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	<title>CARTA</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Alle lieben Merkel</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 13:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch vor wenigen Monaten haben sich viele &#252;ber ihre Tatenlosigkeit lustig gemacht. Doch pl&#246;tzlich ist sie die Eiserne Lady Europas. Wie schafft Mutti das blo&#223;? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich sa&#223; ich mit drei klugen Journalisten-Kollegen beim Abendessen. Keiner von ihnen hat je Angela Merkel gew&#228;hlt. Und keiner von ihnen wird es in Zukunft tun. Doch alle sprachen sie mit gr&#246;&#223;ter Hochachtung von Merkels Stehverm&#246;gen, ihrer genscher-haften Wendigkeit, ihrer klugen verbalen „Zur&#252;ckhaltung“, ihrer absoluten Unwulffigkeit.</p>
<p>Eine Journalisten-Kollegin war gerade aus Paris zur&#252;ckgekehrt und berichtete von der enormen Verunsicherung, die die Franzosen ergriffen habe. Sogar die Sch&#252;ler w&#252;rden in der Metro &#252;ber Merkel und <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813552,00.html">„Merkozy“</a> diskutieren. Die Kanzlerin sitze bei jeder politischen Debatte mit am Tisch. Die Deutschen, hei&#223;t es, regierten schon im Élysée-Palast.</p>
<p>Aus Italien, Griechenland, Spanien h&#246;rt man &#196;hnliches. Der Sternenkreis der Europaflagge scheint sich in eine Pyramide zu verwandeln, mit einem starken Deutschland an der <a href="http://www.wiwo.de/politik/europa/angela-merkel-die-gipfelkoenigin/5914040.html">Spitze</a> und einem belastbaren und breitgetretenen Fundament abh&#228;ngiger L&#228;nder darunter. Bei ihrem <a href="http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/merkels-china-reise-positive-bilanz-nach-china-reise-beunruhigt-ueber-menschenrechte_aid_710582.html">China-Besuch</a> wurde die Kanzlerin wie die <a href="http://www.welt.de/print/wams/politik/article13851242/Angela-Merkel-Europas-Koenigin.html">K&#246;nigin von Europa</a> empfangen.</p>
<p>Innenpolitisch hat Angela Merkel die Wulff-Krise auf einer Backe abgesessen (die FDP-Krise auf der anderen). Sie hat keinen einzigen <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/angela-merkel-bei-guenther-jauch-schwiegersohn-trifft-mutti-1.1148114">Jauch</a>(e)-Spritzer von ihrem dilettierenden Pr&#228;sidentschafts-Lehrling abbekommen. Die Wirtschafts-Statistiken brummen, die Gesch&#228;ftsklima-Indices jauchzen. Es l&#228;uft gut f&#252;r die Kanzlerin und ihren Wahlverein.</p>
<p>So gut, dass der wichtigste Oppositionsf&#252;hrer im Deutschen Bundestag bereits zwei Jahre vor dem Ende der Legislaturperiode alle Hoffnung fahren l&#228;sst. <a href="http://www.tagesschau.de/inland/spdklausur120.html">Gabriel </a>will nur noch Juniorpartner sein in einer Merkel-gef&#252;hrten Gro&#223;en Koalition. Mehr ist einfach nicht drin. Die SPD will von Muttis Singsang in den Schlaf der sozialen Gerechtigkeit gewiegt werden.</p>
<p>Und jetzt der Hammer: Angela Merkel <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,813455,00.html">k&#252;ndigt an</a>, in Frankreich zugunsten ihres Tanz-Partners Sarkozy in den Pr&#228;sidentschafts-Wahlkampf einzugreifen. Sie fragt erst gar nicht, ob sie das darf. Denn solche Fragen stellen h&#246;chstens Sozialdemokraten oder <em>Spiegel</em>-Journalisten:</p>
<blockquote><p>„Das Eingreifen einer ausl&#228;ndischen Regierung in den Wahlkampf eines souver&#228;nen Staats gilt international als verp&#246;nt.“</p></blockquote>
<p>Merkel tut es einfach, weil Einmischung in die inneren Angelegenheiten von <em>einst</em> souver&#228;nen Staaten die logische Folge der europ&#228;ischen Kreditkrise (und der europ&#228;ischen Einigung!) ist. Die Finanz-Eliten arbeiten l&#228;ngst zusammen. Ihre konservativen Sprecher tun es ihnen nun gleich.</p>
<p>Und die Opposition? Sie ist in vier s&#252;&#223;e kleine Parteien zersplittert und tritt sich gegenseitig auf die F&#252;&#223;e. Anstatt zusammenzuarbeiten, wollen sie (fast) alle mit Mutti ins Bettchen, um zu kuscheln. Postdemokratische Weicheier!
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41291&amp;md5=f1208721d1360a28fbf9d3a61b4c2dc6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ACTA: Viel Geschrei um nichts? Jurist Jens Ferner im Interview</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jens Ferner]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Stadler]]></category>

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		<description><![CDATA["Jens Ferner f&#252;hrte eine ausf&#252;hrliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gef&#228;hrlich ACTA tats&#228;chlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits in der letzten Woche hatte Anwalt Thomas Stadler gefragt: <a href="http://www.internet-law.de/2012/02/ist-die-acta-hysterie-berechtigt.html">Ist die ACTA-Hysterie berechtigt?</a> Jetzt hat Lars Sobiraj von Gulli.com mit dem Rechtsanwalt Jens Ferner <a href="http://www.gulli.com/news/18039-acta-viel-geschrei-um-nichts-jurist-jens-ferner-im-interview-2012-02-04">gesprochen</a>, der sich ebenfalls ausf&#252;hrlich mit der endg&#252;ltigen <a href="http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf">Fassung</a> des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">Handelsabkommens</a> besch&#228;ftigt hat.</p>
<blockquote><p>Lars Sobiraj: Sehen Sie unsere Freiheit durch ACTA bedroht?</p>
<p>Jens Ferner: Weniger durch ACTA konkret als vielmehr durch den Geist, der ACTA und die aktuelle Politik insgesamt kennzeichnet. Ich sehe die eindeutige Tendenz, die in ACTA zwischen den Zeilen zu lesen ist, Provider &#8220;in die Pflicht&#8221; zu nehmen sowie Kommunikation insgesamt zu &#252;berwachen und zu filtern. Eine unter solchen Umst&#228;nden stattfindende Kommunikation k&#246;nnte man unm&#246;glich noch als &#8220;Frei&#8221; bezeichnen.</p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41302&amp;md5=6b7a93455a5fc4f3582569da033bb48b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abschied vom Netz, wie wir es kennen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Martin Weigert]]></category>
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		<category><![CDATA[Walled Gardens]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Weigert schreibt &#252;ber Walled Gardens - eine Gefahr, die neben vielen anderen von au&#223;en wie "Sicherheits"politik und Lobbyismus das Netz von innen bedroht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://netzwertig.com/2012/02/06/geschlossene-okosysteme-abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/">Netzwertig</a> beschreibt Weigert die Bestrebungen der gro&#223;en Internet-Konzerne, geschlossene &#214;kosysteme zu errichten: </p>
<blockquote><p>Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt. [..] Denn die gewachsenen Internetkonzerne, &#252;ber die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsf&#228;higkeit regelm&#228;&#223;ig und gerne berichten, verabschieden sich vom urspr&#252;nglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. </p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41296&amp;md5=50445a50f42ca2380ef422f8b0bc278f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Netzstreith&#228;hne, gemeinsam k&#246;nnt Ihr den Kampf gewinnen!</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 08:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans F. Bellstedt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet Enquete]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Mitglied der Internet-Enquete hat die "Netzgemeinde" provoziert, die reagierte wie erwartet heftig. Doch Debatten wie diese f&#252;hren nicht weiter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein“ – mit dieser k&#252;hnen Voraussage hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling einen mittleren digitalen Tsunami ausgel&#246;st („<a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html" target="_blank">Netzgemeinde, Ihr werdet den Kampf verlieren</a>“, Handelsblatt, 30.1.2012). Von Emp&#246;rung &#252;ber bei&#223;enden Spott bis hin zu tiefer Verachtung f&#252;r den zum „Hinterb&#228;nkler“ abgestempelten Rechtsanwalt reichen die Reaktionen auf dessen Philippika. Die Debatte, die das Mitglied der Internet-Enquete des Deutschen Bundestages ausgel&#246;st hat, zeigt, dass im gesitteten Umgang zwischen Digitalisierungsskeptikern und Web-Fanatikern noch reichlich Raum f&#252;r Verbesserungen besteht.</p>
<p>Heveling hat stark &#252;berzogen, und – so darf man vermuten – er hat es bewusst getan. Nur wer polarisiert, wird geh&#246;rt, nur wer provoziert, erh&#228;lt eine Antwort. Daher  S&#228;tze wie: „Auf Mehrheitsverh&#228;ltnisse haben Revolutionen nie wirklich R&#252;cksicht genommen“. Daher der Vorwurf, Netzaktivisten seien „Menschen, die …eine andere Gesellschaft“, ja: einen „digitalen Totalitarismus“ wollten. Und daher die Hypothese, dass eine Allianz aus „digitalen Maoisten und kapitalstarken Monopolisten“ am Werke sei, um die Idee des geistigen Eigentums als Fundament der b&#252;rgerlichen Gesellschaft zu untergraben. Gemach, Gemach, Herr Abgeordneter: Noch wurden keine Guillotinen errichtet, noch wurde kein K&#246;nig aufs Schafott gef&#252;hrt, und noch ist kein Robbespierre in Sicht.</p>
<p>Die lautstark protestierende Netzgemeinde wiederum muss sich fragen lassen, warum sie sich auf diese Provokation einl&#228;sst, anstatt einfach nur cool zu bleiben. „Postpubert&#228;res Affektdenken“, „von Kenntnis weitgehend ungetr&#252;bt“, „merkw&#252;rdig gestrige Hetzschrift“ – das ist starker Tobak, wenn man bedenkt, dass Heveling bei aller &#220;bertreibung vielleicht doch auch einen wunden Punkt getroffen hat. Zum Beispiel den, dass es nach jahrelanger Debatte bis heute nicht gelungen ist, ein dem digitalen Zeitalter und seinen M&#246;glichkeiten entsprechendes Urheberrecht (Stichwort „Dritter Korb“) zu schaffen. Ein Vers&#228;umnis der gesetzgebenden Instanzen, aus dem Unsicherheit und Verunsicherung zugleich resultieren.</p>
<p>Der Pulverdampf, den Heveling mit seinem Beitrag ausgel&#246;st hat, wird sich wieder verziehen. Die Fragen hingegen bleiben: Wie finden Netzskeptiker und Vorreiter der digitalen Revolution zu einem Dialog zusammen, der von gegenseitigem Respekt, Toleranz und Ernsthaftigkeit, statt von gegenseitigen Anschuldigungen, teilweise auch Beschimpfungen, gekennzeichnet ist? Dies kann nur gelingen, wenn beide Seiten verbal abr&#252;sten: Die Unterstellung, Heveling sei ein „Klientelpolitiker“, dem es um die „Durchsetzung konservativer Ideologien“ gehe, f&#252;hrt ebenso wenig zum Ziel wie das Sch&#252;ren einer „Grande Peur“ vor den vermeintlichen Feinden der Freiheit, der Demokratie und des Eigentums. Der Siegeszug der Digitalen bedeutet keineswegs, dass die Errungenschaften der analogen St&#228;nde hinweg gesp&#252;lt werden.</p>
<p>Statt &#252;bereinander herzuziehen, sollten beide Lager daher ihre Gestaltungsf&#228;higkeit unter Beweis stellen: Die der Bewahrung verpflichteten Volksvertreter sollten mindestens so innovativ denken und handeln wie die Unternehmen klassischer Industrien, die l&#228;ngst die Chancen der digitalen Revolution ergriffen haben und sich dadurch g&#228;nzlich neue Wachstumspotentiale erschlie&#223;en. Das gilt nicht nur f&#252;r Verlage: Wenn Daimler-Chef Zetsche auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas das Auto zum „digitalen Begleiter“ ernennt und die M&#246;glichkeiten des Cloud Computing preist, dann zeigt das doch, wie Etabliertes und Neues zum Vorteil aller Akteure miteinander verschmelzen.</p>
<p>Umgekehrt m&#252;ssen auch die Netzapologeten vom Thron hinabsteigen, aus dessen Blickwinkel alles gratis und frei erscheint: Wer Werte schafft, der hat Anspruch auf angemessene, technologiebejahende Verg&#252;tung. Das hat nichts mit „Klientelpolitik“ oder postpubert&#228;rem Verhalten zu tun, sondern mit Anerkennung sch&#246;pferischer Leistung.</p>
<p>Freilich, noch lauern die Kontrahenten in ihren Sch&#252;tzengr&#228;ben, twittern, bloggen und posten gegeneinander, anstatt sich auf eine Erkl&#228;rung (digitaler) Menschen- und B&#252;rgerrechte zu verst&#228;ndigen. Auch die Internet-Enquete wird am Ende einen allumfassenden Konsens m&#246;glicherweise nicht herbeif&#252;hren. Von daher ist auch in dieser Debatte politische F&#252;hrung gefragt: Es braucht Spitzenpolitiker, die in der Lage sind, dem Diskurs eine Richtung zu geben, Wesentliches von Unwesentlichem zu scheiden und somit Orientierung in Fragen digitaler Politik zu stiften. Keine Heerf&#252;hrer, die sich selbst zum „Kaiser“ kr&#246;nen, sondern mit Intellekt und Weitsicht ausgestattete Autorit&#228;ten, die sich ernsthaft mit der Revolution des Netzes auseinandersetzen und Leitplanken definieren f&#252;r das Bewohnen eines Raumes, der unser aller Zuhause geworden ist.
