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	<title>CARTA &#187; Friedrich Schneider</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die griechische Krankheit und die Stabilit&#228;t des Euro</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 11:33:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Stablit&#228;t des Euro kann eigentlich nur garantiert werden, wenn der Maastrichter Vertrag um einen Artikel erg&#228;nzt wird: n&#228;mlich ein Austritts- und Ausschlie&#223;ungsrecht f&#252;r jedes Euro-Land.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/37ec820dda3348d2bb139660d1eed81a" alt="" width="1" height="1" />Als die Maastrichter Vertr&#228;ge verabschiedet wurden, gab es folgende  Versprechen:</p>
<p>Erstens, Eurol&#228;nder mussten von ihrer heimischen W&#228;hrung (z.B. dem  Schilling, der Mark) Abschied nehmen, sollten daf&#252;r aber eine &#228;u&#223;erst  stabile, neue W&#228;hrung, erhalten: den Euro. Dieses Versprechen wurde bis  heute (April 2010) erf&#252;llt.</p>
<p>Zweitens glaubte man damals, dass im Zuge der Zeit eine  wirtschaftspolitische Union die alte Wirtschaftsgemeinschaft abl&#246;sen  sollte und somit eine koordinierte Finanzpolitik innerhalb dieser  Europ&#228;ischen Union m&#246;glich sei.</p>
<p>Leider ist vom zweiten Versprechen wenig &#252;brig geblieben.</p>
<p><strong>Versprechen von Maastricht in Gefahr</strong></p>
<p>Heute ist jedoch die Stabilit&#228;t des Euros durch die  unsolide Finanzpolitik von Griechenland und m&#246;glicherweise von Portugal,  Spanien und Irland in Frage gestellt. Nicht nur hat sich Griechenland  in den „Euro-Eingliederungsprozess“ mit falschen bzw. gef&#228;lschten  Statistiken hineingeschummelt, sondern hat auch in der gesamten Eurozeit  &#252;ber seine Verh&#228;ltnisse gelebt und Schulden aufget&#252;rmt. Diesen  Schuldenberg kann es sehr wahrscheinlich jetzt nicht mehr allein, d.h.  ohne fremde Hilfe bew&#228;ltigen. Jeder glaubte, dass eine kleine  Volkswirtschaft den Euro nicht ernsthaft in Gefahr bringen k&#246;nnte.  Allerdings f&#252;hrte Athens fahrl&#228;ssiger Umgang mit den Staatsfinanzen  nicht nur zu einer Belastungsprobe f&#252;r den Euro, sondern Griechenland  ist somit auch zur Belastungsprobe f&#252;r die politischen Institutionen in  der EU geworden.</p>
<p><strong>EU kann keine Anarchie zulassen</strong></p>
<p>Zwar hat man in den Maastrichter Vertr&#228;gen den Bail-Out (das Ausl&#246;sen  eines Staates) im Falle eines Bankrottes ausdr&#252;cklich verboten bzw.  ausgeschlossen, hat aber dabei nicht bedacht, dass dies eigentlich nur  dann Sinn macht, wenn es sowohl ein Austritts- als auch ein  Ausschlie&#223;ungsrecht eines Landes gibt. So stehen die &#252;brigen EU-L&#228;nder  nun vor einem Dilemma: Wenn Griechenland in den Staatsbankrott  schlittert, k&#246;nnte zum einen ein Gro&#223;teil ihrer Banken, die griechische  Anleihen halten, akut gef&#228;hrdet sein und zum anderen k&#246;nnte es die EU  bzw. k&#246;nnten es die EU-L&#228;nder wohl kaum zulassen, dass in Griechenland  „Anarchie“ ausbricht.</p>
<p>Kann die Idee einer Gr&#252;ndung eines Europ&#228;ischen W&#228;hrungsfonds die  Situation retten? Auch ein Europ&#228;ischer W&#228;hrungsfonds w&#252;rde letztlich  dazu f&#252;hren, dass das durch die Maastrichter Vertr&#228;ge errichtete  „Bollwerk“ einer Nicht-Finanzierung eines Staatsbankrottes aufgeweicht  w&#252;rde. Wenn der Europ&#228;ische W&#228;hrungsfonds n&#228;mlich tats&#228;chlich mit  Krediten oder Kreditgarantien einspringen muss und diese Kredite ja nur  aus den nationalen L&#228;ndern gespeist bzw. herkommen k&#246;nnen, wird ein  wesentliches Ziel des Maastrichter Vertrages aufgegeben. Wirklich helfen  k&#246;nnte hier nur, wenn der Internationale W&#228;hrungsfonds (IWF) hier  einspringt. Er kommt von au&#223;en, er kann strenge Budgetregeln diktieren –  vielleicht ist dann auch der Druck auf Griechenland gro&#223;, diesen  l&#228;stigen Bewacher und Mahner von au&#223;en so rasch wie m&#246;glich wieder los  zu werden und seri&#246;ser zu budgetieren. Aus meiner Sicht w&#228;re dies kurz-  und mittelfristig die einzige Chance, Griechenland wieder zu einer  seri&#246;sen Budgetpolitik anzuhalten und damit die Gefahr f&#252;r den Euro  abzuwenden.</p>
<p>Der jetzt erreichte EU-Kompromiss ist halbherzig – eben ein echter  EU-Kompromiss! Der IWF hilft, die Finanzen von Griechenland zu sanieren,  aber nur im Not- oder Bankrottfall und auch hier nur mit einer  Verpflichtung, 33% der Kredite zu gew&#228;hren, die restlichen 66% kommen  aus EU-Mitteln. Dies hat zur Konsequenz, dass sich der IWF mit seinen  strengen Sanierungsauflagen nur geschw&#228;cht einbringen kann, denn die  &#252;brigen Euro-L&#228;nder reden ja &#252;ber die gr&#246;&#223;ere Kreditgew&#228;hrung mit und  k&#246;nnen so die harten IWF-Auflagen unterlaufen. Bei dieser „L&#246;sung“  k&#246;nnen sich dann auch beide Seiten bei einem Scheitern die Schuld  gegenseitig zuschieben. Eine eindeutige L&#246;sung, n&#228;mlich nur dem IWF die  Verantwortung zu geben, w&#228;re wesentlich besser gewesen, denn durch  diesen Kompromiss wird die strikte Bail-Out Klausel aufgeweicht mit  vielleicht unabsehbaren Folgen f&#252;r die Stabilit&#228;t der Euro-L&#228;nder.</p>
