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	<title>CARTA &#187; Stephan Ruß-Mohl</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Eigenanzeigen der Regierung: Mehr Transparenz!</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 08:58:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit ihren Anzeigen-Schaltungen machen Regierungen auch Presse-Politik. Wird nicht offengelegt, wer vom &#246;ffentlich finanzierten Werbekuchen wieviel bekommt, ist der Korruption T&#252;r und Tor ge&#246;ffnet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>95 Millionen Euro geben die &#246;sterreichische Regierung, die Gebietsk&#246;rperschaften und staatsnahe Unternehmen j&#228;hrlich f&#252;r Inserate aus  – und das Gros dieses Werbeaufwands kommt offenbar den gro&#223;en Gratis- und Boulevardbl&#228;ttern zugute.</p>
<p>Gerade mal 1,7 Millionen Euro staatlicher Gelder stehen dagegen in einem anderen Topf f&#252;r Journalistenausbildung, f&#252;r die F&#246;rderung des Korrespondentennetzes und die Lesef&#246;rderung zur Verf&#252;gung, knapp 11 Millionen Euro werden an indirekten Subventionen an Zeitungsverlage zur Vertriebsf&#246;rderung und zur F&#246;rderung der regionalen Vielfalt von Tageszeitungen ausgesch&#252;ttet.</p>
<p>Allein schon dieses krasse Missverh&#228;ltnis macht deutlich, wie wichtig die Forderung nach Transparenz ist – generell bei Ausgaben, die vom Steuerzahler finanziert werden, und speziell bei der Vergabe von Anzeigen, die mit &#246;ffentlichen Geldern finanziert werden. Mitunter entscheiden solche Zuwendungen ja sogar dar&#252;ber, ob bestimmte Presseprodukte am Leben bleiben.</p>
<p>Der Verband &#214;sterreichischer Zeitungsverleger hat beim „<a href="http://www.denkfabrikat.net/artikel/tag-des-qualitaetsjournalismus">Tag des Qualit&#228;tsjournalismus</a>“, den er vorige Woche erstmals in &#214;sterreich ausrief, nachhaltig f&#252;r solche Transparenz geworben. Die Steuerzahler haben nat&#252;rlich ein Recht zu erfahren, was der Staat mit ihrem sauer verdienten Geld anf&#228;ngt.</p>
<p>Merkw&#252;rdig ist aber auch, wenn f&#252;r Zwecke, die zweifelsfrei dem Qualit&#228;tsjournalismus aufhelfen, mal gerade ein F&#252;nfundf&#252;nfzigstel dessen zur Verf&#252;gung steht, was &#246;ffentliche Institutionen f&#252;r Eigeninserate aufwenden. Obendrein  –  so haben das jedenfalls mehrere Insider glaubhaft versichert – <strong>kommt offenbar ein Grossteil dieses Werbeaufwands gerade solchen Redaktionen zugute, die wenig in journalistische Qualit&#228;t investieren</strong>, soll heissen: Redaktionen, die eher regierungsfreundlich berichten und nicht allzu viele kritische Fragen stellen.</p>
<p>Wird nicht offengelegt, wer vom Werbekuchen wieviel bekommt, ist der Korruption T&#252;r und Tor ge&#246;ffnet.</p>
<p><em>Diese Kolumne schreibt Stephan Russ-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische Wochenzeitung &#8220;<a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a>&#8220;. Carta &#252;bernimmt sie regelm&#228;&#223;ig mit freundlicher Genehmigung.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40214&amp;md5=56240a006d6bb3583aa5eaeb6545b947" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weder Spenden noch der Tropf des Staates machen Journalismus unabh&#228;ngig</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 10:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

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		<description><![CDATA[Die NPR-Chefin Vivian Schiller muss wegen fragw&#252;rdiger Spendenwerbung zur&#252;cktreten. Die zeigt, in welch erniedrigende Abh&#228;ngigkeit Journalismus ger&#228;t, der entweder am Tropf des Staates h&#228;ngt oder auf die Barmherzigkeit von Spendern angewiesen ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong>Eher hinter den Kulissen tobt in Amerika eine politische Auseinandersetzung um die Zukunft des <em>National Public Radio</em>, die in dieser Sch&#228;rfe bei uns v&#246;llig undenkbar w&#228;re: Obschon der Senderverbund und auch sein TV-Pendant PBS im Vergleich zu den Geb&#252;hren-Milliarden, &#252;ber die ORF, ARD oder ZDF verf&#252;gen, nahezu bedeutungslos sind, m&#246;chten die Republikaner den staatlichen Geldhahn endg&#252;ltig zudrehen und eine wichtige, aber politisch ungeliebte Stimme Amerikas zum Schweigen bringen.</p>
<p>Obendrein haben Fundraiser verzweifelt versucht, f&#252;r den Senderverbund  jene Mittel als Spenden einzutreiben, die in Amerika die &#246;ffentliche Hand f&#252;r ihren Rundfunk nicht bereit stellt. Sie waren bei der Wahl ihrer Methoden wenig zimperlich und haben sich dabei so eindeutig politisch gegen die Republikaner und deren Tea Party-Ultras positioniert,  dass deswegen die Chefin des Senderverbundes, Vivian Schiller, k&#252;rzlich ihren Hut nehmen musste.</p>
<p>Dies alles zeigt, in welch erniedrigende Abh&#228;ngigkeit Journalismus ger&#228;t, der entweder am Tropf des Staates h&#228;ngt oder auf die Barmherzigkeit von Spendern angewiesen ist. Weder die eine noch die andere Finanzierungsquelle verheisst den n&#246;tigen Freiraum, den Journalisten brauchen, wenn sie ihre Funktion als „vierte Gewalt“ souver&#228;n aus&#252;ben wollen.</p>
<p>Nach der <em>New York Times</em> haben deshalb auch der gr&#246;sste US-Zeitungskonzern Gannett sowie eine der auflagenstarken Regionalzeitungen, die <em>Dallas Morning News</em>, angek&#252;ndigt, dass sie k&#252;nftig  f&#252;r ihre Online-Ausgaben von ihren Lesern Geld sehen m&#246;chten. Dies verweist auf den langfristig einzig gangbaren Weg: Die Leserinnen und Leser davon &#252;berzeugen, dass guter Journalismus etwas wert ist, egal ob er auf bedrucktem Papier oder online verbreitet wird. Aus Werbeausk&#252;nften allein l&#228;sst sich hochwertiger Journalismus auf Dauer nicht mehr finanzieren. Denn Werbetreibende k&#246;nnen kosteng&#252;nstiger Social Networks wie Facebook oder Suchmaschinen wie Google als Vehikel nutzen, um ihre Zielgruppen mit Reklame zu erreichen – und sie tun das auch immer &#246;fter.</p>
<p><em>Diese Kolumne schreibt Stephan Russ-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta.</em></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39874&amp;md5=ae6492a1acfaf228af72ca5d74edafb2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>GAU</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 04:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die merkw&#252;rdigen Krisenreaktionsmuster: "Facebook-Freunde, die sich mit Nachrichtenagenturen verwechseln", "Schockstarre durch st&#228;ndige Alarmmeldungen" und "Entm&#252;ndigung durch Expertenkultur".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wohl zu fr&#252;h, um das mediale Echo auf den GAU in Japan genauer zu analysieren, aber ein paar Anmerkungen g&#228;be es da doch. Wobei ich mich diesmal nicht aufs Fernsehen oder auf die grossen Tageszeitungen beziehen m&#246;chte, sondern auf meinen „Freundeskreis“ bei Facebook, unter dem sich ein sehr hoher Anteil an Journalisten befindet – wohl auch, weil ich selbst dieses Medium vor allem zum professionellen Austausch nutze.</p>
<p>Was mich frappiert hat: Der hohe Anteil an Zeitgenossen, die einfach weiter gemacht haben wie bisher – als g&#228;be es die Z&#228;sur durch das Erdbeben und den Strahlenalarm in Japan  einfach nicht. Dann, nat&#252;rlich, ein paar Profis, die sich selbst mit einer Nachrichtenagentur verwechseln und meinen, jede neueste Tickermeldung auch &#252;ber Facebook weiterverbreiten zu m&#252;ssen. Und schliesslich so etwas wie eine schweigende Mehrheit, die wie ich selbst nahezu von Schockstarre befallen sind, sich also entweder gar nicht oder nur mit kargen Vier- oder F&#252;nfwort-S&#228;tzen melden: “Ich fasse es nicht”, “Finde es einfach nur schrecklich”.</p>
