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	<title>Kommentare zu: Keine Rente f&#252;r Wallraff!</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Von: Links 95 &#171; FreiheIT-Blog</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1468</link>
		<dc:creator>Links 95 &#171; FreiheIT-Blog</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 03:30:23 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Keine Rente f&#252;r Wallraff! (CARTA) [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Keine Rente f&#252;r Wallraff! (CARTA) [...]</p>
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		<title>Von: Woanders gelesen und gleich kommentiert &#124; 20. 03. 2009 » Von Horst Schulte » Beitrag » QuerBlog</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1378</link>
		<dc:creator>Woanders gelesen und gleich kommentiert &#124; 20. 03. 2009 » Von Horst Schulte » Beitrag » QuerBlog</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 09:15:49 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Keine Rente f&#252;r Wallraff! — CARTA [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Keine Rente f&#252;r Wallraff! — CARTA [...]</p>
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		<title>Von: Jens</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1362</link>
		<dc:creator>Jens</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 22:21:27 +0000</pubDate>
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		<description>absurde debatte. erinnert mich ein wenig an die umtriebe der neocons in den usa, die auf dem h&#246;hepunkt ihrer macht alle andersdenkenden politisch zu diskreditieren suchten.

substanziell habe ich von herrn peters nichts erfahren, was den wahrheitsgehalt von &quot;aufmacher&quot; und &quot;ganz unten&quot; infrage stellen k&#246;nnte. wenn also seine verdienste nicht anzuzweifeln sind, warum sollte man der zeit das recht absprechen, ihn zu publizieren?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>absurde debatte. erinnert mich ein wenig an die umtriebe der neocons in den usa, die auf dem h&#246;hepunkt ihrer macht alle andersdenkenden politisch zu diskreditieren suchten.</p>
<p>substanziell habe ich von herrn peters nichts erfahren, was den wahrheitsgehalt von &#8220;aufmacher&#8221; und &#8220;ganz unten&#8221; infrage stellen k&#246;nnte. wenn also seine verdienste nicht anzuzweifeln sind, warum sollte man der zeit das recht absprechen, ihn zu publizieren?</p>
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	<item>
		<title>Von: jan-eric peters</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1357</link>
		<dc:creator>jan-eric peters</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 17:37:45 +0000</pubDate>
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		<description>@ Wolfgang Michal


Ja, lassen Sie uns das nicht endlos ausweiten. Nur eine kurze Anmerkungen noch, weil Sie den Rechtsstreit erw&#228;hnen. Im Urteil hei&#223;t es, dass die vorgelegten Dokumente „den Verdacht st&#252;tzen, dass der Kl&#228;ger IM (Inoffizieller Mitarbeiter) des MfS (Ministeriums f&#252;r Staatssicherheit) war“. Sie erbringen lediglich &quot;keinen Beweis f&#252;r die subjektive Seite des Geschehens&quot;, weil &quot;nicht zwingend“ folge, dass Wallraff „willentlich und wissentlich&quot; mit der Stasi zusammengearbeitet hat. 