<p><strong>Erg&#228;nzung des Maastrichter Vertrages als L&#246;sung</strong></p>
<p>Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, den Maastrichter Vertrag durch einen  weiteren Artikel zu erg&#228;nzen. Dieser beinhaltet ein Austritts- und ein  Ausschlie&#223;ungsrecht eines Landes aus dem W&#228;hrungsverbund. Ein  Austrittsrecht kann relativ leicht vereinbart werden und h&#228;tte  wahrscheinlich auch die Zustimmung aller Staaten, n&#228;mlich dass ein Staat  aus der W&#228;hrungsunion austreten kann, wenn daf&#252;r in dem Land die  erforderlichen parlamentarischen oder direktdemokratischen Mehrheiten  gegeben sind. Ein Ausschlie&#223;ungsrecht ist hingegen eine schwierige  Angelegenheit, denn hierf&#252;r m&#252;ssten genaue Kriterien festgelegt werden.</p>
<p>Zwei schwierige Fragen stellen sich dabei:</p>
<ol>
<li>Ab wann sind die Kriterien des Maastrichter Vertrages so  verletzt, dass ein Ausschluss gerechtfertigt ist? Ein Vorschlag: Wenn  ein Land ohne besondere Notlage die Maastrichter Kriterien zwei Jahre in  Folge verletzt, erfolgt die Ausschlie&#223;ung.</li>
<li>Mit welcher Mehrheit kann ein Land ausgeschlossen werden und soll  die Ausschlie&#223;ung dauerhaft oder nur tempor&#228;r sein? Ein Vorschlag w&#228;re  eine qualifizierte (z.B. 2/3) Mehrheit. Sobald das Land die  Maastrichter Kriterien wieder erf&#252;llt, kann es wieder aufgenommen  werden, wenn wieder eine qualifizierte Mehrheit daf&#252;r stimmt.</li>
</ol>
<p><strong>Die Rute im Fenster</strong></p>
<p>Auf die Europ&#228;ische Union kommen st&#252;rmische Zeiten zu. Die  Finanzkrise von Griechenland und die von Portugal, Spanien und Irland  sind eine schwere Belastung sowie Herausforderung und sie m&#252;ssen in  allen vier L&#228;ndern rasch und effizient bew&#228;ltigt werden. F&#252;r  Griechenland h&#228;tte ein beherztes Eingreifen des IWF eine M&#246;glichkeit  dargestellt, nach einiger Zeit wieder zu einer konsolidierten und  seri&#246;sen Finanzpolitik zur&#252;ckzukehren. F&#252;r Portugal, Spanien und Irland  w&#228;re damit die Rute ins Fenster gestellt und w&#252;rde auch diese L&#228;nder  veranlassen, ihre ausufernden Defizite energischer anzugehen.</p>
<p>Kann die Stabilit&#228;t des Euros bei diesem Kompromiss garantiert  werden? M&#246;glicherweise – aber eigentlich nur dann, wenn sich alle  EU-L&#228;nder verpflichten, den Maastrichter Vertrag um einen weiteren  Artikel, n&#228;mlich den eines Austritts- und Ausschlie&#223;ungsrechtes f&#252;r  jedes Euro-Land, zu erg&#228;nzen.</p>
<p><em>crosspost von <a href="http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2010/04/die-griechische-krankheit-versus-die-stabilitaet-des-euros/">oekonomenstimme.org</a></em>.
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		<title>Das Schweigen der &#214;konomen: Die Weltwirtschaftkrise ist auch ihre Krise</title>
		<link>http://carta.info/7402/iweltwirtschaftkrise-oekonomie/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 15:56:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Weltwirtschaftskrise hat mittlerweile alle L&#228;nder erfasst und es werden von vielen, aber meistens eben nicht von Wirtschaftswissenschaftlern Ma&#223;nahmen diskutiert, wie die Wirtschafts- als auch die Finanzkrise &#252;berwunden werden k&#246;nnen. Sehr h&#228;ufig wird die Frage gestellt, ob die &#214;konomen hierbei &#252;berhaupt noch eine Rolle spielen, bzw. was sie zur L&#246;sung beitragen k&#246;nnen. Die meisten &#246;konomischen Vertreter schweigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/548f0da31e2decfe343c101d950ad1" alt="" width="1" height="1" /><br />
Ein Grund hierf&#252;r ist, dass viele Wirtschaftswissenschaftler auf  Fragen, die heute gestellt werden (zum Beispiel: „auf welche Art und Weise soll in Finanznot geratenen Banken geholfen werden oder sollen sie in den Konkurs gehen?“), unzureichende oder gar keine Antworten haben. Auch f&#228;llt es den meisten &#214;konomen schwer, die <strong>tats&#228;chlichen Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie deren Interaktion</strong> zu analysieren; ganz zu schweigen von Vorschl&#228;gen, wie man sie l&#246;sen kann.</p>
<p>Die Gr&#252;nde hierf&#252;r sind, dass wir <strong>wenig umfassende &#246;konomische Modelle</strong> haben, mit denen eine derartig globale Krise (wie die aktuelle mit ihren gigantischen realwirtschaftlichen Folgen) modelliert werden kann. Notwendig sind auch Modelle f&#252;r den Finanzsektor, die Ausf&#228;lle von Krediten und B&#252;rgschaften bis zu 40 % verarbeiten k&#246;nnen, oder was f&#252;r Konsequenzen es h&#228;tte, wenn eine Gro&#223;bank den Konkurs anmelden w&#252;rde, um einmal eine treffsichere Analyse des Argumentes „To big to fail“ bereitstellen zu k&#246;nnen. Dar&#252;ber hinaus fehlen Strategien, wie wir die Banken am effektivsten st&#252;tzen, die in Schieflage geraten sind und ob Verstaatlichung von Kreditinstituten die beste, d.h. die Krise am raschesten zu &#252;berwindende Strategie darstellt. Die Ursache f&#252;r diese Krise der &#214;konomie liegt darin, dass wir einige <strong>Verhaltensweisen der Menschen nicht in unseren Modellen integriert</strong> haben, zum Beispiel den „Herdentrieb“ an den Finanzm&#228;rkten oder „fehlendes Vertrauen“, oder „Gier“ und „mangelnde Fairness“ im Wirtschaftsleben. Wir haben mathematisch sehr ausgekl&#252;gelte &#246;konomische Modelle, die uns wichtige Erkenntnisse liefern, aber sie beschreiben nur einen Teil der Realit&#228;t und blenden viele wichtige Aspekte (wie Vertrauen, Herdentrieb, Gier, etc.) aus. Ich will keinesfalls die &#246;konomische Theorie verdammen. Sie ist ein elementarer Teil unserer Wissenschaft und sie kann uns zu messerscharfen Schl&#252;ssen und Erkenntnissen verhelfen. Momentan fehlen aber die Grundlagen f&#252;r die notwendige Erweiterung dieser (theoretischen) &#246;konomischen Modelle.