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	<title>CARTA &#187; Johannes Pennekamp</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Sommerm&#228;rchen ohne Fortsetzung: Die Bayern sind an Klinsmann gescheitert</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 14:58:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Pennekamp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[FC Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Klinsmann]]></category>
		<category><![CDATA[Konter-Revolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Rausschmiss eines Coaches geh&#246;rt zum Alltag im Fu&#223;ballgesch&#228;ft.  Doch  die Entlassung J&#252;rgen Klinsmanns beim FC Bayern, keine zehn Monate nach seinem Amtsantritt, ist alles andere als Bundesliga as usual. Denn Klinsmann ist in Deutschland mehr als ein Fu&#223;balltrainer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><imgsrc ="http://vg04.met.vgwort.de/na/6afe91927c609d013ca0f036b61e6f" width="1" height="1" alt="">Mit rotem Kopf an der Seitenlinie, wild gestikulierend und am Ende extatisch jubelnd: So hat das Land J&#252;rgen Klinsmann bei der Fu&#223;ballweltmeisterschaft erlebt. Zwar ist seine Mannschaft vor drei Jahren im Halbfinale gescheitert. Die rasanten Auftritte auf dem Rasen, eine hoffnungsvolle Spielergeneration um „Schweini und Poldi“ gepaart mit der Weltoffenheit auf den Stra&#223;en gab der Nation jedoch ein weltmeisterliches Gef&#252;hl: Yes we can! Deutschland ist konkurrenzf&#228;hig und noch dazu modern.</p>
<p>Der strahlende Bundestrainer wurde zum Symbol einer <strong>zarten Aufbruchstimmung</strong>. Er kurierte die von Personalabbau und Hartz-IV gebeutelte Volksseele &#8212; zumindest f&#252;r den Moment. Ob er eigentlich mehr Maskottchen als Fu&#223;ballrevoluzzer war, und die Lorbeeren eher seinen Assistenztrainern zugestanden h&#228;tten, ging im allgemeinen Trubel unter. Die Geschichte war zu sch&#246;n: Der Schwabe hatte sich gegen <strong>autorit&#228;re Verbandsstrukturen </strong>durchgesetzt und sich auch von heftiger Kritik und  Nackenschl&#228;gen im Vorfeld nicht vom Kurs abbringen lassen. Klinsmann, der Macher, galt fortan als Hoffnungstr&#228;ger und <strong>Vision&#228;r</strong>.</p>
<p>Als der Kosmopolit Klinsmann im vergangen Sommer dann in den Mikro-Kosmos Bayern M&#252;nchen eintauchte, hofften die bayerischen Amtstr&#228;ger auf die Fortsetzung des Sommerm&#228;rchens. Seine Referenzen passten en Detail auf das Anforderungsprofil des angestaubten Rekordmeisters: Mit den international Besten auf Augenh&#246;he kommen, starre Vereinshierarchien modernisieren, <strong>Euphorie</strong> entfachen.</p>
<p>Seit heute Vormittag steht fest, dass das M&#228;rchen kein gutes Ende nimmt. Strahlemann Klinsi ist beim Traditionsclub Bayern M&#252;nchen gescheitert, sind sich die Kommentatoren einig und f&#252;hren m&#246;gliche Gr&#252;nde an: Mangelnde Erfahrung, die falsche <strong>Taktik</strong>, ein &#252;berdimensionierter und ahnungsloser <strong>Trainerstab</strong>.</p>
<p>Die Strahlkraft Klinsmanns ist dahin. Jede Niederlage brachte ihn der Entlassung  n&#228;her, seine Visionen verkamen zu Floskeln. Seine Demontage auf Raten war nicht sch&#246;n mit anzusehen. Leid tun muss er einem deswegen nicht, der 44-J&#228;hrige wusste, welche Regeln bei den Bayern gelten.</p>
<p>Dennoch stellt sich die Frage, ob Klinsmann tas&#228;chlich an den Bayern gescheitert ist und <strong>nicht vielmehr die Bayern an J&#252;rgen Klinsmann</strong>. Die Bayern-Bosse wollten kurzfristig den gro&#223;tm&#246;glichen Erfolg und gleichzeitig einen nachhaltigen Aufschwung. Dass beides zusammen nicht zu haben ist, sollten Fu&#223;ballmanager mittlerweile wissen, ihre Kollegen bei den Banken kennen das Problem schon l&#228;nger.</p>
