<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Marek Dutschke</title>
	<atom:link href="http://carta.info/autor/marek_dutschke/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Hochschulreform: Mein Traum von der deutschen Universit&#228;t</title>
		<link>http://carta.info/24839/hochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet/</link>
		<comments>http://carta.info/24839/hochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 12:25:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna-Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=24839</guid>
		<description><![CDATA["Unibrennt" hat die Bildungsmisere aufgezeigt, die schnell und entschlossen angegangen werden muss. Doch wie muss das Hochschulsystem langfristig umgebaut werden, damit man &#252;berhaupt noch von Bildung sprechen - und die Bologna-Reform doch noch gelingen kann?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1acbc226b67a4901b720ead98ff4301d" alt="" width="1" height="1" />Ich wollte diesen Beitrag schon Ende November letzten Jahres schreiben, als mich die <em>Anne Will</em>-Redaktion gefragt hat, ob ich prinzipiell bereit w&#228;re, an einer Runde zum Thema Hochschulproteste teilzunehmen. Ich war zu dem Zeitpunkt verhindert, da ich an dem Tag Vater werden sollte. Aber als ich Tage sp&#228;ter bei <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,664158,00.html"><em>Spiegel Online</em></a> las, dass Annette Schavan die Sendung verwendete, um sich selbst mit Eigenlob zu &#252;bersch&#252;tten, habe ich mich ge&#228;rgert, dass ich nicht dabei sein konnte, um ihr zu widersprechen.</p>
<p>Im Jahre Zehn nach dem Beschluss zum Bologna-Prozess steht es mit der Hochschullandschaft in Deutschland nicht zum Besten. Gerade Frau Schavan hat keinen Grund zu feiern. Nicht nur, dass ihr durch die F&#246;deralismusreform wichtige M&#246;glichkeiten zur Einflussnahme auf die Bildungspolitik der L&#228;nder genommen wurden. Sie hat es auch vers&#228;umt, eigene Akzente zur Ausgestaltung des Bologna-Prozesses und der generellen Reform der deutschen Hochschullandschaft zu setzen. <strong>Fakt ist, dass Studierenden von Rostock bis Konstanz nicht ohne Grund protestiert haben. </strong></p>
<p>Die Gr&#252;nde f&#252;r die Proteste sind vielf&#228;ltig. Studierende protestieren gegen Studiengeb&#252;hren, gegen die Abwicklung ganzer Fachbereiche, f&#252;r die Drittelparit&#228;t in den Gremien, f&#252;r eine verbesserte Lehre und nat&#252;rlich gegen die Bologna-Reform im Allgemeinen. Die Vielzahl der Protestthemen hat die nationale Bildungsdebatte extrem un&#252;bersichtlich gemacht. Die Positionen sind teilweise unklar und abstrakt, die Forderungen widerspr&#252;chlich. Zum Beispiel wird die Forderung nach Drittelparit&#228;t in Hochschulgremien von Studierendengruppe gemischt bewertet. Wenn dominante Hochschulgruppen mit unrealistischen Forderungen die Gremienarbeit blockieren, dient das nicht unbedingt der besseren Vertretung studentischer Interessen.</p>
<p>Dieses Tohuwabohu hat es Frau Schavan erm&#246;glicht, eigene Politikerfolge stolz zu verk&#252;nden, w&#228;hrend die eigentliche Bildungsmisere nicht angesprochen wurde. Die Erh&#246;hung des Baf&#246;g, ein Erstsemesterrekord und die &#8211; wohlgemerkt nur &#8211; geplante Einf&#252;hrung von Stipendien f&#252;r besonders Begabte sind lediglich Einzelschritte und &#228;ndern nichts am generellen Notstand der Bildung in Deutschland.<br />
Die dringendsten Probleme liegen jedoch nicht bei der Machtverteilung in den Hochschulgremien, der Finanzierung eines Studiums oder dem Budget der Universit&#228;ten. In drei Streitschriften zwischen Julian Nida-R&#252;melin und Sebastian Litta, die in der <em>Zeit</em> erschienen sind, wurden die grundlegenden Schwierigkeiten in der Hochschullandschaft aufgeworfen. Im Auge des Orkans war nat&#252;rlich die umstrittene Bologna-Reform. Herr Nida-R&#252;melin hat <a href="http://www.zeit.de/2009/45/Bachelor-Kritik">zu Recht darauf hingewiesen</a>, dass die Kultusministerkonferenz bei der Konzeption der Bachelor- und Masterstudieng&#228;nge Fehler gemacht hat. Herr Litta hat in der Erwiderung diesen Ansatz um eine <a href="http://www.zeit.de/2009/47/C-Erwiderung-Nida">Kritik an den Fakult&#228;tskommissionen erweitert</a>, die bei der Umsetzung der Studieng&#228;nge die konzeptionellen Fehler verschlimmert haben.</p>
<p>Tats&#228;chlich haben die Bildungsminister, Hochschulpolitiker, Unipr&#228;sidenten, Wissenschaftsratsmitglieder, Akkreditierungsagenturen, Beratungsfirmen und die Fakult&#228;ten die Bologna-Reform vermasselt. Die Bachelorstudieng&#228;nge sind mit 3 Jahren zu kurz angelegt worden. Die Studienordnungen verlangen einen zu hohen Grad an Verschulung. Die fehlende Anerkennung von im Ausland erworbenen ECTS hat Mobilit&#228;t erschwert. Letztlich sind die europ&#228;ischen Universit&#228;ten gegen&#252;ber den US-amerikanischen Universit&#228;ten durch die Bologna-Reform nicht konkurrenzf&#228;higer geworden.</p>
<p>Dieses kollektive Versagen der deutschen Bildungsexperten ist nicht einfach zu verstehen. Einerseits wurde das deutsche Abitur &#252;berbewertet, andererseits haben die zahlreichen Kritiker den Prozess erschwert. Denn einige Professoren haben die Umstellung als eine Kapitulation gegen&#252;ber dem US-amerikanischen Hochschulsystem gesehen und waren nicht bereit, die neuen Studieng&#228;nge konstruktiv in die Praxis umzusetzen. Dar&#252;ber hinaus hat die Strategie, die alten Diplom- und Magisterstudieng&#228;nge in den neuen Studieng&#228;ngen aufgehen zu lassen, w&#228;hrend die alten Studieng&#228;nge weiterliefen, zu Chaos gef&#252;hrt. Es gab &#252;berf&#252;llte Kurse mit Bachelor-, Diplom-, Master- und Magister-Studierenden, die alle jeweils in verschiedenen Stadien ihres Studiums waren. Es kann ja nicht der Sinn der Sache sein, dass solch extrem heterogene Gruppen entstehen. Viele Professoren und Dozenten haben einfach ihre alten Kurse angeboten, ohne sie den neuen Studieng&#228;ngen anzupassen. So gesehen waren die Proteste der Studierenden durchaus gerechtfertigt, wobei manche Geb&#228;udebesetzungen &#252;bers Ziel hinausgeschossen sind.</p>
<p>Inzwischen arbeiten die Universit&#228;ten daran, manche Fehler zu berichtigen und sogar die KMK zeigt Ver&#228;nderungsbereitschaft f&#252;r die Richtlinien der Studieng&#228;nge. Doch es gibt ein noch tiefergehendes Problem, das gel&#246;st werden muss, bevor der Bologna-Reform von Erfolg gekr&#246;nt werden kann. Denn es gibt ein Zugangsproblem an den Universit&#228;ten durch den Numerus Clausus. Bei den Juristen und vor allem bei den Medizinern braucht man  mittlerweile mindestens einen 1,3er-Durchschnitt, um einen Studienplatz zu bekommen. Sogar bei den Sozialwissenschaften ist es ohne einen Einser-Durchschnitt schwer, einen Platz zu ergattern.</p>
