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	<title>CARTA &#187; Andreas Grieß</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Sollen CDU und CSU ihr konservatives Profil sch&#228;rfen und damit potentielle W&#228;hler vergraulen?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 10:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Union steckt im Umfragetief und es mehren sich die Stimmen, die ein sch&#228;rferes konservatives Profil fordern. Doch nur eine Partei, die f&#252;r alles stehen kann, kann auch den Anschein erwecken, f&#252;r alle zu stehen und damit eine Volkspartei bleiben. Oder etwa nicht? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/67e245688129424ebbf02e3961ba4a8a" alt="" width="1" height="1" />Viele Politiker aus den Reihen von CDU/CSU meinen angesichts der miesen Umfragewerte, die Partei brauche ein sch&#228;rferes Profil. Auf den ersten Blick klingt das nach einer ausgesprochen dummen Idee.</p>
<p>N&#252;chtern betrachtet bedeutet Profil sch&#228;rfen immer auch konkretisieren, verengen. <strong>Aber nur eine Partei, die f&#252;r </strong><em><strong>alles</strong></em><strong> stehen kann, kann auch den Anschein erwecken, f&#252;r </strong><em><strong>alle</strong></em><strong> zu stehen. </strong>Eine Volkspartei will schlie&#223;lich Sammelbecken f&#252;r viele Meinungen sein. Sobald sie ihr Profil versch&#228;rft, sprich konkretisiert, zeigt sie einigen Menschen jedoch, dass diese nicht die Parteimeinung vertreten. Breite Bev&#246;lkerungsschichten in sich zu vereinen kann eigentlich nur gelingen, wenn man allen das Gef&#252;hl gibt, ihre Standpunkte werden ber&#252;cksichtigt. Wie k&#246;nnte das besser gelingen, als mit einem Profil, in das jeder etwas hineininterpretieren kann?</p>
<p>Die Menschen kritisieren zumeist nicht, dass die CDU keine Standpunkte hat, sondern dass sie keine Fortschritte macht. Die Vorgaben setzte sie sich dabei selbst: Als <a href="http://carta.info/21370/merkel-kritik-fuehrungsstil/">Angela Merkel F&#252;hrungsschw&#228;che oder gar Meinungslosigkeit</a> vorgeworfen wurde, hat sie das weitestgehend schadlos &#252;berstanden.</p>
<p>Die Regierungskrise und die schlechten Umfragewerte sind jetzt da, wo die Koalition selbst gesteckte Ziele, wie etwa eine weitreichende Gesundheitsreform, nicht verwirklicht oder mit Konzepten aufwartet, die bei den W&#228;hlern nicht ankommen, wie etwa das &#8220;Sparpaket&#8221;.</p>
<p>Muss die CDU/CSU es also nicht tunlichst vermeiden, ihr Profil &#8211; noch dazu ihr konservatives Profil &#8211; zu versch&#228;rfen? Kann sie auf diese Weise unkonkret eine attraktive Projektionsfl&#228;che f&#252;r verschiedenste Bev&#246;lkerungsmilieus sein? Eine Volkspartei bleiben?</p>
<p>Das zumindest war allem Anschein nach die Taktik von Angela Merkel bei der zur&#252;ckliegenden Bundestagswahl. Die jetzige Opposition und Vertreter verschiedener Medien kritisierten damals den Wahlkampf der Kanzlerin als &#8220;inhaltslos&#8221;. Doch sie hatte Erfolg, wenn auch nur bedingt.</p>
<p>Trotz Wahlsieg erreichte die Union n&#228;mlich ihr schlechtestes Ergebnisse seit 1949. Der Konflikt zwischen Parteimitgliedern, die konkretere Inhalte fordern und denen, die das Prinzip aus dem Wahlkampf fortsetzen wollen ist somit in gewisser Hinsicht auch ein Konflikt zwischen denen, die die Bundestagswahl f&#252;r einen Sieg f&#252;r die Partei halten und denen, die eher eine Niederlage darin sehen. Somit ist es auch kein Wunder, dass letztere mit zunehmendem Abstand zum Wahltermin lauter ihre Stimme erheben. Die derzeitigen Umfragewerte verst&#228;rkten diesen Effekt ungemein.</p>
<p>Denn eine Partei &#8211; und gerade eine Partei in Regierungsverantwortung &#8211; muss selbstverst&#228;ndlich klare Standpunkte haben und diese deutlich machen. Wischi-Waschi kann keine Dauerl&#246;sung sein. Die W&#228;hler haben ein Recht auf Antworten und L&#246;sungen – und gerade bei Krisen oder Bedrohungen m&#252;ssen stimmige Konzepte die Angst nehmen, Vertrauen schaffen, Zuversicht spenden.</p>
<p>Daf&#252;r freilich brauch man eben solche Konzepte. Und augenscheinlich ist es auch eine Sp&#228;tfolge des konturlosen Wahlkampfes, dass man in den Reihen der Union davon keine oder nur sehr wenige in der Schublade hat. <strong>Es wirkt fast so, als habe die Partei von Angela Merkel sich im vergangenem Herbst tats&#228;chlich auf eine Fortf&#252;hrung der Gro&#223;en Koalition eingestellt.</strong></p>
<p>Vielleicht ist die Debatte, wie eine Partei wie die Union wieder auf deutlich &#252;ber 30 Prozent kommen k&#246;nnte, aber auch von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Und zwar, weil ihr die m&#246;glicherweise falsche Annahme zugrunde liegt, in unsere Gesellschaft seien Volksparteien noch zeitgem&#228;&#223;.</p>
<p>In einer Gesellschaft, die sich in verschiedenste Milieus ausdifferenziert und in der vielf&#228;ltige Informationsm&#246;glichkeiten f&#252;r den W&#228;hler bestehen, sind langj&#228;hrige Stammw&#228;hler vielleicht eine Ausnahme. Und Parteien, die 40 Prozent oder mehr erreichen, sind ebenso wenig ein Teil dieser Gesellschaft. Sonstige Partei gewinnen wieder an Bedeutung, die einzelne Stimme wiegt aufgrund sinkender Wahlbeteiligung mehr.</p>
<p>Diese These kann man mit dem Wissensstand von heute freilich weder best&#228;tigen, noch widerlegen. Der Blick auf unsere Nachbarn jedoch l&#228;sst diese Vermutung nahe liegen: In den Niederlanden wird die Regierungsbildung zunehmend schwer. Die gr&#246;&#223;ten Parteien kommen dort auf gerade einmal 30 von 150 Sitzen. Die Christdemokraten, nach 1945 h&#228;ufig st&#228;rkste Kraft, wurden nur viertgr&#246;&#223;te Fraktion. Und in Gro&#223;britannien musste f&#252;r die Regierungsbildung trotz Mehrheits-Wahlrecht erstmals nach dem zweiten Weltkrieg eine Koalition zusammen finden.</p>
<p>Was sollte die Union also tun?
