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	<title>Kommentare zu: Wissenschaft, Journalismus, Internet: Das gro&#223;e Desinteresse der Forscher</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Von: Antonio</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-10370</link>
		<dc:creator>Antonio</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 13:06:50 +0000</pubDate>
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		<description>Kurz sagen, da&#223; wie &#252;blich hinter all dem Geld und vor allem gesunden Menschenverstand, dass wir uns an diese.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz sagen, da&#223; wie &#252;blich hinter all dem Geld und vor allem gesunden Menschenverstand, dass wir uns an diese.</p>
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		<title>Von: Gerda v. Radetzky</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-2236</link>
		<dc:creator>Gerda v. Radetzky</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2009 12:50:47 +0000</pubDate>
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		<description>Hier ein weiterer Blick in die Kristallkugel der Wissenschaftsjournalisten:

The Observatory — May 07, 2009 10:58 AM
Science Journalism’s Crystal Ball
By Cristine Russell

http://www.cjr.org/the_observatory/science_journalisms_crystal_ba.php?page=all</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ein weiterer Blick in die Kristallkugel der Wissenschaftsjournalisten:</p>
<p>The Observatory — May 07, 2009 10:58 AM<br />
Science Journalism’s Crystal Ball<br />
By Cristine Russell</p>
<p><a href="http://www.cjr.org/the_observatory/science_journalisms_crystal_ba.php?page=all" rel="nofollow">http://www.cjr.org/the_observatory/science_journalisms_crystal_ba.php?page=all</a></p>
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	<item>
		<title>Von: Joachim Müller-Jung</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1993</link>
		<dc:creator>Joachim Müller-Jung</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 17:51:01 +0000</pubDate>
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		<description>Sp&#228;ter Kommentar, aber was soll&#039;s. F&#252;rs Protokoll (Internet vergi&#223;t ja angeblich nichts): Das Desinteresse, liebe Kollegin Thorbrietz, ist zu beklagen, ja, aber doch nicht erst, seit es Blogs gibt. Ein m&#252;hsames Gesch&#228;ft war es schon immer, Forscher zum Schreiben zu bekommen.  Scilogs &#252;brigens (u.a.) zeigt, dass die Wissenschaftsblogger-Community trotzdem w&#228;chst, also warum so pessimistisch? Vielleicht w&#228;chst da etwas heran?
Was mich allerdings wirklich zu diesem Kommentar herausgefordert hat, ist nat&#252;rlich Ihr  Zitat: &quot;... Falsch! Wissenschaftsjournalismus war in Deutschland immer schon eine Bleiw&#252;ste aus Kongressberichterstattung und Verlautbarungen. ...&quot;
Das von einer gestandenen Redakteurin zu h&#246;ren, gibt mir einigerma&#223;en zu denken,  angesichts der Ver&#228;nderungen, die es in vielen Printmedien (plus der neueren Magazine)  inzwischen gegeben hat. So unintelligent, kreativlos und ja auch destruktiv, wie das klingt, ist der - auch der unter Aktualit&#228;tsdruck arbeitende - Wiss.journalismus sicher nicht. 
Ich habe zunehmend den Eindruck bei solchen Diskussionen, dass Mythen und Legenden gepflegt werden (und diskutiert werden sollen), die immer weniger mit der Wirklichkeit zu tun haben. Volker hat zu Recht auf die Reader-Scans aufmerksam gemacht, die ja tats&#228;chlich offensichtlich das genaue Gegenteil zeigen von &#220;berdru&#223; und Unzufriedenheit auf Seiten der Leser - der Leser des jeweiligen Produktes wohlgemerkt. Niemand sollte erwarten, dass man von allen geliebt oder gar gebraucht wird. Blogger nehmen das ja auch nicht in Anspruch, die am allerwenigsten. 
Sicher, vieles wird sich &#228;ndern f&#252;r uns, die Blogosph&#228;re gewinnt an bedeutung, klar. Aer ist denn Selbstkasteiung wirklich das richtige Mittel, darauf zu reagieren und neu nachzudenken? Ich sehe da nicht so schwarz. Und dass die Feuilletons den wichtigeren Wissenschaftsjournalismus machen, halte ich, der diese Entwicklung in der FAZ (hier geh&#246;rt die Wissenschaft &#252;brigens zum Feulleton) mit getragen hat, f&#252;r reichlich idealisiert. Fakten und Paper (nicht Verlautbarungen) sind nunmal  unser Gesch&#228;ft, und wer &#252;ber die Entw&#252;rdigung oder Selbstbestimmungsdefizite durch Gentests oder Stammzellimplantate debattieren will, muss sich vorher in der Sache kundig  machen - oder informieren lassen. Diese Sachlichkeit will ein Klasse-Feuilleton prim&#228;r aber gar nicht. Also: Debattenkultur setzt eine systematische Informationskultur voraus. Auch da stehen viele klassische Medien in ihrem (&#252;bersichtlichen) Nebeneinander von Kultur-, Politik-, Wirtschafts- und Wissenschaftssparten gar nicht schlecht da - was sich leicht feststellen l&#228;sst, wenn man nicht nur bl&#228;ttert, sondern liest. 
Nochmal, mir ist der Versuch, kritisch zu reflektieren, durchaus einleuchtend und sympathisch. Aber wir sollten die Kirche dann auch im Dorf lassen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sp&#228;ter Kommentar, aber was soll&#8217;s. F&#252;rs Protokoll (Internet vergi&#223;t ja angeblich nichts): Das Desinteresse, liebe Kollegin Thorbrietz, ist zu beklagen, ja, aber doch nicht erst, seit es Blogs gibt. Ein m&#252;hsames Gesch&#228;ft war es schon immer, Forscher zum Schreiben zu bekommen.  Scilogs &#252;brigens (u.a.) zeigt, dass die Wissenschaftsblogger-Community trotzdem w&#228;chst, also warum so pessimistisch? Vielleicht w&#228;chst da etwas heran?<br />
Was mich allerdings wirklich zu diesem Kommentar herausgefordert hat, ist nat&#252;rlich Ihr  Zitat: &#8220;&#8230; Falsch! Wissenschaftsjournalismus war in Deutschland immer schon eine Bleiw&#252;ste aus Kongressberichterstattung und Verlautbarungen. &#8230;&#8221;<br />
Das von einer gestandenen Redakteurin zu h&#246;ren, gibt mir einigerma&#223;en zu denken,  angesichts der Ver&#228;nderungen, die es in vielen Printmedien (plus der neueren Magazine)  inzwischen gegeben hat. So unintelligent, kreativlos und ja auch destruktiv, wie das klingt, ist der &#8211; auch der unter Aktualit&#228;tsdruck arbeitende &#8211; Wiss.journalismus sicher nicht.<br />
Ich habe zunehmend den Eindruck bei solchen Diskussionen, dass Mythen und Legenden gepflegt werden (und diskutiert werden sollen), die immer weniger mit der Wirklichkeit zu tun haben. Volker hat zu Recht auf die Reader-Scans aufmerksam gemacht, die ja tats&#228;chlich offensichtlich das genaue Gegenteil zeigen von &#220;berdru&#223; und Unzufriedenheit auf Seiten der Leser &#8211; der Leser des jeweiligen Produktes wohlgemerkt. Niemand sollte erwarten, dass man von allen geliebt oder gar gebraucht wird. Blogger nehmen das ja auch nicht in Anspruch, die am allerwenigsten.<br />
Sicher, vieles wird sich &#228;ndern f&#252;r uns, die Blogosph&#228;re gewinnt an bedeutung, klar. Aer ist denn Selbstkasteiung wirklich das richtige Mittel, darauf zu reagieren und neu nachzudenken? Ich sehe da nicht so schwarz. Und dass die Feuilletons den wichtigeren Wissenschaftsjournalismus machen, halte ich, der diese Entwicklung in der FAZ (hier geh&#246;rt die Wissenschaft &#252;brigens zum Feulleton) mit getragen hat, f&#252;r reichlich idealisiert. Fakten und Paper (nicht Verlautbarungen) sind nunmal  unser Gesch&#228;ft, und wer &#252;ber die Entw&#252;rdigung oder Selbstbestimmungsdefizite durch Gentests oder Stammzellimplantate debattieren will, muss sich vorher in der Sache kundig  machen &#8211; oder informieren lassen. Diese Sachlichkeit will ein Klasse-Feuilleton prim&#228;r aber gar nicht. Also: Debattenkultur setzt eine systematische Informationskultur voraus. Auch da stehen viele klassische Medien in ihrem (&#252;bersichtlichen) Nebeneinander von Kultur-, Politik-, Wirtschafts- und Wissenschaftssparten gar nicht schlecht da &#8211; was sich leicht feststellen l&#228;sst, wenn man nicht nur bl&#228;ttert, sondern liest.<br />
Nochmal, mir ist der Versuch, kritisch zu reflektieren, durchaus einleuchtend und sympathisch. Aber wir sollten die Kirche dann auch im Dorf lassen.</p>
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	<item>
		<title>Von: antiferengi</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1804</link>
		<dc:creator>antiferengi</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 10:42:46 +0000</pubDate>
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		<description>@petra
den schmalen Pfad des rationalen Diskurses verlassen, um sich der Church of Climatology, Inc., anzuschlie&#223;en.
Ist dies ein zwar vestecktes, aber doch erstes &#246;ffentliches Bekenntnis?