<p>Was k&#246;nnten diese ganz unterschiedlichen Reaktionsweisen wiederum mit den Medien zu tun haben? Viele von uns – offenbar nicht zuletzt Journalisten und andere Medienprofis &#8211; sind von den st&#228;ndigen Alarmmeldungen, mit denen uns Fernsehen und Boulevardpresse und in deren Schlepptau stets auch die „seri&#246;sen“ Medien &#252;bersch&#252;tten, so abgestumpft, dass sie sich durch nichts mehr aus ihrer Ruhe und Routine bringen lassen wollen. Andere werden wieder und wieder Opfer des medialen Herdentriebs und lassen sich von Vogel- und Schweinegrippe fast genauso in Angst und Schrecken versetzen wie vom radioaktiven Fallout.</p>
<p>Wie viel medialen Katastrophenalarm k&#246;nnen wir verarbeiten, ohne unsere Sensibilit&#228;t, unser Differenzierungsverm&#246;gen zu verlieren? Gibt es f&#252;r Aufkl&#228;rung noch eine Chance, wenn die Medien (auch die &#246;ffentlich-rechtlichen !) letztlich um Auflagen, Clicks und Einschaltquoten konkurrieren? Und hat nicht der Jesuit und Philosoph Ivan Illich, &#252;brigens ein &#214;sterreicher, auch wenn man ihn hierzulande kaum kennt, recht behalten, selbst wenn er nur ungl&#228;ubiges Kopfsch&#252;tteln erntete, als er schon vor Jahrzehnten unsere „Entm&#252;ndigung durch die Expertenkultur“ konstatierte und uns kurz nach der ersten Energiekrise das Fahrrad als einzig menschenfreundliches Verkehrsmittel andiente?</p>
<p><em>Stefan Ru&#223;-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r &#246;sterreichische Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a>. Carta &#252;bernimmt Sie mit freundlicher Genehmigung.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39164&amp;md5=eb22eb329b87f55ebb4dcf97e5578081" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Tom Sawyers Gesch&#228;ftsmodell</title>
		<link>http://carta.info/38208/tom-sawyers-geschaeftsmodell/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 05:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet-Blase]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben wir eine neue Internet-Blase? Stephan Russ-Mohl meint ja, mit dem Blick auf die j&#252;ngsten Bewertungen von Twitter, Facebook und The Huffington Post.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter soll inzwischen zehn Milliarden Dollar wert sein. Die astronomische Summe w&#228;re, so hat die <em><a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:moegliche-it-blase-twitter-kostet-jetzt-10-mrd-dollar/60010197.html" target="_blank">Financial Times Deutschland</a></em> ausgerechnet, das 222-fache des Umsatzes. Noch im Dezember wurde das Unternehmen von Investoren mit 3,7 Milliarden bewertet. Noch kometenhafter ist der Aufstieg von Facebook am Investoren-Himmel, w&#228;hrend andere soziale Netzwerke wie StudiVZ oder Myspace bereits dramatisch an Wert eingeb&#252;sst haben.</p>
<p>Die Sch&#228;tzwerte f&#252;r Twitter und Facebook deuten neuerlich auf Blasenbildung hin – auf Phantasiepreise, die nicht mehr durch reales Wirtschaften gedeckt sind. Auch die „nur” <a href="http://carta.info/38046/arianna-huffington-und-ihre-blogger-das-ende-vom-web-2-0/" target="_blank">315 Millionen Dollar</a>, die der schw&#228;chelnde einstige Internet-Gigant AOL soeben f&#252;r die <em><a href="http://www.huffingtonpost.com/" target="_blank">Huffington Post</a></em> bezahlt hat, ist solch ein Phantasiepreis – selbst wenn sich AOL damit die erfolgreichste amerikanische Online-Zeitung einverleibt. Erst 2005 ist dieser Start up ins Netz gegangen. Das Bemerkenswerte ist sein „Gesch&#228;ftsmodell“. Im Kern beruht es darauf, andere f&#252;r sich arbeiten zu lassen, ohne sie daf&#252;r zu bezahlen – so wie dereinst Tom Sawyer, der von seiner Tante dazu verdonnert worden war, ihren Zaun zu streichen. Der smarte kleine Tom spannte seine Freunde f&#252;r sich ein. Er erz&#228;hlte ihnen, wieviel Spass das Pinseln mache – und liess sie‘s dann ausprobieren…</p>
<p>Heute sind Hunderte von Bloggern gratis f&#252;r die Website der gesch&#228;ftst&#252;chtigen Ariana Huffington im Einsatz, darunter viele ihrer prominenten pers&#246;nlichen Freunde. Was sie nicht an Inhalten beisteuern, „erzeugt“ ein kleines Redaktionsteam, dessen Arbeit zum Grossteil darin besteht, die Plattform HuffPo mit dem Content anderer Websites zu verlinken.</p>
<p>Trittbrettfahren nennen das &#214;konomen. Leonard Downie jr., der fr&#252;here Chefredakteur der <em>Washington Post</em> wird deutlicher und spricht v<a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/sep/23/huffington-post-parasites-washington-post" target="_blank">on parasit&#228;rem Verhalten</a>. Dass man damit reich werden kann, ist allerdings keine Errungenschaft des Internets – es soll auch in den guten alten, vor-virtuellen Zeiten schon dem ein oder anderen Gl&#252;cksritter gelungen sein.
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<a href="http://carta.info/38208/tom-sawyers-geschaeftsmodell/">Tom Sawyers Gesch&#228;ftsmodell</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38208/tom-sawyers-geschaeftsmodell/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38208&amp;md5=02d1594fc9a6683e8356182b43d0639a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>PR-Kaderschmiede Leipzig?</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jan 2011 12:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Haller]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kahlschlag in der Leipziger Journalistenausbildung best&#228;tigt einen Trend: Weg vom Journalismus, hin zur PR.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor gut 20 Jahren hat die Prognose bei vielen Medienexperten noch Kopfsch&#252;tteln ausgel&#246;st. Ich hatte eine „Aufr&#252;stungsspirale“ in der &#214;ffentlichkeitsarbeit vorhergesagt, die ihrerseits eine „Abr&#252;stungsspirale“ in den Redaktionen bewirken w&#252;rde. Inzwischen hat sich dies unstrittig bewahrheitet: die Kommunikationsdisziplin <em>Public Relations</em> gedeiht und professionalisiert sich; derweil werden Redaktionen ausged&#252;nnt, der Journalismus ger&#228;t immer mehr in Bedr&#228;ngnis – auch weil Journalisten immer mehr PR-Meldungen ungefiltert verwenden und so die Glaubw&#252;rdigkeit der Medien sinkt.</p>
<p>Merkw&#252;rdigerweise kr&#228;ht deswegen kaum ein Hahn. Dabei geht es um die Frage, wie wir alle informiert werden: Ob von journalistischen „Treuh&#228;ndern“, die sich redlich bem&#252;hen, ihre Leser, H&#246;rer, Zuschauer ausgewogen mit Nachrichten zu versorgen. Oder von PR-Leuten, deren Job es nun einmal ist, uns im Interesse ihrer Auftraggeber ein gesch&#246;ntes, einseitiges Bild der Welt zu vermitteln.</p>
<p>In Leipzig ist ein neues Stadium der Eskalation erreicht. Dort schl&#228;gt die Doppel-Spirale jetzt erstmals direkt auf die Ausbildungs-Angebote durch. Ein renommierter Kollege, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Haller_%28Medienwissenschaftler%29">Michael Haller</a>, ist in den Ruhestand getreten. Er hat der Journalistenausbildung nicht nur an seiner <a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik/haller.htm">Universit&#228;t</a> zu neuem Ansehen verholfen. &#220;ber Jahre hinweg war er als Dozent, Forscher und Herausgeber der angesehenen Fachzeitschrift <em>Message</em> omnipr&#228;sent. Jetzt haben seine Fachkollegen aus der PR nichts Besseres zu tun, als seine verwaiste Professur f&#252;r den Bereich &#214;ffentlichkeitsarbeit umzuwidmen.</p>
<p>Dabei steht in Leipzig die Wiege der akademischen Journalisten-Ausbildung: Karl B&#252;cher hat sich dort im deutschsprachigen Raum bleibende Verdienste um sie erworben, lange bevor sein Fachkollege Emil Dovifat in Berlin die Zeitungswissenschaft begr&#252;ndete. Haller hatte dann Jahrzehnte sp&#228;ter das Metier zu neuer Bl&#252;te gef&#252;hrt &#8211; nach dem wenig ruhmreichen Intermezzo, als zu Zeiten des SED-Staates im „Roten Kloster“ sogenannte „Journalisten“ ausgebildet wurden, die in Wahrheit nur Propagandisten waren. Es ist alarmierend, dass sich die Schraube jetzt – wom&#246;glich nicht nur in Leipzig &#8211; zur&#252;ck zu drehen beginnt.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Crosspost. Stephan <em>Russ</em>-<em>Mohl</em> ist Kolumnist der &#246;sterreichischen Wochenzeitung <em><a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a></em>.