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		<title>Perspektiven von Flattr: 125 Praktikanten f&#252;r Spiegel Online?</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 08:09:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Flattr ist bisher fast nur auf Blogs anzutreffen und das ist anfangs sogar gut. Was passieren k&#246;nnte, wenn eine gro&#223;e Nachrichtenseite wie Spiegel Online einsteigt, was die n&#228;chsten Schritte f&#252;r eine erfolgreiche Entwicklung w&#228;ren und wer bei Misserfolg der lachende Dritte sein k&#246;nnte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2fe4642ed05e4f33a138fe423cac0320" alt="" width="1" height="1" />Auch wenn <a href="http://griess.wordpress.com/2010/07/13/flattr-bei-%E2%80%9Ekonventionellen-medien%E2%80%9C-wer-plant-den-einsatz/" target="_blank">derzeit kein gro&#223;er Anbieter bei Flattr einsteigen will</a>, lohnt es sich zu &#252;berlegen, welche Konsequenzen dies f&#252;r Social Payments im Allgemeinen und Flattr im Speziellen h&#228;tte. Zum Beispiel, wenn <em>Spiegel Online</em> Flattr einbinden w&#252;rde.</p>
<p>Die <em>taz </em>hat im Juni 2010 fast <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/07/01/flattr_bringt_uns_99850_euro_im_jun/" target="_blank">1000 Euro als mit Flattr eingenommen</a>. In diesem Monat hatte <em>taz.de</em> laut IVW 4.056.204 Visits. Im gleichen Zeitraum hatte <em>Spiegel Online</em>, ebenfalls laut IVW, 139.611.882 Visits. Das ist mehr als das drei&#223;igfache. Zudem sind auf <em>Spiegel Online</em> deutlich mehr Beitr&#228;ge zu finden, sprich auch mehr potentiell flattrbare Inhalte. Dies spiegelt sich auch im Verh&#228;ltnis der Seitenabrufe wieder: <em>Spiegel Online</em> hat mit 907.629.881 mehr als 70 Mal so viele Seitenabrufe wie <em>taz.de</em> mit 12.502.980.</p>
<p>Selbst wenn man an dieser Stelle davon ausgeht, dass Leser der <em>taz</em> deutlich eher bereit sind, eine freiwillige Abgabe zu zahlen, kann man von einem Faktor von – sagen wir 50 – ausgehen, um den die Einnahmen bei <em>Spiegel Online</em> h&#246;her ausfallen d&#252;rften. Das w&#228;ren stolze 50.000 Euro. Das entspricht etwa den Einnahmen durch eine Skyscraper-Banner-<a href="http://www.spiegel-qc.de/deutsch/partner__preise/spiegel_online/festpreise.php" target="_blank">Anzeige</a> im Wirtschaftsteil von <em>Spiegel Online</em> f&#252;r eine Woche. Mit anderen Worten: Mit Anzeigen w&#252;rden weiterhin deutlich mehr Einnahmen erzielt, zu Verachten w&#228;re eine solche Summe – fl&#246;sse sie zus&#228;tzlich – jedoch bei weiten nicht. Sie entspricht in etwa 125 Praktikanten, um mal einen anderen, nicht ganz ernst gemeinten Vergleich anzustellen.</p>
<p><strong>Flattr-Einnahmen von 50.000 Euro sind nat&#252;rlich dennoch eine Milchm&#228;dchen-Rechnung.</strong> Denn es wird nicht ber&#252;cksichtigt, wie sich der Wert eines Klicks durch einen Einstieg von <em>Spiegel Online</em> entwickeln w&#252;rde. W&#252;rde ein solch gro&#223;er Player mit vielen Inhalten hinzukommen, liegt es auf der Hand, dass der Wert pro Flattr-Klick rapide sinken w&#252;rde. Eine solche Inflation k&#246;nnte den Dienst f&#252;r kleine Blogs sogar vollkommen uninteressant machen. Die gr&#246;&#223;eren Anbieter d&#252;rfte es nicht so hart treffen, denn ein Einstieg von etwa <em>Spiegel Online</em> w&#252;rde Flattr einen enormen Popularit&#228;ts-Schub geben. Viele neue Nutzer k&#246;nnten hinzukommen.</p>
<p>Ein hoher Andrang bei Flattr k&#246;nnte jedoch das kleine Team des jungen Unternehmens an seine Grenzen sto&#223;en lassen. Die finanzielle, materielle und personelle Situation von Flattr ist derzeit noch sehr begrenzt. Wahrscheinlich ist daher, dass der Einstieg eines gro&#223;en Players Flattr derzeit nicht gut tun w&#252;rde.</p>
<p>Wenn Flattr langfristig erfolgreich sein soll, ist somit eine langsame, wenn auch stetige Entwicklung n&#246;tig. Neben einigen technischen Dingen, an denen gefeilt werden muss, sollten die Zahlungsm&#246;glichkeiten ausgebaut werden. Laut Flattr sind direkte &#220;berweisungen geplant. Diese w&#228;ren ein wichtiger Schritt, um Paypal zu umgehen. Paypal wird von vielen als Grund gegen Flattr angesehen, da es verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig hohe Geb&#252;hren verlangt. Auch Datensch&#252;tzer sind skeptisch.</p>
<p>Interessant, weil f&#252;r die User sehr unkompliziert, k&#246;nnte auch eine Abwicklung der Zahlung &#252;ber den Internetprovider sein. So k&#246;nnten die Kosten f&#252;r Flattr &#252;ber die Internet-Rechnung eingezogen werden oder Flattr-Einnahmen auf diese angerechnet werden.</p>
<p><strong>Eine m&#246;gliche erfolgreiche Entwicklung von Flattr k&#246;nnte in folgenden Schritten verlaufen:</strong></p>
<ul>
<li>Verbesserung der Zahlungsm&#246;glichkeiten</li>
<li>Wachsende Bereitschaft zu Social Payments</li>
<li>Einbindung von Flattr bei Blog-Hosting-Diensten wie wordpress.com, Blogger oder Posterous</li>
<li>Nutzung von Flattr bei Diensten wie YouTube oder Wikipedia</li>
<li>Einstieg von etablierten Medienanbietern (nicht nur aus Deutschland)</li>
</ul>
<p>M&#246;glich ist, dass zwar Social Payments eine gro&#223;e Sache werden, Flattr selbst jedoch nicht. Sollte der Dienst ist Stocken geraten oder nicht schnell genug marktbeherrschend werden, k&#246;nnten andere Anbieter auf den Markt dr&#228;ngen. Diese m&#252;ssten Flattr etwas voraus haben. An erster Linie w&#228;re hier an Reichweite, sprich Benutzerzahlen zu denken. Und da f&#228;llt vorrangig ein Anbieter ein: Facebook.</p>
<p><strong>Facebook hat mit seinen „Like-Buttons“ m&#246;glicherweise bereits die Infrastruktur f&#252;r ein eigenes Social Payment-System aufgebaut.</strong> Sollten sich Social Payments tats&#228;chlich als Markt mit Potential herausstellen, k&#246;nnte Facebook der Nutznie&#223;er sein. Die eigene W&#228;hrung (Credits) k&#246;nnte nicht nur f&#252;r Social Payments, sondern auch f&#252;r Applications wie Spiele genutzt werden.</p>
<p>F&#252;r einen Einstieg in den Markt m&#252;sste Facebook jedoch vermutlich zuerst seine Probleme in der Datenschutz-Thematik in den Griff bekommen. Derzeit w&#252;rden sich viele schwer tun, Facebook Kontodaten oder Geld anzuvertrauen.</p>
<p>Ob Flattr sich durchsetzt oder Facebook im gro&#223;en Stil einsteigen wird kann man zwar diskutieren, aber letztlich nur auf dem Wissensstand von heute. Wie das Internet und auch der Journalismus von Morgen jedoch aussehen, wei&#223; man bekanntlich meist erst &#252;bermorgen wirklich.</p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien zun&#228;chst im privaten <a href="http://blog.andreasgriess.de">Blog</a> des Autors. Er ist der abschlie&#223;ende Teil des in vier Blogposts aufgeteilen Essays:</em><a href="http://griess.wordpress.com/2010/07/26/flattr-finanzierungsmodel-mit-zukunft-oder-kurzfristiger-online-hype-teil-14/"> Flattr: Finanzierungsmodel mit Zukunft oder kurzfristiger Online-Hype?</a></p>
<ul>
<li>Teil 1: <a href="http://griess.wordpress.com/2010/07/26/flattr-finanzierungsmodel-mit-zukunft-oder-kurzfristiger-online-hype-teil-14/">Stimmung in der Blogosph&#228;re – Negative Reaktionen</a></li>
<li>Teil 2: <a href="http://griess.wordpress.com/2010/07/27/flattr-finanzierungsmodel-mit-zukunft-oder-kurzfristiger-online-hype-teil-24/">Stimmung in der Blogosph&#228;re – Positive Reaktionen</a></li>
<li>Teil 3: <a href="http://griess.wordpress.com/2010/07/28/flattr-finanzierungsmodel-mit-zukunft-oder-kurzfristiger-online-hype-teil-34/">Stimmung bei den Medienanbietern</a></li>
<li>Teil 4: <a href="http://griess.wordpress.com/2010/07/29/flattr-finanzierungsmodel-mit-zukunft-oder-kurzfristiger-online-hype-teil-44/">Perspektiven</a></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/31392/perspektiven-von-flattr-125-praktikanten-fuer-spiegel-online/">Perspektiven von Flattr: 125 Praktikanten f&#252;r Spiegel Online?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31392/perspektiven-von-flattr-125-praktikanten-fuer-spiegel-online/#comments">19 comments</a>
</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Oktopussikratie: Ich glaub, mich tritt ein Tintenfisch!</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 18:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Kanzleramt sollte zu einem Aquarium umgebaut werden! Denn Kraken-Orakel Paul ist unser neuer Medien-Superstar und Sport-Vorhersagen sind f&#252;r ihn schon jetzt eine Nummer zu klein.  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3006aaae985944e6a0178d46b000a90e" alt="" width="1" height="1" />Deutschland bringt sie hervor, die jungen Stars, die die Weltpresse feiert, f&#252;r die uns alle L&#228;nder rund um den Globus beneiden. Erst Lena, dann unsere junge, multikulturelle Fu&#223;ball-Nationalmannschaft. Doch all das war erst der Vorgeschmack f&#252;r den neusten aller Medienstars: Paul, das Tentakel-Orakel, der Fu&#223;ball-Prophet, das schwimmende Ph&#228;nomen. Unseren Krake, der alle WM-Spiele der deutschen Mannschaft richtig getippt hat.</p>
<p>Ein Wahrsager, der zum Helden – neuerdings in Spanien, kann sich aber schnell &#228;ndern – f&#252;r die einen wird, zum gehassten Speisewunsch zum Mittagessen f&#252;r die anderen – seit gestern Abend Deutschland, zuvor schon Argentinien, England und die ganzen anderen halt. Paul ist &#252;berall. Paul ist bei der Bild – ger&#252;chteweise zun&#228;chst exklusiv nach mit eigener Tinte unterschriebenem Vertrag –, Paul ist bei Facebook, Paul ist im Fernsehen.</p>
<p>Und wie es sich seit neuestem f&#252;r unsere <strong>Instant-Medien-Helden des Jahres 2010</strong> geh&#246;rt, dauert es nicht lang, dann rufen bereits h&#246;here Weihen. Und seien wir ehrlich: Paul ist der erste der genannten Stars, f&#252;r den wirklich eine Reihe von Jobs in Frage k&#228;me. Von daher: Schluss mit dem Facebook-Profil, auf Xing muss das Viech!</p>
<p>Als erstes k&#246;nnte sich Forsa bei ihm melden. Wer Fu&#223;ballspiele ohne Hilfe der italienischen Wettmafia richtig vorhersehen kann, der wird es auch schaffen, den Ausgang von Landtags- und Bundestagswahlen richtig vorherzusagen. N&#228;her dran sein als unsere Meinungsforschungsinstitute d&#252;rfte generell zunehmend leichter geworden sein. Und au&#223;erdem, hey, wir reden hier von Paul, dem super-dupa-mega-&#252;ber-Orakel. Wof&#252;r &#252;berhaupt noch w&#228;hlen? Sparen wir uns den Aufwand und die Kosten! Paul bestimmt die Regierung. <strong>Die Oktopussikratie wird eingef&#252;hrt.</strong> Und wieder w&#252;rden uns alle beneiden.</p>
<p>Wobei: Warum mit halben Sachen begn&#252;gen? Machen wir Paul doch am besten selbst zum Kanzler. Er w&#252;rde die n&#228;chste Bankenkrise rechtzeitig vorhersehen, <strong>er w&#252;sste schon jetzt, was das Volk morgen will, w&#228;hrend die derzeitige Regierung den Anschein macht, nicht einmal heute zu wissen, was sie selbst gestern wollte.</strong> Paul w&#228;re anders: Paul k&#246;nnte seinen gesamten G8-Kollegen gleichzeitig die Hand sch&#252;tteln und h&#228;tte immer noch einen Arm frei, um zum Wohle des deutschen Volkes zu arbeiten.</p>
<p>Ja, wir sind gro&#223;artig! Wir sind Deutschland! Wir sind Paul! Einfach nur Paul. Nicht ausgeschieden, sondern Paul, nicht haushoch verschuldet, sondern Paul, nicht nachrichtenrelevant, sondern Paul.
