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	<title>CARTA &#187; Wahlkampf &#8217;09</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Koalitionsvertrag: Besserverdienende sind vom Wettbewerb auszunehmen</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 13:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Zeilen 3935 bis 3939 des Koalitionsvertrags finden sich folgende Ausf&#252;hrungen:
"Die freiberuflichen Apothekerinnen und Apotheker spielen f&#252;r eine gute Arzneimittelversorgung eine zentrale und wichtige Rolle. Eine &#196;nderung des bestehenden Mehr- und Fremdbesitzverbotes lehnen wir deshalb ab. Wir werden die Ausw&#252;chse beim Versandhandel (Anmerkung: Man k&#246;nnte auch sagen: "den aufkeimenden Wettbewerb") bek&#228;mpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten."

Ich finde das wirklich unglaublich: Wis soll man das interpretieren? Wir wollen Wettbewerb bei Post, Bahn und Energie, aber bitte nicht bei unserer eigenen Klientel? Den Postboten kann der Wettbewerb nicht schaden, aber den armen Apothekern nat&#252;rlich schon?

Besserverdienende sind vom Wettbewerb auszunehmen und bed&#252;rfen eines besonderen Schutzes? Sollte das das Verst&#228;ndnis einer liberalen Gesundheitspolitik sein, dann gute Nacht. Eine in der Sache konsistente Politik sieht sicher anders aus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ee9eb670472e498ca85e2b3c8155688c" alt="" width="1" height="1" />In den Zeilen 3935 bis 3939 des <a href="http://www.cdu.de/doc/pdfc/091024-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf">Koalitionsvertrags</a> finden sich folgende Ausf&#252;hrungen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Die freiberuflichen Apothekerinnen und Apotheker spielen f&#252;r eine gute Arzneimittelversorgung eine zentrale und wichtige Rolle. Eine &#196;nderung des bestehenden Mehr- und Fremdbesitzverbotes lehnen wir deshalb ab. Wir werden die Ausw&#252;chse beim Versandhandel <em>(Anmerkung: Man k&#246;nnte auch sagen: &#8220;den aufkeimenden Wettbewerb&#8221;)</em> bek&#228;mpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten.&#8221;</p>
<p>Ich finde das wirklich unglaublich: Wis soll man das interpretieren? Wir wollen Wettbewerb bei Post, Bahn und Energie, aber bitte nicht bei unserer eigenen Klientel? Den Postboten kann der Wettbewerb nicht schaden, aber den armen Apothekern nat&#252;rlich schon?</p>
<p><strong>Besserverdienende sind vom Wettbewerb auszunehmen und bed&#252;rfen eines besonderen Schutzes?</strong> Sollte das das Verst&#228;ndnis einer liberalen Gesundheitspolitik sein, dann gute Nacht. Eine in der Sache konsistente Politik sieht sicher anders aus.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17036&amp;md5=42ba37b09050afdaf42380a8df7d8bd5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Koalitionsverhandlungen: Wo bleibt die digitale Anreicherung? Wo bleibt Twitter? Wo bleiben die Blogs?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 15:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Koalitionsverhandlungen w&#228;ren ein ideales Testfeld, um politische Alltagsroutinen auch nach dem Wahlkampf digital anzureichern: Kontinuierliche Tweets zum Verhandlungsgeschehen und allabendliche Blogeintr&#228;ge von den Verhandlungsf&#252;hrern k&#246;nnten die Spekulationswut der Hauptstadtmedien angenehm konterkarieren. Obama hat das alles vorgemacht. Hierzulande k&#228;mpft nur noch @westerwave gegen einen typisch deutschen Offline-Herbst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f710e97efc9648af98a427999a487698" width="1" height="1" alt=""/>Der (Online-)Wahlkampf ist vorbei &#8211; und damit auch die Vergleiche mit der &#220;ber-Referenz Obama. Aber warum eigentlich? Denn auch bei der Regierungsbildung setzte der US-Pr&#228;sident Ma&#223;st&#228;be in Sachen digitaler Mediennutzung.</p>
<p>W&#228;hrend der &#220;bergangsphase zwischen dem Wahltag im November und der formellen Amts&#252;bernahme im Januar lagen arbeitsreiche Monate der so genannten Presidential Transition &#8211; in dieser von langer Hand geplanter &#220;bergangsphase vollzieht sich der eigentliche Regierungswechsel und das Regierungsteam nimmt Gestalt an. Auch das inhaltliche Profil wird gesch&#228;rft, und obwohl in den USA ein pr&#228;sidentielles System vorherrscht, so hatten einige Verhandlungen durchaus &#196;hnlichkeiten mit den gerade gestarteten Koalitionsverhandlungen.</p>
<p>Auch in Deutschland hat gerade eine Transitionsphase begonnen, in politikwissenschaftlicher Perspektive d&#252;rfte man die Amtsperioden wohl &#8220;<strong>Merkel I</strong>&#8221; und &#8220;<strong>Merkel II</strong>&#8221; nennen. Der Auftakt der Koalitionsverhandlungen hat medial ein breites Echo gefunden, auch die organisatorische Dimension bis hin zur personellen Besetzung einzelner Arbeitsgruppen wurde verschiedentlich beleuchtet.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/wester2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-16000" style="margin: 4px;" title="wester2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/wester2-300x190.jpg" alt="wester2" width="300" height="190" /></a>Doch gibt es auch einen Anteil digitalen Medieneinsatzes auf Seiten der Verhandelnden? Sieht man mal von den t&#228;glichen Tweets eines gewissen <a href="http://twitter.com/westerwave">@westerwave</a> ab &#8211; wohl eher nicht. Zwar hat es sich im Laufe des vergangenen Jahres zwar herum gesprochen, dass die Werkzeuge des Web 2.0 gut f&#252;r den Online-Wahlkampf seien. Doch dass man auch &#252;ber den Wahltag hinaus <strong>politische Arbeitsroutinen digital anreichern</strong> kann, das ist wohl das n&#228;chste Neuland f&#252;r die deutsche Politik. Eine fl&#252;chtige Twitter-Umfrage hat erste Kommentare und Anregungen hervorgebracht, weitere k&#246;nnen folgen &#8211; gerne auch hier in den Kommentaren.</p>
<p>Es muss ja nicht gleich das hyperkomplexe Google Wave sein (danke <a href="http://twitter.com/cle50000">@cle50000</a> f&#252;r den Hinweis  ;-) , doch einige basale Tools aus der auf Kollaboration angelegten Web 2.0-Kommunikation k&#246;nnten auch im Rahmen von Koalitionsverhandlungen sinnvoll eingesetzt werden. <a href="http://twitter.com/kre8tiv">@kre8tiv</a> hat mit deutlich weniger als 140 Zeichen einen ersten vorschlag f&#252;r die begleitung der aushandlungen <a href="http://twitter.com/kre8tiv/status/4679896859">vorgelegt</a>:</p>
<blockquote><p>Arbeitsgruppen: Wikis | Kurze Zwst&#228;nde: Microblogging | B&#252;ndelung des Tages: Vorsitzenden Blogs.</p></blockquote>
<p>Damit w&#228;re schon mal eine minimale Begleitung des komplexen Procedere aus der Innenperspektive m&#246;glich &#8211; selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen relevante Details zur&#252;ckgehalten werden. Generell herrscht aber eher Skepsis, was den Verhandlungsstil der k&#252;nftigen Regierungspartner angeht, zudem wird Koalitionsverhandlungen ein Status als legitimer &#8220;R&#252;ckzugsraum&#8221; f&#252;r Face-to-Face-Kommunikation zugestanden (besten Dank f&#252;r die Facebook-Kommentare!).</p>
<p>Allerdings w&#228;re mit einem kontinuierlichen Informationsfluss direkt aus dem Verhandlungsgeschehen heraus <strong>der Spekulationswut der Hauptstadtmedien ein Kontrapunkt</strong> gesetzt &#8211; und eine aktive Beeinflussung der &#246;ffentlichen Debatte ist sicherlich imInteresse der verhandelnden Akteure.</p>
<p>Ein Blick auf die Aktivit&#228;ten im Umfeld der Obama-Transition im vergangenen Herbst kann weitere Impulse liefern. Unter dem Motto &#8220;<a href="http://change.gov/open_government/yourseatatthetable">Your Seat at the Table</a>&#8221; waren vormals interne Besprechungen von Arbeitsgruppen in verschiedenen Politikfeldern per Online-Video zug&#228;nglich gemacht worden. Parallel dazu hatten die Leiter dieser<br />
Meetings knapp die Diskussionsgegenst&#228;nde geschildert und interessierte B&#252;rger zur Kommentierung in einem &#8220;Citizen Briefing Book&#8221; aufgerufen. Aus dieser, letztlich zwar nur <strong>symbolischen, &#214;ffnung </strong>resultierten mehrere Zehntausend Eintr&#228;ge auf der Website zum administrativen Wandel, change.gov.</p>
<p>Eine derartige Digitalisierung werden wir hierzulande wohl nicht erleben &#8211; obwohl die Domain <a href="http://www.koalitionsverhandlungen.de/">koalitionsverhandlungen.de</a> bereits registriert ist. Allerdings liegen die Rechte bei der Autonat GmbH in Landshut, und es ist nicht davon auszugehen, dass der Domaininhaber Ralf Zm&#246;lnig in den n&#228;chsten Tagen offizielle Anfragen daf&#252;r erhalten<br />
wird.</p>
<p>Die Transitionsphase des President-elect Barack Obama kann im Nachhinein als Vorbote f&#252;r eine <strong>allm&#228;hliche Modernisierung der Regierungskommunikation</strong> auf ganz unterschiedlichen Feldern betrachtet werden. Personelle Umstruktierungen und die Etablierung neuer Positionen im Bereich Online-Medien und E-Government nahmen bereits vor der offiziellen Amts&#252;bernahme ihren Anfang, und ganz allm&#228;hlich<br />
gewinnen Konzepte wie &#8220;Government 2.0&#8243; an Kontur.</p>
<p>Trotz aller Systemunterschiede zwischen Washington und Berlin k&#246;nnte man nun auch die Performance der Koalitionsverhandlungen <strong>als ersten Ma&#223;stab f&#252;r den Willen zur Weiterf&#252;hrung der Online-Aktivit&#228;ten aus dem Wahlkampf</strong> ansehen – nicht nur das E-Campaigning selbst war in den Tagen vor dem 27 . September ein gr&#246;&#223;eres Thema. Wir werden sehen, ob das Web 2.0nur einen Sommer lang politisch aufbl&#252;hen durfte &#8211; und nun wieder ein <strong>typisch deutscher Offline-Herbst</strong> folgt.
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15951&amp;md5=a5a37c36843a45f1945b3cbcacf852db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Sag mir wie h&#228;ufig Du surfst &#8211; und ich sage Dir, ob Du eine Volkspartei w&#228;hlst</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 17:01:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit den Daten aus der j&#252;ngsten Wahl l&#228;sst sich zeigen: Je mehr die Leute im Netz surfen, desto weniger w&#228;hlen sie eine Volkspartei. Okay, der Zusammenhang ist in Wahrheit wohl etwas komplizierter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/00c2bf51f0c64e19b947116dc3e54b5e" width="1" height="1" alt=""/>Union oder SPD zu w&#228;hlen wird bekanntlich so langsam zum Altersph&#228;nomen: Nur noch 43 Prozent der 18- bis 29-j&#228;hrigen W&#228;hler gaben den &#8220;Volksparteien&#8221; bei dieser Bundestagswahl ihre Stimme. In der Altergruppe 60+ kamen Union und SPD hingegen auf satte 70 Prozent.</p>
<p>Das Wahlverhalten h&#228;ngt aber nicht nur am Alter, man kann die Angelegenheit auch anders aufschl&#252;sseln: Je mehr die Leute im Netz surfen, desto weniger w&#228;hlen sie eine Volkspartei:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/wahlverhalten_internet.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-15638" title="wahlverhalten_internet" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/wahlverhalten_internet.png" alt="wahlverhalten_internet" width="550" height="427" /></a></p>
<p>Diese lineare Beziehung &#8220;Wenn Du t&#228;glich im Netz surfst, w&#228;hltst Du seltener eine Volkspartei&#8221; weist eine fast schon absurd hohe Korrelation von 0,978 auf. Damit ist die lineare Beziehung zwischen diesen beiden Variablen nachgewiesen &#8211; aber nat&#252;rlich nicht ein kausaler Einfluss: Es w&#228;re wohl auch absurd zu behaupten, dass das Surfen im Netz allein und <em>per se</em> das Wahlverhalten beeinflusst. Richtig ist wohl, dass wer viel im Netz surft eben eher j&#252;nger und eher offen f&#252;r Wechsel ist.</p>
<p>Der Zusammenhang von Wahlverhalten und Mediennutzung sieht zumindest sehr sch&#246;n aus &#8211; und hat eine gewisse Logik: Massenparteien und Massenmedien passten eben sehr gut zusammen, wie Franz Walter k&#252;rzlich schon bei Cicero <a href="http://www.cicero.de/97.php?item=4101">anmerkte</a>. Aber man muss auch einr&#228;umen: Auch zwischen dem Alter eines W&#228;hlers und der Wahl einer Volkspartei l&#228;sst sich ebenfalls eine sehr hohe Korrelation von 0,970 bestimmen.</p>
<p>Wahrscheinlich ist die Sache so: Die Jungen wenden sich –  ausger&#252;stet mit dem Internet – von den Massenparteien ab. Ja, so k&#246;nnte man das vielleicht ausdr&#252;cken. Um zu wissen, dass das stimmt, braucht man auch keine Grafik und keine Statistik.