Wir m&#252;ssen jetzt nicht dar&#252;ber diskutieren, ob ein investigativer Reporter vom Kaliber Wallraff h&#228;tte wissen m&#252;ssen, mit wem er sich da im SED-Staat einlie&#223;. Aber die &quot;Zeit&quot; h&#228;tte es bei ihrer Entscheidung ber&#252;cksichtigen und den Lesern erkl&#228;ren sollen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Wolfgang Michal</p>
<p>Ja, lassen Sie uns das nicht endlos ausweiten. Nur eine kurze Anmerkungen noch, weil Sie den Rechtsstreit erw&#228;hnen. Im Urteil hei&#223;t es, dass die vorgelegten Dokumente „den Verdacht st&#252;tzen, dass der Kl&#228;ger IM (Inoffizieller Mitarbeiter) des MfS (Ministeriums f&#252;r Staatssicherheit) war“. Sie erbringen lediglich &#8220;keinen Beweis f&#252;r die subjektive Seite des Geschehens&#8221;, weil &#8220;nicht zwingend“ folge, dass Wallraff „willentlich und wissentlich&#8221; mit der Stasi zusammengearbeitet hat. </p>
<p>Wir m&#252;ssen jetzt nicht dar&#252;ber diskutieren, ob ein investigativer Reporter vom Kaliber Wallraff h&#228;tte wissen m&#252;ssen, mit wem er sich da im SED-Staat einlie&#223;. Aber die &#8220;Zeit&#8221; h&#228;tte es bei ihrer Entscheidung ber&#252;cksichtigen und den Lesern erkl&#228;ren sollen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1351</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 15:24:21 +0000</pubDate>
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		<description>@Luzie
Sie schreiben, der Wunsch der jungen Reporter, eine Sozialreportage zu schreiben, w&#252;rde sich wahrscheinlich schon dann erledigen, wenn die Chefs bei einem solchen Vorschlag nur irritiert gucken. Ich finde, das bringt die ganze Problematik wunderbar auf den Punkt. Wer sich so leicht abbringen l&#228;sst, wird es nat&#252;rlich schwer haben als Reporter... Aber Sie fordern zu Recht, dass wir die Jungen mehr ermutigen m&#252;ssten.
@Jan-Eric Peters
Ich will das eigentliche Thema: &quot;Wo sind die jungen Reporter?&quot; jetzt nicht zum Thema Wallraff machen. Ich bin aber aufgrund des Denkens und Verhaltens von G&#252;nter Wallraff (der Heinrich B&#246;lls undogmatischem Denken nahe steht) &#252;berzeugt, dass er zumindest nicht wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Es gab Leute, die die Archive der Diktatur DDR benutzen durften (z.B. f&#252;r Recherchen &#252;ber Kriegsverbrecher und Kriegsprofiteure, die nach 1945 unbehelligt im Westen weitermachen konnten). Ob diese Informationsbeschaffung erlaubt ist, dar&#252;ber k&#246;nnten wir jetzt lange rechten. Wie h&#228;tten Sie wohl als Reporter gehandelt? Eine andere Frage ist, ob es daf&#252;r Gegenleistungen gab, und die ist bis jetzt unbeantwortet. Den Rechtsstreit hat Wallraff jedenfalls gewonnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Luzie<br />
Sie schreiben, der Wunsch der jungen Reporter, eine Sozialreportage zu schreiben, w&#252;rde sich wahrscheinlich schon dann erledigen, wenn die Chefs bei einem solchen Vorschlag nur irritiert gucken. Ich finde, das bringt die ganze Problematik wunderbar auf den Punkt. Wer sich so leicht abbringen l&#228;sst, wird es nat&#252;rlich schwer haben als Reporter&#8230; Aber Sie fordern zu Recht, dass wir die Jungen mehr ermutigen m&#252;ssten.<br />
@Jan-Eric Peters<br />
Ich will das eigentliche Thema: &#8220;Wo sind die jungen Reporter?&#8221; jetzt nicht zum Thema Wallraff machen. Ich bin aber aufgrund des Denkens und Verhaltens von G&#252;nter Wallraff (der Heinrich B&#246;lls undogmatischem Denken nahe steht) &#252;berzeugt, dass er zumindest nicht wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet hat. Es gab Leute, die die Archive der Diktatur DDR benutzen durften (z.B. f&#252;r Recherchen &#252;ber Kriegsverbrecher und Kriegsprofiteure, die nach 1945 unbehelligt im Westen weitermachen konnten). Ob diese Informationsbeschaffung erlaubt ist, dar&#252;ber k&#246;nnten wir jetzt lange rechten. Wie h&#228;tten Sie wohl als Reporter gehandelt? Eine andere Frage ist, ob es daf&#252;r Gegenleistungen gab, und die ist bis jetzt unbeantwortet. Den Rechtsstreit hat Wallraff jedenfalls gewonnen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Christoph Butscher</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1344</link>
		<dc:creator>Christoph Butscher</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 09:33:37 +0000</pubDate>
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		<description>Hier die Antwort von Jan-Eric Peters auf den Kommentar von Wolfgang Michal:

Lieber Wolfgang Michal,

ich decke die dunkle Vergangenheit von G&#252;nter Wallraff keineswegs noch einmal auf, die liegt ja offen, man muss nur hinsehen wollen. Aber ich wundere mich, ja ich &#228;rgere mich auch, dass die gr&#246;&#223;te Wochenzeitung des Landes Wallraff v&#246;llig distanzlos zu ihrem Chefaufkl&#228;rer bef&#246;rdert, obwohl sie um dessen Vergangenheit wei&#223;. Die „Zeit“ selbst hat vor ein paar Jahren sehr vern&#252;nftig dar&#252;ber geschrieben (http://www.zeit.de/2003/38/Rosenholz?page=all).

Sie und andere Kritiker machen es sich f&#252;r meinen Geschmack viel zu einfach, die Auseinandersetzung mit Wallraff immer nur unter dem Gesichtspunkt einer Auseinandersetzung zwischen Springer und Wallraff zu sehen. Dieser „Clinch“, wie Sie es nennen, ist mir v&#246;llig wurscht (und die Enth&#252;llungen zu meiner Zeit bei der „Welt“ betrafen l&#228;ngst nicht nur Wallraff, sondern auch andere, beispielsweise einen Chefredakteur des eigenen Verlages). Mir geht es um Grunds&#228;tzliches.