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		<title>ECC10: Kosmopolitische Wende der Medien- und Journalismusforschung?</title>
		<link>http://carta.info/35356/ecc10-kosmopolitische-wende-der-medien-und-journalismusforschung/</link>
		<comments>http://carta.info/35356/ecc10-kosmopolitische-wende-der-medien-und-journalismusforschung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 11:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur “European Communication Conference” sind in Hamburg Kommunikationswissenschaftler aus mehr als 50 L&#228;ndern zusammengekommen. Jetzt fehlen noch die Journalisten, die die Europ&#228;ische Integration in die Praxis tragen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1bb0c866d74049f8831abc037b38a202" alt="" width="1" height="1" />Noch vor wenigen Jahren w&#228;re das undenkbar gewesen: Rund 1000 angemeldete Teilnehmer sind dieser Tage in Hamburg zur “<a href="http://www.ecrea.eu/news/article/id/103">European Communication Conference</a>” zusammengekommen. 66 Panels und Workshops mit meist je vier oder f&#252;nf Vortragenden, die im Zeittakt von 12 Minuten Pr&#228;sentationszeit &#252;ber vier Tage hinweg ihre Forschungsarbeiten vorstellen, und ein 350 Seiten dicker Band mit „Abstracts“, also Zusammenfassungen, vermittelten einen Eindruck davon, wie sich die Kommunikationswissenschaft in alle Himmelsrichtungen ver&#228;stelt, aber auch wie unterschiedlich die Themen und Methoden der Forscher sowie ihre Forschungsgegenst&#228;nde, die Mediensysteme und Journalismuskulturen, sind.</p>
<p>Im vielsprachigen, noch immer in Ost und West &#8211; und vermutlich auch mehr denn je in Nord und S&#252;d &#8211; geteilten Europa, gilt es, viele Br&#252;cken der Verst&#228;ndigung zu schlagen, wenn der Turmbau zu Br&#252;ssel weiter gelingen soll. Dank des Internets, aber auch dank der Austausch-M&#246;glichkeiten, die solche Kongresse ebenso wie etwa die Erasmus-Programme er&#246;ffnen, sprach eine Forscherin, Wiebke Schoon von der gastgebenden Universit&#228;t Hamburg, bereits vom <strong>„cosmopolitan turn“</strong>, von der kosmopolitischen Wende der Medien- und Journalismusforschung. Eine Formel, die vielleicht zu sch&#246;n ist, um wirklich wahr zu sein.</p>
<p>Gewiss, die Scientific Community w&#228;chst zusammen, und europaweite Projekte vergleichender Forschung sind in Mode gekommen. Sogar einige Forschungsf&#246;rderungs-Einrichtungen kooperieren inzwischen international.</p>
<p>Schade nur, dass sich der Journalismus und die Medien selbst so wenig „europ&#228;isieren“. Im Gegenteil, &#252;berall werden Korrespondentenposten eingespart, das Lokale und Regionale triumphiert. Auch der (rechte) Populismus, der europaweit erstarkt, ist durch mediale Stimmungsmache mit verursacht. <strong>Die Forscher sind in Hamburg unter sich geblieben. </strong>Journalisten, die sich begierig auf ihre Erkenntnisse gest&#252;rzt h&#228;tten, um von den europ&#228;ischen Nachbarn etwas zu lernen, wurden nicht gesichtet. Das l&#228;sst die europ&#228;ische Integration weit in die Ferne r&#252;cken.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische  Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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		<title>Journal21.ch: Heiners Renterband</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 12:27:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einer Woche ist "Journal21" gestartet: ein Newsportal, das erg&#228;nzend zu klassischen Medien, "journalistischen Mehrwert" bieten m&#246;chte. Mit vertieften Analysen, Kommentaren und Hintergrundberichten k&#246;nnte es ein veritables Orchester mit herausragenden Solisten werden - und das alles "gratis".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2081e5e0edc24b5cbbf372e30eafc273" width="1" height="1" alt=""/>80 Journalisten hat der ehemalige Chef der Schweizer Tagesschau, Heiner Hug, um sich geschart. Gemeinsam haben sie soeben das Newsportal <a href="http://www.journal21.ch/">www.journal21.ch</a> gestartet. Die Sache w&#228;re kaum der Rede wert, f&#252;hlten sich nicht alle j&#252;nger, als sie sind. In Anspielung an Udo Lindenberg nennen sie sich „Rentnerband“, aber wenn wirklich alle mitmachen, handelt es sich eher um ein veritables Orchester mit herausragenden Solisten.</p>
<p>Seit ein paar Tagen spielen die Pension&#228;re nun – und versuchen das zu leisten, was viele andere Medien nicht mehr verm&#246;gen: Sie wollen „journalistischen Mehrwert“ bieten, soll hei&#223;en: den <strong>News und Kurznachrichten, die uns t&#228;glich &#252;berfluten, vertiefte Analysen, Kommentare und Hintergrundberichte entgegensetzen</strong>. Alle Beteiligten arbeiten aus Lust und Freude mit &#8211; also ohne Honorar.</p>
<div id="attachment_34209" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/journal21.jpg"><img class="size-medium wp-image-34209" title="journal21" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/journal21-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">Betont ruhig: journal21.ch (Screenshot).</p></div>
<p>Da sich das Team erst einspielen muss, w&#228;re es voreilig, schon jetzt seine Leistungskraft zu beurteilen. Die Website kommt betont ruhig daher – und hebt sich damit wohltuend von vielen bunteren Online-Angeboten ab. Wom&#246;glich kommt die Nachdenkofferte allerdings zu fr&#252;h, weil es noch eine Weile dauern wird, bis wir alle entspannt im Sessel oder am Fr&#252;hst&#252;ckstisch „elektronisch“ Zeitung lesen, also mit einem Kindle oder einem iPad, statt mit Papier zu rascheln. Vor einem herk&#246;mmlichen Bildschirm sitzend, mag erfahrungsgem&#228;&#223; nicht jeder l&#228;ngere Texte lesen.</p>
<p>Auch in &#214;sterreich und Deutschland stellt sich die Frage, ob solch professionelle Gratis-Konkurrenz den etablierten Medien schadet. In Amerika gibt es ja inzwischen bereits viele Websites von entlassenen oder fr&#252;hpensionierten Journalisten. Oft werden sie in direkter Konkurrenz zu den vormaligen Arbeitgebern betrieben. Wom&#246;glich r&#228;cht es sich so, dass viele Medienh&#228;user es verschlafen, dieses Potential selbst einzubinden. <strong>Die meisten sind noch immer viel zu sehr damit besch&#228;ftigt, ihre Printprodukte zu optimieren – statt sich im Web so zu positionieren, dass sie dort eine &#220;berlebenschance haben.</strong></p>
<p>Vielleicht ist Hugs „Rentnerband“ allerdings auch die letzte Journalisten-Generation, die so &#252;ppig mit Alterseink&#252;nften und Pensionsanspr&#252;chen ausgestattet ist, dass sie sich diesen Luxus leisten kann, in hoher publizistischer Qualit&#228;t „alles gratis“ anzubieten.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische  Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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		<title>Die Beobachtung der Beobachter: Journalismus braucht professionelle Qualit&#228;tsforschung</title>
