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	<title>CARTA &#187; Christiane Schulzki-Haddouti</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>(Alp-)Traum WikiLeaks: Was ist eigentlich aus den vielen Geheimdokumenten geworden?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 12:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[F&#252;r die neueste Ausgabe der ver.di-Zeitschrift „M – Menschen machen Medien“ analysiert Christiane Schulzki-Haddouti die bisherige Nutzung der Geheimdokumente durch die beteiligten Medien und stellt die Frage, ob der Informationsschatz durch Exklusivvertr&#228;ge nicht in unzul&#228;ssiger Weise privatisiert wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>24 Tage lang protokollierte die britische Tageszeitung <em>The Guardian</em> auf ihrer Website, was die <em>New York Times</em>, <em>Der Spiegel</em>, <em>Le Monde</em>, <em>El País</em> und sie selbst &#252;ber die 251.000 Depeschen des US-Au&#223;enministeriums ver&#246;ffentlichten. Am 22. Dezember schlie&#223;lich der letzte Eintrag, der unter anderem auf ein Interview des <em>Spiegel</em> mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière hinwies, der <em>WikiLeaks</em> als „&#228;rgerlich, aber keine Bedrohung“ bezeichnete. Einen Tag zuvor hatte US-Vize-Pr&#228;sident Joe Biden <em>WikiLeaks</em>-Chef Julian Assange noch als „Hightech-Terrorist“ bezeichnet.</p>
<p>Eine Auswertung dieser Chronologie zeigt, dass der <em>Guardian</em> mit Abstand das Meiste aus den Depeschen machte: Er ver&#246;ffentlichte in den ersten 24 Tagen 158 Artikel, das sind 7 Artikel t&#228;glich. Etwa auf einer Augenh&#246;he befinden sich der <em>Spiegel</em> mit 30 Beitr&#228;gen, die <em>New York Times</em> mit 32 Beitr&#228;gen und <em>El País</em> mit 33 Beitr&#228;gen und etwa 1,4 Artikeln pro Tag im Schnitt. Deutliches Schlusslicht ist <em>Le Monde</em> mit 23 Beitr&#228;gen – mit gerundet etwa einem Beitrag t&#228;glich. Allerdings sind etliche Artikel des <em>Spiegel</em> dabei nicht ber&#252;cksichtigt. Nach Auskunft des <em>Spiegel</em>-Sprechers Hans Ulrich Stoldt ver&#246;ffentlichte der <em>Spiegel</em> im Heft, <em>online</em> sowie in einer <em>Spiegel-Special-</em>Ausgabe insgesamt 143 Beitr&#228;ge in diesem Zeitraum. Damit ist der <em>Guardian</em> aber immer noch unangefochtener Spitzenreiter.</p>
<p>Die meisten Beitr&#228;ge wurden in der ersten Woche ver&#246;ffentlicht, in der zweiten Woche ging die Frequenz zur&#252;ck, in der Woche vor Weihnachten stellten einige Redaktionen die Berichterstattung ganz ein. Der <em>Spiegel</em> ver&#246;ffentlichte laut der Z&#228;hlung des <em>Guardian</em> nur noch eine einzige Geschichte. Von Weihnachten bis zum 18.1. ver&#246;ffentlichte er nach Angaben von Stoldt nur noch weitere f&#252;nf Beitr&#228;ge. Eine Planung, in welchem Tempo weiterhin ver&#246;ffentlicht werden soll, gebe es nicht.</p>
<p>Keine Auswertung gibt es dar&#252;ber, in welchem Ausma&#223; diese Berichte von anderen Medien aufgegriffen und weiter recherchiert wurden. Vielleicht eine Aufgabe f&#252;r k&#252;nftige Journalistik-Studien. Unz&#228;hlig hingegen sind die Berichte &#252;ber den Fall des <em>WikiLeaks</em>-Gr&#252;nders Julian Assange.</p>
<p>Deutlich wird jedenfalls die F&#252;hrungsrolle des <em>Guardian</em> bei der redaktionellen Auswertung der US-Depeschen. Dies zeigt sich nicht nur an der Menge der bearbeiteten Informationen, sondern auch an der Art, wie diese pr&#228;sentiert werden: N&#228;mlich m&#246;glichst &#252;bersichtlich f&#252;r die Leser – und im Sinne der vom <em>Guardian</em> seit Jahren offensiv propagierten „Open Data“-Philosophie, die bereits zahlreiche aufsehenerregende Datenjournalismus-Projekte inspirierte.</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist es auch erw&#228;hnenswert, dass der <em>Guardian</em> die Metadaten der <em>WikiLeaks</em>-Cables in einer offenen Datenbank zur Auswertung frei gegeben hat – w&#228;hrend etwa der <em>Spiegel</em> die Depeschen lediglich in einer von au&#223;en unzug&#228;nglichen Flash-Grafik aufbereitet hat. Auf diese Weise entstanden auf Grundlage der Guardian-Daten einige interessante Auswertungen. Unter anderem visualisierte eine Grafik Themenstr&#228;nge f&#252;r die Jahre 2001 bis 2003 und zeigt damit den <a href="http://www.closr.it/show/LIkJxaoZVbl">Impact</a> des 11. September auf Amerikas Diplomatie. Gef&#228;hrdet wird durch die Freigabe der Metadaten niemand, doch nicht nur f&#252;r Journalisten, sondern auch f&#252;r Politikwissenschaftler und Historiker k&#246;nnen solche Auswertungsm&#246;glichkeiten wertvoll sein.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Exklusive Themenauswahl</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Wie gingen die von <em>WikiLeaks</em> bedachten Redaktionen bislang mit den Depeschen um? Auffallend ist, dass sie darauf achteten, eigene Themen zu setzen. Eine Geschichte des <em>Guardian</em> mit Deutschlandbezug, die kurz vor Weihnachten erschien, wurde beispielsweise vom <em>Spiegel</em> nicht aufgegriffen. Darin ging es um das zeitweise Engagement des Energiekonzerns <em>RWE</em> in einem Kernkraftwerkprojekt in Bulgarien, das laut der Depeschen von st&#228;ndigen Sicherheitsproblemen begleitet war. F&#252;r die Briten war es offenbar deshalb eine Geschichte, weil <em>RWE</em> Besitzerin von Gro&#223;britanniens gr&#246;&#223;tem Energieversorger <em>npower</em> ist, der das Projekt durchf&#252;hrte.</p>
