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	<title>CARTA &#187; Matthias Schwenk</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Warum kann der Markt das nicht richten? Zum Leistungsschutzrecht deutscher Verlage</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 18:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leistung muss sich lohnen, daran besteht kein Zweifel. Aber ob daf&#252;r ein Leistungsschutzrecht erforderlich ist, darf bezweifelt werden. Eine Clearingstelle nach Vorbild der amerikanischen NewsRight-Gr&#252;ndung w&#228;re die bessere Alternative.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kommt also, das Leistungsschutzrecht nebst einer Verwertungsgesellschaft. Bei aller berechtigten Kritik an dieser Entwicklung darf nicht &#252;bersehen werden, dass der Kern der Sache auf ein Problem zur&#252;ckgeht, das Blogs schon lange kennen: RSS-Feeds und ihre Reader-Software. RSS-Reader ziehen sich bekanntlich alle neuen Artikel aus den abonnierten Blogs und bilden diese in ihrem eigenen Layout ab. F&#252;r das Lesen vieler unterschiedlicher Quellen ist das nat&#252;rlich sehr vorteilhaft. F&#252;r die davon betroffenen Blogs (oder andere Medien) ist es weniger erfreulich: Sie verlieren Seitenaufrufe, was unter Umst&#228;nden ihre Einnahmen aus Werbung schm&#228;lert. Einige Medien liefern deshalb via RSS nur noch kurze Ausz&#252;ge, um die Leser direkt auf ihre Seiten zu holen.</p>
<p>In den gut 10 Jahren, seitdem es RSS als Abo-Technik im Web gibt, gab es zwar immer wieder Diskussionen dar&#252;ber, ob RSS f&#252;r Blogs positiv oder eher negativ zu bewerten sei, letztlich aber verliefen diese Debatten alle im Sande. Zudem wurde das Thema nie in die breite &#214;ffentlichkeit getragen, weil RSS immer eine Art Nischenfunktion f&#252;r Eingeweihte geblieben war.</p>
<p>Statt dessen wurden gewisserma&#223;en im Windschatten von RSS eine Reihe &#228;hnlicher Techniken mit dem Ziel entwickelt, einerseits technisch noch weitergehende &#220;bernahmefunktionen m&#246;glich zu machen und andererseits diese so in Anwendungen zu integrieren, dass ihr Gebrauch deutlich einfacher und intuitiver als RSS sein w&#252;rde. Das Ergebnis sehen wir heute: Social Reader und &#228;hnliche Anwendung haben nicht mehr viel mit den RSS-Readern aus der Fr&#252;hzeit des Social Web gemein: Ansprechende Layouts in unterschiedlichster Form pr&#228;gen das Bild, je nach Endger&#228;t auf das hin sie optimiert worden sind. Dazu kommt ein Funktionsumfang von enormer Bandbreite, von ger&#228;te&#252;bergreifenden Funktionen bis zum hin zum Offline-Lesen.</p>
<p>Eine der erfolgreichsten Anwendungen dieser neuen Gattung ist <a href="http://flipboard.com/" target="_blank">Flipboard</a>, eine  Applikation f&#252;r iPad und iPhone. Speziell auf dem iPad sorgte Flipboard f&#252;r Furore und bekam sogar Lob von Steve Jobs, der das Startup pers&#246;nlich besuchte. Die Applikation geh&#246;rt inzwischen zu den 25 am h&#228;ufigsten geladenen kostenlosen Apps f&#252;r das iPad. Ihre Entwickler hatten erkannt, dass sie f&#252;r einen erfolgreichen Reader einerseits eine optisch ansprechende L&#246;sung brauchten und andererseits einen Ansatz, mit dem sich der Umgang mit Feeds à la RSS stark vereinfachen lie&#223;e. Ihre L&#246;sung wurde zum Vorbild vieler Startups, weil Flipboard zeigt, dass es einen Markt f&#252;r Social Reader gibt.</p>
<p>Ein Problem dabei ist nur, dass diese Reader inzwischen so gut gemacht sind, dass sie den Vergleich mit den Quellen ihrer Inhalte nicht mehr zu scheuen brauchen. Dazu kommt, dass sie eine neue Art der redaktionellen Selektion verbreiten helfen: In ihrem Mittelpunkt steht nicht mehr das was Nachrichten-Redaktionen ausw&#228;hlen und zusammenstellen, sondern was Freunde und Bekannte im Web f&#252;r gut und wichtig halten und &#252;ber Social Networks wie Facebook oder Twitter zum Ausdruck bringen. Die Schmach f&#252;r Verleger und Redakteure ist also eine doppelte: Nicht nur, dass ihnen Seitenaufrufe und damit Werbeeinnahmen entgehen, sie werden auch noch der M&#246;glichkeit beraubt, Meldungen nach Wichtigkeit zu sortieren und zu pr&#228;sentieren.</p>
<p>Das alles w&#228;re halb so schlimm, bliebe Social Reading ein Nischenph&#228;nomen &#228;hnlich den RSS-Readern aus dem letzten Jahrzehnt. Danach sieht es derzeit jedoch nicht aus. Das Ph&#228;nomen greift immer weiter um sich und treibt sogar seltsame Bl&#252;ten, wie etwa im Fall von <a href="http://pinterest.com/" target="_blank">Pinterest</a>, wo Inhalte (insbesondere Fotos) nicht mehr einfach nur empfohlen, sondern schlicht kopiert und in das eigene Informationsangebot &#252;bernommen werden.<br />
Warum aber erfreuen sich diese Methoden des Empfehlens und Verbreitens so gro&#223;er Beliebtheit? Warum k&#246;nnen die geneigten Leser nicht einfach nur eine Zeitung oder eine Zeitschrift als App durchbl&#228;ttern und sich damit zufrieden geben, wie es jahrzehntelang die Leser gedruckter Medien auch taten?</p>
<p>Ein wesentlicher Punkt d&#252;rfte darin liegen, dass Social Reading hilft, in der heutigen Informations- bzw. Angebotsf&#252;lle Wichtiges und Interessantes aus den unterschiedlichsten Quellen zu finden. Somit bekommt man das Gef&#252;hl, nichts von Relevanz zu verpassen. Gleichzeitig wirken die Empfehlungen aus dem Freundeskreis sozialer Netzwerke wie eine zus&#228;tzliche Filterebene, die im Ergebnis ein personalisiertes Informationsangebot schafft.</p>
<p>Wie weit das gehen kann zeigt etwa das Angebot von <a href="http://www.news.me/" target="_blank">news.me</a>. Bei diesem Dienst meldet man sich via Twitter an und erh&#228;lt dann t&#228;glich einen Newsletter per E-Mail mit 5 bis 7 wichtigen Linkempfehlungen aus dem Kreis der Personen, denen man auf Twitter folgt. Die Reduktion auf diese 5 bis 7 Meldungen erfolgt &#252;ber eine Aggregation aus allen Linkempfehlungen der letzten 24 Stunden. Wie genau sich der dazu geh&#246;rende Algorithmus zusammensetzt bleibt letztlich so geheim wie die Rezeptur von Googles PageRank. In der Praxis jedoch liefert news.me einen sehr guten Dienst insbesondere f&#252;r die Tage, an denen man selbst keine oder nur wenig Zeit f&#252;r Twitter hat. Die Reduktion auf Wichtiges in personalisierter Form ist hier also sehr gut gel&#246;st, wer mag da noch eine ganze Zeitung durchbl&#228;ttern?</p>
<p>Auf eine kurze Formel gebracht kann also festgestellt werden, dass zwar nach wie vor gelesen wird, was Verlage und Medienh&#228;user publizieren, nur eben immer weniger auf den Seiten der Anbieter selbst. Statt dessen bedient man sich neuartiger Instrumente mit Filterwirkung, die helfen sollen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und die individuellen Informationsinteressen besser zu ber&#252;cksichtigen.</p>
<p>Dabei muss es zwingend einen <a href="http://carta.info/41917/kleine-anfrage-an-die-kritiker-des-geistigen-eigentums/" target="_blank">Interessensausgleich</a> zwischen den Anbietern von Nachrichten und den Konsumenten geben. Denn letztere haben im Prinzip ein gro&#223;es Interesse daran, dass im Web ein breites und vielf&#228;ltiges Angebot an Nachrichten aller Art publiziert wird. Selbst wenn man unterstellt, dass sich dieses Angebot &#252;ber Werbung finanziert, kann nicht einfach &#252;bergangen werden, dass immer mehr Menschen die Inhalte gar nicht mehr auf den Originalseiten betrachten, sondern auf den f&#252;r sie viel praktischeren Social Readern oder direkt auf den Seiten von Social Networks wie Facebook.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/03/fb-newsfeed2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-41943" title="Screenshot aus Facebook" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/03/fb-newsfeed2-300x253.jpg" alt="" width="300" height="253" /></a> Derzeit wird &#252;brigens die Zahl der Diensteanbieter, die ihre Leistung in personalisierter Form mittels eines Login &#252;ber Facebook oder Twitter anbieten, immer gr&#246;&#223;er. Fast schon k&#246;nnte man diese Praxis als Norm unter den Startups im Silicon Valley bezeichnen. Dabei geht es l&#228;ngst nicht mehr darum, den Usern das Anlegen immer neuer Accounts zu ersparen und sie somit leichter f&#252;r neue Angebote zu gewinnen. Statt dessen wird das Auslesen von Profildaten von Facebook oder Twitter immer mehr zur Voraussetzung f&#252;r das Angebot komplexer individualisierter Dienste, die nur funktionieren k&#246;nnen, wenn ihnen von Beginn an gro&#223;e Datenmengen zur Analyse vorliegen.</p>
<p>Demgegen&#252;ber wirkt das Bem&#252;hen deutscher Verlage um ein <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hurra-urheberrecht-im-internet-verbessert/" target="_blank">Leistungsschutzrecht</a> allerdings wenig intelligent. Viel besser w&#228;re es, sich an die Spitze der neuen Entwicklungen zu stellen und selbst personalisierte Dienste anzubieten.</p>