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus kann man feststellen, dass die <strong>&#246;konomische Wissenschaft nur begrenzt gut im Modellieren gro&#223;er &#246;konomischer Umw&#228;lzungen</strong> ist. Als zum Beispiel die Planwirtschaften Anfang der 90er Jahre zusammenbrachen, gab es keine Modelle, wie diese L&#228;nder am schnellsten und ohne gro&#223;e Reibungsverluste in Marktwirtschaften umgewandelt werden k&#246;nnten. Wir erleben nun, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise global und sehr tiefgreifend ist, und auch hier haben wir keine guten Antworten parat, wie diese zu bew&#228;ltigen ist. Es stellt sich die Frage, ob in den Vereinigten Staaten mehr Einsicht und eine h&#246;here L&#246;sungskapazit&#228;t vorhanden sind. Mit Ausnahme einiger &#214;konomen, wie den Nobelpreistr&#228;ger Paul Krugman und Josef Stieglitz und Noriel Roubini, hat auch in Amerika der allergr&#246;&#223;te Teil unserer Kollegen auf diese Fragen (zur L&#246;sung der Krise) kaum zielf&#252;hrende Antworten.</p>
<p>In der &#214;konomie ist daher ein <strong>Umdenken notwendig</strong>, sich diesen Fragestellungen wissenschaftlich zu stellen und die &#246;konomischen Modelle entsprechend zu adaptieren. Dies wird ein langer und schwieriger Weg werden, aber wir haben exzellente &#214;konomen, die sich dieser Probleme annehmen und gerade in der experimentellen &#214;konomie ist es m&#246;glich, den Standardrahmen des &#246;konomischen Modells zu verlassen und andere Verhaltensweisen zu modellieren. Mit Hilfe von Labour- und Feld-Experimenten k&#246;nnen Verhaltensweisen wie Gier, Vertrauen und der Einfluss von Indikatoren modelliert werden, um daraus R&#252;ckschl&#252;sse zu ziehen, wie die &#246;konomischen Modelle um diese „weichen“ Faktoren erg&#228;nzt werden k&#246;nnen. Dies sollte nun mit gro&#223;em Elan vorangetrieben werden, sodass wir tats&#228;chlich wieder gefragt und gebraucht werden.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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		<title>Kurzarbeit als ein Instrument zur Bew&#228;ltigung der Wirtschaftskrise: Fluch oder Segen?</title>
		<link>http://carta.info/5866/kurzarbeit-als-ein-instrument-zur-bewaeltigung-der-wirtschaftskrise-fluch-oder-segen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 13:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Seiten der Politik wird die Kurzarbeit als „ideales“ arbeitsmarktpolitisches Instrument gepriesen, denn sie w&#252;rde Entlassungen vermeiden. Tats&#228;chlich kann sie f&#252;r viele eine effiziente &#220;berbr&#252;ckung bieten. F&#252;r Betriebe aber, die sich in einer strukturellen, langfristigen Krise befinden, n&#252;tzt sie herzlich wenig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/39caa8d9feaa55aa053be7ecce2a43" alt="" width="1" height="1" /><br />
Aufgrund der Weltwirtschaftskrise hat in den letzten Monaten auch in Deutschland und in vielen anderen europ&#228;ischen Staaten die<strong> Kurzarbeit dramatisch zugenommen</strong>. Von Seiten der Politik wird die Kurzarbeit als „ideales“ arbeitsmarktpolitisches Instrument gepriesen, denn sie w&#252;rde Entlassungen vermeiden und sie w&#252;rde damit wesentlich zur Stabilisierung der Binnennachfrage, d.h. der Kaufkraft, beitragen, denn jeder der arbeitslos ist, hat nat&#252;rlich ein wesentlich geringeres Einkommen. Es stellt sich die Frage, ist Kurzarbeit tats&#228;chlich ein derartig „ideales“ Instrument?</p>
<div id="attachment_5913" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-11.png"><img class="size-full wp-image-5913" title="bild-11" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-11.png" alt="In f&#252;nf Monaten mehr als verzehnfacht: Kurzarbeiter in Deutschland (Quelle: BA f&#252;r Arbeit)" width="400" height="330" /></a><p class="wp-caption-text">In f&#252;nf Monaten mehr als verzehnfacht: Kurzarbeiter in Deutschland (Quelle: BA f&#252;r Arbeit)</p></div>
