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	<title>Kommentare zu: Der Arzt als Dealer</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 15:25:57 +0000</lastBuildDate>
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		<item>
		<title>Von: Holland, Dimitri Felix (Internist)</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-19604</link>
		<dc:creator>Holland, Dimitri Felix (Internist)</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 08:18:54 +0000</pubDate>
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		<description>@Badakschi:
Zitat:
&quot;Erst wenn es ausreichend valide, den Grund-Kriterien einer evidenzbasierten Medizin (EMB) entsprechenden Studien &#252;ber “alternativen” Prozeduren gibt, werden sie in die klinische Praxis intergriert, wo liegt das Problem?&quot;

Kommentar:
Die &quot;Kohle&quot; ist das Problem. Wer wird das finanzieren? Bisher wird nur die Forschung finanziert, die einen definitiven finanziellen Gewinn bringt (Pharma, apparative Untersuchungsverfahren, Senkung der Krankenhausaufenthaltsdauer) - das ist f&#252;r mich EBM, deren Effektivit&#228;t enorm &#252;berbewertet ist.

Danke f&#252;r die Geduld.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Badakschi:<br />
Zitat:<br />
&#8220;Erst wenn es ausreichend valide, den Grund-Kriterien einer evidenzbasierten Medizin (EMB) entsprechenden Studien &#252;ber “alternativen” Prozeduren gibt, werden sie in die klinische Praxis intergriert, wo liegt das Problem?&#8221;</p>
<p>Kommentar:<br />
Die &#8220;Kohle&#8221; ist das Problem. Wer wird das finanzieren? Bisher wird nur die Forschung finanziert, die einen definitiven finanziellen Gewinn bringt (Pharma, apparative Untersuchungsverfahren, Senkung der Krankenhausaufenthaltsdauer) &#8211; das ist f&#252;r mich EBM, deren Effektivit&#228;t enorm &#252;berbewertet ist.</p>
<p>Danke f&#252;r die Geduld.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Partnernetzwerk - News 21.04.09 &#171; Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-1952</link>
		<dc:creator>Partnernetzwerk - News 21.04.09 &#171; Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 00:14:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8132#comment-1952</guid>
		<description>[...] … Da stolpert man beim Lesen des SPD-Wahlprogramms schon bei den ersten drei S&#228;tzen: […] ~~ Der Arzt als Dealer … Au&#223;er Medikamente zu verschreiben hat unser Gesundheitssystem keine Strategie gegen chronische [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] … Da stolpert man beim Lesen des SPD-Wahlprogramms schon bei den ersten drei S&#228;tzen: […] ~~ Der Arzt als Dealer … Au&#223;er Medikamente zu verschreiben hat unser Gesundheitssystem keine Strategie gegen chronische [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Petra Thorbrietz</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-1938</link>
		<dc:creator>Petra Thorbrietz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 15:13:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8132#comment-1938</guid>
		<description>@Lieber Herr Badakhshi, etwas au&#223;er Atem vom Lesen Ihrer Epistemologien, aber gleichzeitig machen streitbare und kundige Zuschriften Freude - das bin ich vom Print-Journalismus her nicht gewohnt. (Da bekommt man Zuschriften nur von Ein- oder Seltsamen.) Danke f&#252;r die Korrektur des Begriffs der Leitlinien, gemeint waren die Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Dosierungsbegrenzung von Medikamenten mit Abh&#228;ngigkeitspotential. Sicher haben Sie auch Recht, was den pauschalen Umgang mit Begriffen wie Alternativ- oder Schulmedizin angeht, aber manchmal vereinfacht es das Verstehen, und insgesamt, hoffe ich, ist bei meinem Text deutlich geworden, dass es mir nicht um monolithisches Denken oder pauschale Verurteilungen geht. 
Was das &quot;Denken&quot; in der Medizin und die &quot;strenge Interpretation der Interpretation&quot; angeht, so darf ich Ihnen als Strahlentherapeut (gegoogle-t...)sagen, dass meine Erfahrungen mit der Reflexionsf&#228;higkeit &quot;der Medizin&quot;, wenn ich das jetzt mal vereinfacht so sagen darf, aus praktischer Erfahrung sch&#246;pfen. Beim Lungenkrebs meines Mannes, behandelt an einer Excellency-University, waren sich die &#196;rzte trotz einiger Konsile nicht klar, ob er bestrahlt oder chemotherapiert geh&#246;rte, und Sie werden aus eigener Erfahrung wissen, dass es oft dem Zufall oder dem Drittmittelfinanzier von Studien obliegt, mit welcher Strategie man sich einem Krankheitsbild n&#228;hert. 