<p>So wird die soziale Selektion immer weiter getrieben. Es ist dabei ja nicht nur problematisch, dass es durchaus Qualit&#228;tsunterschiede unter den Abituren je nach Schule oder Bundesland gibt. Es sieht im Moment fast so aus, als seien die einzigen Studienf&#228;cher, die man mit einem Zweier-Abi noch studieren kann, Judaistik, Slawistik und noch einige wenige Exotenf&#228;cher. Abiturienten mit einem m&#228;&#223;igen Durchschitt haben also kaum mehr eine Wahl. F&#252;r sie bleiben nur noch wenige F&#228;cher &#252;brig – egal ob sie an diesen F&#228;chern Interesse haben &#8211; oder der Weg nach &#214;sterreich. Dieser Exodus hat allerdings den kuriosen Nebeneffekt, dass in &#214;sterreich mittlerweile die erste richtige linke Protestkultur unter Studenten entstanden ist. &#8211; Und so zw&#228;ngen sich eine Vielzahl von wenig motivierten Studierenden in die &#252;berf&#252;llten H&#246;rs&#228;le der Exotenf&#228;cher.</p>
<p>Es kann doch nicht sein, dass der Numerus Klausus einen zwingt, etwas zu studieren was man nicht will, nur weil die Abiturnoten nicht so gut waren. Das widerspricht v&#246;llig dem Bildungsgedanken. Dar&#252;ber hinaus werden gerade Sch&#252;ler aus Migrantenfamilien benachteiligt. Den Sprung aufs Gymnasium schaffen sie in Deutschland &#228;u&#223;erst selten im Gegensatz zu anderen europ&#228;ischen L&#228;ndern.</p>
<p>2008 habe ich in der <em>Zeit</em> <a href="http://www.zeit.de/2008/04/Ein_Traum_von_Universitaet">meinen Traum</a> von der deutschen Universit&#228;t ver&#246;ffentlicht. Darin habe ich dieses Zugangsproblem angesprochen und versucht, einen L&#246;sungsansatz zu skizzieren. Ein zweij&#228;hriges <em>Studium Generale</em> w&#228;re eine M&#246;glichkeit, den Studienanf&#228;ngern genug Zeit zu geben, sich f&#252;r ein geeignetes Interessengebiet zu entscheiden. Ich habe selber w&#228;hrend meines Studiums in den USA ein Studium Generale absolviert. Ich war damit in die Lage versetzt, Kurse &#252;ber Meeresbiologie, Informatik, antike G&#246;tter und russische Kultur zu belegen sowie einen Literaturkurs &#252;ber „Ghosts that haunt us“ zu belegen, in dem wir ausschlie&#223;lich Schriften von Afroamerikaner, Latinos und Indianer gelesen haben. Obwohl ich letztendlich Politikwissenschaft studiert habe, waren diese Kurse wichtige Schritte f&#252;r meine akademische Entwicklung.</p>
<p>Im deutschen Kontext w&#252;rde ich das Studium Generale in Trimester gliedern, damit die Studierenden in kurzer Zeit eine gro&#223;e Auswahl von F&#228;chern kennenlernen. Ein Auslandssemester, um eine weitere Sprache zu lernen, sollte w&#228;hrenddessen Pflicht sein. Das Studium Generale w&#228;re dann die Basis des gegenw&#228;rtigen Hochschulsystems. Nach den ersten zwei Jahren w&#252;rden sich die Studierenden endg&#252;ltig f&#252;r ein Fach entscheiden und dieses nach einem weiteren Jahr mit einem Bachelor zu Ende bringen. Und dann k&#228;me f&#252;r die, die es wollen &#8211; im Sinne eines traditionellen Fachstudiums &#8211; der Master, dann der Doktor. Nur wenn die Hochschullandschaft den Mut aufbringt, das Fundament des Studiums grundlegend zu ver&#228;ndern, kann die Bologna-Reform nachhaltig erfolgreich sein.</p>
<p>Ich glaube leider nicht, dass Frau Schavan in der Lage ist, solche Impulse zu setzen &#8211; ich bezweifle sogar, dass Sie die eigentliche Bildungsmisere &#252;berhaupt erkennt. Von den Kultusministern der L&#228;nder, egal welcher Parteienzugeh&#246;rigkeit, ist leider auch wenig in dieser Richtung zu erhoffen. Meiner Meinung nach werden die Weichenstellungen f&#252;r eine solche Ver&#228;nderung an den Universit&#228;ten gelegt. Dort m&#252;ssen Lehrende, Verwaltung und Studierendenvertretung zueinander finden, um gen&#252;gend Druck zu erzeugen, damit mein Traum Wirklichkeit werden kann.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F24839%2Fhochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F24839%2Fhochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/24839/hochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet/">Hochschulreform: Mein Traum von der deutschen Universit&#228;t</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/24839/hochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=24839&amp;md5=e45407f12f595103a4a9bc870576c23a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/24839/hochschulreform-mein-traum-von-der-deutschen-universitaet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bundestagswahl: Das Schweigen der L&#228;mmer</title>
		<link>http://carta.info/15396/bundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer/</link>
		<comments>http://carta.info/15396/bundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 15:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=15396</guid>
		<description><![CDATA[Bei Obamas Health-Care-Rede war jede Minute emotional aufgeladen, hierzulande ist der Wahlkampf das genaue Gegenteil. Doch ohne Begeisterung und Emotionalit&#228;t wird kaum einer an die Wahlurne gelockt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d1497747a4999fa7985aad7c852d49" alt="" width="1" height="1" />Wer die Rede von Barack Obama zur Gesundheitsreform vor dem Kongress <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SSJugLUsM58&amp;hl=de">auf YouTube</a> angeschaut hat, muss G&#228;nsehaut bekommen haben. Da war ein begnadeter Rhetoriker auf der H&#246;he seines K&#246;nnens zu sehen, der sich mit gro&#223;er &#220;berzeugungskraft fast eine Stunde lang ausschlie&#223;lich einem Thema widmete. Jede Minute war emotional aufgeladen und jeder Satz genau abgewogen, um den richtigen Ton zu treffen.</p>
<p>Trotz Mehrheiten in beiden Kammern f&#252;r seine Partei muss Obama f&#252;r seine Reformvorhaben k&#228;mpfen. Seine politischen Gegner bek&#228;mpfen ihn mit allen Mitteln. Sie l&#252;gen, sie sch&#252;ren &#196;ngste und mobilisieren ihre Anh&#228;nger auf der Stra&#223;e, um Druck auszu&#252;ben. Sie behaupten, dass die Steuerzahler f&#252;r die medizinische Versorgung illegaler Mexikanern die Zeche zahlen m&#252;ssten. Sie behaupten, dass eine staatliche Gesundheitsoption es erm&#246;gliche, dass Abtreibungen von den Krankenkassen bezahlt werden. Gesetzespassagen &#252;ber Patientenverf&#252;gungen werden in die N&#228;he des Faschismus ger&#252;ckt. Denn sie behaupten, dass zuk&#252;nftig B&#252;rokraten wie bei den Nazis Euthanasie an Alten und Kranken beschlie&#223;en k&#246;nnten. Bilder von schreienden und verst&#246;rten Menschen, teilweise bewaffnet bei den <em>Townhall Meetings</em> waren oft zu sehen.</p>
<p>In der Bev&#246;lkerung sinken die positiven Umfragewerte f&#252;r Obamas Politik. Er muss die &#196;ngste entkr&#228;ften und Hoffnung ausstrahlen. Die Rede vor dem Kongress ist ein Instrument, dies umzusetzen. Und in der Tat ist er in der Lage, die Rede her&#252;berzubringen. Er verdeutlicht, dass es ihm um die 30 Millionen US-Amerikaner gehe, die nur eine rudiment&#228;re oder gar keine Gesundheitsversicherung haben. Diese Menschen sollen im Krankheitsfall nicht in den Ruin getrieben werden. Obama beabsichtigt, dass jeder B&#252;rger eine bezahlbare und umfangreiche Gesundheitsversicherung bekommen m&#252;sse. Sorgf&#228;ltig ist die Rede mit traurigen Einzelschicksalen illustriert. Dar&#252;ber hinaus gibt es sogar Lob f&#252;r den politischen Gegner, etwa John McCain. Er bietet den Republikanern Gespr&#228;chsbereitschaft an, um einen m&#246;glichen Kompromiss zu finden. Zu guter letzt beruft er sich auf den verstorbenen Senator Edward Kennedy, dessen Witwe und Kinder unter den Zuschauern sind. Obama zitiert aus einem Brief, den er von Kennedy nach dessen Tod erhalten hat. Sp&#228;testens an dieser Stelle war ich selbst den Tr&#228;nen nah.</p>