<p>Auf lange Sicht wird den Verlagen und Medienh&#228;usern ohnehin nichts anderes &#252;brig bleiben, als in die derzeit neu entstehende Wertsch&#246;pfungsstufe der Aggregation und Personalisierung einzusteigen um an den dort anfallenden Umsatz- und Gewinnperspektiven partizipieren zu k&#246;nnen.</p>
<p>Gleichwohl bleibt das Problem der &#220;bernahme von Artikeln samt zugeh&#246;rigem Bildmaterial in das mediale Angebot von Social Readern. Zu unterscheiden sind hier kurze und l&#228;ngere Formen der Inhalte-&#220;bernahme: Alles Kurze, also reine Verlinkungen samt knapper Ausz&#252;ge, sollten frei, d. h. rechtlich unbedenklich sein. Wer als Anbieter selbst das nicht will, muss seine Inhalte eben konsequent hinter einer Pay-Wall halten. L&#228;ngere Ausz&#252;ge bis hin zu kompletten &#220;bernahmen (mit oder ohne Original-Layout) sollten aber ehrlicherweise entlohnt werden. Nur wie?</p>
<p>In den USA gibt es dazu seit Januar ein Angebot. <a href="http://www.newsright.com/" target="_blank">NewsRight</a> mit Sitz in New York ist eine Gr&#252;ndung von rund 30 Verlagen, die nicht nur Lizenzen f&#252;r die Nutzung von Inhalten anbietet, sondern &#252;ber eine Trackingfunktion auch Auskunft dar&#252;ber geben kann, welche Themen gerade viel Aufmerksamkeit bekommen. Aggegatoren k&#246;nnen so nicht nur generell Inhalte per Lizenz &#252;bernehmen, sondern auch gezielt solche, die gerade popul&#228;r sind, um so ihr eigenes Angebot zu optimieren. Aus Deutschland ist die Axel Springer AG <a href="http://derstandard.at/1326504077597/Textpiraterie-Die-Haelfte-aller-Postings-bei-Facebook-verlinken-auf-professionelle-Inhalte" target="_blank">an NewsRight beteiligt</a>.</p>
<p>Da stellt sich die Frage, warum so etwas nicht auch auf europ&#228;ischer Ebene m&#246;glich ist. Eine internationale Clearingstelle w&#228;re zweifellos der bessere Ansatz als ein deutsches Gesetz, weil diese flexibler auf technische Innovationen und &#196;nderungen im Verhalten der Endverbraucher reagieren k&#246;nnte als eine per Gesetz inthronisierte Verwertungsgesellschaft nach b&#252;rokratischer Manier des 20. Jahrhunderts.</p>
<p>Wie in der Clearingstelle abgerechnet wird, k&#246;nnte sich nach Angebot und Nachfrage einpendeln. Dabei m&#252;ssten nicht nur Lizenzen in Betracht kommen, es k&#246;nnten auch Werbeslots nach der Art von „Sponsored Links“ vermittelt werden. Eine weitere Form w&#228;re die Lizenzierung von Content nicht gegen Entgelt, sondern gegen technisches Know-How. Eine Clearingstelle nach dem Vorbild von NewsRight k&#246;nnte sich also sehr flexibel geben, was der Entwicklung neuer Informationsm&#228;rkte sicher f&#246;rderlich w&#228;re. Zudem k&#246;nnte sie, &#228;hnlich einer B&#246;rse, ihre Preise elastisch gestalten und dabei ber&#252;cksichtigen, dass der Wert von Content relativ gesehen zu den Netzwerk-Informationen dar&#252;ber, wie viele Personen oder sogar welche einen bestimmten Inhalt sehr interessant finden, im Zeitablauf geringer werden kann.</p>
<p>Eine Verwertungsgesellschaft dagegen wird sich nach einem starren Muster richten m&#252;ssen und dabei wenig M&#246;glichkeiten der Einflussnahme haben, wenn sich die dem Muster zugrundeliegenden Techniken und Usancen &#228;ndern bzw. weiter entwickeln. Ihre Preise werden nicht marktkonform sein, sondern einer Steuer oder Abgabe gleichen, weil man einen Markt sich gar nicht erst bilden l&#228;sst.</p>
<p>Dass in Deutschland, dem „<a href="http://www.land-der-ideen.de/de" target="_blank">Land der Ideen</a>“ im fr&#252;hen 21. Jahrhundert nichts anderes m&#246;glich sein soll, als einen der wichtigsten M&#228;rkte der Zukunft &#252;ber eine B&#252;rokratie zu verwalten, ist kein gutes Zeichen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41941&amp;md5=d4cc00bd0f1da19dedcd6aaa681c1db3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sch&#246;ner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 07:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gleich zwei neue Debattenportale zum Medienwandel und der Digitalisierung unserer Gesellschaft sind in diesen Tagen online gegangen: Zun&#228;chst Vocer, getragen vom Verein f&#252;r Medien- und Journalismuskritik, und in dieser Woche nun Diskurs@Deutschlandfunk, ein Angebot von Deutschlandradio.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Jahren noch w&#228;re das ein Grund zum Jubeln gewesen: Gleich zwei neue Online-Portale in Deutschland, die sich inhaltlich dem Medienwandel widmen wollen. Aber heute? Im Jahr 13 seit dem Cluetrain-Manifest stellt sich eher die Frage, woher die neuen Anlaufstellen auf Dauer ihr Publikum nehmen wollen, denn an Diskussionen &#252;ber alle nur denkbaren Facetten der Digitalisierung und der damit verbundenen Umbr&#252;che im Mediensektor herrscht eigentlich kein Mangel. Mit dieser Feststellung soll aber noch kein Urteil verbunden sein. Vielleicht schaffen es die neuen Portale ja, sich mit guten Beitr&#228;gen und interessanten Diskussionen Marktanteile am Meinungsmarkt zu erobern.</p>
<p>Dabei setzt <strong><a href="http://www.vocer.org/de/home.html" target="_blank">Vocer</a></strong>, das sich ausschlie&#223;lich &#252;ber Stiftungsgelder und Spenden finanzieren m&#246;chte, st&#228;rker auf das geschriebene Wort, w&#228;hrend <strong><a href="http://diskurs.dradio.de/" target="_blank">Diskurs</a></strong> seinen Start deutlich mit Videos akzentuiert. Ob das eine Frage des Geldes ist? Das von Deutschlandradio getragene Portal hat m&#246;glicherweise das gr&#246;&#223;ere Budget zur Verf&#252;gung, was aber nicht zwangsl&#228;ufig auch R&#252;ckschl&#252;sse auf die Qualit&#228;t der Beitr&#228;ge zul&#228;sst. Jetzt am Beginn beider Projekte l&#228;sst sich dazu ohnehin noch nicht viel sagen, au&#223;er vielleicht dass beide Angebote derzeit wenig Originelles, daf&#252;r umso mehr Déjà-vu-Erlebnisse bieten: Vieles konnte man in &#228;hnlicher Form in den letzten Jahren schon anderswo lesen bzw. sehen.</p>
<p>Problematisch und zugleich symptomatisch ist bei beiden Plattformen die starke Zentriertheit auf den Journalismus. Dieser wird hier wie dort in den Mittelpunkt gestellt, obschon die Digitalisierung in erster Linie eine Frage des Technikwandels ist. Nat&#252;rlich hat dieser technische Wandel starke Auswirkungen auf den Journalismus, etwa wenn gedruckte Zeitungen mehr und mehr von Online-Medien abgel&#246;st werden oder wenn das klassische Radioprogramm aufgrund der digitalen Medienkonvergenz ganz grunds&#228;tzlich sein Format &#252;berdenken muss.</p>
<p>Die entscheidende Triebkraft ist dabei aber gerade nicht der Journalismus, denn dieser kann sich nur den neuen digitalen Formen und Formaten anpassen, diese aber nicht selbst schaffen. Wer die eigentlichen Akteure des Wandels sind, wurde bei der Er&#246;ffnungsveranstaltung von Diskurs, der „ersten Berliner Debatte Digital“, sehr deutlich, als die Diskussion unversehens auf Apple und Facebook sowie deren Gesch&#228;ftsmodelle und technischen Plattformen zu sprechen kam. Diese n&#228;mlich schaffen zwar einen Raum an medialen M&#246;glichkeiten, legen zugleich aber mit ihren Technik-Konventionen sowie mit ihren teilweise restriktiven Gesch&#228;ftsbedingungen Einschr&#228;nkungen auf, mit denen sich Medienanbieter arrangieren m&#252;ssen.</p>
<p>Dabei soll nicht bestritten werden, dass der Journalismus im digitalen Zeitalter nach neuen Formen der Inhaltevermittlung oder des Storytelling suchen muss. Sich dieser Aufgabe zu widmen, ist sowohl f&#252;r Vocer als auch f&#252;r Diskurs eine reiz- und ehrenvolle Aufgabe. Nur darf man dabei nicht den Fehler machen, sich unversehens selbst im Mittelpunkt des Wandels zu w&#228;hnen. Das Augenmerk muss eigentlich viel st&#228;rker auf den technischen Grundlagen liegen, weil diese noch immer stark im Fluss sind und nicht erkennen lassen, dass ihre Ver&#228;nderungsdynamik sich abschw&#228;chen w&#252;rde.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann man diesbez&#252;glich auch anderer Auffassung sein. In vielen Zeitungsverlagen etwa mag sich die Vorstellung durchgesetzt haben, man m&#252;sse nur die Inhalte, die man traditionell in gedruckter Form unter die Leute brachte, auf einer Website geb&#252;ndelt ins Netz stellen. Als weiteres „Zugest&#228;ndnis“ an den Medienwandel wird der klassische Redaktionsschluss, der f&#252;r den Druck unerl&#228;sslich war, zugunsten eines Systems der permanenten Aktualisierung von Inhalten aufgegeben. War es das?</p>
<p>Wohl kaum. Denn heute ist offenkundig, dass eine Zeitung als hermetisch geschlossene Welt f&#252;r sich im Netz nicht bestehen kann. Zum einen wandern die digitalen Leser viel st&#228;rker zwischen einzelnen Medien, zum anderen wollen sie mehr Partizipation. Auf die wachsende Vernetzung der Leser untereinander und die zunehmende Aggregation von Nachrichten aber haben klassische Medienh&#228;user immer noch keine ad&#228;quate Antwort gefunden. Sehen sich die neuen Debattenportale hier in der Pflicht?</p>
