<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Heiko Hilker</title>
	<atom:link href="http://carta.info/autor/heiko_hilker/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</title>
		<link>http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/</link>
		<comments>http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 13:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ-Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[PC-Gebühr]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühr]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=35500</guid>
		<description><![CDATA[Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat sein Urteil zur PC-Geb&#252;hr um eine Woche sp&#228;ter gesprochen, um dann die Sender in ihrer Auffassung sowie die Ministerpr&#228;sidenten nach ihrer Jahreskonferenz in ihrem neuen Rundfunkbeitragsmodell zu best&#228;tigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e6bd987b47764cc0b3c1c7c3bc60256d" alt="" width="1" height="1" />Das  Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wolle am 20. Oktober dar&#252;ber  entscheiden, ob f&#252;r die Nutzung eines Internet-PCs Rundfunkgeb&#252;hren zu  bezahlen sind, meldet die <em><a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Politik&amp;nr=8058">Funkkorrespondenz</a></em> vor 11 Wochen. F&#252;r den 20. Oktober sei die m&#252;ndliche Verhandlung angesetzt, ein Urteil solle im Anschluss gesprochen werden.</p>
<p>Am  21. Oktober trafen sich jedoch die Ministerpr&#228;sidenten in Magdeburg, um  das neue Geb&#252;hrenmodell zu diskutieren und zu entscheiden. Und so zog  das Gericht es vor, die Urteilsverk&#252;ndung um eine Woche <a href="http://www.digitalfernsehen.de/Entscheidung-zu-TV-Gebuehren-fuer-Internet-PCs-vertagt.41001.0.html">zu verschieben</a>.</p>
<p>„Computer sind weiterhin rundfunkgeb&#252;hrenpflichtig, unabh&#228;ngig von Verwendungs- und Nutzungsabsicht ihrer Besitzer“, schreibt<em> <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10575177/Richter-bestaetigen-Rundfunkgebuehr-fuer-Computer.html">DIE WELT</a></em>.  Der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts zu Leipzig „hat die  Revisionen von drei Kl&#228;gern, einem Anwalt und zwei Studenten gegen  abschl&#228;gige Urteile der Vorinstanzen zur&#252;ckgewiesen“, schildert <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,725554,00.html">Spiegel Online</a></em>.</p>
<p>„Die  Rundfunkanstalten halten die Besitzer von internetf&#228;higen PCs f&#252;r  geb&#252;hrenpflichtig, weil sich mit diesen Ger&#228;ten Sendungen empfangen  lassen, die mit sog. Livestream in das Internet eingespeist werden“, <a href="http://www.bverwg.de/enid/4c9288c0918e00449c4142265195f396,8d6f537365617263685f646973706c6179436f6e7461696e6572092d093133333630093a095f7472636964092d09353737/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen_9d.html">stellt</a> der Senat fest. Allerdings wird dieser Livestream von den Sendern  eingestellt und unverschl&#252;sselt angeboten, so dass ein Zugriff f&#252;r jeden  Besitzer eines internettauglichen PC erst dadurch m&#246;glich ist.</p>
<p>Darauf gehen die  Richter jedoch nicht ein. Stattdessen definieren sie den  internetf&#228;higen PC zum Rundfunkempfangsger&#228;t im Sinne des  Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrages. Damit gilt f&#252;r den PC das, was auch f&#252;r  einen Fernseher oder Radio gilt.</p>
<blockquote><p>„Bei internetf&#228;higen PC handelt es sich um  Rundfunkempfangsger&#228;te i.S.d. Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrags. F&#252;r die  Geb&#252;hrenpflicht kommt es nach dessen Regelungen lediglich darauf an, ob  die Ger&#228;te zum Empfang bereit gehalten werden, nicht aber darauf, ob der  Inhaber tats&#228;chlich Radio- bzw. Fernsehsendungen mit dem Rechner  empf&#228;ngt. Ebenso wenig ist es erheblich, ob der PC mit dem Internet  verbunden ist, wenn er technisch nur &#252;berhaupt dazu in der Lage ist.“</p></blockquote>
<p><strong>Auch  wenn damit in die Grundrechte der Kl&#228;ger eingegriffen wird, die den PC  nur aus beruflichen bzw. informatorischen Gr&#252;nden nutzen, sei dies  gerechtfertigt</strong>. „Dieser Eingriff ist jedoch gerechtfertigt durch die &#8211;  ebenfalls verfassungsrechtlich begr&#252;ndete &#8211; Finanzierungsfunktion der  Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.“</p>
<p>Allerdings ist die Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio bereits garantiert. W&#228;hrend im privaten Bereich ca. 150.000 „PC-Zahler“  angemeldet sind, kommt man auf fast 33 Mio. Rundfunkgeb&#252;hrenzahler, die  die volle Geb&#252;hr von 17,98 Euro im Monat zahlen. Aus finanzieller Sicht  macht es also keinen Sinn, die wenigen PC-Nutzer, die keinen Rundfunk  empfangen wollen, zur Geb&#252;hrenkasse zu bitten. Bisher war auch kein  Trend zu erkennen, dass Geb&#252;hrenzahler &#252;ber den Verweis auf ihren PC  versucht haben, ihre Geb&#252;hrenzahlungen zu reduzieren. Denn schlie&#223;lich  h&#228;tte man in den letzten Jahren so seine monatlichen Zahlungen von 17,98  Euro auf 5,76 Euro reduzieren k&#246;nnen. Dies ist anscheinend nicht  massenhaft geschehen.</p>
<p>Sicher  kann man auf die Geb&#252;hrengerechtigkeit verweisen:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichheitssatz  des Art. 3 Abs. 1 GG verlangt f&#252;r das Abgabenrecht, dass die  Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und tats&#228;chlich  gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch  die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt,  kann dies die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage  nach sich ziehen.“</p></blockquote>
<p><strong>Allerdings ist es im Internet ein leichtes, seine  Angebote nur denjenigen zur Verf&#252;gung zu stellen, die daf&#252;r auch  bezahlen bzw. bezahlt haben</strong>. Doch diesen Weg wollen ARD und ZDF nicht  gehen. Sie wollen so wie auch auf anderen Verbreitungswegen frei  empfangbar sein. Schlie&#223;lich garantiert ihnen dies, dass in Zukunft alle  bezahlen m&#252;ssen. Damit k&#246;nnen sie letztmalig den Geb&#252;hrenzahlerkreis  erweitern. Die entscheidenden Schritte daf&#252;r sind sie in der  Vergangenheit gegangen. Zum einen bieten sie &#252;ber viele der neuen  Verbreitungswege ihre Programme an, wodurch zum anderen viele Ger&#228;te –  unabh&#228;ngig von deren Nutzung &#8211; zu Rundfunkempfangsger&#228;ten definiert  werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Sie bieten sich frei an  und pr&#228;sentieren die Rechnung im Nachhinein</strong>. Schlie&#223;lich konnten sie  davon ausgehen, dass ihnen die obersten deutsche Gerichte im Nachhinein  beispringen. Das liest sich dann so:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichbehandlungsgrundsatz  wird vom Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrag ebenfalls nicht verletzt. Zwar  werden insofern ungleiche Sachverhalte gleich behandelt, als die  herk&#246;mmlichen monofunktionalen Rundfunkempfangsger&#228;te mit den  multifunktionalen internetf&#228;higen PCs geb&#252;hrenrechtlich gleich behandelt  werden. Entscheidend f&#252;r die Geb&#252;hrenerhebung ist jedoch nicht die  technische Unterschiedlichkeit der Empfangsger&#228;te, sondern die gleiche  M&#246;glichkeit zum Empfang von Rundfunksendungen durch diese  verschiedenartigen Ger&#228;te.“</p></blockquote>
<p>Wer so argumentiert, wer also auf die  M&#246;glichkeit des Empfangs abstellt, braucht sich mit den realen Problemen  und Grenzen nicht zu besch&#228;ftigen. Schlie&#223;lich halten die Sender weder  genug Kapazit&#228;ten vor, noch ist das „deutsche“ Internet „breit“ genug,  um allen Geb&#252;hrenzahlern gleichzeitig den Empfang eines Livestreams zu  erm&#246;glichen. Dies <a href="http://www.heiko-hilker.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=634:keine-internet-versorgungssicherheit-deutschlandspiel-beim-zdf-bester-beweis&amp;catid=5:blog&amp;Itemid=4">zeigte sich</a> nicht zuletzt zur Fu&#223;ball-WM. Im Internet gibt es eben noch keine  Versorgungssicherheit. Um so mehr Leute die Angebote nutzen, um so  unsicherer wird die Versorgung.</p>
<p>Das  Gericht verweist zudem auf den Gleichheitssatz aus dem Grundgesetz, aus  dessen Art. 3 Abs. 1 f&#252;r das Abgabenrecht abgeleitet werden kann, „dass  die Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und  tats&#228;chlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im  Belastungserfolg durch die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens  prinzipiell verfehlt, kann dies die Verfassungswidrigkeit der  gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage nach sich ziehen.“</p>
<p>Allerdings ist es  nicht allein vom Erhebungsverfahren abh&#228;ngig, ob die Gerechtigkeit  durchgesetzt werden kann. Es ist auch eine Frage des Angebots.  Schlie&#223;lich w&#228;re im Falle einer Verschl&#252;sselung weitestgehend  garantiert, dass nur Geb&#252;hrenzahler die Angebote im Netz sowie auf  mobilen Endger&#228;ten auch nutzen k&#246;nnen. (Dass es anders geht, zeigen  andere Sender wie der ORF oder die SRG, die ihre Angebote auch  verschl&#252;sseln.) Der freie terrestrische Empfang sowie &#252;ber Kabel w&#252;rde  dadurch nicht eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Das  Gericht stellt fest: „Die Rundfunkanstalten k&#246;nnen an der  Geb&#252;hrenpflichtigkeit von internetf&#228;higen PC daher auf Dauer nur  festhalten, wenn diese sich auch tats&#228;chlich durchsetzen l&#228;sst. Insoweit  wird der Gesetzgeber die Entwicklung zu beobachten haben.“ Nun, der  Gesetzgeber hat nicht nur beobachtet, er hat auch schon die  Schlussfolgerungen gezogen. In Zukunft m&#252;ssen alle bezahlen.</p>
<p>Zugespitzt:  Bisher musste man zahlen, wenn man ein Ger&#228;t hatte, das Rundfunk  empfangen konnte. <strong>Ab dem 1. Januar 2013 muss man zahlen, weil man  existiert.</strong></p>
<p>Ulrich Clau&#223; schreibt in der <em><a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10568709/GEZ-Urteil-hebelt-die-deutsche-Medienordnung-aus.html">WELT</a></em>:  „Dieses Urteil war allgemein erwartet worden, die Leipziger Richter  konnten gar nicht anders. Alles andere h&#228;tte das deutsche  Rundfunkgeb&#252;hrenmodell in den Grundfesten ersch&#252;ttert.“ Und Michael  Hanfeld konstatiert in der <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc%7EE07DFA420502E4D94BEB744E6F762591F%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ</a></em>:  „Niemals werden ARD und ZDF weniger haben denn jetzt, weil sie ihren  „Finanzbedarf“ nur anmelden m&#252;ssen, um an mehr Geld zu kommen. Diesen  Bedarf pr&#252;ft eine unabh&#228;ngige Kommission (Kef) zwar, doch ist in diesem  System schlicht nicht vorgesehen, dass es Stagnation oder sogar einmal  weniger geben k&#246;nnte. Die Bev&#246;lkerung mag schrumpfen, der Anteil der  Erwerbst&#228;tigen nicht weiter wachsen, der Beitrag f&#252;r den  &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk aber steigt und steigt.“</p>
<p>Und wie reagieren ARD und ZDF: Der Vorsitzende der ARD, SWR-Intendant Peter Boudgoust, <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=1653370/12zcfma/index.html">erkl&#228;rte</a>:  „Die Rundfunkanstalten sehen sich in ihrer Rechtsauffassung best&#228;tigt,  dass die derzeit bestehende gesetzliche Regelung rechtm&#228;&#223;ig ist.“  ZDF-Intendant Markus Sch&#228;chter <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/uploads/media/ARD_ZDF_Rundfunkgebuehrenpflicht_Urteil_-_2710.pdf">fordert</a> mit Blick auf die Zukunft: „Um Streitigkeiten dieser Art k&#252;nftig aber  ganz zu vermeiden, ist es wichtig, dass die von den  Ministerpr&#228;sidentinnen und Ministerpr&#228;sidenten geplante Reform der  Rundfunkfinanzierung ab Januar 2013 umgesetzt wird.“</p>
<p><strong>Das  neue Modell wird rechtm&#228;&#223;ig sein. Es wird daf&#252;r sorgen, dass  Streitigkeiten dieser Art weiterhin zu Gunsten von ARD und ZDF gel&#246;st  werden</strong>. Es wird aber auch die Legitimation von ARD und ZDF in Frage  stellen: Wieso muss man f&#252;r Rundfunk bezahlen, auch wenn man ihn nicht  nutzt? Wieso sollen die Einnahmen von ARD und ZDF weiter steigen, obwohl  immer weniger diese Programme nutzen? Insoweit sollten die Sender das  Urteil nicht nur als Freibrief sehen und nehmen. Wenn sie von allen Geld  wollen, m&#252;ssen sie auch allen etwas bieten. Doch wieso spielen der  lange Dokumentarfilm, der Animationsfilm (f&#252;r Erwachsene) sowie der  Kurzfilm – um nur drei Beispiele zu nennen &#8211; in ihren Leitlinien keine  Rolle?</p>
<p>Das  Bundesverwaltungsgericht hat drei F&#228;lle entschieden. Es konnte sich  auch nur zu den vorliegenden &#228;u&#223;ern. Doch was wird im Falle eines  Optikunternehmens, dass vor dem Gie&#223;ener Verwaltungsgericht <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/weiteres-gez-urteil-keine-rundfunkgebuehren-fuer-computer-1.62676">gegen die </a><a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Geb%C3%BChr">Geb&#252;hr</a> geklagt hatte? Das Unternehmen sollte daf&#252;r, dass es, wie die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/rundfunkgebuehren-urteil-zur-pc-abgabe-computernutzer-muessen-weiter-blechen-1.1016651">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> schilderte, in bundesweit 650 Filialen Computer gesch&#228;ftlich nutzt,  j&#228;hrlich fast 45.000 Euro bezahlen. Und dies f&#252;r eine Leistung, die nach  Angaben des Anwalts nicht in Anspruch genommen wurde. Das Gie&#223;ener  Verwaltungsgericht gab dem Unternehmen damals Recht.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35500%2Fbundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35500%2Fbundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/">Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35500&amp;md5=35611de56477dcdf7794b3e0893575ed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pay-Apps von ARD und ZDF?</title>
		<link>http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/</link>
		<comments>http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 10:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Apps]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=35106</guid>
		<description><![CDATA[ARD und ZDF k&#246;nnen sich nun offenbar doch vorstellen, Apps auch kostenpflichtig anzubieten. Galt nicht eben noch das Argument, dass die Inhalte vom Geb&#252;hrenzahler schon bezahlt worden sind?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/236ed62bc7d94ce0ba273a8a74841370" width="1" height="1" alt=""/>Es wurde  viel dar&#252;ber diskutiert, ob und wie lange ARD und ZDF einmal ausgestrahlte  Sendungen in ihren Mediatheken bereitstellen sollen und d&#252;rfen. In diesem  Zusammenhang wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Geb&#252;hrenzahler  diese Inhalte schon bezahlt h&#228;tten.</p>
<p><a href="http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr6801.html">So  erkl&#228;rte</a> die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates, Dagmar Gr&#228;fin  Kerssenbrock, in der Debatte um das „Depublizieren“ von Inhalten erst im  September diesen Jahres: „Es ist den Geb&#252;hrenzahlern kaum zu vermitteln, warum  Inhalte, die mit Geb&#252;hrengeldern online gestellt wurden, nun mit Geb&#252;hrengeldern  wieder offline gestellt werden.“</p>
<p>Dieses Argument wird auch von vielen Nutzer  immer wieder benutzt. So stellte das NDR-Medienmagazin ZAPP fest, dass <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/internet/depublizieren113.html">viele  meinen</a>, „dass sie die Inhalte bereits mit ihren GEZ-Geb&#252;hren bezahlt  haben. Deshalb wollen sie jederzeit darauf zugreifen k&#246;nnen – und zwar auf alle  Radio- und TV-Sendungen von ARD und ZDF.“ Um dann allerdings auch festzuhalten:  „Tats&#228;chlich aber sind gar nicht alle Sendungen online verf&#252;gbar. Denn die  Rundfunkanstalten besitzen nicht f&#252;r alle Produktionen uneingeschr&#228;nkte  Online-Rechte, vor allem nicht f&#252;r Archivmaterial.“</p>
<p>Gestern  nun forderte Springer-Chef Mathias D&#246;pfner auf den M&#252;nchner Medientagen von den  &#214;ffentlich-Rechtlichen, ihre Apps kurzerhand kostenpflichtig zu machen. So k&#246;nne  man schlie&#223;lich „das einzig zukunftsweisende Gesch&#228;ftsmodell f&#252;r Journalismus im  Netz“ retten, <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/vom-leibhaftigen-eroeffnet/">berichtet</a> Steffen Grimberg in der <em>taz</em>. Und wie  antworten ARD und ZDF? Weisen Sie dieses Angebot zur&#252;ck, da man ja nicht zweimal  f&#252;r denselben Inhalt kassieren k&#246;nne?</p>
<p>„Es sei  keine Ideologie, Angebote wie Apps kostenlos anzubieten“, sagte der ARD-Vorsitzende  Peter Boudgoust <em><a href="http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1662016/Doepfner-kritisiert-Gratiskultur-der-Oeffentlich-Rechtlichen-im-Netz.html">laut  Hamburger Abendblatt</a></em>. Zwar gebe es die „Tagesschau“-App  kostenlos, f&#252;r andere Angebote w&#252;rden k&#252;nftig aber auch zus&#228;tzliche Entgelte  f&#228;llig. ZDF-Intendant Markus Sch&#228;chter sagte, D&#246;pfners Grundansatz gefalle ihm gut.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35106%2Fpay-apps-von-ard-und-zdf%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35106%2Fpay-apps-von-ard-und-zdf%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/">Pay-Apps von ARD und ZDF?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/#comments">17 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35106&amp;md5=267226347f072ba636b90aff5c078175" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/35106/pay-apps-von-ard-und-zdf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Stadelmeier lehnt Abgeordnetenbeteiligung an einer Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag ab</title>
		<link>http://carta.info/34947/stadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab/</link>
		<comments>http://carta.info/34947/stadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 13:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ-Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Stadelmaier]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühren]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=34947</guid>
		<description><![CDATA[Der SPD-Staatskanzleichef „entt&#228;uscht“ die Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktionen: An der Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag sollen Abgeordnete nicht teilnehmen, auch die Presse ist nicht zugelassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/64b817013adf42da8826026df3e97a05" alt="" width="1" height="1" /><em>Am  Montag findet in Berlin eine Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag statt.  Dazu  haben die Rundfunkreferenten der L&#228;nder eingeladen. Journalisten sind  nicht  zugelassen. Am 24. September forderten die Vorsitzenden der   CDU-Landtagsfraktionen von der federf&#252;hrenden Staatskanzlei  Rheinland-Pfalz  (SPD), Landtagsabgeordnete an der Anh&#246;rung zu  beteiligen. Dies wurde abgelehnt. </em></p>
<p>„Angesichts  der  grunds&#228;tzlichen Bedeutung des 15. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrages, mit   welchem die Finanzierung des &#214;ffentlich-rechtlichen Rundfunks auf eine  ganz neue  Grundlage gestellt wird, erwartet die CDU-Fraktion eine  Beteiligung von  Vertretern der L&#228;nderparlamente an der Anh&#246;rung zum  neuen Staatsvertrag am 11.  Oktober 2010 in Berlin.“</p>
<p>Dies hat  laut <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_80089.html">epdmedien</a> der Vorsitzende der AG Medien der  CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, Dr.  Christian von Boetticher,  gegen&#252;ber der federf&#252;hrenden Staatskanzlei von  Rheinland-Pfalz  eingefordert. Dabei bezog er ich auf einen <a href="http://www.cdu-fraktion.de/Presse-Singleansicht.pressesingle.0.html?&amp;cHash=22250bafd7&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3599">Grundsatzbeschluss</a>,  der am 24. September in Frankfurt gefasst wurde.</p>
<p>Und:  welche Antwort hat er darauf von <a href="http://www.rlp.de/ministerpraesident/staatskanzlei/chef-der-staatskanzlei/">Martin  Stadelmeier</a> erhalten? Vielleicht diese?</p>
<p><em>„Ich  m&#246;chte um Ihr Verst&#228;ndnis werben, dass ich Bedenken habe und Ihnen   meine Gr&#252;nde erl&#228;utern. Die Anh&#246;rung wird auf Fachebene (Beamtenebene)   durchgef&#252;hrt. Vertreter der politischen Ebene der Landesregierungen  nehmen nicht  teil. Eine Meinungsbildung auf politischer Ebene wird erst  sp&#228;ter in der  Rundfunkkommission der L&#228;nder erfolgen. Die Einbeziehung  der Landtage und die  politische Er&#246;rterung im parlamentarischen Raum  wird im Wege der  Vorunterrichtung durch die Landesregierungen ebenfalls  erst sp&#228;ter stattfinden.  Dieses gestufte Verfahren dient dazu, auch  bei komplexen Materien zu einer  geordneten Willensbildung und damit zu  sachgerechten Ergebnissen zu  gelangen.“</em></p>
<p>Doch ist  es wirklich so, dass die Beamten rein fachlich wichten und werten werden? Haben  sie nicht klare politische Vorgaben?</p>
<p>Ob  sich  die CDU-Medienpolitiker und Fraktionsvorsitzenden damit zufrieden  geben?  Schlie&#223;lich stellt die CDU die Mehrheit der  Ministerpr&#228;sidenten. Oder ging es  ihnen nur darum, die SPD mit Kurt  Beck vorzuf&#252;hren? War den  CDU-Fraktionsvorsitzenden klar, dass die  Ministerpr&#228;sidenten gegen ihre  Teilnahme sind – die Antwort aber aus  der federf&#252;hrenden SPD-Staatskanzlei  Rheinland-Pfalz kommt? Den  Abgeordneten eines Landtages, die ebenfalls um  Teilnahme gebeten  hatten, teilte man zudem mit:</p>
<p><em>„Schlie&#223;lich bitte ich  auch zu bedenken, dass bei einer Teilnahme von  Abgeordneten eines  Landes auch den Abgeordneten aus den Parlamenten der anderen  L&#228;nder  eine Teilnahmem&#246;glichkeit er&#246;ffnet werden m&#252;sste. Aus diesen Gr&#252;nden  w&#228;re  ich Ihnen dankbar, wenn Sie von einer Teilnahme Abstand nehmen   w&#252;rden.“</em></p>
<p>Doch  was, wenn die Abgeordneten nicht von einer Teilnahme Abstand nehmen  <strong>wollen</strong>?  Soll man auf etwas verzichten, nur weil es dann andere auch  nutzen  w&#252;rden? Geht es hier nicht um eine politische Entscheidung, die die  ganze  Bev&#246;lkerung betreffen wird? Schlie&#223;lich sollen ja in Zukunft alle  den  Rundfunkbeitrag bezahlen. Muss man da nicht jede M&#246;glichkeit  nutzen, sich eine  Meinung zu bilden, um dann verantwortungsbewusst eine  politische Entscheidung  treffen zu k&#246;nnen?
