an gesellschaftlichen Debatten und an politischen Meinungsbildungsprozessen grundlegend geworden ist.</p>
<p>Folgen wir der Argumentation von Matthias Kettemanns Beitrag in diesem Band, m&#252;sste tats&#228;chlich von den bestehenden Menschenrechten der Informationsfreiheit und dem Recht auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung ableitbar sein, dass niemandem der Zugang zum Internet prinzipiell verwehrt werden darf, weil das diese universalen Rechte verletzen w&#252;rde. Internetsperren widersprechen demnach eigentlich fundamentalen Menschenrechten (siehe Kap. 2.2. <em>Internetsperren und Menschenrechte</em> von J. Messerschmidt).</p>
<p>Der Fokus auf Informations– und Meinungsfreiheit l&#228;sst in den Hintergrund treten, dass es “das Internet” auch f&#252;r eine Reihe anderer Menschenrechte braucht. Es steht heute im Rang einer grundlegenden Infrastruktur, &#228;hnlich dem Post– und Verkehrswesen oder der Strom– und Gasversorgung. </p>
<p>Wer keinen Zugang hat und wer keine E-Mail-Adresse nutzen kann, ist in unserer Gesellschaft schlechter gestellt als andere, und diese Benachteiligung geht soweit, dass unfreiwillige Internetferne als ein Indikator f&#252;r Segregation gelten kann. &#220;ber keine E-Mail-Adresse verf&#252;gen zu k&#246;nnen, steht in einer Reihe mit <em>kein Bankkonto haben</em> und <em>keine Telefonnummer angeben k&#246;nnen</em> f&#252;r gesellschaftlichen Ausschluss.</p>
<p>“Das Internet” in seiner gegenw&#228;rtigen Form ist essentiell f&#252;r das Recht auf Bildung, das Recht auf Arbeit, das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben, das Recht auf Selbstbestimmung der V&#246;lker, das Recht auf Entwicklung, um nur die offensichtlichen Menschenrechte zu nennen, die ohne Zugang zum Internet f&#252;r viele nicht (mehr) sicher gestellt sind. </p>
<p>Freilich stellt das Internet in seiner gegenw&#228;rtigen Form auch eine Bedrohung f&#252;r fundamentale Rechte dar, vorrangig f&#252;r Pers&#246;nlichkeitsrechte, das Recht auf Schutz vor willk&#252;rlichen Eingriffen in die Privatsph&#228;re. (Siehe Kap. 2.4. <em>Wir haben ein Recht auf Anonymit&#228;t</em> von M. Bauer, Kap. 2.5. <em>Internet-Menschenrechte in der arbeitsrechtlichen Kampfzone</em> von T. Kreiml sowie Kap. 2.6. <em>Paradigmenwechsel “Vorratsdatenspeicherung” im europ&#228;ischen Datenschutzrecht</em> von Chr. Tschohl und Kap. 2.7. <em>Die Reform des <span class="caps">EU</span> Datenschutzrechts</em> von A. Krisch.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Des Internets Metamorphosen</strong></h4>
<p>“Das Internet” &#228;ndert sich. Es ist schwierig zu sagen, was das Internet auch nur gegenw&#228;rtig ist, geschweige denn, wie es in drei, in f&#252;nf oder erst recht in zwanzig Jahren aussehen und in seiner ganzen Komplexit&#228;t funktionieren wird. </p>
<p>Zur Zeit der fr&#252;hen Forderungen nach einem Menschenrecht auf Internetzugang konnte m&#246;glicherweise etwas wie ein Breitbandanschluss oder ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_der_Dinge" target="_blank">Internet of Things (IoT)</a> antizipiert werden, aber unm&#246;glich die gesellschaftliche Bedeutung von Google oder Facebook (siehe dazu auch Kap. 3.2. <em>Ist Facebook ein neuer &#246;ffentlicher Raum?</em> von M. Kettemann), die Entwicklungen eines <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Suchmaschinenoptimierung" target="_blank">SEO-Gewerbes</a>, der Branche der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Media_Manager" target="_blank">Social Media Manager</a> oder der “<a href="http://www.zeit.de/digital/games/2012-03/spiel-data-dealer/komplettansicht" target="_blank"><em>Data Dealer</em></a>”, die Emergenz neuer gesellschaftlicher Modi der Selbstorganisation wie im Fall von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_(Kollektiv)" target="_blank">Anonymous</a>, beim <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Guttenplag" target="_blank">GuttenPlag</a> oder – fr&#252;her – einer Wikipedia.</p>
<p>Das, wozu wir Zugang haben und wof&#252;r wir f&#252;r alle Menschen gleicherma&#223;en ein allgemeines Zugangsrecht sichern wollen, weil es f&#252;r die Freiheiten der Einzelnen und f&#252;r die demokratische Verfassung aller so elementar ist, bleibt &#252;ber die Zeit hinweg nicht stetig identisch. Mit diesem Gedanken schiebt sich ein unangenehmer Verdacht ins Blickfeld. Was, wenn “das Internet” irgendwann nicht mehr “das Internet” ist, dem wir diese Bedeutung zumessen? In den letzten Jahren h&#228;ufen sich die Warnungen vor einem drohenden “<em>Ende des freien Internets</em>” (<a href="http://lmgtfy.com/?q=%E2%80%9CEnde+des+freien+Internets%E2%80%9D" target="_blank">Zur Verifizierung einfach die Phrase in eine Suchmaschine eingeben</a>).</p>
<p>Heute tun wir uns noch schwer, uns einen personenspezifischen vollkommenen Ausschluss vom Internet vorzustellen, ob durch staatliche Gewalt oder die Willk&#252;r eines Unternehmens durchgesetzt &#8211; “<em>ich kann immer noch bei jemand anderem und mit anderen Ger&#228;ten surfen</em>”. Dabei k&#246;nnte das immer konzentriertere Vorgehen gegen Anonymit&#228;t irgendwann darin enden, dass der Internetzugang ohne biometrische Identifizierung nicht mehr m&#246;glich oder erlaubt ist. Dieses eine Beispiel soll lediglich zeigen, dass “das Internet” unsere Vorstellung &#252;berfordert, nicht zuletzt, weil es in der Menschheitsgeschichte immer noch relativ neu ist.</p>
<p>Das, was es ist, entwickelt sich laufend weiter, ebenso, was es alles bedeutet, was es alles evoziert und so weiter. Wir wissen nicht, was “das Internet” in einiger Zeit von jetzt sein wird.</p>
<p>Es w&#228;re t&#246;richt, f&#252;r die angesprochenen laufenden Ver&#228;nderungen dessen, was das Internet ist, automatisch das Bild von Fortschritt im Sinne positiver Weiterentwicklung anzunehmen. “Das Internet” ist im Gro&#223;en und Ganzen ebenso wie in vielen Teilbereichen Objekt komplexer gesellschaftlicher K&#228;mpfe, und das gleichzeitig auf globaler, transnationaler wie auf regionalen und nationalen Ebenen.</p>
<p>Wenn “das Internet” sich aber laufend &#228;ndert, stellt sich die Frage nach der Tragweite einer Forderung, die sich auf den Aspekt des Zugangs beschr&#228;nkt. Mitte der 1990er hatte mensch mit einem Internetzugang zu einem anderen Internet Zugang als 2005. Der Begriff “<em>Web 2.0</em>” benennt genau diesen Punkt direkt, die Emergenz von etwas Neuem mit neuen Systemlogiken, das nicht mehr so funktioniert und zu verstehen ist wie “vorher”.</p>
<p>Bald ein Jahrzehnt sp&#228;ter unterliegt das Internet weiter rasanten Entwicklungen. Und es hat rasante Entwicklungen wie den so genannten “<em>arabischen Fr&#252;hling</em>” und den tiefgreifenden Strukturwandel des massenmedialen Systems bef&#246;rdert.</p>
<p>Simpel zusammengefasst: Gesellschaft &#228;ndert Internet, Internet &#228;ndert Gesellschaft.</p>
<p>Wie w&#228;re der (<a href="http://www.telegraph.co.uk/technology/news/8753784/The-300m-cable-that-will-save-traders-milliseconds.html" target="_blank">Turbofinanzkapitalismus</a>  ohne Internet und Glasfaserkabel denkbar? Wie das Internet in gegenw&#228;rtiger Form ohne die erste Generation der <a href="http://glossar.sozialebewegungen.org/freie-software/" target="_blank">Freie Software — Bewegung</a>?)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Wirken Asymmetrien verst&#228;rkend oder entsch&#228;rfend?</strong></h4>
<p>Heute wird allenthalben vom Recht auf Zugang zu Facebook, Twitter oder Youtube gesprochen. Der Ausschluss von einer dieser Plattformen entspricht mittlerweile in einigen F&#228;llen dem, was das Recht auf Internetzugang sichern sollte: Ausschluss von Informations– und Meinungsfreiheit. </p>
<p>In diesen F&#228;llen gen&#252;gte es nicht, den allgemeinen Zugang zum Internet als Menschenrecht abzusichern. Umgekehrt bliebe auch nicht viel von der Intention &#252;ber, wenn Zugang irgendwann zu etwas f&#252;hrt, was jede und jeden einzelnen – &#228;hnlich dem Zugang zu Radio und Fernsehen – auf wenige, von anderen willk&#252;rlich vorgegebene Nutzungsm&#246;glichkeiten beschr&#228;nkt.</p>
<p>Die Formulierung des Rechtsanspruchs, des Rechts auf Internet beziehungsweise <em>am</em> Internet, muss strukturellen Wandel mitdenken. Sie sollte dem Anspruch auf Mitsprache bei der Gestaltung, Regelung und Verwaltung des Internets gerecht werden. </p>
<p>Und hier findet sich die Unterscheidung zu der von Matthias Kettemann formulierten Position. Es gen&#252;gt nicht, nur den g&#252;ltigen Menschenrechten im Internet zur Geltung zu verhelfen, um das Teilhaberecht an den &#246;ffentlichen Diskursen und politischer Meinungsbildung zu sichern: Es bedarf der anerkannten und durchsetzbaren Teilhaberechte am Internet selbst. </p>
<p>Nur auf dieser Basis kann, w&#252;rde ich argumentieren, auf Dauer das Recht jeder und jedes Einzelnen auf Gleichberechtigung, unabh&#228;ngig von Merkmalen wie ethnischer, sozialer oder religi&#246;ser Zugeh&#246;rigkeit, sexueller Orientierung oder Behinderung und unabh&#228;ngig von Wohlstand, Status oder Weltanschauung, gesichert werden.</p>
<p>Nur durch Rechte nicht allein auf, sondern <em>am</em> Internet wird Schutz vor staatlicher wie auch privatwirtschaftlicher Willk&#252;r, die Abwehr von von Eingriffen in den gesch&#252;tzten Freiheitsbereich des Einzelnen abgesichert.</p>
<p>Das Internet, und hier braucht es wieder den Zusatz “<em>in seiner gegenw&#228;rtigen Form</em>”, vergr&#246;&#223;ert den Handlungsspielraum sowohl der gesellschaftlich Starken und M&#228;chtigen, als auch der sozial Benachteiligten und Schwachen. Den Herrschenden bieten sich ungeahnte M&#246;glichkeiten der &#220;berwachung, Kontrolle und Disziplinierung durch das tief in die Privatsph&#228;ren hinein operierende Internet. Den Unterdr&#252;ckten und Ausgebeuteten bietet es Ausgrenzung, Schranken und Repression &#252;berbr&#252;ckende Optionen zur Selbstorganisation, Zusammenarbeit und Organisierung.</p>
<p>In dieser Situation ist es offensichtlich, dass “das Internet” zum Objekt gesellschaftlicher K&#228;mpfe werden muss. </p>
<p>Die asymmetrischen Machtverh&#228;ltnisse in unseren Gesellschaften weltweit und in der Weltgesellschaft allgemein k&#246;nnen durch gesellschaftlichen Einfluss auf “das Internet” und auf das, was “das Internet” in Zukunft sein wird, in die eine oder andere Richtung beeinflusst werden. Von selbst im Gleichgewicht bleiben werden sie jedenfalls nicht (und mit Gleichgewicht sei die gegenw&#228;rtige Ausgangslage ohne Wertung in die eine oder andere Richtung definiert).</p>
<p>Kurz: das Internet in zehn Jahren wird die Asymmetrie der Machtverh&#228;ltnisse, gemessen an heute, versch&#228;rfen oder abschw&#228;chen. Und hier sehe ich den Auftrag, weitergehende Teilhaberechte am Internet zu fordern; auch um die Abwehrrechte gegen&#252;ber jener Seite zu st&#228;rken, die am l&#228;ngeren Hebel asymmetrischer Machtverh&#228;ltnisse agieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Abwehr– und Teilhaberechte</strong></h4>
<p>Es gibt ein Beispiel, wo diese Abwehr– und Teilhaberechte angesichts des Internets heute schon ableitbar sind. Dieses Beispiel mag ein genuin &#246;sterreichisches sein und betrifft die Verfassung der Arbeitswelt:</p>
<p>Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsverfassungsgesetz" target="_blank">Arbeitsverfassungsgesetz</a> gibt dem Betriebsrat als Vertretungsorgan Mitbestimmungsrechte f&#252;r die Belegschaft und Kontrollrechte gegen&#252;ber einer Betriebs– oder Unternehmensleitung. Der Betriebsrat hat ein Verhandlungsmandat und kann Vertr&#228;ge mit der Unternehmensf&#252;hrung abschlie&#223;en, die dann ein Element der Betriebsverfassung darstellen; zum Beispiel: welche Regeln gelten f&#252;r die Nutzung der Telefonanlage, f&#252;r den Gebrauch von E-Mails, des Internets oder des Zeiterfassungssystems. Damit wird der Spielraum willk&#252;rlicher Ma&#223;nahmen, Regelungen und Forderungen des Managements eines Unternehmens gegen&#252;ber den im Unternehmen Arbeitenden beschr&#228;nkt.</p>
<p>Den Abschluss einer Betriebsvereinbarung “<em>Internet</em>” (und “<em>E-Mail</em>”) kann der Betriebsrat fordern, weil das Internet “zustimmungspflichtig” ist. Das hei&#223;t, die gesetzlich vorgesehene K&#246;rperschaft Betriebsrat hat das Recht, die Nutzung des Internets im Betrieb von der Zustimmung dieses Organs abh&#228;ngig zu machen. Zustimmungspflichtig ist die Nutzung des Internets wiederum, weil jede Nutzung per se die Menschenw&#252;rde der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ber&#252;hrt.<sup><a href="#footnote_1_1935" id="identifier_1_1935" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Josef Cerny et al.: Arbeitsverfassungsrecht. Gesetze und Kommentare 157. Band 3, 4. Auflage, Wien: &#214;GB Verlag, S. 152f.">2</a></sup></p>
<p>Das bedeutet in der Praxis nun lediglich, dass eine Unternehmensf&#252;hrung in &#214;sterreich die Internetnutzung nicht rechtens ausgestalten kann, wie es ihr beliebt, wenn ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebsrat" target="_blank">Betriebsrat</a> konstituiert ist und die Mitbestimmungsrechte einfordert. In der Praxis gibt es nicht immer einen Betriebsrat und selbst, wenn einer konstituiert ist, wird kaum irgendwo einmal per einstweiliger Verf&#252;gung in einem Betrieb das Internet abgedreht, weil dem Betriebsrat der Abschluss einer Betriebsvereinbarung “<em>Internet</em>” verweigert wird, der er zustimmen kann.</p>