<p>Ihr Auftritt im Web l&#228;sst nichts Gutes ahnen. Sowohl Vocer als auch Diskurs bieten  keine neuen Ans&#228;tze auf der technischen Ebene. Wer etwa auf Experimente in Sachen Content-Aggregation, Data-Mining oder der Netzwerk-Analyse gehofft hat, muss sich entt&#228;uscht sehen. Beide Portale sind Stand heute nicht mehr als gew&#246;hnliche Content Management Systeme, die nach alter V&#228;ter Sitte mit medialen Inhalten bef&#252;llt werden. F&#252;r den Diskurs allein mag das gen&#252;gen. Wer aber neue technische Features testen, aufzeigen und vielleicht im Wege des &#246;ffentlichen Experiments mit seinen Lesern gemeinsam ausprobieren m&#246;chte, was einem „Think Tank“ und „Medialab“ wie Vocer gut zu Gesicht st&#252;nde, muss eigentlich mehr bieten k&#246;nnen.</p>
<p>Am Ende bleibt das Gef&#252;hl, dass der Journalismus in Teilen glaubt, sich mit dem Status Quo an technischen M&#246;glichkeiten im Web h&#228;uslich einrichten zu k&#246;nnen und auf dieser Basis nun nur noch nach ein paar neuen Erz&#228;hlformen suchen muss. Das aber w&#228;re ein Trugschluss. Dave Winer spricht in diesem Zusammenhang s&#252;ffisant von einer „<a href="http://scripting.com/stories/2012/02/04/nytGrowingTheWrongWay.html" target="_blank">Maginot-Linie</a>“ mit der Medienh&#228;user sich gut gesch&#252;tzt w&#228;hnen, w&#228;hrend der Feind in aller Ruhe von hinten das Feld aufrollt.</p>
<p>Der digitale Wandel ist noch l&#228;ngst nicht am Ende und dem Mediensektor stehen weitere Ver&#228;nderungen, um nicht zu sagen Ersch&#252;tterungen, ins Haus. Portale wie Vocer und Diskurs brauchen deshalb mehr Web-Technik-Kompetenz und etwas weniger Journalismus-Orientierung, wenn sie die Zukunft sp&#252;rbar mit gestalten wollen. Das mag als Ratschlag eine bittere Pille sein, aber nur das wird wirklich relevante Debatten hervorbringen und der Medienbranche konstruktiv helfen.
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		<title>Es w&#228;chst nicht zusammen, was nicht zusammen geh&#246;rt</title>
		<link>http://carta.info/41000/es-wachst-nicht-zusammen-was-nicht-zusammen-gehort/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 15:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wirtschaftliche Heterogenit&#228;t zerst&#246;rt den Euro, meint Norbert Berthold im Blog Wirtschaftliche Freiheit und pl&#228;diert f&#252;r eine Redimensionierung des W&#228;hrungsraums: Nur ein w&#228;hrungspolitisches Kerneuropa k&#246;nne den Euro noch retten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wirtschaftliche Heterogenit&#228;t zerst&#246;rt den Euro, meint Norbert Berthold im Blog <strong><a href="http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=8432&amp;utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Berthold+%28Wirtschaftliche+Freiheit%29" target="_blank">Wirtschaftliche Freiheit </a></strong>und pl&#228;diert f&#252;r eine Redimensionierung des W&#228;hrungsraums: Nur ein w&#228;hrungspolitisches Kerneuropa k&#246;nne den Euro noch retten.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41000&amp;md5=db9beab2dd7c088656f0ffa8dae5ecfe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer hat die sch&#246;nste Chronik im Facebook-Land?</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook Chronik]]></category>

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		<description><![CDATA[Aktuell f&#252;hrt Facebook f&#252;r alle Personenprofile verbindlich eine neue Darstellungsform, Chronik genannt, ein. Das ist nicht ohne Risiko, denn die User k&#246;nnten daraus lernen, sich geschickt zu inszenieren und ihr wahres Ich vor Facebook zu verbergen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;hrt Facebook eine neue Funktion ein, sind Datensch&#252;tzer meist schnell in Alarmbereitschaft &#8211; und das nicht nur in Schleswig-Holstein. Derzeit ist es mal wieder so weit: Die als <a href="http://www.facebook.com/notes/facebook-deutschland/chronik-erz%C3%A4hlt-eure-lebensgeschichte-mit-einer-neuen-art-von-profil/329175427095302" target="_blank">Chronik</a> bezeichnete neue Darstellungsform der Profile wird in den kommenden Wochen weltweit eingef&#252;hrt, die User haben keine andere Wahl mehr.</p>
<p>Dabei wird es kommen, wie es kommen muss: Einige Personen wird dies v&#246;llig &#252;berraschen und ein paar unvorteilhafte Eintr&#228;ge &#246;ffentlich machen, die sie lieber weiterhin verborgen gewusst h&#228;tten. Der Aufschrei dar&#252;ber wird in die Medien getragen werden, die dazu dann das Expertenvotum von Datensch&#252;tzern einholen werden. Letztere werden Facebook Verantwortungslosigkeit und Profitgier vorwerfen.</p>
<p>Wie gewohnt wird dies bei Facebook niemanden aus der Ruhe bringen. Dabei bietet die neue Chronik durchaus Anlass zum kritischen Nachdenken, wenn auch anders, als Datensch&#252;tzer dies gemeinhin annehmen. Denn deren meist statisches Menschenbild zieht nur selten in Betracht, dass Menschen lern- und anpassungsf&#228;hig sind. Genau das aber k&#246;nnte in der Folge der Einf&#252;hrung der Chronik passieren.</p>
<p>Facebooks neue Chronik sch&#228;rft den Blick auf die Au&#223;enwirkung eines Profils. Das ist ein relativ neuer Zug dieses Social Networks, das sich lange Zeit von seinen Vorl&#228;ufern und Wettbewerbern dadurch unterschied, dass sein Fokus auf der Kommunikation der User lag und dabei nur sehr wenig Spielraum f&#252;r die individuelle Gestaltung der Profile zulie&#223;. Wer sich an die optischen Entgleisungen mancher MySpace-Profile erinnern kann, wei&#223; wovon hier die Rede ist. Nun also gibt Facebook der Au&#223;enwirkung mehr Gewicht und es stellt sich die Frage, was die User daraus machen werden.</p>
<p>Werden sie darauf ihr Leben ausbreiten? Werden sie die Datenl&#252;cken f&#252;llen, so dass Lebensl&#228;ufe wie aus einem Guss sichtbar werden? Genau das d&#252;rfte die Hoffnung bei Facebook sein, das in diesem Jahr bekanntlich an die B&#246;rse gehen m&#246;chte. Je mehr Daten die User in ihre Profile einstellen, desto wertvoller wird das Unternehmen, so das Kalk&#252;l. Es muss aber nicht so kommen.</p>
<p>Facebook k&#246;nnte untersch&#228;tzen, dass seine User die M&#246;glichkeit haben, die neue Funktion zu unterlaufen. Denn Menschen sind bekanntlich eitel. Zumindest manche. Ihnen bietet die neue Chronik eine perfekte B&#252;hne der Selbstinszenierung, die das Sch&#246;ne und Passende in den Vordergrund r&#252;cken, das weniger Attraktive jedoch vollkommen ausblenden l&#228;sst. Der sch&#246;ne Schein k&#246;nnte zum Leitbild werden, dem die Massen mit Wonne folgen werden. Jeder r&#252;ckt sich ins bestm&#246;gliche Licht, was die Aussagekraft der Profile schm&#228;lern und ihren Wert f&#252;r das Marketing reduzieren wird.</p>
<p>Wie plausibel ist eine solche Entwicklung? Betrachtet man das Verhalten der Early Adopter auf Facebook, zeigt sich, dass diese es recht gut verstehen, sich ins rechte Licht zu r&#252;cken, eine starke Pr&#228;senz zu zeigen und gleichzeitig weite Teile ihres Privatlebens zu verbergen. Dabei ist dieses Ph&#228;nomen plattform&#252;bergreifend festzustellen, also nicht nur auf Facebook, sondern etwa auch auf Twitter oder Google+. Warum aber sollten nur die Early Adopter diese Kunst beherrschen? Die Mehrheit der User auf Facebook k&#246;nnte sehr wohl diesem Beispiel folgen und ihre Profile st&#228;rker als bisher am Prinzip des &#8220;Schaufensters&#8221; ausrichten.</p>
<p>Flankierend kommt hinzu, dass die heute zur Verf&#252;gung stehenden Bandbreiten sowohl im station&#228;ren als auch im mobilen Web es erlauben, stets mehrere Dienste parallel zu nutzen. Damit ist es problemlos m&#246;glich, sich auf Facebook einzuloggen und nachzusehen, welche Freunde gerade auch online sind. Die Unterhaltung, etwa per Chat, erfolgt dann &#252;ber einen anderen Dienst. Speziell f&#252;r Jugendliche und junge Erwachsene d&#252;rfte der Anreiz gro&#223; sein, sich auf Facebook das Bild einer braven und strebsamen Person zu geben, weil hier zunehmend auch Eltern, Lehrer und potenzielle Arbeitgeber unterwegs sind. Austoben und &#252;ber Str&#228;nge schlagen kann man auch woanders im Web &#8211; Facebook w&#228;re daf&#252;r dann nur noch das Tool zur Organisation, ein besserer Kalender gewisserma&#223;en.</p>
<p>Ein weiterer Anhaltspunkt f&#252;r eine solche Entwicklung bildet die Beobachtung, dass die User auf Facebook &#252;ber die Jahre hinweg immer mehr Freunde ansammeln. Mehrere Hundert Freunde auf Facebook zu haben, ist heute keine Seltenheit mehr. <a href="http://www.thetechherald.com/articles/Study-finds-Facebook-friends-are-no-friends-at-all" target="_blank">Befragungen</a> zeigen, dass den Menschen dabei durchaus bewusst ist, dass dies in der &#252;berwiegenden Mehrheit keine &#8220;echten&#8221; Freunde sind, sondern nur sehr lose Bekanntschaften. Wie aber steht es dann um die Aussagekraft und den Stellenwert einer Kommunikation in derart losen Gruppierungen? Was sagt sie &#252;ber echte Vorlieben und Abneigungen aus? Und schlie&#223;lich: Welche Substanz l&#228;sst sich daraus f&#252;r Marketing-Aktionen ableiten?</p>