<p>Es scheint, als w&#228;re die gro&#223;e Enth&#252;llungswelle erst einmal zum Erliegen gekommen. Seit Weihnachten werden die Depeschen auf der <em>WikiLeaks</em>-Website nur noch tr&#246;pfchenweise ver&#246;ffentlicht. Woran dies liegt, dar&#252;ber l&#228;sst sich spekulieren. Da den Redaktionen alle Depeschen vorliegen, k&#246;nnte es daran liegen, dass der Sprengstoff der Depeschen schlicht verbraucht ist.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Aftenposten sprengt Kreis der Auserw&#228;hlten</strong></p>
<p>Dass dies nicht der Fall ist, zeigen die j&#252;ngsten Ver&#246;ffentlichungen der norwegischen Tageszeitung <em>Aftenposten</em>. Sie hat seit Ende Dezember laut eigenen Angaben Zugriff auf alle Dokumente – durch ein Leck innerhalb von <em>WikiLeaks</em>. Offenbar gibt es innerhalb von <em>WikiLeaks</em> Personen, die die bisherige Ver&#246;ffentlichungspolitik torpedieren. Von diesem Leck profitierte inzwischen auch <em>Die Welt</em>, die dank einer Kooperation mit <em>Aftenposten</em> seit Mitte Januar ebenfalls „ohne jede Beschr&#228;nkung“ Zugriff auf alle Depeschen hat.</p>
<p>Die ersten Ver&#246;ffentlichungen von <em>Aftenposten</em> l&#246;sten internationale Resonanz aus. So erl&#228;uterten Dokumente der US-Botschaft in Oslo die Verhandlungen zwischen Norwegen und Russland &#252;ber die gemeinsame Grenze in der Barents-See. Eine <em>AFP</em>-Meldung griff einen weiteren <em>Aftenposten</em>-Bericht auf, wonach Deutschland und die USA f&#252;r rund 205 Millionen Euro gemeinsam ein hochaufl&#246;sendes Satellitensystem unter dem Projektnamen HiROS gegen Widerst&#228;nde aus Frankreich entwickeln wollten. Dieser Satellit soll unter der Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes und des Deutschen Zentrums f&#252;r Luft- und Raumfahrt (DLR) stehen. Etliche Tage sp&#228;ter berichtete auch <em>Spiegel Online</em> &#252;ber das Projekt – und dass die Bundesregierung es nicht unterst&#252;tzen wolle. Dabei wurde die entsprechende Depesche weder verlinkt, noch wurde der Bericht von <em>Aftenposten</em> erw&#228;hnt.</p>
<p>Die Redaktionen scheinen mit den Depeschen mit einer nahe liegenden Methode umzugehen: Sie recherchieren die Themen, die sie kennen. Werden sie f&#252;ndig und erscheint das Material interessant genug, berichten sie dar&#252;ber. Es ist offensichtlich, dass auf diese Weise noch l&#228;ngst nicht alles publiziert wurde, was Nachrichtenwert besitzt. Die bislang ver&#246;ffentlichten Geschichten reflektieren damit vermutlich vor allem die aktuelle Interessenlage und Themenkompetenz der jeweiligen Redaktion.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Exklusivvertrag mit WikiLeaks?</strong></p>
<p><em>Aftenposten</em> geh&#246;rt nicht zu dem erlauchten Kreis der vier gro&#223;en Publikationen (<em>Guardian</em>, <em>Le Monde</em>, <em>El País</em> und <em>Spiegel</em>), die mit <em>WikiLeaks</em> die Ver&#246;ffentlichung vereinbart hatten. Die <em>New York Times</em> selbst hat die Dokumente vom <em>Guardian</em> bekommen. <em>Aftenposten</em>-Redaktionsleiter Ole Erik Almlid sagte laut der Nachrichtenagentur<em> dapd</em>: „Wir haben diese Dokumente ohne Auflagen und ohne etwas daf&#252;r zu bezahlen bekommen“. Die Zeitung werde die ihr wichtig erscheinenden Depeschen ver&#246;ffentlichen und unter Umst&#228;nden heikle Informationen wie Namen unkenntlich machen.</p>
<p>Die &#196;u&#223;erung von Almlid wirft aber auch ein interessantes Licht auf die mutma&#223;liche Vereinbarung zwischen <em>WikiLeaks</em> und den vier Redaktionen. <em>Spiegel</em>-Sprecher-Stoldt jedenfalls sagt: „Es gibt keinerlei Vereinbarungen mit <em>WikiLeaks</em>. Ausnahme: Der Termin zur ersten Ver&#246;ffentlichung der Depeschen war mit <em>WikiLeaks</em> und den anderen Medienpartnern abgesprochen.“ Der US-Fernsehsender <em>CNN</em> und das <em>Wallstreet-Journal</em> hatten nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit jedoch abgelehnt, da sie nicht bereit waren, die von <em>WikiLeaks</em> geforderten Vertragsklauseln zu unterzeichnen. Diese sollen unter anderem eine nicht mit <em>WikiLeaks</em> abgestimmte Publikation verbieten. Au&#223;erdem ist die Rede von einer Vertragsstrafe von 100.000 Dollar bei Zuwiderhandlung.</p>
<p>Ob eine mindestens m&#252;ndlich getroffene Vereinbarung zwischen den Verlagen und der Enth&#252;llungsplattform presserechtlich ebenfalls als Exklusivvertrag zu werten ist, dar&#252;ber wird der Presserat im M&#228;rz entscheiden m&#252;ssen. Im Falle des <em>Spiegel </em>geht es immerhin um einen exklusiven Zugang innerhalb des deutschsprachigen Raums. Nach Ansicht der Beschwerdef&#252;hrerin verst&#246;&#223;t der <em>Spiegel</em> gegen die Richtlinie 1.1. des Pressekodex. Sie untersagt Exklusivvertr&#228;ge mit Informanten &#252;ber „Vorg&#228;nge oder Ereignisse, die f&#252;r die Meinungs- und Willensbildung wesentlich sind“. Weiter hei&#223;t es: „Wer ein Informationsmonopol anstrebt, schlie&#223;t die &#252;brige Presse von der Beschaffung von Nachrichten dieser Bedeutung aus und behindert damit die Informationsfreiheit.“</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Eine Frage der Masse</strong></p>
