<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Carta &#187; Peter Piksa</title>
	<atom:link href="http://carta.info/autor/Peter_Piksa/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 May 2013 08:30:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=Carta&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2Fcarta%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Carta&amp;description=Politik%2C+%C3%96konomie%2C+digitale+%C3%96ffentlichkeit&amp;tags=blog" type="text/html" />
		<item>
		<title>Zwei Sichtweisen · Antwort an Thomas Jarzombek: Zeit f&#252;r einen Politikwechsel!</title>
		<link>http://carta.info/58113/zwei-sichtweisen-antwort-an-thomas-jarzombek-zeit-fur-einen-politikwechsel/</link>
		<comments>http://carta.info/58113/zwei-sichtweisen-antwort-an-thomas-jarzombek-zeit-fur-einen-politikwechsel/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 10:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Piksa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[#btw13]]></category>
		<category><![CDATA[#eidg]]></category>
		<category><![CDATA[Breitbandausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Kompromiss]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[LSR]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Jarzombek]]></category>
		<category><![CDATA[Union]]></category>
		<category><![CDATA[VDS]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Zwei Sichtweisen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=58113</guid>
		<description><![CDATA[Vorne Sch&#246;nwetter und hinten r&#252;ckst&#228;ndige Gesetze - die Kompromisse der parteigebundenen Netzpolitiker tragen nicht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/c63db76c1c4b4b6092e409cb8af918e1" width="1" height="1" />Der D&#252;sseldorfer CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek ist Bundestagsabgeordneter und war Mitglied der Enquete-Kommission f&#252;r Internet und Digitale Gesellschaft. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin mit <a href="http://www.jarzombek.com/blog/?p=110">Jarzombeks Kommentar</a> &#252;berhaupt nicht einverstanden.</p>
<p>Im Gegenteil. Ich halte seine Forderung an die Netzgemeinde f&#252;r durchsichtig und darauf ausgerichtet, die sch&#228;dliche (Netz-)Politik seiner Kanzlerin und seiner Partei l&#228;nger am Leben zu erhalten, als es f&#252;r die in Deutschland lebenden Menschen gut w&#228;re. Jarzombek will eine Laufzeitverl&#228;ngerung f&#252;r r&#252;ckw&#228;rtsgewandte und von Wirtschaftslobbys ungeb&#252;hrlich stark beeinflusste Klientelpolitik. Doch was es braucht, ist aktive Sterbehilfe.</p>
<p>Es macht mich w&#252;tend, zu lesen, wenn ein CDU-Netzpolitiker schreibt, dass ein R&#252;ckzug dieser Netzgemeinde falsch w&#228;re. Nicht etwa, weil Jarzombek zu Beginn seines Texts die Piratenpartei anspricht, w&#228;hrend er tats&#228;chlich eher die Netzgemeinde in ihrer parteiunabh&#228;ngigen Form adressiert. Es ist ein heuchlerisches und vergiftetes Lob, das durchsichtiger nicht sein k&#246;nnte:<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>“Das politische Engagement der Netzgemeinde ist unersetzlich.”</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Ach, ist es das?</p>
<p>Mir will beim besten Willen nicht einleuchten, wie ein CDU-Netzpolitiker, der sich w&#228;hrend seiner Arbeit in der Netz-Enquete gegen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralit&#228;t eingesetzt und immerzu betont hat, in Wahrheit doch gegen das Leistungsschutzrecht zu sein &#8211; nur, um dann doch nicht gegen dessen Installation zu arbeiten -, ohne vor Scham zu err&#246;ten, “politisches Engagement der Netzgemeinde” fordern kann.</p>
<p>Beinahe satirisch wirkt es auf mich, wenn Jarzombek eine Politik einfordert, die<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>“endlich die Infrastruktur des Netzes pusht statt H&#252;rden aufzubauen”.</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Ist es tats&#228;chlich doch das Werk seiner eigenen Partei, und – auch das geh&#246;rt zur schmutzigen Wahrheit – dem Mitwirken Thomas Jarzombeks zu verdanken, dass beispielsweise im Rahmen der Netz-Enquete Gelegenheiten verpasst worden sind, korrekturbed&#252;rftige Missst&#228;nde zu korrigieren und sinnvolle Weichenstellungen vorzubereiten. Eigentlich w&#228;re es sogar angemessen, nicht von verpassten Gelegenheiten, sondern vielmehr von aktiver Verhinderungsarbeit durch den CDU-Politiker Jarzombek und seinen Parteikollegen und Mitteilnehmer an der Netz-Enquete Peter Tauber zu sprechen. Aber um den geht es heute nicht.</p>
