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Robin Meyer-Lucht

SPD Werbespot: Drei Wahlplakate gehen zum Wahllokal

Robin Meyer-Lucht | 10 Kommentar(e)


07.05.2009 | 


Die Parteien tun sich schwer, den Modus der politischen Kommunikation mit Hilfe des Internets grundlegend zu verändern — das zeigen die ersten Schritte im Bundestagswahlkampf sehr deutlich. Umso mehr fokussiert sich nun die Hoffnung darauf, dass es den Parteien zumindest gelingen möge, die klassische Wahlkampfkommunikation mit Hilfe des Netzes weiterzuentwickeln. Also: Spots und virale Kampagnen. Sozusagen: Wahlkampfplakate fürs Netz.

Die SPD hat soeben ihren ersten Spot zur Europawahl online gestellt – nicht speziell fürs Internet produziert, sondern zugleich auch fürs Fernsehen. Der Spot aber sprüht wahrlich nicht vor Einfallsreichtum. Es ist eine eher maue, animierte Aneinanderreihung der drei bekannten Plakatmotive mit dem Hai, dem Föhn und den Dumpinglöhnen.

Gedruckt machen die Motive durchaus einiges her. Die SPD sticht derzeit mit ihrer klaren Design-Linie auf Plakaten hervor. Im Film gewinnen die Motive allerdings wenig. Im Gegenteil: Sie verlieren eher. Vor allem: Es wird keine Geschichte erzählt. Die Handlung des Filmes lautet: Drei Wahlplakate gehen zum Wahllokal. Einen Grund, den Film Freunden zu empfehlen, gibt es nicht.

Ein erster Kommentar im immerhin offenen YouTube-Forum zu dem Video dazu lautet: “Wenn ich schlechte Trickfilme und Comics sehen will, schau ich “Super Schäfer-Gümbel”.


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10 Kommentare

  1. hape |  07.05.2009 | 14:14 | permalink  

    Zu den SPD-Plakaten fällt mir nur eins ein: Waschmittel würden SPD wählen.

  2. Tobias |  07.05.2009 | 15:05 | permalink  

    Ich frage mich bei all den Kommentaren, die man über die Kampagne liest und hört, was eigentlich das Problem ist. Eine Partei will sich ins Gespräch bringen und seine Positionen gegenüber den anderen abstecken. Genau dies geschieht doch gerade. Und die Menge an Posts, Beiträgen und Kommentaren zu den Plakaten und dem Spot zeigt, dass es eine Diskussion befördert hat.

  3. Robin Meyer-Lucht |  07.05.2009 | 18:02 | permalink  

    @ hape: herrlich
    @ Tobias: Sooo harsch kritisiert haben wir das ja nun alles nicht. Parteien wollen Zustimmung organisieren, nicht nur im Gespräch bleiben, würde ich jetzt mal sagen.

    gruss,

    rml

  4. Robin Meyer-Lucht |  07.05.2009 | 18:13 | permalink  

    Was mich eher verwundert: Kann die Zahl von 370 Abrufen nach 4 Stunden stimmen – bei gleichzeit 44 Kommentaren. Die Zahl der Abrufe erscheint mir extrem gering – wenn man bedenkt, dass die SPD-Twitterer das entsprechend verbreitet haben. Die Zahl der Kommentare wiederum relativ hoch.

    rml

  5. Tobias |  07.05.2009 | 21:48 | permalink  

    Ist doch logisch, dass jede Partei im Wahlkampf zuspitzt. Sonst wäre das ja auch langweilig. Ich finde die Verbindung von Plakaten und Spot gelungen. Prägt sich doch tausend Mal besser ein als diese Plakate “Wir in Europa” und “Deutschland in Europa” a la CDU/FDP. Bin mal gespannt, ob deren Spots ähnlich langweilig werden, wie die Plakate…
    Zu YouTube: Die zählen meines Wissens nach nicht sehr reaktionsschnell sondern benötigen immer ne gewisse Zeittaktung, bis der aktuelle Aufruf-Stand angezeigt wird. Merkt man ja auch selber, wenn man sich Videos ein- oder mehrmals angeschaut hat und der Counter nicht weitergeht…

  6. Tim |  08.05.2009 | 09:21 | permalink  

    @ Tobias / 2

    Wenn ein Unternehmer eine Kampagne wie die SPD fährt, hat er sofort eine Klage wegen Verstoßes gegen § 6 UWG am Hals. Mich würde es sehr freuen, wenn für den Staat und seine Erfüllungsgehilfen (also auch Parteien) endlich auch einmal so strenge Regeln gelten würden wie für Unternehmen.

    Abgesehen davon finde ich die SPD-Argumentation extrem schwach. “Die anderen sind doof”, so kann man vielleicht auf dem Schulhof (bis Klassenstufe 7) argumentieren, aber bitte nicht in wichtigen demokratischen Prozessen.

  7. Robin |  08.05.2009 | 13:05 | permalink  

    @ Tim: Negative Campaigning gehört doch zum Wahlkampf und trägt doch auch zur Kurzweil bei. Das finde ich in Ordnung. Nur etwas subtiler, kreativer und überzeugender wäre schön. Aber warten wir mal ab.

    gruss, rml

  8. Robin |  08.05.2009 | 15:05 | permalink  

    Heute ist die CDU dran:
    http://www.youtube.com/watch?v=0DZCoKpjUrc&feature=channel_page

    noch enttäuschender würde ich sagen.

    Leider kommen wir wohl nicht zu einer kurzen Stilkritik…..

  9. Interessante Postings aus meinem Feedreader - 11. May 2009 | (( echoraum )) |  11.05.2009 | 06:08 | permalink  

    [...] SPD Werbespot: Drei Wahlplakate gehen zum Wahllokal [...]

  10. meine_meinung |  13.05.2009 | 21:04 | permalink  

    Ich habe glatt eine Woche gebraucht, um die auf meinem Arbeitsweg hängenden Plakate überhaupt einer Partei zuordnen zu können. Und echt überlegt, ob ich selbige nicht um den Zusatz “Deppen würden SPD wählen” ergänzen solle. So ein Schwachsinn aber auch, meine Fresse. Von dem Geld hätte die SPD lieber ein paar Schulen Unterichtsmaterial spendieren sollen. Aber echt jetzt!

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