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34947%2Fstadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34947%2Fstadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/34947/stadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab/">Stadelmeier lehnt Abgeordnetenbeteiligung an einer Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag ab</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34947/stadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34947&amp;md5=7089108558d9a46697dcb1b9a19f792c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/34947/stadelmeier-lehnt-abgeordnetenbeteiligung-an-einer-anhoerung-zum-rundfunkbeitrag-ab/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ist die GEZ ein Hort der Rechtsstaatlichkeit, Gesetzestreue und Unfehlbarkeit?</title>
		<link>http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/</link>
		<comments>http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 15:08:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Peter Bull]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=34753</guid>
		<description><![CDATA[Die Urteile des Wuppertaler Amtsgerichts zeigen: Auch bei der GEZ kann es Pflichtverst&#246;&#223;en kommen. In seinem j&#252;ngsten Gutachten zum Datenschutz sah Hans Peter Bull dies noch deutlich anders.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6441665f76134378aa5df86d599ecc14" alt="" width="1" height="1" />Am 20. September legte Hans Peter Bull sein „<a href="http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/">Datenschutz-Gutachten</a>“ zum diskutierten Rundfunkbeitrag. Darin stellt er fest, dass die GEZ f&#252;r ihn in Fragen des Datenschutzes <strong>ein Ort der Gesetzestreue und Datensicherheit </strong>ist. „In der jahrzehntelangen Geschichte der GEZ ist kein einziger Fall eines solchen Pflichtversto&#223;es vorgekommen.“ (Gutachten S. 34) Bisher seien die entsprechenden Rechtsvorschriften immer eingehalten worden.</p>
<p>Im „Bereich der Datenverarbeitung durch die Rundfunkanstalten und die GEZ gibt es keine Missbrauchserfahrungen.“ (Gutachten S. 32) Dies kann man auch anders sehen. Denn erst 2005 wurden der GEZ durch die &#196;nderung des Rundfunkstaatsvertrages (8. Fassung) auch<strong> Kauf und Nutzung von Adressdaten privater Anbieter</strong> gesetzlich erlaubt. Das hatte allerdings die GEZ bereits davor l&#228;ngst praktiziert – also ohne gesetzliche Erlaubnis bzw. entsprechende Rechtverordnungen gehandelt.</p>
<p>Dass es Verst&#246;&#223;e gegen Gesetze und Rechtsverordnungen auch bei der GEZ gab, dokumentiert ein aktuelles Urteil des Wuppertaler Amtsgerichtes. Es verh&#228;ngte gestern gegen drei von f&#252;nf Beschuldigte Strafen wegen Vorteilsannahme bzw. -gew&#228;hrung, wie die <em><a href="http://m.ftd.de/it-medien/medien-internet/:verurteilungen-geld-und-bewaehrungsstrafen-im-gez-korruptionsskandal/50176870.html?mode=simple">FTD</a></em> meldete. In zwei F&#228;llen stellte es das Verfahren gegen die Zahlung von 3.000 und 40.000 Euro ein.</p>
<p>„Ein GEZ-Mitarbeiter hatte sich von einer Wuppertaler Computerfirma Besuche der K&#246;lner Erotikbar ‚Kokett’, von Spitzenrestaurants sowie der VIP-Loge bei einem Fu&#223;ball-L&#228;nderspiel bezahlen lassen. Die GEZ hatte der Firma wiederum Auftr&#228;ge f&#252;r Computeranlagen mit sechsstelligem Volumen erteilt. Einen Schaden stellte das Gericht allerdings nicht fest“, so die <em><a href="http://m.ftd.de/it-medien/medien-internet/:verurteilungen-geld-und-bewaehrungsstrafen-im-gez-korruptionsskandal/50176870.html?mode=simple">FTD</a></em>.</p>
<p>Auch wenn &#8211; wie das Gericht feststellt &#8211; kein Schaden entstanden ist, zeigt dies, dass es auch in der GEZ zu Gesetzesverst&#246;&#223;en und Korruption kommen kann. In anderen F&#228;llen (Winfried Mohren und J&#252;rgen Emig) hatten die Intendanten u.a. darauf verwiesen, dass man gegen menschliches Fehlverhalten nicht gefeit sei.</p>
<p>Sicher ist, dass das bei der GEZ ab dem 1. Januar 2013 vorliegende bundesweite Register f&#252;r werbende Unternehmen von Interesse sein wird. Denn dieses Register hat eine neue Qualit&#228;t, da es alle bundesdeutschen Haushalte in einer Datenbank erfasst. So eine Datenbank k&#246;nnen werbende Unternehmen wie auch Werbeagenturen gut gebrauchen.</p>
<p>Da kann man nur hoffen, dass sich kein (leitender) Mitarbeiter korrumpieren l&#228;sst. Besser als darauf zu hoffen, w&#228;re es allerdings, entsprechende technische Vorsichtsma&#223;nahmen zu entwickeln und umzusetzen.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34753%2Fist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34753%2Fist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/">Ist die GEZ ein Hort der Rechtsstaatlichkeit, Gesetzestreue und Unfehlbarkeit?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34753&amp;md5=0b1d6862a35bbdc0fa248e40c4be8962" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/34753/ist-die-gez-ein-hort-der-rechtsstaatlichkeit-gesetzestreue-und-unfehlbarkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das bestellte Datenschutz-Gutachten</title>
		<link>http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/</link>
		<comments>http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 14:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Peter Bull]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühren]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=34513</guid>
		<description><![CDATA[Hans Peter Bull ergreift mit seinem Gutachten Partei in der Auseinandersetzung zwischen den Datenschutzbeauftragten und den gesetzgebenden L&#228;ndern. Das k&#246;nnte auf ARD und ZDF zur&#252;ckfallen. Besser h&#228;tten die L&#228;nder selbst ein Gutachten bestellt, und zwar mit echtem Datenschutz-Auftrag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ec23b22718384c08b464fe69f75e1398" alt="" width="1" height="1" />Dr. Hans Peter Bull war von 1978 bis 1983 der erste Datenschutzbeauftragte Deutschlands. Nun f&#228;llt er seinen Kollegen in den R&#252;cken. Diese hatten gravierende Datenschutzm&#228;ngel beim Entwurf zum neuen Rundfunkbeitragsstaatsvertrag festgestellt. Hans Peter Bull sollte mit seinem Gutachten die Bedenken der Datenschutzbeauftragten, die diese mit einem Schreiben vom 23. April 2010 sowie in einer Anh&#246;rung der Landes- und Rundfunkdatenschutzbeauftragten durch die Rundfunkreferenten der L&#228;nder am 7. September 2010 vorgebracht hatten, entkr&#228;ften. Als Grundlage diente ihm der Entwurf des Rundfunkbeitragsstaatsvertrages vom 17.8.20101.</p>
<p>Wenn man die Reaktionen von ARD und ZDF liest, scheint ihm dies gelungen zu sein. Schlie&#223;lich begr&#252;&#223;ten ARD und ZDF das „ausf&#252;hrlich begr&#252;ndete“ Ergebnis. ZDF-Justitiar Carl-Eugen Eberle <a href="http://www.presseportal.de/pm/29876/1684990/ard_radio_tv">erkl&#228;rte</a> bei der Vorstellung des Gutachtens am Montag vor einer Woche:</p>
<blockquote><p>F&#252;r den Einzug des Rundfunkbeitrags ist ein Modell entwickelt worden, das den b&#252;rokratischen Aufwand gering h&#228;lt und Nachforschungen beim Beitragspflichtigen, so gut es geht, vermeidet. Das Gutachten von Prof. Bull best&#228;tigt diese Verfahrensregelungen, die den Beitragspflichtigen entlasten, f&#252;r einen effektiven Gesetzesvollzug sorgen und Beitragsgerechtigkeit gew&#228;hrleisten.</p></blockquote>
<p>Und SWR-Justitiar Hermann Eicher <a href="http://www.presseportal.de/pm/29876/1684990/ard_radio_tv">stellt fest</a>:</p>
<blockquote><p>F&#252;r den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk ist es von gro&#223;er Bedeutung, dass die Neuordnung der Rundfunkfinanzierung h&#246;chsten datenschutzrechtlichen Anforderungen gen&#252;gt. Es ist daher erfreulich, dass ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet die Regelungen im Staatsvertragsentwurf unter datenschutzrechtlichen Aspekten f&#252;r geeignet, erforderlich und angemessen h&#228;lt.</p></blockquote>
<p>Doch gibt das Gutachten dies so her? Wenn man das Gutachten von vorn bis hinten liest, kann man zu anderen Schlussfolgerungen gelangen. Sicher: im Ziel des neuen Staatsvertrages sowie in der datenschutzrechtlichen Bewertung ist man sich mit dem Gutachter einig.</p>
<p><strong>Systemwechsel schafft keine Gerechtigkeit</strong></p>
<p>F&#252;r Hans Peter Bull ist der Systemwechsel gerecht,</p>
<blockquote><p>weil er dazu beitragen wird, die Erhebungsdefizite zu verringern und dadurch eine Erh&#246;hung der Beitr&#228;ge zu vermeiden. In fast jeder Wohnung ist heute mindestens ein H&#246;rfunkempf&#228;nger vorhanden und in weit &#252;ber 90 Prozent aller Wohnungen au&#223;erdem ein Fernsehempf&#228;nger; hinzu kommen die ebenfalls fl&#228;chendeckend verbreiteten PCs (und Mobiltelefone), die &#252;ber das Internet auch Rundfunkprogramme empfangen.</p></blockquote>
<p>Doch der Systemwechsel wird nicht nur die Erhebungsdefizite verringern, er wird sie &#252;berkompensieren, weil in Zukunft auch diejenigen, die keinen Rundfunk genutzt haben, daf&#252;r bezahlen m&#252;ssen. Sicher k&#246;nnen auch PCs und Mobiltelefone H&#246;rfunk empfangen. Doch die M&#246;glichkeit, etwas nutzen zu k&#246;nnen, hei&#223;t noch lange nicht, dass dies auch genutzt wird.</p>
<p>Der Gerechtigkeit halber h&#228;tte er auch darstellen m&#252;ssen, dass das neue Modell in Fragen der Gerechtigkeit auch zu Lasten gro&#223;er Gruppen geht. Zum einen sind dies diejenigen, die sich bewusst gegen Radio- und Fernsehempfang entschieden haben. Auch wenn es manche nicht glauben: solche B&#252;rgerinnen und B&#252;rger gibt es. Selbst, man annimmt, dass dies nur 1 Prozent der erwachsenen Bev&#246;lkerung ist, dann sind dies &#252;ber 600.000 Menschen.</p>
<p>In anderen F&#228;llen kann man die Zahl der von neuer Ungerechtigkeit Betroffenen genauer bestimmen. So sollen in Zukunft die 135.000 privaten „PC-Nutzer“ die volle Rundfunkgeb&#252;hr bezahlen. So sollen in Zukunft erstmalig &#252;ber 580.000 Behinderte mit 5,99 Euro im Monat zur Kasse gebeten werden. So werden die &#252;ber 2,4 Mio. reinen Radionutzer in Zukunft mehr als das Dreifache bezahlen. Und schlie&#223;lich erfolgt bei den Unternehmen eine Umverteilung, die gro&#223;e Unternehmen mit vielen Mitarbeitern entlastet, w&#228;hrend kleine Unternehmen sowie Unternehmen mit vielen Betriebsst&#228;tten bzw. Filialen zus&#228;tzlich belastet. Auch das neue Modell ist also in einigen Punkten ungerecht.</p>
<p>Hans Peter Bull meint: „Nur wenn der gr&#246;&#223;te Teil der Beitragsschuldner erfasst wird und damit zur Zahlung veranlasst werden kann, ist Beitragsgerechtigkeit erreichbar.“</p>
<p>Dabei zahlen seit Jahren mehr als 90% der Haushalte die Rundfunkgeb&#252;hr. Der Anteil der privaten Geb&#252;hrenzahler an den Gesamthaushalten lag im Jahre 2009 f&#252;r fast alle Anstalten &#252;ber dem Anteil im Jahre 2000. Aus den Zahlen der GEZ l&#228;sst sich ein „aggressives“ Abmeldeverhalten nicht erkennen. Sind die einfachen Erkl&#228;rungen f&#252;r die zunehmende Differenz zwischen Ab- und Anmeldungen nicht der „Sterbe&#252;berschuss“ sowie die geburtenschwachen jungen Jahrg&#228;nge, die jetzt die Vollj&#228;hrigkeit erreichen?</p>
<p><strong>Es werden nicht weniger, sondern mehr Daten erhoben</strong></p>
<p>Dr. Hans Peter Bull stellt fest, dass im</p>
<blockquote><p>Vergleich mit den bisherigen Dateien der GEZ wird die k&#252;nftige Sammlung eine geringere Zahl von Datens&#228;tzen umfassen; denn es werden nicht mehr alle Ger&#228;tebesitzer, sondern nur noch die „Haushaltsvorst&#228;nde“ – genau: die jeweils in einer Wohnung f&#252;r den Rundfunkbeitrag Verantwortlichen – notiert.</p></blockquote>
<p>Laut §8 (Anzeigepflicht) entf&#228;llt in Zukunft sogar ein Datum. Der „Grund der Anmeldung“ (fr&#252;her §3) wird nicht mehr abgefragt.</p>
<p>Doch auch wenn die Zahl der Datens&#228;tze sinkt, kann die Zahl der Daten steigen: wenn nicht zus&#228;tzliche Daten erfasst werden. Dass dies der Fall sein wird, stellt Bull immer wieder dar. Ja, er fordert sogar, weitere Daten zu erfassen. Und auch die &#220;bermittlung nimmt zu: Bis zum 1. Januar 2013 soll einmalig ein zentraler Meldedatenabgleich erfolgen.</p>
<p>Er fordert zudem in vier weiteren F&#228;llen, Daten zu erheben:</p>
<ol>
<li> Da bei Betriebsst&#228;tten der Inhaber nicht im Melderegister gespeichert ist, sollen Gewerberegister, die Handwerksrolle oder das Mitgliederverzeichnis einer IHK genutzt werden</li>
<li>Wenn man die Abmeldung einer Betriebsst&#228;tte erreichen will, muss man nachweisen, dass der Inhaber krank gewesen ist und dort nicht t&#228;tig sein konnte. Dazu soll ein &#228;rztliches Attest vorgelegt werden. Abgesehen davon, dass hier weitere Daten erfasst werden, ist sicher,  dass der Aufwand, ein solches Attest erstellen zu lassen und einzuholen,  den Gegenwert mehrerer Monatsraten hat.</li>
<li>In Zukunft soll man auch Eigent&#252;mer von Wohnungen oder Grundst&#252;cken zur Auskunft &#252;ber die Mieter zwingen k&#246;nnen.</li>
<li>Zudem soll „zumindest ein vollj&#228;hriger Mitbewohner je Wohnung“ angegeben werden, „der bei Auszug des Beitragsschuldners als neuer Schuldner in Frage kommt, bei dem also in diesem Fall nachgefragt werden kann.“</li>
</ol>
<p>Was es weiter geben soll und wird:</p>
<ol>
<li> In Zukunft muss man auch f&#252;r die Zweitwohnung weiter bezahlen. Dies kann nur aus dem Grund gewollt sein, h&#246;here Einnahmen zu erzielen. Schlie&#223;lich bezahlt man ja f&#252;r die M&#246;glichkeit, Rundfunk zu empfangen, nicht f&#252;r den Empfang. Man bezahlt unabh&#228;ngig von der Nutzung. Doch warum soll man f&#252;r die M&#246;glichkeit mehrmals bezahlen? Nur, weil man mehrere Wohnungen hat? Die M&#246;glichkeit zu empfangen, kann man doch nur einmal in Anspruch nehmen.</li>
<li>Auch in Zukunft sollen mit Geb&#252;hrengeldern Adressen von Adressh&#228;ndlern gekauft werden. Doch wieso eigentlich? Es gibt den einmaligen zentralen Melderegisterabgleich, die Einwohnermelde&#228;mter leiten, gesetzlich erlaubt, bei Zuzug, Wegzug oder Tod die Daten weiter. Wozu muss man dann noch Adressen kaufen?</li>
<li>Die Geb&#252;hrenbeauftragten wird es weiter geben. Deren Aufgabe wird dann darin bestehen „Wohnungen und Betriebsst&#228;tten ausfindig zu machen, die der GEZ bzw. den Landesrundfunkanstalten noch nicht bekannt sind oder in denen Personen wohnen oder arbeiten, ohne dass einer von ihnen als Rundfunkteilnehmer angemeldet w&#228;re.“</li>
</ol>
<p><strong>FAZIT</strong></p>
<p>Hans Peter Bull offenbart hier ein Menschenbild, dass er anscheinend mit vielen Ministerpr&#228;sidenten und Intendanten teilt. Ansonsten w&#252;rde er deren L&#246;sung nicht rechtfertigen: Die Mehrheit der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger seien nicht ehrlich, sie wollten die Rundfunkgeb&#252;hr umgehen, obwohl sie Rundfunk nutzen. Sie wollten den Rundfunk nicht bezahlen. Sie m&#252;ssten dazu gezwungen werden.</p>
<p>Wenn ARD und ZDF sich als Vertreter der Geb&#252;hrenzahler sehen w&#252;rden, dann h&#228;tte der Gutachtensauftrag anders lauten m&#252;ssen. Dann w&#228;re zu fragen gewesen, mit welchen Regelungen man m&#246;glichst datensparsam das neue Geb&#252;hrenmodell umsetzen kann, welche Regelungen man m&#246;glichst vermeiden sollte, um sich nicht in Verruf zu bringen, welche Regelungen es auf keinen Fall geben sollte – selbst wenn sie verfassungsrechtlich erlaubt sind – weil diese dann die Legitimation der Rundfunkgeb&#252;hr und somit von ARD und ZDF untergraben.</p>
<p>Doch so finanzieren sie mit Geb&#252;hrengeldern ein Gutachten, das vor allem den L&#228;nderregierungen hilft und dient. <strong>In dieser Phase h&#228;tten die L&#228;nder selbst ein Gutachten zu <em>ihrem </em>Gesetzentwurf in Auftrag geben m&#252;ssen.</strong></p>
