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	<title>CARTA &#187; Investigativer Journalismus</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Ich verabschiede mich bei Carta</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 03:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach reiflicher &#220;berlegung bin ich zu der Entscheidung gekommen, meine T&#228;tigkeit bei Carta mit diesem Jahr zu beenden. Die Gr&#252;nde hierf&#252;r sind vielf&#228;ltig. Allen voran kostet bloggen viel Zeit, die ich momentan f&#252;r andere Dinge ben&#246;tige. Zweitens ist Carta das wohl einzige Unternehmen auf der Welt, in dem die Besch&#228;ftigten keinen Cent aus der "Kaffeekasse" ("Unterst&#252;tzen Sie die Autoren von Carta") sehen, zumindest in meinem Fall daf&#252;r aber uneingel&#246;ste anf&#228;ngliche Versprechen von Robin Meyer-Lucht, was die sp&#228;tere Honorierung der Arbeit anbelangt.

Drittens ist es fast unm&#246;glich, "investigativ" zu bloggen, ohne Gefahr zu laufen, fr&#252;her oder sp&#228;ter eine Abmahnung zu erhalten, die, auch wenn sie unberechtigterweise erfolgt, zumindest Arbeit macht. Da man mit Bloggen (noch?) kein Geld verdienen kann und guter juristischer Rat Geld kostet, steht eine Blogver&#246;ffentlichung also immer auf zu wackeligen Beinen. Wenn man seine Beitr&#228;ge dann pl&#246;tzlich auch noch vorlegen muss und ein Beitrag sogar e]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/533463c06e2b48df83e99271bb9cb21e" alt="" width="1" height="1" />Nach reiflicher &#220;berlegung bin ich zu der Entscheidung gekommen, meine T&#228;tigkeit bei Carta mit diesem Jahr zu beenden. Die Gr&#252;nde hierf&#252;r sind vielf&#228;ltig. Allen voran kostet bloggen viel Zeit, die ich momentan f&#252;r andere Dinge ben&#246;tige. Zweitens ist Carta das wohl einzige Unternehmen auf der Welt, in dem die Besch&#228;ftigten keinen Cent aus der &#8220;Kaffeekasse&#8221; (<a href="http://carta.info/kaffeekasse/" target="_blank">&#8220;Unterst&#252;tzen Sie die Autoren von Carta&#8221;</a><em>) </em>sehen, zumindest in meinem Fall daf&#252;r aber uneingel&#246;ste anf&#228;ngliche Versprechen von <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~E6B640F8029DB425AB1608506DCF9F180~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Robin Meyer-Lucht</a>, was die <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/nachdenken_statt_hinterherrennen_1.1260767.html" target="_blank">sp&#228;tere Honorierung</a> der Arbeit anbelangt.</p>
<p>Drittens ist es fast unm&#246;glich, &#8220;investigativ&#8221; zu bloggen, ohne Gefahr zu laufen, fr&#252;her oder sp&#228;ter eine Abmahnung zu erhalten, die, auch wenn sie unberechtigterweise erfolgt, zumindest Arbeit macht. Da man mit Bloggen (noch?) kein Geld verdienen kann und guter juristischer Rat Geld kostet, steht eine Blogver&#246;ffentlichung also immer auf zu wackeligen Beinen. Wenn man seine Beitr&#228;ge dann pl&#246;tzlich auch noch vorlegen muss und ein Beitrag sogar einfach so in den Papierkorb wandert, kann das keine Basis f&#252;r etwas Dauerhaftes sein.</p>
<p>Eigentlich h&#228;tte f&#252;r mich schon Schluss sein m&#252;ssen, als Robin Meyer-Lucht <a href="http://carta.info/35454/das-dogma-anonymitaet/#comment-20582" target="_blank">hier auf Carta ohne entsprechenden Disclaimer Konstantin Neven DuMont beisprang und Stefan Niggemeier vorwarf, sich &#8220;rechtswidrig&#8221; zu verhalten</a>, obwohl Robin Meyer-Lucht Konstantin Neven DuMont nach eigener Aussage pers&#246;nlich kennt (wor&#252;ber ich Stefan Niggemeier als Betroffenen aus Gr&#252;nden der Billigkeit selbstverst&#228;ndlich nicht bis jetzt im Unwissen gelassen habe). Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.</p>
<p>Die zwei Jahre und zwei Monate w&#228;hrende Zeit bei Carta war f&#252;r mich dennoch eine in journalistischer Hinsicht interessante Zeit. Von der <a href="http://carta.info/8079/neuer-lobbyistenbericht-exklusiv-bei-carta/" target="_blank">exklusiven Ver&#246;ffentlichung des zweiten Lobbyistenberichts der Bundesregierung</a> &#252;ber die <a href="http://carta.info/31945/stadt-duisburg-haelt-loveparade-dokumente-unter-verschluss/" target="_blank">Geheimhaltung von Loveparade-Akten durch NRW-Beh&#246;rden</a> bis hin zur Berichterstattung &#252;ber die Nebent&#228;tigkeiten der Moderatorinnen <a href="http://carta.info/9595/ard-boersenfrau-anja-kohl-moderiert-fuer-dax-firmen-banken-und-atomindustrie/" target="_blank">Anja Kohl</a> und <a href="http://carta.info/12130/die-nebentaetigkeiten-der-maybrit-illner/" target="_blank">Maybrit Illner</a>, die viele Reaktionen hervorrief.</p>
<p>Ich danke allen Lesern dieses Blog, allen, die kommentiert, kritisiert und korrigiert haben und denen, die einen k&#252;hlen Kopf bewahrt haben, wenn anonyme Kommentierer hier Stimmung gemacht haben. Besonderer Dank gilt aber auch allen Personen, die mir Informationen haben zukommen lassen.</p>
<p>In Zukunft m&#246;chte ich als Journalist nur noch f&#252;r Zeitschriften, Zeitungen, klassische Onlinemedien und Rundfunksender t&#228;tig sein. Auf meiner <a href="http://oppong.eu/" target="_blank">Homepage</a> k&#246;nnen sie alte, aktuelle und zuk&#252;nftige Beitr&#228;ge von mir lesen und sehen.</p>
<p>Diesen Beitrag habe ich mir nicht von der Carta-F&#252;hrung genehmigen lassen. Ich bin gespannt, wie lange er ver&#246;ffentlicht bleibt.</p>
<p>Ich w&#252;nsche Ihnen ein sch&#246;nes Jahr 2011!</p>
<p>Herzlichst</p>
<p>Marvin Oppong
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<a href="http://carta.info/36921/ich-verabschiede-mich-bei-carta/">Ich verabschiede mich bei Carta</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/36921/ich-verabschiede-mich-bei-carta/#comments">109 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36921&amp;md5=19097a69e5ddc786012c4ae0dc53ce51" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eisenbahn-Bundesamt verlangt 300 Euro f&#252;r Datenschutzschlamperei</title>
		<link>http://carta.info/36273/eisenbahn-bundesamt-verlangt-300-euro-fuer-datenschutzschlamperei/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 18:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Eisenbahn-Bundesamt verlangte f&#252;r eine Auskunft zu Beschwerden gegen die Bahn auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes 303,85 Euro Geb&#252;hren von mir. Im Gegenzug erhielt ich Namen, Anschriften, Telefonnummern und sogar eine Bankverbindung von B&#252;rgern, die sich an die Beh&#246;rde wandten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c2d9ce5d19044d73b47734dcd2b663db" alt="" width="1" height="1" />Im Juni diesen Jahres erfuhr ich, dass sich beim <a href="http://www.eba.bund.de/cln_015/sid_8785EF8317DE5027575A1E10B737CFD4/DE/Home/homepage__node.html?__nnn=true" target="_blank">Eisenbahn-Bundesamt</a> (EBA) Beschwerden von Bahnkunden h&#228;uften, die wegen der Versp&#228;tung ihres Zuges eine Entsch&#228;digung beantragen. Die Bahn ist seit Inkrafttreten der neuen <a href="http://www.bmj.bund.de/enid/Verbraucherschutz/Fahrgastrechte_1ef.html" target="_blank">Fahrgastrechte</a> im Sommer 2009 verpflichtet, bei Fahrplan&#252;berschreitungen von mehr als 60 Minuten bis zur H&#228;lfte des Ticketpreises zu erstatten.</p>
<p>Der Grund f&#252;r die Beschwerden: Schriftlich reklamierende Kunden bekamen in mehreren F&#228;llen von der Bahn die Antwort, sie sollten die Fahrkarte als Beleg einreichen, damit eine Entsch&#228;digung m&#246;glich sei. Die meisten Kunden hatten das Ticket aber bereits ihrer Reklamation beigef&#252;gt – nun hatten sie nat&#252;rlich keine Kopie ihrer Fahrkarte mehr, mit der sie alles belegen konnten. Ein Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), der Aufsichtsbeh&#246;rde der Bahn, erkl&#228;rte sp&#228;ter, dass die Beh&#246;rde wegen der Vorf&#228;lle ermittelte.</p>
<p>Um mehr Informationen zu erhalten, stellte ich beim EBA einen Antrag nach dem <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/ifg/" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> (IFG), in dem ich um Einsicht in die entsprechenden Vorg&#228;nge bat. Knapp einen Monat sp&#228;ter durfte ich die entscheidenden Akten in den R&#228;umlichkeiten des EBA in Bonn einsehen. Zuvor musste ich allerdings per Vorkasse die verlangten Geb&#252;hren in H&#246;he von 303,85 Euro begleichen – die h&#246;chsten, die ich bisher f&#252;r eine IFG-Auskunft zahlen sollte.</p>
<p>Die vorbereiteten Akten bestanden im Wesentlichen aus den Original-Beschwerdeschreiben von Bahnkunden an das EBA, Schriftwechseln zwischen den Beschwerdef&#252;hrern und der Bahn, Antworten des EBA an die Beschwerdef&#252;hrer sowie Schriftwechseln zwischen dem EBA und der Bahn.</p>
<p>Auf einer Reihe von Schreiben waren jedoch personenbezogene Daten von Personen, die sich beim Eisenbahn-Bundesamt beschwerten, nicht fachgerecht geschw&#228;rzt, so dass ich nicht nur die Namen einiger Beschwerdef&#252;hrer lesen konnte, sondern auch deren Telefonnummern und sogar eine Bankverbindung. Man stelle sich vor: Man beschwert sich beim Eisenbahn-Bundesamt, weil man sich von der Deutschen Bahn schlecht behandelt f&#252;hlt und als „Belohnung“ teilt das Eisenbahn-Bundesamt die eigene Kontonummer einer x-beliebigen fremden Person (das IFG gilt f&#252;r Jedermann, nicht nur f&#252;r Journalisten) mit – vollst&#228;ndiger Name inklusive.</p>
<p>Wegen der vom Eisenbahn-Bundesamt verlangten 303,85 Euro Geb&#252;hren legte ich in der Folge Widerspruch beim EBA und Beschwerde beim Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit ein.</p>
<p>In seiner Antwort auf meine Beschwerde schrieb der Bundesdatenschutzbeauftragte nun, dass seiner Auffassung nach &#8220;die Zusammensetzung der Geb&#252;hren und Auslagen&#8221;, die das EBA geltend gemacht hat, f&#252;r mich als Antragsteller &#8220;nicht unbedingt nachvollziehbar&#8221; sei und er das Eisenbahn-Bundesamt deshalb darauf hingewiesen habe, &#8220;zuk&#252;nftig zur besseren Nachvollziehbarkeit, dem Antragsteller die Zusammensetzung der Geb&#252;hren zu erl&#228;utern&#8221;.</p>
<p>An diesem Punkt ist anzumerken, dass es nicht das erste Mal ist, dass das Eisenbahn-Bundesamt durch nachweisliche Inkompetenz in Sachen Informationsfreiheit auff&#228;llig wird. In seinem <a href="http://www.informationsfreiheitsgesetz.net/blog/wp-content/uploads/2010/05/2TB08_09.pdf" target="_blank">letzten T&#228;tigkeitsbericht</a> schreibt der Bundesdatenschutzbeauftragte &#252;ber das Eisenbahn-Bundesamt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die meisten M&#228;ngel h&#228;tten vermieden werden k&#246;nnen. Sie waren Folgen einer ungen&#252;genden internen Organisation. Um dies mit dem EBA zu erl&#228;utern, baten meine Mitarbeiter w&#228;hrend der Kontrolle ausdr&#252;cklich um ein Abschlussgespr&#228;ch. Leider war trotz Zusage zum vereinbarten Termin keiner der zust&#228;ndigen Ansprechpartner zu erreichen. Ein derartiges Verhalten einer Beh&#246;rde im Rahmen eines Beratungs- und Kontrollbesuches durch den Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit ist bislang einmalig.</p>
<p>Auf Grund der beachtlichen Verst&#246;&#223;e und festgestellten Schwierigkeiten habe ich gegen&#252;ber dem zust&#228;ndigen Bundesministerium f&#252;r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Beanstandung gem. § 25 Absatz 1 <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/" target="_blank">BDSG</a> i. V. m. § 12 Absatz 3 IFG ausgesprochen&#8221;</p></blockquote>
<p>In meinem Schreiben an den Bundesdatenschutzbeauftragten informierte ich diesen auch &#252;ber die Preisgabe von personenbezogenen Daten durch das Eisenbahn-Bundesamt. Hierauf geht der Datenschutzbeauftragte in seinem Antwortschreiben jedoch mit keinem Wort ein. Stattdessen warnt der Beauftragte Peter Schaar die B&#252;rger &#246;ffentlich davor, nicht zu viele Daten in sozialen Netzwerken preiszugeben. Dass die wahren Gefahren f&#252;r den Datenschutz offensichtlich auch in deutschen Amtsstuben lauern, scheint an ihm vorbeizugehen.</p>
<p>Das Eisenbahn-Bundesamt hat mir zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Deutsche Bahn &#8220;alle Beschwerdef&#252;hrer zwischenzeitlich entsch&#228;digt&#8221; hat. Das letzte Verfahren wurde jedoch erst am 22. Oktober eingestellt. Dar&#252;ber hinaus wurden, wie mir das EBA auch wieder erst auf weiteres Nachhaken hin mitteilte, &#8220;in zwei F&#228;llen Verst&#246;&#223;e gegen Art. 16 und/oder 17 <a href="http://www.eba.bund.de/cln_016/SharedDocs/Publikationen/DE/Infothek/GesetzeundRegelwerk/Europarecht/11__vo__2007__1371__eg,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/11_vo_2007_1371_eg.pdf" target="_blank">VO 1371/2007/EG</a> festgestellt&#8221;. In den beiden F&#228;llen hat die Bahn „die geschuldete Leistung nicht binnen der gesetzlichen Zahlungsfrist von einem Monat gem&#228;&#223; Art. 17 Abs. 2 S. 1 VO 1371/2007/EG bewirkt“, so EBA-Sprecherin Heike Schmidt.</p>
<p>Mein an das EBA gerichteter Antrag, auf die Erhebung der 303,85 Euro Geb&#252;hren aus Gr&#252;nden des &#246;ffentlichen Interesses zu verzichten, wurde &#252;brigens abgelehnt. Nach § 2 <a href="http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/IFG/IFGBundesgesetzUndGebuehrenO/GebuehrenOrdngIFG.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank">Informationsgeb&#252;hrenverordnung</a> kann eine Beh&#246;rde, selbst wenn eigentlich Geb&#252;hren erhoben werden k&#246;nnten, von deren Erhebung aus „Gr&#252;nden der Billigkeit oder des &#246;ffentlichen Interesses” absehen, also beispielsweise bei Journalisten, die f&#252;r die &#214;ffentlichkeit berichten. „Aufgrund fehlender medialer Aufmerksamkeit f&#252;r die in Rede stehende Thematik, war ein &#252;berwiegend &#246;ffentliches Interesse f&#252;r die Beh&#246;rde auch nicht erkennbar“, so das Eisenbahn-Bundesamt in seiner Begr&#252;ndung. Sicherlich meint das Eisenbahnbundesamt mit „fehlender medialer Aufmerksamkeit“ die Berichte zu dem Thema im <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,708260,00.html" target="_blank">Spiegel</a>, bei sueddeutsche.de, bei <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article8616608/Bahnkunden-beklagen-Schikanen-bei-Ticket-Erstattung.html?wtmc=RSS.Wirtschaft.Wirtschaft" target="_blank">Welt Online</a>, auf <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Schikanen-bei-Reklamationen-article1125731.html" target="_blank">ntv.de</a> und in der <a href="http://www.journalist.de/das-heft/inhalt-e-paper/inhalte-2010/ausgabe-112010.html" target="_blank">letzten Ausgabe des „journalist“</a>.