Ich weiss dass ich hier das Niveau der vielen Worte herunterziehe, - ich entschuldige mich daf&#252;r. Aber ich geh&#246;re zu beiden Seiten. Eine Zeitlang durfte ich selber Zulieferer f&#252;r das, was Journalisten dann daraus gemacht haben sein, und andererseits war ich Leser der journalistischen Leistung.
Wissenschaft und Journalismus sprechen nicht die gleiche Sprache, aber den Lesern bleibt nichts anderes &#252;brig als das zu glauben, was Journalisten abliefern.
Dieser  Zustand hat zu gesellschaftsweiten Auswirkungen gef&#252;hrt, und insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten auch die Wissenschaft in arge Bedr&#228;ngnis gebracht. Jedenfalls soweit, dass diese wissenschaftliche Denkweise sich der journalistichen teilweise anpassen musste. Und sagen wir es einfach deutlich. Es hat zu einer unglaublichen Trittbrettfahrerei unter dem Dogma eines einzigen produzierten Meinungskontextes gef&#252;hrt. Ihr wisst ganz genau was ich mit meiner Anklage gegen den Club of Rome gemeint habe. 
Aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus dass ihr es positiv, und ehrlich meint und dies ist auch meine letzte Einmischung.
Ihr k&#246;nnt unm&#246;glich &#252;ber Verbesserungen der Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Journalismus debattieren w&#228;hrend ihr die Augen davor verschlie&#223;t dass sich die Wissenschaft relativ bewusst, aber aus purem Vertrauensmangel heraus der &#214;ffentlichkeit verschlie&#223;t. Manche sage dazu &quot;das Pferd von hinten aufz&#228;umen&quot;.
Eine ehrlichere M&#246;glichkeit w&#228;re zum Beispiel mit den Wissenschaftlern zusammen ein &#246;ffentliches Bekenntnis zu wagen in welchem beide, Journalisten und Wissenschaftler einen Weg zur&#252;ck finden der von Verantwortung gepr&#228;gt ist.
Dann werdet ihr auch die Bequemlichkeit finden, in welcher ihr wissenschaftliches Neuland &#252;bers Bloggen recherchieren k&#246;nnt.

Dies schreibe ich jetzt im Namen aller m&#246;glichen Leser, welchen nichts anderes mehr &#252;brig bleibt als selbst noch das geschriebene Wort von Wissenschaftsjournalisten mit Skepsis zu betrachten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@petra<br />
den schmalen Pfad des rationalen Diskurses verlassen, um sich der Church of Climatology, Inc., anzuschlie&#223;en.<br />
Ist dies ein zwar vestecktes, aber doch erstes &#246;ffentliches Bekenntnis?</p>
<p>Ich weiss dass ich hier das Niveau der vielen Worte herunterziehe, &#8211; ich entschuldige mich daf&#252;r. Aber ich geh&#246;re zu beiden Seiten. Eine Zeitlang durfte ich selber Zulieferer f&#252;r das, was Journalisten dann daraus gemacht haben sein, und andererseits war ich Leser der journalistischen Leistung.<br />
Wissenschaft und Journalismus sprechen nicht die gleiche Sprache, aber den Lesern bleibt nichts anderes &#252;brig als das zu glauben, was Journalisten abliefern.<br />
Dieser  Zustand hat zu gesellschaftsweiten Auswirkungen gef&#252;hrt, und insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten auch die Wissenschaft in arge Bedr&#228;ngnis gebracht. Jedenfalls soweit, dass diese wissenschaftliche Denkweise sich der journalistichen teilweise anpassen musste. Und sagen wir es einfach deutlich. Es hat zu einer unglaublichen Trittbrettfahrerei unter dem Dogma eines einzigen produzierten Meinungskontextes gef&#252;hrt. Ihr wisst ganz genau was ich mit meiner Anklage gegen den Club of Rome gemeint habe.<br />
Aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus dass ihr es positiv, und ehrlich meint und dies ist auch meine letzte Einmischung.<br />
Ihr k&#246;nnt unm&#246;glich &#252;ber Verbesserungen der Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Journalismus debattieren w&#228;hrend ihr die Augen davor verschlie&#223;t dass sich die Wissenschaft relativ bewusst, aber aus purem Vertrauensmangel heraus der &#214;ffentlichkeit verschlie&#223;t. Manche sage dazu &#8220;das Pferd von hinten aufz&#228;umen&#8221;.<br />
Eine ehrlichere M&#246;glichkeit w&#228;re zum Beispiel mit den Wissenschaftlern zusammen ein &#246;ffentliches Bekenntnis zu wagen in welchem beide, Journalisten und Wissenschaftler einen Weg zur&#252;ck finden der von Verantwortung gepr&#228;gt ist.<br />
Dann werdet ihr auch die Bequemlichkeit finden, in welcher ihr wissenschaftliches Neuland &#252;bers Bloggen recherchieren k&#246;nnt.</p>
<p>Dies schreibe ich jetzt im Namen aller m&#246;glichen Leser, welchen nichts anderes mehr &#252;brig bleibt als selbst noch das geschriebene Wort von Wissenschaftsjournalisten mit Skepsis zu betrachten.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Christoph Koch</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1802</link>
		<dc:creator>Christoph Koch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 09:10:03 +0000</pubDate>
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		<description>@petra:

Nun, das f&#252;r mich entscheidende Problem ist, zu welcher Schlu&#223;folgerung Du uns f&#252;hren m&#246;chtest und auf welchem Wege; Lee Hotz hat konstatiert, dass die amerikanischen Print-Medien – deren Niedergang derzeit eine hierzulande noch nicht zu erkennende Rasanz zeigt – ihre Wissenschaftsressorts wegsparen. Das sei ein kultureller Verlust, denn er bewirke das Aussterben der unabh&#228;ngigen Wissenschaftsberichterstattung. Ist das f&#252;r uns relevant?