Trotzdem bin ich keinesfalls verbittert, was die Medizin angeht, habe einige sehr engagierte Mediziner unter meinen Freunden, auch einen Strahlentherapeuten, mit denen ich immer wieder viel diskutiere), bin aber doch deutlich ern&#252;chtert, wie wenig es gerade in Universit&#228;tskliniken um die Patienten geht, vielleicht gerade deshalb, weil die Wissenschaftler sich eher als &quot;think tank&quot; verstehen als als Behandler. Ihnen pers&#246;nlich m&#246;chte und k&#246;nnte ich das auch gar nicht unterstellen, dennoch bezweifle ich die von Ihnen geschilderte Perfektion der Selbstreflexion.
An Ihrem eigenen Haus, der Charité, gibt es ja Bestrebungen, die Integrative Medizin auszubauen, s. http://www.egms.de/en/journals/zma/2007-24/zma000299.shtml. Gerade, was die naturheilkundliche Begleitung onkologischer Behandlungen (integrativ) angeht, gibt es sehr positive Erfahrungen, wie Sie in der Fachliteratur nachlesen k&#246;nnen. 
Danke f&#252;r Ihren ausf&#252;hrlichen Kommentar, und wenn Sie noch mehr meiner &quot;Vereinfachungen&quot; interessieren, darf ich Sie auf mein Buch &quot;Leben bis zum Schluss&quot; &#252;ber das Sterben in Deutschland hinweisen. 2007 bei zs, M&#252;nchen.
Demn&#228;chst gerne mehr...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Lieber Herr Badakhshi, etwas au&#223;er Atem vom Lesen Ihrer Epistemologien, aber gleichzeitig machen streitbare und kundige Zuschriften Freude &#8211; das bin ich vom Print-Journalismus her nicht gewohnt. (Da bekommt man Zuschriften nur von Ein- oder Seltsamen.) Danke f&#252;r die Korrektur des Begriffs der Leitlinien, gemeint waren die Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Dosierungsbegrenzung von Medikamenten mit Abh&#228;ngigkeitspotential. Sicher haben Sie auch Recht, was den pauschalen Umgang mit Begriffen wie Alternativ- oder Schulmedizin angeht, aber manchmal vereinfacht es das Verstehen, und insgesamt, hoffe ich, ist bei meinem Text deutlich geworden, dass es mir nicht um monolithisches Denken oder pauschale Verurteilungen geht.<br />
Was das &#8220;Denken&#8221; in der Medizin und die &#8220;strenge Interpretation der Interpretation&#8221; angeht, so darf ich Ihnen als Strahlentherapeut (gegoogle-t&#8230;)sagen, dass meine Erfahrungen mit der Reflexionsf&#228;higkeit &#8220;der Medizin&#8221;, wenn ich das jetzt mal vereinfacht so sagen darf, aus praktischer Erfahrung sch&#246;pfen. Beim Lungenkrebs meines Mannes, behandelt an einer Excellency-University, waren sich die &#196;rzte trotz einiger Konsile nicht klar, ob er bestrahlt oder chemotherapiert geh&#246;rte, und Sie werden aus eigener Erfahrung wissen, dass es oft dem Zufall oder dem Drittmittelfinanzier von Studien obliegt, mit welcher Strategie man sich einem Krankheitsbild n&#228;hert.<br />
Trotzdem bin ich keinesfalls verbittert, was die Medizin angeht, habe einige sehr engagierte Mediziner unter meinen Freunden, auch einen Strahlentherapeuten, mit denen ich immer wieder viel diskutiere), bin aber doch deutlich ern&#252;chtert, wie wenig es gerade in Universit&#228;tskliniken um die Patienten geht, vielleicht gerade deshalb, weil die Wissenschaftler sich eher als &#8220;think tank&#8221; verstehen als als Behandler. Ihnen pers&#246;nlich m&#246;chte und k&#246;nnte ich das auch gar nicht unterstellen, dennoch bezweifle ich die von Ihnen geschilderte Perfektion der Selbstreflexion.<br />
An Ihrem eigenen Haus, der Charité, gibt es ja Bestrebungen, die Integrative Medizin auszubauen, s. <a href="http://www.egms.de/en/journals/zma/2007-24/zma000299.shtml" rel="nofollow">http://www.egms.de/en/journals/zma/2007-24/zma000299.shtml</a>. Gerade, was die naturheilkundliche Begleitung onkologischer Behandlungen (integrativ) angeht, gibt es sehr positive Erfahrungen, wie Sie in der Fachliteratur nachlesen k&#246;nnen.<br />
Danke f&#252;r Ihren ausf&#252;hrlichen Kommentar, und wenn Sie noch mehr meiner &#8220;Vereinfachungen&#8221; interessieren, darf ich Sie auf mein Buch &#8220;Leben bis zum Schluss&#8221; &#252;ber das Sterben in Deutschland hinweisen. 2007 bei zs, M&#252;nchen.<br />
Demn&#228;chst gerne mehr&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Harun Badakhshi</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-1935</link>
		<dc:creator>Harun Badakhshi</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 10:50:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8132#comment-1935</guid>
		<description>Sehr geehrte Fr. Thorbrietz,

einige Anmerkungen zu Ihrem Text.

Zitat:
(Die Zahl der Tablettens&#252;chtigen i........... als in den Leitlinien der &#196;rzte vorgesehen. Das meldet der SPIEGEL.......)

Kommentar: 
Die Leitlinien verschiedener Fachgesellschaften besch&#228;ftigen sich NICHT mit der Anzahl der Verordnungen pro Zeiteinheit (Tag, Woche, Monat) pro Arzt , pro Patient. Sie bsch&#228;ftigen sich auch NICHT mit Fragen der &#220;berbehandlung oder Unterbehabdlung. Wahrscheinlich meinen Sie nicht Leitlinien, dann hat sich der Kommentar erledigt.


