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	<title>Kommentare zu: Herr Diekmann und sein Geburtsfehler</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 01:08:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: ARDs Monika gegen Google, Apple und Vodafone &#171;</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-22765</link>
		<dc:creator>ARDs Monika gegen Google, Apple und Vodafone &#171;</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 20:14:15 +0000</pubDate>
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		<description>[...] bezeichnet sie als &#8222;Geburtsfehler des Internets&#8220;. Dabei bedient sie sich schamlos der Rethorik von Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild, welcher wohl auch Urheber dieses geistigen Ausfalls ist. Immerhin hat [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] bezeichnet sie als &#8222;Geburtsfehler des Internets&#8220;. Dabei bedient sie sich schamlos der Rethorik von Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild, welcher wohl auch Urheber dieses geistigen Ausfalls ist. Immerhin hat [...]</p>
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		<title>Von: ARD-Chefin fordert &#8220;Allianz gegen Google, Apple und Vodafone&#8221; : T e c Z i l l a</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-22733</link>
		<dc:creator>ARD-Chefin fordert &#8220;Allianz gegen Google, Apple und Vodafone&#8221; : T e c Z i l l a</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 03:56:25 +0000</pubDate>
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		<description>[...] kostenlose Internet ein Geburtsfehler? Hinter dieser unsinnigen Behauptung steckt noch immer ein Denkfehler.   Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] kostenlose Internet ein Geburtsfehler? Hinter dieser unsinnigen Behauptung steckt noch immer ein Denkfehler.   Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen [...]</p>
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		<title>Von: Axel Springer-Aboangebote landen im App Store</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-7810</link>
		<dc:creator>Axel Springer-Aboangebote landen im App Store</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 09:39:48 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Korrektur f&#252;r den &#8216;verfluchten Geburtsfehler des (kostenlosen) Internets&#8217;, zitiert nach dessen Chefredakteur Kai Diekmann, von Position 50 auf 10 der meistgekauften Anwendungen. Mit [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Korrektur f&#252;r den &#8216;verfluchten Geburtsfehler des (kostenlosen) Internets&#8217;, zitiert nach dessen Chefredakteur Kai Diekmann, von Position 50 auf 10 der meistgekauften Anwendungen. Mit [...]</p>
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		<title>Von: Jeeves</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1698</link>
		<dc:creator>Jeeves</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 15:39:28 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Nun weinen sie – weil sie das Internet untersch&#228;tzt haben. Zehn Jahre lang haben sie geschlafen. Jetzt erst begreifen Verleger und Gro&#223;journalisten, dass ihnen ein Gesch&#228;ftsmodell fehlt.&quot;

Nun weinen sie, kurz zuvor sind sie alle noch &#252;ber die Musikindustrie hergezogen, die es ein bissl eher getroffen hat, dieses omin&#246;se Internet. Drum: Mitleid mit der Journaille? Nee.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Nun weinen sie – weil sie das Internet untersch&#228;tzt haben. Zehn Jahre lang haben sie geschlafen. Jetzt erst begreifen Verleger und Gro&#223;journalisten, dass ihnen ein Gesch&#228;ftsmodell fehlt.&#8221;</p>
<p>Nun weinen sie, kurz zuvor sind sie alle noch &#252;ber die Musikindustrie hergezogen, die es ein bissl eher getroffen hat, dieses omin&#246;se Internet. Drum: Mitleid mit der Journaille? Nee.</p>
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		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1689</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 09:59:11 +0000</pubDate>
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		<description>@j&#252;rgen kalwa
Ihren letzten Beitrag kann ich so unterschreiben. Mit einer winzigen Einschr&#228;nkung vielleicht: Ich w&#252;rde die Erwartung, f&#252;r Arbeit auch bezahlt zu werden, nicht als Anspruchshaltung bezeichnen. 
Leider sind wir ein bisschen von meiner Ursprungsfrage abgekommen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@j&#252;rgen kalwa<br />
Ihren letzten Beitrag kann ich so unterschreiben. Mit einer winzigen Einschr&#228;nkung vielleicht: Ich w&#252;rde die Erwartung, f&#252;r Arbeit auch bezahlt zu werden, nicht als Anspruchshaltung bezeichnen.<br />
Leider sind wir ein bisschen von meiner Ursprungsfrage abgekommen.</p>
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	</item>
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		<title>Von: Kai Schächtele</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1679</link>
		<dc:creator>Kai Schächtele</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 18:38:10 +0000</pubDate>
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		<description>Das ist ein in der Tat wichtiger Gedanke, der den Journalismus in den kommenden Jahren hartn&#228;ckig verfolgen wird. Was aber in der Formulierung der potenziellen Unterfinanzierung mitschwingt, ist die Vermutung, die Unterfinanzierung sei eine Entwicklung irgendwann in der Zukunft. Sie ist aber schon jetzt sehr greifbar, bei der Gruppe der Journalisten n&#228;mlich, die f&#252;r den Hauptteil der Inhalte verantwortlich ist, bei den Freien. 