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		<title>Destroying A*****a &amp; Diggin‘ Up M*****n M****e</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 14:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tassilo Pellegrini</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Es sollte ein Scherz sein, wurde aber durch die US-Heimatschutzbeh&#246;rde als Bedrohung der nationalen  Sicherheit eingestuft. Die Rede ist von zwei Tweets eines 26-J&#228;hrigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der in Gro&#223;britannien lebende Ire Leigh Van Bryan hatte die zwei 140-Zeichen-Posts Mitte Januar 2012, etwa eine Woche vor seiner Abreise in die USA, verfasst. Dort angekommen fand sich der bisher unbescholtene „Nobody“ samt Reisebegleiterin im Gewahrsam der US-Beh&#246;rden wieder. Wie die <a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/2012/01/30/leigh-van-bryan-and-emily-bunting-banned-from-entering-us-after-twitter-joke-about-destroying-america_n_1241104.html" target="_blank">Huffington Post</a> berichtete, wurde das Touristenp&#228;rchen mit der Begr&#252;ndung festgehalten, Van Bryan habe in den USA Verbrechen begehen wollen, unter Beihilfe seiner Begleiterin Emily Bunting. Nach einem mehrst&#252;ndigen Verh&#246;r und zw&#246;lfst&#252;ndiger Internierung wurden beide schlie&#223;lich nach Gro&#223;britannien zur&#252;ckgeschickt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist „Big Brother“ ein Zwangsneurotiker?</strong></p>
<p>Was in Zeiten von Flugdatenweitergabe, Vorratsdatenspeicherung, Deep Packet Inspection und proaktiver Terrorbek&#228;mpfung als s&#252;ffisante Anekdote daherkommen k&#246;nnte, ist aus anderer Perspektive eine eindrucksvolle Zurschaustellung real gewordener Big-Brother-Fantasien.</p>
<p>Der Fall Van Bryan zeigt, mit welcher Sorgfalt und Akribie die – in diesem Falle die US-amerikanische, doch dies ist beliebig – &#220;berwachungsmaschinerie ihrem Handwerk nachgeht. Er zeigt, mit welcher Effizienz algorithmische &#220;berwachungsautomatismen in der Lage sind, aus den t&#228;glich Abermillionen von Tweets, Posts, Comments und Chats  und den Daten tausender US-Touristen genau jenen Renegaten herauszupicken, der seine Anschlagspl&#228;ne online der &#214;ffentlichkeit kundtut – manchmal eben auch unbewusst. Und er macht deutlich, dass die angewendeten Analyseverfahren trotz geteilter Sprache den Sinngehalt der Nachricht zwar semantisch korrekt, aber pragmatisch vollkommen absurd interpretierten.</p>
<p>So lautete Van Bryans erster Post: „@MelissaXWalton free this week for a quick gossip/prep before I go and destroy America?x“ Da lohnt es sich zu wissen, dass das umgangssprachliche Interpretationsspektrum des Wortes „destroy“– zumindest in Gro&#223;britannien – neben dem urspr&#252;nglichen Sinn auch „heftiges Partymachen“ oder „eine gute Zeit verbringen“ umfasst.</p>
<p>Im zweiten Tweet verwendete Van Bryan mit „diggin’ Marilyn Monroe up“ ein Zitat aus der US-Comedy-Serie  „Family Guy“,  dessen Sinngehalt zugegebenerma&#223;en nur Insidern verst&#228;ndlich ist. Der Satz hei&#223;t im Original: &#8220;3 weeks today, we&#8217;re totally in LA pissing people off on Hollywood Blvd and diggin&#8217; Marilyn Monroe up!&#8221;.  Delikates Detail: Angeblich suchten die Beamten im Gep&#228;ck der Verhafteten tats&#228;chlich nach einer Schaufel f&#252;r die angek&#252;ndigte Exhumierung von Marilyn Monroe.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann zur Verteidigung des &#220;berwachungssystems und seiner Vollzugsorgane ins Feld gef&#252;hrt werden, dass es sich um ein interkulturelles Missverst&#228;ndnis handelte, oder aber auch, dass die Mitarbeiter der Homeland Security nicht anders konnten als dem f&#252;r solche F&#228;lle festgelegten Protokoll zu folgen. Ergo:  „You&#8217;ve really fucked up with that tweet boy“, wie einer der Beamten die Situation pointierte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kontrolle und Selbstkontrolle</strong></p>
<p>Van Bryans Geschichte f&#252;hrt vor Augen, wie gut die gro&#223;technischen &#220;berwachungsinfrastrukturen der (US-amerikanischen) Geheimdienste und Beh&#246;rden funktionieren. Sie sind f&#228;hig, aus der gigantischen Datenmenge von 1 Petabyte (= 1.000.000.000.000.000 Byte) an Internet Traffic, die laut dem Netzwerkhersteller Cisco t&#228;glich in den USA anfallen, genau jene 200 Byte extrahieren, die zu einem potenziellen Terroristen f&#252;hrt.</p>
<p>Das Online-Magazin <a href="http://www.digitaljournal.com/article/318725" target="_blank">Digital Journal</a> berichtete, wie der Traffic von Twitter seit Jahren &#252;ber Fake-Accounts der US Homeland Security systematisch analysiert wird. Dieser betrug 2011 t&#228;glich 140 Millionen Tweets von etwa 60 Millionen aktiven Accounts bzw. insgesamt 24 Gigabyte (24.000.000.000 Byte) an Textinformation.  Ein solches Datenvolumen ist mit den g&#228;ngigen Methoden des Text-Minings auf Basis nat&#252;rlichsprachiger Analysealgorithmen problemlos zu bew&#228;ltigen. Bemerkenswert ist nicht die Datenmenge, sondern die Pr&#228;zision, mit der diese Maschinerie aus „computational semantics“ angeschlagen und ihren Funktionszweck erf&#252;llt hat. Da zieht wohl jeder Software Developer seinen Hut.</p>
<p>Doch es war eben nur Maschinenlogik, die bekannterma&#223;en ihre liebe Not mit den Untiefen sprachlicher Irrationalismen und Aphorismen, Zynismen und Humorismen hat, insbesondere, wenn sie auf 140 Zeichen komprimiert sind. Trotz jahrzehntelanger Forschung im Bereich Computerlinguistik und k&#252;nstliche Intelligenz bleibt eine der K&#246;nigsdisziplinen, Algorithmen zur pragmatisch validen Analyse nat&#252;rlichsprachiger Konstrukte zu programmieren, insbesondere, wenn die Ausgangtexte kurz sind.</p>
<p>Und vielleicht gerade deshalb finden sich unter anderem die Punkte „Indexing, Search and Analytics“ unter den deklarierten strategischen <a href="http://blog.twitter.com/2012/01/tweets-still-must-flow.html" target="_blank">Forschungs- &amp; Entwicklungszielen des Twitter-Konzerns</a>, dessen Kernkompetenz – so wie die der vielen anderen Social Media Anbieter – in der Bewirtschaftung der Nutzerdaten f&#252;r Werbezwecke liegt. Doch sollten sich die nationalen Sicherheitsbestimmungen versch&#228;rfen, kann ebenso strafrechtlich problematischer User-Content herausgefiltert werden. Erst k&#252;rzlich k&#252;ndigte Twitter an, k&#252;nftig gesetzeswidrige Nachrichten in „bestimmten L&#228;ndern“ zu zensieren. War damit der „Arabische Fr&#252;hling“ als demokratiepolitisches Emanzipationsph&#228;nomen der Web 2.0-Generation eine historische Eintagsfliege, weil die Kapitalinteressen schwerer wiegen als die gesellschaftliche Verantwortung von Social Media Services an der Schnittstelle von Individual- und Massenkommunikation? Kurz: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act" target="_blank">SOPA</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/HADOPI_law" target="_blank">Hadopi</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank">ACTA</a> wirken auch ohne gesetzliche Grundlage… Goodbye, Arab Spring!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Sehnsucht nach dem &#220;berwachungsstaat</strong></p>
<p>Doch zur&#252;ck zu Big Brother: Es ist kein Geheimnis, dass das Department of Defense (DoD), das Department of Homeland Security (DHS), die Defense Intelligence Agency (DIA), die US Navy und diverse Geheimdienste an Entwicklung,  Erprobung und Einsatz plattform&#252;bergreifender semantischer Analysesysteme beteiligt sind. Sie sind engagierte Investoren in diesem Nischenmarkt der US-Softwareindustrie. Die Vision: „Semantic interoperability will drive DoD [Department of Defense – Anm. d. A.] to a more efficient and effective information environment“, wie es beim j&#228;hrlichen <a href="http://www.afei.org/events/1A03/Pages/default.aspx" target="_blank">DoD SOA &amp; Semantic Technology Symposium 2011</a> hie&#223;.</p>
<p>2007 war bekannt geworden, dass die US Homeland Security mit dem Projekt ADVISE (Analysis, Dissemination, Visualization, Insight, and Semantic Enhancement) eine gro&#223; angelegte semantische Analyse- und &#220;berwachungsinfrastruktur f&#252;r Internet Traffic ausgerollt hatte, die Datensch&#252;tzer massiv kritisierten. Zu den analysierten Daten z&#228;hlten laut <a href="http://www.dhs.gov/xlibrary/assets/privacy/privacy_rpt_advise.pdf" target="_blank">US Privacy Office </a>unter anderem:</p>
<blockquote><p>„The no-fly list of people barred from domestic air travel and the list of people who require special inspections before flying. More than 3.6 million shipping records from a commercial data provider with names of cargo shippers and consignees. Terrorist Screening Center lists of people who tried to cross the U.S.-Canadian border at a port-of-entry. Classified intelligence reports about illicit traffic in weapons of mass effect. Lists of foreign exchange students, immigrants under investigation and people from special interest countries.“</p></blockquote>
<p>Laut Associated Press wurde ADVISE Ende 2007 aus Budget- und Vertr&#228;glichkeitsgr&#252;nden auf Druck des Government Accountability Office  – angeblich – eingestellt. Doch neben ADVISE wurden erhebliche Geldsummen in die Harmonisierung der beh&#246;rdlichen Informationsinfrastrukturen investiert, um Datenintegration auf bisher nicht gekanntem Niveau zu erm&#246;glichen. 2009 hie&#223; es in den Defense News der US-Army unter der &#220;berschrift „<a href="http://integrator.hanscom.af.mil/2009/June/06252009/06252009-15.htm" target="_blank">Managing the Data Tsunami</a>“:</p>
<blockquote><p>„There are a number of daunting problems to solve. One is the sheer volume of data collected, including intercepted phone calls, video feeds from UAVs, radar signatures, patrol reports, open source data from Web sites, newspapers and TV stations, satellite images and more.“</p></blockquote>
<p>So ist es nicht verwunderlich, dass sich laut Huffington Post Van Bryans Name auch auf einer „One Day Lookout“ Liste der Homeland Security befand, die automatisch f&#252;r alle Einreisenden in die USA generiert wird.  Das Beispiel Van Bryans zeigt, welche Bl&#252;ten der offensichtlich gewordene &#220;berwachungsstaat als Reaktion auf ausged&#252;nnte beh&#246;rdliche Verwaltungsstrukturen, Technikgl&#228;ubigkeit und Innovationspositivismus treibt. Eine gef&#228;hrliche Mischung, die in Zeiten zunehmender Verschmelzung von privater und &#246;ffentlicher Kommunikation offenbart, wie vulnerabel die informationelle Selbstbestimmung durch die industrielle Bedeutungsverarbeitung mit Hilfe algorithmisch gest&#252;tzter Filter- und Zensurmechanismen geworden ist. Und es ist anzunehmen, dass dies in Zeiten der globalen Datenvernetzung nicht nur ein Ph&#228;nomen der USA ist.</p>
<p>Aber es ist ja nicht so, als h&#228;tten wir es nicht schon die ganze Zeit geahnt. Ab und zu erwischt es eben eine(n). Wen kratzt das schon …</p>
<p>P.S. Wer traut sich zu twittern: „Will investigate the whole truth about Osama Bin Ladens death and dive after his body @DoD @DHS @DIA @Taliban #waronterror #al-quaeda #OBL“
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		<title>Monopol-Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 11:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Apple hat inzwischen 100 Milliarden Dollar in der Portokasse. Doch letztlich wird es der g&#246;ttlichen Firma so gehen wie Rockefellers Standard Oil Company.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was wir heute mit der von der Digitalisierung voran getriebenen Monopolisierung marktbeherrschender Branchen erleben (siehe Apple), lief so &#228;hnlich bereits vor 100 Jahren ab. Damals waren es die &#214;l- und Stahlgiganten, die sich durch Preisabsprachen mit der aufstrebenden Transportindustrie (Eisenbahnen!) einen uneinholbaren Vorteil verschafften und den Markt zu erdrosseln drohten. Diese Phase des Turbo-Kapitalismus ist vor allem mit dem Namen Rockefeller verbunden. Die von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_D._Rockefeller">John D. Rockefeller</a> 1870 gegr&#252;ndete <em>Standard Oil Company</em> kontrollierte nach wenigen Jahrzehnten die gesamte &#214;l-Verwertungskette und beherrschte 70 Prozent des Weltmarkts.</p>
<p>Apple k&#246;nnte &#196;hnliches gelingen.</p>
<p>Am 2. Juli 1890 wehrte sich die Politik zum ersten Mal gegen die Ausw&#252;chse dieses <a href="http://www.nytimes.com/2012/01/26/business/ieconomy-apples-ipad-and-the-human-costs-for-workers-in-china.html?_r=1">Monster-Kapitalismus</a>. Und zwar aus Angst vor den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eugene_V._Debs">Linken</a>, die immer gr&#246;&#223;eren Zulauf erhielten. Am 2. Juli 1890 wurde der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sherman_Antitrust_Act">„Sherman Antitrust Act“</a> vom Repr&#228;sentantenhaus einstimmig (!) verabschiedet – es war die erste Anti-Monopol-Gesetzgebung der USA.</p>
<p>Der einflussreiche republikanische (!) Senator John Sherman, Rechtsanwalt und Sohn eines Richters am Obersten Gerichtshof, wollte mit diesem Gesetz der sozialistischen Agitation den Wind aus den Segeln nehmen. Doch das Gesetz wurde gar nicht angewandt. Es war ein reines Schaufenstergesetz.</p>
<p>Bis die investigative Journalistin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ida_M._Tarbell">Ida Minerva Tarbell</a> durch ihr z&#228;hes „Muckraking“ wieder Leben in die Debatte brachte. Die <a href="http://www.nytimes.com/1999/03/01/business/media-journalism-s-greatest-hits-two-lists-of-a-century-s-top-stories.html?src=pm">ber&#252;hmte</a> Reporterin recherchierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die schier unglaubliche Geschichte des kometenhaften und nicht gerade feinen Aufstiegs von John D. Rockefeller, dem reichsten Mann der Welt. Erm&#246;glicht hatte die drei Jahre (!) dauernde Recherche (z&#228;hneknirschend) der nicht ganz so reiche Verleger McClure von <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/McClure's">McClure’s Magazine</a></em>. Tarbells Magazin-Serie wurde ein Riesenerfolg. 1904 erschien sie als Buch: „The History of the Standard Oil Company“ &#8211; ein Megaseller. (Heute h&#228;tte sich John D. Rockefeller vermutlich &#8211; wie Steve Jobs &#8211; eine autorisierte Biographie ‚schreiben lassen’. So viel zum Stand des Qualit&#228;ts-Journalismus!).</p>
<p>Das Thema Trusts und Marktmacht lie&#223; die &#214;ffentlichkeit nun nicht mehr los. Am 8. November 1906 er&#246;ffnete die US-Regierung unter Pr&#228;sident Theodore Roosevelt ein Verfahren gegen Standard Oil nach dem Sherman Antitrust Act. Und nach f&#252;nfj&#228;hrigem Prozess f&#252;hrte ein Spruch des Obersten Gerichtshofs am 5. Mai 1911 zur Entflechtung des &#214;lgiganten.</p>
<p>Die Ironie dabei: Als die Aktienkurse nach der Entflechtung in den Keller rauschten, kaufte Rockefeller die billiger gewordenen Papiere auf und wurde erst so richtig zum Kr&#246;sus. (Die Erfindung des Automobils und der Erste Weltkrieg lie&#223;en die Nachfrage nach &#214;l extrem ansteigen).</p>
<p>So weit die Vergangenheit. Heute ist der <a href="http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE80O00P20120125"><em>Apple</em>-Konzern</a> &#8211; in Verbindung mit der aufstrebenden Transportindustrie des Internets - <a href="http://meedia.de/background/meedia-blogs/nils-jacobsen/nils-jacobsen-post/article/apple-mehr-wert-als-sterreichs-wirtschaft_100039175.html">auf dem besten Wege</a>, die damalige Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Apple <a href="http://www.nytimes.com/2012/01/26/business/ieconomy-apples-ipad-and-the-human-costs-for-workers-in-china.html?_r=1">beherrscht</a> die digitale <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/eine-analyse-von-holger-schmidt-gefangen-in-der-schoenen-apple-welt_aid_708037.html">Wertsch&#246;pfungskette</a> und wird eines Tages den <a href="http://www1.wdr.de/themen/digital/applesamsung124.html">Weltmarkt</a> <a href="http://text-und-kommunikation.blogspot.com/2011/08/google-plus-oder-facebook-durfen-mega.html">beherrschen</a>. Die Politiker werden Gesetze gegen das Monopol beschlie&#223;en, aber die Gesetze werden ins Leere laufen – bis der <a href="http://www.amazon.com/Inside-Apple-Americas-Admired-Secretive-Company/dp/145551215X">Druck</a> so gro&#223; ist, dass man Apple entflechten muss (wie auch Google, Facebook und Amazon).</p>