<p>Die Asymmetrie der Machtverh&#228;ltnisse zwischen Unternehmensf&#252;hrung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht es zudem f&#252;r erstere leicht, die Rechte letzterer zu ignorieren. Es ist wahrscheinlich, dass sie bei Missachtung der Pers&#246;nlichkeitsrechte ohne Konsequenzen davonkommen, weil die Kontrolle der technischen Infrastruktur in den H&#228;nden ersterer liegt. Log-Files wie E-Mails sind jederzeit und relativ einfach les– und auswertbar, ohne dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das mitbekommen k&#246;nnten.</p>
<p>Umgekehrt ist es &#252;berall die Asymmetrie von Machtverh&#228;ltnissen, die durch kodifizierte Rechte aller &#8211; und also auch derer, die sich in der schw&#228;cheren Position befinden -, beschr&#228;nkt werden soll. Rechte von Lohnabh&#228;ngigen oder Rechte von Konsumentinnen und Konsumenten, Rechte eines Vertretungsorgans wie des Betriebs– oder Gemeinde– oder Nationalrats, Grundrechte allgemein von B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern, Menschenrechte – es geht stets um Abwehrrechte gegen&#252;ber Machtmissbrauch und um Teilhaberechte.</p>
<p>Das konkrete Beispiel aus der Arbeitswelt ist f&#252;r unsere Frage deshalb von besonderem Interesse, weil hier erstens aus den Menschenrechten etwas zur Regelung des Internets in einem Teilbereich abgeleitet wird, und zweitens die Durchsetzung dieser Rechte in geregelter Art und Weise operationalisiert ist. </p>
<p>Vor allem aber wird – drittens – aus den Grundrechten jeder und jedes Einzelnen das Recht auf Mitsprache an der Regelung des Internets abgeleitet, operationalisiert hier durch die starke Verhandlungsposition der K&#246;rperschaft Betriebsrat. Dieser kann f&#252;r den Geltungsbereich Betrieb die grundlegenden Regeln mitbestimmen, wie das Internet, Zugang, Nutzung, Kontrolle und so weiter im Unternehmen geregelt sind. Und er kann jede &#196;nderung dieser Regeln mitbestimmen.</p>
<p>Vereinfacht k&#246;nnen wir von diesem Beispiel aus der Arbeitswelt auf die generelle Ebene verallgemeinern: “Das Internet” ber&#252;hrt sowohl als grundlegende Infrastruktur als auch durch seine technischen Eigenheiten per se mehrere Menschenrechte, weswegen &#196;nderungen an Struktur, Regeln und Verwaltung des Internets “durch uns” zustimmungspflichtig sein m&#252;ssten, da diese &#196;nderungen wiederum automatisch in unsere Menschenrechte eingreifen und unsere durch Pers&#246;nlichkeitsrechte mittelbar gesch&#252;tzte Grundrechtssph&#228;re beeintr&#228;chtigen k&#246;nnen.</p>
<p>Der Umstand, dass das Internet als transnationale Infrastruktur nationale Geltungsbereiche unterl&#228;uft, sollte eine weitere Motivation darstellen, den Anspruch auf Teilhaberechte am Internet auf der Ebene der Menschenrechte zu formulieren (siehe auch Kap. 3.6. <em>Die Grenzen der juristischen Verfolgung von Hassrede im Internet: Ein Beispiel aus Ungarn</em> von V. Szabados). Nationale Parlamente sind nicht automatisch durch demokratische Wahlen legitimiert, Neuregelungen des Internets in unserem Namen zuzustimmen.</p>
<p>F&#252;r Teilhaberechte aller am Internet spricht au&#223;erdem und nicht zuletzt, dass wir das, was “das Internet” gegenw&#228;rtig ist, nicht der Leistung eines Unternehmens oder dem Staat verdanken, von dem uns diese Infrastruktur zur Verf&#252;gung gestellt wird. </p>
<p>Es ist weder das Produkt einer Firma, noch ist es nat&#252;rliche Ressource oder nationalstaatlich organisiertes &#246;ffentliches Gut. “Das Internet” geht viel mehr auf vielschichtige Prozesse gesellschaftlicher Produktion zur&#252;ck, als auf eine unternehmerische Leistung oder staatliche Organisation. </p>
<p>Die Forderung auf Zugang muss dem Staat gegen&#252;ber gestellt werden. Der Rang des Menschenrechts soll diesem Recht lediglich mehr Gewicht beimessen und alle Staaten zwingen, dieses Recht auf Zugang zu sch&#252;tzen. Das kann der Staat auch sehr einfach, ist die Regulierung des Zugangs doch seine Dom&#228;ne. Ein Recht auf Teilhabe am Internet, auf gleichberechtigte Mitbestimmung bei der Regelung und Verwaltung des transnationalen Internets, das kann der einzelne Staat nicht einfach durchsetzen. Umso mehr m&#252;sste dieses Recht als universelles Menschenrecht gefordert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Das f&#252;r jeden Menschen Wesentliche am Internet</strong></h4>
<p>Wenn das Menschenrecht nicht am Zugang zum Internet festmachen, woran aber dann? </p>
<p>Wenn “das Internet” gesellschaftlich schwer zu fassen und noch schwieriger in einer Definition zu begreifen ist, die den Metamorphosen &#252;ber Entwicklungszeitr&#228;ume hin gerecht w&#252;rde, wie dann die Rechte formulieren, die wir alle nur aufgrund unseres Menschseins haben? </p>
<p>F&#252;r die Vereinten Nationen formuliert die UN-Sonderberichterstatterin Farida Shaheed, zitiert in einer Aussendung der Vereinten Nationen am 18. Mai 2012:<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>“Da das Internet im Wesentlichen eine globale Ressource darstellt, muss eine angemessene Regelung und Verwaltung des Internets das Recht eines jeden Menschen auf selbstbestimmten Zugang zu Information ebenso wie auf selbsterm&#228;chtigte Nutzung von Information und Kommunikationstechnologien unabdingbar unterst&#252;tzen.“<sup><a href="#footnote_2_1935" id="identifier_2_1935" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="eigene &#220;bersetzung aus der Pressemitteilung der Vereinten Nationen vom 18. Mai 2012: “Internet governance must ensure access for everyone”">3</a></sup></p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Diese Formulierung geht deutlich &#252;ber die Forderung eines Rechts lediglich auf Zugang hinaus. Der Zugang und die Nutzung m&#252;ssen selbstbestimmt und selbsterm&#228;chtigt m&#246;glich sein. Gleichzeitig kann diese Formulierung den Charakter eines Appells an die, die regeln und verwalten, nicht verbergen. Den Regelnden und Verwaltenden wird zwar eine allgemeine Schutzpflicht der Rechte eines jeden Menschen zugesprochen, ohne dass aber die Legitimation dieser unbestimmten Regelnden und Verwaltenden angesprochen oder Bedingungen unterworfen wird.</p>
<p>Ich habe weiter oben bereits vorgeschlagen, mehr, n&#228;mlich gleichberechtigte Mitbestimmung und Teilhaberechte am Internet zu fordern. Dazu m&#246;chte ich eine Konkretisierung versuchen, welche Aspekte “am Internet” f&#252;r jeden Menschen so wesentlich sind, dass es unserer Zustimmung und also Kontrollm&#246;glichkeiten bedarf, wie es geregelt und verwaltet wird. </p>
<p>Bislang bin ich der Frage ausgewichen, was das Internet sei. Ich habe es vielmehr samt vorangestelltem bestimmtem Artikel in Anf&#252;hrungszeichen gesetzt und als etwas schwer zu Begreifendes charakterisiert, als etwas im Rang grundlegender, obwohl in der Menschheitsgeschichte noch junger Infrastruktur, vielschichtig und komplex auf Gesellschaft wirkend, w&#228;hrend “es”, “das Internet”, gleichzeitig gesellschaftlich produziert und durch widerstreitende gesellschaftliche Gestaltungsanspr&#252;che laufend weiter ver&#228;ndert wird.</p>
<p>Mit dieser unbestimmten Benennung l&#228;sst sich freilich keine haltbare Formulierung eines sinnvollen Rechtsanspruchs gewinnen. Die Definition und Beschreibung im Wikipedia-Artikel “<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internet" target="_blank"><em>Internet</em></a>” hilft auch nicht weiter.</p>
<p>Ich schlage die Unterscheidung von (mindestens) vier Aspekten und Eigenschaften vor, die meines Erachtens f&#252;r die Frage der Menschenrechte relevant sind:</p>
<ol>
<li>Vermittels Internets werden Daten &#252;bertragen, Informationen. Es ist &#220;bertragungsmedium.</li>
<li>Im Internet werden Daten gesichert, Informationen archiviert. Es ist Speichermedium.</li>
<li>Mittels Internet kommunizieren Menschen. Es ist Kommunikationsmedium.</li>
<li>Im Internet und via Internet werden Dienste, Plattformen und Organisationen gebaut. Dienste, um weitere Dienste, Organisationen, Plattformen zu bauen. Plattformen, um weitere Dienste, Plattformen und Organisationen zu gr&#252;nden. Organisationen, um Dienste, Plattformen und Organisationen zu organisieren. Es ist grundlegende Ressource und Infrastruktur.</li>
</ol>
<p>All diese Eigenschaften w&#252;rde ich als grundlegende bezeichnen, die als solche in einem sich laufend wandelnden Internet erhalten bleiben. Aus diesem Grund schlage ich vor, mit der Forderung von Rechten auf diese grundlegenden Eigenschaften Bezug zu nehmen. Beziehungsweise m&#252;ssen sie aus der Perspektive der Menschenrechte erhalten werden, sind es doch die f&#252;r jeden Menschen wesentlichen Dimensionen. </p>
<p>Eine Transformation des Internets zum Beispiel in die Richtung, die das selbsterm&#228;chtigte Bauen von Diensten, Organisationen und Plattformen einschr&#228;nken oder verunm&#246;glichen w&#252;rde, k&#228;me einem willk&#252;rlichen Ausschluss von grundlegenden Ressourcen und Infrastruktur gleich und verletzte Rechte wie das auf Arbeit, auf Bildung, auf Teilhabe am kulturellen Leben. Die prinzipielle Bevorzugung einzelner gegen&#252;ber anderen bei der &#220;bertragung von Daten w&#252;rde beispielsweise das Prinzip der Gleichberechtigung verletzen (siehe dazu auch Kap. 3.2. <em>Netzneutralit&#228;t. Das Internet im Spannungsfeld von Public Service und Kommerzialisierung</em> von T. Pelligrini).</p>
<p>All diese Eigenschaften betreffen alle Menschen. F&#252;r alle Eigenschaften sollten die Prinzipien der Menschenrechte gelten – Universalit&#228;t, Egalit&#228;t, Unteilbarkeit.</p>
<p>Und dabei ist der Gebrauch des Internets durch die oder den Einzelnen selbst nicht notwendig, um in der eigenen Menschenw&#252;rde ber&#252;hrt zu werden. &#196;hnlich dem Beispiel aus der Arbeitswelt gilt, dass wir alle per se ber&#252;hrt sind: weil unsere beziehungsweise uns betreffende Daten &#252;bertragen werden. </p>
<p>Weil &#252;ber uns Daten erfasst und gespeichert werden, Daten unsere Privatsph&#228;re ber&#252;hren und allzu einfach dazu eingesetzt werden k&#246;nnen, unsere Pers&#246;nlichkeits-, Freiheits– und sozialen Menschenrechte zu verletzen. </p>
<p>Weil unsere Kommunikation gest&#246;rt oder mitverfolgt oder ohne unsere Zustimmung gespeichert wird. Weil unsere Ideen, Produkte, Geschichten und Geschichte gespeichert oder verdr&#228;ngt werden. Weil unsere Organisation und Art uns zu organisieren ausgegrenzt, angegriffen und kriminalisiert wird.</p>
<p>Weil unser aller M&#246;glichkeiten der Daten&#252;bertragung, des Speicherns, des Kommunizierens, des Arbeitens, der freien Bewegung und des uns frei Organisierens durch M&#246;glichkeiten staatlicher Repression und kapitalistischer Ausbeutung im Internet und vermittels Internets in einem Ma&#223; bedroht sind, dass wir alle – Menschen qua unserer Menschenw&#252;rde heute und in Zukunft – mitbestimmen k&#246;nnen m&#252;ssen, wie “das Internet” entlang der grundlegenden Eigenschaften (1) &#220;bertragungsmedium, (2) Speichermedium, (3) Kommunikationsmedium sowie (4) Ressource und Infrastruktur geregelt und verwaltet wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Conclusio</strong></h4>
<p>In Abwandlung des bekannten Prinzips “<em>&#214;ffentliche Daten n&#252;tzen, private Daten sch&#252;tzen</em>” w&#252;rde ich angesichts von Internet und Menschenrechten f&#252;r einen Zugang pl&#228;dieren, der auf die Formel “<em>Menschenw&#252;rde sch&#252;tzen, Abwehrrechte zur Teilhabe n&#252;tzen</em>” gebracht werden k&#246;nnte. </p>
<p>Damit sei noch einmal zusammengefasst Folgendes gemeint:</p>
<p>Das Internet in seiner gegenw&#228;rtigen Form ist in komplexen und diversen Prozessen gesellschaftlicher Produktion entstanden, die mehr als zwei Jahrzehnte &#252;berspannen und weiter zur&#252;ck reichen. </p>
<p>Mit der Emergenz des sich laufend weiter entwickelnden und bisweilen strukturell wandelnden Internets ist etwas Neues in die Menschheitsgeschichte getreten, dessen globale historische Bedeutung f&#252;r uns in der Gegenwart noch kaum angemessen bemessen werden kann. Internet ver&#228;ndert unsere Gesellschaften. Die Produktion und Reproduktion “des Internets” passiert weiterhin in komplexen und diversen gesellschaftlichen Prozessen unter breitester Teilhabe, wird aber gleichzeitig immer mehr von Staatsapparaten und Kapitalinteressen bestimmt und eingegrenzt.</p>
<p>Die eminente Bedeutung des Internets macht es notwendiger Weise zum Objekt von Herrschaftsinteressen, die “das Internet”, seine Funktionen, Eigenschaften und weitreichenden Auswirkungen regulieren und beherrschen wollen (beziehungsweise aus der Perspektive der Herrschaft: m&#252;ssen). </p>
<p>In diesem Umfeld gilt es, die gesellschaftliche Teilhabe am Internet, an der Produktion und laufenden Reproduktion des Internets abzusichern. Vor diesem Hintergrund gilt es, die Rechte jeder und jedes Einzelnen angesichts des Internets und der Rechte am Internet zu sch&#252;tzen.</p>
<p>Dem Internet wohnt gleicherma&#223;en gro&#223;es emanzipatorisches wie repressives Potential inne. Im Angesicht der Komplexit&#228;t dessen, was das Internet ist und mit Bedacht darauf, dass sich das, was es ist, &#228;ndern und soweit ge&#228;ndert werden kann, dass es zu etwas im Grunde anderem transformiert w&#252;rde, pl&#228;diere ich f&#252;r das Menschenrecht am Internet.</p>