Zitat:
(Krankheiten werden meist als Mangelzustand interpretiert – als „lack of medication syndrome“.  Andere Strategien hat die Medizin meist nicht parat)

Kommentar: 
Sollte sich Ihre Aussage auf die Theorie der Medizin beziehen, sollten Sie ber&#252;cksichtigen, dass es eine allgemeing&#252;ltige, absolute Theorie nicht gibt. Damit gibt es auch keine absolute, fixierte, f&#252;r immer verbindliche &quot;Interpretation&quot;. Die Pathologie als Grundlehre der Krankheiten beansprucht in keiner medizinischen Fakult&#228;t in Deutschland die reine Lehre und und die theoretische und epistemische Hohheit.  Kein einziger Pathologie-Lehrstuhlinhaber w&#252;rde allgemeing&#252;ltige, definitive &quot;Erkl&#228;rung&quot; f&#252;r Krankheiten liefern wollen. Durch den Grad der  Differenzierung  des spezifischen Wissens, die einen generellen, also wahren &#220;berblick per se unm&#246;glich macht,  w&#228;re auch eine &quot;Interpretation&quot; der Krankheit eine Anma&#223;ung. 
Die Annahme der Krankheit als &quot;Mangelzustand&quot; finden Sie in den validen Publikationen nur unter bestimmten klinischen oder biologisch-grundwissenschaftlichen Fragestellungen, aber NICHT als eine allgemeing&#252;ltige, f&#252;r alle relevanten und h&#228;ufigen Erkrankungen geltende epistemische Matrix. Wir interpretieren nicht komplexe Vorg&#228;nge (von Basensequenz der DNS, Proteomik, zytoplasmatische Kinetik, Memebrandynamik, Gebwebsarchitektur ..
.......etc)  mittels Meta-Erz&#228;hlung des &quot;Mangelzustandes&quot;, da k&#246;nnen wir Sie beruhigen. 
Die &quot;Medizin&quot; ( ich nehme an, Sie meinen die Lehre der Medizin) hat ein inzwischen un&#252;berschaubares Arsenal an Strategien. Heute, im Jahr 2009, ist der Zugang der klinischen Medizin zu den Ergebnissen der Grundlagenforschung schneller und effizienter als je zuvor. Das pragmatische Denken (das immer ein Handeln ist) in der Klinik hat eine intrinsische Dynamik und interne Logik, die aussenstehende weder folgen k&#246;nnen noch  zu verstehen im Stande sind. Die Handhabung und Implementierung der modernen Medien&amp;Technologien (inkl. Hypermedium Computer) ist in diesem Feld innovativer, wirksamer, und schneller als alle !! anderen Wissensfelder. Die &quot;think tanks&quot; sind &#252;berall, multipel, heterogen, valide und immer konklusiv.  Ich k&#246;nnte sehr gern bei Bedarf Ihnen einige Beispiele nennen und gemeinsam mit Ihnen er&#246;rtern.


Zitat: 
(Es wird Zeit, dass die Medizin umdenkt – zum Beispiel Naturheilverfahren in ihre Behandlungen einbezieht, aber nicht einfach nur „alternativ“ – nach dem Motto, „Was nichts n&#252;tzt, kann auch nichts schaden“ – so sehen das viele &#196;rzte.)


Kommentar:
Die &quot;Medizin&quot; gibt es nicht, sowie es keine &quot;Schulmedizin&quot; oder &quot;Alternativmedizin&quot; gibt. Also kann sie nicht denken.
Was es gibt, ist ein hochdiffenrenziertes Spektrum epistemischer Strukturen und epistemologischer Haltungen und Tendenzen, die heute die Grundlagen unserer klinischen Praxis beeinflussen. Das &quot;Denken&quot;, das Sie im Gestus der Aufkl&#228;rung fordern, findet l&#228;ngst  unter anderen Umst&#228;nden und in anderen R&#228;umen statt, als Sie es von gestern kennen glauben. Jedes Laboratorium in einer Uni-Klinik, jede gute Visite auf einer Station ist ein &quot;think tank&quot; mit sehr rigorosen Regeln des Denkens und strengen Interpretation der eigenen Interpretation. Das Denken, das Sie zum Umschwung aufrufen, findet l&#228;ngst statt als ein ein klinisches, praxisorientiertes, strategisches Handeln: es macht Fehler, es korrigiert, es interpretiert, macht Fehler, analysiert, schlussfolgert und soweiter.
Die &#252;berkommenen und obsoleten Gesten der Klutur.- und Geisteswissenschaften dem Monolith &quot;Medizin&quot; denken beibringen zu wollen, sind eher eine Parodie Ihrerselbst, d.h der eigenen Ohnmacht.


Zitat:
(.... Sondern wissenschaftlich &#252;berpr&#252;ft und abgestimmt auf die konventionellen Therapieans&#228;tze, wie das etwa die in Deutschland noch junge Integrative Medizin an der Essener Uniklinik macht)

Kommentar:
Wunderbar. 
Erst wenn es ausreichend valide, den Grund-Kriterien einer evidenzbasierten Medizin (EMB) entsprechenden Studien &#252;ber &quot;alternativen&quot; Prozeduren gibt, werden sie in die klinische Praxis intergriert, wo liegt das Problem?