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				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F15637%2Fsag-mir-wie-haeufig-du-surfst-und-ich-sage-dir-ob-du-eine-volkspartei-waehlst%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
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<a href="http://carta.info/15637/sag-mir-wie-haeufig-du-surfst-und-ich-sage-dir-ob-du-eine-volkspartei-waehlst/">Sag mir wie h&#228;ufig Du surfst &#8211; und ich sage Dir, ob Du eine Volkspartei w&#228;hlst</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15637/sag-mir-wie-haeufig-du-surfst-und-ich-sage-dir-ob-du-eine-volkspartei-waehlst/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15637&amp;md5=a8342b8df574fe6ed04f80467814f066" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Nichtw&#228;hler: Eine unbekannte Spezies</title>
		<link>http://carta.info/15626/ich-waehle-nicht/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 15:12:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter Schöppner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[Geh nicht hin]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwähler]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Nichtw&#228;hler ist der letzte gro&#223;e Unbekannte der politischen Forschung. Wie sieht er aus?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/353873e1c2564579bfdef51f7da1849f" width="1" height="1" alt=""/>Die zumeist gr&#246;&#223;te W&#228;hlergruppe ist den Politikern immer noch ein gro&#223;es Mysterium: Die Partei der Nichtw&#228;hler, die bei Bundestagswahlen zuletzt an die 30, bei Landtags- und Europawahlen auch mal &#252;ber 50 Prozent erreicht – und damit Wahlen entscheidet. Dennoch spielen sie im Wahlkampf keine Rolle. Denn: Nichts Genaues wei&#223; man nicht.</p>
<p><strong>Tatsache ist: Nichtw&#228;hler sind nicht einfach nur Nicht-W&#228;hler. Oft sind sie frustrierte, manchmal politisch besonders interessierte W&#228;hler.</strong> Wir analysieren rationale, antiautorit&#228;re und Protestw&#228;hler. Zumeist sind sie besonders desinteressiert, mitunter w&#228;hlen sie nicht, weil sie mit ihrer Stimme doch nichts bewegen k&#246;nnen. Und dann gibt es noch die „unechten“, weil nicht erfassbaren Nichtw&#228;hler. Die sind krank oder verzogen, ausgewandert, im Langzeiturlaub oder einfach nicht gemeldet.</p>
<p>Nichtw&#228;hler verweigern im Geheimen oder posaunen ihre Haltung in die &#214;ffentlichkeit. Sie sind sehr politisch interessiert – oder wissen noch nicht einmal, dass gew&#228;hlt wird. Sie passen in keine Schablone! Wer sie gewinnen will, muss zielgruppenorientiert viele Wege gehen.</p>
<p>Der Nichtw&#228;hler ist das unbekannteste Wesen der politischen Forschung – und entscheidet h&#228;ufig Wahlen, wenn den Parteien wieder mal die Mobilisierung ihrer Anh&#228;nger misslingt. Nichtw&#228;hler symbolisieren das Toyota-Syndrom: Alle Beweggr&#252;nde sind m&#246;glich! Frust – aber auch Lust: Die Pole hier dokumentieren die gesamte Bandbreite in der Volkspartei der Nichtw&#228;hler.</p>
<p>Einer Volkspartei, die immer breiteren Zuspruch erh&#228;lt: 1972 betrug die Wahlbeteiligung 90,8 Prozent, 2005 war sie auf 77,7 Prozent, aktuell auf knapp &#252;ber 70 gesunken. An der Europawahl beteiligten sich magere 43 Prozent, und der Landtag in Sachsen-Anhalt wird gerade noch von 44 Prozent W&#228;hlern legitimiert. Kaum etwas gelingt schwerer, als die Gr&#252;nde zu strukturieren und analysieren. Und nirgendwo sind Parteien erfolgloser, als beim Versuch, politisches Interesse bei Desinteressierten zu wecken.</p>
<p><strong>Doch so anders sind die Nichtw&#228;hler gar nicht.</strong></p>
<p>Hilfestellung bei der Analyse des „Ichs“ verlustiger W&#228;hler kann die simple Frage liefern: Was w&#252;rde passieren, wenn alle Nicht-W&#228;hler am 27. September w&#228;hlen gegangen w&#228;ren? Dann w&#252;rden – in Ma&#223;en –  SPD, FDP und Gr&#252;ne profitieren: 47 Prozent der Wahlabstinenzler k&#246;nnten sich vorstellen, sozialdemokratisch zu w&#228;hlen, nur 36 Prozent die Union. Zumindest aktuell; denn auch Nichtw&#228;hler sind volatil und entscheiden spontan: Von den 27 Prozent der Deutschen, die Ende August nicht w&#228;hlen wollten, sind etwa 60 Prozent auch 2005 nicht zur Bundestagswahl gegangen. Mehr als jeder Dritte stimmt dagegen ab: Jeweils neun Prozent der damaligen Verweigerer w&#252;rden heute Union und SPD w&#228;hlen, sechs die Gr&#252;nen, jeweils f&#252;nf Prozent FDP und Linke. Eine hohe Wahlbeteiligung schadet also CDU/CSU und n&#252;tzt Rot-Gr&#252;n.</p>
<p>Auch die Soziodemografie zeigt Auff&#228;lligkeiten: Frauen verweigern eher als M&#228;nner, B&#252;rger mit niedriger formaler Bildung deutlich mehr als Abiturienten 32 zu 19 Prozent). 28 Prozent der Geringverdienenden boykottieren, aber nur 22 Prozent der gut Verdienenden. Im Westen w&#252;rden sich aktuell 28, im Osten nur 24 Prozent ihrer Stimme enthalten. Vor allem aber: Unter den Erstw&#228;hlern werden gleich 33, bei den Rentnern nur 18 Prozent am Wahltag nicht gesichtet. Politisch bedeutsam ist nicht nur, dass der Anteil alter Menschen immer gr&#246;&#223;er wird. In Kombination mit der h&#246;heren Wahlbeteiligung wird das &#220;bergewicht der Senioren noch eklatanter.</p>
<p><strong>Sie sind also &#252;berall vertreten:</strong> Unter den Schlauen, Alten und Reichen ebenso wie unter den Dummen, Jungen und Armen.</p>
<p>Allerdings sind die systematischen Nichtw&#228;hler klar in der Minderheit. Also diejenigen, die ihre Partei abstrafen, es aber auch nicht mit einer Stimme f&#252;r den Gegner auf die Spitze treiben wollen. Diejenigen, die sich keiner Autorit&#228;t unterordnen wollen oder sich f&#252;r so schlau halten, dass sie sich weigern „politische Inkompetenz“ zu w&#228;hlen. Etwa 20 Prozent umfasst die Gruppe der „intelligenten“ Verweigerer.</p>
<p>Der typische Nichtw&#228;hler dagegen ist werte- und damit orientierungslos. Wie keiner anderen W&#228;hlergruppe mangelt es ihr am Werteprofil. Schlimmer noch: Gerade wahlunterst&#252;tzende Einstellungen wie Pflichtbewusstsein, Traditionsverbundenheit, Religi&#246;sit&#228;t, werteorientiertes Handeln, Rationalit&#228;t und kulturelles Interesse sind kaum vorhanden. Nichtw&#228;hlen ist also Folge von Orientierungslosigkeit. Also m&#252;ssen Wahlaufrufe scheitern. Daher haben einzelne Faktoren allein auch nur einen vagen Einfluss: 32 Prozent der Nichtw&#228;hler, aber auch 24 Prozent der W&#228;hler bezeichnen sich als desinteressiert, &#252;brigens besonders wenige Anh&#228;nger der FDP und der Gr&#252;nen.</p>
<p>Auch Politfrust allein erkl&#228;rt nur teilweise das Zuhausebleiben am Wahltag: „Wo geht es bei uns gerecht zu?“ fragte TNS Emnid: Nirgendwo gab es gravierende Unterschiede: W&#228;hler empfinden die politischen Verh&#228;ltnisse in Deutschland &#228;hnlich ungerecht wie Nichtw&#228;hler. Die Gesundheitsversorgung halten 36 Prozent der Urneng&#228;nger und 31 Prozent der Verweigerer f&#252;r gerecht. Bei der Rente betr&#228;gt das Verh&#228;ltnis 39 zu 33 Prozent, bei Bildung 47 zu 42. Linksw&#228;hler urteilen deutlich kritischer. Auf der Links-Rechts-Skala positionieren sich Nichtw&#228;hler zwar links der Mitte, aber bei weitem nicht so entr&#252;ckt wie die der Linken.</p>
<p>&#196;hnlich h&#228;ufig wird in beiden Gruppen b&#252;rgerferne Politik kritisiert. Dass W&#228;hlen gehen keinen Einfluss auf die Politik hat, vertreten 46 Prozent der W&#228;hler und 56 Prozent der Verweigerer. Und dass viel zu wenig auf die Belange der „Kleinen“ eingegangen wird, empfinden 72 Prozent der Nicht- aber auch 66 Prozent der W&#228;hler. <strong>Politik wird von den Deutschen universell kritisiert. Wahlabstinenz ist daraus nicht direkt ableitbar.</strong></p>
<p>Frust und Desinteresse sind zwar Treiber, allerdings weit geringer, als landl&#228;ufig vermutet. Ein Faktor allein reicht nicht, aber Frust und Desinteresse zusammen bedingen erst Wahlabstinenz. Die nur Frustrierten demonstrieren durch die Wahl an den politischen R&#228;ndern, die nur Ahnungslosen w&#228;hlen nach Haar- und Augenfarbe.</p>
<p>Wenn sie nicht zus&#228;tzlich noch durch abgehobene Politiker ge&#228;rgert werden! <strong>Denn kaum etwas trennt sch&#228;rfer:</strong> Das Kabinett Merkel/Steinmeier wurde zuletzt von 47 Prozent der W&#228;hler, aber nur noch 29 Prozent der Nichtw&#228;hler positiv beurteilt. Und geht es um das Einzelurteil der Ministerriege, schneiden die Ressortverantwortlichen bei den Verweigerern nur ann&#228;hernd halb so gut ab. Ulla Schmidts Dienstwageneskapade ist demnach ein eindeutiger Verweigerungsgrund. Die nach B&#252;rgermeinung v&#246;llig misslungene Gesundheitsreform noch lange nicht. Finanzielle Probleme sind der letzte wichtige Grund f&#252;r Wahlabstinenz: F&#252;r 69 Prozent der Nichtw&#228;hler hat sich die eigene finanzielle Lage im letzten Jahr deutlich verschlechtert, unter den W&#228;hlern ist es noch nicht mal jeder Zweite.</p>
<p>Frust und Desinteresse, Politikerwut und Not machen Nichtw&#228;hler. Die dann bei jeder Wahl nach aktueller Wasserstandsmeldung neu &#252;ber ihre Teilnahme entscheiden. Besonders die, die wegen geringer Parteienbindung ohnehin so h&#228;ufig wechseln wie die SPD ihre Parteichefs. <strong>Erst die Addition der Wutfaktoren macht aus latenten st&#228;ndige Nichtw&#228;hler.</strong></p>
<p>Was also k&#246;nnen die Parteien tun? B&#252;rgern&#228;her politisieren und informieren; vor allem aber, sich endlich wieder einen Markenkern geben, der die Partei pr&#228;gnant und unaustauschbar macht. &#220;ber 70 Prozent der Deutschen erwarten f&#252;r sich pers&#246;nlich keinerlei Ver&#228;nderungen, egal ob Merkel oder Steinmeier die deutsche Politik bestimmt. Fehlt der Markenkern, dann fehlen Schutzpanzer und Wahlmotivation zugleich.Wenn Parteien aber beliebig werden und zudem bei den anschlie&#223;enden Koalitionsverhandlungen ebenfalls alles m&#246;glich ist, macht W&#228;hlen f&#252;r viele keinen Sinn. Zumal auch die Wahlfestlegung immer sp&#228;ter erfolgt: Zwei Monate vor der Bundestagswahl waren erst 34 Prozent festgelegt. Gut ein Viertel wollte sich in der hei&#223;en Wahlkampfphase, 19 Prozent in der Woche davor und 12 Prozent erst am Wahltag entscheiden. Wer nicht wei&#223; was, der kann W&#228;hlen leicht als &#252;berfl&#252;ssige Zeitverschwendung empfinden.</p>
<p>Wer Wahlverweigerer wirklich zu W&#228;hlern wandeln will, muss sie „zielgruppenad&#228;quat“ &#252;berzeugen. Mysteri&#246;se <a href="http://www.gehnichthin.de/">Gehnichthin-Aufrufe</a> taugen ebenso wenig wie die <a href="http://www.wahlschlepper.net/">Wahlschlepper-Initiative</a>. Nichtw&#228;hler n&#228;mlich sind gerade deshalb Nichtw&#228;hler, weil nicht zu w&#228;hlen die nat&#252;rliche Reaktion auf Unzufriedenheit ist. Daher ist auch die h&#228;ufig ge&#228;u&#223;erte Idee zum R&#252;ckholen der W&#228;hler, Wahlkampferstattungen nicht vom Anteil, sondern von der absoluten W&#228;hlerzahl abh&#228;ngig zu machen, nicht zielf&#252;hrend. Nie h&#228;tten wir einen besseren Grund, unseren Frust an den Politiker auszulassen.</p>
<p><em>Klaus-Peter Schoeppner hat diesen Text f&#252;r <a href="http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&amp;item=4071">Cicero</a> geschrieben. Wir  &#252;bernehmen ihn hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.</em>
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		<title>Nach der Wahl: Die Kohl-Situation</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 12:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten Zorn</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Kohl]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer meinte, dass nach der Finanzkrise nichts mehr bleiben werde wie zuvor, hat auf unerwartete Weise Recht behalten. Die Bundestagswahl hat die Republik politisch in die 1980er Jahre zur&#252;ck gebeamt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/17fe1e892e1a43f89778e836c185a3cb" width="1" height="1" alt=""/>Gespenstisch am aktuellen Zur&#252;ck in die Achtziger – ein Zur&#252;ck noch in die Zeit vor dem &#8216;Zuvor&#8217; – ist  nicht zuletzt, dass auch in den tausend Wahlanalysen und -prognosen am Tag nach der Wahl dies noch niemand im n&#246;tigen Ma&#223; heraus gestellt hat. Wie lange dauert es heute eigentlich, bis eine so offensichtliche Parallele auff&#228;llt? Und wie lange wird es dauern, bis man sie endlich als strategische Interpretationshilfe ernst nehmen wird?</p>
<p>Ganz offenkundig haben wir es jetzt doch wieder mit dem zu tun, womit unsereins mindestens gef&#252;hlte drei&#223;ig Jahre lang aufgewachsen ist, von den 1970ern bis in die Neunziger: Es gibt eine &#8220;b&#252;rgerliche Regierung&#8221; und mehr oder weniger der Rest der Republik ist – zumindest potentiell – die &#8220;linke Opposition&#8221;, erst gegen Schmidt plus FDP, was die Friedensbewegung und die Gr&#252;nen hervorbrachte – und dann gegen Kohl plus FDP.</p>
<p>Und eigentlich leben doch auch alle noch, die das alles miterlebt haben. <strong>Noch aber scheint sich einfach keiner eingestehen zu wollen, dass wir nun tats&#228;chlich wieder in genau derselben Lage sind.</strong> Es wird nun alles einfach wieder genau so sein: Es wird bei jedem Vorhaben der Regierung – Lastensenkung oben, Lastenerh&#246;hung unten, AKWs, Deregulierung, Sicherheitsgesetze – darauf ankommen, wie viel Widerstand sich im und au&#223;erhalb des Parlaments dagegen mobilisieren l&#228;sst. Und das hat – ganz genau so wie &#8216;damals&#8217; – nat&#252;rlich sein Gutes und sein Schlechtes.</p>