Ich habe „Ganz unten“ verschlungen, als ich 20 war, die Erstausgabe steht bei mir im Regal. Das Buch hat mich begeistert und in meinem Wunsch best&#228;rkt, ich war damals Journalistensch&#252;ler, als Reporter zu arbeiten. Aber soll ich deshalb beide Augen zudr&#252;cken, wenn sich der Autor ins Zwielicht begibt? Man kann Recht und Unrecht nicht gegeneinander aufwiegen. Wer sein Gewissen zum Ma&#223;stab erhebt und sich erlaubt, andere an den Pranger zu stellen, f&#252;r den d&#252;rfen sogar besonders strenge Ma&#223;st&#228;be gelten, meine ich.

Stellen Sie sich einfach mal vor, da h&#228;tte ein Journalist eines demokratischen Landes aus freien St&#252;cken mit dem Geheimdienst einer Diktatur zusammengearbeitet, der Oppositionelle unterdr&#252;ckt, gefoltert und umgebracht hat. Und bei Wallraff ist es h&#246;chstwahrscheinlich genau so gewesen. Wie lie&#223;e sich das rechtfertigen?

Taugt so jemand als Ikone der Aufkl&#228;rung? Was meinen Sie?

Beste Gr&#252;&#223;e,
jep

P.S. Ihre Bemerkungen zur Grafik sind ganz lustig, aber gehen doch an der Sache vorbei. Oder wurde Camus von Stalins Geheimdienst als Spitzel gef&#252;hrt?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hier die Antwort von Jan-Eric Peters auf den Kommentar von Wolfgang Michal:</p>
<p>Lieber Wolfgang Michal,</p>
<p>ich decke die dunkle Vergangenheit von G&#252;nter Wallraff keineswegs noch einmal auf, die liegt ja offen, man muss nur hinsehen wollen. Aber ich wundere mich, ja ich &#228;rgere mich auch, dass die gr&#246;&#223;te Wochenzeitung des Landes Wallraff v&#246;llig distanzlos zu ihrem Chefaufkl&#228;rer bef&#246;rdert, obwohl sie um dessen Vergangenheit wei&#223;. Die „Zeit“ selbst hat vor ein paar Jahren sehr vern&#252;nftig dar&#252;ber geschrieben (<a href="http://www.zeit.de/2003/38/Rosenholz?page=all" rel="nofollow">http://www.zeit.de/2003/38/Rosenholz?page=all</a>).</p>
<p>Sie und andere Kritiker machen es sich f&#252;r meinen Geschmack viel zu einfach, die Auseinandersetzung mit Wallraff immer nur unter dem Gesichtspunkt einer Auseinandersetzung zwischen Springer und Wallraff zu sehen. Dieser „Clinch“, wie Sie es nennen, ist mir v&#246;llig wurscht (und die Enth&#252;llungen zu meiner Zeit bei der „Welt“ betrafen l&#228;ngst nicht nur Wallraff, sondern auch andere, beispielsweise einen Chefredakteur des eigenen Verlages). Mir geht es um Grunds&#228;tzliches.</p>
<p>Ich habe „Ganz unten“ verschlungen, als ich 20 war, die Erstausgabe steht bei mir im Regal. Das Buch hat mich begeistert und in meinem Wunsch best&#228;rkt, ich war damals Journalistensch&#252;ler, als Reporter zu arbeiten. Aber soll ich deshalb beide Augen zudr&#252;cken, wenn sich der Autor ins Zwielicht begibt? Man kann Recht und Unrecht nicht gegeneinander aufwiegen. Wer sein Gewissen zum Ma&#223;stab erhebt und sich erlaubt, andere an den Pranger zu stellen, f&#252;r den d&#252;rfen sogar besonders strenge Ma&#223;st&#228;be gelten, meine ich.</p>
<p>Stellen Sie sich einfach mal vor, da h&#228;tte ein Journalist eines demokratischen Landes aus freien St&#252;cken mit dem Geheimdienst einer Diktatur zusammengearbeitet, der Oppositionelle unterdr&#252;ckt, gefoltert und umgebracht hat. Und bei Wallraff ist es h&#246;chstwahrscheinlich genau so gewesen. Wie lie&#223;e sich das rechtfertigen?</p>
<p>Taugt so jemand als Ikone der Aufkl&#228;rung? Was meinen Sie?</p>
<p>Beste Gr&#252;&#223;e,<br />
jep</p>
<p>P.S. Ihre Bemerkungen zur Grafik sind ganz lustig, aber gehen doch an der Sache vorbei. Oder wurde Camus von Stalins Geheimdienst als Spitzel gef&#252;hrt?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Luzie</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1329</link>
		<dc:creator>Luzie</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 14:10:37 +0000</pubDate>
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		<description>Ich m&#246;chte mal wissen, wie Chefredakteure in aller Regel reagieren, wenn ihre Autoren, zumal junge, den Vorschlag machen, einfach mal ein paar Wochen lang undercover unter Obdachlosen zu recherchieren (und f&#252;r viele von uns Jungen w&#228;re das doch ein Traum - selbst wenn wir daf&#252;r unter &quot;kalten Br&#252;cken&quot; schlafen m&#252;ssten, das ist doch wirklich nicht das Problem!). Doch die Chefs w&#252;rden vermutlich irritiert gucken - und damit h&#228;tte sich die Sache dann erledigt. 