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		</item>
		<item>
		<title>Spenden bei Flattr statt Paywall: Einfachheit als Motiv</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 11:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ob Flattr auf Dauer ein Erfolg wird, h&#228;ngt ma&#223;geblich von zahlenden Nutzern ab, die nicht nur auf eigene Einnahmen schielen. Warum bezahlen sie f&#252;r etwas, das "kostenlos" ist? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5e8408004c3a4df9b309bd205183a4c3" alt="" width="1" height="1" />In den j&#252;ngsten Zahlen hat sich wieder gezeigt: Es gibt bei Flattr einige gro&#223;e Player wie die <em>taz</em>, die einen L&#246;wenanteil der Einnahmen erzielen. Das sicher nicht zu Unrecht, ihnen ist das Geld zu g&#246;nnen. Aber werden die Einnahmen weiter flie&#223;en?</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/flattr.jpg" rel="shadowbox[post-30152];player=img;"><img class="alignright size-full wp-image-30027" title="flattr" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/flattr.jpg" alt="" width="227" height="57" /></a>Oder werden sich bald diejenigen Flattr-User zur&#252;ckziehen, die auf eigene Einnahmen hofften, diese jedoch nicht erzielen, wie es Sascha Lobo bef&#252;rchtet? In seinem Beitrag „<a href="http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/">Warum  ich nicht flattre</a>“ bem&#228;ngelt er, dass die Betreiber von kleinen Blogs draufzahlen und nur eine Hand voll gr&#246;&#223;erer wirklich Gewinne erwirtschaftet. Sascha Lobo bedenkt jedoch nicht, dass Flattr zwar Spenden-Empf&#228;nger und Spender gleich behandelt, aber nie dazu gedacht war, nur „Gewinner“ hervorzubringen, sondern eher dazu dienen soll, Spenden zu vereinfachen. Sch&#246;ner w&#228;re daher ein Text „Warum ich nur als Leser flattre“.</p>
<p>Denn: <strong>Ob Flattr auf Dauer ein Erfolg wird, wird ma&#223;geblich davon abh&#228;ngen, ob es genug User gibt, die Flattr ausschlie&#223;lich oder in erster Linie dazu nutzen, Inhalte zu honorieren und nicht nur auf eigene Einnahmen schielen.</strong> Doch gibt es diese Leute? Auch ich war skeptisch, doch ich habe welche gefunden und sie haben mir erz&#228;hlt, warum sie Flattr nutzen.</p>
<p><strong><a href="http://www.strothjohann.net/" target="_blank">Thomas</a></strong><strong> </strong>ist einer von ihnen. Er studiert mit mir Online-Journalismus und ist freier (Medien-)Journalist. Daher wei&#223; er nat&#252;rlich um die Probleme, Qualit&#228;tsjournalismus zu finanzieren, vor allem im Internet. Diese sind f&#252;r ihn ein wichtiger Beweggrund:</p>
<blockquote><p>Journalismus ist eine Ware, genauso wie Br&#246;tchen. Ich bin &#252;berzeugt, dass wir irgendeine Form von Paid-Content brauchen werden, wenn wir Qualit&#228;tsjournalismus im Internet lesen wollen. Ich zahle lieber direkt f&#252;r Medien als indirekt &#252;ber Werbung. Auch weil Anzeigenkunden Druck auf Medien aus&#252;ben.</p></blockquote>
<p>Von Flattr erfahren hat Thomas &#252;brigens zuerst im <em><a href="http://www.mediummagazin.de/" target="_blank">Medium Magazin</a></em>. Doch erst als mit der <em><a href="http://www.taz.de" target="_blank">taz</a></em> auch die erste klassische Nachrichtenseite einstieg, legte Thomas sich seinen Account an.</p>
<p>Auf <em><a href="http://www.golem.de" target="_blank">golem.de</a></em> erfuhr <strong><a href="http://www.tratschtante.de/author/moses/" target="_blank">Achim</a> </strong>von Flattr. Er betreibt zwar selbst <a href="http://www.tratschtante.de/" target="_blank">ein kleines Blog</a>, hat sonst aber eine deutlich st&#228;rkere Distanz zum Journalismus als Thomas. Achim sieht sich nicht als Journalist und will auf diese Weise auch nicht sein Geld verdienen. Als „Konsument“ sei f&#252;r ihn das Internet das wichtigste Medium. Er schrieb mir:</p>
<blockquote><p>Zeitungen auf Papier mochte ich noch nie, Nachrichten in Fernsehen und Radio sind mir meist zu oberfl&#228;chlich, wenn sie mich interessieren und gleichzeitig zu langweilig, wenn sie mich nicht interessieren. Gerade diese gezielte Suche nach weiteren Informationen macht f&#252;r mich Newsangebote im Internet so wertvoll.</p></blockquote>
<p>Um danke zu sagen, sei Flattr da ein willkommenes Werkzeug:</p>
<blockquote><p>Ich nutze oft und gern die freien Angebote von Menschen/Unternehmen, die mit dem Journalismus Geld verdienen wollen. Flattr ist einfach eine sch&#246;ne einfache Art und Weise etwas zur&#252;ck zu geben. Und ich gebe auf diese freiwillige Art auch gerne mehr, als ich f&#252;r ein erzwungenes Abo bereit w&#228;re zu zahlen.</p></blockquote>
<p>Achim meint, dass Nachrichten nicht hinter <strong>Bezahlschranken </strong>geh&#246;ren und er sich das Modell von Flattr auch f&#252;r andere Medien vorstellen k&#246;nne.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/flattr-passiv.jpg" rel="shadowbox[post-30152];player=img;"><img class="alignleft size-full wp-image-30213" title="flattr-passiv" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/flattr-passiv.jpg" alt="" width="279" height="341" /></a>Ich h&#246;rte in einem Gespr&#228;ch &#252;ber Flattr einmal das Argument, dass sich wohl kaum jemand einen Account macht, nur um „spenden“ zu k&#246;nnen. Zudem sei dies vielen zu umst&#228;ndig und es sei l&#228;stig, einen weiteren Account, neben E-Mail und wohlm&#246;glich verschiedenen „Social Networks“ zu haben. Auch <a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/" target="_blank">bei der </a><em><a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/" target="_blank">taz</a></em><a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/" target="_blank"> wurde von einigen Lesern angefragt, warum Flattr als Mittler dazwischen sein m&#252;sse</a> und ob es nicht m&#246;glich sei, das Geld direkt zu &#252;berweisen, ohne dass eine dritte Partei ihren Anteil abstreicht – die <em>taz</em> erm&#246;glichte dies dann durch die Angabe ihrer Kontonummer.</p>
<p>Durchaus nachvollziehbare Gedanken. Daher habe ich Thomas und Achim auch dazu befragt. Ihr Beweggrund, Flattr zu nutzen, statt direkt zu spenden, l&#228;sst sich dabei vor allem mit folgendem Punkt zusammen fassen: <strong>Man muss nur einmal &#252;berweisen</strong>. Flattr sei nur eine einzige &#220;berweisung, die Belohnung per &#220;berweisung w&#228;re viel umst&#228;ndlicher, meint Thomas, der sich zudem vom Prepaid-Charakter angetan zeigt. Und Achim dazu:</p>