Wer heute frei f&#252;r Tageszeitungen arbeitet, kann das nur noch, indem er die Arbeit entweder durch PR, Redaktionsdienste oder Taxifahren querfinanziert, oder an Miete und Lebenshaltungskosten spart. Die Debatte, wie viele Journalisten wir in Zukunft brauchen und was uns als Gesellschaft ihre Arbeit wert ist, wird deshalb nicht erst in einigen Jahren beginnen, sondern steht unmittelbar bevor.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist ein in der Tat wichtiger Gedanke, der den Journalismus in den kommenden Jahren hartn&#228;ckig verfolgen wird. Was aber in der Formulierung der potenziellen Unterfinanzierung mitschwingt, ist die Vermutung, die Unterfinanzierung sei eine Entwicklung irgendwann in der Zukunft. Sie ist aber schon jetzt sehr greifbar, bei der Gruppe der Journalisten n&#228;mlich, die f&#252;r den Hauptteil der Inhalte verantwortlich ist, bei den Freien. </p>
<p>Wer heute frei f&#252;r Tageszeitungen arbeitet, kann das nur noch, indem er die Arbeit entweder durch PR, Redaktionsdienste oder Taxifahren querfinanziert, oder an Miete und Lebenshaltungskosten spart. Die Debatte, wie viele Journalisten wir in Zukunft brauchen und was uns als Gesellschaft ihre Arbeit wert ist, wird deshalb nicht erst in einigen Jahren beginnen, sondern steht unmittelbar bevor.</p>
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		<title>Von: Robin Meyer-Lucht</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1678</link>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 17:49:53 +0000</pubDate>
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		<description>Ich m&#246;chte noch eines bedenken zu geben: Die Printmedien haben zwischen 1970 und 2000 einen gro&#223;en Aufschwung erlebt, weil auch sie am Boom der Werbeausgaben partizipiert haben. 

Die (Print-)Journalismus-Industrie wuchs also vor allem aufgrund der zunehmenden Nachfrage im Anzeigenmarkt nach Werbeumfeldern - nicht gest&#252;tzt auf eine steigende Nachfrage im Lesermarkt.

Wir haben jetzt im Zeitungswesen Ums&#228;tze von 8 Mrd. Euro, wobei 2 Mrd. pro Jahr in Journalismus flie&#223;en. Mit den anderen Branchen kenne ich mich nicht so gut aus. Die Zeitschriften gegen vielleicht 0,8 Mrd. Euro f&#252;r Journalismus aus. Die Rundfunk- und Fernsehanstalten zusammen geben vielleicht noch einmal 3 Mrd. Euro. Die Summe, die derzeit in den klassischen Medien f&#252;r Journalismus zur Verf&#252;gung steht, betr&#228;gt also rund 5,8 Mrd. Euro pro Jahr - oder in Personalstellen ca. 58.000.

Bevor wir &#252;ber Bezahlinhalte und eine potenzielle Unterfinanzierung von Journalismus reden, w&#252;rde mich zun&#228;chst interessieren, wie man eigentlich messen oder beziffern m&#246;chte, wie viel Journalismus - und geanuer: Journalisten - wir eigentlich gesellschaftlich brauchen.

Pascal Zicky hat im Kommentar zu einem Text (http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/) geschrieben:

&quot;Ist Journalismus &#252;berhaupt jemals zureichend zur Verf&#252;gung gestellt worden?&quot;

Wenn wir von dem Niveau ausgehen, dann wird man immer Bezahlinhalte fordern.

