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	<title>CARTA &#187; Florian Paulus Meyer</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Twittern aus Imagegr&#252;nden: Unternehmen fehlen &#252;berzeugende Social-Media-Konzepte</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 17:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Soziale Netzwerke wachsen. Auch Unternehmen wittern ihre Chance: Mit eigenen Profilen suchen sie direkten Kontakt zu Kunden, antworten auf Fragen und treten als nahbare Konzerne auf. Doch noch dienen die Netzwerke vor allem zum Reputationsgewinn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/03501704fe4c4e57be38f0dd87f67f34" alt="" width="1" height="1" />Am 20. April 2010 explodierte die &#214;lplattform „Deepwater Horizon“. Zwei Tage sp&#228;ter sank die Bohrinsel,  eine Menge Roh&#246;l str&#246;mte ins Meer – mit verheerenden Folgen f&#252;r Meer und K&#252;ste. Die Auswirkungen der Katastrophe waren auch im Netz zu sehen,  auf Nachrichtenseiten, Blogs und in den sozialen Netzwerken.</p>
<p>Bereits am 29. April richtete der &#214;lkonzern BP, der die Bohrinsel geleast hatte, deshalb eine eigene Seite auf Facebook ein – <strong>als virtuelle Entsprechung der realen Aufr&#228;umarbeiten</strong> im Golf von Mexiko. Mehrmals t&#228;glich meldeten sich BP-Mitarbeiter &#252;ber das Facebook-Profil <a href="http://www.facebook.com/#!/DeepwaterHorizonResponse?ref=ts" target="_blank">Deepwater Horizon Response</a> mit vermeintlichen Neuigkeiten &#252;ber die Schlie&#223;ung der Lecks, Fotos von den Rettungskr&#228;ften, Einsatzpl&#228;nen oder Karten. Innerhalb eines Monats gaben &#252;ber 23.000 Facebook-Nutzer an, dass ihnen die virtuelle Krisenreaktion des Konzerns gefalle, viele diskutierten die Pl&#228;ne des Unternehmens direkt auf dessen Facebook-Seite oder ver&#246;ffentlichten Links unter den Beitr&#228;gen der BP-Mitarbeiter.</p>
<p>Neue Informationen verbreitete der Konzern neben Facebook auch &#252;ber Twitter unter den Namen <a href="http://twitter.com/BP_America" target="_blank">BP_America</a> und <a href="http://twitter.com/oil_spill_2010" target="_blank">Oil_Spill_2010</a> – schneller als jede Pressemitteilung und <a href="http://www.netzfundbuero.de/2010/05/07/bp-nutzt-social-media-fur-schadensbegrenzung/" target="_blank">direkt an die &#214;ffentlichkeit gerichtet</a>. &#220;ber 5.000 Follower hat das Profil des Unternehmens auf dem Kurznachrichtendienst – also Nutzer, die den BP-Kanal abonniert haben und Meldungen, Meinungen und Linktipps aus erster Hand beziehen wollen. F&#252;r die Art der Berichterstattung musste BP jedoch auch <a href="http://edwohlfahrt.blogs.com/blogdog/2010/05/online-krisenkommunikation.html" target="_blank">schon Kritik einstecken</a>.</p>
<p>Innerhalb von sieben Tagen baute BP damit eine virtuelle Pr&#228;senz auf und erreichte die Menschen dort, wo sie sich im Internet aufhalten – in den sozialen Netzwerken. Die schnelle Reaktion des &#214;lkonzerns zeigt, wie wichtig die Netze f&#252;r Unternehmen geworden sind &#8211; und wie wenig sie in den Netzwerken eigentlich zu sagen haben. Viele ver&#246;ffentlichen auf Twitter wie in einem RSS-Feed nur ihre  Pressemitteilungen. Andere verwenden ihre Accounts nur f&#252;r kurzlebige Aktionen &#8211; lassen die Profile danach verwaisen.</p>
<p>Mehr als 20 Millionen Deutsche nutzen Social Media wie Facebook, Twitter oder meinVZ. <strong>Die Wirtschaft will auf den Trend aufspringen. Doch sie scheitert daran, dass sie weiterhin an zentral gesteuerter Kommunikation festh&#228;lt.<br />
</strong></p>
<p>Eine Social-Media-Krisenkommunikation wie im Falle von BP ist allerdings die Ausnahme. <strong>Die Netze eignen sich vor allem f&#252;r</strong> <strong>Marketing und PR</strong>: Der US-amerikanische Computerhersteller Dell nutzt sein Profil auf Twitter <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/05/11/twitter-fuer-unternehmen.aspx" target="_blank">zum Beispiel als Vertriebskanal</a>. Die 1,5 Millionen Follower von <a href="http://twitter.com/delloutlet" target="_blank">DellOutlet</a> lockt er mit Rabatten und Sonderangeboten. Andere Unternehmen setzen auf die Interaktivit&#228;t der sozialen Netze: Die deutsche Telekom bietet &#252;ber ein eigenes Profil einen Kundenservice: „Hier hilft das Telekom-Service Team in der festen &#220;berzeugung, dass Service mit 140 Zeichen geht”, hei&#223;t die vollmundige Selbstbeschreibung des Kanals <a href="http://twitter.com/telekom_hilft" target="_blank">Telekom_hilft</a>. Mit &#228;hnlichen Ideen haben schon 1&amp;1 und das Kabelunternehmen Comcast den Weg in die Netzwerke gefunden.</p>
<p>In ihren Auftritten gleichen die Konzerne den Privatnutzern. Auch sie wollen bekannte Kontakte verwalten oder neue finden. Private Nutzer von Facebook oder meinVZ vernetzen sich mit Freunden, diskutieren, laden Fotos hoch oder schreiben, was sie gerade denken. Dadurch entsteht ein Gemeinschaftsgef&#252;hl, manchmal sogar eine gemeinsame Identit&#228;t. <strong>Die Unternehmen wollen Teil dieser virtuellen Identit&#228;t werden.</strong> Die <em>New York Times</em> hat deshalb zum Beispiel <a href="http://twitter.com/NYT_JenPreston" target="_blank">eine eigene Beauftragte f&#252;r Social Media angestellt</a>.</p>
<p>Doch die Diskussion &#252;ber die neuen Instrumente findet vor allem im Netz selbst statt, auf Blogs und in Foren. Ehrliche Unterhaltungsangebote kommen selten von Seiten der Unternehmen. Es handelt sich eher um gelenkte Informationsangebote wie im Fall von BP oder Verkaufsf&#246;rderung wie bei Dell.</p>
<p>Die Seite <a href="http://webevangelisten.de/wissenschaftliche-arbeiten/" target="_blank">webevangelisten.de</a> sammelt zum Beispiel Studien, die sich mit sozialen Netzwerken besch&#228;ftigen. <strong>Die Social-Media-Konzepte der Unternehmen kommen dabei nicht immer gut weg.</strong> „<a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/05/11/twitter-fuer-unternehmen.aspx" target="_blank">Deutsche Unternehmen wagen sich nur sehr vorsichtig auf das unbekannte Terrain</a>“, sagt auch der Wirtschafts- und Netzjournalist Holger Schmidt. Nur etwa f&#252;nf Prozent der b&#246;rsennotierten Firmen nutzten die Netzwerke. Doch es werden mehr.</p>