<p>Nur eines wissen wir heute noch nicht: Ob die wahre Geschichte vom Aufstieg des reichsten Mannes der Welt auf einem MacBook oder einem iPad geschrieben wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Lekt&#252;re-Empfehlung: The human costs of an iPad in der <a href="http://www.nytimes.com/2012/01/26/business/ieconomy-apples-ipad-and-the-human-costs-for-workers-in-china.html?pagewanted=all">New York Times</a></em></p>
<p><em><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1642">Crosspost</a> von wolfgangmichal.de</em></p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41178&amp;md5=01a9876e35f1175658193124279573b0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abgelehnt? Egal</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 11:18:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michel Reimon</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lange habe ich dieses Thema mit mir herumgetragen. Habe es mit Verlagen diskutiert, habe mit Agenten &#252;ber das Pro und Contra gestritten, wurde von Schreibblockaden erfasst. Jetzt ist es endlich raus. &#220;ber das Verfertigen und Verlegen von B&#252;chern im digitalen Zeitalter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein sehr nettes Email aus einem sehr guten Verlag bekommen. Die Lektorin, die sich f&#252;r mein schon 2009 auf CARTA vorgestelltes Buchkonzept “<a href="http://carta.info/13280/postjournalistenblues/">Postjournalismus</a>” interessiert hat, sagt bedauernd ab. In der Verlagskonferenz hat sie f&#252;r das Projekt keine Mehrheit bekommen, den meisten erschien die Zielgruppe zu klein. Das &#252;berrascht mich etwas: Mein angedachtes Publikum sind nicht ein paar JournalistInnen und PublizistikstudentInnen, sondern alle, die Medien konsumieren. Also alle, die B&#252;cher kaufen. Das habe ich im Konzept offensichtlich nicht genug herausgestrichen, da habe mich nicht gut genug vermarktet. Ich k&#246;nnte das besser argumentieren, beim n&#228;chsten Verlag. Ich k&#246;nnte, aber ich will nicht. Ich werde selbst publizieren. Ohne Verlag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Autorenschicksal</strong></p>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: Das Verhalten des Verlags geht vollkommen in Ordnung. Die Buchbranche hat geringe Spannen und ist finanziell riskant. Die Menschen geben nicht unendlich viel Geld f&#252;r B&#252;cher aus, es herrscht, wenn man so will, eine gewisse Knappheit an K&#228;uferInnen. Es gibt wenige Bestseller und sehr, sehr viele Ladenh&#252;ter. Jeder Verlag muss beinhart kalkulieren, wer sich zu oft verlegerische Liebhaberprojekte leistet, ist bald erledigt. Abgelehnt zu werden geh&#246;rt daher zum Leben eines Autors. Ich habe vermutlich f&#252;nf Mal mehr Konzepte <a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Daps&amp;field-keywords=michel+reimon&amp;x=0&amp;y=0">als B&#252;cher geschrieben</a>, abgelehnte Konzepte f&#252;llen meine Festplatte. Ich habe mich gerade wieder durchgew&#252;hlt. Immer noch spannend w&#228;re z.B. eine journalistische Zusammenfassung globalisierungskritischer Finanzmarkt- und Demokratiekritik: “Kokain f&#252;r das Volk – Warum die Reichen immer Reicher werden und das Stimmvieh f&#252;gsam bleibt”. Das Konzept ist von 2003. Schade drum, wenn man sich die aktuellen Entwicklungen ansieht. Ich h&#228;tte es schreiben sollen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Netzwerke der Macht</strong></p>
<p>Damals habe ich zwei Konzepte bei meinem damaligen Verlag<em> Ueberreuter</em> angeboten. “Kokain f&#252;r das Volk” und “Netzwerke der Macht”. In Letzterem sollte es irgendwie um das Internet und Politik gehen und wie sich die beiden beeinflussen: Urheberrecht, &#220;berwachung, E-Voting, all das sollte da eine Rolle spielen. Mich faszinierte eine Aussage von Mark Getty, dem Erben der &#214;l-Dynastie, der sein Erbe verkaufte und das Geld in eine Fotoagentur steckte, in visuelle Information: “Information ist das &#214;l des 21. Jahrhunderts”, sagte Getty. Genauere Vorstellungen vom Inhalt des Buches hatte ich nicht, Detailkonzept schon gar keines. Ich wusste nicht, was ich sagen wollte, au&#223;er: Das Internet wird extrem wichtig f&#252;r die Politik und alles ver&#228;ndern. Was alles? Das konnte ich nicht in klare Worte fassen. Warum? Auch nicht. Wie? Schon gar nicht.</p>
<p>Dem Verlag gefiel die Idee aber und man vertraute mir, dass ich das schon schaffen w&#252;rde. Das Buch wurde f&#252;r Herbst 2004 in den Katalog ger&#252;ckt, die VertreterInnen priesen es den Buchh&#228;ndlerInnen an, und weil sich das “Schwarzbuch Privatisierung” zu diesem Zeitpunkt ganz gut verkaufte, gab es auch ordentlich Vorbestellungen.</p>
<p>Nur: Ich scheiterte. Komplett. Brachial. Vollst&#228;ndig. Ich habe keinen brauchbaren Satz geschrieben. Ich sa&#223; monatelang vor meinem Monitor, recherchierte, dachte, und kam zu nichts. Ich hatte das Gef&#252;hl, die gr&#246;&#223;te Geschichte der n&#228;chsten 100 Jahre vor mir zu haben, und sie schlicht und einfach nicht zu verstehen. Ich sah Puzzlesteine: Den Kampf der Musikindustrie gegen illegale Downloads, den Aufstieg von Google aus dem Nichts, die Koordination der globalisierungskritischen Proteste &#252;ber Websites wie Indymedia. Aber es ergab kein zusammenh&#228;ngendes Bild, keine Geschichte, deren Komplexit&#228;t ich reduzieren und irgendwie in Worte fassen konnte.</p>
<p>Es war unendlich schwer, bei <em>Ueberreuter</em> anzurufen und zu sagen, dass ich das Buch nicht abgeben w&#252;rde. Aber irgendwann war es unausweichlich. F&#252;r den Verlag war es &#252;brigens gar nicht sooo schlimm, das kommt immer wieder mal vor. F&#252;r mich war es eine pers&#246;nliche Niederlage.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ein Irrtum</strong></p>
<p>Der Termin verstrich, aber ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte es anders angehen: Als Roman. Wenn ich beim Sachbuch scheitere ist ein Roman zu dem Thema sicher leichter, dachte ich. Die Idee war simpel: Eine Rockband wird von einem Musikkonzern wegen einer obskuren Copyright-Verletzung geklagt und wehrt sich dagegen, indem sie an die &#214;ffentlichkeit geht und ihre Konzerte in Proteste verwandelt. Ein Bandmitglied bloggt und erkl&#228;rt in diesem Blog die Geschichte des Copyrights und warum das politisch wichtig f&#252;r uns alle ist. Straight und einfach. Arbeitstitel: Incommunicado. Und wieder kam ich mir selbst in die Quere: Jede Kleinigkeit, die ich recherchierte, erforderte noch etwas eingehendere Betrachtung. Man kennt das ja als Journalist, aber ohne Abgabetermin und L&#228;ngenvorgabe gibt’s pl&#246;tzlich keine Grenze.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>#incommunicado</strong></p>
<p>Das Copyright war urspr&#252;nglich ein Instrument staatlicher Kontrolle &#252;ber Druckwerke, ein Zensurinstrument, auch ein Instrument der Inquisition. Sehr spannend. Ich recherchierte auch ausgiebig die Entstehung der Musikwirtschaft: Es war Joseph Haydn, der seinen gut bezahlten Job bei seinen Eisenst&#228;dter M&#228;zenen, den Esterházys, aufgab, um in London Konzerte gegen Eintritt zu geben – vom livrierten Diener zum Unternehmer. Was f&#252;r eine tolle Geschichte, die den ganzen Untergang des Feudalismus beinhaltet. Dann die Geschichte des Radios, von dem Bert Brecht tr&#228;umte, es w&#252;rde alle Menschen zu Sendern machen und ein akustisches soziales Netzwerk bilden… bekommen haben die Deutschen dann den Volksempf&#228;nger und die Reden des F&#252;hrers. Was f&#252;r eine Mahnung! Oder die Geschichte von Walt Disney, der sein ganzes Imperium mit kopierten Ideen aufbaute… Oder die Entstehung der europ&#228;ischen Universit&#228;ten: B&#252;cher waren lange Zeit seltene, sehr wertvolle Gegenst&#228;nde. Pergament, das Schreibmaterial f&#252;r Jahrhunderte, war lange haltbar, aber auch extrem teuer, so teuer, dass es oft abgeschabt und wiederverwendet wurde. Die italienischen Kaufleute mussten viel schreiben, also entwickelten sie eine billige Alternative: Papier. Das konnte sich fast jeder leisten. Bei Vorlesungen wurde damals genau das gemacht: Vorgelesen. Jemand, der ein Buch besa&#223;, las es den anderen vor. War das Buch ein Aristoteles, so war es eben eine Aristoteles-Vorlesung. Die Erfindung von Papier f&#252;hrte nun dazu, dass Studenten es sich leisten konnten, mitzuschreiben. Zu kopieren. Sa&#223;en in einer Vorlesung f&#252;nf mitschreibende Studenten, so gab es danach eben f&#252;nf Kopien. Diese Studenten konnten dann an eine andere Universit&#228;t gehen und dort  eine Vorlesung halten. Dann wurde wieder kopiert. Und in der n&#228;chsten Stadt wieder. Professoren und Studierende zogen bald &#252;ber den ganzen Kontinent, lasen vor und schrieben ab. Aus der Knappheit der Pergamentkultur wurde der &#220;berfluss der Papierkultur. Das Resultat war die Renaissance. Eine sch&#246;ne Geschichte, oder?</p>
<p><strong> </strong></p>
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<p><strong>Und dann.</strong></p>
<p>&#220;ber vier Jahre habe ich an dem Roman geschrieben, viel schwerer als die Recherche war noch, das alles in eine leicht lesbare Handlung einzuf&#252;gen. Mehr als vier Jahre Nachtschichten und Wochenenddienste am heimischen Schreibtisch. Dann, irgendwann 2009, war ich fertig und suchte einen Verlag. Ich fand relativ schnell eine M&#252;nchner Literaturagentur, die mich unter Vertrag nahm. Die Agentur hatte gute Referenzen, die Agentin klang zuversichtlich. Ich machte mir keine Sorgen, dass das Buch bald erscheinen w&#252;rde.</p>
<p>Und dann kamen die Gr&#252;nen und boten mir an, als Spitzenkandidat in die Landtagswahl in meinem Heimatbundesland Burgenland zu ziehen. Ich wurde Politiker. Das hatte viele unterschiedliche Nebenwirkungen auf mein Leben, eine davon war ein Anruf meiner Agentin: “B&#252;cher von aktiven Politikern verkaufen sich meistens schlecht”, sagte sie, “aber Romane von Politikern verkaufen sich gar nicht. &#220;berlegen Sie doch mal: W&#252;rden Sie einen Roman von einem Politiker kaufen?” Das Argument hat was. Nein, w&#252;rde ich vermutlich nicht. Ich habe keinen in meinen Regalen. In den Monaten danach habe ich noch vier andere Verlage gefragt. Zwei haben mir dieselbe Auskunft gegeben. Zwei haben sich nicht gemeldet. Aber das war auch nicht mehr n&#246;tig. Daher habe ich mich vor etwa eineinhalb Jahren an Robin Meyer-Lucht gewandt, wir haben Pl&#228;ne gew&#228;lzt, wie das Buch auf Carta zu publizieren w&#228;re und wollten experimentieren. Dazu kam es leider nicht mehr. Aber das Wiedererscheinen von Carta ist ein gutes Omen f&#252;r das, was ich nun vorhabe.</p>
<p><strong> </strong></p>
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<p><strong>Das Business…</strong></p>
<p>Mark Getty hatte Unrecht. Information ist nicht das &#214;l des 21. Jahrhunderts. &#214;l ist knapp, im &#246;konomischen Sinne. Wer eine Tonne f&#246;rdert, kann nur eine Tonne verkaufen. Information ist nicht knapp: Wenn ein Satz einmal geschrieben ist, kann er Millionen mal gelesen werden. Dann ist er im &#220;berfluss vorhanden. Knapp sind Datentr&#228;ger, also Schallplatten, B&#252;cher, Fotopapier. Was passiert, wenn Information und knapper Datentr&#228;ger nicht mehr zwingend eine Einheit sind, hat die Musikbranche erlebt. Musik im &#220;berfluss ist der Tod der Industrie. Getty k&#228;mpft aus genau diesem Grund beinhart um seine Urheberrechte und mahnt ab, was das Zeug h&#228;lt. Er verknappt Information mit Hilfe des Rechts. Die Buchindustrie geht einen &#228;hnlichen Weg: die meisten Leseger&#228;te verf&#252;gen &#252;ber ein strenges Rechte-Management. Im deutschsprachigen Raum ist der Preis von eBook-Ausgaben au&#223;erdem streng reglementiert.</p>
<p>Mir ist das ehrlich gesagt zuwider: Ich schreibe doch nicht, damit ich Information verknappe. Vor allem macht es aus der Sicht eines Autors &#246;konomisch keinen Sinn: Klar, jeder tr&#228;umt von einem Bestseller, aber wenn man von durchschnittlichen Verkaufszahlen ausgeht, dann verdient ein Autor an einem Roman einen Betrag im niedrigen einstelligen Tausender-Bereich. F&#252;r viereinhalb Jahre Nachtarbeit ist das eine l&#228;cherliche Summe, eine irrelevante Summe.</p>
<p>AutorInnen verdienen am Besten mit Lesungen oder – im Falle von Sachb&#252;chern – mit Seminaren, Vortr&#228;gen und Beratungen. Sie verkaufen dann ihre pers&#246;nliche Arbeitszeit. Die ist n&#228;mlich sehr knapp und gut vermarktbar. Fragen Sie Charlotte Roche.</p>
<p>Ich verrate ein kleines Branchen-Geheimnis: Wenn Sie vom Schreiben leben wollen, fragen Sie sich nicht, wie viele Leute Ihr Buch kaufen werden. Fragen Sie sich, welche Lesungen, Vortr&#228;ge und Seminare Sie anbieten k&#246;nnen. Aber zu allererst fragen Sie sich, ob Sie Ihren Text auch schreiben w&#252;rden, wenn Sie daf&#252;r keinen Cent bekommen. Diese Chance ist n&#228;mlich sehr real.</p>
<p><strong> </strong></p>
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<p><strong>…und der Plan</strong></p>
<p>Der Roman #incommunicado ist nicht der eigentliche Output der Arbeit an dem Manuskript. Inzwischen sind fast sieben Jahre vergangen, und ich wei&#223; jetzt, was in “Netzwerke der Macht” stehen h&#228;tte sollen. Ich habe eine Antwort auf meine Fragen von damals und wei&#223; jetzt, was ich in Zukunft schreiben <em>will</em>. “Postjournalismus” ist nur das erste Resultat davon, ich m&#246;chte damit noch ein paar Thesen testen. Es wird ein zweites Buch folgen, in dem es um die Organisation der Gesellschaft im Informationszeitalter geht.</p>
<p>Aber ganz ehrlich, ich kann schon die Verlage h&#246;ren, wie sie sagen: Interessantes Thema, aber wir wissen nicht, ob der Markt gro&#223; genug ist.<br />
Leute, es ist mir egal. Ich <em>will</em> das schreiben und ich <em>werde</em> es schreiben. Ich glaube, es gibt Menschen, die das lesen und diskutieren werden wollen. Diese Leute sind ein Publikum – ob sie eine &#246;konomisch relevante Zielgruppe sind, wei&#223; ich nicht und interessiert mich nicht. Das war eine wichtige Frage, solange der Buchvertrieb eine klassische Industrie war, mit knappen Produkten, knappen Vertriebskan&#228;len (Regalplatz in Buchhandlungen! Da kommt nicht jeder rein…) und knappen Marketing-Ressourcen (Zugang zu Rezensionen in klassischen Medien).</p>
<p><strong> </strong></p>
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<p><strong>Abgelehnt? Hahaha.</strong></p>
<p>Das ist l&#228;ngst anders: Wir leben im &#220;berfluss. eBooks, Books-on-Demand und Amazon erlauben den Direktkontakt mit den LeserInnen, das Netz erlaubt den Vertrieb und die Vermarktung ohne Zwischenstationen. “Die Menschen geben nicht unendlich viel Geld f&#252;r B&#252;cher aus, es herrscht eine gewisse Knappheit an K&#228;uferInnen”, habe ich oben geschrieben. Das stimmt. Aber das Internet zeigt: Es herrscht &#220;berfluss an LeserInnen. Wir k&#246;nnen publizieren, was wir wollen, das Publikum entscheidet, was es lesen will. Die einzige Knappheit die bleibt, ist die Aufmerksamkeit. Man kann nicht alles lesen. Ein 580-Seiten-Buch kann daran scheitern.</p>
<p>Aber dennoch: Ein Manuskript abzulehnen und in Schubladen vergilben zu lassen – das ist ein altes Konzept. Das hat keine Zukunft. Ich will meine Arbeit diskutieren, mit m&#246;glichst vielen Menschen. Ich werde also erst “#incommunicado” selbst publizieren und dann “Postjournalismus” und dann geht’s weiter. Selbst publizieren hei&#223;t auch, dass ich &#252;ber die Bedingungen entscheide.</p>
<p>Bei #incommunidado hei&#223;t das: Ich publiziere es kostenlos. Warum? Weil es ein politisches Buch ist, &#252;ber ein Thema, das mir wichtig ist. Weil ich jetzt hauptberuflicher Politiker bin, von der Bev&#246;lkerung ganz gut bezahlt daf&#252;r, dass ich Politik mache und mich f&#252;r Themen einsetze, die mir wichtig sind. Und weil in den n&#228;chsten Wochen und Monaten <a href="http://www.stopp-acta.info/deutsch/fakten/acta+im+detail/acta+im+detail.html">ACTA</a> zur Abstimmung im Europaparlament ansteht. Ein Abkommen, das unter dem Deckmantel des „Schutzes geistigen Eigentums“ eine massive Kontrolle des Datenverkehrs im Netz bedeuten w&#252;rde. Ein Abkommen, das sich die Gro&#223;konzerne der Medienindustrie auf Kosten der Demokratie erkaufen. Ein Abkommen, das wir verhindern m&#252;ssen.</p>
<p>#incommunicado ist ein Roman. Er soll spannend zu lesen sein und unterhalten. Und wenn er dazu noch einen Beitrag zur Diskussion &#252;ber digitale B&#252;rgerrechte leistet, bin ich zufrieden.</p>
<p>In diesem Sinne: Viel Spa&#223; beim <a href="http://reimon.net/">Download</a>.</p>