<blockquote><p>Habe ich einen Flattr-Account, kann ich bei allen mit einem Klick spenden, die einen flattr-Knopf anbieten. Bei einer direkten &#220;berweisung m&#252;sste ich ja f&#252;r jedes Angebot, das ich nutze, die entsprechenden Kontodaten haben usw. Je nachdem, wie viele verschiedene Angebote man nutzt ist das ja viel aufwendiger.</p></blockquote>
<p>Achim erg&#228;nzt, dass man mit Flattr auch Angebote belohnen kann, mit denen man sich sonst in der G&#228;nze nicht detailliert besch&#228;ftigt, etwa weil man auf einen Artikel durch eine Suche gesto&#223;en ist. Ohne Flattr w&#252;rde man sich hier wohl kaum erkenntlich zeigen. Thomas hebt zudem noch den Symbolcharakter hervor, den er als „<em>sehr wertvoll f&#252;r den Journalismus</em>“ einsch&#228;tzt:</p>
<blockquote><p>Likes bei Facebook sind schon sch&#246;n, aber ein Klick bei Flattr kostet etwas (ein bisschen zumindest) und ist damit auch dem Flatterer mehr wert.</p></blockquote>
<p>Die Dienste, die Flattr eingebunden haben, sollten jedoch offener angeben, was sie mit den Zusatzeinnahmen machen: „<em>Ich w&#252;rde aber wirklich gerne wissen, an wen das Geld genau geht</em>“, sagt Thomas. Erste Ans&#228;tze f&#252;r die gew&#252;nschte Transparenz gibt es bereits: Viele ver&#246;ffentlichen zumindest <a href="http://carta.info/30061/flattr-einnahmen-im-juni-danke/" target="_blank">ihre Einnahmen</a>.</p>
<p>Dabei wurde auch ersichtlich, dass im vergangenen Monat der Wert pro Flattr-Klick in vielen F&#228;llen gestiegen ist. Vielleicht ein Indiz daf&#252;r, dass die User nach erfolgreichem Test mehr Geld verflattrn? Thomas und Achim zumindest wollen im Juli zwischen 10 und 20 Euro f&#252;r „kostenlose“ Internetangebote ausgeben und dabei den „Umweg“ Flattr nutzen.</p>
<p>Zwar sind die beiden nicht zwangsl&#228;ufig repr&#228;sentativ, aber sie zeigen, dass es durchaus Menschen gibt, die freiwillig Geld f&#252;r Online-Inhalte geben wollen. Flattr k&#246;nnte also durchaus auf Dauer zu einer festen Gr&#246;&#223;e werden. Entscheidend wird jedoch sein, ob diese <strong>Mentalit&#228;t der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schenk%C3%B6konomie">Thank-You-Economy</a></strong> sich weiter verbreitet.</p>
<p>Meiner Meinung nach sind hier auch die Journalisten selbst gefragt. Statt wie die gro&#223;en Verlage st&#228;ndig zu jammern, und &#252;ber fragw&#252;rdige neue Gesetze zu versuchen, an Geld zu kommen, sollten sie ihre Kosten transparenter machen und ihr Hauptaugenmerk darauf legen, gute Arbeit zu leisten. Arbeit, die der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird und f&#252;r die man gerne etwas bezahlt. Aber freiwillig und nicht hinter Bezahlschranken.</p>
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<strong> </strong>
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		<title>Miroslav Wulff, Kevin Gauck und die Bundespr&#228;sidenten-WM</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 13:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wahl eines Bundespr&#228;sidenten hat durchaus mehr Parallelen mit der Fu&#223;ball-WM, als mit der Politik.  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/85d338a668634356ab1b2d77c7d74a90" alt="" width="1" height="1" />Da w&#228;re zun&#228;chst die Nominierung: Lange vorher wird spekuliert, wer w&#228;re ein geeigneter Kandidat? Es fallen Namen, die sich realistisch betrachtet niemand wirklich im Schloss Bellevue w&#252;nschen kann. Dann kommen die Parteien und stellen ihre Kandidaten vor. Auf der einen Seite der Favorit, von dem – vergleichbar zu einem Miroslav Klose – ein ganzes Heer von nebenberuflichen Bundestrainern und Parteivorsitzenden schreit: Oh, nein, lasst den wo er ist. Sei es die Bayern-Bank, sei es die Weltbank.</p>
<p>Auf der anderen Seite, die &#220;berraschung, der Underdog. Derjenige, der ja viel besser geeignet ist, aber gar keine Chance hat. Und dann geht es erst richtig los: Es wird gestritten, es wird kommentiert und gebloggt. Wer soll den Stammplatz im Schloss bekommen? Jeder will den „Spieler“ seines Vereins dort sehen. Weil es der eigene ist und weil man damit die anderen dem&#252;tigen kann.</p>
<p>Offiziell sagt das nat&#252;rlich keiner. Offiziell ist der eigene Mann bzw. die eigene Frau besser in der Lage, Deutschland zu repr&#228;sentieren und ist topfit, wenn es drauf ankommt.</p>
<p>Nun will jeder Gauck, so denkt man teilweise. Nat&#252;rlich au&#223;er die Anh&#228;nger von Wulff. Gauck k&#246;nne Denkanst&#246;&#223;e geben, Gauck k&#246;nne Vertrauen in die Politik bringen, Gauck k&#246;nne gestalten. Gauck k&#246;nne das sein, was die aktuelle Regierung nicht ist. <strong>Und viele vergessen, dass sie in Wahrheit eine neue Kanzlerin haben wollen, wenn sie Gauck als Pr&#228;sidenten fordern</strong>. Genauso wie man einen neuen Trainer fordert, wenn man – w&#228;re man ehrlich – doch lieber eine komplett neue Mannschaft haben will. In der der Hoffnung, die Mannschaft w&#252;rde dann anders, offensiver, spielfreudiger. Man frage Hertha, N&#252;rnberg und Bochum wie gut das bei ihnen in der vergangenen Saison geklappt hat…</p>
<p>Und am Ende ist es eh so: Das ganze diskutieren, argumentieren, werben: Es hilft alles nicht. Hier entscheidet der Bundestrainer nach Ma&#223;st&#228;ben, die keiner einsehen kann, dort eine Bundesversammlung, deren Zusammensetzung &#8211; ist man ehrlich &#8211; kaum ein Bundesb&#252;rger wirklich erkl&#228;ren kann. Und der Favorit wird wie bisher jedes Mal gewinnen, er tritt die gro&#223;e Reise an.</p>
<p>Im Anschluss reichen ihn ein paar gute Aktionen und er ist der Held. So ist das in Deutschland nun einmal: Man blickt gerne hinauf. Miroslav Klose schenkt Australien und England einen ein und alle br&#252;llen seinen Namen. Er ist unser Held. Horst K&#246;hler h&#228;lt ein paar nette Reden und f&#252;nf Jahre nach seiner ersten Wahl, bei der die Mehrheit der Deutschen lieber seine Konkurrentin als Pr&#228;sidentin gesehen h&#228;tte, wollen alle seine Wiederwahl. Was derweil Kevin Kurányi oder Gesine Schwan erreicht h&#228;tten, wei&#223; man nicht. Apropos: Wo ist eigentlich der Odonkor?