gruss,

rml</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte noch eines bedenken zu geben: Die Printmedien haben zwischen 1970 und 2000 einen gro&#223;en Aufschwung erlebt, weil auch sie am Boom der Werbeausgaben partizipiert haben. </p>
<p>Die (Print-)Journalismus-Industrie wuchs also vor allem aufgrund der zunehmenden Nachfrage im Anzeigenmarkt nach Werbeumfeldern &#8211; nicht gest&#252;tzt auf eine steigende Nachfrage im Lesermarkt.</p>
<p>Wir haben jetzt im Zeitungswesen Ums&#228;tze von 8 Mrd. Euro, wobei 2 Mrd. pro Jahr in Journalismus flie&#223;en. Mit den anderen Branchen kenne ich mich nicht so gut aus. Die Zeitschriften gegen vielleicht 0,8 Mrd. Euro f&#252;r Journalismus aus. Die Rundfunk- und Fernsehanstalten zusammen geben vielleicht noch einmal 3 Mrd. Euro. Die Summe, die derzeit in den klassischen Medien f&#252;r Journalismus zur Verf&#252;gung steht, betr&#228;gt also rund 5,8 Mrd. Euro pro Jahr &#8211; oder in Personalstellen ca. 58.000.</p>
<p>Bevor wir &#252;ber Bezahlinhalte und eine potenzielle Unterfinanzierung von Journalismus reden, w&#252;rde mich zun&#228;chst interessieren, wie man eigentlich messen oder beziffern m&#246;chte, wie viel Journalismus &#8211; und geanuer: Journalisten &#8211; wir eigentlich gesellschaftlich brauchen.</p>
<p>Pascal Zicky hat im Kommentar zu einem Text (<a href="http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/" rel="nofollow">http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/</a>) geschrieben:</p>
<p>&#8220;Ist Journalismus &#252;berhaupt jemals zureichend zur Verf&#252;gung gestellt worden?&#8221;</p>
<p>Wenn wir von dem Niveau ausgehen, dann wird man immer Bezahlinhalte fordern.</p>
<p>gruss,</p>
<p>rml</p>
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	<item>
		<title>Von: Kai Schächtele</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1676</link>
		<dc:creator>Kai Schächtele</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 15:30:45 +0000</pubDate>
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		<description>Ich habe den Eindruck, aus J&#252;rgen Kalwas Argumentation spricht weniger die Verachtung von Journalisten (er ist ja selbst einer), sie bezieht sich vielmehr auf die Tatsache, dass die Ansicht, wie radikal sich unser Beruf gerade ver&#228;ndert, in vielen Redaktionen bzw. Verlagskantinen noch immer nicht angekommen ist. Es ist aber gerade jetzt an uns Journalisten, unseren Lesern die Notwendigkeit eines fundierten und unabh&#228;ngigen Journalismus auch im Zeitalter des Internet klarzumachen. Der Hinweis darauf, dass die Lekt&#252;re von traditionellen Qualit&#228;tsmedien eine unverzichtbare Besch&#228;ftigung ist, um sich in unserer Demokratie souver&#228;n bewegen zu k&#246;nnen, erh&#246;ht ja auch nicht die Auflagen von FAZ und Zeit. Die bemessen sich allein daran, ob Leser willens sind, diese Zeitungen zu kaufen. Wir Journalisten m&#252;ssen nun, ob wir wollen oder nicht, in Vorleistung treten und &#252;ber neue Angebote nachdenken, inhaltlich, technisch wie formal, die genug Anreize liefern, damit unsere Leser daf&#252;r Geld zu investieren bereit sind. 

Die Ausgangsfrage war ja: Was w&#252;rde passieren, wenn morgen alle Verlage ihre Angebote abschalten und auf Bezahlmodelle umstellen w&#252;rden? Dann k&#228;me &#252;bermorgen der erste Content-Manager eines Verlags auf die Idee, sein Angebot wieder aufzusperren, wegen der Klickzahlen, die f&#252;r die Buchhalter noch immer die wichtigste W&#228;hrung bedeutet. Genau dann aber w&#228;re der Moment gekommen, an dem sich entscheiden w&#252;rde, wie sich die Bezahlbarkeit von Journalismus im Internet entwickelt. Dann n&#228;mlich m&#252;ssten die Leser das Gef&#252;hl haben: Bei dem jetzt wieder offenen Portal muss ich zwar nichts bezahlen, daf&#252;r vermisse ich aber nun die Qualit&#228;tsinhalte. Also zahle ich lieber. 

Das erste, was wir deshalb brauchen, um die Gratiskultur zu &#252;berwinden, ist unser eigenes Selbstvertrauen, dass unsere Arbeit auch im Internet nicht nur ihren Wert hat, sondern auch unverzichtbar ist f&#252;r unsere Gesellschaft. Wenn aber sogar wir selbst uns nur noch als diejenigen begreifen, die nicht f&#252;r Leser arbeiten, sondern f&#252;r Kunden, denen man dann Versicherungen oder B&#252;cher oder Filme verkaufen kann, wie das weiter oben anklang, d&#252;rfen wir uns nicht beschweren, wenn auch andere den Wert unserer Arbeit verkennen. 