<p>Wenn es mit der Umsetzung dieses Rundfunkbeitrags Probleme geben wird, wenn der b&#252;rokratische Aufwand steigt, wenn mehr Daten ermittelt werden, wenn mehr Menschen von der GEZ bzw. den Geb&#252;hrenbeauftragten befragt werden, dann werden ARD und ZDF und nicht die Medienpolitik damit verbunden. Dann wird ihre Legitimation in Frage gestellt. Die Grundlage daf&#252;r haben sie mit ihrer Parteinahme selbst gelegt.</p>
<p>Dabei hatten es ARD und ZDF nach dem Kirchhof-Gutachten so einfach. Da jeder nur an einer Stelle sehen, also die Programme nutzen kann, muss er nur einmal bezahlen. All die Doppel- und Mehrfachzahlungen h&#228;tte man zu den Akten legen k&#246;nnen. Man h&#228;tte keine Geb&#252;hrenbeauftragten mehr gebraucht. Doch um auf die Summe von 7,6 Mrd. Euro zu kommen, m&#252;ssen nun wieder Sondertatbest&#228;nde eingef&#252;hrt werden, f&#252;r deren &#220;berpr&#252;fung man die Geb&#252;hrenbeauftragten braucht.</p>
<p>Das Gutachten macht deutlich: Es wird der GEZ einfacher gemacht, Geb&#252;hrenzahler zu erfassen und zur Zahlung zu bringen. Es werden mehr Menschen zur Auskunft verpflichtet. Es werden mehr Daten erhoben werden. Damit ersch&#252;ttern ARD und ZDF ein weiteres Mal ihre Legitimation.</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 684px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">
<p class="sdfootnote">Man kann sich ja auch nicht mehr abmelden.</p>
</div>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34513%2Fdas-bestellte-datenschutz-gutachten%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F34513%2Fdas-bestellte-datenschutz-gutachten%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/">Das bestellte Datenschutz-Gutachten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34513&amp;md5=5bec7e49b99baf091ade6d7041d11beb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/34513/das-bestellte-datenschutz-gutachten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>GEZ-Reform: Von Gutachten und Denksportaufgaben</title>
		<link>http://carta.info/33932/gez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben/</link>
		<comments>http://carta.info/33932/gez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2010 09:53:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ-Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühren]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=33932</guid>
		<description><![CDATA[Kommende Woche wollen ARD und ZDF ein Gutachten zum Datenschutz bei der Haushaltsabgabe ver&#246;ffentlichen. Unklar ist jedoch, auf welchen Entwurf sich die Einsch&#228;tzung beziehen soll, denn noch spricht der ARD-Vorsitzende von viele offenen Details bei der Umstellung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a86d92eccb7c4165829d0b61d30e9874" alt="" width="1" height="1" />Wieder gibt es ein medienpolitisches Problem. Ein Problem, dass die L&#228;nder geschaffen haben. Erst ging es um die Frage, ob eine <a href="../../26944/das-kirchhof-gutachten-neue-plausibilitaet-durch-rundfunkbeitraege-von-allen/">Haushaltsabgabe m&#246;glich</a> ist, dann um die die Frage, inwieweit ARD und ZDF im Internet <a href="../../33105/papier-das-internet-ist-am-ehesten-rundfunk/">„Presse machen“</a>. Aktuell trifft die geplante Umsetzung der Haushaltsabgabe auf erhebliche <a href="../../33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/">datenschutzrechtliche Bedenken</a>.  Und dies nicht nur bei den Datenschutzbeauftragten.</p>
<p>In jeder dieser  Fragen gaben ARD und ZDF als Betroffene <a href="http://carta.info/33904/die-gutachterei-von-ard-und-zdf/">Gutachten</a> in Auftrag, obwohl nicht sie, sondern  die L&#228;nder als Gesetzgeber und Rechtsaufsicht die Fragen l&#246;sen und  Antworten suchen m&#252;ssten.</p>
<p>Im aktuellen  Fall hei&#223;t der Autor  Prof. Dr. Hans Peter Bull, er ist Staatsrechtslehrer und ehemalige Bundesbeauftragte f&#252;r den  Datenschutz.</p>
<blockquote><p>Das Gutachten behandelt eine  Vielzahl datenschutzrechtlicher Fragestellungen, die im Zusammenhang mit der  staatsvertraglichen Regelung des Rundfunkbeitrags derzeit diskutiert werden,</p></blockquote>
<p><a href="../../33866/pressemitteilung-ard-und-zdf-legen-gutachten-zum-datenschutz-vor/">teilen</a> ARD und ZDF mit.</p>
<blockquote><p>Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass die Regelungen im  <strong>Entwurf zum Rundfunkbeitragsstaatsvertrag </strong>den datenschutzrechtlichen  Anforderungen gen&#252;gen und zur Gew&#228;hrleistung der verfassungsrechtlich  geforderten gleichm&#228;&#223;igen Heranziehung aller Beitragszahler geeignet,  erforderlich und angemessen sind.</p></blockquote>
<p>Besser k&#246;nnten es auch Google und Facebook  nicht formulieren. Und was sagt der Gutachter zur aktuellen <a href="http://www.saechsdsb.de/oeffentlichkeitsarbeit/391-presseerklaerung-des-saechsischen-datenschutzbeauftragten-zu-einer-vorgesehenen-haushaltsabgabe-fuer-rundfunkgebuehren">Kritik der  Landesdatenschutzbeauftragten</a>?</p>
<p>Ja, wie kann der Gutachter &#252;berhaupt  dies alles feststellen und sich zu einem <strong>Entwurf zum  Rundfunkbeitragsstaatsvertrag </strong>positionieren? Auf welchen  Staatsvertrags-Entwurf bezieht er sich denn? Hatte nicht erst am 9. September,  also vor nicht einmal einer Woche, der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust in Berlin  laut <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_79024.html">epd medien</a> „k&#252;rzlich erschienene Zeitungsberichte &#252;ber die Folgen der  geplanten Reform der Rundfunkfinanzierung als ‚h&#228;ufig unbegr&#252;ndet’ zur&#252;ck  gewiesen“ und festgestellt: „Da machen sich viele noch sehr abstrakt Sorgen“.</p>
<p>Kurz zuvor hat <em><a href="../../">Carta</a></em> einen aktuellen Staatsvertragsentwurf ver&#246;ffentlicht und auf die  Datenschutzprobleme hingewiesen. Viele Zeitungen <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EE5C67B846AAFB42BAB89AA0B4EFB18A7C%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">&#252;bernahmen</a> die Einsch&#228;tzung, dass mit den neu zu erhebenden Daten die GEZ zur Super-Meldebeh&#246;rde ausgebaut wird. Auch die <a href="http://www.digitalfernsehen.de/FDP-befuerchtet-durch-GEZ-Reform-Supermeldebehoerde.36792.0.html">FDP</a> und die <a href="http://falk.linkeblogs.de/keine-supermeldebehorde-gez-%E2%80%93-staatsregierung-muss-argumente-des-datenschutzbeauftragten-ernst-nehmen/">Linke</a> sprachen sich gegen die Pl&#228;ne aus.</p>
<p>Doch viele Details der anstehenden Umstellung  seien noch offen, zitierte der Medien-Fachdienst <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_79024.html">epd medien</a> Peter Boudgoust: „Da  warten noch Denksportaufgaben auf den Gesetzgeber“.  Wie kann man dann ein datenschutzrechtliches Gutachten ver&#246;ffentlichen,  wenn doch noch vom Gesetzgeber „Denksportaufgaben“ zu l&#246;sen seien?</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien auch bei <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/ard-und-zdf-geben-den-landern-schutzenhilfe-%e2%80%93-auf-kosten-der-gebuhrenzahler/">Digitale Linke</a>.</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F33932%2Fgez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F33932%2Fgez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/33932/gez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben/">GEZ-Reform: Von Gutachten und Denksportaufgaben</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/33932/gez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33932&amp;md5=2fb247b4fa1399741bb1bdd26b9adbcb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/33932/gez-reform-von-gutachten-und-denksportaufgaben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>GEZ-Reform: Neuer Gesetzentwurf best&#228;tigt ungez&#252;gelten Datenzugriff durch Haushaltsabgabe [Update]</title>
		<link>http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/</link>
		<comments>http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 14:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkstaatsvertrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=33410</guid>
		<description><![CDATA[Carta ver&#246;ffentlicht neuen Gesetzentwurf zur Haushaltsabgabe: Gro&#223;unternehmen und Besitzer von Ferienwohnung werden gegen&#252;ber ersten Planungen entlastet, Behinderte st&#228;rker belastet. Entgegen dem Versprechen der Politik ist die neue Abgabe nicht einfacher - ihre datenschutzrechtlichen Kollateralsch&#228;den sind hingegen abenteuerlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b7829f3b59774852bad11c2a8e146ddd" alt="" width="1" height="1" /><em>von Heiko Hilker und J&#252;rgen Scheele</em></p>
<p>Mitte Mai <a href="http://carta.info/27372/gez-reform-carta-veroeffentlicht-entwurf-zum-rundfunkgebuehren-staatsvertrag/">ver&#246;ffentlichte</a> <em>Carta </em>einen von der Rundfunkkommission der L&#228;nder insgeheim vorbereiteten Staatsvertragsentwurf f&#252;r einen ger&#228;teunabh&#228;ngigen Rundfunkbeitrag. Daraus lie&#223; sich ableiten, dass die seinerzeit zumindest nach au&#223;en hin offengehaltene Frage, ob es zu einer allgemeinen Haushalts- und Betriebsst&#228;ttenabgabe komme, hinter den Kulissen – und unabh&#228;ngig von dem im nachhinein die verfassungsrechtliche Legitimation erteilenden <a href="http://www.ard.de/intern/standpunkte/-/id=1453944/property=download/nid=8236/g73vou/Gutachten+zur+Rundfunkfinanzierung.pdf">Kirchhof-Gutachten</a> – l&#228;ngst entschieden war.</p>
<p>Anfang Juni vollzogen die Ministerpr&#228;sidenten unter Federf&#252;hrung Kurt Becks (SPD) das l&#228;ngst Gewollte dann lediglich f&#252;r die mediale &#214;ffentlichkeit nach. Entgegen der in Presse und Rundfunk oft kolportierten Meinung, die Geb&#252;hrenreform f&#252;hre zu einer Reduzierung oder gar Abschaffung der Aufgaben der GEZ, war damals schon klar, dass das Gegenteil der Fall sein w&#252;rde, vielmehr die <strong>Datensammelwut infolge des &#220;bergangs zur Haushaltsgeb&#252;hr enorm ausgeweitet</strong> w&#252;rde.</p>
<p>Nun liegt ein &#252;berarbeiteter <a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/15RAeStV1708.pdf">Entwurf zur &#196;nderung des Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrags</a> (Stand: 17.08.2010) vor, der nach unserem Kenntnisstand bereits auf der n&#228;chsten Ministerpr&#228;sidentenkonferenz der L&#228;nder am 29. September verabschiedet werden soll.</p>
<p>Gegen&#252;ber der von <em>Carta </em>im Mai ver&#246;ffentlichten Version (Stand: 31.03.2010) sind die &#196;nderungen bis auf wenige Punkte rein redaktioneller Art. Neu ist lediglich, dass Zweit- und Ferienwohnungen – sofern nicht entgeltlich durch Dritte genutzt – nicht mehr der vollen Abgabenh&#246;he unterworfen sind, sondern nun als sogenannte <strong>Nebenwohnungen </strong>mit einem <strong>Drittel der Geb&#252;hr</strong> in Rechnung gestellt werden. Neu ist auch die Streichung des Nachteilsausgleichs f&#252;r mehr als 580.000 bislang von Rundfunkbeitr&#228;gen befreite Personen mit Behinderungen. <strong>Blinde, sehbehinderte, h&#246;rgesch&#228;digte und behinderte Menschen m&#252;ssen k&#252;nftig einen Betrag in H&#246;he eines Drittels der Geb&#252;hr zahlen.</strong></p>
<p>Die Staffelung nach Unternehmensgr&#246;&#223;e bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ist weiter enthalten. Dies bedeutet eine Verbesserung gegen&#252;ber der ersten Entwurfsfassung, nicht jedoch gegen&#252;ber dem grundlegenden Konstruktionsfehler in der Bemessung der Betriebsst&#228;ttenabgabe. Das hei&#223;t, Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern und einer gro&#223;en Anzahl von Filialen bezahlen mehr als Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern. Oder, wie einem Bericht des <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,715543,00.html"><em>Manager Magazins</em></a> zu entnehmen: &#8220;Die Belastung pro Mitarbeiter sinkt, je gr&#246;&#223;er ein Unternehmen ist.&#8221;</p>
<p>Zudem haben schon mittelst&#228;ndische Unternehmen (B&#228;ckereien) darauf hingewiesen, dass vor allem Unternehmen mit einem Filialnetz &#252;berdurchschnittlich belastet werden. Nach ersten Berechnungen im B&#228;ckerhandwerks k&#246;nne sich etwa f&#252;r eine B&#228;ckerei mit sechzig Mitarbeitern, zw&#246;lf Filialen und acht Betriebsfahrzeugen die Jahresgeb&#252;hr von 423 Euro auf fast 2.030 Euro <a href="http://www.heiko-hilker.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=681:fuer-baeckerei-verfuenffacht-sich-rundfunkgebuehr-&amp;catid=5:blog&amp;Itemid=4">erh&#246;hen</a>. Auch die Autovermieter haben auf ihre exorbitante zus&#228;tzliche finanzielle Belastung <a href="http://www.bav.de/images/aktuelles/pdf/positionspapier%20eckpunkte.pdf">aufmerksam gemacht</a>.</p>
<p><strong> Gegen&#252;ber der urspr&#252;nglichen Version wurden somit gro&#223;e Unternehmen und die Besitzer von Zweit- und Ferienwohnungen entlastet</strong>. Personen mit Behinderungen hingegen sind die Verlierer der Revision – ein, wenngleich es sich abgezeichnet hatte, immer noch erstaunliches Ergebnis!</p>
<p>Schlie&#223;lich ist als weitere Neuheit die Streichung der urspr&#252;nglich vorgesehenen Umbenennung von GEZ in „Rundfunkservicezentrale“ zu verzeichnen. Statt von einer Rundfunkservicezentrale spricht der Staatsvertragsentwurf wieder ausschlie&#223;lich von einer &#8220;nichtrechtsf&#228;higen &#246;ffentlich-rechtlichen Verwaltungsgemeinschaft betriebenen Stelle der &#246;ffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten&#8221;.</p>
<p>Das aber ist nichts anderes als der eigent&#252;mliche Status, den die GEZ immer schon inne hatte und der sie im &#252;brigen gerade dann vor Anspr&#252;chen immunisiert, wenn B&#252;rgerinnen und B&#252;rger mit ihr in Konflikt geraten. <strong>Offenbar war es den Ministerpr&#228;sidenten letztendlich doch zu hei&#223;, der &#214;ffentlichkeit ein X f&#252;r ein U vorzumachen und die GEZ lediglich umzubenennen.</strong></p>
<p>Ohne Kontrolleinrichtung – hie&#223;e sie nun GEZ oder Rundfunkservicezentrale – geht es eben auch bei der Haushalts- und Betriebsst&#228;ttenabgabe nicht. Doch sind die <strong>datenschutzrechtlichen Kollateralsch&#228;den</strong> gegen&#252;ber dem bestehenden ger&#228;tebezogenen Modell abenteuerlich.</p>
<p>Denn k&#252;nftig wird es gro&#223;er Kontrollanstrengungen bed&#252;rfen, gerichtsfest festzustellen, wo ein Haushalt oder eine Betriebsst&#228;tte beginnt und wo ein Haushalt oder eine Betriebsst&#228;tte aufh&#246;rt. Ist eine Wohngemeinschaft ein Haushalt oder mehrere Haushalte? Sind Untermieter oder vollj&#228;hrige Kinder mit eigenem Raum in der elterlichen Wohnung geb&#252;hrenpflichtig? Und generell: Wer alles geh&#246;rt zu einem Haushalt?</p>
<p>Bereits der Umstand, dass zuk&#252;nftig s&#228;mtliche Personen Wohnungen zugeordnet werden m&#252;ssen, weist auf eine erhebliche Ausweitung in der Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten hin. Zudem wird das Innehaben einer Wohnung, einer Betriebsst&#228;tte oder eines geb&#252;hrenpflichtigen Kraftfahrzeugs anzeigepflichtig, so dass alle vollj&#228;hrigen Personen potentiell geb&#252;hrenpflichtig sind und deren bei den Landesrundfunkanstalten <strong>&#8220;unverz&#252;glich schriftlich</strong>&#8221; zu machenden Angaben <strong>bei Ein- und Umzug</strong>, bei An- und Abvermietung, bei An- und Abmeldung zu verifizieren sind.</p>
<p>Ferner werden auch k&#252;nftig Wohnungen in einem erheblichen Ausma&#223;e zu kontrollieren sein, weil sich Unstimmigkeiten und Kontrollnotwendigkeiten schon allein aus divergierenden Datens&#228;tzen ergeben. Denn die von der GEZ weiterhin zu beziehenden Daten der Einwohnermelde&#228;mter sind teils inhaltlich nicht ausreichend, teils auch falsch, teils f&#252;r die Zuordnung von Personen zu Wohnungen nicht brauchbar. Hinzu kommen Datenerhebung und Kontrolle bei Gewerbetreibenden, Selbst&#228;ndigen und Unternehmern, die neben den eigentlichen Verbrauchern ebenfalls belastet werden sollen.</p>