<p>Markus Walter arbeitet als Online-Redakteur bei der Allianz. Vor einem Jahr startete er einen <a href="http://twitter.com/allianz_de" target="_blank">Twitterkanal</a> f&#252;r den Versicherungskonzern. Heute hat „Allianz_de“ mehr als 1.200 Follower. „<a href="http://www.merkur.de/2010_05_Ein_Prost_aufs_wa.40092.0.html?&amp;no_cache=1" target="_blank">Wir twittern heute haupts&#228;chlich aus Reputationsgr&#252;nden</a>“, gibt Markus Walter zu. Der Versicherungskonzern werde als sehr konservativ wahrgenommen. Mit den Auftritten in sozialen Netzwerken will die Allianz zeigen, dass auch junge Angestellte im Konzern arbeiten, die anders ticken. F&#252;r Kunden wird das Unternehmen dadurch eventuell sympathischer. Das funktioniert aber nicht, wenn Markus Walter nur firmenrelevante Nachrichten verschickt. Immer wieder streut er zwischen Hinweisen auf neue Unternehmensstudien oder die Hauptversammlung deshalb auch pers&#246;nliche Nachrichten ein.  Ein Unternehmen, das Mikroblogs einsetzt, zeigt damit, <strong>dass es den direkten Kontakt zur &#214;ffentlichkeit sucht, die moderne Kommunikationsmittel versteht und einen menschlichen Anstrich hat.</strong></p>
<p>Doch die Schritte der Unternehmen in den Netzwerken gel&#228;ngen anscheinend nicht immer, sagt Sandra Sieber, Professorin f&#252;r Informationssysteme an der IESE Business School in Barcelona. Sieber befragte Unternehmen nach ihren Erfahrungen mit Social Media. Ihr Fazit im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen: „<a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/04/27/viele-fuehrungskraefte-sind-zu-alt-fuer-social-media.aspx" target="_blank">Soziale Medien werden nicht wegen, sondern trotz Management eingesetzt.</a>“ Viele F&#252;hrungskr&#228;fte seien zu alt. Sie erkennen die Vorteile der sozialen Medien nicht, weil sie oft nicht verstehen, wie diese funktionieren. Holger Schmidt argumentiert in die gleiche Richtung: „<a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/05/11/twitter-fuer-unternehmen.aspx" target="_blank">Die meisten Unternehmen wissen offenbar noch nicht so recht, was sie mit dem neuen Instrument anfangen sollen</a>.“</p>
<p>Viele Firmen probieren sich derzeit noch aus, die sozialen Netzwerke sind f&#252;r sie nicht viel mehr als eine virtuelle Spielwiese. <strong>So lange die Kosten gering sind, werden sie auch dabei bleiben.</strong> Dominant bleibt dabei auch die Angst, etwas Falsches zu sagen. Deshalb starten einige Betriebe halbherzige und unfertige Versuche im Netz. Ein Dialog entsteht daraus nur selten. Aber man ist zumindest dabei, wenn &#252;ber einen geredet wird.</p>
<p>Noch schlimmer als etwas falsch zu machen w&#228;re es n&#228;mlich, einen Trend zu verpassen. Aber diese Einstellung f&#246;rdert eben erst recht keine &#252;berzeugenden Social-Media-Konzepte. So bleiben die Schritte in den Netzwerken vor allem eines: ein Versuch das Image aufzupolieren.
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		<title>Mutlose Liberale: Bayern bekommt kein Informationsfreiheitsgesetz</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 10:28:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte der Freistaat Bayern demn&#228;chst ein eigenes Informationsfreiheitsgesetz bekommen. Immerhin ist eine Mehrheit der Abgeordneten f&#252;r ein solches Gesetz – eigentlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0107fbac00b04e608cae28f91acd64ed" alt="" width="1" height="1" />Die Freien W&#228;hler haben am 11. M&#228;rz einen Entwurf f&#252;r ein <strong>Informationsfreiheitsgesetz </strong>vorgestellt. &#196;hnliche Entw&#252;rfe legten vor ihnen schon SPD und die Gr&#252;nen vor. <strong>Ein Informationsfreiheitsgesetz soll in Bayern das erm&#246;glichen, was im Bund und in anderen Bundesl&#228;ndern bereits Gesetz ist: Es soll jedermann einen Zugang zu amtlichen Informationen gew&#228;hren.</strong> Eine Regelung also, die es B&#252;rgern erleichtern soll Entscheidungen von Beh&#246;rden nachzuvollziehen, damit sie selbst nachrechnen k&#246;nnen, warum die Kl&#228;ranlage in ihrem Dorf soviel Geld gekostet hat, warum die Stra&#223;e vor ihrer Haust&#252;r teurer war als geplant. In Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein gelten &#228;hnliche Gesetze bereits seit Jahren.</p>
<p>Die Freien W&#228;hler legten also einen solchen Gesetzesentwurf vor und scheiterten. Obwohl die Mehrheit der Abgeordneten aus SPD, Gr&#252;nen, Freien W&#228;hlern und FDP ein Informationsfreiheitsgesetz durchaus begr&#252;&#223;t.</p>
<p>Doch die bayerischen Liberalen – selbst Mitglied im B&#252;ndnis f&#252;r Informationsfreiheit, das ein Gesetz zur Informationsfreiheit fordert – k&#246;nnen ihrem liberalen Gewissen nicht folgen. <strong>Sie sind f&#252;r Transparenz, aber gegen den Entwurf, f&#252;r m&#252;ndige, informierte B&#252;rger, aber gegen ein Gesetz zur Informationsfreiheit.</strong></p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/b5g38Z/3253284/Die-alten-Schablonen-passen-nicht-mehr.html" target="_blank">Die alten Schablonen passen nicht mehr</a>, schrieb die S&#252;ddeutsche Zeitung deshalb. Der Vorwurf: <strong>Die Liberalen sind nicht mehr liberal.</strong></p>
<p>In Wirklichkeit sind sie das nat&#252;rlich schon noch – das sagte zumindest der FDP-Landtagsabgeordnete Andreas Fischer: Er wolle das Informationsfreiheitsgesetz. Der Entwurf der Freien W&#228;hler biete eine gute Grundlage. <strong>Nur zustimmen d&#252;rfen die Liberalen nicht.</strong> Das verbietet der Koalitionspartner. Denn der sieht in dem Informationsfreiheitsgesetz nur <a href="http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=402838&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0&amp;n_firmanr_=114509&amp;pfach=1&amp;detail=1&amp;sektor=pm&amp;popup_vorschau=0" target="_blank">mehr B&#252;rokratie und der M&#246;glichkeit zum Datenmissbrauch</a>.</p>