Danke f&#252;r die Geduld.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Fr. Thorbrietz,</p>
<p>einige Anmerkungen zu Ihrem Text.</p>
<p>Zitat:<br />
(Die Zahl der Tablettens&#252;chtigen i&#8230;&#8230;&#8230;.. als in den Leitlinien der &#196;rzte vorgesehen. Das meldet der SPIEGEL&#8230;&#8230;.)</p>
<p>Kommentar:<br />
Die Leitlinien verschiedener Fachgesellschaften besch&#228;ftigen sich NICHT mit der Anzahl der Verordnungen pro Zeiteinheit (Tag, Woche, Monat) pro Arzt , pro Patient. Sie bsch&#228;ftigen sich auch NICHT mit Fragen der &#220;berbehandlung oder Unterbehabdlung. Wahrscheinlich meinen Sie nicht Leitlinien, dann hat sich der Kommentar erledigt.</p>
<p>Zitat:<br />
(Krankheiten werden meist als Mangelzustand interpretiert – als „lack of medication syndrome“.  Andere Strategien hat die Medizin meist nicht parat)</p>
<p>Kommentar:<br />
Sollte sich Ihre Aussage auf die Theorie der Medizin beziehen, sollten Sie ber&#252;cksichtigen, dass es eine allgemeing&#252;ltige, absolute Theorie nicht gibt. Damit gibt es auch keine absolute, fixierte, f&#252;r immer verbindliche &#8220;Interpretation&#8221;. Die Pathologie als Grundlehre der Krankheiten beansprucht in keiner medizinischen Fakult&#228;t in Deutschland die reine Lehre und und die theoretische und epistemische Hohheit.  Kein einziger Pathologie-Lehrstuhlinhaber w&#252;rde allgemeing&#252;ltige, definitive &#8220;Erkl&#228;rung&#8221; f&#252;r Krankheiten liefern wollen. Durch den Grad der  Differenzierung  des spezifischen Wissens, die einen generellen, also wahren &#220;berblick per se unm&#246;glich macht,  w&#228;re auch eine &#8220;Interpretation&#8221; der Krankheit eine Anma&#223;ung.<br />
Die Annahme der Krankheit als &#8220;Mangelzustand&#8221; finden Sie in den validen Publikationen nur unter bestimmten klinischen oder biologisch-grundwissenschaftlichen Fragestellungen, aber NICHT als eine allgemeing&#252;ltige, f&#252;r alle relevanten und h&#228;ufigen Erkrankungen geltende epistemische Matrix. Wir interpretieren nicht komplexe Vorg&#228;nge (von Basensequenz der DNS, Proteomik, zytoplasmatische Kinetik, Memebrandynamik, Gebwebsarchitektur ..<br />
&#8230;&#8230;.etc)  mittels Meta-Erz&#228;hlung des &#8220;Mangelzustandes&#8221;, da k&#246;nnen wir Sie beruhigen.<br />
Die &#8220;Medizin&#8221; ( ich nehme an, Sie meinen die Lehre der Medizin) hat ein inzwischen un&#252;berschaubares Arsenal an Strategien. Heute, im Jahr 2009, ist der Zugang der klinischen Medizin zu den Ergebnissen der Grundlagenforschung schneller und effizienter als je zuvor. Das pragmatische Denken (das immer ein Handeln ist) in der Klinik hat eine intrinsische Dynamik und interne Logik, die aussenstehende weder folgen k&#246;nnen noch  zu verstehen im Stande sind. Die Handhabung und Implementierung der modernen Medien&amp;Technologien (inkl. Hypermedium Computer) ist in diesem Feld innovativer, wirksamer, und schneller als alle !! anderen Wissensfelder. Die &#8220;think tanks&#8221; sind &#252;berall, multipel, heterogen, valide und immer konklusiv.  Ich k&#246;nnte sehr gern bei Bedarf Ihnen einige Beispiele nennen und gemeinsam mit Ihnen er&#246;rtern.</p>
<p>Zitat:<br />
(Es wird Zeit, dass die Medizin umdenkt – zum Beispiel Naturheilverfahren in ihre Behandlungen einbezieht, aber nicht einfach nur „alternativ“ – nach dem Motto, „Was nichts n&#252;tzt, kann auch nichts schaden“ – so sehen das viele &#196;rzte.)</p>
<p>Kommentar:<br />
Die &#8220;Medizin&#8221; gibt es nicht, sowie es keine &#8220;Schulmedizin&#8221; oder &#8220;Alternativmedizin&#8221; gibt. Also kann sie nicht denken.<br />
Was es gibt, ist ein hochdiffenrenziertes Spektrum epistemischer Strukturen und epistemologischer Haltungen und Tendenzen, die heute die Grundlagen unserer klinischen Praxis beeinflussen. Das &#8220;Denken&#8221;, das Sie im Gestus der Aufkl&#228;rung fordern, findet l&#228;ngst  unter anderen Umst&#228;nden und in anderen R&#228;umen statt, als Sie es von gestern kennen glauben. Jedes Laboratorium in einer Uni-Klinik, jede gute Visite auf einer Station ist ein &#8220;think tank&#8221; mit sehr rigorosen Regeln des Denkens und strengen Interpretation der eigenen Interpretation. Das Denken, das Sie zum Umschwung aufrufen, findet l&#228;ngst statt als ein ein klinisches, praxisorientiertes, strategisches Handeln: es macht Fehler, es korrigiert, es interpretiert, macht Fehler, analysiert, schlussfolgert und soweiter.<br />
Die &#252;berkommenen und obsoleten Gesten der Klutur.- und Geisteswissenschaften dem Monolith &#8220;Medizin&#8221; denken beibringen zu wollen, sind eher eine Parodie Ihrerselbst, d.h der eigenen Ohnmacht.</p>
<p>Zitat:<br />
(&#8230;. Sondern wissenschaftlich &#252;berpr&#252;ft und abgestimmt auf die konventionellen Therapieans&#228;tze, wie das etwa die in Deutschland noch junge Integrative Medizin an der Essener Uniklinik macht)</p>
<p>Kommentar:<br />
Wunderbar.<br />
Erst wenn es ausreichend valide, den Grund-Kriterien einer evidenzbasierten Medizin (EMB) entsprechenden Studien &#252;ber &#8220;alternativen&#8221; Prozeduren gibt, werden sie in die klinische Praxis intergriert, wo liegt das Problem?</p>
<p>Danke f&#252;r die Geduld.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Petra Thorbrietz</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-1926</link>
		<dc:creator>Petra Thorbrietz</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 17:53:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8132#comment-1926</guid>
		<description>@Michael: Schau Dir das alles einfach mal an:

http://www.uni-duisburg-essen.de/naturheilkunde/de/kontakt.php
und
http://tinyurl.com/cq5jdz

Herzlich zur&#252;ck, Herr Dr. med. :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Michael: Schau Dir das alles einfach mal an:</p>
<p><a href="http://www.uni-duisburg-essen.de/naturheilkunde/de/kontakt.php" rel="nofollow">http://www.uni-duisburg-essen.de/naturheilkunde/de/kontakt.php</a><br />
und<br />
<a href="http://tinyurl.com/cq5jdz" rel="nofollow">http://tinyurl.com/cq5jdz</a></p>
<p>Herzlich zur&#252;ck, Herr Dr. med. :-)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Petra Thorbrietz</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-1925</link>
		<dc:creator>Petra Thorbrietz</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 17:45:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8132#comment-1925</guid>
		<description>@Michael: Das habe ich mir schon gedacht, dass der feuchtkalte Wickel provoziert. :-))) Nat&#252;rlich bringen uns Pauschalisierungen nicht weiter und Kneipp heilt kein Aids, kann aber sehr wohl dazu beitragen, die begleitenden Symptome zu lindern (Fatigue zum Beispiel). Die Integrative Medizin hat zum Beispiel tolle Erfolge, was die begleitende Behandlung bei Krebs (in Abstimmung mit der Onkologie anbetrifft). Zweiter Punkt: die Selbstverantwortung des Patienten. Zwar wird in diesem Land immer wieder vom m&#252;ndigen Patienten gesprochen, und ich wei&#223; auch, dass das Internet als Informationsb&#246;rse bei Krankheiten immer wichtiger wird und viele &#196;rzte nervt. Aber nur deshalb, weil das Medizinsystem (und das ist nicht die Schuld der Mediziner) so ausgerichtet ist, dass keine Zeit f&#252;r eine individuelle Beratung bleibt. Ich denke, viele Patienten w&#252;rden gerne eine engere Beziehung zu ihrem Arzt entwickeln und ein Vertrauensverh&#228;ltnis aufbauen, anstatt ihre Symptome zu googeln, wenn nicht die Schilderung der Beschwerden im Durchschnitt einer Kassenpraxis nach 30 Sekunden zum ersten Mal vom Arzt unterbrochen wird. Und Du kennst doch auch die Statistik: Ein Krankenhausarzt sieht einen Krebspatienten von Aufnahme bis Entlassung (ich glaube) 12 Minuten. Jedenfalls so um diesen Dreh.
Also geht es darum, wieder mehr individuelle und sprechende Medizin zu erm&#246;glichen - das muss einerseits honoriert und au&#223;erdem den &#196;rzten auch wieder beigebracht werden. Die Medizinerausbildung kennt sowas allenfalls als &quot;Breaking bad news&quot;..... Aber ein bisschen fr&#252;her t&#228;t ich auch schon ganz gern mal mit meinem Arzt reden...
Drittens: Die alte Dame soll nat&#252;rlich nicht joggen m&#252;ssen. Aber gerade alte Menschen sind ein Paradebeispiel f&#252;r &#252;berzogene Medikamentendosen und Nebenwirkungen, die kein Arzt mehr beurteilen kann. Leider ist die Geriatrie in Deutschland ein Fach, das trotz steigender Alterskurve der Bev&#246;lkerung nur ein paar Uniexperten interessiert. Sonst m&#252;ssten alte Menschen keine Odysseen zwischen desinteressierten Fach&#228;rzten absolvieren, die alle nur ihren eigenen Stiefel reiten. 16000 Menschen sterben j&#228;hrlich in den USA an den Nebenwirkungen von nicht-steroidalen Medikamenten, die u.a. gegen Arthroseschmerzen gegeben werden. Nachzulesen im New England Journal of Medicine (New England Journal of Medicine, Volume 341, Number 18, 1397-1399, October 28, 1999). Die alte Dame mit der Kniearthrose k&#246;nnte es mit Blutegeln probieren, wo es wunderbare schmerzlindernde Effekte gibt. Ver&#246;ffentlicht in renommierten Journals wie den &quot;Annal of Internal Medicine&quot; (A. Michalsen et al: Effectiveness of Leech Therapy in Osteoarthritis of the Knee. Annals of Internal Medicine (2003; 139: 724–730). Wenn sie weniger Schmerzmittel nimmt, bleibt ihr vielleicht auch die Dialyse erspart. Aber wie gesagt: Es geht nicht um einen Verzicht auf unsere Medizin, die ohne Zweifel hohen Standard hat. Es geht um bewussten und achtsamen Umgang mit deren Mitteln. Und es geht nicht um Alternativmedizin, sondern um Integrativmedizin. Andreas Michalsen ist seit kurzem Professor f&#252;r Naturheilkunde an der Berliner Charité, die - auf dem soliden Fundament von Virchow und Robert Koch - jetzt diesen Weg gehen wollen, durch und durch wissenschaftlich. Michalsen also schreibt &#252;ber die Integrative Medizin: &quot;Es geht nicht darum herauszufinden, ob Heilfasten Rheuma lindert und dies dann der bisherigen Therapie draufzuschlagen. Vielmehr ist es unabdingbar, Erfahrung und Wissen darin zu haben, WIE man diese Patienten fasten l&#228;sst, wie Antihypertensiva, NSAR oder Antikoagulanzien w&#228;hrend des Fastens dosisadaptiert werden und welche R&#252;ckschl&#252;sse sich f&#252;r weitere basistherapeutische Dosierungen ergeben....