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		<title>Versteckte Werbung? ZDF verhindert Ver&#246;ffentlichung von Lafer-Dokumenten</title>
		<link>http://carta.info/35928/zdf-verhindert-veroeffentlichung-von-lafer-dokumenten/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 17:58:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Lafer]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ZDF erlaubt mir nicht, Screenshots und Tonaufnahmen der Sendung „Lafer! Lichter! Lecker!“ in diesem Blog zu ver&#246;ffentlichen. Die Dokumente zeigen, wie bestimmte Produkte in der Sendung vorkamen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man k&#246;nne die Ver&#246;ffentlichung der Screenshots und Tondateien &#8220;aus urheberrechtlichen Gr&#252;nden […] nicht gestatten&#8221;, so ZDF-Sprecher Walter Kehr. Auf den Screenshots ist zu sehen, wie in zwei Folgen der Sendung vom 21. August und vom 17. Juli eine K&#252;chenmaschine des Typs &#8220;Cooking Chef&#8221; des Herstellers Kenwood eingesetzt wird. In der Sendung vom 21. August war <a href="http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2165/artid/4989640" target="_blank">Richterin Barbara Salesch zu Gast.</a></p>
<p><a href="http://www.public-star.de/daten/PM_Johann%20Lafer.pdf" target="_blank">Lafer ist &#8220;Kenwood Markentestimonial&#8221;</a>, wie die Agentur Deutscher Pressestern Public Star schreibt.  <a href="http://image02.otto.de/pool/formatpdf/3697901.pdf?ww" target="_blank">Hier</a> nennt Kenwood Lafer &#8220;Kenwood Markenbotschafter&#8221;. Die Einf&#252;hrung der Kenwood-K&#252;chenmaschine fand am 14. April in Lafers Stromburg statt. Dabei waren auch &#8220;Pressevertreter&#8221;, wie in <a href="http://www.kenwood-kochschulen.de/images/lebensart04.pdf" target="_blank">dieser</a> Ver&#246;ffentlichung von Kenwood nachzulesen ist.</p>
<p>Mir liegt auch eine Tondatei einer Sendung vom 9. Mai 2009 vor. In der Sendung waren die wegen Schleichwerbung f&#252;r einige Zeit vom Bildschirm verbannte Moderatorin <a href="http://fernsehgarten.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,7511968,00.html" target="_blank">Andrea Kiewel</a> und der Moderator Waldemar Hartmann, der im NDR-Medienmagazin ZAPP bereits wegen seines Engagements f&#252;r die Biermarke Paulaner Thema war, zu Gast. In der Folge entspann sich folgender Dialog:</p>
<blockquote><p>Johann Lafer: &#8220;Das ist jetzt hier Creme fraiche und ein sogenannter Ananas-Curry-Senf.&#8221;</p>
<p>Publikum: &#8220;Ui.&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Jo, <strong>Ananas-Curry-Senf, super lecker!</strong> Und daraus machen wir jetzt unser Tatar.&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Wie macht man denn Ananas-Curry-Senf?&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Den gibt’s so zu kaufen.&#8221;</p>
<p><em>Waldemar Hartmann und das Publikum lachen</em></p>
<p>Waldemar Hartmann: &#8220;Gibt’s geriebenen Ingwer auch!&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Warum machst du den denn dann?&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Weil ich den selber gemacht hab.&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Wie macht man denn Ananas-Curry?&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Ja einfach Senfk&#246;rner mit Ananas vermahlen.&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Also eine ganze Ananas und ein Senfkorn?&#8221;</p></blockquote>
<p>Lafer verkaufte bis mindestens zum ‎21. ‎September ‎ &#8220;Fruchtsenf Ananas-Curry&#8221; in seinem Internetshop.</p>
<p>Auf einem weiteren Screenshot, den das ZDF nicht ver&#246;ffentlicht wissen will, steht am Ende der Sendung neben Lafer eine Weinflasche, auf der deutlich der Name des Weinguts Diel zu lesen ist. <a href="http://www.schlossgut-diel.com/german/200jahr/koeche.htm" target="_blank">Bei Diel war Lafer mal Gastkoch</a>. Die Kellerei wiederum <a href="http://www.schlossgut-diel.com/german/presse.htm" target="_blank">erw&#228;hnt</a> auf ihrer Homepage Lafers-Sternerestaurant. Auf der Internetseite des Schlossguts ist ein Foto zu finden, auf dem sein Inhaber Armin Diel zusammen mit Johann Lafer zu sehen ist &#8211; darunter steht: &#8220;<a href="http://www.schlossgut-diel.com/german/frame-index.htm" target="_blank">Gemeinsam mit Johann Lafer</a> in der Jury zur der Findung der besten Wursttheke Deutschlands&#8221;. Der Seite sowie <a href="http://www.vdp.de/empfehlungen/vdp-preistraeger/" target="_blank">Angaben des Verbandes der Deutschen Pr&#228;dikatsweing&#252;ter</a>, in dessen Pr&#228;sidium Armin Diel sitzt, kann man auch entnehmen, dass der ZDF-Moderator Ulrich Kienzle einmal eine Laudatio auf Armin Diel hielt. In der besagten Sendung war der <strong>Moderator des ZDF-Morgenmagazins Cherno Jobatey zu Gast</strong>, Lafer und Jobatey benutzten einen Standmixer von Kenwood. Dabei war das <strong>Kenwood-Logo zu erkennen</strong>, obwohl die Regeln vorsehen, dass es abgedeckt sein muss.</p>
<p>All die genannen Folgen hat das ZDF vor kurzem aus dem Internet genommen. Auf die Frage, ob die Folgen nach Bekanntwerden meiner Recherchen beim ZDF aus der Mediathek genommen wurden, schrieb mir der ZDF-Sprecher Walter Kehr (fr&#252;here Aussagen in anderen Sachen: &#8220;ich stelle meine Uhr nicht nach Ihrem pers&#246;nlichen  Wohlergehen&#8221;, &#8220;Der Beruf des Redakteurs ist ein Ausbildungsberuf. Sie  machen daraus die Oppong-Show. Mit seri&#246;ser Recherche hat das nichts zu  tun.&#8221;) am Montagmittag:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was die vergangene Woche angeht, haben Sie Recht: Wir haben vorsorglich die Folgen von ‚Lafer!Lichter!Lecker!’ aus dem Angebot der Mediathek genommen, die nach Ihrer Darstellung unzul&#228;ssige Produkterw&#228;hnungen enthalten haben k&#246;nnten. Sie m&#246;gen daran erkennen, wie ernst wir solche Hinweise nehmen. Nach eingehender Pr&#252;fung hat sich der Verdacht als unbegr&#252;ndet erwiesen. Deshalb werden die Folgen mit dem heutigen Tag wieder ins Netz gestellt gem&#228;&#223; dem oben genannten Verweildauerkonzept.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Folgen wurden seit Montag nicht wieder eingestellt. Der stellvertretende ZDF-Sprecher Peter Bogensch&#252;tz teilte mir heute auf Anfrage mit, dass &#8220;die angesprochenen Folgen heute wieder in der Mediathek eingestellt sind&#8221;. Dies trifft aber nicht zu. Die Folgen vom 9. Mai 2009 bis zum 17. April 2010 mit Ausnahme der Sendung vom 23. Mai 2009 sowie die Folgen vom 16. Juni 2010 bis zum 28. August 2010 sind nach wie vor herausgenommen.
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<a href="http://carta.info/35928/zdf-verhindert-veroeffentlichung-von-lafer-dokumenten/">Versteckte Werbung? ZDF verhindert Ver&#246;ffentlichung von Lafer-Dokumenten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35928/zdf-verhindert-veroeffentlichung-von-lafer-dokumenten/#comments">29 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35928&amp;md5=08b1074cf413601fbf041fb6aa0e619d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bulldog Blog &#8211; ein neues Blog &#252;ber Investigatives und Datenjournalismus</title>
		<link>http://carta.info/34957/bulldog-blog-neuer-blog-ueber-investigatives-und-datenjournalismus/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 11:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Bulldog Blog“ – so hei&#223;t das neue Blog des Redakteurs Lars-Marten Nagel. Seit dem 6. September bloggt Nagel darin &#252;ber alles was mit investigativem Journalismus und Datenjournalismus zu tun hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1199b1d2906949ec87e85bed4c6641d8" alt="" width="1" height="1" />Das <a href="http://bulldoglog.wordpress.com/" target="_blank"><em>Bulldog Blog</em></a> will „best practice“-Beispiele aus dem deutschen und anglo-amerikanischen Raum zeigen, handwerkliche Kniffe vermitteln und zur Diskussion &#252;ber Recherche anregen. Und: „Dieser Wachhund interessiert sich f&#252;r bissigen Journalismus, den es Experten zufolge in Deutschland gar nicht gibt, der trotzdem immer weniger wird, aber f&#252;r die Demokratie unerl&#228;sslich ist: Investigativen Journalismus“.</p>
<p>Nagel schreibt aber auch &#252;ber spezielle Themen wie die HSH Nordbank oder Abgeordnete und ihre Verbandelungen mit R&#252;stungsvereinen. Nagel wertete in der Vergangenheit zusammen mit Kollegen mit Hilfe von Webscraping-Software die <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/parlamentsarchiv/sachgeb/lobbyliste/lobbylisteamtlich.pdf" target="_blank">Liste der beim Deutschen Bundestag registrierten Lobbyisten</a> aus und fand dabei heraus, dass f&#252;nf Abgeordnete Nebent&#228;tigkeiten bei  der Deutschen Gesellschaft f&#252;r  Wehrtechnik, der Gesellschaft f&#252;r Wehr-  und Sicherheitspolitik e.V. und dem F&#246;rderkreis Heer e.V. nicht beim  Bundestag angezeigt hatten. <a href="http://bulldoglog.wordpress.com/2010/09/09/abgeordnete-und-rustungsvereine/" target="_blank">&#220;ber diese Recherche schreibt Nagel</a> im <em>Bulldog Blog</em>:</p>
<blockquote><p>Im Prinzip mussten nur zwei Listen verglichen werden, in  der Praxis war daf&#252;r ein programmierter Roboter und viel Geduld von  N&#246;ten. Mit sogenanntem Webscraping […] las ein Kollege die Namen und  Daten der Abgeordneten von der Bundestagswebseite aus. Gleiches geschah  mit der Lobbyliste. Die gewonnenen Informationen mussten dann in Access  und Excel und angepasst werden.</p></blockquote>
<p>Ein anderes Thema, dem sich Nagel, der seine auch <a href="http://books.google.de/books?id=j0Lb2aG_8kQC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=bedingt+ermittlungsbereit&amp;source=bl&amp;ots=Df1Al8EZQG&amp;sig=o_Zw0VCtEBxAaxs_XvUOx7XxBoY&amp;hl=de&amp;ei=Y62xTPmfDsSZOsDehPsF&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CBYQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">bei Netzwerk Recherche ver&#246;ffentlichte Diplomarbeit</a> &#252;ber das Thema &#8220;Investigativer Journalismus in Deutschland und in den USA&#8221; schrieb, widmet, ist das in den USA stark verbreitete <a href="http://www.sportjournalismus.org/images/downloads/car_werkstatt_3_06.pdf" target="_blank">Computer-Assisted Reporting (CAR)</a>.</p>
<p>Nagel erz&#228;hlt in seinem Blog auch eine <a href="http://bulldoglog.wordpress.com/2010/10/01/krise-bei-wikileaks/" target="_blank">Anekdote zu Wikileaks</a>:</p>
<blockquote><p>Ich erinnere mich an eine Frage aus dem Publikum bei der letzten Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz an Daniel Schmitt auf dem Podium: „Wie f&#228;llen Sie Entscheidungen? Eher basisdemokratisch wie bei der taz oder durch Einzelpersonen und Hierarchien?“ Die Antwort war so unpr&#228;zise, dass mir der exakte Wortlaut entfallen ist. Sinngem&#228;&#223;: Irgendwie in der Gruppe.<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muckraker" target="_blank"></a></p></blockquote>
<p>Zudem hat der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muckraker" target="_blank">Muckraker</a> Nagel, der in Leipzig und den USA studiert hat, einen interessanten Linktipp parat. Die</p>
<blockquote><p><a href="http://projects.nytimes.com/guantanamo" target="_blank">Guantanamo-Datenbank</a> der New York Times. Jeder Inhaftierte ist dort verzeichnet und mit Dokumenten zur Person verlinkt.</p></blockquote>
<p>Mit seinem neuen Blog reiht sich Nagel ein in eine kleine Schaar von deutschen Journalisten, die &#252;ber Investigatives bloggen. Wichtigste Vertreter auf diesem Gebiet: Der Stern-Reporter Hans-Martin Tillack mit <em><a href="http://www.stern.de/blogs/hans-martin_tillack/" target="_blank">Mein Rechercheblog</a></em>, der Blog <em><a href="http://recherche-info.de/" target="_blank">Journalismus &amp; Recherche</a></em>, f&#252;r den unter anderem <a href="http://www.ude.de/" target="_blank">Albrecht Ude</a>, <a href="http://www.autorenwerk.de/index.php?tpl=wer/autoren/m_li.html" target="_blank">Marcus Lindemann</a> und der CARTA-Autor <a href="http://carta.info/autor/matthias_spielkamp/" target="_blank">Matthias Spielkamp</a> schreiben, der freie Journalist Boris Kartheuser mit seinem Blog <em><a href="http://www.investigativerecherche.de/" target="_blank">Investigative Recherche</a></em>, die freie Journalistin Brigitte Alfter mit ihrem Blog <em><a href="http://blogs.euobserver.com/alfter/" target="_blank">Watchdog</a></em> auf euobserver.com und das ARD-Magazin Panorama mit seinem sendungsbegleitenden <a href="http://panorama.blog.ndr.de/" target="_blank">Blog</a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34957&amp;md5=5916f2e9395be1370fb644d1c938a9ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>R&#246;ttgens Intermezzo mit Audi-quattro</title>
		<link>http://carta.info/34144/roettgens-intermezzo-mit-audi-quattro/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 10:54:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bundesumweltminister Norbert R&#246;ttgen erh&#228;lt in diesen Tagen zwei neue umweltfreundliche Diesel-Limousinen. F&#252;r die &#220;bergangszeit von rund sieben Wochen mietete sein Ministerium eigens zwei h&#246;herwertige Audi A 8 quattro - in Langversion - an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4a3b709778f14606bc8d83e2c639d63b" alt="" width="1" height="1" />Als Anfang September die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts21566.html" target="_blank">Spitzen der Koalition im Kanzleramt</a> &#252;ber die AKW-Laufzeiten berieten, wartete Bundesumweltminister Norbert R&#246;ttgen (CDU) mit einem ganz besonderen Gef&#228;hrt auf. Der Minister und seine Entourage fuhren mit einem angemieteten Audi quattro am Trillerpfeifenkonzert der Demonstranten vorbei auf das Kanzleramtsgel&#228;nde. Normalerweise tragen die <a href="http://www.duh.de/uploads/media/Bundesminister_2010_final.pdf" target="_blank">Dienstfahrzeuge von Bundesministern</a> ein Berliner Kennzeichen, doch die Staatskarosse des aus NRW stammenden Ministers R&#246;ttgen trug ein Ingolst&#228;dter Kennzeichen. In der bayerischen Donau-Stadt hat auch der Eigent&#252;mer der Limousine, die Audi AG, ihren Sitz.<a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/videoarchiv2_bct-all_dat-9~05~2010.jsp" target="_blank"><img class="size-full wp-image-34269 alignnone" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/R&#246;ttgen-Dienstwagen.jpg" alt="" width="596" height="306" /></a></p>
<p>Auf Anfrage erkl&#228;rte das Bundesministerium f&#252;r Umwelt (BMU), R&#246;ttgen nutze seit kurzem einen AUDI A 8 L 4.2 TDI quattro und einen AUDI A 8 L 3.0 TDI quattro „auf Mietbasis“ – einen f&#252;r den Bonner Hauptsitz des Ministeriums, einen f&#252;r Berlin. R&#246;ttgen werde „noch in diesem Monat zwei Dienstwagen der Marke AUDI A 8 3.0 TDI (einen f&#252;r Bonn, einen f&#252;r Berlin) erhalten“, so die BMU-Pressestelle. Diese beiden Fahrzeuge werden dann geleast sein, „Leasinggeber ist die AUDI AG“, erkl&#228;rt das Umweltministerium.</p>
<p>F&#252;r die &#220;bergangszeit vom 23. Juli bis zur &#220;bernahme der beiden neuen Limousinen, die in diesen Tagen erfolgen soll, mietete das R&#246;ttgen-Ministeriums eigens die beiden genannten Audi A8 quattro in Langversion an. Offenbar war es den Ministerialen nicht m&#246;glich, die Laufzeit der Leasingsvertr&#228;ge der neuen Dienstwagen dann starten zu lassen, wenn die der alten ausl&#228;uft. Die beiden von R&#246;ttgen &#252;bergangsweise genutzten Fahrzeuge kosten bei einer Neuanschaffung 95.800 Euro bzw. 79.900 Euro, ein AUDI A 8 3.0 TDI, wie ihn R&#246;ttgen als regul&#228;res Dienstfahrzeug erhalten wird, hat einen Grundpreis von lediglich 72.200 Euro.</p>
<p>Zu der Frage, warum man sich f&#252;r die &#220;bergangszeit f&#252;r die vom Anschaffungspreis her teureren Modelle der Reihe „quattro“ in Langversion entschied, wollte das Ministerium auf Anfrage hin keine Stellung beziehen.</p>
<p>Bisher nutzte der Bundesumweltminister „Limousinen des Typs Mercedes S  400 HYBRID“. Um wieviele Limousinen es sich dabei handelte, wollte das  Umweltministerium ebensowenig mitteilen.</p>
<p>Interessant ist auch folgender Umstand: Das Ministerium von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat wie R&#246;ttgens Ministerium zwei Sitze &#8211; jeweils in Bonn und Berlin. Im Gegensatz zu R&#246;ttgen, dessen <a href="http://www.norbert-roettgen.de/wahlkreis/strukturdaten-des-wk.html" target="_blank">Wahlkreis</a> der Bonn umschlie&#223;ende Rhein-Sieg-Kreis ist, nutzt Aigner jedoch die Fahrbereitsschaft ihres Ministeriums, wenn sie in Bonn ist, und ben&#246;tigt hierf&#252;r nicht wie R&#246;ttgen eine gesonderte <a href="http://www.autobild.de/artikel/dienstwagen-von-politikern_1135098.html" target="_blank">Limousine</a>.</p>
<p>Selbst in der Bundesverwaltung ist man skeptisch ob so gro&#223;er Staatskarossen f&#252;r Minister. „Kleiner geht’s nicht?!“, so ein Beamter aus dem Gesch&#228;ftsbereich des Bundesumweltministeriums zu R&#246;ttgens Dienstwagen.</p>
<p>R&#246;ttgen <a href="http://www.rp-online.de/landtagswahl/nachrichten/Laschet-und-Roettgen-Kopf-an-Kopf_aid_911013.html" target="_blank">konkurriert</a> zur Zeit mit dem fr&#252;heren NRW-Integrationsminister Armin Laschet um den CDU-Vorsitz im wichtigen Bundesland NRW. In seinem Wahlkampf sagte R&#246;ttgen vor CDU-Basismitgliedern, er stehe f&#252;r eine <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/roettgen-vs-laschet-kampf-um-die-fuehrung-der-nrw-cdu-1599488.html" target="_blank">&#8220;christdemokratische Politik aus einem Guss&#8221;</a>. B&#246;se Zungen k&#246;nnten meinen, er habe sich mit dem Wort &#8220;Guss&#8221; auf Fahrzeugkarosserien bezogen.</p>