Dass dieses Selbstbewusstsein von den Verlagen im Moment nicht zu erwarten ist, beweisen sie jeden Tag aufs Neue. Es ist n&#228;mlich, wie Kai Diekmann jammert, nicht nur bei der Geburt des Internet einiges schief gelaufen. Die Verlage haben sp&#228;ter auch die Erziehung vermasselt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe den Eindruck, aus J&#252;rgen Kalwas Argumentation spricht weniger die Verachtung von Journalisten (er ist ja selbst einer), sie bezieht sich vielmehr auf die Tatsache, dass die Ansicht, wie radikal sich unser Beruf gerade ver&#228;ndert, in vielen Redaktionen bzw. Verlagskantinen noch immer nicht angekommen ist. Es ist aber gerade jetzt an uns Journalisten, unseren Lesern die Notwendigkeit eines fundierten und unabh&#228;ngigen Journalismus auch im Zeitalter des Internet klarzumachen. Der Hinweis darauf, dass die Lekt&#252;re von traditionellen Qualit&#228;tsmedien eine unverzichtbare Besch&#228;ftigung ist, um sich in unserer Demokratie souver&#228;n bewegen zu k&#246;nnen, erh&#246;ht ja auch nicht die Auflagen von FAZ und Zeit. Die bemessen sich allein daran, ob Leser willens sind, diese Zeitungen zu kaufen. Wir Journalisten m&#252;ssen nun, ob wir wollen oder nicht, in Vorleistung treten und &#252;ber neue Angebote nachdenken, inhaltlich, technisch wie formal, die genug Anreize liefern, damit unsere Leser daf&#252;r Geld zu investieren bereit sind. </p>
<p>Die Ausgangsfrage war ja: Was w&#252;rde passieren, wenn morgen alle Verlage ihre Angebote abschalten und auf Bezahlmodelle umstellen w&#252;rden? Dann k&#228;me &#252;bermorgen der erste Content-Manager eines Verlags auf die Idee, sein Angebot wieder aufzusperren, wegen der Klickzahlen, die f&#252;r die Buchhalter noch immer die wichtigste W&#228;hrung bedeutet. Genau dann aber w&#228;re der Moment gekommen, an dem sich entscheiden w&#252;rde, wie sich die Bezahlbarkeit von Journalismus im Internet entwickelt. Dann n&#228;mlich m&#252;ssten die Leser das Gef&#252;hl haben: Bei dem jetzt wieder offenen Portal muss ich zwar nichts bezahlen, daf&#252;r vermisse ich aber nun die Qualit&#228;tsinhalte. Also zahle ich lieber. </p>
<p>Das erste, was wir deshalb brauchen, um die Gratiskultur zu &#252;berwinden, ist unser eigenes Selbstvertrauen, dass unsere Arbeit auch im Internet nicht nur ihren Wert hat, sondern auch unverzichtbar ist f&#252;r unsere Gesellschaft. Wenn aber sogar wir selbst uns nur noch als diejenigen begreifen, die nicht f&#252;r Leser arbeiten, sondern f&#252;r Kunden, denen man dann Versicherungen oder B&#252;cher oder Filme verkaufen kann, wie das weiter oben anklang, d&#252;rfen wir uns nicht beschweren, wenn auch andere den Wert unserer Arbeit verkennen. </p>
<p>Dass dieses Selbstbewusstsein von den Verlagen im Moment nicht zu erwarten ist, beweisen sie jeden Tag aufs Neue. Es ist n&#228;mlich, wie Kai Diekmann jammert, nicht nur bei der Geburt des Internet einiges schief gelaufen. Die Verlage haben sp&#228;ter auch die Erziehung vermasselt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jürgen Kalwa</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1675</link>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 15:25:48 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Wolfgang Michal, ich muss bei unserem Zwiegespr&#228;ch wirklich nicht das letzte Wort haben. Aber ich wehre mich dagegen, meine Kritik am Mangel an Verantwortungsbereitschaft von Journalisten f&#252;r ihre eigene, wirklich ureigene wirtschaftliche Existenz als Verachtung zu bezeichnen. Ich habe allerdings tats&#228;chlich kein Mitleid, falls jene Anspruchshaltung, die bei so vielen durchklingt, auf taube Ohren f&#228;llt. Dass man notwendig ist, beweist man nicht durch Deklamationen, sondern durch seine Handlungsweise. Ich fordere gar nicht mehr als dieses (und da ich Journalist bin, fordere ich das nat&#252;rlich auch von mir selbst): Jeden Tag (zumindest ein bisschen) an ein paar Ideen arbeiten, die eigene Phantasie anbohren, kreative Risiken eingehen und sich an neuen Entwicklungen beteiligen. Und zwar jeder nach seinem Geschmack und jeder nach seinen F&#228;higkeiten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Wolfgang Michal, ich muss bei unserem Zwiegespr&#228;ch wirklich nicht das letzte Wort haben. Aber ich wehre mich dagegen, meine Kritik am Mangel an Verantwortungsbereitschaft von Journalisten f&#252;r ihre eigene, wirklich ureigene wirtschaftliche Existenz als Verachtung zu bezeichnen. Ich habe allerdings tats&#228;chlich kein Mitleid, falls jene Anspruchshaltung, die bei so vielen durchklingt, auf taube Ohren f&#228;llt. Dass man notwendig ist, beweist man nicht durch Deklamationen, sondern durch seine Handlungsweise. Ich fordere gar nicht mehr als dieses (und da ich Journalist bin, fordere ich das nat&#252;rlich auch von mir selbst): Jeden Tag (zumindest ein bisschen) an ein paar Ideen arbeiten, die eigene Phantasie anbohren, kreative Risiken eingehen und sich an neuen Entwicklungen beteiligen. Und zwar jeder nach seinem Geschmack und jeder nach seinen F&#228;higkeiten.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1671</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 11:17:58 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber J&#252;rgen Kalwa, gefallen muss vielleicht Unterhaltung, Journalismus dagegen ist - zumindest in unserer Gesellschaft - notwendig. Um origin&#228;re Leistungen erbringen zu k&#246;nnen (Recherche z.B.), braucht man Geld. Als Buchautor bekommt man normalerweise einen Vorschuss, der mit Vertragsabschluss f&#228;llig wird, sonst k&#246;nnte man ja w&#228;hrend des Schreibens nicht leben, oder? (So viel zu Ihrem Tod der Literatur).
Ich finde Ihre Verachtung von Journalisten brandgef&#228;hrlich. Morgen kommt n&#228;mlich eine andere Gruppe und sagt: Wozu brauchen wir eigentlich Universit&#228;ten? Im Internet und in sozialen Netzwerken kann sich k&#252;nftig doch jeder seine Bildung selber zusammensuchen. Professoren? Dozenten? &#220;berfl&#252;ssig. Weg damit. Haben eh nur Mist erz&#228;hlt. Haben die Krise nicht geahnt. Usw.usf. Und irgendwann sind dann Sie dran. Und man wird Sie fragen: Warum waren Sie eigentlich nicht vorbereitet auf Ihre Abschaffung?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber J&#252;rgen Kalwa, gefallen muss vielleicht Unterhaltung, Journalismus dagegen ist &#8211; zumindest in unserer Gesellschaft &#8211; notwendig. Um origin&#228;re Leistungen erbringen zu k&#246;nnen (Recherche z.B.), braucht man Geld. Als Buchautor bekommt man normalerweise einen Vorschuss, der mit Vertragsabschluss f&#228;llig wird, sonst k&#246;nnte man ja w&#228;hrend des Schreibens nicht leben, oder? (So viel zu Ihrem Tod der Literatur).<br />
Ich finde Ihre Verachtung von Journalisten brandgef&#228;hrlich. Morgen kommt n&#228;mlich eine andere Gruppe und sagt: Wozu brauchen wir eigentlich Universit&#228;ten? Im Internet und in sozialen Netzwerken kann sich k&#252;nftig doch jeder seine Bildung selber zusammensuchen. Professoren? Dozenten? &#220;berfl&#252;ssig. Weg damit. Haben eh nur Mist erz&#228;hlt. Haben die Krise nicht geahnt. Usw.usf. Und irgendwann sind dann Sie dran. Und man wird Sie fragen: Warum waren Sie eigentlich nicht vorbereitet auf Ihre Abschaffung?</p>
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	<item>
		<title>Von: Jürgen Kalwa</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1665</link>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 01:06:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7429#comment-1665</guid>
		<description>Lieber Wolfgang Michal, die Idee, dass eine Arbeit dem (zahlenden) Publikum gefallen muss, finde ich nicht weiter bemerkenswert. Das gilt in allen Branchen und ist auch kein R&#252;ckschritt. Stra&#223;enmusiker leben &#252;brigens ganz gut, wenn sie Qualit&#228;t abliefern und dort spielen, wo genug Publikum vorbeikommt. Ich finde solches Treiben ehrenwert, wei&#223; aber nicht, ob diese Berufsgruppe eine hohe Steuermoral besitzt.