<p>Dass der Widerstand punktuell gro&#223; genug ist, wird nun wieder wahrscheinlicher. Ebenso wird aber auch wieder um vieles wahrscheinlicher, dass nun jede Woche ein neues entsprechendes Vorhaben auf dem Tisch liegen, und man mit dem ganzen Aufregen, Mobilisieren und Protestieren gar nicht mehr nachkommen wird. Und am Ende wird die Opposition (SPD, Gr&#252;ne, Linke, Piraten, au&#223;erparlamentarische Bewegungen, B&#252;ndnisse und Netzwerke) dann wom&#246;glich auch wieder genau so ersch&#246;pft, zerstritten und zerm&#252;rbt sein wie am Ende der &#196;ra Kohl. Beziehungsweise: Am Ende werden die Oppositionsparteien wie Rot-Gr&#252;n 1998 wieder nur noch um jeden Preis an die Macht kommen wollen, obwohl sie l&#228;ngst kein vern&#252;nftiges Projekt und keine gemeinsamen Ziele und Visionen mehr haben.</p>
<p>Was am Wahlabend und seither in den Medien, von der Presse und den Protagonisten angef&#252;hrt wird, um diese Prognose zu entkr&#228;ften, ist &#228;u&#223;erst d&#252;rftig. Zum Einen: dass es doch nun in zahllosen Bundesl&#228;ndern schon Schwarz-Gelb g&#228;be, und dort ja schlie&#223;lich auch keine thatcher-artigen Zust&#228;nde herrschten. Und zum Zweiten: Angela Merkel<strong>. </strong></p>
<p>Punkt 1 besagt nat&#252;rlich nichts, weil L&#228;nderparlamente nun einmal gar nicht die Macht und die Gesetzesbefugnisse besitzen, um entsprechende Zust&#228;nde herbei zu f&#252;hren. Punkt 2 dagegen bedarf immerhin einer etwas ausgiebigeren Betrachtung.</p>
<p>Sehr aufschlussreich war hier die <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3048020">Elefantenrunde</a> am Wahlabend. Zum ersten Mal seit Monaten schaute man sich das vertraute Personal ja pl&#246;tzlich wieder einmal genauer an. Programmatisch waren sie alle zwar im Grunde nochmals profilloser als im Wahlkampf und den Jahren zuvor – obwohl das ja eigentlich gar nicht mehr zu gehen schien. Die Wahlergebnisse aber hatten den Personen nun endlich mal wieder recht klar unterscheidbare, antagonistische Funktionen und Rollen zugewiesen. Und so waren dann wenigstens temperament-technisch sozusagen endlich auch mal wieder ein paar Konturen zu erkennen. Au&#223;erdem l&#228;sst sich vor dieser Runde (nicht zuletzt aus Zeitgr&#252;nden) hinsichtlich Sprachregelungen und Auftreten parteiintern so wenig abstimmen wie wohl niemals sonst im ganzen Politikgesch&#228;ft – was schon zu vielen denkw&#252;rdig authentischen Auftritten in diesem Format gef&#252;hrt hat – wie zuletzt dem Schr&#246;ders 2005.</p>
<p>Dennoch gibt es nat&#252;rlich auch f&#252;r diesen Abend immer einen gewissen Fahrplan. So war diesmal zum Beispiel klar, dass Merkel und Westerwelle die Gelegenheit nutzen w&#252;rden, um beruhigend auf die &#196;ngste und Abwehrreflexe einzuwirken, die Schwarz-Gelb bei Gr&#252;nen-, Linken- und SPD-W&#228;hlern ausl&#246;st. Merkel hatte in diesem Sinne zudem ja auch schon fr&#252;her am Abend an medienwirksamer Stelle betont, dass sie eine Kanzlerin &#8220;f&#252;r alle Deutschen&#8221; sein wolle. Und Westerwelle lie&#223; ja schon seit Monaten keine Gelegenheit mehr aus, sich verbal, mimisch, gestisch, rhetorisch und kleidungstechnisch als k&#252;nftiger Vize-Kanzler mit Gesp&#252;r f&#252;r staatstragende Gesamtverantwortung zu pr&#228;sentieren.</p>
<p>In diesem Zusammenhang zeigte sich im Verlauf der Elefantenrunde nun aber noch etwas Bemerkenswertes. <strong>Man meinte wahrzunehmen, dass der Sozialkahlschlag-Verdacht ernsthaft am Gem&#252;t des neuen Kanzler-Duos kratzt.</strong> Ja pl&#246;tzlich konnte man sogar glauben, dass Westerwelles Verwandlung weg vom Spa&#223;mobil-Guido ihn so viel M&#252;he gekostet und ihm so viel Wertsch&#228;tzung eingetragen hat; dass der neue Respekt von Partei-Altvorderen wie Genscher ihm so viel bedeutet, dass er fest entschlossen ist, sich nun auch in seiner k&#252;nftigen Regierungsrolle an der Statur solcher ehrw&#252;rdigen FDP-Eminenzen messen zu lassen, und insofern dann auch an deren moderatem Wirtschaftsliberalismus und ihren Verdiensten um B&#252;rgerrechte. – Obwohl er in seiner Ansprache zuvor noch Leutheusser-Schnarrenberger auff&#228;llig ungenannt gelassen hatte und sie ihn dabei ansah, als ahne sie schon, dass ihr Fehlen im k&#252;nftigen Kabinett damit wohl beschlossene Sache sei.</p>
<p>Beruhigend allerdings ist das alles nat&#252;rlich schon deshalb nicht, weil man es auch aus der Kohl-Situation und -Zeit sehr wohl kennt: Kohl selbst sowie auch Norbert Bl&#252;m etwa zeigten sich ebenfalls stets pers&#246;nlich beleidigt, wenn man ihnen das &#8216;soziale Gewissen&#8217; bestritt, und der Politik ihrer Partei die Orientierung an sozialem Ausgleich.</p>
<p>Vor allem aber geh&#246;ren der Verweis und die Hoffnung auf die pers&#246;nlichen Dispositionen einzelner Politiker nat&#252;rlich generell zu den denkbar merkw&#252;rdigsten Anachronismen im modernen politischen Diskurs. Auf den &#8216;guten Willen&#8217; eines Politikers zu setzen – und sei er oder sie auch KanzlerIn – ist im besten Fall naiv. Eigentlich aber ist es schlicht von gestern, einfach vormodern. Es erinnert aber auch  an die siebziger und achtziger Jahre, als es mit Rau, Kohl, Albrecht, Strau&#223; usw. noch die unangefochtenen guten Landesv&#228;ter gab.</p>
<p>Vielleicht ist die ganze Sache au&#223;erdem jetzt auch noch schlimmer. Wenn Merkel, wie es scheint, selbst an das Gewicht ihres guten Willens glaubt – und zudem daran, dass sie diesem weiter einfach dadurch wird Geltung verschaffen k&#246;nnen, dass sie moderierend f&#252;r einen Ausgleich zwischen den kontroversen Positionen anderer sorgt – dann ist das heute noch einmal ungleich naiver, als es zu Kohls Zeiten schon gewesen w&#228;re. Sp&#228;testens als Klaus Bednarz am Montagabend bei &#8220;<a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3052618">Hart aber fair</a>&#8221; verlas, wie viele Wirtschaftsvertreter und -verb&#228;nde sich bereits am ersten Tag nach der Wahl mit welchen unmissverst&#228;ndlichen Forderungen gemeldet hatten, wurde klar, dass der Republik nach der schwersten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte nun die schwersten Verteilungsk&#228;mpfe in dieser Geschichte ins Haus stehen.</p>
<p><strong>Und da k&#246;nnte die Kanzlerin rasch feststellen, dass es f&#252;r ihr Moderieren und Ausgleichschaffen bei vielen Entscheidungen gar keine Verwendung gibt</strong> – weil sie sich selbst gar nicht mehr zwischen verschiedenen Positionen befindet: weil es links von ihr in ihrer Regierung dazu gar keine Positionen gibt, weil sie sich selbst pl&#246;tzlich als einsamer &#8216;Linksau&#223;en&#8217; ihrer Partei wieder findet.</p>
<p>Mit anderen Worten: Man fragt sich, ob das ganze Personal eigentlich einen Begriff hat von dem, was da gerade auf sie zurollt. Eingeschlossen &#252;brigens nicht zuletzt die verbliebenen intellektuell-theoretischen Kr&#228;fte – wenn man etwa daran denkt, dass Sloterdijk der Linken <a href="http://www.faz.net/s/Rub9A19C8AB8EC84EEF8640E9F05A69B915/Doc~E3E570BE344824089B6549A8283A0933B~ATpl~Ecommon~Scontent.html">r&#228;t</a>, &#252;ber einen ausschlie&#223;lich aus freiwilligen Spenden finanzierten Staat nachzudenken; und dass er diesen Vorschlag dann in der FAZ auch <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~ECBEDDC9B25CD497DA85BEBF7625D0483~ATpl~Ecommon~Scontent.html">noch einmal bekr&#228;ftigte</a>. Und dass der <a href="http://www.zeit.de/2009/40/Sloterdijk-Blasen?page=all">Angriff durch Axel Honneth</a>, auf den Sloterdijk damit reagierte, intellektuell noch d&#252;rftiger war, und v&#246;llig am eigentlichen Punkt vorbei ging – dass n&#228;mlich Sloterdijks Begriffsberg krei&#223;te,  um eine Maus zu geb&#228;ren.</p>
<p>Vor allem aber fragt man sich eben, wie es mit diesen nett-gem&#252;tlichen Kohl/Genscher-Wiederg&#228;ngern weiter gehen soll. Robin Meyer-Lucht <a href="http://carta.info/15499/buendnis-ohne-emphase-auf-schwarz-gelb-waren-wir-nicht-vorbereitet/">schrieb</a>: &#8220;Offenbar sind sich Union und FDP noch nicht sicher, was sie mit der gewonnenen Macht &#252;berhaupt anfangen k&#246;nnen oder wollen.&#8221; Das stimmt, ist aber vor allem tragisch, weil es ihnen dann eben andere sagen werden: die Wirtschaftsverb&#228;nde und die sich gerade international wieder neu aufstellenden Ideologen und m&#228;chtigen Interessenvertreter von Deregulierung und Wohlfahrts-Abbau vor allem. Wissen die Schwarz-Gelben &#252;berhaupt, dass sie die Wunschkonstellation m&#228;chtiger Lobbies sind, die die argumentativen Versatzst&#252;cke f&#252;r einen neoliberalen Backlash schon in der Schublade haben – und sie ihnen nun t&#228;glich vorbuchstabieren werden? Ist Merkel und Westerwelle klar, dass man in den USA und Gro&#223;britannien fest damit rechnet, dass ein Deutschland mit liberalem Wirtschafts-, Au&#223;en- und Finanzministerium all seine bisherigen Positionen bez&#252;glich Regulierungen des Finanzmarktes nun umgehend wieder r&#228;umen wird?</p>
<p>Da war es schon fast begl&#252;ckend, dass Steinmeier in der &#8216;Elefantenrunde&#8217; gelegentlich irgendwie den Eindruck machte, als k&#246;nne er sich zu einem mal s&#252;ffisanten, mal ironischen, mal sarkastisch-polemischen Oppositionsf&#252;hrer nach Art Joschka Fischers entwickeln.</p>
<p>Ansonsten aber ist dunkle, dunkle Nacht. So antwortete Herr Br&#252;derle um 23.19 Uhr am Montag dann <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3054968">bei Beckmann</a>, auf dessen Frage, was die Regierung denn nun als erstes tun werde, sie werde &#8220;Wachstum losl&#246;sen&#8221;. Das Wachstum also war zuletzt blo&#223; irgendwo angewachsen, irgendwie festgeklebt. Und der Herr Br&#252;derle wird jetzt einfach mal kr&#228;ftig daran ziehen, und dann geht es wieder los. Dann wird alles wieder gut.
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		<title>12 Fragen zur Bundestagswahl</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 22:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>

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		<description><![CDATA[


1. Welche Drogen braucht man in der ARD, um mitten im Wahlabend die Lindenstra&#223;e zu zeigen?

2. Welche Phase genau war in diesem Wahlkampf die, die als „hei&#223;e Phase“ bezeichnet wird?

3. Warum dringen die doch beachtlichen programmatischen Unterschiede zwischen den Parteien im &#246;ffentlichen Diskurs kaum noch durch?

4. Ab wie viel Prozent der W&#228;hlerstimmen ist eine Partei keine Volkspartei mehr?

5. Kann Nichtw&#228;hlen in einer Demokratie &#252;berhaupt ein geeignetes Mittel der demokratischen Meinungs&#228;u&#223;erung sein oder ist das eine contradictio in adiecto?

6. Warum wurden die exit polls aufgrund der vorangehenden Twitterleaks diesmal wie eine geheime Verschlusssache behandelt, w&#228;hrend einzelne Meinungsforschungsinstitute Tage vor der Wahl ihre Prognosen als Gewissheiten ver&#246;ffentlichen d&#252;rfen?

7. Haben sich die politisch bewussten digital natives mit der Gr&#252;ndung einer Partei und dem Weg in die politische Institutionalisierung einen Gefallen getan?

8. Begreift die SPD jetzt mal,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/zukunft_dumm3-300x216.jpg"><br />
</a></p>
<p>1. Welche Drogen braucht man in der ARD, um mitten im Wahlabend die Lindenstra&#223;e zu zeigen?</p>
<p>2. Welche Phase genau war in diesem Wahlkampf die, die als „hei&#223;e Phase“ bezeichnet wird?</p>
<p>3. Warum dringen die doch beachtlichen programmatischen Unterschiede zwischen den Parteien im &#246;ffentlichen Diskurs kaum noch durch?</p>
<p>4. Ab wie viel Prozent der W&#228;hlerstimmen ist eine Partei keine Volkspartei mehr?</p>
<p>5. Kann Nichtw&#228;hlen in einer Demokratie &#252;berhaupt ein geeignetes Mittel der demokratischen Meinungs&#228;u&#223;erung sein oder ist das eine contradictio in adiecto?</p>
<p>6. Warum wurden die exit polls aufgrund der vorangehenden Twitterleaks diesmal wie eine geheime Verschlusssache behandelt, w&#228;hrend einzelne Meinungsforschungsinstitute Tage vor der Wahl ihre Prognosen als Gewissheiten ver&#246;ffentlichen d&#252;rfen?</p>
<p>7. Haben sich die politisch bewussten digital natives mit der Gr&#252;ndung einer Partei und dem Weg in die politische Institutionalisierung einen Gefallen getan?</p>
<p>8. Begreift die SPD jetzt mal, dass die Tabuisierung von Themen und Gegnern politisch nicht funktionieren kann?</p>
<p>9. Wollte schon mal jemand nur Kanzlerin/Kanzler von einem Drittel der Deutschen sein statt von allen?</p>
<p>10. Was legitimiert eigentlich die Ausschlie&#223;eritis der Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl, wenn doch Koalitionen Wahlergebnisse abbilden sollen und nicht umgekehrt?</p>
<p>11. Wie werden wir in vier Jahren den Begriff der „sozialen Marktwirtschaft“ interpretieren?</p>
<p>12. Warum spenden die Parteien nicht ihre gesamten Wahlkampfbudgets an die Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung und initiieren im Bundestag eine Verfassungs&#228;nderung, die eine Ad-hoc-Wahl (heute ank&#252;ndigen, morgen w&#228;hlen) erm&#246;glicht?