<p><strong>Wenden wir uns der</strong><strong> Schlussphase des deutschen Wahlkampfs zu. </strong> Einerseits k&#246;nnen wir uns freuen, dass sich die politischen Lager in Deutschland nicht so erbittert bek&#228;mpfen, dass wir einen gesellschaftlichen Konsens in Fragen wie Gesundheitsversicherung und Abtreibung haben. Andererseits kann fehlende Emotionalit&#228;t und Begeisterung in der Politik auch zu einem Demokratiedefizit f&#252;hren, weil der B&#252;rger aus Desinteresse nicht an Wahlen teilnimmt. Gerade die j&#252;ngeren W&#228;hler werden sich ohne Begeisterung und Emotionalit&#228;t nicht an die Wahlurne locken lassen, und dies ist problematisch f&#252;r die Zukunft.</p>
<p>Der Wahlkampf zwischen Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel ist alles andere als aufgeladen gewesen. Beim sogenannten <a href="http://mediathek.ard.de/ard/servlet/content/2982100">TV-Duell</a> zwischen den beiden Kandidaten waren die Gemeinsamkeiten un&#252;bersehbar; nur die Tatsache, dass Steinmeier bei seinen Formulierungen kenntnisreicher erschien, hat Wellen geschlagen. Doch von Streit oder gar von einem Wettbewerb der Ideen kann keine Rede sein. Der Spiegel-Journalist Matthias Matussek hat den Konservatismus in Deutschland richtig als  „&#246;de Lifestyle-Spie&#223;erei“ <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,648339,00.html">beschrieben</a>. Es ist jedoch nicht nur das b&#252;rgerliche Lager, das Langeweile bereitet: die ist im ganzen Parteienspektrum vorhanden.</p>
<p>Die ganze Politikerszene kommt selbstzufrieden daher. Aber zu Unrecht. Unsere Gesellschaft wird sich ver&#228;ndern m&#252;ssen, die Regierenden m&#252;ssen einen Beitrag daf&#252;r leisten.  Steinmeier kann man zwar zugute halten, dass er seinen Wahlkampf fr&#252;h mit einem zielstrebigen Zukunftspapier zur Wirtschaftspolitik angefangen hat, aber leider ist wenig davon im Ged&#228;chtnis geblieben. Das gro&#223;e Thema der SPD – soziale Gerechtigkeit – zieht nicht. Seit der Agenda 2010, die Steinmeier selbst ma&#223;geblich zu verantworten hatte, ist die Glaubw&#252;rdigkeit der SPD als Repr&#228;sentant des kleinen Mannes dahin. Am Ende blieb ihm nur der Kampf gegen Schwarz-Gelb, doch er bietet keine Alternative an, au&#223;er als Juniorpartner die gro&#223;e Koalition fortzuf&#252;hren.</p>
<p>Bei den Gr&#252;nen und der Linkspartei sieht es nicht viel besser aus. Denn keine dieser Parteien ist in der Lage, eine Machtperspektive zu bieten. Die Gr&#252;nen schlie&#223;en eine Jamaika-Koalition aus, und die rot-rot-gr&#252;ne Variante ist auf Bundesebene undenkbar. Die Linkspartei ist zwar in der Lage, Emotionen bei den Themen Afghanistan und Armut zu erzeugen, aber Begeisterung ist nicht vorhanden, weil sie ihre Vorstellungen unm&#246;glich umsetzen k&#246;nnte. Die Gr&#252;nen wiederum h&#228;tten zwar die M&#246;glichkeit, in einer Dreier-Koalition mit der CDU und FDP einen Teil ihrer Vorstellungen umzusetzen, aber sie sind aus verschiedenen Gr&#252;nden nicht gewillt, ein solches Risiko einzugehen. Die Partei sehnt sich eigentlich nach dem rotgr&#252;nen Projekt zur&#252;ck, das aber ist f&#252;r absehbare Zeit gestorben.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus ist es interessant zu beobachten, dass die Gr&#252;nen sich bei manchen Themen zur&#252;ckhalten. Als Zivilisten in Afghanistan bei einem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff starben, haben die Gr&#252;nen nur die Kommunikationspolitik der Regierung kritisiert. Man erinnere sich an Petra Kelly, die bei einer solchen Begebenheit  mit dem Weinen und der Emp&#246;rung nicht h&#228;tte aufh&#246;ren k&#246;nnen. Seit dem Kosovokrieg sind die Pazifisten bei den Gr&#252;nen eine kleine Minderheit. Auch beim Thema Atomkraft sind die Gr&#252;nen still geworden, obwohl beim Thema Endlagerung durchaus Z&#252;ndstoff vorhanden w&#228;re, seit Beweise aufgetaucht sind, die zeigen, dass die CDU in den achtziger Jahren beim Standort Gorleben Einfluss auf die Gutachten ausge&#252;bt hat. Doch die Gr&#252;nen reden nur von Laufzeiten der AKWs, weil sie den schwachen Atomausstieg unter Rot-Gr&#252;n ausgehandelt haben. Weder bei Atomkraft noch bei Krieg und Frieden waren die Gr&#252;nen in der Lage, Emotionalit&#228;t in den Wahlkampf einzubringen. Sogar der altgr&#252;ne Rebell Christian Str&#246;bele, der als Au&#223;enseiter vor sieben Jahren zu ersten Mal sein Direktmandat in Friedrichshain-Kreuzberg gewann, ist inzwischen im Mainstream etabliert.</p>
<p>Keine der Parteien hat es vermocht, Obama&#8217;sche Begeisterung auszul&#246;sen. Dem Personal der Parteien fehlen mitrei&#223;enden Gestalten, die die W&#228;hler mobilisieren und bei j&#252;ngeren B&#252;rgern Begeisterung f&#252;r Politik ausl&#246;sen. Meine Prognose lautet, dass die Gro&#223;e Koalition weitergef&#252;hrt wird.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F15396%2Fbundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F15396%2Fbundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/15396/bundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer/">Bundestagswahl: Das Schweigen der L&#228;mmer</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15396/bundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15396&amp;md5=294f3aa3d72c2d51ac217b2227a0e7ef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/15396/bundestagswahl-das-schweigen-der-laemmer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Abwesenheitsnotiz: Frank-Walter Steinmeier ist zurzeit im Urlaub</title>
		<link>http://carta.info/11994/abwesenheitsnotiz-steinmeier/</link>
		<comments>http://carta.info/11994/abwesenheitsnotiz-steinmeier/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 11:23:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=11994</guid>
		<description><![CDATA[Dass Steinmeier die Grenzen der Bundesrepublik so kurz vor der Wahl verl&#228;sst, ist symptomatisch. Vielleicht wei&#223; er, dass er in die zweite Reihe geh&#246;rt und mit dem Posten des Au&#223;enministers zufrieden sein sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a1d4eb2581d27ed63e680d197a11db" alt="" width="1" height="1" />Wer heute bei der Wahlkampfzentrale von Frank-Walter Steinmeier anruft, um ein Interview zu bekommen, wird h&#246;ren, dass der Au&#223;enminister f&#252;r einige Tage in den Bergen <strong>S&#252;dtirols</strong> unterwegs ist. Zur genauen Dauer des Urlaubs m&#246;chte die SPD Pressestelle sich nicht &#228;u&#223;ern.</p>
<p>Ich w&#252;rde auch nicht offenbaren wollen, dass der potenzielle Herausforderer f&#252;r das Kanzleramt 70 Tage vor der Bundestagswahl f&#252;r eine unbestimmte Zeit in den italienischen Alpen seinen Frust abbaut. Dass Steinmeier die Grenzen der Bundesrepublik so kurz vor der Wahl verl&#228;sst ist, symptomatisch. Abgesehen davon, dass der Au&#223;enminister kein ernst zu nehmender Gegenkandidat f&#252;r Amtsinhaberin Merkel ist, ist der Wahlkampf momentan durch fehlende Konfliktthemen, ausbleibende Kandidatenbegeisterung und nicht-existente Ideen zur alternativen Regierungspolitik gepr&#228;gt.</p>