<p>Jarzombek bezieht sich in seinem Kommentar auf Sascha Lobos Vortrag auf der diesj&#228;hrigen Re:publica, einer Konferenz zum Thema &#8212; nun, man k&#246;nnte sagen, ebenfalls “Internet und digitale Gesellschaft”. Sascha Lobo forderte in seinem Vortrag, die Netzgemeinde m&#252;sse im Grunde genommen &#220;berzeugungsarbeit leisten, und, so bitter es auch sein mag, zurzeit eine Bundeskanzlerin namens Angela Merkel zu haben, mit eben dieser zu arbeiten. Das Zauberwort hei&#223;t laut Jarzombek “Kompromiss”, und &#252;berhaupt will Jarzombek schon immer Recht gehabt haben, denn:<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>“Immer wenn ich mich in den letzten Jahren f&#252;r einen Kompromiss eingesetzt habe, hagelte es h&#228;rteste Kritik aus dem Netz. Zuletzt beim Leistungsschutzrecht. Nat&#252;rlich konnte man sich auf die Position stellen: Ich bin dagegen, alles Bl&#246;dsinn. Aber was haben diejenigen erreicht? Nichts.”</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Ach, wirklich? Nichts? Der ebenfalls netzaktive, wenngleich parteipolitisch unabh&#228;ngige Thomas Stadler <a href="http://www.internet-law.de/2013/03/leistungsschutzrecht-sascha-lobo-ist-wutend.html">zeichnete</a> unl&#228;ngst in Bezug auf das Leistungsschutzrecht ein erheblich anderes Bild, dem ich viel eher zustimmen w&#252;rde. Und tats&#228;chlich kommt auch Jarzombek auf das Leistungsschutzrecht zu sprechen:<br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p>“Der Versuch, dem Leistungsschutzrecht die Z&#228;hne zu ziehen, war dagegen gar nicht so unerfolgreich. Ohne jetzt noch einmal alles aufz&#228;hlen zu wollen: Zumindest ist das Gesetz nun deutlich harmloser als zuvor. Ein klassischer Kompromiss, bei dem niemand am Ende sein Gesicht verloren hat.”</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Den Streit um die Einf&#252;hrung des Leistungsschutzrechts als Kompromiss zu bezeichnen, ist aus meiner Sicht ein starkes St&#252;ck. Demokratietheoretisch wird man zustimmen m&#252;ssen, dass es am Ende tats&#228;chlich einen Kompromiss gegeben hat. Aber soll die Art der “Kompromissfindung”, wie die deutsche &#214;ffentlichkeit sie am Beispiel des Leistungsschutzrechts gesehen hat, prototypisch werden f&#252;r die Art und Weise, wie k&#252;nftige Gesetze und politische Bestrebungen allgemein “ausgehandelt” werden?</p>
<p>Wollen wir das? Ist das w&#252;nschenswert f&#252;r eine Gesellschaft, die eigentlich ganz gerne endlich ernsthaften Breitbandausbau, mehr openGovernment und echte Netzneutralit&#228;t bei zeitgleich keinerlei Vorratsdatenspeicherung h&#228;tte? Ist es einer auf Maximierung von pers&#246;nlicher und kollektiver Freiheit ausgerichteten und der Zukunft zugewandten Gesellschaft zutr&#228;glich, bei absolut inakzeptablen Forderungen (Vorratsdatenspeicherung, Leistungsschutzrecht) und inakzeptablen Zust&#228;nden (fehlende Netzneutralit&#228;t, Blamagen-Breitband) tats&#228;chlich einen Kompromiss mit denjenigen zu suchen, auf deren Mist eben jene Missst&#228;nde gewachsen sind und weiter vor sich hinsiechen w&#252;rden?</p>
<p>Wof&#252;r Jarzombek hier pl&#228;diert, ist die Kooperation mit dem Feind. Wer auf diese Weise kooperiert, ist daf&#252;r verantwortlich, dass Missst&#228;nde wahlweise nur im Schneckentempo oder gar nicht behoben werden. Wer auf diese Weise mit dem Feind kooperiert, darf sich nicht wundern, wenn es am Ende hei&#223;t:<br />
&nbsp;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir haben mit diesen Netzmenschen gesprochen und nehmen deren Bedenken sehr ernst. Am Ende haben wir uns aber trotzdem daf&#252;r entschieden, die Vorratsdatenspeicherung zu fordern, das Leistungsschutzrecht zu installieren und bei der Netzneutralit&#228;t auf die magischen F&#228;higkeiten der unsichtbaren Hand des freien Marktes zu vertrauen. Wir danken aber f&#252;r das freundliche Gespr&#228;ch!</p>
<p>&nbsp;<br />
Jarzombek pl&#228;diert f&#252;r die Verl&#228;ngerung des politischen Versagens. Es ist der Versuch, den politischen Gegner mit einer Umarmung kaltzustellen. Kommt, lasst uns doch Freunde sein! Selten so gelacht, Herr Jarzombek.</p>
<p>Betitelt ist Jarzombeks Blogeintrag &#252;brigens mit der Frage “Zeit f&#252;r Realpolitik?”. Ja, es ist tats&#228;chlich an der Zeit f&#252;r Realpolitik. Am dringlichsten ist es Zeit f&#252;r reale Ver&#228;nderung. Was es wirklich braucht, ist nicht der vergiftete Kompromiss im Sinne des Herrn Jarzombek, sondern eine konkrete Ver&#228;nderung der Machtverh&#228;ltnisse in Deutschland.</p>
<p>Was es braucht, ist ein Erdbeben bei der Bundestagswahl im September, von dem man sagen k&#246;nnen wird, dass die vergangenen Landtagswahlen, bei denen Union und FDP signifikante <a href="http://www.cduwatch.de/2012/desastrose-wahlergebnisse-fur-die-cdu/">R&#252;ckschl&#228;ge</a> erlitten haben, lediglich kleine Vorboten gewesen sind.</p>