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<a href="http://carta.info/29913/miroslav-wulff-kevin-gauck-und-die-bundespraesidenten-wm/">Miroslav Wulff, Kevin Gauck und die Bundespr&#228;sidenten-WM</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29913/miroslav-wulff-kevin-gauck-und-die-bundespraesidenten-wm/#comments">4 comments</a>
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		</item>
		<item>
		<title>taz.de: „Flattr hat das Tool angeboten, was wir uns immer gew&#252;nscht haben“</title>
		<link>http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 16:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=29144</guid>
		<description><![CDATA[Die taz hat als erstes gro&#223;es klassisches Medium aus Deutschland Flattr in ihrem Online-Angebot integriert. Matthias Urbach, Leiter von taz.de, erz&#228;hlt im Interview, warum die taz auf Flattr setzt und gern von ihren Lesern abh&#228;ngig ist, warum andere Online-Angebote eher nicht nachziehen werden und warum er bei Flattr kein Datenschutzproblem sieht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/eaee4e1959b7480e813aad26af10040d" alt="" width="1" height="1" /><em>In den ersten zwei Wochen hat die taz <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/06/01/erstes_geld_von_flattr/">143,55 €</a> „erflattrt“, bekannte Blogs wie CARTA (4 Wochen, <a href="http://carta.info/28399/flattr-die-erste-abrechnung/">122,56 €</a>) oder Spreeblick (2 Wochen, <a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/02/flattr-nach-den-ersten-14-tagen/">110,94 €</a>) haben nicht viel weniger erzielt. Wie bewerten Sie das Ergebnis? Glauben Sie, dass die User bei Bloggern eher bereit sind, etwas zu geben?</em></p>
<p>Matthias Urbach: Man muss sehen, dass die Kollegen der genannten Blogs teilweise schon etwas l&#228;nger bei Flattr dabei sind. Was uns aufgefallen ist, ist dass zu Beginn haupts&#228;chlich Texte hoch gewertet wurden, die sich um Flattr drehten. Es wird noch eine Weile dauern, bis Flattr allgemein angenommen wird und das Publikum breiter wird. Aber es ist noch unklar, wann das so weit sein wird.</p>
<p>Ob Blogger mehr bekommen werden, muss man abwarten. Dass die <em>taz</em> anders als einiger Blogger noch andere Einnahmequellen hat, ist ein naheliegender Gedanke. Ob das sich aber auf das Verhalten der Flattr-Nutzer auswirkt, ist derzeit schwer zu sagen.</p>
<p><em>Wie viel ist denn ein „Flattr-Klick“ im Durchschnitt wert?</em></p>
<p>Im Ergebnis sind es im Mai 11 Cent gewesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn mehr Angebote Flattr nutzen, auch mehr geklickt wird und der Wert sinkt. Ohnehin ist der Wert eines Klicks sehr individuell: Im Revenue-Report, denn wir nun bekommen haben, kann man sehen, dass es anscheinend Klicks gibt, die nur Bruchteile eines Cents bedeuten. Die stehen dort mit 0,00 €. Auf der anderen Seite geht es auch bis hin zu 1 € f&#252;r einen Klick.</p>
<p><em>Wie wird das &#252;ber Flattr eingenommene Geld bei der taz aufgeteilt oder genutzt? Bekommt jeder Autor seinen Teil vom Kuchen?</em></p>
<div id="attachment_29222" class="wp-caption alignleft" style="width: 142px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/matthias_urbach_144.jpg" rel="shadowbox[post-29144];player=img;"><img class="size-full wp-image-29222" title="matthias_urbach_144" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/matthias_urbach_144.jpg" alt="Matthias Urbach: &quot;Wir sind gerne von unseren Lesern abh&#228;ngig, lieber als von Werbung.&quot; (Foto: taz)" width="132" height="132" /></a><p class="wp-caption-text">Matthias Urbach: &quot;Wir sind gerne von unseren Lesern abh&#228;ngig, lieber als von Werbung.&quot; (Foto: taz)</p></div>
<p>Es gibt bei uns keine Autorenumverteilung. Das ist auch nicht geplant und ich halte es auch nicht f&#252;r w&#252;nschenswert. Was wir wohl haben, ist eine Unterscheidung zwischen den Blogs und der normalen Nachrichtenseite. Da die <em>taz</em>-Blogger von uns nicht bezahlt werden, k&#246;nnen sie eigene Flattr-Accounts nutzen, also auf eigene Rechnung wirtschaften. Das machen andere Unternehmen zum Teil anders. Vom klassischen redaktionellen Inhalt wird nur ein Account gespeist. Die Autoren sind ja festangestellt oder bekommen ihr entsprechendes Honorar.</p>
<p><em>Warum nutzt die taz Flattr? Wie sieht es zum Beispiel mit Kachingle aus?</em></p>
<p>Den Ansatz von Flattr finden wir gut. Dort unterst&#252;tzt man bewusst sogenannte „Things“. Kachingle hat einen anderen Zugang: Dort werden die Besuche einer Seite gez&#228;hlt und diese wird als Ganzes unterst&#252;tzt. Wir &#252;berlegen, unseren Usern auch Kachingle anzubieten, aber Flattr gef&#228;llt uns inhaltlich besser. <strong>Wir haben auch gro&#223;es Vertrauen in die Macher.</strong></p>
<p>Entscheidend an den Ans&#228;tzen ist, dass beide ohne Bezahlschranke auskommen. Die Texte sind also weiter frei, man kauft keine Katze im Sack. Bei anderen Systemen kann man manchmal nur einige Zeilen lesen, bevor man bezahlen soll. Nur, um sp&#228;ter gegebenenfalls festzustellen, dass der Artikel doch nicht den Erwartungen entspricht.</p>
<p>Bei Flattr wollen wir zudem dabei sein, um das Projekt zu unterst&#252;tzen. Das war ein weiterer Beweggrund f&#252;r uns. Wenn man unter jeden <em>taz.de</em>-Artikel den Flattr-Button sieht, ist das auch eine Werbung f&#252;r Flattr. Wir w&#252;nschen uns, dass es ein Erfolg wird.</p>
<p><em>Glauben Sie, dass auch andere klassische Medien Flattr nutzen werden?</em></p>
<p>Das wird man abwarten m&#252;ssen. Ich wei&#223;, dass einige interessiert sind. Aber ich erwarte, dass die meisten Medienh&#228;user nicht nachziehen werden. Die Verlage gehen in der Regel noch von Printmodellen aus. Sie sind der Meinung, dass ihr Produkt einen gewissen Wert an sich hat von dem man nicht abr&#252;cken will. Das sieht man beim <em>SPIEGEL</em> zum Beispiel an der App-Preispolitik. Die Preise f&#252;r die Ausgaben f&#252;r iPhone oder iPad sind etwa so hoch wie im Print. Das zeigt, dass man denkt, <strong>das Produkt habe einen Wert und den will man auch eintreiben.</strong></p>
<p>Die <em>taz</em> geht da anders ran. Wir haben ja auch im Print ein geschichtetes Preissystem, wo jeder entscheiden kann, ob er mehr Geld zur Verf&#252;gung hat und den politischen Preis zahlt, oder ob er weniger Geld zur Verf&#252;gung hat und den erm&#228;&#223;igten Preis bezahlt. Ich bezweifele im &#220;brigen, dass bei anderen Zeitungen das System in dem Ma&#223;e funktionieren w&#252;rde, weil die Leser-Blatt-Bindung zumeist nicht so hoch ist.</p>
<p><em>Nun gibt es ja nicht nur Lob f&#252;r Flattr, einige Blogger &#228;u&#223;ern auch Kritik, zum Beispiel was den Datenschutz angeht. Ein anderer Vorwurf: An Flattr verdienen in erster Linie Paypal und Flattr selbst…</em></p>
<p>Was das Einzahlen von Geld angeht: Klar, da verdient zum Beispiel Paypal. Aber man muss es auch so sehen: Paypal hat dann eine Dienstleistung erbracht und die ist Geld wert. Die Geb&#252;hren sind nat&#252;rlich nicht niedrig, aber sie bieten den Dienst an, wor&#252;ber man froh sein kann. Die Frage ist, ob Flattr mehr M&#246;glichkeiten bieten sollte, Geld einzuzahlen. Doch da muss man ihnen noch Zeit lassen, schlie&#223;lich sind sie noch in der Beta-Phase.</p>
<p><em>Und was den Datenschutz angeht?</em></p>
<p>Wir haben wie bereits erw&#228;hnt gro&#223;es Vertrauen in die Flattr-Macher. Den Datenschutz-Aspekt haben wir im Hinterkopf. Gerade als <em>taz</em> sind wir da sensibel. Wir widmen diesem Thema ja auch einen gro&#223;en Teil unserer Berichterstattung.</p>
<p><strong>Solange Flattr keine Nebengesch&#228;fte oder Werbung macht, ist die Sache unproblematisch.</strong> Es ist ja nicht wie beim Google-Konzern, der davon lebt, unsere Daten zu sammeln, um damit gezieltere Werbung anbieten zu k&#246;nnen. Flattr sammelt eher „Datenm&#252;ll“. Es gibt dort kein Gesch&#228;ft, bei dem man diese Daten nutzt. Wir achten aber weiter darauf, ob Flattr gut mit unseren Daten umgeht. Derzeit haben wir keine Bedenken.</p>
<p><em>Glauben Sie, dass freiwillige Zahlungen f&#252;r Online-Inhalte in Zukunft eine wichtige Rolle im Online-Journalismus spielen werden?</em></p>
<p>Ich gehe nicht davon aus, dass wir mit Flattr unsere Kosten einspielen k&#246;nnen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob auf lange Sicht ein nennenswerter Beitrag dabei heraus kommt. Auf der anderen Seite gibt es bei der <em>taz</em> es schon lange freiwillige Bezahlmodelle. Bis 2006 gab es auf <em>taz.de</em> unter den Artikeln die Frage, was dem Leser der Artikel wert war. Dazu ein Hinweis auf unser Bankkonto, auf das freiwillig etwas &#252;berwiesen werden konnte. Und das haben Leute auch gemacht.</p>
<p>2006 haben wir das ge&#228;ndert, weil wir versucht haben, auf Werbung zu setzen. Mittlerweile sind wir da schlauer und gehen mehrere Wege, auch wenn die meisten Einnahmen im Online-Bereich weiter mit Werbung erzielt werden. Lieber w&#228;re uns nat&#252;rlich, dass der Anteil durch die Leser h&#246;her ist, wie es bei uns auch im Print ist. <strong>Wir sind gerne von unseren Lesern abh&#228;ngig</strong>, lieber als von Werbung, woher bei den meisten anderen Zeitungen und Magazinen noch der L&#246;wenanteil der Einnahmen herr&#252;hrt. Und Flattr hat nun das Tool angeboten, was wir uns immer gew&#252;nscht haben.</p>
<p><em>Aber die Angabe der Bankverbindung gibt es doch trotzdem wieder…</em></p>
<p>Vor einigen Wochen hatten wir noch einmal einen kleinen Versuch unternommen, unsere Leser um freiwillige Bank&#252;berweisungen zu bitten. Das wurde sehr gut angenommen. Nachdem wir Flattr integriert hatten, kam sehr schnell das Feedback, warum denn Flattr als Mittler dazwischen sei. Manche Leser wollen, dass das Geld direkt bei uns ankommt, ohne dass irgendwer Geb&#252;hren erhebt. Daher ist die Kontonummer wieder unter den Texten zu finden.