<p>Steinmeier muss etwas riskieren, wenn er ernst genommen werden m&#246;chte. Seine mitrei&#223;ende <a href="http://www.frankwaltersteinmeier.de/aktuelles/reden/detail/090614_parteitag.html?pg=1">Rede auf dem SPD-Parteitag in Berlin</a> ist medial vollkommen verpufft. Der <strong>rhetorischen Glanzleistung </strong>wurde von Seiten des Wahlkampfteams nichts nachgelegt. Diese Rede w&#228;re eine M&#246;glichkeit gewesen, Steinmeiers Image als akribischer <strong>Aktenfresser</strong> in der &#214;ffentlichkeit zu &#228;ndern. Dies ist allerdings nicht geschehen. Nur sehr wenige Menschen in Deutschland lassen Begeisterung oder Aufbruchstimmung beim Namen Steinmeier anklingen. Beim Sommerfest der SPD Brandenburg hat mir ein ehemals f&#252;hrender Genosse sogar gesagt, dass er Steinmeier empfiehlt, bescheidener aufzutreten. Er meinte damit, dass die W&#228;hler mit Steinmeier als Au&#223;enminister zufrieden w&#228;ren. Daher solle er aufh&#246;ren zu sagen dass er Kanzler werden will. Mit anderen Worten: wir werden zwar gegen Merkel verlieren, aber wenn die W&#228;hler anerkennen, dass wir gut Arbeit geleistet haben, werden wir nicht zu sehr bestraft. Eine solche Strategie, die eine Fortf&#252;hrung der Gro&#223;en Koalition impliziert, ist eine Bankrotterkl&#228;rung. Damit l&#228;sst sich weder die eigene Parteibasis noch neue W&#228;hlergruppen mobilisieren. Merkel, die &#252;brigens Ende Juli in Bayreuth und danach in den Alpen Urlaub macht, kann sich also ihrer Sache sicher sein und m&#246;glicherweise sogar ihre Wunschkoalition mit der FDP realisieren.</p>
<div id="attachment_12018" class="wp-caption alignright" style="width: 410px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/steinmeier_zdf.jpg"><img class="size-full wp-image-12018" title="steinmeier_zdf" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/steinmeier_zdf.jpg" alt="steinmeier_zdf" width="400" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Frank-Walter Steinmeier in S&#252;dtirol beim ZDF-Sommerinterview: &quot;Zur genauen Dauer des Urlaubs m&#246;chte die SPD-Pressestelle sich nicht &#228;u&#223;ern.&quot; (Foto: ZDF)</p></div>
<p>Wie kann diese Wahlkampfstrategie von Steinmeier interpretiert werden? Es k&#246;nnte ja gut m&#246;glich sein, dass Steinmeier gar nicht an einen m&#246;glichen Sieg glaubt. Vielleicht wei&#223; er, dass er in die zweite Reihe geh&#246;rt und mit dem Posten des Au&#223;enministers zufrieden sein sollte. Doch ich kann das nicht akzeptieren. Der Wahlkampf ist so langweilig, dass weitere nichtige Debatten eine Zumutung w&#228;ren. Das Desinteresse und fehlende Vertrauen in die Politik kommen nicht aus heiterem Himmel. <strong>Ich fordere Herrn Steinmeier auf, dass er sofort nach Deutschland zur&#252;ckkehrt und als erstes eine grunds&#228;tzliche Erkl&#228;rung abgibt, dass es mit ihm keine Fortf&#252;hrung der Gro&#223;en Koalition geben wird. </strong><strong>Entweder wird er Kanzler oder gar nichts! </strong>Wenn er das auch noch in einer Rede mit Emotionen (die ihm scheinbar etwas &#220;berwindung kosten) r&#252;ber bringen k&#246;nnte, h&#228;tte er nicht nur meine volle Aufmerksamkeit sondern auch eine wirkliche Chance, die Wahl zu gewinnen.</p>
<p>Es ist Zeit, durchzustarten. Steinmeier macht einen gro&#223;en Fehler, so kurz vor dem Wahltermin in den Privaturlaub abzutauchen. Wenn Steinmeier darauf spekuliert, dass das gro&#223;e <a href="http://berlindirekt.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,2034103,00.html?dr=1">ZDF-Sommerinterview mit Peter Frey aus S&#252;dtirol</a> die gro&#223;e Stimmungswende bringen wird, dann wird er sich mal wieder verkalkulieren. Nur zu sagen, „ich kann es und ich will es“ reicht nicht.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F11994%2Fabwesenheitsnotiz-steinmeier%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F11994%2Fabwesenheitsnotiz-steinmeier%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/11994/abwesenheitsnotiz-steinmeier/">Abwesenheitsnotiz: Frank-Walter Steinmeier ist zurzeit im Urlaub</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/11994/abwesenheitsnotiz-steinmeier/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11994&amp;md5=3df571d80cd2fe291a2a0aa81a63bcec" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/11994/abwesenheitsnotiz-steinmeier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jugendsport unter Erfolgsdruck</title>
		<link>http://carta.info/11318/jugendsport-unter-erfolgsdruck/</link>
		<comments>http://carta.info/11318/jugendsport-unter-erfolgsdruck/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 17:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=11318</guid>
		<description><![CDATA[Die &#214;konomisierung des Leistungssports hat Folgen f&#252;r den Nachwuchs. Gesundheitssch&#228;den durch &#220;berstrapazierung, &#252;berzogene Erwartungen der Eltern und Dopingmissbrauch sind weit verbreitet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9699fc9be034ac2640675b6a0aedf5" alt="" width="1" height="1" />Die &#246;konomischen Dimensionen des Leistungssports sind gewaltig. Der National Football League verteilt circa 100 Millionen Dollar an &#8211; jeden &#8211; der 32 Vereine der Liga aus einem gemeinsamen Einnahmetopf. Die Boston Red Sox im Major League Baseball haben ein j&#228;hrliches Personalbudget von &#252;ber 140 Millionen Dollar. In Europa verdienen die erfolgreichsten Fu&#223;ballvereine in Spanien, Italien und England j&#228;hrlich zwischen 100-150 Millionen Euro nur aus Medieneinnahmen. Der deutsche Sportphilosoph <strong>Gunter Gebauer</strong> sagte in einem <a href="http://www.faz.net/s/Rub5FA217707F6047DCAA31F8FCCC0B1C7D/Doc~E3FBEFDFE0F9C453FA20F60C9B905B475~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Interview</a> &#252;ber die <strong>Olympischen Spiele</strong>, dass diese „der zentrale Marktplatz geworden sind, auf dem der<strong> &#246;konomische Wert des Athleten festgelegt</strong> wird. Mit solchen Rekorden und Siegesserien wird in erster Linie ein &#246;konomischer Wert bestimmt – und der ist immens“. Durch die Leistungen der Sportler profitieren die Sportfunktion&#228;re und Eigent&#252;mer, die den Erfolg durch Medieneinnahmen, Sponsorenvertr&#228;ge, Werbeeinnahmen, Fanartikel- und Kartenverk&#228;ufen weiter kommerzialisieren.</p>
<p>Um diesen &#246;konomischen Kreislauf im professionellen Leistungssport auszubauen und aufrecht zu halten braucht es leistungsst&#228;rkere <strong>Nachwuchssportler</strong>. Diese wiederum werden aus dem Jugendsport bezogen. Im Jugendsport in den USA geht es zwar nicht um Millionenbetr&#228;ge, aber dort werden die Grundlagen f&#252;r den professionellen Leistungssport geschaffen. Viele Eltern von Jugendlichen tr&#228;umen davon, dass ihr Nachwuchs durch den Spitzensport ein Universit&#228;tsstipendium bekommt oder sogar eines Tages Millionen Dollar als Profisportler verdient. Dies hat dazu gef&#252;hrt, dass der Jugend- und Breitensport sich zunehmend professionalisiert hat. Eltern bezahlen f&#252;r Privatstunden, Tutoren und Sportlager, um ihre Kinder auf Sport zu drillen. Die Jugendlichen werden inzwischen sogar medizinischen Tests unterzogen, um zu &#252;berpr&#252;fen, ob sie bestimmte Gene haben, die Proteine produzieren, die bestimmten Muskeln mehr Kraft geben. Viele Eltern kn&#252;pfen gro&#223;e Erwartungen und Hoffnungen an den Erfolg ihrer Kinder beim Sporttreiben.</p>