<p><strong>Und wenn schon die CSU vor Datenmissbrauch warnt</strong>, dann k&#246;nnen die Liberalen getrost gegen ihre eigenen Werte stimmen – auch wenn ihr gro&#223;er Koalitionspartner normalerweise nicht daf&#252;r bekannt ist, auf einen vorsichtigen Umgang mit gesammelten Daten zu bestehen. Innenminister Joachim Herrmann verteidigte zum Beispiel die vom Bundesverfassungsgericht gekippte <strong>Vorratsdatenspeicherung</strong> und dr&#228;ngte auf eine m&#246;glichst schnelle Neuregelung – schlie&#223;lich seien sogar <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/vorratsdatenspeicherung-angst-vor-der-sicherheitsluecke_aid_486084.html" target="_blank">Menschenleben in Gefahr</a>.</p>
<p>Die bayerischen Liberalen drohen zum Anh&#228;ngsel der CSU zu verkommen. Sie sollten der CSU zeigen, was es hei&#223;t, <strong>nicht mehr allein die Mehrheit im Landtag zu stellen</strong>. Die Union geht ja auch nicht zimperlich mit ihrem Koalitionspartner um.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=24184&amp;md5=c99aeb1baf7c7570897948cc2c12cbac" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Welt Lage&#8221;: Paid Linksammlung</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 19:05:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vehement rufen Verleger nach Paid Content. Jetzt gibt es erste Bezahlmodelle. Doch die &#252;berzeugen wenig - wie Springers zweipunktnullige Presseschau Welt Lage zeigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c8bdb6dd6c8d4cf8a9eaabdf78f23e29" alt="" width="1" height="1" />Ernstmachen – im Netz steht hinter diesem eher unscheinbaren und erst recht unansehnlichen Wort zurzeit die Suche nach einem Online-Erl&#246;smodell: Verleger und Medienh&#228;user wollen endlich Geld verdienen im Internet.</p>
<p>Mittels Bezahlinhalten, so der Trend, sollen die Netzleser daf&#252;r l&#246;hnen, dass sie redaktionelle Inhalte abrufen. Und wenn sich wieder mal ein Konzern daf&#252;r entscheidet Texte, Podcasts und Videos in Zukunft gegen Bezahlung herzuzeigen, <a href="http://www.turi2.de/2009/11/23/heute2-springer-setzt-paid-content-newsletter-kassieren-7443488/">dann macht er eben Ernst</a> &#8211; so zumindest die g&#228;ngige Bezeichnung in den Branchendiensten und Medienportalen.</p>
<p>Der DuMont-Verlag will Ernst machen (mit Web-Zusatzangeboten), die S&#252;ddeutsche macht Ernst (mit einer iPhone-App) und <a href="http://www.turi2.de/2009/10/30/heute2-b-z-sz-setzen-zusatzerloese-aufs-iphone-7275553/">auch Springer macht Ernst</a>. Seit 22. November gibt es ein <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1123/media/0005/index.html">eMag der Welt am Sonntag</a>. Geplant ist zudem eine kostenpflichtige Bild-App und iPhone-Bezahl-Applikationen f&#252;r Welt und Computerbild.</p>
<p>Ernstmachen ist das Gegenteil dessen, was Verlage anscheinend bisher gemacht haben: Geld in den virtuellen Sand setzen.</p>
<p>„Wir m&#252;ssen mit dem bodenlosen Verschleudern unserer Inhalte aufh&#246;ren&#8221;, sagt der Chef von sueddeutsche.de Hans-J&#252;rgen Jakobs zu <a href="http://www.kress.de/cont/home.php?tag=2009-10-30&amp;rss=1#131026">Kress</a>. Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Medienh&#228;user sprechen vom baldigen Ende der Kostenlos-Kultur und davon, dass die Leser, den Weg hin zu Bezahlseiten auch unterst&#252;tzen w&#252;rden. Mathias D&#246;pfner meint, dass <a href="http://www.kress.de/cont/story.php?id=131459">Nutzer k&#252;nftig f&#252;r Inhalte zahlen</a>, wenn denn die Inhalt stimmen.</p>
<p>Ernstmachen ist also das Gegenteil von Verschleudern.</p>
<p>Ins Bild passt, dass Springer seinen t&#228;glichen Newsletter Welt Lage ab Dezember nur noch kostenpflichtig anbieten will. 2,90 Euro sollen Nutzer pro Monat bezahlen damit jeden Morgen eine Linkliste in ihrem Postfach liegt.</p>
<p>Welt Lage wirbt mit folgenden <a href="http://www.welt.de/services/newsletter-welt-lage/">Reizen</a>:</p>
<ul>
<li>Zusammenfassung wichtiger Leitartikel und Kommentare aus f&#252;hrenden deutschen Zeitungen (u.a. Welt, FAZ, S&#252;ddeutsche, taz, Handelsblatt, Zeit)</li>
<li>Auswertung internationaler Zeitungen und News-Sites (u.a. New York Times, Washington Post, Financial Times, The Times, Guardian)</li>
<li>Analyse wichtiger politischer Weblogs (u.a. starke-meinungen.de, Sprengsatz, Carta)</li>
<li>Links zu gelungenen Analysen, Portr&#228;ts und Reportagen</li>
<li>Auflistung der Top-Nachrichten aus dem In- und Ausland</li>
<li>Au&#223;erdem: Sammlung der besten Zitate, Miniportr&#228;ts, kuriose Schlagzeilen, Karikatur des Tages, Terminvorschau.</li>
</ul>
<p>Ein Zitat aus dem heutigen Newsletter der bisher kostenlosen Presseschau zeigt, wie Ernst es Springer ist, mit der t&#228;glichen Linksammlung Geld zu verdienen. Zus&#228;tzliche Anstrengungen sollen die Redakteure auf sich nehmen, um noch mehr und noch bessere Inhalte anderer Medienkonzerne in die neuerdings kostenpflichtige Presseschau zu heben.</p>
<p style="padding-left: 30px">„K&#252;nftig werden unsere Redakteure noch mehr deutsche und internationale Zeitungen sichten und zus&#228;tzlich die besten politischen Blogs auswerten. Wir analysieren, was renommierte Publizisten aus dem In- und Ausland &#252;ber die Berliner Politik und die Deutschen denken.“</p>
<p>Welt Lage lieferte bisher an manchen guten Tagen eine gelungene &#220;bersicht &#252;ber die nationalen und internationalen Nachrichten und deren Bewertung auf Meinungsseiten und Blogs, einfach aber gut strukturiert aufbereitet. Auff&#228;llig oft wurde auf Springer-eigene Medien verwiesen – zu Recht. Immerhin hatte man ja ein kostenloses Springer-Produkt abonniert. Daf&#252;r durfte der Newsletter ruhig auch &#246;fter auf Welt.de verweisen als zur SZ oder FTD. Und hin und wieder klickte man auch auf einen Kommentar der Welt.</p>
<p>Dieser Traffic wird Welt.de in Zukunft entgehen. Wer will schon Geld daf&#252;r bezahlen, dass er einen Link geschickt bekommt? Wer will schon, dass Springer mit Inhalten Geld verdient, die sie noch nicht einmal selbst produziert haben?</p>