Wenn ich Dein n&#228;chstes Argument beim Wort nehme, nicht. Denn Dir zufolge existiert etwas Vergleichbares bei uns nicht, stattdessen aber eine &quot;Bleiw&#252;ste aus Kongressberichterstattung und Verlautbarungen.&quot; Wenn das zutrifft, gibt es nichts, dessen Aussterben wir f&#252;rchten m&#252;ssen; allerdings kann das so auch wieder nicht stimmen, denn w&#228;re es so, h&#228;tte sich niemand erregen m&#252;ssen, als Hans Sch&#246;ler im vergangenen Jahr die Kongressberichterstattung verbieten wollte, was daf&#252;r spricht, dass sie manchmal einen Sinn zu haben scheint.

Auf jeden Fall halten wir for the sake of the argument einmal fest, dass die deutschen Wissenschaftsjournalisten nichts vergleichbar Sch&#252;tzenswertes herstellen wie ihre amerikanischen Kollegen.

Wenn das Bewahrenswerte jedoch in ausreichendem Ma&#223;e von Feuilletonkollegen hergestellt wird, wie Du in Deiner Replik anhand der FAZ nochmal unterstreichst (der viele Medien gefolgt seien), dann gibt es ja offensichtlich empf&#228;ngerseitig  kein ernsthaftes Problem: Der Leser findet die einschl&#228;gige Debatte in seinem Blatt, nur ist sie wom&#246;glich irref&#252;hrend rubriziert. Wenn die Feuilletonisten das besser k&#246;nnen, dann ist das in Ordnung.

Dass die SZ ihr &quot;Wissen&quot; u.U. zur Disposition stellt, macht ungl&#252;cklich, ist aber bei Betrachtung des Marktgeschehens nicht verwunderlich – im weiteren Segment gibt es viel, von P.M. bis zur GEO-Familie, was das Leben schon von vornherein schwer macht. Und im engeren Segment gibt es ZEIT Wissen, und es f&#228;llt nicht schwer zu raten, ob die Zielgruppen nicht wom&#246;glich ziemlich &#228;hnlich sind. Die wiederum haben in der eigenen Familie &quot;Gehirn und Geist&quot;, d&#252;rfen sich auch noch gegenseitig mit Eigenanzeigen bewerben und so den Markt noch weiter zersplittern etc. Das Problem, das hier entsteht, ist weniger mangelndes Interesse sondern eine zu niedrige Markteintrittsschwelle (per Pressegrosso), die verhindert, dass einer der Wettbewerber kritische Masse und Marktdurchdringung erreicht. Das sehe ich nicht als kulturellen Notstand, sondern als Marktordnungsproblem an.

Da es also – neben der wom&#246;glich besseren Durchdringung der Metaebene von Wissenschaft durch unsere Feuilletonkollegen – ein ganzes B&#252;ndel von Problemen gibt, vor denen sich unsere hoch gesch&#228;tzten Werkmittler (die Verleger) sehen, weil sie ineffiziente Gesch&#228;ftsmodelle als Signum der Meinungsvielfalt verkl&#228;rt und sich in eine in vielen Segmenten nie mehr zu korrigierende Abh&#228;ngigkeit von Anzeigenerl&#246;sen begeben haben (etwa durch Copypreis-K&#228;mpfe), wird nun auf breiter Front geschrumpft. Sicherlich bei den Wochenmedien, da wissen wir beide, wovon wir reden, haben wir doch freudig an einem sch&#246;nen Wochenmedium mitgearbeitet, das nie Geld verdient und in guten Wochen 22.000 Exemplare durch den Kiosk geschleust hat... Was diesen Teilmarkt angeht, haben wir selbst bei gr&#246;&#223;tem Bem&#252;hen um die volksnahste und kl&#252;gste Wissenschaftsberichterstattung keinen ausreichend langen Hebel in der Hand, um das Schicksal zu wenden. Wir k&#246;nnen nicht &#246;ffentlich-rechtlich werden, auch wenn J&#252;rgen Habermas so etwas nahegelegt haben mag... Und vielleicht deshalb ist Manfred Bissinger heute der begeistertste Corporate Publisher im Lande.

Ich habe nun keinerlei Zweifel daran, dass, wenn Wissenschaft in einen breiten Diskurs projiziert werden soll, ein Bezug zur Lebenswirklichkeit hergestellt werden muss. Das ist unbestreitbar, zuallererst schon einmal deswegen, weil es unanst&#228;ndig w&#228;re, sich vom Leser daf&#252;r bezahlen zu lassen, dass man &#252;ber ihn hinwegschwadroniert. Und kann ja sein, dass das mancherorts liebgewonnener Usus ist. Aber nat&#252;rlich hat auch dies sein Spiegelbild - denn genauso abgenuckelt wie &quot;Kongress der Woche&quot; ist das volkst&#252;mliche Motiv &quot;Ein Problem, das uns alle angeht&quot; oder &quot;jeder ist mitverantwortlich f&#252;r&quot; oder &quot;was Sie tun k&#246;nnen, um&quot;; viele Kollegen haben zu dieser, und nicht zu der staubtrockenen Seite hin, den schmalen Pfad des rationalen Diskurses verlassen, um sich der Church of Climatology, Inc., anzuschlie&#223;en. Dabei &#252;bertreffen sie sich im Unisono, und die Reflexion dar&#252;ber, was es eigentlich f&#252;r die Fundamentalia eines wissenschaftlichen Diskurses bedeutet, wenn als dessen hervorstechendstes Qualit&#228;tsmerkmal herausgestellt wird, dass sich &quot;mehr als 2000 der besten Fachwissenschaftler einig&quot; seien, mag man sich denken. &quot;Wahrheit ist Mehrheitsentscheidung&quot; sollte jedenfalls nicht der Ausfluss der gesellschaftlichen Verantwortung des Forschers sein...

