<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Christian Humborg</title>
	<atom:link href="http://carta.info/autor/christian_humborg/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Das Gauselm&#228;nner-System: Der untersch&#228;tzte Parteispendenskandal</title>
		<link>http://carta.info/38948/paul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal/</link>
		<comments>http://carta.info/38948/paul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 16:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinnspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Parteispenden]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Gauselmann]]></category>
		<category><![CDATA[Spieleindustrie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=38948</guid>
		<description><![CDATA[Heute haben die Ministerpr&#228;sidenten die &#214;ffnung des Sportwettenmonopols beschlossen. Gleichzeitig wollen sie die Automatenindustrie strenger regulieren. Erst vor drei Wochen hatte die S&#252;ddeutsche auf Seite 1 vermeldet: "Dubiose Parteispenden aus Gl&#252;cksspielkonzernen". Hat es sich also gelohnt f&#252;r Peter Gauselmann, die ganzen Spenden und Aufmerksamkeiten? In regulierten Branchen wie der Automatenindustrie sollte sich die Politik viel mehr vorsehen, auf was sie sich einl&#228;sst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die S&#252;ddeutsche erl&#228;utert in dem ausf&#252;hrlichen Seite 3-Artikel von vor drei Wochen das System Gauselmann (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/parteispenden-von-gauselmann-clever-sehr-clever-zu-clever-1.1062251">hier der Leyendecker-Kommentar dazu</a>). Seit 1990 soll Gauselmann &#252;ber 1 Mio. Euro an CDU, CSU, SPD, FDP und Gr&#252;ne bzw. deren Abgeordneten gespendet haben. Spenden m&#252;ssen erst ab 10.000 Euro ab Jahr und Partei ver&#246;ffentlicht werden.</p>
<p>Nie ist der Name &#8220;Gauselmann&#8221; in den Rechenschaftsberichten der Parteien aufgetaucht. Gl&#252;cksspielk&#246;nig Paul Gauselmann (<a href="http://www.spielothek.de/image/db/1288097947_Paul_Gauselmann_ready.jpg">Foto</a>) hat seine leitenden Mitarbeiter aufgefordert, individuell zu spenden. So kamen Spendenbetr&#228;ge zwischen 2.000 und 6.000 Euro zustande, die nicht ver&#246;ffentlicht werden.</p>
<p>Die Spendenschecks der leitenden Mitarbeiter wurden mit einem Begleitbrief des Unternehmens an die Politiker geschickt. Gauselmann <a href="http://www.gauselmann.de/gag/Detail.do?path=%2FWebseiten%2FHomepage%2FContent%2F04+Presse%2F01+Pressemitteilungen%2FGauselmann+-+Parteispenden+sauber+und+transparent_de.xdoc">sagt</a> selbst: &#8220;F&#252;r die Parteien war damit immer ganz klar, dass der Spender in der Automatenwirtschaft t&#228;tig ist&#8221;.</p>
<p><strong>Aktuell in der Diskussion: Neufassung Gl&#252;cksspielstaatsvertrag</strong></p>
<p>Der Artikel erschien in der S&#252;ddeutschen wenige Tage, bevor sich die Chefs der Staatskanzleien der L&#228;nder zu Beratungen &#252;ber den Gl&#252;cksspielstaatsvertrag am 24. Februar trafen, wohl zur Vorbereitung der heutigen Sitzung. Der aktuelle Gl&#252;cksspielstaatsvertrag l&#228;uft Ende 2011 aus und muss nach einer Entscheidung des Europ&#228;ischen Gerichtshofs neu angepasst werden: Drei verschiedene Modelle sind in der <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article12630805/Drei-Modelle-fuer-das-Gluecksspiel.html">Diskussion</a>. Gauselmann besitzt mit Cashpoint ein Unternehmen, das in &#214;sterreich und Italien bereits Sportwetten betreibt. Bei einer Lockerung der Regelungen w&#252;rde auch er profitieren k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Letzte &#196;nderung des Spielger&#228;teverordnung: Gro&#223;es Zugest&#228;ndnis an Spielautomatenbranche</strong></p>
<p>Die Spenden der Gauselm&#228;nner reichen schon Jahre zur&#252;ck. Die „Verordnung &#252;ber Spielger&#228;te und andere Spiele mit Gewinnm&#246;glichkeit“ war zuletzt im Jahr 2006 ge&#228;ndert worden, zu Gunsten der Spielautomatenbranche. Vorher betrug die Mindestspieldauer zw&#246;lf Sekunden, seitdem nur noch f&#252;nf Sekunden. Die Zahl der Ger&#228;te soll allein 2008 um 100.000 gestiegen sein. Eine Folge: Immer mehr wuchern die Innenst&#228;dte mit Spielhallen zu.</p>
<p><strong>&#220;ber Tischkicker und Skatturniere</strong></p>
<p>Die Umarmung der Parlamentarier durch Gauselmann und die Automatenindustrie ist viel intensiver als es die Parteispenden allein vermuten lassen. Regelm&#228;&#223;ig finden sich bei Veranstaltungen der Parteien Tischkicker von Gauselmann, damit man sich an diesem vergleichsweise unschuldigen Spiel erfreuen kann.</p>
<div id="attachment_38949" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.gauselmann.de"><img class="size-medium wp-image-38949 " title="gauselmann" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/gauselmann-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;System Gauselmann&quot;: Da fast alle Parteien betroffen sind, versagt der politische Wettbewerb.</p></div>
<p>Als sich beispielsweise die FDP-Landtagsfraktion beim Hessentag 2008 pr&#228;sentierte, stiftete Gauselmann einen Kicker. In Merkurspielhallen sucht man Tischkicker in der Regel vergebens. Der Spiegel <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-75638306.html">berichtete</a> im Dezember, dass zu Br&#252;derles 25. Dienstjubil&#228;um als Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz Gauselmann das Fest im Mainzer Schloss unterst&#252;tzt habe.</p>
<p>Rheinland-Pfalz scheint im Fokus zu stehen, denn Hans-Martin Tillack <a href="http://www.stern.de/blogs/hans-martin_tillack/daddelkonig-im-gluck/">schreibt</a> in seinem Blog, dass auch Ministerpr&#228;sident Kurt Beck Spenden erhalten haben soll. Im erw&#228;hnten Artikel des Spiegel wurde auch berichtet, dass im Dezember 2010 im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages ein Skatturnier f&#252;r Politiker, Funktion&#228;re und Journalisten veranstaltet wurde.</p>
<p>Pikant: Der Schirmherr der Veranstaltung der Automatenindustrie, Hermann Otto Solms, ist Bundestagsvizepr&#228;sident und jetzt liegt die Pr&#252;fung der Spendenvorw&#252;rfe zu Gauselmann bei der Bundestagsverwaltung. Begr&#252;ndet wird die offensichtlich intensive Auseinandersetzung mit der angeblichen Bedeutung der Automatenbranche in Deutschland.</p>
<p>Marktf&#252;hrer Gauselmann machte im Jahr 2010 einen Jahresumsatz von 1,54 Mrd. Euro. Zehn Mal mehr Umsatz als Gauselmann macht die Sanit&#228;rindustrie: &#252;ber 15 Mrd. Euro Jahresumsatz. Man fragt sich, ob sich die Parlamentarier um diesen Industriezweig mindestens genauso intensiv k&#252;mmern.</p>
<p><strong>Warum es ein Parteispendenskandal ist</strong></p>
<p>Die Gauselm&#228;nner-Spenden sind ein waschechter Parteispendenskandal. Erstens handelt es sich um eine gewichtige Summe angesichts der vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Bedeutung der Branche. Zweitens ist das System perfide angelegt, in dem die bestehenden gesetzlichen Regelungen gezielt unterlaufen werden. Drittens sind m&#246;gliche Gegenleistungen der Politik sehr klar erkennbar.</p>
<p>Edda M&#252;ller, Vorsitzende von Transparency Deutschland [Disclaimer: Der Autor ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Transparency Deutschland.], <a href="http://www.transparency.de/Spenden-Gluecksspielkonzern-an.1829.0.html?&amp;contUid=3804">bemerkte</a>, dass es naiv sei anzunehmen, dass hier ohne erkennbare Gegenleistung gespendet worden w&#228;re. Vor allem ist es aber ein Parteispendenskandal, weil die Politiker genau wussten, von wem das Geld kam. Sie haben der Ansicht des Bundesverfassungsgerichtes, dass es bei der Transparenz auf den wirklichen Spender und nicht auf den &#8220;&#228;u&#223;eren Anschein&#8221; ankommt, mit F&#252;&#223;en getreten. Sie waren die Empf&#228;nger der Briefe des Gl&#252;cksspielk&#246;nigs Gauselmann und wussten genau, was lief.</p>
<p><strong>Reaktion der Parteien</strong></p>
<p>Der CDU geb&#252;hrt insofern zumindest Anerkennung, als dass sie als bisher einzige Partei sich selbst nach §23b des Parteiengesetzes angezeigt hat. Haarstr&#228;ubend war die Antwort der SPD-Schatzmeisterin. Laut <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/abgeordnete-erhielten-schecks-dubiose-parteispenden-aus-gluecksspielkonzern-1.1061744">S&#252;ddeutscher</a> soll sie gesagt haben, dass es unerheblich sei, wo Spender arbeiteten. Dies im Lichte des sanften Zwanges, den der Arbeitgeber Gauselmann durch seine Briefe an seine leitenden Angestellte aus&#252;bte, ausgerechnet von der SPD zu erfahren, &#252;berrascht doch sehr.</p>
<p>Au&#223;erdem sagt Schatzmeisterin Hendricks, dass Personen, die weniger als 10.000 Euro spendeten, in der Logik des g&#252;ltigen Parteiengesetzes &#8220;Anspruch auf Schutz ihres Namens&#8221; h&#228;tten. Es gibt in Deutschland weder ein Grundrecht auf die Annahme von Spenden, noch ein Grundrecht auf Parteispenden. Insofern w&#228;re es f&#252;r jede Partei ein leichtes, die Annahme der Spende von der Einwilligung in die Ver&#246;ffentlichung des Namens abh&#228;ngig zu machen. Viele gemeinn&#252;tzige Organisationen verfahren &#228;hnlich. Von CSU, FDP und den Gr&#252;nen war in der Causa Gauselmann bisher nichts Handfestes zu h&#246;ren.</p>
<p><strong>Die negative Gegenleistung der Bundesl&#228;nder</strong></p>
<p>Als die S&#252;ddeutsche Anfang am Montag <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einschnitte-in-automaten-industrie-kurz-vor-spielende-1.1068655">meldete</a>, die Bundesl&#228;nder wollten jetzt doch das Automatenspiel st&#228;rker einschr&#228;nken, konnte man meinen, siehste, die Spenden haben ja gar nichts gebracht. U.a. soll die Spiell&#228;nge von f&#252;nf Sekunden auf 15 bis 20 Sekunden erh&#246;ht werden, minimal l&#228;nger als vor der Novelle 2006.</p>
<p>Vielleicht war es gerade die Berichterstattung &#252;ber das Gauselm&#228;nner-System, was eine gegen die Interessen der Automatenindustrie gerichtete Entscheidungsvorlage bef&#246;rdert hat. Vielleicht ist der Profit Gauselmanns aus der &#214;ffnung des Sportwettenmonopols h&#246;her als die Einbu&#223;en aus einer st&#228;rkeren Regulierung der Automatenindustrie. In jedem Fall ist der Vorgang auch bei ausbleibender Gegenleistung ein Parteispendenskandal.</p>
<p><strong>Wo bleibt die Medienberichterstattung?</strong></p>
<p>Angesichts der Dimension des Skandals &#252;berrascht die ausbleibende Medienberichterstattung. Neben der Causa Guttenberg gibt es daf&#252;r verschiedene Gr&#252;nde. Die Regelungen zur Parteienfinanzierung sind kompliziert. Auch die wenigsten Journalisten wissen, dass es neben Spenden an Parteien auch Spenden direkt an Abgeordnete gibt. Diese m&#252;ssen erst ab einer H&#246;he von 10.000 Euro ver&#246;ffentlicht werden. Vor allem fehlt es nach wie vor an Namen. Es ist kaum bekannt, welche Abgeordneten die Briefe erhalten haben, welche Abgeordneten direkt die Spenden angenommen haben und welche Abgeordnete zumindest durch Spenden an die lokale Parteigliederung profitiert haben.</p>