&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Michael: Das habe ich mir schon gedacht, dass der feuchtkalte Wickel provoziert. :-))) Nat&#252;rlich bringen uns Pauschalisierungen nicht weiter und Kneipp heilt kein Aids, kann aber sehr wohl dazu beitragen, die begleitenden Symptome zu lindern (Fatigue zum Beispiel). Die Integrative Medizin hat zum Beispiel tolle Erfolge, was die begleitende Behandlung bei Krebs (in Abstimmung mit der Onkologie anbetrifft). Zweiter Punkt: die Selbstverantwortung des Patienten. Zwar wird in diesem Land immer wieder vom m&#252;ndigen Patienten gesprochen, und ich wei&#223; auch, dass das Internet als Informationsb&#246;rse bei Krankheiten immer wichtiger wird und viele &#196;rzte nervt. Aber nur deshalb, weil das Medizinsystem (und das ist nicht die Schuld der Mediziner) so ausgerichtet ist, dass keine Zeit f&#252;r eine individuelle Beratung bleibt. Ich denke, viele Patienten w&#252;rden gerne eine engere Beziehung zu ihrem Arzt entwickeln und ein Vertrauensverh&#228;ltnis aufbauen, anstatt ihre Symptome zu googeln, wenn nicht die Schilderung der Beschwerden im Durchschnitt einer Kassenpraxis nach 30 Sekunden zum ersten Mal vom Arzt unterbrochen wird. Und Du kennst doch auch die Statistik: Ein Krankenhausarzt sieht einen Krebspatienten von Aufnahme bis Entlassung (ich glaube) 12 Minuten. Jedenfalls so um diesen Dreh.<br />
Also geht es darum, wieder mehr individuelle und sprechende Medizin zu erm&#246;glichen &#8211; das muss einerseits honoriert und au&#223;erdem den &#196;rzten auch wieder beigebracht werden. Die Medizinerausbildung kennt sowas allenfalls als &#8220;Breaking bad news&#8221;&#8230;.. Aber ein bisschen fr&#252;her t&#228;t ich auch schon ganz gern mal mit meinem Arzt reden&#8230;<br />
Drittens: Die alte Dame soll nat&#252;rlich nicht joggen m&#252;ssen. Aber gerade alte Menschen sind ein Paradebeispiel f&#252;r &#252;berzogene Medikamentendosen und Nebenwirkungen, die kein Arzt mehr beurteilen kann. Leider ist die Geriatrie in Deutschland ein Fach, das trotz steigender Alterskurve der Bev&#246;lkerung nur ein paar Uniexperten interessiert. Sonst m&#252;ssten alte Menschen keine Odysseen zwischen desinteressierten Fach&#228;rzten absolvieren, die alle nur ihren eigenen Stiefel reiten. 16000 Menschen sterben j&#228;hrlich in den USA an den Nebenwirkungen von nicht-steroidalen Medikamenten, die u.a. gegen Arthroseschmerzen gegeben werden. Nachzulesen im New England Journal of Medicine (New England Journal of Medicine, Volume 341, Number 18, 1397-1399, October 28, 1999). Die alte Dame mit der Kniearthrose k&#246;nnte es mit Blutegeln probieren, wo es wunderbare schmerzlindernde Effekte gibt. Ver&#246;ffentlicht in renommierten Journals wie den &#8220;Annal of Internal Medicine&#8221; (A. Michalsen et al: Effectiveness of Leech Therapy in Osteoarthritis of the Knee. Annals of Internal Medicine (2003; 139: 724–730). Wenn sie weniger Schmerzmittel nimmt, bleibt ihr vielleicht auch die Dialyse erspart. Aber wie gesagt: Es geht nicht um einen Verzicht auf unsere Medizin, die ohne Zweifel hohen Standard hat. Es geht um bewussten und achtsamen Umgang mit deren Mitteln. Und es geht nicht um Alternativmedizin, sondern um Integrativmedizin. Andreas Michalsen ist seit kurzem Professor f&#252;r Naturheilkunde an der Berliner Charité, die &#8211; auf dem soliden Fundament von Virchow und Robert Koch &#8211; jetzt diesen Weg gehen wollen, durch und durch wissenschaftlich. Michalsen also schreibt &#252;ber die Integrative Medizin: &#8220;Es geht nicht darum herauszufinden, ob Heilfasten Rheuma lindert und dies dann der bisherigen Therapie draufzuschlagen. Vielmehr ist es unabdingbar, Erfahrung und Wissen darin zu haben, WIE man diese Patienten fasten l&#228;sst, wie Antihypertensiva, NSAR oder Antikoagulanzien w&#228;hrend des Fastens dosisadaptiert werden und welche R&#252;ckschl&#252;sse sich f&#252;r weitere basistherapeutische Dosierungen ergeben&#8230;.&#8221;</p>
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		<title>Von: Michael Kroeher</title>
		<link>http://carta.info/8132/8132/comment-page-1/#comment-1923</link>
		<dc:creator>Michael Kroeher</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 15:26:27 +0000</pubDate>
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		<description>Du bringst (mindestens) zwei Themen durcheinander. 
Zum Einen sind die Aerzte alleinfalls indirekt verantwortlich fuer die fehlende oder zu geringe Compliance, die du zu recht beklagst.