<p style="text-align: left"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: left"><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul style="text-align: left">
<li>Robin Meyer-Lucht: <a rel="bookmark" href="../../32824/bmu-mit-einigen-tonnen-co2-fuer-mehr-klimaschutz/">BMU: Mit einigen Tonnen CO2 f&#252;r mehr Klimaschutz</a></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/34144/roettgens-intermezzo-mit-audi-quattro/">R&#246;ttgens Intermezzo mit Audi-quattro</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34144/roettgens-intermezzo-mit-audi-quattro/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34144&amp;md5=40330eea6e32ae59f38168cf7a575df3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vergab das IT-Sicherheitsamt Auftr&#228;ge zum E-Personalausweis ohne hinreichende Ausschreibung?</title>
		<link>http://carta.info/34234/vergab-das-it-sicherheitsamt-auftraege-zum-e-personalausweis-ohne-hinreichende-ausschreibung/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 16:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Bundesamt f&#252;r Sicherheit in der Informationstechnik hat &#252;ber mehrere Jahre hinweg zahlreiche Auftr&#228;ge ohne hinreichende Begr&#252;ndung freih&#228;ndig vergeben - darunter m&#246;glicherweise auch welche zum elektronischen Personalausweis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/85c5c216ab4e4ce49ed4f57814c00378" alt="" width="1" height="1" />Das <a href="https://www.bsi.bund.de/cln_156/DE/Home/home_node.html" target="_blank">Bundesamt f&#252;r Sicherheit in der Informationstechnik</a> (BSI) geh&#246;rt zum Gesch&#228;ftsbereich des Bundesinnenministeriums und ber&#228;t vorrangig Beh&#246;rden in Fragen der IT-Sicherheit. Zu den Aufgaben der Spezialbeh&#246;rde geh&#246;ren aber auch Dienstleistungen f&#252;r Polizeibeh&#246;rden und den Verfassungsschutz. Im Bereich E-Government verfolgt das BSI diverse Online-Aktivit&#228;ten. Das Bonner Amt <a href="http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/01/18/a0180" target="_blank">ging aus der „Zentralstelle f&#252;r das Chiffrierwesen“, einer Dienststelle des Bundesnachrichtendienstes, hervor</a> und besch&#228;ftigt inzwischen 500 Mitarbeiter.</p>
<p>Das Bundesamt vergibt j&#228;hrlich Auftr&#228;ge in Millionenh&#246;he. Seine Vergabepraxis wird nun vom Bundesrechnungshof kritisiert, nachdem er in die B&#252;cher des Amtes der Jahre 2005 bis 2008 geschaut hatte. Laut Rechnungshof steht fest, dass das BSI zwischen 63 und 85 Prozent seiner Studien und Entwicklungsvorhaben in dem Zeitraum freih&#228;ndig vergeben hat. In rund 85 Prozent der freih&#228;ndigen Vergaben holte das BSI nur ein einziges Angebot ein und vergab den Auftrag ohne Wettbewerb. Insgesamt geht es um 185 Auftr&#228;ge, die so vergeben wurden. Um welche Art von Projekten es sich genau handelt, kann nicht nachvollzogen werden, da Pr&#252;fberichte von Rechnungsh&#246;fen vertraulich sind.</p>
<p>Das Bundesamt begr&#252;ndete seine fragw&#252;rdige Vergabepraxis damit, dass die Leistung nicht genau genug beschrieben werden k&#246;nne, um mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Daneben verf&#252;gten nur die ausgesuchten Unternehmen &#252;ber das erforderliche Fachwissen. Einige der Projekte st&#252;nden au&#223;erdem unter „politischem Erfolgsdruck“. Das BSI r&#228;umte ein, dass freih&#228;ndige Vergaben im Einzelfall m&#246;glicherweise nicht transparent dargestellt worden seien.</p>
<p>Der Bundesrechnungshof, der die gro&#223;e Anzahl der freih&#228;ndigen Vergaben beanstandete, entgegnete, dass auch bei Vorliegen von Ausnahmetatbest&#228;nden Auftr&#228;ge soweit wie m&#246;glich im Wettbewerb zu vergeben seien. In einem <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/000/1700077.pdf" target="_blank">Bundestagsdokument</a> ist die Rede davon, <strong>der Rechnungshof sehe „mehr als nur formale Defizite“ und vertrete die Auffassung, „dass ein gro&#223;er Anteil der freih&#228;ndigen Vergaben auf vergabefremde Erw&#228;gungen zur&#252;ckzuf&#252;hren ist“</strong>.</p>
<p><a href="http://www.jankorte.de/" target="_blank">Jan Korte</a>, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, kritisiert, das BSI habe „Steuergelder in kaum vorstellbarer H&#246;he regelrecht verplempert“. Die Vergabepraxis des BSI war mittlerweile auch Thema im Innenausschuss des Bundestages. Wie aus einem <em>Carta</em> vorliegenden vertraulichen Ausschussdokument hervorgeht, fragte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, <a href="http://www.gisela-piltz.de/" target="_blank">Gisela Piltz</a>, den anwesenden Staatssekret&#228;r im Innenministerium, <a href="http://www.bergner.de/" target="_blank">Christoph Bergner</a>, im Juni, was unter „politischem Erfolgsdruck“ zu verstehen sei. Das Dokument zitiert Bergner mit den Worten: „M&#246;glicherweise sei […] damit zum Beispiel das <a href="http://www.zeit.de/news-nt/2010/9/22/iptc-bdt-20100922-318-26494540xml" target="_blank">Personalausweisvorhaben</a> gemeint“.
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<a href="http://carta.info/34234/vergab-das-it-sicherheitsamt-auftraege-zum-e-personalausweis-ohne-hinreichende-ausschreibung/">Vergab das IT-Sicherheitsamt Auftr&#228;ge zum E-Personalausweis ohne hinreichende Ausschreibung?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34234/vergab-das-it-sicherheitsamt-auftraege-zum-e-personalausweis-ohne-hinreichende-ausschreibung/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34234&amp;md5=59045df3a9c5e57d6b640dcced4a8110" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wer mobbt wen im Deutschen Bundestag? [Update]</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 17:20:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mobbing im Bundestag gibt es nicht, k&#246;nnte man denken. Eine Anfrage bei der Bundestagsverwaltung hat jedoch ergeben, dass Mitarbeiter des Hohen Hauses Beschwerdeverfahren wegen Mobbing einleiteten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d572dc4d041a49d482124edca689692d" alt="" width="1" height="1" />Wie <a href="http://carta.info/32981/bundestagsverwaltung-verlangt-360-euro-fuer-auskunft-ueber-geschenke/" target="_blank">hier</a> berichtet, habe ich mich vor einiger Zeit mit einer Anfrage zu verschiedenen Themen an die Verwaltung des <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,100925,00.html" target="_blank">Bundestages</a> gewandt. Dabei fragte ich auch, in wievielen F&#228;llen in den vergangenen drei Jahren bei der Bundestagsverwaltung Verfahren wegen des Verdachts auf Mobbing angestrengt wurden. Der <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/verwaltung/aktenplan.pdf" target="_blank">Aktenplan der Verwaltung des Deutschen Bundestages</a> enth&#228;lt n&#228;mlich unter dem Punkt &#8220;Psychosozialer Dienst&#8221; auch einen Verweis auf &#8220;Mobbing&#8221;. Die Antwort der Bundestagsverwaltung lautet:</p>
<blockquote><p>&#8220;In den letzten 3 Jahren sind in der Bundestagsver­waltung in f&#252;nf F&#228;llen Verfahren wegen des Verdachts auf Mobbing angestrengt worden.“ Daraufhin eingeleitete Untersuchungen h&#228;tten im Ergebnis jedoch &#8220;in keinem Fall zu einer Best&#228;tigung des jeweili­gen Mobbingverdachts gef&#252;hrt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was sich auf den ersten Blick unspektakul&#228;r anh&#246;rt, bedeutet jedoch im Umkehrschluss: Entweder es gibt in der Bundestagsverwaltung Personen, die gemobbt werden, sich bei ihrem Arbeitgeber beschweren und nicht zu ihrem Recht gelangen oder es gibt in der Bundestagsverwaltung Personen, die nicht gemobbt werden und sich zu Unrecht beschweren. Beides steht der Verwaltung des Gesetzgebers nicht gut zu Gesicht.</p>
<p>Auf Anfrage erkl&#228;rte Anna Rubinowicz-Gr&#252;ndler von der Bundestags-Pressestelle mit, man k&#246;nne auch schlussfolgern, &#8220;dass es sich in  allen F&#228;llen um Differenzen und Missver­st&#228;ndnisse handelte, die gerade nicht  die Qualit&#228;t von Mobbing erreicht haben oder sich bspw. durch das  Mediationsverfahren haben l&#246;sen lassen.&#8221; Ob F&#228;lle durch Mediation gel&#246;st werden konnten, konnte die Bundestagsverwaltung auf Anfrage aber nicht sagen*. Dass Personen allein wegen „Differenzen“ oder gar wegen „Missverst&#228;ndnissen“ gleich ein formelles Verfahren wegen Mobbings bei der Bundestagsverwaltung einreichen, erscheint eher unwahrscheinlich &#8211; einmal ganz abgesehen von F&#228;llen, in denen sich Personen, die gemobbt werden, gar nicht beschweren und in der Statistik gar nicht auftauchen.</p>
<p>Das Konterfei von Bundestagspr&#228;sident Norbert Lammert <a href="http://www.mobbing-web.de/drnorbertlammert.php" target="_blank">ziert</a> &#252;brigens die Webseite der Initiative &#8220;<a href="http://www.mobbing-web.de/index.php" target="_blank">Pro Fairness gegen Mobbing</a>&#8220;. Auf der Seite der Initiative, bei der unter anderem auch &#8220;Steffen Seibert <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/seibert100.html" target="_blank">Journalist</a>&#8221; (sic!) und &#8220;Chern<a href="http://www.cherno-jobatey.de/chernostory.html" target="_blank">a</a> Jobatey&#8221; (sic!) &#8220;Statements zu Engagement&#8221; geben, hei&#223;t es, Lammert teile nachdr&#252;cklich die &#8220;Bewertung, dass Mobbing ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem ist, ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder im privaten Umfeld.&#8221; Ob und in welcher Weise sich Lammert gegen Mobbing engagiert oder was er im Bundestag gegen Mobbing tut, teilte Lammert auf Anfrage allerdings nicht mit.</p>
<p>Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung, die sich erfolglos &#252;ber Mobbing beschwert haben oder Opfer eines ungerechtfertigten Mobbingsvorwurfs wurden, sind aufgerufen, sich vertrauensvoll an mich zu wenden. Ich bin &#252;ber info@oppong.eu zu erreichen.</p>
<p>* Das Pressereferat der Bundestagsverwaltung hat heute (13. September) mitgeteilt, dass es in den letzten drei Jahren kein einziges Mediationsverfahren im Zusammenhang mit Mobbing gab.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33589&amp;md5=5e29e2ba32d8472594786b6d0aa1f0ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bundestagsverwaltung verlangt 360 Euro f&#252;r Auskunft &#252;ber Geschenke</title>
		<link>http://carta.info/32981/bundestagsverwaltung-verlangt-360-euro-fuer-auskunft-ueber-geschenke/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 15:57:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Norbert Lammert]]></category>
		<category><![CDATA[Welt Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundestagsverwaltung kauft regelm&#228;&#223;ig mit Steuergeldern sogenannte Ehren- und Gastgeschenke. An wen die Geschenke gehen, beh&#228;lt die Parlamentsverwaltung jedoch f&#252;r sich. F&#252;r die Auskunft, welche Geschenke mit welchem Wert in zweieinhalb Jahren angeschafft wurden, verlangt die Beh&#246;rde jetzt 360 Euro Geb&#252;hren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/7fcb9938b7df4d0c855dd9c0d5e9aad5" alt="" width="1" height="1" />&#8220;115 Abgeordnete bestellen F&#252;ller 68.800 Euro&#8221; hie&#223; es vergangenen November bei <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/20/115-abgeordnete-bestellen/fueller-fuer-68800-euro.html" target="_blank">Bild</a>. Der Bild-Redakteur Nikolaus Harbusch hatte herausgefunden, dass 115 Parlamentarier die M&#246;glichkeit, B&#252;rokosten im Rahmen eines Kontos f&#252;r Sachleistungen abzurechnen, genutzt hatten, um 396 Schreibwerkzeuge der Marke Montblanc zu bestellen.</p>
<p style="text-align: left">Dies brachte mich auf die Idee, bei der Bundestagsverwaltung einmal nachzufragen, welche <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/verwaltung/aktenplan.pdf" target="_blank">Ehren- und Gastgeschenke</a> die Verwaltung f&#252;r wen anschafft hat. Doch die Parlamentsverwaltung weigert sich, Auskunft dar&#252;ber zu geben, f&#252;r wen Geschenke bestimmt sind. F&#252;r die Beantwortung meiner Anfrage auf Grundlage des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetzes</a> (IFG), die in Erfahrung bringen soll, welche Geschenke von M&#228;rz 2007 bis Oktober 2009 angeschafft wurden, verlangt der Pressesprecher des Bundestages 360 Euro Geb&#252;hren.</p>
<p>Wie die Bundestagsverwaltung mitteilte, wurden zwischen dem 1. Oktober 2009 und dem 31. M&#228;rz 2010 &#8211; also zu Beginn der Wahlperiode und zu einer Zeit, zu der sich Aussch&#252;sse und Parlamentariergruppen noch konstitutierten &#8211; folgende Geschenke angeschafft:</p>
<ul>
<li>101 Kugelschreiber (Gesamtkosten: 430,26 Euro), 100 Kugelschreiber (745 Euro)</li>
<li>30 Medaillen Mei&#223;ner Porzellan (158,70 Euro)</li>
<li>5 Schreibmappen „Lamm-Nappa“ (825 Euro)</li>
<li>1 Seidenschal (325 Euro)</li>
</ul>
<p>Wem die Geschenke wann &#252;berreicht wurden, wollte das Haus von Bundestagspr&#228;sident <a href="http://www.schneider-breitenbrunn.de/2010-04/bundestagspraesident-erhielt-die-20-millionste-gideon-bibel/" target="_blank">Norbert Lammert</a> nicht mitteilen. Man sehe sich &#8220;aufgrund des au&#223;enpolitischen Bezuges&#8221; nicht zu einer entsprechenden Auskunft gegen&#252;ber der Presse verpflichtet, so die erste Aussage von Anna Rubinowicz-Gr&#252;ndler, stellvertretende Leiterin des Pressereferats. Dann teilte sie mit, die Empf&#228;nger m&#252;ssten &#8220;geheim gehalten werden&#8221;. Man bef&#252;rchte: Die mit den Geschenken &#8220;verbundene Geste w&#252;rde entwertet und Irritationen innerhalb der au&#223;enpolitischen Beziehun­gen&#8221; des Bundestages k&#246;nnten &#8220;nicht ausge­schlossen&#8221; werden. Ob sich der behauptete au&#223;enpolitische Bezug auf alle oder nur einen Teil der Geschenke bezieht, teilte die Bundestagsverwaltung auf Nachfrage nicht mit.</p>
<p>Die Bundestagsverwaltung meint, um Informationen dar&#252;ber zusammenzustellen, welche Geschenke in den zweiundeinhalb Jahren vor Oktober 2009 gekauft wurden, bed&#252;rfe es &#8220;der Durchsicht von 12 Aktenordnern mit insgesamt rund 6.000 Blatt Papier&#8221;. Den erforderlichen Zeitaufwand beziffert man auf &#8220;rund 72 Arbeitsstunden&#8221;. Da man mir jedoch bereits &#252;ber einen Zeitraum von sechs Monaten Auskunft gegeben hat, w&#252;rde dies bedeuten, dass man hierf&#252;r umgerechnet 1.200 Seiten Akten gesichtet haben will &#8211; schwer vorstellbar.</p>
<p>Nachdem die Auskunft &#252;ber die Empf&#228;nger der Geschenke im Rahmen meiner Presseanfrage abgelehnt wurde, beantragte ich auch auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes Auskunft zu den Geschenken. In einem daraufhin &#252;bersandten Brief des Leiters der Bundestags-Pressestelle, Christian Hoose, teilte dieser mir mit, die Frage, an wen die Geschenke &#252;berreicht wurden, sei &#8220;Teil der parlamentarischen Kontakte zu in- und ausl&#228;ndischen sowie supranationalen Stellen&#8221;. Deshalb bestehe kein Anspruch auf Auskunft nach dem IFG.</p>
<p>In dem Schreiben ist von den zuvor genannten und angeblich zu  sichtenden &#8220;12 Aktenordnern mit ingesamt rund 6.000 Blatt Papier&#8221; pl&#246;tzlich keine Rede mehr. Stattdessen spricht Hoose nur noch von &#8220;zwei Ordnern je Jahrgang&#8221;, die ausgewertet werden m&#252;ssten.</p>
<p>Hoose weiter: &#8220;Ich gehe davon aus, dass voraussichtlich Geb&#252;hren in einer H&#246;he von <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/index.php?article_id=345" target="_blank">360 Euro</a> anfallen werden.&#8221; Diesen Betrag soll ich im Voraus &#252;berweisen. Dann will man mir mitteilen, wieviele Geschenke von M&#228;rz 2007 bis Oktober 2009 zu welchem Preis angeschafft wurden; eine Auskunft &#252;ber die Empf&#228;nger soll es nicht geben. Das Prinzip der Vorkasse ist weder im IFG noch in der <a href="http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/IFG/IFGBundesgesetzUndGebuehrenO/GebuehrenOrdngIFG.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank">Informationsgeb&#252;hrenverordnung</a> (IFGGebV) vorgesehen und nur in bestimmten Einzelf&#228;llen, z. B. wenn ein Antragsteller zuvor schon einmal nicht gezahlt hat, gerechtfertigt. &#8220;Vorkasse entspricht nicht dem Grundgedanken des Informationsfreiheitsgesetzes, Verwaltungshandeln transparenter zu gestalten&#8221;, so der Bundesbeauftragte f&#252;r den Datenschutz in seinem letzten <a href="http://www.bfdi.bund.de/cae/servlet/contentblob/951004/publicationFile/63723/2TB08_09.pdf" target="_blank">T&#228;tigkeitsbericht</a>.</p>
<p>Nach § 2 IFGGebV kann eine Beh&#246;rde au&#223;erdem, selbst wenn eigentlich Geb&#252;hren erhoben werden k&#246;nnten, von deren Erhebung aus &#8220;Gr&#252;nden der Billigkeit oder des &#246;ffentlichen Interesses&#8221; absehen, also beispielsweise bei Journalisten, die f&#252;r die &#214;ffentlichkeit berichten. Offenbar geht die Bundestagsverwaltung davon aus, dass es die Mehrheit der Deutschen nicht interessiert, welche Geschenke f&#252;r Privatpersonen im Namen der deutschen Bev&#246;lkerung mit Steuergeldern angeschafft werden.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32981&amp;md5=6a3affa23c8bb532c656098cb6c60bb7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz à la Duisburg: Wie die Stadt Journalisten abblitzen l&#228;sst</title>