Ihr Anspruch – &quot;erst wenn es Bezahlung gibt&quot; – ist genauso ehrenwert, w&#228;re aber der Tod der Literatur, der bildenden Kunst und anderer kreativer Bereiche. Es geh&#246;rt zu den Besonderheiten des Kulturbetriebs, dass man zuerst mal was auf die Beine stellen und anbieten muss, wenn man Geld verdienen will. Vorab gibt es Honorar nur f&#252;r Leute, die Erfolge vorweisen k&#246;nnen oder einen Namen haben (was sie beides dem Publikum verdanken).

Dass viele Journalisten daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass es kl&#252;ger ist, darauf zu warten, bis die Auftr&#228;ge ins Haus kommen, kann ich nachvollziehen. Sehr viele begreifen sich nicht als K&#252;nstler, sondern als als reine Handwerker, sehnen sich nach sozialer Absicherung mit allen Privilegien und leben und denken ein Stromlinienverst&#228;ndnis, das dann auch nichts anderes als jene Medienlandschaft hervorgebracht hat, die soeben in den Schredder wandert. Diese journalistischen Handwerker hatten kurioserweise schon mit der Ausgestaltung dieser Landschaft nicht viel zu tun, auch nicht, als sie sich noch ganz unbeschwert in den Kantinen der gro&#223;en Verlagsh&#228;user &#252;ber Anlagemodelle f&#252;r ihre Gewinnausch&#252;ttungen austauschen konnten. Sie fuhren immer nur im Beiboot mit. Die tariflichen Absicherungen verdanken sie streikbereiten Setzern und Druckern (sind verschwunden/sterben aus). Die Gewinne der Verlage und damit ihre Honorare verdanken sie den Anzeigenabteilungen (deren Ertr&#228;ge brechen weg). Und ihren schlechten Ruf in der Bev&#246;lkerung verdanken sie ihrer mangelnden Bereitschaft, sich die Frage vorzulegen: F&#252;r wen arbeiten wir eigentlich und wir gehen wir mit diesen Menschen um?