<p>Nochmal zu Nachlesen: Mehr zu Welt Lage – und zwar als kostenloser Link: <a href="http://www.welt.de/services/newsletter-welt-lage/">http://www.welt.de/services/newsletter-welt-lage/</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18760&amp;md5=f56057f8207620fb948d80ee65d1d0ef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neue Werbem&#228;rkte: Computerspiele als Tr&#228;germedien</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 14:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Werbem&#228;rkte in Print und Fernsehen stecken in der Krise. Einige Mediaplaner setzen deshalb auf Computerspiele. Die Hersteller sind begeistert, doch Experten zweifeln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a98c440191483e0228e1094a7e1d53" alt="" width="1" height="1" />Barack Obama zeigt sich auf einem Poster bei einem Autorennen, er steht neben der Eisfl&#228;che einer NHL-Arena und in einem Baseball-Stadion: Im Herbst 2008 tobt der US-Wahlkampf, der Pr&#228;sidentschaftskandidat zeigt sich bei vielen Sportereignissen. <strong>Doch Obama tritt nicht selbst in den Stadien auf, er nutzt die virtuelle Welt als Plattform.</strong> Er wirbt in <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,584105,00.html" target="_blank">Computerspielen</a>, um junge W&#228;hler zu erreichen.</p>
<p>Spielehersteller hoffen nun darauf, dass andere dem Beispiel folgen. <strong>Ihrer Meinung nach sollen Computerspiele zu neuen Tr&#228;germedien f&#252;r Werbung werden</strong> – ganz wie Fernsehen, Radio oder Zeitschriften eben auch. „In-Game-Advertising“, Werbung im Spiel, hei&#223;t das Konzept.</p>
<p>Laut dem Branchendienst <a href="http://www.industrygamers.com/news/ea-unveils-multimillion-dollar-marketing-deal-with-dr-pepper/" target="_blank">IndustryGamers</a> hat &#8220;Dr Pepper&#8221; hat vor kurzem einen Milliondeal mit dem Spielehersteller Electronic Arts (EA) unterzeichnet. EA wird ab 2010 &#8220;Dr Pepper&#8221;-Produkte in seine Spiele einbauen. Als erstes ist der Einstieg in den Reality-Titel „Die Sims 3“ geplant. Im Vorl&#228;ufer des erfolgreichen Spiels hatte schon<strong> Ikea mit der eigenen M&#246;belkollektion</strong> geworben.</p>
<p>Die Spielehersteller freuen sich auf ihre neue Rolle als Medienunternehmen und hoffen auf zus&#228;tzliche Einnahmen. Spiele-Mediaplaner wie<em> IGA Worldwide</em> oder <em>Massive</em>, das zu Microsoft geh&#246;rt, versuchen bereits seit l&#228;ngerem Computerspiele als Plattformen f&#252;r Imagewerbung oder Product Placement zu vermarkten.<br />
Die Aktivit&#228;ten in den Games unterteilen sich grob in vier Bereiche:</p>
<ul>
<li><strong>Portal- oder Plattformwerbung</strong> ist vergleichbar mit klassischer Online-Werbung. Unternehmen schalten Banner oder Pop-Ups auf den Onlinespieleportalen. Diese Form wird stark ausgebaut werden, da Spiele immer mehr vernetzt funktionieren.</li>
<li><strong>Werbung im Umfeld der Spiele</strong> kann auf der Spielebox oder als Extrainhalt auf der Spiele-DVD gebucht werden.</li>
<li>Werbung kann <strong>als Teil der Spieleszenerie</strong> in ein Game integriert werden zum Beispiel als Bandenwerbung in einem Sport- oder Rennspiel, als Poster, Plakat oder Aufsteller. Der Clou: Durch die steigenden Online-Aktivit&#228;ten l&#228;sst sich Werbung dynamisch in die Spiele einbinden, das hei&#223;t sie kann speziell auf einzelne Spieler oder Regionen zugeschnitten werden.</li>
<li><strong>Marken oder Produkten k&#246;nnen auch Teil des Spiels werden</strong>. Die Aufmerksamkeit der Spieler ist garantiert: Sie m&#252;ssen sich direkt mit einem Produkt auseinandersetzen.</li>
</ul>
<p>Marktforscher sehen ein gro&#223;es Potential im In-Game-Advertising: Die Analysten der US-Bank <em>Citi</em> rechnen damit, dass sich der weltweite Markt f&#252;r Spielewerbung bis 2014 auf etwa 700 Millionen Euro verdoppelt haben wird. Der US-amerikanische Marktforscher <em>eMarketer</em> erwartet sogar ein noch <strong>gr&#246;&#223;eres Wachstum auf etwa 1,5 Milliarden Euro bis 2012</strong>. Laut der Branchenzeitschrift w&amp;v belief sich der europ&#228;ische Markt f&#252;r In-Game-Werbung im vergangenen Jahr auf etwa 40 bis 60 Millionen Euro, der deutsche auf rund zehn bis 15 Millionen Euro.</p>
<p><strong>Bis jetzt trauen sich jedoch nur wenige Unternehmen in die digitale Welt. </strong>In-Game-Advertising funktioniert zwar bereits auf Banden und Litfasss&#228;ulen in Sport- und Rennspielen. „Bei anderen Games ist es aber noch ein langer Weg, bis reale Markenartikel in Computerspielen beworben werden“, sagt Hannes Fischer von der M&#252;nchner Beratungsfirma pol48/10<strong></strong></p>
<p><strong>Sechs Gr&#252;nde, die gegen werbefinanzierte Computerspiele sprechen:</strong></p>
<ol>
<li><strong>Das Umfeld</strong>: Firmen wollen f&#252;r ihre Markenartikel ein spezielles Werbeumfeld. Das Spiel soll zur Marke passen. Nicht ganz einfach: Autofirmen wollen zum Beispiel nicht, dass ihre neuesten Modelle zu Schrott gefahren werden. Ihre Autos wollen sie oft nur in Spiele integrieren, in denen Kratzer ausgeschlossen sind. Doch Rennspiele ohne Blechschaden kommen bei den Zockern nicht an.</li>
<li><strong>Das Image</strong>: Computerspiele werden oft mit Killerspielen in Verbindung gebracht. Unternehmen, die in einem Game Werbung schalten wollen, haben daher Angst, unter dem negativen Image der Egoshooter zu leiden. Sobald in einem Spiel geschossen wird, ist es schwer, Werbekunden zu finden. Geschossen wird aber in ziemlich vielen Games.</li>
<li><strong>Die Programmierdauer</strong>: Computerspiele haben eine Entwicklungszeit von etwa zwei Jahren. Design und Grafik sollen auf dem neuesten Stand sein – auch bei Werbespielen. Unternehmen wissen aber oft nicht, welche Produkte sie so lange im Voraus bewerben sollen.</li>
<li><strong>Die Lebensdauer</strong>: Wenn ein Spiel einmal auf dem Markt ist, ist es nicht mehr so leicht m&#246;glich, es zur&#252;ckzuziehen. Im Fernsehen oder in Zeitschriften ist Werbung immer zeitlich begrenzt – in der virtuellen Welt bleibt sie erhalten. Falls ein Unternehmen nach Jahren sein Image &#228;ndert, hat die Werbung in den Games immer noch die alten Aussagen.</li>
<li><strong>Die Spielwelten</strong>: Welche Firma will in den Fantasywelten von <em>World of Warcraft</em> oder <em>Morrowwind</em> werben oder in einem dunklen Zukunftsszenario wie etwa bei <em>Fallout</em>? Kein Deo, kein Energy Drink und kein Auto l&#228;sst sich sinnvoll in die Fantasywelten einbinden, kein Produkt darin vermarkten. Je schwerer es ist, Produktschnittstellen zu finden, desto unwahrscheinlicher ist Werbung.</li>