		<link>http://carta.info/32747/groesstmoegliche-transparenz-a-la-duisburg-wie-die-stadt-journalisten-abblitzen-laesst/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Duisburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Blog, das die Anh&#228;nge des Zwischenberichts zur Loveparade ver&#246;ffentlichte, wurde abgemahnt. Gleichzeitig spricht die Stadt von "gr&#246;&#223;tm&#246;glicher Transparenz" der Aufkl&#228;rung. Journalisten werden jedoch grundlegende Ausk&#252;nfte zu den Dokumenten um das Ungl&#252;ck verweigert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4c6196b2acdc42b98881b4a2ad7398a2" alt="" width="1" height="1" />Als am Mittwoch die Anh&#228;nge des Gutachtens zur Loveparade, das die Kanzlei “<a href="http://www.heuking.de/">Heuking K&#252;hn L&#252;er Wojtek</a>”  im Auftrag der Stadt Duisburg angefertigt hatte, im Internet verbreitet  wurden, bekam auch ich die Dokumente zugeschickt. Ich sichtete die  Dokumente und stie&#223; dabei auf ein als &#8220;Vertraulich&#8221; gekennzeichnetes  &#8220;Vorl&#228;ufiges Ablaufkonzept&#8221; zur Loveparade 2010. In dem Dokument hei&#223;t  es unter dem Punkt &#8220;Sicherheit/Entfluchtung&#8221;:</p>
<blockquote><p>Ein detailliertes Sicherheits- und Entfluchtungskonzept  wird in einem noch zu konstituierenden Arbeitskreis &#8216;Sicherheit&#8217; der  Stadt Duisburg unter Einbindung aller Interessentr&#228;ger und insbesondere  der zust&#228;ndigen BOS (Beh&#246;rden und Organisationen mit  Sicherheitsaufgaben, Anm. d. Red.) erarbeitet.</p></blockquote>
<p>Eine erste Gespr&#228;chs- und Abstimmungsrunde habe bereits &#8220;eine Reihe von &#8211; l&#246;sbaren &#8211; Herausforderungen&#8221; ergeben, jedoch <strong>ohne &#8220;unbeherrschbare Risiken</strong> aufzuzeigen&#8221;. Zu den M&#246;glichkeiten geh&#246;re auch</p>
<blockquote><p>die Sperrung des Zugangs zum Gel&#228;nde (bei unerwartet starkem Besucherandrang).</p></blockquote>
<p>Es sei bereits &#8220;Konsens&#8221;, dass</p>
<blockquote><p>&#8220;das Veranstaltungsgebiet durch eine praktisch  un&#252;berwindliche Sicherheitssperre (gegenw&#228;rtige Planung: Doppelzaun mit  Fahrgasse) von den Bahngleisen abgeschirmt&#8221; werde.</p></blockquote>
<p>In einem weiteren, nicht n&#228;her betitelten Dokument ist die Rede von  einer &#8220;Arbeitsgruppe 4  Sicherheit&#8221;. Dem Dokument zufolge oblag die  Leitung des Arbeitskreises, der unter anderem f&#252;r die Bereiche  &#8220;Betreuung von An-/Abreisenden&#8221;, &#8220;Rettungs- und Sanit&#228;tskonzept&#8221;,  &#8220;Ermittlung Besucherzahl&#8221; und &#8220;Sicherheit auf dem Gel&#228;nde&#8221; zust&#228;ndig  war, zwei in dem Dokument namentlich benannten Mitarbeitern des  Ordnungsamtes der Stadt Duisburg. Als &#8220;M&#246;gliche Teilnehmer&#8221; des  Arbeitskreises werden neben Polizei und Feuerwehr auch der  Loveparade-Veranstalter <a href="http://www.lopavent.com/" target="_blank">Lopavent GmbH</a> und <a href="http://www.im.nrw.de/inn/doks/egov/oev6_05_2_brandstaedter.pdf" target="_blank">Call Duisburg</a>, das bundesweit erste telefonische Informations- und Servicecenter einer Stadt, aufgef&#252;hrt.</p>
<p>Da ich Genaueres wissen wollte, schickte ich der Pressestelle der  Stadt Duisburg am Mittwochabend eine Presseanfrage, in der ich unter  anderem Auskunft dar&#252;ber erbat, <strong>welche Personen dem Arbeitskreis &#8220;Sicherheit&#8221; in welcher Funktion angeh&#246;rten</strong>, wie oft und wann das Gremium tagte und, ob die Mitglieder des Arbeitskreises eine besondere Aufwandsentsch&#228;digung erhielten.</p>
<p>Am Donnerstagabend dann sah ich die aktuelle Ausgabe des NDR-Magazins ZAPP. Darin hie&#223; es in einem <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/sauerland112.html" target="_blank">Beitrag &#252;ber das neue Medienimage des Duisburger OBs Sauerland</a>:</p>
<blockquote><p>Doch die Duisburger Stadtverwaltung schweigt beharrlich.  Versteckt sich hinter den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.  Auch die Pressestelle &#8211; abgetaucht.</p></blockquote>
<p>ZAPP zitierte zudem den <em>Tagesspiegel</em>-Korrespondenten J&#252;rgen Zurheide mit den folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Wir haben Fragen gestellt unendlich. Wir haben angerufen,  man wurde nicht zur&#252;ckgerufen. Die Fragen, die wir gestellt haben,  wurden wenn ganz knapp beantwortet mit zwei Zeilen, aber nie haben wir  die Auskunft bekommen, die wir haben wollten.</p></blockquote>
<p>ZAPP berichtete auch, dass die Stadt der Anwaltskanzlei &#8220;Heuking K&#252;hn L&#252;er Wojtek&#8221;, die <a href="http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Loveparadegutachter-beraten-Duisburg-bei-Projekten-id3415162.html" target="_blank">in der Vergangenheit mehrfach f&#252;r die Stadt Duisburg t&#228;tig</a> war und einen Sauerland entlastenden Bericht anfertigte, die  Pressearbeit &#252;berlie&#223; und Presseanfragen an diese weitergeleitet worden  seien. Die Stadt habe zudem einen fr&#252;heren Journalisten als PR-Berater  engagiert.</p>
<p>Am Freitag dann bekam ich eine Antwort der Pressestelle der Stadt  Duisburg, die sich 1: 1 in die bereits bekannte Praxis der Duisburger  Stadtverwaltung f&#252;gt:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>Ich bitte um Verst&#228;ndnis, dass ich Ihre Fragen heute nicht beantworten kann.</p>
<p>Die Stadt Duisburg erstellt zurzeit den Abschlussbericht &#252;ber ihre  Zust&#228;ndigkeiten und die Aufgabenerf&#252;llung im Zusammenhang mit der  Loveparade. Dieser wird sp&#228;testens zur Sitzung des <a href="http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/Ausschuesse_15/A09/aktuelles.jsp" target="_blank">Innenausschusses des Landtages NRW</a> am 2. September 2010 vorliegen.</p>
<p>Die Stadt verfolgt das Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur  Gesamtaufkl&#228;rung des tragischen Ungl&#252;cks zu leisten. Die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche  Transparenz soll mit einer zusammenfassenden Darstellung hergestellt  werden.</p>
<p>Daher sieht die Stadt Duisburg vor Erstellung des Abschlussberichts  davon ab, Einzelanfragen zu beantworten, zumal diese im Lichte der  Abschlussberichts gesehen werden m&#252;ssen, der zun&#228;chst dem Souver&#228;n des  Landes und den Ermittlungsbeh&#246;rden vorzulegen ist.</p>
<p>Der Abschlussbericht wird wie bereits der am 3. August 2010 vorgelegte <a href="http://www.duisburg.de/news/zwischenbericht_loveparade.php" target="_blank">Zwischenbericht</a> danach zeitnah &#246;ffentlich zug&#228;nglich gemacht und auch Ihnen zur Verf&#252;gung stehen.</p>
<p>Antworten auf die von Ihnen aufgeworfenen Fragen werden in den  Abschlussbericht Eingang finden. Auf Basis des Abschlussberichts wird  die Stadt Duisburg auch m&#246;gliche erg&#228;nzende Fragen beantworten.</p></blockquote>
<p>Konkret bedeutet das: Bis zum 2. September will man offenbar  Journalisten zumindest &#252;ber die Zusammensetzung der &#8220;Arbeitsgruppe  &#8216;Sicherheit&#8217;&#8221; gar keine Auskunft geben. Es ist recht merkw&#252;rdig, dass  man als Journalist nicht einmal erfahren darf, welche Institutionen &#8211;  und es geht hier nicht um Namen konkreter Personen &#8211; in dem Gremium vertreten waren. Zumal in dem genannten Dokument bereits &#8220;M&#246;gliche  Teilnehmer&#8221; genannt werden. Gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz sieht anders aus.</p>
<p>Wie neutral der  Abschlussberichts sein wird, steht in den  Sternen. Daneben ist schwer zu beantworten, wie gro&#223; das Interesse des  Akteurs Stadt Duisburg an einer <strong>&#8220;Gesamtaufkl&#228;rung&#8221; und an &#8220;gr&#246;&#223;tm&#246;glicher Transparenz&#8221;</strong> ist. Die Stadt machte zudem keine genaueren Angaben, in welcher  Weise sie den Abschlussbericht &#8220;&#246;ffentlich&#8221; machen will. Einen kleinen Vorgeschmack, wie Transparenz bei der Stadt Duisburg  aussieht, hat die &#214;ffentlichkeit bereits erhalten:</p>
<p>Der  Zwischenbericht wurde zwar ver&#246;ffentlicht, nicht jedoch sein  335-seitiger Anhang. Gegen das Blog, das diesen ver&#246;ffentlichte, <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/loveparade_2010/aktuell/100818.jhtml?rubrikenstyle=panorama" target="_blank">erwirkte die Stadt Duisburg eine einstweilige Verf&#252;gung</a>.  Die Stadt Duisburg spricht jetzt davon, dass die Transparenz mit einer  &#8220;zusammenfassenden Darstellung&#8221; hergestellt werden soll. Gleichzeitig  gibt die Stadt Duisburg zu Einzelfragen, die die Anh&#228;nge des ersten  Berichts betreffen, keine Auskunft.</p>
<p>Wie brisant die Details um die Arbeitsgruppe Sicherheit sind, l&#228;sst ein Bericht bei <em><a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,713048,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> erahnen, der am Samtag erschien.
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<a href="http://carta.info/32747/groesstmoegliche-transparenz-a-la-duisburg-wie-die-stadt-journalisten-abblitzen-laesst/">Gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz à la Duisburg: Wie die Stadt Journalisten abblitzen l&#228;sst</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32747/groesstmoegliche-transparenz-a-la-duisburg-wie-die-stadt-journalisten-abblitzen-laesst/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32747&amp;md5=a51bc7486a2851a1986ca61732ef1bbe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:15:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Presseschau vom 28. Juli bis zum 20. August 2010 u.a. mit: G&#252;nter Wallraff, Wikileaks und dem Sachsensumpf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/877c03dafe994339ad3c9d49a7378929" alt="" width="1" height="1" />Mehr &#252;ber die neuen Investigativ-Teams und die neue Bedeutung des investigativen Journalismus bei deutschen Verlagen erfuhr man bei <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/wv-investigativer-journalismus-recherche-zu-verkaufen-1.980865" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,711837,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> deckte auf, dass das Land Baden-W&#252;rttemberg das umstrittene Bauprojekt &#8220;Stuttgart 21&#8243; mit einem Millionenauftrag rettete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p><a href="http://blog.br-online.de/report-muenchen/2010/08/16/neue-erkenntnisse-zu-den-deutschen-mafia-stutzpunkten.html" target="_blank">Report M&#252;nchen</a> liegen Abh&#246;rprotokolle der italienischen Polizei vor, von denen 100 Seiten die italienische Mafia in Deutschland betreffen. Mit Tierqu&#228;lerei in Putenmastbetrieben und Vorw&#252;rfen gegen die nieders&#228;chsiche Landwirtschaftsministerin Astrid Grotel&#252;schen befasste sich <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/sgpaia/index.html" target="_blank">Report Mainz</a>. Die Arbeitswelt hinter der neuen Fassade von Schlecker war Thema bei <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0819/schlecker.php5" target="_blank">Monitor</a>.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Nachdem der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> dar&#252;ber berichtete, dass ein alter Wallraff-Film im Giftschrank des WDR verschwand, hob der Sender nun die Sperre auf, wie ebenfalls der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,710662,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> herausfand. <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/wallraff144.html" target="_blank">ZAPP</a> zeigte erstmalig und exklusiv Ausschnitte aus dem Film. Dar&#252;ber schrieben <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ndr-zeigte-wallraff-als-bild-reporter_100029628.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=4e67bffaff" target="_blank">Meedia</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0813/medien/0038/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://zapp.blog.ndr.de/2010/08/17/bild/" target="_blank">Zapp-Blog</a></em> gab die Antwort auf die Frage &#8220;Wie konnte Wallraff bei der Bild-Zeitung in Hannover filmen?&#8221;.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/aug/13/wikileaks-reporters-without-borders" target="_blank">Guardian</a></em> und die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/schwarze-listen-der-taliban-befuerchtet/" target="_blank">taz</a></em> vermeldeten, dass Reporter ohne Grenzen Wikileaks f&#252;r die  Ver&#246;ffentlichung der Afghanistan-Warlogs kritisiert. Kritik an Wikileaks  war auch Thema in der <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/laecherliche-kritik/" target="_blank">taz</a></em> und in der <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-gruender-assange-enthueller-mit-umstrittener-mission-1.979935" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung</a></em>. Nachdem die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt</a></em> dies schon einige Tage zuvor geschrieben hatte, berichtete auch die <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E318EEFDB9B224FB0A9C04BCD1378FEA0~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a></em>, dass die Pentagon-Papiere relevanter gewesen seien als die Afghanistan-Warlogs. Ein interessanter Beitrag von <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708744,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> sammelte die Ansichten verschiedener US-amerikanischer Ex-Gener&#228;len zu Wikileaks Afghanistan-Ver&#246;ffentlichung.</p>
<p>Mit dem Wikileaks-Kopf Julian Assange befassten sich <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,708604,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:kopf-des-tages-julian-assange-der-wikileaks-ueberzeugungstaeter/50149067.html" target="_blank">Financial Times Deutschland</a></em> und der <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1280133199423.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>.</p>
<p>In einem auch auf Englisch verf&#252;gbaren Bericht der schwedischen Zeitung <em><a href="http://www.sydsvenskan.se/kultur-och-nojen/article1196808/English-version-Swedish-law-does-not-protect-Wikileaks-sources.html" target="_blank">Sydsvenskan</a></em> hinterfragte diese die Sicherheit der Wikileaks-Plattform vor dem Hintergrund schwedischen Rechts. Mit den Finanzen von Wikileaks setzte sich die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-finanzierung-die-spur-des-geldes-1.984781" target="_blank">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> auseinander.</p>
<p>Das Vorgehen gegen Wikileaks war nur bei <em>Spiegel Online</em> Thema (<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709225,00.html" target="_blank">I</a>,  <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709446,00.html#ref=nldt" target="_blank">II</a>). Wie das FBI das Wikileaks-Leck finden soll, beschrieb der <em><a href="http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan/geheimdokumente-fbi-soll-das-wiki-leck-finden_aid_536321.html" target="_blank">Focus</a></em>. &#220;ber Wikileaks&#8217; &#8220;Lebensversicherung&#8221; berichteten die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">taz</a></em> und <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">Zeit Online</a></em>. Das Pentagon verlangte Dokumente von Wikileaks zur&#252;ck, war bei <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,710471,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> zu lesen.</p>
<p>Die schwedische Piratenpartei unterst&#252;tzt nun Wikileaks durch die Bereitstellung eines Servers, wie die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/schweden_piratenpartei_server_wikileaks_1.7250357.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em> und die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9077296/Schwedens-Piraten-gewaehren-Wikileaks-Zuflucht.html" target="_blank">Welt</a></em> berichteten. Die thail&#228;ndische Regierung hingegen hat Wikileaks nun gesperrt, so <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712472,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>. Der schwedische Dienst <a href="http://twitter.com/telecomix/status/21149744697" target="_blank">Telecomix</a> hilft Wikileaks, die Sperre zu &#252;berwinden.</p>
<h4><strong>Sachsensumpf</strong></h4>
<p>&#220;ber das Verfahren, in dem es auch um Verbindungen von hochrangigen Vertretern der Justiz zum Rotlichtmilieu ging, informierten unter anderem die <em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/pressefreiheit-vor-gericht/" target="_blank">taz</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0729/medien/0055/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>. Im Vorfeld des Urteils forderten der <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M506f521d316.0.html" target="_blank">Deutsche Journalisten-Verband</a> und <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/browse/1/article/9/prozess-gegen-zwei-journalisten-in-der-sachsen-sumpf-affaere-rog-fordert-freispruch.html" target="_blank">Reporter ohne Grenzen</a> Freispr&#252;che f&#252;r die beiden angeklagten und mittlerweile verurteilten Journalisten. Die <em><a href="http://www.welt.de/aktuell/article9006377/Presserat-ruegt-Sachsensumpf-Urteil-als-Angriff-auf-Pressefreiheit.html" target="_blank">Welt</a></em> berichtete &#252;ber die Kritik des Presserates, <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/sachsensumpf--geldstrafe-fr-journalisten_100029652.html?tx_ttnews%5bbackPid%5d=62&amp;cHash=0255938c31" target="_blank">Meedia</a></em> &#252;ber die Kritik von Reporter ohne Grenzen am Sachsensumpf-Urteil, welche <a href="http://www.zeit.de/online/2008/27/sachsensumpf-jasmin"><em>Zeit Online</em></a> kommentierte.