Geschichten mit sozialem Touch sind out. Zu wenige Magazine vertrauen heute noch auf die Kraft der Sozialreportage an sich - was mir, ehrlich gesagt, ein R&#228;tsel ist. Da muss schon ein Name wie Wallraff mitschwingen, damit so ein Vorschlag &#252;berhaupt die Chance bekommt, ernst genommen zu werden. Mit dem Namen &quot;Wallraff&quot; kann man schlie&#223;lich am Kiosk hausieren gehen. 

Ich bin &#252;berzeugt, dass Sozialreportagen immer noch der Traum vieler junger Journalisten sind (zumindest kenne ich viele, denen es so geht). Zuf&#228;llig kann ich auch bezeugen, dass unz&#228;hlige, sogar gute Themenvorschl&#228;ge gemacht, dass diese aber h&#228;ufig in der Redaktion im Keim erstickt werden. Auch weil jungen, unbekannteren Autoren nicht zugetraut wird, die Geschichten &quot;gut&quot; aufschreiben zu k&#246;nnen und den Ton zu treffen - was bei Sozialreportagen in der Tat um so wichtiger ist. Das artet ja dann eventuell in Arbeit f&#252;r andere aus. Und Zeit ist heutzutage ein rares Gut - auch, oder vor allem, in unterbesetzen Redaktionen, wo betreuende Redakteure an zehn Fronten gleichzeitig k&#228;mpfen m&#252;ssen.

Was, bitte, bleibt einem &#252;brig, wenn abgewunken wurde? Auf eigene Faust und Kosten wochenlang zu recherchieren? Wer das in der heutigen Zeit fordert, ist nicht von dieser Welt. 

