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	<title>CARTA &#187; Jan Krone</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Unzweifelhafte und zweifelhafte Erfolgsfaktoren von Facebook: Isolationsfurcht als Klammer!?</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 08:02:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Digitalisierung der Kommunikationswege hat ma&#223;geblich zur Verbreitung von SocialMedia-Plattformen beigetragen. Der B&#246;rsengang des Marktf&#252;hrers Facebook monetarisiert den vermuteten Wert der Ressource „Mitglied“. Zur Motivation hundertmillionenfacher teil-&#246;ffentlicher Gruppenkommunikation liefert die Wirkungs- und Rezeptionsforschung Erkl&#228;rungsans&#228;tze.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <strong>Geister</strong>, die Klaus Raab im Altpapier vom 7.Mai 2012 <a href="http://weblogs.evangelisch.de/weblogs/altpapier/2012/05/07/gef%C3%A4llt-mir-ja-mei" target="_blank">gerufen hat</a>, lassen sich nicht lange bitten: &#252;ber <em>Facebook</em> wurde bereits <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/" target="_blank">viel geschrieben</a> und muss aktuell  selbstverst&#228;ndlich <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-steuert-auf-12-Milliarden-Dollar-Boersengang-zu-1567614.html" target="_blank">viel geschrieben werden</a>, denn immerhin <a href="http://carta.info/43608/leute-kauft-facebook-aktien/" target="_blank">n&#228;hert sich der B&#246;rsengang</a> der &#8211; gemessen an der durch das Unternehmen ver&#246;ffentlichten Mitgliederzahl &#8211; weltweit gr&#246;&#223;ten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Social_networking_service" target="_blank">Social Community of Relationship</a>, einer Kommunikationsplattform zur Pflege und Anbahnung von sozialen Beziehungen im Allgemeinen (<a href="http://www.uni-siegen.de/fb5/wirtschaftsinformatik/publikationen/diplomarbeiten/pdf/da_offenberg_community-driven-development_2008.pdf" target="_blank">vgl. Kap 2.3/Klassifikation</a>).</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Unzweifelhafte Erfolgsfaktoren</strong></p>
<p>Erfolg ist die Klammer, die &#214;konomie und Kommunikation in ein verwandtschaftliches Verh&#228;ltnis setzt. Spezifische Erfolgsfaktoren haben spezifische Auswirkungen auf die Dimension des Erfolges.</p>
<p>Betrachtet man unzweifelhafte Erfolgsfaktoren, sind diese f&#252;r <em>Facebook</em> der Handel mit der Privatsph&#228;re durch &#220;berlassung eines Kommunikationsraumes, also das Sammeln von Pers&#246;nlichkeits- und Kommunikationsprofilen zur Vermittlung gezielter <strong>Werbekommunikationsma&#223;nahmen</strong> sowie der davon abh&#228;ngigen Optimierung der zugelassenen Kommunikationsstruktur der Mitglieder. Geheimdiensten und solchen, die es gerne w&#228;ren, <a href="http://www.fwf.ac.at/de/downloads/pdf/ampuls20-krone.pdf" target="_blank">gef&#228;llt das</a> nat&#252;rlich auch.</p>
<p>Der unzweifelhafte Erfolgsfaktor aus der Nutzerperspektive besteht im Angebot multimedialer Kommunikationswege in einem entgrenzten geografischen Raum gegen die &#220;berlassung eines individuell interpretierten Grades von teil&#246;ffentlicher <strong>Privat- und Intimsph&#228;re</strong>. Der Nutzen basiert zu gro&#223;en Teilen auf der Option f&#252;r das Mitglied, sein Kommunikationsverhalten mit geringem Aufwand auszudehnen und die in der analogen Fern- und Nahkommunikation m&#228;&#223;ig erf&#252;llbaren Bed&#252;rfnisse <em>(Vgl. Leky, Gisela/Schuhmacher, Heidemarie [1989]: Aspekte mediengebundener Kommunikation am Beispiel Telefontreff K&#246;ln, in: Forschungsgruppe Telefonkommunikation [Lange, Ulrich T./ Beck, Klaus/ Zerdick, Axel als Hrsg.]: Telefon und Gesellschaft. Beitr&#228;ge zu einer Soziologie der Telekommunikation, Berlin. S. 167-185)</em> befriedigt zu wissen.<strong> </strong></p>
<p><strong>Zweifelhafte Erfolgsfaktoren</strong></p>
<p>Zweifelhafte Erfolgsfaktoren, auf der anderen Seite, weisen ungleichgewichtige bis gar keine Wechselbeziehungen zwischen Kunden und Anbieter auf. So sind es beispielsweise indirekt von <em>Facebook</em> angezogene Branchen, die „<a href="http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-19-2012-deutsche-firmen-sehen-durch-facebook-signifikantes-gewinnpotenzial_aid_748109.html" target="_blank">signifikantes Gewinnpotential</a>“ in neuen M&#246;glichkeiten der <strong>Kundenbindung</strong> sehen. Sie tun sich oft schwer mit der Einsch&#228;tzung von Erfolgsaussichten und laufen Gefahr, <a href="http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/116001-social-media-in-deutschen-unternehmen-duenne-personaldecke-und-lueckenhafte-organisation.html" target="_blank">mit halbherzig betriebenen Profilen</a> (Angst davor, nicht r&#252;ckholbar Unvorteilhaftes zu posten) gerade das Gegenteil, n&#228;mlich <strong>Kundentrennung,</strong> zu betreiben.</p>
<p>Diese in Summe der Mitglieder vermutlich nicht repr&#228;sentative Gruppe der institutionellen Profile ist darob kein direkter Erfolgsfaktor f&#252;r den Kunden, wohl aber f&#252;r den Anbieter. In wie weit gar von einer erfolgreichen B&#246;rsennotierung erfolgreiche Kommunikation und Kommunikationsbereitschaft beeinflusst werden, ist nicht direkt ableitbar. Das gilt ebenso f&#252;r den privaten Nutzer und private Nutzergruppen.</p>
<p>Dass die intransparente <strong>Kommerzialisierung sozialer Beziehungen</strong> &#252;ber den Transportkanal von Kommunikation hinaus bereits eine offenbar akzeptierte Nebenwirkung des 21. Jahrhunderts darstellt, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/re-publica-waeren-wir-doch-alle-anonym-11738606.html" target="_blank">stimmt nicht nur Eben Moglen nachdenklich</a>, der auf eine Art Opferritual der Teilnehmer zur Teilhabe an digitalen sozialen Sph&#228;ren hinweist. Die Opfergaben, das graduelle Einverst&#228;ndnis in die <a href="http://carta.info/41261/destroying-aa-diggin-up-mn-me/" target="_blank">Aufgabe von Kontrolle &#252;ber das eigene Tun und Sein</a>, der <strong>Gedankenfreiheit</strong> an unbekannte Dritte, sind lange Bestandteil (zum Beispiel Cloud-Computing) nicht nur in der <a href="http://carta.info/24397/die-ideologie-datenschutz/" target="_blank">publizistischen Auseinandersetzung mit dem Medienwandel</a> und bedeuten einen im Vorfeld (zumindest angenommenen) erfolgten Abw&#228;gungsprozess zwischen „Dabeisein“, „Bequemlichkeit“ und „Ignoranz“ im modernen Jetzt. Eine Mitgliedschaft bei <em>Facebook</em> kann heute – unreflektiert – ohne weiteres als ein „Quasi-Muss“, als eine geleitete Selbstverst&#228;ndlichkeit der <strong>Kommunikationsgesellschaft</strong> bezeichnet werden.<strong> </strong></p>
<p><strong>Ursache und Wirkung</strong></p>
<p>Neben dem <a href="http://carta.info/21537/vorratsdaten-und-die-logik-der-datenkollektivierung-fuer-ein-gesellschaftliche-kultur-des-datenschutzes/" target="_blank">Umgang mit (h&#246;chst)pers&#246;nlichen</a> <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschuetzer-verstaerken-Kritik-an-Facebook-1477419.html" target="_blank">Daten</a> geht es in der Analyse um zweifelhafte Erfolgsfaktoren am Beispiel <em>Facebooks</em> auch um die <a href="http://carta.info/36850/freiheit-und-entschleunigung-die-carta-umfrage-teil-i/" target="_blank">Auswirkungen eines Communication Overkill</a> auf das menschliche Nervensystem in einer Phase der Sozialisation mit neuen, sozialen Kommunikationsangeboten, &#252;ber deren tats&#228;chlichen Nutzen, mit vernunftgeleitetem Abstand, <a href="http://www.netzpublik.de/a/4683-diskussion-internet-communities-of-relationship-zwischen-sch-schwarmintelligenz-zei" target="_blank">gestritten werden kann</a>. Weshalb nun treten solche Symptome zweifelhaften Erfolgs auf? Liegen die Ursachen daf&#252;r in sozialgesellschaftlich verankerten Kommunikations- und Beziehungsmustern oder sind sie einfach unumg&#228;nglich banale Folgen der technologischen Innovation? Existiert, als Ursache, etwa eine Furcht von Individuen, als unmodern zu gelten, soziale Kontakte ohne digitale Kommunikationsplattformen nicht aufrecht erhalten zu k&#246;nnen oder nicht mit dem sozialen Umfeld „mithalten“ zu k&#246;nnen und als r&#252;ckst&#228;ndig charakterisiert zu werden?<strong> </strong></p>
<p><strong>Isolationsfurcht</strong></p>
<p>Die von Elisabeth Noelle-Neumann Mitte der 1970er Jahre ver&#246;ffentlichte <strong>„<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweigespirale" target="_blank">Theorie der Schweigespirale</a>“</strong>, geschichtlich der Annahme starker Medienwirkungen zurechenbar, geht davon aus, dass Menschen nicht zu einer Minderheit geh&#246;ren wollen. Sie seien gesellig und wollen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Isolation" target="_blank">soziale Isolation</a> vermeiden. Der Mensch verf&#252;ge &#252;ber ein quasi-statistisches Organ, das permanent <strong>Mehrheits- und Minderheitsmeinung</strong> erkenne und sich in der Folge in seinem sozialen Handeln danach ausrichte. Menschen schlie&#223;en sich demnach, unter Gruppendruck, einer Mehrheitsmeinung an, selbst wenn diese offenkundig Anlass zur Kritik gibt. In dieser Diktion sind beispielsweise drei Studienergebnisse lesbar (<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-90-Prozent-der-deutschen-Web-Nutzer-hegen-Bedenken-gegen-Facebook-1357778.html" target="_blank">hier</a>, <a href="http://unternehmerwissen.at/aktuelle-studie-zu-facebook-60-verweigern-sich-%E2%80%9Eplauderplattform%E2%80%9C-aus-datenschutz-bedenken/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.wbs-law.de/datenschutz/datenschutz-studie-internetuser-misstrauen-facebook-und-co-13942/" target="_blank">hier</a>), nach denen Mitglieder von Social Communities of Relationship einerseits den Datenhunger der Betreiber kritisieren, andererseits aber nicht in Erw&#228;gung ziehen, die Netzwerke aufgrund dieser Umst&#228;nde zu verlassen. Die Theorie steht demnach f&#252;r ein sozialpsychologisches Experiment zum Konformit&#228;tsdruck der &#214;ffentlichkeit auf das Individuum.<strong> </strong></p>
<p><strong>Massenmedien und Blogosph&#228;re als Verst&#228;rker</strong></p>
<p>Daneben beruht der Ansatz Noelle-Neumanns auf der expliziten Annahme m&#228;chtiger Medien. Durch ihre Gleichf&#246;rmigkeit entstehen &#214;ffentlichkeitseffekte wie beispielsweise die Versorgung der Meinungsbef&#252;rworter mit Argumenten (ohne notwendige Verlinkung; pro Partizipation <em>Facebook</em>). Es existieren praktisch kaum Angebote, die nicht auf die Vorteile der interpersonalen und Gruppenkommunikation verweisen und nicht selbst aktiv in das &#214;kosystem <em>Facebook</em> eingebunden sind. Sie erheben damit die Plattform, im Sinne einer Unternehmensstrategie, quasi zum Dreh- und Angelpunkt moderner Kommunikation und modernen Journalismus.<strong> </strong></p>
<p><strong>Meta-Erfolgsfaktor Isolationsvermeidung</strong></p>
<p>Ausgehend von diesen Annahmen l&#228;sst sich ableiten, dass diejenigen Individuen, die ihre Netzwerke erst bilden – insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene –, sich aus Furcht vor einer Isolation von ihren sozialen Umfeldern einer Partizipation nur schwer entziehen k&#246;nnen, obschon sie Vorbehalte gegen eine Teilnahme an diesbez&#252;glichen Plattformen und <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/" target="_blank">deren „Deals“</a> zu entwickeln imstande sind. <em>Facebook</em> erf&#252;llt hier die Grundannahmen der Theorie und l&#228;sst eine Argumentation pro Isolationsfurchtvermutung als nachhaltigen Erfolgsfaktor zu.<strong> </strong></p>
<p><strong>Kritik: empirisch nicht belegt</strong></p>
<p>Empirisch wurde die Theorie Noelle-Neumanns bislang nicht best&#228;tigt; neuere Untersuchungen ergaben beispielsweise, dass „Anpasser“ nur eine kleine Gruppe ausmachen, wenngleich Reaktanzen bei Befragungen (Selbstbezichtigung) nicht ausgeschlossen werden k&#246;nnten. Auch verf&#252;gen Individuen &#252;ber <a href="http://carta.info/26755/die-ressource-ignoranz/" target="_blank">heterogene Pers&#246;nlichkeitsstrukturen</a>, die sie spezifische Kommunikationssituationen, -strukturen und –orte unterschiedlich beurteilen lassen und ein dementsprechendes Kommunikationshandeln offenbaren.<strong> </strong></p>
<p><strong>Perspektiven</strong></p>
<p>Diese Gedanken k&#246;nnen zu der Prognose f&#252;hren, dass, sollte sich die Datenschutzsensibilit&#228;t in der Bev&#246;lkerung weiter erh&#246;hen und die Medienkompetenz Anschluss an die Medientechnologie gewinnen, es Social Communities of Relationship in Zukunft schwerer fallen wird, relevante Informationen ihrer de-anonymisierten User f&#252;r ihren „Deal“ weiterverwerten zu k&#246;nnen. Denn niemand (der sich nicht von seinem Smartphone aktiv verfolgen l&#228;sst) wird nach seinem Namen oder Vorlieben gefragt, wenn in einem Gesch&#228;ft Waren bezahlt werden, und noch ist es nicht in der Macht eines Unternehmens mitzuverfolgen, wohin ein Kunde nach einem Einkauf mit Bekannten einen Kaffee trinken geht, wer die Bekannten sind und wo sich das Cafe befindet. Diese Analogie l&#228;sst sich beliebig erweitern und stellt den Gro&#223;teil der sozialen Aktivit&#228;t, auch im 21. Jahrhundert, dar.</p>
<p>Dem Autor ist mulmig bei dem Gedanken an unkontrollierbare &#220;berwachung durch <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article106254535/Schnueffel-Dienst-ermoeglicht-Facebook-Ueberwachung.html" target="_blank">unbekannte oder bekannte Dritte</a> mit nicht immer zu begr&#252;&#223;enden Intentionen und einer &#214;ffentlichkeit, die bewusst Maschinen – die nicht im Stande sind zu denken und wenn, dann nur so weit, wie es ein Entwickler- oder Entwicklerteam zu leisten vermochte (und damit selbstverst&#228;ndlich an der Komplexit&#228;t des Lebens im Allgemeinen und an doppeldeutiger Kommunikation im Speziellen <a href="http://www.n-tv.de/auto/Entmuendigt-Porsche-den-Fahrer-article6212391.html" target="_blank">zum Scheitern verurteilt ist</a>) – als ihre verl&#228;sslichen Kommunikationspartner begreift. Eine unreflektierte Technologie- und Innovationsaneignung mag der spielerischen Natur des Menschen nahe sein, aber die Rechte des Einen finden immer dort ihre Grenzen, wo die <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Was-soziale-Netzwerke-ueber-Nicht-Mitglieder-wissen-1567884.html" target="_blank">Rechte des Anderen ber&#252;hrt werden</a>. Das mag kulturpessimistisch und reaktion&#228;r klingen, ist im Grunde genommen aber genau das Gegenteil von dem, was durch eine Art „Misstrauensmanagement“ der Beobachtung gegen&#252;ber Menschen in den Rang des Zeitgeistes (oder h&#246;her; sic!) gehoben wird.<strong> </strong></p>
<p><strong>Epilog</strong></p>
<p>Die Kommunikationswissenschaft ist beileibe nicht die einzige Disziplin, die Erkl&#228;rungsmodelle f&#252;r zweifelhafte Erfolgsfaktoren <em>Facebooks</em> bereith&#228;lt: eine Verwandtschaft  der Isolationsfurchthypothese besteht zweifelsfrei zum so genannten „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom" target="_blank">Stockholm-Syndrom</a>“. Man arrangiert sich mit dem Kontrollverlust, so lange man sich digital wahrnehmbar f&#252;hlt und multimedial kommunizieren kann. So gesehen ist auch die Wechselseitigkeit des Nutzens zwischen Anbieter und Nachfrager wiederhergestellt und das Vorhaben der Marktkapitalisierung bis auf den Zeitpunkt intervenierender Ereignisse/Entwicklungen gesichert.</p>
<p>Dem Zusammenspiel von &#214;konomie und Kommunikation muss also ein wichtiges Merkmal, das der Kraft, hinzugef&#252;gt werden, die sich in der Regel politisch manifestiert. Denn, die Frage muss gestattet sein, warum unter dem Verdacht einer unternehmerisch tolerierten Form der Kommunikationsfreiheit <em>(Facebook ist eine definierte Kommunikationsplattform mit einem Fokus auf Kommunikationsinhalte; Telekommunikationsunternehmen bieten undefinierte Kommunikationskan&#228;le mit einem Fokus auf Transportqualit&#228;t)</em> die positiven Effekte alternativer &#214;ffentlichkeiten heben, die die B&#252;rger von den als „Gatekeeper“ fungierenden <a href="http://netzwertig.com/2010/04/07/wikileaks-die-medien-haben-versagt/" target="_blank">Massenmedien emanzipiert</a>? Eingriffe von kommerziellen Playern der Social Media-Branche sind keine Ausnahme und geben zum Nachdenken &#252;ber die Wahl des bequemsten Mittels Anlass. Letztlich l&#246;sen sich Unsicherheiten &#252;berwiegend durch Wissen (<a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/der-facebook-boersengang/wie-sollen-wir-facebook-benutzen-das-handbuch-11743011.html" target="_blank">ein Beispiel</a>) auf.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43702&amp;md5=91acb146b0d4d3644bce776a716f1ce3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einige Gedanken zur Benzinpreisentwicklung</title>
		<link>http://carta.info/42848/einige-gedanken-zur-benzinpreisentwicklung/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 17:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Marktliberalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Mineralölkonzerne]]></category>
		<category><![CDATA[Preispolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwie ist es schon seltsam, dass die Politik gegen die konzertierten Preiserh&#246;hungen der Mineral&#246;lkonzerne so ganz und gar machtlos ist. Im Telekommunikationssektor klappt es doch auch mit der Marktliberalisierung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mineral&#246;lkonzerne und Warenterminhandel sorgen seit geraumer Zeit daf&#252;r, dass sich die Preisschraube f&#252;r Kraftstoffe in immer h&#246;here Sph&#228;ren schraubt – und das im deutschsprachigen Raum offenbar so beliebig, dass christlichen Feiertagen das Merkmal <a href="http://www.wiwiwiki.net/index.php?title=Faktorspezifik">„Faktorspezifik“</a> zurechenbar ist. Wohlgemerkt, vor dem Verbrauch, also vor den Reisewellen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Preisbildung im Nebel</strong></em></p>
<p>An Ostern 2012 kumulierten zaghafte Versuche der Politik <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1723210/">in Deutschland</a> und <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/749179/Mitterlehner-prueft-Preiskorridor-fuer-Spritpreise?_vl_backlink=/home/index.do">&#214;sterreich</a>, der missbrauchten Marktmacht Einhalt zu gebieten. Dennoch r&#252;cken die Einschl&#228;ge n&#228;her an die Mineral&#246;lkonzerne heran. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die mediale Aufmerksamkeit, die Agenden der Redaktionsstuben sich dieser Thematik annehmen wollen. Die Vergangenheit zeigte, dass das Preiskalk&#252;l und die Beharrlichkeit einer &#246;ffentlichkeitsscheuen Industrie zur Resignation der Masse beitr&#228;gt und damit auch ein ums andere Mal die Wirkung massenmedialer ad hoc-Thematisierung sowie <a href="http://carta.info/42217/benzinrebellen2012/">Social Media-Initiativen</a> aush&#246;hlt.</p>
<p>Dieser Effekt ist letztlich auch auf die unheilige Allianz von Mineral&#246;lkonzernen und <a href="http://oesv1.orf.at/stories/493426">Fiskalpolitik</a> zur&#252;ckzuf&#252;hren, die augenscheinlich sehr gut mit dem Mythos einer Hilflosigkeit in Regulierungsfragen leben k&#246;nnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Mythos Unregulierbarkeit</strong></em></p>
<p>Von einem Mythos kann jedoch nicht gesprochen werden! Verwandte M&#228;rkte stark nachgefragter G&#252;ter belegen das Gegenteil und sind mitsamt ihrer Regulierung Bestandteil des Alltags und des Wettbewerbs.</p>