Schlie&#223;lich und endlich ist es doch so: Wenn wir hier in der elektronischen Welt ein Gesch&#228;ftsmodell h&#228;tten, dass es Dir erlaubt, nach den bew&#228;hrten Regeln der Kunst in die Tiefe zu recherchieren, deine Erkenntnisse auszuf&#252;hren, sie zu diskutieren und dabei noch die Tragkraft und das Qualit&#228;tsversprechen einer etablierten Medienmarke zu transferieren, kann es nicht der entscheidende Punkt sein, ob wir das auf Papier drucken oder nicht; und wenn es in relevanter, belastbarer und mit dem Ethos der Wissenschaftlichkeit vereinbarer Form &#214;ffentlichkeit findet, ist es mir auch eher gleich, ob Feuilleton oder Wissenschaft dar&#252;ber steht.

c</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@petra:</p>
<p>Nun, das f&#252;r mich entscheidende Problem ist, zu welcher Schlu&#223;folgerung Du uns f&#252;hren m&#246;chtest und auf welchem Wege; Lee Hotz hat konstatiert, dass die amerikanischen Print-Medien – deren Niedergang derzeit eine hierzulande noch nicht zu erkennende Rasanz zeigt – ihre Wissenschaftsressorts wegsparen. Das sei ein kultureller Verlust, denn er bewirke das Aussterben der unabh&#228;ngigen Wissenschaftsberichterstattung. Ist das f&#252;r uns relevant?</p>
<p>Wenn ich Dein n&#228;chstes Argument beim Wort nehme, nicht. Denn Dir zufolge existiert etwas Vergleichbares bei uns nicht, stattdessen aber eine &#8220;Bleiw&#252;ste aus Kongressberichterstattung und Verlautbarungen.&#8221; Wenn das zutrifft, gibt es nichts, dessen Aussterben wir f&#252;rchten m&#252;ssen; allerdings kann das so auch wieder nicht stimmen, denn w&#228;re es so, h&#228;tte sich niemand erregen m&#252;ssen, als Hans Sch&#246;ler im vergangenen Jahr die Kongressberichterstattung verbieten wollte, was daf&#252;r spricht, dass sie manchmal einen Sinn zu haben scheint.</p>
<p>Auf jeden Fall halten wir for the sake of the argument einmal fest, dass die deutschen Wissenschaftsjournalisten nichts vergleichbar Sch&#252;tzenswertes herstellen wie ihre amerikanischen Kollegen.</p>
<p>Wenn das Bewahrenswerte jedoch in ausreichendem Ma&#223;e von Feuilletonkollegen hergestellt wird, wie Du in Deiner Replik anhand der FAZ nochmal unterstreichst (der viele Medien gefolgt seien), dann gibt es ja offensichtlich empf&#228;ngerseitig  kein ernsthaftes Problem: Der Leser findet die einschl&#228;gige Debatte in seinem Blatt, nur ist sie wom&#246;glich irref&#252;hrend rubriziert. Wenn die Feuilletonisten das besser k&#246;nnen, dann ist das in Ordnung.</p>
<p>Dass die SZ ihr &#8220;Wissen&#8221; u.U. zur Disposition stellt, macht ungl&#252;cklich, ist aber bei Betrachtung des Marktgeschehens nicht verwunderlich – im weiteren Segment gibt es viel, von P.M. bis zur GEO-Familie, was das Leben schon von vornherein schwer macht. Und im engeren Segment gibt es ZEIT Wissen, und es f&#228;llt nicht schwer zu raten, ob die Zielgruppen nicht wom&#246;glich ziemlich &#228;hnlich sind. Die wiederum haben in der eigenen Familie &#8220;Gehirn und Geist&#8221;, d&#252;rfen sich auch noch gegenseitig mit Eigenanzeigen bewerben und so den Markt noch weiter zersplittern etc. Das Problem, das hier entsteht, ist weniger mangelndes Interesse sondern eine zu niedrige Markteintrittsschwelle (per Pressegrosso), die verhindert, dass einer der Wettbewerber kritische Masse und Marktdurchdringung erreicht. Das sehe ich nicht als kulturellen Notstand, sondern als Marktordnungsproblem an.</p>
<p>Da es also – neben der wom&#246;glich besseren Durchdringung der Metaebene von Wissenschaft durch unsere Feuilletonkollegen – ein ganzes B&#252;ndel von Problemen gibt, vor denen sich unsere hoch gesch&#228;tzten Werkmittler (die Verleger) sehen, weil sie ineffiziente Gesch&#228;ftsmodelle als Signum der Meinungsvielfalt verkl&#228;rt und sich in eine in vielen Segmenten nie mehr zu korrigierende Abh&#228;ngigkeit von Anzeigenerl&#246;sen begeben haben (etwa durch Copypreis-K&#228;mpfe), wird nun auf breiter Front geschrumpft. Sicherlich bei den Wochenmedien, da wissen wir beide, wovon wir reden, haben wir doch freudig an einem sch&#246;nen Wochenmedium mitgearbeitet, das nie Geld verdient und in guten Wochen 22.000 Exemplare durch den Kiosk geschleust hat&#8230; Was diesen Teilmarkt angeht, haben wir selbst bei gr&#246;&#223;tem Bem&#252;hen um die volksnahste und kl&#252;gste Wissenschaftsberichterstattung keinen ausreichend langen Hebel in der Hand, um das Schicksal zu wenden. Wir k&#246;nnen nicht &#246;ffentlich-rechtlich werden, auch wenn J&#252;rgen Habermas so etwas nahegelegt haben mag&#8230; Und vielleicht deshalb ist Manfred Bissinger heute der begeistertste Corporate Publisher im Lande.</p>
<p>Ich habe nun keinerlei Zweifel daran, dass, wenn Wissenschaft in einen breiten Diskurs projiziert werden soll, ein Bezug zur Lebenswirklichkeit hergestellt werden muss. Das ist unbestreitbar, zuallererst schon einmal deswegen, weil es unanst&#228;ndig w&#228;re, sich vom Leser daf&#252;r bezahlen zu lassen, dass man &#252;ber ihn hinwegschwadroniert. Und kann ja sein, dass das mancherorts liebgewonnener Usus ist. Aber nat&#252;rlich hat auch dies sein Spiegelbild &#8211; denn genauso abgenuckelt wie &#8220;Kongress der Woche&#8221; ist das volkst&#252;mliche Motiv &#8220;Ein Problem, das uns alle angeht&#8221; oder &#8220;jeder ist mitverantwortlich f&#252;r&#8221; oder &#8220;was Sie tun k&#246;nnen, um&#8221;; viele Kollegen haben zu dieser, und nicht zu der staubtrockenen Seite hin, den schmalen Pfad des rationalen Diskurses verlassen, um sich der Church of Climatology, Inc., anzuschlie&#223;en. Dabei &#252;bertreffen sie sich im Unisono, und die Reflexion dar&#252;ber, was es eigentlich f&#252;r die Fundamentalia eines wissenschaftlichen Diskurses bedeutet, wenn als dessen hervorstechendstes Qualit&#228;tsmerkmal herausgestellt wird, dass sich &#8220;mehr als 2000 der besten Fachwissenschaftler einig&#8221; seien, mag man sich denken. &#8220;Wahrheit ist Mehrheitsentscheidung&#8221; sollte jedenfalls nicht der Ausfluss der gesellschaftlichen Verantwortung des Forschers sein&#8230;</p>
<p>Schlie&#223;lich und endlich ist es doch so: Wenn wir hier in der elektronischen Welt ein Gesch&#228;ftsmodell h&#228;tten, dass es Dir erlaubt, nach den bew&#228;hrten Regeln der Kunst in die Tiefe zu recherchieren, deine Erkenntnisse auszuf&#252;hren, sie zu diskutieren und dabei noch die Tragkraft und das Qualit&#228;tsversprechen einer etablierten Medienmarke zu transferieren, kann es nicht der entscheidende Punkt sein, ob wir das auf Papier drucken oder nicht; und wenn es in relevanter, belastbarer und mit dem Ethos der Wissenschaftlichkeit vereinbarer Form &#214;ffentlichkeit findet, ist es mir auch eher gleich, ob Feuilleton oder Wissenschaft dar&#252;ber steht.</p>
<p>c</p>
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		<title>Von: petra thorbrietz</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1798</link>
		<dc:creator>petra thorbrietz</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2009 17:46:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1798</guid>
		<description>@christoph: Du hast recht: Deutungshoheit ist ein bl&#246;des Wort. Aber ich denke schon, dass diejenigen Wissenschaftler, die mit Deinen und meinen Steuergeldern forschen, die Pflicht und Aufgabe haben, sich &#252;ber die gesellschaftlichen Auswirkungen Gedanken zu machen und ihren Horizont zum Beispiel in der Medizin weiter als die Studienlage spannen. Sonst w&#228;rst Du doch auch kein Journalist geworden... Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet nat&#252;rlich nicht (nur), an Tagungen der Evangelischen Akademie teilzunehmen. Das ist Zynismus, der mir in seiner Vehemenz unverst&#228;ndlich ist. 