Warum war ausgerechnet diese Berufsgruppe auf das Internet nicht vorbereitet? Vielleicht wissen Sie die Antwort?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Wolfgang Michal, die Idee, dass eine Arbeit dem (zahlenden) Publikum gefallen muss, finde ich nicht weiter bemerkenswert. Das gilt in allen Branchen und ist auch kein R&#252;ckschritt. Stra&#223;enmusiker leben &#252;brigens ganz gut, wenn sie Qualit&#228;t abliefern und dort spielen, wo genug Publikum vorbeikommt. Ich finde solches Treiben ehrenwert, wei&#223; aber nicht, ob diese Berufsgruppe eine hohe Steuermoral besitzt.</p>
<p>Ihr Anspruch – &#8220;erst wenn es Bezahlung gibt&#8221; – ist genauso ehrenwert, w&#228;re aber der Tod der Literatur, der bildenden Kunst und anderer kreativer Bereiche. Es geh&#246;rt zu den Besonderheiten des Kulturbetriebs, dass man zuerst mal was auf die Beine stellen und anbieten muss, wenn man Geld verdienen will. Vorab gibt es Honorar nur f&#252;r Leute, die Erfolge vorweisen k&#246;nnen oder einen Namen haben (was sie beides dem Publikum verdanken).</p>
<p>Dass viele Journalisten daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass es kl&#252;ger ist, darauf zu warten, bis die Auftr&#228;ge ins Haus kommen, kann ich nachvollziehen. Sehr viele begreifen sich nicht als K&#252;nstler, sondern als als reine Handwerker, sehnen sich nach sozialer Absicherung mit allen Privilegien und leben und denken ein Stromlinienverst&#228;ndnis, das dann auch nichts anderes als jene Medienlandschaft hervorgebracht hat, die soeben in den Schredder wandert. Diese journalistischen Handwerker hatten kurioserweise schon mit der Ausgestaltung dieser Landschaft nicht viel zu tun, auch nicht, als sie sich noch ganz unbeschwert in den Kantinen der gro&#223;en Verlagsh&#228;user &#252;ber Anlagemodelle f&#252;r ihre Gewinnausch&#252;ttungen austauschen konnten. Sie fuhren immer nur im Beiboot mit. Die tariflichen Absicherungen verdanken sie streikbereiten Setzern und Druckern (sind verschwunden/sterben aus). Die Gewinne der Verlage und damit ihre Honorare verdanken sie den Anzeigenabteilungen (deren Ertr&#228;ge brechen weg). Und ihren schlechten Ruf in der Bev&#246;lkerung verdanken sie ihrer mangelnden Bereitschaft, sich die Frage vorzulegen: F&#252;r wen arbeiten wir eigentlich und wir gehen wir mit diesen Menschen um?</p>
<p>Warum war ausgerechnet diese Berufsgruppe auf das Internet nicht vorbereitet? Vielleicht wissen Sie die Antwort?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1664</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 22:08:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7429#comment-1664</guid>
		<description>Lieber J&#252;rgen Kalwa, Sie schreiben sinngem&#228;&#223;: Erst wenn es journalistische Origin&#228;rleistungen im Netz gibt, k&#246;nnen wir uns wieder &#252;ber Bezahlung unterhalten. Nein, es ist eigentlich umgekehrt: Erst wenn es Bezahlung gibt, k&#246;nnen wir im Netz auch journalistische Origin&#228;rleistungen bieten.  
Ihr &quot;Public Radio&quot;-Modell - erst Qualit&#228;t liefern, dann Bezahlung erbetteln - in allen Ehren, aber es ist ein R&#252;ckschritt ins Mittelalter. Journalisten als Stra&#223;enmusiker - wenn&#039;s dem Publikum gef&#228;llt, gibt&#039;s ein paar Heller in die M&#252;tze. Das kann man vielleicht als Student ein paar Semester lang machen, aber das reicht nicht f&#252;r eine Familie im 21. Jahrhundert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber J&#252;rgen Kalwa, Sie schreiben sinngem&#228;&#223;: Erst wenn es journalistische Origin&#228;rleistungen im Netz gibt, k&#246;nnen wir uns wieder &#252;ber Bezahlung unterhalten. Nein, es ist eigentlich umgekehrt: Erst wenn es Bezahlung gibt, k&#246;nnen wir im Netz auch journalistische Origin&#228;rleistungen bieten.<br />
Ihr &#8220;Public Radio&#8221;-Modell &#8211; erst Qualit&#228;t liefern, dann Bezahlung erbetteln &#8211; in allen Ehren, aber es ist ein R&#252;ckschritt ins Mittelalter. Journalisten als Stra&#223;enmusiker &#8211; wenn&#8217;s dem Publikum gef&#228;llt, gibt&#8217;s ein paar Heller in die M&#252;tze. Das kann man vielleicht als Student ein paar Semester lang machen, aber das reicht nicht f&#252;r eine Familie im 21. Jahrhundert.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jürgen Kalwa</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1663</link>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 21:45:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7429#comment-1663</guid>
		<description>Erstens: Man sollte wirklich ernsthaft anfangen, dieses Modell aus den USA, das ich schon mal in einem Kommentar (http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/) erw&#228;hnt habe, zu studieren. Public Radio liefert Qualit&#228;t – frei Haus – und geht f&#252;r die Bezahlung (hinterher) betteln. Das funktioniert. Es muss nicht immer gleich eine GEZ geben, um die Existenz der Medienarbeiter (und das Bereitstellen von hochwertiger Medienarbeit) zu gew&#228;hrleisten. &#220;brigens: Abertausende von amerikanischen Bibliotheken funktionieren so &#228;hnlich. Sie machen Fund Drives und Veranstaltungen, bei denen man Eintritt kassiert. Viele &#252;berleben, obwohl sie keine Ausleihgeb&#252;hren verlangen, nicht mal von Leuten, die &#252;berziehen und B&#252;cher zu sp&#228;t zur&#252;ckbringen. Auch hier wird die Arbeit der (ausgebildeten) Kr&#228;fte honoriert. Bibliothekare erhalten Gehalt. 