<p>Dabei halten sich die M&#246;glichkeiten zur Erlangung eines Stipendiums in Grenzen. Das durchschnittliche <strong>Sportstipendium</strong> an einer US-amerikanischen Universit&#228;t betrug im Jahr 2007 10 409 Dollar, bei durchschnittlich 35 000 Dollar Kosten an Studiengeb&#252;hren und Lebenskosten. Wenn man bedenkt, wie gro&#223; der Zeitaufwand ist und dass die meisten und die h&#246;chsten Stipendien f&#252;r Football, Basketball und Eishockey Spieler vergeben werden, ist die Bilanz keineswegs ein aussichtsreiches Gewinnspiel. Durchschnittlich am niedrigsten bewertet sind Stipendien f&#252;r Bowling bei Frauen (4 899 Dollar) und f&#252;rs Gewehrschiessen bei M&#228;nnern (3 608 Dollar). <strong>Die gro&#223;en Erwartungen der Eltern an den Jugendsport bergen potentielle Konflikte.</strong> In einer Umfrage des US amerikanischen Magazins<em> Sports Illustrated</em> wurde festgestellt, dass 74 Prozent der Befragten schon einmal bei einem sportlichen Wettkampf gesehen h&#228;tten, dass Eltern in w&#252;tendem Eifer wegen vermeintlich schlechter Leistung ihres Kindes au&#223;er Kontrolle geraten w&#228;ren. Dar&#252;ber hinaus h&#228;tten 43 Prozent der Befragten angegeben, dass im Jugendsport zu viel Druck und Gewalt seitens der Eltern vorhanden sei.</p>
<p>Doch nicht nur die au&#223;er Kontrolle geratenen Eltern bringen den Jugendsport in Verruf. Die zunehmende Professionalisierung der Jugendlichen birgt das Risiko betr&#228;chtlicher <strong>Gesundheitssch&#228;den</strong>. Zum Beispiel sind &#252;berambitionierte Trainer von Baseballmannschaften keine Seltenheit. Diese Trainer setzen ihre jugendlichen Spieler das ganze Jahr &#252;ber unter Druck, permanent erfolgreich zu sein und deshalb das Training immer weiter intensivieren. Die &#220;berstrapazierung des K&#246;rpers f&#252;hrt oft zu Armsch&#228;den. Die Zahl von Verletzungen am Ellenbogengelenk von unter 18-j&#228;hrigen Baseballspieler ist stark angestiegen. In den USA hat sich die H&#228;ufigkeit von so genannten „Tommy John“ Operationen, bei denen das Ellenbogengelenk rekonstruiert wird, in den letzten Jahren verzehnfacht.<br />
Der Druck der Eltern und Trainer f&#252;hrt nicht nur zu der Gefahr von Knochenbr&#252;chen oder &#220;berstrapazieren, sondern auch zu<strong> Dopingmissbrauch</strong>. In einem Artikel in der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em> wurde eine Befragung von amerikanischen Sch&#252;lern zwischen 8 und 13 Jahren zitiert, wo fast drei Prozent der Sch&#252;ler bereits Anabolika verwenden w&#252;rden. Im amerikanischen Football liegt die Zahl h&#246;her, und nicht &#252;berraschend sind auch dort besonders viele Universit&#228;tsstipendien vorhanden.</p>
<p>Auch in Deutschland wird gesch&#228;tzt, dass zwischen 3 und 5 Prozent der Jugendlichen Anabolika nehmen. Bei Jugendlichen, die regelm&#228;&#223;ig bestimmte Sporteinrichtungen besuchen, ist die Zahl h&#246;her. Der K&#246;lner Sportwissenschaftler <strong>Michael Sauer</strong> berichtet vom allt&#228;glichen Umgang mit Anabolika wie mit „Sonnenbank, Haare f&#228;rben und Schminke“. Im „Neuen Deutschland“ schreibt ein Journalist sogar, dass Zw&#246;lfj&#228;hrige zumindest ahnen, „dass ohne Hilfsmittel in der Kreisklasse Schluss ist.“</p>
<p>Kinder und Jugendliche in allen Gesellschaften sind in gleicher Weise bedroht. Die Strukturen, die Kindesmissbrauch auf allen Ebenen verursacht und f&#246;rdert, sind entschieden entgegenzutreten.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F11318%2Fjugendsport-unter-erfolgsdruck%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F11318%2Fjugendsport-unter-erfolgsdruck%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/11318/jugendsport-unter-erfolgsdruck/">Jugendsport unter Erfolgsdruck</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/11318/jugendsport-unter-erfolgsdruck/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11318&amp;md5=4430e55ea6b2b0c5fe660e8af97d72ef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/11318/jugendsport-unter-erfolgsdruck/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die sprachliche H&#252;rde</title>
		<link>http://carta.info/10379/die-sprachliche-huerde/</link>
		<comments>http://carta.info/10379/die-sprachliche-huerde/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 21:39:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=10379</guid>
		<description><![CDATA[Es ist f&#252;r die zuk&#252;nftige Entwicklung Deutschlands ein trauriger Ausblick, wenn wir bedenken dass 40% aller Kinder mit Migrantenhintergrund keinen Schulabschluss machen werden.  Die immense Verschwendung von potenzialer kreativer und produktiver Energie, die damit einhergeht, hat bereits zur Konsequenz, dass ein betr&#228;chtlicher Teil ganzer Generationen von Migranten ins Hartz IV landen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8af32248811e740a36409418e650d6" width="1" height="1" alt=""/>Eine der gr&#246;&#223;ten H&#252;rden f&#252;r heranwachsende Migranten um ihren Schulabschluss zu bestehen, liegt in der sprachlichen Kompetenz. Es ist keine Seltenheit, dass der deutsch-t&#252;rkische Junge aus Neuk&#246;lln, dessen Muttersprache T&#252;rkisch ist und in der Schule deutschen Slang spricht, aber zu Hause nie ein Wort t&#252;rkisch zur Papier gebracht hat und daher besser Deutsch schreiben kann. Es ist eine Tatsache, dass f&#252;r so Jemand gr&#246;&#223;ere H&#252;rden f&#252;r eine erfolgreiche Karriere auferlegt sind, als Kinder aus deutschen Akademiker Familien.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus ist im Zuge der Globalisierung eine neue sprachliche H&#252;rde dazugekommen. Es werden heute ganze Studieng&#228;nge zum Teil auf Englisch unterrichtet. Der elit&#228;re Master Studiengang Internationale Beziehungen in Berlin ist nur einer von vielen, die Nachweise von Englischkenntnissen fordern. Dies ist die neue Marschrichtung in der Hochschullandschaft. Englische Sprachkenntnisse bedeuten eine Eintrittskarte f&#252;r h&#246;here Ebenen in der Gesellschaft, die Elite heutzutage muss diese Kenntnisse haben um ihre Funktion auszuf&#252;hren. Die unvollendete zweisprachige Existenz von Sch&#252;lern mit Migrantenhintergrund, die beispielsweise aus einem arabischen Elternhaus kommen und in einer deutschen Schule nicht integriert werden, wird nicht richtig gew&#252;rdigt.</p>
<p>Gerade in Europa wird es in der Zukunft aufgrund der Aufl&#246;sung des traditionellen Nationalstaats mehr und mehr Bi-linguale und Bi-nationale Existenzen geben. Ich kam selber als Zehnj&#228;hriger nach Deutschland aus den USA, ohne ein Wort Deutsch sprechen zu k&#246;nnen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich die ersten sechs Monate auf dem Gymnasium in Hamburg die Schulbank dr&#252;ckte, ohne etwas zu verstehen, au&#223;er im Englisch Unterricht. Dabei hatte ich Gl&#252;ck, im selektiven und von Elternhaus abh&#228;ngiges deutsches Schulsystem. Ich bin in D&#228;nemark geboren, deutscher Vater und US Amerikanischen Muter, also ein Deutsch-D&#228;nisch-Amerikaner, ich habe zwei Staatsangeh&#246;rigkeiten, ich bin aufs Gymnasium geschickt worden und sp&#228;ter konnte ich meinem BA auf einer US College absolvieren.</p>
