Peter Glaser | 1 Kommentar(e)
Peter Glaser hat einen sehr lesenswerten Essay über die Internet-Gesellschaft geschrieben, in der er leben möchte. Eben auf der Republica vorgetragen und hier ist der Link.
02.04.2009 |
Hier zwei Ausschnitte aus Peter Glasers Essay:
Die eigentliche Macht der Vernetzung liegt in der informatischen Kraft, die sie jedem von uns an die Hand gibt. Journalisten brauchen nichts von ihrer Expertise aufzugeben, aber sie müssen mehr und wesentlich offensiver ihre Ansprüche mit den Nutzern und neuen Mitgestaltern ihrer Arbeit teilen. Es wird weiterhin erstklassige Reporter und Autoren geben, die uns mit klaren Blicken auf die Welt versorgen. Die Zeit, in der Journalismus von einer begrenzten Berufsgruppe ausgeübt wurde, geht jedoch zu Ende. In der Internet-Ära sind wir alle dazu verdammt, Journalisten zu sein.
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Sollte man den wiedererstarkenden Staat nutzen und erst Michael Jackson verstaatlichen, der 100 Millionen Dollar Schulden hat und wenn er pleite geht vielleicht die gesamte verbliebene Musikindustrie mit in den Abgrund reißt – und dann verstaatlichen wir Google? Ein Alptraum. Nein, wir müssen anfangen darüber nachzudenken, wie man die vielen ausgezeichneten, kleinen Alternativen zu Google in einen offenen Verbund bekommen kann und wie man sich richtig Rechenleistung zusammenklauben kann, um mit einer Mischung aus Seti@home und dem Wikipedia-Prinzip eine nicht-börsennotierte Suchmaschinenwolke zu organisieren, die Google vermeidbar macht.
Weiter hier.


> Die eigentliche Macht der Vernetzung liegt in der informatischen Kraft,
was bitte soll denn eine informatische Kraft sein? Worterfindungen wie weiland beim Heidegger helfen sicher nicht einen common sense zu finden.
> die sie jedem von uns an die Hand gibt.
Welche Vernetzung ist gemeint? Die Vernetzung von Daten oder die von Menschen?
> Journalisten brauchen nichts von ihrer Expertise aufzugeben, aber sie
> müssen mehr und wesentlich offensiver ihre Ansprüche mit den
> Nutzern und neuen Mitgestaltern ihrer Arbeit teilen.
Werden hier nur so Kochrezepte rausgeschleudert oder auch noch argumentativ umrundet oder gar diskursiv für andere nachvollziehbar dargelegt? Was ist der Sinn solcher Imperative an eine ganze Profession?
> Es wird weiterhin erstklassige Reporter und Autoren geben, die uns mit > klaren Blicken auf die Welt versorgen. Die Zeit, in der Journalismus von > einer begrenzten Berufsgruppe ausgeübt wurde, geht jedoch zu Ende. > In der Internet-Ära sind wir alle dazu verdammt, Journalisten zu sein.
Was wollen uns diese Worte sagen? Wieviel Prozent der Webnutzer schreiben wöchentlich in ihrem/einem Blog? Ich kann mir wohl denken, was in diesem Satz steckt, aber so verkürzt wirkt er reichlich unreflektiert. Es scheint, als habe der Autor eine Kategorienfehler begangen.