<p>Diese Forderung hat notgedrungen eine klar globale und historische Perspektive.</p>
<p>Ein Menschenrecht am Internet darf nicht am Zugang zum Internet allein festgemacht werden. Alle Menschen haben das Recht auf selbsterm&#228;chtigenden Zugang zu Daten&#252;bertragung und ein Recht darauf, dass ihre Daten sicher &#252;bertragen werden. Alle Menschen haben das Recht auf selbsterm&#228;chtigenden Zugang zu Datenspeicherung. Alle Menschen haben das Recht auf selbsterm&#228;chtigende und sichere Kommunikation vermittels Internets. Alle Menschen haben das Recht, die Ressource und die Infrastruktur “Internet” zu nutzen, um im und mit dem Internet selbsterm&#228;chtigt etwas zu produzieren.</p>
<p>Ein Menschenrecht am Internet muss die f&#252;r alle Menschen wesentlichen Eigenschaften der Daten&#252;bertragung, des Speicherns, der Kommunikation und als Ressource und Infrastruktur benennen und &#252;ber den Zugang hinaus das Recht auf Mitbestimmung an Struktur, Regeln und Verwaltung f&#252;r alle diese Eigenschaften festhalten. </p>
<p>Auf Basis einer solchen Grundformulierung sollten Ableitungen f&#252;r konkrete Umsetzungs-, Bemessungs– und Entscheidungsfragen sowie die &#220;bersetzung in konkrete transnationale wie nationale Richtlinien, Gesetzestexte, Verordnungen und Vertr&#228;ge eindeutig operationalisierbar sein. Und eindeutig meint hier, dass in konkreten F&#228;llen schnell klar ist, ob etwas dem Recht aller Menschen am Internet gerecht wird oder nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes">
<li id="footnote_0_1935" class="footnote">Die Verweise zu anderen Beitr&#228;gen innerhalb der Co:Lab <span class="caps">AT</span> Publikation <b id="internal-source-marker_0.26144535723142326">–</b>&nbsp;um solche handelt es sich hier und weiter unten noch ein paar Mal <b id="internal-source-marker_0.26144535723142326">–</b>&nbsp;­verlinke ich ex post, sobald alles online gegangen ist. [<a href="#identifier_0_1935" class="footnote-link footnote-back-link">↩</a>]</li>
<li id="footnote_1_1935" class="footnote">Josef Cerny et al.: Arbeitsverfassungsrecht. Gesetze und Kommentare 157. Band 3, 4. Auflage, Wien: <span class="caps">&#214;GB</span> Verlag, S. 152f. [<a href="#identifier_1_1935" class="footnote-link footnote-back-link">↩</a>]</li>
<li id="footnote_2_1935" class="footnote">eigene &#220;bersetzung aus der <a href="https://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=42039&amp;Cr=technology&amp;Cr1" target="_blank">Pressemitteilung der Vereinten Nationen vom 18. Mai 2012: “Internet governance must ensure access for everyone”</a> [<a href="#identifier_2_1935" class="footnote-link footnote-back-link">↩</a>]</li>
</ol>
<p>&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://www.kellerabteil.org/2013/04/menschenrecht-auf-internet/" target="_blank">kellerabteil</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58493/menschenrecht-auf-internet/">Menschenrecht auf Internet?</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58493/menschenrecht-auf-internet/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58493&amp;md5=59c35c5e4d3483b5f5746a57653b9295" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>F&#252;r ein nationales Transparenzgesetz</title>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 09:30:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Potschka</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Datenberge bei &#246;ffentlichen Verwaltungen wachsen, doch ihre Nutzung wird durch Besitzstandsdenken und Ablehnung von Transparenz erschwert oder ganz unm&#246;glich gemacht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/787764e8f2c9403ba36e8256b2493ac6" alt="" width="1" height="1" />Transparenz geht uns alle an. Sie ist ein wichtiges Element, das uns direkt &#8211; zum Beispiel bei der Kommunalverwaltung &#8211; oder indirekt &#252;ber Nachrichtenmedien erm&#246;glicht, unsere Rechte als B&#252;rger in der Demokratie wahrzunehmen. Transparenz bestimmt die Qualit&#228;t der Informationen, die uns dazu dienen, Gesellschafts-, Politik- und Verwaltungsprozesse zu verstehen und auf deren Basis wir letztendlich Wahlentscheidungen treffen. </p>
<p>Sie h&#228;ngt also eng mit Informationsfreiheit zusammen. Wie viel Informationsfreiheit einzelne L&#228;nder ihren B&#252;rgern gew&#228;hren, l&#228;sst R&#252;ckschl&#252;sse &#252;ber den Zustand ihrer demokratischen Prozesse zu. In Deutschland herrscht insgesamt eine Kultur von nur bedingter Offenheit vor.  </p>
<p>Seit 2005 ist das Informationsfreiheitsgesetz (Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes, IFG) in Deutschland in Kraft. Andere L&#228;nder k&#246;nnen hier auf eine deutlich l&#228;ngere Historie zur&#252;ckschauen. Der US-amerikanische Freedom of Information Act, das &#228;lteste und international am besten bekannte Beispiel f&#252;r gesetzlich geregelte Informationsfreiheit, existiert bereits seit 1966. </p>
<p>Im Jahr 2012 wurden 6077 Anfragen nach dem IFG gestellt. Zum Vergleich: In den USA waren es im gleichen Jahr <a href="http://www.foia.gov/" target="_blank">651.254</a> Anfragen und in Gro&#223;britannien allein in den ersten 3 Quartalen 2012 <a href="https://www.gov.uk/government/publications/freedom-of-information-statistics-on-implementation-in-central-government--2" target="_blank">37.313</a> Anfragen. </p>
<p>In gewissem Sinne horten in Deutschland der Bund, die L&#228;nder und Kommunen also ihr Herrschaftswissen. Daran wird sich mit dem aktuellen IFG und den bestehenden Initiativen im Bereich Open Data auch so schnell nichts &#228;ndern. Aber warum eigentlich nicht? </p>
<p>Zun&#228;chst einmal folgen Verwaltungskulturen Pfadabh&#228;ngigkeiten. Sie sind schnellem Wandel gegen&#252;ber nicht aufgeschlossen. Dar&#252;ber hinaus werden Handlungsspielr&#228;ume durch rechtliche H&#252;rden eingeschr&#228;nkt. </p>
<p>Den Umbr&#252;chen und strukturellen Ver&#228;nderungen im Journalismus werden die bestehenden gesetzlichen Regelungen allerdings nicht gerecht. Dort brechen traditionelle Gesch&#228;ftsmodelle von Nachrichtenmedien weg, oder sie ver&#228;ndern sich durch den digitalen Wandel massiv. H&#228;ufig f&#252;hrt das dazu, dass weniger Ressourcen f&#252;r investigative journalistische Leistungen zur Verf&#252;gung gestellt werden. </p>
<p>Mit der Einf&#252;hrung des IFGs wurden unter Federf&#252;hrung des Bundesinnenministeriums (BMI) hohe H&#252;rden f&#252;r die erfolgreiche Beantwortung von Anfragen gestellt. So k&#246;nnen die auskunftgebenden Beh&#246;rden Journalisten unter anderem durch Verschleppung und horrende Kosten f&#252;r die Bearbeitung schikanieren. </p>
<p>Als <a href="http://carta.info/46972/waz-dosb-innenminister-betreibt-informationsverschleppung/" target="_blank">Musterbeispiel</a> dient hier die Enth&#252;llung der &#252;berzogenen Medaillenerwartungen des BMI f&#252;r die Olympischen Sommerspiele 2012 in London durch Daniel Drepper und Niklas Schenck. Von Ministerien wird darauf hingewiesen, dass Anfragen nach IFG bis zu 500 Euro <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-04/ifg-informationsfreiheit-protokolle/" target="_blank">kosten</a> k&#246;nnen. Bei Drepper und Schenck hat das BMI den Auskunftsantrag allerdings auf 65 einzelne Antr&#228;ge aufgeteilt. In der Summe f&#252;hrt das zur stolzen Rechnung von 13.729,40 EUR. </p>
<p>Trotzdem – einem internationalen Trend folgend – florieren die Anfragen auf IFG-Basis. Neben der Regelung des Bundes k&#246;nnen auch die L&#228;nder diesbez&#252;gliche gesetzliche Regelungen erlassen. Derer f&#252;nf (Bayern, Baden-W&#252;rttemberg, Sachsen, Hessen und Niedersachsen) sind dem noch nicht nachgekommen und haben noch keine Informationsfreiheitsgesetze auf L&#228;nderebene verabschiedet. </p>
<p>Informationsfreiheit muss daher grundgesetzlich geregelt werden, um einerseits restriktive l&#228;nderspezifische Regelungen zu &#252;berkommen und andererseits die vielfach von auskunftgebenden Stellen angef&#252;hrten sch&#252;tzenswerten und h&#246;herwertigen Interessen Dritter, die dem Informationszugang entgegenstehen und im Zweifelsfall mehr wiegen als Informationsfreiheit, zu unterminieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><b>Open Data im Trend</b></h4>
<p>Open-Data-Projekte auf kommunaler-, L&#228;nder- oder Bundesebene haben dem IFG in der Aufmerksamkeit der Medien und Verwaltung den Rang abgelaufen. Auf diesen Ebenen wurden k&#252;rzlich vielerlei Initiativen gestartet, die allesamt darauf abzielen, Daten der &#246;ffentlichen Verwaltung zugänglich zu machen und damit Politik- und Verwaltungsprozesse transparenter zu gestalten. </p>
<p>Leider sind viele dieser Bem&#252;hungen aus der Perspektive von B&#252;rgern und Journalisten bisher nicht viel mehr als PR-Ma&#223;nahmen, die vom restriktiven Zugang zu eigentlich relevanten Informationen ablenken. V&#246;llig zu Unrecht haben sie das IFG in der &#246;ffentlichen Wahrnehmung marginalisiert.</p>
<p>Verwaltungen haben kein eigenes Interesse daran, wirklich relevante Daten zu ver&#246;ffentlichen. Ferner sind sie im Rahmen des New Public Managements angehalten, neue Erl&#246;squellen neben der Steuerfinanzierung zu generieren, auch &#252;ber den Verkauf von Daten. Daraus resultieren Lizenzstreitigkeiten, Ver&#246;ffentlichung von Schnarchdaten, Linkkatalogen und <a href="http://readwrite.com/2011/02/03/how_to_spot_openwashing" target="_blank">Openwashing</a>.</p>
<p>Lorenz Matzat <a href="http://carta.info/54370/mein-fazit-aus-dem-streit-um-govdata/" target="_blank">res&#252;miert</a> am Beispiel der aktuellen Bestrebungen f&#252;r Open Data auf Bundesebene <em>govdata.de</em>, dass es sinnvoller ist, „Daten weiter auf eigene Faust zu befreien“ und „weiter an einer eigenen unabh&#228;ngigen, offenen Dateninfrastruktur zu bauen“, als sich auf die Bem&#252;hungen von Staat und Verwaltung f&#252;r mehr Transparenz im Rahmen von Open Data zu verlassen. Diesbez&#252;glich verfolgt er das Projekt <a href="http://datenjournalist.de/aufruf-zur-mitarbeit-open-ard-zdf/" target="_blank">Open ARD ZDF</a>, das die Finanzierung der &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten transparenter darstellen soll. </p>
<p>Parallel dazu fordert Stefan Wehrmeyer, Projektleiter von <a href="http://fragdenstaat.de">fragdenstaat.de</a> bei der Open Knowledge Foundation, forderte bei einem <a href="https://media.ccc.de/browse/congress/2012/29c3-5262-de-en-anderthalb_jahre_fragdenstaat_h264.html" target="_blank">Vortrag</a> “Zur Lage der Information” ebenfalls eine Novellierung des IFGs. Von allen Anfragen aus dem Jahr 2012 wurden mehr als ein Drittel über dieses zivilgesellschaftlich organisierte Portal gestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><b>Informationsfreiheit bisher allein eine Frage der Zivilgesellschaft</b></h4>
<p>Dass Portale wie fragdenstaat.de durch zivilgesellschaftliches Engagement realisiert und betreut werden, ist nur einer von vielen Indikatoren daf&#252;r, dass das Thema seitens der Verwaltung eher stiefm&#252;tterlich behandelt wird. Man kann den Eindruck gewinnen, als wolle das zust&#228;ndige BMI die zunehmenden W&#252;nsche der B&#252;rger nach mehr Transparenz und Teilhabe einfach aussitzen. </p>
<p>Trotz der teilweise fadenscheinigen Gr&#252;nde f&#252;r die Ablehnungen von Anfragen oder eben G&#228;ngelungen, ist das IFG doch im Regelbetrieb angekommen. Ein Kulturwandel hin zu einem Verst&#228;ndnis, dass Verwaltungsdaten nicht so hei&#223;en, weil sie der Verwaltung geh&#246;ren, sondern weil diese sie verwaltet, ist aber noch in weiter Ferne.</p>
<p>In Bezug auf Open Data greifen die Medien, besonders wenn es um investigativen Journalismus geht, bisher nur sehr eingeschr&#228;nkt diese Angebote auf. Das liegt zum einen an den mageren und teilweise uninteressanten verf&#252;gbaren offenen Daten, zum anderen an den bei investigativen Berichterstattungen über Politik und Verwaltung h&#228;ufig verfolgten tradierten Rechercheansätzen. </p>
<p>Aus journalistischer Perspektive ist hier die Unterscheidung zwischen Scoop und Stream entscheidend. Informationsfreiheitsgesetze ermöglichen einzelne, unregelmä&#223;ige Anfragen von Journalisten, die eher geeignet sind, zu Berichterstattungen mit hohem Nachrichtenwert zu führen (Scoop). </p>
<p>Demgegenüber steht der kontinuierliche Informationsfluss von Open Data, welcher vielfach von Datenjournalisten genutzt wird (Stream). Letzterer kommt im Rahmen der demokratiefördernden Funktion des Journalismus bisher allerdings viel weniger zum Tragen, als gesetzlich geregelte Informationsfreiheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><b>Open Data und Wirtschaft</b></h4>
<p>Wenn Open Data beim BMI schon nicht hoch aufgeh&#228;ngt ist, so scheint es doch zumindest verwunderlich, dass bisher keine Anstrengungen unternommen wurden, das Thema im Rahmen seiner wirtschaftsf&#246;rdernden Komponente zu etablieren. </p>