<p><em>P.S.: In den ersten Stunden nach der Ver&#246;ffentlichung des Manuskripts als PDF haben Leser bereits f&#252;nf eBook-Versionen des Buches erstellt. Faszinierend.</em></p>
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		<title>Journalismus-Lehrb&#252;cher meiden!</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 10:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Kritik an der neuen Auflage des „neuen Handbuch des Journalismus“ ist berechtigt. Dennoch &#252;bersieht sie das eigentliche Problem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wolf Schneider steht f&#252;r sein neues Handbuch des Journalismus <a title="Sprachpapst bekommt Gegenwind" href="http://carta.info/41007/sprachpapst-bekommt-gegenwind/">in der Kritik</a>. Der <a href="http://meedia.de/internet/sorgen-um-den-journalismus-ueberhaupt/2012/01/31.html" target="_blank">w&#228;hnt in der Kritik einen Racheakt von Altlinken und bei der Henri Nannen Schule Durchgefallenen</a>. Ich glaube, alle &#252;bersehen das Wesentliche: Lehrb&#252;cher sind im Journalismus generell zu meiden.</p>
<p>Ein Lehrbuch erweckt stets zu einem gewissen Ma&#223; den Eindruck, man m&#252;sse es nur lesen, das darin Geschriebene auswendig lernen und dann wisse man Bescheid. Dabei macht eigentlich ein jeder die Erfahrung, dass es nicht so ist. Ein Spanisch-Lehrbuch zum Beispiel bringt mir nicht viel, es unterst&#252;tzt vielmehr den Lehrer. Mein bislang bester Spanisch-Lehrer war der, der sich im Unterricht weitestgehend vom Buch gel&#246;st hat.</p>
<p>Und trotzdem: Der Ruf nach „Literatur dazu“ ist ein st&#228;ndiger Begleiter jeder Ausbildung. Das scheint keine Hochschul-typische Problematik zu sein: <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/" target="_blank">Christian Jakubetz schreibt</a>, die Idee f&#252;r das Buch Universalcode (&#252;brigens beworben als „der neue Standard der Journalismus-Lehre“) sei ihm gekommen, als ein Volont&#228;r ihm sagte, es fehle an Literatur um die Theorie in die Praxis umzusetzen. Vielleicht h&#228;tte Jakubetz dem Volont&#228;r antworten sollen, dass er nicht f&#252;r eine Klausur lerne.</p>
<p>Die Frage, ob etwas „pr&#252;fungsrelevant“ ist, h&#246;rt man auch in unserem Studium viel zu oft. Aber diese Haltung kommt eher von Studierenden selbst als von der Konzeption des Studiengangs oder gar den Dozenten, die selbst meist die Augen verdrehen bei dieser Frage.</p>
<p>Zu Recht. Denn Denken in den Kategorien von „pr&#252;fungsrelevant“ und „Literatur zum Seminar“ ist genau das Falsche, vor allem im Journalismus.</p>
<p>Auch, weil vieles zu dem Zeitpunkt, zu dem es gedruckt wird, schon nicht mehr aktuell ist. <a href="http://www.youdaz.com/2011/11/24/christian-jakubetz-im-interview-es-gibt-journalistisches-leben-abseits-der-journalistenschulen/" target="_blank">Christian Jakubetz sagte mir im Interview</a> in Hinblick auf Universalcode: „Eigentlich m&#252;ssten wir das Buch einmal im Jahr komplett &#252;berarbeiten.“</p>
<p>Ist ein Buch dann wirklich das Richtige f&#252;r die Journalisten-Ausbildung?</p>
<p>Das gilt es vor allem bei praktischen Inhalten zu bezweifeln. Man kann nicht durch Lesen erlernen, wie man ein Video schneidet. Und eine Recherche in der Theorie macht mich auch noch nicht zu einem Journalisten, der gut recherchieren kann. Zumindest, wenn ich keine Fragen zur Recherche stellen kann.</p>
<p>&#220;bersichts- oder Sammelb&#228;nde, die versuchen Alles abzubilden, sind ein Unterfangen, das notgedrungen an einigen Enden immer qualitativ abfallen wird. Hier sei an das Kapitel zum Online-Journalismus bei Schneider und Raue erinnert. Ein Sammelwerk, noch dazu als Standard-Werk betitelt, schadet sogar. Weil es eben den bequemen „Lies dieses Buch und du wei&#223;t alles“-Eindruck vermittelt.</p>
<p>&#220;brigens ist es interessant, dass Lehrb&#252;cher im Journalismus h&#228;ufig ausgerechnet von Leuten kommen, die einer akademischen Journalismus-Ausbildung, vorsichtig formuliert, kritisch gegen&#252;ber stehen. Meist, weil es dort an Praxis mangele und zu sehr auf Pr&#252;fungen hin gearbeitet w&#252;rde.</p>
<p>Ich pers&#246;nlich sehe es anders herum: Eine Hochschule kann sehr wohl ein Ort f&#252;r gute, praxisorientierte Journalismus-Ausbildung sein. Lehrb&#252;cher jedoch sind zu meiden. Die entsprechenden Autoren haben h&#228;ufig interessantes zu vermitteln. Soweit m&#246;glich machen sie das aber am besten praktisch: In Panels, Projekten und Seminaren.</p>
<p>Man verstehe mich nicht falsch: Auch aufgeschriebenes Wissen, darunter vieles von Schneider, ist relevant und hat seinen Wert. Es ist eine Inspiration, eine Erg&#228;nzung. Es muss in einen Kontext gestellt werden, durch eigene Erfahrungen und/oder die eigenen Ausbilder.</p>
<p>Daher sollten wir im Journalismus keinen B&#252;chern die Aura von Lehrbuch oder Fibel verleihen, sondern sie stets als Debattenbeitrag einordnen. Das muss die eigentliche Kritik sein.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41182&amp;md5=d1b310591e03f4014cc367f4cfe208c9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Glanzlichter: Linke, Googleheimer und die Steinzeit</title>
		<link>http://carta.info/41232/glanzlichter-linke-googleheimer-und-die-steinzeit/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 00:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Glanzlichter]]></category>
		<category><![CDATA[Linktipps]]></category>

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		<description><![CDATA[In &#196;gypten und Afghanistan geht alles von vorne los, Iran, Israel und die USA z&#252;ndeln. Aber ist ja auch gerade sehr kalt. Die m&#228;chtigste Frau der Welt putzt in China Klinken, Westerwelle ist beliebter als der Bundeswuffi und Betti l&#228;sst anscheinend ihren Frust &#252;ber Th&#252;ringen statt Gstaad an der Presse aus. Anonymous h&#246;rt FBI und Scotland Yard ab (hei&#223;t das nicht tit for tat?).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:2em;">
<ul>
<li>Cory Doctorow <a href="http://boingboing.net/2012/01/28/infographic-hollywoods-long.html" target="_blank">SOPA and the Film Industry</a><br />
Die boingboing-Infografik wird <a href="http://publicintelligence.net/anti-counterfeiting-trade-agreement-final-version-may-2011/" target="_blank">passend</a> erg&#228;nzt durch Nate Andersons <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2012/02/beyond-acta-next-secret-copyright-agreement-negotiated-this-weekin-hollywood.ars" target="_blank">Beyond ACTA: next secret copyright agreement negotiated this week—in Hollywood</a></li>
<li>Ellen <a href="http://www.elmastudio.de/webdesign/lange-texte-mit-typografischen-tricks-auflockern/" target="_blank">Lange Texte mit typografischen Tricks auflockern</a><br />
Ellen bloggt auf Elmastudio und entwirft <a href="http://www.elmastudio.de/wordpress-themes/" target="_blank">Themes</a> f&#252;r WordPress. Hier gibt sie richtig gute Tipps, wie man Texte leichter lesbar macht. Bitte, lernt es auswendig, vor allem das mit den Abs&#228;tzen (sorry, musste ich mal loswerden). <span id="more-41232"></span></li>
<li>Christoph Gunkel <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/24271/der_feind_im_klassenzimmer.html" target="_blank">40 Jahre Radikalenerlass · Der Feind im Klassenzimmer</a><br />
Die Erinnerung kommt passend, die <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/schroeder321.html" target="_blank">Richtung</a> ist bereits wieder vorgegeben. Sehr traurig.</li>
<li>Hans Hoff und Matthias Daniel sprachen mit Friedrich K&#252;ppersbusch <a href="http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/menschen-und-meinungen/friedrich-kueppersbusch-die-schutzmechanismen-haben-versagt.html" target="_blank">&#8220;Die Schutzmechanismen haben versagt&#8221;</a><br />
Es geht vordergr&#252;ndig um Wulff, aber eigentlich um Journalismus und Journalisten. Der Rest ist K&#252;ppersbusch.</li>
<li>Uwe Kn&#252;pfer interviewt J&#252;rgen Habermas <a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/schluss-mit-der-feigheit-der-politiker" target="_blank">&#8220;Schluss mit der Feigheit der Politiker&#8221;</a><br />
Habermas&#8217; aktuelles Essay &#8220;Zur Verfassung Europas&#8221; <a href="http://www.begleitschreiben.net/juergen-habermas-zur-verfassung-europas/" target="_blank">diskutiert</a> Gregor Keuschnig auf seinem Blog. (Das Blog ist ein paar Abende bei Kakao oder Rotwein wert.)</li>
<li>Markus Kompa <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36333/1.html" target="_blank">Stasi-West, Verfassungsschutz-Ost</a><br />
Kompa reitet sein Steckenpferd Geheimdienste und gibt einen &#220;berblick &#252;ber die Entstehung des Verfassungsschutzes. Bereits im Dezember hat Thomas Stadler &#252;ber die Abschaffung des Dienstes <a href="http://www.internet-law.de/2011/12/muss-der-verfassungsschutz-abgeschafft-werden.html" target="_blank">nachgedacht</a>. Die aktuelle Entwicklung kommentiert Heribert <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/untersuchungsausschuss-hilfe-der-verfassungsschutz-1.1269341" target="_blank">Prantl</a>.</li>
<li>Ulrike Langer <a href="http://medialdigital.de/2012/01/30/steinzeitansichten-uber-zukunfts-journalismus/" target="_blank">Steinzeitansichten &#252;ber Zukunfts-Journalismus</a><br />
Schneider/Raue haben <a href="http://www.peter-schumacher.net/blog/2012/01/27/die-bescheidwisser/" target="_blank">kenntnisreich</a> &#252;ber diesen Onleinschurrnalissmuss geschrieben, von dem man neuerdings so viel h&#246;rt. <a href="http://www.google.de/search?q=schneider+raue+Das+neue+Handbuch+des+Journalismus+und+Online-Journalismus.&amp;hl=de&amp;tbo=1&amp;gbv=1&amp;tbas=0&amp;prmdo=1&amp;prmd=imvns&amp;source=lnms&amp;tbm=blg&amp;ei=ojQsT7WHAYbBswbjx9T3DA&amp;sa=X&amp;oi=mode_link&amp;ct=mode&amp;cd=3&amp;ved=0CAwQ_AUoAg" target="_blank">Dann</a> begann das gro&#223;e Denkmalwackeln.</li>
<li>live.hackr <a href="http://hackr.de/2012/01/31/googleheimer" target="_blank">Googleheimer</a><br />
Ausf&#252;hrliche Auseinandersetzung mit Googles Pl&#228;nen und Verfahrensweisen. (Noch ein tolles Blog.)</li>
<li>Falk L&#252;ke <a href="http://politischenotiz.de/2012/02/von-der-schwierigkeit-kein-fliegender-lobbyist-zu-sein/" target="_blank">Von der Schwierigkeit, kein fliegender Lobbyist zu sein</a><br />
Sch&#246;ne &#8220;Reisebeschreibung&#8221;. Falk und Thomas <a href="http://wiegold.de/" target="_blank">Wiegold</a> <a href="http://politischenotiz.de/impressum/" target="_blank">suchen</a> &#252;brigens noch Mitstreiter f&#252;r das neue Blog.</li>
<li>Woody Mues interviewt Christopher Lauer <a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/pirat-christopher-lauer-andere-haben-nicht-mal-ein-konzept/48163?seite=1" target="_blank">„Andere haben nicht mal ein Konzept“</a><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=1RSCuCwWQSU" target="_blank">Piraten</a> hin oder her, aber von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6U82ig37TaE" target="_blank">dem hier</a> h&#228;tte ich gerne mehr. Von allen. (Videos, 45:35 und 8:54 Min.) Ebenfalls bei <em>Cicero</em> ein <a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/sascha-lobo-angst-vorm-netz-ist-nicht-voellig-unberechtigt/48173" target="_blank">Gespr&#228;ch</a> mit Sascha Lobo, u.a. &#252;ber <a href="http://opalkatze.wordpress.com/2012/01/30/ansgar-heveling-geschichte-mit-anlauf/" target="_blank">Heveling</a> und Urheberrecht.</li>
<li>Stephanie Rebonati <a href="http://medienwoche.ch/2012/01/26/sie-lesen-auch-zeitung/" target="_blank">Sie lesen auch Zeitung</a><br />
F&#252;r Digital Natives zwischen 25 und 35 Jahren sind diese Angaben &#252;ber ihre Mediennutzung nicht unbedingt vorhersehbar. Auch Rebonati schreibt noch mehr <a href="http://www.google.de/search?q=Stephanie+Rebonati&amp;hl=de&amp;tbo=1&amp;prmd=imvnso&amp;source=lnt&amp;tbs=qdr:y&amp;sa=X&amp;ei=vT8sT5OMLZHGswaTnvSKDQ&amp;ved=0CBQQpwUoBQ" target="_blank">Lesenswertes</a>.</li>
<li>Dan Roberts <a href="http://www.guardian.co.uk/help/insideguardian/2012/jan/30/newsdesk-live-next-phase-commissioning" target="_blank">Newsdesk live: the next phase of our open commissioning project</a><br />
Die trauen sich was. Wie immer: &#8220;The aim was to allow readers to see what we were working on before publication so they could make suggestions or point out things that we were missing.&#8221; (Hallo, Deutschland? Oh. <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2011/12/16/wolfgang-blau-ist-chefredakteur-des-jahres/" target="_blank">Wait</a>.)</li>
<li>Peter Tauber <a href="http://petertauber.wordpress.com/2012/02/01/das-internet-ist-ein-segen-und-kein-fluch/" target="_blank">Das Internet ist ein Segen und kein Fluch</a><br />
Ansichten eines <a href="http://larsan.de/archives/7-Neueste-Nachrichten-aus-der-volksnahen-Politik-der-Christlich-Demokratischen-Union.html" target="_blank">gem&#228;&#223;igten</a> Internetbenutzers. Auch CSU-Frau Dagmar <a href="http://www.dagmar-woehrl.de/standpunkt/statements/its-the-internet-stupid/" target="_blank">W&#246;hrl</a> macht sich so ihre Gedanken. PR ist ja nicht verboten.</li>
</ul>
<p style="margin-bottom:2em;">
<h3>Blog-Glanzlicht</h3>
<p>Weil es leider gerade wieder passt, schlage ich heute ein Blog aus der arabischen Welt vor. Seit 2003 schreiben auf <a href="http://www.arabist.net/" target="_blank"><strong>The Arabist</strong></a> mehrere Journalisten &#252;ber Politik und Kultur. Es gibt Videos, Podcasts, Fotogalerien und Dokumente zu wichtigen Themen, zum Beispiel &#252;ber die <a href="http://www.arabist.net/documents/muslim-brotherhood/" target="_blank">Muslim Brotherhood</a>, sowie ein umfangreiches <a href="http://www.arabist.net/archive/" target="_blank">Archiv</a>. Auch bei aktuellen Ereignissen ist der <a href="https://twitter.com/arabist" target="_blank">Arabist</a> eine gute Anlaufstelle f&#252;r Hintergrundinformationen.</p>
<p style="margin-bottom:2em;">
<blockquote style="border:thin solid black;padding:10px;"><p>
Toll, diese Industrie. &#8220;NZ <a href="http://www.legislation.govt.nz/bill/government/2010/0160/latest/DLM2995811.html" target="_blank">food bill</a> to make growing food a <a href="http://www.naturalnews.com/034337_New_Zealand_food_freedom_human_rights.html" target="_blank">government privilege</a> rather than a <a href="http://www.stuff.co.nz/national/politics/6259200/Is-bellyaching-over-Food-Bill-valid" target="_blank">human right</a>&#8221;</p>
<blockquote><p>The God-given human right to freely cultivate food is under attack in New Zealand (NZ) as special interest groups and others are currently attempting to push a &#8220;food security&#8221; bill through the nation&#8217;s parliament that will strip individuals of their right to grow food, save seeds, and even share the fruits of their labor with friends and family members.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/februar/guttenberg-oder-der-%E2%80%9Esieg-der-wissenschaft%E2%80%9C" target="_blank">Nachschlag</a> zu Guttenberg. Nein, nicht die <a href="http://stephanurbach.de/2012/02/guttenberg-das-gesprach/" target="_blank">Torte</a>. Die war unn&#246;tig.</p>
<p>&#8220;Stirbt das Buch, wenn wir es politisch nicht besch&#252;tzen? Ganz im <a href="http://www.schweizermonat.ch/artikel/das-buch-ist-eine-ware" target="_blank">Gegenteil</a>.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/rubriken/carokorneli101.html" target="_blank">Caro Korneli</a> <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extradrei929.html" target="_blank">erkl&#228;rt uns</a> nach dem linken <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-01/dobrindt-linkspartei-verbot" target="_blank">Vorschlag</a> der CSU-Berufsbulldogge Dobrindt, dass wir vom B&#246;sen umgeben sind. Die taz stellt einen <a href="http://www.taz.de/fileadmin/static/pdf/das_formular.pdf" target="_blank">Fragebogen</a> zur Gesinnungserforschung bereit. (Video 1:53 Min.; PDF)</p>
<p>Hier gibt es eine <a href="http://www.daten-speicherung.de/wiki/index.php/Zitate" target="_blank">Zitatensammlung</a> bemerkenswerter Politikerausspr&#252;che, die auf Erg&#228;nzung wartet.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=1GFkN4deuZU" target="_blank">Disney meets Dalí</a> (Video, 6:32 Min.) Und in Berlin feiert <a href="http://www.daliberlin.de/" target="_blank">Dalí Berlin</a> am 5. Februar 3. <a href="http://www.daliberlin.de/start/dal%C3%AD-berlin-feiert-den-3-geburtstag" target="_blank">Geburtstag</a>.