Mit Wissenschaftsjournalismus meinte ich die Auseinandersetzung mit Wissenschaft, in dem klassischen Ressort oder ressort&#252;bergreifend. Der hohe Grad an Spezialisierung ben&#246;tigt Instrumente der Integration. Und ein wichtiges davon ist der Journalismus. Dein Medium ist doch ein Positivbeispiel. Viele andere sind es nicht. Auch deshalb ergreifen Wissenschaftler zumindest in den angloamerikanischen L&#228;ndern die Initiative, sich selbst zu dolmetschen. 
Das SZ-Magazin WISSEN ist ambitioniert, in Ziel und Praxis.
Ja, es ist gut, wenn Praktiker selbst bloggen.
Es gibt jede Menge spannender Debatten, die Einfluss auf die gesellschaftlichen Folgen von Wissenschaft hatten. Nimm die Gentechnik, die Auseinandersetzung um die Sterbehilfe, wo Ihr selbst sehr eindeutig Position bezogen habt, die Stammzellen, die Bildungsforschung usw. 
Dass die Feuilletons meiner Meinung nach mehr zur Auseinandersetzung mit Wissenschaft beitragen als die Wissenschaftsseiten wird durch die geringen Leserquoten nicht widerlegt. Schlie&#223;lich sind der FAZ damals viele Medien gefolgt, als es zum Beispiel um die Digitalisierung, die Entschl&#252;sselung der Gensubstanz oder Craig Venters Einfluss auf die Wissenschaft ging. Die Summe der Rezipienten war deshalb weit h&#246;her. Oder habt Ihr beim &quot;stern&quot; konsequent dran vorbeigelesen?
Und ja, ich stimme Dir zu: es ist wichtig, einen kritisch-empirischen Ansatz in ALLE Ressorts zu tragen. Es geht um Kontext, und ich wei&#223; selbst noch nicht genau, wie man den im Web herstellen kann. Aber ich sehe - und darum ging es in der nature-Studie, immer weniger M&#246;glichkeiten im Print.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@christoph: Du hast recht: Deutungshoheit ist ein bl&#246;des Wort. Aber ich denke schon, dass diejenigen Wissenschaftler, die mit Deinen und meinen Steuergeldern forschen, die Pflicht und Aufgabe haben, sich &#252;ber die gesellschaftlichen Auswirkungen Gedanken zu machen und ihren Horizont zum Beispiel in der Medizin weiter als die Studienlage spannen. Sonst w&#228;rst Du doch auch kein Journalist geworden&#8230; Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet nat&#252;rlich nicht (nur), an Tagungen der Evangelischen Akademie teilzunehmen. Das ist Zynismus, der mir in seiner Vehemenz unverst&#228;ndlich ist. </p>
<p>Mit Wissenschaftsjournalismus meinte ich die Auseinandersetzung mit Wissenschaft, in dem klassischen Ressort oder ressort&#252;bergreifend. Der hohe Grad an Spezialisierung ben&#246;tigt Instrumente der Integration. Und ein wichtiges davon ist der Journalismus. Dein Medium ist doch ein Positivbeispiel. Viele andere sind es nicht. Auch deshalb ergreifen Wissenschaftler zumindest in den angloamerikanischen L&#228;ndern die Initiative, sich selbst zu dolmetschen.<br />
Das SZ-Magazin WISSEN ist ambitioniert, in Ziel und Praxis.<br />
Ja, es ist gut, wenn Praktiker selbst bloggen.<br />
Es gibt jede Menge spannender Debatten, die Einfluss auf die gesellschaftlichen Folgen von Wissenschaft hatten. Nimm die Gentechnik, die Auseinandersetzung um die Sterbehilfe, wo Ihr selbst sehr eindeutig Position bezogen habt, die Stammzellen, die Bildungsforschung usw.<br />
Dass die Feuilletons meiner Meinung nach mehr zur Auseinandersetzung mit Wissenschaft beitragen als die Wissenschaftsseiten wird durch die geringen Leserquoten nicht widerlegt. Schlie&#223;lich sind der FAZ damals viele Medien gefolgt, als es zum Beispiel um die Digitalisierung, die Entschl&#252;sselung der Gensubstanz oder Craig Venters Einfluss auf die Wissenschaft ging. Die Summe der Rezipienten war deshalb weit h&#246;her. Oder habt Ihr beim &#8220;stern&#8221; konsequent dran vorbeigelesen?<br />
Und ja, ich stimme Dir zu: es ist wichtig, einen kritisch-empirischen Ansatz in ALLE Ressorts zu tragen. Es geht um Kontext, und ich wei&#223; selbst noch nicht genau, wie man den im Web herstellen kann. Aber ich sehe &#8211; und darum ging es in der nature-Studie, immer weniger M&#246;glichkeiten im Print.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: antiferengi</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1775</link>
		<dc:creator>antiferengi</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 16:03:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1775</guid>
		<description>@Cristoph Koch
Donnerwetter, - Respekt.
Endlich mal jemand der eindeutige und nachvollziehbare Fragen stellt.
Und tats&#228;chlich die Perfidit&#228;t des Wortes Deutungshoheit endlich mal benennt.
Hut ab, - keine Worte mehr.
Der wissenschaftliche Denkstil allerdings war einmal eine wertvolle Errungenschaft, welche wir leider heutzutage getrost beerdigen k&#246;nnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Cristoph Koch<br />
Donnerwetter, &#8211; Respekt.<br />
Endlich mal jemand der eindeutige und nachvollziehbare Fragen stellt.<br />
Und tats&#228;chlich die Perfidit&#228;t des Wortes Deutungshoheit endlich mal benennt.<br />
Hut ab, &#8211; keine Worte mehr.<br />
Der wissenschaftliche Denkstil allerdings war einmal eine wertvolle Errungenschaft, welche wir leider heutzutage getrost beerdigen k&#246;nnen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christoph Koch</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1774</link>
		<dc:creator>Christoph Koch</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 14:55:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1774</guid>
		<description>Seit Wochenfrist nur versuche ich, mich diesem Text im Geiste eines sinnentnehmenden Lesens zu n&#228;hern. Nur, um wieder und wieder zu scheitern. Denn um was geht es hier? Meint &quot;der Wissenschaftsjournalismus&quot; im Sinne dieses Textes die Struktur, also die bestehenden Ressorts, oder ist es eine Methode? Ist das &quot;ambitionierte WISSEN-Magazin&quot; der SZ lediglich ambitioniert oder ein Schritt in Richtung Wunscherf&#252;llung?