<p>Die Datenverarbeitung wird also beim &#220;bergang zur Haushaltsgeb&#252;hr keineswegs weniger, das Geb&#252;hrenerhebungsverfahren nicht vereinfacht. <strong>Weder w&#252;rde die Legitimationsschw&#228;che des jetzigen Systems behoben, noch mehr Akzeptanz f&#252;r die Geb&#252;hr in der Bev&#246;lkerung geschaffen.</strong></p>
<p>Stattdessen verwandelte sich die GEZ faktisch – so die Einsch&#228;tzung des S&#228;chsischen Datenschutzbeauftragten Andreas Schurig – in eine <strong>&#8220;Supermeldebeh&#246;rde</strong>&#8221; (<a href="http://www.saechsdsb.de/oeffentlichkeitsarbeit/391-presseerklaerung-des-saechsischen-datenschutzbeauftragten-zu-einer-vorgesehenen-haushaltsabgabe-fuer-rundfunkgebuehren">Presseerkl&#228;rung vom 02.02.2010</a>). In einer eingehenden <a href="http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/">Analyse</a> f&#252;r <em>Carta </em>hatten wir selbst von einem &#8220;Dokument eines obrigkeitsstaatlichen Rundfunkgeb&#252;hrenstaats&#8221; und vom Entstehen eines kaum verfassungskonformen „bundesweiten Zentralmelderegisters“ gesprochen. Diese Befunde bleiben nach Vorlage der aktuellen Version des Staatsvertragsentwurfs weiterhin aktuell. In ihm wurden keinerlei &#196;nderungen an den unakzeptablen Kontroll-, Melde- und Auskunftspflichten vorgenommen.</p>
<p>Ein Schreiben der f&#252;r den RBB zust&#228;ndigen Brandenburgischen Landesdatenschutzbeauftragten Dagmar Hartge vom 23. April 2010 an die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz – das uns vorliegt und nachstehend in Ausz&#252;gen wiedergegeben wird –, belegt vielmehr, dass der f&#252;r die Erarbeitung des Staatsvertrags zust&#228;ndigen Rundfunkkommission der L&#228;nder sehr wohl erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken vorlagen, jene aber bewusst &#252;bergangen wurden. In dem Schreiben hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>[…] Auf Grund der Komplexit&#228;t der Thematik und des engen Zeithorizonts, der uns f&#252;r eine Befassung mit der Materie zur Verf&#252;gung stand, k&#246;nnen wir zun&#228;chst nur eine erste, kurze Stellungnahme abgeben. Insofern erheben unsere Anmerkungen keinen Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit. Allerdings sehen wir bereits heute <strong>erheblichen Nachbesserungsbedarf bei der Formulierung normenklarer Regelungen</strong>. Wie bereits eingangs erw&#228;hnt, konnten wir keine Verbesserung zu Gunsten der Rechte der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger auf informationelle Selbstbestimmung feststellen. Im Gegenteil: Unklare Verfahrensregelungen lassen einen starken Anstieg der Beschwerden bef&#252;rchten. Der Entwurf tr&#228;gt weder dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit, dem Grundsatz der Normenklarheit noch dem Grundsatz der Datensparsamkeit Rechnung.</p>
<p><strong>Wir bedauern, dass der Systemwechsel nicht zu weniger, sondern zu mehr B&#252;rokratie f&#252;hren wird und wenig b&#252;rgerfreundlich erscheint.</strong> [...]</p>
<p>Eine riesige Datenbank w&#252;rde geschaffen, die weit &#252;ber die Inhalte der Melderegister hinausgeht. Zudem ist eine differenzierte Zugriffsberechtigung, beispielsweise nach den einzelnen Rundfunkanstalten, nicht vorgesehen. Obwohl seit Jahren von Seiten der zust&#228;ndigen Landesdatenschutzbeauftragten kritisiert, h&#228;tte <strong>jeder Sachbearbeiter einen bundesweiten Zugriff auf diese Datenbank</strong>. Gleiches gilt f&#252;r die Rundfunkgeb&#252;hrenabteilungen der Rundfunkanstalten sowie (teilweise) die Rundfunkgeb&#252;hrenbeauftragten. [...]</p>
<p>Im Absatz 2 [aus § 2] wird die Vermutungsregel aufgestellt, dass Inhaber einer Wohnung derjenige ist, der dort nach dem Melderecht gemeldet ist oder im Mietvertrag als Mieter genannt wird. Mit dieser problematischen Definition des Wohnungsinhabers sowie der Definition der Wohnung im Sinne des § 3 StV-E unternimmt der StV-E ersichtlich den Versuch einer vom Melderecht unabh&#228;ngigen Definition dieser Begriffe. [...]</p>
<p>Gleichzeitig halten wir die <strong>Pflicht</strong> der Betroffenen, <strong>bei Ab- und Ummeldung</strong> (§ 7 Abs. 4 Nr. 1 und Nr. 3 [in der Version vom 17.08.2010: § 8 Abs. 3 und Abs. 5 Nr. 1 und 3] a.E. StV-E) <strong>die Daten der verbleibenden Bewohner zu &#252;bermitteln</strong>, f&#252;r unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig. In vielen F&#228;llen w&#252;rde eine unzul&#228;ssige, weil doppelte Datenerhebung bei den Rundfunkanstalten die Folge sein. Durch regelm&#228;&#223;ige Daten&#252;bermittlungen von den Melderegistern werden die in Rede stehenden Angaben bereits vorhanden sein. [...]</p>
<p>Auch bez&#252;glich der Beachtung des &#220;berma&#223;verbotes und dem Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeitsgrundsatz haben wir Bedenken. So meldet zun&#228;chst der Betroffene selbst seine Daten. Dann erfolgt eine Meldung &#252;ber die Melde&#228;mter. [...]</p>
<p>[...] hinreichend sicherstellen d&#252;rfte, dass die Landesrundfunkanstalten bzw. die Rundfunkservicezentrale &#252;ber die f&#252;r ihre Aufgabenerf&#252;llung notwendigen Daten verf&#252;gen. Hinzu kommt die vorgesehene regelm&#228;&#223;ige Daten&#252;bermittlung seitens der Meldebeh&#246;rden. Damit besteht nach derzeitiger Einsch&#228;tzung kein Anlass, eine zus&#228;tzliche Datenerhebung bei Dritten zuzulassen. [...]</p>
<p>Mit Inkrafttreten des Staatsvertrages ist die Daten&#252;bermittlung der gesamten Datenbest&#228;nde aller Meldebeh&#246;rden an die jeweiligen Rundfunkanstalten vorgesehen. Diese wiederum k&#246;nnen Dritte bzw. die Rundfunkservicezentrale mit der Datenverarbeitung beauftragen. Dadurch entst&#252;nde ein <strong>bundesweites Melderegister</strong>. Inwieweit eine solche Datenbank verfassungskonform, d. h. verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig w&#228;re, ist fraglich. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 90, 60) hat in seiner Entscheidung festgestellt, dass bei der Finanzierung des &#246;ffentlichen Rundfunks lediglich sichergestellt werden muss, dass dieser die ihm zukommende Funktion im dualen System erf&#252;llen kann und er zugleich wirksam davor gesch&#252;tzt ist, dass die Entscheidung &#252;ber die Finanzausstattung zu politischen Einflussnahmen auf das Programm genutzt wird. [...] (Hervorhebung <em>Carta</em>)</p></blockquote>
<p>Es muss als bemerkenswert bezeichnet werden, dass diese Einw&#228;nde bei der &#220;berarbeitung des Staatsvertragsentwurfs nicht nur nicht ber&#252;cksichtigt wurden, sondern dar&#252;ber hinaus auch im weiteren keine Mitwirkung der Landesdatenschutzbeauftragten stattfand.</p>
<p>Die Behauptung des f&#252;r den Rundfunk zust&#228;ndigen S&#228;chsischen Staatsministers Johannes Beermann (CDU): &#8220;Das haben wir mit den Datenschutzbeauftragten der anderen Bundesl&#228;nder er&#246;rtert, und die haben daran nichts zu beanstanden&#8221; (<a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2513147">Interview</a> mit der <em>S&#228;chsischen Zeitung</em>, 17.07.2010), ist unzutreffend. Eine Zustimmung bzw. Unbedenklichkeitserkl&#228;rung zur Haushaltsgeb&#252;hr durch die Landesdatenschutzbeauftragten liegt ausdr&#252;cklich nicht vor.</p>
<p>Beermanns Aussage belegt allenfalls eines: <strong>Die Ministerpr&#228;sidenten der L&#228;nder wollen im Falle der Haushaltsgeb&#252;hr weiterhin mit dem Kopf durch die Wand</strong>. Es wird Zeit, dass dem undemokratischen Treiben in den Hinterzimmern der Rundfunkkommission ein Ende gesetzt wird.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Update:</strong> Der urspr&#252;ngliche Absatz zur Betriebsst&#228;ttenabgabe enthielt einen Fehler und wurde nach Hinweis von hape in den Kommentaren ersetzt (5. und 6. Absatz von oben). Hier zur Dokumentation der ersetzte Absatz:</p>
<blockquote><p>Ebenfalls einer &#196;nderung unterworfen wurde die Bemessungsgrundlage f&#252;r  die Betriebsst&#228;ttenabgabe. Bestanden zuvor noch Staffelungen f&#252;r  Unternehmen ab 5.000 (60 Rundfunkbeitr&#228;ge), 10.000 (100  Rundfunkbeitr&#228;ge) und 20.000 (150 Rundfunkbeitr&#228;ge) Besch&#228;ftigten, so  sollen nun alle Firmen ab 1.000 Besch&#228;ftigten einheitlich 20  Rundfunkbeitr&#228;ge entrichten.</p></blockquote>
<p><em>Disclaimer</em>: Dr. J&#252;rgen Scheele ist Referent f&#252;r Medienpolitik bei der Fraktion &#8220;Die Linke&#8221; im Bundestag.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F33410%2Fgez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F33410%2Fgez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/">GEZ-Reform: Neuer Gesetzentwurf best&#228;tigt ungez&#252;gelten Datenzugriff durch Haushaltsabgabe [Update]</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/#comments">45 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33410&amp;md5=9a15d417aa64e489b7c29521a2420827" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>45</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>G&#252;nther Jauch, der duale Moderator: Die Zeit der Exklusivvertr&#228;ge mit einem Sender ist schon lange vorbei</title>
		<link>http://carta.info/32361/guenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei/</link>
		<comments>http://carta.info/32361/guenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 10:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Jauch]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=32361</guid>
		<description><![CDATA[Wenn G&#252;nther Jauch bald f&#252;r die ARD und RTL moderiert, zeigt er nur, f&#252;r wen er seit Jahren produziert. Damit ist er nicht der erste. ARD und ZDF begannen schon fr&#252;h ihre Moderatoren und Sendungen outzusourcen. K&#246;nnte man nicht bestimmte Formate, die &#246;ffentlich-rechtlichen Anspr&#252;chen gen&#252;gen, durch Rundfunkgeb&#252;hren finanzieren, egal auf welchem Sender sie laufen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5e59fbae6bd448d2a5677a44bf7c250c" alt="" width="1" height="1" />Vor drei Jahren wollte der WDR-Rundfunkrat G&#252;nther Jauch ganz oder gar nicht bei der ARD haben. Vor einigen Wochen fragte Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates, grunds&#228;tzlich, „ob man ja dazu sagt, dass ein pr&#228;gendes Gesicht im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk f&#252;r Information steht und im kommerziellen Fernsehen f&#252;r die Unterhaltung. Bisher war es ja so, dass ein Gesicht stets mit einem bestimmten Sender in Verbindung gebracht wird.“</p>
<p>Doch stimmt das? Ist es etwa G&#252;nther Jauch, f&#252;r den die ARD die Mauer zu den privaten Sendern zum Einsturz bringt, um sich zu retten? Die Zeit der Exklusivvertr&#228;ge mit einem Sender ist schon lange vorbei.</p>
<p>G&#252;nther Jauch arbeitet bei „5 gegen Jauch“ mit Oliver Pocher zusammen, der bei Sat.1 unter Vertrag ist. Stefan Raab hat f&#252;r die ARD Lena platziert. Viva-Clipansagerin G&#252;lcan Kamps ist nicht die einzige Moderatorin eines privaten Senders, die in ARD-Shows sa&#223;, wobei sie auch schon bei ZDFneo war. Schon Mitte der Neunziger moderierte Thomas Gottschalk nicht nur „Wetten, dass?“ beim ZDF, sondern auch bei Sat.1 „Gottschalks Haus-Party“ und die Show „Gottschalk kommt“, heute ist er regelm&#228;&#223;ig beim Spielfilmsender Tele 5 im Programm. Andrea Kiewel moderiert seit Jahren – nur unterbrochen durch eine Schleichwerbepause – den ZDF-Fernsehgarten sowie f&#252;r RTL die Show „Einspruch! Die Show der Rechtsirrt&#252;mer“.</p>
<div id="attachment_32370" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/rene_berlin/274624954"><img class="size-medium wp-image-32370" title="jauch" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/jauch-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ja, wenn die eigene Firma f&#252;r beide Seiten produziert, warum soll dann nicht auch der Chef auf beiden Seiten moderieren? (Foto: SpreePiX - Berlin, cc by-nc-nd)</p></div>
<p>Zwischen den Sender zu wechseln, ist schon lange &#252;blich. ARD und ZDF haben selten Ber&#252;hrungs&#228;ngste mit Moderatoren, die bei den Privaten gro&#223; geworden sind. Im Gegenteil: Man bedient sich permanent. Bruce Darnell durfte sich nach &#8220;Germanys Next Topmodel&#8221; im ARD-Vorabend als Typberater versuchen. Tim M&#228;lzer wechselte 2009 von Vox zur ARD. Eckhart von Hirschhausen, der neue ARD-Showstar, hat sich genehmigen lassen, dass sein B&#252;hnenprogramm bald auf RTL l&#228;uft.</p>
<p>Vielen Moderatoren ist es egal, bei welchem Sender sie vor der Kamera stehen. Einige haben auch eigene Produktionsfirmen, die schon lange f&#252;r beide Seiten des Systems arbeiten. Moderatoren mit ihren Sendungen outzusourcen, auf die Idee kamen ARD und ZDF, um sich soziale Folgekosten zu sparen, falls einmal eine Produktion eingestellt wird. Alle Polit-Talks des ERSTEN werden so produziert. Dabei hatten die Sender Sabine Christiansen, Frank Plasberg sowie Anne Will, die bei ihnen jahrelang fest angestellt waren, gebeten, sich f&#252;r ihre Talkshows selbstst&#228;ndig zu machen und Firmen zu gr&#252;nden. Damit wurde das auf den politischen Journalismus &#252;bertragen, was f&#252;r die Unterhaltung schon lange Praxis war. So hatte Alfred Biolek im Jahre 1979 die PRO GmbH gegr&#252;ndet, um mit ihr „Bios Bahnhof“ zu produzieren. Noch bevor die privaten Sender folgten kamen „Bei Bio“, „Mensch Meier“ und die „Mitternachtsspitzen“ f&#252;r das DRITTE des WDR hinzu. 2001 gr&#252;ndete man zuletzt auch noch eine fiktionale Abteilung und produzierte f&#252;r WDR, ZDF, Sat.1 und RTL.</p>
<p>So, wie Alfred Biolek von der ARD aus kommend Programmfl&#228;chen bei den privaten Sendern eroberte, so eroberten G&#252;nther Jauch und Stefan Raab f&#252;r sich bzw. mit ihren Produktionsfirmen Programmfl&#228;chen bei ARD und ZDF. Stefan Raab moderierte 1997 erstmals parallel bei VIVA und f&#252;r WDR/Eins live. Laut <em>S&#252;ddeutscher Zeitung</em> schaffte es G&#252;nther Jauch mit seiner I&amp;U TV in nur sieben Jahren, auf einen Jahresumsatz von 35,3 Mio. Euro und einen Gewinn von 6,2 Mio. Euro zu kommen (2007). Zuletzt legte die ARD die Produktion ihrer zwei Geburtstagsshows in die H&#228;nde der I&amp;U TV. Selbst die Geschichtsschreibung lagert man aus. Viele andere Produktionsfirmen – darunter auch viele, die den &#246;ffentlich-rechtlichen Sendern geh&#246;ren, wie Studio Hamburg, ZDF Enterprises etc. &#8211; produzieren f&#252;r beide Seiten des dualen Systems.</p>
<p>Ja, wenn die eigene Firma f&#252;r beide Seiten produziert, warum soll dann nicht auch der Chef auf beiden Seiten moderieren? Warum soll nicht derjenige, der die Inhalte entwickelt auch die Ansagen machen und die Sendungen als Werbung in eigener Sache nutzen?</p>
<p>Die Sender &#228;ndern sich. Lange hatte jeder Sender eine einheitliche, geschlossene Identit&#228;t. Nun entwickeln sie sich zu gro&#223;en Plattformen. Andere k&#246;nnen diese nutzen, um sie mit ihren Inhalten zu f&#252;llen. Die Sender sehen sich immer mehr als Distributionsweg zu den Zuschauern, von denen sie mit ihrem Markenkern m&#246;glichst viele binden wollen. Einer der ersten, der gezeigt hat, wie man dies f&#252;r die eigene Firma nutzen kann, war Stefan Raab.</p>
<p>Und so k&#252;mmert man sich in den Sendern immer mehr um das Image, die Marke, den „Programmflow“ und immer weniger um die Produktion von Inhalten. Die wird seit Jahren immer st&#228;rker ausgelagert. Das, was mit Filmen und Serien vor 50 Jahren begann, wird jetzt auf andere Bereiche &#252;bertragen. &#220;ber Jahrzehnte hinweg haben sich so ARD und ZDF Schritt f&#252;r Schritt von Programm-Produzenten zu Sendezeit-Verwaltern entwickelt.</p>
<p>Doch wieso soll man daf&#252;r noch Geb&#252;hren bezahlen? Flie&#223;en so nicht Gewinne aus den Produktionen f&#252;r ARD und ZDF in Produktionen f&#252;r die privaten Sender? W&#228;re es angesichts einer solchen Entwicklung nicht folgerichtig, bestimmte Formate, die &#246;ffentlich-rechtlichen Anspr&#252;chen gen&#252;gen, durch Rundfunkgeb&#252;hren zu finanzieren, egal auf welchem Sender sie laufen?