<p><strong>Wunschliste der Aufkl&#228;rung</strong></p>
<p><strong>Da fast alle politischen Parteien betroffen sind, versagt der politische Wettbewerb</strong>. Die Parteien schweigen gemeinsam und hoffen, dass es m&#246;glichst unbemerkt vor&#252;bergeht. Bezeichnend ist, dass das tats&#228;chliche Machtzentrum bei Reformen zur Parteienfinanzierung eine informelle Kaffeerunde der Schatzmeister der Parteien ist und nicht der zust&#228;ndige Innenausschuss.</p>
<p>Ich w&#252;nsche mir von den Medien, dass sie das Thema erneut aufgreifen und recherchieren, in der Hoffnung, dass mehr Namen der politischen Profiteure ans Tageslicht kommen. Ich w&#252;nsche mir von den Parteien, dass sie auf ihren Websites schriftliche Stellungnahmen ver&#246;ffentlichen, wie sie den Sachverhalt bewerten, was sie bereits getan haben und welche Konsequenzen sie zu ziehen gedenken.</p>
<p>Ich w&#252;nsche mir B&#252;rger, die Antworten von ihren Abgeordneten verlangen. Und ich w&#252;nsche mir von der Bundestagsverwaltung, dass sie den aktuellen Status und die Ergebnisse der Untersuchung auf ihrer Website ver&#246;ffentlichen und nicht erst auf Journalistennachfragen reagiert.</p>
<p><em>Der Autor ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Transparency Deutschland.</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F38948%2Fpaul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F38948%2Fpaul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/38948/paul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal/">Das Gauselm&#228;nner-System: Der untersch&#228;tzte Parteispendenskandal</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38948/paul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38948&amp;md5=7e9804dc35c357c57c3fc96d0bc7c564" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/38948/paul-gauselmann-system-der-unterschaetzte-parteispendenskandal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Geheimvereinbarung mit den Energiekonzernen – Chronologie einer Ver&#246;ffentlichung</title>
		<link>http://carta.info/33757/der-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung/</link>
		<comments>http://carta.info/33757/der-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 10:44:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Atomstrom]]></category>
		<category><![CDATA[Energiekonzept]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=33757</guid>
		<description><![CDATA[Transparenz soll die Devise sein: Die Bundesregierung hat f&#252;r die Laufzeitverl&#228;ngerung der Atomkraftwerke eine Vereinbarung ausgearbeitet, den sie nach Bekanntwerden und zahlreichen Nachfragen ver&#246;ffentlichte. Zu weiteren Details der Verhandlungen schweigt sie bislang jedoch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/341cd946d5a84660a43a8d450c859dfe" alt="" width="1" height="1" /><strong>Sonntag, 05. September 2010</strong></p>
<p>Ab 14 Uhr wird im Bundeskanzleramt &#252;ber das neue Energiekonzept verhandelt. Es wird nicht ver&#246;ffentlicht, wer zu welchem Zeitpunkt an den Gespr&#228;chen teilnimmt. Erst in der Nacht wird ein Ergebnis erreicht.</p>
<p><strong>Montag, 06. September 2010</strong></p>
<p>Vormittags wird das neue Energiekonzept der Bundesregierung vorgestellt. Die schriftliche Vereinbarung mit den Energiekonzernen wird nicht erw&#228;hnt. Merkel beschr&#228;nkt sich in ihrem <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1516/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2010/09/2010-09-06-bkin-energie.html">Statement</a>: „Es ist auch sehr gut, dass die Elektrizit&#228;tsversorgungsunternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden und von den Gewinnen, die aus der Laufzeitverl&#228;ngerung erwachsen, einen substantiellen Beitrag in einen Fonds einspeisen, der dann f&#252;r die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien zur Verf&#252;gung stehen wird.“</p>
<p><strong>Dienstag, 07. September 2010</strong></p>
<div id="attachment_33768" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/atomgeheimvertrag.jpg"><img class="size-medium wp-image-33768" title="atomgeheimvertrag" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/atomgeheimvertrag-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Carta / Illustration im Foyer der B&#246;ll-Stiftung </p></div>
<p>In einer Veranstaltung in M&#252;nchen fragt Tobias M&#252;nchmeyer von Greenpeace den RWE-Vorstand Schmitz, wer denn garantiere, dass die Konzerne wirklich ihre Zusatzgewinne aus l&#228;ngeren Atomlaufzeiten abgeben. Dieser verweist auf die Vereinbarung mit der Bundesregierung, die in der Nacht von Sonntag auf Montag um 5.23 Uhr paragraphiert worden sei. Damit wird erstmals &#246;ffentlich, dass es eine schriftliche Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Energiekonzernen gibt.</p>
<p>Ohne Not ist die Bundesregierung also eine schriftliche Verpflichtung eingegangen – gegen&#252;ber normalen B&#252;rgern wird dies &#252;ber Steuern und Abgaben geregelt.</p>
<p><strong>Mittwoch, 08. September 2010</strong></p>
<p>Am n&#228;chsten Tag ist es allein die <em>Financial Times Deutschland</em>, die von dieser &#196;u&#223;erung <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:energiekompromiss-der-geheimvertrag-mit-den-konzernen/50166716.html">berichtet</a> und die omin&#246;se Vereinbarung als „Geheimvertrag“ bezeichnet. Im Verlauf des Tages wird die Nachricht online kaum von anderen Medien aufgegriffen; vielleicht bem&#252;ht sich jeder, an das Papier zu kommen.</p>
<p><strong>Donnerstag, 09. September 2010</strong></p>
<p>Dies gelingt der<em> Financial Times Deutschland</em> und der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em>, die am Donnerstag dar&#252;ber berichten, beide mit recht positiven Tenor: „<a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:geheimvertrag-bund-schoepft-hohe-atomstrompreise-ab/50167102.html">Bund sch&#246;pft h&#246;here Atomstrompreise ab</a>“ (<em>FTD</em>) bzw. „<a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hoehere-lasten-fuer-atomkonzerne-eine-vereinbarung-die-raetsel-aufgibt-1.997520">H&#246;here Lasten f&#252;r Atomkonzerne</a>“ (<em>SZ</em>). Jetzt l&#228;uft die Medienmaschine an und mehr Journalisten fragen nach.</p>
<p>Transparency Deutschland stellt am Morgen nach dem Informationsfreiheitsgesetz einen Antrag auf Akteneinsicht in die Geheimvereinbarung, die Teilnehmerliste der Gespr&#228;che von Sonntag und in das Protokoll der Teile der Sitzung, an der Externe beteiligt waren [<em>Disclaimer: Der Autor ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Transparency Deutschland</em>].</p>
<p>Gleichzeitig ist die Vorank&#252;ndigung der <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0909/atom.php5">Monitor-Sendung</a> im Umlauf, wonach Monitor Dokumente vorl&#228;gen, die zeigten, dass entscheidene Massnahmen f&#252;r Sicherheit bei AKWs verschoben oder als nachrangig eingestuft w&#252;rden.</p>
<p>Nachmittags k&#252;ndigt Regierungssprecher Seibert an, der Vertrag werde selbstverst&#228;ndlich ver&#246;ffentlicht. Sofern keine Gesch&#228;ftsgeheimnisse betroffen sind, schr&#228;nkt Unionsfraktionschef Kauder ein. Es ist schleierhaft, wie man in der Abw&#228;gung zwischen Informationsinteresse der &#214;ffentlichkeit und dem Schutzbed&#252;rftnis des Gesch&#228;ftsgeheimnisses in dieser wichtigen politischen Frage die M&#246;glichkeit einer Einschr&#228;nkung in Betracht ziehen kann. Davon abgesehen h&#228;tte man sich ohne die unselige Vertragsgestaltung erst gar nicht in diese Abw&#228;gungsnotwendigkeit hineinman&#246;vriert.</p>
<p>Am Abend wird die Vereinbarung online gestellt. Das eingescannte Dokument, 5 Seiten Vereinbarung und 5 Seiten Anlagen, hat den sch&#246;nen Dokumentennamen „<a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/__Anlagen/2010/2010-09-09-foerderfondsvertrag,property=publicationFile.pdf">2010-09-09-foerderfondsvertrag,property=publicationFile</a>“. Die entsprechende Website der Bundesregierung ist mit „<a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2010/09/2010-09-09-foerderfondsvertrag-breg.html">Eckpunktevereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen</a>“ &#252;berschrieben. Der pdf-Dokument selbst hei&#223;t „F&#246;rderfondsvertrag“. Es bleibt der Eindruck, man k&#246;nne sich nicht einigen, ob es sich um einen Vertrag oder doch „nur“ um eine Eckpunktevereinbarung handelt.</p>
<p>In der Sendung um 21.45 Uhr sendet Monitor den Beitrag „<a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0909/atom.php5">Etikettenschwindel Laufzeitverl&#228;ngerung – Weniger Sicherheit f&#252;r Altreaktoren</a>“.</p>
<p><strong>Freitag, 10. September 2010</strong></p>
<p>Fast alle gro&#223;en Medien berichten &#252;ber den F&#246;rderfondsvertrag respektive die Eckpunktevereinbarung. Die <em>S&#252;ddeutsche Zeitung</em> hat inzwischen wohl auch das Dokument, &#252;ber das Monitor am Vorabend berichtet hat, was nun zu der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/atomkraft-in-deutschland-bruecke-ins-irgendwo-1.998959">Bewertung</a> f&#252;hrt: „Bund verschont Stromkonzerne“.</p>
<p>Regierungssprecher Steffen Seibert <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1135536/ZDF-heute-Sendung-vom-09-September-2010">sagt</a> in der Bundespressekonferenz: „Sie [Die Bundesregierung] legt [...] alles offen, was die B&#252;rger wissen wollen zu diesem Konzept. Transparenz war immer unsere Absicht und Transparenz wird auch weiterhin unsere Devise in dieser Sache sein“.</p>
<p><strong>Sonntag, 12. September 2010</strong></p>
<p>Transparency Deutschland hat noch immer nicht die erbetene Eingangsbest&#228;tigung des Bundeskanzleramtes auf seinen Antrag erhalten.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F33757%2Fder-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F33757%2Fder-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/33757/der-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung/">Der Geheimvereinbarung mit den Energiekonzernen – Chronologie einer Ver&#246;ffentlichung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/33757/der-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung/#comments">33 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33757&amp;md5=012a536b4ea11dc3da75cf6ac925b825" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/33757/der-geheimvertrag-mit-den-energiekonzernen-chronologie-einer-veroeffentlichung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>33</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Korruptionsbereiter Unternehmer ver&#246;ffentlicht Reisefotos mit Politikern und Botschaftern [Update]</title>