Doch sind es die Patienten, die diese Verweigerungshaltung prakizieren. Dieser beklagenswerte Umgang mit teuren, wirkungs- und nebenwirkungsreichen Praeparaten ist zu einem Teil rational erklaerbar; zu einem nicht geringen Teil liegt aber auch in Nachlaessigkeit und Vergesslichkeit, Trotzreaktionen, vermeintlicher Besserwisserei oder fehlender Einsichtsfaehigkeit (Altersdemenz) usw. begruendet.

Natuerlich gehoert es u.a. zu den Aufgaben der  Aerzte, die Patienten zur Einnahme der teuren Arznei zu motivieren. Aber wir sollten, wenn wir - wie du das zu recht tust - die Medizin aus Patientensicht betrachten, diese Patienten auch als verantwortungsvolle Subjekte begreifen. Und wenn diese verantwortungsvollen Subjekte die teuren Pillen nicht einnehmen  w o l l e n oder es vergessen und stattdessen die aufwaendig hergestellten Wirkstoffe lieber ins Klo schuetten (= der oeffentlichen Abwasserreinigung ueberantworten), dann sind sie es, die diesen erheblichen oekonomischen und oekologischen Schaden anrichten. Nicht die Aerzte.

Zum Zweiten bin auch ich der Ansicht, dass hier zu Lande (und in vielen anderen postindustriellen Gesellschaften) zu viele Medikamente verschrieben werden.
Wie du wuensche auch ich mir, dass zu Beginn jeder Therapie eine intenisve Bereutung zur Aenderung der Lebensumstaende stehen sollte. Bewegung und Sport, Ernaehrungsumstellungen, Entspannungstechniken usw. koennen in vielen Faellen Wunder bewirken, da gebe ich dir recht.

Du du sprichst in deinem Blog von  c h r o n i s c h e n Krankheiten.
Also etwa von Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkrheuma, Schizophrenie, Multiple Sklerose, Nierenversagen oder - ja, auch das gehoert dazu - von HIV/Aids.

Moechtest du wirklich einer, sagen wir: 78jaehrigen Bluthochdruckpatientin, die seit 30, 40 Jahren an dieser im alter oft schlimmer werdenden Krankheit leidet, taeglich eine halbe Stunde joggen verordnen? Meinst du nicht, dass wahrscheinlich ihre Gelenksarthrosen (&quot;Die Knie wollen nicht mehr so recht&quot;...) dieser bei 40jaehrigen sicher bedenkenswerten Therapiempfehlung entgegenstehen?
Moechtest du wirklich einem Rheumatiker seine Schmerzmittel, einer MS-Patientin ihr Interferon, einem niereninsuffizienten Dialytiker sein Epo nehmen?
Einem HIV-Patienten oder einer Schizophrenen, der die Stimmen in ihrem Kopf gerade befehlen, mit ihrem Wagen auf die Gegenspur der Autobahn zu wechseln, moechtest du denen &quot;mehrfach pro Tag feuchtkalte Brustwickel&quot; empfehlen?
DAS sind chronisch  k r a n k e Menschen. Denen helfen nur noch Medikamente  - oder die Dialyse, die Organtransplantation und aehnliche Errungenschaften, um die sich die wissenschaftliche Medizin seit nunmehr 150 - 200 Jahren bemueht.

