EMI ist überschuldet und wird wohl “filettiert”. Denn auch die Musikindustrie hatte ihre Investmentblase – mit der Etablierung der profitablen CD kam die “Plantagenbesitzer-Mentalität”.
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Wie fremd der Politik das Internet nach wie vor ist, merkt man bereits am E-Mail-Verkehr mit Bundestagsabgeordneten. Persönliche Maildaten werden einfach per “cc” verkündet. Zur Ablenkung wird schnell mal über Google geschimpft.
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Die Musikindustrie fürchtet die Kulturflatrate. Alternativen zu schaffen, hat sie bislang versäumt.
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Die Popbranche ist berechenbar geworden. Sie ehrt die, die ohnehin schon Erfolg haben. Pop aber lebt seit jeher von der Überraschung – und von einer Haltung.
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Früher schaute man heimlich, was jemand für Platten hörte. Heute bietet der durchschnittliche iPod eine unendlich breite und beliebige Musiksammlung, an der wir kaum noch etwas erkennen können. Kultur lebt aber auch von Differenz und Entscheidung.
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Die Geschichte der modernen Christenheit beginnt gemäß des Neuen Testament (Lukas 2) mit Datenerfassung: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.“ Sinn einer jeden Volkszählung ist die Überführung von Menschen in Zahlen. Das Individuum wird eine Nummer. Diese Nummern dienen dann der Kontrolle und Planung. Die Römer hatten damals wohl nur Wehrerfassung und Steuern im Blick.
Für die monotheistischen Juden war es dennoch ein Alptraum. Sie dürfen [...]
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Musikindustrie, Musiker und Konsumenten reden in einem babylonischen Stimmengewirr aneinander vorbei. Wie ein Angebot aussehen müsste, dass allen Seiten gerecht wird.
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Mit der DDR scheiterte ein technokratisches System, das unfähig war, sich selbst zu erneuern. Am 9. November feiern wir das Ende dieses engen, erstarrten Deutschlands. Zugleich bleiben Elemente des veränderungsfeindlichen Kulturdirigismus mitten unter uns: Die GEMA zum Beispiel.
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Wußten Sie, dass dass eine CD, deren Preis durch Beilage eines T-Shirts in die Höhe getrieben wird, dann auch entsprechend mehr für die Charts zählt? Tim Renner zur überholten Chartlogik und dem Praecox-Problem der Musikindustrie.
Würden rund 18 Prozent der 31.8 Millionen DSL-Kunden eine Musikflatrate für 9.99 Euro kaufen, entstünde ein jährlicher Umsatz von 663 Mio. Euro – mehr als die Hälfte dessen, was die Industrie 2008 mit CDs erzielte; und dabei mit viel höheren Margen.
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In der deutschen Politik vollzieht sich die systemnotwendige Veränderung enervierend langsam. Noch einmal werden wir Stillstand als Antwort auf Veränderung nicht verkraften. Ein Wahlaufruf von Tim Renner.
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Alles fließt, doch die Musikindustrie war bisher kein Freund der Veränderung. Die Popkomm ging den Bach hinunter, dafür gibt es jetzt die all2gethernow als Barcamp.
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Bei der Ankunft auf dem Future Music Camp bekam ich einen Badge, auf dem groß TIM geschrieben stand. Mikroskopisch klein war mein voller Name zu lesen. Hätte ich einen Edding dabei gehabt, wäre ich versucht gewesen „Bitte siezen Sie mich, Sie Nerd“ drüber zu schreiben. Aber ganz anders als ihre Vorgänger waren diese digitalen Hippies zielorientiert.
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Die Popkomm war zuletzt eine Veranstaltung für eine Branche ohne funktionierendes Geschäftsmodell und mit Hang zur selbstverliebten Trivialisierung. Nach der Absage heißt es nun für alle: “Zurück auf Los!” – zum Glück.
Nun hat’s mich selbst erwischt: “Deine Argumente begünstigen Kinderpornographie!” schallte es mir von einem für seine Arbeit hoch geschätzten, ehemaligen Independent-Musikunternehmer aus dem Publikum entgegen.
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Tim Renner 