<p>Einschr&#228;nkungen und die Debatte um die Nutzung der Regierungsdaten f&#252;r kommerzielle Zwecke offenbaren ein fehlgeleitetes Verst&#228;ndnis der Chancen, die Open Data bietet. Gesch&#228;ftsmodelle, die auf Freigabe der Rohdaten beruhen, bieten gute M&#246;glichkeiten, den Spagat zwischen &#246;konomischen Imperativen und der Bereitstellung von Wissen f&#252;r die Allgemeinheit zu meistern. Dass das funktioniert, belegen wirtschaftlich tragf&#228;hige Modelle im Bereich Open-Source-Software (OSS), die z.B. auf OSS-Distribution oder der Bereitstellung von Dienstleistungen gr&#252;nden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><b>Open Data scheitert an der Unverbindlichkeit und den Verwaltungen</b></h4>
<p>Auffallend ist die prominente Rolle zivilgesellschaftlicher Institutionen und Akteure in den Bereichen IFG und Open Data. Transparenz muss auch politisch dementsprechend priorisiert werden, und vor allem erst einmal intendiert sein. Nur so kann den Problemen und Schwierigkeiten durch f&#246;derale Zust&#228;ndigkeiten und Ministerialstreitigkeiten begegnet werden.</p>
<p>Das gilt im &#220;brigen f&#252;r alle Bestrebungen im Rahmen der &#214;ffnung von Regierung. &#196;hnlich, wie in der rundfunklastigen Medienpolitik die L&#228;nderzust&#228;ndigkeit als Anachronismus bezeichnet werden kann, die den technischen Realit&#228;ten (mobile Endger&#228;te) nicht gerecht wird, liegt die Problemlage im Bereich Transparenz. Strukturellen Ver&#228;nderungen, in diesem Fall dem gesteigerten Interesse von B&#252;rgern an Transparenz und Informationsfreiheit, wird nur sehr bedingt Rechnung getragen, und teilweise werden sie in den M&#252;hlen der Verwaltung zerrieben, in einem Bundesland mehr, in einem anderen weniger.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><b>F&#252;r ein nationales Transparenzgesetz</b></h4>
<p>Transparenzgesetze vereinen, zumindest in der Theorie, den Ansatz von Open Data (Push) und IFG (Pull). Um der zwanghaft-technokratischen Herangehensweise durch die Verwaltung in Bezug auf Informationsfreiheit und Open Data zu begegnen, bleibt kaum eine weitere M&#246;glichkeit als die Verrechtlichung. </p>
<p>Nach dem Vorbild des Hamburgischen Transparenzgesetzes k&#246;nnte ein nationales Transparenzgesetz eine interessante Mischform aus Scoop und Stream darstellen und  allen B&#252;rgern erm&#246;glichen, ihre demokratischen Rechte gleichwertig wahrzunehmen.</p>
<p>Transparenzgesetze reichen weiter als gesetzliche Regelungen in Bezug auf Informationsfreiheit. Auf dem Weg zu einem nationalen Transparenzgesetz m&#252;ssen zun&#228;chst einmal alle L&#228;nder Informationsfreiheitsgesetze einf&#252;hren. Darauf aufbauend k&#246;nnen dann, in einem zweiten Schritt, l&#228;nderspezifische Regelungen in Bezug auf Transparenz getroffen werden. Schlussendlich k&#246;nnte so ein nationales Transparenzgesetz stehen.<br />
&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58468/alt-fur-ein-nationales-transparenzgesetz/">F&#252;r ein nationales Transparenzgesetz</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58468/alt-fur-ein-nationales-transparenzgesetz/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58468&amp;md5=b00ce4d01028d31b2ae98ce6a88c4375" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Carta sucht wieder lesenswerte Posts zum digitalen Strukturwandel</title>
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		<comments>http://carta.info/55729/carta-sucht-wieder-lesenswerte-posts-zum-digitalen-strukturwandel/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 May 2013 08:30:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor drei Jahren gab es schon einmal eine solche Mitmach-Aktion: Erneut soll eine Auswahl von Blogposts zum Medienwandel in einem Buch verewigt werden. An die Ger&#228;te, liebe Leser!]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wir m&#246;chten die Pfingsttage nutzen, um diesen Aufruf vom 20. M&#228;rz noch einmal in Erinnerung zu rufen und bitten um eure / Ihre Beteiligung.</em><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/" target="_blank">Medienwandel kompakt</a>: Nach dem Zeitraum <a href="http://carta.info/30279/buchprojekt-welches-waren-die-besten-blog-texte-zum-medienwandel-der-letzten-beiden-jahre/" target="_blank">2008 bis 2010</a> soll es auch f&#252;r die Jahre 2011 bis 2013 eine Kompilation von Texten zu den strukturellen Ver&#228;nderungen in Medien&#246;konomie, Medienpolitik, Medienrecht und Journalismus geben, die bislang ausschlie&#223;lich im Netz publiziert worden sind. Buchprojekte, die sich ihre Inhalte aus dem Netz generieren, sind heute vielleicht keine Innovation mehr. Aber der Nutzen ist unbestritten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Ausschlie&#223;lich im Netz publizierte Texte</strong></h4>
<p>Daf&#252;r bitten wir, nunmehr ein als Herausgebergespann auftretendes Kollektiv mit <a href="http://christophkappes.de/" target="_blank">Christoph Kappes</a>, <a href="http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/mm/studiengangsteam/krone-jan" target="_blank">Jan Krone</a> und <a href="http://carta.info/autor/leonard_novy/" target="_blank">Leonard Novy</a>, um Eure Mithilfe. Wir sammeln Texte, fragen die Autorinnen oder Autoren nach ihrer Bereitschaft, mitzumachen, und stellen dann ein Werk im Umfang von rund 250 Seiten zusammen.</p>
<p>Urspr&#252;nglich hatte Jan Krone als Herausgeber des Bandes f&#252;r 2008 bis 2010 nicht die Absicht, erneut als Herausgeber aufzutreten und damit den Blick auf den Medienwandel ganz seinem eigenen Fokus zu &#252;berlassen. Wir haben diese <a href="http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/#comment-23332" target="_blank">Kritik</a> aufgegriffen und treten nun zu dritt f&#252;r die Ausgewogenheit an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Vorschl&#228;ge willkommen</strong></h4>
<p>Auch drei Herausgeber decken den netzpublizistischen Diskurs der letzten Jahre indes nicht umfassend ab. Deswegen unsere Bitte: Bitte nennt uns Eure Favoriten der letzten drei Jahre, die die Umbr&#252;che in der Medien- und Kommunikationslandschaft besonders deutlich, pointiert, analytisch haben sichtbar werden lassen. Auch „Selbstanzeigen“ sind willkommen!</p>
<p>Dominierten im ersten Band Texte zu den Auswirkungen des Medienwandels auf die <a href="http://www.nomos-shop.de/Krone-Medienwandel-kompakt-2008-2010/productview.aspx?product=13246" target="_blank">Kommunikation, den Journalismus und die Medienwirtschaft</a>, stehen f&#252;r den Zeitraum von 2011 bis 2013 st&#228;rker netzpolitische Themen im Fokus. Die Teilsysteme Politik und Recht sind letztlich diejenigen, die die Ver&#228;nderungen aufnehmen und in die Mediation eintreten m&#252;ssen, um eine Balance der Kr&#228;fte herstellen zu k&#246;nnen. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass sich Kommunikation, Journalismus und Medienwirtschaft in Stagnation befinden: In diesen Gebieten sind zum Teil erhebliche Konsolidierungen beobachtbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>&#220;berblick zum anhaltenden Medienwandel </strong></h4>
<p>Das Projekt m&#252;ndet so wieder in ein Buch, das, nun, im Verlag <a href="http://www.springer.com/springer+vs/%C3%BCber+uns?SGWID=0-1750619-0-0-0" target="_blank">Springer VS</a> erscheinen wird, und steht damit physisch all Jenen zur Verf&#252;gung, die sich einen konzisen &#220;berblick zu den Entwicklungen verschaffen wollen.</p>
<p>Das <a href="http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/" target="_blank">letzte Projekt</a> war ein Erfolg, wenngleich nicht aus kommerzieller Sicht. Mehr als 250 Exemplare wurden bis heute gedruckt und vertrieben. Wir als Herausgeber und die zuliefernden Autoren bekommen au&#223;er Freiexemplaren und dem Autorenrabatt auf s&#228;mtliche Werke des Springer Verlages kein Honorar. Die Autoren &#252;bertragen die Nutzungsrechte ihrer Beitr&#228;ge nicht ausschlie&#223;lich dem Verlag und k&#246;nnen sie weiterhin im Internet publizieren. Der Verlag beansprucht die exklusiven Nutzungsrechte lediglich f&#252;r die vom Verlag gesetzte Version und deren Vertrieb als gedrucktes oder digitales Exemplar (als E-Book bzw. im Rahmen der Datenbank SpringerLink, die haupts&#228;chlich an Bibliotheken vertrieben wird).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Akademisches Projekt</strong></h4>
<p>Der Aufbau des Buchs orientiert sich an dem vorausgegangenen Projekt. Um m&#246;glichst viele Posts aufnehmen zu k&#246;nnen, werden wir auch dieses Mal wieder auf den Abdruck der Kommentare zu den Posts verzichten. Nicht zuletzt auch, um den Prozess der Rechteeinr&#228;umung schlank zu halten. Am Ende eines jeden Textes wird ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/QR-Code" target="_blank">QR-Code</a> abgedruckt werden, um Quellen, Kommentare und Antworten der Autorinnen und Autoren bequem am urspr&#252;nglichen Ort des Erscheinens sichtbar zu machen.</p>
<p>Wir freuen uns auf die Realisierung und Eure Hinweise! </p>
<p>Wer nicht in die Kommentare schreiben m&#246;chte, kann seine Vorschl&#228;ge mit der Betreffzeile &#8220;Medienwandel kompakt&#8221; an <a href="mailto:redaktion@carta.info?subject=Medienwandel%20kompakt">redaktion@carta.info</a> schicken.<br />
&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/55729/carta-sucht-wieder-lesenswerte-posts-zum-digitalen-strukturwandel/">Carta sucht wieder lesenswerte Posts zum digitalen Strukturwandel</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/55729/carta-sucht-wieder-lesenswerte-posts-zum-digitalen-strukturwandel/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=55729&amp;md5=c767b6d3693de9d3374af37775881135" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie werde ich ein britischer Euro-Skeptiker?</title>
		<link>http://carta.info/58485/wie-werde-ich-ein-britischer-euro-skeptiker/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 15:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kerstin Ludwig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Andreas M&#252;llerleile hat eine Anleitung f&#252;r Briten geschrieben, die auch bei uns Adepten finden d&#252;rfte. Kerstin Ludwig hat sie &#252;bersetzt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Europaskepsis ist ja schwer in Mode &#8211; vor allem im Mutterland der EU-Skepsis: Grossbritannien. Die Debatte in Grossbritannien unterscheidet sich aber von ahnlichen Debatten in anderen L&#228;ndern. Es gibt hier eine einzigartige Mischung von rhetorisch brillanten Polikern, die aber, wenn es um Europa geht, nicht mit Sachwissen auffallen &#8211; und dann auch allerlei krude Thesen aufstellen. </p>
<p>Dann gibt es eine meinungsstarke &#8211; traditionell europaskeptische &#8211; Medienlandschaft, in der Nuancen gerne verloren gehen und in der grosse &#220;berschriften wichtiger sind als Fakten. Da &#252;berrascht es nicht wirklich, dass auch die &#246;ffentliche Meinung europaskeptisch gepr&#228;gt ist. Nat&#252;rlich ist es wichtig, die EU zu kritisieren &#8211; und es gibt ja wahrlich genug Gr&#252;nde daf&#252;r. Aber jede konstruktive EU-Kritik muss sich leider dem schrillen Diskurs auf der Insel unterordnen &#8211; was weder Grossbritannien noch Europa wirklich weiterhilft. Und weil die ganze Debatte &#252;ber Europa so festgefahren ist,  hilft nur noch eine Prise Humor, um sie zu verstehen:<br />
&nbsp; </p>
<ol>
<li><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/8c77ae31fe0548f88ae6fee89fd540b2" width="1" height="1" />Tu nicht so, als w&#228;rest du tats&#228;chlich skeptisch. Du hasst die EU, also bist du ein Skeptiker. Stell diese Logik nicht in Frage. Das Wort &#8220;Skeptiker&#8221; klingt gut, denn es zeigt, dass du in der Lage bist, die Dinge zu hinterfragen.</li>
<p></p>
<li>Verschwende deine Zeit nicht mit Faktenchecks, die ruinieren dir nur dein Argument. Keiner wird jemals intensiver nachfragen. Die EU ist langweilig &#8211; nutze das zu deinem Vorteil. Und immer dran denken: Es gibt keinen Grund, irgendetwas &#252;ber die EU zu wissen.</li>
<p></p>
<li>Verlange bei jeder sich bietenden M&#246;glichkeit ein EU-Referendum &#8211; weil du genau wei&#223;t, dass es das Establishment ver&#228;rgern wird: Die Parteispitze, den Premierminister, Twitterfollower, etc. Wenn du ein Politiker bist, wei&#223;t du genau, dass sich die Presse jetzt auf dich st&#252;rzen wird. Du brauchst nicht wirklich zu wissen, warum du ein Referendum haben willst (im Grunde genommen willst du eins, weil du wei&#223;t, dass das die einzige M&#246;glichkeit ist, Gro&#223;britannien endlich aus der EU rauszukriegen). Es reicht, dass du eins verlangst &#8211; schlie&#223;lich h&#246;rt sich das nach Demokratie an.</li>
<p></p>
<li>Die Daily Mail berichtet sehr ausf&#252;hrlich &#252;ber alle EU-Angelegenheiten &#8211; alles, was du &#252;ber die EU wissen musst, findest du in diesem Qualit&#228;tspresseerzeugnis. Wenn du ein eingefleischter Euroskeptiker bist, findest du auch noch passende Artikel im Daily Express. Du kannst dich auf den Boulevard verlassen, dass er dir dabei hilft, &#8220;gesunden Menschenverstand&#8221; in die Politik zu bringen. Denn schlie&#223;lich: Wenn es in einem Massenblatt steht, muss es gesunder Menschenverstand sein. Aber du kannst auch andere Presseerzeugnisse nutzen &#8211; es ist ja nicht so, dass Journalisten wirklich Ahnung von der EU haben. Und immer dran denken: Wenn du keinen passenden Artikel findest, ruf einfach eine Redaktion an und erz&#228;hle ihnen eine ungeheuerliche Geschichte &#8211; sie wird wahrscheinlich einige Tage sp&#228;ter in der Zeitung stehen. Vergiss niemals: Die Medien sind deine Freunde.</li>
<p></p>