<p>Das Besondere an den <em>WikiLeaks</em>-Depeschen ist ganz offensichtlich die schiere Masse: Um sie auswerten zu k&#246;nnen, muss eine Redaktion nicht nur &#252;ber gen&#252;gend Manpower und Know-How verf&#252;gen. Sie sollte auch in der Lage sein, mit anderen journalistischen Organisationen vertrauensvoll zu kooperieren. Trotz des angeblich fehlenden Vertrags ist der<em> Spiegel</em> dazu aber anders als die <em>Aftenposten</em> nicht bereit. Stoldt zu dieser Frage: „Es sind keine Kooperationen mit anderen Redaktionen vorgesehen.“ Aus Sicht der Journalisten als Protagonisten der Meinungs- und Pressefreiheit muss das Hauptinteresse darin bestehen, die Informationen einzuordnen, zu bewerten – und dann erst &#214;ffentlichkeit bei einem Optimum an Transparenz herzustellen. Aus Sicht der Whistleblower muss der Informantenschutz gewahrt – und eine gr&#246;&#223;tm&#246;gliche &#214;ffentlichkeitswirkung erzielt werden.</p>
<p>Weil in den Datennetzen von Beh&#246;rden und Unternehmen immer mehr Dokumente gespeichert werden, werden k&#252;nftig immer wieder Whistleblower massenhaft Daten an die &#214;ffentlichkeit bringen wollen. F&#252;r Journalisten ist das sowohl Anlass zur Freude als auch zur Sorge. Einerseits erh&#228;lt man brisantes Material f&#252;r aufsehenerregende Geschichten. Andererseits m&#252;ssen die Dokumente wie andere auch auf Authentizit&#228;t und Echtheit &#252;berpr&#252;ft werden. Au&#223;erdem m&#252;ssen Sicherheitsma&#223;nahmen ergriffen werden, um die Informanten samt Material zu sch&#252;tzen. Eine Aufgabe, der sicherlich nicht jeder Journalist und auch nicht jede Redaktion gewachsen ist.</p>
<p>Auch muss eine Redaktion sich mit der Frage auseinandersetzen, wie weit das eigene Ver&#246;ffentlichungsinteresse tats&#228;chlich geht. Die Masse der Dokumente reicht aus, um die Berichterstattung auf Jahre hinaus zu versorgen. Doch darauf wird sich kein Verlag einlassen, da es immer auch konkurrierende Themen gibt, die m&#246;glicherweise von gr&#246;&#223;erer Relevanz sind. Im Ergebnis sind die Archive der jeweiligen Redaktionen um eine wertvolle zus&#228;tzliche Quelle erweitert. <strong>Im Sinne einer informierten &#214;ffentlichkeit stellt sich jedoch die Frage, ob eine</strong> <strong>Privatisierung dieses Informationsschatzes richtig ist</strong>. Auf dies w&#252;rde es n&#228;mlich hinauslaufen, wenn <em>WikiLeaks</em> das aktuelle Ver&#246;ffentlichungstempo beibeh&#228;lt – und dies st&#252;nde der urspr&#252;nglichen Intention der Whistleblower-Plattform entgegen.</p>
<p>Ganz offenbar m&#252;ssen Journalisten und Whistleblower neue Prozeduren entwickeln, um verantwortlich mit dem Material umzugehen. Einerseits m&#252;ssen sie Informanten sch&#252;tzen, andererseits m&#252;ssen sie so viele Informationen wie m&#246;glich strukturiert ver&#246;ffentlichen. Dabei m&#252;ssen sie viele, sich widerstreitende Interessen austarieren.</p>
<p>N&#252;chtern betrachtet besteht das Neue an <em>WikiLeaks</em> vor allem in der Masse der Ver&#246;ffentlichungen, ihrem weltweiten Erfolg und darin, der Welt&#246;ffentlichkeit einen tragischen Helden zu liefern. Seit Jahrzehnten gibt es n&#228;mlich schon die Website <em>Cryptome.org</em> des New Yorker Architekten John Young, die ebenfalls vertrauliche Dokumente aus aller Welt im Internet ver&#246;ffentlicht. Er musste ebenfalls bereits mehrere Gerichtsprozesse durchstehen – erfolgreich. Denn die Presse- und Meinungsfreiheit werden in den USA von den Gerichten so hoch bewertet, dass John Young bislang immer durchkam.</p>
<p>Ob ein Prozess gegen <em>WikiLeaks</em> in den USA erfolgreich sein wird, ist zweifelhaft. Man m&#252;sste Assange schon nachweisen, dass er den verhafteten Whistleblower Bradley Manning zum „Verrat“ von Staatsgeheimnissen anstiftete. Dies w&#252;rde dann in die Kategorie „Spionage“ fallen, was zu ahnden w&#228;re. Daf&#252;r k&#246;nnte es gen&#252;gen, Manning zu einer entsprechenden Aussage zu bringen. Assange &#228;u&#223;erte selbst diese Vermutung gegen&#252;ber dem britischen Nachrichtenmagazin <em>New Statesman</em>: „Bradley Manning zu knacken, ist nur der erste Schritt. Ganz offensichtlich ist es das Ziel, ihn zu brechen und ein Gest&#228;ndnis zu erzwingen, dass er sich in irgendeiner Weise mit mir verschworen hat, um die nationale Sicherheit der USA zu verletzen.“</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>N&#228;chste Schritte</strong></p>
<p>Immer wieder betonten die Macher von <em>WikiLeaks</em>, dass ihre Technik so ausgestaltet ist, dass die Identit&#228;ten der Whistleblower gegen&#252;ber der Plattform unbekannt bleiben. Anonymit&#228;t ist damit nicht nur ein Schutz der Quelle, sondern auch automatisch ein rechtlicher Schutz f&#252;r die Empf&#228;nger.</p>
<p>Angesichts des unbestreitbaren Erfolgs der Plattform ist es erstaunlich, dass es im Zeitalter innovativer Zeitungsausgaben f&#252;r das mobile Internet nicht schon l&#228;ngst auf allen Verlagswebsites anonyme digitale Briefk&#228;sten f&#252;r Informanten gibt. Die Technik daf&#252;r gibt es nicht erst seit heute. Schon seit etwa zehn Jahren unterst&#252;tzen etwa das Kryptoprogramm „Pretty Good Privacy“ und das Anonymisierungstool JAP kostenlos die sichere und anonyme Kommunikation. Dass ehemalige <em>WikiLeaks</em>-Mitarbeiter nun mit <em>OpenLeaks</em> ein handliches Tool f&#252;r Whistleblower anbieten wollen, das dies aus einer Hand bietet, ist &#252;berf&#228;llig. Diese Initiative h&#228;tte aber auch von professionell-journalistischer Seite kommen k&#246;nnen.</p>
