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	<title>Carta &#187; Antje Stobbe</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Bezahlinhalte: Auf einem Bein l&#228;sst es sich nur schwer stehen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 13:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Stobbe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Viele Verlage hoffen, mit Bezahlinhalten ihre Umsatzeinbr&#252;che im klassischen Print-Gesch&#228;ft zu kompensieren. Doch das Potenzial von Paid Content ist "sp&#252;rbar" eingeengt. Es empfiehlt sich daher eher eine Kombination aus frei verf&#252;gbaren Beitr&#228;gen, Bezahlinhalten, kontextsensitiver Werbung und angeschlossenen E-Commerce-Plattformen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/75e9bd46e3b64c7494f7c4a9500730c4" alt="" width="1" height="1" />von Antje Stobbe und <a href="http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?rwdspl=0&amp;rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$DBR_TEAMS_DE&amp;rwobj=ERESEARCHTEAM_CONT.calias&amp;rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD%22">Stefan Heng</a>:</p>
<p>F&#252;r deutsche Jugendliche ist das Internet  inzwischen das wichtigste Informationsmedium – noch vor dem Fernsehen.  Auch wenn sich das Pr&#228;ferenzsystem eines typischen Jugendlichen  sicherlich von dem des Durchschnittsb&#252;rgers unterscheidet: unweigerlich  gewinnt das Internet in der gesamten Bev&#246;lkerung als Mediengattung  schnell an Bedeutung.</p>
<p>So wenden sich immer mehr Leser journalistischen Inhalten im Internet zu  und kehren den klassischen Druckerzeugnissen der Verlagsh&#228;user den  R&#252;cken. Daher m&#252;ssen sich rein traditionell ausgerichtete Zeitungs- und  Zeitschriftenverlage auf weiterhin fallende Druckauflagen und somit auf  fallende Vertriebs- und Anzeigenerl&#246;se (Stellenmarkt, Wohnungsmarkt,  Kleinanzeigen, Werbung) einstellen. Zuletzt wanderten gut 8% der  Werbeeinnahmen der traditionellen Print-Medien ins Internet ab.</p>
<p><img id="INLINEPROD_PROD0000000000257526.GIF" class="alignleft" src="http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000257526.GIF" alt="a" width="292" height="289" />Doch die Verlagsh&#228;user haben  mittlerweile erkannt, dass die zumeist aufgebauschte Kontroverse „Print  gegen Online“ f&#252;r sie letztlich nur in die Sackgasse f&#252;hrt. Vielmehr  geht es ihnen nur darum, die Einbr&#252;che bei Vertriebs- und  Anzeigenerl&#246;sen im traditionellen Print-Bereich &#252;ber ein neues  Internet-basiertes Gesch&#228;ftsmodell zu kompensieren.</p>
<p>Zu dieser neuen Strategie passend, haben etliche namhafte Verleger nun auch  &#246;ffentlichkeitswirksam zum <strong>Kreuzzug gegen die Gratis-Kultur </strong>des  station&#228;ren Internets aufgerufen. Bald sollen bislang frei verf&#252;gbare  journalistische Inhalte dem Online-Leser nur noch gegen Bezahlung zur  Verf&#252;gung stehen.</p>
<p>Bei all dem &#246;ffentlich bekundeten Reformdrang  der Verleger bleibt allerdings offen, wie sich das angek&#252;ndigte  Gesch&#228;ftsmodell der journalistischen Bezahlinhalte im Online-Markt  tats&#228;chlich durchsetzen soll.</p>
<p>Dabei liegt die entscheidende  Herausforderung weniger auf der technischen Seite: Mittels &#8220;Digital  Rights Management&#8221;-Systeme (DRM) l&#228;sst sich der Zugang zu digitalen  Inhalten durchaus regulieren. Wesentlich kritischer f&#252;r den Erfolg des  neuen Gesch&#228;ftsmodells sieht es hinsichtlich der Akzeptanz des neuen  Modells durch die Nutzer aus.</p>
<p>In der eingeschliffenen Kostenlos-Kultur  des station&#228;ren Internets kam es bislang nicht dazu, dass die Leser<strong> den  nicht-haptischen Online-Angeboten eine hinreichende Wertsch&#228;tzung  entgegen brachten</strong>, die sich auch in bare M&#252;nze umsetzen lie&#223;e. So ergab  eine Erhebung der GfK, dass mehr als 90% der Befragten &#252;berhaupt nicht  einsehen, f&#252;r Nachrichten im station&#228;ren Internet zu zahlen – und sei es  auch einen noch so winzigen Betrag.</p>
<p>Knapp die H&#228;lfte der Befragten  forderte sogar, dass professionelle journalistische Meldungen nicht nur  kostenlos, sondern auch werbefrei im Internet offeriert werden sollten –  was in der Konsequenz bedeutet, dass Verlagsh&#228;user mit professionellem  Journalismus im station&#228;ren Internet &#252;berhaupt keine Ertr&#228;ge generieren  k&#246;nnten (siehe Grafik). Dies zeugt von einer erstaunlichen Unkenntnis der  Nutzer &#252;ber die Arbeit von Redaktionen und Verlagen.</p>