</p></blockquote>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/396fc156481f4c22b077da052036457b" width="1" height="1" alt="" />
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41232&amp;md5=2e253e7362d8baf9107ead5bd69b9f10" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kann ein virtuelles Netzwerk wie Facebook wirklich 100 Milliarden Euro wert sein? Wenn wir ihm diesen Wert geben, dann schon.</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Samira Lazarovic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Silicon Valley steigen gerade die Immobilienpreise. Denn bald soll es hier viele neue Million&#228;re geben, die sich ein Haus kaufen wollen. Woher die "1000 neuen Million&#228;re" kommen? Vom Facebook-B&#246;rsengang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das soziale Netzwerk hat nun endlich die Daten zu seinem lang erwarteten B&#246;rsengang bekanntgegeben. Mindestens f&#252;nf Milliarden Dollar will Facebook einnehmen, und das gilt noch als bescheidener Wunsch. An der B&#246;rse w&#252;rde alles unter zehn Milliarden Dollar f&#252;r lange Gesichter sorgen. Dann w&#252;rde das Unternehmen mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Facebook w&#228;re in Sachen Marktkapitalisierung in einer Liga mit McDonalds und fast doppelt so viel wert wie Boeing. Und das, ohne ein Produkt herzustellen. Zumindest keines, das man haptisch erfassen kann.</p>
<p>Facebook produziert Nutzerdaten. Vorlieben, Freundeskreise, Aufenthaltsorte. Wom&#246;glich zuverl&#228;ssiger und vollst&#228;ndiger als jede Volksz&#228;hlung geben die User Auskunft &#252;ber Alter, Geschlecht und Herkunft. Ein El Dorado f&#252;r die Werbebranche. Und der B&#246;rsengang erm&#246;glicht endlich einen Blick in die Zahlen, die Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg bislang lieber f&#252;r sich behalten hat: 3,7 Milliarden Dollar Umsatz wurden im vergangenen Jahr vor allem mit Werbeeinnahmen erzielt.</p>
<p>Dieses Gesch&#228;ftsmodell funktioniert aber nur so lange, wie Facebook gen&#252;gend User an sich binden kann. 845 Millionen Freunde hat Facebook am 31. Dezember 2011 gez&#228;hlt. Aber was, wenn das schon der H&#246;hepunkt war? Neuerungen wie die vieldiskutierte Timeline haben zwar noch nicht zu einer gr&#246;&#223;eren Abwanderung gef&#252;hrt. Dennoch machen sich Erm&#252;dungserscheinungen bemerkbar. So war f&#252;r viele Jugendliche sp&#228;testens mit der Freundschaftsanfrage der Eltern Schluss mit dem Spa&#223;.</p>
<p>Noch gr&#246;&#223;er ist die Gefahr, die von dem Reiz des Neuen ausgeht. Bislang waren Konkurrenten wie Google+ noch nicht wirklich gef&#228;hrlich, doch es gibt im Netz gen&#252;gend Fallbeispiele f&#252;r solche Ph&#228;nomene. Yahoo hat deutlich an Bedeutung eingeb&#252;&#223;t, hier liegt etwa die Marktkapitalisierung unter 20 Milliarden Euro. MySpace fristet ein Nischendasein und betont tapfer, sich schon immer eher als Netzwerk f&#252;r Bands und ihre Musik gesehen zu haben</p>
<p>All das macht die Beantwortung der Frage, ob ein soziales Netzwerk 100 Milliarden Euro wert sein kann, so schwierig. Jede m&#246;gliche Antwort ist mit &#196;ngsten belegt: Ein &#8220;Nein&#8221; w&#252;rde bedeuten, dass wir aktuell miterleben, wie sich die gr&#246;&#223;te Spekulationsblase seit der New Economy bildet. Aber was bedeutet ein &#8220;Ja&#8221;? Dass das digitale Leben f&#252;r uns bereits einen h&#246;heren monet&#228;ren Wert hat, als das reale?</p>
<p>Vielleicht ist es viel simpler: Soziale Netzwerke und unsere virtuellen Freunde haben exakt den Wert, den wir ihnen beimessen. Und mal abgesehen von der Tatsache, das Geld an sich auch eine virtuelle Idee ist, erwirtschaftet Facebook im Gegensatz zu vielen untergegangenen New-Economy-Firmen echte Gewinne. Unter dem Strich blieben im vergangenen Jahr 668 Millionen Dollar &#252;brig. Studien haben zudem ergeben, dass Facebook sich bereits zum wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Allein in Deutschland steuert das soziale Netzwerk 2,6 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei, vorwiegend dank kleiner und mittelst&#228;ndischer Unternehmen, die die Plattform f&#252;r ihre Gesch&#228;fte nutzen. Vielleicht m&#252;ssen wir also den Wert der &#8220;realen&#8221; Dinge anpassen, damit das Gleichgewichtsgef&#252;hl sich wieder einstellt – schon lange werden etwa Preise f&#252;r sauberes Wasser und saubere Luft gefordert und zum Teil schon erhoben.</p>
<p>Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg hat sich erkl&#228;rterma&#223;en noch nie f&#252;r Geld interessiert: &#8220;Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu machen; wir verdienen Geld, um bessere Dienste zu entwickeln.&#8221; Das klingt sehr amerikanisch, sehr idealistisch und angesichts des Bankkontos des Turnschuh-Milliard&#228;rs auch sehr witzig. Aber letztendlich k&#246;nnen die neuen virtuellen Million&#228;re das Geld auch gerne f&#252;r reale H&#228;user im Silicon Valley ausgeben und so die schwache US-Konjunktur ankurbeln. Gef&#228;llt mir.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41220&amp;md5=763ba11057c25ffa950e8fde552609de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Partizipations-Transparenz-Dilemma</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:09:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Seemann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
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		<description><![CDATA[Sind Transparenz, Partizipation und Datenschutz &#252;berhaupt unter einen Hut zu bringen? Einige Gedanken &#252;ber Liquid Democracy beim Warten aufs Taxi. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich kam ich aus einem Restaurant. Ich hatte mit einem guten Freund gespeist und wir wollten noch weiter in eine Bar. Als ich zur Stra&#223;e ging, um ein Taxi zu rufen, hielt mich mein Freund zur&#252;ck. Er z&#252;ckte stattdessen sein Smartphone und startete dort ein Programm: eine Taxi-App. Nach anderthalb Minuten stand das Taxi vor uns.</p>
<p>Das Internet funktioniert Ende zu Ende. Es verbindet jede Person mit jeder Person, direkt, ganz ohne Vermittler. Eine Taxizentrale braucht es nicht mehr, wenn man eine App hat. Die Positionsdaten des Smartphones werden zusammen mit den restlichen Daten den Taxis in der N&#228;he angezeigt und k&#246;nnen sofort bedient werden.</p>
<p>F&#252;r meine Generation sind Politiker, Parlamente und Parteien so etwas wie Taxizentralen. Es gibt sie noch und sie dominieren ohne Frage das politische Tagesgeschehen. Aber das, wozu sie da sind, l&#228;sst sich in absehbarer Zeit besser, effektiver und vor allem direkter erledigen. Politik ist die Beantwortung der Frage, wie wir unsere Gesellschaft gestalten wollen. <em>Viele politische Institutionen gibt es nur deswegen, weil wir diese komplexe Aufgabe bislang nicht besser abbilden konnten.</em> Die M&#246;glichkeiten der Vermittlung und Einbeziehung des Volkes in den demokratischen Prozess ist begrenzt durch die M&#246;glichkeiten der zur Verf&#252;gung stehenden Medien. Im Internet macht man aber jetzt schon an vielen Stellen eine andere Erfahrung, was an Partizipation und direkter Einflussnahme m&#246;glich ist. Zwar ist der Diskurs nicht die einzige Aufgabe der Politik, aber gerade er macht das speziell demokratische aus, und ausgerechnet er bleibt derzeit unter seinen M&#246;glichkeiten. Ich glaube, dass die Proteste von Stuttgart, Madrid und Occupy Wall Street auch viel mit diesem Bewusstsein zu tun haben. Die Forderungen nach mehr Demokratie sind auch ein Misstrauensvotum gegen die politischen Institutionen, den Taxizentralen der Politik.</p>
<p>Deswegen muss man den Piraten dankbar sein. Denn neben all dem frischen Wind, den sie in die Politik tragen, stellen sie sich vor allem als Atomwaffentestgel&#228;nde der Demokratieforschung zur Verf&#252;gung. <em>Liquid Democracy</em> – eine Mischform aus repr&#228;sentativer und direkter Demokratie – wird von ihnen als das vielversprechendste Experiment der Demokratie von morgen vorangetrieben. Dabei kann jeder selbst abstimmen, wie bei der direkten Demokratie, kann aber auch einen Vertreter bestellen, wie in der repr&#228;sentativen Demokratie. Der Vertreter kann aber jeder andere Stimmberechtigte sein und diesem kann man die Stimme auch jederzeit wieder entziehen. Stimmen kann man f&#252;r Themenschwerpunkte oder nur f&#252;r bestimmte Wahlen delegieren, oder global. Und alles bleibt dabei ganz fl&#252;ssig, liquide.</p>
<p>Es ist in der Tat ein vielversprechender Ansatz, der dort versucht wird, aber er ist auch umstritten. Seit das System f&#252;r die Bundespartei vor &#252;ber einem Jahr eingef&#252;hrt wurde, schwelt ein Streit, der die Piraten zeitweise zu zerrei&#223;en drohte und noch lange nicht ausgetragen ist. Denn das Experiment hat etwas zu Tage gef&#246;rdert, das man vielleicht mit einer Naturkonstante gleichsetzen k&#246;nnte. Man w&#252;rde es dann das “<em>Partizipations-Transparenz-Dilemma</em>” nennen.</p>
<p>Was war passiert? In der Piratenpartei, die sich seit ihrer Gr&#252;ndung auch als Datenschutzpartei sieht, konnten es viele nicht hinnehmen, dass ihr Abstimmungsverhalten &#246;ffentlich protokolliert und auf Jahre abrufbar sein w&#252;rde. Das aber geht nicht anders, denn – wie der Chaos Computer Club bereits 2008 eindrucksvoll bewies – k&#246;nnen Wahlen am Computer nicht beides gleichzeitig sein: nachvollziehbar und geheim. Um Manipulation auszuschlie&#223;en m&#252;ssen Wahlen am Computer &#246;ffentlich nachvollziehbar verlaufen.</p>
<p>Liquid Democracy hat gezeigt, dass die Piratenpartei seit ihrer Entstehung eine logische Inkonsistenz mit sich schleppt. Ihre drei wichtigsten Grundwerte: politische Transparenz, politische Partizipation und Datenschutz wollen sich in dieser Trias nicht zusammenf&#252;gen. Man kann zwar politische Transparenz und Datenschutz durchaus zusammendenken. Die Vorraussetzung daf&#252;r aber ist, dass es eine klare Grenze zwischen “Politiker” und “B&#252;rger” gibt. W&#228;hrend wir vom Politiker erwarten k&#246;nnen, dass er seine Handlungen transparent macht, weil er qua Amt und Macht f&#252;r die zweite Kategorie, den “B&#252;rger” verantwortlich zeichnet, k&#246;nnen wir im Gegenteil dem B&#252;rger die Undurchsichtigkeit seiner Handlung zugestehen, weil sein Wirken und seine Macht begrenzt sind.</p>
<p>Das Modell ger&#228;t aber in ein Dilemma, wenn man beginnt, diese Grenze zwischen Politiker und B&#252;rger mit partizipativen Elementen zu verwischen. Liquid Democracy ist angetreten, genau das zu tun. In der Welt von Liquid Democracy ist jeder zumindest potentiell verantwortlich, weil jeder Delegationen auf sich versammeln kann. In diesem System macht es schlicht keinen Sinn mehr, zwischen Politiker und B&#252;rger zu unterscheiden – und genau das ist auch gewollt. In einer idealen partizipativen Demokratie gibt es schlicht keine Politiker mehr.</p>
<p>Wenn durch diese Verwischung aber das Diktum nicht mehr gilt, dass Politiker m&#246;glichst transparent, der B&#252;rger m&#246;glichst datengesch&#252;tzt sein soll, dann kommen wir immer &#246;fter in die Verlegenheit zu entscheiden: was hat hier Vorrang, der Anspruch an Transparenz oder der Schutz der Privatsph&#228;re? Die Piratenpartei streift diese Grenze st&#228;ndig. Wer darf wen anstellen, wer treibt mit wem Gesch&#228;fte, wer kennt wen wie gut? Man merkt bald, dass man Politik nicht wirklich versteht, wenn man die sozialen – das hei&#223;t auch privaten Animosit&#228;ten und Sympathien – versteht. Vor allem Liquid Feedback bildet durch die Delegationsverbindungen auch soziale und damit private Netzwerke ab.</p>
<p><strong>Liquid Democracy ist das Ende der Trennung von Privatheit und Politik</strong>. Viele Piraten haben deswegen Angst, dass ihr Netzwerk offenbar und ihr Stimmverhalten transparent wird und dass das dann gegen sie verwendet werden kann – egal ob parteiintern oder vom Arbeitgeber. Sie haben Angst, dass eine l&#228;ngst vergangene Abstimmung sie wieder einholt, obwohl sich ihre Meinung zu dem Thema l&#228;ngst ge&#228;ndert hat. Es gibt viele Versuche, das Problem technisch etwas zu entsch&#228;rfen, aber das Grundproblem bleibt: Abstimmungen &#252;ber den Computer m&#252;ssen nachvollziehbar bleiben oder sie sind der Manipulation anheimgegeben. Was aber nachvollzogen werden kann, ist auch auswertbar.</p>
<p>Wenn ich meinen Namen und meinen Standort der Taxizentrale weitergebe, dann wird sie nur an das eine Taxi weitergeleitet, das mich dann abholt. Die Taxi-App funktioniert aber nur deswegen, weil meine Daten an alle Taxis in der N&#228;he rausgehen und sich der betreffende Taxifahrer statt der Zentrale entscheidet, ob er mich bedient.</p>
<p><strong>Transparenz ist der Preis daf&#252;r, wenn man Prozesse dezentral und partizipativ organisiert.</strong> Das Internet vermag uns alle miteinander nach unseren W&#252;nschen, Situationen, Wertemodellen und Interessen zu verbinden. Es kann dies aber nur, wenn wir ihm diese Pr&#228;ferenzen als Daten dazu bereitstellen.</p>
<p>Und so geht es der ganzen Gesellschaft wie der Piratenpartei. Sie erahnt und nutzt die gro&#223;artigen Potentiale zur freien und selbstbestimmten Selbstorganisation, ger&#228;t aber immer wieder an den Punkt der unheimlichen Selbstoffenbarung. Wir wollen Wohnungen mieten ohne Makler, wir wollen Taxis ohne Zentrale, wir wollen B&#252;cher schreiben ohne Verleger, wir wollen uns organisieren ohne Verein. Das alles ist heute durch das Internet m&#246;glich, aber nur wenn wir sagen, wer wir sind und was wir wollen. Nur dann haben die anderen die Chance uns zu finden. Unser Hadern mit unserer neuen Transparenz und die Aufl&#246;sung der Privatsph&#228;re werden gew&#246;hnlich getrennt betrachtet von den M&#246;glichkeiten der direkten Interaktion oder den emanzipativen Eruptionen wie dem arabischen Fr&#252;hling oder OccupyWallStreet. Und doch: Es sind zwei Seiten derselben Medaille.</p>
<p>Wer partizipiert, wird transparent und nur wer transparent ist, kann partizipieren. Das Partizipations-Transparenz-Dilemma gilt f&#252;r alle Fragen einer Politik der Zukunft. Wir k&#246;nnen in Frage stellen, ob es das ist, was wir wollen. Wir k&#246;nnen aber nicht zum einen “Ja” und zum anderen “Nein” sagen.</p>
<p><em> </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text ist zuerst im Rahmen des Arbeitsbereichs BerlinPolitik im Forum Berlin der </em><a href="http://fes.de/"><em>Friedrich-Ebert-Stiftung</em></a><em> erschienen. Eine sch&#246;n gesetzte PDF-Version zum Ausdrucken findet man </em><a href="http://www.fes-forumberlin.de/pdf_2012/berlinpositionen_05.pdf"><em>hier</em></a><em>.</em></p>