		<link>http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/</link>
		<comments>http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 11:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtiges Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Eginhard Vietz]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=32482</guid>
		<description><![CDATA[Eginhard Vietz ist ein vielreisender Unternehmer, der auf seiner Firmenwebsite u.a. Reisefotos mit Merkel, Wulff und Steinmeier ver&#246;ffentlicht hat. Dieser Selbstdarstellungstrieb w&#228;re lustig, aber nicht bemerkenswert, wenn er jetzt nicht offen gestanden h&#228;tte, schon mehr als einmal Schmiergeld gezahlt zu haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8e7f63b039214a868524f22d691ac7b5" alt="" width="1" height="1" />Fotos von Reisen auf Flickr oder Facebook einzustellen, ist zum Standard geworden. Eginhard Vietz ist ein Unternehmer, der auf seiner Firmenwebsite <a href="http://www.vietz.de/seiten-de/aktuelles/aktuelle-nachrichten/aktuelles-de.html">Fotos</a> von seinen Reisen eingestellt hat, auf denen er mit Politikern oder Botschaftern zu sehen ist, darunter Merkel, Wulff, zu Guttenberg, Steinmeier, Steinbr&#252;ck und K&#246;hler. Dieser Selbstdarstellungstrieb w&#228;re lustig, aber nicht bemerkenswert, wenn dieser Unternehmer nicht letzte Woche ein aufsehenerregendes <a href="http://www.handelsblatt.com/eginhard-vietz-der-kampf-gegen-schmiergeld-ist-reine-heuchelei;2633394">Interview</a> gegeben h&#228;tte.</p>
<div id="attachment_32489" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/aufmacher34.jpg"><img class="size-medium wp-image-32489" title="aufmacher34" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/aufmacher34-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Vietz&#39; Reisefoto-Galerie: Werbefotos, auf denen Politiker neben einem  korruptionsbereiten Unternehmer zu sehen sind, sollten diese l&#246;schen lassen.</p></div>
<p>Eginhard Vietz ist ein mittelst&#228;ndischer Unternehmer aus Hannover, der im Bereich Pipelinebau t&#228;tig ist. Laut seiner Website hat die Firma Vietz Vertriebs- und Kundendienstst&#252;tzpunkte auf der ganzen Welt, darunter Libyen, &#196;gypten, Kolumbien, Brasilien, Indien und Pakistan. Nach eigenen Angaben hat Vietz einen Jahresumsatz von rd. 55 Mio. Euro.</p>
<p>Vergangene Woche gew&#228;hrte Herr Vietz dem <em>Handelsblatt</em> Einsichten in seine Einstellungen, Erfahrungen und Praktiken im Umgang mit Auslandskorruption. Offen gestand er, dass er schon mehr als einmal Schmiergeld gezahlt habe. In L&#228;ndern wie Algerien, &#196;gypten oder Nigeria ginge es nicht anders. Allerdings ist Auslandskorruption seit elf Jahren in Deutschland <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/intbestg/index.html">verboten</a>. Immerhin steht auf das Delikt eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu f&#252;nf Jahren.</p>
<p>Auf die Nachfrage des Journalisten, ob er denn keine Angst vor den deutschen Beh&#246;rden habe, machte er geltend, er sage nur, was alle w&#252;ssten. Auf das Nachhaken, dass die Zahlung von Schmiergeld strafbar sei, verstieg er sich zur Aussage, niemand habe einen Nachteil aus dem, was er tue. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland reagierte und zwei Tage sp&#228;ter war im Handelsblatt ein <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/geschaeftspraktiken-jeder-korruptionsfall-produziert-opfer;2634396">Meinungsbeitrag</a> des stellvertretenden Vorsitzenden Peter von Blomberg zu lesen [<em>Disclaimer: Der Autor ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Transparency International Deutschland</em>].</p>
<p>Das Interview von Vietz wird die Schwerpunktstaatsanwaltschaft  Korruption in Hannover mit gro&#223;em Interesse gelesen haben. Sie wird kaum  umhin kommen, von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Vietz  einzuleiten.</p>
<p>Vor wenigen Monaten hatte die <em>Bild</em> in einem <a href="http://www.bild.de/BILD/regional/hannover/leute/2010/02/10/unternehmer-eginhard-vietz/erster-unternehmer-mit-eigener-briefmarke.html">Beitrag</a> &#252;ber das bizarre Briefmarkenhobby von Vietz berichtet. In Indonesien existieren inzwischen verschiedene Briefmarken mit seinem Konterfei gemeinsam mit Politikern. So sind Merkel, zu Guttenberg und K&#246;hler auf indonesischen Briefmarken mit Vietz verewigt.</p>
<p>Immerhin mindestens zehn Exzellenzen haben sich mit Vietz in den letzten zwei Jahren ablichten lassen: Die Botschafter Klaus Peter Brandes (Abu Dhabi), Dr. Dirk Baumgartner (Katar), Dr. Claude Robert Ellner (Kuba), Dr. Michael Schaefer (China), Pius Fischer (Mongolei), Dieter W. Haller (S&#252;dafrika), Dr. Christoph M&#252;ller (Peru), J&#252;rgen Christian Mertens (Kolumbien), Dr. Norber Baas (S&#252;dkorea) und Hans-Joachim Daerr (Japan). Vietz schreibt auf seiner eigenen <a href="http://www.vietz.de/seiten-de/aktuelles/aktuelle-nachrichten/aktuelles-botschaften.html">Website</a>, dass er auf seinen zahlreichen Auslandsgesch&#228;ftsreisen die Unterst&#252;tzung der deutschen Botschaften erfahren durfte und in einigen F&#228;llen von den deutschen Botschaftern pers&#246;nlich zu den Gespr&#228;chsterminen mit den potentiellen Kunden begleitet wurde.</p>
<p>Ob das Ausw&#228;rtige Amt von den gesch&#228;ftlichen Vorlieben des Herrn Vietz wusste? Welche Rolle spielen die Botschaften im Kampf gegen Korruption, wenn angeblich doch alle wissen, dass geschmiert wird? Weisen die Botschaften deutsche Gesch&#228;ftsleute hinreichend auf die Gesetzeslage hin und stellen sicher, dass es nicht zum Gesetzesbruch kommt? Wird es weiterhin Gesch&#228;fts- und Fototermine von Botschaftern mit Herrn Vietz geben?</p>
<p>Ein Sprecher des Ausw&#228;rtigen Amtes erkl&#228;rte auf Anfrage, dass Herr Vietz und sein Unternehmen dem Ausw&#228;rtigen Amt bekannt seien und dass Korruption wirtschaftliche, soziale und politische Sch&#228;den mit sich br&#228;chte. Daher setze sich die Bundesregierung – auch das Ausw&#228;rtige Amt und seine Auslandsvertretungen – f&#252;r die Einhaltung der einschl&#228;gigen OECD-&#220;bereinkommen ein. Deutsche Auslandsvertretungen stehen selbstverst&#228;ndlich f&#252;r Ausk&#252;nfte auch zu diesem Thema zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Auf die entscheidende Frage zuk&#252;nftiger Gesch&#228;fts- und Fototermine mit Herrn Vietz hei&#223;t es lapidar: „Das Ausw&#228;rtige Amt misst der F&#246;rderung der deutschen Wirtschaft im Ausland hohe Priorit&#228;t zu.“ Mit anderen Worten: Zuk&#252;nftige Termine werden in keiner Weise ausgeschlossen. Ein klares Bekenntnis gegen Korruption sieht anders aus.</p>
<p>Dem Ausw&#228;rtigen Amt und den betroffenen Politikern sei angeraten daf&#252;r zu sorgen, dass die Werbefotos, auf denen sie neben einem korruptionsbereiten Unternehmer zu sehen sind, aus dem Netz verschwinden.</p>
<p><strong>Update (20.08.2010): </strong>S&#246;nke Iwersen <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/razzia-beim-mittelstaendler-vietz-dann-gehe-ich-ins-gefaengnis;2639352;0">berichtet</a> am heutigen Freitag im <em>Handelsblatt</em>, dass Vietz&#8217; Firma und Privathaus gestern auf der Suche nach Beweisen f&#252;r jahrelange Schmiergeldzahlungen an ausl&#228;ndische Auftraggeber durchsucht wurde. Er zitiert Eginhard Vietz, der angibt, dass es nun einmal L&#228;nder gebe, in denen es nicht anders ginge:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Ungerechtigkeit, die mir hier widerf&#228;hrt, &#228;rgert mich ma&#223;los. Wir haben vor allem amerikanische Unternehmen als Konkurrenz, und die Amerikaner schmieren weltweit wie die Teufel. Da kann ich nicht als Saubermann agieren. Das ist die Wahrheit, die keiner h&#246;ren will.&#8221;</p>
<p>Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen Vietz nun bis zu f&#252;nf Jahre Haft pro Bestechungsfall. Dazu Vietz: &#8220;Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Wenn es sein muss, gehe ich eben ins Gef&#228;ngnis.&#8221;</p></blockquote>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F32482%2Fkorruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F32482%2Fkorruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/">Korruptionsbereiter Unternehmer ver&#246;ffentlicht Reisefotos mit Politikern und Botschaftern [Update]</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32482&amp;md5=b82f7ff449635161c2fb060329cb72d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Parteiensponsoring: Es gibt keine Entschuldigung f&#252;r das Nichthandeln der Politik</title>
		<link>http://carta.info/27217/parteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik/</link>
		<comments>http://carta.info/27217/parteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 May 2010 15:34:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=27217</guid>
		<description><![CDATA[Eine unabh&#228;ngige Institution der Parteienfinanzierung ist notwendig. Nur sie kann unvoreingenommen kl&#228;ren, ob Parteiensponsoring zul&#228;ssig ist und wenn ja, in welchem Rahmen. Es w&#228;re gut, wenn es morgen endlich losgeht; es gibt keinen Grund l&#228;nger zu warten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ebcfe3c579c8436088d89fefc1a96c29" alt="" width="1" height="1" />Seit Monaten rei&#223;t die Debatte um Parteiensponsoring nicht ab, zuletzt befeuert durch die Vorg&#228;nge in NRW rund um die Landtagswahl. „Man kann juristisch durchaus die Ansicht vertreten, dass die Praxis bedenklich war“ wird Andreas Krautscheid, Generalsekret&#228;r der NRW-CDU, von Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,692393,00.html">zitiert</a>, „damals hat man geglaubt, das gehe so; heute muss man das juristisch vielleicht anders sehen“.</p>
<p>Im Jahr 2000 hatte der damalige Bundespr&#228;sident Johannes Rau eine Kommission zur Pr&#252;fung der Parteienfinanzierung berufen. In ihrem <a href="http://www.bundespraesident.de/downloads/bericht.pdf">Abschlussbericht</a> vom 18. Juli 2001 stellte die Kommission fest:</p>
<blockquote><p>„Im &#220;brigen empfiehlt die Kommission dem Gesetzgeber zu pr&#252;fen, ob die Vorschriften des Parteiengesetzes der Vielfalt der modernen Formen von Sponsoring und von konkreten Veranstaltungs- oder Kampagnenunterst&#252;tzung gerecht werden und diese angemessen bew&#228;ltigen“ (S. 16).</p></blockquote>
<p><strong>Vor neun Jahren wurde also bereits erkannt, dass Parteiensponsoring Reformen im Parteienrecht erfordern k&#246;nnte; geschehen ist nichts.</strong></p>
<p>Im Oktober 2009 ver&#246;ffentlichte Bundestagspr&#228;sident Lammert einen <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/141/1614140.pdf">Bericht</a> &#252;ber die Rechenschaftsberichte der Parteien und der Entwicklung der Parteifinanzen. Diesen Bericht gab es erstmals seit 2002, obwohl das Parteiengesetz (§23, Abs. 4) solche Berichte regelm&#228;&#223;ig vorsieht. Als Grund wurde der</p>