<p>Bei Facebook ist man sich des losen Charakters vieler Beziehungsstrukturen schon lange bewusst. Deshalb werden hier <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=72975227130" target="_blank">Beziehungen</a> danach unterschieden, wie ihre Kommunikation erfolgt: Reziprok und direkt (etwa &#252;ber Nachrichten oder den Chat) oder eher allgemein und indirekt (&#252;ber Eintr&#228;ge im News Feed). Facebook wei&#223; also &#252;ber jeden User, welche Beziehungen eng bzw. pers&#246;nlich sind und welche das eher lose Netzwerk bilden. Auf der Ebene der User hei&#223;t das, dass diesen bewusst ist, dass der &#252;berwiegende Teil ihrer Kommunikation auf Facebook in einer Art halb&#246;ffentlichem Raum stattfindet, weil sie diesen &#252;ber die Menge ihrer Freundschaften selbst definieren. Wirklich privat ist das Meiste also nicht und darauf kann man sich dann auch bei der Gestaltung der Chronik einrichten.</p>
<p>Auch die Datensch&#252;tzer sollten sich darauf einstellen und ihr Bild von Kommunikation im Web erweitern. Die Menschen, die Social Networks wie Facebook nutzen, sind zunehmend in der Lage, Abstufungen beim Grad an Privatsph&#228;re zu erkennen und dies im Kommunikationsverhalten zu ber&#252;cksichtigen. Zwar muss letztlich offen bleiben, wie weit es wirklich einen Trend zur Selbstinszenierung im Zuge der Einf&#252;hrung der Chronik auf Facebook geben wird. Aber schon dessen Plausibilit&#228;t mahnt zu mehr Gelassenheit und Vertrauen in das Geschick der User.</p>
<p>F&#252;r Mark Zuckerberg gilt diese Aussage nat&#252;rlich nicht. Er hat keinen Grund zur Gelassenheit, sondern sollte sich eher fragen ob es wirklich klug ist, die Kommunikation der User auf Facebook immer st&#228;rker ins &#214;ffentliche zu ziehen. Am Ende k&#246;nnten ihn die Werbepartner und Marketingstrategen allein lassen, weil seine Daten von zu geringer Aussagekraft und damit von zu geringem Wert sein k&#246;nnten. Aber vielleicht ist ihm das auch egal: Wenn er heute in den Spiegel schaut, sieht er einen Milliard&#228;r mit wahrhaft beeindruckender Chronik. Was will man mehr?
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		<title>Why did Twitter suspend UberTwitter?</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 14:09:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Quora]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[UberMedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Twitter suspendierte am Freitag alle Clients von UberMedia, darunter TweetDeck und Twidroyd. Eine der f&#252;hrenden Schlagzeilen dazu lieferte ausgerechnet Quora und nicht ein Techblog, wie man h&#228;tte erwarten k&#246;nnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Quora ist eigentlich &#8220;nur&#8221; ein <strong>Social Network</strong>, in dem es um Fragen aller Art und deren Beantwortung geht &#8211; und damit nicht um tagesaktuelle Schlagzeilen. Dass dieser Dienst auch in Konkurrenz zu herk&#246;mmlichen Medien treten kann, ist ein relativ neues Ph&#228;nomen. Aktuell zeigt sich das an der <a href="http://techcrunch.com/2011/02/18/twitter-suspends-ubermedia-clients-ubertwitter-and-twidroyd-for-violating-policies/" target="_blank">Auseinandersetzung</a> zwischen Twitter und UberMedia.</p>
<p>Twitter hatte am Freitag kurzerhand alle Twitter-Clients von UberMedia suspendiert, offenbar weil diese gegen Regeln und Markenrechte verstie&#223;en. Einen Tag sp&#228;ter stammt die f&#252;hrende Schlagzeile auf <a href="http://www.techmeme.com/" target="_blank">Techmeme</a> dazu von <a href="http://www.quora.com/Why-did-Twitter-suspend-UberTwitter" target="_blank">Quora</a> &#8211; und nicht etwa von einem der gro&#223;en Techblogs. M&#246;glich wurde dies, weil ein User auf Quora pr&#228;zise nach dem Grund f&#252;r Twitters Vorgehen gefragt hatte, worauf er dort eine ausf&#252;hrliche Antwort von Bill Gross, dem Gr&#252;nder und CEO von UberTwitter, erhielt. Das Thema fand ein so gro&#223;es Echo, dass sogar ein Sprecher von Twitter auf Quora kurz Stellung bezog.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/QuoraTwitterTechmeme.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-38353 alignnone" title="Screenshot Techmeme" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/QuoraTwitterTechmeme.jpg" alt="" width="418" height="272" /></a></p>
<p>Die Frage sowie ihre Antworten wurden &#252;ber 48.000 mal aufgerufen, ein f&#252;r Quora sehr hoher Wert. Auf Techmeme gelangte der Thread, weil sich eine Reihe von Medien in ihrer Berichterstattung darauf bezogen und ihn verlinkten.</p>
<p>So kann es also gehen. Hier haben nicht mehr nur die &#8220;alten&#8221; Medien das Nachsehen, sondern auch schon die &#8220;neuen&#8221;, weil im Einzelfall eine einzelne Frage mit einer prominenten Antwort gen&#252;gend Brisanz und Tagesaktualit&#228;t kombiniert mit dem Potenzial zur viralen Verbreitung besitzt, um Journalisten und Blogger gleicherma&#223;en hinter sich zu lassen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38349&amp;md5=f3c8c506b50b4e8fdad53cb28da87cd5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Did the Singularity Just Happen on Jeopardy?</title>
		<link>http://carta.info/38217/did-the-singularity-just-happen-on-jeopardy/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 15:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Frage stellt sich Stephen Gordon angesichts der Tatsache, dass ein Computer namens Watson gerade bei der amerikanischen Quizshow Jeopardy zwei Menschen besiegt hat. Die beruhigende Antwort: "Not yet".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Frage stellt sich <strong><a href="http://blog.speculist.com/2011/02/did-the-singularity-just-happen-on-jeopardy.html" target="_blank">Stephen Gordon</a></strong> angesichts der Tatsache, dass ein Computer namens Watson gerade bei der amerikanischen Quizshow Jeopardy zwei Menschen besiegt hat. Die beruhigende Antwort: &#8220;Not yet&#8221;.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38217&amp;md5=c416dee26bc3de8bf85855477f8cf4e8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Apple in der Abofalle?</title>
		<link>http://carta.info/38193/apple-in-der-abofalle/</link>
		<comments>http://carta.info/38193/apple-in-der-abofalle/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 05:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Abo]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Applikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Apple hat seine Regeln f&#252;r Abonnements im App Store vorgestellt und zeigt damit Mut zur Konfrontation. Denn der Konzern m&#246;chte nicht nur bei Zeitungen und Zeitschriften mitverdienen, sondern auch bei Musik und Videos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Da haben wir es also, das <a href="http://www.apple.com/pr/library/2011/02/15appstore.html" target="_blank">Abo-Modell von Apple</a> f&#252;r den App-Store. Steve Jobs pers&#246;nlich hat wohl Hand angelegt an den Pressetext, kenntlich gemacht durch die Anf&#252;hrungszeichen um einen Absatz. Damit wird eine wichtige L&#252;cke f&#252;r den Vertrieb von Content in der Welt der iPhones und iPads geschlossen, allerdings zu einem hohen Preis. Denn Apple h&#228;lt die Hand auf und m&#246;chte von allen In-App-Abo-Verk&#228;ufen 30 % Umsatzbeteiligung.</p>
<p>Wie bisher schon &#252;blich, d&#252;rfen Inhalte auch k&#252;nftig au&#223;erhalb der Apps verkauft werden, indem die User &#252;ber einen Link aus der App heraus auf eine Website des App-Anbieters geschickt werden und dann dort einkaufen. Allerdings: Wer dieses Modell weiterhin praktizieren will, muss ab jetzt auch die M&#246;glichkeit offerieren, den Kauf in der App abzuwickeln. Davon nimmt sich Apple dann 30% vom Umsatz. Vorsorglich enth&#228;lt die neue Regelung den expliziten Hinweis, dass In-App-Verk&#228;ufe nur zum gleichen oder einem niedrigeren Preis als au&#223;erhalb angeboten werden d&#252;rfen.</p>
<p>In erster Linie davon betroffen sind Medienh&#228;user, die Abos f&#252;r Zeitungen und Zeitschriften im Wege von Apps f&#252;r Apples iOS-Ger&#228;te anbieten m&#246;chten. Dar&#252;ber hinaus nennt der Pressetext von Apple auch Videos und Musik, w&#228;hrend B&#252;cher unerw&#228;hnt bleiben. In guter <a href="http://carta.info/37662/apple-und-seine-richtlinien-der-ewige-stachel-im-fleisch-des-mobilen-internet/" target="_blank">Erinnerung</a> ist aber, dass Apple unl&#228;ngst eine App von Sony zur&#252;ckgewiesen hatte, bei der es um B&#252;cher ging.</p>