<p>Kurzarbeit ist sicherlich ein „ideales“ Instrument, wenn ein kurzer, heftiger konjunktureller Abschwung folgt, wenn eindeutig erkennbar ist, dass der Aufschwung sehr rasch wieder kommt, und wenn die von Kurzarbeit betroffenen Industrien marktf&#228;hige, d.h. kompetitive und zukunftstr&#228;chtige Produkte herstellen. In diesen F&#228;llen erweist sich Kurzarbeit als Segen. In Deutschland, wie auch in vielen anderen L&#228;ndern, haben wir jedoch eine Reihe von Industrien, die mit <strong>gro&#223;en strukturellen Problemen</strong> zu k&#228;mpfen haben. Sicherlich das bekannteste Beispiel ist die Automobilindustrie, die gr&#246;&#223;tenteils Produkte produziert hat, die heute kaum mehr nachgefragt werden, und die Entwicklung eines treibstoffsparenden und &#246;kologisch nachhaltig orientierten Automobils „verschlafen“ hat. <strong>In diesem Fall hilft Kurzarbeit nicht weiter</strong>, weil es die strukturelle Krise nur verl&#228;ngert, und sie vermindert den Anreiz der Produzenten und der Eigent&#252;mer, sich rasch auf neue, zukunftstr&#228;chtige Produkte umzustellen. F&#252;r die langfristige Entwicklung dieser Industrie kann somit Kurzarbeit <strong>eher als Fluch denn als Segen</strong> wirken, da die notwendigen raschen Umorientierungen nicht erfolgen.</p>
<p>Werden dann noch diese Industrien mit staatlichen Geldern subventioniert, ist der Anreiz noch geringer, die notwendigen Strukturver&#228;nderungen, sowohl in der Produktion, als auch in der langfristigen Entwicklung, durch neue Produktentwicklungen/-innovationen vorzunehmen. Fasst man zusammen, so erkennt man eindeutig, dass <strong>Kurzarbeit sicherlich f&#252;r einige Industriebereiche ein effizientes Instrument</strong> ist, um f&#252;r eine gewisse Zeit den konjunkturellen Einbruch abzufedern und einen Teil der Binnenmarktnachfrage zu erhalten; f&#252;r andere Betriebe, die sich in einer strukturellen, langfristigen Krise befinden, n&#252;tzt sie aber herzlich wenig.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=5866&amp;md5=27d99f716a7d917f19a3abbec7f67d6a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>In der Weltwirtschaftskrise w&#228;chst auch die Schattenwirtschaft wieder</title>
		<link>http://carta.info/5281/weltwirtschaftskrise-schattenwirtschaft/</link>
		<comments>http://carta.info/5281/weltwirtschaftskrise-schattenwirtschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 20:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
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		<category><![CDATA[OECD]]></category>
		<category><![CDATA[Schattenwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch die schwere Weltwirtschaftskrise wird die Schattenwirtschaft in Deutschland in 2009 gegen&#252;ber dem Vorjahr um etwa f&#252;nf Milliarden Euro wachsen. Da zugleich das BIP der offiziellen Wirtschaft zur&#252;ckgeht, erh&#246;ht sich die Schattenwirtschaft im Verh&#228;ltnis zum offiziellen Bruttoinlandsprodukt von 14,2 Prozent auf 14,6 Prozent.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/2fa3e8c41a369ce4e782b572e7e010" alt="" width="1" height="1" />Die Weltwirtschaftskrise hat es geschafft, dass mit dem Anstieg der Schattenwirtschaft ein seit 2003 zu beobachtender negativer Trend erstmals wieder gebrochen wird. Im Jahr 2009 wird allein die Weltwirtschaftskrise einen Anstieg der Schattenwirtschaft in Deutschland um rund f&#252;nf Milliarden Euro bewirken. Bei dieser Prognose wurden ein R&#252;ckgang der offiziellen Wirtschaftsleistung zwischen 1 und 2 Prozent und ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zwischen 500.000 und 1 Million zugrunde gelegt. Der Einfluss der Arbeitslosigkeit auf die Schattenwirtschaft erkl&#228;rt sich in erster Linie durch die gestiegene Bereitschaft insbesondere von Arbeitslosen oder Kurzarbeitern, in der Schattenwirtschaft Einkommen zu erzielen.<a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/02/bild-16.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-5578" title="bild-16" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/02/bild-16.png" alt="bild-16" width="596" height="416" /></a></p>
<p><em>Umfang und Entwicklung der Schattenwirtschaft in Deutschland (berechnet mit Hilfe des Bargeldansatzes und des MIMIC-Verfahrens)</em></p>
<p>Einige Ma&#223;nahmen der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung wirken dem Wachstum der Schattenwirtschaft entgegen (siehe Aufstellung unten). So bewirken die Senkung des Beitrags zur Arbeits­losenversicherung von 3,3 auf 2,8 Prozent und die Erh&#246;hung der steuerlichen Absetzbarkeit von privaten Haushaltsaufwendungen von 600 auf 1.200 Euro pro Jahr eine Abnahme im Volumen der Schattenwirtschaft um vier bis sechs Milliarden Euro. Dagegen steigert die Einf&#252;hrung eines einheitlichen Beitragssatzes zur Krankenversicherung von 15,5 Prozent die Schattenwirtschaft um 500 bis 800 Millionen Euro. Dieser Anstieg wird allerdings geringer ausfallen, wenn der Beitragssatz – wie im zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung vorgesehen – zum 1. Juli 2009 auf 14,9 Prozent gesenkt wird. Auch die geplanten steuerlichen Entlastungen werden die Schattenwirtschaft tendenziell vermindern.</p>
<p><!-- 	 	 --></p>
<table style="height: 391px;" border="1" cellspacing="0" cellpadding="7" width="565" bordercolor="#000000">
<col width="155"></col>
<col width="101"></col>
<tbody>
<tr>
<td width="60%" height="46" bgcolor="#e6e6e6">
<p align="center"><strong>Ma&#223;nahmen 			im Jahr 2009</strong></p>
</td>
<td width="40%" bgcolor="#e6e6e6">
<p align="center"><strong>Zuwachs 			(+)/Minderung (-)  der Schattenwirtschaft </strong><sup><strong>1)</strong></sup></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="60%" height="16" valign="top">