<blockquote><p>„<strong>anhaltend hohe Arbeitsanfall</strong>[s] im Bereich der grunds&#228;tzlich mit Vorrang zu behandelnden Pr&#252;fungs-, Festsetzungs-, und Ermittlungst&#228;tigkeit“ (Hervorhebungen in den Zitaten vom Autor)</p></blockquote>
<p>genannt; soviel zu den Ressourcen der <strong>Aufsicht &#252;ber die Parteienfinanzierung</strong> in Deutschland. Als dann im Sommer 2009 auch noch eine Delegation des Europarates nachfragte, wurde man sich wohl der unzul&#228;nglichen Berichterstattung bewusst und holte diese schnell nach.</p>
<p>Im Bericht wird &#252;ber einen Vorgang aus Bayern aus den Jahren 1998 bis 2002 berichtet, wonach ein Gebietsverband der CSU einer Druckerei Werberechte &#252;bertrug und daf&#252;r Geld erhielt (S. 41f.). &#220;ber die Verbuchung gab es wohl Streit, denn es wird von zwei Gutachten berichtet, die zum Vorgang eingeholt wurden. Erst im Juni 2009 wird der Vorgang abgeschlossen. Die wichtigste Aussage aus dem Bericht:</p>
<blockquote><p>„Eine solche Aufspaltung geleisteter Zahlungen in einen Gegenleistungs- und einen Spendenanteil, wie sie im &#220;brigen auch in F&#228;llen des sog. Sponsoring vorzunehmen w&#228;re, wenn ein augenf&#228;lliges Missverh&#228;ltnis zwischen der Leistung des Sponsors und der Gegenleistung der gesponserten Partei festgestellt w&#252;rde, ist im Sinne einer Effektuierung des Transparenzgebots erforderlich, um in derartigen F&#228;llen die Vereinnahmung <strong>verdeckter Spenden</strong> an eine Partei auszuschlie&#223;en“.</p></blockquote>
<p>Dieser verschachtelte Satz beweist, dass man sich seit Jahren mit den Problemen des Sponsoring auseinandersetzt. Seit Jahren wissen Bundestagsverwaltung und die Schatzmeister der Parteien, dass der Umgang mit<strong> Parteiensponsoring rechtlich kein Spaziergang ist</strong>. Zu Klarstellungen kam es nie.</p>
<p>Bis heute gibt es keinen Regierungsentwurf zur Reform der Parteienfinanzierung. Es entsteht der Eindruck, dass auf Zeit gespielt wird. Es w&#228;re nicht das erste Mal.</p>
<p>Immerhin dauerte es 18 Jahre, bis die Parteien 1967 &#252;berhaupt erstmals (rudiment&#228;re) Rechenschaftsberichte vorlegten, obwohl diese bereits vom Grundgesetz gefordert wurden. <strong>Die Geschichte der Transparenzpflicht der Parteien ist eine Geschichte von Parteien, die zum Jagen getragen werden m&#252;ssen.</strong></p>
<p>Im April <a href="http://www.n-tv.de/politik/Vertrauensfragen-im-Bundestag-article760710.html">mahnte</a> Lammert einmal mehr zur Ruhe. Die B&#252;rger sollten gerade dann nicht ruhig bleiben, wenn sich ewig nichts tut. Jetzt ist die NRW-Wahl vorbei. Der &#246;ffentliche Druck muss aufrecht erhalten bleiben.</p>
<p>Warum ist Parteiensponsoring so kompliziert zu bewerten? Der Unterschied zwischen Spenden und Sponsoring besteht in der Gegenleistung. Bei einer Spende erh&#228;lt der Spender keine Gegenleistung (au&#223;er der Spendenquittung, die seine gegenleistungsfreie Geld&#252;berweisung dokumentiert).</p>
<p><strong>Beim Sponsoring kommt es zu Leistung und Gegenleistung.</strong> F&#252;r die Geldleistung erh&#228;lt der Sponsor etwas: zum Beispiel wird sein Logo auf den Trikots einer Sportmannschaft gezeigt oder ein Bereich eines Museums oder Theaters wird nach ihm benannt. Das Komplizierte besteht in der Bewertung der Angemessenheit der Gegenleistung.</p>
<p>Nehmen wir an, bei einem Trikotsponsoring in H&#246;he von 10.000 Euro ist der materielle Gegenwert der 20 Trikots 50 Euro pro Trikot, also insgesamt 1.000 Euro. Damit h&#228;tte der Sponsor 9.000 Euro f&#252;r den „Imagetransfer“ bezahlt, also daf&#252;r, dass seine potenziellen Kunden den Namen des Unternehmens auf dem Trikot sehen und eher geneigt sind, seine Produkte zu kaufen.</p>
<p>Wie l&#228;uft Parteiensponsoring ab? Nehmen wir an, im Vorraum des Parteitags kann der Sponsor einen Stand errichten. Die Messehalle berechnet der Partei f&#252;r die Nutzung der gesamten R&#228;umlichkeiten einen Gesamtpreis. Die Partei bietet Unternehmen an, f&#252;r 10.000 Euro „Sponsor“ eines Standes beim Parteitag zu werden.</p>
<p>Jetzt stellt sich die spannende Frage, wie sich die 10.000 Euro Kosten aufteilen und vor allem in welchem Verh&#228;ltnis? Ein Teil sind die tats&#228;chlich anfallenden Kosten der Messehalle und ein Teil der Kosten entf&#228;llt auf den sogenannten „Imagetransfer“. Wie bemessen sich die Kosten der Messehalle oder (bei Anzeigen in Parteibl&#228;ttern) der angemessene Anzeigenpreis?</p>
<p>Hier kann wohl nur &#252;ber Marktvergleiche mit anderen Messen oder mit anderen Medien mit der gleichen Reichweite gearbeitet werden. <strong>Allerdings gilt nach wissenschaftlicher Auffassung, dass der Steuerpflichtige den Nachweis der Angemessenheit erbringen m&#252;ssen.</strong> Vermutlich w&#252;rde fast immer nur ein Teil der Kosten daf&#252;r aufgebracht und ein weiterer Kostenblock f&#252;r den sogenannten „Imagetransfer“ verbliebe.</p>
<p>Erfolgt &#252;berhaupt ein Imagetransfer? <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Hey">Prof. Dr. Johanna Hey</a> zeigt sich skeptisch. In der Zeitschrift DER BETRIEB von 08.07.2005 argumentierte sie in einem Aufsatz zum Parteiensponsoring:</p>
<blockquote><p>„Bereits bez&#252;glich der Eignung des Parteiensponsoring zur Erzielung eines <strong>positiven Imagetransfers bestehen angesichts des in der Bev&#246;lkerung eher negativen Images der gro&#223;en Volksparteien Zweifel</strong>. […] Dagegen begr&#252;ndet die Einflussnahme auf die politischen Rahmenbedingungen, selbst wenn hiermit auch ein g&#252;nstiges Investitionsklima f&#252;r das Unternehmen angestrebt wird, keinen Betriebsausgabenabzug. […] Ob das Sponsoring […] einen kommunikativen Vorteil garantiert, ist m.E. eher zweifelhaft, da es schwer sein d&#252;rfte, den Versuch der politischen Einflussnahme als altruistische Ma&#223;nahme zu vermarkten“ (S. 1406).</p></blockquote>
<p>Dass die Wissenschaftlerin vermutlich nicht unternehmensunfreundlich ist, zeigt sich daran, dass sie Gr&#252;ndungsmitglied des F&#246;rdervereins der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist. Es ist bezeichnend, wenn bereits sie Probleme hat, einen Imagetransfer zu entdecken. Best&#252;nde kein Imagetransfer, m&#252;ssten Teile der Sponsoringeinnahmen der letzten Jahre als verdeckte Parteispenden gewertet werden.</p>
<p>Welche Zielgruppe wird durch das Sponsoring &#252;berhaupt erreicht? Im Wesentlichen werden die Parteitagsdelegierten, die Journalisten und die anderen Sponsoren erreicht, also eine sehr kleine Zielgruppe. Normalerweise wird durch Sponsoring versucht, eine m&#246;glichst gro&#223;e Zielgruppe zu erreichen. Daher kommunizieren Unternehmen meist recht offensiv &#252;ber ihre Sponsoringaktivit&#228;ten. Ausgerechnet beim Parteiensponsoring bleibt diese Transparenz aus; <strong>der Sinn von Ver&#246;ffentlichung wird geradezu auf den Kopf gestellt</strong>.</p>
<p>Weder in den Rechenschaftsberichten der Parteien tauchen die Namen der Sponsoren auf, noch finden sich auf den Websites der Unternehmen deutliche Hinweise auf ihr Parteiensponsoring. F&#252;hren wir den Gedankengang zu Ende: Das Unternehmen erhofft sich also von dieser kleinen Zielgruppe, dass sie nach dem Parteitag eher die Produkte oder Dienstleistungen des sponsernden Unternehmens kauft, sagt das aber anderen nicht weiter, noch ver&#246;ffentlichen die Parteien dies. Sp&#228;testens an diesem Punkt zeigt sich, wie d&#252;nn der Argumentationsgrat der Bef&#252;rworter des Parteiensponsorings ist.</p>
<p>Besonders fraglich ist die Rolle der Unternehmen, die sich zu mehr als 25% im Eigentum der &#246;ffentlichen Hand befinden. &#220;ber <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/cdu-in-nrw-mit-sponsoring-zum-gewinn-1560685.html">Beispiele</a> hatte stern online berichtet. Nach §25, Abs. 5 PartG d&#252;rfen sie keine Spenden an Parteien leisten, aber gegen das Parteiensponsoring wurde nie etwas getan. Dabei ist das Sponsoring sogar noch attraktiver, da die Ausgaben des Unternehmens f&#252;r Sponsoring von der Steuer abgesetzt werden k&#246;nnen; bei Parteispenden ist dies verboten.</p>
<p><strong>Eine unabh&#228;ngige Institution der Parteienfinanzierung ist notwendig.</strong> Nur sie kann unvoreingenommen kl&#228;ren, ob Parteiensponsoring zul&#228;ssig ist und wenn ja, in welchem Rahmen. Es w&#228;re gut, wenn es morgen endlich losgeht; es gibt keinen Grund l&#228;nger zu warten.</p>
<p><em>Dr. Christian Humborg ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Transparency International Deutschland.</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F27217%2Fparteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F27217%2Fparteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/27217/parteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik/">Parteiensponsoring: Es gibt keine Entschuldigung f&#252;r das Nichthandeln der Politik</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/27217/parteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=27217&amp;md5=a6a99d65a9e5544981a6049479b5e97a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/27217/parteiensponsoring-es-gibt-keine-entschuldigung-fuer-das-nichthandeln-der-politik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Einladung an „f&#252;hrende Medienmacher“: Energiekonzern betreibt Klimapflege</title>
		<link>http://carta.info/22241/einladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege/</link>
		<comments>http://carta.info/22241/einladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 11:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vattenfall]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=22241</guid>
		<description><![CDATA[In der kommenden Woche l&#228;dt Vattenfall Journalisten und Politiker wieder zum Gespr&#228;ch. Eine Dreierbeziehung zwischen Medien, Politik und Unternehmen, bei der die Rollen zu verwischen drohen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/bfeec002de634fc59ce16339679b4aff" width="1" height="1" alt=""/>Die Fakten sind schnell erz&#228;hlt: Das Unternehmen Vattenfall l&#228;dt ausgew&#228;hlte „f&#252;hrende Medienmacher“ (so die Einladung) zu einer Veranstaltung in ein Hotel im Land Brandenburg am Dienstag, den 2. Februar 2010, um 19.30 Uhr ein. Gespr&#228;chspartner in einem Hintergrundgespr&#228;ch ist der brandenburgische Ministerpr&#228;sident Matthias Platzeck. Der <em>Stern</em>-Journalist Hans-Martin Tillack hatte bereits in seinem Buch „Die korrupte Republik“ im letzten Jahr beschrieben, dass Vattenfall solche Veranstaltungen etwa alle sechs Monate in einem Brandenburger Hotel durchf&#252;hre. Gespr&#228;chspartner waren in der Vergangenheit demnach Wirtschaftsminister Michael Glos und der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck gewesen. Gew&#246;hnliche Hintergrundgespr&#228;che oder nicht? Schauen wir uns das Veranstaltungsformat Schritt f&#252;r Schritt an:</p>