<p>Die bittere Pille vers&#252;&#223;en darf der Hinweis am Ende des Textes, dass mit &#252;ber 160 Millionen iOS-Ger&#228;ten ein beachtlich gro&#223;er Markt zur Verf&#252;gung steht. Die Worte &#8220;magisch&#8221; und &#8220;revolution&#228;r&#8221; zur Beschreibung der Endger&#228;te mit dem Apfel-Logo runden das Bild ab.</p>
<p>Damit wird klar, dass Apple sich als eine Art Mautstelle f&#252;r mehr oder weniger alle Content-Verk&#228;ufe &#252;ber Applikationen inthronisieren will. Man vertraut dabei in erster Linie auf die Bequemlichkeit der Ger&#228;tebesitzer, die f&#252;r ihre Eink&#228;ufe &#252;berwiegend den einfacheren und schnelleren Weg &#252;ber den App Store nehmen d&#252;rften und die M&#246;glichkeit, beim Anbieter selbst zu kaufen, vermutlich links liegen lassen werden.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus baut Apple sicher auch darauf, dass mit iTunes eine ger&#228;te&#252;bergreifende Synchronisation m&#246;glich ist, die erlaubt, dass Eink&#228;ufe auf einem iPhone etwa auch am Mac-Rechner und eines Tages vielleicht auch auf einem Apple-Fernsehger&#228;t genutzt werden k&#246;nnen, weil alle diese Ger&#228;te kompatibel f&#252;r Apps gemacht werden &#8211; den App Store f&#252;r Mac-Rechner gibt es bereits. Die Losung lautet dann: Auf einem Endger&#228;t kaufen und auf allen nutzen, was freilich voraussetzt, dass man sich als Kunde bei der Hardware absolut markentreu verh&#228;lt. Es w&#228;re ein nobles Gef&#228;ngnis in Aluminium und Glas.</p>
<p>Am Ende mag hinter der harten Haltung Apples der Versuch stehen, endlich die Ums&#228;tze mit dem Verkauf von Inhalten sowie der Umsatzbeteiligung an den Verk&#228;ufen Dritter in den n&#228;chsten Jahren signifikant zu steigern und so die hohe Abh&#228;ngigkeit vom Gesch&#228;ft mit Hardware zu reduzieren.</p>
<p>Ob die Rechnung so aufgeht? Gut vorstellbar ist, dass Apple nicht nur von <a href="http://carta.info/37315/fauler-apfel-apple-unterbindet-den-zugang-zu-ipad-apps-fuer-print-abos/" target="_blank">erbosten Zeitungsverlegern</a> Gegenwind bekommt, weil diese meinen, von 70 % Umsatzanteil nicht leben zu k&#246;nnen, sondern auch von den Wettbewerbsh&#252;tern in Europa und Amerika. Auch die Applikations-Entwickler k&#246;nnten Protest anmelden und damit drohen, zu Android oder gar Windows Phone 7 &#252;berzulaufen. Am Ende k&#246;nnte sich die neue Richtlinie so als eine Art Abofalle entpuppen, ein Falle die sich Apple selbst gestellt hat.</p>
</div>
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		<title>Ein ganz anderes Leben neben den offiziellen Wahrheiten</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 13:40:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[J&#246;rg Wittkewitz auf Telepolis &#252;ber &#196;gypten, Tunesien und das Netz als Massen-vergewisserungswaffe. Sein Text kommt zu &#228;hnlichen Folgerungen wie Christoph Kappes hier auf Carta (Die "Facebook-Revolution").]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>J&#246;rg Wittkewitz auf <strong><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34191/1.html" target="_blank">Telepolis</a></strong> &#252;ber &#196;gypten, Tunesien und das Netz als Massen-vergewisserungswaffe. Sein Text kommt zu &#228;hnlichen Folgerungen wie Christoph Kappes hier auf <strong><a href="http://carta.info/38129/die-facebook-revolution-gedanken-zum-einfluss-des-internets-auf-politische-umbrueche/" target="_blank">Carta</a></strong> (Die &#8220;Facebook-Revolution&#8221;).
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		</item>
		<item>
		<title>Arianna Huffington und ihre Blogger: Das Ende vom Web 2.0?</title>
		<link>http://carta.info/38046/arianna-huffington-und-ihre-blogger-das-ende-vom-web-2-0/</link>
		<comments>http://carta.info/38046/arianna-huffington-und-ihre-blogger-das-ende-vom-web-2-0/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 05:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
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		<category><![CDATA[Arianna Huffington]]></category>
		<category><![CDATA[Douglas Rushkoff]]></category>
		<category><![CDATA[Huffington Post]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausgerechnet an AOL wird die Huffington Post verkauft und einige ihre Blogger geben sich dar&#252;ber emp&#246;rt. Ist der Deal ein Verrat an den "Idealen des Web 2.0"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor kurzem h&#228;tte das kaum jemand f&#252;r m&#246;glich gehalten: Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Huffington_Post" target="_blank">Huffington Post</a>, 2005 erst gegr&#252;ndet, wird f&#252;r <a href="http://techcrunch.com/2011/02/06/armstrong-memo-aol-huffpo/"><strong>315 Millionen US-Dollar</strong></a> verkauft &#8211; und das ausgerechnet an AOL. Doch es herrscht nicht nur Freude &#252;ber diesen Deal. Insbesondere unter den Bloggern, die unentgeltlich f&#252;r die Huffington Post geschrieben haben, macht sich jetzt &#196;rger breit.</p>
<p>So k&#252;ndigt <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2011/feb/09/arianna-huffington-aol-douglas-rushkoff" target="_blank">Douglas Rushkoff </a>medienwirksam im Guardian an, dass er zwar gerne unentgeltlich f&#252;r Arianna Huffington schreiben w&#252;rde, nicht aber f&#252;r AOL. Sein Text, der mit einer Art Pluralis Majestatis als Stilmittel arbeitet, will offensichtlich f&#252;r m&#246;glichst viele der &#252;ber 9.000 Huffpo-Blogger sprechen. Deren Stimmungslage mag er damit zwar gut treffen, zugleich m&#252;ssen sich diese Personen aber auch die Frage gefallen lassen, wo sie zuletzt ihre Augen hatten.</p>
<p>Die Huffington Post ist schon seit l&#228;ngerem nicht mehr nur der selbstlose linksliberale Leuchtturm, der einem besseren Amerika und dem &#8220;Web 2.0&#8243; Orientierung bietet. Zwar hat das Online-Medium seine politische Ausrichtung immer beibehalten, daneben aber auch mit einer ordentlichen Portion an Pragmatismus zielstrebig seine Reichweite ausgebaut. Bei der Wahl der Mittel war man dabei nicht zimperlich. Der Boulevard machte sich breit und mit ihm kam die Suchmaschinenoptimierung. Die Blogger wollen das nicht bemerkt haben?</p>
<p>Als Obama Pr&#228;sident wurde, hatte die Huffington Post dazu die sch&#246;nsten Bilder und auch schon die passenden Texte zur Garderobe der neuen First Lady. Sp&#228;testens da h&#228;tte man merken k&#246;nnen, in welche Richtung der Zug rollt. Sich jetzt dar&#252;ber <a href="http://paidcontent.org/article/419-aol-huffpo-arianna-and-the-free-blog-economy/" target="_blank">mokieren</a>, dass Arianna Huffington die Ideale der Blogger f&#252;r sich ausgenutzt habe, wirkt kleinlich und deplatziert.</p>
<p>Denn man kann die Story auch in einem anderen Licht betrachten. Die Huffington Post war nicht einfach nur eine Art Blog-Zeitung, sondern schon relativ fr&#252;h sehr technik- und reichweitenfokussiert. Gut auf den Punkt bringt das eine <a href="http://www.businessinsider.com/seven-secrets-that-led-to-huffington-posts-315000000-success-2011-2#" target="_blank">Artikel-Klickstrecke</a> (!) im Business Insider, die deutlich macht, wie zielgerichtet die Mannschaft rund um Arianna Huffington vorgeht. Diese Arbeit hat nicht zuletzt auch den Bloggern geholfen, ihre pers&#246;nliche Reichweite zu verbessern.</p>
<p>Wie die Huffington Post dabei praktisch vorgeht, hat exemplarisch <a href="http://blogs.reuters.com/felix-salmon/2011/02/08/why-the-nyt-will-lose-to-huffpo/" target="_blank">Felix Salmon</a> aufgezeigt: Die New York Times landet einen Scoop, die Huffington Post springt auf das Thema auf und erreicht damit ein Vielfaches an Kommentaren &#8211; und vermutlich auch an Page Views. Das Bemerkenswerte daran ist nicht, dass die Huffington Post bei der New York Times abkupfert, sondern dass die &#8220;Ideale des Web 2.0&#8243; keine sind: Ihrer Logik zufolge m&#252;sste die New York Times den meisten Traffic und die meisten Kommentare erhalten, denn sie hat schlie&#223;lich den Scoop produziert. Tats&#228;chlich aber schl&#228;gt die Huffington Post mehr Kapital aus dem Thema, weil sie sich nicht auf die Wirkung einer guten Story allein verl&#228;sst, sondern mit einer perfektionierten Technik alles daran setzt, dass jeder ihrer Artikel zum viralen Hit werden kann. Vorsprung durch Technik, k&#246;nnte man dazu auch sagen.</p>
<p>Diese Art von Vorsprung ist es am Ende, der den hohen Kaufpreis und die &#220;bernahme durch AOL m&#246;glich gemacht hat. Die Blogger der Huffington Post sollten sich klar machen, dass mit dem Verkauf keine neuen Zeiten anbrechen und dass sie selbst von der Technik der Plattform profitiert haben. Im &#220;brigen heisst das &#8220;Web 2.0&#8243; neuerdings &#8220;Social Web&#8221; und dr&#252;ckt damit sehr gut aus, was man als Blogger von der Huffpo erwarten kann: Social satt.