</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/zukunft_dumm3-300x216.jpg"><img class="size-full wp-image-15592 aligncenter" title="zukunft_dumm3-300x216" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/zukunft_dumm3-300x216.jpg" alt="zukunft_dumm3-300x216" width="300" height="216" /></a></p>
<p>[via <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/09/28/12-fragen-zur-bundestagswahl/">MiriamMeckel</a>]
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		<title>B&#252;ndnis ohne Emphase: Auf Schwarz-Gelb waren wir nicht vorbereitet</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 00:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie konnte uns Schwarz-Gelb so &#252;berrumpeln? Das B&#252;ndnis hat keine Emphase, keine emotionale Idee, die wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen w&#228;re. Ganz einfach: Weil Schwarz-Gelb nicht gewonnen, sondern die SPD verloren hat. Es gab keinen "Swing" zum altb&#252;rgerlichen Lager, sondern nur eine geringere Wahlbeteiligung. Die Misere der Opposition zeigt, dass es neuer gesellschaftlicher B&#252;ndnisse bedarf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a74dfb70d6374838af190046efad2384" width="1" height="1" alt=""/>Als gestern Abend um 18 Uhr das Fernsehen die ersten Wahlhochrechnungen verk&#252;ndete, bog ich zuf&#228;llig gerade in den Hof des <a href="http://www.betahaus.de/">Betahauses</a> in Berlin-Kreuzberg ein. Dort sa&#223;en, belauert von mehreren Kamerateams von RTL2 bis RBB, Digitalkulturschaffende und andere digitalselbstst&#228;ndige Wissensarbeiter, um gemeinsam die Wahl zu schauen. Als dann die ersten Ergebnisse einrieselten, passierte im Publikum – zum sichtbaren Unmut der anwesenden Kamerateams – erstmal fast gar nichts: Kein Entsetzen, keine Eruption der Emp&#246;rung. Eher ein betretenes Innehalten: Momentmal, kann das sein?</p>
<p>Irgendwie hatte man sich auf einen langen Abend eingerichtet, auf ein knappes Ergebnis, auf ein Ringen um die Legitimit&#228;t von &#220;berhangmandaten &#8211; und am Ende auf ein Hineinstolpern in eine weitere gro&#223;e Koalition. Schwarz-Gelb? Das war doch das Regierungsb&#252;ndnis der alten BRD. Die Ekel-Koalition unserer Pubert&#228;t. Das konnte nicht kommen. Merkel musste f&#252;r ihren <a href="http://www.zeit.de/2009/40/Politikgelangweilter-40">Mikadospiel-Wahlkampf</a> am Ende doch noch bestraft werden.</p>
<p>Aber dann, um 18.05 Uhr hatte Schwarz-Gelb pl&#246;tzlich eine relativ klare Mehrheit. Das war so unvorstellbar gewesen, dass man sich gar nicht darauf vorbereitet hatte. Aber zugleich war auch unvorstellbar gewesen, dass die SPD auf 23 Prozent abrutscht.</p>
<p>Eigentlich m&#252;sste man mit einem so inhaltsleeren und wenig begeisternden Wahlkampf, wie ihn Union und FDP gef&#252;hrt haben, keine Bundestagswahl gewinnen k&#246;nnen. Wenn es nur ein bisschen kulturelle Gerechtigkeit bei Wahlk&#228;mpfen gibt, dann h&#228;tte es f&#252;r Schwarz-Gelb nicht reichen k&#246;nnen. Denn Schwarz-Gelb hat keine Emphase, keine emotionale Idee, die wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen w&#228;re.</p>
<p>Michael Spreng <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=2111">schreibt</a> etwa &#252;ber die FDP: &#8220;Sie ist faszinierend unmodern. Die FDP tritt an mit demselben Spitzenpersonal, mit demselben Programm und mit denselben Slogans wie vor 10 Jahren. An ihr ist die Finanz- und Wirtschaftskrise fast spurlos vor&#252;bergegangen, sie hat kaum etwas daraus gelernt.&#8221;</p>
<p>Wie konnte Schwarz-Gelb uns dennoch so &#252;berrumpeln &#8211; ohne erkennbaren Ansatz von Exzellenz, von kulturell begr&#252;ndeter Hegemonie? Weil Schwarz-Gelb nicht gewonnen, sondern die SPD verloren hat. Dies ist das eigentliche Hintergrund der Bundestagswahl.</p>
<p>Bei der letzten Bundestagswahl 2005 erreichten Union und FDP zusammen 21,2 Mio. Stimmen. Die SPD hatte 16,1 Mio. Stimmen. In diesem Jahr erreichten Union und FDP 21,0 Mio. Stimmen und die SPD 10,0 Mio., wie sich beim Bundeswahlleiter <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/">nachlesen</a> l&#228;sst.<strong> Obwohl also Schwarz-Gelb weniger Stimmen als 2005 erhalten hat, hat das B&#252;ndnis diesmal die Wahl gewonnen.</strong> Denn im Vergleich zur letzten Wahl fanden rund 4 Mio. Bundesb&#252;rger weniger an die Urnen. Die Strategie von Angela Merkel, die W&#228;hler der SPD zu demobilisieren, ist aufgegangen. Und deshalb kam der Sieg f&#252;r viele auch so &#252;berraschend. Einen &#8220;Swing&#8221;, den man h&#228;tte sp&#252;ren k&#246;nnen, hin zum altb&#252;gerlichen Lager hat es gar nicht gegeben.</p>
<div id="attachment_15506" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/foto3.jpg"><img class="size-medium wp-image-15506" title="foto3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/foto3-300x197.jpg" alt="foto3" width="300" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">Merkel und Westerwelle in der Berliner Runde: Einen &quot;Swing&quot;, den man h&#228;tte sp&#252;ren k&#246;nnen, hin zum altb&#252;gerlichen Lager hat es gar nicht gegeben.</p></div>
<p><strong>Das gro&#223;e Kennzeichen von Schwarz-Gelb ist das Ungef&#228;hre.</strong> Ihr Wahlkampf war so aufgebaut. Und auch die <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/758/489148/text/">Berliner Runde</a> der Spitzenkandidaten zeigte noch einmal sehr plakativ, wie Merkel und Westerwelle sich selbst nach der Wahl nur auf gr&#246;bste Richtungsbeschreibungen festlegen wollen. Offenbar sind sich Union und FDP noch nicht sicher, was sie mit der gewonnenen Macht &#252;berhaupt anfangen k&#246;nnen oder wollen. Das aber wird sich &#228;ndern. Und die SPD kann froh dar&#252;ber sein, dass sie dann in der Opposition lustvoll dagegen sein kann – anstatt als gedem&#252;tigter Juniorpartner in der Notl&#246;sung gro&#223;e Koalition weiterzuregieren. Ihre Fundamentalkrise ist der Wahlsieg von Schwarz-Gelb.</p>
<p>Einen Verlierer dieser Bundestagswahl, den man nicht &#252;bersehen sollte, sind die Gr&#252;nen: Sie haben am wenigsten vom Frust &#252;ber die gro&#223;e Koalition profitiert, sie haben am wenigsten hinzugewonnen, sie haben wenig programmatische Akzente zu setzen vermocht und ihr F&#252;hrungspersonal &#252;berzeugte nicht. Dabei sind die Gr&#252;nen die Partei mit den h&#246;chsten Sympathiewerten. Sie haben in der Krise wenig daraus gemacht. Auch die Gr&#252;nen werden sich neu berappeln m&#252;ssen.</p>
<p>Netzpolitisch wird sich zeigen, ob die FDP tats&#228;chlich ihre Ank&#252;ndigung wahr macht, das #Zensursula-Gesetz bei Wiedervorlage in zwei Jahren <a href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/759484/Die-FDP-wird-Internetsperren-zuruecknehmen.html">zur&#252;ckzunehmen</a>. In Sachen Urheberrecht und Medienindustrie wird innerhalb von Schwarz-Gelb in den n&#228;chsten vier Jahren ein spannendes Ringen zwischen der hier traditionell starken Sympathie f&#252;r Verwertungsinteressen und dem b&#252;rgerrechtlichen Fl&#252;gel der FDP geben.</p>
<p>Die Piratenpartei erreichte aus dem Stand heraus &#252;ber 840.000 W&#228;hler, was beeindruckender klingt als 2,0 Prozent. Im Bundesland Berlin kamen sie auf 3,4 Prozent der Stimmen. In Friedrichshain-Kreuzberg erreichten sie sogar 6,2 Prozent. Die Piraten haben sich damit schneller etabliert und h&#246;here Wahlergebnisse erzielt als die Gr&#252;nen in ihrer  Gr&#252;ndungsphase. Das ist nicht verwunderlich: Schlie&#223;lich erleichtert das Netz den Aufbau von Parteistrukturen erheblich. Die Piraten werden den Weg &#252;ber die Kommunal- und L&#228;nderparlamente gehen, so wie damals auch die Gr&#252;nen. Das Ende der TV-Gesellschaft ist eben auch das Ende der Gro&#223;parteiengesellschaft. Mehr und g&#252;nstigere Kommunikation erlaubt kleinteiligere und komplexere gesellschaftliche Vernetzung.</p>
<p>Am Ende werden wir eine ziemlich bunte Parteienlandschaft haben. Sieben-Parteien-Parlamente sind dann nicht mehr ausgeschlossen.</p>
<p><strong>Vor allem aber hat diese Bundestagswahl gezeigt, dass es neue Projekte, neue Programmatik braucht, um neue gesellschaftliche B&#252;ndnisse zu organisieren.</strong> Die alten halten offenbar nicht mehr besonders gut. F&#252;r dieses Mal haben Union und FDP noch einmal Gl&#252;ck gehabt.</p>
<p><em>Siehe dazu auch den Beitrag von Wolfgang Michal:</em> <a href="http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/">Sieben unbequeme Wahrheiten.</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15499&amp;md5=83488e60cf2c97544ec4950279f3851c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kampagne als &#8220;Augmented Reality Game&#8221;: Der Mitmachwahlkampf der Piratenpartei</title>
		<link>http://carta.info/15450/kampagne-als-augmented-reality-game-der-mitmachwahlkampf-der-piratenpartei/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 17:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Piratenpartei hat bei dieser Bundestagswahl den einzig echten Mitmachwahlkampf gef&#252;hrt. Dabei tr&#228;gt die "Mission Bundestagswahl" die Z&#252;ge eines Rollenspiels, das sich in eine Folge von "Quests" zerlegen l&#228;&#223;t: Gel&#246;st wurden bisher die Aufgaben Europawahl, Zulassung zur Bundestagswahl, &#220;bernahme der Mehrheiten in den Sozialen Netzwerken. Und nun steht das vorerst letzte Level mit dem Endgegner Wahlurne an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b4c254e0e259481ea171df57dccfae50" width="1" height="1" alt=""/>Am Sonntag um 18 Uhr beendet die Schlie&#223;ung der Wahllokale auch die „3-Tage-Wach-Aktionen“ der finalen Mobilisierungsrunde im angeblich so langweiligen Bundestagswahlkampf 2009. Die nach 1998, 2002 und 2005 nunmehr vierte digitale Kampagne um den Einzug in den Deutschen Bundestag hat vermutlich den gr&#246;&#223;ten Gegenwind durch Vertreter der „etablierten Massenmedien“ aushalten m&#252;ssen – <strong>die Kritik an der Belang- und Bedeutungslosigkeit des Online-Wahlkampfs lief in Print, H&#246;rfunk und TV auf „heavy rotation“</strong>. An einigen Stellen zeigte sich aber, dass man durch geschicktes Man&#246;vrieren auch auf st&#252;rmischer See erfolgreich navigieren kann. Die H&#228;ufung von <strong>Seefahrtsmetaphern</strong> deutet an, worum es geht: den „anderen“ Online-Wahlkampf der Piratenpartei.</p>
<div id="attachment_15460" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-15460" title="piratenaufmacher2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/piratenaufmacher2-300x196.jpg" alt="piratenaufmacher2" width="300" height="196" /><p class="wp-caption-text">Die Piraten schreiben mit ihrer Online-Pr&#228;senz lediglich die „Normalit&#228;t“ des digitalen Alltages ihrer Mitglieder und Unterst&#252;tzer fort</p></div>
<p>Schon vor der Sommerpause fiel die <strong>Textlastigkeit und scheinbare „R&#252;ckst&#228;ndigkeit“ der Piratenwebsites ins Auge</strong> – ganz anders als die bereits im Fr&#252;hjahr multimedial aufger&#252;steten Hochglanz-Plattformen der Bundestagsparteien pflegt die Piratenpartei ein Erscheinungsbild, das eher an die Auftritte in den fr&#252;hen Online-Jahrg&#228;ngen 1998 und 2002 erinnert. Dieser „Return-to-HTML“ ist keineswegs als genialer Coup der Enthaltsamkeit zu verstehen und hat auch nur wenig mit fehlenden Ressourcen zu tun. Eher das Gegenteil ist der Fall – die Piraten schreiben mit ihrer Online-Pr&#228;senz lediglich die „Normalit&#228;t“ des digitalen Alltages ihrer Mitglieder und Unterst&#252;tzer fort: Blogs sind nun mal vornehmlich textorientierte Gebilde, ebenso wie Wikis oder die 140 Zeichen bei Twitter. Plakative, audiovisuelle Elemente finden sich nat&#252;rlich auch im Piratenwahlkampf, aber eben nicht an so vorderer Front wie bei den „alten“ Parteien. Deren inzwischen arbeitsteilig die Aufgaben des Online-Wahlkampfes &#252;bernehmende Partei-Homepages, Kampagnen-, Kandidaten- und Unterst&#252;tzerseiten setzen viel st&#228;rker auf die Mechanismen aus der alten Medienwelt und imitieren zu Hauf journalistische Formate – m&#246;glicherweise hat gerade hier die Missgunst der professionellen Wahlkampf-Beobachter ihren Ursprung.</p>
<p><strong>Die Pr&#228;senz von Parteien und Kandidaten in den Sozialen Netzwerken ist sicherlich die wesentliche Innovation der Kampagnen-Klasse von 2009</strong>. Doch inwiefern sich hierdurch die Wahlkampff&#252;hrung erneuern und Erfolge haben realisieren lassen, wird sich erst weit nach dem Wahltermin zeigen. Die Erfahrungen in den Netzwerken haben sich nicht zur erhofften Erfolgsgeschichte entwickelt – wenn man die Reichweite der Profilseiten als Ma&#223;einheit verwendet. Dass sich nur schleppend Freunde oder Unterst&#252;tzer f&#252;r deutsche Spitzenpolitiker gefunden haben, d&#252;rfte vor allem mit der Rolle der m&#228;chtigen Parteiorganisation „hinter“ den pers&#246;nlichen Profilen zu tun haben. Die W&#228;hler wissen zu genau, dass ihre unmittelbare Unterst&#252;tzung f&#252;r einen Kandidaten durch den „Partei-Filter“ abged&#228;mpft wird – die Struktur des parlamentarischen Systems beg&#252;nstigt die Netzwerk-Werbung von Einzelkandidaten nicht. Dies gilt im besonderen f&#252;r einen solch un&#252;bersichtlichen Wahlkampf wie in diesem Jahr, dessen Endresultat erst nach einer Art „Koalitions-Lotterie“ (Karl-Rudolf Korte) feststehen wird.</p>
<p>Doch zur&#252;ck zum Piratenwahlkampf. Die technologische Einfachheit der Plattformen unter schwarzer Flagge mag durch die knappe Zeit zwischen #zensursula-Debatte und der damit verbundenen netzpolitischen Z&#228;sur bis zum formellen Einstieg in den Bundestagswahlkampf nach der Wahlzulassung am 31. Juli resultieren – dass sie sehr funktional f&#252;r einen beteiligungsorientierten Wahlkampf mit niedrigen Einstiegsh&#252;rden ist, kann inzwischen als unbestreitbar gelten. M&#246;glicherweise hat die in den etablierten Parteien allein schon f&#252;r eine interne Sichtbarkeit der Online-Kampagne zwingend erforderliche Vergr&#246;&#223;erung der Internet-Teams potenzielle Untest&#252;tzer „von au&#223;en“ eher abgeschreckt als zum Mitmachen angeregt. Auch der zwischen den Lagern gerne gepflegte Seitenhieb auf die neuesten Aktivit&#228;ten des Gegners muss f&#252;r „einfache W&#228;hler“ nicht unbedingt mitrei&#223;end wirken – bisweilen verselbstst&#228;ndigte sich so die Berliner Kampagnen-Blase.</p>
<p>Der umstandslose Zugriff auf Informationsmaterialien und ein reduziertes inhaltliches Angebot bei gleichzeitiger permanenter Mitgestaltungsm&#246;glichkeit im <strong>Piraten-Wiki stellt einen kontr&#228;ren Ansatz dar – vielleicht den einzig „echten“ Mitmach-Wahlkampf im Web 2.0</strong>. Eine wichtige Rolle spielt hier auch die Abwesenheit von Partei-Eliten – trotz der formalen Differenzierung innerhalb der Piraten-Organisation ist noch keine Kluft zwischen Landes- oder Bundesvorstand und der „einfachen Mitgliedschaft“ zu erkennen. Auch f&#252;r externe Unterst&#252;tzer und Sympathisanten ist es einfach, sich an der Arbeit der Piraten zu beteiligen – doch das muss nicht so bleiben, wenn die Piratenpartei erst einmal einen „richtigen“ Parteiapparat ausgebildet hat. <strong>Und den wird sie durchaus brauchen, wenn sie auch k&#252;nftig eine Rolle im Parteienwettbewerb spielen m&#246;chte.</strong></p>
<p>Dabei ist „Spielen“ das zweite Schl&#252;sselelement f&#252;r den Erfolg der Piraten-Kampagne – denn die kollektive Anstrengung der „Nerds“ in schwarz-orange tr&#228;gt Z&#252;ge eines Rollenspiels. <strong>Die „Mission Bundestagswahl“ l&#228;sst sich in eine Folge einzelner „Quests“ zerlegen, an denen die &#252;ber das ganze Bundesgebiet verteilten Mitspieler relativ koordiniert arbeiten</strong>. Gel&#246;st wurden bisher die Aufgaben „Europawahl“, „Zulassung zur Bundestagswahl“, &#8220;&#220;bernahme der Mehrheiten in den Sozialen Netzwerken“, das Extra-Level „Gewinnung von &#246;ffentlicher Aufmerksamkeit“ wurde etwas holprig erreicht, vielleicht auch unter Zuhilfenahme von „Cheats“. Und nun steht das vorerst letzte Level mit dem Endgegner „Wahlurne“ an.</p>
<p>Und auch wenn das nach maximaler Unwahrscheinlichkeit klingt – an dieser Stelle gibt es sogar &#196;hnlichkeiten des Piraten-Wahlkampfs mit einem amerikanischen Vorbild, dem doch vor allem die Bundestagsparteien nacheifern wollten. In einem wenig beachteten Text hat Gene Koo die Performance von <strong>my.barackobama.com als „Augmented Reality Game“</strong> beschrieben. Auch hier finden sich klar definierte Teilaufgaben, die Unterst&#252;tzer erledigen m&#252;ssen, um zum Gelingen der Kampagne beizutragen – Telefonieren, Nachbarn &#252;berreden, Veranstaltungen vorbereiten, Geld spenden. Auch wenn das Setting des Spiels mangelhaft war („minimal graphics, no sound effects, and deeply flawed gameplay“), so ist der Gedanke erkennbar – eine m&#246;glichst gro&#223;e Gruppe von Menschen versucht sich an der L&#246;sung verschiedener kampagnenbezogener „Quests“, um die zentrale Spielfigur „Barack Obama“ durch das Szenario zu leiten. Der Ausgang des „Spiels“ ist bekannt.</p>
<p><strong>In puncto Nutzerf&#252;hrung war Obama den Piraten allerdings noch um einiges voraus</strong> – mittels eines Punktesystems wurden die Wahlhelfer f&#252;r ihre Aktivit&#228;ten belohnt und konnten sich so innerhalb des Schwarms der Kampagnen-Mitarbeiter verorten. Einerseits l&#246;ste diese Form des kompetetiven Wahlhelfens enorme Motivationssch&#252;be aus, sorgte aber auch f&#252;r gro&#223;e Frustration – wenn die eigene Kampagnenarbeit nicht im Sinne des Systems „abgerechnet“ werden konnte oder andere Unterst&#252;tzer gezielt auf Punktejagd gingen. Selbst wenn die Kampagne der Piratenpartei am Sonntag bei einer mageren Prozentausbeute endet – die Impulse f&#252;r die Wahlkampf-Kommunikation und die Organisation des innerparteilichen Austauschs sind erheblich und werden k&#252;nftig mit Sicherheit auch von den etablierten Parteien aufgegriffen werden.