<p><strong>Die „Medienmacher“:</strong> Tillack berichtete in seinem Buch gen&#252;sslich von Shuttle-Service, opulentem Essen und dem angebotenen Wein, inklusive Jahrgang. Ohne Missgunst stellt sich die n&#252;chterne Frage, ob die „f&#252;hrenden Medienmacher“ Essen und &#220;bernachtung selbst zahlen. Sollten Journalisten der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten teilnehmen, w&#228;re dies ihnen anzuraten, gelten sie doch als Amtstr&#228;ger. F&#252;r den Rest der Runde gilt Ziffer 15 des <a href="http://www.presserat.info/Pressekodex.pressekodex.0.html">Pressekodex</a>. Danach sind Vorteile jeder Art, die geeignet sein k&#246;nnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeintr&#228;chtigen, abzulehnen. Als Leser w&#252;sste ich gern, wie teilnehmende Chefredakteure der von mir konsumierten Medien diese Veranstaltung im Hinblick auf Ziffer 15 beurteilen. Der Hinweis aus Tillacks Buch, dass Vattenfalls Angebot kostenlos sei, gibt erste Hinweise.</p>
<p><strong>Die Gespr&#228;chspartner:</strong> Ich frage mich, warum sich Politiker f&#252;r dieses Unternehmen hergeben. Meine Einsch&#228;tzung ist, dass die Einladung eines Politikers in seine Dienstr&#228;ume bei Tee und Geb&#228;ck vermutlich nicht die Aufmerksamkeit zahlreicher „f&#252;hrender Meinungsmacher“ erregen k&#246;nnte. Daher schlie&#223;t man sich zusammen. Der Politiker bietet die Inhalte; das Unternehmen bietet den Rahmen. Vermutlich l&#228;sst sich nur gemeinsam der gew&#252;nschte Erfolg erzielen.</p>
<p>Was die Angelegenheit ein wenig pikant macht, sind formale Zust&#228;ndigkeiten. In Glos&#8217; Zust&#228;ndigkeitsbereich als Bundeswirtschaftsminister fiel das Bundeskartellamt; zudem ist das Bundeswirtschaftsministerium f&#252;r die „gesicherte Energieversorgung zu angemessenen Preisen“ <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Ministerium/aufgaben-und-struktur.html">zust&#228;ndig</a>. Im Energiesektor gibt es auch auf Landesebene Zust&#228;ndigkeiten. Nach <a href="http://bundesrecht.juris.de/enwg_2005/__54.html">§54, Abs. 2</a> des Energiewirtschaftsgesetzes sind die Landesregulierungsbeh&#246;rden, wie z.B. in Brandenburg, f&#252;r Energieversorgungsunternehmen mit weniger als 100.000 Kunden zust&#228;ndig.</p>
<p><strong>Das einladende Unternehmen:</strong> F&#252;r mich hat Vattenfall dieses Veranstaltungsformat zur Image- und Klimapflege ins Leben gerufen. Ich gehe davon aus, dass es das Unternehmen ist, das die jeweiligen „Pers&#246;nlichkeiten des &#246;ffentlichen Lebens“ aussucht und anspricht. Die Fortsetzung einer solchen Praxis w&#228;re forsch, nachdem diese schon im letzten Jahr &#246;ffentlich gemacht worden war. Auch hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace erst im Oktober 2009 beim Bundesministerium f&#252;r Wirtschaft und Technologie Beschwerde gegen den schwedischen Energiekonzern wegen des Versto&#223;es gegen die <a href="http://www.oecd.org/document/3/0,3343,de_34968570_34968795_41979843_1_1_1_1,00.html">OECD-Leits&#228;tze</a> f&#252;r multinationale Unternehmen <a href="http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/OECD-Beschwerde.pdf">erhoben</a> (PDF). Einer der Vorw&#252;rfe lautet auf „ungeb&#252;hrliche Einmischung in die Politik des Gastlandes“ (Kapitel II. 11 der OECD-Leits&#228;tze).</p>
<p>F&#252;r eine eindeutige Bewertung ist die Einladung hinreichend unklar formuliert: „Der Empfang beginnt um 19.30 Uhr mit anschlie&#223;endem Abendessen“. Zuvor hei&#223;t es, dass Herr Platzeck „um 20:00 Uhr einem kleinen Kreis von Chefredakteuren und leitenden Redakteuren Rede und Antwort“ stehe. Zum Thema des Hintergrundgespr&#228;ches findet sich in der Einladung kein Hinweis.</p>
<p><strong>Die Gemengenlage:</strong> Der Anstifter dieser komplizierten Dreierbeziehung ist meinem Eindruck nach der Energiekonzern, der auf der einen Seite gemeinsam mit einem daf&#252;r empf&#228;nglichen Politiker ein Angebot formt, dessen Nachfrager auf der anderen Seite die Journalisten sind. Mir geht es weniger um das konkrete Zusammenkommen n&#228;chste Woche und vielleicht ist dieser Abend auch nur Kleinkram im Spiel der m&#228;chtigen Interessen. Ich finde aber Veranstaltungen zweifelhaft, bei denen Rollen und Verpflichtungen zu verwischen drohen. Komplizierte Arrangements sind zu vermeiden oder Rollen und Verpflichtungen genau zu definieren. Ich habe nichts grunds&#228;tzlich gegen Hintergrundgespr&#228;che oder leckere Abendessen, aber man muss sich schon die M&#252;he machen zu pr&#252;fen, ob die Spielregeln klar sind und eingehalten werden.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F22241%2Feinladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F22241%2Feinladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/22241/einladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege/">Einladung an „f&#252;hrende Medienmacher“: Energiekonzern betreibt Klimapflege</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/22241/einladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22241&amp;md5=cacbe91bc35e2786b24f04ed70b2efe7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/22241/einladung-an-fuehrende-medienmacher-energiekonzern-betreibt-klimapflege/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lobbyismus: Systemrisiko der Demokratie?</title>
		<link>http://carta.info/18843/lobbyismus-systemrisiko-der-demokratie/</link>
		<comments>http://carta.info/18843/lobbyismus-systemrisiko-der-demokratie/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 10:20:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=18843</guid>
		<description><![CDATA[Auf dem "Politikkongress" geht es ab morgen um die Vermittlung, aber auch Beeinflussung von Politik. Christian Humborg &#252;ber Politiknetzwerke, Machtgef&#228;lle und integre Politik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c619da5ddb854aa29af4194385b831a7" alt="" width="1" height="1" />Obamas Finanzreform wird von Lobbyisten-Armee torpediert, <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,658139,00.html">vermeldet</a> Spiegel Online vor vier Wochen. Zwei Tage zuvor <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/28/us/politics/28lobby.html?_r=3&amp;scp=2&amp;sq=lobbyists&amp;st=cse">reduzierte</a> die New York Times das Ringen um die US-amerikanische Gesundheitsreform auf die Auseinandersetzung der beiden m&#228;chtigsten US-Lobbyisten in der Gesundheitspolitik. Zwar sind die Vereinigten Staaten nicht Deutschland, aber auch in unserem Land fragt man sich immer &#246;fters: Was ist das f&#252;r ein neuer Kaiser, dieser Lobbyismus?</p>
<p>Die Aussage, dass Lobbying &#8211; also die Vertretung eigener Interessen &#8211; legitim und Bestandteil des politischen Systems ist, ist so richtig wie unbedeutend. Niemand bestreitet, dass das &#220;bersenden von Positionspapieren an Abgeordnete und die Teilnahme von Verb&#228;nden an Anh&#246;rungen zul&#228;ssiger und wichtiger Teil des politischen Prozesses ist. Doch dreht sich die tats&#228;chliche Debatte um diffizilere Fragen.</p>
<p>L&#228;ngst ist der „Lobbyismus“ zu einem negativ besetzten Begriff f&#252;r ein System informeller, nicht transparenter Einflussnahmen mit nicht nachvollziehbaren und/oder ethisch fragw&#252;rdigen Austauschbeziehungen geworden. Diese Etikettierung w&#252;rde den Diskurs &#252;ber politische Wirklichkeit erleichtern, aber worin besteht genau das Problem?</p>
<p>Die Aufgabe der Politik liegt im Treffen allgemein verbindlicher Entscheidungen. Die Anerkennung ihrer Verbindlichkeit speist sich aus der Legitimit&#228;t demokratischer Entscheidungsprozesse. Zur Bewertung der demokratischen G&#252;te von Entscheidungsprozessen ist es g&#228;ngige Praxis, sie in viele, kleine Einzelbestandteile zu zerlegen und dann einzeln zu bewerten. Ein solches Vorgehen entspricht dem methodischen Vorgehen der streng akteurszentriert arbeitenden Sozialwissenschaftler.</p>
<p>Wenn eine politische Verhandlungsseite wortgleich den Entwurf eines Lobbyverbandes &#252;bernimmt, wenn die Formulierung eines Gesetzentwurfes an eine Anwaltskanzlei ausgelagert wird und wenn Parlamentarier ihr Mandat zur&#252;ckgeben, um einen Lobbyisten-Job in der Wirtschaft anzutreten, mag man das politisch kritisieren und angreifen, aber es ist formal wenig daran auszusetzen (falls im zweiten Fall eine korrekte Auftragsvergabe stattfand). Aber ein solches Vorgehen verengt den Blick weg vom Gestr&#252;pp der dahinterliegenden demokratischen Systemrisiken.</p>
<p>Die Politikwissenschaft nutzt seit langem den Begriff des „Politiknetzwerks“, um die Interaktion wesentlicher Akteure im Prozess der Politikformulierung und –durchsetzung zu beschreiben. Ein Netzwerk ist niemals per se gut oder schlecht. Wesentlich sind Aufgabe und Ziel des Netzwerks und die Art der Interaktion im Netzwerk. Es ist unstrittig, dass politische Willensbildung zu einem Gro&#223;teil in informellen Netzwerken au&#223;erhalb des formalen Politikprozesses stattfindet.</p>
<p>Bundestagspr&#228;sident Lammert wird zu Recht nicht m&#252;de zu betonen, dass das Parlament das Herz der Demokratie sei. Lobbyisten operieren am offenen Herzen der Demokratie. Daher ist es wichtig, zwischen einem „Netzwerk von Kleing&#228;rtnern in Unterschlarbach“ und dem Netzwerk der Politik formulierenden Parlamentarier, Beamten und beteiligten Lobbyisten in einem konkreten Politikfeld zu unterscheiden. Ganz wesentlich zur Bewertung ist dabei die Frage, wie transparent und nach au&#223;en offen ein solches Politiknetzwerk ist und wer in diesen informellen Politiknetzwerken das Sagen hat. Ohne Transparenz ist es schwierig, dem Eindruck zu begegnen, dass diejenigen, die mehr finanzielle M&#246;glichkeiten haben, Informationen und Wissen zu produzieren, auch mehr Macht in den informellen Politiknetzwerken besitzen und diese Macht in politische Entscheidungen umsetzen k&#246;nnen. Erst durch die Offenlegung der Netzwerkstrukturen ist eine politische Auseinandersetzung &#252;ber solche Machtgef&#228;lle m&#246;glich.</p>
<p>Vielen politischen Eliten scheint es an Problembewusstsein zu mangeln. Neulich sprach ein lobbykritischer Bundestagsabgeordneter davon, alle neuen Abgeordneten w&#252;rden nach ihrem ersten Parlamentseinzug einer „W&#228;sche“ unterzogen; er meinte wohl Gehirnw&#228;sche. Als G&#252;nter Grass in einer Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion den wachsenden Lobbyismus gei&#223;elte, zeigten reflexartig die Finger auf ihn zur&#252;ck als Lobbyisten der Urheberrechte.</p>