<p>Was es braucht, ist eine konsequente Abwahl derjenigen, die uns diesen ganzen Mist eingebrockt haben: Schwarz-Gelb. Es braucht einen Politikwechsel. Und dieser darf im &#220;brigen gewiss nicht das rote Label der Sozialdemokraten tragen. Die haben uns n&#228;mlich schon oft genug verraten und werden es wieder tun.<br />
&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://www.piksa.info/blog/2013/05/09/zeit-fur-einen-politikwechsel/" target="_blank">Peter Piksa</a></em><br />
&nbsp;</p>
<ul>
<li>Felix Neumann: <a href="http://carta.info/58197/realnetzpolitik/" target="_blank">Re:alnetzpolitik</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/58113/zwei-sichtweisen-antwort-an-thomas-jarzombek-zeit-fur-einen-politikwechsel/">Zwei Sichtweisen · Antwort an Thomas Jarzombek: Zeit f&#252;r einen Politikwechsel!</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/58113/zwei-sichtweisen-antwort-an-thomas-jarzombek-zeit-fur-einen-politikwechsel/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=58113&amp;md5=b2bf5fcdef0f5b439c6e719026247564" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/58113/zwei-sichtweisen-antwort-an-thomas-jarzombek-zeit-fur-einen-politikwechsel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=Carta&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F58113%2Fzwei-sichtweisen-antwort-an-thomas-jarzombek-zeit-fur-einen-politikwechsel%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Zwei+Sichtweisen+%C2%B7+Antwort+an+Thomas+Jarzombek%3A+Zeit+f%26%23252%3Br+einen+Politikwechsel%21&amp;description=Der+D%26%23252%3Bsseldorfer+CDU-Netzpolitiker+Thomas+Jarzombek+ist+Bundestagsabgeordneter+und+war+Mitglied+der+Enquete-Kommission+f%26%23252%3Br+Internet+und+Digitale+Gesellschaft.+Um+es+gleich+vorweg+zu+nehmen%3A+Ich+bin+mit+Jarzombeks+Kommentar+%26%23252%3Bberhaupt+nicht...&amp;tags=%23btw13%2C%23eidg%2CBreitbandausbau%2CBundestagswahl%2CCDU%2CInternet+Enquete%2CKompromiss%2CLeistungsschutzrecht%2CLSR%2CNetzpolitik%2CPolitik%2CThomas+Jarzombek%2CUnion%2CVDS%2CVer%C3%A4nderung%2CVorratsdatenspeicherung%2CZwei+Sichtweisen%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Demokratisiert die Energieerzeugung, bevor es zu sp&#228;t ist!</title>
		<link>http://carta.info/53864/demokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist/</link>
		<comments>http://carta.info/53864/demokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 12:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Piksa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[E.on]]></category>
		<category><![CDATA[EEG]]></category>
		<category><![CDATA[EnBW]]></category>
		<category><![CDATA[Energieunternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare-Energien-Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Fossile]]></category>
		<category><![CDATA[Oligopol]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[RWE]]></category>
		<category><![CDATA[Stromriesen]]></category>
		<category><![CDATA[Vattenfall]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=53864</guid>
		<description><![CDATA[Wenn man schon etwas tut, sollte man es auch richtig machen. Das gilt umso mehr, wenn sich hinter “man” nicht eine einzelne Person, sondern die Zivilgesellschaft einer ganzen Nation verbirgt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://vg07.met.vgwort.de/ac17a00c8f6e47bab1e945da84fff168" width="1" height="1" />Deutschland macht jetzt also in Energiewende. Doch was versteht man in der Zivilgesellschaft eigentlich unter “Energiewende machen” – genau das fragte ich auf Twitter und bekam zahlreiche Antworten.<br />
&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Bitte spontane Antworten! Was bedeutet f&#252;r Euch “Energiewende”? (Eure Antworten dienen mir f&#252;r einen Blogeintrag.)</p>
<p>— Peter Piksa (@peterpiksa) <a href="https://twitter.com/peterpiksa/status/297751992904855554">2. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
Nun fragte ich nicht, ohne eine bestimmte Absicht zu verfolgen. Im Bewusstsein der Zivilgesellschaft scheint mir eine aus meiner Sicht entscheidend wichtige Zielfunktion der Energiewende bislang viel zu gering wahrgenommen zu werden:</p>
<p style="text-align: center"><em><strong>die Demokratisierung der Energieerzeugung.</strong></em></p>
<p style="text-align: center">~</p>
<h4><strong>Misstraue Autorit&#228;ten …</strong></h4>