Und bezahle ich mit reichlich Steuergeld Wissenschaftler daf&#252;r, dass sie flei&#223;ig forschen oder daf&#252;r, dass sie &quot;gesellschaftliche Verantwortung&quot; &#252;bernehmen; und hie&#223;e das, dass sie besser beraten w&#228;ren, evangelische Akademien zu bereisen als ihre Labors auszulasten?

Ist es jetzt gut oder schlecht, wenn die Praktiker selbst bloggen? Und was genau ist eine &quot;spannende Debatte &#252;ber die gesellschaftlichen Auswirkungen von Wissenschaft&quot;? Haben &quot;spannende Debatten&quot; bislang tats&#228;chlich Einfluss auf die gesellschaftlichen Folgen von Wissenschaft gehabt? Und warum haben Feuilletons, wenn sie doch so spannend sind (und implizit also die Menschen besser dort abholen als die &quot;Bleiw&#252;sten&quot; der Kongressberichterstatter) dann Lesequoten von drei Prozent?

Und was, in Gottes Namen, soll ich denn  mit Deutungshoheit anfangen? Wozu brauche ich Deutungshoheit? Geht es nicht vielmehr darum zu vermitteln, dass der wissenschaftliche Denkstil eine Errungenschaft ist, die allen Ressorts angelegen sein sollte und eine empirische Fundierung across the board qualit&#228;tskritisch ist?

Wozu brauchen wir letztendlich eine diskrete Substruktur namens &quot;Wissenschaftsjournalismus&quot;, noch dazu mit &quot;Deutungshoheit&quot;? Wenn wir als einschl&#228;gig Vorgebildete es nicht bewirken, einen empirisch-kritischen Ansatz in alle Ressorts zu tragen, wird das zu wenig f&#252;hren - denn drei Seiten weiter werden die Wirtschaftsressorts fortfahren, &quot;Innovation&quot;, &quot;Zukunftstechnologie&quot; et al. als Werte an sich zu preisen. Und mithin haben wir eine Methode zu verbreiten; doch eine Sonderwelt namens &quot;Wissenschaftsjournalismus&quot; mit Eigengesetzlichkeiten zu perpetuieren, so als ob ausschlie&#223;lich in unserern Kreisen 1+1=2 w&#228;re, hilft uns doch nicht weiter. Selbst dann nicht, wenn wir &quot;die Menschen&quot; bei &quot;ihren Fragen&quot; abholen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Wochenfrist nur versuche ich, mich diesem Text im Geiste eines sinnentnehmenden Lesens zu n&#228;hern. Nur, um wieder und wieder zu scheitern. Denn um was geht es hier? Meint &#8220;der Wissenschaftsjournalismus&#8221; im Sinne dieses Textes die Struktur, also die bestehenden Ressorts, oder ist es eine Methode? Ist das &#8220;ambitionierte WISSEN-Magazin&#8221; der SZ lediglich ambitioniert oder ein Schritt in Richtung Wunscherf&#252;llung?</p>
<p>Und bezahle ich mit reichlich Steuergeld Wissenschaftler daf&#252;r, dass sie flei&#223;ig forschen oder daf&#252;r, dass sie &#8220;gesellschaftliche Verantwortung&#8221; &#252;bernehmen; und hie&#223;e das, dass sie besser beraten w&#228;ren, evangelische Akademien zu bereisen als ihre Labors auszulasten?</p>
<p>Ist es jetzt gut oder schlecht, wenn die Praktiker selbst bloggen? Und was genau ist eine &#8220;spannende Debatte &#252;ber die gesellschaftlichen Auswirkungen von Wissenschaft&#8221;? Haben &#8220;spannende Debatten&#8221; bislang tats&#228;chlich Einfluss auf die gesellschaftlichen Folgen von Wissenschaft gehabt? Und warum haben Feuilletons, wenn sie doch so spannend sind (und implizit also die Menschen besser dort abholen als die &#8220;Bleiw&#252;sten&#8221; der Kongressberichterstatter) dann Lesequoten von drei Prozent?</p>
<p>Und was, in Gottes Namen, soll ich denn  mit Deutungshoheit anfangen? Wozu brauche ich Deutungshoheit? Geht es nicht vielmehr darum zu vermitteln, dass der wissenschaftliche Denkstil eine Errungenschaft ist, die allen Ressorts angelegen sein sollte und eine empirische Fundierung across the board qualit&#228;tskritisch ist?</p>
<p>Wozu brauchen wir letztendlich eine diskrete Substruktur namens &#8220;Wissenschaftsjournalismus&#8221;, noch dazu mit &#8220;Deutungshoheit&#8221;? Wenn wir als einschl&#228;gig Vorgebildete es nicht bewirken, einen empirisch-kritischen Ansatz in alle Ressorts zu tragen, wird das zu wenig f&#252;hren &#8211; denn drei Seiten weiter werden die Wirtschaftsressorts fortfahren, &#8220;Innovation&#8221;, &#8220;Zukunftstechnologie&#8221; et al. als Werte an sich zu preisen. Und mithin haben wir eine Methode zu verbreiten; doch eine Sonderwelt namens &#8220;Wissenschaftsjournalismus&#8221; mit Eigengesetzlichkeiten zu perpetuieren, so als ob ausschlie&#223;lich in unserern Kreisen 1+1=2 w&#228;re, hilft uns doch nicht weiter. Selbst dann nicht, wenn wir &#8220;die Menschen&#8221; bei &#8220;ihren Fragen&#8221; abholen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: antiferengi</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1767</link>
		<dc:creator>antiferengi</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 08:54:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1767</guid>
		<description>Entschuldigung, dies ist kein direkter Kommentar zum Blog aber @thorbrietz und Wolfgang Michal.
Der Club of Rome hat vor 20 Jahren auch eindrucksvoll bewiesen wie man mit Hilfe der Wissenschaft, - aber unter der Pr&#228;misse:
-Der Mensch k&#246;nne heute nicht mehr lernen, indem er Gesehenes verarbeite und weiterzuentwickeln versuche.-
eine ganze Gesellschaft in Katastrophenstimmung versetzen kann.
Und das ganz nur mittels relativistischen Umdeutungen von simplen Begriffen wie Wahrheit und Beweis.Heute findet man die Leute im Umfeld des IPCC wieder.
Deshalb, - nicht die M&#246;glichkeite sind verloren gegangen, oder m&#252;ssen neu erfunden werden, - es ist einfach kein Vertrauen mehr vorhanden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Entschuldigung, dies ist kein direkter Kommentar zum Blog aber @thorbrietz und Wolfgang Michal.<br />
Der Club of Rome hat vor 20 Jahren auch eindrucksvoll bewiesen wie man mit Hilfe der Wissenschaft, &#8211; aber unter der Pr&#228;misse:<br />
-Der Mensch k&#246;nne heute nicht mehr lernen, indem er Gesehenes verarbeite und weiterzuentwickeln versuche.-<br />
eine ganze Gesellschaft in Katastrophenstimmung versetzen kann.<br />
Und das ganz nur mittels relativistischen Umdeutungen von simplen Begriffen wie Wahrheit und Beweis.Heute findet man die Leute im Umfeld des IPCC wieder.<br />
Deshalb, &#8211; nicht die M&#246;glichkeite sind verloren gegangen, oder m&#252;ssen neu erfunden werden, &#8211; es ist einfach kein Vertrauen mehr vorhanden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: petra thorbrietz</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1757</link>
		<dc:creator>petra thorbrietz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 16:39:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1757</guid>
		<description>@ volker: Danke f&#252;r den Hinweis auf die Science Journalism Reviewer! Hier eine Kostprobe: http://ksjtracker.mit.edu/! @ Und Gerda: Jawohl, die Unternehmen! :-) P</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ volker: Danke f&#252;r den Hinweis auf die Science Journalism Reviewer! Hier eine Kostprobe: <a href="http://ksjtracker.mit.edu/" rel="nofollow">http://ksjtracker.mit.edu/</a>! @ Und Gerda: Jawohl, die Unternehmen! :-) P</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: gerda v. radetzky</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1749</link>
		<dc:creator>gerda v. radetzky</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 08:15:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1749</guid>
		<description>Petra: Gratulation zum neuen Blog.
Zu &quot;hierzulande&quot; - die Journalisten der TELI http://www.teli.de/ diskutieren das Thema seit einer Weile - allerdings intern. 
Auf der anderen Seite des Ozeans sieht&#039;s auch nicht besser aus: 
http://network.nature.com/hubs/nyc/blog/2009/03/31/the-evolution-of-science-journalism