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			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F29144%2Ftaz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben%2F"><br />
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			</a>
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<a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/">taz.de: „Flattr hat das Tool angeboten, was wir uns immer gew&#252;nscht haben“</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/#comments">19 comments</a>
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		<title>Icelandic Modern Media Initiative – Hafen der Pressefreiheit oder PR-Aktion?</title>
		<link>http://carta.info/27995/icelandic-modern-media-initiative-hafen-der-pressefreiheit-oder-pr-aktion/</link>
		<comments>http://carta.info/27995/icelandic-modern-media-initiative-hafen-der-pressefreiheit-oder-pr-aktion/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 May 2010 11:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Macher des geplanten neuen isl&#228;ndischen Mediengesetzes versprechen weitreichende Freiheiten f&#252;r Journalisten, auch &#252;ber Island hinaus. Doch deutschen Journalisten nutzt das kaum. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e5f06918917c49aa810f4d9fc725cc47" alt="" width="1" height="1" />Wann das isl&#228;ndische Parlament &#252;ber die Gesetzesinitiative abstimmt, die als IMMI <a href="http://www.immi.is" target="_blank">(Icelandic Modern Media Initiative)</a> bekannt wurde, ist noch ungewiss. Der Termin hat sich verz&#246;gert. Birgitta Jónsdóttir, Sprecherin der Initiative, sagt, im Juni soll es soweit sein. <strong>Dass das Gesetz angenommen wird, daran gibt es kaum Zweifel.</strong> Immer wieder verk&#252;nden die Initiatoren, dass es Unterst&#252;tzer in allen Parteien gibt. Die erste parlamentarische H&#252;rde nahm IMMI im Februar ohne Gegenstimme.</p>
<p>Seither wurde IMMI international in verschiedenen Medien gro&#223;e Beachtung geschenkt. Unter anderem Al Jazeera und die <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E27FF6A1E5E8049F8938225AF5ACAB24C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><em>FAZ</em></a> betonen die Auswirkungen &#252;ber Island hinaus. Auch Birgitta Jónsdóttir verweist auf „transborder effects“. Der schwedische „Press Freedom Act“, auf dem Teile des geplanten isl&#228;ndischen Gesetzes basieren, sehe zum Beispiel eine gesetzliche Pflicht f&#252;r Journalisten, ihre Quellen zu sch&#252;tzen. Sollten sie ein solches Versprechen abgeben und brechen, k&#246;nnen ihnen bis zu sechs Monate Haftstrafe drohen. <em>„This strong protection assists not only sources. It is also likely to aid journalists operating in other countries which have a meaningful publishing relationship with Sweden”</em>, so Jónsdóttir.</p>
<p>Die Isl&#228;nderin f&#252;hrt weitere Beispiele an, die sich auch auf der Homepage der Icelandic Modern Media Initiative <a href="http://www.immi.is/?l=en&amp;p=FAQ" target="_blank">nachlesen</a> lassen. Grundtenor: Gesetze zum Informantenschutz in einem Land k&#246;nnen die Quellen mittunter auch in anderen L&#228;ndern sch&#252;tzen. Nichts desto trotz sind Medienschaffende nat&#252;rlich stets an die lokalen Gesetze gebunden, wenn sie in einem Staat arbeiten oder ver&#246;ffentlichen.</p>
<p>Bedeutet dies, dass m&#246;glicherweise Unternehmen nach Island abwandern? Birgitta Jónsdóttir geht davon aus: „<em>Already many companies both from the IP industry and Media companies have expressed interest in moving their entire company or branches to Iceland if the law will be passed.</em>”</p>
<p>Dass namenhafte deutsche Unternehmen darunter sind, davon geht Thomas Jarzombek, Mitglied des Unterausschusses „neue Medien“ des Kulturausschusses, nicht aus. Der CDU-Bundestagsabgeordneter sieht keinen Grund daf&#252;r: <strong>„<em>F&#252;r mich ist keine Situation in Deutschland erkennbar, in der jemand zensiert oder limitiert wird.</em>“ Eine Einschr&#228;nkung der Pressefreiheit k&#246;nne es in Deutschland nicht geben, da diese vom Grundgesetz garantiert sei.</strong></p>
<p>Wolfgang Michal, freier Journalist und <em>Carta</em>-Mitherausgeber, stimmt dem zwar grunds&#228;tzlich zu, verweist aber auf gewisse Hindernisse: „<em>Investigative Journalisten haben es heute schwerer, &#252;ber Ermittlungen zu berichten</em>“. Der Grund daf&#252;r seien Pers&#246;nlichkeitsrechte, die immer mehr gest&#228;rkt w&#252;rden. Die Folge sind nicht selten Abmahnungen oder einstweilige Verf&#252;gungen (siehe dazu auch Wolfgang Michals dritten Teil der <a href="http://carta.info/27821/wie-lieschen-mueller-ueber-die-meinungsfreiheit-entscheidet-abmahnrepublik-teil-iii/" target="_blank">„Abmahnrepublik“</a> zur Meinungsfreiheit). Dies koste Zeit und Nerven und kann teilweise sogar richtig teuer werden: „<em>Die verlangten Schmerzensgeld-Summen werden allm&#228;hlich h&#246;her.</em>“</p>
<p>Wird das neue isl&#228;ndische Gesetz deutschen Journalisten bessere M&#246;glichkeiten f&#252;r ihre investigative Arbeit bieten? – Nicht wirklich, denn alles, was &#252;ber die deutschen Gesetze hinaus gehe, w&#228;re auch von Island aus in Deutschland strafbar, sagt Thomas Jarzombek: „<em>Wenn jemand in Deutschland gegen das Recht verst&#246;&#223;t, dann ist er in Deutschland strafbar.</em>“ Hei&#223;t mit anderen Worten: <strong>Auch wenn ein Blogger sein an ein deutsches Publikum gerichtetes Blog in Island hostet, w&#252;rde er sich an die deutsche Gesetze halten m&#252;ssen</strong>.</p>
<p>Vieles, womit Island im Rahmen von IMMI nun Eigenwerbung betreibe, sei zudem gar nicht so neu, sagt Thomas Jarzombek. Die M&#246;glichkeit anonym und gesch&#252;tzt Inhalte im Internet zu ver&#246;ffentlichen bestehe auch heute schon: „<em>Provider sagen mir, dass dieser Status auch jetzt schon in anderen L&#228;ndern m&#246;glich ist.</em>“</p>
<p>Die Leser legen bei Angeboten mit eigener Berichterstattung jedoch hohen Wert darauf, die Identit&#228;t derjenigen hinter dem Inhalt zu kennen. Glaubhaft seien nur Berichte, bei denen ersichtlich ist, wer dahinter steckt. Einen „<em>berechtigten Sonderstatus</em>“ nehme hierbei Wikileaks ein.</p>
<p>Ob Island also zum Hafen der Pressefreiheit wird, <a href="http://www.nytimes.com/2010/02/22/business/media/22link.html">darf bezweifelt werden</a>. Die Auswirkungen auf Deutschland jedenfalls werden sich aller Voraussicht nach in Grenzen halten. Bem&#252;hungen, weltweit das Presserecht zu st&#228;rken, sind dessen ungeachtet nat&#252;rlich immer begr&#252;&#223;enswert.</p>
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<p><a title="Prezi &#252;ber die "Icelandic Modern Media Initiative (IMMI)" und ihre M&#246;gliche Bedeutung f&#252;r Deutschland. Vortrag im Studiengang "Online Journalismus" der Hochschule Darmstadt" href="http://prezi.com/mc6djeotlopm/immi-auch-eine-chance-fur-deutsche-medien/">IMMI &#8211; auch eine Chance f&#252;r deutsche Medien?</a> on <a href="http://prezi.com">Prezi</a></p>
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		<item>
		<title>Gek&#252;rzte Bildungsausgaben und kalkulierte Emp&#246;rung</title>
		<link>http://carta.info/27245/gekuerzte-bildungsausgaben-und-kalkulierte-empoerung/</link>
		<comments>http://carta.info/27245/gekuerzte-bildungsausgaben-und-kalkulierte-empoerung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 May 2010 13:37:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Koch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Land Hessen will seine Bildungsausgaben um 30 Mio. Euro k&#252;rzen, weil sich auch die Hochschulen an "sinkenden Steuerannahmen" beteiligen m&#252;ssen. Wahrscheinlich ist dies ein erster Schritt zur Wiedereinf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a7b154db89a04ff4ac3fd034c31b8783" alt="" width="1" height="1" />Wir Studenten in Hessen protestieren mal wieder. Und wir spielen  damit wom&#246;glich Roland Koch und seiner Regierungstruppe – gegen die der  Protest eigentlich gerichtet ist – in die Karten. Das ist besonders  traurig, denn der aktuelle Protest ist berechtigt. Mehr noch: Er ist  zwingend notwendig: <strong>Das Land Hessen will die Bildungsausgaben  k&#252;rzen.</strong> Und das nicht nur geringf&#252;gig: 30 Millionen Euro im  Jahr sollen wegfallen.</p>