<p>&nbsp;
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		<title>Doppelt &#220;berkreuz: Die GEMA und Creative Commons</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:52:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>John Weitzmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die GEMA hat das erste Mal seit l&#228;ngerer Zeit wieder eine schriftliche Stellungnahme dazu abgegeben, ob sie Creative Commons als eine Option f&#252;r ihre eigenen Mitglieder sieht. Trotz Pilotprojekten in anderen Europ&#228;ischen L&#228;ndern lehnt die GEMA diese Idee ab. Wir versuchen die Hintergr&#252;nde zu beleuchten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit gab es Bewegung beim Thema Creative Commons und Verwertungsgesellschaften. Nicht nur wird in Deutschland an einer neuen Verwertungsgesellschaft speziell f&#252;r CC-Inhalte <a href="http://breitband.dradio.de/hacker-an-die-macht-und-eine-neue-verwertungsgesellschaft-fur-cc-musik/" target="_blank">get&#252;ftelt</a>, auch zwischen Creative Commons als Organisation und bestehenden Verwertungsgesellschaften gab und gibt es Gespr&#228;che und Pilotprojekte. Allerdings profilierte sich die GEMA in diesem Feld bisher als konservative Festung. Das hat sie nun in einer offiziellen Stellungnahme erneut gezeigt. Die Redaktion von <a href="http://www.telemedicus.info/article/2176-GEMA-nimmt-Stellung-zu-Creative-Commons.html" target="_blank">telemedicus.info</a> hatte angesichts des k&#252;rzlich gestarteten <a href="http://de.creativecommons.org/2012/01/17/cc-frankreich-und-die-sacem-schliesen-pilotvereinbarung/" target="_blank">Pilotprojekts</a> von Creative Commons und der franz&#246;sischen SACEM bei der GEMA angefragt, ob eine &#228;hnliche Kooperationen auch f&#252;r Deutschland denkbar sei. Die Antwort f&#228;llt ern&#252;chternd aus.</p>
<p>Sie reiht sich relativ nahtlos ein in die bisherigen Stellungnahmen der GEMA zur Frage, ob ihre Mitglieder nicht die M&#246;glichkeit erhalten sollten, selbst unter CC-Lizenzen zu ver&#246;ffentlichen. Kurz gefasst lautet sie: Nein. Die <a href="http://de.creativecommons.org/files/2012/01/Statement_GEMA.pdf" target="_blank">Langfassung</a> kann hier nachgelesen werden (ausdr&#252;cklich nochmal Dank an das Team von Telemedicus f&#252;r die Weiterleitung) und soll in diesem Beitrag eingehend behandelt werden.</p>
<p>Begonnen hatte die offizielle Haltung der GEMA zu CC schon 2006 mit dem ber&#252;chtigten GEMA-Brief Nr. 59, in dem die GEMA ausdr&#252;cklich vor CC warnte. Dann gab es 2008 – auf eine offizielle Anfrage von <a href="http://de.creativecommons.org/" target="_blank">CC DE</a> hin – erneut eine ablehnende Stellungnahme. Sp&#228;ter kam es zwar immer mal wieder zu freundlichen Gespr&#228;chen zwischen CC DE und GEMA aber nie zu irgendwelchen nennenswerten &#196;nderungen des GEMA-Standpunkts. Zuletzt lie&#223; die GEMA in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/gema-o-junge-musik-in-deutschland-erfolgschancen-auch-ohne-die-gema-1.1174098" target="_blank">Reuters-Beitrag</a> wissen, man k&#246;nne gar nicht anders, alles liege am <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhwahrng/index.html" target="_blank">Urheberrechtswahrnehmungsgesetz</a>.</p>
<p>Manch einer mag sich fragen, warum es denn &#252;berhaupt Gespr&#228;che und Pilotprojekte braucht, schlie&#223;lich sind CC-Lizenzen inzwischen weithin bekannt und als rechtliches Werkzeug zumindest online gut etabliert. Hintergrund und Hauptproblem der Schwierigkeiten zwischen Creative Commons und den Verwertungsgesellschaften (kurz VGs) ist, dass die Mitglieder der meisten europ&#228;ischen VGs aus rechtlichen Gr&#252;nden keine CC-Lizenzen vergeben k&#246;nnen. Sie d&#252;rfen ihre Werke also nicht unter CC stellen und verbreiten. Das liegt daran, dass die kontinental-europ&#228;ischen VGs traditionell von ihren Mitgliedern eine exklusive &#220;bertragung von Rechten fordern, um ihre Werke m&#246;glichst umfassend verwerten zu k&#246;nnen. Besonders konsequent ist diese Praxis im Bereich der Musikrechte zu finden, in Deutschland also bei den VGs GEMA und GVL.</p>
<p>Eine der Folgen ist, dass VG-Mitglieder &#252;berhaupt nicht mehr unmittelbar &#252;ber die Rechte an ihren Werken verf&#252;gen. Selbst wenn sie ihre Tracks oder Alben unter einer CC-Lizenz (kurz CCPL) freigeben wollen – und besonders unter den Newcomer wollen das einige –, k&#246;nnen sie das nicht, denn die Nutzungsrechte verwaltet ausschlie&#223;lich ihre VG. Nicht einmal auf der eigenen Homepage darf eine Band ihre Musik ohne Weiteres online stellen. Sie muss entweder f&#252;r die Streams ihrer eigenen Songs an die GEMA zahlen (und bekommt das Geld nach Abzug der Verwaltungskosten dann wieder ausgesch&#252;ttet) oder muss sich eine gesonderte Erlaubnis von der GEMA gegeben lassen. Diese wurde allerdings erst im Nachhinein, angesichts der Absurdit&#228;t der oben genannten Zahlungspflicht f&#252;r eigene Werke, eingef&#252;hrt.</p>
<p>Um eine &#228;hnliche Ausnahme geht es auch bei den Pilotprojekten von CC und <a href="http://de.creativecommons.org/2010/09/05/untersuchung-des-pilotprogramms-in-nl/" target="_blank">Buma/Stemra (Niederlande)</a>, <a href="http://de.creativecommons.org/2008/01/25/danische-verwertungsgesellschaft-akzeptiert-cc-lizenzierung/" target="_blank">KODA (D&#228;nemark)</a> und nun <a href="http://de.creativecommons.org/2012/01/17/cc-frankreich-und-die-sacem-schliesen-pilotvereinbarung/" target="_blank">SACEM (Frankreich)</a>. Die Mitglieder dieser VGs erhalten zeitlich befristet die M&#246;glichkeit, ihre Musik unter den CCPL <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/" target="_blank">BY-NC</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" target="_blank">BY-NC-SA</a> oder <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/" target="_blank">BY-NC-ND</a> selbst zu ver&#246;ffentlichen, also nur f&#252;r nicht-kommerzielle Nutzungen freizugeben (Einschr&#228;nkung &#8220;NC&#8221;). Dazu wird eine genauere Definition ausgehandelt, was genau unter &#8220;nicht-kommerziell&#8221; zu verstehen sein soll. Die GEMA funktioniert ganz genauso wie die genannten Pilot-VGs, steht aber auf dem Standpunkt, dass eine CC-Lizenzierung durch Mitglieder selbst sich nicht mit dem bestehenden Verwertungssystem vertrage und diese M&#246;glichkeit im &#220;brigen auch von den Mitgliedern gar nicht gew&#252;nscht sei.</p>
<p>Anhand der <a href="https://de.creativecommons.org/files/2012/01/Statement_GEMA.pdf" target="_blank">aktuellen Stellungnahme</a> (Volltext PDF) m&#246;chten wir hier einmal aufdr&#246;seln, was davon tats&#228;chlich Substanz hat und was nicht. Es zeigt sich, dass die Systeme von CC und GEMA tats&#228;chlich an zwei entscheidenden Stellen &#252;berkreuz liegen, n&#228;mlich beim Spektrum der Rechte und der Lizenzierung einzelner Titel. Das hei&#223;t allerdings nicht, dass diese Systeme zwingend inkompatibel sind, vielmehr br&#228;uchte es nur etwas guten Willen aufseiten der GEMA, um hier einiges m&#246;glich zu machen. Zu vermuten ist, dass die Machtverh&#228;ltnisse innerhalb der GEMA f&#252;r einen solchen Willen keinen Raum lassen.</p>
<p>Aber nun im Einzelnen zur Stellungnahme. Die GEMA schreibt:</p>
<blockquote><p>„Die Erteilung von CC-Lizenzen ist mit dem Wahrnehmungsmodell der GEMA und hier insbesondere mit der derzeitigen Fassung des Berechtigungsvertrages nicht vereinbar.“</p></blockquote>
<p>Das ist – bezogen auf den Berechtigungsvertrag – erst einmal richtig. Auch die Pilot-VGs musst – mit offensichtlich &#252;berschaubarem Aufwand – die n&#246;tigen Ver&#228;nderungen an ihrem Wahrnehmungsmodell (= Rechtemanagement im Auftrag der Mitglieder) vornehmen , um CC-Lizenzen zuzulassen.</p>
<blockquote><p>„Nach § 1 des GEMA-Berechtigungsvertrags (nachfolgend ‚BerV’) r&#228;umt der Berechtigte der GEMA als Treuh&#228;nderin umfassende ausschlie&#223;liche Nutzungsrechte an allen seinen bereits bestehenden und zuk&#252;nftig geschaffenen Werken ein. Die Creative Commons Lizenzen setzen hingegen die Vergabe von Nutzungsrechten durch den Urheber an einzelnen Werken voraus. Diese Vergabe von Rechten an einzelnen Werken durch den Urheber ist mit dem derzeitigen Wahrnehmungsmodell der GEMA nicht vereinbar ist, da die Rechte insofern bereits bei der GEMA liegen.“</p></blockquote>
<p>Dies benennt eine der zwei Konfliktstellen von GEMA und CCPL. Wie alle Standardlizenzen, die seit Entstehung des Internet entwickelt wurden, gilt die CCPL immer werkweise. Auch wenn eine Band beispielsweise pauschal all ihre Songs unter CC-BY-SA freigibt, ergibt das eine einzelne CC-BY-SA-Lizenz f&#252;r jeden einzelnen Song. Die GEMA dagegen besteht auf „alles oder nichts“, was die Werke ihrer Mitglieder angeht. Wer Mitglied wird, muss alle eigenen Werke durch die GEMA „wahrnehmen“ lassen und kann nicht einzelne Werke anderweitig lizenzieren. Das klingt jedoch dramatischer als es ist. In der Praxis muss die GEMA heute schon (intern) nach Werken unterscheiden, denn ihre Mitglieder k&#246;nnen genauso einzeln komponieren wie gemeinsam. Tun sie es einzeln, erhalten sie auch nur jeweils allein die Aussch&#252;ttungen f&#252;r das betreffende St&#252;ck, komponieren sie zusammen, muss geteilt werden.</p>
<blockquote><p>„Berechtigte k&#246;nnen grunds&#228;tzlich gem&#228;&#223; den Bestimmungen der GEMA-Satzung und des BerV, denen die Forderung der EU-Kommission nach einer Aufspaltbarkeit der Rechte nach Nutzungsarten zu Grunde liegt, einzelne Rechtsbereiche (‚Sparten’) und/oder L&#228;nder f&#252;r alle Werke von dieser Rechte&#252;bertragung ausnehmen. F&#252;r bestimmte Onlinenutzungen gilt dabei die Besonderheit, dass diese unter Einhaltung einer kurzen Frist von drei Monaten schriftlich zum Ende eines jeden Kalenderjahres gek&#252;ndigt werden k&#246;nnen. Die Berechtigten k&#246;nnen in diesem Bereich somit flexibel dar&#252;ber entscheiden, ob sie die Rechte f&#252;r diese Onlinenutzungen selbst wahrnehmen und z.B. unter einer CC-Lizenz vergeben oder von der GEMA wahrnehmen lassen.“</p></blockquote>
<p>Hier liegt der zweite Problempunkt. Auch wenn das viele GEMA-Mitglieder nicht wissen, k&#246;nnen sie in der Tat (auf Druck der EU-Kommission) inzwischen „Sparten“ von der GEMA-Wahrnehmung ausnehmen. Aber erstens geht auch das wieder nur nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip, also entweder nimmt man Sparten f&#252;r alle eigenen Werke aus der GEMA heraus oder f&#252;r keine. Und zweitens passt auch das wieder nicht zum Funktionsprinzip freier Lizenzen. Die sechs Varianten der CCPL stellen zwar unterschiedliche Bedingungen f&#252;r die weitere Nutzung auf (Namensnennung, nicht-kommerziell usw.), erlauben aber unter diesen Bedingungen alle nur denkbaren Nutzungsarten. Bei einer CC-BY-NC-Lizenz muss ich also den Namen des Urhebers nennen und darf nicht f&#252;r kommerzielle Zwecke nutzen, wie ich aber nutze, ist v&#246;llig egal. Das Ausnehmen von einzelnen Sparten wie „Online“ oder „Airplay im Radio“ (oder auch mehreren zugleich) reicht also nicht aus, um CC-Lizenzen selbst vergeben zu k&#246;nnen. Um als GEMA-Mitglied auf diese Weise eine CC-Lizenzierung zu erm&#246;glichen, m&#252;sste man vielmehr s&#228;mtliche „Sparten“ ausnehmen. Ob das &#252;berhaupt vorgesehen ist, ist schon fraglich. Und selbst wenn es ginge: Da das dann immer f&#252;r alle eigenen Werke gelten w&#252;rde (s.o.), k&#246;nnte man auch gleich aus der GEMA austreten. Die „Ausnehmen-L&#246;sung“ ergibt daher &#252;berhaupt keinen Sinn.</p>
<blockquote><p>„Die M&#246;glichkeit, Rechte an einzelnen Werken von der Rechtewahrnehmung durch die GEMA auszunehmen, hat die EU-Kommission dagegen nicht bef&#252;rwortet. Damit hat die Kommission das Bed&#252;rfnis der GEMA anerkannt, das gesamte Weltrepertoire zu vertreten, um so eine effektive und wirtschaftliche Rechtewahrnehmung gegen&#252;ber den Nutzern gew&#228;hrleisten zu k&#246;nnen (vgl. Kommission v. 02.06.1971, ABl 1971 L 134, 15, 23 &#8211; GEMA-I; Kommission v. 06.07.1972, ABl 1972 L 166, 22 f. – GEMA II; EuGH v. 27.03.1974 – Rs. 1227/73 BRT-II, Slg. 1974, 313 Rn. 9/11).<br />
Auch gegen eine &#214;ffnung des Wahrnehmungsmodells der GEMA f&#252;r die gleichzeitige Vergabe von Rechten an einzelnen Werken im Rahmen von CC-Lizenzen sprechen folgende gewichtige Gr&#252;nde:<br />
Das System der kollektiven Rechtewahrnehmung gew&#228;hrleistet einen effektiven und kosteng&#252;nstigen Schutz der Urheber. Dieses System w&#252;rde durch die M&#246;glichkeit zur Herausnahme von Rechten an einzelnen Werken durch den damit verbundenen hohen Verwaltungsaufwand beeintr&#228;chtigt. Bei jeder Lizenzierung m&#252;sste &#252;berpr&#252;ft werden, ob das entsprechende Werk unter einer CC-Lizenz steht und damit nicht mehr von der GEMA wahrgenommen und lizenziert werden kann. Der damit verbundene Verwaltungsaufwand ginge zu Lasten der &#252;brigen Berechtigten.“</p></blockquote>
<p>Ob der Verwaltungsaufwand tats&#228;chlich so hoch w&#228;re, dass es gerade daran scheitern sollte, darf bezweifelt werden. Erstens muss intern bei der GEMA ohnehin f&#252;r jedes einzelne Werk nachgehalten werden, wer daran Rechte hat. Zweitens lassen sich Lizenzabfragen auf Basis dieser ohnehin vorhandenen Daten und offener APIs sehr weitgehend automatisieren (CC hat dazu u.a. das Protokoll CC+ entwickelt). Und drittens scheinen es die Pilot-VGs ja auch irgendwie zu schaffen, mit Einzellizenzierungen durch ihre Mitglieder klarzukommen.</p>
<blockquote><p>„Zudem w&#252;rde die effektive Rechtewahrnehmung und -durchsetzung durch die Unsch&#228;rfe der Begriffe ‚nicht-kommerzielle Nutzung‘ bzw. ‚kommerzielle Nutzung‘ als Abgrenzungsmerkmal zwischen unentgeltlicher CC-Lizenz und entgeltlicher ‚GEMA-Lizenz‘ erschwert. So l&#228;sst die in einigen CC-Lizenzvertr&#228;gen enthaltene Formulierung, wonach die entsprechende Rechteeinr&#228;umung nur f&#252;r Handlungen gelten soll, die nicht vorrangig auf einen gesch&#228;ftlichen Vorteil oder eine geldwerte Verg&#252;tung gerichtet sind, keine klare Abgrenzung von CC-Lizenz zur kollektiven Rechtewahrnehmung durch die GEMA zu. Dies f&#252;hrt zu einer Beeintr&#228;chtigung der Rechtssicherheit f&#252;r Berechtigte und Nutzer sowie zu einer Erschwernis der Verwaltung der Rechte durch die GEMA.“</p></blockquote>
