Stefan Heidenreich | 1 Kommentar(e)
24.10.2008 |
Dass die Bankenschulden in Island das Neunfache des Bruttosozialprodukts betragen und das Bier dort mittlerweile 80 Cent kostet, hat die Runde gemacht. Ist die Schweiz das nächste Island, fragt der Independent.
The country of 7.5 million people houses SFr3.46trn of bank deposits, almost seven times its gross national product. That is less than Iceland, whose deposits are nine times GDP, but much higher than the UK where deposits are close to double GDP.
Damit nicht genug. Die Kosten, um sich gegen den Ausfall argentinischer und pakistanischer Staatsanleihen zu versichern, steigen auf neue Rekordhöhen.
Ein weiteres Indiz für die wachsenden Zweifel an der Kreditwürdigkeit der Staaten sind die Spreads für Zins-Swaps. Einige haben, was zuvor für technisch unmöglich galt, negatives Terrain erreicht.
This implies investors are somehow reckoning that they are more likely to be paid back by a private counterparty than by the government.
schreibt die Financial Times heute. Mag sein, es tut manchen Staaten nicht sonderlich gut, allzu viel Geld in ein schwarzes Loch mit Namen Bank zu werfen.


Naja, immerhin ist in Fall Schweiz doch vor allem die UBS angeschossen. Da entlädt sich derzeit richtiger Volkszorn – die Schweizer haben mehrere Milliarden SFr von der UBS zu Kantonalbanken verschoben. Die Credit Suisse steht offenbar besser dar. Die Schweiz ist so reich – Deutschland ist da vorher dreimal Pleite. Man sollte nicht dem Versuch erliegen, die vertiefte Kenntnis der Finanzkrise durch besonders ausgeprägten Alarmismus unterstreichen zu wollen. Die Banken werden sich schon berappeln. Das Problem wird hierzulande immer mehr die Konjunkturlage insgesamt.