<p>Die Rede ist von dem <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=MEMO/09/568&amp;format=HTML&amp;aged=1&amp;language=DE">Telekommunikationssektor</a>. Nachdem im OECD-Raum Mitte/Ende der 1990er Jahre die Marktliberalisierung, also das Aufl&#246;sen staatlicher Telekommunikationsmonopole <a href="http://www.oecd.org/dataoecd/11/29/2091257.pdf">einsetzte</a>, sind die Ergebnisse bis heute hoher Wettbewerb, stark gefallene Preise bei anhaltender Preis- und Verteilungsregulierung. Das letzte aktuelle Beispiel zitiert die einheitlichen Roaming-Geb&#252;hren (Preisobergrenzen) innerhalb der <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/7710-daten-roaming-wird-im-eu-ausland-billiger.php">Europ&#228;ischen Union</a>. Auf nationaler Ebene &#252;berwachen Regulierungsbeh&#246;rden die M&#228;rkte. In &#214;sterreich ist es die <a href="http://www.rtr.at/de/tk/TKK">Telekom-Control-Kommission</a> unter dem Dach der <a href="http://www.rtr.at/">RTR-GmbH</a>, in Deutschland die <a href="http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1931/DE/Sachgebiete/sachgebiete_node.html;jsessionid=2D2940084CBC52DBB1BF1ADF589442A9">Bundesnetzagentur</a>, die dazu auch f&#252;r den Energiesektor (sic!) t&#228;tig wird.</p>
<p>Weshalb hier der Kraftstoffsektor unber&#252;cksichtigt bleibt, ist logisch nicht unmittelbar ableitbar. Der Markt ist nur durch sehr verhaltenen Wettbewerb gekennzeichnet und setzt durch ihre Protagonisten auf die Verknappung massenhaft verf&#252;gbarer G&#252;ter. Die Interessen zur Beibehaltung oder Versch&#228;rfung des Status Quo liegen offenbar begr&#252;ndet in Ideologien, <a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/profi-anlageempfehlung-so-profitieren-sie-vom-hohen-oelpreis/6491762.html">Altersvorsorge</a>, in der Budgetpolitik sowie im Management, „strategische Alternativen in der Niedergangsphase, Absch&#246;pfung“ (vgl. Michael E. Porter: Wettbewerbsstrategie, Kapitel 12: Wettbewerbsstrategie in schrumpfenden Branchen, S. 340, Frankfurt u.a. 1999). Die drohende Ersch&#246;pfung weltweiter Ressourcen langt hinl&#228;nglich als Kulisse der Einsch&#252;chterung, wenngleich es hier durchaus unterschiedliche <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/oel-foerderung-usa-wollen-zur-oelmacht-werden/6490886.html">Auffassungen</a> &#252;ber Zeithorizonte und Aktivit&#228;ten gibt.</p>
<p>&nbsp;
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		<title>Verkehrte Logik bei eReader-Strategien</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 14:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tageszeitungen und Buchverlage setzen auf unterschiedliche eReader-Strategien. Beide verkennen dabei offenbar ihre Kundenkernsegmente – und handeln entgegen der Logik ihrer Produkte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tablet-PC, eReader, eViewer unterschiedlicher Hersteller und unterschiedlicher Leistungsf&#228;higkeit gelten seit gut zwei Jahren als eine Form der <a href="http://netzwertig.com/2010/01/27/das-tablet-kommt-steve-jobs-als-messias-einer-branche/">Hoffnung f&#252;r die Verlagsbranche</a>, Lesern/Zuschauern neue Routinen der Mediennutzung zu vermitteln und – quasi nebenbei – die Zahlungsbereitschaft f&#252;r publizistische Inhalte zu erh&#246;hen.</p>
<p>Daf&#252;r spricht die <strong>kommunikationstechnologische Verwandtschaft zur Mobilfunkbranche</strong>: Dort werden Dienste und Inhalte wie selbstverst&#228;ndlich durch direkte Kundenentgelte abgerechnet. Die Endger&#228;te sind „always on“ und setzen auf einer professionellen Infrastruktur auf. Die St&#228;rken der Telekommunikationsindustrie auf der betriebswirtschaftlichen Ebene gilt es mit den St&#228;rken publizistischer Angebote zu vereinen. Letztere zeichnen sich vor allem durch das Programmangebot, die Publikumsbindung sowie ihre Markenst&#228;rke aus.</p>
<p><strong>Schmale Nische Tablets<br />
</strong></p>
<p>eReader/eViewer sind im Grunde genommen Lese- und Unterhaltungshilfsger&#228;te mit eingeschr&#228;nktem Nutzen. Sie belegen eine schmale Nische der Displayhardware zwischen Smart Phone, Netbook, Laptop und Desktoprechner.</p>
<p>Vergleicht man nun die Adaptionen verwandter Branchensegmente, etwa die der <strong>Tageszeitungsverlage</strong> und <strong><a href="http://netzwertig.com/2011/10/20/analoge-reste-von-der-muhsamen-ankunft-der-buchbranche-im-medienwandel/">des verbreitenden Buchgro&#223;handels</a></strong>, fallen zwei unterschiedliche Strategien auf:  Die Tageszeitungsverlage setzen in der Distribution &#252;berwiegend auf das Mainstream-Modell mit Tabletrechnern aus dem iOS- und Android-Kosmos. Der Buchgro&#223;handel hingegen versucht mit exklusiven, spezifisch konfigurierten eReadern/eViewern (&#220;bersichten <a href="http://tectest.de/unterhaltungselektronik/ebookreader/test.htm">hier</a> und <a href="http://upload-magazin.de/buch-zukunft/marktuebersicht-e-reader-in-deutschland-222/">hier</a>) die Kundennachfrage zu bedienen – <strong>ein Logikirrtum</strong>.</p>
<p><strong>Reader-Formate fragmentieren den eBook-Markt</strong></p>
<p>Der <strong>Buchmarkt</strong> ist ein weitgehend <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Nobelpreistr%C3%A4ger_f%C3%BCr_Literatur">inhaltsorientierter Markt</a>. Der exklusive publizistische Inhalt, das Werk beispielsweise eines Autors/einer Autorin, steht in den Nutzerpr&#228;ferenzen deutlich vor dem der Verlagsmarke (Ausnahmen best&#228;tigen die Regel). Wechselt ein Bestseller-Autor den Verlag, migrieren ebenso die Leser. Daraus leitet sich eine <strong>geringe Verlags- oder auch Buchhandelsbindung</strong> der Kunden ab. Die Auswahl eines Buchh&#228;ndlers erfolgt meist nach dem Kriterium des geringsten Aufwands beim Kaufvorgang (Online-Shop oder die N&#228;he eines Gesch&#228;fts auf Alltagsrouten) oder aufgrund pers&#246;nlicher Beratungsleistung. Exklusive eReader-Pr&#228;ferenzen lassen sich daraus nicht zwangsl&#228;ufig ableiten.</p>
<p>Das Ergebnis und Marktrealit&#228;t ist derzeit eine <strong>ungezwungene Zerfaserung</strong> des Marktes f&#252;r eReader-Hard- und Software im Buchgro&#223;handel. F&#252;r den in seiner Buchauswahl freien Leser ergibt sich daraus die Situation, sich eine unbestimmte Anzahl von (teuren) Leseger&#228;ten mit eingeschr&#228;nktem Titelangebot anzuschaffen zu m&#252;ssen, die noch nicht den Zugang zur eigentlichen Gratifikation, dem Lesegenuss, bedeuten muss.  Der Lesewunsch soll sich dem technischen Angebot unterordnen? Unlogisch. Welche eBook-affine Leser kaufen sich f&#252;nf oder mehr verschiedene Reader/Viewer!? Marginal.</p>
<p>Erfolgsversprechender scheint hier eine Mainstream-eReader-Strategie, die sich auf ein Softwareformat st&#252;tzt und dabei alle Anforderungen der sozialisierten Buchmediennutzung erf&#252;llt (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verzeichnis_lieferbarer_B%C3%BCcher">Auswahl aller im VLB verf&#252;gbarer Titel</a>), soweit dies f&#252;r digitale Adaptionen m&#246;glich ist. Herk&#246;mmliche eReader/eViewer sind daf&#252;r als Generalisten besser geeignet – technische Softwareanpassungen eingedacht.</p>
<p><strong>Tageszeitungsmarkt tendiert zur Mainstreaml&#246;sung</strong></p>
<p>Dagegen ist der <strong>Tageszeitungsmarkt</strong> &#252;berwiegend markenorientiert mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abonnementzeitung">ausgepr&#228;gter Abonnentenstruktur</a> und weist eine  <strong>hohe Verlags- und Titelbindung</strong> auf. Tageszeitungsabonnements gelten durchaus als „lebenslange publizistische Begleitung“ von Haushalten, werden zu Teilen sogar an nachfolgende Generationen „weitervererbt“. Sie bieten im Vergleich zu den Produkten der Buchverlage erheblich weniger inhaltliche Exklusivit&#228;t, jedoch mehr konstantes Weltanschauungspotential und Chronik. Wechseln Redakteure das Blatt bzw. den Arbeit gebenden Verlag, verweilen die Abonnenten in der Regel dennoch bei ihren gewohnten Titeln. Damit weisen Tageszeitungstitel einen ausgepr&#228;gten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informations%C3%B6konomik">Vertrauens- und Glaubensgutcharakter</a> auf. Der Nutzen kann nur sehr schwer ex ante bewertet werden &#8211; daher das Vertrauen in die Marke.</p>
<p>Somit kann, wie f&#252;r den Buchgro&#223;handel, auch f&#252;r die Tageszeitungsverlage gelten, dass sie sich <strong>ungezwungen</strong> in eine strategische <strong>Abh&#228;ngigkeit</strong> von globalen Playern der Hard- und Softwareindustrie begeben, deren Diktat der Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen nur sehr schwer beeinflussbar ist. Zudem egalisieren/minimieren Kommissionsmargen die Vorteile des digitalen Vertriebs (Einsparungen in physischem Druck und Vertrieb) sowie der Werbekommunikation bei absehbarem Doppelbetrieb Print/Online in Zukunft.</p>
<p>Soft- und Hardwareupdates zwingen dar&#252;ber hinaus die Massenmedien zu permanenten Nachbesserungen und Aktualisierungen der im Tagesgesch&#228;ft vielf&#228;ltigen Pr&#228;sentation. Und als sei dies alles nicht schon genug, ber&#252;hren Eingriffe in die redaktionelle Freiheit (ein Beispiel <a href="http://meedia.de/internet/penisgate-apple-beschneidet-spanisches-magazin/2012/02/06.html">hier</a>) von quasi-sektisch organisierten Unternehmen der Hard- und Softwareindustrie die Aus&#252;bung eines gesellschaftlich relevanten Gesch&#228;fts.</p>
<p><strong>Beide verkennen ihre Kundenkernsegmente</strong></p>
<p>F&#252;r Tageszeitungsverlage scheint es im Unterschied zum Buchhandel strategisch logisch, auf eigene, exklusive eReader/eViewer zu setzen, die zudem die Abonnentenbindung eher zu verst&#228;rken imstande w&#228;ren als Mainstreaml&#246;sungen. Nur sind sie bislang nicht im Markt.</p>
<p>Das Modell der &#252;ber Abonnements quersubventionierten Endger&#228;te ist aus der Mobilfunkbranche bestens bekannt. Tageszeitungsverlage, die &#252;berdies unterschiedliche <a href="http://carta.info/25552/qualitaetsjournalismus-die-systemkrise-des-hierarchisch-elitaeren-publizistischen-fuehrungsanspruchs/">publizistische Qualit&#228;tssegmente</a> (Regional-, &#220;berregional- und Boulevardtitel) bedienen, k&#246;nnten eigene Produkte ohne intermedi&#228;re Einsprache direkt an ihre Kunden vermarkten. Additionale Kommunikationsdienstleistungen wie beispielsweise Netzzugang in Kooperation mit Mobilfunkunternehmen sind ebenfalls keine Phantastereien (<a href="http://www.redbullmobile.at/">wie andere Branchen zeigen</a>). Die Hard- und Software hat der Buchgro&#223;handel daf&#252;r quasi vorkonfiguriert…</p>
<p>All dies trifft f&#252;r kleinere Zeitungsverlage nat&#252;rlich nur eingeschr&#228;nkt zu. Zudem ist die R&#252;ckholbarkeit von Mainstream-Reader-Strategien heute nicht mehr leicht zu bewerkstelligen. Und auch der Buchgro&#223;handel muss sich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sunk_costs">&#8220;sunk costs&#8221;</a> befassen.</p>
<p>Der Medienwandel ist aus der Perspektive der Medienwirtschaft auch und vor allem ein Wandel der Pr&#228;sentationsoberfl&#228;chen von publizistischen Inhalten und Werbekommunikation. Die Dominanz der Massenmedien im Kommunikationsgef&#252;ge der sich digitalisierenden Gesellschaft hat abgenommen und verlangt nach nutzerorientierten Strategien zur folgenreichen Marktbearbeitung. Aus der analogen Marktrealit&#228;t mit kontrollierbaren Vertriebswegen sind neue Konkurrenzverh&#228;ltnisse mit bislang unbekannten Marktakteuren und neuen Distributionsl&#246;sungen entstanden.</p>
<p>Robert Picard:  <a href="http://carta.info/18659/fail-often-fail-early-fail-cheap/">Fail often. Fail early. Fail cheap</a>. Hmmm&#8230;
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		<item>
		<title>Freiheit und Entschleunigung. Die Carta-Umfrage (Teil I)</title>
		<link>http://carta.info/36850/freiheit-und-entschleunigung-die-carta-umfrage-teil-i/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Dec 2010 11:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Redaktion Carta hat den Autoren dieser Plattform zum Jahreswechsel zwei Fragen gestellt: Welche Person des &#246;ffentlichen Lebens hat Sie 2010 am st&#228;rksten beeindruckt? Und: Welches Thema oder Ereignis wird uns im Jahr 2011 am intensivsten besch&#228;ftigen? Hier die Antworten von Jan Krone. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Die Person, die mich im Jahr 2010 am meisten beeindruckt hat, ist eine Institution: das <strong>Bundesverfassungsgericht</strong> in Karlsruhe, das mit seiner konsequenten Auslegung des Grundgesetzes so manche verlorene Seele im Spiel um politische Macht und Kontrolle des B&#252;rgers wieder eingefangen hat. Nur offenbar noch nicht nachhaltig genug, da sich, besonders in der zweiten Jahresh&#228;lfte, wieder eine Reihe von Personen und Institutionen des mittelbaren &#246;ffentlichen Lebens in Deutschland (haupts&#228;chlich Vertreter der Exekutive, aber auch der Judikative) dazu bem&#252;&#223;igt f&#252;hlten, scham- und ahnungslos <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Rufe-nach-Vorratsdatenspeicherung-und-schaerferer-Netzueberwachung-1156741.html">Forderungen</a> wie „h&#228;tte man den Zugriff auf alle Verbindungsdaten der B&#252;rger, k&#246;nnte man viel besser Verbrechen aufkl&#228;ren oder verhindern“ in den Raum zu stellen. Eine totalit&#228;re Sichtweise, die den Geist der Aufkl&#228;rung mit F&#252;&#223;en tritt. Analog k&#246;nnte „man“ auch verlangen, die Pflichtkennzeichnung zur Haltbarkeit von Lebensmitteln abzuschaffen, weil es sich dann viel effizienter wirtschaften lie&#223;e.</p>
<p>2010 ist selbstverst&#228;ndlich und gl&#252;cklicherweise auch das Jahr der <strong>journalistischen Gruppe Wikileaks</strong>, deren Leistung Peter Sennhauser auf netzwertig.com bereits im April <a href="http://netzwertig.com/2010/04/07/wikileaks-die-medien-haben-versagt/">auf den Punkt gebracht</a> hat.</p>
<blockquote><p><em>„Es gibt einen Grund daf&#252;r, warum Verleger, aber auch Journalisten die neue Konkurrenz der Blogger und anderer selbstautorisierter Publizisten im Internet nicht m&#246;gen: Sie erlauben sich Dinge, die in der Medienwelt aus politischen und kommerziellen Gr&#252;nden tabu sind. F&#252;r manche dieser Tabus gibt es gute oder wenigstens juristische Gr&#252;nde. Andere beruhen ganz einfach auf Bequemlichkeit, Kommerzdenken und der Verflechtung zwischen der ‚Vierten’ mit der realen Staatsgewalt.</em>“</p></blockquote>
<p>Negativ beeindruckt bin ich in diesem Sinne 2010 von <strong>politischen Administratoren und Unternehmen</strong>, besonders aus der „gesellschaftlich hoch entwickelten westlichen Welt“, die ihren Eigennutz/Machterhalt, ihre L&#246;sungsszenarien, ihre zum Teil nur mittelbar demokratisch legitimierte Verantwortung (Staatsbedienstete im Fahrwasser der Macht von an Legislaturen gebundenen Volksvertretern) unreflektiert und angstbei&#223;erisch kundtun.</p>
<p>Zusammengefasst ist der Medienwandel 2010 nicht der Wandel der Kommunikation zwischen Individuen, nicht der Wandel der &#214;konomie, sondern der beginnende Wandel der Politik – und dies ist bitte im positiven Sinne zu verstehen – vom Paradigma des 20. Jahrhunderts in das des 21. Jahrhunderts. Junge Politikergenerationen der Zukunft k&#246;nnen, anders als ihre Vorfahren, gedankenfreier, technik-affiner und gleicherma&#223;en ohne Unsicherheit dem&#252;tiger mit <strong>unverhandelbaren Grundrechtspositionen</strong> verfahren. Die &#220;berlebensf&#228;higkeit der Zivilisation wie die von Staaten und Staatengemeinschaften ist nicht an politische Schicksale Einzelner gekn&#252;pft. Das unterscheidet pluralistische Demokratien von autorit&#228;ren und totalit&#228;ren Staatsformen. Das aktuelle Beispiel <a href="http://bazonline.ch/ausland/europa/Orban-eifert-Russland-China-und-Singapur-nach/story/12514794">Ungarn</a> ersch&#252;ttert multiperspektivisch.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">. </span></p>
<p>2.<em> </em>Das Thema, welches aus meiner subjektiven Perspektive das gesamte Jahr 2011 (und dar&#252;ber hinaus) dominieren wird, sind die Ver&#228;nderungen in netzpolitischen Ans&#228;tzen. Die Schl&#252;sselrolle kann dabei den USA zufallen. Aber nur insoweit, als dass die politische Administration begreifen lernen muss, die <strong>Causa WikiLeaks</strong> als das zu sehen, was sie in Wirklichkeit ist: die Umsetzung des ur-us-amerikanischen Selbstverst&#228;ndnisses pluraler und freier Gesellschaften, deren Fortentwicklung nur &#252;ber Transparenz und Diskussion erreicht werden kann. Der &#246;ffentlich und verdeckt transportierte Selbsthass, der sich in diesen Monaten &#252;ber den Sprecher von WikiLeaks und all jene ergie&#223;t, die netzpolitisch auf Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit abstellen, ist ein B&#228;rendienst an sich selbst. Vielleicht erkennen die USA die Chance, der Welt zu zeigen, dass man an den Freiheitsrechten, die man so gerne in der ganzen Welt einfordert, selbst am besten wachsen kann. Ungeheuer gro&#223;es wie positives, heute nicht ausreichend gehobenes politisches Kapital.</p>
<p>Daneben bleibt es sicherlich spannend zu beobachten, ob und inwieweit sich nach einer Konsolidierung von netz&#246;konomischen Strukturen auch eine Konsolidierung von Kommunikation einstellt. Das <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/23343.html ">Stichwort</a> lautet hier <strong>Entschleunigung.</strong> Es steht f&#252;r eine sich weiter ausbildende Medienkompetenz der Nutzer. Die Entfaltung von Kommunikations- und Informationsr&#228;umen greift immer st&#228;rker in die R&#252;ckzugsr&#228;ume der Individuen ein und bedr&#228;ngt dort &#8211; zum Teil &#252;ber das Burn-Out- oder das Too-Much-Friends-Syndrom quantifizierbar &#8211; das soziale und vegetative System unserer Existenz. Bestand das analoge Medienangebot aus &#252;berwiegend klar zuweisbaren Zeitfenstern im Tagesablauf, ist mit dem Medienwandel eine instabile Mediennutzung auf das kommunizierende Individuum eingebrochen. Meist unbemerkt oder gar gewollt und verst&#228;rkt. Ein Blick in die Vergangenheit best&#228;tigt, dass das Neue schnell (aber zeitlich unbestimmt) wieder seinen Reiz verliert und das Individuum sich auf ein f&#252;r das eigene Selbst <strong>angemessenes Zeithandeln</strong> r&#252;ckbesinnt. Wenn jedoch individualkommunikative und massenmediale Anbindungen sich nicht mehr individuell steuern lassen und das Individuum letztlich nur noch Passagier der eigenen, vergangenen Unvernunft oder tempor&#228;ren Einlassung ist, kann Kommunikation zu einem Problem werden. Der Begriff des „Information Overkill“ ist l&#228;ngst eingef&#252;hrt. „Communication Overkill“ ist in einem Entwicklungsstadium.</p>
<p>Weiter bleibt es nat&#252;rlich spannend, den Medienwandel in Sachen Werbevermarktung zu verfolgen. Nein, nicht Mobile Advertising oder die mittels RFID-Technologie sprechende Plakatwand. Es geht um den <strong>Clash der Reichweiten-Branche mit dem</strong> <strong>Echtzeit-Conversion-Paradigma</strong> des Internets. <em>Google</em> hat es in die Breite getragen, <em><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Chef-von-Media-Saturn-muss-gehen-1152316.html">Metro</a></em> und <em><a href="http://agentmedia.posterous.com/innovativ-otto-verknupft-katalog-internet-wer">Otto</a></em> haben es bereits exekutiert, die Massenmedien <a href="http://www.mediadaten.de/Nachrichten/100/2992/OWM-Stellungnahme-Werbungtreibende-lehnen-gemeinsame-Ausweisung-von-Print--und-Online-Reichweiten-ab.html">scheuen noch</a> und verteidigen die wacklige Festung der empirischen Markt- und Mediaforschung.