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		<title>Hoffentlich das letzte Duell dieser Art</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 15:54:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Hachmeister</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bilanz der Kommission zum Kanzlerduell: Die TV-Disskussion zwischen Merkel und Steinmeier litt nicht nur unter "absurd profilierungsw&#252;tigen Moderatoren". Das Elend des Streitgespr&#228;chs war auch das Ergebnis einer "auf aseptische Waffengleichheit" bedachten Planung. Sie sollte daher zuk&#252;nftig bei einer unabh&#228;ngigen Instanz liegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f47136053b384a42bbf7627485a9f9e8" alt="" width="1" height="1" />Bei den TV-Duellen der Jahre 2002 und 2005 ist von manchen professionellen Kommentatoren noch bezweifelt worden, dass sie im Wahlkampf erhebliche politische Wirkungen zeitigen. 2009, bei der erneut von vier deutschen Fernsehsendern &#252;bertragenen Debatte zwischen Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier, ist die eminente Wirkung eines solchen Fernseh-Ereignisses dagegen bereits im Vorfeld akzeptiert worden. Besonders im ansonsten diffusen Wahlkampf der SPD, die in den Umfragen weit hinter der CDU/CSU zur&#252;cklag, wurde dem TV-Duell eine herausragende Bedeutung zugemessen . Hier wirkten die f&#252;r die SPD positiven Erfahrungen des Jahres 2005 nach, als der damalige Kanzler Gerhard Schr&#246;der dieses Fernseh-Ereignis als strategisches Momentum in seinem Aufholwahlkampf nutzte.</p>
<p>Das politische-publizistische Gewicht des Formats „TV-Duell“ beruht auf seiner hohen Zentralit&#228;t und Reichweite, der damit angenommenen Wirkung (analog zum Thomas-Theorem, mit dem Situationen als real definiert werden, wenn sie nur gen&#252;gend Leute als real betrachtet haben) und der sich stetig steigernden publizistischen Begleitmusik. Zum einen hat sich 2002 die Zahl der vorausschauenden und nachbetrachtenden Sendungen zum TV-Duell im Fernsehen selbst multipliziert. Zum anderen kann man es als Zeichen einer paradoxen Mediensystem-Logik werten, wenn gerade Zeitungen, die sich im Vorfeld &#252;ber das politische Pseudo-Ereignis TV-Duell erregen, vor lauter Duell-Kommentaren, Analysen und Reportagen aus Berlin-Adlershof  &#252;berquellen. 2009 war der Wahlkampf vor dem Duell, zumindest von der professionellen Publizistik, als spannungsarm und profillos erlebt worden – als eine Art simulierter Wahlkampf, in dem zwar mit dem bekannten Medienmix operiert wurde (Plakate, Prominenzkommunikation, Fernsehtalk, mehr oder weniger halbherzig mit den M&#246;glichkeiten der Netzwelt), aber besonders von den „Volksparteien“ konkrete politische Festlegungen vermieden wurden. Eine schwarz-gelbe Koalition schien wahrscheinlich, eine Fortsetzung der gro&#223;en Koalition m&#246;glich. Von einem Aufeinandertreffen zwischen Kanzlerin Merkel und ihrem loyalen Vizekanzler Steinmeier war, in einer bald &#252;berstrapazierten Metapher, eher ein „Duett als ein Duell“ erwartet worden. Der Politikberater Michael Spreng sprach von einem absehbaren „Duell der h&#228;ngenden Mundwinkel“.</p>
<p>Doch abgesehen von seinem m&#246;glichen Gehalt an Streit oder Krawall bietet ein Fernsehduell f&#252;r die vielen wankelm&#252;tigen und unentschlossenen W&#228;hler Einblicke in Images und Argumentationsweisen, Fitness und Pers&#246;nlichkeitsmuster der jeweiligen Kandidaten. In der zentralen Form des TV-Duells kumulieren Einzelbeobachtungen der Gestik, Mimik und Argumentation zu b&#252;ndigen Urteilen, die in der Folgekommunikation bis zum Wahltag noch verst&#228;rkt werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Das „Duell“ 2009 dokumentierte, dass es keineswegs Beitr&#228;ge zu einem Streitgespr&#228;ch sind, die dieses Format provoziert. Es werden vielmehr zumeist Texte aufgesagt. Texte, die bekannt sind, die gewisserma&#223;en erwartet werden d&#252;rfen</strong>. Ihre Zeitform ist das Futur II: „Sie werden gesagt haben.“ Bei diesem Aufeinandertreffen waren es beispielsweise Texte &#252;ber soziale Gerechtigkeit, die zwar herrscht (Merkel), aber nicht genug (Steinmeier), Managergeh&#228;lter, die unanst&#228;ndig sind (Steinmeier und Merkel), die Notwendigkeit milit&#228;rischer Pr&#228;senz in Afghanistan (Merkel und Steinmeier) oder die Gesundheitsf&#252;rsorge, die f&#252;r jeden B&#252;rger gleicherma&#223;en da sein soll (beide). <strong>Das Ergebnis war das Paradox eines Gespr&#228;chs, das gar keines ist, sondern ein fast wechselwirkungsfreier Austausch von Vorfabrikaten.</strong> Hier liegt der Einwand nahe, dass es von Politikern im Allgemeinen ja auch nicht verlangt werden kann, mutwillig &#220;berraschendes zu sagen. Im Besonderen war gerade von Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier nicht zu erwarten, dass sie Dissens mitteilen, auch wenn sie keinen haben, nur weil Kameras laufen und jemand behauptet hat, sie konkurrierten um das Kanzleramt. Der Eindruck der Verl&#228;sslichkeit, den beide machten, n&#228;hrte sich auch daraus, dass sie daf&#252;r nicht zu haben waren.</p>
<p>Es zeigte sich: Politische Diskussionen im Fernsehen haben etwas Widerspr&#252;chliches. Was gesagt wird, soll einerseits so klingen, als komme es aus der Situation, als erfolgten Antworten auf Fragen, die soeben gestellt wurden. Warum sonst auch sollte man die Politiker im Gespr&#228;ch zeigen und nicht einfach nur ihre Reden und Entschl&#252;sse abdrucken? Ginge es nicht um Interaktion unter Anwesenden, w&#252;rde es, was Kontroversen zwischen Kanzlerkandidaten angeht, auch ein &#246;ffentlicher Briefwechsel tun. Dass er es nicht tut, ist der Sinn von „Duell“: Die kommunikative Gattung, in diesem Fall der leibhaftige Auftritt, ist selbst die Botschaft.</p>
<p>Der SPD-Herausforderer wurde unmittelbar nach dem Duell von einer breiten Mehrheit der mehr oder weniger unabh&#228;ngigen Experten und Beobachter als gradueller Sieger bestimmt . Er wirkte tats&#228;chlich stilsicherer, freundlicher, besser vorbereitet und auch schlagfertiger als die Kanzlerin. Das war so nicht vorhergesehen worden. <strong>Frank-Walter Steinmeier, der in den Wochen zuvor fast als Z&#228;hlkandidat gesehen wurde, hat in dem Duell die Chance, die er nicht hat, gut genutzt. </strong>Weil f&#252;r ihn weniger auf dem Spiel stand, konnte er entspannter und lockerer auftreten und mehr Spuren von Witz hinterlassen als die Kanzlerin Steinmeier wurde nicht mehr vornehmlich als solider, h&#246;herer Verwaltungsbeamter oder Schr&#246;der-Speakalike wahrgenommen. Allerdings h&#228;tte er an diesem Abend, ohne &#252;berm&#228;&#223;ig aggressiv wirken zu m&#252;ssen, gegen eine eher missgelaunte und mitunter fahrig wirkende Kanzlerin noch erheblich st&#228;rker zulegen k&#246;nnen. W&#228;hrend Angela Merkel, wie oft in ernsten Situationen, ihre Schw&#228;chen voll ausfuhr (ein Anflug von Verbissenheit, Vagheit, wenig L&#228;cheln etc.), erwies sich Frank-Walter Steinmeier f&#252;r die Zuschauer als kleine Entdeckung: Sieh da, der man kann in gewissen Grenzen schlagfertig sein, kann mit h&#252;bschen Metaphern und Beispielen aufwarten. Von Vorteil war f&#252;r ihn nat&#252;rlich, dass man Angela Merkel, die in den Medien Dauerpr&#228;sente, in ihrer ganzen Mimik, Motorik und Rhetorik fast vollst&#228;ndig kennt (oder zu kennen meint) – w&#228;hrend Steinmeier bisher nur in der besorgten Eulenrolle des Au&#223;enministers bekannt war und nun pl&#246;tzlich sichtbar wurde, dass er (wie wohl auch Deutschland) noch mehr kann.</p>
<p><strong>Letztlich &#252;berwog bei Steinmeier doch die Absicht, das in der Gro&#223;en Koalition gemeinsam Erreichte st&#228;rker zu betonen als das grunds&#228;tzlich Trennende.</strong> „Steinmeier gewinnt 0:0“, so lautete eine signifikante Einsch&#228;tzung auf tagesschau.de. Das Gros der professionellen Kommentatoren ging also von einem Remis mit leichten Vorteilen f&#252;r Steinmeier aus, w&#228;hrend dieser gef&#252;hlte Steinmeier-Vorsprung in den folgenden Tagen durch Umfragwerte  und Folgekommunikation zu einem deutlicheren faktischen Sieg m&#252;ndete. Es zeigte sich hier, dass sich die Kommunikation der TV-Duelle in drei Schritten vollzieht: erstens im Aufbau und in der Hinf&#252;hrung von Themen und Images vor dem TV-Duell selbst (im kommunikationswissenschaftlichen Fachjargon: agenda building, erstes Framing), zweitens in der Performance und Argumentation beim Duell, drittens in der Folgekommunikation – also in der ber&#252;hmten „Deutungshoheit“ &#252;ber Ablauf, Sieger und Verlierer der Polit-Show. Dieses  Dreistufen-Prinzip haben die Politiker und ihre Berater inzwischen gelernt, so dass sich die Kommunikation der politischen Klasse im engeren Sinn im Umfeld des TV-Duells weiter professionalisiert und ritualisiert hat. Fraglich bleibt allerdings, ob das campaigning des Steinmeier-Lagers vor und nach Duell die n&#246;tige Dynamik hatte, um den Duell-Auftritt des SPD-Kandidaten zu verst&#228;rken. Verst&#228;ndlicherweise deklarierte der SPD-Vorsitzende Franz M&#252;ntefering bereits kurz nach dem Duell Steinmeier als eindeutigen Gewinner. Er legte dann immer wieder nach: „Frank Walter Steinmeiers Kanzlerformat ist am vorigen Sonntag sehr vielen Menschen klar geworden. Sie hatten prominent die M&#246;glichkeit, ihn kennen zu lernen – gerade in Abgrenzung zu Frau Merkel. Jeder Zuschauer konnte sehen: der Mann ist stark“ . Steinmeier selbst stimmte, den Genossen Trend betonend, ein: „Wir haben uns rangek&#228;mpft. Viele B&#252;rger sind noch nicht entschieden. (…) Das TV-Duell hat einen riesigen Schub bewirkt. Die aufkommende Brise ist tats&#228;chlich der R&#252;ckenwind f&#252;r die SPD“ . Zwar feierten auch CDU-Kader ihre Kandidaten, doch das wurde in der Presse von Mi&#223;t&#246;nen &#252;berlagert. In der CSU sei nach dem Duell „die Stimmung ziemlich mies“  gewesen, berichtete der Spiegel, „die Kanzlerin sei viel zu defensiv gewesen, schimpfte der bayerische Umweltminister Markus S&#246;der: ‚Dieses Duell kennt nur einen Gewinner, und der hei&#223;t Guido Westerwelle.’“  Tats&#228;chlich bleibt noch zu erforschen, ob das TV-Duell, das strukturell eher den beiden gro&#223;en Volksparteien und deren Spitzenkandidaten n&#252;tzt, in diesem besonderen Fall mittelfristig eher den Widerwillen gegen eine Fortsetzung der Gro&#223;en Koalition verst&#228;rkt hat.</p>