<li>Ein sehr n&#252;tzlicher Satz: &#8220;Ich liebe Europa. Aber ich hasse die EU.&#8221;</li>
<p></p>
<li>Beschwer dich &#252;ber das Ausmass der B&#252;rokratie und diese ganzen unsinnigen EU-Regeln. Mach dir nicht die M&#252;he, zu &#252;berpr&#252;fen, um welche Art von Regeln es geht, oder warum sie &#252;berhaupt existieren. Jede Art der Regulierung ist unn&#252;tz. Ach ja, benutze den Begriff &#8220;Regulierung&#8221; statt &#8220;Regel&#8221;, und diese aufgezwungenen &#8220;Br&#252;sseler Regulierungen&#8221; sind nat&#252;rlich immer eine schlechte Sache.</li>
<p></p>
<li>Du solltest unbedingt Kompromisse verabscheuen.</li>
<p></p>
<li>Einwanderung ist ein Problem. Das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.</li>
<p></p>
<li>Erkundige dich bei deiner Partei, was noch akzeptabel ist. UKIP erlaubt einen recht freien Umgang mit den Themen &#8211; bei denen kommst du mit jeder Art von Aussage davon. Wenn du allerdings ein Mitglied der Konservativen oder der Labour Party bist, versteck deine Anti-EU-Gef&#252;hle besser in einigen unzusammenh&#228;ngenden Aussagen &#252;ber die Notwendigkeit eines Referendums &#8211; oder in ein paar kryptischen &#196;nderungen des Beitrittsvertrags. Sag, dass Gro&#223;britannien eine neue Beziehung zur EU braucht, ohne zu erkl&#228;ren, warum das aktuelle Arrangement so schlecht ist, oder welche &#196;nderungen du genau m&#246;chtest &#8211; keine Sorge, das hinterfragt sowieso niemand.</li>
<p></p>
<li>Wenn du kein Politiker bist, kannst du immer noch ein euroskeptischer Kommentartroll werden. Alle gro&#223;en Zeitungen haben einen Platz f&#252;r Leserkommentare &#8211; nutze ihn! Aber mach nicht den Fehler, den Artikel auch noch zu lesen. Bereite eine Auswahl euroskeptischer Phrasen vor und poste deine Kommentare unter jedem Artikel. Sei dabei kreativ: Nutze den Krieg und Churchill, die b&#246;sen Deutschen, irgendetwas &#252;ber Europ&#228;ische Gemeinschaft von 1970, erw&#228;hne undemokratische Richter, den Br&#252;sseler Superstaat oder den Europ&#228;ischen Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte. Die M&#246;glichkeiten sind endlos.</li>
<p></p>
<li>Du kannst dein politisches Programm erweitern, indem du dich als Klimaskeptiker profilierst, Schwule und Lesben schikanierst, dich als Unterst&#252;tzer von ProLife positionierst, Politiker beschimpfst, gegen die Gewerkschaften bist, oder einfach gegen irgendwas. Das braucht allerdings etwas mehr &#220;bung &#8211; da die Presse diese Themen oft anders sieht!</li>
<p></p>
<li>Tu so, als w&#228;rst du libert&#228;r. Klingt gut, oder?</li>
<p></p>
<li>Beschwer dich dar&#252;ber, wie die EU Gro&#223;britannien zur&#252;ckh&#228;lt. Mach nicht den Anf&#228;ngerfehler, andere L&#228;nder in Europa zu begutachten und zu schauen, wie es ihnen geht und was die so machen &#8211; das ruiniert dir wom&#246;glich deine Argumentation. Wenn du unter Druck stehst, kannst du dich immer noch auf Griechenland beziehen &#8211; um zu sagen, dass nichts in der EU funktioniert.</li>
<p></p>
<li>Du bist der Retter des britischen Bankensystems und der Londoner City. Du sch&#252;tzt Gro&#223;britanniens Finanzinteressen. Es gab keine Finanzkrise. Wiederhole das ein paar Mal. Du wirst &#252;berrascht sein, wie leicht es ist, die Leute davon zu &#252;berzeugen, dass die EU b&#246;sartiger ist als &#8211; sagen wir &#8211; Banker, Politiker oder Journalisten &#8230;</li>
<p></p>
<li>Zahlen sind in der &#246;ffentlichen Diskussion wichtig &#8211; aber du musst das durchhalten. Wirf ein paar einfache Zahlen in den Raum: Soundsoviel Prozent der Gesetze werden von Br&#252;ssel diktiert, dann irgendwas Tagesaktuelles &#252;ber die Kosten pro Tag und pro Person. Andere Euroskeptiker m&#252;ssen sich auf deine Zahlen beziehen k&#246;nnen, also nimm welche, die sie sich gut merken k&#246;nnen. Oder recherchiere bei deiner Lieblingszeitung oder deiner bevorzugten Denkfabrik, die haben wom&#246;glich die Arbeit schon f&#252;r dich gemacht. Sieh dir blo&#223; die Methodik nicht zu genau an, das ruiniert nur dein Argument.</li>
<p></p>
<li>Das Westf&#228;lische Modell und der Nationalismus des 19. Jahrhunders ist deine Religion. Geteilte Souver&#228;nit&#228;t gibt es nicht. Aber denk immer daran: Nur die EU bedroht die britische Souveranitaet &#8211; andere Dinge z&#228;hlen nicht. </li>
<p></p>
<li>Achte auf deine Sprache: Sag &#8220;Europ&#228;ischer Superstaat&#8221; oder &#8220;Br&#252;ssel&#8221; statt &#8220;EU&#8221; und benutze &#8220;nicht demokratisch gew&#228;hlte B&#252;rokraten/Richter&#8221; so oft wie m&#246;glich. Vergiss nicht, ein paar einfache Argumente einzuwerfen: Das britische Pfund ist gut, der Euro ist schlecht. Die EU kann man nicht reformieren. Br&#252;ssel ist ein korrupter, b&#252;rokratischer Haufen Absahner. Benutze diese Argumente, so oft es eben geht.</li>
<p></p>
<li>Behaupte, dass &#8220;das Volk&#8221; ein Referendum verlangt. Es kann dir dabei v&#246;llig egal sein, dass die gr&#246;&#223;te Sorge &#8220;des Volkes&#8221; die wirtschaftliche Entwicklung und ein sicherer Arbeitsplatz ist.</li>
<p></p>
<li>Du musst einen &#220;berlegenheitskomplex entwickeln. Du bist Brite, also verstehst du die Welt ein bisschen besser als andere Europ&#228;er. Die meisten EU-Bestimmungen sind entweder so unn&#246;tig wie ein Kropf oder schlecht, also w&#228;re sowieso alles besser ohne sie. Erinnerungen an die &#8220;guten alten Zeiten&#8221; sind ebenso wichtig, egal, ob diese alten Zeiten wirklich gut waren.</li>
<p></p>
<li>Erlerne die Kunst, bei jeder Gelegenheit zu sagen, &#8220;Europa ist schuld&#8221;: An der Wirtschaft, &#252;bel schmeckenden W&#252;rstchen, Autounf&#228;llen, Versp&#228;tungen bei der Bahn &#8211; das Thema ist v&#246;llig egal. Erinnere die Menschen st&#228;ndig daran, dass alles Europas Schuld ist.</li>
<p></p>
<li>Die Angst ist mit dir. Angst vor Einwanderern, Angst vor Ausl&#228;ndern, Angst, die eigene Souver&#228;nit&#228;t zu verlieren, Angst vor Europa und Angst vor dem kommenden Br&#252;sseler Superstaat.</li>
</ol>
<p>&nbsp;<br />
<em>Das englischsprachige Original bei <strong>Kosmopolito</strong>: <a href="http://www.kosmopolito.org/2013/05/14/how-to-become-a-british-eurosceptic/" target="_blank">How to become a British eurosceptic</a>. Aus dem Jahr 2011 stammt der <a href="http://www.kosmopolito.org/2011/11/18/short-guide-to-lazy-eu-journalism/" target="_blank">Short guide to lazy EU journalism</a>, der immer noch gilt (<a href="http://opalkatze.wordpress.com/2011/11/19/ein-kurzer-leitfaden-zu-faulem-eu-journalismus/" target="_blank">hier</a> auf Deutsch). Kerstin bloggt in <a href="http://tantejay.wordpress.com/" target="_blank">Tante Jays Café</a>.</em><br />
&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58485/wie-werde-ich-ein-britischer-euro-skeptiker/">Wie werde ich ein britischer Euro-Skeptiker?</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58485/wie-werde-ich-ein-britischer-euro-skeptiker/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58485&amp;md5=78aee6cd24fced4025a2c3ab5a61a57b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zocken gegen den Euro</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 09:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter dem Eindruck der „Alternative f&#252;r Deutschland“ hat die deutsche Linke eine Diskussion losgetreten, die politisch riskant ist. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/bfbe9df274d84c33a1637b7e98f1abba" width="1" height="1" />Pfingsten ist das Fest der Erleuchtung und Oskar Lafontaine hat ein untr&#252;gliches Gesp&#252;r f&#252;r politische Entwicklungen. Die neue Partei „Alternative f&#252;r Deutschland“ (AfD) f&#252;hrt dem alten „Populisten“ vor Augen, dass die Linke handeln muss, wenn sie nicht einen wichtigen Teil ihrer W&#228;hler an die „neue Rechte“ verlieren will. So sehen es die <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-04/oskar-lafontaine-d-mark-afd">Auguren</a> in den Mainstream-Medien.</p>
<p>Doch der Saarl&#228;nder Lafontaine ist in erster Linie Europ&#228;er. Er lebt und denkt europ&#228;isch. Die Gr&#252;ndung der AfD ist ihm nicht so wichtig. Viel dramatischer findet er die Entwicklung im europ&#228;ischen S&#252;den, genauer gesagt: in jenen Staaten, die erst in den achtziger Jahren, als Willy Brandt Pr&#228;sident der <i>Sozialistischen Internationale war, </i>in die EU und<i> </i><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Internationale">zur Demokratie fanden</a> (Griechenland, Portugal, Spanien). Und die nun durch horrende Jugendarbeitslosigkeit, Parteienzerfall und gesellschaftliche Aufl&#246;sungsprozesse wie massive Steuerflucht und Korruption gebeutelt werden. Der frankophile Lafontaine wird daher eine politische L&#246;sung eher auf der linken als auf der rechten Rheinseite suchen – eher in Paris als in Berlin.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong><em>Occupy Berlin!</em></strong></p>
<p>Doch neuerdings scheint Lafontaine dem Krisenszenario und der Doppelstrategie des amerikanischen Philantropen und Finanzinvestors <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/weckruf-des-spekulanten-soros-deutschland-soll-zahlen-oder-den-euro-aufgeben/7117754.html">George Soros</a> gr&#246;&#223;ere Aufmerksamkeit zu schenken. Dieser geht seit Monaten <a href="http://carta.info/48337/riskantes-spiel-wie-george-soros-deutschland-zu-einem-politischen-kurswechsel-zwingen-will/">mit der Idee hausieren</a>, dass nur eine Zusammenarbeit der europ&#228;ischen S&#252;dstaaten mit der deutschen „Zivilgesellschaft“ die Regierung Merkel doppelt unter Druck setzen k&#246;nne. Frankreich solle sich an die Spitze der gef&#228;hrdeten L&#228;nder stellen und Merkel mit politischer Isolation drohen: Entweder du &#228;nderst deine Austerit&#228;tspolitik oder wir pl&#228;dieren f&#252;r Deutschlands Austritt aus dem Euro! Damit eine solche Drohung auch ernst genommen wird, soll die deutsche Zivilgesellschaft Merkel innenpolitisch st&#228;rker herausfordern. Nach dem Vorbild von <i>OccupyWallstreet</i> fordert Soros eine Art <i>OccupyBerlin</i>-Bewegung.</p>
<blockquote><p><i>&#8220;Nur ein Schock w&#252;rde Deutschland aus seinen vorgefassten Meinungen rei&#223;en und es zwingen, sich mit den Folgen seiner aktuellen Politik auseinanderzusetzen. Das k&#246;nnte eine Bewegung, die eine brauchbare Alternative zur deutschen Vorherrschaft bietet, erreichen. Kurzum, die aktuelle Situation pr&#228;sentiert sich wie ein Alptraum, dem man nur entrinnen kann, indem man Deutschland wachr&#252;ttelt und ihm die Irrt&#252;mer seiner gegenw&#228;rtigen Politik bewusst macht.&#8221;</i></p></blockquote>
<p>Das ist ein riskantes Spiel. Betrieben mit geradezu abenteuerlicher Sorglosigkeit. Denn Soros’ Strategie k&#246;nnte die nationalen Vorurteile aller Seiten befl&#252;geln und die alten Vergiftungsvokabeln von der „f&#252;nften Kolonne“ &#252;ber den „Dolchsto&#223;“ bis zu den „vaterlandslosen Gesellen“ wieder aus der Versenkung holen. Wer die Deutschen bekehren will, indem er ihnen (von jenseits der Grenzen) Angst einzujagen versucht, wird nur wilhelminische Geister wecken.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong><em>Ist Lafontaine von Soros&#8217; Strategie &#252;berzeugt? </em></strong></p>
<p>Ende April ver&#246;ffentlichte Oskar Lafontaine einen Aufsehen erregenden <a href="http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/f/1/t/wir-brauchen-wieder-ein-europaeisches-waehrungssystem/">Beitrag</a> unter dem Titel: „Wir brauchen wieder ein europ&#228;isches W&#228;hrungssystem“. Die Linke schreibt den Euro ab, hie&#223; es daraufhin in manchen Kommentaren. Doch was nach politischer Resignation klingt, k&#246;nnte auch realpolitisches Kalk&#252;l sein.</p>
<blockquote><p><i>„Die Deutschen haben noch nicht erkannt, dass die S&#252;deurop&#228;er einschlie&#223;lich Frankreichs angesichts der wirtschaftlichen Misere fr&#252;her oder sp&#228;ter gezwungen sind, sich gegen die deutsche Hegemonie zur Wehr zu setzen. Insbesondere das deutsche Lohndumping, das von Anfang der W&#228;hrungsunion an ein Versto&#223; gegen den Geist der Vertr&#228;ge war, setzt sie unter Druck&#8230;</i></p>
<p><i>Die einheitliche W&#228;hrung h&#228;tte von Bestand sein k&#246;nnen, wenn die beteiligten Staaten eine aufeinander abgestimmte produktivit&#228;tsorientierte Lohnpolitik verfolgt h&#228;tten. Weil ich diese Lohnkoordination f&#252;r m&#246;glich hielt, habe ich in den 1990er Jahren die Einf&#252;hrung des Euro bef&#252;rwortet. Aber die Institutionen zur Koordinierung, wie vor allem der makro&#246;konomische Dialog, sind von den Regierenden unterlaufen worden. Die Hoffnung, dass durch die Einf&#252;hrung des Euro auf allen Seiten &#246;konomische Vernunft erzwungen w&#252;rde, hat getrogen. Heute ist das System aus den Fugen.“</i></p></blockquote>
<p>Weil die an die Regierungspolitik angepassten Oppositionsparteien SPD und Gr&#252;ne die &#246;konomische Vernunft so wenig durchzusetzen wussten wie die deutschen Gewerkschaften (die dem Lohndumping nie massiv entgegen getreten sind), m&#252;sse nun &#252;ber einen geordneten R&#252;ckzug aus dem Euro <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821662.flassbeck-letzte-chance-zur-euro-rettung-nutzen.html">nachgedacht</a> werden. &#220;bersetzt hei&#223;t das: Wer nicht h&#246;ren will, muss f&#252;hlen!</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><b><i>Strategiewechsel oder Kalk&#252;l</i></b></p>