<ol>
<p align="left"><strong>Weltwirtschaftskrise, 				BIP-R&#252;ckgang zwischen 1-2 Prozent und Anstieg der Arbeitslosen 				um 500.000 bis 1 Million</strong></p>
</ol>
</td>
<td width="40%">
<p align="center"><strong>+ 			8.000 bis + 12.000 Mio. €</strong></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="60%" height="16" valign="top">
<ol>
<p align="left"><strong>Erh&#246;hung 				des Beitragssatzes der Krankenvers</strong><strong>icherung 				um 0,6 Prozentpunkte auf 15,5 %</strong></p>
</ol>
</td>
<td width="40%">
<p align="center"><strong>+ 			500 bis + 800 Mio. €</strong></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="60%" height="16" valign="top">
<ol>
<p align="left"><strong>Senkung 				des Beitrags zur Arbeitslosenversich</strong><strong>erung 				von 3,3% auf 2,8 %</strong></p>
</ol>
</td>
<td width="40%">
<p align="center">-  <strong>700 			bis &#8211; 1.200 Mio. €</strong></p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="60%" height="15" valign="top">
<ol>
<p align="left"><strong>Erh&#246;hung 				der steuerlichen Absetzbarke</strong><strong>it 				von privaten HH-Aufwendungen f&#252;r Erhaltungs- und 				Modernisierungs-ma&#223;nahmen, Kinderbetreuung von 600 auf 1.200 € 				pro Jahr pro Haushalt</strong></p>
</ol>
</td>
<td width="40%">
<p style="text-align: center;">-  <strong>4.000 			bis &#8211; 6.000 Mio. €</strong></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="margin-left: 1.25cm; margin-right: 1.25cm; text-indent: -1.25cm; margin-bottom: 0cm; line-height: 100%;" align="justify"><span style="font-family: GillSans,sans-serif;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: medium;"> </span></span></span></p>
<p><em>Die Auswirkungen ausgew&#228;hlter wirtschaftspolitischer Ma&#223;nahmen und Einfl&#252;sse f&#252;r 2009 auf die Schattenwirtschaft in Deutschland</em></p>
<p>&#196;hnliche Berechnungen f&#252;r andere OECD-L&#228;nder zeigen, dass der R&#252;ckgang der Schattenwirtschaft im Jahr 2009 auch dort durch die Wirtschaftskrise gestoppt wird. Durchschnittlich betr&#228;gt das Verh&#228;ltnis von Schattenwirtschaft zu offizieller Wirtschaft in den OECD-L&#228;ndern im Jahr 2009 13,8 Prozent. Dies bedeutet einen Anstieg um 0,5 Prozentpunkte gegen&#252;ber 2008. Damit wird fast wieder der Wert des Jahres 2007 erreicht. Deutschland liegt mit dem Umfang seiner Schattenwirtschaft im OECD-Mittelfeld.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/02/abb8.gif"><img class="size-large wp-image-5323 aligncenter" title="abb8" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/02/abb8-1024x619.gif" alt="abb8" width="562" height="339" /></a></p>
<p><em>Die Gr&#246;&#223;e der Schattenwirtschaft im OECD-Vergleich</em></p>
<p>Die Sch&#228;tzungen des Umfangs der Schattenwirtschaft wurden mit einer Kombination des Bargeldansatzes und des MIMIC-Verfahrens durchgef&#252;hrt. Der Bargeldansatz basiert auf der Idee, dass die in der Schattenwirtschaft erbrachten Leistungen bar entlohnt werden und dass es mit Hilfe einer Bargeldnachfragefunktion gelingt, diese bar entlohnten Leistungen zu sch&#228;tzen und das Volumen an Schattenwirtschaft zu berechnen. Der MIMIC-Ansatz beruht auf der Idee, dass die Schattenwirtschaft eine nicht direkt beobachtbare Gr&#246;&#223;e ist, die ann&#228;herungsweise aufgrund aller quantitativ erfassbaren Ursachen (z.B. Steuerbelastung, Regulierungsdichte) und Indikatoren (Bargeld, offizielle Arbeitszeit, etc.) f&#252;r Schattenwirtschaftsaktivit&#228;ten gesch&#228;tzt werden kann.<br />
Diese Methoden (sowie andere) werden in folgenden B&#252;chern ausf&#252;hrlich dargestellt und einer kritischen W&#252;rdigung unterzogen: Friedrich SCHNEIDER (2004), Arbeit im Schatten: Eine Wachstumsmaschine f&#252;r Deutschland?. Wiesbaden: Gabler Verlag; Friedrich SCHNEIDER und Dominik ENSTE (2002), The Shadow Economy: An International Survey, Cambridge (UK): Cambridge University Press.</p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=5281&amp;md5=38766863a9a232dec4049b6ef736f24e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Terror in Mumbai: Die zynische Logik der Nicht-Vorhersehbarkeit</title>
		<link>http://carta.info/2715/terror-mumbai/</link>
		<comments>http://carta.info/2715/terror-mumbai/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 13:40:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Al Kaida]]></category>
		<category><![CDATA[Mumbai]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Terroranschlag von Mumbai folgt einer eiskalten Logik: Ein weltweit bekanntes Objekt wird mediengerecht so angegriffen, dass in k&#252;rzester Zeit eine maximale Zerst&#246;rung "produziert" wird. Das Ziel der Terroristen ist der permanente Ausnahmezustand.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/09d8161789e2343d9b01823a91ece2" alt="" width="1" height="1" />Die Internationale des islamistisch durchsetzten Terrorismus hat in Mumbai wieder einmal auf furchtbare Weise zugeschlagen. Die Zielwahl erfolgte wieder nach folgendem <strong>Muster</strong>:</p>
<p>1. Eine lebendige offene Demokratie, in der eine freie Presse existiert und die daf&#252;r sorgt, dass ein derartiger Terroranschlag <strong>sofort weltweit</strong> verbreitet wird.</p>