Zweitens: Wenn die journalistische Leistung im Internet auf dem Niveau bleibt, auf dem sie sich jetzt befindet (ein umgetopftes Printmodell), lohnt es sich nicht, &#252;ber Bezahlung und Refinanzierung zu reden. Wo Klickstrecken das innovativste Element sind und das Archivieren von Texten die bemerkenswerteste Bereicherung des Alltags des Verbrauchers, sind wir wirklich noch nicht sehr weit gekommen. Erst wenn es journalistische Origin&#228;rleistungen im Netz gibt, die auf der Basis der neuen kreativen M&#246;glichkeiten (Bild, Bewegtbild, Ton, Text, Unmittelbarkeit, Geschwindigkeit etc.) etwas strukturell Neues bieten, sollten wir uns wieder unterhalten. Vielleicht sollten wir bis dahin lieber &#246;fter mal &#252;ber den Grad der Professionalit&#228;t von Journalisten heute reden und deren Bef&#228;higung, solche Entwicklungen &#252;berhaupt anzuschieben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erstens: Man sollte wirklich ernsthaft anfangen, dieses Modell aus den USA, das ich schon mal in einem Kommentar (<a href="http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/" rel="nofollow">http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/</a>) erw&#228;hnt habe, zu studieren. Public Radio liefert Qualit&#228;t – frei Haus – und geht f&#252;r die Bezahlung (hinterher) betteln. Das funktioniert. Es muss nicht immer gleich eine GEZ geben, um die Existenz der Medienarbeiter (und das Bereitstellen von hochwertiger Medienarbeit) zu gew&#228;hrleisten. &#220;brigens: Abertausende von amerikanischen Bibliotheken funktionieren so &#228;hnlich. Sie machen Fund Drives und Veranstaltungen, bei denen man Eintritt kassiert. Viele &#252;berleben, obwohl sie keine Ausleihgeb&#252;hren verlangen, nicht mal von Leuten, die &#252;berziehen und B&#252;cher zu sp&#228;t zur&#252;ckbringen. Auch hier wird die Arbeit der (ausgebildeten) Kr&#228;fte honoriert. Bibliothekare erhalten Gehalt. </p>
<p>Zweitens: Wenn die journalistische Leistung im Internet auf dem Niveau bleibt, auf dem sie sich jetzt befindet (ein umgetopftes Printmodell), lohnt es sich nicht, &#252;ber Bezahlung und Refinanzierung zu reden. Wo Klickstrecken das innovativste Element sind und das Archivieren von Texten die bemerkenswerteste Bereicherung des Alltags des Verbrauchers, sind wir wirklich noch nicht sehr weit gekommen. Erst wenn es journalistische Origin&#228;rleistungen im Netz gibt, die auf der Basis der neuen kreativen M&#246;glichkeiten (Bild, Bewegtbild, Ton, Text, Unmittelbarkeit, Geschwindigkeit etc.) etwas strukturell Neues bieten, sollten wir uns wieder unterhalten. Vielleicht sollten wir bis dahin lieber &#246;fter mal &#252;ber den Grad der Professionalit&#228;t von Journalisten heute reden und deren Bef&#228;higung, solche Entwicklungen &#252;berhaupt anzuschieben.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1658</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 11:21:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7429#comment-1658</guid>
		<description>@Dag
Nat&#252;rlich gibt es &#252;berall Heimwerker, die besser sind als Handwerker. Aber im Gro&#223;en und Ganzen besch&#228;ftigen die Menschen immer noch Handwerker. Anders ausgedr&#252;ckt: Die Missst&#228;nde im Print-Journalismus wird kein intelligenter Mensch klein reden, aber die im Netz g&#228;ngige pauschale Abqualifizierung eines ganzen Berufsstandes n&#228;hert sich bisweilen gef&#228;hrlich dem Spie&#223;ergeschw&#228;tz am Stammtisch. Die entstandene Wettbewerbssituation zwischen Netz und etablierten Printmedien finde ich gro&#223;artig. Die kl&#252;geren Printmedien nehmen das wahr (die SZ nat&#252;rlich nicht, das macht sie so sympathisch in ihrer Verbocktheit). Aber die gr&#246;&#223;te Herausforderung des Netzes sind doch letztlich die Monopolzeitungen in der Provinz. Dort k&#246;nnten Netzjournalisten wirklich angreifen und die Lokalpressef&#252;rstent&#252;mer aufmischen. Daf&#252;r braucht man gute Journalisten, die ihr Handwerk gelernt haben. Denn irgendwann wird es nicht mehr ausreichen, dass sich Blogger an den Fehlern der Printmedien reiben. Dann m&#252;ssen Alternativen her.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Dag<br />
Nat&#252;rlich gibt es &#252;berall Heimwerker, die besser sind als Handwerker. Aber im Gro&#223;en und Ganzen besch&#228;ftigen die Menschen immer noch Handwerker. Anders ausgedr&#252;ckt: Die Missst&#228;nde im Print-Journalismus wird kein intelligenter Mensch klein reden, aber die im Netz g&#228;ngige pauschale Abqualifizierung eines ganzen Berufsstandes n&#228;hert sich bisweilen gef&#228;hrlich dem Spie&#223;ergeschw&#228;tz am Stammtisch. Die entstandene Wettbewerbssituation zwischen Netz und etablierten Printmedien finde ich gro&#223;artig. Die kl&#252;geren Printmedien nehmen das wahr (die SZ nat&#252;rlich nicht, das macht sie so sympathisch in ihrer Verbocktheit). Aber die gr&#246;&#223;te Herausforderung des Netzes sind doch letztlich die Monopolzeitungen in der Provinz. Dort k&#246;nnten Netzjournalisten wirklich angreifen und die Lokalpressef&#252;rstent&#252;mer aufmischen. Daf&#252;r braucht man gute Journalisten, die ihr Handwerk gelernt haben. Denn irgendwann wird es nicht mehr ausreichen, dass sich Blogger an den Fehlern der Printmedien reiben. Dann m&#252;ssen Alternativen her.</p>
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	<item>
		<title>Von: Klardeutsch</title>
		<link>http://carta.info/7429/herr-diekmann-und-sein-geburtsfehler/comment-page-1/#comment-1656</link>
		<dc:creator>Klardeutsch</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 08:58:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7429#comment-1656</guid>
		<description>@RML So, dann bek&#228;men wir also &quot;ein Aggregat aus Agentur-Meldungen, PR-Meldungen und Blog-Beitr&#228;gen (vielleicht ohnehin ehrlicher)&quot;?