<li><strong>Die Spieler</strong>: Werbung nervt. Das ist schon im Fernsehen so. Falls Unternehmen virtuelle Welten mit ihren Banner zustellen, k&#246;nnten sich Spieler daran st&#246;ren. Zwar erh&#246;ht echte Trikotwerbung bei einem Sportspiel die Glaubw&#252;rdigkeit, zuviel Werbung kann den Spieler aber ablenken. Die Frage der Werbeplaner: Wie viel Werbung vertragen die Spieler?</li>
</ol>
<p>Hannes Fischer glaubt dennoch, dass sich Games f&#252;r Werbung eignen. „Bei Computerspielen ist die Interaktion mit der Zielgruppe einmalig, im Fernsehen verpufft die Werbewirkung: Die Zuschauer zappen weg oder holen sich etwas zu trinken.“ <strong>Bei Computerspielen haben die Spieler dagegen noch nicht gelernt, die Werbung zu vermeiden.</strong></p>
<p>Erfolgreiches Beispiel f&#252;r In-Game-Werbung: Obamas digitaler Wahlaufruf kam an. Zwar haben nur wenige Zocker die Werbeposter in den Games wirklich gesehen, aber Spieleportale waren voll mit Screenshots und Kommentaren. Spielezeitschriften und Onlinemedien griffen die Idee von Obamas Wahlkampfteam auf und schrieben &#252;ber den ungew&#246;hnlichen Auftritt des Kandidaten in den Games. <strong>Bis jetzt ist In-Game-Werbung vor allem ein gelungener PR-Gag.</strong>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12662&amp;md5=171b7df34f75e1d54115b23e297c5f92" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wahlkampf in der Warteschleife: „Die Tonalit&#228;t muss erst noch festgelegt werden“</title>
		<link>http://carta.info/9726/wahlkampf-krise/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 07:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Auftakt des Bundestagswahlkampfs 2009 ist lahm: Die Krise zwingt die Parteien zum Warten. Keine will sich jetzt schon zu genau festlegen. Der Trend aber zum dialogischen Wahlkampf an den klassischen Massenmedien vorbei ist nun auch hierzulande zu sp&#252;ren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/821418f4a6281c4307d66dd08bd368" alt="" width="1" height="1" /><br />
Renate kommt, Frank-Walter l&#228;dt zum politischen Fr&#252;hschoppen und <a href="http://www.stern.de/wahl/:Europawahl-Ein-Werbe-Profi-Wahlplakate/700404.html?cp=6">die CSU wirbt mit Briefk&#228;sten</a>. <strong>Der Wahlkampf hat begonnen</strong> – ein Wahlkampf, <a href="http://www.zeit.de/2009/21/Wahlkampf">wie ihn Deutschland noch nie erlebt hat</a>. Das liegt aber nicht daran, dass die Kampagnen im Jahr 2009 h&#228;rter, l&#228;nger und verbissener werden. Das Neue im Superwahljahr ist die <strong>Ungewissheit</strong>, mit der die Parteien in den langen Wahlkampf ziehen. Denn noch wissen sie nicht, wie sie ihre W&#228;hler &#252;berzeugen sollen.</p>
<p class="MsoNormal">Die Kampagnen laufen, doch keiner wei&#223; wohin. <strong>Schuld ist die Krise</strong>. Der Wahlkampf 2009 hat eine eigent&#252;mliche Dynamik, ein ungew&#246;hnlicher Wahlkampf. Auch wenn die Ziele der Parteizentralen ausgegeben, klare Koalitionsaussagen verneint und die Programme verabschiedet sind, <strong>m&#252;ssen alle abwarten, wie sich die Krise entwickelt</strong>. Auch wenn das Grundger&#252;st der Kampagnen steht, „die Tonalit&#228;t muss erst noch festgelegt werden“, sagt Rudi Hoogvliet, Wahlkampfmanager der Gr&#252;nen.</p>
<p class="MsoNormal">In der Wirtschaftskrise ist es schwer einen Wahlkampf zu planen: Keine Partei wei&#223;, wie sich die Lage bis zur Bundestagswahl ver&#228;ndert. Deshalb kann <strong>keiner </strong>seine Kampagne <strong>pr&#228;zise formulieren</strong>. Die CDU hatte sich auf einen Bilanzwahlkampf eingestellt, der sich heute mit Steuerausf&#228;llen und steigenden Arbeitslosenzahlen er&#252;brigt. Und auch die anderen Parteien sind betroffen: Was, wenn man sich f&#252;r st&#228;rkere Regulierung einsetzt, sich die Wirtschaft bis September aber wieder erholt?</p>
<p class="MsoNormal">Dem Wahlkampf fehlt es deshalb bisher an Inhalten. Der W&#228;hler wird allenfalls <a href="http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/die-wahl-der-gefuehle/">mit diffusen Gef&#252;hlen gelockt</a><a href="http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/die-wahl-der-gefuehle/"></a>. Doch <strong>sp&#228;testens Ende Juni m&#252;sse die Sto&#223;richtung der Kampagnen entschieden sein</strong>, sagt Rudi Hoogvliet.</p>
<p class="MsoNormal">Gleichzeitig &#228;ndert sich die Art Wahlkampf zu f&#252;hren. Die <strong>Zeiten der alten Kampagnen sind vorbei</strong>; Zeiten, in denen Stra&#223;en mit Plakaten zugekleistert waren und die Ortsgruppen Flyer verteilten. Immer wichtiger ist, den direkten Kontakt mit den W&#228;hlern zu suchen. Der von Obama begonnene Trend, die <strong>Medien zu umgehen</strong>, ist damit auch in Deutschland zu sp&#252;ren.</p>
<p class="MsoNormal">Moderne Wahlkampff&#252;hrung hat sich aber noch nicht ganz durchgesetzt. „Wir stecken immer noch unglaublich viel Zeit und Geld in die Entwicklung von Plakaten“, sagt Hoogvliet. „Das ist irrational.“ Eine moderne Kampagne funktioniert anders: Die Parteien m&#252;ssten sich offen darstellen, Pr&#228;senz in <strong>Grassroot-Kampagnen</strong> zeigen.</p>
<p class="MsoNormal">„Das <strong>In-Kontakt-Treten</strong> wird wichtiger“, sagt Hoogvliet. Auch Julius van de Laar aus der Nordkurve der SPD setzt auf <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2009/bundestagswahl/tid-14342/netzwahlkampf-obama-helfer-kaempft-fuer-steinmeier_aid_401177.html">„echten Dialog“</a> mit den W&#228;hlern.</p>
<p class="MsoNormal">Doch daf&#252;r brauchen die Parteien <strong>neue Formate</strong>: Keine B&#252;hnenauftritte von Spitzenpolitikern mehr, sondern Frage- und Antwortrunden in Cafés, Live-Streaming im Netz und webbasierte Mitmach-Plattformen, die aktive Mitglieder <strong>auch nach der Wahl zusammenhalten</strong>.</p>
<p class="MsoNormal">Der Wandel in der Wahlkampff&#252;hrung muss jedoch nicht schlagartig stattfinden: „Die alten Instrumente sind immer noch gut, wenn sie richtig eingesetzt werden“, sagt Hoogvliet.</p>