<p>Ein weiterer n&#228;chster Schritt k&#246;nnte darin bestehen, sich in Deutschland f&#252;r die rechtliche Absicherung von Informanten einzusetzen. Einen gesetzlichen Whistleblower-Schutz gibt es n&#228;mlich bis heute nicht.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://mmm.verdi.de/archiv/2011/01-02/titelthema-dokumentenpoker/alp-traum-wikileaks">Crosspost</a> mit freundlicher Genehmigung von Christiane Schultzki-Haddouti und der <a href="http://mmm.verdi.de/">Redaktion M</a></em><em> in ver.di</em>
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		<title>Der Datenschutz und “das verlorene Jahrzehnt”</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 11:35:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein R&#252;ckblick mit Datenschutz-Brille auf das bald zu Ende gehende erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts zeigt: Es war nicht nur ein verlorenes Jahrzehnt, es war ein katastrophales Jahrzehnt - mit Folgen, die so schnell nicht mehr zu reparieren sind. Ab es gibt Anlass zur Hoffnung …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;ber den Datenschutz und die IT-Sicherheit habe ich etwa sieben Jahre lang engagiert berichtet und <a href="http://schulzki-haddouti.de/index.php?option=com_content&amp;task=blogcategory&amp;id=15&amp;Itemid=35">publiziert<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a> &#8211; doch irgendwann war bei mir der Schwung weg. Lange habe ich geschrieben in der Hoffnung, es m&#252;sse sich doch endlich etwas verbessern. Im Sommer 2001 sa&#223; ich an meinem Buch “<a href="http://schulzki-haddouti.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=47&amp;Itemid=35">Datenjagd im Internet<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a>” und lie&#223; in einem Artikel zur “<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9284/1.html">Internationalen Abh&#246;rpolitik<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a>” Revue passieren &#252;ber die Jahre, die die Vorratsdatenspeicherung eingel&#228;utet hatten.</p>
<p>Ich dachte mir damals: Das ist so ungeheuerlich undemokratisch &#8211; das wird keinen Bestand haben. Da muss es einen Aufschrei geben. Aber &#8211; es kam keiner. Es kam der 11. September &#8211; und damit ging jede Hoffnung, einen selbstbestimmten Datenschutz zu etablieren, auf lange Zeit verloren. Mein Buch erschien &#252;brigens nur wenige Tage sp&#228;ter &#8211; und verkaufte sich nur m&#228;&#223;ig. Das Interesse am Thema Datenschutz war schlagartig erloschen.</p>
<p>Der Aufschrei kam erst, als die Vorratsdatenspeicherung auf europ&#228;ischer Ebene durch war. Damals sagte mir Helmut B&#228;umler: Das muss eine Bewegung wie zur Volksz&#228;hlung geben. Doch da war es, f&#252;r meine Begriffe, gelaufen: Die Medien hatten versagt, weil sie das Thema nicht rechtzeitig erkannt haben. Weil ihnen Br&#252;ssel  zu weit weg scheint, zu irrelevant. Das ist ein Ph&#228;nomen, das bis heute in Europa zu sehen ist &#8211; und daran haben auch hellsichtige Studien wie die “<a href="http://www.netzwerkrecherche.de/docs/Studie_Black_Box_Bruessel_2008.pdf">Blackbox Br&#252;ssel<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a>” leider nichts ge&#228;ndert. Die Zivilgesellschaft hatte versagt, weil sie nicht schnell genug mobilisieren konnte. Weil die Daumenschrauben &#252;ber die Sicherheitspakete erst noch viel h&#228;rter angezogen werden mussten, bis endlich ein Gef&#252;hl der Bedrohung entstehen konnte.</p>
<p>Damals, 2001, hie&#223;en die Schlagworte noch Echelon, Enfopol und TK&#220;V.  Bereits 1998 hatte ich  einen, aus meiner Sicht, ziemlich wagemutigen Artikel geschrieben, der <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/6/6324/1.html">Enfopol als Legalisierung von Echelon<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a> bezeichnete. Fast wollte ich den Beitrag wieder zur&#252;ckziehen, da er mir zu schwarzseherisch, zu spekulativ, zu unjournalistisch vorgekommen war. Doch r&#252;ckblickend muss ich feststellen:  Die Fahrtrichtung stimmte.</p>
<p>Wenn das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung nun jetzt nicht kippt, werden wir im n&#228;chsten Jahrzehnt erleben, wie diese und viele andere Datenbanken wie etwa die &#252;ber Steuerdaten, Bankdaten, Fluggastdaten, Fahndungsdaten oder Mautdaten zun&#228;chst f&#252;r Einzelf&#228;lle fusioniert werden. Und wir werden politische Diskussionen dar&#252;ber f&#252;hren m&#252;ssen, ob sie auch f&#252;r schwere Straftaten systematisch verwendet werden d&#252;rfen. Wobei der Begriff “schwere Straftat” zunehmend subjektiv bewertet wird, wenn man sich die Diskussionen in der Musik- und nun auch in der Buchbranche anh&#246;rt. Wenn eine solche systematische Auswertung der &#8211; dank der Fortschritte in der IT immer gr&#246;&#223;eren, schneller arbeitenden &#8211; Datenbanken &#252;ber nationales Recht (”Verfassungsbedenken”) nicht gehen sollte, bleibt ja noch der bew&#228;hrte Weg &#252;ber den europ&#228;ischen Hinterhof.</p>