<p>Auch die <i>NachDenkSeiten</i> des fr&#252;heren Willy Brandt-Beraters Albrecht M&#252;ller scheinen auf die neue Strategie umzuschwenken. <i>NDS</i>-Redakteur Jens Berger schrieb am 15. Mai unter dem Titel <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17262">„An die Wand gefahren“</a>:</p>
<blockquote><p><i>„Bereits im September letzten Jahres er&#246;ffnete Heiner Flassbeck auf den NachDenkSeiten die <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14227">Diskussion</a> zum Thema. Amerikanische &#214;konomen wie Paul Krugman, Joseph Stiglitz oder Nouriel Roubini haben den Euro schon l&#228;ngst aufgegeben und fragen sich, wie man ein Exit-Szenario und eine Post-Euro-Epoche sinnvoll gestalten k&#246;nnte. Nur in Deutschland ist dieses Thema immer noch ein Tabu. Merkels Satz „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ bestimmt hierzulande die Diskussion. Dem m&#246;chte man entgegenhalten: Europa ist wichtiger als der Euro&#8230; </i></p>
<p><i>Albrecht M&#252;ller schrieb dazu <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17164">vor zwei Wochen</a>: „Wenn Deutschland sich nicht bewegt, dann soll es in Gottes Namen seine aufgewertete DM wiederhaben.“ </i></p></blockquote>
<p>Die &#246;konomische Spieltheorie, urspr&#252;nglich aus Amerika kommend, hat offenbar die Politik eines Teils der deutschen Linken erreicht. Die Linke scheint Spa&#223; am Pokern zu finden. Doch es geht ihnen in erster Linie darum, das positive Thema Europa vom negativen Thema Euro abzukoppeln, um &#252;berhaupt wieder frei diskutieren zu k&#246;nnen. Die AfD ist ein dankbares Vehikel daf&#252;r. Dazu passt auch, dass einige Linke eine Schirrmacher-Wende unter dem leicht abgewandelten Motto „Ich beginne zu glauben, dass die Rechte links ist“ probieren. Der Wirtschaftsblogger Stephan Ewald <a href="http://carta.info/58242/als-linker-zur-alternative-fur-deutschland-ein-interview-mit-stephan-ewald/">provozierte</a> seine Genossen mit dem Bekenntnis, dass er „als Linker“, der etwas ver&#228;ndern m&#246;chte, zwangsl&#228;ufig der AfD beitreten m&#252;sse.</p>
<p>Ist es pure Verzweiflung oder ist es Galgenhumor, wenn sich nach Uli Hoene&#223; nun auch Linke als echte Zocker outen?</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58432/zocken-gegen-den-euro/">Zocken gegen den Euro</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58432/zocken-gegen-den-euro/#comments">21 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58432&amp;md5=bc5674f17d79176eb3891cd682059314" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>LMU M&#252;nchen, Uni M&#252;nster und Vodafone beobachten Social Media im Wahlkampf</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 13:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bis zur Bundestagswahl wollen die Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen und die Westf&#228;lische-Wilhelms-Universit&#228;t M&#252;nster in Kooperation mit Vodafone ein monatliches Online-Ranking Politik und Wirtschaft herausgeben.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="www.vodafone-institut.de/uploads/media/Report_April_2013_VFI_02.pdf" target="_blank">erste Ausgabe</a> des <em>Social-Media-Monitorings im Bundestagswahlkampf 2013</em> (PDF) war heute in der Redaktionsmail: <em>Carta</em> geh&#246;rt im M&#228;rz und April &#8220;zu den aktivsten Bloggern im Bereich Politik/Wirtschaft&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Anhand einer etwa 350 W&#246;rter umfassenden Keyword-Liste (die sowohl wahlspezifische als auch allgemeine politische und wirtschaftliche Begriffe enth&#228;lt) werden der Microblogging-Dienst Twitter, rund 100 Weblogs mit politischem und wirtschaftlichem Schwerpunkt, das Diskussionsforum meta.tagesschau.de sowie 30 ausgew&#228;hlte Artikel von Wikipedia beobachtet und ausgewertet. Zum Vergleich werden zudem 15 journalistisch-professionelle News-Portale untersucht, darunter die S&#252;ddeutsche Zeitung und die FAZ.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Kurzfassung der Ergebnisse wurde auf den Seiten des Vodafone-Instituts ver&#246;ffentlicht:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation/studies-and-papers/orpw-2013-politik-und-wirtschaft-in-den-sozialen-medien-teil-1.html">Beitrag 1 </a> &#8211; Einf&#252;hrung, Themen des Monats, Peer Steinbr&#252;ck</li>
<li><a href="http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation/studies-and-papers/orpw-2013-politik-und-wirtschaft-in-den-sozialen-medien-teil-2.html">Beitrag 2</a> &#8211; Top-Twitterer, Top-Blogger</li>
<li><a href="http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation/studies-and-papers/orpw-2013-online-ranking-politik-und-wirtschaft-teil-3-peer-steinbrueck.html">Beitrag 3</a> &#8211; Detailauswertung zu Peer Steinbr&#252;ck</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58444/58444/">LMU M&#252;nchen, Uni M&#252;nster und Vodafone beobachten Social Media im Wahlkampf</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58444/58444/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58444&amp;md5=b39383e3d9f21c911c11dd61282465b1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>#LSR · Das Leistungsschutzrecht tritt am 1. August in Kraft</title>
		<link>http://carta.info/58401/leistungsschutzrecht-tritt-am-01-08-2013-in-kraft/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 09:30:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Stadler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es wird ernst mit dem LSR. Vor allem f&#252;r Juristen: Die d&#252;rfen sich jetzt mit der Auslegung des neuen Gesetzes befassen. Thomas Stadler dokumentiert die wichtigen &#196;nderungen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Urheberrechts&#228;nderungsgesetz, durch das ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presserzeugnisse eingef&#252;hrt wird, wurde am Dienstag im <a href="http://www.bgbl.de/Xaver/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl113s1161.pdf#__Bundesanzeiger_BGBl__%2F%2F*[%40attr_id%3D%27bgbl113s1161.pdf%27]__1368607308162" target="_blank">Bundesgesetzblatt</a> verk&#252;ndet und tritt am 1. August in Kraft.</p>
<p>Die verk&#252;ndete Fassung lautet:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>§ 87 f Presseverleger</p>
<p>(1) <strong>Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschlie&#223;liche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken &#246;ffentlich zug&#228;nglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne W&#246;rter oder kleinste Textausschnitte.</strong> Ist das Presseerzeugnis in einem Unternehmen hergestellt worden, so gilt der Inhaber des Unternehmens als Hersteller.<br />
(2) Ein Presseerzeugnis ist die redaktionell-technische Festlegung journalistischer Beitr&#228;ge im Rahmen einer unter einem Titel auf beliebigen Tr&#228;gernperiodisch ver&#246;ffentlichten Sammlung, die bei W&#252;rdigung der Gesamtumst&#228;nde als &#252;berwiegend verlagstypisch anzusehen ist und die nicht &#252;berwiegend der Eigenwerbung dient. Journalistische Beitr&#228;ge sind insbesondere Artikel und Abbildungen, die der Informationsvermittlung, Meinungsbildung oder Unterhaltung dienen.</p>
<p>§ 87g &#220;bertragbarkeit, Dauer und Schranken des Rechts</p>
<p>(1) Das Recht des Presseverlegers nach § 87f Absatz 1 Satz 1 ist &#252;bertragbar. Die §§ 31 und 33 gelten entsprechend.<br />
(2) Das Recht erlischt ein Jahr nach der Ver&#246;ffentlichung des Presseerzeugnisses.<br />
(3) Das Recht des Presseverlegers kann nicht zum Nachteil des Urhebers oder eines Leistungsschutzberechtigten geltend gemacht werden, dessen Werk oder nach diesem Gesetz gesch&#252;tzter Schutzgegenstand im Presseerzeugnis enthalten ist.<br />
(4) <strong>Zul&#228;ssig ist die &#246;ffentliche Zug&#228;nglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.</strong> Im &#220;brigen gelten die Vorschriften des Teils 1 Abschnitt 6 entsprechend.</p>
<p>§ 87h Beteiligungsanspruch des Urhebers</p>
<p>Der Urheber ist an einer Verg&#252;tung angemessen zu beteiligen.</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Die beiden wesentlichen Passagen sind von mir hervorgehoben worden. Wie diese aktuelle Regelung auszulegen sein wird und welche Diskussion sich eventuell ergeben werden, habe ich <a href="http://www.internet-law.de/2013/03/wie-geht-es-jetzt-weiter-mit-dem-leistungsschutzrecht.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.internet-law.de/2013/03/das-leistungsschutzrecht-und-die-diskussion-um-die-snippets.html" target="_blank">hier</a> versucht, zu skizzieren. Es wird in der n&#228;chsten Zeit sicherlich auch eine ganze Reihe rechtswissenschaftlicher Aufs&#228;tze geben, die sich mit der Frage der Auslegung dieser Neuregelung besch&#228;ftigen werden.</p>
<p>Au&#223;erdem bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form die Verlage versuchen werden, dieses Recht durchzusetzen.<br />
&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://www.internet-law.de/2013/05/leistungsschutzrecht-tritt-am-01-08-2013-in-kraft.html" target="_blank">Internet Law</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58401/leistungsschutzrecht-tritt-am-01-08-2013-in-kraft/">#LSR · Das Leistungsschutzrecht tritt am 1. August in Kraft</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58401/leistungsschutzrecht-tritt-am-01-08-2013-in-kraft/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58401&amp;md5=38690d2f4b69296f846ca5dd89b32bf0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>EuroHawk: Abgest&#252;rzt in den Wahlkampf</title>
		<link>http://carta.info/58410/eurohawk-abgesturzt-in-den-wahlkampf/</link>
		<comments>http://carta.info/58410/eurohawk-abgesturzt-in-den-wahlkampf/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wiegold</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Riesenauftrag, Riesensummen, Riesendesaster - doch niemand wei&#223; genau, warum. Der Opposition ist es recht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/0f445bf8b93041fca8183cbc3df0f728" width="1" height="1" />Ein ganz klein wenig h&#228;tten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages vorgewarnt sein k&#246;nnen. Im Sommer vergangenen Jahres schlug der Bundesrechnungshof (BRH) <a href="http://augengeradeaus.net/2012/06/breitseite-vom-bundesrechnungshof-gegen-geheimniskramerei-im-verteidigungsministerium/">Alarm</a>: Das Verteidigungsministerium, klagten die Pr&#252;fer, wolle die Unterlagen &#252;ber ein Millionen-R&#252;stungsprojekt nicht an den BRH herausr&#252;cken, weil mit dem Lieferanten Vertraulichkeit vereinbart worden sei.</p>
<p>Das Millionenprojekt: Die Riesen-Drohne EuroHawk, im Juli 2011 vom US-Hersteller Northrop Grumman nach Deutschland &#252;berf&#252;hrt, zur weiteren Ausr&#252;stung mit moderner Sensortechnik durch die EADS-Tochter Cassidian.</p>
<p>R&#252;ckblickend scheint offensichtlich, dass das Misstrauen der Rechnungspr&#252;fer nicht unberechtigt war. Zwar hat das Verteidigungsministerium, in seinen eigenen Worten, <em>die Rei&#223;leine gezogen</em> und das Projekt beendet: Zu teuer w&#228;re es geworden, den einen bereits beschafften EuroHawk und die geplanten weiteren vier unbemannten Flieger dieses Modells f&#252;r eine Zulassung in Deutschland fit zu machen.</p>
<p>Wieviel Steuergelder mit dem gescheiterten Anlauf versenkt wurden, seit wann den Deutschen die rechtlichen Probleme klar waren und wer daf&#252;r letztendlich die Verantwortung tr&#228;gt: Das blieb auch nach einer <a href="http://augengeradeaus.net/2013/05/das-eurohawk-debakel-o-tone-nach-dem-verteidigungsausschuss/">Sitzung</a> des Bundestags-Verteidigungsausschusses, in der sich Staatssekret&#228;r Stéphane Beemelmans den kritischen Fragen der Abgeordneten stellen musste, weitgehend offen.<br />
&nbsp;</p>
<div><div id="attachment_58413" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2013/05/EuroHawk_Northrop-Grumman.jpg"><img class="size-full wp-image-58413" alt="Pressefoto Northrop Grumman" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2013/05/EuroHawk_Northrop-Grumman.jpg" width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Pressefoto Northrop Grumman</p></div></div>
<p>&nbsp;<br />
Damit trudelt der Riesenflieger direkt in den anlaufenden Wahlkampf vor der Bundestagswahl im September. Die Aussagen der Parteienvertreter boten daf&#252;r schon eine kleine Kostprobe. So ist aus Unionssicht bedeutsam, dass die ersten Beschaffungsplanungen f&#252;r den EuroHawk unter Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) stattfanden und der Vertrag 2007 zwar unter dem CDU-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung, aber vom SPD-Staatssekret&#228;r Peter Eikenboom unterzeichnet wurde. Und das CDU-gef&#252;hrte Ministerium unter Thomas de Maizière das Projekt gestoppt habe.</p>
<p>Die Opposition wiederum beklagt, seit Ende 2011, also unter der schwarz-gelben Koalition, h&#228;tte klar sein m&#252;ssen, dass dieses unbemannte Flugzeug in Deutschland auf H&#252;rden bei der Zulassung sto&#223;en w&#252;rde: Die derzeitige Bundesregierung, sagt der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold, habe das Parlament ver&#228;ppelt.</p>