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<a href="http://carta.info/36850/freiheit-und-entschleunigung-die-carta-umfrage-teil-i/">Freiheit und Entschleunigung. Die Carta-Umfrage (Teil I)</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/36850/freiheit-und-entschleunigung-die-carta-umfrage-teil-i/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36850&amp;md5=739b9d6ca7b1e6a46357143bdf669a2b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>10 Jahre Medienkolumne „Altpapier“: Leuchtturm der selbstbez&#252;glichen S&#252;ffisanz</title>
		<link>http://carta.info/35514/10-jahre-medienkolumne-altpapier-leuchtturm-der-selbstbezueglichen-sueffisanz/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 20:51:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Internethype-Jahr 2000 erschien zum ersten Mal die Medienkolumne "Altpapier" – seitdem bietet das Autorenkollektiv anspruchsvollen Meta-Medienjournalismus mit charmanter Distanz zum t&#228;glichen Marktplatz der (pathologischen) Eitelkeiten der Branche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5b2be78eff974a62b8948dfb55a1064c" alt="" width="1" height="1" />Im Jahr 2000, das Jahr des aufkochenden Hypes um das kommerzielle Internet als auch Beginn der institutionalisierten Arbeit des Autors im Hochschulwesen, erscheint zum ersten Mal am 6. November auf den Medienseiten der j&#252;ngst in ein automatisiertes Nachrichtenportal umformatierten <a href="http://www.netzeitung.de/">Netzeitung.de</a> die Medienkolumne „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altpapier_%28Medienkolumne%29">Altpapier</a>“.</p>
<p>Angetreten als ein Subressort auf der rein online-basierten, tagesaktuellen „<a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/4728.html">Zeitung</a>“ im Netz, ist das Konzept nicht auf analoge Oberfl&#228;chen &#252;bertragbar – mittels Deeplinking kann sich das Publikum die originalen Quellen einfangen und vertiefen.</p>
<p>Das „Altpapier“ gilt als die erste deutsche Online-Medienkolumne und kommentiert heute &#252;ber die Seiten von <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier">evangelisch.de</a> &#8211; von Anfang an als Autorenkollektiv &#8211; aktuelle Medienthemen und hat es zu einem eigenst&#228;ndigen Label f&#252;r anspruchsvollen Metajournalismus im Themenfeld Medien geschafft, das unter Dachmarken zu gl&#228;nzen wei&#223;.</p>
<p><strong>Autorenkollektiv statt Alphatierchen</strong></p>
<p>Das Autorenkollektiv tritt angenehm hinter seine Marke „Altpapier“ zur&#252;ck und bedeutet so eine charmante Distanz zum t&#228;glichen Marktplatz der (pathologischen) Eitelkeiten einer Branche inklusive deren Lieblingspersonen und -institutionen, die ihr Publikum – im Verh&#228;ltnis zu Theaterschauspielern oder <a href="http://www.gilde-der-marktschreier.de/">Marktschreiern</a> – nur selten zu Gesicht bekommt oder gar bekommen m&#246;chte.</p>
<p>Auch aus diesem Grund scheint es an der Zeit, die Protagonisten des „Altpapier“ namentlich vor die Marke zu heben. Aus der Taufe (sic!) gehoben wurde es von <strong>Christoph Schultheis</strong> und <strong>Peer Schader</strong>. Bis zum heute t&#228;tigen Autorenkollektiv <strong>Christian Bartels</strong>, <strong>Matthias Dell</strong>, <strong>Klaus Raab</strong> und <strong>Henrik Schmitz</strong> schrieben zwischenzeitlich <strong>Heiko Dilk</strong>, <strong>Michael Angele</strong> und <strong>Karin Schuster</strong> f&#252;r diesen Leuchtturm der selbstbez&#252;glichen S&#252;ffisanz, ohne jedoch in den Verdacht zu geraten es handele sich um Satire, wie beispielsweise die der „taz-kriegsreporterin“ <strong><a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010%2F10%2F13%2Fa0106&amp;cHash=a4c7b6a032">Silke Burmester</a></strong>, mittwochs ein fester Bestandteil der redaktionellen Auswahl.</p>
<p><strong>Ged&#228;chtnis und Relevanz</strong></p>
<p>Die Medienkolumne liefert den interessierten Lesern &#252;ber eine hintersinnige Auswahl von Medienthemen mitsamt narrativer Orchestrierung ein im schnell verderblichen Gesch&#228;ft der Medienbranche veredeltes Surrogat aus Medieninhalten, Medienpersonen, strukturellen Umw&#228;lzungen innerhalb der Branche und medien&#246;konomischen HardFacts zuz&#252;glich Programmhinweisen.</p>
<p>Das „Altpapier“ erscheint mit kurzen – wie in der Wissenschaft zur Qualit&#228;tssteigerung geschuldeten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hausberufung">Umz&#252;gen</a> – Unterbrechungen jeweils werktags vormittags sprachlich gewandt, mit spitzen Fingern getippt.</p>
<p>Die Autoren sind distanziert, abk&#252;hlend, bohrend und, im Gegensatz zum Massenmedien-Medienjournalismus-Mainstream, mit einem vorz&#252;glichen Ged&#228;chtnis &#252;ber die Historie des eigenen Themenfeldes ausgestattet. Die Kommentierungen der Autoren sind durch hohen Sachverstand gekennzeichnet und weisen eine sichere Konnotation auf. Dabei entsteht in der Reflektion der Grundannahmen originaler Arbeitsimpulse nicht selten eine erstaunliche Analyse &#252;ber Motivation und Relevanz.</p>
<p><strong>Lesegenuss kontra Informationsarbeiten</strong></p>
<p>Im Vergleich zu Link-Newslettern erlaubt das „Altpapier“ entschleunigte Minuten Lesegenuss ohne das zehrende Informationsarbeiten mit vielen branchenspezifischen Fachinformationsdiensten.</p>
<p>Auf diese Weise ist die Kolumne eine behagliche Erg&#228;nzung und Filter der lauten Bilder und Worte des Medienalltags und letztlich dazu geeignet, die wirklich wichtigen Medienthemen zu identifizieren. Das „Altpapier“ ist ein Fach(dienst)vergn&#252;gen und gleicherma&#223;en Beleg daf&#252;r, aus spezifischer Qualit&#228;t publikumsbindende Marken entstehen zu lassen. Das „Altpapier“ ist als Nischenangebot heute ein Luxus f&#252;r den das Dach gew&#228;hrenden Wirt. Ein spezialisierter thematischer Fokus ohne ausreichend renditentr&#228;chtiges Reichweitenkapital oder Attraktivit&#228;t f&#252;r Bannerklicks und gl&#252;cklicherweise nicht unter dem Dach eines gro&#223;en oder kleinen Medienkonzerns.</p>
<p><strong>Heikles Ressort Medienjournalismus</strong></p>
<p>Denn der Medienjournalismus ist kompliziert und nicht selten heikel, da die eigenen Auftraggeber und Sozialversicherungsbeitr&#228;ger best&#228;ndig und kritisch beobachtet werden (m&#252;ssen). Medienseiten und -journale sind h&#228;ufig die ersten Einheiten nicht nur privat-kommerzieller Anbieter, die <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0804/media/0124/index.html">&#252;ber Bord gesto&#223;en</a> oder <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/das-gallische-dorf-ist-gefallen/">geg&#228;ngelt</a> werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Sein 10-j&#228;hriges Jubil&#228;um feiert das Altpapier mit 10 Gastbeitr&#228;gen bekannter Medienbeobachter, so zum Beispiel von <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2010/10/27/geschenkpapier-iii-altpapier-des-jahres">Sascha Lobo</a> und <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2010/10/28/geschenkpapier-iv-reden-wir-%C3%BCber-rundfunkgeb%C3%BChren">Stefan Niggemeier</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35514&amp;md5=8c272be1dea8d347db875275a58d707d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>„Qualit&#228;tsjournalismus“: Systemkrise des elit&#228;ren publizistischen F&#252;hrungsanspruchs</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 14:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Unwort vom Qualit&#228;tsjournalismus l&#228;sst sich als Muffe zwischen Ideologien und Interessen begreifen. In der Systemkrise klammert sich der Journalismus an dieses Bollwerk.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1c05be40c2944b94a0af1813652ed9a7" alt="" width="1" height="1" />Das Wort vom „Qualit&#228;tsjournalismus“ d&#252;rfte zu den meist verkl&#228;rten, meist verwirrten Begriffen f&#252;r die Beschreibung &#246;ffentlicher Kommunikation &#252;berhaupt geh&#246;ren.</p>
<p>Der Begriff dient auffallend h&#228;ufig als Muffe zwischen Ideologien und Interessen. Er wird zu einem aufgeladenen, aber letztlich bedeutungslosen Schlagwort. Alles, was eine Akteursgruppe nicht als „Qualit&#228;tsjournalismus“ begreift, ist ohne „journalistische Qualit&#228;t“ &#8211; und vice versa. „Qualit&#228;tsjournalismus“ ist heute mit dem gleichen Unwortpotential wie „Public Value“ aufgeladen.</p>
<p>Die Bewertung der Kernfunktion publizistisch ausgerichteter Angebote im Internet, Rundfunk und in der Presse – also des Journalismus – als Erfolg oder Misserfolg, ist aus &#246;konomischer wie aus publizistischer Perspektive wichtig. Die oftmals aggressiv gef&#252;hrte Debatte um den daraus gerne und oft extrahierten Begriff <strong>„<a href="http://www.dnews.de/nachrichten/altpapier/68214/altpapier-vom-mittwoch---loveparade-des-qualitats-journalismus.html">Qualit&#228;tsjournalismus</a>“ <em>(Anm 2011: dnews gab es mal; bitte beim heutigen altpapier schauen)</em> geh&#246;rt dabei zu den klassischen und in verl&#228;sslicher Regelm&#228;&#223;igkeit wiederkehrenden Themen des erweiterten Medienkosmos.</strong></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziologische_Systemtheorie">Systemtheoretisch</a> gesprochen, verstehen sich die H&#252;ter eines &#8220;qualit&#228;tsjournalistischen Grals&#8221; als m&#228;chtige <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/233/schirrmacher">Kommunikatoren</a>, die Rohinformationen einer Filterung unterziehen und ein Surrogat als Einweg-Kommunikation zur Rezeption bereitstellen. Das System &#8220;Management&#8221; begreift ein publizistisches Angebot dagegen &#252;berwiegend als Dienstleistung an Werbungtreibende, als ein zu bepreisendes <a href="http://www.fr-online.de/verlagsservice/mediadaten/">Produkt</a>. Die Leser als weiteres Teilsystem, zudem, sind nachfrage-orientiert offen und unterscheiden sich in ihren Erwartungen sowohl von den Vorstellungen der Redaktionen, als auch von denen des Managements. So haben Journalisten, Management, Nutzer und andere Anspruchsgruppen eigene, berechtigte Zug&#228;nge zu journalistischer Qualit&#228;t gem&#228;&#223; ihrer Interessen und Wahrnehmungen.</p>
<p>Das in den vergangenen Jahrzehnten von journalistischen Eliten aufgebaute moralische Bollwerk „Qualit&#228;tsjournalismus“, das den Anspruch auf hierarchische F&#252;hrung verteidigen und ein Berufsstandbild auch gegen&#252;ber Teilen des eigenen Systems „Redaktion“ &#8211; beispielsweise gegen den nach ganz eigenen Qualit&#228;tskriterien arbeitenden Boulevardjournalismus –, dem Management und nicht zuletzt gegen&#252;ber den Lesern auslegen soll, erf&#228;hrt sp&#228;testens mit dem Eintritt in das sich digitalisierende 21. Medienjahrhundert einen best&#228;ndig zunehmenden Druck von in der Vergangenheit untergeordneten Teilsystemen.</p>
<p><strong>Systemkrise des Journalismus alter &#220;berlieferung</strong></p>
<p>Publizistische Beitr&#228;ge werden in ihrem Wahrnehmungsraum entgrenzt und l&#246;sen sich zunehmend wie ein Fluss in einem Meer von Buchstaben auf. Das Internet sorgt zudem daf&#252;r, dass existenzsichernde Erl&#246;smodelle ins Wanken geraten und der an massenmediale Organisationen gebundene Qualit&#228;tsjournalismus einer finanziellen Erosion durch flexibel verteilte Werbebudgets unterworfen wird. Durch die geringen Markteintrittskosten im Internet verschiebt sich die professionelle Herstellung von &#214;ffentlichkeit hin zu einem neuen Idealismus von Publizit&#228;t. <strong>Semi-professionelle Blogs und Netzpublikationen im journalistisch-feuilletonistischen Sinn rei&#223;en das Pendel zwischen Wirtschafts- und <a href="http://carta.info/6592/alexander-kahlmann-schickler-kostenpflichtiger-universaljournalismus/">Kulturgut</a> auf die Seite der Publizistik zur&#252;ck.</strong> Die seit den sp&#228;ten 1980er Jahren zu beobachtende Balanceverschiebung hin zu einer &#214;konomisierung der Massenmedien erf&#228;hrt erstmals ein deutlich sichtbares Gegengewicht.</p>
<p>Selbst in der Wissenschaft grenzt es an den Griff in ein <a href="http://teambuntesfernsehen.ning.com/video/besonderheitenam-teich">Hornissennest</a> <em>(Anm. 2011: Clip &#252;ber Hornissennester in G&#228;rten ist leider weg) </em>sich mit dem Terminus „Qualit&#228;tsjournalismus“ zu befassen und zieht eine ganze F&#252;lle von Unannehmlichkeiten nach sich. Grunds&#228;tzlich ist die Frage nach Qualit&#228;t die Frage nach 1), der allgemeinen Gesamtheit von charakteristischen Eigenschaften und Beschaffenheiten; der G&#252;te von Personen, guten moralischen Eigenschaften. Philosophisch wird sie 2.), nach Aristoteles’ Ontologie als die nach den wesentlichen Eigenschaften eines Dings, die es zu dem machen, was es ist; in Kants Erkenntnistheorie ist Qualit&#228;t als eine Urteilsart und einer der die Erfahrung aufbauenden Verstandesbegriffe, gekennzeichnet. So weit die Brockhaus-Definition. &#220;bertragen bedeutet dies eine Melange aus Informations-, Bildungs-, Unterhaltungs-, Erziehungs-, Kontroll- und Kritikfunktion.</p>
<p><strong>Personenzentrierter Journalismus gestern und heute</strong></p>
<p>Galt im 20. Jahrhundert der Journalismus insgesamt noch als <strong>personenzentriert</strong> („tugend- und wertegeleitete, publizistische Pers&#246;nlichkeit“, Bl&#246;baum 2006), entwickelt sich die Breite des klassischen Journalismus im 21. Jahrhundert in Folge des durch das Internet entstehenden <a href="http://carta.info/3001/verlage-zwischen-web-20-vermarktung-und-krise/">Kostendrucks</a> immer st&#228;rker in einen mit Markennamen versehenen <strong><a href="http://netzwertig.com/2008/10/07/nach-internem-memo-ringier-mitarbeiter-fuerchten-newsroom/">Newsroom</a>- oder <a href="http://www.medienrauschen.de/archiv/das-ende-der-netzeitung-ist-hausgemacht/">Agenturjournalismus</a>.</strong> Redaktionsverkleinerungen und -zusammenlegungen, unver&#228;nderte &#220;bernahme von Agenturmeldungen, Verbreitung von PR-Meldungen oder Auslagerung der Recherche an Dritte beschreiben die konkreten Auspr&#228;gungen und widersprechen zunehmend den journalistischen Qualit&#228;tsnormen Durchschaubarkeit und Angreifbarkeit.</p>
<p>Anders Blogs und Netzpublikationen: Sie vereinen die Teilsysteme Publizistik und Leser vers&#246;hnlich ohne ein zwingendes Korsett der Renditeerwartung des Teilsystems Management. Die Harmonie zwischen Autoren und Lesern wird vor allem &#252;ber die ver&#228;nderten Funktionen des Tr&#228;gerkanals Internet bedingt: Anders als Massenmedien, die dem Kommunikator-Gesetz (one-to-many ohne kanalimmanenten R&#252;ckkanal) folgen, erm&#246;glicht das auf Interaktion basierende Internet nicht nur die Feedback-Funktion und Diskussion mit Autoren. Es gew&#228;hrt den journalistischen Qualit&#228;tsnormen wie Transparenz und Angreifbarkeit mehr und neuen Raum &#8211; in Form von Biographien, Bildern, Ver&#246;ffentlichungsarchiven der Autoren und ausf&#252;hrlichen Kontaktoptionen f&#252;r die Leser, die bislang nur z&#246;gerlich Eingang in das redaktionelle Selbstverst&#228;ndnis der sich gerne anonymisierenden Massenmedien gefunden haben (Beispiele sind personifizierte Redaktionsblogs oder die <a href="http://www.ftd.de">Financial Times Deutschland</a>).</p>
<p>Z&#228;hlte „Qualit&#228;tsjournalismus“ alleine in den vergangenen Jahrhunderten schon nicht als Garant f&#252;r hohes Einkommen, wird diese Gesetzm&#228;&#223;igkeit auch heute best&#228;tigt. Journalistische Blogs und Netzpublikationen haben kein dem Aufwand entsprechendes und  ertragreiches Gesch&#228;ftsmodell. <strong>Das Wesensmerkmal f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus ist im jungen 21. Jahrhundert wieder einmal der notwendige an Personen gebundene Idealismus.</strong></p>
<p>Ein Vergleich zur &#246;konomischen Einordnung: Der Gro&#223;teil des deutschen <a href="http://www.buchmesse.de/de/fbm/programm/themenschwerpunkte/kleinverlage/">Buchmarktes</a> ist durch leidenschaftliche Hobby-Autoren und Hobby-Verleger  gekennzeichnet – st&#228;rker als in jeder anderen Medienbranche.</p>
<p><strong>Ausfaltung neuer, qualit&#228;tsjournalistischer Oberfl&#228;chen</strong></p>