		<link>http://carta.info/32776/die-beobachtung-der-beobachter-journalismus-braucht-professionelle-qualitaetsforschung/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 04:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch hierzulande werden Studien gebraucht, die den „Qualit&#228;tszerfall der Informationsmedien“ transparent machen. In der Schweiz wurde damit nun angefangen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/470991966ad8460c90d1e4f4e12cb849" alt="" width="1" height="1" />Mitten im Sommerloch hat sich ein Wunder ereignet: Eine Z&#252;rcher  Forschergruppe um den Mediensoziologen Kurt Imhof hat zum ersten Mal f&#252;r  die Schweiz ein Jahrbuch „Qualit&#228;t der Medien“ vorgelegt. Auf 373 Seiten  ist akribisch dokumentiert, wie sich Journalismus und Medien dort entwickeln. Den Autoren zufolge sind die Aussichten tr&#252;be.  Sie wollen den „Qualit&#228;tszerfall der Informationsmedien“ transparent  machen und dazu beitragen, dass der „Wettbewerb um Anzeigen wieder in  einen publizistischen Qualit&#228;tswettbewerb m&#252;ndet.“ Vor allem aber  m&#246;chten sie endlich eine Plattform f&#252;r eine „empirisch unterlegte  Qualit&#228;tsdebatte“ schaffen.</p>
<p>Das ist ein wichtiger erster Schritt. Ohne solch eine j&#228;hrliche  Zustandsbeschreibung, die sich am Vorbild des amerikanischen „Project  for Excellence in Journalism“ orientiert, stochern Journalisten und  Medienmanager bei der Selbstbeobachtung im Nebel. Wir m&#252;ssen  kontinuierlich erfassen, wie sich die Medien &#228;ndern, welche Hypes sie  erzeugen und welche Sch&#228;den und welchen Nutzen sie stiften. Jetzt g&#228;lte  es, f&#252;r den gesamten deutschsprachigen Raum solch eine unabh&#228;ngige  Analyse zu erarbeiten.</p>
<p>Vorbildlich ist auch, wie Imhof seine Arbeit aus einer Vielzahl  „zivilgesellschaftlicher“ Quellen finanziert. Hellh&#246;rig macht indes,  dass f&#252;r solch ein lebenswichtiges Projekt die &#252;blichen Fonds  universit&#228;rer Forschungsf&#246;rderung nicht anzapfbar sind. Es w&#228;re an der  Zeit, dass sich diese F&#246;rderinstitutionen (FwF in &#214;sterreich, SNF in der  Schweiz, DFG in Deutschland), aber auch die wissenschaftlichen Akademien  oder die Max Planck-Gesellschaft, um das Thema k&#252;mmern. Es ist bereits  f&#252;nf nach zw&#246;lf. Letztlich geht es bei der Zukunft des Journalismus auch  um die Zukunft unserer Demokratie und Gesellschaft.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische  Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em></p>
<p>Hinweis: Das &#8220;<a href="http://jahrbuch.foeg.uzh.ch/Seiten/default.aspx">Jahrbuch 2010 Qualit&#228;t der Medien Schweiz</a>&#8221; ist im Volltext abrufbar. Dominik Meier hat sie unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date/0000/00/00/jahrbuch-2010-eine-geballte-medienkritik/article/8.html">Eine geballte Medienkritik</a>&#8221; bei <em><a href="http://www.medienheft.ch/">medienheft</a></em> zusammengefasst.</p>
<p>Auf <em><a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002685.html">Medienspiegel.ch</a></em> beteiligt sich Kurt Imhof an der Diskussion zur Studie. Um einerseits den <em>Qualit&#228;tsanspruch</em> des Publikums und der Medienmacher und andererseits die <em>Qualit&#228;t der Medien</em> zu erhalten bzw. zu erh&#246;hen, schl&#228;gt er vier Ma&#223;nahmen vor:</p>
<blockquote><p>a) <strong>Medienkompetenz </strong>als institutionalisiertes Fach in den Berufsschulen, Berufsmittelschulen und Gymnasien und zwar nicht in der Form des bildungspolitischen Gutmenschentums, das den Versuch unternimmt, die Jugendlichen politisch korrekt durch Pornoseiten und Gewaltdarstellungen surfen zu lassen, sondern als Bildung &#252;ber die Unterschiede der Informationsmedien anhand von Berichterstattungsfolgen, die die Jugendlichen interessieren.</p>
<p>b) die <strong>Elimination der Gratiskultur</strong> auf Holz und Online, sonst l&#228;sst sich guter Journalismus aufgrund der Konditionierungseffekte beim Publikum nicht finanzieren.</p>
<p>c) die <strong>Zusammenarbeit &#246;ffentlicher und privater Redaktionen</strong> im Onlinesektor mit einem Qualit&#228;tsanspruch, der dem dreisprachigen Journalismus der Schweiz auch wieder &#252;ber die Schweiz hinaus Reputation verschafft.</p>
<p>d) die erg&#228;nzende qualit&#228;tsorientierte <strong>F&#246;rderung von Informationsmedien</strong> &#252;ber zivilgesellschaftliche und staatliche Mittel. [<em>Hervorhebungen Carta</em>]</p></blockquote>
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		<title>Die fragw&#252;rdige neue Partnerschaft von Google und Journalismus</title>
		<link>http://carta.info/29625/die-fragwuerdige-neue-partnerschaft-von-google-und-journalismus/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 15:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Google inszeniert sich zunehmend als Unterst&#252;tzer von klassischem Journalismus. Fehlt Berichterstattern wie James Fallows dabei die kritische Distanz?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/40f39a920b1c448c8068c10988e93eee" alt="" width="1" height="1" />&#220;ber Jahre hinweg ist &#252;ber den US-Journalismus eine Hiobsbotschaft nach der anderen hereingeprasselt, Tausende Journalisten wurden arbeitslos, viele Redaktionen sind nur noch ein Torso ihrer selbst. Doch jetzt hat der amerikanische Starjournalist James Fallows ausgerechnet Google zum Retter des Journalismus erkoren. Unter Medienexperten, die sich um die Zukunft des Journalismus sorgen, wurde sein <a href="http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2010/04/how-to-save-the-news/8095/1/">Beitrag</a> aus der Monatszeitschrift <em>The Atlantic</em> regelrecht „gehypt“ – wohl vor allem, weil er gegen den Strich b&#252;rstet.</p>
<p>Das Unternehmen, das sich &#252;ber lange Zeit hinweg standhaft weigerte, irgendetwas mit der Produktion von Inhalten zu tun haben zu wollen, lerne umzudenken. Es habe erkannt, dass Suchmaschinen nutzlos werden, wenn sie statt wertvollem Journalismus nur Trash im Angebot haben. Google habe deshalb eine Vielzahl von Initiativen in der Pipeline, um das k&#252;nftige Wohlergehen des Journalismus zu sichern. Welche das sind, da bleibt Fallows eher vage – w&#228;re ja auch noch sch&#246;ner, wenn der Suchmaschinen-Krake seine Gesch&#228;ftsideen an einen Journalisten ausplauderte.</p>
<p>Daf&#252;r ist aber die Lagebeschreibung von Fallows und seinen hochrangigen Gespr&#228;chspartnern bei Google bestechend pr&#228;zise:</p>
<p>Die Zeitungen h&#228;tten niemals mit harten Nachrichten Geld verdient. „Ernsthafte Berichterstattung, sagen wir, aus Afghanistan, hat sich niemals ausgezahlt.“ Gerechnet h&#228;tten sich die Auto-, Immobilien-, Heim-und-Garten-, Reise- oder Technik-Beilagen, in denen die Anzeigenkunden ihre Werbung direkt an ihren Zielgruppen ausrichten konnten. Das Gesch&#228;ftsmodell der Zeitung sei es gewesen, Informationen zu b&#252;ndeln: Alle Teile einer Zeitung seien zusammengepackt gewesen – Nachrichten, Sport, Comics, Coupons f&#252;r die Superm&#228;rkte, und wer immer wegen eines Teils das Blatt gekauft habe, habe die anderen Teilangebote mitfinanziert.</p>
<p>Google sei dagegen der m&#228;chtigste Agent geworden, der diese Informationspakete entb&#252;ndelt habe: Jeder Nutzer kann den Artikel finden, den er sucht, ohne dass er das ganze Papierpaket kaufen muss, das auch die Reporter mitfinanziert habe. Auch die Werbetreibenden erreichten jetzt „den einen Kunden, der nach ihrem Produkt sucht“, ohne weiterhin eine riesige Gruppe Leser mit bewerben zu m&#252;ssen, die im Grunde nur als Streuverluste zu Buche schlugen.</p>