<p>Angesichts  dieser Ergebnisse m&#252;ssen sich die Verlagsh&#228;user, die als erste eine  Geb&#252;hr f&#252;r Standardnachrichten der Standard-Ressorts erheben, darauf  einstellen, dass ein Gro&#223;teil ihrer Online-Leserschaft sofort zu den  Mitbewerbern abwandert und sie damit nachhaltig Relevanz verlieren.</p>
<p>Insbesondere  in der Online-Medienwelt gilt: Bezahlt wird nur, was auch tats&#228;chlich  als deutlicher Mehrwert wahrgenommen wird! Ein erfolgversprechendes  Online-Angebot der Verlagsh&#228;user darf somit nicht als simple digitale  Kopie der traditionellen Print-Version daherkommen. Entscheidend ist  stattdessen, dass f&#252;r den Leser in der vernetzen digitalen Welt ein  Nutzen entsteht, f&#252;r den er zu zahlen bereit ist.</p>
<p>Die Praxis zeigt, dass  sich bei bepreisten Online-Medienangeboten die Erfolgsaussichten  nachhaltig verbessern, wenn das Gesch&#228;ftsmodell auf der inhaltlichen  Seite zum Beispiel auf hochspezialisierte Fachinformationen,  zeitkritische Meldungen oder hochwertige Hintergrundanalysen mit  aufbereitetem Archiv abstellt. Dar&#252;ber hinaus setzt die Branche gro&#223;e  Hoffnungen auf mobile Nutzungssituationen.</p>
<p>So ist der Mobilfunkbereich  f&#252;r gewinnorientierte Medienangebote einerseits deshalb attraktiv, weil die Mobilfunknutzer seit je her daran gew&#246;hnt sind, f&#252;r gelieferte  Dienste auch Geb&#252;hren zu zahlen. Andererseits sprechen die Verlagsh&#228;user  mit den Nutzern von Smartphones und &#8220;Apps&#8221; speziell die zahlungskr&#228;ftigeren Kunden in einer f&#252;r die  Informationsaufnahme besonders passenden Nutzungssituation (z.B. beim  Warten auf dem Bahnsteig oder im Zug) an. Dies erh&#246;ht die  Erfolgsaussichten f&#252;r Bezahlinhalte wesentlich.</p>
<p>&#220;ber ein  attraktives Preissystem und den unkomplizierten Zugriff auf das Angebot –  das auch ein sicheres Bezahlsystem beinhalten muss – k&#246;nnte es den  Verlagsh&#228;usern tats&#228;chlich gl&#252;cken, Bezahlinhalte in den beschriebenen inhaltlich und technisch eng beschr&#228;nkten Nischen zu platzieren.</p>
<p>Allerdings d&#252;rften die Bezahlinhalte allein <strong>das strukturelle Ertragsproblem der Verlagsh&#228;user</strong> nicht auf alle Zeiten hin l&#246;sen. Auf  dem einen Bein der Bezahlinhalte l&#228;sst es sich als Verlagshaus wohl nur  sehr schwer stehen. Stattdessen sind Gesch&#228;ftsmodelle wesentlich  erfolgversprechender, die sich auf eine Kombination aus frei verf&#252;gbaren hochwertigen journalistischen Beitr&#228;gen, Bezahlinhalten,  kontextsensitiver Werbung und angeschlossenen E-Commerce-Plattformen  st&#252;tzen und dabei die Vorteile des Online-Kanals f&#252;r den Nutzer  mehrwertstiftend einsetzen.</p>
<p><em>Hier finden sich auch Folien von eResearch zum Thema Paid Content:</em></p>
<div id="attachment_27250" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000256592.pdf;jsessionid=3943A7ABC843B6BCBEC4454835D3FA7C.srv12-dbr-com"><img class="size-medium wp-image-27250" title="Anje Stobbe: Zwischen Werbung und Paid Content - Zur Pr&#228;sentation auf den das Bild klicken" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-12-um-15.55.01-300x226.png" alt="Bildschirmfoto 2010-05-12 um 15.55.01" width="400" /></a><p class="wp-caption-text">Anje Stobbe: Zwischen Werbung und Paid Content - Zur Pr&#228;sentation auf das Bild klicken</p></div>
<p><strong> </strong><br />
<em>Dr. Antje Stobbe und Dr. Stefan Heng sind Mitglieder des </em><a href="http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?rwdspl=0&amp;rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$ERESEARCH&amp;rwobj=ERESEARCHTEAM_CONT.calias&amp;rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD"><em>eResearch Teams</em></a><em> von Deutsche Bank Research. Dieser Beitrag ist eine von Carta leicht editierte Fassung eines </em><a href="http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?addmenu=false&amp;document=PROD0000000000257529&amp;rdLeftMargin=10&amp;rdShowArchivedDocus=true&amp;rwdspl=0&amp;rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$ERESEARCH&amp;rwobj=ReDisplay.Start.class&amp;rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD"><em>eResearch-Beitrags</em></a>.</p>
<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/27249/bezahlinhalte-auf-dem-einen-bein-laesst-es-sich-nur-schwer-stehen/">Bezahlinhalte: Auf einem Bein l&#228;sst es sich nur schwer stehen</a> on <a href="http://carta.info">Carta</a> | <a href="http://carta.info/27249/bezahlinhalte-auf-dem-einen-bein-laesst-es-sich-nur-schwer-stehen/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=27249&amp;md5=376be8cea736d17a8d4388e41ad80af4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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