<p class="MsoNormal">Das Internet ist nur eines von vielen Instrumenten. Die Kurznachrichtenplattform Twitter sieht Hoogvliet als eine M&#246;glichkeit unter vielen: &#8220;Twitter funktioniert als Mittler zwischen den Medien, wie ein <strong>modernes Post-it</strong>.&#8221; In welcher Tonlage vor der Bundestagswahl gezwitschert wird, muss er jedoch erst noch entscheiden.</p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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		<title>&#8220;Sarconi&#8221; und die Medien</title>
		<link>http://carta.info/5527/sarkozy-medien/</link>
		<comments>http://carta.info/5527/sarkozy-medien/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 11:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankreichs Pr&#228;sident hat seinen Einfluss auf Presse und Rundfunk &#252;ber die Jahre ausgeweitet. Auch 2009 baute der nimmerm&#252;de Nicolas Sarkozy die pr&#228;sidiale Medienkontrolle aus - getarnt als Subventionen in der Finanzkrise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/325861925cb188e54d79ccb492638f" alt="" width="1" height="1" /><br />
Als kleiner Junge wollte Nicolas Sarkozy Chef eines Fernsehsenders werden. Diesen Traum hat der franz&#246;sische Pr&#228;sident bis heute nicht verwirklichen k&#246;nnen. Den Einfluss seines derzeitigen Amtes konnte der <strong>atemlose Superprésident</strong> aber mittlerweile soweit ausbauen, dass er gar nicht mehr Chef eines Fernsehsenders werden muss. Die Medien kontrolliert der <strong>Pr&#228;sident mit den Absatzschuhen</strong> auch so.</p>
<p class="MsoNormal">Nicolas Sarkozy, der Berlusconi Frankreichs? Nein, soweit ist es noch nicht. Im Vergleich zu Italiens Regierungschef mit dem breiten Ganovengrinser besitzt Sarkozy selbst keine Medienunternehmen. Der Élysée wirkt im Hintergrund. <strong>Sarko ist viel subtiler als Silvio</strong>.</p>
<p class="MsoNormal">Neuester Vorsto&#223; des dynamischen Pr&#228;sidenten ist eine Art <strong>Rettungspaket f&#252;r Verlage</strong>. Die Presse leidet unter sinkenden Auflagen und minimalen Werbeeinnahmen. Deshalb will der Pariser Machthaber sie aus diesem von der Finanzkrise geschaffenen Tal f&#252;hren. <strong>Subventionen frei!</strong></p>
<p class="MsoNormal">In Wirklichkeit ist die Staatshilfe aber nur <strong>ein weiteres Glied in der langen Kette</strong>, die der franz&#246;sische Staat den Verlagen und Sendern umlegt.</p>
<p class="MsoNormal">1. Kurz nach der Pr&#228;sidentschaftswahl 2007 entfernten Klatschbl&#228;tter die Speckr&#246;llchen des eitlen Pr&#228;sidenten, die auf Fotos aus dem Sommerurlaub zu sehen waren. Mit Sarkozy befreundete Verleger haben zudem ein waches Auge auf ihre Bildredaktionen, damit ja nicht das falsche Foto von Carla Bruni in den Zeitschriften auftaucht. Schlie&#223;lich soll nicht jedem Leser auf die Nase gebunden werden, was doch offensichtlich ist: <strong>Bruni ist viel gr&#246;&#223;er</strong> als ihr Président.</p>
<p class="MsoNormal">2. Seit Anfang des Jahres gilt das umstrittene Gesetz zur Reform des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Schrittweise soll die Fernsehwerbung in den Sendern der France Télévision abgeschafft werden: Seit 5. Januar 2009 gibt es abends keine Werbung mehr im Staatsfernsehen. Nach den Pl&#228;nen von Sarkozy soll ab Ende 2011<strong> auch tags&#252;ber keine Werbung</strong> mehr gesendet werden. F&#252;r Aufregung sorgte das Gesetz, weil Kritiker vermuteten, dass die Privatsender vom Werbeverbot im Staatsfernsehen profitieren – von jenen Werbekunden, die bei France Télévision nicht mehr unterkommen.</p>
<p class="MsoNormal">Zwar begr&#252;&#223;en viele Franzosen das Aus der Werbung. <strong>Massive Kritik</strong> hagelte es jedoch f&#252;r die im selben Gesetz vorgesehene Zusammenlegung aller &#246;ffentlichen Sender in einer gemeinsamen staatlichen Holding-Gesellschaft. Deren Chef soll durch den franz&#246;sischen Pr&#228;sidenten ernannt werden. Die Opposition f&#252;rchtete, dass die Regierung dadurch direkt Druck auf das Fernsehen aus&#252;ben kann.</p>
<p class="MsoNormal">3. Der franz&#246;sische Staat ist an der Nachrichtenagentur Agence France-Presse beteiligt, einer der gr&#246;&#223;ten Agenturen weltweit. Dadurch besteht ein gewisser Druck, <strong>nicht allzu staatskritisch</strong> zu berichten. Vor kurzem zeigten sich diese Abh&#228;ngigkeit &#252;berdeutlich: Der Sprecher der Regierungspartei UMP verlangte, <a href="http://www.zeit.de/2009/06/Medien-Frankreich">dass AFP seine Kommuniqués vollst&#228;ndig in den Nachrichtenticker hebt</a>.</p>
<p class="MsoNormal">4. Und jetzt weitet Sarkozy also die Staatshilfe f&#252;r die Presse aus, obwohl Frankreich bereits die <strong>europaweit h&#246;chsten Pressesubventionen</strong> zahlt: Acht Prozent des Umsatzes machen sie aus.</p>
<p class="MsoNormal">Egal, die Verleger freut&#8217;s. Sie hatten zus&#228;tzliche Gelder vom Staat gefordert. Darum l&#228;sst sich der gewiefte Sarkozy nicht zweimal bitten: <strong>200 Millionen Euro pro Jahr</strong> will er bis 2011 in die Presse stecken. Die bisher bezahlten Subventionen steigen damit von j&#228;hrlich 300 auf 500 Millionen.</p>
<p class="MsoNormal">Mit dem Geld senkt der Pr&#228;sident die Vertriebsgeb&#252;hren und schafft Steuererleichterungen f&#252;r Kioske. Zu seinem 18. Geburtstag bekommt jetzt jeder Franzose ein einj&#228;hriges Zeitungsabonnement geschenkt. Dem Staat sei Dank. <strong>Doch wer gibt kann auch schnell wieder nehmen</strong> &#8211; und was dann?</p>
<p class="MsoNormal">W&#228;re es Sarkozy wirklich um die Zukunft der franz&#246;sischen Presse gegangen, h&#228;tte er die zus&#228;tzlichen Subventionen von 600 Millionen Euro besser in andere Projekte investiert. Zum Beispiel in den <strong>Ausbau von Breitbandanschl&#252;ssen</strong>, wie Jeff Jarvis schreibt. Auf Buzzmachine.com schl&#228;gt er eine Reihe weitaus <a href="http://www.buzzmachine.com/2009/01/24/newspaper-subsidy-try-this/">sinnvollerer Investitionen</a> vor, falls noch mehr Regierungen auf die Idee kommen sollten, ihrer nationalen Medienunternehmen durch die Krise zu helfen.</p>