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F32361%2Fguenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F32361%2Fguenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/32361/guenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei/">G&#252;nther Jauch, der duale Moderator: Die Zeit der Exklusivvertr&#228;ge mit einem Sender ist schon lange vorbei</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32361/guenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32361&amp;md5=b7c93d0efb7ac45797023a45f8fce652" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/32361/guenther-jauch-der-duale-moderator-die-zeit-der-exklusivvertraege-mit-einem-sender-ist-schon-lange-vorbei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jauch: 4.487 Euro pro Minute, 1.323 Euro mehr als Will</title>
		<link>http://carta.info/30654/jauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will/</link>
		<comments>http://carta.info/30654/jauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 17:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Will]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Jauch]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=30654</guid>
		<description><![CDATA[G&#252;nter Jauch kostet pro Sendeminute rund 40 Prozent mehr als Anne Will. Das sind nun doch ein paar Cent mehr als der ARD-Vorsitzende versprochen hat. Und: Wieso eigentlich Marktwert?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6c0333b7a12e4eb083859e6c374a3a61" alt="" width="1" height="1" />Sicher,  es <a href="http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/WDR-Gremlins-sagen-Ja-zu-Guenther-Jauch-id3232594.html">gab</a> „bei Mitgliedern der WDR-Gremien Unmut &#252;ber den „halben Jauch“, der als  Polit-Talker im Ersten auf seri&#246;s macht und als Moderator weiterhin das  RTL-Showgesicht Nummer eins bleibt.“</p>
<p>Peter  Boudgoust <a href="http://www.presseportal.de/pm/6694/1629041/ard_das_erste?search=Jauch">sagte</a> als ARD-Vorsitzender zu, dass den Geb&#252;hrenzahler diese Verpflichtung „keinen  Cent mehr“ kosten werde. Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates stellte  gestern einen anderen Zusammenhang her. Der „finanzielle Rahmen der  Verpflichtung bewege sich in der selben Gr&#246;&#223;enordnung wie vor drei Jahren.“ Doch  wer kann dies &#252;berpr&#252;fen?</p>
<p>„Die einzelnen Rundfunkanstalten m&#252;ssten keine  zus&#228;tzlichen Finanzierungsanteile leisten. Da Jauch Sendeminuten f&#252;llen werde,  die auch vorher schon bezahlt werden mussten, sei nicht mit erheblichen  Mehrkosten zu rechnen. Eine m&#246;gliche Differenz solle durch Umschichtungen  innerhalb des Gesamtbudgets des Ersten erreicht werden“, vermeldet der <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1278663513290.shtml">K&#246;lner  Stadtanzeiger</a></em>. Es gibt also <strong>Mehrkosten</strong>. Und diese gehen zu lasten des  Gesamtprogramms. Denn das, was f&#252;r Jauch ausgegeben werden muss, spart man an  andere Stelle wieder ein.</p>
<p><em><a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2010/07/14/guenther-jauch/neue-show-ard-zahlt-pro-sendeminute-4487-euro.html">BILD</a></em> hat  sich schon die Vertr&#228;ge aus dem WDR-Verwaltungsrat besorgt. Danach l&#228;uft der  Vertrag &#252;ber drei Staffeln bis 2014. Jedes Jahr soll es 38 Sendungen à 60  Minuten geben. Hinzu kommt ein „Best of“ pro Staffel. Jede dieser Staffeln  kostet 10,5 Mio. Euro. Somit koste Jauch 4.487 Euro in der Minute. Das sind 1.323  Euro in der Minute mehr als „<a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2010/06/11/nach-guenther-jauchs-wechsel/anne-will-hat-erst-kurzfristig-erfahren-dass-sie-ihren-sendeplatz-verliert.html" target="btobody">Anne  Will</a>“, die<strong> </strong><strong>mit 3.164 Euro pro Minute schon Spitzenreiter der  &#246;ffentlich-rechtlichen Talkshows war. Jauch sei damit 41,8 Prozent teurer als  Will.</strong></p>
<p>Die  Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates, Dagmar Gr&#228;fin Kerssenbrock, meint in <em><a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2010/07/14/guenther-jauch/neue-show-ard-zahlt-pro-sendeminute-4487-euro.html">BILD</a></em>, dass  der „Marktwert von Herrn Jauch“ h&#246;her sei als der von Frau Will. Nun, dass  stimmt wohl so nicht. <strong>Denn wer wollte noch eine politische Talkshow mit G&#252;nther  Jauch machen? Keiner. Damit kann es keinen Marktwert geben.</strong> Der Marktwert ist  die Forderung.</p>
<p>Zudem  w&#252;rde die Produktion  aufwendiger  sein als die bisherige. Das wird sich zeigen.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F30654%2Fjauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F30654%2Fjauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/30654/jauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will/">Jauch: 4.487 Euro pro Minute, 1.323 Euro mehr als Will</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/30654/jauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will/#comments">16 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30654&amp;md5=f73dc32d1e7dc22a8f343a29540c00db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/30654/jauch-4487-euro-pro-minute-1323-euro-mehr-als-will/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>JMStV: Erste Umsetzungsschritte wurden bereits unternommen</title>
		<link>http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/</link>
		<comments>http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 14:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=28524</guid>
		<description><![CDATA[Das Gesetzgebungsverfahren der Parlamente wird ad absurdum gef&#252;hrt: Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz begr&#252;ndet, dass man dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zustimmen m&#252;sse, da schon die erste Umsetzungsschritte unternommen wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4b575ff43950444f95a71d7674e00ec3" alt="" width="1" height="1" />Das Medienreferat von Kurt Becks Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz macht noch einmal Druck und hat eine Handreichung erarbeitet, warum der JMStV in der n&#228;chsten Wochen unterzeichnet werden muss. Dabei scheut man nicht davor zur&#252;ck, darauf zu verweisen, dass schon erste Umsetzungsschritte vorgenommen wurden – und dies, obwohl es von allen Parteien Kritik gab und &#196;nderungsbedarf angemeldet wurde.</p>
<p>Zum Verfahren hei&#223;t es in der Begr&#252;ndung des <a href="http://www.rlp.de/fileadmin/staatskanzlei/rlp.de/downloads/pdf/Medienreferat/Debatte_um_JMStV.pdf">Medienreferats</a> (PDF, 26. Mai 2010):</p>
<blockquote><p>„Die Novellierung wurde sorgsam vorgenommen. Dem diente eine Vorbereitung durch ein wissenschaftliches Institut. In die Beratungen wurden s&#228;mtliche betroffene Institutionen im Bereich Jugendschutz und Wirtschaft einbezogen. In intensiven Verhandlungen wurde ein breiter Konsens gefunden, der durch einzelne &#196;nderungen wieder zur Disposition gestellt werden w&#252;rde.</p>
<p>Der Staatsvertragsentwurf st&#246;&#223;t bei beteiligten Institutionen und in der Medienwirtschaft auf breite Akzeptanz. Das Hans-Bredow-Institut f&#252;r Medienforschung, das bereits die Evaluierung vorgenommen hat, beurteilt die Novellierung ebenfalls positiv. Auch die technische Umsetzbarkeit wird best&#228;tigt. Erste praktische Umsetzungsschritte wurden mit entsprechendem Aufwand bereits unternommen, um die neuen Instrumente auch zeitnah nutzbar zu machen.“</p></blockquote>
<p>Dazu l&#228;sst sich feststellen bzw. fragen:</p>
<ol>
<li> Sorgsamkeit b&#252;rgt nicht f&#252;r Qualit&#228;t und auch nicht daf&#252;r, dass der Realit&#228;t ad&#228;quate Regelungen geschaffen werden, mit denen das Regelungsziel auch erreicht wird.</li>
<li> Wer war denn an den Verhandlungen beteiligt und ist nicht bereit, bestimmte &#196;nderungen mitzutragen? Sind damit Vertreter der L&#228;nder gemeint oder Institutionen, die bei einer Ver&#228;nderungen einzelner Regelungen einen Bedeutungsverlust ihrerseits bef&#252;rchten, wie z.B. die KJM?</li>
<li> In der Medienwirtschaft gibt es keine breite Akzeptanz. Unternehmensverb&#228;nde haben sich gegen die Regelungen ausgesprochen, selbst die ARD sieht mit dem Staatsvertrag gro&#223;e Probleme auf sich zukommen.</li>
<li> Was n&#252;tzt eine breite Akzeptanz der beteiligten Institutionen, wenn es keine Akzeptanz in der medienpolitischen &#214;ffentlichkeit gibt. Die Medienpolitiker der Parlamentsparteien sehen – &#252;ber die Parteigrenzen hinweg &#8211; grunds&#228;tzlichen &#196;nderungsbedarf. Sie wollen die Beschlussfassung verschoben sehen.</li>
<li> Dass ein Institut, das die Evaluierung durchgef&#252;hrt hat, die Novellierung positiv beurteilt, wenn diese die wesentlichen Hinweise des Instituts aufgreift, ist klar.</li>
<li> Die technische Machbarkeit sagt nichts &#252;ber die Nachhaltigkeit, also die Effektivit&#228;t, die M&#246;glichkeiten, die Ma&#223;nahmen zu umgehen sowie die Kosten, also das Aufwand-Nutzen-Verh&#228;ltnis aus.</li>
<li> Wieso kann man erste Umsetzungsschritte mit entsprechendem Aufwand, also finanziellem Aufwand, schon veranlassen, obwohl es doch Kritik aus der Politik und der &#214;ffentlichkeit gibt? Warum kann man nicht wenigstens die Unterzeichnung durch die Ministerpr&#228;sidenten abwarten, da dann bis zur Ratifizierung noch einmal vier bis sechs Monate vergehen? Woraus also ergab sich der Zeitdruck, schon jetzt Auftr&#228;ge auszul&#246;sen? H&#228;tte man nicht entsprechend der Dauer der Vorarbeiten das Inkrafttreten des Staatsvertrages nach hinten schieben k&#246;nnen? So wird das Gesetzgebungsverfahren in den Parlamenten ad absurdum gef&#252;hrt. <strong>Hier werden Tatsachen am Gesetzgeber vorbei ohne staatsvertragliche Grundlage geschaffen, um dann diese Tatsachen als Druckmittel zu nutzen, den Staatsvertrag zu verabschieden. Besser kann man nicht offen legen, dass die Parlamente in Medienfragen nichts zu sagen haben.</strong></li>
</ol>
<p>Eine Folge des Scheiterns der Novellierung sei, so wird behauptet:</p>
<blockquote><p>„Beibehaltung des Status quo f&#252;r mindestens drei weitere Jahre ohne die durch die Evaluierung erreichbaren Verbesserungen“.</p></blockquote>
<p>Daraus folgt im Umkehrschluss, die Novellierung m&#252;sse jetzt durchgezogen werden, da dies sonst erst wieder in drei Jahren m&#246;glich w&#228;re. Warum das so ist, wird nicht n&#228;her ausgef&#252;hrt. Aus der Geltungsdauer sowie den K&#252;ndigungsmodalit&#228;ten (<a href="http://www.landesrecht-bw.de/jportal/;jsessionid=008BFBD90B6FBAB5BC8DBB55A5EB08BD.jpa5?quelle=jlink&amp;query=JMedienSchStVtrG+BW&amp;psml=bsbawueprod.psml&amp;max=true&amp;aiz=true#jlr-JMedienSchStVtrGBWV5StVtr-P26%20jlr-JMedienSchStVtrGBWV4StVtr-P26">§ 26 des aktuellen Staatsvertrages</a>) ergibt sich dies jedenfalls nicht.</p>
<p>Hinzu kommt au&#223;erdem: Wenn sich alle einig sind, was an dem Entwurf noch zu &#228;ndern ist, dann sind die K&#252;ndigungsfristen egal. Es gibt keinen Zeitdruck, den Vertrag jetzt zu verabschieden. Warum sollte also nicht in sechs Monaten eine neue unterschriftsreife Variante vorliegen? Oder haben die Medienreferate kein Zeitfenster f&#252;r eine &#220;berarbeitung? Diktiert also der Arbeitsplan der Regierungsb&#252;rokratie das Verabschieden auch schlechter Gesetze? Oder haben sie einfach keine Lust mehr, sich mit dem Thema zu besch&#228;ftigen?</p>
<p>P.S.: Obwohl schon das eine oder andere Kabinett dem aktuellem Entwurf des Jugendmedienschutzstaatsvertrages zugestimmt hat, soll es doch noch kleine &#196;nderungen geben. Laut <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Nur-noch-kleine-Korrekturen-bei-Reform-des-Jugendmedienschutzes-1014188.html"><em>heise online</em></a> habe dies eine Berliner Regierungsvertreterin am letzten Mittwoch (2. Juni) in einer Sitzung des zust&#228;ndiges Ausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus best&#228;tigt.</p>
<p>Die Alterskennzeichnung werde auf Online-Spiele und Videos begrenzt. Das System der Altersfreigabe solle vereinfacht und vereinheitlicht werden. Die Evaluierungsfrist solle von vier auf drei Jahre verk&#252;rzt werden. Mal sehen, in welche Worte dies gefasst wird.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28524%2Fjmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28524%2Fjmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/">JMStV: Erste Umsetzungsschritte wurden bereits unternommen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28524&amp;md5=4a3ce6a4f819cc798a88b152791d3f28" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie sich die ARD nicht feiert</title>
		<link>http://carta.info/28645/wie-sich-die-ard-nicht-feiert/</link>
		<comments>http://carta.info/28645/wie-sich-die-ard-nicht-feiert/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 12:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=28645</guid>
		<description><![CDATA[Am letzten Samstag hatte die ARD ihren 60. Geburtstag. Doch sie nutzte die Chance nicht, ihre Geschichte aufkl&#228;rerisch zu dokumentieren. Der Umgang mit dem Jubil&#228;um zeigt, welchen Mehrwert die Intendanten im Senderverbund sehen – zu viel liegt bei der ARD im Argen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1282efdc4d994f3ba92a8e465c5ce6e3" alt="" width="1" height="1" />Der letzte Samstag war f&#252;r die ARD ein gew&#246;hnlicher. Im ERSTEN lief das Sommerfest der Volksmusik, in den DRITTEN kamen zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr die Melodramen &#8220;Mein Traum von Afrika&#8221; (BR, 2006), &#8220;Luises Versprechen&#8221; (HR, 2009) und &#8220;Lilly Sch&#246;nauer – Liebe hat Fl&#252;gel&#8221; (RBB, 2006), der Tatort &#8220;Tod eines M&#228;dchens&#8221; (NDR, 1991), die Talkshow &#8220;SamstagAbend&#8221; (SWR, SR), in der es um die sch&#246;nsten Fu&#223;ball-WM-Momente ging,  die Kom&#246;die &#8220;Pl&#246;tzlich Onkel&#8221; (WDR, 2008) und die Liebeskom&#246;die &#8220;Romeo und Jutta&#8221; (MDR, 2009). Auf <a href="http://www.ard.de/">ard.de</a> schickte einen der Radio-Tipp sogar zum Deutschlandfunk, der an jenem Abend &#8220;Eine lange Nacht &#252;ber Alpenp&#228;sse&#8221; brachte.</p>
<p>In der <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts19806.html">Tagesschau</a> erw&#228;hnte sich die ARD mit keinem Wort. Und dies, obwohl man in letzter Zeit immer mal wieder die Chance nutzte, in eigener Sache zu berichten. So als man vorm Bundesverfassungsgericht gegen die Bundesl&#228;nder gewann oder Paul Kirchhof das Gutachten zur Rundfunkfinanzierung vorstellte, das ARD, ZDF und Deutschlandradio bei ihm in Auftrag gegeben hatten.</p>
<p>Nein, der letzte Samstag war f&#252;r die ARD kein gew&#246;hnlicher Tag. An jenem Samstag vor 60 Jahren wurde die &#8220;Arbeitsgemeinschaft der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland&#8221; gegr&#252;ndet. Doch dieses Datum findet sich nicht einmal in ihrem <a href="http://db.ard.de/abc/main.index_abc">Online-ABC</a>. Gefeiert hatte sich die ARD schon sieben Wochen zuvor. Man schenkte sich zwei Geburtstagsshows und eine Dokumentation. Der letzte Samstag zeigte: es gab keinen Grund, den Geburtstag vorzuziehen.</p>
<p>Die Geburtstagsshows wie auch das Programm der letzten Wochen offenbarten, dass die ARD immer weniger Herrin im eigenen Hause ist. Man lie&#223; sich von G&#252;nther Jauchs Produktionsfirma die Geburtstagsfeier ausrichten, als ob man im eigenen Hause keine Leute mehr h&#228;tte, die so etwas k&#246;nnen. Mit dem Eurovision Song Contest gelang es dann Stefan Raab nicht nur, den ersten Platz in Oslo zu holen, sondern die ARD f&#252;r das n&#228;chste Jahr in seine Vermarktungsmaschine einzubauen. „Selten d&#252;rfte ein Unternehmen seine Marktchance und einen Markenkern so verschleudert haben. Fr&#252;her hatten Intendanten, wenn schon keine Ahnung von Show Business, so doch wenigstens den strategischen Instinkt, eifers&#252;chtig auf ihr Besitztum zu achten“, so der fr&#252;here BR-Fernsehchefredakteur Heinz Klaus Mertes auf <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/lena-und-der-grand-prix-selbstverstuemmelung-der-ard-1.952692"><em>sueddeutsche.de</em></a>.</p>
<p>Dabei h&#228;tte man doch so viel aus dem Jubil&#228;um machen k&#246;nnen. Formate daf&#252;r hat man ja. Es muss ja nicht gleich eine Themenwoche sein. Wenn schon nicht eine 24-Stunden-Doku, f&#252;r deren Berliner Variante der RBB viel Lob erhielt, so w&#228;re eine lange Nacht der ARD angemessen gewesen, um so Erfolge wie auch Misserfolge, medienpolitische Siege und Niederlagen, richtige und falsche Entscheidungen, letztlich das AUF und AB sowie die programmlichen wie medienpolitischen Spielr&#228;ume f&#252;r die ARD angemessen darstellen und dann auch in der Mediathek aufkl&#228;rerisch dokumentieren zu k&#246;nnen. <strong>Doch feiern statt nachdenken ist die Devise.</strong> Es scheint, dass f&#252;r die Intendanten das Fernsehen nur noch ein Nebenbeimedium ist, auch wenn es den gr&#246;&#223;ten Teil der Rundfunkgeb&#252;hren verschlingt.</p>
<p>Nachdenklich macht, dass die ARD zwar viele Programme f&#252;r die &#228;ltere Generation bietet, aber keines f&#252;r Jugendliche hat. Unverst&#228;ndlich ist, warum die ARD bis heute kein Kinderradio anbietet und so die Chance vergibt, H&#246;rgewohnheiten zu pr&#228;gen. Nicht nachzuvollziehen ist, warum man zuletzt vergessen hat, mehr Geld f&#252;r den Kinderkanal zu beantragen.</p>