<p>Der Trend hin zu einem deutlich ausgepr&#228;gten Autorenjournalismus wird radikalisierend auf die &#214;konomisierung der klassischen kommerziellen Massenmedien wirken und f&#252;r eine weitere Konsolidierung/Marktbereinigung/Konzentration sorgen. Der an Massenmedien wie Zeitungen oder Fernsehen gekoppelte Anspruch zur Wahrung von journalistischer Qualit&#228;t in der Breite ist passé. Das Bollwerk aus „Alpha-Journalisten“ aggregiert zunehmend an einem anderen Ort und bekommt durch die Gesichter der Protagonisten eine neue Strahlkraft.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25552&amp;md5=bbac5168d33424477b891fa5ba3aa6ad" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vorratsdaten und die Logik der Datenkollektivierung: F&#252;r eine gesellschaftliche Kultur des Datenschutzes</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 14:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Auseinandersetzung um die Vorratsdatenspeicherung zeigt: Die Entfaltungsm&#246;glichkeiten der Digitalisierung erfordern auch eine neue Kultur des Datenschutzes, die nicht allein rechtlich festgeschrieben, sondern gesamtgesellschaftlich verankert sein m&#252;sste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/059d380b4e924a6db6a3760132851665" width="1" height="1" alt=""/>Die Politik vermittelt derzeit einen ebenso zerrissenen wie orientierungsschwachen <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutz-ist-sexy-Datensammeln-auch-849664.html">Eindruck</a>, was den <strong>Stellenwert der Privatsph&#228;re </strong>in der digital vernetzten Gesellschaft angeht. Die informationelle Selbstbestimmung des B&#252;rgers verkommt zu einer Art <strong>Verhandlungsmasse</strong>, die gegen Verletzungen derselben aufgeweicht wird. Eine Empfehlung zur Datenvermeidung zum Schutz der Privatheit, wie sie der Chaos Computer Club abgibt, l&#228;sst jedoch allein kein Vertrauen in die grundgesetzlich zugesicherten Freiheitsrechte, der S&#228;ulen unseres Systems, aufkommen. Sie kann bestenfalls ein Appell zur Bewusstseinsbildung sein, wirkt jedoch zuweilen schon wie das Eingest&#228;ndnis der Niederlage gegen&#252;ber dem diffusen Druck einer &#252;berm&#228;chtigen Technologie. Doch dem ist nicht so.</p>
<p><strong>Vorratsdaten vor dem Verfassungsgericht</strong></p>
<p>Am 15.12.2009 hat der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe &#252;ber die Zul&#228;ssigkeit der zeitlich befristeten Datenspeicherungspflicht verhandelt, die unter dem Titel „Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikations&#252;berwachung und anderer verdeckter Ermittlungsma&#223;nahmen“ (<a href="http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl107s3198.pdf ">PDF</a>) firmiert. Internet- und Telefonverbindungen sollen, so m&#246;chten es die Bundesregierung und einige Landesparlamente, ein halbes Jahr gespeichert und den zust&#228;ndigen Beh&#246;rden auf Wunsch zug&#228;nglich gemacht werden m&#252;ssen. Die Kommunikation in Mailsystemen sozialer Netzwerke ist nicht davon betroffen.</p>
<p>Gegen die Umsetzungspolitik der <strong>EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung</strong> (<a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:105:0054:0063:DE:PDF">PDF</a>) des ehemaligen Bundesinnenministers <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2016454_Laudatio-zu-Wolfgang-Schaeuble-Ideen-aus-dem-Arsenal-der-Diktatur.html">Wolfgang Sch&#228;uble</a> haben rund 35.000 Beschwerdef&#252;hrer geklagt und damit die umfangreichste Massenklage in der Geschichte des Bundesverfassungsgerichts eingereicht.</p>
<p>Die Kritik an dem geplanten Gesetz ist immens: Es wird als <strong>unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Eingriff in die Grundrechte der B&#252;rger</strong> erachtet, Daten ohne Anfangsverdacht auf Vorrat zu speichern. Die „anlasslose, verdachtsunabh&#228;ngige und undifferenzierte Vorratsdatenspeicherung“ &#252;ber sechs Monate – Verbindungs- und Standortdaten lassen sich unter anderem zu nahezu exakten Bewegungsprofilen zusammenstellen – impliziere Missbrauch und die systematische Verletzung von Pers&#246;nlichkeitsrechten sowie des Fernmelde- und Briefgeheimnisses. Neben der so unter Generalverdacht gestellten Gesellschaft versto&#223;e das neue Gesetz bewusst gegen das <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,666826,00.html">Redaktionsgeheimnis</a>, das Arztgeheimnis, die rechtsanwaltliche T&#228;tigkeit sowie gegen die Immunit&#228;t von Abgeordneten und Diplomaten. Und dennoch sind die Weichen zur systematischen Missachtung erk&#228;mpfter Rechte l&#228;ngst gestellt.</p>
<p>Lehnt das Gericht die Klagen ab, steht die Technische Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (<a href="http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/17738.pdf">PDF</a>) zur Umsetzung bereit. Unter den Kl&#228;gern: die heutige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Dass sich die amtierende Regierung als Kl&#228;ger und Beklagte gegen&#252;berstehenden ist bizarr, aber im Grunde Ausdruck der repr&#228;sentativen, periodisch veranlagten Demokratie.</p>
<p>Die W&#228;hler k&#246;nnen sich jedoch nicht in der Ahnung begn&#252;gen, mit der Verfassungsklage seien die digitalen Freiheitsrechte ausreichend gew&#228;hrleistet. Was wir brauchen ist mehr: die <strong>R&#252;ckbesinnung</strong> <strong>auf eine Kultur der selbstverst&#228;ndlichen Gew&#228;hrleistung von Privatheit</strong> und ihre Weiterentwicklung. Die Novellierung der deutschen Datenschutzrichtlinie in der letzten Legislatur allein hat dies – auch aufgrund von unternehmerischen Lobbyismus und verhaltener politischer Willensbekundung – nicht einzul&#246;sen vermocht. Die Rechtsprechung kann dabei unterst&#252;tzen.</p>
<p><strong>Sendungsbewusstsein ersetzt keine Mehrheiten<br />
</strong></p>
<p>Die Netz&#246;ffentlichkeit, die sich f&#252;r Kommunikationsfreiheit einsetzt, ist zwar mittlerweile gewachsen und kann auch schon mal laut werden, im Verh&#228;ltnis zur Gesamtbev&#246;lkerung ist sie jedoch verschwindend klein. Den sich mitunter avantgardistisch ghettoisierenden<strong> „Digital Natives“</strong> fehlt oft die weltliche R&#252;ckbindung. Breite Teile der Bev&#246;lkerung werden bewusst, manchmal auch arrogant ausgeschlossen. „Wir beherrschen die Belange der digitalen Kommunikation und wissen was gut ist, nicht ihr, die analoge Gesellschaft!“ – F&#252;r die Anh&#228;nger der Innovationsreligion gehe es um die Gesamtheit des digitalen Lebensraums. Ein Tenor, der den Verdacht des Dogmatismus auf den Plan ruft.</p>
<p>Neue, junge politische Gruppen wie etwa die <strong>Piratenpartei</strong> k&#246;nnen, wenn sie geeignete <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Halbnackte-Piraten-gegen-Nacktscanner-900955.html">Mittel</a> zur Ansprache der Bev&#246;lkerung finden, einen <strong>Prozess</strong> in die n&#228;chste, die parlamentarische Ebene tragen. Die Gr&#252;nen haben es Ende der 1970er Jahre als sozial- und umweltpolitische Alternative zu den etablierten Parteien vermocht; die innerparteilichen Gegens&#228;tze haben den Erfolg nicht aufgehalten. Um Ver&#228;nderungen in der Breite zu erreichen, bleibt es jedenfalls Voraussetzung, in der Bev&#246;lkerung ausreichende Mehrheiten zu finden. Nur so kann die Einschr&#228;nkung des privaten Lebensbereichs durch politische Programme langfristig einged&#228;mmt werden.</p>
<p>Um ein solches Bewusstsein in der Breite ist es freilich heute noch schlecht bestellt, die Informiertheit der politisch Verantwortlichen ist m&#228;&#223;ig, ihr Wille schwach – wozu heute auch B&#252;ndnis 90/ Die Gr&#252;nen z&#228;hlen; man <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2001/.pol">erinnere sich</a> an die rot-gr&#252;ne Koalition 1998-2005. Wenn der Exekutivapparat des Bundes und der L&#228;nder die <strong>Informationsfreiheit</strong> des B&#252;rgers mit <strong>Argwohn</strong> sieht – man m&#246;chte meinen, der Staat nehme sie f&#252;r sich selbst in Anspruch – kann das vom Bundesverfassungsgericht geschaffene „Grundrecht auf Gew&#228;hrung der Vertraulichkeit und Integrit&#228;t informationstechnischer Systeme“ und das Brief- und Fernmeldegeheimnis nur zum Teil Schutz bieten.</p>
<p><strong>Privatheit verteidigen</strong></p>
<p>Im <strong>Unternehmensbereich</strong>, auch au&#223;erhalb von Personalabteilungen, sind die Hemmungen, den h&#246;chstpers&#246;nlichen Lebensbereich systematisch zu ber&#252;hren, l&#228;ngst abgebaut. Es geh&#246;rt beinahe zum guten Ton, Verbraucherdaten zu speichern, auszuwerten, oder <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Mobilkom-Austria-verkauft-Ortsdaten-von-Handynutzern-889962.html">auch</a> <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-11/quelle-kundendaten-verkauf">weiterzuverkaufen</a> – ganz gleich, ob ein Einverst&#228;ndnis der Betroffenen vorliegt oder nicht. Ihre Legitimation erfahren Gesch&#228;ftst&#228;tige durch fragw&#252;rdige Zustimmungsklauseln und juristisch verquaste Aus- und Einschlussformulierungen zur seri&#246;sen Verwaltung von pers&#246;nlichen Informationen in den Allgemeinen Gesch&#228;ftsbestimmungen. Auch in den<strong> Social Networks</strong> wird von den Nutzern in Eigenregie dokumentiert, was den realen Nachbarn in der Regel verborgen zu bleiben hat. Ein Verzicht w&#228;re angemessen.</p>
<p>Untersuchungen zeigen, dass sich B&#252;rger in digitalen Sph&#228;ren nur unzureichend &#252;ber die Unterscheidung von Privat- und Sozialsph&#228;re im Klaren sind. W&#228;hrend sich die Verteidigung der Privatheit im dreidimensionalen Raum sehr pr&#228;zise gestaltet, ist online vieles, das &#252;ber Banking hinausgeht, durch Unsicherheit und Fehleinsch&#228;tzung gepr&#228;gt. Gerade der <strong>Mobilfunk</strong> und das <strong>Internet</strong> sind die digitalen Kommunikationskan&#228;le, die den h&#246;chstpers&#246;nlichen Lebensbereich nicht mehr einfach und deutlich bestimmen lassen.</p>
<p>Eine solche Gleichg&#252;ltigkeit und Unsicherheit gegen&#252;ber Pers&#246;nlichkeitsrechten auf Seiten der B&#252;rger und Unternehmen will, ja kann f&#252;r den Staat jedoch nicht Selbstverst&#228;ndnis sein. Der Auftrag zur Sicherstellung einer &#246;ffentlichen Ordnung und Gefahrenabwehr ist wie die Wahrung der Menschenrechte ein <strong>Gew&#228;hrleistungsmerkmal</strong>, das durch permanente Wiederholung f&#252;r jede noch so kleine G&#228;ngelei als Rechtfertigung l&#228;ngst jede Achtung des m&#252;ndigen B&#252;rgers eingeb&#252;&#223;t hat. Wer vor dem Hintergrund der betroffenen Rechtsg&#252;ter mit Effektivit&#228;t, Fortschrittsorientierung und sonstigen Zw&#228;ngen ins Feld zieht, argumentiert schlicht wie auch zynisch.</p>
<p>Im Gefolge des <strong>11. September 2001</strong> hat sich das Konzept der Angst, der Verbreitung von Unsicherheit vor einer diffusen Bedrohung durch viele Regierungen, auch der Europ&#228;ischen Union, &#246;ffentlich etabliert. Grundrechtseinschr&#228;nkungen werden mit der Abwendung terroristischer Gewalt begr&#252;ndet. Das Perfide daran: die Exekutive kann die nur schwach ausgepr&#228;gte Sensibilisierung der Bev&#246;lkerung um den Stellenwert der informationellen Selbstbestimmung mittels „allgemeiner Sicherheitsma&#223;nahmen“ gegen die B&#252;rger selbst in Stellung bringen. Umso mehr h&#228;tte die gesamte Gesellschaft – B&#252;rger, Politik, Unternehmen, &#246;ffentliche Einrichtungen, Institutionen des Sozialwesens – die Aufgabe, eine neue <strong>Demut</strong> gegen&#252;ber der Einengung des N&#228;chsten, die seine Grundrechte beschr&#228;nkt, einzu&#252;ben. Ohne ein solches Bewusstsein bleibt eine <strong>Steigerung des Gemeinwohls durch die Digitalisierung</strong> aus. Es geht um den Respekt des Staates vor seinen B&#252;rgern, die eine Administration erst erm&#246;glichen.</p>
<p><strong>Vorratsdaten im europ&#228;ischen Kontext</strong></p>
<p>Die bislang erreichte Einschr&#228;nkung der Weitergabe gespeicherter Verbindungsdaten (nur bei Verdacht auf schwere Straftaten wie Mord, Raub oder Kinderpornographie durch Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof, nicht etwa durch Amtsrichter, m&#246;glich) ist daf&#252;r allein nicht ausreichend. Das regul&#228;re Kollektivieren von Kommunikationsverbindungen hat selbst schon den schalen Geschmack des vermuteten Missbrauchs der Daten. Die H&#252;rde zur Datenspeicherung muss hoch sein und fr&#252;h greifen k&#246;nnen.</p>
<p>Als Vorbild f&#252;r den respektvollen Umgang mit Datenschutzbelangen der B&#252;rger durch H&#246;stgerichte kann das junge EU-Mitglied <strong>Rum&#228;nien </strong>dienen. Hier wurde die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung als verfassungswidrig <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Rumaenisches-Verfassungsgericht-Vorratsdatenspeicherung-verstoesst-gegen-Menschenrechte-870904.html">abgelehnt</a>, Artikel 28 der Verfassung <a href="http://www.cdep.ro/pls/dic/site.page?den=act2_2&amp;par1=2#t2c2s0a28">garantiert</a> die „Vertraulichkeit der Kommunikationsaktivit&#228;ten“. Ohne Wenn und Aber. Die Vorratsdatenspeicherung mache, so hei&#223;t es hier, die Ausnahme zur Regel und stelle einen exzessiven Eingriff in die Aus&#252;bung von Fernmelde- und Meinungsfreiheit dar. Es bed&#252;rfe einer Abw&#228;gung des Rechts des Einzelnen mit den Rechten der Allgemeinheit. Wenn der Schutz der Allgemeinheit jedoch das Wesen der Demokratie untergrabe oder gar zerst&#246;re, sei die Demokratie, die durch Recht verteidigt werden solle, <strong>ad absurdum</strong> gef&#252;hrt.</p>
<p>Rum&#228;nien, ein Land, das massiv unter offener geheimdienstlicher Sanktionierung gelitten hat und bis heute an den Folgen arbeitet, mag hier als besonders sensibilisiert f&#252;r den Umgang mit pers&#246;nlichen Daten gelten. Umso deutlicher legt das rum&#228;nische Verfassungsgericht den L&#246;sungsansatz f&#252;r den Umgang mit Freiheitsrechten in einem sich zunehmend digitalisierenden Europa vor: <strong>Kompromisslosigkeit</strong> in der Gew&#228;hrleistung, <strong>Verbesserung</strong> gegen&#252;ber der Vergangenheit.</p>
<p><strong>Rechtliche Perspektiven</strong></p>
<p>&#220;bertragen auf die „gefestigten“ Demokratien Westeuropas bedeutet dies, die Schutzmechanismen gegen den drohenden Missbrauch weiter auszubauen, anstatt die normative Kraft des Faktischen im Prozess der Digitalisierung f&#252;r die Abschmelzung des Datenschutzes zu missbrauchen.</p>
<p>Eine R&#252;cknahme der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung von 2006 durch den<strong> Europ&#228;ischen Gerichtshof </strong>in Luxemburg auf Basis der Europ&#228;ischen Menschenrechtskonvention kann den notwendigen Impuls f&#252;r einheitliche Schutzregeln in der gesamten Europ&#228;ischen Union setzen und Rechtssicherheiten in bislang unentschlossenen EU-Mitgliedern (etwa &#214;sterreich) gew&#228;hren.</p>
<p>Gegen diesen Weg spricht aktuell die Ratifizierung des <a href="http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/PolitikGesellschaft/EuropaInternationales/Stockholmer_Programm/sp_node.html">Stockholmer Programms</a> als Mehrjahresprogramm f&#252;r die Bereiche Justiz und Inneres durch den <strong>EU-Rat</strong> im vergangenen Jahr. Vorbild f&#252;r das „Stockholmer Programm“ sind die Aufgabenbereiche und Durchf&#252;hrungsverfahren des <strong>Heimatschutzministeriums der USA</strong>, als solches Ausdruck eines albtraumgetriebenen Misstrauens gegen&#252;ber einer zivilisierten Welt und unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Schikanierung bis grober Verletzung von Grundrechten der eigenen und in die USA einreisenden B&#252;rger.</p>
<p>Der Kommentar des amtierenden deutschen Innenministers Thomas de Maizière, das Dokument trage <strong>„Sch&#228;ubles Handschrift“</strong> und nicht die eigene, beruhigt nicht. Im Gegenteil: das „Stockholmer Programm“ ist in Teilen das Werk abgew&#228;hlter Volksvertreter und sollte, dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskontinuit%C3%A4tsprinzip">Diskontinuit&#228;tsprinzip</a> folgend, zumindest an die aktuellen Entscheidungen von H&#246;chstgerichten der EU-Mitglieder angepasst werden.</p>
<p>Der liberalen Regierungsfraktion ist die Aufnahme des Schutzes der B&#252;rgerrechte nur auf Deutschland bezogen die Ehre wert. R&#252;ckblickend auf die Bundespolitik der letzten zehn Jahre bleibt die Skepsis um die rechtstaatliche Gew&#228;hrleistung – Freiheitsrechte im Sinne des Grundgesetzes k&#246;nnen nur so bedingungslos umgesetzt werden, wie sie von den Gr&#252;ndern der Bundesrepublik vorgesehen sind.</p>
<p>Nur &#252;ber die Aufnahme des Internet als soziotechnisches Kommunikationssystem in den Schutzbereich von Art. 5 des Grundgesetzes und den Optionen der modernen Fern- und Nahkommunikation (Kurznachrichten, Mailboxsysteme, etc.) in Art. 10 l&#228;sst sich ein langfristiges Bewusstsein f&#252;r einen modernen Schutz der altehrw&#252;rdigen Grundrechte schaffen. Datensammler wie auch kl&#228;ffende Wachhunde d&#252;rfen nur zu den Orten gelassen werden, an denen sie unbedingt und unersetzbar notwendig sind. Macht braucht Grenzen und ausgewogene Kontrolle.