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<a href="http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/">Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32554&amp;md5=607a9ca017d279c02fa727c0959b8dd3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stadt Duisburg h&#228;lt Loveparade-Dokumente unter Verschluss [Update]</title>
		<link>http://carta.info/31945/stadt-duisburg-haelt-loveparade-dokumente-unter-verschluss/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 18:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich kann jeder nach dem Informationsfreiheitsgesetz Informationen bei Beh&#246;rden beantragen - also auch die Genehmigung der Loveparade. Journalisten haben sogar bei einem laufenden Verfahren Anspruch auf Auskunft. Doch die Stadt Duisburg h&#228;lt die Dokumente unter Verschluss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/90c984e1145847c199dc9a067ce29ada" alt="" width="1" height="1" />Vor einiger Zeit war das Informationsfreiheitsgesetz <a href="http://carta.info/30586/buerger-nutzt-die-informationsfreiheit/" target="_blank">hier</a> bereits Thema. Nat&#252;rlich bietet das Gesetz auch die M&#246;glichkeit, an die Dokumente zu gelangen, in denen die Stadt und das Polizeipr&#228;sidium Duisburg im Zusammenhang mit der Loveparade Sicherheitsbewertungen vorgenommen und Sicherheitskonzepte erstellt hat. Aber auch an das Dokument, mit dem die Stadt die Loveparade genehmigt hat.</p>
<p>Aus diesem Grund beantragte ich am 24. bzw. 25. Juli beim Polizeipr&#228;sidium Duisburg und bei der Stadt Duisburg die &#220;bersendung von Abschriften der entsprechenden Dokumente. Doch die Stadt Duisburg weigert sich nun mit fadenscheinigen und  nachweislich unzutreffenden juristischen Begr&#252;ndungen, die Dokumente  herauszugeben. Die Stadt behauptet, ich k&#246;nne mich nicht auf das IFG berufen, da ich Journalist sei. Doch selbst wenn, st&#252;nde der &#8220;Schutz der sachgem&#228;&#223;en Durchf&#252;hrung der Ermittlungst&#228;tigkeit&#8221; und ein schutzw&#252;rdiges privates Interesse  &#8220;der von den gew&#252;nschten Informationen  tangierten Personen&#8221; entgegen.</p>
<p>Vom Polizeipr&#228;sidium Duisburg erhielt ich auf meine Anfrage hin bereits am 2. August folgende Antwort:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>die Unterlagen sind f&#252;r das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren bedeutsam. Ich habe Ihr Ersuchen daher der Staatsanwaltschaft Duisburg zugeleitet.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
XXXXXXXX</p>
<p>Polizeipr&#228;sidium Duisburg</p></blockquote>
<p>Auf eine E-Mail von mir, in der ich unter anderem fragte, ob dem Polizeipr&#228;sidium Duisburg denn Kopien der Dokumente vorliegen und in dem ich einwendete, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nichts mit der Auskunftpflicht des Polizeipr&#228;sidiums nach dem Informationsfreiheitsgesetz zu tun hat, erhielt ich am 3. August folgende Antwort:</p>
<blockquote><p><strong>Auskunft nach IFG NRW</strong></p>
<p>Antrag vom 24.07./02.08.2010 (e-mails)</p>
<p>Meine e-mail vom 02.08.2010</p>
<p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>alle begehrten Unterlagen befinden sich ausnahmslos bei der Staatsanwaltschaft Duisburg, es werden hier keine Restanten vorgehalten.</p>
<p>Erst nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens kann der Antrag beschieden werden, wenn dann noch Interesse an Akteneinsicht besteht. Den Zeitpunkt bestimmt allerdings nicht das Polizeipr&#228;sidium Duisburg.</p>
<p>Bis dahin empfehle ich Ihnen, sich ggf. an die Staatsanwaltschaft Duisburg zu wenden.</p>
<p>Sie haben nach § 13 Abs 2 Satz 1 IFG NRW auch das Recht, sich unmittelbar an Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz zu wenden.</p>
<p>Dass Ihr erster Antrag an die zust&#228;ndige Beh&#246;rde, n&#228;mlich die Staatsanwaltschaft Duisburg weitergeleitet worden ist, stellt hiesigen Erachtens keinen Versto&#223; gegen Datenschutzbestimmungen dar.</p>
<p>Ich weise darauf hin, dass gem&#228;&#223; § 11 IFG NRW f&#252;r Amtshandlungen, die aufgrund dieses Gesetzes vorgenommen werden, Geb&#252;hren erhoben werden. Die Ablehnung eines Antrags auf Informationszugang ist nach dieser Vorschrift geb&#252;hrenfrei.</p>
<p>N&#228;here Informationen zu evtl. entstehenden Geb&#252;hren und Auslagen finden Sie im Internet unter <a href="https://www.ldi.nrw.de/">https://www.ldi.nrw.de/</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Meine Frage, warum die Polizei keine Kopien der Dokumente vorliegen hat, wurde nicht beantwortet. Auch von der Staatsanwaltschaft Duisburg habe ich bisher nichts geh&#246;rt. Heute erhielt ich allerdings folgende E-Mail vom Rechtsamt der Stadt Duisburg:</p>
<blockquote><p><strong>Loveparade 24.07.2010<br />
Antrag auf Akteneinsicht gem&#228;&#223; des Gesetzes &#252;ber die Freiheit des Zugangs zu Informationen f&#252;r das Land Nordrhein-Westfalen – IFG NRW<br />
</strong><br />
Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Schreiben vom 25.07.2010 und vom 02.08.2010, mit denen Sie gest&#252;tzt auf das <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2010&amp;bes_id=5012&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Informationsfreiheitsgesetz#det0" target="_blank">IFG NRW</a> (Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen, Anm. d. Red.) um Abschriften aller bei der Stadt Duisburg vorliegenden Schriftst&#252;cke, in denen die Stadt im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 eine Sicherheitsbewertung vorgenommen hat, die im Zusammenhang mit dem Tunnel in der Karl-Lehr-Stra&#223;e in Duisburg und dessen unmittelbarer Umgebung von weniger als 200 Metern Entfernung steht, sowie der <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,708478,00.html" target="_blank">Genehmigung vom 21.07.2010 und des am 24.03.2010 dem Polizeipr&#228;sidium Duisburg vorgelegten Sicherheitskonzepts</a> einschlie&#223;lich dazu geh&#246;riger Schreiben und Dokumente gebeten haben.</p>
<p>Zun&#228;chst m&#246;chte ich darauf hinweisen, dass zwischenzeitlich bereits einige beh&#246;rdliche Schriftst&#252;cke im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 <a href="http://www.google.de/" target="_blank">im Internet</a> zu finden sind; zudem hat die Stadt Duisburg unter <a href="http://www.duisburg.de">www.duisburg.de</a> einen <a href="http://www.duisburg.de/news/zwischenbericht_loveparade.php" target="_blank">Zwischenbericht</a> eingestellt, der eine F&#252;lle von Informationen &#252;ber das Verwaltungshandeln auf Seiten der Stadt enth&#228;lt. Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnen die von Ihnen begehrten Abschriften jedoch nicht gew&#228;hrt werden:</p>
<p>Gem&#228;&#223; <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2010&amp;bes_id=5012&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Informationsfreiheitsgesetz#det207537" target="_blank">§ 4 Abs. 1 IFG NRW</a> hat jede nat&#252;rliche Person nach Ma&#223;gabe dieses Gesetzes Anspruch auf Zugang zu den bei der Beh&#246;rde vorhandenen amtlichen Informationen, sofern nach Abs. 2 keine insoweit vorrangigen Vorschriften bestehen. Ein solcher vorrangiger Spezialanspruch ist vorliegend <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2250&amp;bes_id=4493&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Pressegsetz#det188991" target="_blank">§ 4 PresseG</a>, da Sie den Anspruch hier offensichtlich als Vertreter der Presse geltend machen. Das PresseG geht insoweit den Vorschriften des IFG NRW vor (vgl. Beschluss des OVG NRW vom 19.02.2004, Az. 5 A 640/02), so dass schon aus diesem Grund der Anwendungsbereich des IFG NRW nicht er&#246;ffnet ist. Dessen ungeachtet w&#228;re selbst f&#252;r den – hier aber nicht angenommenen – Fall, dass das IFG NRW zur Anwendung gelangen w&#252;rde, insbesondere mit Blick auf die <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_58367.html" target="_blank">laufenden Ermittlungen</a> der Staatsanwaltschaft derzeit nicht davon auszugehen, dass die Voraussetzungen f&#252;r eine Informationsgew&#228;hrung nach § 4 Abs. 1 IFG NRW vorliegen w&#252;rden.</p>
<p>Dem Grunde nach einschl&#228;gig ist hier folglich allein das PresseG. Nach § 4 Abs. 1 PresseG sind Beh&#246;rden verpflichtet, den Vertretern der Presse die der Erf&#252;llung ihrer &#246;ffentlichen Aufgabe dienenden Ausk&#252;nfte zu erteilen. Nach dem Gesetzeswortlaut ist der Anspruch also auf Auskunft gerichtet &#8211; und nicht auf die von Ihnen begehrten Abschriften. Auch eine Auskunft &#252;ber die von Ihnen gew&#252;nschten Informationen kommt hier aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht, da die Ablehnungsgr&#252;nde des § 4 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Nr. 3 PresseG greifen. Ihrem Interesse an der Nachrichtenbeschaffung bzw. Mitwirkung an der Meinungsbildung steht derzeit im Hinblick auf das laufende Ermittlungsverfahren der &#252;berwiegende <strong>Schutz der sachgem&#228;&#223;en Durchf&#252;hrung der Ermittlungst&#228;tigkeit und der Entscheidungsfindung der Ermittlungsbeh&#246;rde frei und unbeeintr&#228;chtigt von der &#246;ffentlichen Berichterstattung</strong> sowie ferner das &#252;berwiegende schutzw&#252;rdige private Interesse der von den gew&#252;nschten Informationen tangierten Personen – auch ihr Interesse, keiner „Vorverurteilung&#8221; durch die Presse / der &#214;ffentlichkeit und damit keiner Ermittlung (au&#223;er der der dazu zust&#228;ndigen Ermittlungsbeh&#246;rden) ausgesetzt zu sein – entgegen.</p>
<p>Im Ergebnis entspricht diese Auffassung im &#252;brigen auch der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Stadt Duisburg<br />
Der Oberb&#252;rgermeister<br />
Rechtsamt</p></blockquote>
<p>Auf dieses Schreiben habe ich heute folgenderma&#223;en geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Nachricht vom heutigen Tag. Ihre darin geschilderte Rechtsauffassung vermag jedoch nicht zu &#252;berzeugen. In der Tat ist, sofern ein Auskunftsanspruch nach dem Pressegesetz Nordrhein-Westfalen (PresseG NRW) besteht, dieser vorrangig gegen&#252;ber dem Zugang zu Informationen nach dem Informationsfreiheitsgesetz zu pr&#252;fen. Das bedeutet aber nicht, dass <strong><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBkQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fdju.verdi.de%2Fschwerpunkte%2Finformationsgesetz%2Fdata%2Fjourkon_10neu.pdf&amp;rct=j&amp;q=journalist%20ifg%20berufen&amp;ei=4SlgTMSEMcP-OerY4b0J&amp;usg=AFQjCNGJocrmIFrL3GjsU9-Pbjt_uOb-mA&amp;cad=rja" target="_blank">Journalistinnen oder Journalisten</a></strong> nicht auch nach § 4 Abs. 1 des Informationsfreiheitsgesestzes Nordrhein-Westfalen (IFG NRW ) den Zugang zu amtlichen Informationen erhalten k&#246;nnen. <strong>Als nat&#252;rliche Personen k&#246;nnen sie f&#252;r sich gleicherma&#223;en den allgemeinen Informationszugang beanspruchen.</strong> Zudem d&#252;rfen sie aufgrund ihrer Berufswahl im Verh&#228;ltnis zu anderen B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern im Rahmen der Informationsbeschaffung nicht schlechter gestellt werden. Nach dem Pressegesetz besteht im &#220;brigen lediglich ein Auskunftsanspruch, dessen Art der Erf&#252;llung im Ermessen der Beh&#246;rde steht. Der presserechtliche Auskunftsanspruch wird durch das Informationsfreiheitsgesetz insoweit erg&#228;nzt, als die informationssuchende Person selbst grunds&#228;tzlich die Art und Weise der Information w&#228;hlen kann, also beispielsweise statt der Auskunft der Anspruch auf Einsicht in die Verwaltungsunterlagen geltend gemacht werden kann. Neben dem Auskunftsanspruch nach § 4 PresseG NRW ist in dem vorliegenden Fall der Informationszugang somit auch nach den allgemeinen Regelungen des IFG NRW zu gew&#228;hren.</p>
<p>Im &#220;brigen ist fraglich, auf welche Weise Sie Kenntnis von meiner journalistischen T&#228;tigkeit erlangt haben, habe ich meine Anfrage doch als nat&#252;rliche Person und nicht als Journalist gestellt und von einer regul&#228;ren privaten E-Mail-Adresse, die – ebenso wie der Inhalt meiner Anfrage – keinen R&#252;ckschluss auf meine journalistische T&#228;tigkeit zul&#228;sst, aus verschickt. An dieser Stelle erlaube ich mir ein Zitat aus dem letzten <a href="http://www.bfdi.bund.de/cae/servlet/contentblob/951004/publicationFile/63723/2TB08_09.pdf" target="_blank">T&#228;tigkeitsbericht</a> des Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und Informationsfreiheit:</p>
<p><em>„Sofern das Informationsersuchen nicht begr&#252;ndet werden muss, sind etwaige <strong>Beweggr&#252;nde und Absichten des Antragstellers oder Informationen &#252;ber ihn v&#246;llig irrelevant</strong>. Solche Angaben d&#252;rfen bei der Bearbeitung des Antrages und der Entscheidung &#252;ber den Informationswunsch keine Rolle spielen. Wiederholt musste ich feststellen, dass Beh&#246;rden Nachforschungen &#252;ber die Antragsteller angestrengt hatten oder sich scheinbar von beruflichen oder pers&#246;nlichen Hintergr&#252;nden der Antragsteller beeinflussen lie&#223;en (vgl. Nr. 4.3.4, 4.11.5, 4.15.4). Das sog. &#8216;googeln&#8217; von Personen erschien ihnen in einigen F&#228;llen als legitimes Mittel, um sich ein erstes Urteil zu bilden.“</em></p>
<p>Selbst wenn ein Auskunftsanspruch auf der Grundlage des IFG NRW hier nicht gegeben w&#228;re, so muss ich auch ihren Ausf&#252;hrungen zum journalistischen Auskunftsanspruch widersprechen. Der presserechtliche Anspruch umfasst u. U. auch einen <strong>Anspruch auf Akteneinsicht, wenn aufgrund der Komplexit&#228;t der Materie nur auf diese Weise vollst&#228;ndige und wahrheitsgem&#228;&#223;e Sachverhaltskenntnis vermittelt werden kann</strong> (vgl. L&#246;ffler/Burkhardt, Presserecht, § 4 LPG Rz. 84). Im vorliegenden Fall kommt es gerade auf den Inhalt und den Wortlaut der genannten Dokumente, mit denen unter anderem die Veranstaltung Loveparade genehmigt wurde, an. Eine Auskunft &#252;ber einzelne Passagen w&#228;re nicht geeignet, um wahrheitsgem&#228;&#223;e Sachverhaltskenntnis zu erlangen. Zudem besteht nicht nur seitens der Opfer des Ungl&#252;cks vom 24. Juli 2010 und deren Angeh&#246;rigen, sondern auch seitens der &#214;ffentlichkeit ein sowohl erhebliches als auch berechtigtes Interesse an der Kenntnis des Inhalts der in Rede stehenden Dokumente.</p>
<p>In Bezug auf den von Ihnen geltend gemachten Ausnahmetatbestand nach <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2250&amp;bes_id=4493&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Pressegsetz#det188991" target="_blank">§ 4 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Nr. 3 PresseG NRW</a>, erlaube ich mir, Sie darauf hinzuweisen, dass nach dem Pressegesetz eine <strong>Auskunftspflicht von Beh&#246;rden gegen&#252;ber der Presse auch bei laufenden Verfahren</strong> besteht. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die sachgerechte Durchf&#252;hrung des Verfahrens durch eine Auskunft vereitelt, erschwert, verz&#246;gert oder gef&#228;hrdert werden w&#252;rde. Diese Einschr&#228;nkung ist jedoch restriktiv und verfassungskonform in einer Weise, die dem verfassungsrechtlich fundierten Informationsanspruch der Medien gerecht wird, auszulegen (vgl. L&#246;ffler/Burkhardt, § 4 LPG Rz. 97). Bisher ist von Ihnen nicht konkretisiert worden, inwiefern eine Auskunftserteilung Auswirkungen auf die sachgerechte Durchf&#252;hrung des Verfahrens h&#228;tte.</p>
<p>Auch die T&#228;tigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaften als Auspr&#228;gung hoheitlichen Handelns unterliegen in prinzipiell gleicher Weise der kritischen Beobachtung durch die Medien wie andere Bereiche staatlichen Handelns auch. Die Verantwortung f&#252;r Art und Umfang einer ver&#246;ffentlichten Information tr&#228;gt allein das jeweilige Medium, und die auskunftspflichtigen staatlichen Stellen sind prinzipiell nicht dazu berufen, ihr Ermessen hinsichtlich einer dem Gegenstand angemessenen Berichterstattung an die Stelle desjenigen der Medien zu setzen. <strong>Die Medien brauchen im Vorfeld der Berichterstattung mehr „Bewegungsfreiheit“ als bei der sp&#228;teren Ver&#246;ffentlichung</strong> (vgl. Steffen, AfP 1988, 117, 118), woran sich auch die Handhabung von Auskunftsersuchen in Ermittlungs-, Straf- und Verwaltungsverfahren orientieren muss. Es ist daher auch im Zusammenhang mit justizf&#246;rmigen Verfahren nicht zul&#228;ssig, die Entscheidung &#252;ber einen Auskunftsanspruch von einer beh&#246;rdlichen Prognose dar&#252;ber abh&#228;ngig zu machen, ob die Verwendung der erbetenen Auskunft in der Medienberichterstattung ihrerseits in gesch&#252;tzte Rechte der Betroffenen und insbesondere ihr Allgemeines Pers&#246;nlichkeitsrecht eingreifen wird (vgl. VG Berlin AfP 2000, 594). Auch die T&#228;tigkeit von Ermittlungs- und Verwaltungsbeh&#246;rden ist Gegenstand eines berechtigten Informationsinteresses der Medien und damit legitimer Gegenstand eines Auskunftsanspruchs (vgl. BVerwGE 35, 225; OVG L&#252;neburg NJW 1991, 445). Ich bitte Sie daher erneut um die &#220;bersendung von Abschriften der genannten Dokumente.</p>