<p>Zurzeit sitzen wir in Deutschland auf einem aus vier Konzernen bestehenden Oligopol in der Erzeugung unserer elektrischen Energie. Vattenfall, RWE, EnBW und <a href="http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/kartellverfahren-eon-wegen-preisabsprachen-verurteilt,10808230,16508422.html" target="_blank">e.on</a> teilen sich nicht blo&#223; untereinander den Deutschlandkuchen auf, sie selbst sorgen beispielsweise durch <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,788743,00.html" target="_blank">Preisabsprachen</a> daf&#252;r, dass der Kuchen appetitlich gro&#223; bleibt.</p>
<p>Ich vertraue solchen von reiner Profitmaximierung angetriebenen Unternehmen nicht. Keinen Meter. Und ich schreibe dem Ausspruch, dass Macht korrumpiert, einen hohen Wahrheitsgehalt zu. Dieses Energieoligopol verf&#252;gt &#252;ber gro&#223;e Macht: 82 Millionen Bundesb&#252;rger mitsamt ihrer Wirtschaft h&#228;ngen von ihm ab. Welchen Anreiz f&#252;r marktwirtschaftlichen Wettbewerb hat man denn als Oligopolist, wenn man sich gewiss w&#228;hnt, dass die &#252;brigen Oligopolisten ebenfalls davon profitieren, wenn sie sich untereinander keinen Wettbewerb machen, und so die Strompreise angenehm hoch halten k&#246;nnen? Eben: keinen! L&#228;uft doch.</p>
<p>Obgleich die Macht der Energieoligopolisten allm&#228;hlich zu br&#246;ckeln beginnt, sitzen sie noch immer auf einer Position, die zum Missbrauch ihrer Macht einl&#228;dt. Dieser Umstand verleiht ihnen Autorit&#228;t. Autorit&#228;t gegen&#252;ber den Verbrauchern. Autorit&#228;t gegen&#252;ber den Wettbewerbsh&#252;tern. Autorit&#228;t gegen&#252;ber Ministerien, in denen sie inzwischen sogar Personen installiert haben, die ehemals bei den Energieerzeugern selbst angeheuert waren bzw. inoffiziell noch immer sind, und dort im Sinn ihrer Auftraggeber wirken. “<a href="http://www.lobbycontrol.de/schwerpunkte/seitenwechsel/">Dreht&#252;rprinzip</a>“, Sie h&#246;rten vielleicht schon davon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>…f&#246;rdere Dezentralisierung</strong></h4>
<p>Was w&#228;re die Energiewende wert, wenn Energie eines Tages wirklich 100% regenerativ w&#228;re, die Machtverh&#228;ltnisse jedoch unver&#228;ndert blieben; wenn die alten Herren der Energieerzeugung auch die neuen Herren der Energieerzeugung w&#252;rden? Sie w&#228;re dann zwar erneuerbar, aber das w&#228;r&#8217;s auch schon. Keines der gegenw&#228;rtigen Probleme w&#228;re gel&#246;st. 82 Millionen Bundesb&#252;rger w&#228;ren den gro&#223;en Vier noch immer Knecht. Nur eben ohne Kohle und Atom.</p>
<p>Erneuerbar erzeugte Energie kann g&#252;nstiger als konventionell erzeugte hergestellt werden. Eines der gro&#223;en Versprechen der Energiewende, n&#228;mlich, dass mittelfristig die Strompreise sinken, basiert auf diesem Umstand. Doch sollte eines Tages der Gro&#223;teil aller Windr&#228;der, Wasser- und Photovoltaikkraftwerke in den H&#228;nden der Oligopolisten liegen, w&#252;rden diese schon aufgrund ihrer seit Jahrzehnten einstudierten Choreographie aus Preisabsprachen und Korruption weiter zu den T&#246;nen fortgef&#252;hrten Marktversagens tanzen, wie bisher.</p>
<p>Die deutsche Zivilgesellschaft steht gerade vor einer Gabelung, wie sie sie noch nie zuvor gesehen hat. Bitte rechts abbiegen, wenn Sie es bequem haben wollen und den Wettlauf um die erneuerbaren Erzeugungskapazit&#228;ten den Oligopolisten &#252;berlassen wollen. Rechts herum zu gehen, wird Ihnen keinerlei Anstrengung abverlangen. Doch das wird seinen Preis haben: Fortgef&#252;hrte Knechtschaft, bis vielleicht eines Tages erneut die M&#246;glichkeit offen steht, die Mittel der Energieerzeugung neu zu verteilen und das Oligopol zu durchbrechen. Nur: wann soll dieser Tag kommen?</p>
<p>Bitte links abbiegen, wenn Sie die Karten neu verteilt sehen wollen; wenn Sie Kommunen sehen wollen, die eigene regenerative Kraftwerke betreiben und echten Wettbewerb &#252;berhaupt erst m&#246;glich machen. Wenn Genossenschaften und auch einzelne Verm&#246;gende um die Gunst des Kunden werben, und pure Gewinnerwartung nicht immer zum Leitmotiv allen Handelns wird. Bitte links abbiegen, wenn Sie – wie ich – an die Demokratisierung der Energieerzeugung und die daf&#252;r notwendige Dezentralisierung glauben. Biegen Sie links ab, wenn Sie nicht l&#228;nger Knecht, sondern Souver&#228;n sein wollen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Zur&#252;ck zu meiner Eingangsfrage</strong></h4>
<p>Einige, das l&#228;sst sich an den Antworten ablesen, haben das mit der Demokratisierung bereits verstanden. F&#252;r den &#252;berwiegenden Gro&#223;teil jedoch bedeutet Energiewende blo&#223; Ausstieg aus der Kernkraft und weg von den Fossilen. Ich m&#252;sste zufrieden sein, begegnen mir doch auch heute noch vereinzelt Menschen, die das mit dem Atom noch immer dufte finden. Bin ich aber nicht. Nicht, solange in der Zivilgesellschaft nicht klar geworden ist, dass es links abzubiegen gilt. Nicht, solange ich f&#252;rchten muss, dass man sich mit einem steigendem Anteil der Erneuerbaren in Deutschland offenbar bereits zufrieden gibt. Nicht, solange Deutschlands Zivilgesellschaft sich in selbstverschuldeter Knechtschaft einzurichten gewillt ist, solange nur die Sitzbez&#252;ge angenehm weich sind.<br />
