Was ihren Nachbarn, den Schweizern jetzt widerfährt, kennen die Österreicher ja schon: Wenn das Stimmvolk einmal aufmüpfig aus dem Konsens der „political correctness“ ausschert, auf den sich die politischen Eliten stillschweigend zu verständigen zu pflegen, dann ist die Hölle los, dann fallen die grossen Nachbarn über kleine Länder her, dann kommt es zu den Medienhypes der Mainstream Media: Weil „man“ sich ja bei den kleinen Nachbarn, einschliesslich in deren Seelenleben, bestens auszukennen glaubt, wird wild darauf los spekuliert und geschrieben. Und weil Recherche Geld und Zeit kosten würde, schreibt obendrein einer vom anderen hemmungslos ab.
Den Schweizern ergeht es jetzt so, [...]
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Die Medien berichten über den Mauerfall, als hätten sie ihn selbst verursacht. Ein Mythos.
Wer Silvio Berlusconi angreift, darf sich auf einen medialen Rachefeldzug gefasst machen. Das zeigt der Fall Dino Boffo.
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Die von den Medien ausgeschlachteten privaten Geschichten um Silvio Berlusconi verdecken den eigentlichen Skandal: seinen schamlosen Umgang mit der Macht und die Einschränkung der Pressefreiheit.
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Die technologischen Bedingungen, unter denen sich die amerikanische Zeitungskrise ereignet, sind für Europa dieselben. Aber kulturelle Unterschiede könnten für einen anderen Verlauf des Medienwandels sorgen.
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Der Boston Globe ringt um die Zukunft, die Aasgeier lauern bereits im Gebüsch. Medienforscher sind neugierig, was passieren wird, wenn es im ersten großen Agglomerationsraum der USA keine große Tageszeitung mehr gibt.
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Warum führt die Krise des hochwertigen Journalismus eigentlich nicht zu Solidaritätsprotesten? Weil sich dieser Protest wohl zuallerst gegen uns selbst richten müsste.
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Die österreichische Presse solidarisiert sich ausgerechnet mit dem größten Medienunternehmen des Landes: dem notleidenden ORF.
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Der Bericht “State of the News Media” zerstört so machen Mythos: Dass eine fragmentierte Medienlandschaft mehr Themen umwälzen würde, etwa. Oder die Legende vom Internet-Wahlkampf von Obama.
Österreichische Journalisten nehmen besonders gerne Einfluss auf die politische Agenda und neigen zu einer spezifisch österreichischen Form des Kampagnenjournalismus. Sie halten sich deshalb trotzdem für besonders kritische Aufklärer.
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Aus der Zeitungskrise mit Heuschrecken oder Patriarchen? Wie wär`s mit Volksaktien?
06.02.2009 | 4 Kommentare
Wenn Zeitungen jetzt an Milliardäre und Oligarchen fallen, wünscht sich so mancher „kulturell eingebundenes“ Kapital zurück. Doch statt auf einen neuen Axel Springer zu hoffen, sollte man lieber über “Volksaktien” nachdenken.
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Wenn sich auf einem Medienkongress derzeit mehr als zwei Kommunikationsforscher begegnen, bestimmt meist ein Schlagwort die Diskussion: die Ökonomisierung der Medien. Vordergründig sind damit Sparzwänge gemeint. Der Begriff enthält indes auch eine Trendaussage: In bester Tradition der Frankfurter Schule wird unterstellt, das („kapitalistische“) System unterwerfe immer mehr Lebensbereiche und somit auch die Redaktionen dem Diktat des Ökonomischen und damit (überhöhten) Renditeerwartungen. So komme Journalismus als „Kulturgut“ unter die Räder: er könne seinen publizistischen Auftrag immer schlechter erfüllen, die Bürger mit hinreichend geprüften Nachrichten zu versorgen, der Demokratie zu dienen und die [...]
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Wenn man sich berieseln und berauschen lässt von all dem, was im Blätterwald und in den Talkshows derzeit mit aller Medienmacht über uns hereinprasselt, so könnte man meinen: Der Untergang des Abendlandes sei nah, gar der jüngste Tag des Kapitalismus angebrochen. Und dieses jüngste Gericht wird effektvoll inszeniert – angesichts der Selbstgerechtigkeit, mit der viele Journalisten nicht nur schwadronieren, sondern auch moralisieren.
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Stephan Ruß-Mohl 