<p>In der Hoffnung auf eine baldige Antwort verbleibt</p>
<p>mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p><em>(Hervorhebungen Carta)</em></p>
<p>Antwort des Rechtsamtes der Stadt Duisburg vom 13. August:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre weiteren Ausf&#252;hrungen vom 09.08.2010. Sie enthalten aber weiterhin keine Gesichtspunkte, die geeignet sein k&#246;nnten, ein anderes Ergebnis zu rechtfertigen bzw. die nicht schon im Vorfeld von mir entsprechend ber&#252;cksichtigt worden sind. Wie ich bereits am 09.08.2010 mitgeteilt hatte, entspricht die hiesige Auffassung im &#252;brigen auch der zumutbar recherchierbaren Rechtsprechung des hier zust&#228;ndigen VG D&#252;sseldorf in einem durchaus vergleichbaren Fall. Ich bitte daher um Ihr Verst&#228;ndnis, dass es insbesondere mit Blick auf das strafrechtliche Ermittlungsverfahren bei der Entscheidung bleibt, Ihnen &#8211; gleich, ob Sie sich auf § 4 PresseG oder auf § 4 IFG NRW berufen &#8211; die begehrten Abschriften nicht zu gew&#228;hren.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Stadt Duisburg<br />
Der Oberb&#252;rgermeister<br />
Rechtsamt</p></blockquote>
<p>Meine Antwort darauf:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Nachricht. Bitte teilen Sie mir mit, auf welche Rechtssprechung des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf Sie sich beziehen. Hier ist keine entsprechende Rechtssprechung bekannt.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Soeben habe ich auch beim Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen Beschwerde gegen die Stadt Duisburg, das Polizeipr&#228;sidium Duisburg sowie die Staatsanwaltschaft Duisburg wegen der Nichterteilung der von mir beantragten Ausk&#252;nfte eingelegt.</p>
<p>16. August 2010:</p>
<p>Heute hat mich folgendes Schreiben des Polizeipr&#228;sidiums K&#246;ln erreicht, an welches das Polizeipr&#228;sidium Duisburg die <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708500,00.html" target="_blank">Ermittlungen abgegeben</a> hat, um sich nicht dem Verdacht der Befangenheit auszusetzen und bei dem ich am 4. August ebenfalls Abschriften der in Rede stehenden Dokumente beantragt habe:</p>
<blockquote><p><strong>Informationsersuchen</strong></p>
<p><strong>Ihre E-Mail vom 04.08.2010</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>mit Ihrer o.a. E-Mail beantragen Sie auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) die &#220;bersendung von Abschriften im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 in Duisburg erstellter Schriftst&#252;cke.</p>
<p>Gem. § 4 Abs.2 IFG NRW gehen besondere Rechtsvorschriften, die &#252;ber den Zugang zu amtlichen Informationen, die Auskunftserteilung oder die Gew&#228;hrung von Akteneinsicht -also auch das &#220;berlassen von Abschriften dieser Informationen/Akten- bestehen, den Vorschriften dieses Gesetzes vor.</p>
<p>Die erbetenen Abschriften sind Bestandteil eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens. Ein Akteneinsichtsrecht sowie sonstiger Informationszugang richtet sich daher nach den Vorschriften der Strafprozessordnung (StPO) als besondere Vorschrift im vorgenannten Sinne.</p>
<p>Gem. § 478 Abs.1 StPO entscheidet demnach die Staatsanwaltschaft &#252;ber Ihren Antrag. Ich stelle anheim, sich an die f&#252;r dieses Verfahren zust&#228;ndige Staatsanwaltschaft Duisburg zu wenden.</p>
<p>Diese Auskunft ergeht geb&#252;hrenfrei.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Auf dieses Schreiben habe ich heute wie folgt geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX ,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihr Schreiben. Ich  darf Sie jedoch darauf hinweisen, dass das bei der Staatsanwaltschaft Duisburg  anh&#228;ngige Strafverfahren aus rechtlicher Sicht unerheblich f&#252;r eine  Auskunftserteilung im Zusammenhang mit Akten ist, die dem Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln vorliegen. Bitte teilen Sie mir daher mit, ob dem Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln  Abschriften der in Rede stehenden Dokumente vorliegen.</p>
<p>Mit freundlichen  Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Antwort des Polizeipr&#228;sidiums K&#246;ln vom 17. August:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>ich habe meinem Bescheid vom 10.08.2010 nichts hinzuzuf&#252;gen.</p>
<p>Mit freundlichem Gru&#223;</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>Gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Antwort des Rechtsamtes der Stadt Duisburg vom 19. August:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>bei meiner Entscheidung habe ich mich insbesondere an der Rechtsprechung der zust&#228;ndigen 26. Kammer des VG D&#252;sseldorf orientiert (etwa 26 L 1223/10), die mit den auch sonst &#252;blichen und bekannten Recherchem&#246;glichkeiten zumutbar ermittelt werden kann.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Stadt Duisburg<br />
Der Oberb&#252;rgermeister<br />
Rechtsamt</p></blockquote>
<p>Auf dieses Schreiben habe ich heute folgenderma&#223;en geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r die Angabe. Das von Ihnen genannte Urteil werde ich mir zukommen lassen und entsprechend pr&#252;fen. Da Sie schreiben, Sie h&#228;tten sich „insbesondere“ an der Rechtsprechung der 26. Kammer des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf orientiert und dabei „etwa“ am Urteil mit dem Aktenzeichen 26 L 1223/10, bitte ich Sie, mir auch die &#252;brige Rechtsprechung zu nennen, die Ihrer Rechtsauffassung entsprechen soll.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Am Montagmittag (23. August) habe ich folgende Nachricht des Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit erhalten:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre E-Mail vom 13.08.2010, mit welcher Sie um Pr&#252;fung bitten, ob die Ablehnung Ihres Informationszugangsantrages zum Sicherheitskonzept bzw. den Sicherheitsbewertungen anl&#228;sslich der Loveparade durch die Staatsanwaltschaft Duisburg,<br />
das Polizeipr&#228;sidium Duisburg und die Stadt Duisburg nach dem Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) rechtm&#228;&#223;ig ist.</p>
<p>Hinsichtlich des Antrages auf Informationszugang bei der Staatsanwaltschaft Duisburg ist festzustellen, dass das IFG NRW gem&#228;&#223; § 2 Abs. 2 IFG NRW f&#252;r die Staatsanwaltschaften nur gilt, soweit sie Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Die nun im Zuge des Ungl&#252;cks auf der Loveparade aufgenommenen Untersuchungen sind keine Verwaltungsaufgaben, sondern staatsanwaltschaftliche Ermittlungst&#228;tigkeiten, sodass der Anwendungsbereich des IFG NRW gegen&#252;ber der Staatsanwaltschaft Duisburg nicht er&#246;ffnet ist.</p>
<p>Die Antragsablehnungen des Polizeipr&#228;sidiums Duisburg und der Stadt Duisburg sind nach den Regelungen des IFG NRW im Ergebnis nicht zu beanstanden: Gem&#228;&#223; § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG NRW ist der Antrag auf Informationszugang abzulehnen, soweit und solange das Bekanntwerden der Information die T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Da ermittlungsrelevante Akten bei der Staatsanwaltschaft, wie oben ausgef&#252;hrt, bereits nicht dem Anwendungsbereich des IFG NRW unterfallen und damit nicht zug&#228;nglich sind, regelt § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG NRW den Parallelfall, dass die begehrten Informationen nicht nur bei der Staatsanwaltschaft, sondern auch bei anderen Beh&#246;rden vorliegen, so auch: Fran&#223;en /Seidel, Kommentar zum IFG NRW, § 6 Rn 728. Um die Ermittlungst&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaften umfassend zu sch&#252;tzen, wird durch diese Regelung auch den anderen Beh&#246;rden aufgegeben, die betreffenden Akten nicht offenzulegen, soweit die T&#228;tigkeit der Staatsanwalt beeintr&#228;chtigt wird und solange das Ermittlungsverfahren andauert. Ansonsten liefe die im IFG NRW zum Schutz der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungst&#228;tigkeit angeordnete Bereichsausnahme f&#252;r die Staatsanwaltschaften leer.</p>
<p>Angesichts des Ungl&#252;cks auf der Loveparade und dem damit zusammenh&#228;ngenden gro&#223;en Interesse der Bev&#246;lkerung und der Medien kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Bekanntwerden der angeforderten Informationen die T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. In einem solchen Fall sieht das Gesetz vor, dass der Antrag solange abzulehnen ist, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Die Antragsablehnungen der Beh&#246;rden sind daher zur Zeit nach dem IFG NRW im Ergebnis nicht zu beanstanden.</p>
<p>Diese Erw&#228;gungen gelten im &#220;brigen auch f&#252;r Ihre mit E-Mail vom 16.08.2010 &#252;bersandte Anfrage an das Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln.</p>
<p>Ich bedauere, Ihnen keine g&#252;nstigere Mitteilung machen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Im Auftrag</p>
<p>gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Hierauf habe ich heute wie folgt geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Ausf&#252;hrungen vom 23. August, die ich jetzt vollst&#228;ndig pr&#252;fen konnte.</p>
<p>Es ist unstreitig, dass der Anwendungsbereich des IFG NRW in Bezug auf Ermittlungst&#228;tigkeiten von Staatsanwaltschaften nicht er&#246;ffnet ist. Meine Anfrage richtete sich jedoch zun&#228;chst am 24. Juli 2010 um 23.12 Uhr an das Polizeipr&#228;sidium Duisburg sowie am 25. Juli 2010 um 14.59 Uhr an die Stadtverwaltung Duisburg. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg wurden jedoch erst am 25. Juli 2010 aufgenommen, so dass ein Auskunftsanspruch nach dem IFG zumindest in Bezug auf meine Anfrage an das Polizeipr&#228;sidium Duisburg zwischenzeitlich gegeben war.</p>
<p>Die Frage der zeitlichen Abfolge von Antragseingang und Aufnahme der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist jedoch unerheblich, da der Ausnahmetatbestand des § 6 lit. a) Alt. 4 IFG NRW an besondere Voraussetzungen gekn&#252;pft ist, die im konkreten Fall nicht gegeben sind. Nach der genannten Vorschrift ist der Antrag auf Informationszugang abzulehnen, soweit und solange das Bekanntwerden der Information die T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Die Vorschrift fordert eine Beeintr&#228;chtigung der &#246;ffentlichen Sicherheit oder Ordnung, die insbesondere durch die Beeintr&#228;chtigung der T&#228;tigkeit einer Staatsanwaltschaft vorliegen kann. Nach der allgemeinen polizei- und ordnungsrechtlichen Terminologie ist die Beeintr&#228;chtigung der Oberbegriff zu den Begriffen &#8220;Schaden&#8221; und &#8220;Bel&#228;stigung&#8221; bzw. &#8220;Nachteil&#8221; (Fran&#223;en/Seidel, § 6, Rn. 761). Allgemein kommt eine Beeintr&#228;chtigung im Sinne von Satz 1 lit. a) erst dann in Betracht, wenn negative Auswirkungen auf die aufgef&#252;hrten Belange bef&#252;rchtet werden m&#252;ssen. Es bedarf einer konkreten Feststellung im Einzelfall, dass es zu einer Beeintr&#228;chtigung durch die beantragte Gew&#228;hrung von Informationszugang k&#228;me (Fran&#223;en/Seidel, § 6, Rn. 762).</p>
<p>Weder die Stadtverwaltung Duisburg noch das Polizeipr&#228;sidium Duisburg hat bisher dargelegt, inwiefern eine derartige Beeintr&#228;chtigung durch die Informationserteilung w&#252;rde oder k&#246;nnte. Dass eine Beeintr&#228;chtigung der T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft Duisburg durch eine Informationserteilung eintreten w&#252;rde, ist indes auch zweifelhaft; die Beeinflussung von Zeugen oder die Vernichtung von Beweismitteln ist nicht zu bef&#252;rchten. Im Gegenteil l&#228;sst sich sogar argumentieren, dass eine Offenlegung der Dokumente f&#246;rderlich f&#252;r die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sein kann, in dem beispielsweise Augenzeugen erst durch die Kenntnisnahme der Dokumente bef&#228;higt werden, sachdienliche Hinweise zu geben, die f&#252;r die Ermittlungen relevant sind. Eine Beeintr&#228;chtigung kann zumindest in Bezug auf diejenigen Dokumente, die bereits frei im Internet kursieren, ausgeschlossen werden.</p>
<p>Ich bitte Sie daher, die Stadtverwaltung Duisburg sowie das Polizeipr&#228;sidium Duisburg aufzufordern, darzulegen, inwiefern eine Informationserteilung die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen beeintr&#228;chtigen soll.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Am Dienstag (24. August) erhielt ich die folgende Antwort des Rechtsamtes der Stadt Duisburg:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>wie ich bereits in meinen bisherigen E-Mails ausgef&#252;hrt habe, ist die einschl&#228;gige Rechtsprechung zum IFG NRW bzw. zum PresseG mit zumutbarem Aufwand zu ermitteln. Es besteht daher kein Anspruch, &#252;ber die schon mitgeteilten Entscheidungen des OVG NRW bzw. VG D&#252;sseldorf hinaus eine Auflistung s&#228;mtlicher zugrundegelegter Entscheidungen &#8211; die i. &#252;. alle im Internet ver&#246;ffentlicht sind &#8211; zu erstellen und Ihnen zukommen zu lassen.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Heute erhielt ich folgende Nachricht vom Verwaltungsgericht D&#252;sseldorf, bei dem ich am 19. August um &#220;bersendung des von der Stadtverwaltung Duisburg genannten Urteils, das ich im Internet nicht finden konnte, gebeten hatte:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>die von Ihnen angeforderte noch nicht rechtskr&#228;ftige Entscheidung vom 04.08.2010 &#8211; Az. 26 L 1223/10 &#8211; ist aufgrund Ihrer Anfrage im Internet in die &#246;ffentlich zug&#228;ngliche Rechtspre­chungsdatenbank www.nrwe.de eingestellt worden und kann dort abgerufen und ausgedruckt werden.</p>
<p>Die erfassten Entscheidungen der Gerichte in Nordrhein-Westfalen sind anonymisiert im Volltext eingestellt. F&#252;r die Recherchen stehen umfangreiche Suchhilfen zur Verf&#252;gung, die ausf&#252;hrlich in der Hilfe (Aufruf &#252;ber die gleichlautende Schaltfl&#228;che) beschrieben werden. Sollten Sie wider Erwarten nicht &#252;ber einen Internet-Zugang verf&#252;gen, wird um Hinweis gebeten.</p>
<p>Das Verfahren ist zur Zeit in der Rechtsmittelinstanz anh&#228;ngig (OVG M&#252;nster &#8211; Az.: noch nicht bekannt -).</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Im Auftrag<br />
XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Vor dem Hintergrund dieses Schreibens &#252;berrascht die Aussage des Mitarbeiters des Rechtsamtes der Stadt  Duisburg vom 19. August, wonach das von ihm genannte Urteil des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf angeblich &#8220;mit zumutbarem Aufwand zu ermitteln&#8221; gewesen sei. Vor allem aber belegt die Antwort des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf, dass der Mitarbeiter der Stadt Duisburg seine Rechtsauffassung mit einem Urteil begr&#252;ndete, das noch nicht einmal rechtskr&#228;ftig ist.</p>
<p>Antwort des Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit vom 7. September 2010:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre E-Mail vom 25.08.2010, mit welcher Sie im Wesentlichen mitteilen, dass Ihrer Meinung nach der Verweigerungsgrund des § 6 lit. a) Alt. 4 IFG NRW nicht vorliege bzw. ein entsprechender Vortrag der angeschriebenen Beh&#246;rden bislang noch ausstehe.</p>