<p>Die Form des TV-Duells ist von den Oppositionsparteien heftig kritisiert worden, die gr&#252;ne Spitzenpolitikerin Claudia Roth sprach in einer h&#252;bschen Metapher von einer „politischen Luftgitarren-Meisterschaft“ . FDP-Chef Westerwelle und der gr&#252;ne Spitzenkandidat J&#252;rgen Trittin forderten die Fernsehsender auf, die Veranstaltung abzusetzen. Diese Kritik wurde noch dadurch verst&#228;rkt, dass sich zun&#228;chst die Kanzlerin und dann auch Steinmeier weigerten, in einer weiteren Sendung gemeinsam mit den f&#252;hrenden Politikern der Oppositionsparteien zu diskutieren. In die Kritik stimmten dann auch Journalisten ein: die erfolgreiche „Konfrontationsvermeidungstaktik von Merkel und Steinmeier“ sei „emp&#246;rend“, und die „Hilf- und R&#252;ckgratlosigkeit der Sender nicht weniger ersch&#252;tternd“ . Insgesamt traten die Probleme eines Formats mit vier Moderatoren und zwei „Duellanten“, die vorher gemeinsam Politik gemacht hatten, deutlich zutage: Die Moderatoren versuchten, sich gegeneinander zu profilieren und einen Wettbewerb an Pseudo-Witzen und flapsigen Einw&#252;rfen zu f&#252;hren, lie&#223;en dabei aber ganze Themenfelder der aktuellen Politik fast vollst&#228;ndig oder ganz aus, etwa Technologie- und Forschungspolitik, Bildung, Klimawandel; evidente Fragen nach dem Sinn deutscher Kriegseins&#228;tze (vor allem in Afghanistan) wurden kaum gestellt. Steinmeier wurde ganz in Ruhe gelassen – schlie&#223;lich h&#228;tte er als einer der Chefstrategen in Zeiten der Schr&#246;der-Kabinette gen&#252;gend Zeit gehabt, auf eine Regulierung des transnationalen Finanzkapitalismus zu dr&#228;ngen oder f&#252;r eine andere Wirtschaftspolitik einzutreten. Die Moderatoren der Veranstaltung kamen nicht aus dem klassischen politischen Journalismus, sondern waren von den Sendern jeweils als bekannte „Fernsehgesichter“ oder aus strategischen Gr&#252;nden delegiert worden. Andererseits ist bei der au&#223;erordentlich harschen Beurteilung der journalistischen Leistungen von Maybrit Illner, Peter Kloeppel, Peter Limbourg und Frank Plasberg auch zu ber&#252;cksichtigen, dass sich darin auch medienkulturelle Differenzen  und Distinktionen zwischen Printjournalismus, TV-Talkprominenz und publizistischen Formen in neuen Medien (Blogs, Twitter ) ausdr&#252;cken. Von der FAZ wurden die Moderatoren z. B. als „streitgeil, h&#228;misch und &#252;berheblich“  abgefertigt, es sei daher, wenn &#252;berhaupt, zu einem „Duell zwischen Politikern und Journalisten“ gekommen. Der Satz des Abends geh&#246;rte Steinmeier und empfahl sich zur Wiederverwendung: „Haben Sie doch einfach Interesse an meinem Argument!“</p>
<p>Bei der Beurteilung des TV-Duells insgesamt ist auch ein Unterschied zwischen Popul&#228;rjournalismus (BILD: „Yes, we g&#228;hn“ ) und Politikverstehern in der b&#252;rgerlichen Elitepublizistik zu beobachten. So schrieb die S&#252;ddeutsche Zeitung: „Nein, es war nicht schlimm. Jedenfalls nicht so sehr schlimm. Es war nicht einmal so langweilig, wie viele bef&#252;rchtet hatten. Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier waren so, wie sie immer sind, denn vor der Kamera ver&#228;ndern sich zwar Schauspieler und Moderatoren grunds&#228;tzlich, Politiker aber selten.“  Der Tagesspiegel kam sogar zu dem Schluss: „Nach 90 Minuten ist die Bilanz klar: Von Langeweile keine Spur, es gab durchaus heitere Momente und unterschiedliche Positionen, kaum wolkige, sondern recht pr&#228;zise Antworten von Kanzlerin und Vizekanzler. Es war wieder ein Stra&#223;enfeger, der Millionen Menschen fesselte, ein Beleg daf&#252;r, dass sich die B&#252;rger sehr wohl f&#252;r Politik interessieren“ .</p>
<p>F&#252;r die Sender fiel die Duell-Bilanz dagegen gemischter aus: nur 14 statt 20 Millionen (2005) Zuschauer auf den vier gleichgeschalteten Kan&#228;len, weil die Erwartungen an Spannung und Kontroverse niedriger waren, und offen eingestandenes Unbehagen am Format. F&#252;r die kommerziellen TV-Sender war das Duell ein dreifacher Verlust: keine Werbeeinnahme in der Primetime, niedrige Einschaltquote  &#8211; und dann auch noch die Moderatorenschelte. Zudem hatten RTL und Sat.1 auch noch die (von den H&#246;rerzahlen her marginale) &#220;bertragung der Veranstaltung im H&#246;rfunk (vor allem im Deutschlandfunk) blockiert, was ihnen auch keine Sympathiepunkte einbrachte. F&#252;r die ARD, die den L&#246;wenanteil der Duell-Zuschauer auf sich verbuchen konnte, sagte Chefredakteur Thomas Baumann, er halte die „Konstellation mit zwei Duellanten und vier fragenden Journalisten nicht f&#252;r die beste“ , ihm w&#228;re ein allein von ARD und ZDF veranstaltetes Duell lieber, allerdings k&#246;nne man den Privatsendern schlecht verwehren, auch eines auszurichten. Prinzipiell wird von allen Sendern die schon 2002 (Schr&#246;der vs. Stoiber) gew&#228;hlte Form mit zwei Duellen und zwei Moderatoren bevorzugt – dagegen hatten sich vor allem Angela Merkel und ihre Berater gewandt.</p>
<p><strong>Vielleicht und hoffentlich war das das letzte Duell dieser Art</strong>. Zum einen war es absurd, dass sich vier profilierungsw&#252;tige Moderatoren &#252;ber zwei Politiker hermachten. Das war anma&#223;end und wurde der Servicerolle, die Journalisten haben sollten, &#252;berhaupt nicht gerecht. Geschw&#228;tzigkeit hat das Gespr&#228;ch untergraben. Das Zweite aber ist wichtiger: Es ist ein Elend, dass politische Streitgespr&#228;che heute derart in den H&#228;nden von Millimeterk&#252;nstlern liegen, denen es bei der Planung und der Choreografie dieser Duelle nur darum geht, auf m&#246;glichst aseptische Weise Waffengleichheit herzustellen und &#220;berraschungen so weit es irgend geht auszuschlie&#223;en. Das beginnt mit der Studioeinrichtung (so man von einer solchen sprechen kann) und endet bei der eisernen Regel, dass keiner der Duellanten eine andere Waffe als die Ideen mitbringen darf, die er im Kopf hat. Das machte aus diesem Duell ein virtuelles Duell, dessen Teilnehmer vor allem eines tun: Sie sind auf der Hut. Nur kein Fehler, nur kein Ausrutscher, nur keine misslungene Geste. Das ist der Mittelweg, der den geistigen Tod bringt. Also f&#252;r die Zukunft: Sie sollen wieder Spickzettel mitbringen d&#252;rfen, sie sollen wieder das Recht haben, sich peinliche Zitate um die Ohren zu hauen. Sie sollen wieder die M&#246;glichkeit bekommen, als wirkliche Menschen zu erscheinen. Es w&#228;re nicht einmal gef&#228;hrlich: ein guter – weil markanter und/oder zum Lachen reizender – Fehler kann mehr f&#252;r einen Politiker einnehmen als die zwei Weihnachtsansprachen, die Frau Merkel und Herr Steinmeier am Ende dieses klinisch sauberen Duells vortrugen.</p>
<p>Gemessen an der realen und zugeschriebenen Bedeutung des TV-Duells, auf das sich inzwischen ganze Wahlk&#228;mpfe zubewegen (und das als Format mittlerweile auch in den einzelnen Bundesl&#228;ndern gang und g&#228;be ist), sind die politik- und kommunikationswissenschaftlichen Forschungen zu dieser Form politischer Show eher marginal . Sie verlieren sich h&#228;ufig in sozialpsychologischen Einzelexperimenten und Umfragen, w&#228;hrend der politisch-publizistische Proze&#223; vor, w&#228;hrend und nach dem TV-Duell zumindest in Deutschland wissenschaftlich  noch kaum beobachtet worden ist. Hier bieten sich f&#252;r die n&#228;chste Bundestagswahl umfassendere und intellektuell tiefgreifendere Forschungsprojekte an.  Wenn man an der durchaus attraktiven Form des TV-Duells festhalten will, d&#252;rfte sich zudem mehr denn je empfehlen, <strong> die klandestinen Verhandlungen zwischen Sendern und Politikberatern von einer kompetenten und unabh&#228;ngigen Instanz moderieren zu lassen</strong>. Dies nimmt weder der operativen Politik noch dem Journalismus Autonomie, erh&#246;ht aber die Glaubw&#252;rdigkeit und den Spannungsgehalt des Ereignisses selbst .</p>
<p><em>Dieser Abschlussberichgt der Kommission zur Kanzlerdebatte wurde von Susan Neiman (Leiterin des Einstein-Forums), Thomas Schmid (Die Welt), J&#252;rgen Kaube (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Bernd Ulrich (DIE ZEIT) und Lutz Hachmeister (Direktor des Institut f&#252;r Medien- und Kommunikationspolitik) gemeinsam erarbeitet. Das Dokument kann <a href="http://medienpolitik.eu/cms/index.php?idcatside=235">hie</a> heruntergeladen werden.</em>
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		<title>Bundestagswahl: Das Schweigen der L&#228;mmer</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 15:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei Obamas Health-Care-Rede war jede Minute emotional aufgeladen, hierzulande ist der Wahlkampf das genaue Gegenteil. Doch ohne Begeisterung und Emotionalit&#228;t wird kaum einer an die Wahlurne gelockt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d1497747a4999fa7985aad7c852d49" alt="" width="1" height="1" />Wer die Rede von Barack Obama zur Gesundheitsreform vor dem Kongress <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SSJugLUsM58&amp;hl=de">auf YouTube</a> angeschaut hat, muss G&#228;nsehaut bekommen haben. Da war ein begnadeter Rhetoriker auf der H&#246;he seines K&#246;nnens zu sehen, der sich mit gro&#223;er &#220;berzeugungskraft fast eine Stunde lang ausschlie&#223;lich einem Thema widmete. Jede Minute war emotional aufgeladen und jeder Satz genau abgewogen, um den richtigen Ton zu treffen.</p>
<p>Trotz Mehrheiten in beiden Kammern f&#252;r seine Partei muss Obama f&#252;r seine Reformvorhaben k&#228;mpfen. Seine politischen Gegner bek&#228;mpfen ihn mit allen Mitteln. Sie l&#252;gen, sie sch&#252;ren &#196;ngste und mobilisieren ihre Anh&#228;nger auf der Stra&#223;e, um Druck auszu&#252;ben. Sie behaupten, dass die Steuerzahler f&#252;r die medizinische Versorgung illegaler Mexikanern die Zeche zahlen m&#252;ssten. Sie behaupten, dass eine staatliche Gesundheitsoption es erm&#246;gliche, dass Abtreibungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Gesetzespassagen &#252;ber Patientenverf&#252;gungen werden in die N&#228;he des Faschismus ger&#252;ckt. Denn sie behaupten, dass zuk&#252;nftig B&#252;rokraten wie bei den Nazis Euthanasie an Alten und Kranken beschlie&#223;en k&#246;nnten. Bilder von schreienden und verst&#246;rten Menschen, teilweise bewaffnet bei den <em>Townhall Meetings</em> waren oft zu sehen.</p>
<p>In der Bev&#246;lkerung sinken die positiven Umfragewerte f&#252;r Obamas Politik. Er muss die &#196;ngste entkr&#228;ften und Hoffnung ausstrahlen. Die Rede vor dem Kongress ist ein Instrument, dies umzusetzen. Und in der Tat ist er in der Lage, die Rede her&#252;berzubringen. Er verdeutlicht, dass es ihm um die 30 Millionen US-Amerikaner gehe, die nur eine rudiment&#228;re oder gar keine Gesundheitsversicherung haben. Diese Menschen sollen im Krankheitsfall nicht in den Ruin getrieben werden. Obama beabsichtigt, dass jeder B&#252;rger eine bezahlbare und umfangreiche Gesundheitsversicherung bekommen m&#252;sse. Sorgf&#228;ltig ist die Rede mit traurigen Einzelschicksalen illustriert. Dar&#252;ber hinaus gibt es sogar Lob f&#252;r den politischen Gegner, etwa John McCain. Er bietet den Republikanern Gespr&#228;chsbereitschaft an, um einen m&#246;glichen Kompromiss zu finden. Zu guter letzt beruft er sich auf den verstorbenen Senator Edward Kennedy, dessen Witwe und Kinder unter den Zuschauern sind. Obama zitiert aus einem Brief, den er von Kennedy nach dessen Tod erhalten hat. Sp&#228;testens an dieser Stelle war ich selbst den Tr&#228;nen nah.</p>
<p><strong>Wenden wir uns der</strong><strong> Schlussphase des deutschen Wahlkampfs zu. </strong> Einerseits k&#246;nnen wir uns freuen, dass sich die politischen Lager in Deutschland nicht so erbittert bek&#228;mpfen, dass wir einen gesellschaftlichen Konsens in Fragen wie Gesundheitsversicherung und Abtreibung haben. Andererseits kann fehlende Emotionalit&#228;t und Begeisterung in der Politik auch zu einem Demokratiedefizit f&#252;hren, weil der B&#252;rger aus Desinteresse nicht an Wahlen teilnimmt. Gerade die j&#252;ngeren W&#228;hler werden sich ohne Begeisterung und Emotionalit&#228;t nicht an die Wahlurne locken lassen, und dies ist problematisch f&#252;r die Zukunft.</p>
<p>Der Wahlkampf zwischen Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel ist alles andere als aufgeladen gewesen. Beim sogenannten <a href="http://mediathek.ard.de/ard/servlet/content/2982100">TV-Duell</a> zwischen den beiden Kandidaten waren die Gemeinsamkeiten un&#252;bersehbar; nur die Tatsache, dass Steinmeier bei seinen Formulierungen kenntnisreicher erschien, hat Wellen geschlagen. Doch von Streit oder gar von einem Wettbewerb der Ideen kann keine Rede sein. Der Spiegel-Journalist Matthias Matussek hat den Konservatismus in Deutschland richtig als  „&#246;de Lifestyle-Spie&#223;erei“ <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,648339,00.html">beschrieben</a>. Es ist jedoch nicht nur das b&#252;rgerliche Lager, das Langeweile bereitet: die ist im ganzen Parteienspektrum vorhanden.</p>