<p>&#196;hnlich kontrovers werden die Kosten gesehen. Mindestens 680 Millionen Euro seien sinnlos ausgegeben worden, klagt die Opposition. Verteidigungsministerium und CDU verweisen dagegen darauf, die f&#252;r den EuroHawk geplante Aufkl&#228;rungstechnik sei doch gut und k&#246;nne in einer anderen Plattform verwendet werden (welche, ist noch ziemlich offen), so dass nur die Kosten f&#252;r das eigentliche Flugger&#228;t abzuschreiben seien.</p>
<p>Auch wenn die Perspektiven nach politischem Standpunkt unterschiedlich sind: Dass das Projekt EuroHawk als Debakel endet, kann keiner bestreiten.</p>
<p>Und ein Debakel ist es gleich in mehrfacher Hinsicht: Der Bundeswehr (und, ganz nebenbei, auch dem deutschen Auslandsgeheimdienst BND) fehlen die Aufkl&#228;rungsergebnisse der so genannten SIGINT, der elektronischen Aufkl&#228;rung aus der Luft. Was der Stopp des Projekts generell f&#252;r Drohnenpl&#228;ne der Truppe und des Ministeriums bedeutet, technisch wie politisch, ist noch v&#246;llig offen. Und nicht zuletzt hat sich erneut gezeigt, wie abh&#228;ngig die deutschen Streitkr&#228;fte von der Industrie sind, in diesem Fall von der amerikanischen.</p>
<p>Schon f&#252;r die Ausnahmegenehmigung, mit der der EuroHawk sich in Deutschland in die Luft erheben konnte, waren nach Angaben eines Kenners 6.000 Dokumente vorzulegen. F&#252;r eine regul&#228;re Zulassung fehlten dann noch etliche Papiere, die ganz offensichtlich nicht Bestandteil des Vertrags mit dem US-Lieferanten waren und f&#252;r gr&#246;&#223;ere Summen h&#228;tten beschafft werden m&#252;ssen – so kommen die Sch&#228;tzungen f&#252;r die Kosten einer Zulassung f&#252;r den deutschen Luftraum zusammen,  die bei 500 bis 600 Millionen Euro liegen. Und diese Summe w&#228;re voraussichtlich nicht nur einmal f&#228;llig geworden – weil in der (inzwischen beendeten) Produktion dieses Drohnenmodells kein Flugzeug mit dem anderen identisch ist.</p>
<p>Wer letztendlich f&#252;r das Debakel verantwortlich ist, wird sich vermutlich nie endg&#252;ltig kl&#228;ren lassen: Zu komplex sind bei Gro&#223;projekten, in der R&#252;stung wie im zivilen Leben, die Zust&#228;ndigkeiten, Berichtswege, die Wechsel der Verantwortlichen auf der Arbeitsebene (oder wei&#223; jemand, wer eigentlich letztendlich das Problem des Berliner Gro&#223;flughafens zu verantworten hat?).</p>
<p>Und so d&#252;rfte das Thema vor allem der Opposition ein wenig Wahlkampfmunition liefern. So dicke hat’s die Bundeswehr ja auch nicht.</p>
<p>F&#252;r Verteidigungsminister Thomas de Maizière bleibt das Problem: Er hat schon 2011 den <a href="http://augengeradeaus.net/2011/09/minister-zur-rustungsindustrie-wir-mussen-reden/">Versuch</a> begonnen, mit der R&#252;stungsindustrie &#252;ber Gro&#223;projekte, die Belastung f&#252;r den Verteidigungshaushalt und &#252;ber Umsteuerungen bei lange laufenden, teuren Vorhaben zu reden. So richtig geklappt hat das bislang <a href="http://augengeradeaus.net/2011/12/nutzen-statt-besitzen-350-pumas-sind-genug/#more-6120">nur in einem Fall</a>.<br />
&nbsp;</p>
<ul>
<li>Siehe auch <a href="http://augengeradeaus.net/2013/05/das-eurohawk-debakel-o-tone-nach-dem-verteidigungsausschuss/" target="_blank">Das EuroHawk-Debakel: O-T&#246;ne nach dem Verteidigungsausschuss</a></li>
<li>ZDF: <a href="http://www.heute.de/Drohnen-Debakel-%C3%BCberschattet-Wehr-Debatte-27967896.html" target="_blank">Drohnen-Debakel &#252;berschattet Wehr-Debatte</a></li>
</ul>
<p><em>Crosspost von <a href="http://augengeradeaus.net/2013/05/eurohawk-abgesturzt-in-den-wahlkampf/" target="_blank">Augen geradeaus!</a> Foto: Der EuroHawk beim &#220;berf&#252;hrungsflug nach Deutschland am 21. Juli 2011, Pressefoto <a href="http://www.northropgrumman.com/MediaResources/Pages/Photo.aspx?pid%3DEU-10003_003%26rel%3D%2F%26name%3DPhotos">Northrop Grumman</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58410/eurohawk-abgesturzt-in-den-wahlkampf/">EuroHawk: Abgest&#252;rzt in den Wahlkampf</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58410/eurohawk-abgesturzt-in-den-wahlkampf/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58410&amp;md5=801d64d771a27fb29791895697e9033f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Urteil des BGH zu Googles Autocomplete-Funktion</title>
		<link>http://carta.info/58399/das-urteil-des-bgh-zu-googles-autocomplete-funktion/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 16:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Stadler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bundesgerichtshof will Google zwingen, seine automatische Vervollst&#228;ndigungsfunktion anzupassen, wenn dadurch Pers&#246;nlichkeitsrechte verletzt werden - eine empfindliche und umstrittene Einschr&#228;nkung. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Urteil des BGH zur Autocomplete-Funktion von Google habe ich f&#252;r Heise besprochen, soweit eine Presseerkl&#228;rung das zul&#228;sst. Deshalb hier im Blog nur der Hinweis auf den <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Analyse-Das-Urteil-des-BGH-zur-Autocomplete-Funktion-von-Google-1862920.html" target="_blank">Beitrag</a> bei Heise-Online. Zu der Thematik hatte ich im letzten Jahr schon <a href="http://www.internet-law.de/2012/09/haftet-google-fur-seine-autovervollstandigung.html" target="_blank">ausf&#252;hrlicher</a> gebloggt.</p>
<p>Das Urteil hat mich im Ergebnis dann doch etwas &#252;berrascht, weshalb ich umso gespannter auf die Urteilsbegr&#252;ndung bin. Man wird abwarten m&#252;ssen, inwieweit das Urteil tats&#228;chlich verallgemeinunerungsf&#228;hig ist und ob Google jetzt massenweise Aufforderungen zur Bereinigung seiner Autovervollst&#228;ndigung erhalten wird.</p>
<p>Google hat bislang offenbar auch noch nicht konkret erkl&#228;rt, wie man auf das Urteil, das ja unmittelbar nur zwischen den Parteien wirkt, reagieren wird.</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58399/das-urteil-des-bgh-zu-googles-autocomplete-funktion/">Das Urteil des BGH zu Googles Autocomplete-Funktion</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58399/das-urteil-des-bgh-zu-googles-autocomplete-funktion/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58399&amp;md5=07ce9fee4b2b1cbf9e65f00e9a676c1d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Piratenpartei angez&#228;hlt: Wie geht es weiter?</title>
		<link>http://carta.info/58328/piratenpartei-angezahlt-wie-geht-es-weiter/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 08:34:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anatol Stefanowitsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der gescheiterte Antrag zur Einrichtung einer st&#228;ndigen Mitgliederversammlung ist f&#252;r eine Mitmachpartei peinlich bis fatal. Wie k&#246;nnte es weitergehen?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/d46030fe27cc4e90be99a9e4a31f3035" alt="" width="1" height="1" />Was tun, wenn man am Boden liegt und <a href="http://astefanowitsch.tumblr.com/post/50330120755/die-piratenpartei-vor-dem-k-o" target="_blank">angez&#228;hlt</a> ist? Liegen bleiben oder weiterk&#228;mpfen? </p>
<p>Vielen von uns, die wegen des Versprechens gesellschaftlicher Mitgestaltung in die Piratenpartei eingetreten sind, scheint die erste M&#246;glichkeit derzeit sehr attraktiv. Welchen Sinn sollte es haben, eine „Mitmachpartei“ von der Idee des Mitmachens zu &#252;berzeugen, wenn die es nun einmal nicht will?</p>
<p>Dagegen spricht, dass es in der Piratenpartei eine Mehrheit f&#252;r eine st&#228;ndige Mitgliederversammlung zu geben scheint. Immerhin verfehlte die entscheidende Abstimmung die zur Einf&#252;hrung notwendige Zweidrittelmehrheit nur um zwei Prozent (wobei man diesen Wert nicht zu ernst nehmen sollte, da auf den Parteitagen der Piratenpartei ja durch das Fehlen eines Delegiertensystems keine repr&#228;sentative Stichprobe der Mitglieder m&#246;glich ist). </p>
<p>Au&#223;erdem steht das Thema der Online-Mitbestimmung seit Sonntag un&#252;bersehbar auf der Agenda der Piratenpartei. Es l&#228;sst sich nicht mehr wegdiskutieren, es l&#228;sst sich nicht mehr durch Gesch&#228;ftsordnungsantr&#228;ge von der Tagesordnung des n&#228;chsten Parteitags fernhalten.</p>
<p>Mit anderen Worten: Der Zeitpunkt f&#252;r die Umsetzung dieses radikalen Werkzeugs einer neuen Form der Demokratie war nie so gut wie jetzt.</p>
<p>Wir Bef&#252;rworter/innen einer st&#228;ndigen Mitgliederversammlung sollten uns deshalb bis zum n&#228;chsten Parteitag darauf konzentrieren, Bildungsarbeit bez&#252;glich der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Democracy">Liquid Democracy</a> und ihrer m&#246;glichen Umsetzung innerhalb der Piratenpartei zu betreiben. Dabei sollten wir nat&#252;rlich versuchen, die Unentschlossenen oder Uninformierten innerhalb der Partei zu erreichen. Die gefestigten Gegner/innen sollten wir ignorieren, wir werden sie durch nichts &#252;berzeugen.</p>
<p>Vor allem aber sollten wir diejenigen <em>au&#223;erhalb</em> der Partei ansprechen, die entweder schon jetzt mit der Online-Mitbestimmung in Form der Liquid Democracy sympathisieren, oder die noch nie davon geh&#246;rt haben.</p>
<p>Diese Menschen sollten wir daf&#252;r gewinnen, uns bei der Umsetzung zu unterst&#252;tzen. Zum Beispiel, indem sie in die Partei eintreten &#8211; oder, wie <a href="http://www.ennomane.de/2013/04/13/mein-austritt-aus-der-piratenpartei-ich-schulde-euch-noch-einen-blogpost/">Enno Park</a>, <em>wieder</em> eintreten -, und auf dem n&#228;chsten Parteitag f&#252;r eine st&#228;ndige Mitgliederversammlung stimmen. </p>
<p>Oder, indem sie deutlich machen, dass sie eine Partei w&#228;hlen w&#252;rden, die eine st&#228;ndige Mitgliederversammlung hat. Oder, indem sie ihre Bereitschaft signalisieren, f&#252;r eine Umsetzung <em>au&#223;erhalb</em> der Piratenpartei zur Verf&#252;gung zu stehen, wenn es innerhalb der Partei nicht m&#246;glich sein sollte.</p>
<p>Leisten wir also bis zum n&#228;chsten Parteitag Ende des Jahres &#220;berzeugungs- und Aufkl&#228;rungsarbeit zum Thema Mitbestimmung und Liquid Democracy. Versuchen wir, sie auf diesem Parteitag in die Satzung der Piratenpartei zu schreiben.</p>
<p>Damit l&#246;st sich, nebenbei, auch ein Dilemma, in dem sich viele der Bef&#252;rworter/innen der st&#228;ndigen Mitgliederversammlung befinden: F&#252;r eine Piratenpartei ohne echte Mitgestaltungsm&#246;glichkeiten wollen viele von uns nur ungern in den Wahlkampf ziehen, aber tatenlos zusehen wollen wir auch nicht. Indem wir f&#252;r die Partei werben, zu der wir die Piratenpartei endlich machen wollen, brauchen wir keins von beidem zu tun. </p>
<p>Wir stellen klar, dass die Piratenpartei diese Partei derzeit nicht ist, aber dass die Chancen gut stehen, dass sie es wird. Dann &#252;berlassen wir es den W&#228;hler/innen, ob sie unsere Chancen zur Umsetzung der st&#228;ndigen Mitgliederversammlung f&#252;r so realistisch halten, dass sie die Partei, quasi als Vertrauensvorschuss, im September schon w&#228;hlen, oder lieber abwarten.</p>
<p>Aber wir sollten uns selbst und anderen auch deutlich machen, dass dieser Parteitag f&#252;r uns der letzte Versuch sein wird, die Piratenpartei dazu zu bewegen, ihr Versprechen breiter gesellschaftlicher Mitgestaltungsm&#246;glichkeiten einzul&#246;sen. Wir sollten einen Plan B haben, falls wir damit scheitern. Dieser Plan B kann realistischerweise nur in der Gr&#252;ndung einer neuen Partei bestehen, die sich die Online-Mitbestimmung nach dem Prinzip der Liquid Democracy von Anfang an in die Satzung schreibt (angedacht z.B. <a href="http://f0o0.de/b00tstrap/">hier</a>/<a href="https://hinterschwoerung.piratenpad.de/rewrite">hier</a> und <a href="http://liquidlabs.org/">hier</a>).</p>
<p>Schlie&#223;lich geht es nicht um die Piratenpartei, es geht darum, wie wir in Zukunft leben wollen.<br />
&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://astefanowitsch.tumblr.com/post/50405806240/piratenpartei-angezaehlt-wie-geht-es-weiter" target="_blank">Ephemera</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58328/piratenpartei-angezahlt-wie-geht-es-weiter/">Piratenpartei angez&#228;hlt: Wie geht es weiter?</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58328/piratenpartei-angezahlt-wie-geht-es-weiter/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58328&amp;md5=aa78156cbaccc5cabd8929ecf3556fb6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie #Blognetz die Blogosph&#228;re st&#228;rkt</title>
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		<comments>http://carta.info/58337/wie-blognetz-die-blogosphare-starkt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 14:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Vernetzung der deutschen Blogs soll besser werden - eine lobenswerte Initiative. Die Begeisterung der BloggerInnen, quasi unversehens Teil eines gro&#223;en Ganzen zu sein, wird keine Grenzen kennen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Toll &#8211; endlich eine <a href="http://www.netzpiloten.de/deutschlands-blogger-vernetzen-sich-wie-blognetz-die-blogosphare-starkt/" target="_blank">Plattform</a>, auf der sich Blogger vernetzen, zwanglos miteinander ins Gespr&#228;ch kommen und sich austauschen k&#246;nnen. Dazu gibt es &#8211; ganz im datenjournalistschen Trend &#8211; eine sch&#246;ne bunte Karte, die das weite Geflecht der deutschen Blogosph&#228;re <del datetime="2013-05-14T14:09:30+00:00">anschaulich darstellt</del> visualisiert:<br />
