Uwe Ebbinghaus interviewt in der FAZ-Reihe “Wie hat das Internet ihr Denken verändert” Alexander Kluge zum Thema: “Man muss also vor dem Internet keine Angst haben.”
Beim Freitag beschäftigt sich Katrin Schuster mit den populären Apps für Facebook oder das iPhone: “Applikationen auf Smartphone und im sozialen Netzwerk organisieren Erfahrungen, nachdem Sinnlichkeit ausgelagert ist. Kein Grund zum Pessimismus”
Bei VAGUE schreibt Peter Praschl in 21 Punkten über E-Books: “Lauter total verstockte Hinterwäldlereinwände, ich weiß das schon.”
Ein Interview mit “Web-Expertin Kathrin Passig” bringt tagesschau.de, in dem Passig über die aktuellen Debatten um Facebook befragt wird.
Im Netz macht gerade ein Interview die Runde, das mit einem anonymen Facebook-Mitarbeiter geführt worden sei. Julia Seeliger kommentiert die Sache in der taz.
In seinem Blog The Future of the Internet schreibt Jonathan Zittrain, Harvard-Professor für Internetrecht, über Googles Drohung, aus dem Geschäft in China auszusteigen.
In der taz beobachtet Robert Misik die Reaktionen auf den vereitelten Detroit-Anschlag und sieht diese als “erstaunlich vernünftig” an.
Bei Inside Higher Ed berichtet Scott Jaschik vom Symposion “Is Google Good for History?”, das die American Historical Association abhielt.
In der NZZ plädiert Anne Trubek für die Abschaffung der Handschrift. Eine Kulturtechnik, die für die meisten nur noch zum Unterschreiben von Kreditkartenbelegen erforderlich sei, sieht sie als obsolet an: “Die Handschrift ist nur ein winziger Funke in der Geschichte des Schreibens, und es ist Zeit, diese unnatürliche Art, Buchstaben zu formen, endlich abzuschaffen wie zuvor die Tontafeln, die Rauchzeichen und andere obskure Techniken.”
Die Verbreitungsgeschichte einer Bild-Meldung über den vermeintlichen Rückgang rechter Gewalt entflechtet Stefan Niggemeier und schließt Überlegungen über die blinde Begeisterung der Massenmedien für Zahlen, unabhängig von Ihrer tatsächlichen Aussagekraft, an: “Sie [die Zahlen] wirken wie Fakten, lassen sich knackig auch in kürzesten Meldungen formulieren und ersetzen die ungleich mühsamere Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit in Form von Anschauung und Reflexion.”
Ilja Braun kommentiert beim Perlentaucher die Einigung zwischen Zeitungsverlegern (BDZV) und Journalistenverbänden (dju, djv) auf eine gemeinsame Vergütungsregel für freie Journalisten.
Bei Digitale Notizen fragt Dirk von Gehlen anlässlich der aktuellen Prominenz von Konstantin Neven DuMont in Stefan Niggemeiers Blog nach dem angemessenen Umgang mit Kommentaren:”Ich halte die Frage, wie Journalisten und ihre Leser miteinander kommunizieren für eine der bedeutsamen für den (Online-)Journalismus der Zukunft. Sie beruht … auch auf dem Unterschied Betreiber und Kommentator. Der eine hat (rein technisch) mehr Möglichkeiten als der anderen – darf er sie so nutzen?”
Thomas Thiels Interview mit dem Medientheoretiker und -aktivisten Geert Lovink bei FAZ.net umkreist die Frage, ob man noch von einer Netzavantgarde sprechen könne. Die Netzkultur zeige wenig Interesse an Vordenkern; die “digitale Boheme” bestehe aus Nachzüglern. Als bemerkenswert sieht Lovink die Tatsache an, dass sich im Netz eine Unternehmenskultur herausbildete, ohne dass ihr dort eine ästhetische Avantgarde vorausging.
Markus Bernath berichtet beim Freitag von Prozess gegen die aserbaidschanischen Bürgerrechtler und Blogger Emin Milli und Adnan Hajizadeh. Beide wurden im November wegen “Hooliganismus” verurteilt; europäische und amerikanische Interventionsversuche scheiterten.
Martin Haase, Linguistik-Professor an der Uni Bamberg, hat auf dem 26. Chaos Communication Congress einen Vortrag gehalten, in dem er sehr detailliert die Rhetorik von BKA-Präsident Jörg Ziercke und Ursula von der Leyen im Vorfeld des “Zugangserschwerungsgesetzes” analysiert. Den Vortrag als Video gibt es hier (MP4, ~200 MB), Manuskript und Folien hier.

David Pachali 