<p>Dem Trainer ist anzulasten, dass er <strong>sich</strong> in dieser schwierigen Gemengelage <strong>nicht treu geblieben ist</strong>. Er hat talentierte Spieler kaltschn&#228;uzig aussortiert, Versprechen nicht gehalten und am Ende sogar seinen Offensiv-Fu&#223;ball aufgegeben. Das konnte nicht gut gehen. Ihm am Misserfolg der Mannschaft die alleinige Schuld zu geben, ist allerdings genauso kurzsichtig, wie ihn zum nationalen Hoffnungstr&#228;ger &#252;berh&#246;ht zu haben.</p>
<p>Uli Hoene&#223; hat die Notbremse gezogen und die <strong>Konter-Revolution </strong>eingeleitet. Beim n&#228;chsten Bayern-Spiel sitzt sein alter Freund Jupp Heynckes auf der Trainerbank. Und J&#252;rgen Klinsmann wird bei einem kleineren Club die Chance bekommen, das zu werden, was ihm bei den Bayern verg&#246;nnt blieb: Ein gew&#246;hnlicher Fu&#223;balltrainer mit seinen eigenen Methoden.<br />
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		<title>Luxus der Lethargie: Die Generation der 25-J&#228;hrigen in der Krise</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 12:31:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Pennekamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

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		<description><![CDATA[Die gro&#223;e Masse der 25-J&#228;hrigen verharrt angesichts der Wirtschaftskrise in cooler Gleichg&#252;ltigkeit. Gedanken &#252;ber die gelebte Verantwortungslosigkeit im ideologischen Vakuum. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5ca0ef97faf2d577fb1a8bbed76559" alt="" width="1" height="1" />Meine Generation ist die <strong>Generation der vergebenen Chancen</strong>: Die Welt braucht jetzt unsere Ideen, unsere Alternativen. Doch die Generation der 25-J&#228;hrigen ist seltsam unbeteiligt und antriebslos. Jetzt k&#246;nnen wir gestalten und Worth&#252;lsen von Nachhaltigkeit und Solidarit&#228;t mit Inhalten f&#252;llen: Gewinnbeteiligung statt Ausbeutung, Mitsprache statt &#220;berwachung. Klimaschutz statt Machtpolitik. Es mangelt nicht an Themen und ich habe das Gef&#252;hl, dass wir uns ganz schnell auf gemeinsame Inhalte verst&#228;ndigen k&#246;nnten &#8211;  wenn wir es denn wollten. Die Proteste in Berlin, London, Stra&#223;burg zeigen, dass in einigen von uns, trotz fehlender gemeinsamer Leitideen, etwas in Bewegung geraten ist.</p>
<p>Die gro&#223;e Masse jedoch verharrt in <strong>cooler Gleichg&#252;ltigkeit</strong>. Blo&#223; nicht auftauen! Doch warum? Warum geht uns die taumelnde Welt, in der wir leben, nichts an? Wir sind zu bequem: Sich einer Idee oder gar einer Vision anzuschlie&#223;en, w&#252;rde angreifbar machen. Und das darf uns auf keinen Fall passieren. Lieber unbeteiligt weitermachen wie bisher. Die dazu passende Attit&#252;de ist der Zynismus, gepaart mit einem gro&#223;en Schuss Egozentrik. Mit dieser Haltung schaffen wir es problemlos, <strong>jeder gesellschaftlichen Verantwortung auszuweichen</strong>. Und in dieser Rolle f&#252;hlen wir uns wohl.</p>
<p>Wir merken nicht, dass die Krise unsere Chance ist, diese zur Perfektion gebrachte Haltung zu durchbrechen. Heute k&#246;nnen wir wieder demonstrieren, ohne dabei als uncool zu gelten. Ohne sofort in Schubladen gesteckt zu werden, k&#246;nnen wir &#252;ber Grundlegendes streiten, das l&#228;ngst als Konsens zementiert schien. Wir, die Studenten und Berufseinsteiger, sind in der luxuri&#246;sen Situation, <strong>unbefleckt</strong> auf die Ursachen der Krise zu blicken und jetzt entscheiden zu k&#246;nnen, wie wir es anders machen wollen und welche Werte f&#252;r uns gelten sollen.</p>