<p>Angesichts der Einnahmen, die weit &#252;ber der der BBC liegen, m&#252;sste die ARD auch einen wesentlich gr&#246;&#223;eren Anteil am weltweiten Formate-Handel wie auch am Dokumentationsmarkt haben. Doch anscheinend fehlen daf&#252;r erstens die internen Strukturen wie Entwicklungsredaktionen, dienen zweitens die DRITTEN nur noch selten als Versuchlabor und machen sich drittens die Werbe- und Vermarktungst&#246;chter unn&#246;tig Konkurrenz. Anstatt &#246;fter Mal den Etat f&#252;r eine Produktion aufzustocken, um sie weltweit zu vermarkten und so Einnahmen zu erzielen, werden die Budgets gek&#252;rzt. Mehr als 10 Jahre brauchte es, die Idee umzusetzen, den Tatort auf DVD zu vermarkten.</p>
<p><strong>Das Pfund der ARD ist ihr Programm. Doch an dessen Vermarktung denkt man kaum.</strong> Stattdessen d&#252;rfen viele Moderatoren, die nur durch die Sender bekannt wurden, sich selbst vermarkten, f&#252;r hohe Honorare Reden halten und Veranstaltungen moderieren, oder auch f&#252;r verschiedenste Produkte werben. So kann man sein Gesicht verlieren. Doch nicht nur so. Schlie&#223;lich schafft die ARD es selten, sich klar, verst&#228;ndlich und verl&#228;sslich zu positionieren. Man scheint es immer so zu drehen, wie man es gerade braucht.</p>
<p>So hei&#223;t es zum Beispiel im Telemedienkonzept f&#252;r ard.de: „Die Werbefreiheit von ARD.de garantiert den Nutzern, dass Themen und Schwerpunkte unabh&#228;ngig von &#246;konomischen Interessen gestaltet sind.“ Doch warum gilt dies f&#252;r die ARD-Spitze nur f&#252;r den Online-Bereich und nicht auch f&#252;r Radio und Fernsehen? Weil man auf die <a href="http://carta.info/24406/die-neue-beck-initiative-weniger-werbung-bei-ard-zdf-dank-voller-pc-gebuehr/">Werbeeinnahmen</a> in Radio und Fernsehen nicht verzichten m&#246;chte, w&#228;hrend man im Onlinebereich noch keine hat? Oder sind die Themen und Schwerpunkte in Radio und Fernsehen von &#246;konomischen Interessen abh&#228;ngig? – Dies ist nicht der einzige Widerspruch.</p>
<p>W&#228;hrend die Shows sich an keine zeitlichen Grenzen halten m&#252;ssen, sorgt die bis auf wenige Ausnahmen auf Quoten orientierte strenge Formatierung in Fiction wie Non-Fiction, in Dokumentation wie Animation daf&#252;r, das die Vielfalt abnimmt und bestimmte Themen gar nicht mehr vorkommen. <strong>Leider sind die DRITTEN nur noch selten Versuchswerkst&#228;tten und Laboratorien.</strong></p>
<p>Viele Fernsehchefs wollen mit ihren Vollprogrammen Quote machen und setzen so auf das Erfolgreiche und den Mainstream. Die Anstalten diktieren zudem vielen Produzenten ihre Bedingungen. Die Produktionsetats sollen m&#246;glichst gleich bleiben oder sinken, zugleich will man noch die Online-Rechte. Autoren werden vorgegeben, Zusatzleistungen ohne Budgeterh&#246;hung verlangt. Wird dem nicht nachgekommen, werden selbst Sendungen und Serien abgesetzt, die nach den Quotenvorgaben der Sender ein Erfolg sind. Sinkende Einnahmen lassen die Sender immer mehr Auftr&#228;ge an ihre T&#246;chter vergeben. So entstehen neue, zum Teil tr&#228;ge Sender-Kombinate. Unabh&#228;ngige, kreative Produzenten k&#228;mpfen ums &#220;berleben oder m&#252;ssen aufgeben.<br />
Die K&#252;rzungen in einigen Bereichen f&#252;hrten einige Zeit lang zu „kreativen L&#246;sungen“. Um die Etats aufzustocken wurden Sendezeiten verkauft bzw. Drehb&#252;cher angepasst. Die Kontrollmechanismen in den Sendern funktionierten nicht.</p>
<p>W&#228;hrend die Ausgaben f&#252;r Sport, die DEGETO sowie das Spitzenpersonal steigen, soll in allen anderen Bereichen gek&#252;rzt werden. Die Geh&#228;lter der Spitzenpolitiker sind &#246;ffentlich, doch in den Anstalten liegt ein Mantel des Schweigens &#252;ber den au&#223;ertariflichen Vertr&#228;gen wie auch den <a href="http://carta.info/26531/erkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen/">Zusatzeinkommen</a> von Intendanten, Direktoren und Gremienmitgliedern in all den Aufsichtsgremien der T&#246;chter.</p>
<p>Auch mit der Solidarit&#228;t untereinander ist es nicht weit her. So ist man nicht bereit, den Finanzausgleich untereinander auszuweiten. Das einzige Zugest&#228;ndnis: die finanzschwachen Sender k&#246;nnen ihre Zuliefererquote senken. So sparen sie zwar Geld, doch damit kommt ihre Region weniger im ERSTEN vor und es wird weniger in ihrer Region produziert. Dabei hat doch die Kommission zur Ermittlung der Finanzen in ihren letzten Berichten immer wieder festgestellt, dass die kleinen Anstalten effektiver wirtschaften und produzieren als die gro&#223;en. Daraus folgt: <strong>Man m&#252;sste den kleinen Anstalten die Zuliefererquote erh&#246;hen statt senken, (und dies auch finanzieren), um so preiswert mehr Programm zu haben.</strong></p>
<p>Statt auf die Mitarbeiter zu setzen, deren Potentiale zu nutzen &#8211; Rundfunk wird immer durch Menschen gemacht &#8211; und den Redakteuren mehr Mitsprache &#252;ber Redakteursstatute zu sichern und politischen Einfluss abzuwehren, macht man mittlerweile Regierungssprecher zu Intendanten. Eine bessere Staatsgarantie kann es f&#252;r die ARD nicht geben.</p>
<p>Doch die Politiker werden die ARD nicht auf Dauer retten. Langfristig kommt es auf die gesellschaftliche Reichweite an. Das Ziel muss sein, m&#246;glichst allen immer wieder etwas zu bieten. Dar&#252;ber trifft die Quote keine Aussage. Dazu reichen Sender-Kombinate nicht.</p>
<p>Doch eine Reform von oben scheint kaum m&#246;glich. Vieles scheint zu festgefahren. Konflikte werden ritualisiert ausgetragen. Ein Beispiel f&#252;r eine – kurzzeitig &#8211;  erfolgreiche Reform gab es in der j&#252;ngeren deutschen Geschichte. Im Herbst 1989 mussten im Rundfunk der DDR die ersten zwei Reihen gehen. So weit muss eine Erneuerung nicht gehen. Es w&#252;rde ja reichen, wenn sich all die Intendanten, Direktoren, Wellenchefs und Chefredakteure nicht durch Rundfunkr&#228;te bzw. Verwaltungsr&#228;te best&#228;tigen lassen m&#252;ssten, sondern wenn die Mitarbeiter bei der Verl&#228;ngerung ein Vetorecht h&#228;tten.</p>
<p>Nun, einen Geburtstag hat man bei der ARD nicht vergessen. Dr. Theo Zwanziger wurde am Sonntag 65. Die WDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende f&#252;r 2011 und 2012, Monika Piel <a href="http://www.wdr.de/unternehmen/presselounge/pressemitteilungen/2010/06/20100604_piel_zwanziger.phtml">gratulierte</a> ihm. Der DFB stehe f&#252;r „Weltoffenheit und Toleranz“ und sei „ein langj&#228;hriger und wichtiger Partner der ARD im deutschen Sport.“</p>
<p>Das gemeinsame ERSTE ging am 31. Oktober 1954 auf Sendung. Mal sehen, wie die ARD diesen 60. Geburtstag nutzt.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28645%2Fwie-sich-die-ard-nicht-feiert%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28645%2Fwie-sich-die-ard-nicht-feiert%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/28645/wie-sich-die-ard-nicht-feiert/">Wie sich die ARD nicht feiert</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28645/wie-sich-die-ard-nicht-feiert/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28645&amp;md5=6a7c80ca4569b07720599c465ac34017" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/28645/wie-sich-die-ard-nicht-feiert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#220;ber Geb&#252;hr b&#252;rokratisch und b&#252;rgerunfreundlich: Der Staatsvertrags-Entwurf hinter den Haushaltsgeb&#252;hren</title>
		<link>http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/</link>
		<comments>http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 May 2010 13:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühren]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=27441</guid>
		<description><![CDATA[Ein aktueller Entwurf zu einem Staatsvertrag &#252;ber die Haushalts- und Betriebsst&#228;ttenabgabe zeigt: Geb&#252;hrenbeauftragte und GEZ wird es weiter geben. Statt weniger werden mehr Daten erfasst. Die Spielr&#228;ume der Rundfunkanstalten bei der Auslegung des Geb&#252;hrenrechts nehmen zu. Vermieter, Wohnungs- und Betriebsst&#228;tteneigent&#252;mer werden per Gesetz faktisch zu unbezahlten Geb&#252;hrenbeauftragten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/889ddb8d6925407caf80405bd9fa7e98" alt="" width="1" height="1" />Von J&#252;rgen Scheele und Heiko Hilker</p>
<p>&#8220;Das Kirchhof-Gutachten entspricht meinen politischen Vorstellungen. Wir k&#246;nnen damit aus der Definitionsfrage nach dem Empfangsger&#228;t herauskommen.&#8221; Dies <a href="http://www.kurt-beck.de/index.php?id=30&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=166&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=11&amp;cHash=54a1d2cacf">erkl&#228;rte</a> Ministerpr&#228;sident Kurt Beck am Donnerstag letzter Woche der Presse zur offiziellen Pr&#228;sentation des <a href="http://www.ard.de/intern/standpunkte/-/id=1453944/property=download/nid=8236/g73vou/Gutachten+zur+Rundfunkfinanzierung.pdf">Kirchhof-Gutachtens</a>. Was nach au&#223;en hin wie eine zuf&#228;llige Koinzidenz und gl&#252;ckliche F&#252;gung zweier Meinungen – des in Rundfunkfragen federf&#252;hrenden Ministerpr&#228;sidenten auf der einen und des &#252;ber die verfassungs- und europarechtliche Legitimation einer Haushaltsgeb&#252;hr gutachtenden Professors aus Heidelberg auf der anderen – erschien, folgte in Wirklichkeit einem wohlbedachten Spiel. W&#228;hrend der Heidelberger Verfassungsrechtler die &#214;ffentlichkeit mit juristischen Argumenten auf die Umstellung der Rundfunkgeb&#252;hr zu einer f&#252;r alle Haushalte und Betriebsst&#228;tten zu zahlenden Zwangsabgabe vorbereitete, hatte Beck hinter den Kulissen l&#228;ngst alle Strippen gezogen. Unter keinen Umst&#228;nden wollte der Vorsitzende der Rundfunkkommission der L&#228;nder in einer so heiklen <em>Definitionsfrage</em> wie der Rundfunkgeb&#252;hrenpflicht das Heft des Handelns aus der Hand geben.</p>
<p>Beck, dessen aus der Zeit gefallener notorischer Paternalismus in Rundfunkfragen bekannt ist, wusste auch angesichts der politischen Sprengkraft, die die Geb&#252;hrendebatte birgt, das Wohl des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ganz hemds&#228;rmelig zu bestimmen. Dazu hatte er bereits im Vorfeld die Intendanten von ARD, ZDF und Deutschlandradio auf seine Seite gezogen. Der eigent&#252;mliche Sachverhalt, dass das Kirchhof-Gutachten zwar von der Rundfunkkommission der L&#228;nder in Auftrag gegeben wurde, jedoch aus Geb&#252;hrenmitteln bezahlt wird, ist hier Tatmerkmal. Einen Widerspruch zur verfassungsrechtlich gebotenen Staatsferne des Rundfunks – ergo: der funktionalen Trennung von staatlichen Einrichtungen und Sendeanstalten – vermochte Beck erst gar nicht zu erkennen. Auf die kritische Nachfrage eines Rundfunkmoderators, warum denn das Gutachten formell ARD, ZDF und Deutschlandradio als Auftraggeber ausweise, erkl&#228;rte er lapidar, das Gutachten sei von den Sendern auf „Bitte der Rundfunkkommission der L&#228;nder“ (<a href="http://www.radioeins.de/archiv/podcast/medienmagazin.html">r1-Medienmagazin</a> vom 8. Mai 2010, Minute 11:30–13:00) in Auftrag gegeben worden.</p>
<p>Gleichwohl bildet diese Begebenheit nur eine Petitesse am Rande angesichts weiterer Fakten, die Beck bei Pr&#228;sentation des Kirchhof-Gutachtens im Hintergrund l&#228;ngst geschaffen hatte. Die Debatten um Werbefreiheit von ARD und ZDF sowie um die Frage <em>Beitrag oder Geb&#252;hr</em> dienen offenbar nur als Nebelbomben. Das zeigt der von <em>Carta</em> <a href="http://carta.info/27372/gez-reform-carta-veroeffentlicht-entwurf-zum-rundfunkgebuehren-staatsvertrag/">ver&#246;ffentlichte</a>, von der Rundfunkkommission der L&#228;nder insgeheim vorbereiteter Staatsvertragsentwurf f&#252;r einen ger&#228;teunabh&#228;ngigen Rundfunkbeitrag, datiert vom 31. M&#228;rz 2010. Dieser Staatsvertragsentwurf straft alle Wortkr&#228;mereien, durch eine unabh&#228;ngig vom Bereithalten eines Rundfunkempfangsger&#228;tes einzuf&#252;hrende Haushalts- und Betriebsst&#228;ttenabgabe w&#252;rde die Legitimationsschw&#228;che des jetzigen Systems behoben, mehr Akzeptanz in der Bev&#246;lkerung geschaffen, die GEZ &#252;berfl&#252;ssig gemacht und der Schn&#252;ffelei durch die Geb&#252;hrenbeauftragten eine Ende gesetzt, L&#252;gen. <strong>Es ist das Dokument eines obrigkeitsstaatlichen Rundfunkgeb&#252;hrenstaats.</strong></p>
<p>Doch im einzelnen: Laut Staatsvertragsentwurf (StV-E) ist der Rundfunkbeitrag im privaten Bereich (§ 3) k&#252;nftig an den Inhaber einer Wohnung gebunden. Als Inhaber einer Wohnung – somit Beitragsschuldner – wird diejenige vollj&#228;hrige Person vermutet, die dort nach dem Melderecht gemeldet ist oder aber im Mietvertrag als Mieter der Wohnung benannt ist. Damit geht der StV-E nicht nur &#252;ber die Definition des Begriffs Wohnungsinhaber im Melderecht hinaus, sondern macht im Zweifelsfalle das Vorlegen eines (schriftlichen) Mietvertrages als Nachweis erforderlich. Dar&#252;berhinaus kn&#252;pft die Bestimmung des Begriffs der Wohnung an zweierlei Sachverhalte an: Erstens muss eine Wohnung als „baulich abgeschlossene Raumeinheit innerhalb eines Geb&#228;udes“ zum Wohnen oder Schlafen geeignet sein und durch einen eigenen Eingang von einem Treppenhaus, einem Vorraum oder von au&#223;en betreten werden k&#246;nnen. Zweitens gelten auch Zweit- und Ferienwohnungen sowie Wohnwagen und Wohnschiffe, die nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden, als Wohnungen.</p>
<p>F&#252;r Inhaber von Zweit- und Ferienwohnungen, Garten- oder Wochenendh&#228;usern bleibt demnach auch unter einer Haushaltsabgabe eine mehrfache Beitragspflicht erhalten. Zudem wird f&#252;r <em>einfache</em> Wohnungsinhaber die Kl&#228;rung der Beitragsschuld keineswegs leichter. Zwar ist beabsichtigt, dass Ehegatten, eingetragene Lebenspartner sowie Bedarfsgemeinschaften im Falle des Empfangs von Sozialleistungen nur einen Beitrag pro Wohnung entrichten, doch gilt dies offenbar nicht f&#252;r vollj&#228;hrige Kinder, die einen eigenen Raum in der elterlichen Wohnung bewohnen, sowie f&#252;r Untermieter und Wohngemeinschaften. Hier suggeriert die Vermutungsregelung im Begriff des Wohnungsinhabers eine Beweislastumkehr, die nur schwierig und unter gro&#223;em Nachweisaufwand zu erbringen sein d&#252;rfte.</p>
<p>Erhebliche Probleme ergeben sich ebenfalls f&#252;r den Rundfunkbeitrag im nicht privaten Bereich (§ 5). Dieser soll an den Inhaber einer Betriebsst&#228;tte als nat&#252;rliche oder juristische Person gekoppelt und in der H&#246;he nach der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Besch&#228;ftigten geleistet werden. Auch hier wird eine weitreichende Vermutungsregelung geschaffen. Als Inhaber wird vermutet, wer f&#252;r eine Betriebsst&#228;tte in einem Register (Handels-, Gewerbe, Vereins-, Partnerschaftsregister etc.) eingetragen oder f&#252;r den ein Fahrzeug zugelassen ist. Als Betriebsst&#228;tte gilt „jede zu einem eigenst&#228;ndigen nicht ausschlie&#223;lich privaten Zweck genutzte Raumeinheit oder Fl&#228;che innerhalb eines Geb&#228;udes“. Eine Betriebsst&#228;tte ist zugleich aber auch „jede nicht zu <em>ausschlie&#223;lich</em> privaten Zwecken genutzte mobile Einheit (insbesondere Kraftfahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe)“, soweit diese nicht auf einer Betriebsst&#228;tte station&#228;r genutzt wird. Somit sind Selbst&#228;ndige mit einer Betriebsst&#228;tte innerhalb ihrer Wohnung lediglich haushaltsabgabepflichtig. Sobald auf sie allerdings ein Kraftfahrzeug zugelassen ist, sind sie zus&#228;tzlich betriebsabgabepflichtig.</p>
<p>Zwar sieht der StV-E im nicht privaten Bereich eine Ausnahme von der Abgabepflicht (§ 5 Abs. 8) vor, sofern eine Betriebsst&#228;tte l&#228;nger als einen Kalendermonat als solche nicht genutzt wird. Doch muss ihr Inhaber dies glaubhaft nachweisen. Im Falle von saisonalen Betriebsst&#228;tten etwa w&#228;re der Nachweis zu erbringen, dass sie au&#223;erhalb der Saison nicht genutzt werden – im Falle von Erkrankungen oder l&#228;ngeren Urlaubsreisen m&#252;ssten gar Gesundheits- oder Reisedaten durch die Betroffenen offenbart werden. Alles drei erwiese sich, wenngleich mit hohem b&#252;rokratischen Aufwand nicht undurchf&#252;hrbar, so doch aus datenschutzrechtlichen Erw&#228;gungen als grunds&#228;tzlich inakzeptabel.</p>
<p>Kurios sind auch die im StV-E vorgesehenen Regelungen zu Beginn und Ende der Beitragspflicht (§ 6). Letztere endet f&#252;r eine Wohnung oder eine Betriebsst&#228;tte k&#252;nftig immer mit Ablauf eines Monats. Fallen Wohnungswechsel oder Kfz-Zulassung nicht auf einen Ultimo, ist die Rundfunkabgabe demnach immer gleich doppelt zu entrichten. Zus&#228;tzlich gilt: Geht die Anzeige eines Wohnungs- oder Betriebsst&#228;ttenwechsels in Zukunft nicht fristgem&#228;&#223; – sp&#228;testens zum Ultimo – bei der Landesrundfunkanstalt ein, besteht die doppelte Abgabeverpflichtung ebenso f&#252;r den Folgemonat.</p>
<p>Das mag als &#252;bereifrige Regelungswut von Beamten bel&#228;chelt werden. Als weniger bel&#228;chelnswert und kurios jedoch erweist sich die <strong>erhebliche Ausweitung der Anzeigepflicht (§ 7) von Beitragsschuldnern</strong>. Sie m&#252;ssen k&#252;nftig bei An-, Ab- oder Ummeldung gegen&#252;ber der Landesrundfunkanstalt folgende Daten mitteilen und gegebenenfalls nachweisen:</p>