<p>Was bei all der Euphorie &#252;ber den Perspektivenwechsel, dass in den Chefetagen von Google inzwischen ernsthaft &#252;ber die Zukunft des Journalismus nachgedacht wird, die meisten offenbar &#252;berlesen haben, steht sozusagen im Beipackzettel zu Fallows Essay. Der Autor l&#228;sst uns wissen, dass er seit Jahren eng mit dem obersten Google-Chef Eric Schmidt befreundet ist. Das hat Fallows Zugang zum Unternehmen er&#246;ffnet, wie ihn kaum ein anderer Journalist haben d&#252;rfte. Andererseits liegt die Vermutung nahe, dass es dem Beitrag an kritischer Distanz mangeln k&#246;nnte. Weshalb man die ganze Fallows-Geschichte vielleicht am besten auch selbst ein bisschen gegen den Strich lesen sollte. Jedenfalls keimt der Verdacht auf, dass sich der Starjournalist von den Google-Spin-Doctors hat vereinnahmen lassen – und das auch noch „just in time“, also zu einem Zeitpunkt, als der mehrfach in Bedr&#228;ngnis geratene Konzern Bundesgenossen in der Journaille dringender denn je braucht.</p>
<p>Immerhin, mit zwei Kernaussagen d&#252;rften Fallows Gespr&#228;chspartner recht behalten: „Die meisten Google-Leute haben null Interesse an einer abstrakten Diskussion &#252;ber Paywalls. Es ist so offensichtlich, dass unterschiedliche Publikationen unter unterschiedlichen Umst&#228;nden und mit unterschiedlichen Gesch&#228;ftsmodellen auch unterschiedlich entscheiden werden, ob und wie Kunden bezahlen sollen.” Und weiter: „Die drei wichtigsten Dinge, die jedwede Zeitung jetzt tun kann, sind: experimentieren, experimentieren, experimentieren.“</p>
<p><em>Dieser Text wurde zuerst in der Zeitschrift &#8220;<a href="http://www.schweizer-journalist.ch">Schweizer Journalist</a>&#8220;, Ausgabe 06-07/2010 ver&#246;ffentlicht.</em>
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		<title>Kommunikationswissenschaft soll wieder zuverl&#228;ssig f&#252;r &#220;berraschungen sorgen</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 18:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Kommunikationswissenschaft wurde an den Hauptstadt-Universit&#228;ten im deutschen Sprachraum lange stiefm&#252;tterlich behandelt. Jetzt k&#246;nnte endlich wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung entstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2d2ef43724844ff98e880ec58bfebdb8" alt="" width="1" height="1" />Der Wissenschaftsbetrieb folgt seinen ureigenen Gesetzen. Nur so l&#228;sst sich halbwegs begreifen, weshalb ausgerechnet in den drei Hauptst&#228;dten des deutschen Sprachraums &#252;ber Jahre hinweg ein Fachgebiet stiefm&#252;tterlich behandelt wurde, das sich bei Studierenden gr&#246;&#223;ter Beliebtheit erfreut und eigentlich auch in der Politikberatung eine wichtige Rolle zu spielen h&#228;tte: die Kommunikationswissenschaft. Es dr&#228;ngt sich geradezu auf, dass sie an Regierungssitzen ein wichtiger Sparringpartner und Impulsgeber sein sollte &#8211; bei all den brennenden Fragen und Problemen, die sich f&#252;r Politik und Gesellschaft, f&#252;r Journalismus und Medienbetrieb und somit f&#252;r die demokratische &#214;ffentlichkeit im Internet-Zeitalter als Folgen der neuen Kommunikationstechnologien stellen.</p>
<p>In Wien, Berlin und Bern haben die Universit&#228;tsleitungen indes jahrelang Zust&#228;nde geduldet, die es den dort Lehrenden trotz guten Willens nahezu unm&#246;glich machten, einen geordneten Studienbetrieb aufrecht zu erhalten. Inzwischen wurden Weichen gestellt, die endlich wieder so etwas wie Aufbruchstimmung entstehen lassen k&#246;nnten. Vakante Professuren wurden und werden besetzt, das Fach soll erkennbar an Profil gewinnen.</p>
<p>In &#214;sterreich erwartet dabei Klaus Sch&#246;nbach, der jetzt im Mai von der Universit&#228;t Amsterdam in die Donaumetropole wechselt, eine Herkules-Aufgabe, bei deren Bew&#228;ltigung er das, was er seit Jahrzehnten lehrt, gewiss praxisnah zum Einsatz bringen kann: persuasive Kommunikation. M&#246;ge ihm mit seiner ganzen &#220;berzeugungskraft an seiner neuen Wirkensst&#228;tte &#8211; an der so herausragende Forscher wie Paul Lazarsfeld die Grundsteine der Disziplin gelegt haben &#8211; das gelingen, was Sch&#246;nbach seit langem als eine Hauptaufgabe des Journalismus sieht, was aber auch als Distinktions-Merkmal exzellenter Forschung taugt: zuverl&#228;ssig f&#252;r &#220;berraschungen zu sorgen. Konkret im Blick auf die neu zu Berufenden: Sie sollten das Fach in Wien, Berlin und Bern neu erstrahlen lassen und mit ihren Forschungsleistungen ein Scherflein dazu beitragen, dass der Journalismus und die Medien in turbulenten Zeiten ihre dienende, aufkl&#228;rerische Funktion f&#252;r eine demokratische Gesellschaft weiterhin erf&#252;llen k&#246;nnen.</p>
<pre></pre>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische    Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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		<title>Journalismus: Ein gef&#228;hrdetes „&#214;kosystem“</title>
		<link>http://carta.info/25024/journalismus-ein-gefaehrdetes-oekosystem/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 06:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Viertel der Zeitungsredakteure und Journalisten wurde in den letzten 3 Jahren in den USA eingespart - das bedeutet Existenzgef&#228;hrdung f&#252;r ein ganzes "&#214;kosystem" voneinander abh&#228;ngiger Redaktionen. Jetzt m&#252;ssen Verlage die Leser davon &#252;berzeugen, dass journalistische Qualit&#228;t und Unabh&#228;ngigkeit auf Dauer nicht gratis zu haben sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7d01897d4ddb40f0b4dd9eabe3c40f11" alt="" width="1" height="1" />Vom Wunschdenken war mehrfach die Rede, als sich j&#252;ngst bei einer vom Medienhaus Wien veranstalteten <a href="http://www.medienhaus-wien.at/cgi-bin/page.pl?id=68">Konferenz</a> Experten aus aller Welt &#252;ber die Zukunft des Journalismus die K&#246;pfe hei&#223; redeten.</p>
<p>Phil Meyer, der Grandseigneur der US-amerikanischen Journalismus-Forschung, setzt gro&#223;e Hoffnungen in die Spendenbereitschaft seiner Landsleute und in philanthropische Aktivit&#228;ten. Sie sollen daf&#252;r sorgen, dass der Journalismus auch dann &#252;berlebt, wenn er sich nicht mehr – wie bisher – weitgehend aus den Werbeerl&#246;sen der Verlage finanzieren l&#228;sst. Denn absehbar flie&#223;en die Werbe-Milliarden k&#252;nftig entweder zu Suchmaschinen wie Google und in soziale Netzwerke wie Facebook oder Youtube. Andere einst eintr&#228;gliche Werbem&#228;rkte l&#246;sen sich ganz und gar in Luft auf, weil beispielsweise Kleinanzeigen online gratis zu haben sind.</p>
<p><a href="http://derstandard.at/1268402744444/derStandardat-Interview-Angebot-an-Leser-muss-sich-radikal-veraendern">Alan Rusbridger</a>, der als Chefredakteur des <em>Guardian</em> zu den Wegbereitern eines hochwertigen Online-Journalismus z&#228;hlt, hofft als ultima ratio auf Subventionen f&#252;r die notleidenden News-Websites – wobei offen blieb, ob der Staat den ohnehin unter hohen Steuer- und Schuldenlasten st&#246;hnenden B&#252;rgern direkt in die leeren Taschen greifen oder die Geb&#252;hrengelder f&#252;r den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk umverteilen soll, wenn die traditionellen Eink&#252;nfte aus Printmedien nicht mehr sprudeln.</p>