<p>F&#252;r die institutionelle St&#228;rkung integrer Politik gibt es direkt umsetzbare Handlungsm&#246;glichkeiten. Erstens muss der Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung <a href="http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Politik/Eckpunktepapier_Abgeordnetenbestechung_08-03-11.pdf">versch&#228;rft</a> werden, damit Abstimmungsverhalten in Fraktionssitzungen nicht mehr legal gekauft werden kann. Gleichzeitig muss die Annahme von Spenden durch Abgeordnete selbst &#8211; die bis zu einem Betrag von 10.000 Euro noch nicht einmal publiziert wird – untersagt werden. Zweitens m&#252;ssen die Nebeneink&#252;nfte der Abgeordneten auf Heller und Pfennig <a href="http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Politik/Diskussionspapier_Nebentaetigkeiten_08-10-22.pdf">ver&#246;ffentlicht</a> werden. Drittens ist ein verpflichtendes <a href="http://www.transparency.de/Positionspapier-Lobbyisten-Reg.1017.0.html">Lobbyistenregister</a> mit finanzieller Offenlegung notwendig.</p>
<p>Zur kulturellen St&#228;rkung integrer Politik muss immer wieder an das demokratische Verst&#228;ndnis erinnert werden, dass Politik den Menschen und niemandem sonst dient, dass Lobbyisten nicht gew&#228;hlt sind – auch wenn sie stolz die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen ihrer (Mitglieds)unternehmen vor sich herposaunen – und dass die Chance eines jeden B&#252;rgers, dass seine Interessen im politischen Prozess ber&#252;cksichtigt werden, weder direkt noch indirekt von seinen finanziellen M&#246;glichkeiten abh&#228;ngen darf.</p>
<p><em>Christian Humborg hat diesen Text auf „<a href="http://www.theeuropean.de/">The European</a>“ ver&#246;ffentlicht. Wir &#252;bernehmen den Text als <a href="http://www.theeuropean.de/christian-humborg/lobbyismus-und-transparency-international">Crosspost</a>.</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F18843%2Flobbyismus-systemrisiko-der-demokratie%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F18843%2Flobbyismus-systemrisiko-der-demokratie%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/18843/lobbyismus-systemrisiko-der-demokratie/">Lobbyismus: Systemrisiko der Demokratie?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18843/lobbyismus-systemrisiko-der-demokratie/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18843&amp;md5=4cdbbf1dbe9ef0146dc92fc88efc0c57" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/18843/lobbyismus-systemrisiko-der-demokratie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Durch die Dreht&#252;r. Die Minister und die Wirtschaft</title>
		<link>http://carta.info/14469/pantouflage-transfermarkt/</link>
		<comments>http://carta.info/14469/pantouflage-transfermarkt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 11:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Drehtüreffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[Pantouflage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=14469</guid>
		<description><![CDATA[Nach der Bundestagswahl wird der Transfermarkt wieder offen sein – Minister werden in die Wirtschaft wechseln. Regelungen daf&#252;r fehlen weiterhin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/be09cff8706f77879d399ddc3463e5" width="1" height="1" alt=""/>Zwei der spektakul&#228;rsten F&#228;lle in dieser Legislaturperiode waren Gerhard Schr&#246;der und Otto Wiesheu. Nonchalant traten sie Jobs in der Wirtschaft in Bereichen an, mit denen sie zuvor befasst gewesen waren: Gerhard Schr&#246;der wurde Aufsichtsratsvorsitzender des Ostsee-Pipeline-Konsortiums unter russischer F&#252;hrung; Otto Wiesheu verhandelte vermutlich seinen Arbeitsvertrag mit der Deutschen Bahn parallel mit dem Kapitel Verkehrspolitik des Koalitionsvertrags als bayerischer Verkehrsminister aus.<br />
<strong><br />
</strong>Im Deutschen wird dieses Ph&#228;nomen nach dem englischen Original <em>revolving doors</em> als <strong>Dreht&#252;reffekt</strong> bezeichnet: Der Anschein entsteht, dass es einen Zusammenhang zwischen im Amt getroffenen Entscheidungen und einer nach dem Ausscheiden aufgenommenen Erwerbst&#228;tigkeit geben k&#246;nnte. Die Franzosen haben sogar ein eigenes Wort daf&#252;r. <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Pantouflage">Pantouflage</a> beschreibt den Wechsel zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft und die enge Verbundenheit von politischen, administrativen und wirtschaftlichen Eliten. Wir haben kein eigenes Wort, aber wir haben auch nicht die ENA.</p>
<p>Bei der Bewertung des Dreht&#252;reffektes gilt es drei Gruppen zu unterscheiden:</p>
<ol>
<li>Minister und Parlamentarische Staatssekret&#228;re, wo es keine Regeln gibt.</li>
<li>Beamtete Staatssekret&#228;re und Beamte, wo es Regeln gibt.</li>
<li>Abgeordnete, wo es wiederum keine Regeln gibt.</li>
</ol>
<p>Am frappierendsten ist, dass die Gruppen 1 und 2 in Deutschland unterschiedlich behandelt werden.</p>
<p>F&#252;r 47 Personen im Amt, die 16 Ministerinnen und Minister und die 31 Parlamentarischen Staatssekret&#228;re, von Aigner, Altmaier bis Zypries, gibt es keine Regeln bei einem Wechsel. Mal sehen, wer von diesen nach der Wahl die Dreht&#252;r durchschritten hat – ohne sich vor irgendjemandem rechtfertigen zu m&#252;ssen, selbst, wenn man dem neuen Arbeitgeber gerade noch was Gutes getan h&#228;tte. Die &#252;bliche und vern&#252;nftige Forderung ist die nach einer <strong>Karenzzeit</strong>, auch Abk&#252;hlperiode genannt (nach dem englischen <em>cooling off</em>), wenn es einen Zusammenhang zwischen der bisherigen und der beabsichtigten T&#228;tigkeit gibt. Zwei Jahre, drei Jahre oder f&#252;nf Jahre stehen im Raum.</p>
<p>F&#252;r die Beamten und damit auch die beamteten Staatssekret&#228;re gibt es eine <strong>F&#252;nfjahresregelung</strong>, innerhalb derer der Wechsel untersagt werden kann, wenn „dienstliche Interessen beeintr&#228;chtigt“ werden. Hier stellt sich die Frage, wie konsequent der bisherige Dienstherr pr&#252;ft und entscheidet. Zu den Wechself&#228;llen geh&#246;ren Caio Koch-Weser, der seit dem 2006 bei der Deutschen Bank schafft und der ehemalige Staatssekret&#228;r von Randow, der zum 1.1.2009 bei Air Berlin <a href="http://www.airberlin.com/site/pressreleases_dr.php?LANG=deu&amp;ID=1547">anheuerte</a>. Die Zustimmung zum Wechsel durch die Ministerien provoziert Fragen nach der Ernsthaftigkeit der Pr&#252;fung. Vielleicht w&#228;re eine neutralere Pr&#252;finstanz ratsam oder ein unabh&#228;ngiges Gremium, das eine &#246;ffentliche Empfehlung ausspricht. Schon 2007 stellte die „Groups of States against Corruption“ in einem Bericht (PDF <a href="http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/greco/evaluations/round2/GrecoRC2%282007%293_Germany_EN.pdf">hier</a>) fest, dass Deutschland die Empfehlungen des Europarates zur Korruptionspr&#228;vention zum Wechsel von Beamten in die Wirtschaft nur teilweise umgesetzt hat.</p>
<p><strong>Frei</strong> im Unterschreiben von Arbeitsvertr&#228;gen sind die Abgeordneten. Da es gew&#228;hlte Volksvertreter sind, ist eine beh&#246;rdliche Genehmigung kein vern&#252;nftiger Vorschlag. Beispiele sind hier Ditmar Staffelt, der Anfang des Jahres sein Mandat niederlegte, um einen Lobbyisten-Job beim R&#252;stungskonzern EADS anzutreten, oder Rainer Wend, der im Fr&#252;hjahr sein Mandat niederlegte, um in den Zentralbereich „Politik und Nachhaltigkeit“ der Post zu wechseln. Hier frage ich mich eher, welchen Wert f&#252;r sie das Vertrauen der B&#252;rger hat, die sie gew&#228;hlt haben. Das Schlimme ist: diese W&#228;hler k&#246;nnen sie pers&#246;nlich daf&#252;r nicht einmal abstrafen, da sie ja nicht mehr antreten, h&#246;chstens ihre Partei.</p>
<p>Auf europ&#228;ischer Ebene hatte damals die Causa Bangemann zu einer sehr m&#228;&#223;igen Regelung gef&#252;hrt. In Deutschland hat sich seither nichts getan. Die Gr&#252;nen hatten am Anfang der Legislaturperiode vorsichtig daran erinnert, dass das Thema nach wie vor ungel&#246;st sei (<a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/009/1600948.pdf">Antrag</a> als PDF). So wird es weiter Vermutungen &#252;ber Koppelgesch&#228;fte geben, die die Politikerkaste in Misskredit bringen.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F14469%2Fpantouflage-transfermarkt%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F14469%2Fpantouflage-transfermarkt%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/14469/pantouflage-transfermarkt/">Durch die Dreht&#252;r. Die Minister und die Wirtschaft</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/14469/pantouflage-transfermarkt/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14469&amp;md5=7824fd7e1bdbea084a8ec454bf04395d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/14469/pantouflage-transfermarkt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nebent&#228;tigkeiten: Abgeordnete und Journalisten im Vergleich</title>
		<link>http://carta.info/11689/nebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich/</link>
		<comments>http://carta.info/11689/nebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 07:30:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnete]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Nebentätigkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=11689</guid>
		<description><![CDATA[In der Debatte um die Nebent&#228;tigkeiten von Journalisten bietet sich ein Vergleich mit anderen Berufsgruppen an. F&#252;r Abgeordnete auf Bundesebene gilt bereits eine Auskunftspflicht. Ein Vorbild f&#252;r den Journalismus?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9dff9f493fe9c2b9d62d08a0916fb9" alt="" width="1" height="1" />Seit den letzten Wochen geistern die Namen verschiedener Fernsehgr&#246;&#223;en durch die Gazetten, die durch Nebent&#228;tigkeiten ordentliche Summen verdient haben sollen. In diesem Blog war die Debatte <a href="../../9595/ard-boersenfrau-anja-kohl-moderiert-fuer-dax-firmen-banken-und-atomindustrie/">mitinitiiert</a> worden.</p>
<p>Wer Journalisten mit anderen Berufsgruppen vergleichen will, sollte sie lieber mit Beamten als mit Abgeordneten vergleichen, zumindest diejenigen, die bei den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten besch&#228;ftigt sind. Denn diese seien als sogenannte „Amtstr&#228;ger“ anzusehen, da ihr Arbeitgeber zu den „sonstigen Stellen der &#246;ffentlichen Verwaltung“ z&#228;hlen w&#252;rde, urteilte das Landgericht Frankfurt am Main in der Causa Emig – allerdings ist das Urteil in Revision. Andere Amtstr&#228;ger sind z.B. Professoren, bei denen es auch immer wieder Debatten um Nebent&#228;tigkeiten gibt. Richter sind laut Grundgesetz eine eigene Berufsgruppe mit ihren eigenen Nebent&#228;tigkeiten-<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,519373,00.html">Skand&#228;lchen</a>.</p>
<p><strong>Bundesverfassungsgericht f&#252;r Transparenz</strong></p>