<p>Doch der ruin&#246;se Wettlauf der Gier, an dessen Ende das <strong>grandiose Scheitern </strong>der Ideologie der entfesselten Marktwirtschaft<strong> </strong>steht, hinterl&#228;sst ein merkw&#252;rdiges <strong>Vakuum</strong>. Wir staunen zwar, aber wir fragen nicht nach. Wir sch&#252;tteln den Kopf, aber suchen nicht nach den Verantwortlichen. Wir sehen die Konsequenzen, aber tun so, als k&#246;nnten wir  weitermachen wie bisher. Die <strong>Krise</strong> ist f&#252;r uns eine <strong>gut-getimte Torvorlage</strong>, direkt in den Lauf des Mittelst&#252;rmers. Aber anstatt den Ball im Tor zu versenken, dreht sich meine Generation um und spielt den Ball zur&#252;ck. Direkt zum Gegner. Wir sind keine Mittelst&#252;rmer.</p>
<p><strong>Die Generation der 25-J&#228;hrigen hat den Blick f&#252;r das gro&#223;e Ganze verloren</strong>. Zwar sind wir so eng vernetzt wie keine Generation vor uns. Aber schafft das automatisch N&#228;he oder ein Gef&#252;hl f&#252;r die Gemeinschaft? Nein. <strong>Wir halten uns f&#252;r innovativ, doch verheddern uns in sozialen Netzwerken.</strong> Wir lassen uns lieber unterhalten, als f&#252;r Gespr&#228;chsstoff zu sorgen. Darum halten uns Studien vor, wir seien unpolitisch. Das ist nicht ganz korrekt: Wir haben eine neue Form, eine Metaebene des Unpolitischen erreicht.</p>
<p>Uns fehlt jegliche Vorstellung des Politischen. Politik findet f&#252;r zu viele von uns in einem <strong>fremden Universum</strong> statt, das mit unserer Lebenswirklichkeit l&#228;ngst keine Schnittstellen mehr besitzt. Sich einzumischen lohnt nicht, entscheiden tun anscheinend andere: Funktion&#228;re, Lobbyisten, Streber. Unsere eigene Identit&#228;t ist dagegen unbekannt. Es w&#228;re schwer, ein Fahndungsplakat f&#252;r unsere Generation zu entwerfen: 25 Jahre, gut ausgebildet, orientierungslos umherirrend. Besondere Eigenschaften: keine. <strong>Uns zu verhaften ist unm&#246;glich</strong>. Fast nie machen wir uns bemerkbar, lautlos passen wir uns perfekt unserer Umgebung an, greifbar sind wir nicht.</p>
<p>Krisen nehmen wir mit l&#228;ssiger Gleichg&#252;ltigkeit. Dauerberieselung mit Schreckensmeldungen verhindern  wirkliche Betroffenheit. Weil wir uns unangreifbar f&#252;hlen, bleiben wir <strong>passiv</strong>. Warum auch nicht, unser Café an der Ecke steht ja noch. <strong>Wir sind die erste Generation, f&#252;r die Krise nicht gleichbedeutend mit existenzieller Bedrohung ist, denn wir sind keine Kinder des Kalten Krieges</strong>. Zwei Irak-Kriege haben wir am Fernsehschirm verfolgt, das Platzen der Dotcom-Blase und den 11. September erlebt, jetzt sogar das Abschmelzen der Pole. Und das alles, ohne dass sich vor unserer Haust&#252;r etwas ver&#228;ndert h&#228;tte. Wir sind fest in dem Glauben verankert, dass uns Katastrophen, selbst solche von globalem Ausma&#223;,  h&#246;chstens ins Wanken bringen, nicht aber umwerfen k&#246;nnen. Darum schweigt meine Generation.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/7817/luxus-lethargie/">Luxus der Lethargie: Die Generation der 25-J&#228;hrigen in der Krise</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/7817/luxus-lethargie/#comments">30 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=7817&amp;md5=b7e41f28d61e5b544c534733fce2f174" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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