Und wie steht&#039;s mit dem Interesse der Jugendlichen? Twittern die nur noch wie die Frauen zu ihren Katzen? Weit gefehlt: die Auswertung der Logfiles einer am 2. Januar 2009 online gestellten Website ( http://www.rotary-muenchen.org ), die Sch&#252;lern in M&#252;nchen Informationen zu Berufen anbietet, zeigt, dass beispielsweise Praktika in &quot;Chemie&quot;, &quot;Biochemie&quot;, &quot;Mathematik&quot; oder &quot;Physik&quot; sehr gesucht sind. Es liegt vermutlich an allen - Unternehmern, Professoren und Journalisten - die &quot;Wissenschaft&quot; so darzustellen, wie sie ist: &#228;u&#223;erst spannend etc etc</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Petra: Gratulation zum neuen Blog.<br />
Zu &#8220;hierzulande&#8221; &#8211; die Journalisten der TELI <a href="http://www.teli.de/" rel="nofollow">http://www.teli.de/</a> diskutieren das Thema seit einer Weile &#8211; allerdings intern.<br />
Auf der anderen Seite des Ozeans sieht&#8217;s auch nicht besser aus:<br />
<a href="http://network.nature.com/hubs/nyc/blog/2009/03/31/the-evolution-of-science-journalism" rel="nofollow">http://network.nature.com/hubs/nyc/blog/2009/03/31/the-evolution-of-science-journalism</a></p>
<p>Und wie steht&#8217;s mit dem Interesse der Jugendlichen? Twittern die nur noch wie die Frauen zu ihren Katzen? Weit gefehlt: die Auswertung der Logfiles einer am 2. Januar 2009 online gestellten Website ( <a href="http://www.rotary-muenchen.org" rel="nofollow">http://www.rotary-muenchen.org</a> ), die Sch&#252;lern in M&#252;nchen Informationen zu Berufen anbietet, zeigt, dass beispielsweise Praktika in &#8220;Chemie&#8221;, &#8220;Biochemie&#8221;, &#8220;Mathematik&#8221; oder &#8220;Physik&#8221; sehr gesucht sind. Es liegt vermutlich an allen &#8211; Unternehmern, Professoren und Journalisten &#8211; die &#8220;Wissenschaft&#8221; so darzustellen, wie sie ist: &#228;u&#223;erst spannend etc etc</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Volker Stollorz</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1742</link>
		<dc:creator>Volker Stollorz</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 17:39:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1742</guid>
		<description>interessanter Denkanstoss. Ich vermute, dass eine von der Wissenschaft strukturell unabh&#228;ngige Beobachtung der Wissenschaft als soziales System f&#252;r die &#214;ffentlichkeit immer wichtiger wird. Warum? Einfach weil wir eine Einwanderungsgesellschaft f&#252;r Neues Wissen geworden sind. Und die Menschen sp&#252;ren das. Das Interesse an Wissenschaftsthemen schrumpft nicht, sondern w&#228;chst, dass zeigen immer mehr Leseranalysen zumindest f&#252;r den Bereich Print. Gefragt ist Orientierungswissen &#252;ber Wissen, &#252;ber Expertise, ihren Gebrauch und Missbrauch. Die Menschen wollen wissen, wem sie noch vertrauen k&#246;nnen. Und Journalisten k&#246;nnten zu Vertrauensvermittlern werden, die signalisieren, wann Vertrauen und wann Misstrauen die richtige Haltung sind. Das geht nur durch Recherche. Und die kostet.

Wissenschaftsjournalisten sollten die Wahrheit suchende Geschichtenerz&#228;hler bleiben, die vor allem im Interesse der &#214;ffentlichkeit  agieren, immer an der brodelnden Front dessen, was Wissen in der Gesellschaft anrichtet. Wissenschaftler - auch bloggende - k&#246;nnen hier helfen, ein Ersatz f&#252;r professionellen Wissenschaftsjournalismus sind sie nur begrenzt.

Die derzeitige Krise des WJ hat vor allem strukturelle Gr&#252;nde. Wir haben es in der Boom-Phase vers&#228;umt, uns unverzichtbar zu machen wie andere Ressorts. Die Popularit&#228;t von Wissenschaftsthemen haben Chefredakteure leider noch nicht erkannt. Wer aber einmal die &quot;Reader Scan&quot;-Daten von Zeitungen studiert hat kann sehen, dass Themen aus der Wissenschaft popul&#228;rer denn je sind und die Lesedauer und Lesequote einer Zeitung erh&#246;hen k&#246;nnen. Nat&#252;rlich nur dann, wenn Wissenschaftsthemen vom Leser und seinen Fragen her aufbereitet werden. Die Zeitung der Zukunft wird mehr Wissen &#252;ber die Wissenschaft verbreiten (m&#252;ssen), einfach weil der Leser diese Orientierung sucht und vermehrt suchen wird.