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		<title>Netzneutralit&#228;t und Multimedia-Inhalte: Quo vadis?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 13:58:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[F&#252;r die Medienwirtschaft ist die Netzneutralit&#228;t heute Voraussetzung, um multimediale Inhalte zu verbreiten und die damit verbundenen Refinanzierungsmodelle zu bedienen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ef785c4cb6914b3ab5d7857e6d4c8c9c" alt="" width="1" height="1" /><em>von Jan Krone und <a href="http://social.semantic-web.at/index.php/Tassilo_Pellegrini">Tassilo Pellegrini</a></em></p>
<p><strong>Roaming-Geb&#252;hren</strong> f&#252;r Auslandsverbindungen und <strong>Terminierungs-Entgelte</strong> f&#252;r Inlandsverbindungen sind heutzutage auf dem Mobilfunkmarkt selbstverst&#228;ndlich. <strong>Portokosten</strong> f&#252;r den Brief- und Paketversand werden von der Wirtschaft ebenso wie von Privatpersonen akzeptiert – als Dienstleistungsgeb&#252;hr f&#252;r Aufgabe, Transport und Zustellung von Kommunikation, Information und Waren. Je l&#228;nger ein Gespr&#228;ch dauert, je mehr Netze privater Dienstleister f&#252;r die Zustellung in Anspruch genommen werden, je gr&#246;&#223;er und schwerer Waren sind, desto h&#246;her ist die Geb&#252;hr.</p>
<p>&#220;bertragen auf das Internet beschreibt diese Auspr&#228;gung eine Form von <strong>regulierter Netzneutralit&#228;t</strong>.</p>
<p><strong>Netzneutralit&#228;t</strong> gew&#228;hrleistet den <strong>freien Zugang</strong> zu Transportnetzen unterschiedlichster Spezifikation <strong>ohne Diskriminierung</strong> der Inhalte und G&#252;ter im Rahmen der f&#252;r einzelne Netze geltenden Gesetze. <strong>Die Netzneutralit&#228;t im Internet ist gegenw&#228;rtig weitgehend unreguliert</strong>. Sie fu&#223;t bislang auf einer internationalen Vereinbarung &#252;ber die Interkonnektivit&#228;ts-Regelungen der Netzwerkbetreiber.</p>
<p>F&#252;r die Nutzer eines Service-Angebots im Internet gilt: das Einspeisen ebenso wie das Abrufen von Information muss bezahlt werden. Ein Multimedia-Unternehmen bezahlt f&#252;r den eingespeisten Traffic an seinen Access-Provider. Der Internet-User bezahlt f&#252;r den Netzzugang an seinen Service-Provider.</p>
<p>Bislang <strong>unentgeltlich</strong> ist die <strong>Durchleitung von Datenpaketen durch fremde Netze</strong> auf dem Weg vom Server zum Client. Von der Multimediawirtschaft ebenso wie von den Usern wird dies bislang als eine Art <strong>„Wegerecht“</strong> wahrgenommen; es ger&#228;t jetzt jedoch ins Blickfeld der Anbieter von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Backbone_%28Telekommunikation%29">Backbone-Netzen</a> (<strong>Netzwerkbetreiber</strong> wie beispielsweise die Deutsche Telekom AG oder <a href="http://unternehmen.telekom.at/Content.Node/innovation/netzinfrastruktur-backbone-netz.php">Telekom Austria</a>), die hier <strong>neue Erl&#246;spotenziale </strong>in Zeiten eines best&#228;ndig sch&#228;rfer werdenden Wettbewerbs erschlie&#223;en wollen.</p>
<p>Angesto&#223;en in den USA im Jahr 2005, hat die Auseinandersetzung um die <strong>Bepreisung von Vertriebswegen im Internet</strong> auch Europa erreicht. Das <strong>EU-Parlament</strong> stimmte der Kommissions-Vorlage, dem 2. EU-<a href="http://www.europarl.europa.eu/oeil/FindByProcnum.do?lang=en&amp;procnum=COD/2007/0247">Telekommunikations-Paket</a> zu. Darin enthalten ist einerseits die vertraute Garantie des offenen Zugangs zu Kommunikationsnetzen. Andererseits enth&#228;lt die Richtlinie <strong>keine Verpflichtung</strong> zur Aufrechterhaltung des bedingungslos <strong>freien Durchleitens</strong> von Datenpaketen.</p>
<p>Lediglich das <strong>Verkehrsmanagement</strong> der Netzbetreiber muss offen gelegt und <strong>Mindeststandards der &#220;bertragungsqualit&#228;t</strong> m&#252;ssen eingehalten werden.</p>
<p>Die Netzbetreiber sehen nun, nach anhaltenden Gespr&#228;chen im Rahmen und Umfeld der Internationalen Fernmeldeunion (<a href="http://www.itu.int/net/about/index.aspx">ITU</a>), die Zeit gekommen: Nicht mehr nur dem User oder dem Anbieter  soll der Datentransport in Rechnung gestellt werden, sondern den dateneinspeisenden Akteuren je nach Volumen die Dienstleistung <strong>„Datentransport fremder Inhalte“</strong> im weitesten Sinn. Der <strong>Kostenfaktor Vertrieb</strong> wird dadurch bei der Produktkalkulation f&#252;r<strong> Breitbandinhalte im Internet</strong> neu bestimmt.</p>
<p>Konkret: In einer denkbaren <strong>Variante 1</strong> m&#252;sste etwa RTL f&#252;r die Transportkosten seiner Video-Files aufkommen, sobald die Angebote au&#223;erhalb des heimischen Access-Providers bzw. des Backbone-Netzes abgerufen werden. In der <strong>Variante 2</strong> w&#228;ren es die Nutzer, die Entgelte f&#252;r Angebote zu zahlen h&#228;tten, wenn sie sich au&#223;erhalb des Versorgungs-Backbones befinden w&#252;rden.</p>
<p>Von Seiten der <strong>Netzwerkbetreiber</strong> wird argumentiert, dass die <strong>&#252;berbordende Datenlast</strong>, die sich aus zunehmenden Multimedia-Inhalten im Netz ergibt, den Ausbau bestehender Infrastrukturen notwendig mache und somit evolution&#228;re Abrechnungsmodelle eingef&#252;hrt werden m&#252;ssten. So k&#246;nnten Mittel f&#252;r einen weiteren Infrastruktur-Ausbau erworben, oder, einfach genommen, das Gesch&#228;ftsfeld Breitbandnetz wesenstypisch bearbeitet werden. F&#252;r die Medienwirtschaft, als auch f&#252;r die kommunizierende Gesellschaft, ist die Netzneutralit&#228;t heute gr&#246;&#223;tenteils Voraussetzung, um multimediale Inhalte zu verbreiten und die damit verbundenen Refinanzierungsmodelle – wie etwa Werbung – zu bedienen.</p>
<p>Die <strong>Schnittmenge f&#252;r die Multimediabranche</strong> bilden dabei haupts&#228;chlich die Angebote <strong>Web-TV</strong> und <strong>Mediatheken</strong>. Deren Markterfolg steht aktuell im Verdacht, nur unter einer Beibehaltung der Netzneutralit&#228;t zu funktionieren. <strong>File-Sharing-Netzwerke</strong> f&#252;r Musik oder Filme w&#252;rden in diesem Szenario quasi <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netzbetreiber-wollen-Routen-sichern-854376.html">nebenbei</a> zur Geschichte in der &#246;konomischen Entfaltung eines globalen Kommunikationsnetzwerkes.</p>
<p>F&#252;r die Multimediabranche wird ein Spannungsverh&#228;ltnis mit den Netzbetreibern durch eine offensichtlich <strong>falsche Grundannahme eines frei zu bewirtschaftenden Gutes Internet</strong> deutlich: Die das Internet bildenden Netzwerke waren gr&#246;&#223;tenteils schon immer private Netze, in denen mittlerweile zus&#228;tzliche Gesch&#228;ftsmodelle der Betreiber ausgerollt werden.</p>
<p>Eine <strong>uneingeschr&#228;nkte Netzneutralit&#228;t</strong> kann somit in dieser Hinsicht <strong>nicht</strong> als nat&#252;rliche Grundvoraussetzung interpretiert werden.</p>
<p>Das scheinbar historisch erworbene <strong>„Wegerecht“</strong> im Internet von Individual-Nutzern wie auch netzbasierten Service-Providern ohne eigene Infrastruktur findet jedoch zunehmend <a href="(http://carta.info/16863/koalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik/">politische Unterst&#252;tzung</a>. Inwieweit allerdings die <strong>Kommunikationsfreiheit einer Gesellschaft</strong> von breitbandigen Multimedianageboten im Internet abh&#228;ngig w&#228;re, wenn schmalbandige Kommunikation (E-Mail, Messaging, HTML usw.) unber&#252;hrt bliebe, stellt die Anspr&#252;che auf kostenneutrale Durchleitung von Breitbandinhalten in Frage.</p>
<p>Die als <strong>L&#246;sung</strong> f&#252;r die Problematik aus dem Rundfunkrecht bekannten <a href="http://www.obs.coe.int/about/oea/pr/irisspecial2005_2.html.de">Must-Carry-Regelungen</a> f&#252;r gesellschaftlich relevante Angebote umfassen jedoch <strong>keineswegs Entgeltbefreiungen</strong> f&#252;r die Datendurchleitung. Must-Carry-Regelungen k&#246;nnen im Rahmen einer zu regulierenden Netzneutralit&#228;t mit Durchleitungsentgelt-Obergrenzen f&#252;r spezifische, dem Gemeinwohl dienenden Informationsdatenstr&#246;men ausgestaltet werden. In Deutschland zust&#228;ndig: die <a href="http://www.bundesnetzagentur.de/enid/fbb4e5e17e19edf885fc47c4cf7d9bbf,0/Die_Bundesnetzagentur/Ueber_die_Agentur_sa.html">Bundesnetzagentur</a>.</p>
<p><strong>Ungel&#246;st</strong> und unbesprochen in diesem Kontext ist heute weitestgehend die <strong>Definition</strong> von <strong>„breitbandigen“</strong> und <strong>„schmalbandigen“</strong> Inhalten sowie deren spezifische Identifikation unter allen Netzdiensten als besonders zu sch&#252;tzende Angebote f&#252;r Meinungsfreiheit, Beitrag zur politischen Willensbildung und Informationsfreiheit.</p>
<p>Letztlich entwickeln sich die <strong>Backbone-Provider zu einem Katalysator f&#252;r die digitalen Multimediam&#228;rkte</strong> – wie auch andere Netzwerke in anderen Branchen (Post, Mobilfunk).</p>
<p>Die <strong>Innovationskraft</strong> des Internet steht im Spannungsverh&#228;ltnis zwischen Kommunikationsfreiheit und Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit und zwischen Netz und Inhalt. Ein Spannungsverh&#228;ltnis, das politisch zu l&#246;sen ist und bei der es auf <strong>konsensuales Vertriebsmanagement</strong> ankommt.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19319&amp;md5=92c97469aca3de2c211dda3101202b89" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine Apokalypse der klassischen Medienindustrie?</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 15:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Medien- und Nutzungswandel k&#246;nnte zu einer Implosion der gesamten klassisch-kommerziellen Medienindustrie f&#252;hren. Kommunikationsr&#228;ume sind ohnehin viel interessanter als Einwegkommunikation. Nur: Ist das auch mainstreamf&#228;hig?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a876d15b56984bf06cc669c46e18d3" alt="" width="1" height="1" />K&#252;rzlich schrieb ich <a href="http://carta.info/9636/medienkonjunktur-oder-medienkrise-its-the-nutzerbindung-stupid/">hier</a> zur &#220;berwindung der Medienkrise:</p>
<blockquote><p><em>Am Ende wird den Medienunternehmen schlicht die &#220;berzeugung in die eigene Produktqualit&#228;t helfen &#8212; und ein  intelligentes Absichern von Werbepreisniveaus.</em></p></blockquote>
<p>Doch: So sicher ist die Zukunft der Werbefinanzierung und der klassischen Medienindustrie nicht. Bleibt es bei der hergebrachten Konzentration auf eine &#252;berwiegende Werbefinanzierung ist es denkbar, dass sich die Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbefinanzierung mittelfristig zu einer <strong>Apokalypse der Medien<em>wirtschaft</em></strong> entwickeln kann.</p>
<p>Was nicht bedeutet, dass in Zukunft ein geringeres Bed&#252;rfnis nach Werbetr&#228;gern erwartbar w&#228;re. Nein! Der Trend zeigt durch die Vermehrung von Nischenangeboten sogar deutlich nach oben. Folgt man der dem Gesch&#228;ft eigenen Logik der Zielgruppenansprache, sind Nachfrager nach so genannten spezifischen soziodemographischen Gruppen mit der Preisgestaltung f&#252;r Werberaum der klassischen, aber auch neuen Medien immer weniger zufrieden. Die fehlende <strong>Intermedia-W&#228;hrung</strong>, die einheitliche Orientierungsgr&#246;&#223;e zur Werthaltigkeit konkurrierender Werbe-Oberfl&#228;chen, klemmt in der Falle der Besitzstandswahrungen und Bauchnabelschauen. Mit unangenehmen, zum Teil nur mittelbar abh&#228;ngigen Effekten:</p>
<p>Das <strong>Preisniveau im Internet</strong> f&#228;llt aufgrund permanenter Angebotsausweitung im Special-Interest-Segment. Angebot und Nachfrage! Beg&#252;nstigt durch, gemessen an den klassischen Medien, marginalen <strong>Markteintrittsbarrieren</strong>. Die Kosten f&#252;r den Unterhalt von Websites sind au&#223;erordentlich gering: Facebook beispielsweise „versorgt“ rund 200 Millionen <em>aktive</em> und von der Werbung wie den Medien hei&#223;geliebte Nutzer mit weniger als 1.000 Mitarbeitern. Auch sorgen eine nahezu un&#252;berschaubare F&#252;lle von Vermarktungs-Tools und Reichweiten-Definitionen nicht unbedingt f&#252;r stabile Preise. <strong>Tendenz: st&#252;rmische See ohne verl&#228;ssliche Navigatoren</strong>.</p>
<p>Das <strong>Fernsehen</strong> bewegt sich sukzessive in die N&#228;he des Radios als anerkanntes <strong>Nebenbei-Medium</strong>. Werbespots werden bereits heute so produziert, dass ein „Schauen“ nicht mehr n&#246;tig ist. Den Zusehern wird in den Raum „hinterhergerufen“. <strong>Printmedien</strong> verlieren insgesamt kontinuierlich an Abdeckung des Leserpotentials (Internet und Print verlangen nach einer aktiven Informationsaufnahme, die im Medienzeitbudget der Nutzer nicht beliebig ausdehnbar ist – von der Parallelnutzung bleiben sie, anders als Fernsehen und Radio, ausgeschlossen); das <strong>Kino</strong> schafft es strukturell bis heute nicht, die Einzigartigkeit der Rezeptionssituation, das intime Verh&#228;ltnis zwischen Besucher und dargebotenem Inhalt im Vorf&#252;hrungssaal kommunizieren und vermarkten zu k&#246;nnen.</p>
<p>Lediglich das <strong><a href="http://www.agma-mmc.de/files/PM-EckdatenRadio2009-II.pdf">Radio</a></strong> und das <strong>Plakat</strong> als Au&#223;enwerbefl&#228;che bleiben von diesen Entwicklungen gr&#246;&#223;tenteils unber&#252;hrt. Ihr Platz im Medienrepertoire der Nutzer ist vom Medienwandel qua Digitalisierung ausgenommen. Ohne erwartbare Ver&#228;nderung in der Zukunft. <strong>Tendenz: das sehen auch die Werbungtreibenden so.</strong></p>
<p>In der Summe kann der mit dem<strong> technischen Medienangebotswandel</strong> einhergehende <strong>Mediennutzungswandel</strong> zu einer andauernden <strong>Schrumpfung</strong> des gesamten <strong>kommerziellen Medienmarktes</strong> und dessen Beitr&#228;gen zu <strong>volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen</strong> f&#252;hren. Langer Satz, aber Kernaussage!</p>
<p>Hei&#223;t das, dass sich die Mediennutzer nicht mehr f&#252;r ihre liebgewonnene <strong>Unterhaltung</strong> oder <strong>Information</strong> interessieren und sich von den Produzenten/Redaktionen abwenden und damit die Werbevermarktung gleich „irgendwohin“ mitnehmen?</p>
<div id="attachment_12348" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/media2.jpg"><img class="size-medium wp-image-12348" title="media2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/media2-300x201.jpg" alt="asdfsdfasdf" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">F&#228;llt die „Digital Generation“ irgendwann in „analoge Nutzungsmuster“ zur&#252;ck?</p></div>
<p>Nein, nicht zwabgsl&#228;ufig. Aber gemessen an der <strong>Gratifikationserwartung der Nutzer</strong> liegt die Option der interpersonalen Kommunikation zusammengenommen vor der der Nutzung von „Einwegkommunikation“ redaktionell gestalteten Medieninhalts. Punkt. Ein der Bedeutung unangemessener Vergleich zwischen Kennwerten der <strong>Telekommunikationsindustrie</strong> und der <strong>Medienindustrie</strong> verdeutlicht das Verh&#228;ltnis auf nahezu jeder statistischen Ebene.</p>
<p>Diese <strong>Gedanken</strong> zur Ausbreitung von neuen Kommunikationsr&#228;umen in einer von klassischen Medienunternehmen besetzten Sph&#228;re und deren &#246;konomische Auswirkungen heben die wichtigste Ressource des Mediengesch&#228;fts, die Nutzer, auf ein noch nicht dagewesenes Niveau der strategischen Beachtung. Das, was derzeit von einer, gemessen an der Gesamtbev&#246;lkerung relativ kleinen Gruppe von Netzaffinen, jungen Menschen, Technikbegeisterten, der Medienszene selbst, als <strong>Wandel der Kulturtechnik Mediennutzung sowie der Medienwirtschaft</strong> messbar verk&#252;ndet wird, muss zuvor einer Reihe von Problemstellungen standhalten, will sie, die kleine Gruppe der Gesellschaft, den Anspruch auf Weisheit beanspruchen:</p>
<p>Wie verh&#228;lt sich der aktuell zu beobachtende <a href="www.ipmz.uzh.ch/media/downloads/keynote.pdf">Wandel</a> der Mediennutzung als signifikante Gr&#246;&#223;e zu den Sozialisationsetappen der Altersgruppen in der Gesellschaft? F&#228;llt die „Digital Generation“ im Zuge der sich ver&#228;ndernden Lebensumst&#228;nde (Beruf, Familie, Privatheit), sich einstellender Langeweile im Umgang mit neuen medialen Optionen, Umweltbewusstsein (Energiebilanz Endger&#228;te) oder Restrukturierungen des eigenen Zeitbudgets („Zeitfresser“ Online) in „analoge Nutzungsmuster“ zur&#252;ck und <a href="http://www.faz.net/s/Rub28EF38B483C94193A70B58D41ADA26A4/Doc~EF085847FE2EF4F848C88854F7DEB8A4C~ATpl~Ecommon~SMed.html">bereinigt</a> ihren Kommunikationsraum um viele „Freunde“? Welche Bedeutungen werden den technischen Endger&#228;ten beigemessen und welchen Grad der Alltagsnotwendigkeit erfahren Medien unabh&#228;ngig von den durch sie transportierten Inhalten?</p>
<p>Ein heute nicht abschlie&#223;end zu beantwortendes B&#252;ndel an Fragen. Ein Dilemma f&#252;r die Entscheidungstr&#228;ger der kommerziellen Medien, die nicht nur Verantwortung f&#252;r die H&#246;he der Rendite tragen. Die Beantwortung der Frage, ob es sich wirklich um eine <strong>Apokalypse der Medien<em>wirtschaft</em></strong> handelt, k&#246;nnen die heute 13J&#228;hrigen in 20, 25 Jahren beantworten.<br />
<a href="http://www.legalthoughts.de/2008/03/douglas-adams-hat-abgeguckt/">42</a>!?