<p>2. Ein Ort, der <strong>weltweit bekannt</strong> ist, und in dem viele wichtige wirtschaftliche Institutionen vorhanden sind, die durch Terroranschl&#228;ge empfindlich getroffen und in ihrer Funktionsweise beeintr&#228;chtigt werden (Tourismus, B&#246;rse, Wirtschaftsleben, religi&#246;se Einrichtungen).</p>
<p>3. Die M&#246;glichkeit, innerhalb k&#252;rzester Zeit mit 15-20 Terroristen eine <strong>maximale Zerst&#246;rung</strong> und eine Anzahl von Toten zu „produzieren“, die weltweite Aufmerksamkeit garantieren.</p>
<p>Leider erf&#252;llte Mumbai diese Zielvorstellungen in hervorragender Weise. Dar&#252;ber hinaus gelingt unter Umst&#228;nden auch noch eine Destabilisierung der Region, wenn das Misstrauen zwischen Indien und Pakistan noch st&#228;rker wird, und m&#246;glicherweise starke Spannungen und kriegerische Konflikte zwischen beiden L&#228;ndern dadurch wieder entstehen k&#246;nnen.</p>
<p>Das Handwerk des internationalen islamistischen Terrors ist ein moderner Terrorismus, der aus einer <strong>Mixtour aus Jehad und eiskalter Berechnung</strong> besteht, und der eines seiner wesentlichsten Ziele, die Zerst&#246;rung der offenen Demokratien und der westlichen Lebensart durch derartige Terroranschl&#228;ge zu erreichen versucht. Diese Art von Terror entsteht im Kopf von einigen wenigen rational kalkulierenden Analytikern. Er wird dann von einigen gr&#252;ndlich ausgebildeten Terroristen durchgef&#252;hrt, die sehr wahrscheinlich von ihrem „Mastermind“ laufend Instruktionen erhielten &#8211; nat&#252;rlich jederzeit bereit, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen: Dabei sorgt nicht der eigene Opfertod f&#252;r den kr&#246;nenden Abschluss, sondern <strong>die Vollstreckung an sich und die Gewissheit der weltweiten Aufmerksamkeit</strong>.</p>
<p>Wir erleben jetzt, dass sich der Krieg des islamistischen Terrors verstetigt. Al Kaida und andere Terrororganisationen verf&#252;gen ganz offenbar &#252;ber eine „nachhaltige“ politische, logistische und finanzielle Unterst&#252;tzung, auf deren Basis Sie in einer globalen Perspektive f&#252;r Furcht und Schrecken zu sorgen verm&#246;gen. <strong>Die Nicht-Vorhersehbarkeit dieses weltweiten Zuschlagens dient dem Ziel, dass sich ein permanenter „Ausnahmezustand“ ausbreitet, unter welchem sich ganze L&#228;nder, Regionen und Bl&#246;cke immer argw&#246;hnischer begegnen und der die Freiheit, die Demokratie und den Pluralismus der westlichen Lebensart einschr&#228;nkt</strong>.</p>
<p>Was kann man gegen diese Art von Terrorismus tun? Sicherlich ist ein Dialog, gerade in dieser Region, zwischen den Kulturen unabdingbar und aus wechselseitiger Achtung und Toleranz k&#246;nnen f&#252;r alle Parteien Gewinne herausschauen. Sicherlich erreichen die Terroristen eines ihrer wesentlichen Ziele nicht, wenn sich die Spannungen zwischen Indien und Pakistan nicht versch&#228;rfen, und diese m&#246;glicherweise gemeinsam gegen den Terrorismus vorgehen.</p>
<p>Zugleich wird es nicht m&#246;glich sein, nur mit Toleranz und Verstehen diesen Terrororganisationen das Handwerk zu legen. Entscheidend wird hierbei sein, den N&#228;hrboden des international organisierenden Terrorismus in zweierlei Hinsicht zu bek&#228;mpfen: Auf der einen Seite die Armut zu verringern und – noch wichtiger – den Menschen eine Lebensperspektive zu geben, ein wichtiger Schritt f&#252;r viele Betroffenen in Indien und Pakistan und andere arme Regionen. Auf der anderen Seite ist die noch viel wichtigere <strong>geistig-religi&#246;se Auseinandersetzung mit dieser Art von Terrorismus und ihrem Mastermind zu f&#252;hren</strong>, so dass auch in dieser Hinsicht der geistig-religi&#246;se N&#228;hrboden entzogen wird.</p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>Friedrich Schneider untersucht im Auftrag der EU die &#246;konomischen Grundlagen des Terrorismus.</em>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Krise und die (Neu-)Gier</title>
		<link>http://carta.info/1367/die-krise-und-die-neu-gier/</link>
		<comments>http://carta.info/1367/die-krise-und-die-neu-gier/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 13:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Marktwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Neugier]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=1367</guid>
		<description><![CDATA[Ungedeckte Hypotheken und eine Vertrauenskrise der Banken haben die Weltwirtschaft in die Misere gef&#252;hrt. Sieben mikro&#246;konomische Ma&#223;nahmen und ein Pl&#228;doyer f&#252;r die Marktwirtschaft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Weltfinanzkrise ist heutzutage in aller Munde. Kaum jemand wei&#223;, welche Konsequenzen sie noch haben wird und inwieweit auch der Steuerzahler durch staatliche Haftungen zum Handkuss kommt. Urspr&#252;nglich wurde die Weltfinanzkrise als Gespenst abgetan, hat sie sich jedoch in den letzten Wochen und Monaten materialisiert, und macht sich nun deutlich sp&#252;rbar in der &#246;ffentlichen Hand und in den privaten Haushalten. Von den europ&#228;ischen aber auch amerikanischen Regierung wurden Haftungen in hunderten von Milliarden &#252;bernommen und viel Geld wurde den Banken an frischem Kapital zugef&#252;hrt. Was war denn die Ursache? Wie kam es dazu?</p>