<p class="MsoNormal">Jarvis hat recht: Der Ausbau der Breitbandverbindungen w&#252;rde allen zu Gute kommen. <strong>Die Zukunft der Medien liegt online.</strong> Leser brechen den Zeitungen nicht erst seit Beginn der Finanzkrise weg. Sie dauert schon viel l&#228;nger an. <span> </span>Die sinkenden Auflagen sind kein Ph&#228;nomen der Krise, sondern ein strukturelles Problem. Warum also jetzt die Subventionen f&#252;r Verleger als Krisenma&#223;nahme ausweiten?</p>
<p class="MsoNormal">Doch nur um unliebsame Stimmen zu unterdr&#252;cken und die Medien weiter zu g&#228;ngeln.</p>
<p class="MsoNormal"><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1233584049651.shtml">„Sarconi“</a> nennt die franz&#246;sische Presse ihren Pr&#228;sidenten in Anspielung auf Silvio Berlusconi <span> </span>bereits sarkastisch – <strong>hinter vorgehaltener Hand</strong> versteht sich. Schreiben traut es sich keiner.</p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=5527&amp;md5=6a7b929aa6c2015cc0f3f0953e937aac" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>100 Tage Seehofer: Bayern, h&#246;rt die Signale!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 18:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[CSU]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit viel Signalkraft, aber bisher wenig Tiefenwirkung f&#252;hrt Horst Seehofers die CSU. Die Schatten der Landtagswahl vertreibt er so nicht: Der W&#228;hler mag die CSU nicht mehr so recht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">100 Tage ist<span> Horst </span>Seehofer mittlerweile im Amt. So lange schon? Noch nicht ganz, aber weil sich 100 besser anh&#246;rt als 85 Tage, lud der M&#252;nchner Presseclub schon zwei Wochen vorher zum Bilanzieren &#252;ber die ersten 100.  Dort zeigte sich Seehofer heute gel&#246;st und zufrieden. Mit gespielt souver&#228;n staatsm&#228;nnischem Grinsen: Am Wochenende noch im <a href="http://www.sueddeutsche.de/app/multimedia/video/">Blitzlichtgewitter mit Bond</a> &#8212; heute schon bayerischer Nieselregen mit S&#246;der, Hohlmeier und der Bayern-FDP. Fast nichts ist sch&#246;ner, als Bayern zu regieren.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Alles neu oder<strong> zumindest vieles anders</strong> – so sollte die CSU-Politik nach der verlorenen Landtagswahl werden. Der aus der Bundesregierung nach M&#252;nchen reimportierte Ministerpr&#228;sident schien das verstanden zu haben: Regieren in Bayern sollte <strong>j&#252;nger</strong> und <strong>weiblicher</strong>, mit mehr <strong>Diskussion</strong> und mehr Kritik auch lebendiger werden. Seehofer &#252;berraschte mit seiner <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/289/451005/text/">Regierungserkl&#228;rung</a>, versuchte es <strong>allen Recht</strong> zu machen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">So einfach kommt der bayerische Ministerpr&#228;sident aber aus dem traditionellen Postengeschacher und dem regional verwurzelten Misstrauen innerhalb der CSU nicht heraus. Inhaltlich konnte er bisher nur <strong>wenig Akzente</strong> setzen. Deshalb werden vor allem zwei angebliche Neuerungen aus seiner noch jungen Zeit an der Spitze der kleinen Union hervorgehoben.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Erstens: Bayern will wieder geh&#246;rt werden – in Deutschland, Europa und der Welt. Ende Oktober gesprochen, schon dr&#252;ckten die Bayern aufs Tempo, richteten die Megafone auf Berlin aus und forderten Steuersenkungen und ein klares Koalitionsbekenntnis f&#252;r die Bundestagswahl zugunsten der Liberalen. Die <strong>dialektgef&#228;rbten Forderungen</strong> aus dem S&#252;den stie&#223;en manchem CDUler in Berlin auf, <span> </span>Seehofer meinte, der Union wieder ein klares Profil geben zu m&#252;ssen. Sein Verh&#228;ltnis zur Kanzlerin sei von den lautstarken Forderungen aus M&#252;nchen dabei nicht belastet worden: „Das was bei mir als Querulantenstil abgetan wird, ist meine Art von Politik“, sagte der CSU-Vorsitzende</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Die zweite Neuerung, die Seehofer gerne betont, ist der Wandel des Regierens, das Miteinander und der Dialog mit dem <span style="text-decoration: line-through;">W&#228;hler</span> B&#252;rger, mit einigen jungen Kabinettsmitgliedern und Kandidatinnen bei der Europawahl. <strong>Mit viel Signalkraft, bisher jedoch wenig Tiefenwirkung.</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Doch die Schatten der Landtagswahl wollen nicht vergehen:</strong> Der W&#228;hler mag die CSU nicht mehr so recht. Dabei ist das doch gerade jetzt wichtig – f&#252;r die Europawahl. Um ins EU-Parlament einzuziehen muss die CSU bundesweit &#252;ber f&#252;nf Prozent kommen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">F&#252;r verfilzt und unglaubw&#252;rdig wird die CSU gehalten, so eine studentische <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/628/454311/text/">Politikberatungsstudie</a>. Dies trifft den Kern von Seehofers Anliegen, der seine Partei als dynamisches, bayernnahes Sprachrohr positionieren will.<span> </span>Alles nur sch&#246;ner Schein mit schneller Signalwirkung an die W&#228;hler? Erst nach der Europawahl wird sich zeigen, ob Seehofer ernsthaft eine Erneuerung der Partei betreibt und das Rotationsprinzip der vergangenen Jahre auch unterbrochen wird, oder ob es<strong> nach drei bayerischen Ministerpr&#228;sidenten in drei Jahren gleich einen Vierten gibt.</strong></p>
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		<title>Einer f&#252;r alle, alle f&#252;r einen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 16:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Barack Obamas partei&#252;bergreifendes Kabinett ist nicht Neues. Graben&#252;berspannende Regierungen bildeten bereits andere vor ihm. Und soviel Change versprechen seine Personalentscheidungen auch gar nicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/135528a6cbc4336bf09ebd09f48169" alt="" width="1" height="1" /><strong>Barack Obamas partei&#252;bergreifendes Kabinett ist nichts Neues. Graben&#252;berspannende Regierungen bildeten bereits andere vor ihm. Und s</strong><strong>oviel Change versprechen seine Personalentscheidungen auch gar nicht</strong>.</p>