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		<title>Unternehmerjournalismus: Richard Gutjahr in Kairo</title>
		<link>http://carta.info/37851/unternehmerjournalismus-richard-gutjahr-in-kairo/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 11:45:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ulrike Langer (Medial Digital) bef&#252;rwortet Richard Gutjahrs Reise auf eigene Faust nach Kairo und sieht darin einen Gewinn f&#252;r den freien Journalismus. Interessant auch die Diskussion in den Kommentaren zu ihrem Blogpost.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ulrike Langer (<strong><a href="http://medialdigital.de/2011/02/04/ein-lanze-fur-den-unternehmerjournalismus-richard-gutjahr-in-kairo/">Medial Digital</a></strong>) bef&#252;rwortet Richard Gutjahrs Reise auf eigene Faust nach Kairo und sieht darin einen Gewinn f&#252;r den freien Journalismus. Interessant auch die Diskussion in den Kommentaren zu ihrem Blogpost.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37851&amp;md5=5cb1418cccb7f18511280bdf7ea614b0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Apple und seine Richtlinien: Der ewige Stachel im Fleisch des mobilen Internet</title>
		<link>http://carta.info/37662/apple-und-seine-richtlinien-der-ewige-stachel-im-fleisch-des-mobilen-internet/</link>
		<comments>http://carta.info/37662/apple-und-seine-richtlinien-der-ewige-stachel-im-fleisch-des-mobilen-internet/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 14:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Exegese ist nicht nur ein T&#228;tigkeitsfeld f&#252;r Bibelforscher, sondern betrifft auch Apples Richtlinien f&#252;r iOS-Ger&#228;te. Gerade gibt es hier wieder eine kleine, aber vermutlich weitreichende Neuinterpretation, die Drittanbietern digitaler Inhalte das Leben in der Welt der iPhones und iPads schwer machen k&#246;nnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man glaubt es kaum, aber auch die New York Times produziert hin und wieder einen Fehler. Als solcher entpuppte sich ein <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/01/technology/01apple.html?_r=1&amp;nl=todaysheadlines&amp;emc=tha26" target="_blank">Artikel vom 01. Februar</a> &#252;ber Apples App-Store und die Gr&#252;nde daf&#252;r, warum eine App, die Sony eingereicht hatte, zur&#252;ckgewiesen worden war. Die NYT machte daraus eine gro&#223;e Sache, weil ihrem Verst&#228;ndnis nach Apple k&#252;nftig alle Arten des Erwerbs von Content (&#8220;In-App-Verk&#228;ufe&#8221;) unterbinden wolle, sofern diese nicht &#252;ber Apples eigenen Shop, iTunes, abgewickelt w&#252;rden.</p>
<p>Das w&#228;re in der Tat ein extrem weitreichender Schritt gewesen, der einer ganzen Reihe von Anbietern, die mit Apps auf den iOS-Ger&#228;ten von Apple vertreten sind, unmittelbar die Gesch&#228;ftsgrundlage entzogen h&#228;tte. Tats&#228;chlich beruhte die <strong>Zur&#252;ckweisung der Sony-App</strong> darauf, dass man bei Sony die Richtlinien f&#252;r den App Store wohl in einem entscheidenden Punkt missachtet hatte: Apple erlaubt Drittanbietern den Verkauf digitaler Inhalte auf seinen iOS-Ger&#228;ten, allerdings nicht direkt in der jeweiligen App, sondern nur &#252;ber den Umweg eines Browsers. Sony hatte offenbar vor, den Verkauf <a href="http://www.zdnet.com/blog/hardware/dont-believe-the-sensationalist-headlines-kindle-unlikely-to-be-kicked-out-of-itunes/11175" target="_blank">direkt in der App</a> zu realisieren, was Apple nicht erlaubt.</p>
<p>Ein demgegen&#252;ber korrektes Beispiel lieferte <strong>Amazon</strong> mit seiner <a href="http://itunes.apple.com/us/app/kindle/id302584613?mt=8" target="_blank">Kindle-App</a>. Sie entsprach (zumindest bis Anfang Februar) den Richtlinien von Apple, weil die Kunden hier ihre E-Books nicht direkt in der App, sondern auf einer Website von Amazon kaufen, die in ihrer Optik und Benutzerf&#252;hrung so gut an das App-Design angepasst ist, dass viele User diese Art der Umleitung gar nicht bewusst wahrnehmen.</p>
<p>W&#228;hrend einige Medien, darunter ausgerechnet <a href="http://techcrunch.com/2011/02/01/i-quit-quitting-the-ipad/" target="_blank">MG Siegler von TechCrunch</a>, sich schnell auf die leicht falsche F&#228;hrte der NYT locken lie&#223;en,  warnten andere vor einem m&#246;glichen Missverst&#228;ndnis, bis von Apple die <a href="http://digitaldaily.allthingsd.com/20110201/apple-on-sony-reader-we-have-not-changed-our-guidelines/" target="_blank">Klarstellung</a> kam: Demnach d&#252;rfen Drittanbieter k&#252;nftig weiterhin Inhalte <strong>au&#223;erhalb</strong> der App verkaufen, allerdings nur, wenn sie k&#252;nftig auch einen Erwerb <strong>innerhalb</strong> der App erm&#246;glichen, der zwingend &#252;ber iTunes laufen muss.</p>
<p>Folglich m&#252;sste Amazon sich k&#252;nftig als Anbieter bei Apples iTunes registrieren und jedes E-Book, das man auf der Kindle-App verkaufen m&#246;chte, auch in iBooks anbieten. Dort aber wird Apple unerbittlich seine 30%-Marge als H&#228;ndler einfordern und damit die Kalkulation empfindlich beeinflussen. Davon betroffen ist nicht nur Amazon, sondern aus Deutschland beispielsweise Anbieter wie <a href="http://itunes.apple.com/au/app/hugendubel/id373577602?mt=8" target="_blank">Hugendubel</a> und <a href="http://itunes.apple.com/de/app/textunes-ebooks/id350742971?mt=8" target="_blank">textunes</a>. Offen ist dabei auch, ob man als User k&#252;nftig ein und dasselbe Objekt in iTunes von unterschiedlichen Anbietern wird kaufen k&#246;nnen und ob es dabei unterschiedliche Preise geben wird. Apple selbst w&#228;re dann wohl teils selbst H&#228;ndler, teils Anbieter einer Handelsplattform, was den Charakter von iTunes stark ver&#228;ndern k&#246;nnte.</p>
<p>Die Folgen der neuen &#8220;Auslegung&#8221; der Apple Richtlinien sind also noch gar nicht absehbar. Auf der Ebene der User k&#246;nnte dieser Schritt jedoch bedeuten, dass man auf l&#228;ngere Sicht<strong> einheitliche Bibliotheken</strong> haben wird. Denn bislang ist es so, dass man seine E-Books in den jeweiligen Applikationen sammelt und mit der Zeit den &#220;berblick dar&#252;ber verliert, was man wo gekauft und abgelegt hat. Wirklich praktisch ist das nicht.</p>
<p>Auf der Ebene des Handels jedoch st&#246;rt Apple das Gesch&#228;ft seiner Wettbewerber mit diesem Schritt empfindlich, so weit hat die NYT vollkommen recht. Am Ende ist dieses Hin und Her nur Wasser auf die M&#252;hlen der Fortschrittsskeptiker, die mit Recht einwenden werden, dass fr&#252;her alles besser war, weil man seine Schallplatten egal wo kaufen und sie auf einem beliebigen Plattenspieler laufen lassen konnte, w&#228;hrend man heute von einem Walled-Garden in den anderen stolpert und die Z&#228;une zwischen ihnen oft erst im Nachhinein als solche erkennt. Erst recht bei den E-Books, wo man vor lauter unterschiedlichen Readern, Betriebssystemen und Stores den Blick auf das Wesentliche v&#246;llig verliert: Die B&#252;cher.</p>
<p>Gewiss, Apples harte Linie zielt aktuell in Richtung der <a href="http://carta.info/37315/fauler-apfel-apple-unterbindet-den-zugang-zu-ipad-apps-fuer-print-abos/" target="_blank">Medienh&#228;user</a>, die ihre digitalen Ausgaben von <strong>Zeitungen und Zeitschriften</strong> auf das iPad bringen m&#246;chten und dabei Apples Umsatzbeteiligung von 30 % liebend gern umgehen w&#252;rden. Mit Rupert Murdochs &#8220;The Daily&#8221; wird in K&#252;rze die erste digitale Zeitung an den Start gehen, die vollkommen konform mit der aktuell verbindlichen Exegese von Apples Richtlinien sein wird. Der Rest der Branche darf danach dann gerne diesem Beispiel folgen, so jedenfalls stellt sich Steve Jobs das wohl vor.</p>
<p>Wer das gut heisst und eher ver&#228;chtlich auf die Verlage blickt, wie das aktuell <a href="http://gigaom.com/2011/02/01/steve-jobs-to-media-cos-its-my-way-or-the-highway/" target="_blank">Matthew Ingram</a> tut, macht es sich zu einfach: Denn die sch&#246;nen Ger&#228;te von Apple sind letztlich eben auch nur <strong>Computer, die ihren Eigent&#252;mern geh&#246;ren</strong> und diesen nach freiem Ermessen den Erwerb digitaler G&#252;ter bzw. Rechte &#252;ber das Internet erm&#246;glichen sollten. Aber wie schon bei der blossen Darstellung von Content Apple erfolgreich ein Veto gegen&#252;ber Adobes Flash-Software praktiziert, so versucht man es jetzt auch beim Handel mit Inhalten, wohl wissend, dass dieser Markt im Prinzip noch in seinen Anf&#228;ngen steckt und es daher f&#252;r iTunes viel zu gewinnen oder zu verlieren gibt.</p>