&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Was wir alle noch *viel* st&#228;rker ins Bewusstsein der Menschen r&#252;cken m&#252;ssen, ist das Konzept “Demokratisierung der Energieerzeugung”.</p>
<p>— Peter Piksa (@peterpiksa) <a href="https://twitter.com/peterpiksa/status/297706610292310019">2. Februar 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aus diesen Gr&#252;nden werbe ich f&#252;r ein vollst&#228;ndiges Verst&#228;ndnis dieser Energiewende, und ich w&#252;nsche mir, dass jeder, der ebenfalls daran glaubt, hilft, diese Idee bekannt zu machen. Die Karten werden bereits neu verteilt. Neue Mitspieler sind am Tisch noch zugelassen. Sorgt daf&#252;r, dass die freien Pl&#228;tze von den richtigen Menschen belegt werden. Ich will nicht gezwungen sein, eines Tages rechts abbiegen zu m&#252;ssen.<br />
&nbsp;</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.piksa.info/blog/2013/02/03/demokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist/" target="_blank">piksa.info</a></em></p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/53864/demokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist/">Demokratisiert die Energieerzeugung, bevor es zu sp&#228;t ist!</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/53864/demokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=53864&amp;md5=299a9507e692cb5e2fc0ffbc691f7029" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/53864/demokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=Carta&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F53864%2Fdemokratisiert-die-energieerzeugung-bevor-es-zu-spat-ist%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Demokratisiert+die+Energieerzeugung%2C+bevor+es+zu+sp%26%23228%3Bt+ist%21&amp;description=Deutschland+macht+jetzt+also+in+Energiewende.+Doch+was+versteht+man+in+der+Zivilgesellschaft+eigentlich+unter+%E2%80%9CEnergiewende+machen%E2%80%9D+%E2%80%93+genau+das+fragte+ich+auf+Twitter+und+bekam+zahlreiche+Antworten.+%26nbsp%3B+Bitte...&amp;tags=E.on%2CEEG%2CEnBW%2CEnergieunternehmen%2CEnergiewende%2CErneuerbare-Energien-Gesetz%2CFossile%2COligopol%2CPolitik%2CRWE%2CStromriesen%2CVattenfall%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
		<item>
		<title>Wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Energiewende attackiert</title>
		<link>http://carta.info/49895/wie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert/</link>
		<comments>http://carta.info/49895/wie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Oct 2012 16:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Piksa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[EEG]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare-Energien-Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[INSM]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Strompreise]]></category>
		<category><![CDATA[WEE]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=49895</guid>
		<description><![CDATA[So, wie es geplant ist, passt das Erneuerbare-Energien-Gesetz der INSM nicht in den Kram - also macht sie einen Gegenvorschlag.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/6a2a81f4e02242fb922e4a15c4f21289" alt="" width="1" height="1" />Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft <a href="http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/EEG-stoppen---Energiewende-machen-.html">propagiert</a> zurzeit die Abkehr vom Erneuerbare-Energien-Gesetz: Zu teuer, zu unflexibel, nicht zielf&#252;hrend – so die Argumentationslinie. Als Alternativvorschlag zum EEG f&#252;hrt die INSM das sogenannte WEE zu Felde. Was bedeutet dieses “Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien”, und weshalb sollte man sich von dieser neoliberalen Mogelpackung nicht irreleiten lassen, obwohl sie inhaltlich auf den ersten Blick als sinnvoll erscheint?</p>
<p>Zun&#228;chst sei ein Blick auf den <a href="https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=MM8VNDh68Ls" target="_blank">Werbefilm zum WEE</a> verwiesen, in dem beschrieben wird, was die INSM als Problem ansieht, und wie die L&#246;sung aussehen k&#246;nnte.</p>
<p>Angeblich, so die Ansage der INSM, w&#252;rde der Strom aufgrund des EEG immer teurer. Die explosionsartige Bereitstellung von Photovoltaikkraftwerken treibe die EEG-Umlage, die jeder Verbraucher mit 5,3 Cent pro Kilowattstunde zus&#228;tzlich bezahlen muss, weiter nach oben. Au&#223;erdem sei es v&#246;llig falsch, ausgerechnet bei der Photovoltaik die h&#246;chsten Einspeiseverg&#252;tungen zu vergeben – andere Formen erneuerbarer Stromerzeugung seien da viel wirtschaftlicher und effizienter.</p>