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		<title>Pay-TV in Deutschland: Keine heiteren Aussichten f&#252;r &#8220;SKY&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/11641/pay-tv-in-deutschland-aus-premiere-wird-sky/</link>
		<comments>http://carta.info/11641/pay-tv-in-deutschland-aus-premiere-wird-sky/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 16:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus Premiere wird Sky. Die Parameter des deutschen Fernsehmarktes sprechen gegen eine Erfolgsgeschichte. Den Kabelnetzbetreibern, die ebenfalls in den Abonnementfernseh-Markt dr&#228;ngen, ist das Produktb&#252;ndel Sky Deutschland hoffnungslos unterlegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9b1ce111ee764a33001bf84681e86b" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kommerzielles Abonnentenfernsehen hat es auf dem deutschen Markt nie leicht gehabt. Das in Deutschland schon immer &#252;berschaubare Angebot an Exklusiv-Fernsehen k&#228;mpfte schon in der Vergangenheit – vor der Digitalisierung der Verbreitungswege – gegen ein erdr&#252;ckendes Spektrum &#246;ffentlich-rechtlicher und kommerzieller Anbieter.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die betriebswirtschaftlich angenehme Aufgabe eines vorfinanzierten Programm-Managements ohne die Anforderung, ein Publikum von jeder Sendeminute auf die andere neu begeistern zu m&#252;ssen, f&#252;hrte auch mit nach Branchenansicht wertvollstem Content nicht zu den erhofften Ergebnissen (<em>Meedia</em>: <a href="http://meedia.de/nc/details/article/XXX_100020241.html">Premiere verliert 80 Millionen in 90 Tagen</a>). Dennoch muss festgehalten werden, dass sich <strong>Premiere  auch angesichts Eigent&#252;mer-Wirrwarrs und Finanzierungs-Zirkus erstaunlich stark in der Fernsehlandschaft verankern konnte</strong>. Diese Verankerung ist indes nur wenigen Ursachen geschuldet, die es heute – nach der teuren und im gesamten Werbe-Gesch&#228;ft nicht unwillkommenen Umfirmierung – zu betrachten gilt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ohne auf die besondere Rezeptionssituation in durchschnittlichen Fernsehhaushalten eingehen zu wollen, soll der Blick auf die <strong>Verbreitungswege</strong> und die <strong>Programminhalte</strong> gelenkt werden. Der Sommer 2009 markiert einen weiteren Versuch der <em>News Corporation</em>, auf einem der ertragreichsten Fernsehm&#228;rkte der Welt Fu&#223; zu fassen. Eines vorweg: Was beispielsweise mit <em>TM3</em> in den 1990er Jahren nicht gelang, droht sich heute zu wiederholen. Zu deutlich sprechen die Parameter des deutschen Fernsehmarktes gegen eine Erfolgsgeschichte. Nicht zuletzt ist der Name <em>Sky</em> zugleich auch Programm f&#252;r Rupert Murdochs satelliten-gest&#252;tztes (Abonnenten-)Fernsehnetzwerk. H&#252;bsche Kampagne hin, h&#252;bsche Kampagne her – mit 100 Millionen Euro Werbevolumen <a href="http://www.sueddeutsche.de/l5a38D/2952701/Himmelsstuermer.html">geht man an den Start</a> – <strong>das Produktb&#252;ndel <em>Sky Deutschland</em> ist den Kabelnetzbetreibern, die in den Abonnementfernsehmarkt dr&#228;ngen, hoffnungslos unterlegen.</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><br />
</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/5cP4Uu2wo3I&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/5cP4Uu2wo3I&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<pre style="margin-bottom: 0cm;">Spot von Sky Deutschland zum Relaunch:
Gro&#223;e Gef&#252;hle, Barack Obama und Matthias Steiner.</pre>
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Den <strong>regionalen Netzbetreibern</strong>, die aus der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hervorgingen, <strong>gelingt es immer besser, durch Digitalisierung ihrer Netze selber als Anbieter von Pay-TV-Bouquets in Erscheinung zu treten</strong> – trotz der besonderen deutschen Situation mit <a href="http://www.computerbase.de/lexikon/Netzebene_%28Kabelnetz%29">vier Netzbetreiber-Ebenen</a> und der deshalb schwierigen, direkten Haushaltsansprache („Letzte Meile“). Die Markt&#252;berlegenheit ist erdr&#252;ckend.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Anders als beispielsweise in <strong>Italien </strong>oder <strong>Gro&#223;britannien</strong> mit unter 20 Prozent liegt der Anteil der Kabelhaushalte 2008 in <strong>Deutschland </strong>bei &#252;ber 50 Prozent, in Belgien gar bei mehr als 90 Prozent aller TV-Haushalte. Nun wird das von <em>Sky Italia</em> und <em>BSkyB</em> &#252;ber die Alpen und Nordsee rotierte Management beruhigend feststellen, dass die Digitalisierungsquote im Astra-Netz erheblich h&#246;her liegt als bei den Kabelnetzbetreibern. Und dass die Aufr&#252;stung analoger Kabelnetze erheblich mehr Kosten verursacht, als orbitale Sendetechnik und erdene Empfangsanlagen in den Markt zu bekommen. Ebenso wird man feststellen, dass der Rechtepool der <em>News Corporation</em> dauerhaft in der Lage ist, sogenannten werthaltigen Content exklusiv anzubieten und damit ein Hauptproblem des zuletzt kr&#228;nkelnden <em>Premiere</em> behoben w&#228;re.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">50 Prozent Marktanteil bei direkten Kundenbeziehungen und schrittweisem, auch gef&#246;rdertem Ausbau erdgebundener Verteilnetze f&#252;r Rundfunk und <em>Telekommunikation? </em><strong>Telekommunikation</strong>!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ehemals auf den Vertrieb, auf die Durchleitung von Rundfunkprogrammen beschr&#228;nkte Unternehmen erschlie&#223;en sich Haushalt um Haushalt &#252;ber bequemes, fachdeutsch &#8220;Transaktionskosten sparendes&#8221; genanntes, <strong><em>Triple Play</em></strong>. Es ist nicht mehr nur der <strong>Rundfunk</strong> im Angebot, es sind die attraktiven Datendienste, also <strong>IP-Telefonie</strong> und <strong>Internetzugang</strong>, die &#252;ber den Fernsehkabelanschluss in <em>einem</em> Paket zu<em> einem</em> Preis von <em>einem </em>Anbieter die Nachfrage stimulieren. <strong>Fernsehen wird in Zukunft nur noch ein Teil des Produktumfangs sein.</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Von diesem (Kommunikations-)Markt ist Sky ausgeschlossen. Nebenbei forcieren die Kabelnetzbetreiber zus&#228;tzlich eigene Satellitenplattformen f&#252;r den Vertrieb ihrer Programmpakete. Den Grundstein f&#252;r diesen Beitrag legte der Verkauf der <em>Premiere</em>-Anleihen durch <em>Unitymedia</em> an die <em>News Corporation</em> 2008. Warum, so die erste Frage, trennt sich ein gro&#223;er regionaler Kabelnetzbetreiber von der Marke, die seinen Weg in das Abonnentenfernsehen erst erm&#246;glichte? Letztlich ganz einfach: Man brauchte <em>Premiere</em> nicht mehr<em>. Premiere</em> hat seine Funktion – fast – erf&#252;llt. Auch wenn mit dem Sender <em>Arena</em> ein eigener Versuch mit dem Erwerb der Fu&#223;ball-Bundesligarechte und anschlie&#223;ender Selbstvermarktung scheiterte.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Heute, und in Zukunft wohl noch verst&#228;rkt, treten Kabelnetzbetreiber nicht nur als Telekommuikations-Provider, sondern sukzessive als „Re-Packaging-Pay-TV-Anbieter“ auf – durch eine Vorw&#228;rts-Integration auf der vertikalen Wertsch&#246;pfungss&#228;ule. Kabelnetzbetreiber bieten ihren schon vorhandenen Kunden mit der monatlichen Versorgungsgeb&#252;hr individuelle Pay-TV-Bouquets an. Und das in einer Vielzahl, wie sie ein Unternehmen ohne eigenes Vertriebsnetz zu leisten nicht imstande ist und sein wird.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vor dem Hintergrund einer nicht zuletzt durch Rabatts&#252;nden schwierig gewordenen Werbefinanzierung, insbesondere f&#252;r Spartenprogramme, fl&#252;chten immer mehr Programmveranstalter in die Pay-TV-Bouquets gro&#223;er Marken. Diese Option nutzt <em>Sky </em>nat&#252;rlich ebenso. Doch ist die Flexibilit&#228;t in der Preisgestaltung begrenzt. Lassen sich von den Kabelnetzbetreibern Programmpaktete f&#252;r jeden Wunsch der Haushalte zusammenstellen, ist die Marke <em>Sky Deutschland</em> ungleich schwerer von der Werbekommunikation um Premium-Inhalte abzul&#246;sen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Auch hat sich die Bedeutung des Programm-Angebots im Pay-TV-Markt verschoben. Man k&#246;nnte Fernsehen allgemein als Gattung auch &#252;berspitzt ein Verlegenheits-Medium nennen. Der exklusive Inhalt verliert seinen Informationsvorsprung und kann maximal mit seinem Eventcharakter Punkte in den Haushalten und/oder Sportbars sammeln. Galten bislang Sport, Erotik, Kinolangfilme, Dokumentationen und Kinderprogramme auch in dieser Hierarchie als Alleinstellungsmerkmale im Angebotsspektrum des Fernsehens in Deutschland – neben den als Zwangs-Pay-TV missverstandenen &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltern –, sind es heute vornehmlich Sport, gefolgt von Kinderprogrammen und fremdsprachigen B&#252;ndeln, die die Nachfrage nach Pay-TV ausl&#246;sen. Die Erotik gibt es im Internet gratis, Kinolangfilme ebenso und notfalls legal &#252;ber eine gro&#223;e Auswahl von <em>On-Demand-Services</em>. Alles &#252;ber die Datennetze, die ein Kabelnetzbetreiber auch offeriert. Wie lange Kinderprogramme eine tragf&#228;hige Pay-TV-Basis bieten, obliegt entweder der Autorit&#228;t von Eltern in der Medienauswahl oder schlicht einem spezifischen Kostenbewusstsein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zusammengenommen sind es keine heiteren Aussichten, denen sich das neue <em>Sky Deutschland</em> gegen&#252;bersieht. Und was von Erfolgsmeldungen zu halten ist, der Abonnentenschwund sei gestoppt, befriedigen diese auch nur mehr eine gebeutelte Kommunikationsabteilung. <strong>Nein, Pay-TV in Deutschland ohne eigene Netzinfrastruktur bleibt weiterhin ohne einen ernsthaften Erfolg im Endkundengesch&#228;ft, tauglich als Abschreibungsobjekt f&#252;r die <em>News Corporation</em></strong> <strong>dagegen umso mehr</strong>. Das ehemalige Kirch-Imperium einmal anders herum.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Rede von einem „Pay-TV 2.0“, gekennzeichnet durch „Re-Packaging“ und „Triple Play“ als einzig erfolgreicher Strategie in ges&#228;ttigten Fernsehm&#228;rkten wie Deutschland oder &#214;sterreich, greift nur mittelfristig. <strong>Zu deutlich scheinen am Horizont die ehemals schmalbandigen Telefonnetzbetreiber und Telekomriesen à la <em>Deutsche Telekom</em> oder <em>Telekom Austria</em> mit ADSL- und Glasfaser-L&#246;sungen auf, die IP-TV faktisch im Markt verankern werden, sobald ein f&#252;r das Fernsehen ad&#228;quater Qualit&#228;tsstandard erreicht ist</strong>. Die Diskussion um die <strong>Netzneutralit&#228;t</strong> wird in diesem Kontext eine wettbewerbslenkende Variable sein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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		<title>Medienkonjunktur oder Medienkrise? It’s the Nutzerbindung, stupid!</title>
		<link>http://carta.info/9636/medienkonjunktur-oder-medienkrise-its-the-nutzerbindung-stupid/</link>
		<comments>http://carta.info/9636/medienkonjunktur-oder-medienkrise-its-the-nutzerbindung-stupid/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 May 2009 09:51:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Allerorten brechen Werbeeinnahmen der Medienunternehmen ein und sorgen f&#252;r Krisenstimmung. Doch handelt es sich dabei wirklich um eine Medienkrise? Nein! Vielmehr ist eine Medienkonjunktur zu beobachten: Die Nachfrage nach publizistischen Produkten auf den Nutzerm&#228;rkten steigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7f8035380129c4cfde2d8abb740935" alt="" width="1" height="1" /><br />
Nachdem die Medienunternehmen nahezu vollst&#228;ndig ihre <strong>Ums&#228;tze aus dem ersten Quartal 2009</strong> ver&#246;ffentlicht oder zumindest umrissen haben, wird eines besonders deutlich: <strong>allerorten brechen Werbeeinnahmen ein und sorgen f&#252;r Krisenstimmung</strong>, nicht nur in <a href="http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E13F469EAB2C0442A961C871E919AE496~ATpl~Ecommon~Scontent.html">G&#252;tersloh</a>. Im Verh&#228;ltnis zum Vorjahr 2008 m&#252;ssen Einbu&#223;en im niedrigen zweistelligen Bereich hingenommen und aufgearbeitet werden.</p>
<p>Handelt es sich bei diesem Schlaglicht wirklich um eine <strong>Medienkrise</strong>? Nein!</p>
<p>Legt man erstens die Werbeeinnahmen der ersten Quartale 2006 und 2007 zugrunde, wirken die R&#252;ckg&#228;nge bereits deutlich kommoder. Dennoch bleiben die Zahlen schlecht, verlieren aber an Dramatik.</p>
<p>Wenn man dagegen, zweitens, die angenommene Medienkrise in eine andere Perspektive der Betrachtung wendet f&#228;llt auf, dass es sich um eine <strong>Medienkonjunktur</strong> handelt. Die Nachfrage nach publizistischen Produkten steigt auf den Nutzerm&#228;rkten. In Phasen breiter Verunsicherung in Gesellschaften steigt das Informationsbed&#252;rfnis der Menschen exponentiell im Verh&#228;ltnis zu &#246;konomisch prosperierenden Phasen. Das <strong>Bed&#252;rfnis nach Eskapismus</strong> w&#228;chst wie das Informationsbed&#252;rfnis. Medien werden h&#228;ufiger und l&#228;nger genutzt.</p>
<p>Also keine Medienkrise, sondern vielmehr eine <a href="http://30jahre.taz.de/2009/04/hoffentlich-geht-die-krise-weiter/">Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbefinanzierung</a>.</p>
<p>Dumm nur, m&#246;chte man sagen, dass das Gros der Medienunternehmen exakt und &#252;berwiegend auf diese Erl&#246;squelle angewiesen sind und nun in Engp&#228;sse geraten. Ad&#228;quates <strong>Kompensationspotential</strong> bieten in dem Sachverhalt die Modelle einer ann&#228;hernd parit&#228;tischen Mischkalkulation zwischen Vertriebs- und Werbeerl&#246;sen, also die der Printmedien.</p>
<p>Nur sind es aber gerade die Printmedien, die seit dem sich sichtbar bewegenden <strong>Medienwandel</strong> Nutzer an die elektronische Oberfl&#228;che World Wide Web abtreten m&#252;ssen und dadurch in eigene, nicht neue, Kalkulationsprobleme gleiten: Die Internetnutzer lehnen es bis heute best&#228;ndig ab, &#252;ber aufw&#228;ndige Micro-Payment-L&#246;sungen f&#252;r publizistische Produkte, <strong>Journalismus</strong>, Entgelte zu entrichten.</p>
<p>Wie l&#228;sst es sich nun in einer Zeit der Medienkonjunktur gegen eine Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbung arbeiten?</p>
<p>Die Antwort kann zweierlei sein: Einerseits hei&#223;t es, die Luft anzuhalten und auf die volkswirtschaftlichen Weisheiten der <strong>Unsicherheit in Zeiten des Zyklenwechsels</strong> zu bauen (ist zeitlich leider nicht spezifiziert, &#8220;nur&#8221; Theorie). Nach den Schockstarren der M&#228;rkte angesichts von Liquidit&#228;tsengp&#228;ssen werden aber auch die Kaninchen, die Wirtschaft, angesichts der Schlange, der Krise, ihren Bewegungs- und Selbsterhaltungsdrang zur&#252;ckgewinnen (wenngleich die Schlange nat&#252;rlich nur durch den eigenen S&#228;ttigungsgrad den Appetit verliert).</p>
<p>Nicht jede Marke oder Titel oder Programm wird diese Zeit unbeschadet &#252;berstehen k&#246;nnen, andere daf&#252;r umso besser. Sie werden gest&#228;rkt und profitabler aus der Krise des Gesch&#228;ftsmodells &#8220;Werbefinanzierung&#8221; hervorgehen. Die Zahlen der Medienunternehmen nach dem Platzen der Internetblase zur Jahrtausendwende belegen dies eindr&#252;cklich. <strong>Reduzierung des Umfangs bei Printmedien</strong> mit der Folge von Einsparungen in Druck, Personal &amp; Vertrieb, Konsolidierung von netzbasierten Unternehmen, Abschmelzungen anspruchsvoller und teurer Produktionen oder Eink&#228;ufe im TV-Sektor etc.</p>
<p>Die vermittelte Notwendigkeit von Kosteneinsparungen und deren Exekution unter den eigenen Belegschaften und externen Produktionshelfern f&#252;hren in einer anziehenden Wirtschaftskonjunktur nicht gleichm&#228;&#223;ig zur R&#252;ckkehr in alte Strukturen. Medienunternehmen arbeiten folglich unter schlankeren Voraussetzungen.</p>
<p>Inwieweit diese Strukturen jedoch heute, rund sechs Jahre nach der letzten Ersch&#252;tterung, Kompensationspotential leisten k&#246;nnen, ist ungewiss. Die <strong>Devise 2009</strong> muss lauten: <strong>Nutzerbindung!</strong></p>
<p>Nachfrager nach publizistischen Angeboten gewinnen Unternehmen aber nur mittels eines wohl&#252;berlegten publizistischen Wettbewerbs dazu oder zur&#252;ck. Eine kurzsichtige, keine strategische, Entscheidung also, Redaktionen auf ein gerade noch notwendiges Ma&#223; einzudampfen und/oder neue Distributionswege zu vernachl&#228;ssigen.</p>
<p>Am Ende wird den Medienunternehmen schlicht die &#220;berzeugung, das Vertrauen in die eigene Produktqualit&#228;t helfen. Dazu geh&#246;rt ebenso das intelligente <strong>Absichern von Werbepreisniveaus</strong>.</p>
<p>Fehlt das Vertrauen in eigenes Selbstverst&#228;ndnis oder gar das Wissen um die eigene Produktqualit&#228;t, wird der Atem sicher schnell knapp – ohne einen Schaden f&#252;r die <strong>Triebkr&#228;fte der Medienkonjunktur</strong> zu verursachen. Konkurrierende Informationsanbieter stehen ohnehin parat. Denn ein Wettbewerb, ob publizistisch oder &#246;konomisch, kann ganz <strong>ohne den Nutzer</strong> von Information oder Unterhaltung nicht (mehr) betrieben werden. Schon gar nicht in Zeiten der Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbefinanzierung.</p>