<p>Heute gibt es jedoch, anders als noch 2001, viel mehr Menschen, die ihre <a href="http://schulzki-haddouti.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=46&amp;Itemid=35">B&#252;rgerrechte auch im digitalen Raum<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a> f&#252;r sich reklamieren &#8211; und sich zunehmend organisieren. Es sind heute nicht mehr die Minderheiten von Geeks und Nerds, die das Internet leidenschaftlich nutzen &#8211; sondern gesellschaftliche Mehrheiten: Es sind unsere Kinder, unsere Eltern, die tagt&#228;glich irgendetwas googlen oder in sozialen Netzwerken kleine Datenh&#228;ppchen ver&#246;ffentlichen. Social Media <a href="http://blog.kooptech.de/2009/03/koordinieren-und-mobilisieren/">bietet viele Werkzeuge</a>, sich zu informieren, sich zu organisieren, Informationen zu verbreiten und Menschen zu mobilisieren. Ich habe daher wieder Hoffnung, dass das n&#228;chste Jahrzehnt auch das Jahrzehnt werden k&#246;nnte, in dem der Datenschutz als B&#252;rgerrecht aktiv eingefordert wird.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/bbeckmann/3912544884/"><img title="datenkrake" src="http://blog.kooptech.de/wp-content/uploads/2009/12/datenkrake.png" alt="datenkrake" width="490" height="313" /></a></p>
<p><em><a href="http://www.flickr.com/photos/bbeckmann/3912544884/">Bild: Benjamin Beckmann / CC-Lizenz: BY-SA<img id="snap_com_shot_link_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v6.18/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v6.18/t.gif" alt="" /></a></em></p>
<p>P.S. Ich setze &#252;brigens jetzt erstmals auf Wolfgang Sch&#228;uble &#8211; als Bundesfinanzminister: Statt die Daten unschuldiger B&#252;rger f&#252;r Rasterfahndungen einzufordern, k&#246;nnte er nun mal einen bew&#228;hrten Ratschlag umsetzen, dem schon die Watergate-Enth&#252;ller folgten: “Follow the Money”. Saubere Polizeiarbeit mit zweckgebundenen Bankdaten und Schutz f&#252;r unschuldige Kommunikationsdaten! Warum sollte das schwer sein? <img src="http://blog.kooptech.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";)" /></p>
<p><em>Diesen Text hat Christiane Schulzki-Haddouti auch auf <a href="http://blog.kooptech.de/2009/12/der-datenschutz-und-das-verlorene-jahrzehnt/">KoopTech</a> ver&#246;ffentlicht. Wir crossposten ihn mit freundlicher Genehmigung der Autorin.</em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/20869/der-datenschutz-und-das-verlorene-jahrzehnt/">Der Datenschutz und “das verlorene Jahrzehnt”</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/20869/der-datenschutz-und-das-verlorene-jahrzehnt/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20869&amp;md5=97e7c90596caf0176a72aecd2d0b8e2d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Wie realistisch ist eine Kulturflatrate f&#252;r Journalisten?</title>
		<link>http://carta.info/4641/wie-realistisch-ist-eine-kulturflatrate-fuer-journalisten/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 22:57:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Ende der Debatte zur Zukunft der Medien brach es frustiert aus Hubert Burda heraus: “You get lousy pennies on the web!”]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/21cc57761117cbaa0ad4a81e1e3075" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Am Ende der Debatte zur Zukunft der Medien brach es frustiert aus Hubert Burda heraus: <a href="http://blog.xonio.com/dld-09-vorlaeufiges-fazit-mit-hubert-burda-und-ein-bisschen-krise-20090127/">“You get lousy pennies on the web!”</a>. Damit meinte er das unbefriedigende Anzeigengesch&#228;ft im Internet. Deshalb muss sich beispielsweise Focus Online &#252;ber das Reise-Portal Holiday Check querfinanzieren lassen. Und Thomas Kn&#252;wer<a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2025"> schrieb r&#252;ckblickend auf die DLD 09<img id="snap_com_shot_link_icon" class="snap_preview_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v3.65/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v3.65/t.gif" alt="" /></a>: “Wenn die Situation zu Beginn des Jahres 2009 das Gesamtjahr 2009 anh&#228;lt, dann werden wir keine Medienkrise mehr haben &#8211; weil es keine Medien mehr geben wird. ”</p>
<p>Doch halt &#8211; sind die Medien nicht die “vierte Gewalt” im Staat? Was passiert, wenn sie ihrer Aufgabe nicht mehr angemessen nachkommen k&#246;nnen, weil sie aufw&#228;ndige Recherchen nicht mehr finanzieren k&#246;nnen? Was passiert, wenn Journalisten nicht mehr genau nachfragen, den gesellschaftlichen Diskurs nicht mehr abbilden, b&#252;ndeln und steuern k&#246;nnen? Was passiert, wenn die Presse versagt?</p>
<p>Wolfgang Michal <a href="../../3260/flatrate-journalismus/">beschrieb<img id="snap_com_shot_link_icon" class="snap_preview_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v3.65/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v3.65/t.gif" alt="" /></a> die Lage ganz treffend:</p>
<blockquote><p>Die gro&#223;en Verlage subventionieren ihre Internetauftritte mit dem Geld, das sie im Printbereich (noch?) verdienen. Der gro&#223;e Rest der freien journalistischen Netzproduzenten treibt sein anarchisches Unwesen als brotlose Liebhaberei, als Lust am Neuen, als gesellschaftliche Alternative, als Wette auf die Zukunft. Die freien Netzproduzenten setzen ihre Hoffnung (vergeblich?) auf reiche Onkel, zivilgesellschaftliche Stiftungen, Wagniskapitalgeber und philanthropische Erben.</p></blockquote>