<p><strong>Ursachen der Weltfinanzkrise</strong></p>
<p>In den Jahren 2001-2005 waren die Zinsen, insbesondere bei Hypotheken, in den Vereinigten Staaten auf einem Tiefstand. Der Wunsch der Amerikaner nach einer Eigentumswohnung oder einem Haus war gro&#223; und die Banken erm&#246;glichten die Finanzierung auf Pump. H&#228;ufig wurde hier kaum oder gar kein Eigenkapital vorausgesetzt. Man baute darauf, dass sowohl die Liegenschaften im Wert st&#228;ndig stiegen, als auch die Einkommenssituation der K&#228;ufer sich laufend verbessert. Ein wesentlicher Pferdefuss lag jedoch darin, dass die Hypothekenvertr&#228;ge mit variablen Zinsen abgeschlossen wurden, so dass bei steigenden Zinsen auch die Belastung steigt. Wenn nun keine Sparr&#252;cklagen da sind, Zinsen steigen, die Belastung dann st&#228;rker zunimmt als es die Einkommenssituation zul&#228;sst, bleibt nur mehr der Notverkauf. Treten solche Notverk&#228;ufe in Massen auf, so kommen die Banken in Schwierigkeiten, denn sie m&#252;ssen diese Hypotheken abschreiben, bzw. die H&#228;user sind dann unverk&#228;uflich.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus &#228;nderte sich in den Jahren 2001-2003 in den USA ein Teil des Bankengesch&#228;fts radikal. Die Kreditrisiken vieler Kunden wurden geb&#252;ndelt, z. B. die gerade erw&#228;hnten Hypothekenvertr&#228;ge und durch diese B&#252;ndelung wurden sie handelbar gemacht und wurden von Bank zu Bank als rentable Anlage weiterverkauft. K&#228;ufer waren andere Banken, Versicherungen und andere Finanzinstitutionen. Hinzu kam ein Versagen der Rating-Agenturen, welche nur eine oberfl&#228;chliche Bewertung durchf&#252;hrten. Im August/September 2007 beginnt dann zun&#228;chst die Hypothekenkrise in den USA mit gro&#223;en Verlusten den amerikanischen Banken und den darauf folgenden Zusammenbruch von einigen dieser Banken. Danach breitete sich die Krise wie ein Lauffeuer aus. Keiner wei&#223; bei den Banken, bei wem und wo welche Risiken stecken. Die Folgen waren Angst und Vertrauensbruch. Die Banken vertrauten sich nicht mehr gegenseitig und damit kam es in weiterer Folge zu starken Verlusten der Banken und negativen Folgen f&#252;r die Realwirtschaft. Diese deshalb, da Banken keine Kredite mehr vergeben und Firmen somit in der Produktion stark behindert sind.</p>
<p><strong>Reaktion der Regierungen und erforderliche Regulierungsma&#223;nahmen</strong></p>
<p>Die rasche Reaktion vieler Regierungen im Oktober 2008, dadurch die Vertrauenskrise der Banken und Geldinstitute untereinander zu &#252;berwinden, dass staatliche Hilfen im gro&#223;en Ausma&#223; bereitgestellt wurden, war eine gute Makroentscheidung, aber nat&#252;rlich aus mikro&#246;konomischer Sicht fatal – denn Fehlverhalten wurde nun belohnt. Diese Mikroentscheidung wird nur dann eine gute Mikroentscheidung, wenn nun effektive Regulierungsma&#223;nahmen folgen. Die Konsequenz ist allerdings, dass zun&#228;chst der Steuerzahler zum Handkuss kommt, in welchem Ausma&#223; ist allerdings noch offen.</p>
<p>Was kann nun aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht getan werden, dass die richtige Makroentscheidung im Nachhinein auch eine richtige Mikroentscheidung f&#252;r die Kreditwirtschaft wird? Hierzu schlage ich folgende sechs geld- und finanzpolitische Ma&#223;nahmen vor:</p>
<p>(1) Die USA m&#252;ssen sich an internationale Vereinbarungen zur Harmonisierung der Bankenaufsicht beteiligen. Diese Vereinbarungen k&#246;nnen sich am Basel II System orientieren, was staatlich zu kontrollieren ist.</p>
<p>(2) Wiedereinf&#252;hrung der Mindestreservenpflicht der Banken bei der jeweiligen Zentral- und Notenbank.</p>
<p>(3) Europa braucht ein gemeinsames System der Finanzaufsicht. Dabei muss jeder Staat f&#252;r die Verluste seiner eigenen Banken aufkommen.</p>
<p>(4) Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionssteuer (Tobin Tax). Die Voraussetzung ist jedoch, dass alle wichtigen Finanzpl&#228;tze diese auch implementieren.</p>
<p>(5) Investmentbanken, Hedge Fonds und Private Equity Gesellschaften m&#252;ssen den gleichen Regeln unterworfen werden, wie die Gesch&#228;ftsbanken.</p>
<p>(6) Es muss zu einer strikt symmetrischen Formulierung in den Gehaltsvertr&#228;gen der Top-Manager kommen, d.h. sie verlieren genauso viel, wie sie gewinnen. Die Berechnung der Boni-Pr&#228;mien soll nach Jahresbilanzen und nicht nach Stichtagsbilanzen erfolgen.</p>
<p>(7) Conduit-Zweckgesellschaften und andere Konstruktion zur Austragung des Investment-Banking Gesch&#228;ftes aus den Bankbilanzen sollten so beschr&#228;nkt werden, dass die eingegangenen Risiken in den Bankbilanzen transparent werden und die Bank den Totalverlust verkraften kann.</p>