<blockquote><p>&#8220;<em>Bei der Anmeldung hat der Beitragsschuldner der Landesrundfunkanstalt folgende Daten mitzuteilen und auf Verlangen nachzuweisen: </em></p>
<ol>
<li> <em>Vor- 	und Nachname sowie fr&#252;herer Name, unter dem eine Anmeldung bestand,</em></li>
<li> <em>Geburtsdatum, </em></li>
<li> <em>vollst&#228;ndiger 	Name und Anschrift des gesetzlichen Vertreters, </em></li>
<li> <em>gegenw&#228;rtige 	Anschrift jeder Wohnung und jeder Betriebsst&#228;tte, </em></li>
<li> <em>letzte 	der Rundfunkservicezentrale gemeldete Anschrift des  	Beitragsschuldners, </em></li>
<li> <em>vollst&#228;ndige 	Bezeichnung des Inhabers einer Betriebsst&#228;tte, </em></li>
<li> <em>Anzahl 	der Besch&#228;ftigten der Betriebsst&#228;tte,</em></li>
<li> <em>Beitrags/Teilnehmernummer 	bei der Rundfunkservicezentrale, </em></li>
<li> <em>Datum 	des Beginns des Innehabens der Wohnung und der Betriebsst&#228;tte, </em></li>
<li> <em>Datum 	der Zulassung und Kennzeichen des beitragspflichtigen Kraftfahrzeugs</em></li>
<li> <em>Zugeh&#246;rigkeit 	zu den Branchen nach § 5 Abs. 2 und 7 </em></li>
</ol>
<p><em>Bei der Abmeldung und Ummeldung sind zus&#228;tzlich folgende Daten mitzuteilen und auf Verlangen nachzuweisen: </em></p>
<ol>
<li> <em>Angabe, 	ob bisherige vollj&#228;hrige Bewohner der Wohnung verbleiben sowie Vor- 	und Nachname eines in der bisherigen Wohnung verbliebenen, 	vollj&#228;hrigen Bewohners, </em></li>
<li> <em>das 	Datum des Endes des Innehabens der Wohnung oder der Betriebsst&#228;tte 	und das Datums der Abmeldung des beitragspflichtigen Kraftfahrzeugs, </em></li>
<li> <em>der 	die Abmeldung begr&#252;ndende Lebenssachverhalt und ggf. die 	Beitrags-/Teilnehmernummer des f&#252;r die neue Wohnung in Anspruch 	genommenen Beitragsschuldners.“</em></li>
</ol>
</blockquote>
<p>Doch damit nicht genug. Offensichtlich glaubt man in den Staatskanzleien, dass selbst diese Anzeigepflichten noch nicht ausreichen. Im StV-E wird den Sendeanstalten ein Auskunftsrecht (§ 8) zugesprochen, mit dem die Herausgabe von Daten &#252;ber Dritte erzwungen werden kann. Betroffen sind Vermieter, Wohnungs- und Betriebsst&#228;tteneigent&#252;mer:</p>
<blockquote><p><em>Ist der Inhaber einer Wohnung oder einer Betriebsst&#228;tte nicht festzustellen, ist der Eigent&#252;mer oder der vergleichbar dinglich Berechtigte der Wohnung oder des Grundst&#252;cks, auf dem sich die Betriebsst&#228;tte befindet, verpflichtet, der Landesrundfunkanstalt Auskunft &#252;ber den tats&#228;chlichen Inhaber der Wohnung oder Betriebsst&#228;tte zu erteilen.“</em></p></blockquote>
<p>Die Regeln, wie den Auskunfts- und Nachweispflichten nachzukommen ist, k&#246;nnen die Rundfunkanstalten sogar eigenst&#228;ndig durch eine Satzung regeln. Dies gilt auch f&#252;r die Erhebung von Zinsen, Kosten und S&#228;umniszuschl&#228;gen, die Anzeigepflicht generell, das „Verfahren zur Leistung des Rundfunkbeitrags oder zur Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht“ – letztere ist grunds&#228;tzlich nur f&#252;r die Empf&#228;nger abschlie&#223;end geregelter sozialer Leistungen m&#246;glich (§ 4) – sowie die <strong>„Kontrolle der Beitragspflicht“</strong>. Somit ist klar: Auch in Zukunft wird es Geb&#252;hrenbeauftragte der Sender – die oftmals f&#228;lschlicherweise der GEZ zugeordnet werden – geben. Die Beauftragung Dritter (§ 10) zur Ermittlung von Beitragsschuldnern ist ebenso m&#246;glich wie Vorortrecherchen zur &#220;berpr&#252;fung, ob R&#228;umlichkeiten ausschlie&#223;lich zu privaten Zwecken genutzt werden oder zum Wohnen oder Schlafen geeignet sind.</p>
<p>Die Regelungen sehen insgesamt eine abenteuerlich umfangreiche Verarbeitung personenbezogener Daten vor und bewirken keine Verbesserungen gegen&#252;ber dem Stand des bestehenden <a href="http://www.gez.de/e160/e161/e392/Staatsvertrag.pdf">Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertags</a>. Nach wie vor ist der Datenabgleich mit den zu &#252;bermittelnden Datenbest&#228;nden s&#228;mtlicher Meldebeh&#246;rden vorgesehen. Auch wird die Praxis des bestehenden Adressankaufs aus <em>privaten </em>Datenbest&#228;nden zur Teilnehmerermittlung weder aufgegeben, noch eingeschr&#228;nkt. <strong>In Verbindung mit einem automatisierten Abrufverfahren zwischen den Landesrundfunkanstalten (§ 10 Abs. 3) und auch der Beauftragung von Dritten mit der Datenverarbeitung entst&#252;nde eine Art bundesweites Zentralmelderegister. Dies w&#228;re v&#246;llig unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig und m&#246;glicherweise nicht verfassungskonform.</strong></p>
<p>Befremdend und sicherlich auf wenig Bef&#252;rworter sto&#223;end ist ferner, wie die Geb&#252;hreneinzugszentrale (GEZ) abgeschafft wird. Sie erh&#228;lt einfach einen anderen Namen und firmiert nun als „<strong>Rundfunkservicezentrale</strong>“ (§ 9 Abs. 7). Letztere verbleibt eine nicht rechtsf&#228;hige Verwaltungsgemeinschaft der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, sie ist somit nach wie vor weder eine Beh&#246;rde noch eine sonstige eigenst&#228;ndige Organisation. Schon im Falle der GEZ ist diese eigent&#252;mliche Rechtskonstruktion immer wieder auf Kritik gesto&#223;en – insbesondere dann, wenn B&#252;rgerinnen und B&#252;rger in Konflikt mit ihr gerieten.</p>
<p>Unser <strong>Fazit</strong> lautet: Mit der Pr&#228;sentation des Kirchhof-Gutachtens hat Kurt Beck die &#214;ffentlichkeit hinters Licht gef&#252;hrt. Der insgeheim erarbeitete StV-E behandelt die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger als unm&#252;ndige Subjekte. Erh&#228;lt er Gesetzeskraft, so wird nichts einfacher und schon gar nichts besser. Es werden mehr Daten als bisher erfasst. Geb&#252;hrenbeauftragte und GEZ wird es weiter geben. Die Spielr&#228;ume der Rundfunkanstalten bei der Auslegung des Geb&#252;hrenrechts nehmen zu. Vermieter, Wohnungs- und Betriebsst&#228;tteneigent&#252;mer werden per Gesetz faktisch zu unbezahlten Geb&#252;hrenbeauftragten. Im Vergleich zum StV-E ist sogar der gegenw&#228;rtige Rechtszustand besser.</p>
<p>Post scriptum: Warum wird ein Systemwechsel propagiert, wenn dieser ganz offenkundig keine Verbesserungen bringt? Die Antwort ist einfach: Es handelt sich um die letztmalige Verbreiterung der Einnahmebasis. Im Jahre 2008 gab es in Deutschland laut <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Haushalte/Aktuell,templateId=renderPrint.psml" target="_blank">Bundesamt f&#252;r Statistik</a> 40,1 Mio. Haushalte. Bei der Geb&#252;hreneinzugszentrale sind 32,2 Mio. <em>private</em> Geb&#252;hrenzahler (<a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/10-09_Statistik.pdf">Media Perspektiven 10/2009</a>) registriert, darunter auch jene mit Zweitwohnsitz bzw. Ferienwohnungen und Gartenh&#228;usern. Wird nun eine Haushaltsgeb&#252;hr eingef&#252;hrt, erh&#246;hte sich die Anzahl <em>privater</em> Geb&#252;hrenzahler um zus&#228;tzliche 7,9 Mio. Zusammen mit der Verdreifachung der Belastung der Nur-H&#246;rfunk-Teilnehmer und der nur Nur-Internet-PC-Nutzer – f&#252;r sie stiege die Geb&#252;hr von monatlich 5,76 auf 17,98 Euro – gew&#246;nnen ARD, ZDF und Deutschlandradio auf einen Schlag &#252;ber 1,171 Mrd. Euro j&#228;hrlich (zur Berechnungsgrundlage siehe: <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/heiko-hilker/neue-rundfunkgebuehr-spuelt-ard-und-zdf-viel-geld-in-die-kasse"><em>Neue Rundfunkgeb&#252;hr sp&#252;lt ARD und ZDF viel Geld in die Kasse</em></a>). Damit lie&#223;e sich locker der von den Rundfunkanstalten f&#252;r das Jahr 2020 prognostizierte j&#228;hrliche Geb&#252;hrenausfall von etwa 1 Mrd. Euro (so unisono Interview&#228;u&#223;erungen von <a href="http://www.digital-insider.de/news/news_digitalinsider_855521.html">Kurt Beck</a> und ARD-Generalsekret&#228;rin <a href="http://www.promedia-berlin.de/fileadmin/Archiv/2009/12/promedia200912-online02.pdf">Verena Wiedemann</a>) infolge des wirtschaftlichen und demographischen Wandels sowie sinkender Akzeptanz kompensieren – ganz ohne Einsparungen.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F27441%2Fueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F27441%2Fueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/">&#220;ber Geb&#252;hr b&#252;rokratisch und b&#252;rgerunfreundlich: Der Staatsvertrags-Entwurf hinter den Haushaltsgeb&#252;hren</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=27441&amp;md5=4e341bda1852c04556367fee761542f5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Kirchhof-Gutachten zur Rundfunkgeb&#252;hr: Eine erste Bewertung</title>
		<link>http://carta.info/26953/das-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung/</link>
		<comments>http://carta.info/26953/das-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 May 2010 19:23:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Kirchhof]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühr]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=26953</guid>
		<description><![CDATA[Paul Kirchhof deutet in seinem Gutachten an, wie die Rundfunkgeb&#252;hr gerechter und nicht teurer werden k&#246;nnte. Doch es bleiben auch sehr viele Fragen: Kann man Rundfunk in Zukunft nicht mehr "abw&#228;hlen"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b0b5960a467d48eab463c6a48518975d" alt="" width="1" height="1" />F&#252;r Januar war es von ARD und ZDF angek&#252;ndigt, nun liegt es vor: das Gutachten von Paul Kirchhof zum Rundfunkgeb&#252;hrennmodell. Auch eine Haushaltsabgabe sei neben modifizierten Rundfunkgeb&#252;hr europarechtlich und verfassungsrechtlich zul&#228;ssig. Die Doppel- und Mehrfachzahler soll es nicht mehr geben, Rundfunkgeb&#252;hrenbefreiungen seien von den Versicherungstr&#228;gern zu zahlen, ARD und ZDF sollten weitgehend werbe- und sponsoringfrei sei. UND: Die Rundfunkgeb&#252;hr muss nicht steigen.</p>
<p>ARD, ZDF und Deutschlandradio haben das Gutachten in Auftrag gegeben. Da sie es bezahlt haben, hat es der Geb&#252;hrenzahler bezahlt.<strong> Doch der Geb&#252;hrenzahler bekommt es nicht zugleich mit den Chefs der Staatskanzleien, denen es heute vorgestellt wurde, zur Ansicht</strong>. Dies zeigt einmal mehr, wem gegen&#252;ber sich die Intendanten zuallererst in der Pflicht sehen.</p>
<p>Auf vielen Seiten leitet Paul Kirchhof ab, welchen Anforderungen das neue Modell entsprechen soll.</p>
<blockquote><p>„Deshalb ist die erneuerte Abgabe behutsam so zu bemessen, dass die vertraute Abgabe ersichtlich erhalten bleibt, deren Strukturfehler aber ebenso offensichtlich bereinigt wird. Dieses Ziel l&#228;sst sich erreichen, wenn</p>
<p>(1.) Gl&#228;ubiger (Rundfunkanstalten) und Schuldner (Inhaber von Haushaltungen und Betriebsst&#228;tten) beibehalten werden,</p>
<p>(2.) der rechtfertigende Grund der Rundfunkabgabe – das allgemeine Angebot von Rundfunksendungen – fortgilt,</p>
<p>(3.) die Abgabenh&#246;he der gewohnten Last entspricht, f&#252;r die privaten Haushaltungen m&#246;glichst im gleichen Euro- und Centbetrag,</p>
<p>(4.) der Verfremdungstatbestand der Ger&#228;teabh&#228;ngigkeit entf&#228;llt, damit die notwendige Reform ersichtlich wird, und</p>
<p>(5.) diese Erneuerung im Begriff des „Rundfunkbeitrags“ ins allgemeine Bewusstsein ger&#252;ckt wird.“</p></blockquote>
<p>Es soll also f&#252;r die Geb&#252;hrenzahler gerechter sowie nicht teurer werden. Ein steuer&#228;hnliches Modell, bei dem man entsprechend des Einkommens zu zahlen hat, scheidet f&#252;r ihn auch aus verfassungsrechtlichen Gr&#252;nden aus.</p>
<p>Paul Kirchhof verbindet in seinem Gutachten die Reform der Rundfunkgeb&#252;hr mit einem weitestgehend werbe- und sponsoringfreien &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. (Gutachten Seite 52)</p>
<blockquote><p>„W&#252;rde der Gesetzgeber sich entscheiden, den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk g&#228;nzlich – vor dem Hintergrund der gebotenen Aufkommensneutralit&#228;t auch schrittweise &#8211; ohne Werbung und Sponsoring zu finanzieren, w&#228;re die Identit&#228;t der Rundfunkanstalten und des Rundfunkprogramms – ein Programmablauf ohne jegliche Werbeunterbrechung – in eindrucksvoller Weise hervorgehoben. Die Notwendigkeit des Rundfunkbeitrags w&#228;re f&#252;r jedermann ersichtlich, weil er sich mit dem erneuerten Rundfunkbeitrag u. a. die Werbefreiheit dieses Programms erkauft. Die in besonderer Weise freiheitssensible Garantie des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks wahrt Distanz zu jeder Interessentenfinanzierung, st&#252;tzt sich ausschlie&#223;lich auf die Allgemeinheit der Abgabenschuldner, die in einem Massenverfahren in Kleinbeitr&#228;gen ohne Lenkungseffekt den Rundfunk finanzieren. Das Verbot von Werbung und Sponsoring kann allerdings generell nur f&#252;r die Eigenproduktion der Rundfunkanstalten gelten, nicht f&#252;r den Kauf von Programmen, die nur unter den Bedingungen des Sponsorings erwerbbar sind.“</p></blockquote>
<p>Doch wie soll man &#252;berpr&#252;fen k&#246;nnen, ob bestimmte Programme und Rechte nur in Verbindung mit Werbung und Sponsoring zu erwerben sind? F&#252;r den Sport wird dies immer wieder behauptet. Kann man eine solche Begr&#252;ndung auch f&#252;r Filme gelten lassen? Dies w&#252;rde ja nur best&#228;tigen, dass diese f&#252;r die Vermarktung entwickelt wurden. Nun, wenn es weniger Werbung und Sponsoring bei ARD und ZDF gibt, dann muss nach Ansicht der Anstalten die Rundfunkgeb&#252;hr steigen, um dies auszugleichen.</p>
<p>Doch anscheinend hat Paul Kirchhof einen, wenn auch nicht direkten, Weg gefunden, wie dies anderweitig kompensiert werden kann. Er schl&#228;gt vor, dass in Zukunft der Geb&#252;hrenausfall durch Befreiungen durch die Versicherungstr&#228;ger zu tragen ist (Gutachten S. 71).</p>
<blockquote><p>„In dem Statistikmodell erscheint die Erh&#246;hung des Wohngeldes um den Rundfunkbeitrag geboten, weil dieses das tats&#228;chliche Konsumverhalten erfasst, in diesem aber bisher eine Geb&#252;hrenbefreiung &#252;blich war. Der Geb&#252;hrenanspruch der Rundfunkanstalten k&#246;nnte dann im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Dauerschuldverh&#228;ltnisse durch Quellenabzug beim Versicherungstr&#228;ger durchgesetzt werden.“</p></blockquote>
<p>Da die Einnahmen somit um ca. 870 Mio. Euro steigen w&#252;rden, k&#246;nnte man ARD und ZDF leicht werbefrei machen, ohne dass die Geb&#252;hr erh&#246;ht werden muss.</p>
<p>Das von den Ministerpr&#228;sidenten derzeit noch propagierte &#8220;kommunistische&#8221; Prinzip, dass jeder Haushalt unabh&#228;ngig von der konkreten Nutzung die Rundfunkgeb&#252;hr bezahlen muss, wird die Legitimation der Rundfunkgeb&#252;hr und damit von ARD und ZDF weiter untergraben. Es findet sich auch im Gutachten nicht wieder.</p>
<p><strong>Die Freiheit liegt auch darin, Rundfunk abw&#228;hlen zu k&#246;nnen und somit auch nicht zahlen zu m&#252;ssen</strong>. Schlie&#223;lich muss ich ja auch keine Presseabgabe zahlen, um dann eine Zeitung „kostenlos“ ausw&#228;hlen zu d&#252;rfen. Aus der Rundfunkgeb&#252;hr muss nicht, wie von der Mehrheit der Ministerpr&#228;sidenten ins Gespr&#228;ch gebracht, eine allgemeine, von jedem zu zahlende Demokratieabgabe werden. So empfiehlt auch Paul Kirchhof, dass, wer Rundfunk nicht nutzt, auch nicht zahlen muss:</p>
<blockquote><p>„Da der Beitrag in der Tradition des deutschen Beitragsrechts eher den &#246;ffentlich-rechtlichen Vorteilsausgleich regelt, den Verm&#246;genswert eines Vorzugsangebotes absch&#246;pft, den Interessenten an den Kosten einer &#246;ffentlichen, ihm einen individualisierbaren Vorteil anbietenden Einrichtung beteiligt, erscheint es um der Rechtssicherheit und der &#246;ffentlichen Akzeptanz willen geboten, eine widerlegbare Regelvermutung zu schaffen, also in der Beitragsbemessungsgrundlage eine allgemeine Nutzbarkeit des generellen Programmangebotes zu vermuten, dessen Widerlegung aber in einem individuellen Antragsverfahren zuzulassen.“</p></blockquote>
<p><strong>Allerdings kehrt er damit die Beweislast um. In Zukunft soll man dann also beweisen, dass man etwas nicht nutzt. Doch wie soll das gehen?</strong> Den einfachen Weg, &#246;ffentlich-rechtliche Angebote f&#252;r die neuen &#220;bertragungswege zu verschl&#252;sseln, lehnen ARD und ZDF ja ab.</p>
<p>Keine Aussage trifft er dazu, ob es &#8211; wie von den Ministerpr&#228;sidenten gewollt &#8211; in Zukunft nur noch einen Beitrag geben soll. Die Grundgeb&#252;hr, die Radio-Nutzer (derzeit 2,4 Mio.) bisher bezahlen mussten, soll auf die Fernsehgeb&#252;hr angehoben werden, also von 5,76 auf 17,98 Euro/Monat steigen. Doch warum sollen diejenigen, die sich bewusst gegen Fernsehen entschieden haben, zus&#228;tzlich finanziell belastet werden, wo doch die einzelnen ARD-Anstalten, wie man ihren Gesch&#228;ftsberichten entnehmen kann, f&#252;r das Fernsehen meist das 15- bis 20fache an Geb&#252;hrenmitteln einsetzen? Und es ist wohl kaum davon auszugehen, dass sie die sich daraus ergebenden Einnahmen von 350 Mio. Euro in &#246;ffentlich-rechtliches Radio investieren werden.</p>