<p>Diese Kritik an der Formulierung der NC-Bedingung ist nicht neu und je nach Standpunkt auch berechtigt, andererseits hat sich das in der Praxis meist als blo&#223; „gef&#252;hltes“ Problem von Juristen erwiesen und wurde zwischen CC und den Pilot-VGs au&#223;erdem im Rahmen der Pilotprojekte ohne gr&#246;&#223;ere Schwierigkeiten durch genauere Festlegungen der Bedeutung von „nicht-kommerziell“ aus der Welt geschafft. Warum das mit der GEMA nicht gehen sollte, dazu schweigt sich die Stellungnahme aus. Es darf angenommen werden, dass eine konstruktive L&#246;sung auch einfach nicht gewollt ist.</p>
<blockquote><p>„Auch hat sich erwiesen, dass gerade auch sehr erfolgreiche Berechtigte, die ihre sch&#246;pferische T&#228;tigkeit durch den Verkauf von Konzertkarten, Fanartikeln etc. finanzieren k&#246;nnen, zu einer kostenlosen Freigabe ihrer erfolgreichen Titel tendieren, w&#228;hrend sie die wenig erfolgreichen Werke durch die Verwertungsgesellschaften lizenzieren w&#252;rden (so genanntes Rosinenpicken). Dies w&#252;rde zu einer erheblichen Verminderung der Verteilungssumme f&#252;r alle durch die Verwertungsgesellschaft vertretenen Mitglieder, mithin also auch f&#252;r diejenigen Berechtigten, die in der Solidargemeinschaft auf die Zahlung einer Verg&#252;tung f&#252;r die Nutzung ihrer Werke angewiesen sind, f&#252;hren und h&#228;tte zwangsl&#228;ufig einen R&#252;ckgang der sch&#246;pferischen T&#228;tigkeit und der kulturellen Vielfalt im Bereich der Musik zur Folge.“</p></blockquote>
<p>Dieses angebliche Problem hie&#223; in fr&#252;heren Aussagen der GEMA „cherry picking“, nun ist es also auf Rosinen gem&#252;nzt. Es ist absolut unverst&#228;ndlich, wieso K&#252;nstler gerade die Rosinen, also die erfolgreichsten St&#252;cke, unter CCPL freigeben sollten. Wenn eine CC-Freigabe – wie die GEMA immer behauptet – grunds&#228;tzlich die Einnahmeaussichten f&#252;r ein Werk zerst&#246;rt, wieso sollten dann ausgerechnet die einnahmest&#228;rksten Titel freigegeben werden? Um auf die indirekte Finanzierung durch Live-Auftritte und Fanartikel zu setzen, sollten Bands freiwillig auf die Heavy-Rotation im Radio, auf Downloads bei iTunes und CD-Verk&#228;ufe verzichten wollen? Das ist widersinnig. Eher nachvollziehbar w&#228;re es, besonders wenig erfolgreiche Titel freizugeben. Zudem geht dieses Argument v&#246;llig an dem vorbei, was bei den Pilotprojekten von CC, SACEM und Co. geschieht, bei denen n&#228;mlich nur die nicht-kommerzielle Freigabe unter CC gestattet wird. Alle sonstigen Einnahmen kann die jeweilige VG weiterhin ganz normal einsammeln.</p>
<blockquote><p>„Vor diesem Hintergrund haben die Berechtigten der GEMA bislang keine &#196;nderungen beschlossen, die zu einer Vereinbarkeit der Rechtewahrnehmung durch die GEMA und der Lizenzierung einzelner Werke unter einer CC-Lizenz f&#252;hren w&#252;rde. Dies l&#228;sst darauf schlie&#223;en, dass das geltende Wahrnehmungsmodell mit den Interessen der Mehrheit der Berechtigten in Einklang steht und der M&#246;glichkeit der Lizenzierung der Nutzung von Werken unter einer CC-Lizenz vorgezogen wird.“</p></blockquote>
<p>Oder es l&#228;sst darauf schlie&#223;en, dass CC-Lizenzierung f&#252;r die stimmberechtigten Mitglieder der GEMA nicht sinnvoll ist beziehungsweise diese Mitglieder den Empfehlungen der GEMA-Juristen gegen Creative Commons vertrauen. Hier wird offenbar bewusst einfach von „den Berechtigten“ gesprochen und nicht auf den Umstand eingegangen, dass die GEMA eine F&#252;rsorgepflicht f&#252;r all ihre Mitglieder hat, ob stimmberechtigt oder nicht. In der GEMA sind schlie&#223;lich K&#252;nstler aus allen Karrierephasen vereint. Gerade f&#252;r Newcomer kann eine CC-Lizenzierung Sinn ergeben. Sie sind jedoch in den seltensten F&#228;llen stimmberechtigt, eben weil ihre Werke (noch) wenig zu den Einnahmen der GEMA beitragen. Wenn die stimmberechtigten Mitglieder keine &#196;nderungen beschlie&#223;en, kann das daher genauso hei&#223;en, dass die an CC-Lizenzierung Interessierten einfach kein Stimmgewicht in der GEMA haben. Im &#220;brigen trifft die GEMA als Verwaltungsapparat auch an anderer Stelle Entscheidungen aus eigener Einsch&#228;tzung heraus, ohne dass jedesmal die Mitgliederversammlung befragt w&#252;rde.</p>
<blockquote><p>„Die GEMA ist zudem stets darum bem&#252;ht, das Rechtemanagement flexibel und den W&#252;nschen der Mitglieder entsprechend auszugestalten. So unterst&#252;tzt die GEMA beispielsweise ihre Mitglieder bei der Pr&#228;sentation ihrer Werke im Internet durch ein Lizenzangebot f&#252;r kostenloses Streaming der eigenen Werke auf der pers&#246;nlichen, nicht kommerziell genutzten Website. Auf diesem Wege kann der Berechtigte ohne Zahlung einer Lizenzverg&#252;tung an die GEMA interessierten Nutzern einen weitreichenden kostenlosen Zugang zu seinen Werken verschaffen und deren Bekanntheitsgrad erh&#246;hen ohne auf eine angemessene Verg&#252;tung f&#252;r die Vervielf&#228;ltigung und Verbreitung derselbigen verzichten zu m&#252;ssen.“</p></blockquote>
<p>Wohl eher unfreiwillig weist die GEMA hier auf einen m&#246;glichen Ankn&#252;pfungspunkt f&#252;r ein GEMA-CC-Pilotprojekt, denn was eine „nicht kommerziell genutzte Website“ ist, muss ja bereits irgendwo n&#228;her definiert sein. Darauf lie&#223;e sich aufbauen, um den Mitgliedern den Einsatz von CC-NC-Lizenzen zu erlauben.</p>
<p>„Auch dar&#252;ber hinaus ist die GEMA f&#252;r Alternativl&#246;sungen – wie kostenfreie Songausschnitte von kurzer Dauer – offen, sofern dies den Interessen ihrer Mitglieder nicht zuwiderl&#228;uft. Auch wird die GEMA Pilot-Projekte wie das der SACEM aufmerksam beobachten und ggf. gewonnene Erkenntnisse ber&#252;cksichtigen.“</p>
<p>Angesichts der bisherigen Praxis der GEMA bedeutet der Schlusssatz wohl leider, dass man gegegenenfalls gewonnene Erkenntnisse dazu nutzen wird, weiter zu untermauern, warum CC und GEMA einfach so gar nicht zusammengehen. Alles andere w&#228;re eine handfeste &#220;berraschung.<em></em></p>
<p><em>Dieser Text ist zuerst bei <a href="http://irights.info/?q=content/doppelt-%C3%BCberkreuz-die-gema-und-creative-commons">iRights.info</a> erschienen.</em>
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<a href="http://carta.info/41203/doppelt-uberkreuz-die-gema-und-creative-commons/">Doppelt &#220;berkreuz: Die GEMA und Creative Commons</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41203/doppelt-uberkreuz-die-gema-und-creative-commons/#comments">One comment</a>
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		<title>Neue Medienpolitik f&#252;r neue Medien</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 10:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leonard Novy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Medienpolitik muss nicht nur technologischen und &#246;konomischen Realit&#228;ten gerecht werden. Vielmehr muss sie zivilgesellschaftlichen Partizipationsbed&#252;rfnissen Rechnung tragen, etwa indem sie neue Formen journalistischer Produktion f&#246;rdert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu lange sahen Politiker und Journalisten im Internet nur einen weiteren Verbreitungsweg, einen Spielplatz der Banalit&#228;ten oder eine Gefahr. Diese Kombination aus Ignoranz und Strukturkonservatismus fand ihren medienpolitischen Ausdruck in Projekten wie der <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/medien/medienkompetenz/nationaleInitiativePrintmedien/_node.html">“Nationalen Initiative Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie”</a> des Bundesbeauftragten f&#252;r Kultur und Medien, einer Initiative, die Journalismus wie selbstverst&#228;ndlich mit der Distributionsform ‘Print’ gleichsetzte.</p>
<p>“Stuttgart 21″ und die Debatte um den Einsatz direktdemokratischer Verfahren verweisen auf ver&#228;nderte Erwartungen und Beteiligungsanspr&#252;che einer Gesellschaft, die vermehrt Transparenz und Rechenschaft einfordert und mitgestalten will, sich aber zusehends au&#223;erhalb traditioneller Strukturen organisiert. Auch die Medienpolitik wird sich diesen ver&#228;ndernden Partizipationsanspr&#252;chen gegen&#252;ber &#246;ffnen m&#252;ssen.</p>
<p>Grundvoraussetzung daf&#252;r ist Transparenz. Verglichen mit der britischen Medienbeh&#246;rde <a href="http://www.ofcom.org.uk/" target="_blank">Ofcom</a> oder der US-amerikanischen <a href="http://www.fcc.gov/" target="_blank">Federal Communications Commission</a>, die &#246;ffentlich tagt und deren Sitzungen auch im Netz &#252;bertragen werden, sind die hiesigen Medienaufsichtsorgane – von Ausnahmen abgesehen – nach wie vor geradezu anachronistisch, wenn es darum geht, &#246;ffentliche Sitzungen abzuhalten oder Dokumente einsehbar zu machen. Nicht nachvollziehbar ist auch, dass die f&#246;derale Medienpolitik die Idee eines “Produzentenberichts” der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender, der f&#252;r st&#228;rkere Transparenz der Auftragsvergaben sorgen k&#246;nnte, bislang nicht aufgegriffen hat. Das klassische Regime der Rundfunk- und Verwaltungsr&#228;te war jedenfalls mit den j&#252;ngsten Fehlentwicklungen bei MDR, Kinderkanal oder der Degeto offenbar &#252;berfordert.</p>
<p><strong>Stiftung Journalismu</strong>s</p>
<p>Eines der faktisch wie symbolisch wichtigsten Potentiale f&#252;r eine revitalisierte Medienpolitik liegt in der F&#246;rderung des gemeinn&#252;tzigen Journalismus. Viel war in den vergangenen Jahren die Rede von dem wiederholt mit einem Pulitzer-Preis gew&#252;rdigten Redaktionsb&#252;ro <a href="http://www.propublica.org/" target="_blank">“Pro Publica“</a>. Und tats&#228;chlich haben sich solche L&#246;sungen in der US-amerikanischen Medienlandschaft (unter anderen Rahmenbedingungen und als Folge eines deutlicheren Marktversagens) bereits in gro&#223;er Vielfalt etabliert. Sie reichen von lokalen Nachrichtenplattformen wie der <a href="http://www.voiceofsandiego.org/" target="_blank">“Voice of San Diego“</a>, der <a href="http://www.minnpost.com/" target="_blank">“Minn Post”</a> oder der <a href="http://www.texastribune.org/" target="_blank">“Texas Tribune”</a> &#252;ber Rechercheplattformen wie Pro Publica bis hin zu von Stiftungen wie der <a href="http://www.knightfoundation.org/" target="_blank">Knight Foundation</a> gef&#246;rderten Innovationslaboren an Hochschulen, in denen neue Gesch&#228;ftsmodelle und Vermittlungsformen entwickelt werden.</p>
<p>Vollkommen neu sind solche Konstruktionen bei uns nicht. Und nat&#252;rlich f&#246;rdern schon heute viele Landesmedienanstalten mit ihren aus den Rundfunkgeb&#252;hren bestrittenen Etats B&#252;rgerrundfunk (etwa in der Form der Offenen Kan&#228;le) oder Medieninnovationszentren. In der Praxis wird der dritte Mediensektor jedoch durch &#220;berregulierung und regional variierende Vorgaben kleingehalten. Eine schlagkr&#228;ftige Selbstorganisation der Medienmacher, darauf hat beispielsweise <a href="http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/IpW/Workgroups/Medien/MitarbeiterInnen/Hans/Kleinsteuber.html" target="_blank">Hans J. Kleinsteuber</a> verschiedentlich hingewiesen, ist unter diesen Bedingungen kaum m&#246;glich. Doch k&#246;nnten nicht-kommerzielle, gemeinn&#252;tzige Journalismusprojekte – gesch&#252;tzt vor Renditeerwartungen und den Unw&#228;gbarkeiten des Wettbewerbs – im digitalen Zeitalter eine weitaus wichtigere Rolle spielen. Zu &#252;berlegen ist daher, die &#246;ffentliche F&#246;rderung von Vielfalt und Innovation offensiv und &#246;ffentlichkeitswirksam auszubauen – etwa durch die Gr&#252;ndung einer “Stiftung Journalismus” zur F&#246;rderung journalistischer Projekte.</p>
<p>Mit den Mitteln der Stiftung k&#246;nnten unterfinanzierte Segmente wie der Recherchejournalismus (insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene), aber auch medienkritische Initiativen gef&#246;rdert werden. Schon mit einem kleinen Prozentsatz des &#246;ffentlich-rechtlichen Geb&#252;hrenaufkommens – 0,5 Prozent erg&#228;ben ein j&#228;hrliches Budget von zirka 35 Millionen Euro und k&#246;nnten sich aus der Umwidmung von Geb&#252;hrenmitteln f&#252;r die Landesmedienanstalten erschlie&#223;en lassen – w&#228;re viel zu erreichen.</p>
<p><strong>Vorbild Filmf&#246;rderung</strong></p>
<p>Modalit&#228;ten f&#252;r Gremien, Antragsverfahren etc. gilt es daf&#252;r zu entwickeln, als Vorbild aber bietet sich das bew&#228;hrte Modell der Filmf&#246;rderung an. Und die M&#246;glichkeit, sich f&#252;r die F&#246;rderung journalistischer Projekte zu bewerben, sollte Vertretern aller publizistischen Medien (Radio, Fernsehen, Presse, Online) offenstehen. Eine solche Stiftung, deren m&#246;gliche Struktur und deren Auftrag hier nur grob umrissen werden k&#246;nnen, zielt nicht auf ein Parallelsystem zu etablierten publizistischen Institutionen und Verfahrensweisen, sondern auf die medienpolitische Intervention bei erkennbaren publizistischen Dysfunktionen im &#246;ffentlich-rechtlichen wie privaten Medienbereich.</p>
<p>Gleichzeitig steht zu erwarten, dass sich ein solches Projekt zum Vorreiter und Partner f&#252;r anderer Stiftungen entwickeln w&#252;rde, die – anders als in den USA – das Problem des erodierenden Qualit&#228;tsjournalismus bislang kaum wahr nehmen und sich stattdessen auf die F&#246;rderung von Journalisten als Form der PR f&#252;r die eigenen Anliegen konzentrieren. F&#252;r all diese Szenarien gilt: Nat&#252;rlich wird die publizistische Versorgung auch in Zukunft ma&#223;geblich von &#246;ffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlich organisierten Medien getragen werden. Doch k&#246;nnen solche Projekte ein vitalisierendes, komplement&#228;res Element in einem sich zusehends ausdifferenzierenden medialen &#214;kosystem werden, indem sie blinde Flecken der privaten und &#246;ffentlich-rechtlichen Anbieter ausleuchten und als Innovationslabor f&#252;r neue journalistische Formate fungieren. Indem sie B&#252;rger in die journalistische Produktion einbinden, bilden insbesondere aus der Zivilgesellschaft entstandene lokale Projekte zudem eine Art Scharnier zwischen Zivilgesellschaft und professionellem Journalismus und f&#246;rdern so „angewandte Medienkompetenz“ – eine Kulturtechnik, die in modernen Mediengesellschaften Voraussetzung f&#252;r politisch-gesellschaftliche Teilhabe ist.</p>
