Es wird heute Abend von Spannung, Rührung und Talenten die Rede sein, aber in Wirklichkeit präsentiert man seit 20 Jahren beim “Echo” lediglich die News von gestern. Die Musikindustrie leidet noch immer unter dem Trauma des “Preises der deutschen Schallplattenkritik” – und kommt von der anachronistischen Mechanik des “Echo” nicht los.

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Die meisten Politiker gehören einer “Gemeinschaft von Ungeliebten” an – einem Typus Mensch, dem in seiner Jugend nichts anderes übrig blieb als vernünftig und uncool zu sein. Karl-Theodor zu Guttenberg – und auf ihre Art Gerhard Schröder und Joschka Fischer – gehören zur anderen Sorte. Der Wähler hat vor niemandem Angst, der tut, was er sich selbst vorstellt tun zu können.

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Herzlich willkommen in der digitalen Welt Amerika! Wir aus der Musikwirtschaft kennen uns da aus und fragen uns nachdem ihr die Todesstrafe für Wikileaks fordert: Sind wir vielleicht zu milde mit den Piraten umgegangen?

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Egal ob Presse, Fernsehen, Film- oder Pornoindustrie, in dem Punkt ist man sich einig: Angst, die man durch Strafzahlungen, Bedrohung unschuldiger Kinder oder gar Terror verbreiten kann, hilft eine digitale Gesellschaft durchzusetzen, in der jeder unter Generalverdacht steht. Wer hat Interesse an so viel Angst und wieso halten die Medien gemeinhin nicht dagegen?

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Der Oktober 2010 war bislang kein guter Monat für die Popmusik: Bei RTL 2 diskutiert man offensichtlich, sich von allen Musikformaten zu trennen; die ARD-Intendanten schicken den Eurovison Song Contest in die Provinz und MTV verkündet sein Programm zukünftig nur noch als Bezahlfernsehen ausstrahlen zu wollen. Die Popkultur flieht ins Netz.

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Stephanie Freifrau zu Guttenberg engagiert sich in der “Bild” gegen Kindesmissbrauch – und bringt für populistische Belege das verdammt ernste Thema mit Rock’n'Roll und “Porno Chic” in Verbindung. Diese Ökonomisierung der Sexualität für Bücherverkäufe ist ärgerlich.

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Mit Berlin Festival, all2gethernow und Popkomm werden höchst unterschiedliche Veranstaltungen unter den Schirm der “Berlin Music Week” gezwängt.

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Der Sommer ist eine herrliche Zeit für Flirts: Die CDU umwirbt vor der Landtagswahl 2011 die Grünen, denn die sind momentan die triumphierenden Super-Modells der Berliner Politik. Doch für mehr als einen Sommer-Flirt fehlt der CDU die Grunderneuerung.

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Ein paar Prozent Steuern mehr oder weniger tun der Motivation der meisten Spitzenverdiener keinen Abbruch und sind sozial gerecht. Sie wollen Menschen helfen, sich selbst beweisen, einmal in ihrem Leben Weltmeister werden – und eben auch ihren Beitrag zum Sparpaket leisten.

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Was wird ein Bundespräsident Wulff aus Hannover verändern? – Nichts! Das ist das Problem und das Prinzip.

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Deutschland war beim Grand Prix früher ein Hort der Spießigkeit – der Streber Europas. Lena trat jedoch an, um Spaß zu haben und hat gerade auch deshalb gewonnen. Das ist das neue Deutschland.

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Das Neue wird immer wieder als Bedrohung empfunden, ob nun bei Jugendbewegungen, der Besiedlung Amerikas oder der des Internet. Wer beispielsweise legale Angebote des Online-Musikvertriebs aufbauen will, sieht sich mit Behinderugen konfrontiert, die es in der “Offline-Welt” nicht gibt. Internet-Hippies werden da in den Untergrund getrieben.

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In Berlin fehlte bisher der Zusammenhalt, doch nun ist die Stadt pleite und das befriedet sie ungemein. Gleiches gilt auch für die Musikindustrie: Im Bereich der Popmusik fehlte ihr nach dem Sterben der Popkomm ein mobilisierendes Event. Jetzt hat sie sich zusammengerauft.

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Die positiven Umsatzzahlen der Musikindustrie haben mit der Wirklichkeit leider nichts zu tun. Die Tonträgerunternehmen müssen sich jetzt entscheiden, ob sie einen großen Musikindustrie-Gesamtverband gründen oder sich ganz auf den Verkauf von Musik konzentrieren wollen. In beiden Fällen verlieren die Majors zwar an Einfluss – aber die Logik eines halben Umbruchs erschließt sich nicht.

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EMI ist überschuldet und wird wohl “filettiert”. Denn auch die Musikindustrie hatte ihre Investmentblase – mit der Etablierung der profitablen CD kam die “Plantagenbesitzer-Mentalität”.

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