<p>F&#252;r mich ist klar: Zahlen sollte nur der, der auch Rundfunk nutzt. Und wer nur Radio nutzen will, der soll daf&#252;r auch weniger bezahlen. Der &#246;ffentlich-rechtlicher Rundfunk kann weitestgehend werbe- und sponsoringfrei sein, Hochschulen, Bibliotheken und Feuerwehren k&#246;nnen von der Zahlung befreit werden sowie Doppel- und Mehrfachzahler der Vergangenheit angeh&#246;ren, ohne das die Geb&#252;hr oder der Beitrag steigen muss.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F26953%2Fdas-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F26953%2Fdas-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/26953/das-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung/">Das Kirchhof-Gutachten zur Rundfunkgeb&#252;hr: Eine erste Bewertung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26953/das-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung/#comments">32 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26953&amp;md5=59ce10a261c9fbdc39442f31d54a7b5f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/26953/das-kirchhof-gutachten-zur-rundfunkgebuehr-eine-erste-bewertung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>32</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erkleckliche Zusatzeinkommen im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk &#252;ber Tochter-Firmen</title>
		<link>http://carta.info/26531/erkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen/</link>
		<comments>http://carta.info/26531/erkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 11:05:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=26531</guid>
		<description><![CDATA[Durch Aufsichtsratsposten in den Tochterunternehmen von ARD und ZDF verdienen Intendanten und Gremienmitglieder zus&#228;tzlich - und zwar ohne dies offen zu legen. Die Informationsfreiheit sollte jedoch auch f&#252;r die Anstalten gelten: Wer mit Geb&#252;hrengeldern arbeitet, der ist auf Euro und Cent rechenschaftspflichtig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/df9ad8e30050467c941c0c112237f265" alt="" width="1" height="1" />Es scheint ein sch&#246;nes und eintr&#228;gliches Modell. Erst gr&#252;nden die Intendanten T&#246;chterunternehmen, um die Aufgaben besser erf&#252;llen zu k&#246;nnen. Dann sitzen sie mit weiteren Sendervertretern, Gremienmitgliedern und Dritten in deren Aufsichtsgremien – und lassen sich dies verg&#252;ten, obwohl es weiterhin nichts als ihre urspr&#252;ngliche Arbeit ist.</p>
<p>Nat&#252;rlich werden die T&#246;chter und Enkel gegr&#252;ndet, um sich neu ergebenden Aufgaben gerecht zu werden. Und nat&#252;rlich habe man in den Aufsichtsgremien richtig viel zu tun. Und dies &#8211; wie auch insbesondere die zus&#228;tzliche Verantwortung &#8211; muss auch honoriert werden, oder?</p>
<p>So zahlte die ARD-Produktionsfirma <em>Bavaria Film GmbH</em> den <a href="http://www.bavaria-film.de/index.php?id=18">18 Mitgliedern des Aufsichtsrats</a>, darunter auch Rundfunkratsvorsitzende und Verwaltungsratsmitglieder, laut Bilanz 2008 stolze 490 000 Euro. Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende waren in dem Gesch&#228;ftsjahr der SWR-Intendant und jetzige ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust, BR-Intendant Thomas Gruber und MDR-Intendant Udo Reiter. So zumindest <a href="http://bild.de/">Bild.de</a> heute.</p>
<p>Auskunft dar&#252;ber, wer wie viel f&#252;r was bekommt, m&#246;chte die MDR-Pressestelle nicht erteilen. „Wie auch bei der Anfrage der <em>BILD</em>-Zeitung zu Geh&#228;ltern, Verg&#252;tungen etc. von Moderatoren m&#252;ssen wir Ihnen leider auch diesmal mitteilen, dass wir prinzipiell zu diesen Themen keine Ausk&#252;nfte erteilen k&#246;nnen.“</p>
<p>Und die Bavaria Film GmbH ist nicht die einzige Firma. Jede ARD-Anstalt hat eine eigene Werbetochter. Die ARD-Anstalten sind insgesamt an 147 Unternehmen beteiligt.</p>
<p>Viele Bundesl&#228;nder haben Informationsfreiheitsgesetze. Diese verpflichten Beh&#246;rden und Regierungen z.B. Einblicke in Vertr&#228;ge zu gew&#228;hren. Dies gilt auch f&#252;r staatliche T&#246;chter. Doch f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten gilt dies anscheinend nicht. Sie meinen nicht den Informationsfreiheitsgesetzen zu unterliegen, sie seien ja schlie&#223;lich keine Beh&#246;rden. Und dies, obwohl sie doch zum einen wie diese fast von allen B&#252;rgerinnen und B&#252;rger finanziert werden und zum anderen von Beh&#246;rden und Regierungen immer mal wieder auch zu solchen Fragen detailliert Auskunft verlangen. Hier wird anscheinend mit zweierlei Ma&#223; gemessen. Die Informationsfreiheit soll f&#252;r die Anstalten anscheinend nicht gelten.</p>
<p>Eine Offenlegung w&#252;rde wohl kaum der Medienfreiheit schaden. Doch vielleicht ist es so besser f&#252;r den Ruf der Anstalten. Bisher „verdienen“ die Intendanten schon mehr als ein Ministerpr&#228;sident. Und es ist wohl kaum so, dass weitere Zubrote, die in f&#252;nfstelligen Bereichen liegen, die Unabh&#228;ngigkeit der Intendanten st&#228;rken. Es w&#252;rde verst&#228;rkt die Frage aufwerfen, warum ein Intendant mehr „wert“ ist als ein Ministerpr&#228;sident. Und ob Gremienmitglieder, die f&#252;r ihre T&#228;tigkeit in solchen Aufsichtsr&#228;ten mehr bekommen als f&#252;r ihre T&#228;tigkeit im Rundfunk- bzw. Verwaltungsrat ihres Senders, im Konfliktfall noch die Interessen des Senders und des Gremiums vertreten &#8211; oder ob sie nicht die Seiten wechseln. &#220;berpr&#252;fen l&#228;sst sich dies nicht so leicht. Denn sie werden kaum offen &#252;ber das berichten, was in der Bavaria Film beschlossen wurde. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass Karl Gerhold, der seit Jahren im MDR-Verwaltungsrat sitzt, in den letzten 12 Monaten einmal den MDR-Rundfunkrat &#252;ber entsprechende Beschl&#252;sse des Aufsichtsrates der Bavaria Film GmbH informiert hat.</p>
<p><strong>Die Intendanten m&#252;ssen zwei Fragen beantworten: warum legen ARD und ZDF nicht die Verg&#252;tungen aller Aufsichtsratsmandate in allen T&#246;chtern und Enkeln endlich offen? Warum regeln ARD und ZDF nicht, dass ihre F&#252;hrungskader diese zus&#228;tzlichen Einnahmen an die Anstalten abzuf&#252;hren haben?</strong></p>
<p>F&#252;r die Intendanten sollte gelten: Wer immer wieder &#252;ber zu geringen Einnahmen klagt und Katastrophenszenarien an die Wand malt, der sollte als erstes ein Prinzip der &#246;ffentlichen Verwaltung einf&#252;hren: Angestellte von ARD und ZDF mit au&#223;ertariflichen Vertr&#228;gen f&#252;hren diese zus&#228;tzlichen Einnahmen an die Anstalten ab.</p>
<p>Wer mit Geb&#252;hrengeldern arbeitet, der ist auf Euro und Cent rechenschaftspflichtig. Wer das nicht m&#246;chte, der sollte sich privatisieren und auf die Geb&#252;hren verzichten.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F26531%2Ferkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F26531%2Ferkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/26531/erkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen/">Erkleckliche Zusatzeinkommen im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk &#252;ber Tochter-Firmen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26531/erkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26531&amp;md5=c6be811702ed4b7269098a57df4fb3e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/26531/erkleckliche-zusatzeinkommen-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-ueber-tochter-firmen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Medienindustrie holt ver.di ins Boot: Creative Coalition Campaign jetzt auch in Deutschland?</title>
		<link>http://carta.info/25972/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/</link>
		<comments>http://carta.info/25972/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 08:56:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Medienindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[ver.di]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=25972</guid>
		<description><![CDATA[Ver.di schl&#228;gt sich zum "Welttag des geistigen Eigentums" auf die Seite der Medienindustrie und hat sich damit wom&#246;glich entschlossen die totale Kontrolle im Netz zu unterst&#252;tzen - und sich in einem zentralen Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft im Digitalzeitalter f&#252;r Jahre politikunf&#228;hig zu machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Heiko Hilker und J&#252;rgen Scheele<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4edc6b783f104dffa7a32af30823715e" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di l&#228;dt zum <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Welttag_des_geistigen_Eigentums&amp;oldid=73331426" target="_blank">Welttag des geistigen Eigentums</a> – Montag, dem 26. April 2010 – zusammen mit dem Verband Privater Rundfunk und Telemedien  (VPRT), dem Bundesverband Musikindustrie (BMVI), dem Verband Deutscher  Drehbuchautoren (VDD), der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO)  und dem B&#246;rsenverein des Deutschen Buchhandels unter dem Titel  „Diebstahl geistigen Eigentum im Netz: 5 vor 12 f&#252;r die  Kreativwirtschaft“ zu einer <a href="http://www.spio-fsk.de/media_content/1027.pdf" target="_blank">Pressekonferenz</a>.  Sie beginnt bezeichnender Weise um 11:55 Uhr und erfolgt unter Berufung  auf die im M&#228;rz 2010 vorgelegte TERA-Studie. Dieser Untersuchung  zufolge hat der illegale Download von urheberrechtlich gesch&#252;tzten  Werken (Film, Musik, Software, TV-Serien) im Jahre 2008 in Deutschland  einen Schaden von 1,2 Mrd. Euro verursacht und damit 34.000  Arbeitspl&#228;tze gekostet.</p>
<p>Die von Medienindustrie und ver.di herangezogene Studie wurde von der  Anti-Piraterie-Lobbyinitiative Business Action to Stop Counterfeiting  and Piracy (<a href="http://www.bascap.com/" target="_blank">BASCAP</a>)  der Internationalen Handelskammer (<a href="http://www.iccwbo.org/" target="_blank">ICC</a>) in Auftrag gegeben und von der  Unternehmensberatung <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/www.teraconsultants.fr/" target="_blank">TERA Consultants</a> erstellt. Sie erschien zeitgleich  in f&#252;nf Sprachen – Englisch, Franz&#246;sisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch  – und tr&#228;gt in der deutschen Fassung den Titel <a href="http://www.iccwbo.org/uploadedFiles/BASCAP/Pages/Aufbau%20einer%20digitalen%20Wirtschaft.pdf" target="_blank">„Aufbau einer digitalen Wirtschaft: Die Bedeutung der  Sicherung von Arbeitspl&#228;tzen in der Kreativwirtschaft der Europ&#228;ischen  Union“</a>. Behauptet wird f&#252;r die EU insgesamt (EU 27) ein auf  Piraterie zur&#252;ckzuf&#252;hrender Umsatzverlust in 2008 von 10 Mrd. Euro und  ein kumulierter Besch&#228;ftigungsabbau von 186.600 Arbeitspl&#228;tzen. Dar&#252;ber  hinaus wird dargelegt, dass die Umsatzverluste bis 2015 ohne nachhaltige  Beschr&#228;nkung der Piraterie auf 32–56 Mrd. Euro anstiegen und einen  Besch&#228;ftigungsabbau von 611.300–1.216.800 Arbeitspl&#228;tzen bewirkten.</p>
<p>Die Angaben der Studie sind allerdings keineswegs als valide zu  bezeichnen. Einer vorherigen wissenschaftlichen &#220;berpr&#252;fung in einem  Peer-Review-Verfahren wurden sie nicht unterzogen Der US-amerikanische  Kommunikationswissenschaftler <a href="http://mediaresearchhub.ssrc.org/joe-karaganis/person_view" target="_blank">Joe Karaganis</a> weist zudem auf dem Blog <a href="http://blogs.ssrc.org/datadrip/?p=176" target="_blank">Data Drip</a> darauf hin, dass die Untersuchung zwei Grundfehler begehe: Einerseits  sei der Verlust eines Industriesektors nicht automatisch ein  gesamtwirtschaftlicher, die durch Filesharing eingesparten Einkommen der  Konsumenten w&#252;rden an anderer Stelle ausgegeben. Anderseits w&#252;rden die  Umsatzverluste und negativen Besch&#228;ftigungseffekte infolge Piraterie  allein der europ&#228;ischen Kreativwirtschaft angelastet, tats&#228;chlich aber  fielen sie zum &#252;berwiegenden Teil allenfalls bei US-Unternehmen an.  Denn: Hollywood-Produktionen beherrschten in etwa 80 Prozent des  Filmmarktes in der EU, im Software- und Musikbereich sehe es &#228;hnlich  aus.</p>
<p>Pikant ist auch Karaganis’ Hinweis auf die in der TERA-Studie  adaptierte Untersuchungsmethode. Sie stammt von <a href="http://mediaresearchhub.ssrc.org/stephen-e-siwek/person_view" target="_blank">Stephen E. Siwek</a> und wurde von diesem zuvor in  mehreren Untersuchungen &#252;ber die negativen Besch&#228;ftigungsauswirkungen  von Internetpiraterie im Auftrag der Motion Picture of America (<a href="http://www.mpaa.org/" target="_blank">MPAA</a>), der Recording  Industry Association of America (<a href="http://www.riaa.com/" target="_blank">RIA</a>) und der Entertainment Software Association (<a href="http://www.theesa.com/" target="_blank">ESA</a>) angewandt. Um die  vermeintlichen Jobverluste zu berechnen, werden die Umsatzverluste der  Medienindustrie auf Basis der von diesen gemeldeten  Urheberrechtsverletzungen hochgerechnet, durch das  Durchschnittseinkommen in den Creative Industries dividiert und unter  Ber&#252;cksichtung der Zulieferindustrie mit dem Faktor zwei multipliziert.</p>
<p>Die TERA-Studie wurde am 17. M&#228;rz 2010 in Br&#252;ssel der Presse  pr&#228;sentiert und anschlie&#223;end Mitgliedern des Europ&#228;ischen Parlaments und  der EU-Kommission vorgestellt. Ziel ist es, eine l&#228;nder&#252;bergreifende  Zusammenarbeit der Regierungen beim Kampf gegen Internetpiraterie zu  erreichen und ein international sanktioniertes Urheberechtsregime im  Netz zu etablieren. Die multinational agierende Medienindustrie hat dazu  ein B&#252;ndnis aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverb&#228;nden geschmiedet. Die  Studie wird von den gro&#223;en Gewerkschaften der Kreativindustrie wie dem  Union Network International-Media Entertainment Industries (<a href="http://www.uniglobalunion.org/Apps/iportal.nsf/pages/sec_20081016_gbkcEn" target="_blank">UNI-MEI</a>), das nach Eigenangaben 120 Gewerkschaften  und Fachverb&#228;nde mit weltweit 250.000 Besch&#228;ftigten aus den Bereichen  Medien, Unterhaltung und Kunst vertritt und dem in Deutschland &#252;ber den  Gewerkschaftsdachverband UNI auch ver.di angeh&#246;rt, oder der  internationalen K&#252;nstlergewerkschaft International Actors Federation (<a href="http://www.fia-actors.com/" target="_blank">FIA</a>), der ver.di  ebenfalls angeh&#246;rt, unterst&#252;tzt. Ebenso wird die Studie von  Arbeitgeberverb&#228;nden wie der International Federation of Film Producers’  Associations (<a href="http://www.fiapf.org/" target="_blank">FIAPF</a>)  und der European Coordination of Independent TV Producers (<a href="http://www.cepi.tv/" target="_blank">CEPI</a>) mitgetragen. (Siehe  hierzu die Pressemitteilungen von <a href="http://www.iccwbo.org/bascap/index.html?id=35360" target="_blank">BASCAP</a>,  <a href="http://www.uniglobalunion.org/Apps/iportal.nsf/pages/sec_20081016_gbkcEn" target="_blank">UNI-MEI</a> und <a href="http://www.fia-actors.com/en/policy_Creative%20Content%20Online.html" target="_blank">FIA</a>.)</p>
<p>Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di – oder ihre Spitze – hat sich  nun offenbar entschlossen, diesem B&#252;ndnis beizutreten. Nachdem es  zuletzt in Gro&#223;britannien (Digitale Linke <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/digital-economy-bill-deutsche-medienindustrie-mochte-auch-%e2%80%a6/" target="_blank">berichteten</a> unter ma&#223;geblicher Mitwirkung der <a href="http://www.creativecoalitioncampaign.org.uk/" target="_blank">Creative  Coalition Campaign</a> gelang, das Modell einer „providergest&#252;tzten  Urheberrechtsdurchsetzung im Netz“ (<a href="../../25299/digital-economy-bill-grossbritannien-testet-neues-urheberrechts-kontrollregime/" target="_blank">Robin Meyer-Lucht</a>) zu errichten, sollen nun auch  hierzulande &#228;hnliche Pl&#228;ne verfolgt und eine Koalition der  Gewerkschafts- und Unternehmensverb&#228;nde geschmiedet werden. Dabei d&#252;rfte  ver.di bekannt sein, dass die neuen B&#252;ndnispartner allesamt  Sanktionsma&#223;nahmen um jeden Preis im Falle von Urheberrechtsverletzungen  im Internet einfordern. Will die Gewerkschaft tats&#228;chlich mit diesen  den Weg von &#220;berwachen und Strafen – der totalen Kontrolle des Netzes  einschlie&#223;lich Graduated Response, Netz- und Zugangssperren – gehen und  sich damit in einem zentralen Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft im  Digitalzeitalter f&#252;r Jahre politikunf&#228;hig machen?</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/">Digitale Linke</a>.</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F25972%2Fmedienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F25972%2Fmedienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/25972/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/">Medienindustrie holt ver.di ins Boot: Creative Coalition Campaign jetzt auch in Deutschland?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/25972/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25972&amp;md5=cb2253e49cc634cf3e0addbb310f9fbe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/25972/medienindustrie-holt-ver-di-ins-boot-creative-coalition-campaign-jetzt-auch-in-deutschland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