<p>Die operative Medienpolitik wiederum wird sich daran messen lassen m&#252;ssen, wie sehr sie aus dem Kleinklein der Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertr&#228;ge und aus demokratietheoretischen Beschw&#246;rungsformeln herausfindet und sich &#252;ber konkrete Strategien und Projekte in ein wirkungsvolles Verh&#228;ltnis zu ihren Bezugsgruppen setzen kann.</p>
<p><em>Der Text wurde auch im <a href="http://blog.enquetebeteiligung.de/2012/01/neue-medienpolitik-fur-neue-medien/" target="_blank">Blog der Enquete-Kommission</a> &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; des Deutschen Bundestages publiziert. Eine Langfassung („Stiftung Journalismus – Zur Konkretion neuer medienpolitischerStrategien“) erschien in der Funkkorrespondenz 41-42/2011.</em>
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<a href="http://carta.info/41193/neue-medienpolitik-fur-neue-medien/">Neue Medienpolitik f&#252;r neue Medien</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41193/neue-medienpolitik-fur-neue-medien/#comments">No comment</a>
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		<title>Unverzichtbare Lichtgestalten</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Berichterstattung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutschen Medien verhalten sich wie Amphibien: Wechselwarm, von der Temperatur ihrer Umgebung abh&#228;ngig. Allerdings passen sie sich nicht ausschlie&#223;lich nat&#252;rlichen Gegebenheiten an, sondern suchen stets nach zus&#228;tzlichen k&#252;nstlichen W&#228;rmequellen. Etwa nach der "sch&#246;nen Piratin" Marina Weisband.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen lieben Schubladen. Sie erleichtern den &#220;berblick durch Einordnung. Fr&#252;her konnte der Leser durch die Entscheidung f&#252;r eine bestimmte Zeitung oder ein Magazin die gew&#252;nschte Schublade aufziehen und fand in ihr alles, was sein Weltbild bekr&#228;ftigte. Es gab Schnittmengen, beispielsweise zwischen <em>Spiegel</em> und <em>Stern</em>, dagegen kaum welche bei <em>Spiegel</em> und <em>S&#252;ddeutscher</em>. Wo <em>FAZ</em> draufstand, war auch <em>FAZ</em> drin.</p>
<p>Die Schubladen sind verschwunden, bestenfalls gibt es noch offene F&#228;cher in einem gro&#223;en Schrank. Da fliegen Socken und Hemden schon mal durcheinander, oder es findet sich ein Spitzenh&#246;schen zwischen den Winterpullovern. Dabei gibt es nicht weniger einzuordnen, im Gegenteil: Die Masse der Informationen ist enorm gewachsen. Vielleicht f&#252;hrt gerade das &#220;berangebot dazu, Berichte nicht mehr an der Sache, sondern an Personen festzumachen. Der Schubladenersatz wird im politischen Journalismus gern benutzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum Liquid Feedback erkl&#228;ren, wenn es doch Marina gibt?</em></strong></p>
<p>Die Beziehung der Medien zur Politik war immer eine besondere und von wechselseitiger Abh&#228;ngigkeit bestimmt. Wer mehr oder die &#8220;richtigen&#8221; Leute kannte, hatte oft einen Informationsvorsprung, der seinem Blatt zugute kam. Mit der einigerma&#223;en kritiklosen &#220;bernahme des US-amerikanischen Infotainments wurde es auch bei uns &#252;blich, Personen stellvertretend f&#252;r eine Idee, ein Gesetzesvorhaben, eine Partei zu pr&#228;sentieren. Schnell begriffen die Protagonisten die Vorteile, zur Freude des beratenden Gewerbes. Schnell entstand ein gro&#223;es Repertoire an Handlungsempfehlungen, um die betreffende Pers&#246;nlichkeit ins rechte Licht zu r&#252;cken. Dabei kam es nicht auf substantiierte Aussagen an: Die Beliebtheit der Person sollte das Vorhaben mit hochziehen. Auf diese Weise wurde etwa Ursula von der Leyen, v&#246;llig unabh&#228;ngig von absurden Gesetzesvorlagen, eine der beliebtesten Politikerinnen Deutschlands. Karl-Theodor zu Guttenberg stand beinahe schon als k&#252;nftiger Kanzler fest, seine Qualifikation: jung, gut aussehend, ein toller Showtyp. Selbst den Betrug verziehen ihm die W&#228;hler &#8211; es w&#228;re einfach so sch&#246;n gewesen.</p>
<p>Dann hat sich etwas ge&#228;ndert: Mit den Piraten ist eine auf der ganzen Linie ungew&#246;hnliche Partei in die &#214;ffentlichkeit getreten. Jung, frisch, mit Klartext und einer bis dato unbekannten Art der demokratischen Entscheidungsfindung. Obwohl einige ihrer eigenwilligen Vorhaben f&#252;r Diskussionen sorgen, &#252;berwiegt der Eindruck: Die machen das anders. Ausreichend anders, um im Vergleich mit den alten Parteien besser dazustehen und ins Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen.</p>
<p>Es w&#228;re f&#252;r die Medien eine Riesenchance gewesen. Da kommt eine junge Partei, benimmt sich ganz normal, ist ber&#252;hrbar, zeigt, dass es ihr Ernst ist mit der Umsetzung ihrer Projekte. Macht eine ganz andere Politik, als wir sie sonst vorgef&#252;hrt bekommen. Es wird gearbeitet, es geht um <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6U82ig37TaE" target="_blank">Standpunkte</a> und die st&#228;ndige Auseinandersetzung mit der Basis. Konflikte werden sachbezogen und coram publico ausgetragen. Eine junge Partei will ihre Ansichten darlegen, sie ist f&#252;r Transparenz und freut sich &#252;ber Fragen.</p>
<p>Die Wahl hat den Willen zur Ver&#228;nderung deutlich gemacht. Nicht nur die Berliner Medien h&#228;tten ergiebigen Stoff f&#252;r die journalistische Aufgabe der fachlichen Einordnung und solide Hintergrundberichte gehabt. Es ist einfach, die Forderung nach der Freigabe bestimmter Drogen rei&#223;erisch zu kommentieren. Sinnvoll w&#228;re die Nachfrage gewesen, was die Piraten sich dabei denken &#8211; wom&#246;glich w&#228;ren &#252;berzeugende Begr&#252;ndungen dabei herausgekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Die Schattenseite der Transparenz: Einladung zum Gaffen</em></strong></p>
<p>F&#252;r einen Moment bestand die Option, politische Berichterstattung neu oder wenigstens erneut zu erfinden. Journalisten h&#228;tten auf die Neulinge mit neugierigen und interessanten Fragen reagieren k&#246;nnen. Die W&#228;hler informieren, ihnen Hintergrund anbieten, Sachthemen in den Vordergrund stellen und nach Fakten fragen, die Probleme beleuchten, wegen derer die Piraten &#252;berhaupt gew&#228;hlt wurden.</p>
<p>Stattdessen gab es aufgeregtes Geschnatter &#252;ber <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ci_MxOqkXjY" target="_blank">Latzhosen</a> und Palit&#252;cher, die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo" target="_blank">Unkenntnis</a> der H&#246;he der Verschuldung des Landes Berlin und die Tatsache, dass dank der lustigen Rampensau Christopher Lauer tats&#228;chlich in einer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0g7lpJACamk" target="_blank">Talkshow</a> gelacht wurde. Welch ein Erkenntnisgewinn!</p>
<p>Nein, die neuen Akteure sollen, bittesch&#246;n, in die alten Schemata, Modell von der Leyen, passen. Das ist der Leser so gewohnt. Der Versuch, ihm etwas Neues vorzusetzen, an dem er vielleicht Geschmack finden k&#246;nnte, wird nicht gemacht. Die Medien st&#252;rzen sich lieber auf Marina Weisband. Nicht etwa als junge Politikerin, die etwas zu sagen hat, sondern mit dem Etikett &#8220;die sch&#246;ne Piratin&#8221; versehen und herumgereicht. Das hat sie gef&#228;lligst zu erf&#252;llen; Vorschl&#228;ge Weisbands, jemand anders in eine Talkshow einzuladen, werden abgelehnt:</p>
<blockquote><p>„Es war anscheinend unm&#246;glich, einen anderen Parteivertreter in die Talkshows zu schicken. Darauf haben sich die Medien nicht eingelassen, obwohl das bei anderen Parteien gang und gebe ist.“ (<em>Sebastian Nerz im <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/ober-piratin-zieht-sich-zurueck-marina-weisband-bleibt-sich-treu_aid_707102.html" target="_blank">Focus</a></em>)</p></blockquote>
<p>Entweder Weisband oder gar kein Piratenmitglied: Ein pr&#228;gnanter Beleg f&#252;r die reine Unterhaltungsfunktion der Quasselrunden. In der besten Sendezeit ein neues Konzept ausprobieren, in dem es wirklich um Politik geht? I bewahre.</p>
<p>Dass die Zeitung mit den vier persilwei&#223;en Buchstaben es liebt, Sachverhalte maximal zu vereinfachen – geschenkt. Der <a href="http://www.marinaslied.de/" target="_blank">bloggenden</a> und <a href="https://twitter.com/#!/afelia" target="_blank">twitternden</a> Marina Weisband wird vorgeworfen, sie gehe mit ihrem Privatleben allzu offen um; es scheint eine &#220;bereinkunft zu geben, wonach Politiker ihr Naturell geheim zu halten haben. Die Erschaffung einer weiblichen Idealfigur ist jedenfalls gelungen. Sie hat gut auszusehen, intelligent zu antworten und ansonsten ungew&#246;hnlich zu sein; ein wenig Ablenkung von der Piraten-Herrenriege mag auch mitgespielt haben. Alle ziehen mit, weil sich das nautische Vokabular im Zusammenhang mit einer h&#252;bschen Frau noch besser macht, die Ungew&#246;hnlichkeit noch st&#228;rker betont.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Ersatz muss her &#8211; The Show Must Go On</em></strong></p>
<p>Weisbands Bem&#252;hungen, ihre politischen Anliegen zu vermitteln, werden mit <a href="https://www.taz.de/Geschaeftsfuehrende-Piratin-Marina-Weisband/!82142/" target="_blank">Homestories</a> und <a href="http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1600998.1327594819!/image/2283588264.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_gross/2283588264.jpg" target="_blank">Fotoshootings</a> honoriert, die in die Yellow Press passen, aber nicht in die <a href="http://meisnotyoublog.wordpress.com/2011/11/19/was-ist-eigentlich-mit-der-taz-los-die-fortsetzung/" target="_blank"><em>taz</em></a> oder <em>FAZ</em>. Was spricht eigentlich dagegen, statt des Herzeigens bunter Bildchen dem gemeinen W&#228;hler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Feedback" target="_blank">Liquid Feedback</a> zu erkl&#228;ren?</p>
<p>Das Pensum eines Bundespolitikers ist immens. Es ist eine Art Dauer-Circle-Training unter Beobachtung. Es m&#246;gen noch so viele Referenten zuarbeiten: Die eigentliche, politische Arbeit ist von den Protagonisten der Mediendemokratie nicht mehr zu leisten. Zu gro&#223; ist die Nachfrage nach Bildern und Statements, um dem Publikum kompetente Politiker zu pr&#228;sentieren, die auf alles eine Antwort haben. Alles im Griff: Ein Trugbild, von Journalisten und Magazinen entworfen, das mit der fachlichen Arbeit nicht das Geringste zu tun hat. Zur&#252;ckfahren will das Medienrauschen niemand mehr, es ist gut f&#252;r Auflage und Einschaltquote.</p>
<p>Weil die Piraten im Umgang mit den Medien unerfahren waren, schien ihre Vermarktung als einer Art Alien-Stars beinahe zwingend. Marina Weisband hat festgestellt, dass sie diese Rolle nicht spielen will. Sie nimmt sich ein Jahr Pause, <a href="http://www.fr-online.de/politik/piratin-marina-weisband--das-ist-kein-rueckzug---ich-nehme-anlauf-,1472596,11521314.html" target="_blank">Anlauf</a>, wie sie sagt, und beendet ihr Psychologiestudium. Politisch wird das die Piraten kaum beeinflussen, denn sie arbeitet als einfaches Parteimitglied weiter. Medial ist es ein kleines Erdbeben: Es muss ein Ersatz gefunden werden, der fotogen und publikumstauglich und vor allem, im Gegensatz zu Weisband, willig ist, den Piraten ein Gesicht zu geben. Schlie&#223;lich sollen die Gesetze der perfekt gestylten Medienwelt nicht auf den Kopf gestellt werden.</p>
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		<title>Der Freitag und seine Community</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 10:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[der Freitag]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktive Blogger-Community des „Freitag“ will k&#252;nftig mehr mitreden im Blatt und auch besser informiert werden. Umgekehrt fordert die Freitag-Redaktion von ihrer Community bessere Texte. Welche Entwicklungs-Chance hat das Hybrid-Experiment im Angesicht der heranr&#252;ckenden Huffington Post? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wochenzeitung „Der Freitag“ wird von einer quicklebendigen Online-Community begleitet. Dort wird munter gestritten, zuletzt &#252;ber die kalte <a href="https://www.taz.de/Interview-ueber-Rauswuerfe-beim-Freitag/!85023/">Versenkung</a> der <em>Freitag</em>-Herausgeber durch Verleger Jakob Augstein. Zwischen der Zeitung und ihrer Community findet aber auch wesentlich intensiverer Austausch statt als bei anderen, eher oberfl&#228;chlichen Hybridversuchen.</p>
<p>Noch vor dem Start der deutschen <em>Huffington Post</em> steht nun eine engere Verzahnung von <em>Freitag</em>-Community und Zeitung an. Sogar &#252;ber Genossenschaftsmodelle (wie bei der <em>taz</em>) und &#252;ber Mitarbeiterbeteiligungen (wie beim <em>Spiegel</em>) wird nachgedacht. Auch technische Neuerungen soll es bald geben – denn die Seiten der Community ben&#246;tigen oft l&#228;ngere Ladezeiten.</p>
<p>Wer sich &#252;ber die medienrelevante <em>Freitag</em>-Debatte informieren will, kann <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/wirmuessenreden/protokoll-des-treffens-am-21-januar-2012">hier</a>, <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/barbara-muerdter/das-treffen-in-berlin--die-besprochenen-inhalte">hier</a> und <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/jaugstein/bericht-ueber-ein-treffen-in-berlin">hier </a>Protokolle des ersten Treffens („Wir m&#252;ssen reden!“) nachlesen.</p>
<p>Die K&#246;lner Autorin Calvani, eine &#228;u&#223;erst aktive Bloggerin der Community, hat erg&#228;nzend zu dieser Debatte <em>Freitag</em>-Verleger Jakob Augstein <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/calvani/jakob-augstein-less-music-more-talk">(„Less Music More Talk“)</a>, <em>Freitag</em>-Redakteur Michael J&#228;ger <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/calvani/michael-jaeger-coram-deo">(„Coram Deo“)</a> und Autor Wolfgang Michal <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/calvani/wolfgang-michal-hoch-bloggen">(„Hoch-Bloggen“)</a> befragt, wie sie die zunehmende Crossmedialit&#228;t beurteilen, ob und wie sich der Journalismus durch die Community ver&#228;ndert und wann Medien oder Journalisten selbst zu politischen Akteuren werden.</p>
<p>&nbsp;
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<a href="http://carta.info/41132/der-freitag-und-seine-community/">Der Freitag und seine Community</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41132/der-freitag-und-seine-community/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41132&amp;md5=68a3a48362d6ac6d16008dbabdad7eea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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