<p>Derweil hat das Project for Excellence in Journalism in seinem neuen <a href="http://www.stateofthemedia.org/2010/">Jahresbericht</a> vorgerechnet, dass allein in den USA die Zeitungsredaktionen in den letzten drei Jahren um 15 000 Journalisten geschrumpft sind – das sind mehr als ein Viertel aller Jobs, die es 2007 noch gab. 1,6 Milliarden Dollar haben die Verlage seither in ihren Redaktionen an Personalkosten eingespart.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Das bedeutet Existenzgef&#228;hrdung f&#252;r das „&#214;kosystem“ Journalismus, in dem auch die besten Redaktionen auf die Vorleistungen von tausendundein anderen Newsrooms angewiesen bleiben. Solch massive Einschnitte lassen sich weder durch Spenden noch durch Subventionen auffangen. Weshalb ich Meyer und Rusbridger nur mein eigenes Wunschdenken entgegenzusetzen vermag:</p>
<p>M&#246;gen die Verlage, statt alles gratis ins Netz zu stellen, was sie gedruckt noch verkaufen m&#246;chten, endlich Vernunft annehmen und – wie <em>Le Monde</em> und <em>Times</em> das jetzt in Europa ausprobieren &#8211; ihre Online-Leserinnen und Leser davon &#252;berzeugen, dass journalistische Qualit&#228;t und Unabh&#228;ngigkeit auf Dauer nicht gratis zu haben sind. Schon die Wortsch&#246;pfung „Paywall“ ist eine Absurdit&#228;t: Kein Limonadenhersteller, kein B&#228;ckermeister k&#228;me auf die Idee, von einer „Bezahlschranke“ zu reden, nur weil er von seinen Kunden f&#252;r die Ware, die er liefert, eine faire, angemessene Gegenleistung erwartet.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische   Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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<a href="http://carta.info/25024/journalismus-ein-gefaehrdetes-oekosystem/">Journalismus: Ein gef&#228;hrdetes „&#214;kosystem“</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/25024/journalismus-ein-gefaehrdetes-oekosystem/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25024&amp;md5=c2f9db2f67404effc96e422aa5bb6990" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Reporter-Legenden: Ryszard Kapuscinskis &#8220;Lebensl&#252;ge&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/24578/reporter-legenden-ryszard-kapuscinski-lebensluege/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 13:46:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Riszard Kapuscinski, die polnische Reporter-Legende, habe sich seine Biographie phantasievoll zurechtgelegt - kein Grund gro&#223;e Journalisten posthum zu verdammen, denn: Wir spielen doch alle ein wenig Theater. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8af958432f3c4ded8a21ced9ebc96c70" alt="" width="1" height="1" />Jetzt also auch Ryszard Kapuscinski. Sein Biograph Artur Domoslawski hat den wohl ber&#252;hmtesten polnischen Reporter des 20. Jahrhunderts soeben der <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E8406FACCBC784394B892D73A28D8C74B~ATpl~Ecommon~Scontent.html">F&#228;lschung</a> <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,680592,00.html">&#252;berf&#252;hrt</a>. Anders als von Kapuscinski selbst behauptet, habe dieser weder Che Guevara gekannt, noch sei er je dem kongolesischen Freiheitsk&#228;mpfer und sp&#228;teren Premierminister Patrice Lumumba begegnet.</p>
<p>Kurz zuvor war bereits Indro Montanelli, der in Italien noch heute unter einer Art Denkmalschutz steht, von seiner Schweizer Biografin Renata Broggini vom Sockel gest&#252;rzt worden. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs hatte er sich im Schweizer Exil keineswegs so eindeutig auf Seiten der Resistenza geschlagen, wie er das sp&#228;ter sch&#246;nredete.</p>
<p>Und schon l&#228;nger haben Historiker herausgefunden, dass auch Henry Louis Mencken, eine der amerikanischen Journalisten-Ikonen, sowie der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch &#8211; nach dem noch heute einer der wichtigsten deutschen Journalistenpreise benannt ist &#8211; ziemlich phantasievoll ihre eigene Biografie verkl&#228;rt haben, wenn es ihrer Ansicht nach solcher Sch&#246;nheitskorrekturen bedurfte. Der Appetit auf Nachruhm muss bei diesen beiden Journalisten so unb&#228;ndig gewesen sein, dass sie zur Selbstinszenierung ihren Karrierebeginn mit Erfundenem angereichert haben.</p>
<p>Nun werfe keiner den ersten Stein aus dem Glashaus. Jeder weiss, dass es so etwas wie „Lebensl&#252;gen“ gibt und dass wir letztlich alle „Theater spielen“ &#8211; wie in einem klugen Buchtitel des grossen Soziologen Erving Goffman schon vor Jahrzehnten verewigt. Vor allem ist niemand dagegen gefeit, dass das eigene Ged&#228;chtnis mit fortschreitendem Alter nachl&#228;sst. So Manches wird im Nachhinein &#252;berh&#246;ht, Anderes „zurechtger&#252;ckt“ oder gar ausblendet.</p>
<p>Gerade weil das die „Conditio humana“ ausmacht, sollten wir allerdings vorsichtig sein. Der M&#252;nsteraner Kommunikationsforscher Klaus Merten, der vom Temperament her zu Sarkasmus neigt, hat einmal Public Relations als diejenige Branche beschrieben, „wo die Grenzen von zul&#228;ssiger Kommunikation tagt&#228;glich neu ausgetestet werden“ und in diesem Kontext auch „die L&#252;ge als Kommunikationsinstrument“ verteidigt. Mit einem Augenzwinkern halten wir fest, dass auch prominente Journalisten offenbar gut in der PR-Branche verwurzelt sind &#8211; dann jedenfalls, wenn sie, die &#214;ffentlichkeit suchend, sich selbst zur Legende stilisieren.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische  Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=24578&amp;md5=9ceb9ae2f3cb64a457f49855cf8d5937" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Schweizer Zeitungsmarkt im Umbruch: Der Tettamanti-Deal gegen Tamedia</title>
		<link>http://carta.info/23373/schweizer-zeitungsmarkt-im-umbruch-der-tettamanti-deal-gegen-tamedia/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 11:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Kauf der Basler Zeitung durch Tito Tettamanti wird die Aufl&#246;sung des kleinteiligen Schweizer Printsektors beschleunigt. Der Medienumbruch ist hier radikaler als in Deutschland, Gratiszeitungen haben ein gr&#246;&#223;eres Gewicht und die Meinungsmacht wird weniger reguliert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/035940ef9eff47fc820a1a1e33218165" alt="" width="1" height="1" /> So viel &#246;ffentliche Aufmerksamkeit, wie ihr in j&#252;ngster Zeit zuteil wird, ist f&#252;r die eher beh&#228;bige Schweiz ungewohnt. Aber nicht nur wegen Datenklau und Bankgeheimnis, wegen Ghaddafi und Minarett-Verbot steht sie im internationalen Rampenlicht. Sogar ihre Medien selbst geraten immer &#246;fter in die Schlagzeilen – zuletzt die <em>Basler Zeitung</em>, die &#252;berraschend vom Tessiner Finanzier <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tito_Tettamanti">Tito Tettamanti</a> mehrheitlich &#252;bernommen wurde.</p>