Wenn der Wissenschaftsjournalismus in Deutschland etwas &#252;ber die angeblich mangelnde Wirksamkeit der HPV-Impfung gegen Geb&#228;rmutterhalskrebs schreibt, dann ist sein Problem nicht das Desinteresse der LeserInnen an diesem Thema. Sondern das Abschreiben halbgarer Thesen so genannter Gesundheitswissenschaftler, die den Nutzen einer Impfung bestreiten, ohne das zun&#228;chst einmal gekl&#228;rt w&#228;re, &#252;ber welche Art der Expertise sie eigentlich in dieser komplexen Sache verf&#252;gen. Wer wirre Manifeste und Ger&#252;chte als Wissenschaftsjournalist einfach weitererz&#228;hlt, der stiftet nur Verwirrung. Ich finde, der Journalismus muss vor allem erst einmal (wieder) lernen, in Journalismus als Kraft zu vertrauen. Das scheint mir der Weg aus der Krise und hier kann das Web 2.0. mit seinen Ans&#228;tzen zu einer &quot;Peer Review within Science Journalism&quot;  Anst&#246;sse geben zu k&#246;nnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>interessanter Denkanstoss. Ich vermute, dass eine von der Wissenschaft strukturell unabh&#228;ngige Beobachtung der Wissenschaft als soziales System f&#252;r die &#214;ffentlichkeit immer wichtiger wird. Warum? Einfach weil wir eine Einwanderungsgesellschaft f&#252;r Neues Wissen geworden sind. Und die Menschen sp&#252;ren das. Das Interesse an Wissenschaftsthemen schrumpft nicht, sondern w&#228;chst, dass zeigen immer mehr Leseranalysen zumindest f&#252;r den Bereich Print. Gefragt ist Orientierungswissen &#252;ber Wissen, &#252;ber Expertise, ihren Gebrauch und Missbrauch. Die Menschen wollen wissen, wem sie noch vertrauen k&#246;nnen. Und Journalisten k&#246;nnten zu Vertrauensvermittlern werden, die signalisieren, wann Vertrauen und wann Misstrauen die richtige Haltung sind. Das geht nur durch Recherche. Und die kostet.</p>
<p>Wissenschaftsjournalisten sollten die Wahrheit suchende Geschichtenerz&#228;hler bleiben, die vor allem im Interesse der &#214;ffentlichkeit  agieren, immer an der brodelnden Front dessen, was Wissen in der Gesellschaft anrichtet. Wissenschaftler &#8211; auch bloggende &#8211; k&#246;nnen hier helfen, ein Ersatz f&#252;r professionellen Wissenschaftsjournalismus sind sie nur begrenzt.</p>
<p>Die derzeitige Krise des WJ hat vor allem strukturelle Gr&#252;nde. Wir haben es in der Boom-Phase vers&#228;umt, uns unverzichtbar zu machen wie andere Ressorts. Die Popularit&#228;t von Wissenschaftsthemen haben Chefredakteure leider noch nicht erkannt. Wer aber einmal die &#8220;Reader Scan&#8221;-Daten von Zeitungen studiert hat kann sehen, dass Themen aus der Wissenschaft popul&#228;rer denn je sind und die Lesedauer und Lesequote einer Zeitung erh&#246;hen k&#246;nnen. Nat&#252;rlich nur dann, wenn Wissenschaftsthemen vom Leser und seinen Fragen her aufbereitet werden. Die Zeitung der Zukunft wird mehr Wissen &#252;ber die Wissenschaft verbreiten (m&#252;ssen), einfach weil der Leser diese Orientierung sucht und vermehrt suchen wird.</p>
<p>Wenn der Wissenschaftsjournalismus in Deutschland etwas &#252;ber die angeblich mangelnde Wirksamkeit der HPV-Impfung gegen Geb&#228;rmutterhalskrebs schreibt, dann ist sein Problem nicht das Desinteresse der LeserInnen an diesem Thema. Sondern das Abschreiben halbgarer Thesen so genannter Gesundheitswissenschaftler, die den Nutzen einer Impfung bestreiten, ohne das zun&#228;chst einmal gekl&#228;rt w&#228;re, &#252;ber welche Art der Expertise sie eigentlich in dieser komplexen Sache verf&#252;gen. Wer wirre Manifeste und Ger&#252;chte als Wissenschaftsjournalist einfach weitererz&#228;hlt, der stiftet nur Verwirrung. Ich finde, der Journalismus muss vor allem erst einmal (wieder) lernen, in Journalismus als Kraft zu vertrauen. Das scheint mir der Weg aus der Krise und hier kann das Web 2.0. mit seinen Ans&#228;tzen zu einer &#8220;Peer Review within Science Journalism&#8221;  Anst&#246;sse geben zu k&#246;nnen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christoph Butscher</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1738</link>
		<dc:creator>Christoph Butscher</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 15:01:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1738</guid>
		<description>Passend zu dem Thema hier der Link auf einen Zeit-Artikel &#252;ber die Open-Access-Bewegung und deren Gegner: http://www.zeit.de/2009/16/C-digitales-Publizieren?page=1</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zu dem Thema hier der Link auf einen Zeit-Artikel &#252;ber die Open-Access-Bewegung und deren Gegner: <a href="http://www.zeit.de/2009/16/C-digitales-Publizieren?page=1" rel="nofollow">http://www.zeit.de/2009/16/C-digitales-Publizieren?page=1</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: petra thorbrietz</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1719</link>
		<dc:creator>petra thorbrietz</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 17:53:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1719</guid>
		<description>@Martin: Vielleicht bloggen? Oder zumindest hier blo&#223;stellen? (den Glauben der Redakteurin) :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Martin: Vielleicht bloggen? Oder zumindest hier blo&#223;stellen? (den Glauben der Redakteurin) :-)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin Eckert</title>
		<link>http://carta.info/7421/wissenschaftsjournalismus/comment-page-1/#comment-1714</link>
		<dc:creator>Martin Eckert</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 10:22:58 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=7421#comment-1714</guid>
		<description>Versuchen Sie doch einmal in Deutschland &quot;unbequeme&quot; Forschungergebisse, vor allem solche, die dem &quot;politischen Willen&quot; entgenstehen in einem allgemein zug&#228;nglichen, durch Werbung finanzierten Medium &quot;unterzubringen&quot;. Sie werden es nicht schaffen. Selbst &quot;kritische&quot; Redaktionen sind oft noch viel zu obrigkeitsh&#246;rig (und abh&#228;ngig von den &quot;Insider-Informationen&quot; geneigter Hinterb&#228;nkler- Abgeordneter&quot;), als dass Sie solche Beitr&#228;ge ver&#246;ffentlichen w&#252;rden. Ich habe es gerade Anfang diesen Jahres wieder einmal erfolglos probiert. Der Glaube der Wissenschaftredakteurin an die ministerialen Verlautbarungen &#252;ber offizielle Forschungsaktivit&#228;ten war unersch&#252;tterlich. Schade.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Versuchen Sie doch einmal in Deutschland &#8220;unbequeme&#8221; Forschungergebisse, vor allem solche, die dem &#8220;politischen Willen&#8221; entgenstehen in einem allgemein zug&#228;nglichen, durch Werbung finanzierten Medium &#8220;unterzubringen&#8221;. Sie werden es nicht schaffen. Selbst &#8220;kritische&#8221; Redaktionen sind oft noch viel zu obrigkeitsh&#246;rig (und abh&#228;ngig von den &#8220;Insider-Informationen&#8221; geneigter Hinterb&#228;nkler- Abgeordneter&#8221;), als dass Sie solche Beitr&#228;ge ver&#246;ffentlichen w&#252;rden. Ich habe es gerade Anfang diesen Jahres wieder einmal erfolglos probiert. Der Glaube der Wissenschaftredakteurin an die ministerialen Verlautbarungen &#252;ber offizielle Forschungsaktivit&#228;ten war unersch&#252;tterlich. Schade.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
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