<p>Wie geht es eigentlich dem Radio?!<br />
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		<title>Adieu Sandkasten Internet – wir werden erwachsen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 10:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die j&#252;ngsten Entwicklungen staatlicher Eingriffe in das in der westlichen Welt als Freiraum bekannten WorldWideWeb machen es deutlich: Das Netz mit all seinen Inhalten und Akteuren wird erwachsen und muss Verantwortung f&#252;r sein Tun &#252;bernehmen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6a2bcfc20fefbdad46c02d02bbcab5" alt="" width="1" height="1" /><br />
Das <a href="http://ec.europa.eu/internal_market/e-commerce/index_de.htm">Handelsrecht</a> hat schon lange reagiert – Vertragsbeziehungen und Transaktionen &#252;ber das Internet haben bereits einen verl&#228;sslichen Rahmen und stehen auf einer Stufe mit den physischen M&#228;rkten – Ausnahmen best&#228;tigen die Regel. Der Wirtschaftsraum ist weitgehend angepasst. Nun wird in immer mehr europ&#228;ischen Staaten regulierend in die Verteilung von Inhalten und in die Inhalte selbst eingegriffen. Die <strong>Sanktionen</strong> reichen von exekutierten Strafrechtstatbest&#228;nden, von erdachten <a href="http://www.heise.de/newsticker/EU-Abgeordnete-kaempfen-weiter-gegen-Internetsperren-bei-Copyright-Verstoessen--/meldung/135530">Aussperrungen renitenter User</a> bis hin zu <strong>Kooperationen zwischen Staat und Providern</strong>.</p>
<p>Dies geschieht von EU-Mitglied zu EU-Mitglied unterschiedlich und auf unterschiedlichen Ebenen der Rechtssprechung. Ein klarer Rahmen des <strong>Kultur- und Kommunikationsraumes Europ&#228;ische Union</strong> ist noch nicht auszumachen. Es vollzieht sich eine Bek&#228;mpfung von Symptomen wie Urheberrechtsverletzungen (<a href="http://carta.info/8101/pirate-bay-versenkt-wird-nun-alles-gut/">Pirate Bay</a>, „<a href="http://www.fr-online.de/top_news/1726814_Open-Access-Die-Autoren-werden-gestaerkt.html">Heidelberger Apell</a>“), Jugendschutzverst&#246;&#223;en („Stop“; <a href="http://www.heise.de/newsticker/Bundeskabinett-beschliesst-Gesetzesentwurf-zu-Kinderporno-Sperren--/meldung/136556">Unterbindung des Abrufs von kinderpornographischen Inhalten</a>) sowie dem allzu unreflektierten Interpretieren der Meinungs&#228;u&#223;erungsfreiheit (<a href="http://www.golem.de/0012/11306.html">Volksverhetzung</a>, <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,475897,00.html">Cyber-Mobbing</a>) ohne stringente Konzentration auf die Urs&#228;chlichkeiten.  Dies kann als das erste Kapitel zu einer <strong>Neuordnung des Kultur- und Kommunikationsraumes Internet</strong> verstanden werden. Reaktive Verordnungen bis hin zu einzelgesetzlichen Ma&#223;nahmen k&#246;nnen der Aufgabe jedoch nicht gerecht werden.</p>
<p>Zur Gew&#228;hrleistung von medien-unternehmerischer wie auch privater Rechtssicherheit und -freiheit ist ein Bemessen nach gleichem Rechtsverst&#228;ndnis auf die Dauer unabdingbar. Es kann f&#252;r einen breiten gesellschaftlichen Konsens nur unertr&#228;glich sein, wenn in virtuellen R&#228;umen, die von in konsistenten Rechtsr&#228;umen befindlichen Endger&#228;ten von B&#252;rgern der Gesellschaft abgerufen werden k&#246;nnen, Rechtsverst&#246;&#223;e lediglich teilweise oder gar nicht zur <strong>Rechenschaft</strong> gezogen werden. Auf diesem Konsens aber existiert unsere <strong>Gesellschaft</strong>.</p>
<p>Als Beispiel f&#252;r diese Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit kann, wenn nicht sogar muss, die in der ganzen Europ&#228;ischen Union hochkomplexe <a href="http://www.mediapolicy.uzh.ch/forschung/rundfunkregulierung.php">Rundfunkregulierung</a> genannt werden. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung f&#252;r die <strong>freie Meinungsbildung</strong> im Rahmen der g&#252;ltigen Gesetze wird der Zugang zum Rundfunkmarkt mit H&#252;rden auf jeder Ebene der Gesch&#228;ftsaus&#252;bung versehen. Diese H&#252;rden zu &#252;berwinden verlangt von den Antragstellern <strong>aufwendige Lizenzierungsverfahren</strong> zu durchlaufen – ohne Garantie auf Erfolg! Die Begr&#252;ndung der Verwaltung von Frequenzknappheit ist in diesem Zusammenhang nur eines von vielen Kriterien. Ein Fernsehsender mit volksverhetzenden Programminhalten findet <a href="http://www.pi-news.net/2008/11/hisbollah-tv-jammert-ueber-deutsches-verbot/">keine Zulassung</a> in der Europ&#228;ischen Union. Die EU-Satellitenrichtlinie gilt nicht f&#252;r Onlinemedien. Das Credo „<strong>im Internet darf jeder, was er will</strong>“ stellt zur regulatorischen Entwicklung  anderer Verbreitungskan&#228;le von Informationen wie Fernsehen oder Radio eine vergleichsweise lange Epoche dar, die jetzt ihrem unaufhaltsamen Ende entgegenschreitet.</p>
<p>Die Volksrepublik China ist (aus europ&#228;ischer Perspektive zu Recht) daf&#252;r ber&#252;chtigt, ihr politisches als auch kulturelles Selbstverst&#228;ndnis kompromisslos durchzusetzen und hat &#252;ber die Jahrtausendwende aus dem WorldWideWeb ein ChinaWideWeb <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC07B88B2271D4A37A369C0E0B8F5B379~ATpl~Ecommon~Scontent.html">geschaffen</a>, dass den romantischen Vorstellungen von Weltb&#252;rgertum nachhaltig widerspricht. Was dem ‚westeurop&#228;isch’ sozialisierten Internetnutzer und vor allem Medienb&#252;rger im 21. Jahrhundert als Absurdit&#228;t und Ausdruck von Unrecht erscheinen mag, ist aus chinesischer Perspektive die erfolgreich implementierte <strong>Konvergenz zwischen totalit&#228;ren Strukturen und Wirtschaftsliberalit&#228;t</strong>, flankiert durch jeweilige Sicherheitsvorkehrungen, die unerw&#252;nschte Effekte zu vermeiden suchen. Letztlich m&#252;ssen bei allem Befremden jedoch auch die kulturellen Aspekte dieser offensichtlichen Gegens&#228;tzlichkeit in dem Verst&#228;ndnis von Kommunikationsfreiheiten ber&#252;cksichtigt werden. Was f&#252;r die eine Gesellschaft eine Selbstverst&#228;ndlichkeit und &#220;berzeugung freier Entfaltungsm&#246;glichkeiten wie auch Schutz ist, muss nicht zwangsl&#228;ufig auch f&#252;r andere Kulturen und deren Gesellschaften gelten.</p>
<p>Diese Form der <strong>Ex-Ante-Regulierung</strong> erm&#246;glicht es jedoch – wenngleich mit hohem Aufwand – f&#252;r einen Rahmen zu sorgen, der der dort g&#252;ltigen Rechtsordnung entspricht. <strong>Ex-Post-Regulierungen</strong>, wie sie in der Europ&#228;ischen Union heuer en Vogue erscheinen, hinterlassen dagegen einen politisch-rechtlichen Flickenteppich, der angesichts der Bedeutung des  &#8211; sich immer noch in der Entfaltung befindlichen &#8211; Internets weiten Teilen des Alltags massiv widerspricht. Das aktuelle Regulierungsparadigma der EU und seiner Mitgliedsstaaten kommt einer Reservats-Politik gleich, die gemessen am selber zugeschriebenen Zivilisationsgrad westlicher Demokratien nur schwer nachvollziehbar ist. So liegt es nahe, auch und vor allem im Sinne des Kultur- und Kommunikationsraumes Europ&#228;ische Union, eine Adaption und Abstrahierung des (VR-) chinesischen Weges auf Basis europ&#228;ischer Vertr&#228;ge wie der <a href="http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf">EU-Grundrechte-Charta</a> und dem <a href="http://europa.eu/lisbon_treaty/index_de.htm">Vertrag von Lissabon</a> zu pr&#252;fen. Nur auf diese Weise kann <strong>dem Grenzen ignorierenden Internet</strong> als erster Schritt ad&#228;quat begegnet werden.</p>
<p>Ein <strong>EuropeanWideWeb</strong> (und in Folge um weitere Grundrechtskonstrukte optional zu erweitern) verst&#246;&#223;t auf diese Weise gegen <em>keine</em> Grundrechtspositionen <em>keines</em> EU-Mitgliedstaates, es sch&#252;tzt sie sogar! Zudem bietet es die <strong>historische Chance, Vertrauen in europ&#228;ische Politik abseits einzelstaatlichen &#220;berwachungswahns und un&#252;bersichtlicher Regulierung zu entwickeln</strong>. Angesichts der Grundauffassung, dass westliche Demokratien &#252;ber einen Wertekonsens verf&#252;gen, der anderen auf dieser Welt zum Teil und offensichtlich andauernd gegen&#252;bersteht und dass das Internet heute jeden mit allem verbinden kann, &#246;ffnet dieses Modell grunds&#228;tzlicher Auseinandersetzung den Raum. Es verlangt dazu unabdingbar nach einer Form der Verantwortung, die nur erwachsenen wie umsichtigen und unabh&#228;ngigen Institutionen zugesprochen werden kann.</p>
<p>Der <a href="http://www.hallohund.de/hunde-basics/ernaehrung/welpe-junghund/174116/welpenschutz-geruecht-oder-tatsache">Welpenschutz</a> des WWW ist abgelaufen.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8427&amp;md5=6968f44644550ab1ec8bb9e66e1f1fa7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Teil 3: Verlage zwischen Web 2.0, Vermarktung und „Krise“</title>
		<link>http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/</link>
		<comments>http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 16:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Online-Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ausklingenden Jahr 2008 nehmen fr&#252;here Prophezeiungen eines in sich verschmelzenden Mediensystems merklich Gestalt an. Was sich Ende des vergangenen Jahrhunderts prim&#228;r aus technischer aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive als Mesomedien – solche, die weder zur reinen Individualkommunikation (Mikromedien) noch zu den Massenmedien (Megamedien) – formte, ist heute &#252;berwiegend durch das Internet aus Nutzer-, wie auch aus Unternehmensperspektive Alltagsrealit&#228;t (eine regulierungspolitische Perspektive soll hier unterschlagen werden). Diese gilt es ad&#228;quat zu bew&#228;ltigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0f2190c76bf99a78c164452652a919" alt="" width="1" height="1" />Die folgenden Teile werfen Licht wie Schatten auf deutsche Verlagskonzerne. Es ist zu beobachten, dass sich eine in 400 Jahren aufgebaute Professionalit&#228;t in einem sich zunehmend dezentralisierenden Kommunikationsraum schwertut. Es gelingt ihr bisher kaum, ihre Angebote Nutzern als auch Werbe- und Anzeigenkunden folgenreich zu vermitteln.</p>
<p><strong>Artikel-Serie von Jan Krone: <a href="http://carta.info/3001/verlage-zwischen-web-20-vermarktung-und-krise/">Teil 1</a>, <a href="http://carta.info/3222/meso-medien-ii/">Teil 2</a>, <a href="http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/">Teil 3</a></strong></p>
<p><strong>Teil 3: Telekommunikatives Selbstverst&#228;ndnis als L&#246;sungsansatz</strong></p>
<p>Eine L&#246;sung f&#252;r den ertragreichen Betrieb von sozialen Gemeinschaften schien die Werbevermarktung &#252;ber personalisierte Werbema&#223;nahmen zu sein. Man verf&#252;gt &#252;ber detailgenaue Individualprofile. Also her mit dem Direct-Marketing-Tool aus dem Megamedien-Vermarktungsbaukasten!</p>
<p>Doch was l&#228;sst sich mit ungeheuren wie teilweise <strong>schizophren anmutenden Datensammlungen</strong> anfangen, wenn diese auf ausgedachten Profilen von Mittdrei&#223;igern beruhen? Oder im Falle von „Studierenden“ auf der Erkenntnis, das diese jungen Menschen viermal in zwei Jahren ihre Wohnung samt Telefonnummer wechseln, bis sie endg&#252;ltig verloren gehen? Es bleibt ein enormer Ressourcen-Aufwand mit insgesamt nicht zufriedenstellenden Ergebnissen.</p>
<p>Die Lust von der Genese m&#246;glichst expliziter soziodemographischer Information auf dieser Ebene des Internets basiert schlicht auf einer falschen Grundannahme. <strong>Direct-Marketing</strong> ist in diesem Bereich nicht nur &#252;berfl&#252;ssig, es kann sogar kontraproduktiv aus der Initiatoren-Perspektive, also marken-sch&#228;dlich sein.</p>
<p>Der Ansatz aus der Telekommunikation, die Kernerl&#246;se aus dem reinen Zugang (oder Flat, Dauer, Volumen etc.) zu erwirtschaften, ist f&#252;r Massenmedien mehrheitlich unwichtiger, geht dadurch doch Reichweite und damit die Aussicht auf optimale Werbeausbeute verloren (klassisch spielen Einzelverkauf und Abonnementerl&#246;se eine untergeordnete Rolle und reichen in den seltensten F&#228;llen zur ausreichend befriedigenden Refinanzierung der Angebotserstellung).</p>
<p>Hier gilt es sich einerseits an dem Bed&#252;rfnis der interpersonalen Kommunikation von Individuen zu orientieren, die ihre Kommunikationsinhalte frei und hochgradig oszillierend pflegen und anderseits daran, dass je spezieller der Kommunikationsraum, desto h&#246;her auch die Bereitschaft ist, f&#252;r den <strong>Zugang </strong>Entgelte zu entrichten.</p>
<p>Verfolgen nun also die Verlage die Entwicklung des individualkommunikativen Begriffs „privater Raum“<strong> </strong>in unterschiedlichen Generationen wird man feststellen k&#246;nnen, dass sich dieser als dynamisch altersabh&#228;ngig erweist. <strong>Nutzer-kontrollierter privater Raum</strong> in Verbindung gebracht mit Annahmebereitschaft von unnachgefragter Werbung er&#246;ffnet einerseits die Perspektive der generellen, vielleicht auch durch mit Streuverlusten gekennzeichneten Werbeschaltungen als die am erfolgversprechendste Variante indirekter Refinanzierung.</p>
<p>Andererseits bedeutet „privater Raum“ eine Form von Werthaltigkeit, die unter/nach einer eigenen Nutzenpr&#252;fung des social community-users durchaus in die Entrichtung eines Entgelts zur Partizipation an einer Gemeinschaft, zum <strong>Eintritt in einen Club</strong>, m&#252;nden kann und es praktisch auch hunderttausendfach tut.</p>
<p>Die Bereitschaft seitens der Massenmedien aber, sich mit ihrem Publikum als Ganzes und nicht in Form von konsensual zwischen Medien und Werbewirtschaft konstruierten „repr&#228;sentativen“ Gruppen auseinanderzusetzen, darf nun ohnehin als, sagen wir einmal, umst&#228;ndlich angesehen werden. <strong>„Big Media“</strong>, das bedienen gro&#223;er Gruppen mit vorgefertigen Inhalten, ist zugleich Geheimnis und <strong>Hemmnis </strong>der Verlagsbranche wie die daraus abgeleitete Vermarktung.</p>
<p>Im Bereich sozialer Gemeinschaften ist dagegen ein „Verstehen“ des Publikums unabdingbar. Anders als in den Massenmedien &#252;blich, erfahren in dem Bereich der Individualkommunikation Begriffe wie Markenst&#228;rke und daraus folgend Markenbindung eine untergeordnete Bedeutung. Gilt eine social community als unschick oder nervig, wechselt man ohne Tr&#228;nen zu n&#228;chsten.</p>
<p>Ein <strong>Vertrauensgutcharakter</strong>, wie beispielsweise Tageszeitungstiteln mit konstanter, chronistischer Informationsqualit&#228;t und Themensetzungs-Funktion als Meinungsbildner zuweisbar, unterliegt bei Marken sozialer Gemeinschaften einer latenten <strong>Substitutionsgefahr</strong>.</p>
<p>Plattformen sozialer Gemeinschaften zeichnen sich durch grobe Orientierungsmerkmale f&#252;r Nutzer (Auto, Dating, Gesundheit, Mode, Region etc.) sowie durch die ad&#228;quate Bereitstellung von Kommunikationsr&#228;umen aus – nicht durch die Inhalte, f&#252;r die der Nutzer selber sorgt.</p>
<p>Dies ist eine <strong>Gesetzm&#228;&#223;igkeit aus dem Bereich der Telekommunikation</strong>, signifikant beobachtbar durch die Tarif- und Anbieterwechsel-Frequenz der Kunden im Verh&#228;ltnis zur Wechselbereitschaft von Medienmarken, insbesondere denen der Tageszeitungen.</p>
<p>So stellt sich die <strong>Mesomedien-Realit&#228;t </strong>&#252;berwiegend dar, beschr&#228;nkt man sie auf das &#246;ffentliche Mitmach-Netz: die Kombination und Auslese von angemessenen Strategien aus einem konvergenten Medienmarkt.</p>
<p>Es existierten aber auch junge, antizipative, einer Print-Professionalit&#228;t entsprechende Projekte in der deutschen Verlagswelt, sich auf diesen fremden medialen Oberfl&#228;chen zu positionieren. Genannt werden kann an dieser Stelle die <strong>Neue Osnabr&#252;cker Zeitung</strong>, die geradezu die K&#252;hnheit besa&#223;, eine eigene „Web 2.0-Plattform“, die <strong>OScommunity</strong> ins Leben zu rufen und nicht etwas zu erwerben, &#252;ber dessen basale Funktionsweisen man zu wenig wusste/wei&#223;.</p>
<p>Dieses regionale Kommunikationsforum wird nicht nur durch die Neue Osnabr&#252;cker Zeitung gepflegt, es w&#228;hlt auch nach besonderen Kriterien Beitr&#228;ge aus, die sodann &#252;ber die <strong>Community-Zeitschrift Blue</strong> in der Region ver&#246;ffentlicht werden. Diese Zeitschrift kann der Verlag dann wieder gem&#228;&#223; seiner &#252;berlieferten Professionalit&#228;t vermarkten, also neue und/oder alte Leser (wieder-)finden, Werbekunden die eigene Zukunftsf&#228;higkeit vorleben und damit als seri&#246;ser und nachhaltiger Partner erscheinen. Gleicherma&#223;en wird sukzessive die eigene Professionalit&#228;t im Umgang mit den Massenmedien generell fremden medialen Oberfl&#228;chen vorangetrieben.</p>
<p>Schenkt man abschlie&#223;end der weitestgehend als unverd&#228;chtig im Hinblick auf Interessen-Kollisonen geltenden <strong>BAT-Studie zur Online-Nutzung</strong> Beachtung, so ist entgegen anderer Erhebungen zu vermuten, dass es sich 2008 nur um einen geringen Teil der Bev&#246;lkerung handelt, die regelm&#228;&#223;ig oder sogar intensiv das Internet und damit auch social communities nutzt.</p>
<p>Das Jahr 2008 steht ergo f&#252;r den <strong>Beginn eines Medienwandels</strong> und damit schon heute zu beobachtenden Verschiebungen, Neuausrichtungen und Substitutionsprozessen. Strategische Halbherzigkeiten seitens der Megamedien haben weiterhin Gnadenfrist.