<p>Wie bereits mit E-Mail vom 23.08.2010 ausgef&#252;hrt, bin ich indes der Meinung, dass eine Beeintr&#228;chtigung der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft durch das Bekanntwerden der beantragten Informationen nicht ausgeschlossen ist. In diesem Sinne hat auch das Verwaltungsgericht D&#252;sseldorf in einem Eilverfahren, Az.: 26 L 1223/10, am 04.08.2010 den Antrag eines Journalisten auf Akteneinsicht in die zur &#8220;Loveparade&#8221; erteilten Genehmigungen nebst Anlagen und dazugeh&#246;rigem Schriftverkehr abgelehnt. Das Gericht f&#252;hrt zu den gepr&#252;ften Ausschlussgr&#252;nden § 4 Abs. 2 Nr. 1 PresseG und § 6 lit. a) IFG NRW aus:</p>
<p>&#8220;Schlie&#223;lich bestehen gewichtige Bedenken, ob nicht dem Akteneinsichtsanspruch § 4 Abs. 2 Nr. 1 PresseG bzw. § 6 Abs. 1 Satz 1 lit a) IFG NRW entgegenstehen. (&#8230;) Dass diese Ausschlussgr&#252;nde hier vorliegen k&#246;nnen, ist nicht von der Hand zu weisen. Denn das Zug&#228;nglichmachen der die Genehmigung der Loveparade betreffenden Verwaltungsvorg&#228;nge im derzeitigen Stadium der Ermittlungen k&#246;nnte zu einer Ver&#228;nderung der Verfahrensposition der Beteiligten oder Betroffenen, mittelbar auch zu einer Einwirkung auf die Beweislage oder zur Vereitelung bestehender Aufkl&#228;rungsm&#246;glichkeiten und damit zu St&#246;rungen des ordnungsgem&#228;&#223;en Verfahrensablaufs f&#252;hren. Dar&#252;ber hinaus kann die Rechtspflege auch dadurch Schaden nehmen, dass die &#214;ffentlichkeit oder einzelne am Verfahrensausgang interessierte Personen mit Hilfe der erlangten Information Druck auf Entscheidungstr&#228;ger aus&#252;ben. Zwar sind auch strafrechtliche Ermittlungsverfahren nicht von vornherein der Kenntnis der &#214;ffentlichkeit entzogen. Jedoch vollzieht sich in diesen Verfahren die Unterrichtung der &#214;ffentlichkeit nach Regeln und Formen, die der Art des Verfahrens in besonderer Weise angepasst sind. Insbesondere muss die Entscheidung &#252;ber die Weitergabe von Informationen den die m&#246;glichen Folgen am ehesten &#252;berblickenden Rechtspflegeorganen selbst &#252;berlassen bleiben.&#8221;</p>
<p>Den Beschluss k&#246;nnen Sie auch unter www.nrwe.de abrufen. Ich verbleibe daher bei meiner mit E-Mail vom 23.08.2010 vertretenen Rechtsauffassung. Ich bedauere, Ihnen keine g&#252;nstigere Mitteilung machen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Im Auftrag</p>
<p>gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Antwort der Staatsanwaltschaft Duisburg vom 25. August 2010:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>mit bei der Poststelle der Staatsanwaltschaft Duisburg am 04.08.2010 eingegangener E-Mail bitten Sie auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes um Abschriften aller bei der Staatsanwaltschaft Duisburg vorliegenden Schriftst&#252;cke, in denen die Stadt Duisburg im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 eine Sicherheitsbewertung vorgenommen hat. Ihr Begehren richtet sich ersichtlich auf Schriftst&#252;cke  aus dem Zust&#228;ndigkeitsbereich der Stadt Duisburg.</p>
<p>Unabh&#228;ngig davon, dass nach § 11 des Informationsfreiheitsgesetzes die Erhebung von Geb&#252;hren vorschreibt und f&#252;r die Erteilung von Ausk&#252;nften seitens der Staatsanwaltschaft gem&#228;&#223; § 2 Abs. 2 des Informationsfreiheitsgesetzes andere Regelungen vorrangig sind, wie f&#252;r Sie speziell der § 4 des Landespressegesetzes, ist zur Erteilung von Informationen grunds&#228;tlich die Stelle zust&#228;ndig, in deren Bereich die Vorg&#228;nge gef&#252;hrt werden, aus denen Sie Informationen begehren. Das ist in vorliegendem Fall die Verwaltung der Stadt Duisburg.</p>
<p>Ich kann Ihnen daher nur anheim stellen, sich mit Ihrem Anliegen an die Verwaltung der Stadt Duisburg zu wenden.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Oberstaaatsanwalt</p></blockquote>
<p>An diesem Schreiben &#252;berrascht, dass der Bearbeiter, ein Volljurist, der Auffassung ist, dass § 2 Abs. 2 IFG NRW von einer Vorrangigkeit des Pressegesetzes gegen&#252;ber dem IFG ausgeht. Dass dies nicht der Fall ist und sich Journalisten unabh&#228;ngig voneinander auf beide Gesetze berufen k&#246;nnen, ist jedoch unstreitig.</p>
<div style="width: 1px;height: 1px;overflow: hidden">
<p class="MsoPlainText">geehrter Herr Oppong,</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">vielen Dank f&#252;r Ihre E-Mail vom 13.08.2010, mit welcher Sie um</p>
<p class="MsoPlainText">Pr&#252;fung bitten, ob die Ablehnung Ihres Informationszugangsantra-</p>
<p class="MsoPlainText">ges zum Sicherheitskonzept bzw. den Sicherheitsbewertungen</p>
<p class="MsoPlainText">anl&#228;sslich der Loveparade durch die Staatsanwaltschaft Duisburg,</p>
<p class="MsoPlainText">das Polizeipr&#228;sidium Duisburg und die Stadt Duisburg nach dem</p>
<p class="MsoPlainText">Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) recht-</p>
<p class="MsoPlainText">m&#228;&#223;ig ist.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Hinsichtlich des Antrages auf Informationszugang bei der Staats-</p>
<p class="MsoPlainText">anwaltschaft Duisburg ist festzustellen, dass das IFG NRW gem&#228;&#223;</p>
<p class="MsoPlainText">§ 2 Abs. 2 IFG NRW f&#252;r die Staatsanwaltschaften nur gilt, soweit</p>
<p class="MsoPlainText">sie Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Die nun im Zuge des Un-</p>
<p class="MsoPlainText">gl&#252;cks auf der Loveparade aufgenommenen Untersuchungen sind</p>
<p class="MsoPlainText">keine Verwaltungsaufgaben, sondern staatsanwaltschaftliche Er-</p>
<p class="MsoPlainText">mittlungst&#228;tigkeiten, sodass der Anwendungsbereich des IFG</p>
<p class="MsoPlainText">NRW gegen&#252;ber der Staatsanwaltschaft Duisburg nicht er&#246;ffnet</p>
<p class="MsoPlainText">ist.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Die Antragsablehnungen des Polizeipr&#228;sidiums Duisburg und der</p>
<p class="MsoPlainText">Stadt Duisburg sind nach den Regelungen des IFG NRW im Er-</p>
<p class="MsoPlainText">gebnis nicht zu beanstanden: Gem&#228;&#223; § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG</p>
<p class="MsoPlainText">NRW ist der Antrag auf Informationszugang abzulehnen, soweit</p>
<p class="MsoPlainText">und solange das Bekanntwerden der Information die T&#228;tigkeit der</p>
<p class="MsoPlainText">Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Da ermittlungsrele-</p>
<p class="MsoPlainText">vante Akten bei der Staatsanwaltschaft, wie oben ausgef&#252;hrt, be-</p>
<p class="MsoPlainText">reits nicht dem Anwendungsbereich des IFG NRW unterfallen und</p>
<p class="MsoPlainText">damit nicht zug&#228;nglich sind, regelt § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG</p>
<p class="MsoPlainText">NRW den Parallelfall, dass die begehrten Informationen nicht nur</p>
<p class="MsoPlainText">bei der Staatsanwaltschaft, sondern auch bei anderen Beh&#246;rden</p>
<p class="MsoPlainText">vorliegen, so auch: Fran&#223;en /Seidel, Kommentar zum IFG NRW,</p>
<p class="MsoPlainText">§ 6 Rn 728. Um die Ermittlungst&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaften</p>
<p class="MsoPlainText">umfassend zu sch&#252;tzen, wird durch diese Regelung auch den an-</p>
<p class="MsoPlainText">deren Beh&#246;rden aufgegeben, die betreffenden Akten nicht offen-</p>
<p class="MsoPlainText">zulegen, soweit die T&#228;tigkeit der Staatsanwalt beeintr&#228;chtigt wird</p>
<p class="MsoPlainText">und solange das Ermittlungsverfahren andauert. Ansonsten liefe</p>
<p class="MsoPlainText">die im IFG NRW zum Schutz der staatsanwaltschaftlichen Ermitt-</p>
<p class="MsoPlainText">lungst&#228;tigkeit angeordnete Bereichsausnahme f&#252;r die Staatsan-</p>
<p class="MsoPlainText">waltschaften leer.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Angesichts des Ungl&#252;cks auf der Loveparade und dem damit zu-</p>
<p class="MsoPlainText">sammenh&#228;ngenden gro&#223;en Interesse der Bev&#246;lkerung und der</p>
<p class="MsoPlainText">Medien kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Bekannt-</p>
<p class="MsoPlainText">werden der angeforderten Informationen die T&#228;tigkeit der Staats-</p>
<p class="MsoPlainText">anwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. In einem solchen Fall sieht</p>
<p class="MsoPlainText">das Gesetz vor, dass der Antrag solange abzulehnen ist, bis die</p>
<p class="MsoPlainText">Ermittlungen abgeschlossen sind. Die Antragsablehnungen der</p>
<p class="MsoPlainText">Beh&#246;rden sind daher zur Zeit nach dem IFG NRW im Ergebnis</p>
<p class="MsoPlainText">nicht zu beanstanden.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Diese Erw&#228;gungen gelten im &#220;brigen auch f&#252;r Ihre mit E-Mail vom</p>
<p class="MsoPlainText">16.08.2010 &#252;bersandte Anfrage an das Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Ich bedauere, Ihnen keine g&#252;nstigere Mitteilung machen zu k&#246;n-</p>
<p class="MsoPlainText">nen.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p class="MsoPlainText">Im Auftrag</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">gez. Seelen</p>
</div>
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		<title>“Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung”: Die FDP rechnet sich Steuereinnahmen sch&#246;n</title>
		<link>http://carta.info/31283/warum-luegen-die-liberalen-zu-steuereinnahmen/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 13:01:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Steuersenkungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FDP wirbt bei den W&#228;hlern mit einer t&#228;uschenden Grafik f&#252;r Steuersenkungen. Die Grafik, die auch FDP-Spitzenpolitiker nutzten, wird von SPD, Linke und Gr&#252;nen kritisiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Steuersch&#228;tzung best&#228;tigt: Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung sind da“ hei&#223;t es in blauen Lettern auf gelbem Hintergrund auf dem <a href="http://www.fdp-bundespartei.de/files/1410/Flugblatt_Steuerschaetzung.pdf" target="_blank">&#8220;Flugblatt Steuersch&#228;tzung&#8221;</a> der FDP. Darauf sind zwei nebeneinander abgebildete Balken zu sehen, die verdeutlichen sollen, dass die Steuereinnahmen von 2005 bis 2013 um 109,3 Mrd. Euro auf 561,3 Mrd. Euro steigen werden. Die Steigerung von 24,2 Prozent soll die Grundlage f&#252;r die von der FDP hei&#223; ersehnten Steuersenkungen bilden.</p>
<p>Doch was die L&#228;ngenverh&#228;ltnisse der beiden Balken angeht, hat sich jemand bei den Liberalen geh&#246;rig verrechnet. Der rechte Balken, der verdeutlichen soll, wie hoch die Steuereinnahmen steigen werden, ist ein ganzes Viertel l&#228;nger, als er den Zahlen nach sein d&#252;rfte.</p>
<p>Der W&#252;rzburger &#214;konomen <a href="http://www.vwl.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/vwl1/team/bofinger/" target="_blank">Peter Bofinger</a>, Mitglied des <a href="http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/" target="_blank">Sachverst&#228;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage</a>, kritisiert: „Das ist hochgradig unseri&#246;s“. Die FDP-Grafik sei ein „schlimmer Taschenspielertrick“, so Bofinger. Zudem unterstelle die FDP, dass 2005 „alles im gr&#252;nen Bereich gewesen sei“. Die Einnahmen des Staates seien jedoch „schon im Jahr 2005 unzureichend gewesen, weil der Staat ein Defizit hatte von 74 Milliarden“. Au&#223;erdem ber&#252;cksichtige die FDP-Grafik nicht die Inflation. „Wenn man das auf die Kaufkraft von 2005 zur&#252;ckrechnet, sind die 561 Milliarden bei einer j&#228;hrlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur 498 Milliarden wert“, wei&#223; der &#214;konom.</p>
<p><a href="http://www.dietmar-bartsch.de/" target="_blank">Dietmar Bartsch</a>, stellvertretender Vorsitzender der Bundesfraktion Die Linke, findet: „Wie im Wahlkampf zu den Bundestagswahlen t&#228;uscht die FDP die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger &#252;ber die M&#246;glichkeit von Steuersenkungen.“ Im ersten Regierungsjahr der FDP sei das Steuersystem weder einfacher noch gerechter geworden; niedrige Steuern zahlten nur reiche Hoteliers, so Bartsch.</p>
<p>Der SPD-Haush&#228;lter <a href="http://www.carsten-schneider.de/cms/index.php" target="_blank">Carsten Schneider</a> sagt, die FDP-Pr&#228;sentation sei „der letzte verzweifelte Versuch der FDP vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen“ gewesen, um „die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler f&#252;r dumm zu verkaufen und ihnen einzureden, es gebe Spielr&#228;ume f&#252;r Steuersenkungen.“  Zudem sieht man in der FDP-Grafik sogar eine „bewusste Irref&#252;hrung und versuchte T&#228;uschung der W&#228;hlerinnen und W&#228;hler“.</p>
<div id="attachment_31285" class="wp-caption alignright" style="width: 223px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Christian-Lindner-FDP.jpg"><img class="size-medium wp-image-31285" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Christian-Lindner-FDP-213x300.jpg" alt="Christian-Lindner-FDP" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Christian Lindner, FDP (Foto: Kowalke/FDP)</p></div>
<p>Auch <a href="http://www.alexander-bonde.de/" target="_blank">Alexander Bonde</a>, haushaltspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Obmann im Haushaltsausschuss, sieht die FDP-Grafik kritisch: „In Zeiten einer Rekordverschuldung und wichtiger Investitionsaufgaben zur &#246;kologischen Modernisierung unserer Volkswirtschaft gibt es keinen Spielraum f&#252;r Steuersenkungen – an dieser Tatsache &#228;ndern auch FDP-Grafiken nichts.“</p>
<p>Am Tag der letzten offiziellen Steuersch&#228;tzung am 6. Mai gab der FDP-Generalsekret&#228;r <a href="http://www.christian-lindner.de/" target="_blank">Christian Lindner</a> im Foyer des Thomas-Dehler-Hauses in Berlin, wo die FDP ihre Parteizentrale hat, ein <a href="http://www.flickr.com/photos/liberale/4584060160/" target="_blank">&#8220;Presse-Statement&#8221;</a> ab. Dabei hielt Christian Lindner die t&#228;uschenden Balken in die Kameras. Bei der Aktion waren unter anderem Journalisten von ARD, Deutsche Welle, ZDF, ProSiebenSat.1 und dpa zugegen. In der <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts19212.html" target="_blank">20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau</a> war Lindner mit dem Plakat in der Hand zu sehen, die umstrittenen Balken waren jedoch au&#223;erhalb des Bildbereichs.</p>
<div id="attachment_31286" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Andreas-Pinkwart-FDP.jpg"><img class="size-full wp-image-31286" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Andreas-Pinkwart-FDP-e1280311355485.jpg" alt="Andreas-Pinkwart-FDP" width="560" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Andreas Pinkwart beim 61. Bundesparteitag der FDP in K&#246;ln (Foto: FDP)</p></div>
<p>Der FDP-Vize <a href="http://www.andreas-pinkwart.de/" target="_blank">Andreas Pinkwart</a>, bis letzte Woche Mittwoch stellvertretender Ministerpr&#228;sident in NRW, hielt auf dem FDP-Bundesparteitag am 24. April &#252;ber eine Minute lang eine &#228;hnliche Grafik <a href="http://www.youtube.com/watch?v=nf30F-_h4tg" target="_blank">in die Kameras</a>. Auch sie zeigte den Einnahmenzuwachs des Staates von und verwendete dazu ebenfalls zwei nebeneinander abgebildete Balken. Diese zufolge sollte der Gesamtstaat von 2005 bis 2013 sogar einen „Einnahmezuwachs von 27 Prozent“ erwarten k&#246;nnen, wie Pinkwart prophezeite.</p>
<p>Was die Frage der Realisierbarkeit der von ihr geforderten Steuersenkungen vor dem Hintergrund niedriger Staatseinnahmen angeht, stand die FDP zum Zeitpunkt von Pinkwarts Rede extrem unter Druck. Zwei Wochen sp&#228;ter, am 9. Mai, fand n&#228;mlich die NRW-Landtagswahl statt. Zwischenzeitlich war von der Regierung sogar &#252;berlegt worden, den Termin der anstehenden Steuersch&#228;tzung, bei der erhebliche Mindereinnahmen nicht ausgeschlossen wurden, auf einen Zeitpunkt nach der NRW-Landestagswahl zu terminieren.</p>
<p>Die <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/lang_de/nn_54180/DE/BMF__Startseite/Multimedia/20100506-Steuerschaetzung__artikel.html" target="_blank">Steuersch&#228;tzung</a> brachte dann ein Ergebnis, das die Steuersenkungspl&#228;ne der FDP st&#246;rt: Der Sch&#228;tzung zufolge hat der Staat bis 2013 mit Mindereinnahmen in H&#246;he von 38,9 Milliarden Euro zu rechnen. Die FDP, die zu ihrem Flugblatt auf Anfrage nicht Stellung nehmen wollte, behauptet auf ihrem Flugblatt Steuersch&#228;tzung, das sie im Internet zum Download bereith&#228;lt, jedoch: „Der &#246;ffentlichen Hand stehen weiter Einnahmen in Rekordh&#246;he zur Verf&#252;gung“.