<p>2009 wird das Jahr der Entscheidung sein. Die ob der drastisch gesunkenen Anzeigenvolumina darbenden Verlage werden wichtige strategische Entscheidungen treffen m&#252;ssen. Sparen, Umstrukturieren &#8211; das sind die Tags f&#252;r 2009. Das Ergebnis werde, so Michal, “ein technisches, journalistisches und demokratisches Entwicklungsdefizit” sein, “das sich eine auf Erneuerung abonnierte Gesellschaft eigentlich nicht leisten kann.”</p>
<p>Angesichts des “implodierenden Gesch&#228;ftsmodells des Printjournalismus” hat Lorenz Lorenz-Meyer hat bereits vor geraumer Zeit &#252;ber ein <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/its-not-only-the-economy-stupid/">umfassendes &#246;ffentlich-rechtliches Internetangebot</a> nachgedacht. Als Grund f&#252;hrte er unter anderem das “Marktversagen im Journalismus und im kulturellen und zivilgesellschaftlichen Sektor” an. Ziel eines solchen Internetangebots m&#252;sse die informationelle Grundversorgung sowie Sicherstellung einer umfassenden, unabh&#228;ngigen Berichterstattung sein. Ein solches Angebot solle den Markt dort erg&#228;nzen, “wo dieser den gesellschaftlichen Erfordernissen einer ausreichenden publizistischen und kulturellen Vielfalt nicht gerecht wird”.</p>
<p>Michal folgte mit einer Forderung f&#252;r eine “<a href="../../3260/flatrate-journalismus/">Flatrate f&#252;r Journalismus<img id="snap_com_shot_link_icon" class="snap_preview_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v3.65/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v3.65/t.gif" alt="" /></a>“. Und hat diese auch bereits durchgerechnet:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><strong>Die Anbieter von Breitbandanschl&#252;ssen</strong> (die ja aus einem &#246;ffentlich-rechtlichen Grundversorgungsbetrieb – der Post &#8211; hervorgegangen sind) <strong>m&#252;ssten auf politischem Wege davon „&#252;berzeugt“ werden, einen Teil ihrer</strong> <strong>Flatrate-Einnahmen</strong> &#8211; sagen wir: 25 Prozent - <strong>f&#252;r k&#252;nftige Internet-Programme abzuzweigen</strong>. Die aus dem „Geb&#252;hrenanteil“ der Flatrate finanzierten (&#246;ffentlich-rechtlichen) Internetanstalten k&#246;nnten dann sowohl die Technik (die Studios) f&#252;r die Programmanbieter bereitstellen als auch die Honorierung der Musikgruppen, Netzeitungen, Blogger etc. &#252;bernehmen.</p>
<p class="MsoNormal">Bei fast 20 Millionen DSL-Anschl&#252;ssen mit einer durchschnittlichen monatlichen Flatrate von 25 Euro st&#252;nden j&#228;hrlich rund 1,5 Milliarden Euro f&#252;r Internet-Programme zur Verf&#252;gung. Zus&#228;tzlich k&#246;nnten die Netz-Angebote (nach US-Vorbild) durch eine Autoren-Abgabe der Suchmaschinenbetreiber finanziert werden. Beides zusammengenommen entspr&#228;che in etwa dem Jahresetat des ZDF.</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal">Angenommen, die Idee der Umverteilung ist richtig. Schlie&#223;lich gibt es ja auch GEZ-Geb&#252;hren. Die Frage ist nur &#8211; ist eine &#246;ffentlich-rechtliche Internetanstalt das richtige Modell f&#252;r die Umverteilung? Ich f&#252;rchte nein. Es geht n&#228;mlich vom Distributionsmodell f&#252;r Massenmedien aus: Wenige Medien bedienen die Massen. Im Internet jedoch haben wir es nicht mit einer Some-to-Many-Struktur, sondern mit einer Many-to-Many-Struktur zu tun. Man m&#252;sste die Flatrate entsprechend auf alle verteilen, die bestimmte Kriterien erf&#252;llen. Daher w&#228;re zu fragen:</p>
<ul>
<li>Was sind diese Kriterien, wenn es darum gehen soll, Qualit&#228;tsangebote im Netz zu garantieren?</li>
<li>Wie k&#246;nnen zivilgesellschaftliche Medien bzw. B&#252;rgermedien ebenfalls unterst&#252;tzt werden?</li>
<li>Wer kontrolliert, dass die Aussch&#252;ttungskriterien eingehalten werden?</li>
<li>Welche Institutionen k&#246;nnten die Verwaltung &#252;bernehmen?</li>
<li>Wie hoch w&#228;ren die Aussch&#252;ttungsbetr&#228;ge? M&#252;ssten sie nicht eine H&#246;he betragen, die es Betreibern erm&#246;glicht, ihr Gesch&#228;ft mindestens kostendeckend zu betreiben?</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">Die Grundstrukturen stehen bereits: Die verschiedenen <a href="http://blog.kooptech.de/2009/01/459/">Verwertungsgesellschaften f&#252;r Ton, Wort, Bild</a>. Doch sie befinden sich in einem reformbed&#252;rftigen Zustand. Und mir ist kein konstruktiver, diskussionsw&#252;rdiger Reformvorschlag derzeit bekannt.</p>
<p class="MsoNormal">Ein Protomodell f&#252;r die Verteilung gibt es ebenfalls schon: Die <a href="http://blog.kooptech.de/tag/vg-wort/">Aussch&#252;ttung der VG Wort f&#252;r Internettexte</a>. Sie funktioniert. Mehr schlecht, als recht. Und sie f&#252;hrt auch exemplarisch vor, was sich verbessern muss, damit ein solches System auch nur ansatzweise funktionieren k&#246;nnte:</p>
<ul>
<li>Das Vorgehen muss transparent und verst&#228;ndlich beschrieben werden.</li>
<li>Der Mechanismus muss einfach zu implementieren sein.</li>
<li>Der Mechanismus muss datenschutzvertr&#228;glich umgesetzt sein.</li>
<li>Die Ausschlusskriterien m&#252;ssen eindeutig formuliert sein.</li>
</ul>
<p>Allerdings ist mir auch keine &#246;ffentliche Diskussion bekannt, die eine entsprechende Reform der Sonderaussch&#252;ttung der VG Wort oder der entsprechenden Aussch&#252;ttungen der anderen Verwertungsgesellschaften im Sinne einer Kulturflatrate fordern w&#252;rde. Eine mittelfristige Umsetzung ist daher mehr als unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher hingegen ist es, dass sich demn&#228;chst nicht Belohnungs- sondern Bestrafungsregularien in Form von Internetsperren f&#252;r Urheberrechtsverletzer durchsetzen werden.</p>