<p>Die ganze Politikerszene kommt selbstzufrieden daher. Aber zu Unrecht. Unsere Gesellschaft wird sich ver&#228;ndern m&#252;ssen, die Regierenden m&#252;ssen einen Beitrag daf&#252;r leisten.  Steinmeier kann man zwar zugute halten, dass er seinen Wahlkampf fr&#252;h mit einem zielstrebigen Zukunftspapier zur Wirtschaftspolitik angefangen hat, aber leider ist wenig davon im Ged&#228;chtnis geblieben. Das gro&#223;e Thema der SPD – soziale Gerechtigkeit – zieht nicht. Seit der Agenda 2010, die Steinmeier selbst ma&#223;geblich zu verantworten hatte, ist die Glaubw&#252;rdigkeit der SPD als Repr&#228;sentant des kleinen Mannes dahin. Am Ende blieb ihm nur der Kampf gegen Schwarz-Gelb, doch er bietet keine Alternative an, au&#223;er als Juniorpartner die gro&#223;e Koalition fortzuf&#252;hren.</p>
<p>Bei den Gr&#252;nen und der Linkspartei sieht es nicht viel besser aus. Denn keine dieser Parteien ist in der Lage, eine Machtperspektive zu bieten. Die Gr&#252;nen schlie&#223;en eine Jamaika-Koalition aus, und die rot-rot-gr&#252;ne Variante ist auf Bundesebene undenkbar. Die Linkspartei ist zwar in der Lage, Emotionen bei den Themen Afghanistan und Armut zu erzeugen, aber Begeisterung ist nicht vorhanden, weil sie ihre Vorstellungen unm&#246;glich umsetzen k&#246;nnte. Die Gr&#252;nen wiederum h&#228;tten zwar die M&#246;glichkeit, in einer Dreier-Koalition mit der CDU und FDP einen Teil ihrer Vorstellungen umzusetzen, aber sie sind aus verschiedenen Gr&#252;nden nicht gewillt, ein solches Risiko einzugehen. Die Partei sehnt sich eigentlich nach dem rotgr&#252;nen Projekt zur&#252;ck, das aber ist f&#252;r absehbare Zeit gestorben.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus ist es interessant zu beobachten, dass die Gr&#252;nen sich bei manchen Themen zur&#252;ckhalten. Als Zivilisten in Afghanistan bei einem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff starben, haben die Gr&#252;nen nur die Kommunikationspolitik der Regierung kritisiert. Man erinnere sich an Petra Kelly, die bei einer solchen Begebenheit  mit dem Weinen und der Emp&#246;rung nicht h&#228;tte aufh&#246;ren k&#246;nnen. Seit dem Kosovokrieg sind die Pazifisten bei den Gr&#252;nen eine kleine Minderheit. Auch beim Thema Atomkraft sind die Gr&#252;nen still geworden, obwohl beim Thema Endlagerung durchaus Z&#252;ndstoff vorhanden w&#228;re, seit Beweise aufgetaucht sind, die zeigen, dass die CDU in den achtziger Jahren beim Standort Gorleben Einfluss auf die Gutachten ausge&#252;bt hat. Doch die Gr&#252;nen reden nur von Laufzeiten der AKWs, weil sie den schwachen Atomausstieg unter Rot-Gr&#252;n ausgehandelt haben. Weder bei Atomkraft noch bei Krieg und Frieden waren die Gr&#252;nen in der Lage, Emotionalit&#228;t in den Wahlkampf einzubringen. Sogar der altgr&#252;ne Rebell Christian Str&#246;bele, der als Au&#223;enseiter vor sieben Jahren zu ersten Mal sein Direktmandat in Friedrichshain-Kreuzberg gewann, ist inzwischen im Mainstream etabliert.</p>
<p>Keine der Parteien hat es vermocht, Obama&#8217;sche Begeisterung auszul&#246;sen. Dem Personal der Parteien fehlen mitrei&#223;enden Gestalten, die die W&#228;hler mobilisieren und bei j&#252;ngeren B&#252;rgern Begeisterung f&#252;r Politik ausl&#246;sen. Meine Prognose lautet, dass die Gro&#223;e Koalition weitergef&#252;hrt wird.
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		<title>Medienschau zum Wahlkampf VI &#8211; Nerds, Yeahs, Verh&#228;ltniswahlrecht</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 12:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Pachali</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Medienschau zur Wahlkampfwoche - diesmal mit der Entdeckung der Nerds, Merkel-Yeaahhs, der Diskussion ums Verh&#228;ltniswahlrecht, der 'Generation Tigerente' – und mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d01ece38bf0cf56175593f0158a8be" alt="" width="1" height="1" />Den wohl &#252;berraschendsten Beitrag in dieser Woche lieferte <strong>Frank Schirrmachers</strong> &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/RubF3CE08B362D244869BE7984590CB6AC1/Doc~E54C409D5122C42FDA9CA81ADB298584E~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Die Revolution der Piraten</a>&#8220;. Der Mitherausgeber der FAZ entdeckt die von ihm bisher &#252;bersehenen <strong>Nerds </strong>als gesellschaftliche Kraft: &#8220;<em>Sie, die die Systeme kennen, m&#252;ssen, wie seinerzeit die Renegaten der Atomspaltung, in politische Sprache &#252;bersetzen, was technisch m&#246;glich ist.</em>&#8221; Schirrmacher mache die Piraten salonf&#228;hig, <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2213">schreibt</a> <strong>Thomas Kn&#252;wer</strong> bei<em> Indiskretion Ehrensache</em>. Und <strong>Michael Maier</strong> <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5738.html">lobt</a> im <em>Perlentaucher </em>Schirrmachers selbstkritische und lernbereite Haltung als vern&#252;nftigen Anfang. Seine Forderung, der digitalen Intelligenz zuzuh&#246;ren, werde aber<strong> kein Kaffeeplausch</strong>, gebe es doch einen &#8220;<em>radikalen Bruch mit den bisher vertrauten Spielregeln in gesellschaftlichen Debatten: Alle Beteiligten m&#252;ssen sich ihre Autorit&#228;t erst verdienen.</em>&#8221; Auch<strong> Robert Misik</strong> <a href="http://www.misik.at/sonstige/schirrmachers-loblied-auf-den-nerd.php">meint</a>: Wohltuend und klug.</p>
<p>Ob <strong>Flashmobs</strong> wie jene anl&#228;sslich der Wahlauftritte Angela Merkels als &#8220;Blitzauflauf&#8221; (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=JMacqr0RvcQ&amp;">Tagesthemen</a>) oder &#8220;Blitzmeute&#8221; (<a href="http://www.faz.net/s/Rub4D6E6242947140018FC1DA8D5E0008C5/Doc~EB7D76ECE08C64059A428D09E925EC1E5~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a>) zu &#252;bersetzen sind, bleibt offen. In der SZ ist wie &#252;blich von der &#8220;<strong>Internetgemeinde</strong>&#8221; <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/85/488480/text/">die Rede</a>, die FAZ hingegen bietet einen lesenswerten <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D6E6242947140018FC1DA8D5E0008C5/Doc~EB7D76ECE08C64059A428D09E925EC1E5~ATpl~Ecommon~Scontent.html">historischen Exkurs</a> zur Geschichte der Blitzmeuten. <em>Nerdcore</em> <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/09/19/sponline-uber-%E2%80%9Eflashmob-terror%E2%80%9C-%E2%80%A6und-alle-so-%E2%80%9Eyeaahh%E2%80%9C/">kommentiert</a> den <em>Spiegel</em>-<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,650004,00.html">Artikel</a> zum Thema: &#8220;<em>Expect us.</em>&#8221;</p>
<p><strong>Christoph Schwennicke</strong> <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,650493,00.html">meint</a> bei <em>SpOn</em>, die SPD habe bei der Wahlrechtsreform &#8220;<em>alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.</em>&#8221; Sie offenbare damit in der aktuellen Diskussion um &#220;berhangmandate, ihre Wahlniederlage bereits anzuerkennen (dazu auch <strong>Wolfgang Michal</strong> <a href="http://carta.info/15156/der-tag-an-dem-die-spd-die-wahlen-verlor/">hier</a>). <strong>Tom Strohschneider</strong> <a href="http://www.freitag.de/politik/0938-koalitionen-bundestag-wahlen-2009">kommentiert</a> im<em> Freitag</em>, die <strong>Zweitstimme</strong>, die ja den W&#228;hlerwillen zum Ausdruck bringen solle, werde nicht nur durch &#220;berhangmandate entwertet: &#8220;<em>Sondern durch Parteiapparate, die den Auftrag, an der politischen Willensbildung mitzuwirken, als Erlaubnis ansehen, gleich alles selbst zu entscheiden – etwa durch den Ausschluss von Koalitionen.</em>&#8221; Auch<strong> Hans-J&#252;rgen Jakobs</strong> <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/940/488338/text/">besch&#228;ftigt</a> sich in der <em>S&#252;ddeutschen</em> mit den <strong>Ausschluss-Aussagen</strong> der Woche: &#8220;<em>Die Folge der gro&#223;en &#8216;Ich-schlie&#223;e-aus-Politik&#8217; ist eindeutig. Egal, wie gew&#228;hlt wird, es kommt immer Angela Merkel heraus.</em>&#8221;</p>
<p>Zu den lesenswerten unter den ungez&#228;hlten<strong> Merkel-Portr&#228;ts</strong> in dieser Woche (allein drei davon in der FAZ) geh&#246;rt u.a. das von <strong>J&#246;rg Lau</strong> in der <em>Zeit</em>, der sich auf ihre Au&#223;enpolitik <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2009/09/24/die-internationale_3045">konzentriert</a>: &#8220;<em>Die G&#246;tter meinen es gut mit Angela Merkel und stellen sie auch in dieser Woche wieder im bunten Blazer zwischen lauter pinguinfarbene M&#228;nner. Und so entsteht ein Muster.</em>&#8221; F&#252;r <strong>Jakob Augstein</strong> im <em>Freitag</em> ist Merkel nur noch mit den Begriffen eines <strong>Spinoza</strong> zu <a href="http://www.freitag.de/positionen/0939-angela-merkel-macht-wahlkampf">beschreiben</a>: &#8220;<em>Sie ist die reine Substanz der Macht. Ohne Attribute, ohne Pr&#228;dikate. Das ens realissimum der deutschen Politik.</em>&#8221; Ihre <strong>Wahlkampftour</strong> <a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article4574102/Wie-war-die-Wurst-Ging-so.html">beschreibt</a><strong> Benjamin von Stuckrad-Barre</strong> in der <em>Welt</em>: &#8220;<em>&#8216;Aber ich sage auch&#8217;, sagt sie oft. Und am Ende hat sie dann, statt selbst einen Standpunkt zu beziehen, alle denkbaren Positionen umrissen, und wir wir stehen vor ihr und nicken.</em>&#8221;</p>
<p>Einblicke in den <strong>Online-Wahlkampf der SPD</strong> bietet die vierseitige (!) <a href="http://www.freitag.de/wochenthema/0939-wahlkampf-spd-wahlkampfzentrale-insider">Reportage</a> eines <strong>Anonymus</strong> im <em>Freitag</em>, in der unter anderem der Konflikt zwischen einer <strong>Parteihierarchie</strong> und der <strong>Spontaneit&#228;t</strong> der Kommunikation im Web abgehandelt wird: &#8220;<em>Ein bisschen Web 2.0 gibt es aber genauso wenig wie ein bisschen schwanger. Wenn man sich f&#252;r das Leben entscheidet, muss man Kontrollverluste in Kauf nehmen.</em>&#8220; <strong>Stefan Reinecke</strong> <a href="http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/?dig=2009%2F09%2F23%2Fa0088&amp;cHash=e37437e1dc">besch&#228;ftigt sich</a> in der taz mit <strong>Wahlumfragen</strong> und kritisiert, die Institute h&#228;tten aus den <strong>unzuverl&#228;ssiger</strong> werdenden Zahlen keine Konsequenzen gezogen. Die allm&#228;chtigen Umfragen h&#228;tten zudem den politischen <strong>Diskurs auf den Kopf gestellt</strong>: &#8220;<em>Die Wahl erscheint als zuf&#228;llige, fl&#252;chtige Stimmung – die Umfrage als wahrer Ausdruck des Volkswillens.</em>&#8221;</p>
<p><strong>Robin Alexander</strong> <a href="http://debatte.welt.de/kommentare/156654/schwarzgelb+und+die+generation+tigerente?req=RSS">portr&#228;tiert</a> in der<em> Welt</em> die <strong>Generation Tigerente </strong>und berichtet von seinem Zivildienst in den Neunzigern: &#8220;<em>Abends s&#228;gten wir in der Holzwerkstatt Tigerenten-K&#246;rper aus Sperrholz, an die wir anschlie&#223;end Tigerentenr&#228;der leimten. Keiner der Erwachsenen lachte, niemand protestierte, nur einer bemalte seine Ente mit dem Trotz eines Dissidenten in den blau-wei&#223;en Farben eines Fu&#223;ballclubs.</em>&#8221; Doch man fragt sich: Ist eine Generation ohne Spiegel-Titelstory eigentlich eine?