<p>Ein Vergleich mit den Abgeordneten bietet sich jedoch an, weil bei keiner anderen Berufsgruppe so intensiv &#252;ber Regelungen und Ver&#246;ffentlichungspflichten diskutiert wurde. Am Ende stand ein Gesetz, gegen das gleich geklagt wurde. Vor zwei Jahren, am 4. Juli 2007, <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg07-073.html">entschied</a> das Bundesverfassungsgericht, dass die Form der Ver&#246;ffentlichung der Nebeneink&#252;nfte der Bundestagsabgeordnete mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Auf der <a href="http://www.bundestag.de/mdb/nebentaetigkeit/index.html">Website</a> des Bundestages wird seitdem bei jedem Abgeordneten pro Besch&#228;ftigung oder Auftrag angegeben, in welche der drei Stufen (Stufe 1: 1.000 – 3.500 Euro; Stufe 2: 3.500 – 7.000 Euro; Stufe 3: &#252;ber 7.000 Euro) er f&#228;llt.</p>
<p><strong>Das Volk hat Anspruch zu wissen…</strong></p>
<p>In juristischer Sprache wird im Verfassungsgerichtsurteil ausgef&#252;hrt, warum die Angabe der Nebeneink&#252;nfte der Abgeordneten wichtig sei: „Interessenverflechtungen und wirtschaftliche Abh&#228;ngigkeiten der Abgeordneten sind f&#252;r die &#214;ffentlichkeit offensichtlich von erheblichem Interesse [...] Das Volk hat Anspruch darauf zu wissen, von wem – und in welcher Gr&#246;&#223;enordnung – seine Vertreter Geld oder geldwerte Leistungen entgegennehmen“ (Randnummer 274).</p>
<p>Bei Journalisten gibt es die Gefahr einer wirtschaftlichen Abh&#228;ngigkeit oder zumindest eines <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zappmarten100.html">Glaubw&#252;rdigkeitsverlustes</a>, wenn &#246;ffentlich-rechtlich besch&#228;ftigte Journalisten ihre &#246;ffentliche Reputation einsetzen, um privatwirtschaftliche Einnahmen zu erzielen. Hinzu kann ein <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zappmarten100.html">Gew&#246;hnungseffekt</a> kommen, wenn kommerzialisierte Pers&#246;nlichkeiten dauerhaft durch Nebent&#228;tigkeiten Einnahmen generieren. Laut §10, <a href="http://www.artikel5.de/gesetze/rstv.html">Rundfunkstaatsvertrag</a> gelten f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, dass „Berichterstattung und Informationssendungen unabh&#228;ngig und sachlich sein“ m&#252;ssen.</p>
<p><strong>Im Abspann die Nebent&#228;tigkeiten</strong></p>
<p>Der Dienstherr der &#246;ffentlich-rechtlich besch&#228;ftigten Journalisten ist daf&#252;r verantwortlich, dass relevante Interessenkonflikte erst gar nicht entstehen. Dazu hat der festangestellte Journalist die Pflicht, seine Nebent&#228;tigkeiten genehmigen zu lassen. Offensichtlich war man hier &#252;ber Jahre viel zu lax. Fingerspitzengef&#252;hl haben die Verantwortlichen meines Erachtens dabei nicht bewiesen.</p>
<p>Eine sch&#246;ne Erg&#228;nzung zur Genehmigung w&#228;re, bei der Abmoderation der Tagesthemen liefe unten ein Band mit dem Text: Der Moderator hat in den letzten zw&#246;lf Monaten von folgenden Unternehmen und Organisationen Nebeneink&#252;nfte von mehr als 1.000 Euro erhalten: …</p>
<p><strong>Unabh&#228;ngigkeit als Marktvorteil?</strong></p>
<p>F&#252;r privat besch&#228;ftigte Journalisten gelten die &#220;berlegungen wohl kaum. Hier wird voll auf den Wettbewerb vertraut, der dem Medienkonsumenten unterstellt, „Unabh&#228;ngigkeit“ als ein Kriterium der Zeitungs- bzw. Senderwahl zu w&#252;rdigen. Der RTL-Nachrichtenchef <a href="http://www.nw-news.de/owl/kultur/3025918_Kloeppels_Auftritte_in_Guetersloh.html">macht</a> f&#252;r sich geltend, nicht gegen Geld auf Veranstaltungen von Wirtschaftsunternehmen aufzutreten. Das w&#252;rde Pluspunkte auf das Unabh&#228;ngigkeitskonto von RTL einzahlen.</p>
<p>Das Outsourcing der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Produktionsfirmen oder in freie Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse f&#252;hrt nat&#252;rlich dazu, dass diese nicht mehr den selben Regelungen zur Genehmigung von Nebent&#228;tigkeiten unterliegen, wie es die <a href="http://zapp.blog.ndr.de/2009/06/24/nebenverdienst/">Moderatorin</a> des Magazins ZAPP beschreibt, das weitere Fakten zu diesem Thema ans Licht gebracht hat. Aber w&#228;re man hier nicht in der Lage, &#252;ber die Produktions- oder Moderationsvertr&#228;ge Abhilfe zu schaffen? Sicherlich, wenn der Wille da w&#228;re.</p>
<p><strong>Nebeneinnahmen von Landtagsabgeordneten weiter intransparent</strong></p>
<p>Was &#246;ffentlich-rechtlich besch&#228;ftigte Journalisten, die weiterhin im Nebenberuf als Pr&#228;sentieronkels und –tanten ein Zubrot erlangen wollen, beruhigen kann: Die Abgeordneten in den 16 Bundesl&#228;ndern scheren sich recht wenig um die schwache Transparenz, die immerhin auf Bundesebene erreicht wurde. In keinem einzigen Bundesland werden bisher die Eink&#252;nfte der Abgeordneten, die sie zus&#228;tzlich zu den Di&#228;ten erhalten, ver&#246;ffentlicht wie es der Bundestag tut. Und dabei ist die Bundestagsregelung kaum mehr als eine Minimall&#246;sung.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F11689%2Fnebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F11689%2Fnebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/11689/nebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich/">Nebent&#228;tigkeiten: Abgeordnete und Journalisten im Vergleich</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/11689/nebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11689&amp;md5=563c9dcc4ad7977dccd1e5bdd8466963" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/11689/nebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Outsourcing der Ministerialverwaltung</title>
		<link>http://carta.info/7983/das-outsourcing-der-ministerialverwaltung/</link>
		<comments>http://carta.info/7983/das-outsourcing-der-ministerialverwaltung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 10:36:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesinnenministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzleramt]]></category>
		<category><![CDATA[Leihbeamte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7983</guid>
		<description><![CDATA[Der aktuelle, unver&#246;ffentlichte Bericht des Bundesinnenministeriums belegt, dass die Inanspruchnahme sogenannter Leihbeamter durch die Bundesministerien sinkt. Weiterhin werden Informationen dazu der &#214;ffentlichkeit vorenthalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5ff73500e61e4195091308f894cb24" alt="" width="1" height="1" /><br />
Vor einem Jahr erreicht der<strong> Skandal</strong> um die sogenannten <strong>Leihbeamten</strong> seinen H&#246;hepunkt. Bereits im Herbst 2006 hatte die Regierung <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/033/1603395.pdf">zugeben</a> m&#252;ssen, im Bundeskanzleramt und den Bundesministerien <strong>mehr als hundert externe Mitarbeiter</strong> zu besch&#228;ftigen, die weiterhin ganz oder teilweise von Unternehmen, Verb&#228;nden oder Gewerkschaften bezahlt wurden. Der <strong>Bundesrechnungshof</strong> ver&#246;ffentlicht am 25. M&#228;rz 2008 nach umfangreichen Ermittlungen einen Bericht dazu, in dem sehr deutlich empfohlen wird, die bisherige Praxis zu &#228;ndern, „um die <strong>Neutralit&#228;t des Verwaltungshandelns</strong> und das notwendige Vertrauen sicherzustellen“ (S. 11).</p>
<p><strong>Verwaltungsvorschrift greift einige Kritikpunkte auf</strong></p>
<p>Entsprechend wird reagiert: Das Bundesinnenministerium erl&#228;sst am 26. Juli 2008 die „<a href="http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_17072008_O4013300111.htm">Allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung &#252;ber den Einsatz von au&#223;erhalb des &#246;ffentlichen Dienstes Besch&#228;ftigten (externen Personen) in der Bundesverwaltung</a>“. Darin wird geregelt, dass die sogenannten „externen Personen“ <strong>keine Gesetzesentw&#252;rfe</strong> formulieren d&#252;rfen, nicht an der <strong>Vergabe &#246;ffentlicher Auftr&#228;ge</strong> mitwirken d&#252;rfen und keine Funktionen einnehmen d&#252;rfen, die die <strong>Gesch&#228;ftsinteressen</strong> ihres eigentlichen Dienstherrn ber&#252;hren. Sie m&#252;ssen ihren Status als externe Person bei allen dienstlichen Innen- und Au&#223;enkontakten deutlich machen. Au&#223;erdem wird dem Haushalts- und Innenausschuss jeweils halbj&#228;hrlich &#252;ber den Einsatz „externer Personen“ berichtet.</p>
<p><strong>Leihbeamte werden mal so, mal so bezahlt</strong></p>
<p>Gestern wird der zweite Bericht an die Abgeordneten des Innen- und Haushaltsausschusses versendet (Zeitraum 30. September 2008 bis 31. Januar 2009). Der erste Bericht datiert vom 29. September 2008 (Zeitraum 1. Januar 2008 bis 30. August 2008). Im Vergleich der beiden Berichte ist die <strong>Zahl der externen Mitarbeiter von 59 auf 46 zur&#252;ckgegangen</strong>. Von den 46 Mitarbeitern werden 26 durch die Beh&#246;rde bezahlt. „In 20 F&#228;llen wurden die externen Personen von den Beh&#246;rden verg&#252;tet bzw. wurde den entsendenden Stellen das Gehalt von der Beh&#246;rde erstattet“ (S. 9). Es bleibt unklar, warum hier von „bzw.“ die Rede ist und nicht ein einfaches „und“ verwendet wird; werden einige externe Personen aus &#246;ffentlichen Mitteln bezahlt? Warum werden sie dann &#252;berhaupt im Bericht aufgef&#252;hrt?</p>
<p>Nur noch <strong>drei Mitarbeiter</strong> sind <strong>aus privatwirtschaftlichen Unternehmen</strong> abgeordnet: BASF, Berliner Wasserbetriebe und Euronorm GmbH. Dies sind bedeutend weniger als in der Vergangenheit, wie eine <a href="http://www.keine-lobbyisten-in-ministerien.de/index.php/Lobbyisten_nach_Branchen">Auflistung</a> von LobbyControl zeigt. Ein Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenkassen arbeitet an Grundsatzfragen des Finanzplatzes Deutschland mit, urspr&#252;nglich geplant bis zum 31.05.2009 (erster Bericht, S.16), jetzt verk&#252;rzt auf den 15.03.2009 (zweiter Bericht, S. 19). Urspr&#252;nglich war die Einf&#252;hrung des „Leihbeamtentums“ mit einem <a href="http://www.hertie-school.org/binaries/addon/503_abschlussbericht.pdf">Personalaustauschprogramm</a> begr&#252;ndet worden. Der zweite Bericht konstatiert n&#252;chtern: „Nur eine von 46 externen Personen wurde im Rahmen des Personalaustausches eingesetzt“ (S. 9).</p>
<p><strong>Gro&#223;e Defizite bleiben bestehen</strong></p>
<p>Die bestehende Regelung krankt an zwei Punkten. Erstens wird der <strong>Bericht als Ausschussdrucksache vorgelegt</strong>. Die Sitzungen der Aussch&#252;sse des Deutschen Bundestages sind nach <a href="http://bundesrecht.juris.de/btgo_1980/__69.html">Paragraf 69</a> der Gesch&#228;ftsordnung des Deutschen Bundestages grunds&#228;tzlich <strong>nicht &#246;ffentlich</strong>. Daher sind auch sogenannte Ausschussdrucksachen nicht &#246;ffentlich. Die &#220;berschrift der entsprechenden Regelung in der Verwaltungsvorschrift dazu lautet: „Transparenz“. Kein Kommentar.</p>
<p>Zweitens ist allen Beobachtern nach wie vor ein kleiner Halbsatz in der Verwaltungsvorschrift unklar, der vorsieht, dass vom Anwendungsbereich <strong>befristete Arbeitsvertr&#228;ge nicht erfasst</strong> sind. Es wird gemutma&#223;t, dass dieser Halbsatz ein Tor f&#252;r Umgehungen er&#246;ffnet. Unternehmensmitarbeiter, die f&#252;r einen k&#252;rzeren Zeitraum durch ein Ministerium besch&#228;ftigt werden, w&#228;hrend sie unbezahlten Urlaub erhalten, w&#252;rden demnach nicht erfasst.</p>