<p>Wenn also nicht die Verwertungsgesellschaften, warum nicht Google? “Von Google lernen, hei&#223;t siegen lernen”, denken sich viele. Nicht von ungef&#228;hr fordern Verleger in den USA denn auch von Google &#8211; der Suchmaschine, die wie keine andere die Many-to-Many-Kommunikation verstanden und von ihr profitiert hat &#8211; journalistische Leistung mitzufinanzieren. Inzwischen <a href="http://meedia.de/nc/details/article/britische-verlage-wollen-geld-von-google_100015664.html">denken auch die Briten in Richtung Google.<img id="snap_com_shot_link_icon" class="snap_preview_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v3.65/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v3.65/t.gif" alt="" /></a> So soll Google eine Art Entsch&#228;digungszahlung leisten f&#252;r entgangene Aufmerksamkeit.</p>
<p>Doch stellt sich sofort die Frage: Warum sollte nur die journalistische Leistung angesteller Journalisten, warum nicht auch die freier Journalisten bzw. kleiner, selbst&#228;ndiger Publikationen &#252;ber Google querfinanziert werden? Und auch eine Stiftung w&#228;re ja wieder ein zentrales Verteilermodell &#8211; &#228;hnlich einer &#246;ffentlich-rechtlichen Institution. Vermutlich sollten Verwertungsgesellschaften, Verleger und Journalisten eher &#252;berlegen,<a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/1666060_Presse-muss-von-Google-lernen.html"> “was Google tun w&#252;rde”. <img id="snap_com_shot_link_icon" class="snap_preview_icon" style="border: 0pt none; margin: 0pt ! important; padding: 1px 0pt 0pt; max-height: 2000px; max-width: 2000px; min-width: 0px; min-height: 0px; font-style: normal; font-weight: normal; font-family: &quot;trebuchet ms&quot;,arial,helvetica,sans-serif; float: none; position: static; left: auto; top: auto; line-height: normal; background-image: url(http://i.ixnp.com/images/v3.65/theme/green/palette.gif); background-color: transparent; visibility: visible; width: 14px; height: 12px; background-position: -855px 0pt; background-repeat: no-repeat; text-decoration: none; vertical-align: top; display: inline;" src="http://i.ixnp.com/images/v3.65/t.gif" alt="" /></a>Hier scheinen einige Chancen bereits verpasst worden zu sein.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">h</span></p>
<p>Christiane Schulzki-Haddouti betreibt das Weblog <a href="http://blog.kooptech.de/">KoopTech</a>, auf dem auch <a href="http://blog.kooptech.de/2009/01/wie-realistisch-ist-eine-kulturflatrate-fuer-journalisten/">dieser Text</a> erschien.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/4641/wie-realistisch-ist-eine-kulturflatrate-fuer-journalisten/">Wie realistisch ist eine Kulturflatrate f&#252;r Journalisten?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/4641/wie-realistisch-ist-eine-kulturflatrate-fuer-journalisten/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=4641&amp;md5=af05c1198966d5f33849c57b6e1eb628" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Linkrevolution</title>
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		<comments>http://carta.info/1410/die-linkrevolution/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 16:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
		<category><![CDATA[Link-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie k&#246;nnen Links die Medien revolutionieren? US-Medienblogger denken dar&#252;ber bereits seit Monaten nach. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dabei geht es ihnen nicht darum, kommentierte Linklisten als eine Art Presse- oder Medienschau zu erstellen, sondern der Nachricht oder der Geschichte selbst mehr Gewicht zu verleihen, in dem sie &#252;ber die <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/erst-publizieren-dann-filtern/">Links </a>in einen diskursiven Kontext eingebettet wird. Der Journalist zeigt damit</p>
<p>&#8211;<a href="http://www.ojr.org/ojr/stories/080215niles/"> Recherchekompetenz, n&#228;mlich inwieweit er dar&#252;ber informiert ist, was andere schreiben</a>, und die Entwicklung einer Geschichte darstellen kann sowie<br />
&#8211; Analysekompetenz, in dem er <a href="http://www.burks.de/burksblog/2008/07/08/project-xanadu-reloaded-2/">Zusammenh&#228;nge, die in den einzelnen Geschichten so nicht klar genug erkennbar waren, aufzeigt</a> und damit zeigt, welche Relevanz die Geschichte in anderen Medien hat.<br />
&#8211; Medienkompetenz, denn er bietet seinen Online-Lesern schlicht und einfach einen n&#252;tzlichen Dienst.</p>
<p>Mit Jeff Jarvis etwas einfacher formuliert, sollte es in Redaktionen darum gehen: <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.google.com');" href="http://www.google.com/search?q=%22Do+what+you+do+best%2C+and+link+to+the+rest%22&amp;sourceid=navclient-ff&amp;ie=UTF-8&amp;rlz=1B3GGGL_enUS228US230">“Do what you do best, and link to the rest”</a>. Das bedeutet, dass sich ein Newsroom in seinem Selbstverst&#228;ndnis fundamental wandelt: Er hat nicht mehr das Monopol &#252;ber eine ganze Anzahl von Nachrichtenressourcen, sondern ist Teil eines Netzwerks, in dem es darum geht, sich auf das zu konzentrieren, was an einer Geschichte zu einem bestimmten Zeitpunkt f&#252;r die eigenen Leser am Relevantesten ist, um dann auf weitere Original-Geschichten von anderen Redaktionen, Blogs oder Lesern (!) zu verweisen.</p>