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<a href="http://carta.info/31283/warum-luegen-die-liberalen-zu-steuereinnahmen/">“Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung”: Die FDP rechnet sich Steuereinnahmen sch&#246;n</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31283/warum-luegen-die-liberalen-zu-steuereinnahmen/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31283&amp;md5=36ef47dbcad3edaebfcffa73ac05a481" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VIII</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 22:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Presseschau vom 25. Juni bis zum 27. Juli 2010 u.a. mit: Neugr&#252;ndung von Investigativ-Teams, Wikileaks, G&#252;nter Wallraff, Frontal 21 mit Bahn-St&#246;rfallbericht und der Jahrestagung des Netzwerk Recherche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a740ef56d6e5448fac219fb5ddcf8d23" alt="" width="1" height="1" /><strong>Investigativ-Teams</strong></p>
<p>Nachdem die <em>S&#252;ddeutsche</em> schon seit l&#228;ngerem ein eigenes Investigativ-Team hat und bei der <em>WAZ</em> im April die Gr&#252;ndung eines neuen Rechercheteams bekannt wurde, haben in k&#252;rzester Zeit der <em>Stern</em> (<a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/stern-grndet-investigative-elite-truppe_100028755.html" target="_blank">Meedia</a>), die <em>Welt</em> (<em><a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8348398/Neues-Investigativ-Team.html" target="_blank">Welt</a></em>, <a href="http://www.dwdl.de/story/26807/welt_dockt_investigativressort_an_chefredaktion_an/" target="_blank">DWDL.de</a>) und dapd (<a href="http://kress.de/alle/detail/beitrag/105130-die-spuernasen-von-dapd-thomas-rietig-und-olaf-jahn-leiten-sources.html" target="_blank">kress.de</a>) die Bildung von neuen Investigativ-Reporterteams bekannt gegeben. Lesenswert: <em><a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Investigativ-Teams-Was-steckt-hinter-den-Gruendungen-von-Rechercheressorts%3F_93648.html" target="_blank">Horizont.net</a></em> hat Vertreter von <em>WAZ</em>, <em>Welt</em>, dapd und <em>Stern</em> zum neuen Trend der Bildung von investigativen Rechercheeinheiten interviewt.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Einem US-Soldat drohen 55 Jahre Haft, weil er ein heikles Irak-Video an Wikleaks weitergegeben haben soll, berichten <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,705068,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/anklage-vor-us-kriegsgericht-wikileaks-verdaechtigem-drohem-jahre-haft-1.971241" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>, <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/anklage-wegen-wikileaks-video/" target="_blank">taz</a></em>, <em><a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/wikileaks-militaer-geheimvideo" target="_blank">ZEIT ONLINE</a></em> und die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/us-soldat_wegen_weitergabe_von_irak-video_an_wikileaks_angeklagt_1.6447266.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em>.</p>
<p>Die Spenden- und Finanzpolitik von Wikileaks war Thema bei <em><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-07/wikileaks-spenden-transparenz" target="_blank">ZEIT ONLINE</a></em> und <em><a href="http://www.freitag.de/politik/1027-wir-zahlen-den-wikileaks-leuten-kein-gehalt" target="_blank">Der Freitag</a></em>. &#8220;Unkontrollierte Finanzen? Unsichere Technik?&#8221; hie&#223; es ebenfalls im <em><a href="Informant enttarnt? Unkontrollierte Finanzen? Unsichere Technik?" target="_blank">Freitag</a></em>. Ebenfalls <a href="http://www.freitag.de/politik/1028-wir-muessen-das-wachstum-bewaeltigen" target="_blank">dort</a>, ein Interview mit Daniel Schmitt von Wikileaks, w&#228;hrend <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-kopf-julian-assange-wir-stehen-unter-beobachtung-1.976720" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em> und <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,708464,00.html#ref=nldt" target="_blank">Spiegel Online</a></em> Julian Assange von Wikileaks interviewte.</p>
<p>Zuletzt hat Wikileaks rund 77.000 zumeist geheime Dokumente ver&#246;ffentlicht, die der <em>Spiegel</em>, die <em>New York Times</em> und der <em>Guardian</em> vorher gesichtet und analysiert haben, wie <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708516,00.html#ref=nldt" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/doppelter-triumph/" target="_blank">taz</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/enthuellung-von-wikileaks-geheime-afghanistan-protokolle-offengelegt-1.979452" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>, der <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/wikileaks-duepiert-usa-mit-geheimen-afghanistan-akten/1890998.html" target="_blank">Der Tagesspiegel</a></em> und <em><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Verteidigungsministerium-prueft-Wikileaks-Berichte-id3286069.html" target="_blank">DerWesten</a></em> berichten. Die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video744728.html" target="_blank">Tagesschau</a> interviewte Daniel Schmitt von Wikileakszu dem Thema. <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt Online</a></em> meint, die Pentagon-Papers seien relevanter gewesen als die Afghanistan-Papiere es seien. <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/schon-lnger-in-verbindung-zu-wikileaks_100029309.html" target="_blank">Meedia</a> interviewte den Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo, der sich auch gegen&#252;ber der dpa <a href="http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/2241610/" target="_blank">&#228;u&#223;erte</a>, zur Zusammenarbeit des Spiegel mit Wikileaks.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der WDR Szenen eines Films, in denen G&#252;nter Wallraff in seiner Rolle als Hans Esser zu sehen ist, unter Verschluss h&#228;lt. G&#252;nter Wallraff erz&#228;hlte dem Magazin <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/507795" target="_blank">jetzt </a>der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em> etwas &#252;ber seine Inspiration durch Heinrich B&#246;ll bei seinem Werk &#8220;Der Aufmacher&#8221;. Wallraff und B&#246;ll sind auch Thema im <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1278663516399.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>. Mit einer Stiftung f&#246;rdert G&#252;nter Wallraff jetzt Undercover-Recherchen von Nachwuchsjournalisten, wie bei <em><a href="http://www.derwesten.de/kultur/Enthuellungsjournalist-Wallraff-foerdert-Nachwuchs-id3219331.html" target="_blank">DerWesten</a></em> zu lesen ist.</p>
<h4><strong>Frontal 21</strong></h4>
<p>Weil die Bahn behauptet, in ihrem &#252;berhitzten ICE seien es nicht 70 Grad gewesen, ver&#246;ffentlichte das ZDF-Magazin Frontal 21 eine PDF mit einem Original-St&#246;rfallbericht, in dem von 70 Grad die Rede ist, wie <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,8091935,00.html" target="_blank">heute.de</a>, <em><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,707895,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0724/medien/0132/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em> berichten. Frontal 21 hatte <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,8091059,00.html" target="_blank">hier</a> selbst ausf&#252;hrlich &#252;ber die Hitzepanne berichtet.</p>
<h4><strong>Netzwerk Recherche</strong></h4>
<p>Der NDR-Intendant Lutz Marmor hat auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche an die Journalistinnen und Journalisten  in Deutschland <a href="http://www.presseportal.de/pm/6561/1645887/ndr_norddeutscher_rundfunk" target="_blank">appelliert</a>, sich bei ihrer investigativen Arbeit nicht  von juristischen Gegenma&#223;nahmen einsch&#252;chtern zu lassen. Einen l&#228;ngeren Bericht &#252;ber die Jahrestagung brachte der <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/gute-zeiten-schlechte-seiten/1880172.html;jsessionid=A5F7E5F59E7E8FCBBA44E076ED1140A1e" target="_blank">Tagesspiegel</a></em>.
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		<title>B&#252;rger, nutzt die Informationsfreiheit!</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 15:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Revolution in Richtung Transparenz: Das Informationsfreiheitsgesetz. Doch ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit: Eine Kultur der Informationserteilung h&#228;ngt auch von B&#252;rgern und Journalisten ab, die das Recht nutzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6a5193bc5c104b3c9f56979e1fe58922" alt="" width="1" height="1" />Ohne Demokraten keine Demokratie – ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit. Von den deutschen Bundesb&#252;rgern d&#252;rften viele das seit 2006 geltende <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/ifg/" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz" target="_blank">IFG</a>) gar nicht kennen. Dabei ist das Gesetz, das daf&#252;r sorgt, dass das Amtsgeheimnis nicht mehr absolut gilt und eine Beh&#246;rde die Herausgabe von Informationen nur in bestimmten Ausnahmef&#228;llen verweigern darf, eine wahre Revolution in Bezug auf Transparenz.</p>
<p>Es erm&#246;glicht B&#252;rgern, von der lokalen Verwaltung Informationen &#252;ber anstehende Bauprojekte erhalten oder verhilft Journalisten, an einen wichtigen Vermerk eines Ministeriums zu gelangen. Ein B&#252;rger beantragte beispielsweise auf der Grundlage des IFG Auskunft dar&#252;ber, wer die Sponsoren der Amtskette des D&#252;sseldorfer Oberb&#252;rgermeisters sind – es waren der Chemiekonzern Bayer und zwei lokale Kreditinstitute. Er musste f&#252;r diese Information sein Recht auf Akteneinsicht <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Datenschutzrecht/Informationsfreiheit/503-VG-Duesseldorf-Az-26-K-416303-Amtskette-des-Buergermeister.html" target="_blank">einklagen</a>.</p>
<p>Denn viele Beh&#246;rden haben das alte Amtsgeheimnis noch nicht &#252;berwunden und geben nur <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesbehoerden-handhaben-Informationsfreiheit-zunehmend-restriktiv-206169.html" target="_blank">widerwillig Auskunft</a>. Der Bundesbeauftragte f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, beschwerte sich sogar Anfang Mai in der <a href="http://www.tagesschau.de/inland/informationsfreiheit100.html" target="_blank">Tagesschau</a> dar&#252;ber, dass viele Beh&#246;rden zu intensiv von Ausnahmeregeln wie dem Schutz von Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen Gebrauch machen.</p>
<p>Je l&#228;nger das Gesetz in Kraft ist und je mehr Antr&#228;ge gestellt werden, desto eher wird sich eine <strong>Kultur der offenen Informationserteilung</strong> einstellen. Doch wie schnell dies der Fall ist, h&#228;ngt auch davon ab, wie intensiv B&#252;rger und Journalisten von dem neuen Gesetz Gebrauch machen. Deswegen ist falsche Scheu in Sachen Informationsfreiheit fehl am Platz. Einen <strong>IFG-Antrag</strong> zu stellen ist n&#228;mlich keine blo&#223;e M&#246;glichkeit, die die Verwaltung aus Kulanz einr&#228;umt, sondern <strong>ein B&#252;rgerrecht erster Klasse</strong>. Dennoch stellten &#252;ber 82 Millionen Bundesb&#252;rger im Jahr 2008 nur 1.548 Antr&#228;ge nach dem Bundes-IFG &#8211; Anfragen von Journalisten mit eingeschlossen.</p>
<p>Allerdings muss immer ber&#252;cksichtigt werden, dass die Bearbeitung von Antr&#228;gen nach dem IFG auch Aufwand bei der Beh&#246;rde erzeugt und ganze Apparate l&#228;hmen kann. Ganz unabh&#228;ngig davon, ob der Antragsteller sp&#228;ter &#252;ber eine Geb&#252;hr daf&#252;r aufkommt oder nicht.</p>
<p>Dies ist aber auch schon ein entscheidender Punkt: Nach dem IFG k&#246;nnen f&#252;r Anfragen – in der Praxis teils erhebliche – <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-streitet-ueber-Kosten-fuer-Informationsfreiheit-177142.html" target="_blank">Geb&#252;hren</a> erhoben werden. Zwar sieht etwa das schleswig-holsteinische IFG eine Geb&#252;hrenbefreiung f&#252;r gemeinn&#252;tzige Organisationen vor und auch Journalisten haben das Gl&#252;ck, dass sie mit ihren Fragen das &#246;ffentliche Interesse vertreten und damit unter die <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/files/ifg-kommentar-text.pdf" target="_blank">Geb&#252;hrenausnahmeregelung</a> gefasst werden k&#246;nnen. Wegen der Vielzahl und der Art ihrer kritischen Anfragen haben Journalisten jedoch auch h&#228;ufiger das Nachsehen bei den Beh&#246;rden, wenn es um die Auskunftserteilung geht.</p>
<p>Denn genauso wie Pressestellen von Beh&#246;rden filtern sollen, was f&#252;r Informationen an die &#214;ffentlichkeit gelangen, halten sie auch peinlich ihre Hand &#252;ber das, was im Rahmen von IFG-Antr&#228;gen an  Informationen ihr Haus verl&#228;sst. Jeder ordnungsgem&#228;&#223; bearbeitete Antrag nach dem <a href="http://www.informationsfreiheitsgesetz.net/blog" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> kann aus Sicht einer Beh&#246;rde der Ausl&#246;ser f&#252;r <strong>unliebsame mediale Berichterstattung</strong> sein.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck bietet der Bundesbeauftragte f&#252;r Informationsfreiheit mit seiner Ombudsfunktion die M&#246;glichkeit, die Bearbeitung von IFG-Anfragen durch Beh&#246;rden zu &#252;berpr&#252;fen und gegebenenfalls einzuschreiten. Ein <strong>Weisungsrecht</strong>, welches eigentlich das Entscheidende w&#228;re und deshalb dringend einzuf&#252;hren ist, hat er allerdings nicht.</p>
<p>Was das Verh&#228;ltnis zwischen dem eigenen Aufwand, immer wieder nachzuhaken, dem erzeugten Verwaltungsaufwand und berechtigtem Interesse angeht, bleibt es immer eine Abw&#228;gungsfrage, ob man einen IFG-Antrag wirklich stellen sollte. Wer wei&#223; – vielleicht wird das beantragte Dokument ja kurze Zeit sp&#228;ter <strong>Wikileaks</strong> zugespielt und dort frei ver&#246;ffentlicht. So erging es J&#246;rg Tauss, der 2008 sogar <a href="http://jaccomat.net/net/jtauss/index.php/index.php?nr=587&amp;menu=1" target="_blank">klagte</a>, weil er die die Toll-Collect-Vertr&#228;ge nicht einsehen durfte. <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632790/" target="_blank">Sp&#228;ter</a> standen sie bei <a href="http://wikileaks.org/wiki/Toll_Collect_Vertraege%2C_2002" target="_blank">Wikileaks</a>.</p>
<p>Das ist jedoch eher die Ausnahme. Und da die rund 50.000 Journalistinnen und Journalisten in Deutschland die Arbeit der Politik und die von &#252;ber 4,1 Millionen Staatsbediensteten in Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen nicht alleine kontrollieren k&#246;nnen, braucht kritischer Journalismus kritische und interessierte B&#252;rgerinnen und B&#252;rger.</p>
<p>In diesem Sinne: B&#252;rger, nutzt die Informationsfreiheit!
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30586&amp;md5=5630fe85efde9f7b8fa7accd358be20c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>[Anzeige] Rechercheseminar &#8220;Journalistische Auskunftsrechte&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 09:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=26569</guid>
		<description><![CDATA[Beim Seminar "Journalistische Auskunftsrechte" erfahren Redakteure und freie Journalisten, wie sie unter Zuhilfenahme journalistischer Auskunftsanspr&#252;che bessere Rechercheergbnisse erreichen k&#246;nnen. Anmeldung ist ab jetzt m&#246;glich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, den 11. Juni 2010 findet im <a href="http://www.tagungszentrum-bpk.de/" target="_blank">Haus der Bundespressekonferenz</a> in Berlin ein Rechercheseminar zum Thema „Journalistische Auskunftsrechte“ statt.</p>
<p>Das Seminar bietet einen &#220;berblick &#252;ber die bestehenden journalistischen Auskunftsrechte, angefangen beim einfachen presserechtlichen Auskunftsanspruch &#252;ber Auskunftsanspr&#252;che nach den Informationsfreiheitsgesetzen bis hin zu den M&#246;glichkeiten, die amtliche Register bei der journalistischen Recherche bieten. Thema sind weiterhin das Europ&#228;ische Informationsfreiheitsgesetz, die Recherche mithilfe von EU-weiten Auschreibungen und die Recherche zu EU-Agrarsubventionen.</p>
<p>Referenten des Seminars sind der freie Journalist <a href="http://www.oppong.eu/" target="_blank">Marvin Oppong</a>, <a href="http://brigittealfter.wordpress.com/" target="_blank">Brigitte Alfter</a>, Mitglied des Vorstands von Netzwerk Recherche, der <em>taz</em>-Redakteur <a href="http://www.sebastian-heiser.de/" target="_blank">Sebastian Heiser</a> und <a href="http://www.johannesludwig.de/" target="_blank">Prof. Johannes Ludwig</a>, Autor des Standardwerks „Investigativer Journalismus“.</p>
<p>Die vollst&#228;ndige Seminareinladung gibt es <a title="Einladung Rechercheseminar &quot;Journalistische Auskunftsrechte&quot;" href="http://www.oppong.eu/Einladung%20Rechercheseminar.pdf" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Das Seminar wird durchgef&#252;hrt mit freundlicher Unterst&#252;tzung von</p>
<p><a href="http://www.firmenwissen.de/index.html" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-26585" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/Logo-Firmenwissen.jpg" alt="Firmenwissen" width="197" height="50" /></a> <a href="http://www.berlin-institute.de/" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-26586" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/Logo-Berlin-Institute.jpg" alt="Berlin Institute" width="210" height="53" /></a></p>
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