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<a href="http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/">Teil 3: Verlage zwischen Web 2.0, Vermarktung und „Krise“</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/#comments">2 comments</a>
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		<title>Teil 2: Verlage zwischen Web 2.0, Vermarktung und „Krise“</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 13:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmanagement]]></category>
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		<description><![CDATA[Im ausklingenden Jahr 2008 nehmen fr&#252;here Prophezeiungen eines in sich verschmelzenden Mediensystems merklich Gestalt an. Was sich Ende des vergangenen Jahrhunderts prim&#228;r aus technischer aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive als Mesomedien – solche, die weder zur reinen Individualkommunikation (Mikromedien) noch zu den Massenmedien (Megamedien) – formte, ist heute &#252;berwiegend durch das Internet aus Nutzer-, wie auch aus Unternehmensperspektive Alltagsrealit&#228;t (eine regulierungspolitische Perspektive soll hier unterschlagen werden). Diese gilt es ad&#228;quat zu bew&#228;ltigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/19dadd73269aaae939366bee6bc3fd" alt="" width="1" height="1" />Die folgenden Teile werfen Licht wie Schatten auf deutsche Verlagskonzerne. Es ist zu beobachten, dass sich eine in <strong>400 Jahren aufgebaute Professionalit&#228;t</strong> in einem sich zunehmend dezentralisierenden Kommunikationsraum schwertut. Es gelingt ihr bisher kaum, ihre Angebote Nutzern als auch Werbe- und Anzeigenkunden folgenreich zu vermitteln.</p>
<p><em><strong>Artikel-Serie von Jan Krone: <a href="http://carta.info/3001/verlage-zwischen-web-20-vermarktung-und-krise/">Teil 1</a>, <a href="http://carta.info/3222/meso-medien-ii/">Teil 2</a>, <a href="http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/">Teil 3</a></strong></em></p>
<p><strong>Teil 2: Was tun mit sozialen Gemeinschaften im Internet</strong>?</p>
<p>Anders als das Sammeln und Auswerten von Reichweiten von kommerziellen Massenmedien l&#228;sst sich die Professionalit&#228;t in der Telekommunikationsbranche verorten. Seit dem sp&#228;ten 19. Jahrhundert zeichnet sich das Gesch&#228;ftsmodell dadurch aus, dass Kunden ein <strong>Zugang zu Kan&#228;len</strong> bereitgestellt wird, die interpersonale Kommunikation erm&#246;glichen. Dieser „Access“ bildet die Grundlage der Erl&#246;se.</p>
<p>Die <strong>&#246;konomische Logik</strong>, die sich aus der Untergliederung in Mikro-, Meso und Megamedien ergibt, ist, dass weder die Gesch&#228;ftsmodelle der Telekommunikation noch die der Massenmedien analog auf die hier thematisierten social communties &#252;bertragen werden k&#246;nnen. Sie m&#252;ssen einem <strong>intelligenten Anpassungsprozess</strong> unterworfen werden, der die spezifischen Eigenschaften <strong>mesomedialer Oberfl&#228;chen</strong> antizipiert und in der Folge anwendet.</p>
<p>Das Ph&#228;nomen ist so langsam begriffen. Das Problem nur: Wie sieht das Gesch&#228;ftsmodell f&#252;r diesen neuen Mittelbau des Mediensystems aus?</p>
<p>Diese <strong>Antzipationsleistung der Verlagskonzerne</strong> ist mit Stand 2008 unterschiedlich zu bewerten.</p>
<p>Befasst man sich mit der &#246;konomischen Logik der Mesomedien, so ist zun&#228;chst bemerkenswert wie wenig Erfolgsgeschichten gro&#223;er Verlage es in diesem Segment gibt. Bei denjenigen, die heute besonders laut <strong>„Krise, KRISE“</strong> schreien, handelt es sich augenscheinlich um die Branchenvertreter, welche die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts arrogant versucht haben, nach der einge&#252;bten massenmedialen Ordnung auch im „neuen“ Segment Internet klassische Medien errichten zu k&#246;nnen. Sie hoffen, auch hier auf Basis der gelernten  Mechanismen, ihre Dominanz entfalten zu k&#246;nnen. Einige waren sich ihrer Sache so sicher, dass sie annahmen, im Falle eines mittleren <strong>Scheiterns</strong> k&#246;nnte man das das l&#228;stige<strong> Internet</strong> notfalls wieder <strong>„abschalten“</strong>.</p>
<p>Immerhin gelang es einigen Verlagen, beispielsweise der <strong>SPIEGEL-Gruppe </strong>oder – sp&#228;ter – dem <strong>Axel Springer Verlag</strong> als solche Branchenvertreter aufzutreten, die sich durch ihre Entscheidungen so positioniert haben, als dass sie in der Lage sind, zumindest im klassischen Online-Bereich (sic!) nicht nur publizistische Angebote bereitzustellen (weitestgehend ohne Entgelt), sondern diese auch ad&#228;quat vermarkten k&#246;nnen. Von Krise keine &#246;ffentliche Rede, von internem Druck dagegen umso mehr.</p>
<p>Hingegen bequemen sich andere gro&#223;e Branchenvertreter offenbar Jahre zu sp&#228;t von ihren <strong>Sonnendecks</strong>. Mit der Erkenntnis, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten <strong>keine Argumente zur Vermarktung ihrer Werbefl&#228;chen</strong> parat zu haben, werden reflexartig die gleichen Worth&#252;lsen von 2001 bis 2003 hervorgeholt, werden <strong>Kosteneinsparungsprogramme </strong>vor allem zu Lasten der „Freak-Abteilungen“, den Redaktionen, angestrengt um damit gleicherma&#223;en – bewusst oder unbewusst, das sei dahingestellt – Qualit&#228;tsma&#223;st&#228;be zu senken, „Synergien zu heben“ und als Folge davon potentiellen Werbekunden noch weniger Anreiz zur Buchung zu geben. <strong>Eine bizarre Logik!</strong></p>
<p>Der Berliner Medien&#246;konom <strong>Axel Zerdick</strong> gab auf die Frage der FAS vom 19. Juli 2003, welche <strong>Auswirkungen das Internet auf die Zeitungen (Zeitschriften)</strong> haben w&#252;rde, die Antwort, dass viele eingehen werden – und dass dies auch nicht schlimm sei!<br />
Behutsamer, aber nicht weniger deutlich, formulierte es <strong>Douglas C. Adams</strong> (bekannt durch die Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“) in der ersten Ausgabe von Wired, 1995 f&#252;r die gesamte Medienbranche: Wie solle man den Str&#246;men Nil, Kongo, Amazonas und Missisippi erkl&#228;ren, was auf sie zukommt, wenn sie in den Ozean m&#252;nden? Nur so viel, als dass <strong>Flussgesetze an Bedeutung verlieren</strong>.</p>
<p>Diese Parabel erscheint symptomatisch f&#252;r viele Verlage, die durch <strong>fehlorientiertes Management</strong> noch heute auf eine Vermarktung bauen, die mit Preislisten im Stil der 1980er Jahre operiert.</p>
<p>Die Bereitschaft und das Verm&#246;gen, in Zeiten des Medienwandels Werbekunden (individuell) kombinierte Produkte in all ihrer Komplexit&#228;t anzubieten und erkl&#228;ren zu k&#246;nnen, stellt das gr&#246;&#223;te Problem dar. Dabei ist insgesamt in deutschen Medienh&#228;usern eine <strong>gro&#223;e Tr&#228;gheit</strong> sp&#252;rbar, sich auf eine Ordnung nach den klassischen Massenmedien einzulassen.</p>
<p>Das p<strong>ublizistische Angebot der Massenmedien</strong> ist dieser Herausforderung engagiert gegen&#252;bergetreten und z&#228;hlt heute in Deutschland zu den in der Summe stark nachgefragten Informationsangeboten – trotz eigener personell-struktureller Probleme in der Vermittlung der <strong>Bedeutung crossmedialen Publizierens </strong>oder Anpassung von Druckinhalten auf Online-Inhalte.</p>
<p>Die <strong>Werbevermarktung</strong> ist heute dagegen in weiten Bereichen <strong>&#252;berholt und r&#252;ckst&#228;ndig</strong> – durch den Grad der Professionalit&#228;t ihrer Akteure. Ob dies nun aus Dummheit oder Arroganz geschah und geschieht, spielt genauso wenig eine Rolle wie vielleicht aus Mitleid oder Commitments (Zerdick, 2003) erfolgte Buchungen. Nachhaltigkeit definiert sich anders. Squeeze-Out scheint die Devise.</p>
<p>Also ergibt diese Analyse das ern&#252;chternde Ergebnis, dass es in <strong>sechs Jahren Netzpraxis </strong>offenbar noch nicht einmal dazu gereicht haben scheint, mehrheitlich die Online-Auftritte auch in der Werbevermarktung ad&#228;quat ankommen zu lassen. Wie soll es erst gelingen, sich erfolgreich social communities zu widmen, die sich durch noch einmal g&#228;nzlich unterschiedliche Gesetzm&#228;&#223;igkeiten auszeichnen?</p>
<p><em>Teil 3: Selbstverst&#228;ndnis der Telekommunikationsbranche als L&#246;sungsansatz</em></p>
<p><em> </em>
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		<title>Verlage zwischen Web 2.0, Vermarktung und „Krise“</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 20:06:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im ausklingenden Jahr 2008 nehmen fr&#252;here Prophezeiungen eines in sich verschmelzenden Mediensystems merklich Gestalt an. Was sich Ende des vergangenen Jahrhunderts prim&#228;r aus technischer aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive als Mesomedien – solche, die weder zur reinen Individualkommunikation (Mikromedien) noch zu den Massenmedien (Megamedien) – formte, ist heute &#252;berwiegend durch das Internet aus Nutzer-, wie auch aus Unternehmensperspektive Alltagsrealit&#228;t (eine regulierungspolitische Perspektive soll hier unterschlagen werden). Diese gilt es ad&#228;quat zu bew&#228;ltigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0bd1ad2ff5c4413e875fe165aed985" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><em><strong>Artikel-Serie von Jan Krone: <a href="http://carta.info/3001/verlage-zwischen-web-20-vermarktung-und-krise/">Teil 1</a>, <a href="http://carta.info/3222/meso-medien-ii/">Teil 2</a>, <a href="http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/">Teil 3</a></strong></em></p>
<p><em><strong>Teil 1: Herausforderung! Keine L&#228;stigkeit!</strong></em></p>
<p><strong><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/krone.png"></a>Die folgenden Teile werfen Licht wie Schatten auf deutsche Verlagskonzerne.</strong> Es ist zu beobachten, dass eine in 400 Jahren aufgebaute Professionalit&#228;t im Umgang mit Massenmedien in einem sich zunehmend dezentralisierenden Kommunikationsraum schwertut, die dem eigenen Schaffen, den Angeboten zu eigenen Vorteile f&#252;r Nutzer als auch Werbe- und Anzeigenkunden folgenreich zu vermitteln.</p>
<p>Nachdem sich Anfang des 21. Jahrhunderts die so genannte <strong>„Dot-Com-Blase“ </strong>entleerte, ist es heute das mit dem popul&#228;ren Sammelbegriff  „Web 2.0“ umschriebene „Mitmach-Internet“, das seinen Nutzern erlaubt, nicht nur Inhalte in beliebiger Form zu rezipieren, sondern diese auch nahezu ungefiltert selber zu publizieren und auszutauschen. Diese Ausweitung des potentiellen Kommunikationsraumes erscheint als Entdeckung ungeahnter Optionen, sowohl aus privater als auch aus unternehmerischer Perspektive. Wenngleich dem nat&#252;rlich aus technik-historischer Perspektive nicht so ist, da die erste und sinnstiftende Phase ab 1989 des nicht-milit&#228;rischen, weltumspannenden Netzes genau diese M&#246;glichkeiten zum Ziel hatte: den zeit- und ortsunabh&#228;ngigen Austausch von Informationen zwischen Individuen/ Institutionen, die Herstellung von Kommunikation. &#8220;Web 2.0&#8243; ist ein Marketing-Begriff.</p>
<p>Zeichnete sich das Internet zwischen 1995 und 2002 &#252;berwiegend durch die &#246;konomischen Eigenschaften des Angebots von Informationen oder Produkten zur Nutzung von vielen Nachfragern (also einem klassischen Verst&#228;ndnis von Angebot und Nachfrage) aus, tritt seit 2003 best&#228;ndig wie zunehmend die Bildung von sozialen (Interessen-)Gemeinschaften auf der Basis des frei zug&#228;nglichen Internets vermehrt und klick-volumin&#246;s in Erscheinung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3005" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/krone.png" alt="" width="500" height="329" /></p>
<p>Zur so genannten „Web 2.0-Bewegung“ gerechnete Vertreter wie die <strong>Wikipedia</strong> (deren Ziel es im &#220;brigen zu sein scheint, &#252;ber Print-Ver&#246;ffentlichungen Erl&#246;se zu generieren; Jimmy Wales war vor seinem Netzengagement Investmentbanker an der Wall Street) oder <strong>Google</strong> (das nach einer genauen Betrachtung seines Kerngesch&#228;fts nichts anderes ist als ein dem Nutzer Transaktionskosten sparendes Branchen- und/oder Informationsverzeichnis) sollen nicht in den Mittelpunkt der Betrachtung gehoben werden. Auch nicht ber&#252;cksichtigt werden die virtuellen Welten wie <strong>Second Life</strong> und Klone desselben. Weiterhin nicht <strong>Youtube</strong>, das nur bedingt als Teil der Social Communities angesehen werden kann, da es f&#252;r die Interpersonalit&#228;t nur Kommentar-Funktionen bereith&#228;lt, also eher der Logik der  Massenmedien &#228;hnlich ist. Vielmehr geht es um die im <strong>deutschsprachigen Raum</strong> („Raum“ ist bewusst gew&#228;hlt und auch als solcher in seiner unbestimmten Natur zu verstehen) aktiven <strong>StudiVZs, parships, Xings, Facebooks</strong> und vielen vielen anderen, in ihren Kommunikationsraum-Angeboten zum Teil sehr spezialisierten Plattformen.</p>
<p>Mit dieser Erweiterung des informations- und kommunikations&#246;konomischen Raumes erh&#246;hen sich gleicherma&#223;en die <strong>H</strong><strong>erausforderungen an Medienunternehmen</strong> (und hier im Weiteren insbesondere f&#252;r die Verlage als &#228;lteste Vertreter im Gesch&#228;ft der kommerziellen Informationsvermittlung), diese neuen <strong>Oberfl&#228;chen quasi ungesteuerter Kommunikation</strong> zu bedienen. Sie m&#252;ssen es geradezu, da sich die Individuen in ihren Mediennutzungsmustern zunehmend reorganisieren und insbesondere den Massenmedien langfristig in signifikanter Gr&#246;&#223;e zu verloren gehen drohen (<strong>dies ist keine Frage von Jahren, sondern durchaus von Generationen</strong>).</p>
<p>Doch bevor sich kommunizierende Gemeinschaften „bedienen“ lassen, setzt es ein <strong>tiefgreifendes Verst&#228;ndnis des Funktionierens solcher Plattformen</strong> voraus. Unabh&#228;ngig von einer Vielzahl an Einzelbeispielen, die sich entweder besonders gut eignen oder solchen, die es nicht tun/ taten, bleibt ein f&#252;r die Verlage entscheidendes Kriterium herauszustellen: Die Professionalit&#228;t publizistisch t&#228;tiger Unternehmen liegt in der B&#252;ndelung von Informationen als Angebot zur massenhaften Rezeption durch seine Nachfrager, &#252;berwiegend gegen Entgelt. Das gesch&#228;ftlich-Reizvolle an dieser nach wie vor gesellschaftsrelevanten Aufbereitung ist der Einbezug von werblichen Kommunikationsma&#223;nahmen, sprich der Verkauf von Werberaum.</p>
<p><em>Teil 2: Gesch&#228;ftspraxis der Verlage im Internet<br />
</em>
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