<p>Zu hoffen bleibt, dass der aktuelle Schritt von Apple die Kartell- und Wettbewerbsh&#252;ter auf den Plan rufen wird, um die Monopolisierung der iOS-Welt zu verhindern. Denn zu Ende gedacht, w&#252;rde die neue Logik beispielsweise auch bedeuteten, dass die (vielgeliebte) <a href="http://itunes.apple.com/au/app/db-navigator/id343555245?mt=8#" target="_blank">Deutsche Bahn</a>, die in und um ihre Apps gerne auch Tickets verkauft, diese k&#252;nftig auch in iTunes anbieten m&#252;sste. Ein absurder Gedanke? Keineswegs. Denn aus welchem Grund sollten sich <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/02/technology/02apple.html?nl=todaysheadlines&amp;emc=tha26" target="_blank">nur B&#252;cher</a> einer Regel unterwerfen, die f&#252;r Fahrkarten nicht gilt, obwohl das zugrunde liegende Procedere im Kern exakt das Gleiche ist?</p>
<p>Am Ende bleiben viele Fragen offen und dazu das ungute Gef&#252;hl, dass Apple hier in Zukunft noch sehr viel weiter gehen k&#246;nnte. Denn den App Store gibt es mittlerweile auch auf jedem Mac-Rechner, so dass sich auch hier, in Verbindung mit iTunes, ungeahnte Gesch&#228;ftsm&#246;glichkeiten auftun, wenn man nur dreist genug ist und die Kunden sich an der Nase herumf&#252;hren lassen. Aber noch ist es nicht soweit. Denn dieser Tage wurde <strong>Google Android</strong> zum Betriebssystem f&#252;r mobile Ger&#228;te mit dem inzwischen <a href="http://t3n.de/news/android-erobert-spitze-smartphone-os-295027/" target="_blank">gr&#246;&#223;ten Marktanteil</a> erkl&#228;rt. Was bei den Smartphones gelang, k&#246;nnte sich bei den Tablets wiederholen. Diesem <a href="http://carta.info/35366/wo-sind-die-android-apps-deutscher-verlage/" target="_blank">Wettbewerb</a> muss sich Apple stellen, da helfen weder Richtlinien noch ihre Interpretation.
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		<title>Enteignet Google</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 14:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[fordert Peter Ehrlich - nicht in einem Blog, auch nicht in der taz, sondern in der Financial Times Deutschland. Man muss es gelesen haben, sonst glaubt man es nicht. Eine treffende Erwiderung hat weissgarnix geschrieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>fordert Peter Ehrlich &#8211; nicht in einem Blog, auch nicht in der taz, sondern in der <a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:internetriese-enteignet-google/60004597.html"><strong>Financial Times Deutschland</strong></a>. Man muss es gelesen haben, sonst glaubt man es nicht. Eine treffende Erwiderung hat <strong><a href="http://www.weissgarnix.de/2011/01/30/schrill-ja-verstandlich-nein/">weissgarnix</a></strong> geschrieben.
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		<title>transmediale.11 in Berlin: Das Netz als Handlungszone sichtbar machen</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 14:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[transmediale]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 1. bis 6. Februar 2011 findet in Berlin die transmediale.11 statt, die sich mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft befasst und sich als Festival f&#252;r Kunst und digitale Kultur versteht. Wir sprachen mit Markus Huber, Programm-Kurator der Konferenz BODY:RESPONSE.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die transmediale 2011 tr&#228;gt den Titel &#8220;RESPONSE:ABILITY&#8221;, den man als eine Art Wortspiel sehen kann. Welchen Akzent sehen Sie dabei st&#228;rker: Responsability (Verantwortung) oder die F&#228;higkeit, Antwort zu geben (Dialog, Vernetzung)?</strong></p>
<p>Markus Huber: Wir erleben heute eine zunehmende Hybridisierung von technisch generiertem Informationsraum und physischem Realraum. Denn die gegenw&#228;rtige Qualit&#228;t mobiler Kommunikationstechnologien, Echtzeitmedien und Lifestreams er&#246;ffnen neue, hochdynamische soziale Handlungsr&#228;ume zwischen on- und offline. Der Titel <a href="http://www.transmediale.de/de/content/transmediale11-responseability">RESPONSE:ABILITY</a> bezieht sich einerseits auf diese Verfl&#252;ssigung der Grenzen. Die F&#228;higkeit, sich in einem solchen kulturellen, medialen Umbruch zurechtzufinden, Wissen und Informationen zu organisieren und dieses Potential auch f&#252;r individuelle politische Entscheidungsprozesse nutzen zu k&#246;nnen, ist ein zentraler Aspekt f&#252;r die transmediale.11. Unsere Verantwortung als Nutzer und Akteure des Webzeitalters sehe ich weniger darin Antworten zu geben. Es geht vielmehr um die F&#228;higkeit, in einer hochdynamischen sozialen und &#246;konomischen Umwelt handlungsf&#228;hig zu bleiben. RESPONSE:ABILITY ist also auch ein Aufruf neue Wege zu gehen, Handlungsweisen zu erproben und Fragen zu stellen.</p>
<p><strong>Wir sind alle schon l&#228;ngst Cyborgs, sagte die Anthropologin Amber Case im Dezember 2010 auf einer <a href="http://blog.ted.com/2011/01/11/we-are-all-cyborgs-now-amber-case-on-ted-com/">TED-Konferenz</a>. Hat Sie recht?</strong></p>
<p>Markus Huber: Das ist eine interessante Frage. Der Cyborg ist ja bis heute eine faszinerende Phantasie. Ein Schnittstellen-K&#246;rper halb Mensch halb Maschine, der unsere physischen F&#228;higkeiten steigert und in die Welt ausdehnt. Heute erleben wir in der Tat eine ganz andere technologisch-biologische Verflechtung, die im mentalen, kognitiven Bereich verortet ist. Die Einbindung der virtuellen Dimension unseres K&#246;rpers &#8211; Affekt, Emotion, soziale Kommunikation, Kollaborationsf&#228;higkeit &#8211; r&#252;ckt immer st&#228;rker in den Mittelpunkt. Man k&#246;nnte heute also von einem mentalen Cyborg sprechen, der mit der Entwicklung hin zu einer postfordistischen Informationsgesellschaft entsteht. Wir haben uns vom Flie&#223;band und der Anbindung des Menschen an den Maschinenk&#246;rper verabschiedet. Charlie Chaplins <em>Modern Times</em> war ja eine sehr fr&#252;he, aber bis heute faszinierende Analyse dieser Mechanismen. Heute ist unsere individuelle Kommunikationsf&#228;higkeit zum entscheidenden sozialen, &#246;konomischen und politischen Kriterium geworden.</p>
<p>Darum wird es auch in der <a href="http://www.transmediale.de/de/content/konferenz-bodyresponse-%E2%80%93-biomedial-politics-age-digital-liveness">transmediale Konferenz</a> BODY:RESPONSE gehen. Die zentrale Frage der Konferenz lautet: Wie gehen wir mit diesem Prozess der Aufl&#246;sung eindeutiger K&#246;rper- und Identit&#228;tskonfigurationen um, die &#8211; durch die neue Qualit&#228;t mobiler Medien und Echtzeitnetwerke ausgel&#246;st &#8211; zu einer solchen Verschiebung im Denken des Humanen f&#252;hren? Welche neuen psycho-&#246;konomischen und biopolitischen Machtwirkungen entstehen hier im &#246;konomischen und politischen Umfeld und wie reagieren wir darauf?</p>
<p><strong>Wo steht die deutsche Cyborg-Debatte? Warum tut sich dieses Thema hierzulande so schwer, w&#228;hrend etwa ein Thilo Sarrazin mit seinen Thesen wie aus der Vergangenheit m&#252;helos die Schlagzeilen und Bestsellerlisten st&#252;rmt?</strong></p>
<p>Markus Huber: In anderen L&#228;ndern ist diese Debatte in der Tat st&#228;rker ausgepr&#228;gt. Ich glaube das hat u.a. damit zu tun wie Technologie kulturell verstanden, akzeptiert und angewendet wird. In den USA etwa ist die Diskussion viel st&#228;rker ausgepr&#228;gt. Mit ein Grund hierf&#252;r ist sicherlich der sehr dominante milit&#228;risch-technische Komplex, der biologische, kybernetische Forschung, universit&#228;re Einrichtungen, aber auch Popkultur und Filmindustrie mit einbezieht. Auch Japan &#8211; f&#252;hrend im Bereich der Kybernetik- und Roboterentwicklung – ist ein interessantes Beispiel. Wir alle kennen  die enthusiastische Manga- und Anime-Kultur, in der technologisch gepr&#228;gte urbane Utopien mit spirituellen Vorstellungen von K&#246;rper und Geist zu einem allt&#228;glichen kulturellen Medium verschmelzen. Hier sehe ich die herausragende Bedeutung der transmediale solche unterschiedlichen Formen der kulturellen Aneignung von Technologie und die damit entstehenden Debatten zu provozieren.</p>