<p>Doch das ist blo&#223; die halbe Wahrheit. Was die INSM geflissentlich unterschl&#228;gt, ist die Tatsache, da&#223; der Anstieg der EEG-Umlage keinesfalls blo&#223; darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren ist, da&#223; erneuerbare Stromerzeugung angeblich nicht wettbewerbsf&#228;hig ist. Tats&#228;chlich tragen CDU/CSU und FDP die Verantwortung daf&#252;r, da&#223; Deutschlands B&#252;rger nun eine h&#246;here EEG-Umlage zahlen m&#252;ssen.</p>
<p>Wie kann das sein? Energieintensiven Unternehmen war die Energiewende und der damit verbundene R&#252;ckzug aus der atomaren Stromerzeugung ein Dorn im Auge, seit klar war, da&#223; f&#252;r den Aufbau einer Erneuerbare-Energien-Landschaft eine Umlage eingef&#252;hrt w&#252;rde. Also wurden Politiker von Union und FDP gebeten, eine Ausnahmeregelung zu schaffen, die energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit. So geschah es dann auch.</p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1636384/">Wie beim Deutschlandfunk nachzulesen ist</a>, dr&#252;ckten Union und FDP unter Verwendung h&#246;chst fragw&#252;rdiger Mittel die Forderung der Industrie in Form eines Gesetzes durch. Passender Weise spricht der Redakteur von einem „Mitternachtsparagraphen“:</p>
<blockquote><p>„Im Juni diesen Jahres hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP ein Gesetz beschlossen, wonach Unternehmen mit hohem Energieverbrauch wesentlich weniger f&#252;r die Nutzung des Stromnetzes zahlen m&#252;ssen als private Haushalte oder kleine Betriebe. Energieintensive Unternehmen, die mindestens 7.000 Stunden im Jahr Strom beziehen und mehr als 10 Gigawatt verbrauchen, zahlen f&#252;r die Nutzung des Stromnetzes sogar gar nichts mehr. Von der Befreiung beg&#252;nstigt sind gro&#223;e Aluminium- und Stahlh&#252;tten, Papier-, Glas- oder Zementhersteller und auch gro&#223;e Rechenzentren.“</p></blockquote>
<p>Wurde eine offene Debatte gef&#252;hrt? Wurden die Fakten auf den Tisch gelegt, soda&#223; man das F&#252;r und Wider erl&#228;utern und anschlie&#223;end klug h&#228;tte abw&#228;gen k&#246;nnen, wie es sich in einer Demokratie geh&#246;rt? Daran ist leider nicht zu denken:</p>
<blockquote><p>„An eine offene Diskussion im Wirtschaftsausschuss kann sich kein Parlamentarier erinnern. [...]&nbsp;<strong>Erst am Abend bevor das Gesetz im Wirtschaftsausschuss beschlossen wurde</strong>, tauchte die Idee einer Ausnahmeregelung f&#252;r Gro&#223;verbraucher in einem &#196;nderungsantrag der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP auf. Zwei Tage sp&#228;ter wurde die Netzentgeltbefreiung dann mit der Stimmenmehrheit der schwarz-gelben Koalition im Bundestag verabschiedet – g&#252;ltig mit Beginn des kommenden Jahres.“</p></blockquote>
<p>Das war 2011. Mit den Konsequenzen m&#252;ssen seitdem Deutschlands B&#252;rger und Kleinunternehmer leben. Will hei&#223;en: Weil die Einnahmen, die eigentlich durch die Zahlungen der Industrie verbucht w&#252;rden, dank Union und FDP nun von Deutschlands B&#252;rgern mitgetragen werden m&#252;ssen, zahlen diese nun mehr, als sie eigentlich m&#252;ssten.</p>
<p>Zweitens wird vonseiten der INSM schlicht verheimlicht, da&#223; Strom aus erneuerbaren Energiequellen den Gro&#223;handelspreis f&#252;r Strom senkt. Wer als Energielieferant Strom einkauft, um ihn anschlie&#223;end an seine Kunden zu verkaufen, m&#252;sste, den Regeln des Marktes folgend, diese Kostensenkung auch an seine Kunden weitergeben. Das Ergebnis w&#228;ren g&#252;nstigere Strompreise – doch genau die bleiben aus. W&#228;hrend Energielieferanten h&#246;here Kosten automatisch immer an ihre Kunden weitergeben, behalten sie Kostensenkungen stets f&#252;r sich – an eine Senkung der Stromkosten ist unter diesen Voraussetzungen nicht zu denken.</p>
<p>Ausgerechnet angesichts eines solchen offenkundigen Versagens des freien Marktes fordert die INSM nun “mehr Wettbewerb” – obgleich sich bereits heute zeigt, da&#223; die Regeln des Marktes das Problem nicht zu l&#246;sen imstande sind.</p>
<p>Die INSM sieht einen Mechanismus vor, bei dem Energielieferanten eine Quote ihres Erneuerbare-Energien-Anteils bestimmen. Sollte sich ein Energielieferant beispielsweise dazu entscheiden, 25% seines Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen, w&#228;re er geneigt, diese 25% mit m&#246;glichst billigem Strom zu erreichen. Weil aus Photovoltaik hergestellter Strom eine h&#246;here Einspeiseverg&#252;tung als beispielsweise Windstrom erh&#228;lt, w&#252;rden Energielieferanten ihre Quote lieber mit dem g&#252;nstigen Windstrom erreichen wollen.</p>