<p>Doch w&#228;re ich in einem bosnischen Haushalt in einem Stadtteil mit vielen Migranten in Deutschland aufgewachsen, h&#228;tte ich wahrscheinlich nicht soviel Gl&#252;ck gehabt. Ich h&#228;tte vielleicht in der Schule sprachliche Probleme und w&#252;rde bestimmt zu wenig Englisch lernen um sp&#228;ter im Berufsleben International agieren zu k&#246;nnen. Letztendlich bedeutet es, dass Migranten sprachlich &#252;berbelastet werden, denn sie lernen eine m&#252;ndliche Muttersprache zu Hause und deutschen Slang auf der Stra&#223;e, dann sind sie aufgefordert gutes Deutsch auf schlechten Schulen zu lernen, wo die einzigen deutschen Muttersprachler die Lehrer sind. Und auch wenn sie vern&#252;nftiges Deutsch lernen, was in den meisten F&#228;llen nicht geschieht, sind sie trotzdem beruflich limitiert, denn sie m&#252;ssten immer noch ausreichend Englisch lernen um h&#246;here gesellschaftliche Aufgaben erf&#252;llen zu k&#246;nnen.</p>
<p>In Anbetracht der Tatsache, dass Migranten unbedingt zus&#228;tzliche Unterst&#252;tzung bei der fr&#252;hkindlichen Sprachf&#246;rderung brauchen um die sprachlichen H&#252;rden zu meistern, ist die mediale Debatte &#252;ber Integration manchmal schwer nachvollziehen. Wie damals beim Herbert-Hoover-Realschule in Berlin-Wedding, wo sich n&#228;mlich Sch&#252;ler, Eltern und Lehrer der auf den folgenden Wortlaut geeinigt:</p>
<p>&#8220;Die Schulsprache unserer Schule ist Deutsch, die Amtssprache der Bundesrepublik Deutschland. Jeder Sch&#252;ler ist verpflichtet, sich im Geltungsbereich der Hausordnung nur in dieser Sprache zu verst&#228;ndigen.&#8221;</p>
<p>Als sie es taten, begaben sie sich in die Arena des bundespolitischen Diskurses &#252;ber Integration. Eine Woche lang waren sie f&#252;r die einen ein Vorzeigebeispiel der sprachlichen Integration, f&#252;r die anderen ein Vorzeigebeispiel der sprachlichen Ausgrenzung. Ein gr&#252;ner Politiker ging soweit, dass er behauptete es w&#252;rde sogar gegen das Grundgesetz versto&#223;en. Ich selber hatte auch irrationale Vorstellungen. Ich stellte mir vor, wie es gewesen w&#228;re wenn ich auf dem Pausenhof gestanden h&#228;tte ohne ein Wort Deutsch sprechen zu k&#246;nnen und mich mit einem der einzigen zwei englischsprachigen Mitsch&#252;ler unterhalten h&#228;tte. Pl&#246;tzlich h&#228;tte dann die herbeieilende beamtete Pausenaufsicht &#252;ber uns gestanden und uns die Aus&#252;bung der englischen Sprache verboten. Ich h&#228;tte zwar das Verbot sprachlich nicht verstanden, aber innerlich h&#228;tte ich die sprachliche Ausgrenzung gef&#252;hlt und mich den Tr&#228;nen hingegeben. Das Gegenteil war der Fall, in Berlin-Wedding wurde die Sprachregelung nicht als ausgrenzend empfunden, sondern als integrativ, damit die gr&#246;&#223;eren Sprachklicken T&#252;rkisch, Arabisch, Polnisch und Serbisch sich untereinander verstehen konnten. Diese Ma&#223;nahme, die von allen Beteiligten freiwillig auferlegt worden war, gilt mittlerweile als innovativ und integrativ.</p>
<p>Dabei war es vor langer Zeit nicht so kompliziert, ein Blick zur&#252;ck an unseren sprachlichen Wurzeln best&#228;tigt dies. Ich habe in den USA Germanistik studiert und sprachlich gesehen habe ich erfahren dass die meisten Menschen auf Erden, sich auf Sprachen unterhalten die Nachfahrer weniger Ursprachen sind. Einer dieser Ursprachen ist Indo-Europ&#228;isch, dessen sprachliche Nachfahren sind Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Albanisch, Armenisch, kurdisch, Bengali und viele andere. Ungef&#228;hr 2,5 Milliarden Menschen sprechen eine Sprache aus der Familie. Die gemeinsamen Wortwurzeln, lassen sich zwar heute schwer nachvollziehen doch ein geschultes Auge kann sie immer noch rekonstruieren. Es ist nat&#252;rlich viel Zeit vergangen und zwischen den Bengali sprechende Teil Indiens und Spanien sind auch etliche Kilometer dazwischen. Auch im kleinen Raum West Europas ist die sprachliche Ver&#228;stelung weit fortgeschritten. Der Unterschied zwischen den germanischen Sprachgruppen und den romanistischen Sprachgruppen sind betr&#228;chtlich. Innerhalb der germanischen Sprachgruppen sind alleine zwei bedeutende Lautverschiebungen &#252;ber die Jahrhunderte eingetreten, die dazu gef&#252;hrt haben das das gleiche Wort anders ausgesprochen wurde. Im Deutschen haben wir das weiche „Pfeffer“ und im Englischen das harte „Pepper“. Auch beim Wort Tag sind die Verschiebung sch&#246;n zu sehen, im D&#228;nischen „Dag“ und im Englischen „Day“. Im Englischen gibt es das Wort „horse“, im D&#228;nischen „hest“. Unabh&#228;ngig von den Lautverschiebungen gibt es eine andere Ebene; z.B. im Deutschen gibt es kein Wort der „horse“ &#228;hnelt, sondern es gibt das Wort Pferd. Sprachen werden auch sehr stark durch neue technologische Fortschritte beeinflusst. Neue Erfindungen haben neue W&#246;rter mit sich gebracht, diese wurden dann von manch anderen Sprachgruppen aufgenommen oder aber auch mit einem bereits vorhandenen Wort aufgefangen. Einst stand das Pferd ohne Sattel dem Reiter zur Verf&#252;gung, dann mit der Erfindung des Streitwagens musste es ziehen und sp&#228;ter kam der Ritter auf sein Schlachtross daher. Das r&#246;mische Reich und dessen Sprache Latein hat durch dessen weit reichende Macht und Innovation verschiedene Sprachgruppen beeinflusst. Heute ist das vergleichbar mit den USA und der Sprache, die sich aus dessen IT-Bereich heraus entwickelt hat. Interessant ist auch, dass T&#252;rkisch (kein Nachfahrer des Indo-Europ&#228;ischen) bereits 1928 erste sprachliche Ann&#228;hrungen Richtung Westen versucht hat, indem Atat&#252;rk den T&#252;rken veranlasste das lateinische Alphabet zu verwenden.</p>
<p>Doch zur&#252;ck zu der Gegenwart. Wo k&#246;nnen wir L&#246;sungsans&#228;tze finden, wenn wir gesehen haben, dass Bi-linguale Schulprogramme in den USA – qualitativ &#8211; und im ehemaligen Jugoslawien – nicht integrativ &#8211; gescheitert sind oder dass st&#228;ndig weitere Schulen in Berlin fusioniert oder geschlossen werden, weil es an Nachwuchs fehlt und die vom Bundesland festgesetzte Klassenfrequenzzahlen zu hoch sind. Sollen wir das skandinavische Modell &#252;bernehmen? K&#246;nnen wir es uns leiten? Soll die ganze Welt Englisch sprechen?  Oder soll die Weltsprache Esperanto noch eine Chance gegeben werden?</p>
<p>Vorerst am wichtigsten, wie k&#246;nnen Migranten bzw. Bi-linguale Existenzen in einem globalisierten Zeitepoche im Rahmen sich aufl&#246;sender Nationalstaaten, in regional spezifische Gesellschaften integriert werden, um gesellschaftliche Teilnahme und Aufstieg zu erm&#246;glichen? Denn genau die Frage nach der Integration von Migranten steht im Vordergrund und dabei spielt die Sprache eine kritische Rolle. Dort ist die Problematik wie sie einst Albert Camus schilderte:</p>
<p>„Es gibt kein sinnvolles Leben ohne Aussicht auf eine Zukunft, ohne Hoffung auf ein Reifwerden und auf den Fortschritt. Vor einer Mauer zu leben, ist ein Hundeleben. Nat&#252;rlich ist es nicht das erste Mal, dass Menschen eine praktisch vermauerte Zukunft vor sich haben. Aber gew&#246;hnlich &#252;berwanden sie das mit dem Wort und mit dem Rufen. Sie beriefen sich auf andere Werte, die ihre Hoffnung bildeten. Heute redet niemand mehr (au&#223;er jenen, die sich wiederholen), weil es uns scheint, die Welt werde durch blinde und taube Kr&#228;fte gelenkt, die weder Warnrufe noch Ratschl&#228;ge h&#246;ren.“</p>