<p>Roland Koch sieht darin scheinbar sogar ein Vorbild f&#252;r den Bund, <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/koch-fuer-kuerzungen-bei-bildung/" target="_blank">forderte er doch unter anderen bei der Bildung Gelder  zu k&#252;rzen</a>. Ehrlich gesagt: Ich bekomme es mit dem Schrecken zu tun  bei einem <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,692226,00.html" target="_blank">potentiellen Ersatz-Finanzminister</a>, der so denkt.</p>
<p>Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen, was gerade passiert und  eins und eins zusammenzuz&#228;hlen. Hier  in Hessen plant Roland Koch, wie bereits erw&#228;hnt, deutliche K&#252;rzungen.  Bez&#252;glich seiner Begr&#252;ndung zitiere ich <a href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&amp;key=standard_document_39121997" target="_blank">hr-online</a>:</p>
<blockquote><p>Ministerpr&#228;sident Roland Koch (CDU) verteidigte das  geplante Abkommen mit den Hochschulen: Im vergangenen Pakt sei  festgeschrieben worden, dass bei sinkenden Steuereinnahmen sich auch die  Universit&#228;ten beteiligen m&#252;ssten. Dies sei nun der Fall.</p></blockquote>
<p>Zwar stimmt es, dass die Steuereinnahmen konjunkturbedingt zur&#252;ck gegangen sind, <strong>die niedrigeren Steuereinnahmen sind zum Teil aber auch auf Regierungshandeln zur&#252;ck zu f&#252;hren.</strong> Allen voran ist hier das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ zu nennen, das unter anderem  Steuersenkungen f&#252;r Hoteliers beinhaltet. Diesem Gesetz hat Kochs schwarz-gelbe Landesregierung  im Bundesrat f&#252;r Hessen zugestimmt! &#8211; Dieses „kleine“ Detail wird in  der Regel leider nicht miterw&#228;hnt. Und so bereiten die aktuellen  Proteste den N&#228;hrboden f&#252;r den Taktiker Koch. Die <strong>wom&#246;glich  kalkulierte Emp&#246;rung</strong> vereinfacht es, Studiengeb&#252;hren  wieder einzuf&#252;hren, aus „Sachzw&#228;ngen“ wie es im Politikerdeutsch so sch&#246;n  hei&#223;t.</p>
<p>Unbeteiligte bekommen durch die Proteste vor Augen gef&#252;hrt, dass Geld  im Bildungssystem fehlt und werden sagen, dass in dieser Not doch  besser wieder Geb&#252;hren erhoben werden sollten. Die Landesregierung  beharrt darauf, dass kein Geld da sei und „rettet“ dann die Hochschulen  mit der Wiedereinf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren. Die Hochschulen, vor die Wahl  gestellt, Geb&#252;hren oder Geldmangel, w&#252;rden in der Not vermutlich  ebenfalls zustimmen.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich w&#252;rden wir Studenten in diesem Fall wieder  protestieren. Doch wir h&#228;tten es dann umso schwerer. Schon immer war die  „Verbesserung der Lehre“ das vorgeschobene Argument f&#252;r Geb&#252;hren. Wenn  man den <strong>Geldmangel an Unis</strong> vorher als Studentenschaft  noch thematisiert hat, w&#252;rde dies sicher auf die Kurzformel „schlechte  Studienbedingungen oder Studiengeb&#252;hren“ herunter gebrochen und wir  Studenten als ewige N&#246;rgler da stehen.</p>
<p>Dass es auch anders geht, wird schnell vergessen. Ich m&#246;chte daher  daf&#252;r pl&#228;dieren, die Informationen und Zusammenh&#228;nge um die aktuellen  K&#252;rzungen sowie die Standpunkte der Studierenden und Hochschulen dazu (<a href="http://www.h-da.de/Aktuelles/pressemitteilungen/pressenews-einzelansicht/article/h-da-senat-erklaert-sich-solidarisch-mit-kritik-am-hessischen-hochschulpakt-2011-2015/7708/nocache/index.htm" target="_blank">meine Hochschule lehnt die Pl&#228;ne &#252;brigens ab</a>)  deutlich und verst&#228;ndlich an m&#246;glichst viele B&#252;rger zu bringen.</p>
<p>Ich bef&#252;rchte n&#228;mlich, dass die jetzigen K&#252;rzungen andernfalls nur  ein Schritt auf dem Weg zur <strong>Wiedereinf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren</strong> sind. Und diese w&#252;rden die Lehrbedingungen nicht verbessern, sondern  bestenfalls erhalten, w&#228;hrend Bund und L&#228;nder sich entlasten (oder  sollte ich sagen, sich aus der Verantwortung stehlen) und anderswo  Steuergelder verschenken.</p>
<p>PS: Nachfolgende <a href="http://www.bitcom.org" target="_blank">BITKOM</a>-Grafik  passend zur Thematik stelle ich mal ohne weitere Kommentierung in den  Raum:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.bitkom.org/files/images/Bildungsausgaben_download.jpg" rel="shadowbox[post-27245];player=img;"><img class="aligncenter" src="http://griess.files.wordpress.com/2010/05/bildungsausgaben.gif?w=450&amp;h=317" alt="" width="450" height="317" /></a></p>
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			</a>
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<a href="http://carta.info/27245/gekuerzte-bildungsausgaben-und-kalkulierte-empoerung/">Gek&#252;rzte Bildungsausgaben und kalkulierte Emp&#246;rung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/27245/gekuerzte-bildungsausgaben-und-kalkulierte-empoerung/#comments">18 comments</a>
</small></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Blogschau zum TV-Duell R&#252;ttgers vs. Kraft</title>
		<link>http://carta.info/26396/blogschau-zum-tv-duell-ruettgers-vs-kraft/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 14:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[NRW]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach dem gestrigen TV-Duell zwischen J&#252;rgen R&#252;ttgers und Hannelore Kraft erkl&#228;rten sich beide Seiten zum Sieger. Aber auch die Blogosph&#228;re gibt widerspr&#252;chliche Antworten auf die Frage nach dem Gewinner und kritisiert das ganze "Duell" als ereignisarm. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2100ee5b45424125bb6358bd1e95f115" alt="" width="1" height="1" />Hauptanlaufpunkt landespolitisch interessierter Blogger war gestern sicherlich das <strong>Pottblog</strong>. Dort gab es <a href="http://www.pottblog.de/2010/04/24/live-blog-tv-duell-hannelore-kraft-spd-vs-juergen-ruettgers-cdu-zur-nrw-landtagswahl-ltw10-nrw/">ein Liveblog</a>, in dem Pottblog-Macher und SPD-Mitglied Jens Matheuszik gemeinsam mit David J. Ludwigs von der NRW-CDU als Co-Moderator das Geschehen kommentierten. Auch einige G&#228;ste mischten sich ein. Die beiden Moderatoren kommentierten nat&#252;rlich im wahrsten Sinne des Wortes „parteiisch“, die gr&#246;&#223;ere Zahl der G&#228;ste bevorzugte Hannelore Krafts Positionen. Eine wenige Minuten lang laufende Umfrage am Ende best&#228;tigte diesen Eindruck. <a href="http://www.pottblog.de/2010/04/26/tv-duell-nrw-80-fuer-hannelore-kraft-13-fuer-juergen-ruettgers/">Auf Pottblog wird das Ergebnis wie folgt kommentiert</a>:</p>
<blockquote><p>80 % der (bis zu 140 Teilnehmer am Live-Blog) glaubten, dass Hannelore Kraft das TV-Duell gewonnen hat, 13 % sprachen sich f&#252;r J&#252;rgen R&#252;ttgers aus und der Rest war unentschieden. Nat&#252;rlich v&#246;llig unrepr&#228;sentativ – aber es lesen hier nicht nur SPD-Sympathisanten mit…</p></blockquote>
<p>Zu einem komplett anderen Ergebnis kommt der unter dem Pseudonym „Thomas Brackheim“ schreibende Autor im <strong>Wir-in-NRW-Blog</strong>. Stach das Blog bisher meist durch sehr CDU-kritische Kommentierung und Berichterstattung hervor, <a href="http://www.wir-in-nrw-blog.de/2010/04/bei-rot-rot-grun-setzt-jurgen-ruttgers-seiner-herausforderin-den-finalen-treffer/">hei&#223;t es diesmal unter anderem</a>:</p>
<blockquote><p>Die Routine des Amtsinhabers, die gute Schulung vor diesem Termin, sein Reichtum an Fakten und Argumenten, bugsieren den 58-J&#228;hrigen CDU-Chef schon zur Halbzeit der Fragerunde auf die Siegerstra&#223;e.</p></blockquote>
<p>Der Autor kritisiert, dass Kraft Fehler in der SPD-Regierungszeit eingesteht und bewertet die Herausforderin als deutlich schlechter vorbereitet als den Amtsinhaber. Der gr&#246;&#223;te Kritikpunkt jedoch ist f&#252;r den Kommentator die unklare Haltung Krafts zum Umgang mit der Linken. Hier habe R&#252;ttgers Kraft so empfindlich getroffen, dass sie aufgegeben habe.</p>