<p>Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, entpuppt sich jedoch schnell als massiver Angriff auf die Erneuerbaren. Zurzeit haben Energielieferanten eine Abnahmeverpflichtung f&#252;r erneuerbar hergestellten Strom. Das hat zur Folge, da&#223; konventionell aus Kohle, &#214;l, Gas und Kernenergie hergestellter Strom nicht abverkauft werden kann, wenn gleichzeitig erneuerbar hergestellter Strom zur Verf&#252;gung steht. Weil aufgrund des Ausbaus regenerativer Kraftwerke von Monat zu Monat mehr erneuerbarer Strom zur Verf&#252;gung steht, geraten die Betreiber konventioneller Kraftwerke zunehmend unter Druck – sie bangen um ihre Einnahmequellen.</p>
<p>W&#252;rde nun – entsprechend der INSM – eine Quote eingef&#252;hrt werden, w&#252;rde der Ausbau der erneuerbaren Energien drastisch gebremst werden – und zwar, noch bevor der Preis f&#252;r erneuerbaren Strom das Level erreicht, an dem er mit konventionell hergestelltem Strom voll wettbewerbsf&#228;hig ist. Dies h&#228;tte zur Folge, da&#223; Energielieferanten aus Gr&#252;nden der Wirtschaftlichkeit ihre Erneuerbare-Energien-Quote m&#246;glichst klein halten w&#252;rden, was wiederum den Ausbau der erneuerbaren Energien komplett zum Stillstand bringen w&#252;rde.</p>
<p>Kernkraftwerksbetreiber w&#252;rden sich dar&#252;ber sehr freuen. Ebenso Stromerzeuger, die noch immer Kohle, &#214;l und Gas als Prim&#228;renergietr&#228;ger nutzen. Denn obgleich die Bezugspreise f&#252;r Kohle, &#214;l und Gas stetig weiter steigen, w&#228;re die Bedrohung durch die erneuerbaren Energien erst einmal aus der Welt geschafft. Die Rechnung w&#252;rde schlie&#223;lich ohnehin der Endkunde zahlen, denn wenn ein Kohlekraftwerksbetreiber nun 10 Prozent mehr f&#252;r den Ankauf der Kohle bezahlen muss, werden die Endkunden am Ende des Monats eben auch 10 Prozent mehr f&#252;r ihren Strom bezahlen.</p>
<p>Im Jahr 2000 betrug der Preis f&#252;r eine Tonne Braunkohle 36 US-Dollar. Nur elf Jahre sp&#228;ter lag er bereits bei 121 US-Dollar. Wer seinen Strom nicht aus erneuerbaren Energien bezogen hat, hat diesen Preisanstieg auf seiner Stromrechnung gesp&#252;rt – und wird ihn auch in Zukunft noch zu sp&#252;ren bekommen.</p>
<p>Eine weitere Folge des&nbsp;”Wettbewerbsmodells Erneuerbare Energien” w&#228;re die Verhinderung dessen, was die Energiewende eigentlich ausmacht: Dezentralisierung und Kommunalisierung der Stromerzeugung, und damit Unabh&#228;ngigkeit vom (Preis-)Diktat der Energiekonzerne. W&#228;hrend vor Beginn der Energiewende die Stromerzeugung g&#228;nzlich in der Hand der Energiekonzerne lag, streben zunehmend St&#228;dte und Kommunen nach Unabh&#228;ngigkeit, indem sie ihren Strom selbst erzeugen und den Betrieb der kommunalen Stromnetze in ihre eigenen H&#228;nde nehmen. Nebst Photovoltaik spielen Windr&#228;der, Biomasse und vereinzelt auch Kleinwasserkraftwerke hierbei die Hauptrolle.</p>
<p>L&#228;gen Energielieferanten nun eine Maximalquote f&#252;r den Bezug erneuerbarer Energie ihrem Gesch&#228;ftsmodell zugrunde, so &nbsp;entfiele f&#252;r kommunale Stromerzeuger ein Anreiz f&#252;r den Bau erneuerbarer Energiequellen. Und selbst wenn diese Anlagen trotzdem gebaut w&#252;rden, unterl&#228;gen sie im Wettbewerb aller Wahrscheinlichkeit nach den Betreibern gro&#223;er Offshore-Windparks.</p>
<p>Das eigentliche Problem in diesem Zusammenhang besteht darin, da&#223; Anlagen von dieser Gr&#246;&#223;e wiederum im Besitz der Energiekonzerne sind. Folgte man dem Vorschlag der INSM, bef&#228;nde sich die Erzeugung erneuerbarer Energien k&#252;nftig komplett in den H&#228;nden jener Konzerne, die ohnehin schon eine marktbeherrschende Dominanz haben. Die Abh&#228;ngigkeit von diesen Konzernen w&#228;re ungebrochen – im Vergleich zu der Zeit vor der Energiewende h&#228;tte sich faktisch kaum etwas ge&#228;ndert.</p>
<p>Da&#223; ein derartiger Vorschlag von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kommt, darf nicht verwundern. Nach Ansicht zahlreicher Kritiker vertritt die INSM n&#228;mlich keinesfalls soziale Marktwirtschaft, sondern propagiert einen strikten neoliberalen Kurs, der die ungez&#252;gelte kapitalistische Marktwirtschaft vorsieht – the winner takes it all.</p>