<p>Es stellt sich nun die Frage, ob diese Ma&#223;nahmen tats&#228;chlich zur &#220;berwindung der Krise ausreichen. Falls die Krise auf der Realwirtschaft massiv &#252;bergreift, dann ist es essentiell, dass die Regierungen so rasch wie m&#246;glich staatliche Infrastrukturprogramme in Gang setzen, denn nur mit diesen werden unmittelbar Auftr&#228;ge f&#252;r die betroffenen Firmen gegeben und damit auch zus&#228;tzliche Arbeitspl&#228;tze geschaffen. Wird das Eisenbahnsystem modernisiert, werden neue Stra&#223;en gebaut und wird in die staatliche Bildungsinfrastruktur massiv investiert, schafft dies nicht nur unmittelbar Arbeitspl&#228;tze, sondern langfristig werden zus&#228;tzliche Assets geschaffen, die eine Verschuldung rechtfertigen.</p>
<p><strong>Ein Pl&#228;doyer f&#252;r Marktwirtschaft</strong></p>
<p>Abschlie&#223;end sei ausdr&#252;cklich gesagt, dass es aus meiner Sicht zum derzeitigen System der Marktwirtschaft keine Alternative gibt. Neugier (aber leider auch Gier) geh&#246;rt zu den Grundlagen einer marktwirtschaftlichen Ordnung. <strong>Das Streben nach Gewinn stimuliert die (Neu-)Gier.</strong> Sie l&#228;sst Menschen nach besseren Ideen suchen. Niemand wei&#223; im Voraus, wer Erfolg haben wird, oder scheitern wird. Deshalb ist der Weg in der Marktwirtschaft mit Verlusten und Konkursen gepflastert. Weder strengere Gesetze noch sch&#228;rfere Kontrollen k&#246;nnen menschliches Fehlverhalten verhindern. Sie k&#246;nnen auch kein Tugendhaftes Verhalten erzwingen. Dennoch ist kein anderes Wirtschaftssystem bei der Suche nach L&#246;sungen f&#252;r komplexe Probleme in der Wirtschaft auch nur ann&#228;hernd so erfolgreich wie die Marktwirtschaft. Das Zusammenspiel von Freiheit und Verantwortung und Haftung hat trotz aller Krisen auch in globaler Hinsicht zu wesentlich mehr Wohlstand gef&#252;hrt. Es geht aber um einen Abw&#228;gungsprozess: Wie ein Richter die gegenl&#228;ufigen Argumente von Staatsanwalt und Verteidiger gewichten muss, gilt es, die Kosten von Markt- und Staatsversagen gegeneinander abzuw&#228;gen. Freie M&#228;rkte sollen durch staatliche Regulierung begrenzt werden, insbesondere dort, wo Marktversagen in &#246;konomische, &#246;kologischer und sozialer Hinsicht auftreten kann. Es gilt zu verhindern, dass Banken und Versicherungen so bedeutsam sind, dass sie too-big-too-fail sind, d.h. ihr Untergang kann auch andere (unbeteiligte) Firmen zerst&#246;ren und im schlimmsten Fall ein ganzes Land (Island) in den Konkurs oder Staatsbankrott f&#252;hren. Es gilt den Markt so zu regulieren, damit der Wettbewerb funktioniert – nicht mehr und nicht weniger. Das Ziel ist somit eine &#246;kosoziale Marktwirtschaft zu implementieren (eine uralte Forderung – allerdings zeitgem&#228;&#223;er denn je).
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		<title>Schwarzarbeit: Fluch oder Segen f&#252;r die Gesellschaft?</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 10:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Schneider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Schwarzarbeit fristet eine merkw&#252;rdige Existenz in Deutschland. Umfragen zeigen, dass rund 30 Prozent der Deutschen regelm&#228;&#223;ig Schwarzarbeit in Anspruch nehmen. Sie ist also ein Massenph&#228;nomen, wenn auch ein verp&#246;ntes. Schwarzarbeit ist Ausdruck intensiver Regulierung, mangelhafter Institutionen und bedingter Steuermoral. Doch wie stark schadet die Schattenwirtschaft der "offiziellen Wirtschaft" und dem Staatsgef&#252;ge? In einem Papier von mir f&#252;r "Economic Analysis &#38; Policy" habe ich zentrale Thesen noch einmal zusammengefasst: Von einer Abschaffung von Schwarzarbeit wird die Gesellschaft nur dann profitieren, wenn es zugleich gelingt, diese in regul&#228;re Arbeit zu &#252;berf&#252;hren. Gelingt dies nicht, dann w&#228;re eine Verminderung der Schwarzarbeit - zumindest &#246;konomisch betrachtet - kontraproduktiv. Der Gesetzgeber ist daher gezwungen, das komplexe Ph&#228;nomen Schwarzarbeit in seiner ganzen Breite zu verstehen, um sinnvolle Regulierungsans&#228;tze zu formulieren. Allein auf Verbote zu setzen, w&#228;re kontr]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schwarzarbeit fristet eine merkw&#252;rdige Existenz in Deutschland. Umfragen zeigen, dass rund 30 Prozent der Deutschen regelm&#228;&#223;ig Schwarzarbeit in Anspruch nehmen. Sie ist also ein Massenph&#228;nomen, wenn auch ein verp&#246;ntes. Schwarzarbeit ist Ausdruck intensiver Regulierung, mangelhafter Institutionen und bedingter Steuermoral. Doch wie stark schadet die Schattenwirtschaft der &#8220;offiziellen Wirtschaft&#8221; und dem Staatsgef&#252;ge? In einem Papier von mir f&#252;r &#8220;Economic Analysis &amp; Policy&#8221; habe ich zentrale Thesen noch einmal zusammengefasst: Von einer Abschaffung von Schwarzarbeit wird die Gesellschaft nur dann profitieren, wenn es zugleich gelingt, diese in regul&#228;re Arbeit zu &#252;berf&#252;hren. Gelingt dies nicht, dann w&#228;re eine Verminderung der Schwarzarbeit &#8211; zumindest &#246;konomisch betrachtet &#8211; kontraproduktiv. Der Gesetzgeber ist daher gezwungen, das komplexe Ph&#228;nomen Schwarzarbeit in seiner ganzen Breite zu verstehen, um sinnvolle Regulierungsans&#228;tze zu formulieren. Allein auf Verbote zu setzen, w&#228;re kontraproduktiv.</p>
<p><a href="http://www.eap-journal.com/download.php?file=662">Link zum Paper (PDF).</a></p>
<p>Dieser Beitrag ist ein Testbeitrag, der von der CARTA-Redaktion erstellt wurde.
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