Zum Schluss: das Bild des Dealers, mit dem du die die heutigen Aerzte gleich setzt, ist falsch.
Ein Dealer verdient an seinen Deals.
Ein Arzt verdient jedoch (so gut wie) nichts am Verordnen von Arznei.
Den gro&#223;en Profit machen die Pharmakonzerne, worueber sich - in anderem Zusammenhang - trefflich streiten liesse.  Aber auch die Pharmafirmen sind keine Dealer (weil sie nicht selber dealen....).
 
Wie gesagt: Ich bin, wie du der Auffassung, dass zu viele Medikamente verschrieben werden. Aber deine Argumentation, so scheint mir, trifft nicht den Kern dieses Missstands und hilft folglich zu wenig, ihn abzustellen.

Herzlich MK</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Du bringst (mindestens) zwei Themen durcheinander.<br />
Zum Einen sind die Aerzte alleinfalls indirekt verantwortlich fuer die fehlende oder zu geringe Compliance, die du zu recht beklagst.</p>
<p>Doch sind es die Patienten, die diese Verweigerungshaltung prakizieren. Dieser beklagenswerte Umgang mit teuren, wirkungs- und nebenwirkungsreichen Praeparaten ist zu einem Teil rational erklaerbar; zu einem nicht geringen Teil liegt aber auch in Nachlaessigkeit und Vergesslichkeit, Trotzreaktionen, vermeintlicher Besserwisserei oder fehlender Einsichtsfaehigkeit (Altersdemenz) usw. begruendet.</p>
<p>Natuerlich gehoert es u.a. zu den Aufgaben der  Aerzte, die Patienten zur Einnahme der teuren Arznei zu motivieren. Aber wir sollten, wenn wir &#8211; wie du das zu recht tust &#8211; die Medizin aus Patientensicht betrachten, diese Patienten auch als verantwortungsvolle Subjekte begreifen. Und wenn diese verantwortungsvollen Subjekte die teuren Pillen nicht einnehmen  w o l l e n oder es vergessen und stattdessen die aufwaendig hergestellten Wirkstoffe lieber ins Klo schuetten (= der oeffentlichen Abwasserreinigung ueberantworten), dann sind sie es, die diesen erheblichen oekonomischen und oekologischen Schaden anrichten. Nicht die Aerzte.</p>
<p>Zum Zweiten bin auch ich der Ansicht, dass hier zu Lande (und in vielen anderen postindustriellen Gesellschaften) zu viele Medikamente verschrieben werden.<br />
Wie du wuensche auch ich mir, dass zu Beginn jeder Therapie eine intenisve Bereutung zur Aenderung der Lebensumstaende stehen sollte. Bewegung und Sport, Ernaehrungsumstellungen, Entspannungstechniken usw. koennen in vielen Faellen Wunder bewirken, da gebe ich dir recht.</p>
<p>Du du sprichst in deinem Blog von  c h r o n i s c h e n Krankheiten.<br />
Also etwa von Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkrheuma, Schizophrenie, Multiple Sklerose, Nierenversagen oder &#8211; ja, auch das gehoert dazu &#8211; von HIV/Aids.</p>
<p>Moechtest du wirklich einer, sagen wir: 78jaehrigen Bluthochdruckpatientin, die seit 30, 40 Jahren an dieser im alter oft schlimmer werdenden Krankheit leidet, taeglich eine halbe Stunde joggen verordnen? Meinst du nicht, dass wahrscheinlich ihre Gelenksarthrosen (&#8220;Die Knie wollen nicht mehr so recht&#8221;&#8230;) dieser bei 40jaehrigen sicher bedenkenswerten Therapiempfehlung entgegenstehen?<br />
Moechtest du wirklich einem Rheumatiker seine Schmerzmittel, einer MS-Patientin ihr Interferon, einem niereninsuffizienten Dialytiker sein Epo nehmen?<br />
Einem HIV-Patienten oder einer Schizophrenen, der die Stimmen in ihrem Kopf gerade befehlen, mit ihrem Wagen auf die Gegenspur der Autobahn zu wechseln, moechtest du denen &#8220;mehrfach pro Tag feuchtkalte Brustwickel&#8221; empfehlen?<br />
DAS sind chronisch  k r a n k e Menschen. Denen helfen nur noch Medikamente  &#8211; oder die Dialyse, die Organtransplantation und aehnliche Errungenschaften, um die sich die wissenschaftliche Medizin seit nunmehr 150 &#8211; 200 Jahren bemueht.</p>
<p>Zum Schluss: das Bild des Dealers, mit dem du die die heutigen Aerzte gleich setzt, ist falsch.<br />
Ein Dealer verdient an seinen Deals.<br />
Ein Arzt verdient jedoch (so gut wie) nichts am Verordnen von Arznei.<br />
Den gro&#223;en Profit machen die Pharmakonzerne, worueber sich &#8211; in anderem Zusammenhang &#8211; trefflich streiten liesse.  Aber auch die Pharmafirmen sind keine Dealer (weil sie nicht selber dealen&#8230;.).</p>
<p>Wie gesagt: Ich bin, wie du der Auffassung, dass zu viele Medikamente verschrieben werden. Aber deine Argumentation, so scheint mir, trifft nicht den Kern dieses Missstands und hilft folglich zu wenig, ihn abzustellen.</p>
<p>Herzlich MK</p>
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