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<a href="http://carta.info/15356/medienschau-zum-wahlkampf-vi-nerds-yeahs-verhaeltniswahlrecht/">Medienschau zum Wahlkampf VI &#8211; Nerds, Yeahs, Verh&#228;ltniswahlrecht</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15356/medienschau-zum-wahlkampf-vi-nerds-yeahs-verhaeltniswahlrecht/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15356&amp;md5=a3be8c1d7819b547e1c4d4ab24e1ef5b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ohne Schwarz-Gelb beginnt Merkels Abstieg</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Rudolf Korte</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte der Kanzler- , Koalitions- und Regierungswechsel lehrt, dass es weniger auf Arithmetik der Mehrheiten, sondern vor allem auf die innerparteiliche Machtkonstellation ankommt. Merkel wird ihre Kanzlermacht nur halten k&#246;nnen, wenn ihr eine Koalition mit der FDP gelingt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/cf6fff25101380dbde8994480a43e1" width="1" height="1" alt=""/>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Angela Merkel wird Bundeskanzlerin bleiben. Die Wahrscheinlichkeit daf&#252;r ist jedenfalls angesichts des Koalitionsmarktes und einer Koalitionslotterie sehr hoch. Man braucht kein Kenner mathematischer Spieltheorie zu sein, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Schafft sie einen dosierten Machtwechsel – in einer Koalition mit der FDP, hat sie optimale Voraussetzungen, um ihre zweite Kanzlerschaft sicher &#252;ber vier Jahre zu bringen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bleibt sie nur mit einer Fortsetzung der Gro&#223;en Koalition im Kanzleramt, erh&#246;ht sich die <strong>Verfallsgeschwindigkeit</strong> der neuen Bundesregierung. Dies h&#228;ngt keineswegs nur, wie zur Zeit h&#228;ufig spekuliert wird, mit der labilen Verfassung der SPD zusammen, die letztmalig mit dem Versprechen startet, bundespolitisch nicht mit der Linken zu paktieren. Der Countdown f&#252;r den Machtverfall der Gro&#223;en Koalition beginnt am Wahlabend und zwar auch aus der Perspektive der Union.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Zyklen des Regierens umfassen in Deutschland etwa acht Jahre. Nach dem Zauber des Anfangs erhalten Regierungen mit ihren jeweiligen Koalitionen in der Regel eine zweite Chance. Von diesem Rythmus wurde bisher nur aufgrund au&#223;ergew&#246;hnlicher Regierungsleistungen oder in zeitgeschichtlich neue Konstellationen abgewichen. Das galt sowohl f&#252;r Adenauer (14 Jahre) als auch f&#252;r Kohl (16 Jahre). <strong>In den 60 Jahren deutscher Wahlgeschichte kamen die allermeisten Regierungswechsel ohne den W&#228;hler zustande:</strong> selbsterneuernde Machtwechsel ( Adenauer-Erhard, Brandt-Schmidt); systemimmante Machtwechsel ohne vorherige Bundestagswahl (Erhard-Kiesinger, Schmidt-Kohl). Die meisten Wechsel waren dosierte Machtwechsel, bei dem ein Regierungspartner kontinuit&#228;tsverb&#252;rgend auch in der neuen Regierung verblieb (Erhard-Kiesinger, Kiesinger-Brandt, Schmidt-Kohl, Schr&#246;der-Merkel). Auch hierbei kam es weniger zum Wechsel durch die W&#228;hler, sondern vor allem durch die Beweglichkeit der Parteien, die nach der Wahl das Lager wechselten.</p>
<div id="attachment_15362" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/merkelizer/3949865963/"><img class="size-medium wp-image-15362 " title="merkelizer" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/merkelizer-300x199.jpg" alt="merkelizer" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Stabilit&#228;tsanker f&#252;r eine Fortsetzung der Gro&#223;en Koalition sind nicht erkennbar.&quot; Foto (M): Merkelizer, cc-by-nc-sa</p></div>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein kompletter Machtwechsel durch den W&#228;hler erfolgte nur 1998: Die bisherigen Oppositionsparteien SPD und Gr&#252;ne ersetzten die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP. Die Szenarien des Wechsels dokumentieren die enorme Stabilit&#228;t der deutschen Bundesregierungen. Nur acht Bundeskanzler in 60 Jahren belegen dies eindrucksvoll. Die im internationalen Vergleich ausgesprochen gro&#223;e Regierungsstabilit&#228;t war vor allem die Folge eines ultrastabilen Parteiensystems, weniger ein Ergebnis bewusster Wahlentscheidungen. Kanzler scheiterten in der Regel nicht am W&#228;hlerwillen, sondern an der eigenen Partei oder an einem Koalitionspartner, der von der Fahne ging .</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Angesichts der Rhytmen der Regierungspraxis in Deutschland spricht viel daf&#252;r, dass es zu einer zweiten Auflage der Gro&#223;en Koalition im Bund kommt. Aber: Stabilit&#228;tsanker f&#252;r eine Fortsetzung der Gro&#223;en Koalition sind nicht erkennbar. Insofern spricht, anders als zu Beginn der ersten Legislaturperiode von Angela Merkels Kanzlerschaft viel daf&#252;r, dass die Gro&#223;e Koalition diesmal keine vier Jahre h&#228;lt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Bundeskanzler scheitern weniger am W&#228;hler durch direkte Abwahl, sondern vor allem an der eigenen Partei. </strong>Die Machtposition von Angela Merkel ist innerhalb der CDU fragil – v&#246;llig unabh&#228;ngig von ihrer hohen Popularit&#228;t in der Bev&#246;lkerung. Sollte es nicht f&#252;r Schwarz-Gelb reichen, tr&#228;gt sie alleine mit ihrer pr&#228;sidialen Pr&#228;gung des Wahlkampfes, anders als noch 2005, daf&#252;r die Verantwortung. Ihr Autorit&#228;tsverfall w&#252;rde am Sonntag um 18.oo Uhr beginnen. Ein Schub durch einen gezielten W&#228;hlerauftrag w&#228;re bei der Gro&#223;en Koalition auch 2009 in den n&#228;chsten Monaten sicher nicht messbar. Ein Neustart h&#228;tte kein Mandat f&#252;r einen Aufbruch. Dass aus den ehemaligen Gro&#223;parteien zwischenzeitlich mittelgro&#223;e Volkspartei-Ruinen geworden sind, w&#252;rde Merkel als Parteivorsitzende ebenso angelastet wie die Verunklarung des Markenkerns der Union. Dass dies &#252;berwiegend mit den Strukturbedingungen des Formats der Gro&#223;en Koalition zusammenh&#228;ngt, w&#252;rde im Frust &#252;ber das schlechte Wahlergebnis wohl v&#246;llig au&#223;er Acht gelassen werden. Ein gro&#223;er Landesverband als R&#252;ckhalt und Machtreservoir stand ihr nie zur Verf&#252;gung. Ihre Parteimacht hatte immer schon eigene Gesetze, die von der herk&#246;mmlichen innerparteilichen „Ochsentour“ deutlich abwich. Wie lange kann sich die Kanzlerin unter den Bedingungen einer erneuten Koalition der Wahlverlierer (Union und SPD) der Unterst&#252;tzung durch die eigene Fraktion sicher sein? Schwindet diese Unterst&#252;tzung, ist ihr Ende als Kanzlerin nahe. Insofern w&#252;rden dann auch Spekulationen reifen, durch einen fr&#252;hzeitigen Kanzlerwechsel (Modell: selbsterneuernde Machtwechsel) die Ausgangsbedingungen f&#252;r 2013 zu verbessern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Als Alternative bleibt die Suche nach lager&#252;bergreifenden Mehrheiten mit neuen Koalitionspartnern.</strong> Auch diese Suche k&#246;nnte mit einem neuem Personalangebot glaubhafter organisiert werden, als mit Akteuren, die diesen Versuch bereits 2009 unterlie&#223;en oder daran scheiterten. Weitere Machterosionen drohen der Gro&#223;en Koalition auch vom Bundesrat, in dem sie in den zur&#252;ckliegenden Jahren ihre &#252;bergro&#223;e Zweidrittelmehrheit verloren hat. Politikstau aufgrund von Steuerungsverlusten k&#246;nnten die Folge sein. Spektakul&#228;re Wahlniederlagen in den Bundesl&#228;ndern erg&#228;nzen das Bild: Die St&#228;rke eines Kanzlers h&#228;ngt direkt von der Unterst&#252;tzung in der eigenen Partei ab. Am Ende bliebe f&#252;r die Kanzlerin der Gro&#223;en Koalition eine Offensivstrategie à la Schr&#246;der: Aufl&#246;sung des Bundestages und Neuwahlen aufgrund mangelnder Kontrolle &#252;ber die eigene Partei.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber auch dann w&#228;re es m&#246;glich, dass eine geschw&#228;chte Union einen anderen Kandidaten ins Rennen schicken w&#252;rde, um f&#252;r einen Neuanfang zu werben. <strong>Das Finale der Gro&#223;en Koalition k&#246;nnte somit bereits am Sonntag eingel&#228;utet werden:</strong> aus der Erfolgsfalle des strategischen B&#252;ndnisses der Wahlverlierer heraus, die sich vermeintlich noch einmal f&#252;r vier Jahre zusammenschlie&#223;en m&#252;ssten. Die Geschichte der Kanzler- , Koalitions- und Regierungswechsel lehrt jedoch, dass wir unseren Blick weniger auf die Arithmetik der Mehrheiten, sondern vor allem auf die innerparteiliche Machtkonstellation richten sollten. Kanzlermacht ist in Deutschland Parteimacht. Diese kann Merkel nur halten, wenn ihr eine Koalition mit der FDP gelingt.</p>
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		<title>Und die Tagesthemen so: Yeaahh</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 11:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Pachali</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jetzt auch in den Tagesthemen: Angela Merkel und das Yeaahh-Mem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Merkels &#8220;Freunde aus dem Internet&#8221; haben es jetzt auch in die Tagesthemen geschafft. Wir sehen Bilder vom letzten Yeaahh-Flashmob in Wuppertal – von Tom Buhrow mit der sch&#246;nen Wortsch&#246;pfung <strong>Blitzauflauf</strong> eingedeutscht. Dann ein Interview mit René Walter (<a href="http://www.nerdcore.de/">nerdcore</a>), und als Experte Christoph Bautz von <a href="http://www.campact.de/campact/home">Campact</a> (in der Bauchbinde falsch: &#8220;Compact&#8221;). Der anschlie&#223;ende <strong>Kommentar</strong> von Thomas Hinrichs weckt zun&#228;chst Erinnerungen an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yeah">Walter Ulbricht</a> und versucht es im folgenden dann allen halbwegs Recht zu machen.<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/JMacqr0RvcQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/JMacqr0RvcQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Video: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JMacqr0RvcQ&amp;">Tagesthemen-Bericht und Kommentar zum Yeaahh-Flashmob</a>. [<a href="http://yeaahh.tumblr.com/post/195574960">via</a>]</p>
<p>Egal, was man von Bericht und Kommentar halten mag: Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mem"><strong>Mem</strong></a> &#8220;<a href="http://www.flickr.com/photos/spanier/3910411907/">Yeaahh</a>&#8220;, wie man es mit Richard Dawkins nennen kann, hat sich <strong>repliziert</strong> und seine &#220;berlebenswahrscheinlichkeit erh&#246;ht (Mehr dazu <a href="http://chaosradio.ccc.de/cre121.html">hier</a>).
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15310&amp;md5=91d59804c215a902e5c9ee8f2a69de14" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Auf Wiederw&#228;hlen 08</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 10:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Volksparteien]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Topos vom Niedergang der Volksparteien wurde rauf- und runterdisktutiert. Aber was ist eigentlich eine Volkspartei?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Segen der Volksn&#228;he<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/nKBahCXrmnE&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nKBahCXrmnE&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>[via <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/09/23/auf-wiederwaehlen-08/">MiriamMeckel</a>]
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15303&amp;md5=366f2b291d344fba301964dfe0c44167" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kartellamt: Kein Kartell von ARDZDFRTLSAT1 beim TV-Duell</title>
		<link>http://carta.info/15215/kartellamt-ard-zdf-rtl-sat1-tv-duell/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 18:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben die vier TV-Sender beim TV-Duell nicht ein Kartell gebildet, um Nicht-TV-Seher und andere Medien unzul&#228;ssig auszuschlie&#223;en? Das Kartellamt sagt: Kein Kartellversto&#223;. Schade eigentlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/cd98f65b2c71770ff06ea249d5b815" alt="" width="1" height="1" />Das Bundeskartellamt zeigt sich in Medienfragen h&#228;ufig sehr emsig. So ist das Amt etwa der Meinung, dass die Deutsche Fussballliga (DFL) mit ihrer Zentralvermarktung ein Bundesligarechte-Kartell geschaffen habe. Ein solches Kartell h&#228;lt das Amt nur dann f&#252;r vertr&#228;glich, wenn zugleich f&#252;r eine &#8220;angemessene Verbraucherbeteiligung&#8221; gesorgt ist. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,572351,00.html">Konkret</a> forderte die Kartellbeh&#246;rde im vergangenen Jahr eine Highlight-Berichterstattung zur Bundesliga vor 20 Uhr im allgemein und kostenfrei zug&#228;nglichen Fernsehen. Andernfalls w&#252;rden die Verbraucher durch das DFL-Kartell in nicht vertretbarem Ma&#223;e benachteiligt.</p>
<p>Beim TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier war die Situation eigentlich gar so unterschiedlich nicht. ARD, ZDF, RTL und Sat1 haben sich zusammengetan, um gemeinsam das TV-Duell der verg&#252;tungsfrei und in dieser Formation exklusiv auftretenden Spitzenkandidaten von CDU und SPD zu veranstalten. Dabei schlossen die vier Sender zugleich alle anderen Medien von der &#220;bertragung aus. So durfte etwa der Deutschlandfunk das Duell <a href="http://www.dradio.de/kulturnachrichten/200908231400/4">nicht live im Radio &#252;bertagen</a>. Einen Stream des TV-Duells gab es zwar offenbar bei Phoenix. Das ZDF hingehen sah <a href="http://blog.zdf.de/tvduell/2009/09/in-eigener-sache-kein-live-str.html">sich rechtlich nicht in der Lage</a>, das Duell ins Netz zu streamen.</p>
<p>Man k&#246;nnte nun der Meinung sein, die marktbeherrschende Formation RTL, ARD, SAT1 und ZDF habe hier ein Kartell gebildet  – mit dem Ergebnis, dass Radioh&#246;rer und Internetnnutzer nicht angemessen beteiligt wurden.</p>
<p>Was sagt das Kartellamt dazu? Hier die offizielle Antwort auf eine <em>Carta</em>-Anfrage:</p>
<blockquote><p>Die zust&#228;ndige Beschlussabteilung sieht in der Sache keine Hinweise f&#252;r einen Kartellrechtsversto&#223;.<br />
Es liegt in der Entscheidung der Fernsehsender, ob Sendungen auch im Radio &#252;bertragen werden oder nicht. Eine Benachteiligung der Allgemeinheit ist nicht erkennbar bei der weiten Verbreitung von Fernsehger&#228;ten und der Empfangsm&#246;glichkeit der vier Sender auch im Ausland. Der Hinweis des Deutschlandradios auf sehbehinderte Menschen &#252;berzeugt nicht, da das Fernsehduell in Bild und Ton &#252;bertragen wurde.</p></blockquote>
<p>Merke: ARDZDFRTLSAT1 m&#246;gen zwar ein Kartell gebildet haben. Sie haben aber kein Kartellversto&#223; begangen, weil sie das TV-Duell recht umfassend (wenn auch monomedial) verbreitet haben. Problematisch w&#228;re die Angelegenheit aus Sicht des Kartellamts wohl nur, wenn alle vier Sender das Duell gemeinsam ins Pay-TV heben wollen w&#252;rden. Das kann als ausgeschlossen gelten.</p>
<p>F&#252;r Schritte hin zu einer Kanzlerkandidaten/innen-Debatte nach dem <a href="http://presidentialdebateblog.blogspot.com/2008/09/christoph-bieber-duels-without-guns.html">Modell der &#8220;Commission on Presidential Debates&#8221;</a>, bei dem alle die Bilder und T&#246;ne dieser demokratischen Veranstaltung verbreiten d&#252;rften,  bildet das Kartellamt folglich keine Hilfestellung. Schade.
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			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/15215/kartellamt-ard-zdf-rtl-sat1-tv-duell/">Kartellamt: Kein Kartell von ARDZDFRTLSAT1 beim TV-Duell</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15215/kartellamt-ard-zdf-rtl-sat1-tv-duell/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15215&amp;md5=c6f81a0633c3c07a9931c859eff7f12d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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