&nbsp;<br />
<div id="attachment_58338" class="wp-caption aligncenter" style="width: 630px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2013/05/Blognetz_Netzpiloten-e1368538837112.png"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2013/05/Blognetz_Netzpiloten-e1368538837112.png" alt="Visualisierung Blognetz, Screenshot: Netzpiloten" width="620" height="291" class="size-full wp-image-58338" /></a><p class="wp-caption-text">Visualisierung Blognetz, Screenshot: <a href="http://www.netzpiloten.de/deutschlands-blogger-vernetzen-sich-wie-blognetz-die-blogosphare-starkt/" target="_blank">Netzpiloten</a></p></div><br />
&nbsp;<br />
Eine Superidee, denn<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>leider steht die Vernetzung untereinander hierzulande noch lange nicht so gut [sic] wie sie es etwa in Amerika tut. Dort ist das Miteinander viel st&#228;rker ausgepr&#228;gt, in Deutschland steht h&#228;ufig noch der Konkurrenzkampf im Vordergrund &#8211; wenn auch nur unbewusst.</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Das wollen die Macher von <a href="http://blognetz.com/blogs" target="_blank">Blognetz</a> nat&#252;rlich unbedingt &#228;ndern, denn was gibt es Sch&#246;neres, als so ein recht von Herzen kommendes Miteinander? </p>
<p>Deshalb haben sie eine <a href="&#252;ber 550 Mitglieder" target="_blank">Facebook-Gruppe</a> aufgemacht. Ist ja logisch, wenn sich Blogs vernetzen sollen, k&#246;nnen sie das nirgends besser als im gr&#246;&#223;ten sozialen Netzwerk. <a href="http://carta.info/56795/was-ist-mit-der-blogroll-passiert/" target="_blank">Blogrolls</a>* und Links sind ja soo Eighties. Oh, und nat&#252;rlich sollen demn&#228;chst auch Google+ und Twitter dazukommen. Was liegt n&#228;her?</p>
<p>Damit sind alle deutschen Blogger ganz automatisch auch bei Blognetz vertreten &#8211; welcher Dummkopf w&#252;rde schon bloggen, ohne gleichzeitig einen FB-Account zu bespielen? Das &#246;sterreichische <a href="https://www.facebook.com/login.php?next=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fgroups%2Fblogsat%2F" target="_blank">Vorbild </a>hat schon &#252;ber 550 Mitglieder! Selbstverst&#228;ndlich auf Facebook. </p>
<p>&nbsp;<br />
<em>* Der Artikel &#252;ber die gute alte Blogroll stammt &#252;brigens vom Gr&#252;nder der deutschen Blognetz-Facebook-Gruppe.</p>
<p>Und das Zitat im Netzpiloten-Text, &#8220;Wie sagte Sascha Lobo auf seinem re:publica-Vortrag noch gleich? &#8216;Machen!&#8217;&#8221;, ist wohl auf dieses Projekt eher <a href="http://wissen.dradio.de/re-publica-13-lobo-will-blogger-staerken.33.de.html?dram:article_id=245983" target="_blank">nicht</a> anwendbar.</em><br />
&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58337/wie-blognetz-die-blogosphare-starkt/">Wie #Blognetz die Blogosph&#228;re st&#228;rkt</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58337/wie-blognetz-die-blogosphare-starkt/#comments">20 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58337&amp;md5=3c4ef2c69d62edb04eba82bd8a45ae39" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die SPD hat noch eine Chance: mit einem gr&#252;nen Kanzlerkandidaten</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 08:30:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Wiesenthal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn in die Wahlkampftaktik einfach keine Linie zu kriegen ist und der Kandidat immer wieder versemmelt, muss man notfalls zu unkonventionellen Mitteln greifen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/d5f3154283fd474ea76e9da1e6701d29" width="1" height="1" />Wenn es noch irgendeines Beweises bedurft h&#228;tte, dann hat der 120 kmh-Vorschlag des SPD-Vorsitzenden klargemacht, in welchem Dilemma die SPD vor der Bundestagswahl steckt. Da gibt es die einen, die es nicht k&#246;nnen. Die scharen sich um den Kanzlerkandidaten, ohne ihn vor Fettn&#228;pfchen und Missgriffen bewahren zu k&#246;nnen — und ohne eine Ahnung, wie man attraktive Themen setzt und die amtierende Regierung vor sich her treibt.</p>
<p>Und auf der anderen Seite gibt es die, die gar nicht mehr wollen. Denn das kann Gabriel noch nicht einmal seiner Oma erz&#228;hlen, dass er im Wahlkampf vergessen h&#228;tte, wie man die Anfrage einer Zeitung zur Verkehrspolitik mit einem Verweis auf das Wahlprogramm beantwortet. </p>
<p>So ist nun endlich &#246;ffentlich: Der Vorsitzende m&#246;chte allenfalls eine Gro&#223;e Koalition, vielleicht aber nur noch ein paar ruhige Oppositionsjahre. Und der vielgeschm&#228;hte Kandidat will nur noch den Wahlkampf hinter sich bringen.</p>
<p>Rein theoretisch bliebe jetzt noch die Option, den Kandidaten mit dem unkontrollierten Ego gegen den braven Parteisoldaten Steinmeier auszutauschen. Der ist kompetent, berechenbar und der Kanzlerin allemal gewachsen, nur leider nicht als Wahlkampfk&#252;nstler.</p>
<p>Gibt es noch einen Ausweg, bevor die schmale Aktivenbasis der Sozialdemokratie endg&#252;ltig verzweifelt?</p>
<p>Ja, und zwar “Last Exit Green”. Jetzt ist noch Zeit f&#252;r die Gr&#252;nen, per Mitglieder-Urwahl einen eigenen Kanzlerkandidaten aufzustellen, der uns endlich die Hoffnung zur&#252;ckgibt, dass man Schwarz-Gelb abw&#228;hlen kann, ohne sich damit Schwarz-Gr&#252;n oder den  Gro&#223;en Mist einzuhandeln. Das muss nat&#252;rlich schnell gehen und ohne Z&#228;hlkandidatInnen, also ganz simpel: Winfried Kretschmann oder J&#252;rgen Trittin.</p>
<p>Nur Mut, und nicht lange warten, ihr lieben Gr&#252;nen. Auch die Sozis werden es Euch danken.<br />
&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://hwiesenthal.wordpress.com/2013/05/12/die-spd-hat-noch-eine-chance-mit-einem-grunen-kanzlerkandidaten/" target="_blank">Helmut Wiesenthal</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58300/die-spd-hat-noch-eine-chance-mit-einem-grunen-kanzlerkandidaten/">Die SPD hat noch eine Chance: mit einem gr&#252;nen Kanzlerkandidaten</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58300/die-spd-hat-noch-eine-chance-mit-einem-grunen-kanzlerkandidaten/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58300&amp;md5=a3481d5ac4c738dcf4d8d2a2694337aa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Livestream: Gesine Schwan im Gespr&#228;ch mit Peer Steinbr&#252;ck</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 07:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Peer Steinbrück]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Gespr&#228;chsreihe “&#220;ber Politik” sprach Gesine Schwan am 14. Mai mit Peer Steinbr&#252;ck. Carta streamte die Veranstaltung live, eine Aufzeichnung stellen wir zeitnah zur Verf&#252;gung.
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Reihe &#8220;&#220;ber Politik&#8221; tauscht Gesine Schwan,  <a href="http://www.humboldt-viadrina.org/veranstaltungen/ueber-politik-gesine-schwan-im-gespraech/" target="_blank">Pr&#228;sidentin</a> der Humboldt-Viadrina School of Governance, Argumente mit Politikern, Publizisten und Aktivisten &#252;ber politische Arbeit und ihre Ziele aus.</p>
<p>Gast der aktuellen Folge am 14. Mai 2013 war, mit Blick auf die Bundestagswahl in diesem Jahr, der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbr&#252;ck.<br />
<object id="show_it" style="width: 560px; height: 315px;" width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="window" /><param name="quality" value="high" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&amp;language=de&amp;primaryColor=0x676666&amp;secondaryColor=0xffffff&amp;textColor=0x000000&amp;borderColor=0xffffff&amp;overColor=0xA1A1A1&amp;baseUrl=http://www.contentforce.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$forcedWidth=560$forcedHeight=315$keepVideoAspectRatio=true&amp;bandwidthPath=http://www.contentforce.de/iptv/img/test.txt&amp;skin=ondemand_player&amp;application=111280128&amp;webcastId=2018705421" /><param name="src" value="http://www.contentforce.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><embed id="show_it" style="width: 560px; height: 315px;" width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.contentforce.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" wmode="window" quality="high" swliveconnect="true" allowscriptaccess="always" scalemode="showall" allowfullscreen="true" flashvars="plugin_version=9.0.115&amp;language=de&amp;primaryColor=0x676666&amp;secondaryColor=0xffffff&amp;textColor=0x000000&amp;borderColor=0xffffff&amp;overColor=0xA1A1A1&amp;baseUrl=http://www.contentforce.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$forcedWidth=560$forcedHeight=315$keepVideoAspectRatio=true&amp;bandwidthPath=http://www.contentforce.de/iptv/img/test.txt&amp;skin=ondemand_player&amp;application=111280128&amp;webcastId=2018705421" /></object><br />
In vorherigen Folgen sprach Gesine Schwan unter anderem mit <a href="http://carta.info/56391/gesine-schwan-im-gesprach-mit-anne-will/">Anne Will</a>,  <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=w9Mc5F3ci0U" target="_blank">Stéphane Hessel</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=dzVcck9CjYw" target="_blank">Richard von Weizs&#228;cker</a>. Die bisher aufgenommenen Folgen der Reihe finden sich <a href="http://www.youtube.com/user/HumboldtViadrina/videos?query=gesine+schwan" target="_blank">hier.</a></p>
<p><em>Gesine Schwan ist Mitglied des Carta-Beirats. K&#252;nftige Veranstaltungen werden von uns als Medienpartner hier ver&#246;ffentlicht.</em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58229/gesine-schwan-im-gesprach-mit-peer-steinbruck/">Livestream: Gesine Schwan im Gespr&#228;ch mit Peer Steinbr&#252;ck</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58229/gesine-schwan-im-gesprach-mit-peer-steinbruck/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58229&amp;md5=43cd838070d168236f6cc1787980c646" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Team ohne Botschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 13:34:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine glanzvolle Veranstaltung war das nicht: Am Montag stellte Peer Steinbr&#252;ck die ersten drei Mitglieder seines Kompetenzteams vor. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/8288ab45435c404e83534ec760de5447" width="1" height="1" />Die wenig elektrisierenden Namen sind schon bekannt. Durchgestochen, w&#228;hrend Steinbr&#252;ck in Polen war, um vom bizarren Tempo-120-Streit zwischen Sigmar Gabriel und Steinbr&#252;ck abzulenken. Sie werden der d&#252;mpelnden Kampagne des SPD-Kanzlerkandidaten keinen Schub verleihen.</p>
<p>Der eine, Klaus Wieseh&#252;gel, ist ein alter Gewerkschafter, Gegner der Agenda 2010 und der Rente mit 67.  Es wird einiger lustiger Verrenkungen der beiden Herren bed&#252;rfen, um so zu tun, als sei man auf einem Nenner. Hinzu kommt, dass Wieseh&#252;gel gar nicht in ein Kabinett Steinbr&#252;ck eintreten will oder kann, weil er kurz vor der Bundestagswahl als Chef der IG Bau wiedergew&#228;hlt werden will.</p>
<p>Der zweite, Thomas Oppermann, zweifellos ein gestandener Politiker, l&#228;uft sich hinter den Kulissen schon warm, um bei einer gro&#223;en Koalition Frank-Walter Steinmeier als Fraktionschef abzul&#246;sen.</p>
<p>Das dritte Mitglied des Kompetenzteams, die Designprofessorin Geesche Joost, hat wenigenstens den Hauch des Unkonventionellen. Der Seiteneinsteigerin aber droht der Weg von Gerhard Schr&#246;ders Seiteneinsteiger Jost Stollmann: nach der Wahl ist der Ausflug in die Politik vorbei.</p>
<p>Nein, diese Kandidaten jagen Angela Merkel keinen Schrecken ein. Auch nicht der n&#228;chste Schub, zu dem Th&#252;ringens Wirtschaftsminister Mattias Machnig und die Hamburger Justizsenatorin geh&#246;ren sollen. Ein Schwergewicht, wie es zum Beispiel Edmund Stoiber 2002 in seinem Kompetenzteam mit Lothar Sp&#228;th als Superminister aufbot, hat die SPD nicht im Team.</p>
<p>Namen sind Botschaften, und mit starken Namen lassen sich starke politische Botschaften verbinden. Beides ist von Steinbr&#252;cks Kompetenzteam nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Wieseh&#252;gel und Steinbr&#252;ck sind gegens&#228;tzliche  Botschaften.</p>
<p>Die SPD-Kampagne tritt auf der Stelle, die 30 Prozent erscheinen weiterhin in unerreichbarer Ferne. W&#228;hrenddessen macht die Kanzlerin Wahlkampf auf ihre Art. In Afghanistan produzierte sie sch&#246;ne Fotos mit Soldaten bei W&#252;rstchen mit Kartoffelsalat. Als n&#228;chstes kommt eine Privataudienz beim Papst, und im Juni reist ihr wichtigster Wahlhelfer an, US-Pr&#228;sident Barack Obama. Dagegen ist mit Wieseh&#252;gel und Machnig wenig auszurichten.</p>
<p>Ein Regierungschef kann sich immer besser inszenieren als der Herausforderer. Und er kann immer so tun, als sei das gar kein Wahlkampf, sondern normales Regierungsgesch&#228;ft.</p>
<p>Und genau das ist Merkels Botschaft: sie macht nach dem 22. September einfach so weiter wie bisher. Vielleicht mit einem anderen Koalitionspartner, aber das vertraute Gesicht an der Spitze bleibt. Und Steinbr&#252;ck verabschiedet sein Kompetenzteam mit einem Katerfr&#252;hst&#252;ck.<br />
&nbsp;</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4013" target="_blank">Sprengsatz</a></em></p>
<hr />
<p><small>
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