<p>Der Deal erregte aus mindestens zwei Gr&#252;nden Aufsehen: Erstens steigt ein branchenfremder Investor in gro&#223;em Stil in die Schweizer Medienindustrie ein, der freilich schon einmal zuvor die Jean Frey AG und damit die renommierte <em>Weltwoche</em> als Miteigent&#252;mer zeitweilig &#252;bernommen hatte. Zweitens kann man in Tettamantis Engagement auch die Absicht erkennen, der Ausbreitungsstrategie des gr&#246;&#223;ten Zeitungskonzerns in der Schweiz, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tamedia">Tamedia</a>, ein Bollwerk entgegenzusetzen.</p>
<p>Da der 80-j&#228;hrige Tettamanti – &#228;hnlich wie auf internationalem Parkett George Soros – auch durch hohen intellektuellen Anspruch aus dem Einerlei geldgieriger Banker und Private-Equity-Investoren herausragt, r&#228;tselt man &#252;ber die Motive seines <a href="http://blog.rebell.tv/was-investor-tito-tettamanti-von-seinen-medien-erwartet-echt-liberal-und-nicht-politisch-korrekt.html">Engagements</a>: Hofft er nur, in einer notleidenden Branche noch mehr Geld zu verdienen, als er ohnehin schon hat? M&#246;chte er politisch Einfluss gewinnen, und ist ihm daf&#252;r das Forum des Regionalblatts <em>Corriere del Ticino</em>, in dem er &#246;fter mal als Gastkolumnist schreibt, zu eng geworden? Oder ist seine Beteiligung auch als ein patriotischer Akt zu werten, mit dem er die Pressevielfalt bewahren m&#246;chte und sich gegen zwei Wettbewerber stemmt, die &#252;berm&#228;chtig zu werden drohen?</p>
<p>Der eine dieser Wettbewerber ist jedenfalls die Tamedia. Seitdem sie im Vorjahr das gr&#246;&#223;te Verlagshaus der Westschweiz, Edipresse, gekauft hat, erstreckt sich ihr Imperium vom Thurgau im Osten des Landes bis nach Genf. Sie kontrolliert neben vielen Regionalbl&#228;ttern mit <em>20 Minuten</em> die gr&#246;&#223;te (und wohl auch die einzig wirklich profitable) Gratiszeitung, mit dem <em>Tages-Anzeiger</em> und <em>Le Temps</em> die beiden gr&#246;&#223;ten Qualit&#228;tszeitungen in Z&#252;rich und Genf und mit <em>Bund</em> und <em>Berner Zeitung</em> die Schweizer Hauptstadtpresse.</p>
<p>Der andere Riese, gegen den Tettamanti furchtlos antritt, ist nicht etwa Ringier oder die NZZ-Gruppe, die bis zuletzt als Kaufinteressent der <em>Basler Zeitung</em> ebenfalls im Spiel gewesen sein soll, sondern das &#246;ffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen. &#196;hnlich wie ARD und ZDF in Deutschland wird es mit seinem exzessiven Internetangebot zusehends zum direkten Konkurrenten der Zeitungsh&#228;user. Nicht nur ob seines Geb&#252;hrenpolsters, sondern auch dank seines t&#228;glich ohnehin produzierten Fundus an Film-, Video- und Podcastmaterial, das sich im Netz zweitverwerten l&#228;sst, haben es die Verlage zusehends schwer, sich in der neuen Medienwelt als Wettbewerber gegen den &#246;ffentlich-rechtlichen Giganten zu behaupten.</p>
<p>In der Schweiz ist die Medienlandschaft, die zumindest im Printsektor bislang sehr kleinteilig war, in einem viel radikaleren Umbruch begriffen als im benachbarten Deutschland. Der Konzentrationsschub konnte sich auch deshalb ungehemmt entfalten, weil die Medienpolitik es verschlafen hat, sich rechtzeitig um die Pressekonzentration zu k&#252;mmern; es gibt nur die kartellrechtlichen Bestimmungen, die auch f&#252;r alle anderen Branchen G&#252;ltigkeit haben.</p>
<p>Aber selbst Riesen wie die Tamedia haben ihre Sorgen. Zum einen d&#252;rfte sie sich Edipresse zu fr&#252;h und damit auch zu teuer einverleibt haben. Zum anderen hat die Tamedia zwar ihre Verfolger auf dem Markt der Gratiszeitungen abgesch&#252;ttelt: Zwei Konkurrenzbl&#228;tter (<em>.ch</em> und <em>cashdaily</em>) wurden inzwischen eingestellt, eine weitere Gratiszeitung aus dem eigenen Haus dicht gemacht (<em>News</em>), und in der Westschweiz hat die Tamedia ihre beiden franz&#246;sischsprachigen Titel <em>Matin bleu</em> und <em>20 Minutes</em> fusioniert. Bleibt als Wettbewerber in der Deutschschweiz noch der <em>Blick am Abend</em> aus dem Ringier-Verlag, der nachmittags erscheint und aus dem Gratistitel <em>heute</em> hervorgegangen ist.</p>
<p>Ob indes die Tamedia mit ihrer Gratiszeitungs-Cashcow so richtig froh wird, steht auf einem anderen Blatt. Kurt W. Zimmermann, einst selbst einer der Top-Manager bei diesem Medienkonzern und heutiger Kolumnist der <em>Weltwoche</em>, hat seinem fr&#252;heren Arbeitgeber k&#252;rzlich vorgerechnet, wie viel Geld <em>20 Minuten</em> bereits verbrannt habe. Das Blatt verdiene zwar satte 20 Millionen Franken (rund 18,5 Millionen Euro), aber die Gratiszeitung habe eben auch den Zeitungsmarkt verw&#252;stet.</p>
<p>F&#252;r die gesamte Presse liege der Kollateralschaden bei j&#228;hrlich 250 Millionen Franken &#8211; Verluste, die durch reduzierte Abo-, Einzelverkaufs- und Werbeerl&#246;se den herk&#246;mmlichen Zeitungen in den letzten zehn Jahren entstanden seien, seit <em>20 Minuten</em> auf dem Markt ist. Allein bei den beiden zur Tamedia geh&#246;renden Qualit&#228;tsbl&#228;ttern <em>Tages-Anzeiger</em> und <em>Berner Zeitung</em> sch&#228;tzt der Branchenkenner die Mindereinnahmen auf 50 Millionen Franken per anno. Der Spa&#223;vogel Zimmermann forderte daher den Verwaltungsratspr&#228;sidenten der Tamedia, Piero Supino, in einem „offenen Brief“ ultimativ auf, das Gratisblatt „sofort“ einzustellen. <em>20 Minuten</em> sei „volks- wie betriebswirtschaftlich ein Desaster“.</p>
<p>Zimmermann lastet die Erl&#246;sminderung allerdings wohl allzu einseitig der Gratispresse an, als h&#228;tte nicht auch das Internet seinen Anteil am Wegbrechen der Zeitungsauflagen und Werbegelder. Der Sprecher der Tamedia, Christian Zimmer, h&#228;lt entgegen, die zehn gr&#246;&#223;ten deutschen Tageszeitungen h&#228;tten in den letzten zehn Jahren ohne Gratiskonkurrenz gr&#246;&#223;ere Auflagenverluste und Erl&#246;seinbr&#252;che zu verkraften gehabt als die Schweizer Titel.</p>
<p>Wie immer man die Sache dreht und wendet, ist Tito Tettamantis Investment in die <em>Basler Zeitung</em> jedenfalls ein hoher Spieleinsatz, auch dann, wenn er &#8211; was zu vermuten ist &#8211; g&#252;nstig eingekauft haben sollte. Denn absehbar ist derzeit eigentlich nur, dass <em>20 Minuten</em> weiterhin profitabel bleibt, und dass die Schweizer Zeitungen auch in naher Zukunft Schlagzeilen produzieren werden – nicht zuletzt &#252;ber die eigene Branche.</p>
<p><em>Dieser Text erschien zuerst im <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Schweizer-Pressemarkt-Basler-Zeitung-Tino-Tettamanti-Tages-Anzeiger-Ringier;art15532,3036632">Tagesspiegel</a> &#8211; Crossposting mit freundlicher Genehmigung des Autors.</em>