<p><strong>M&#246;gliche Ursachen des R&#252;ckgangs</strong></p>
<p>Der R&#252;ckgang der „externen Personen“ kann zweierlei Ursachen haben. Zum einen kann das Interesse an einem Einsatz Externer tats&#228;chlich gesunken sein. Es bleibt offen, ob die <strong>Aufregung um die Leihbeamten</strong> dabei ihren Anteil hat. Zum anderen sind vielleicht Wege gefunden worden, welche die Scheinpublizit&#228;t umgehen. Deswegen ist eine <strong>Klarstellung</strong> in Hinsicht auf die befristeten Arbeitsvertr&#228;ge so wichtig.</p>
<p>Eins ist sicher: Der unver&#246;ffentlichte Bericht l&#228;sst Fragen offen. Eine Ver&#246;ffentlichung w&#252;rde der Debatte &#252;ber diese gut tun.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F7983%2Fdas-outsourcing-der-ministerialverwaltung%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F7983%2Fdas-outsourcing-der-ministerialverwaltung%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/7983/das-outsourcing-der-ministerialverwaltung/">Das Outsourcing der Ministerialverwaltung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/7983/das-outsourcing-der-ministerialverwaltung/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=7983&amp;md5=30d7af6207e77c42fd018aa02a02eff8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/7983/das-outsourcing-der-ministerialverwaltung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gutachten zur Abgeordnetenbestechung: Das Revival des Faxger&#228;tes</title>
		<link>http://carta.info/7805/gutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes/</link>
		<comments>http://carta.info/7805/gutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 08:33:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Ariane Schenk]]></category>
		<category><![CDATA[Bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Jiebermann]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7805</guid>
		<description><![CDATA[Seit Monaten erschwert die Bundestagsverwaltung die Verbreitung eines brisanten Gutachtens zur Abgeordnetenbestechung. Wahrscheinlicher Hintergrund: die Abgeordnetenbestechung in Deutschland steht nicht ausreichend unter Strafe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5c4f7d6e94738e81a258c2e099d09d" alt="" width="1" height="1" /><br />
Am 15. Dezember des letzten Jahres <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/45/83/dokument.html?titel=Dankesch%25F6n+erlaubt&amp;id=62603854">vermeldet</a> DER SPIEGEL, ihm l&#228;ge das geheime Gutachten „<strong>Rechtsfragen im Kontext der Abgeordnetenkorruption</strong>“ vor. Gen&#252;sslich wird daraus zitiert, dass die Erweiterung und Versch&#228;rfung des Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung in Deutschland dringend geboten sei. Dieses Gutachten will ich kennen und rufe bei der <strong>Pressestelle des Deutschen Bundestages</strong> an. V&#246;llig &#252;berraschend wird mir mitgeteilt, man habe sich f&#252;r eine Freigabe des Gutachtens entschieden und welche Faxnummer ich h&#228;tte. Das alte Faxger&#228;t im B&#252;ro l&#228;uft hei&#223; und kann kaum die 42 Seiten bew&#228;ltigen; viele Seiten verschmieren. Ein weiterer Anruf sorgt f&#252;r das erneute <strong>Durchfaxen</strong> am 19.12.2008, im Ergebnis kaum besser.</p>
<p><strong>Warum seit Monaten die Verbreitung eines brisanten Gutachtens zur Abgeordnetenkorruption verhindert wird</strong></p>
<p>Das Brisante am Gutachten: Seit Jahren gelingt es den deutschen Abgeordneten nicht, die <strong>UN-Konvention gegen Korruption</strong> zu ratifizieren, wie <a href="http://www.unodc.org/unodc/en/treaties/CAC/signatories.html">&#252;ber 120 Staaten</a> weltweit, darunter Frankreich, Gro&#223;britannien, Kanada, Polen, Schweden und die USA. Hinderungsgrund ist die laxe Fassung von<a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/108e.html"> §108e StGB</a>, der den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung regelt. Er umfasst nur den Kauf und Verkauf einer Stimme bei Abstimmungen in Aussch&#252;ssen und im Plenum. Abstimmungen in Arbeitsgruppen oder Fraktionssitzungen sind nicht erfasst, ebenso wenig wie Vorteile an Dritte. Seit Jahren kommt es nicht zu einer Versch&#228;rfung. Grund genug, warum ein paar andere Leute au&#223;er mir gern das Gutachten einmal lesen wollen.</p>
<p>Bereits im Jahr 2006 hatte der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs mit Blick auf die Kommunen in einem Urteil „<strong>gesetzgeberischen Handlungsbedarf</strong>“ gesehen: „Die gesetzliche Regelung der Abgeordnetenbestechung f&#252;hrt nach dem ausdr&#252;cklichen Willen des Gesetzgebers dazu, weite Teile von als strafw&#252;rdig empfundenen Manipulationen, im Zusammenhang mit Wahlen und Abstimmungen in Volksvertretungen der Gemeinden und Gemeindeverb&#228;nde straflos zu stellen.“</p>
<p>Ich rufe den Mitarbeiter des Referates „Presse und Kommunikation 1“ erneut an und frage ihn, ob ich das Gutachten auch als <strong>pdf-Fassung</strong> erhalten k&#246;nnte. Er ist sich nicht sicher, ob es in dieser Form vorl&#228;ge, w&#252;rde dies aber pr&#252;fen. Ich schicke eine Email hinterher, aber h&#246;re nichts von der Bundestagsverwaltung.</p>
<p><strong>WD reduziert die Informationsflut auf das Wesentliche</strong></p>
<p>Die Unterabteilung der Bundestagsverwaltung, in der das Gutachten verfasst wurde, tr&#228;gt das K&#252;rzel WD – Wissenschaftliche Dienste. Ihre Aufgabe: „Sie recherchieren und analysieren Informationen im Auftrag der Abgeordneten und der Gremien und reduzieren die enorme Informationsflut auf das Wesentliche“. Ausgew&#228;hlte Gutachten von WD werden <a href="http://www.bundestag.de/wissen/analysen/2008/index.html">ver&#246;ffentlicht</a>, aber eben nicht das besagte Gutachten vom 9. September 2008, obwohl doch freigegeben.</p>
<p><strong>Bestechung ausl&#228;ndischer Abgeordneter wird h&#228;rter bestraft als die inl&#228;ndischer</strong></p>
<p>Wer das Gutachten der Autorin Ariane Schenk liest, versteht, warum sich die Bundestagsverwaltung sorgen k&#246;nnte. Dort hei&#223;t es unter der &#220;berschrift „Kritik im rechtswissenschaftlichen Schrifttum“: „Moniert wird, dass die <strong>subtileren, realit&#228;tsn&#228;heren und gef&#228;hrlicheren Formen politischer Korruption</strong> und die problematischen Abh&#228;ngigkeitsverh&#228;ltnisse von Abgeordneten zu Interessengruppen durch die Norm grunds&#228;tzlich nicht erfasst werden“ (S. 11). Es wird darauf hingewiesen, „dass die Strafbarkeit ausl&#228;ndischer Abgeordneter im internationalen gesch&#228;ftlichen Verkehr in Deutschland deutlich weiter reiche als bei deutschen Abgeordneten gem. § 108e StGB, was zu Wertungswiderspr&#252;chen f&#252;hre“ (S. 13).</p>
<p><strong>Wie Joe Lieberman das finden w&#252;rde</strong></p>
<p>Anfang Februar rufe ich wieder den Mitarbeiter an und bitte um die pdf-Fassung des Gutachtens. Er erinnert sich und verspricht, erneut zu pr&#252;fen; am 14. Februar schicke ich ein Email hinter her. Wieder nichts. Am 4. M&#228;rz <a href="http://hsgac.senate.gov/public/index.cfm?FuseAction=PressReleases.Print&amp;PressRelease_id=b072ce9a-da5e-4cf8-af08-485a666b4cb0&amp;suppresslayouts=true">erneuert</a> Senator Joe Lieberman in den USA seine Forderung, dass alle Dokumente des CRS (Congressional Research Service) <strong>auf einer einheitlichen Website</strong> ver&#246;ffentlicht werden sollen. Wohlgemerkt: In den USA geht es nicht um die Zurverf&#252;gungstellung von Dokumenten in elektronischer Form, sondern allein um die Frage, ob der Kongress sie auf einer Website searchable und downloadable anbietet.</p>
<p>Die Zur&#252;ckhaltung der deutschen Abgeordneten bei der Reform der Abgeordnetenbestechung ist nicht ohne Grund. Strafrechtliche Ermittlungsverfahren auf der Basis eines Anfangsverdachtes, die sp&#228;ter eingestellt werden, gef&#228;hrden dennoch die Reputation des betreffenden Abgeordneten. Allerdings kommt das Gutachten zum Ergebnis: „Die in der Vergangenheit von vielen deutschen Abgeordneten <strong>gegen</strong> eine Versch&#228;rfung des § 108e StGB vorgebrachten <strong>Argumente</strong> k&#246;nnen mit Blick auf die oben dargelegten Ausf&#252;hrungen zum gebotenen Reformbedarf der unzureichenden Norm, die Problematik der Entscheidung in eigener Sache und angesichts der Tatsache, dass mit der VN-Konvention gegen Korruption ein globaler Mindeststandard der Kriminalisierung der Abgeordnetenbestechung etabliert wurde, <strong>nicht durchgreifen</strong>“ (S. 14).</p>
<p><strong>Koalitionsausschuss schiebt das Thema auf die n&#228;chste Legislaturperiode</strong></p>
<p>Am 6. M&#228;rz meldet die S&#252;ddeutsche, dass der Koalitionsausschuss in Sachen Abgeordnetenbestechung keine L&#246;sung gefunden habe und das Problem auf die n&#228;chste Legislaturperiode vertagt wird. Wieder wird ein G8-Gipfel ins Land gehen, bei dem die deutsche Regierung die Korruptionsbek&#228;mpfung <a href="http://www.g-8.de/Content/DE/Artikel/G8Gipfel/Anlage/gipfeldokument-wirtschaft-de,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/gipfeldokument-wirtschaft-de.pdf">in den Himmel lobt</a>, aber nicht vor der eigenen Haust&#252;r kehrt. Im Gutachten hei&#223;t es dazu lapidar: „Im internationalen Vergleich von § 108e StGB mit den Vorschriften ausl&#228;ndischer Rechtsordnungen wird <strong>Deutschland</strong> hinsichtlich der Weite der Korruptionsstrafbarkeit von Abgeordneten <strong>unter den Schlusslichtern</strong> eingeordnet“ (S. 28).</p>
<p>Ich stelle mir die Frage, in welchem Dateiformat die Gutachten von WD abgelegt werden und rufe ein Abgeordnetenb&#252;ro an. Das Abgeordnetenb&#252;ro fordert das Gutachten an und erh&#228;lt es unmittelbar in der pdf-Fassung. Von einer Ver&#246;ffentlichung auf der Website sieht die Bundestagsverwaltung ab. Vielleicht bietet das Gutachten selbst die Antwort auf die Ursache: „Aus hiesiger Sicht sind derzeit keine aktuellen Initiativen der Gro&#223;en Koalition zur Reformierung des § 108e StGB bekannt“ (S. 31).<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F7805%2Fgutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F7805%2Fgutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/7805/gutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes/">Gutachten zur Abgeordnetenbestechung: Das Revival des Faxger&#228;tes</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/7805/gutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=7805&amp;md5=fee8c68de1f66d135e48c9679361621a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/7805/gutachten-zur-abgeordnetenbestechung-das-revival-des-faxgeraetes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