<p>Der gesellschaftliche Konsens, Ausl&#228;nder zu integrieren und dass sie die Sprache k&#246;nnen m&#252;ssen, ist vorhanden. <strong>Der Versuch einer Selbstverpflichtung, wo auf den Schulhof Deutsch als Integrationssprache zwischen verschiedene Migranten Gruppen, eingef&#252;hrt wird, ist meiner Meinung nach ein richtiger und wichtiger Schritt.</strong> Dar&#252;ber hinaus sind Versuche mit Verbote von Religi&#246;sen Symbole und Schuluniformen eine &#220;berlegung wert. Die Schule als Spracherwerbst&#228;tte wird im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen und das ist richtig so. Es m&#252;sste sogar noch viel fr&#252;her stattfinden als sie es gegenw&#228;rtig tut. Die Menschheit ist eine sprachliche Vereinigung, die auf den Austausch von Gedanken  m&#252;ndlich oder schriftlich angewiesen ist um fortschreiten zu k&#246;nnen. Es ist keine Angelegenheit von Schwarz und Wei&#223;, Links und Rechts, Konservativ oder Liberal, sondern bedarf einer klaren &#220;bersicht geschichtlicher Entwickelungen sowie einer Bestandsaufnahme der Realit&#228;ten vor Ort. Nur mit dem Wissensaustausch als Grundlage zur L&#246;sungsfindung k&#246;nnen wir die Mauer &#252;berwinden.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F10379%2Fdie-sprachliche-huerde%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F10379%2Fdie-sprachliche-huerde%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/10379/die-sprachliche-huerde/">Die sprachliche H&#252;rde</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/10379/die-sprachliche-huerde/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=10379&amp;md5=2ff8f9bacfa60acfbc5ac2651e772c90" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/10379/die-sprachliche-huerde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ironie der Geschichte: Mit dem Mord an Ohnesorg h&#228;tte die Stasi ihr eigenes Grab geschaufelt</title>
		<link>http://carta.info/9753/ironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt/</link>
		<comments>http://carta.info/9753/ironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 May 2009 22:22:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Benno Ohnesorg]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Heinz Kurras]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Studenbewegung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=9753</guid>
		<description><![CDATA[Der Tod von Benno Ohnesorg wird gerne zur Geburtsstunde der radikalen Studentenbewegung verk&#252;rzt. Dabei war er viel mehr: Er war die Initialz&#252;ndung der Modernisierung Westdeutschlands. Diese hat letztlich auch das westdeutsche Gesellschaftsmodell viel attraktiver gemacht als das ostdeutsche. Falls die Stasi den Mord an Ohnesorg in Auftrag gab, so h&#228;tte sie damit ihr eigenes Grab geschaufelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/819de09a10664337c9567b01a3bde0" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die Mehrheit der Zwanzig- und Drei&#223;igj&#228;hrigen wird den Namen Benno Ohnesorg nicht kennen. Doch einige regelm&#228;&#223;ige Zeitungsleser k&#246;nnten vermuten, dass er mit der westdeutschen Studentenbewegung der sp&#228;ten sechziger Jahre in Verbindung steht. Ein paar Andere werden vielleicht das Buch „Der Freund und der Fremde“ von Uwe Timm gelesen haben, in dem der Autor seine Freundschaft mit Ohnesorg beschreibt. Die Wenigsten werden das <a href="http://www.ondamaris.de/?p=1425">Denkmal f&#252;r Benno Ohnesorg </a>in der Bismarckstra&#223;e in Berlin schon einmal gesehen haben. Dennoch, die meisten, die mit dem Namen was anfangen k&#246;nnen, werden ihn mit den militanten Gruppierungen, wie der Roten Armee Fraktion und der Bewegung 2. Juni, assoziieren. Ich wiederum habe einen pers&#246;nlichen Bezug, da meine Mutter sehr gut mit der Witwe von Benno Ohnesorg befreundet war. Der Sohn von Benno Ohnesorg hat sogar eine kurze Zeit bei mir und meiner Mutter in den USA gelebt, als ich ein Kind war.</p>
<p>Seit Freitag ist der Name nun wieder in aller Munde. F&#252;r die, die diese Geschichte nicht mehr kennen: Der Student Benno Ohnesorg wurde am 2. Juni 1967 kurz nach 20 Uhr auf dem Parkhof der Krumme Stra&#223;e 66/67 in der N&#228;he der Deutschen Oper in Berlin von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras gestellt und in den Hinterkopf geschossen. F&#252;r mich, als Nachgeborener, war diese Begebenheit eine Weichenstellung f&#252;r eine grundlegende Ver&#228;nderung der Nachkriegsgesellschaft. <strong>Der Schuss aus der Pistole von Kurras hat in Westdeutschland eine ganze Generation politisiert und damit solche Energien freigesetzt, dass es m&#246;glich wurde, die Gesellschaft zu modernisieren. </strong></p>
<div id="attachment_9767" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/05/benno-ohnesorg.jpg"><img class="size-medium wp-image-9767" title="benno-ohnesorg" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/05/benno-ohnesorg-300x208.jpg" alt="asdfasdf" width="300" height="208" /></a><p class="wp-caption-text">Der Tod von Benno Ohnesorg: Er war eine Initialz&#252;ndung der Modernisierung Westdeutschlands</p></div>
<p>Die Birthler-Beh&#246;rde hat nun 42 Jahre sp&#228;ter Akten gefunden, in denen Kurras als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi und Mitglied der SED enttarnt wird. Historiker debattieren sogar, ob die Stasi Kurras als Agent Provokateur einsetzte, um die Stimmung in West-Berlin aufzuheizen und die westdeutsche Regierung ins dunkle Licht zu r&#252;cken. Das k&#246;nnte bedeuten, dass der Tod von Benno Ohnesorg in Wirklichkeit ein Auftragsmord der Stasi gewesen war. Es gibt zwar noch keine Beweise f&#252;r den Auftragsmord, aber sollte sich dieser Verdacht erh&#228;rten, w&#228;re es eine Ironie der Geschichte.</p>
<p>Reinhard Mohr hat im SPIEGEL die Ironie darin <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4181/ein_schuss_der_deutschland_veraendert.html">gesehen</a>, dass Kurras, der von vielen als „Faschobulle“ gesehen wurde und dessen Tat als Manifestation jener „strukturellen Gewalt“ des kapitalistischen „Schweinesystems“ bezeichnet wurde, sich nun als „ein tapferer Kundschafter des real existierenden Sozialismus und gl&#252;hender Freund der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)” entpuppt. Doch diese Sichtweise ist verk&#252;rzt, denn die wahre Ironie liegt woanders.</p>
<p>Der Tod von Benno Ohnesorg wird als Geburtsstunde der Radikalisierung der Studentenbewegung verk&#252;rzt dargestellt. Doch er war viel mehr: Er war eine<strong> Initialz&#252;ndung der Modernisierung Westdeutschlands</strong>. Denn am Anfang der sechziger Jahre herrschte ein einseitiges Streben nach Wohlstand. Der Spie&#223;b&#252;rger wollte seine Ehefrau am Herd, ein gutes Auto und finanzielle Sicherheit. Dabei sollte die Nazi-Vergangenheit am besten verdr&#228;ngt werden, w&#228;hrend Diktatoren in der Dritten Welt unterst&#252;tzt wurden. Die Kuppleiparagraphen verboten es unverheiratete Paare R&#228;umlichkeiten zur Verf&#252;gung zu stellen. Abtreibung wurde als ein Verbrechen verfolgt. Homosexualit&#228;t war nicht erlaubt. Diese Zust&#228;nde verlangten Ver&#228;nderung.</p>