<p>Weil davon auszugehen ist, da&#223; die energiewendefeindlichen CDU/CSU und FDP am “Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien” Gefallen finden werden, erwarte ich, da&#223; Gr&#252;ne, Piraten, Linke und die SPD einmal ihre gegenseitigen Befindlichkeiten beiseite lassen und sich mit vereinten Kr&#228;ften daf&#252;r engagieren, der Energiewende und dem damit verbundenem Atomausstieg zur Verwirklichung zu verhelfen. Nebst Union und FDP sowie ihren Freunden bei der INSM schie&#223;t inzwischen auch <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article109818322/So-rechnet-die-Oekobranche-die-Energiewende-schoen.html">die neoliberale Presse</a> das EEG und damit die Energiewende sturmreif. Angesichts der herannahenden Bundestagswahl im September 2013 ist davon auszugehen, da&#223; dies blo&#223; der Anfang ist.</p>
<p><strong>Update:</strong> Soeben wurden mir an einer Berliner Bahnhaltestelle geschossene Fotos zugeschickt, die belegen, zu welchen Mitteln die INSM greift, um die &#246;ffentliche Meinung gegen das Erneuerbare Energien Gesetz aufzubringen.</p>
<p style="text-align: center;">
</p>
<table class="aligncenter" width="440">
<tbody>
<tr>
<td style="text-align: center;" valign="top"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda1.png" alt="" width="215" /><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda1.png" alt="" width="215" /></td>
<td style="text-align: center;" valign="top"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda2.png"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda2.png" alt="" width="215" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td style="text-align: center;" valign="top"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda3.png"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda3.png" alt="" width="215" /></a></td>
<td style="text-align: center;" valign="top"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda4.png"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda4.png" alt="" width="215" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda5.png"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/10/insmpropaganda5.png" alt="" width="434"/></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p style="text-align: center;">(Fotos: <a href="http://twitter.com/beeblebrax" target="_blank">beeblebrax</a>. Zum Vergr&#246;&#223;ern bitte auf die Bilder klicken.)</p>
<p style="text-align: center;">
<p>&#220;berdies habe ich soeben erfahren, da&#223; der Vorschlag zur Abschaffung des EEG tats&#228;chlich von der FDP mitgetragen wird. Andree B&#246;hling, <a href="http://www.greenpeace.de/themen/energie/presseerklaerungen/artikel/bundeskartellamt_gefaehrdet_wettbewerb_auf_dem_energiemarkt/">Energieexperte bei Greenpeace</a>:</p>
<blockquote><p>“Herr Mundt als oberster Wettbewerbsh&#252;ter in Deutschland will mit dem&nbsp;<abbr title="Erneuerbare-Energien-Gesetz">EEG </abbr>den Garanten f&#252;r mehr Wettbewerb im Strommarkt abschaffen – das ist verkehrte Welt. Statt dessen fordert das FDP-Mitglied in trauter Eintracht mit seiner Partei ein Quotenmodell, das vor allem den gro&#223;en Energieversorgern n&#252;tzt.”</p></blockquote>
<p>&nbsp;<br />
<em>Crosspost von <a href="http://www.piksa.info/blog/2012/10/14/wie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert/" target="_blank">Peter Piksa</a></em><br />
&nbsp;</p>
<ul>
<li><strong>Update</strong>:<br />
<a href="http://carta.info/49993/warum-die-insm-fur-die-energiewende-aber-gegen-das-eeg-ist/" target="_blank">Johannes Eber von der INSM antwortet</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/49895/wie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert/">Wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Energiewende attackiert</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/49895/wie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert/#comments">26 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=49895&amp;md5=774f7dcf1a3c1f942caef176c1e4250f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/49895/wie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>26</slash:comments>
		<atom:link rel="payment" title="Flattr this!" href="https://flattr.com/submit/auto?user_id=Carta&amp;popout=1&amp;url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F49895%2Fwie-die-initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-die-energiewende-attackiert%2F&amp;language=de_DE&amp;category=text&amp;title=Wie+die+Initiative+Neue+Soziale+Marktwirtschaft+die+Energiewende+attackiert&amp;description=Die+Initiative+Neue+Soziale+Marktwirtschaft+propagiert+zurzeit+die+Abkehr+vom+Erneuerbare-Energien-Gesetz%3A+Zu+teuer%2C+zu+unflexibel%2C+nicht+zielf%26%23252%3Bhrend+%E2%80%93+so+die+Argumentationslinie.+Als+Alternativvorschlag+zum+EEG+f%26%23252%3Bhrt+die+INSM+das+sogenannte...&amp;tags=CDU%2CCSU%2CEEG%2CEnergiepolitik%2CEnergiewende%2CErneuerbare-Energien-Gesetz%2CFDP%2CInitiative+Neue+Soziale+Marktwirtschaft%2CINSM%2CPolitik%2CRegierung%2CStrompreise%2CWEE%2CWettbewerbsmodell+Erneuerbare+Energien%2Cblog" type="text/html" />
	</item>
	</channel>
</rss>