<p><strong>Filme und Videos werden auf der transmediale eine gro&#223;e Rolle spielen: Rund 60 Auff&#252;hrungen wird es geben. Wo bleiben demgegen&#252;ber Computer-Spiele und virtuelle Welten? W&#252;rden diese nicht besser zu einem Zukunfts-Szenario passen als das sehr klassische Medium &#8220;Film&#8221;?</strong></p>
<p>Markus Huber: Als Festival, das nunmehr seit 24 Jahren existiert und seinen Anfang in der Berlinale nahm (als Teil des Internationalen Formus des Neuen Films), begreifen wir das Filmprogramm nat&#252;rlich als wichtigen Bestandteil unserer Geschichte, die wir weiterf&#252;hren und neu kontextualisieren wollen. Denn der transmediale geht es nicht allein um die Pr&#228;sentation neuester technologischer Errungenschaften, sondern um die Wechselwirkung, die zwischen technischer Entwicklung und ihrer gesellschaftlichen Anwendung entsteht. Mit dem <a href="http://www.transmediale.de/award/start">internationalen Wettbewerb</a>, den die transmediale ausschreibt und, der uns mit &#252;ber 70 L&#228;ndern in der Welt verbindet, zeigt sich, dass verschiedene Kulturen und Regionen &#8211; entsprechend der unterschiedlichen M&#246;glichkeiten des Zugangs und der jeweiligen Aneignung &#8211; bestimmte Technologien st&#228;rker im Alltag verankert sind als dies bei uns in Europa oder Deutschland der Fall ist. So benutzen die Inuits im polaren Norden Kanadas das Fernsehen als Technologie, um in einem <a href="http://www.isuma.tv/">Serienformat</a> ihre kulturelle Tradition zu vermitteln und zu bewahren.</p>
<p>Aber nat&#252;rlich spielen gerade Computer-Spiele eine immer st&#228;rkere Rolle. In unserem Programm widmen wir uns daher in mehreren Workshops, Ausstellungen und einer gro&#223;en Diskussionsrunde diesem Bereich. Hintergrund ist die Partnerschaft mit Ludic Interface, einem neuen europ&#228;ischen Studiengang, der sich der Analyse und Entwicklung spielerischer Schnittstellen widmet und ab 2012 ge&#246;ffnet sein wird. Als G&#228;ste haben wir u.a. die kanadische Programmiererin und Spiele-Entwicklerin Heather Kelley.</p>
<p><strong>Die transmediale vergibt auch eine Reihe von Awards, darunter den Open Web Award f&#252;r freie bzw. offene Technologien. Auf der &#8220;Short List&#8221; steht mit <a href="http://www.thimbl.net/">Thimbl</a> ein Microblogging-Dienst aus Deutschland, der auf die Urspr&#252;nge des Web in seiner dezentralen und offenen Form verweist. Sehen Sie in solchen Projekten und ihrer m&#246;glichen Pr&#228;mierung eine Chance auf Breitenwirkung (&#8220;Durchbruch&#8221;) oder stellen die Awards der transmediale eher auf eine Wahrnehmung in der Politik ab?</strong></p>
<p>Markus Huber: Ja, &#252;ber den <a href="http://www.transmediale.de/de/award/open-web-award">Open Web Award</a> freuen wir uns sehr. Durch unsere Kooperation mit Mozilla konnten wir diesen Preis endlich realisieren. Die nominierten Projekte zeigen, auf welche unterschiedliche Weisen wir offene Technologien nutzen k&#246;nnen und welche M&#246;glichkeiten der Bildung, Selbsterm&#228;chtigung und Gestaltung darin liegen. Wir sind von der Kreativit&#228;t und den M&#246;glichkeiten des open web und offener Technologien &#252;berzeugt und begreifen das durchaus als ein politisches Statement. Ebenso wichtig ist es aber, die damit einhergehende Haltung, n&#228;mlich sich zu beteiligen, mitzugestalten und Einfluss zu nehmen, in die Breite zu entwickeln. Das bedeutet auch, diesen Projekten die M&#246;glichkeit und Plattform zu geben, um sie weiterzuentwickeln.</p>
<p><strong>Wird es Livestreams von Veranstaltungen der transmediale geben?</strong></p>
<p>Markus Huber: In der Tat werden wir das Programm per Livestream &#252;bertragen. Das Thema &#8220;Live&#8221; ist ja ein wichtiger Bestandteil des Programmes der transmediale.11. Dabei geht es aber nicht nur um eine programmatische Entscheidung, sondern auch um die M&#246;glichkeiten des freien Zugangs und der Partizipation an der k&#252;nstlerischen, technischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung, die die transmediale f&#252;hrt. Viele Interessierte k&#246;nnen nicht zum Festival anreisen, m&#246;chten aber dennoch an den Diskussionen teilnehmen. Sie k&#246;nnen den Livestream verfolgen und &#252;ber <a href="http://twitter.com/#!/transmediale">Twitter</a> bzw. <a href="http://www.facebook.com/transmediale">Facebook</a> kommentieren und ganz neue, spannende Diskussionen und Ideen anregen.</p>
<p><strong>Vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch. Veranstaltungsort ist das <a href="http://hkw.de/de/index.php">Haus der Kulturen der Welt</a> (Berlin). </strong>
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		<title>Schleichwerbesumpf in der Blogger-Szene</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 17:29:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Schleichwerbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der deutschen Blogger-Szene droht Ungemach, orakelt Meedia unter Berufung auf Sascha Pallenberg, der ein Schleichwerbe-Netzwerk entlarven will, in das angeblich rund 100 Blogs involviert sind. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Mittelpunkt des Vorgangs steht offenbar eine deutsche Internetfirma, die f&#252;r gro&#223;e Unternehmen Suchmaschinenoptimierung (SEO) betreibt, schreibt <strong><a href="http://meedia.de/details-topstory/article/schleichwerbesumpf-in-der-blogger-szene_100032816.html?tx_ttnews[backPid]=911&amp;cHash=7eaf86ab56">Meedia</a></strong>. Um ihren Kunden mehr Sichtbarkeit in Suchmaschinen wie Google bieten zu k&#246;nnen, ist wohl einer gr&#246;&#223;eren Zahl von Bloggern angeboten worden, gegen Entgelt Artikel &#252;ber bestimmte Produkte oder Unternehmen zu verfassen und darin ganz bestimmte Links und Keywords zu verwenden.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/auszug.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-37541" title="E-Mail Auszug" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/auszug-300x159.jpg" alt="" width="300" height="159" /></a>Der Vorgang klingt plausibel, nicht zuletzt weil auch der Autor dieser Zeilen f&#252;r sein eigenes <a href="http://www.bwlzweinull.de">Blog</a> ein solches Angebot per E-Mail erhalten (aber nicht weiter beachtet) hat. Tats&#228;chlich k&#246;nnen Links aus Blogs den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/PageRank">PageRank</a> von anderen Websites positiv beeinflussen, insbesondere wenn diese Blogs selbst &#252;ber einen guten PageRank verf&#252;gen. Auf die Enth&#252;llungen von <a href="http://twitter.com/#!/sascha_p/status/28399156393410560">Sascha Pallenberg</a> darf man deshalb gespannt sein.</p>
<p>Ob der Skandal aber wirklich zum &#8220;Tsunami der deutschen Blogosph&#228;re&#8221; wird, ist noch nicht sicher: Die involvierten Blogs d&#252;rften alle aus der zweiten oder dritten Reihe stammen und relativ unbekannt sein, so dass sich die &#246;ffentliche Aufregung auch in Grenzen halten k&#246;nnte.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37538&amp;md5=f826ed5d917a044afba5ab8946d6c4b9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wo ist unser Ashton Kutcher?</title>
		<link>http://carta.info/37533/wo-ist-unser-ashton-kutcher/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 12:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

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		<description><![CDATA[fragt Martin Weigert auf netzwertig und stellt fest, dass in den USA Prominente Startups gegen&#252;ber nicht nur keine Ber&#252;hrungs&#228;ngste haben, sondern Dienste wie Twitter unbefangen nutzen oder sogar in diese investieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>fragt <strong><a href="http://netzwertig.com/2011/01/26/startup-multiplikatoren-wo-ist-unser-ashton-kutcher/">Martin Weigert</a></strong> auf netzwertig und stellt fest, dass in den USA Prominente Startups gegen&#252;ber nicht nur keine Ber&#252;hrungs&#228;ngste haben, sondern Dienste wie Twitter unbefangen nutzen oder sogar in diese investieren.
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