<p>Change, change, change &#8211; warb Barack Obama ohne Unterlass f&#252;r seine Pr&#228;sidentschaft. Alles sollte sich wandeln: Politikinhalte, Politikstil und nat&#252;rlich die Politiker selbst. Schon im Mai vergangenen Jahres lie&#223; Obama durchschimmern, welcher scheinbar einzigartigen Methode er sich bei seiner Kabinettsbildung bedienen werde: Der Kandidat gab bekannt das Buch „Team of Rivals&#8221; der Historikerin Doris Kearns Goodwin gelesen zu haben. Sofort entstand das Ger&#252;cht, der Demokrat werde, &#228;hnlich wie<strong> &#220;bervater Abraham Lincoln </strong>w&#228;hrend des B&#252;rgerkrieges, sein Kabinett nicht aus altgedienten Freunden und treuen Parteisoldaten zusammenschustern, sondern partei&#252;bergreifend auch ehemalige Rivalen und Republikaner in die Regierung einbinden.</p>
<p>Obamas Ank&#252;ndigung einer Allparteienregierung sieht nach change auf allen Ebenen aus. Mit seinem pragmatischen, unkomplizierten und vor allem neuen &#8211; oder zumindest k&#252;rzlich erst wiederentdeckten &#8211; personalpolitischen Kniff will er eine zentrale Botschaft seiner Pr&#228;sidentschaft deutlich machen: Obama steht f&#252;r das ganze US-amerikanische Volk. Er steht &#252;ber den Grabenk&#228;mpfen zwischen Demokraten und Republikanern, die das Land in den vergangenen Jahren tief gespalten hatten. <strong>Und er steht gegen die Politik seines Vorg&#228;ngers.</strong></p>
<p>Wenn Barack Obama am 20. Januar sein Amt von „W&#8221; &#252;bernimmt, wechselt mit dem ersten schwarzen Pr&#228;sidenten der Vereinigten Staaten eine neue Regierungsmannschaft ins Wei&#223;e Haus. Komplett neu? Bei weitem nicht:</p>
<p>&#8211; Robert Gates, Verteidigungsminister unter Bush jr., bleibt im Amt.</p>
<p>&#8211; James Jones, General a.D. wird Sicherheitsberater des Pr&#228;sidenten. Jones gilt als unabh&#228;ngiger, auch von Republikanern gesch&#228;tzter Berater. Au&#223;enministerin <strong>Condoleezza Rice bot ihm bereits zweimal den Posten ihres Stellvertreters an</strong> und konnte ihn schlie&#223;lich zumindest &#252;berreden, US-Sonderbeauftragter f&#252;r den Nahen Osten zu werden.</p>
<p>&#8211; Hillary Clinton, die ehemalige st&#228;rkste parteiinterne Konkurrentin Obamas, &#252;bernimmt das Au&#223;enministerium.</p>
<p><strong>Obama hat seinen „Lincoln&#8221; gelesen</strong>, vormalige Konkurrenten auf seine Sache eingeschworen und wieder einmal als Erster verstanden, wie moderne Politik funktioniert &#8211; m&#246;chte man denken: Change eben. <strong>Ganz so neu ist die Einbindung vermeintlicher Gegner jedoch nicht</strong>: Bereits seit einigen Jahren geht der Trend zur &#220;berparteilichkeit. Gordon Brown und Nicolas Sarkozy haben es vorgemacht:</p>
<p>&#8211; In einem geschickten Schachzug besetzte Super-Sarko sein „<strong>Kabinett der &#214;ffnung</strong>&#8221; mit dem Oppositionellen Bernard Kouchner,  der vorher selbst als Pr&#228;sidentschaftskandidat der Sozialisten gehandelt wurde. Sarkozys Au&#223;enminister Kouchner war bereits vier Mal Minister &#8211; bisher aber in einer linken Regierung. Ein weiteres bewusstes Zeichen der partei&#252;bergreifenden &#214;ffnung war die Ernennung des Liberalen Hervé Morin als Verteidigungsminister. Morin von der Zentrumspartei UDF stammt aus dem Lager des gescheiterten Pr&#228;sidentschaftskandidaten Francois Bayrou.</p>
<p>&#8211; Auch auf der anderen Seite des &#196;rmelkanals hatte ein Regierungschef Obamas Personalpolitik vorgegriffen: Gordon Brown, der Mitte 2007 an die Spitze der britischen Regierung ger&#252;ckt war. Brown kittete allerdings nicht wie Sarkozy Risse &#252;ber die Parteigrenzen hinweg, <strong>sondern innerhalb seines eigenen Lagers.</strong> Der Schotte berief David Miliband zum Au&#223;enminister und band damit seinen st&#228;rksten innerparteilichen Herausforderer in die Kabinettsdisziplin ein. Bisher mit Erfolg.</p>
<p><strong>Soviel Change ist also gar nicht drin, in Obamas Allparteienkabinett</strong>. Die Lincoln-Reminiszenz &#252;berdeckt, dass sich der Demokrat auf viele bereits bekannte Berater st&#252;tzt: Namen im Obama-Team wie Rahm Emanuel, Timothy F. Geithner, Peter R. Orszag und Robert E. Rubin rufen alle einen Namen in Erinnerung: Bill Clinton. <strong>Graben&#252;bergreifende Personalpolitik ist folglich nicht so neu, wie Obama uns glauben macht</strong>. Und auch das Vorbild Lincoln hatte sich die Zusammensetzung seiner Regierungsmannschaft abgeschaut, wie Jordan Mejias von der FAZ <a href="http://www.faz.net/s/Rub0A1169E18C724B0980CCD7215BCFAE4F/Doc~ECABD97E1D4B444529D0163115F3C3F48~ATpl~Ecommon~Scontent.html">schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>„Lincolns Schachzug, wie der Historiker James Oakes darlegt, war gar nicht so neu. Auch John Quincy Adams hatte bereits seinem Rivalen Henry Clay den Au&#223;enministerposten anvertraut, und seine Nachfolger Millard Fillmore, Franklin Pierce und James Buchanan folgten einem &#228;hnlichen Modell. Besonders erfolgreich waren alle diese Regierungen nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p><span style="color: #ffffff;"> asdfasdf</span></p>
<p><span style="color: #ffffff;">asdfasdf<br />
</span></p>
<p><span style="color: #ffffff;">asdfasdfsadf</span></p>
<p>Werbepause:</p>
<h2 class="widgettitle">Der digitale Pr&#228;sident</h2>
<p>Barack Obama hat die Pr&#228;sidentschaftswahl mit Hilfe des Internets gewonnen &#8211; wie wird er mit Hilfe des Internets regieren? Live-&#220;bertragung und Diskussion mit Mercedes Bunz, Bj&#246;rn B&#246;hning und Tobias Moorstedt. 20. Januar, 18 Uhr. Mehr <a href="../../Carta_20Jan09_Obama.jpg">hier&#8230;</a></p>
<p><img class="alignnone" src="http://carta.info/Carta_20Jan09_Obama.jpg" alt="" width="538" height="253" />
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=3613&amp;md5=b8c0995e1531b0024aefc29508ac3a3e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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