Riszard Kapuscinski, die polnische Reporter-Legende, habe sich seine Biographie phantasievoll zurechtgelegt – kein Grund große Journalisten posthum zu verdammen, denn: Wir spielen doch alle ein wenig Theater.

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Mit dem Kauf der Basler Zeitung durch Tito Tettamanti wird die Auflösung des kleinteiligen Schweizer Printsektors beschleunigt. Der Medienumbruch ist hier radikaler als in Deutschland, Gratiszeitungen haben ein größeres Gewicht und die Meinungsmacht wird weniger reguliert.

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Nach der Schweinegrippe und der „Schneekatastrophe”, die eigentlich bislang nichts weiter war als ein ganz normaler Winter, wurden wir letzte Woche von einer ganz anderen Medien-Hype heimgesucht. Über Tage hinweg eroberten Steve Jobs und Apple mit ihrem iPad die Titelseiten und beschäftigten obendrein die Feuilletons und die Wirtschaftsredaktionen.

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Ohne die mediale Aufmerksamkeitsverstärkung wäre auch der Terror machtlos. Angemessene Berichterstattung wäre auch im Sinne der Terrorbekämpfung angebracht.

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Was ihren Nachbarn, den Schweizern jetzt widerfährt, kennen die Österreicher ja schon: Wenn das Stimmvolk einmal aufmüpfig aus dem Konsens der „political correctness“ ausschert, auf den sich die politischen Eliten stillschweigend zu verständigen zu pflegen, dann ist die Hölle los, dann fallen die grossen Nachbarn über kleine Länder her, dann kommt es zu den Medienhypes der Mainstream Media: Weil „man“ sich ja bei den kleinen Nachbarn, einschliesslich in deren Seelenleben, bestens auszukennen glaubt, wird wild darauf los spekuliert und geschrieben. Und weil Recherche Geld und Zeit kosten würde, schreibt obendrein einer vom anderen hemmungslos ab.

Den Schweizern ergeht es jetzt so, [...]

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Die Medien berichten über den Mauerfall, als hätten sie ihn selbst verursacht. Ein Mythos.

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Wer Silvio Berlusconi angreift, darf sich auf einen medialen Rachefeldzug gefasst machen. Das zeigt der Fall Dino Boffo.

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Die von den Medien ausgeschlachteten privaten Geschichten um Silvio Berlusconi verdecken den eigentlichen Skandal: seinen schamlosen Umgang mit der Macht und die Einschränkung der Pressefreiheit.

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Die technologischen Bedingungen, unter denen sich die amerikanische Zeitungskrise ereignet, sind für Europa dieselben. Aber kulturelle Unterschiede könnten für einen anderen Verlauf des Medienwandels sorgen.

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Der Boston Globe ringt um die Zukunft, die Aasgeier lauern bereits im Gebüsch. Medienforscher sind neugierig, was passieren wird, wenn es im ersten großen Agglomerationsraum der USA keine große Tageszeitung mehr gibt.

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Warum führt die Krise des hochwertigen Journalismus eigentlich nicht zu Solidaritätsprotesten? Weil sich dieser Protest wohl zuallerst gegen uns selbst richten müsste.

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Die österreichische Presse solidarisiert sich ausgerechnet mit dem größten Medienunternehmen des Landes: dem notleidenden ORF.

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Der Bericht “State of the News Media” zerstört so machen Mythos: Dass eine fragmentierte Medienlandschaft mehr Themen umwälzen würde, etwa. Oder die Legende vom Internet-Wahlkampf von Obama.

Österreichische Journalisten nehmen besonders gerne Einfluss auf die politische Agenda und neigen zu einer spezifisch österreichischen Form des Kampagnenjournalismus. Sie halten sich deshalb trotzdem für besonders kritische Aufklärer.

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Wenn Zeitungen jetzt an Milliardäre und Oligarchen fallen, wünscht sich so mancher „kulturell eingebundenes“ Kapital zurück. Doch statt auf einen neuen Axel Springer zu hoffen, sollte man lieber über “Volksaktien” nachdenken.

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