Die Agenturmeldungen kann man dann schon mal streichen. Denn Agenturjournalisten m&#252;ssen auch bezahlt werden. Und das werden sie im Augenblick haupts&#228;chlich von den alten Medien.

&quot;Die Verlage m&#252;ssten alle Online-Journalisten sofort entlassen.&quot; Die Verlage m&#252;ssen die Online-Journalisten ohnhin entlassen, wenn es kein Online-Erl&#246;smodell gibt.

Was bleibt sind also PR-Meldungen und Blogger. die meisten Blogger vertreten lieber Meinungen als Fakten zu recherchieren, vor allem, wenn sie es als Hobby betreiben. Meinungen gibt es aber genug. Was fehlt - und was Journalisten noch viel besser recherchieren und pr&#228;sentieren m&#252;ssen als heute - sind Fakten. Meinungen ohne Informationen und Fakten sind dummes Gelaber.

Darum ist mir um die INFORMATIONSvielfalt bange, nicht um die MEINUNGSvielfalt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@RML So, dann bek&#228;men wir also &#8220;ein Aggregat aus Agentur-Meldungen, PR-Meldungen und Blog-Beitr&#228;gen (vielleicht ohnehin ehrlicher)&#8221;?</p>
<p>Die Agenturmeldungen kann man dann schon mal streichen. Denn Agenturjournalisten m&#252;ssen auch bezahlt werden. Und das werden sie im Augenblick haupts&#228;chlich von den alten Medien.</p>
<p>&#8220;Die Verlage m&#252;ssten alle Online-Journalisten sofort entlassen.&#8221; Die Verlage m&#252;ssen die Online-Journalisten ohnhin entlassen, wenn es kein Online-Erl&#246;smodell gibt.</p>
<p>Was bleibt sind also PR-Meldungen und Blogger. die meisten Blogger vertreten lieber Meinungen als Fakten zu recherchieren, vor allem, wenn sie es als Hobby betreiben. Meinungen gibt es aber genug. Was fehlt &#8211; und was Journalisten noch viel besser recherchieren und pr&#228;sentieren m&#252;ssen als heute &#8211; sind Fakten. Meinungen ohne Informationen und Fakten sind dummes Gelaber.</p>
<p>Darum ist mir um die INFORMATIONSvielfalt bange, nicht um die MEINUNGSvielfalt.</p>
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