<p><strong>Links auf Leser</strong></p>
<p>Die &#196;u&#223;erungen der Leser in Diskussionsr&#228;umen und Kommentarleisten k&#246;nnten nicht nur Anlass f&#252;r Arbeit und &#196;rger, sondern auch Ausgangspunkt f&#252;r weitere Recherchen oder Beitr&#228;ge sein. Die Kommentare k&#246;nnten auch direkt in die entsprechenden Beitr&#228;ge eingebunden werden. W&#252;rden die Leser aber nicht entsprechend gew&#252;rdigt, w&#252;rden sie sich ausgenutzt f&#252;hlen. Ihnen k&#228;me eine solche Verwertung unter Umst&#228;nden sogar parasit&#228;r vor.</p>
<p>Die schreibenden Leser k&#246;nnen beispielsweise in einem Beitrag genannt und m&#246;glichst verlinkt werden. Ein solcher leserbezogener „Backlink“ w&#228;re im Sinne der Aufmerksamkeits&#246;konomie die richtige W&#228;hrung und sollte nicht nur in einem Beikasten, sondern in den Haupttext integriert werden. Konsequent angewandt und weiterentwickelt k&#246;nnte hier ein neues journalistisches Format entstehen.</p>
<p><strong>Links auf Kollegen und Konkurrenten</strong><br />
Auch Journalisten nutzen Social-Bookmark-Dienste f&#252;r ihre Internetrecherchen. Das ist jedoch in der Regel keine Vorgabe der Redaktionsleitung, sondern erfolgt auf private Initiative. Daher wissen oftmals sogar die n&#228;chsten Kollegen nichts davon. Auf diese Weise entsteht zu bestimmten Themenbereichen ein redaktioneller Wissensschatz, der das redaktionelle Angebot direkt bereichern k&#246;nnte: <a href="http://publishing2.com/2008/02/20/reinventing-journalism-on-the-web-links-as-news-links-as-reporting/">US-Medienblogger Scott Karp hat deshalb speziell f&#252;r Redaktionen einen Social-Bookmarking-Dienst entwickelt</a>.</p>
<p>Verwendet wird der Dienst von mehreren Redakteuren und Autoren, die gemeinsam an einem Thema bzw. Dossier arbeiten. Ein Mausklick gen&#252;gt, um etwa zu einem lokalen Ereignis gezielt relevante Quellen aus dem Netz abzuspeichern. Im Sinne eines Pressespiegels k&#246;nnen sie aber auch Links zu einschl&#228;gigen Artikeln ablegen, die in anderen Tageszeitungen zu dem Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraums erschienen sind. Einbinden lassen sich die so gesammelten Links &#252;ber RSS direkt in das redaktionelle Angebot.</p>
<p>Diese Praxis muss jedoch gleich zwei Vorbehalte &#252;berwinden: Zum einen betrachten Journalisten Internet-Recherchequellen oftmals als private Ressource, obwohl sie &#246;ffentlich zug&#228;nglich sind. Sie haben Angst, dass andere Journalisten herausfinden k&#246;nnten, an welchen Themen sie gerade arbeiten. Zum anderen ist es g&#228;ngige Praxis, die Inhalte von Konkurrenzangeboten nicht zu referieren. Warum den Leser zum Mitbewerber schicken, wenn doch auch ein Link auf einen Beitrag auf der eigenen Website gen&#252;gen k&#246;nnte?</p>
<p><strong>Relevanz gewinnen</strong></p>
<p>Noch schlimmer aber: Warum den Leser zur Konkurrenz schicken, wenn die auch nur dasselbe Material bearbeitet hat? Denn w<a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/erst-publizieren-dann-filtern/">ie Robin Meyer-Lucht</a> beobachtet hat, bieten ja vor allem &#252;berregionale News-Portale “<span class="fliesstext">alle mehr oder weniger dasselbe an”. Gleichwohl w&#252;rde genau diese kritische Verlinkung die Verbreitung von Inhalten im Netz wesentlich beeinflussen. Die Inhalte, die am meisten verlinkt werden, werden als die Relevantesten, Wichtigsten gelten. Und genau das w&#228;re das Ergebnis eines <a href="http://blog.kooptech.de/2008/06/oeffentliche-diskussion-ueber-online-journalismus-findet-doch-statt/">Netzwerk-Journalismus</a>, der jetzt sich aus den Nischen des progressiven Online-Journalismus entwickeln m&#252;sste. </span></p>
<p><span class="fliesstext">Dann w&#228;re auch wieder ein akuter Bedarf nach Geschichten, </span>die “sonst keiner anbietet”, <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/811537/">wie Tony Ortega von der “Village Voice” sagt</a>: “Was niemand hat, ist das origin&#228;re Berichten. Der Schwerpunkt liegt wieder auf den aktuellen Artikeln, auf den Geschichten, die sonst keiner hat.” Und dann geht es auch nicht mehr nur darum, sich der <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/812706/">“Schnelligkeit des Internets, mit den M&#246;glichkeiten des Internets sich anzupassen”</a>. Was im Moment in deutschen Verlagen so verstanden wird, dass die <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2008/06/12/journalistische-wettbewerbsverzerrung-durch-seo/">News-Websites mit SEO-Methoden optimiert</a> werden m&#252;ssen. Es ist einfach so, <a href="http://www.buzzmachine.com/2008/07/07/the-end-of-seo/">wie Jeff Jarvis sagt</a>:</p>
<blockquote><p>“It also means that the more relationships you have with people — the more they talk about you and link to you and click on you — the better off you will be.”</p></blockquote>
<p>Ganz einfach. Linken.</p>
<p>Dieser Text ist eine <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/die-linkrevolution/" target="_blank">&#220;bernahme</a> aus Christiane Schulzki-Haddoutis Blog KoopTech. Mit der &#220;bernahme dieses Klassikers begr&#252;ssen wir sie als gelegentliche Autorin auf CARTA.
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