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<a href="http://carta.info/23373/schweizer-zeitungsmarkt-im-umbruch-der-tettamanti-deal-gegen-tamedia/">Schweizer Zeitungsmarkt im Umbruch: Der Tettamanti-Deal gegen Tamedia</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23373/schweizer-zeitungsmarkt-im-umbruch-der-tettamanti-deal-gegen-tamedia/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23373&amp;md5=bbc4592e597001ef9075f23aad7e1795" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>iPad-Hype: Wie sich Journalismus und Verlage &#252;berfl&#252;ssig machen</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 19:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Schweinegrippe und der „Schneekatastrophe”, die eigentlich bislang nichts weiter war als ein ganz normaler Winter, wurden wir letzte Woche von einer ganz anderen Medien-Hype heimgesucht. &#220;ber Tage hinweg eroberten Steve Jobs und Apple mit ihrem iPad die Titelseiten und besch&#228;ftigten obendrein die Feuilletons und die Wirtschaftsredaktionen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die Public Relations-Branche ein bisschen kennt, wird versucht sein, das zu tun, was viele PR-Strategen in solchen F&#228;llen machen. Um ihre Kunden zu &#252;berzeugen, wie wertvoll ihre Arbeit ist, ermitteln sie den „<strong>advertising value</strong>“: Hochzurechnen w&#228;re demnach, wie viele Millionen und Abermillionen Dollar es Apple gekostet h&#228;tte, wenn das Unternehmen f&#252;r all die Print-Artikel, TV-, Radio- und Onlinebeitr&#228;ge den Platz bzw. die Sendezeit in Form von Anzeigen bzw. Werbespots h&#228;tte bezahlen m&#252;ssen, statt sich der Gratis-Publicity quer durch die Medienwelt zu erfreuen.</p>
<p>O.k. – nat&#252;rlich sollen, ja m&#252;ssen Medien &#252;ber Produkt-Innovationen berichten, das geh&#246;rt zum Service, den wir Konsumenten erwarten. Aber wer die Sache zu Ende denkt, wird sich doch fragen, <strong>wer da wen um den Finger gewickelt hat</strong>, wenn Steve Jobs uns allerorten sein neues Lieblingsbaby vorf&#252;hren durfte.</p>
<p>Ist Journalismus noch glaubw&#252;rdig, wenn er so willf&#228;hrig das Gesch&#228;ft der PR-Branche betreibt? Ruinieren nicht die Verleger ihr eigenes Business, wenn sie Redaktionen weiter ausd&#252;nnen und damit gleichzeitig so weit die Schleusen f&#252;r &#214;ffentlichkeitsarbeit &#246;ffnen? Zeitklame Redakteure verwandeln immer &#246;fter Pressemeldungen mit einem Mausklick in „Journalismus“ – ohne kritische Pr&#252;fung und ohne Zusatzrecherche.</p>
<p>Das ist der zuverl&#228;ssigste Weg f&#252;r Journalismus und Verlage, sich <strong>selbst &#252;berfl&#252;ssig</strong> zu machen. Die Dummen sind dann n&#228;mlich jene Leserinnen und Leser, die f&#252;r so etwas <strong>weiterhin bezahlen</strong>; aber auch die Werbetreibenden, die teure Anzeigen oder Spots schalten, statt sich erst einmal &#8211; wie Apple &#8211; auf dem kosteng&#252;nstigen Weg, &#252;ber &#214;ffentlichkeitsarbeit und mediale Inszenierungen, an ihre Zielgruppen heran zu pirschen.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Russ-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em></p>
<ul>
<li><em>Zu dem Thema siehe auch Zapp: <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_wirtschaft/ipad106.html">Kostenlos-Werbung f&#252;r Apple</a>.</em></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/22616/ipad-hype-wie-sich-journalismus-und-verlage-ueberfluessig-machen/">iPad-Hype: Wie sich Journalismus und Verlage &#252;berfl&#252;ssig machen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/22616/ipad-hype-wie-sich-journalismus-und-verlage-ueberfluessig-machen/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22616&amp;md5=2afa98ff35bd5f9776a55ee0bf2842d2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Komplizen: Die Medien und der Terror</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 16:12:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Al Qaida]]></category>
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		<category><![CDATA[Terror]]></category>

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		<description><![CDATA[Ohne die mediale Aufmerksamkeitsverst&#228;rkung w&#228;re auch der Terror machtlos. Angemessene Berichterstattung w&#228;re auch im Sinne der Terrorbek&#228;mpfung angebracht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/fca621c435864233a00eec426d3135ed" width="1" height="1" alt=""/>Ein Gedankenexperiment zur Terrrorismus-Bek&#228;mpfung: Was w&#228;re gewesen, wenn die Medien angemessen &#252;ber das verhinderte Selbstmordattentat &#252;ber dem Himmel von Detroit berichtet h&#228;tten? Soll hei&#223;en, ohne die Nachricht vom Beinahe-Flugzeugabsturz aufzubauschen, ohne neuerlich unser aller Angst vor Al Qaida zu sch&#252;ren – in einer kleinen Notiz, beil&#228;ufig sozusagen? Kaum ein Politiker w&#252;rde sich mit Nacktscannern profilieren wollen. Und, um noch eins draufzusetzen: W&#228;re Al Qaida nicht bald machtlos, wenn selbst „gelungene“ Selbstmordattentate nur noch wenig oder keine Medienaufmerksamkeit auf sich lenkten? Die Medien ignorieren ja tagt&#228;glich auch tausend andere Gewalttaten und Kriege auf dieser Welt.</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich ein absurdes Gedankenspiel, aber es zeigt, dass die Medien, ob sie wollen oder nicht, zu Komplizen des Terrornetzwerks geworden sind. Es ist an der Zeit, ihre Rolle  genauer unter die Lupe zu nehmen, wenn nicht im Balanceakt zwischen mehr Freiheit und mehr Sicherheit die Freiheit unter die R&#228;der kommen soll.</p>
<p>Dies ist selbstverst&#228;ndlich kein Pl&#228;doyer f&#252;r Nachrichtensperren oder Zensur. Im Gegenteil, es ist der Vorschlag, eine bestehende Nachrichtensperre aufzuheben: Die Medien und der Journalismus selbst sollten viel h&#228;ufiger zum Gegenstand von medialer Berichterstattung werden. Entsprechende Mittel vorausgesetzt, w&#228;re die Medienforschung l&#228;ngst in der Lage, zeitnah Medienresonanz-Analysen zu erstellen – und so zu zeigen, dass ein Gro&#223;teil des Terrors gar nicht von Al Qaida ausgeht, sondern von willigen und gedankenlosen Helfershelfern, die dem Terrornetzwerk stets verl&#228;sslich zu unverdienter medialer Aufmerksamkeit verhelfen.</p>
<p>Der Schweizer &#214;kononom Bruno Frey hat in seinem Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/1845422589?ie=UTF8&amp;tag=berliinsti-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1845422589">Dealing With Terrorism: Stick Or Carrot?</a>&#8221; schon vor sechs Jahren darauf hingewiesen, dass Terroristen und Journalisten „ein rationales Interesse an einem spektakul&#228;ren terroristischen Anschlag teilen“. Beide seien „an der Nachricht interessiert“, und beide „wollen den Vorfall so lange in den Schlagzeilen halten wie m&#246;glich“. Terroristen gingen deshalb mit den Medien eine Win-win-Beziehung ein. Diese sichtbar zu machen – und verantwortungsbewusst dar&#252;ber aufzukl&#228;ren, wie gering letztlich die Risiken f&#252;r Flugg&#228;ste sind, Attentats-Opfer zu werden, w&#228;re wirksamere Terrorbek&#228;mpfung als alle Nacktscanner und Flughafen-Kontrollen dieser Welt.<br />
<em><br />
</em></p>
<p><em>Stephan Ru&#223;-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r die &#246;sterreichischen Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/">Die Furche</a>. Sie erscheint in einer speziellen Version mit freundlicher Genehmigung des Autors auch auf Carta.</em>
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<a href="http://carta.info/21368/komplizen-die-medien-und-der-terror/">Komplizen: Die Medien und der Terror</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21368/komplizen-die-medien-und-der-terror/#comments">22 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21368&amp;md5=49295145be6d21272eaee46605e8389e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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