<p>Diese Ver&#228;nderung kam auch durch den Tod von Benno Ohnesorg, weil die Studentenbewegung einen ungeheuren Aufwind bekam. Der westdeutsche Staat, der immer noch an vielen entscheidenden Stellen von ehemaligen Nazis gef&#252;hrt wurde, verlor mehr und mehr an Legitimit&#228;t. Eine neue Generation von Jusos, Liberalen, SDSlern und RCDSlern wurden anti-autorit&#228;r politisiert. Joschka Fischer, Ralf Dahrendorf, Gerd Langguth, Gerhard Schr&#246;der und hundert tausende andere beanspruchten f&#252;r sich, die politische Verantwortung zu &#252;bernehmen und begaben sich auf den Marsch durch die Institutionen.</p>
<p>Diese modernisierenden Kr&#228;fte haben Westdeutschland &#252;ber Jahrzehnte ver&#228;ndert, geformt und gro&#223;e Energien freigesetzt. Es hat letztendlich auch dazu gef&#252;hrt, dass <strong>das westdeutsche Gesellschaftsmodell sich als viel attraktiver als das ostdeutsche Modell erwies</strong>. Falls die Stasi den Mord an Benno Ohnesorg in Auftrag gab, so h&#228;tte sie damit nicht die bundesrepublikanische Ordnung ins Wanken gebracht, sondern ihr eigenes Grab geschaufelt. Das ist die wahre Ironie.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F9753%2Fironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F9753%2Fironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/9753/ironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt/">Ironie der Geschichte: Mit dem Mord an Ohnesorg h&#228;tte die Stasi ihr eigenes Grab geschaufelt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/9753/ironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=9753&amp;md5=f2b28d4c3cd40c27cf0c0ec9cde2bd67" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/9753/ironie-der-geschichte-mit-dem-mord-an-ohnesorg-haette-die-stasi-ihr-eigenes-grab-geschaufelt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gr&#252;ne Perspektiven: Das Spiel mit den Farben</title>
		<link>http://carta.info/8936/gruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben/</link>
		<comments>http://carta.info/8936/gruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 May 2009 10:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marek Dutschke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Otto Schily]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8936</guid>
		<description><![CDATA[Die Gr&#252;nen haben ein Imageproblem. Die einstige Anti-Partei wird zu einer normalen links-liberalen/b&#252;rgerlichen Partei und verliert damit immer mehr an Attraktivit&#228;t f&#252;r junge Menschen. Die jungen Protestw&#228;hler wenden sich von den Gr&#252;nen ab und gehen zur Linkspartei und das nicht erst seit es eine Schwarz-Gr&#252;ne Koalition auf Landesebene in Hamburg gibt. Die Koalition in Hamburg kommt nicht aus heiterem Himmel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/713117eca50ee64d9ffd6a2eb7cace" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die Partei Petra Kelly’s hat sich gewandelt seit der Gr&#252;ndung der Partei 1980, einerseits um langfristig salonf&#228;hig und konkurrenzf&#228;hig zu sein und andererseits um an die Macht zu kommen. Der ideologische Kampf mit der CDU wurde vor langer Zeit zu Grabe getragen. In Baden-W&#252;rttemberg gab es schon vor Jahren die ersten Schwarz-Gr&#252;nen Gedankenspiele und sogar in Berlin, wo die Gr&#252;ne als „Links“ eingestuft wird, gab es bereits <strong>Z&#228;hlgemeinschaften mit der CDU auf Bezirksebene</strong>.</p>
<p>Obwohl diese Koalition mit der CDU in Hamburg einen Imageschaden darstellt ist die Hoffnung, weiterhin auf der politischen B&#252;hne mitzuspielen und in einer F&#252;nf-Parteien-Konstellation doch irgendwo wieder mitzuregieren zurzeit nicht nur ein Farbenspiel der Emotionen, sondern ma&#223;geblich bei der Entscheidungsfindung. Die <strong>Wandlung der Gr&#252;nen wird immer wieder deutlich sichtbar</strong>.</p>
<p>Eine Begebenheit ist mir besonders in Erinnerung geblieben, als ich vor ein paar Jahren die Zeremonie zur &#220;bergabe der Politikawards (Auszeichnungen f&#252;r die besten Ideen oder Errungenschaften in der politischen Kommunikation) beiwohnte. Bei dieser Veranstaltung wurde nicht nur ein ehemaliger Gr&#252;ner, Otto Schily, f&#252;r sein Lebenswerk geehrt, darunter f&#228;llt auch seine Vorreiterrolle beim Gr&#252;nden eines &#220;berwachungsstaats in Deutschland, sondern dar&#252;ber hinaus wurde der frisch gew&#228;hlte gr&#252;ne T&#252;binger Oberb&#252;rgermeister, Boris Palmer, als Aufsteiger des Jahres gek&#252;rt. Der pr&#228;gende Moment kam, als er den Preis von einem Abgesandten des McDonald’s Fast Food Kette &#252;berreicht bekam. Schily und Palmer – &#220;berwachungsstaat und McDonald’s &#8211; die Gr&#252;nen haben sich in der Tat gewandelt.</p>
<p>Die Wandlung der Gr&#252;nen kann man zwar als notwendiges &#220;bel bezeichnen, aber die Wandlung geht Hand in Hand mit einer <strong>Fixierung auf die Machtperspektive</strong>. In der post-rot-gr&#252;nen &#196;ra, die nun endg&#252;ltig vorbei zu sein scheint, gerade unter der Betrachtung, dass in Berlin die SPD lieber mit der PDS regiert und Hamburg die Gr&#252;nen mit der CDU regieren, wird t&#228;glich in den Medien die Gretchenfrage abverlangt. Gibt es die M&#246;glichkeit einer Schwarz-Gr&#252;nen, Schwarz-Gelb-Gr&#252;nen, Rot-Gelb-Gr&#252;nen oder Rot-Rot-Gr&#252;nen Koalition nach der Bundestagswahl? Das sind die <strong>Farbenspiele</strong>, die eine Regierungsbeteiligung erm&#246;glichen k&#246;nnten. Doch ist die einzige Lehre aus dem Scheitern des Rot-Gr&#252;nen Projektes, dass wahllos mit jeder demokratischen Partei Koalitionen gemacht werden k&#246;nnen?</p>
<p>Ich sehe die Wandlung der Gr&#252;nen mit gemischten Gef&#252;hlen, negativ bei der <strong>Verw&#228;sserung von basisdemokratischen Traditionen und Wurzeln</strong>, der Verlust an Idealismus und Alternativem, aber mit ihrer Anpassung haben sie auch einen Verdienst f&#252;r die Gesellschaft geleistet, indem ihre inhaltlichen Ziele innerhalb der Gesellschaft gro&#223;en Zuspruch gefunden haben, im Besonderen beim Umweltschutz. Die Gr&#252;nen haben einen langen Weg hinter sich, aber das gegenw&#228;rtige Spiel mit den Farben wird langsam ein Spiel mit dem Feuer.</p>
<p>Die j&#252;ngeren Gr&#252;nw&#228;hler k&#246;nnten der Partei den R&#252;cken kehren. Das alternative Image der Gr&#252;nen war wertvoll, neue Generationen heranzuziehen. Doch der <strong>talentierte Nachwuchs geht langsam verloren.</strong> Und sollte der Nachwuchs eines Tages ausbleiben, wird die &#220;berlebensf&#228;higkeit der Partei in Frage gestellt werden.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8936%2Fgruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8936%2Fgruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/8936/gruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben/">Gr&#252;ne Perspektiven: Das Spiel mit den Farben</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8936/gruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8936&amp;md5=2f839752fd1c3cb683fd675cf187512b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/8936/gruene-perspektiven-das-spiel-mit-den-farben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