<p>Um das Thema Linke geht es auch im <a href="http://think-strange.de/blog/weltsicht/2010/04/27/kritische-notizen-zum-tvduell-im-wdr-zwischen-ruttgers-und-kraft/">Kommentar</a> auf <strong>thing-strange.de</strong>. Der der Linken nahestehende Roger Zenner sieht den Fehler Krafts nicht in einer mangelnden Abgrenzung zur Linken, sondern in der „<em>klaren Absage</em>“ gegen&#252;ber der Linken. Zudem beklagt Zenner, dass R&#252;ttgers die Linke als „undemokratische Extremisten“ bezeichnet habe und stellt seinerseits die Frage, ob die etablierten Parteien angesichts mehrerer vom Verfassungsgericht zur&#252;ckgewiesener Gesetze denn „demokratisch“ genug seien, solche Vorw&#252;rfe zu erheben.</p>
<p>Welche Worte die beiden Kontrahenten verwendet haben, zeigen die <strong>Gr&#252;nen NRW</strong> <a href="http://blog.gruene-nrw.de/2010/04/27/duell-wolken/">in ihrem Blog per &#8220;Wortwolke&#8221;</a>. Zuvor haben sie bereits ein <a href="http://tvduell.gruene-nrw.de/duell">Transkript des Duells</a>, angereichert mit eigenen Statements, ver&#246;ffentlicht.</p>
<p>Der Liveblog von <strong>hingesehen.net</strong> <a href="http://www.hingesehen.net/live-blog-zum-tv-duell-zwischen-ruttgers-und-kraft/">bilanziert das TV-Duell</a> als „<em>ereignisarm</em>“. &#196;hnlich sieht es auch Stefan Laurin von den <strong>Ruhrbaronen</strong>. Mit „<em>Langweilig war es, das &#8216;Duell&#8217; zwischen J&#252;rgen R&#252;ttgers (CDU) und Hannelore Kraft (SPD) im WDR.</em>“, beginnt er seinen Kommentar „<a href="http://www.ruhrbarone.de/kraft-vs-ruttegrs-duell-der-druckeberger/">Kraft vs. R&#252;ttgers: Duell der Dr&#252;ckeberger</a>“. Darin kritisiert auch er die Unklarheit, die Kraft im Bezug auf die Linke hinterlie&#223;. In den Punkten Kohlesubventionen und Bildungspolitik sieht Laurin Vorteile beim Amtsinhaber. Insgesamt h&#228;tten aber beide in entscheidenden Fragen keine Antworten gegeben, allen voran bei der Frage „Wo wird gespart?“. Laurin beschreibt auch R&#252;ttgers Versuch, als soziales Gewissen der CDU zu erscheinen:</p>
<blockquote><p>Beide gaben den engagierten Sozialpolitiker. Kraft ist mit den Mindestl&#246;hnen eher auf der H&#246;he der Zeit – R&#252;ttgers beim Zuverdienst. Man konnte zwei sozialdemokratische Politiker verschiedener Fl&#252;gel  beobachten.</p></blockquote>
<p>Dies ist ein Punkt, den auch ich in <a href="http://griess.wordpress.com/2010/04/27/nach-den-tv-duell-ruttgers-kraft-ja-wer-hat-denn-nun-gewonnen/">meinem Kommentar</a> aufgegriffen habe. Kraft vers&#228;umt mehrere Gelegenheiten, ihren Kontrahenten zu attackieren. Denn der lieferte ihr einige Chancen dazu, etwa bei der Rente mit 67 oder der Art der Wahlkampff&#252;hrung. So endete das Duell jedoch in meinen Augen unentschieden.</p>
<p>Wenig &#252;berraschend sind sich die Kommentatoren einmal mehr nicht einig, wer ein TV-Duell gewonnen hat. Die Parteien und deren Anh&#228;nger k&#228;mpfen um die Deutungshoheit. Ein Kampf, der aktuell in den Kommentaren zu einigen der genannten Artikel munter weiter geht. Vermutlich noch bis Mittwoch, denn dann Treffen R&#252;ttgers und Kraft erneut aufeinander, diesmal im Beisein der Spitzenkandidaten von FDP, Gr&#252;nen und Linke.
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<a href="http://carta.info/26396/blogschau-zum-tv-duell-ruettgers-vs-kraft/">Blogschau zum TV-Duell R&#252;ttgers vs. Kraft</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26396/blogschau-zum-tv-duell-ruettgers-vs-kraft/#comments">3 comments</a>
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		<title>iPad-Hype: CNN erkl&#228;rt, der norwegische Ministerpr&#228;sident regiere derzeit per iPad</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Apr 2010 11:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[iPad]]></category>

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		<description><![CDATA[Das iPad rettet den Journalismus – oder ist es umgekehrt? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Apple der Welt sein iPad vorgestellt hat, mutma&#223;en Journalisten und Medienkenner, ob das iPad den Journalismus retten kann. Scheinbar haben sich einige Journalisten zun&#228;chst dazu entschlossen, den anderen Weg zu gehen, sprich das iPad zu retten. In diesem Sinne hat selbiges den Journalismus durchaus schon jetzt ma&#223;geblich beeinflusst.</p>
<p>So <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/04/15/kanzlerin-merkel-in-kalifornien/ausflug-ein-tag-in-hollywood.html" target="_blank">berichtet die BILD-Online</a> unter der &#220;berschrift „<em>Der Terminator schenkte ihr ein iPad</em>“ &#252;ber den Kalifornien-Aufenthalt von Angela Merkel: „<em>Schwarzenegger schenkt ihr ein Apple-iPad. Als Kanzlerin darf sie den zwar annehmen, aber nicht benutzen – obwohl sie unbedingt einen haben will.</em>“ Da der Artikel &#252;ber jede Menge eher pers&#246;nliche Kleinigkeiten der Reise berichtet, f&#228;llt dies noch nicht sonderlich aus dem Raster.</p>
<p>Einen Bezug zwischen dem isl&#228;ndischen Vulkanausbruch und dem iPad herzustellen, ist da schon unerwarteter. Doch es geht, wie CNN zeigt. Im Artikel „<a href="http://edition.cnn.com/2010/TRAVEL/04/15/iceland.flights/index.html" target="_blank">Volcanic ash causes travel chaos for second day</a>“ befand sich n&#228;mlich folgende Information:</p>
<blockquote><p>“The prime minister of Norway was among those stranded by the closure of European airspace.</p>
<p>Jens Stoltenberg, who was in New York for President Barack Obama&#8217;s nuclear summit, is running the Norwegian goverment from the United States via his new iPad, his press secretay Sindre Fossum Beyer said.”</p></blockquote>
<div id="attachment_25750" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.flickr.com/photos/statsministerenskontor/4521609949/sizes/l/"><img class="size-full wp-image-25750 " style="margin: 2px; border: 1px solid black;" title="stoltenberg" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/stoltenberg.jpg" alt="stoltenberg" width="250" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">Stoltenberg in New York: Ist dies schon &quot;regieren&quot; per iPad? (Quelle flickr/Norwegische Staatskanzlei, Dank an rosamunde f&#252;r den Hinweis)</p></div>
<p>Offenbar war das Zitat CNN auf die Dauer dann doch etwas obskur, zumindest ist es aktuell nicht mehr im Artikel zu finden. <a href="http://www.allvoices.com/contributed-news/5618605-volcanic-ash-cloud-causes-air-travel-chaos" target="_blank">An anderer Stelle</a> ist es allerdings noch vorhanden, und auch in einigen <a href="http://forums.macrumors.com/showthread.php?t=898144" target="_blank">Foren</a> und <a href="http://fascinated.fm/post/525166256/jens-stoltenberg-who-was-in-new-york-for" target="_blank">Blogs</a> l&#246;ste der Absatz Verwunderung aus.</p>
<p>Deutlich sachlicher und seri&#246;ser geht es im <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,689224,00.html" target="_blank">Artikel von Matthias Kremp auf Spiegel Online</a> &#252;ber die Lieferverz&#246;gerungen des neusten Apple-Produkts zu. Darin berichtet er &#252;ber viele Details, die ein Normalsterblicher nicht bedenken w&#252;rde. Ein naheliegender Verdacht aber wird nicht erw&#228;hnt: Dass die Lieferschwierigkeiten auf eine Marketingstrategie, sprich k&#252;nstliche Verknappung, zur&#252;ckzuf&#252;hren sind. Denn wenn man ehrlich ist, gibt es kaum eine bessere PR f&#252;r den US-Computerkonzern, als die Lieferprobleme. Der Ansturm wirkt enorm und durch die Berichterstattung dar&#252;ber ist das iPad in den Medien weiter pr&#228;sent.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann &#252;ber eine solche bewusste Strategie nur gemutma&#223;t werden, es sei denn irgendwer h&#228;tte Insider-Informationen. Ein Muss ist der Aspekt f&#252;r einen Text daher nicht, diese M&#246;glichkeit in einen Artikel &#252;ber die Lieferknappheit aber nicht einmal zu erw&#228;hnen, wird Apple sicher freuen. Wie so sicher einiges in der aktuellen Berichterstattung.
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