Es ist absurd, Wallraff als eine Art &quot;M&#228;rtyrer unter den Reportern&quot; darzustellen. Er darf immerhin, was andere nicht d&#252;rfen. Er wird hofiert. Dabei fallen mir so einige &quot;Nachfahren&quot; ein, die w&#252;rdig sind, ihn zu ersetzen und dies in der Tat auch schon tun. Auch sie werden mit ihren Texten sehr wohl f&#252;r Preise nominiert! Warum nicht mehr von ihnen f&#252;r den Nannen-Preis, ist mir ohnehin ein R&#228;tsel (aber das ist eine andere Geschichte). Lieber Wolfgang Michal, sie sind mitten unter uns - man muss sie nur sehen wollen!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&#246;chte mal wissen, wie Chefredakteure in aller Regel reagieren, wenn ihre Autoren, zumal junge, den Vorschlag machen, einfach mal ein paar Wochen lang undercover unter Obdachlosen zu recherchieren (und f&#252;r viele von uns Jungen w&#228;re das doch ein Traum &#8211; selbst wenn wir daf&#252;r unter &#8220;kalten Br&#252;cken&#8221; schlafen m&#252;ssten, das ist doch wirklich nicht das Problem!). Doch die Chefs w&#252;rden vermutlich irritiert gucken &#8211; und damit h&#228;tte sich die Sache dann erledigt. </p>
<p>Geschichten mit sozialem Touch sind out. Zu wenige Magazine vertrauen heute noch auf die Kraft der Sozialreportage an sich &#8211; was mir, ehrlich gesagt, ein R&#228;tsel ist. Da muss schon ein Name wie Wallraff mitschwingen, damit so ein Vorschlag &#252;berhaupt die Chance bekommt, ernst genommen zu werden. Mit dem Namen &#8220;Wallraff&#8221; kann man schlie&#223;lich am Kiosk hausieren gehen. </p>
<p>Ich bin &#252;berzeugt, dass Sozialreportagen immer noch der Traum vieler junger Journalisten sind (zumindest kenne ich viele, denen es so geht). Zuf&#228;llig kann ich auch bezeugen, dass unz&#228;hlige, sogar gute Themenvorschl&#228;ge gemacht, dass diese aber h&#228;ufig in der Redaktion im Keim erstickt werden. Auch weil jungen, unbekannteren Autoren nicht zugetraut wird, die Geschichten &#8220;gut&#8221; aufschreiben zu k&#246;nnen und den Ton zu treffen &#8211; was bei Sozialreportagen in der Tat um so wichtiger ist. Das artet ja dann eventuell in Arbeit f&#252;r andere aus. Und Zeit ist heutzutage ein rares Gut &#8211; auch, oder vor allem, in unterbesetzen Redaktionen, wo betreuende Redakteure an zehn Fronten gleichzeitig k&#228;mpfen m&#252;ssen.</p>
<p>Was, bitte, bleibt einem &#252;brig, wenn abgewunken wurde? Auf eigene Faust und Kosten wochenlang zu recherchieren? Wer das in der heutigen Zeit fordert, ist nicht von dieser Welt. </p>
<p>Es ist absurd, Wallraff als eine Art &#8220;M&#228;rtyrer unter den Reportern&#8221; darzustellen. Er darf immerhin, was andere nicht d&#252;rfen. Er wird hofiert. Dabei fallen mir so einige &#8220;Nachfahren&#8221; ein, die w&#252;rdig sind, ihn zu ersetzen und dies in der Tat auch schon tun. Auch sie werden mit ihren Texten sehr wohl f&#252;r Preise nominiert! Warum nicht mehr von ihnen f&#252;r den Nannen-Preis, ist mir ohnehin ein R&#228;tsel (aber das ist eine andere Geschichte). Lieber Wolfgang Michal, sie sind mitten unter uns &#8211; man muss sie nur sehen wollen!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1322</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 10:40:40 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Jan-Eric Peters,
In Reaktion auf meinen Beitrag „Keine Rente f&#252;r Wallraff!“ (jepblog, Kommentar 13) decken Sie noch einmal ‚die dunkle Vergangenheit’ von Wallraff auf. Gab es da nicht mal was mit der Stasi!? Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf folgenden Punkt und unterstreichen ihre Beobachtung auch noch mit einer Zeitleiste:

„33 B&#252;cher ver&#246;ffentlichte G&#252;nter Wallraff zu Zeiten der DDR. In den Jahren danach war es nur eins: “Ich - der andere. Reportagen aus vier Jahrzehnten”. Ein Sammelband.“

Ich meine, wir sollten daraufhin die Ver&#246;ffentlichungspraxis anderer Autoren noch einmal kritisch durchleuchten. Hat nicht Hans-Magnus Enzensberger die meisten seiner B&#252;cher zu Zeiten der nordkoreanischen Diktatur ver&#246;ffentlicht? Und hat Albert Camus die meisten seiner Schriften nicht zu Stalins Zeiten publiziert? 

Da wird noch manches ans Tageslicht kommen! Aber der Clinch zwischen Springer und Wallraff ist unter rationalen Gesichtspunkten wohl nicht zu begreifen.

Herzlichen Gru&#223;
Wolfgang Michal</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Jan-Eric Peters,<br />
In Reaktion auf meinen Beitrag „Keine Rente f&#252;r Wallraff!“ (jepblog, Kommentar 13) decken Sie noch einmal ‚die dunkle Vergangenheit’ von Wallraff auf. Gab es da nicht mal was mit der Stasi!? Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf folgenden Punkt und unterstreichen ihre Beobachtung auch noch mit einer Zeitleiste:</p>
<p>„33 B&#252;cher ver&#246;ffentlichte G&#252;nter Wallraff zu Zeiten der DDR. In den Jahren danach war es nur eins: “Ich &#8211; der andere. Reportagen aus vier Jahrzehnten”. Ein Sammelband.“</p>
<p>Ich meine, wir sollten daraufhin die Ver&#246;ffentlichungspraxis anderer Autoren noch einmal kritisch durchleuchten. Hat nicht Hans-Magnus Enzensberger die meisten seiner B&#252;cher zu Zeiten der nordkoreanischen Diktatur ver&#246;ffentlicht? Und hat Albert Camus die meisten seiner Schriften nicht zu Stalins Zeiten publiziert? </p>
<p>Da wird noch manches ans Tageslicht kommen! Aber der Clinch zwischen Springer und Wallraff ist unter rationalen Gesichtspunkten wohl nicht zu begreifen.</p>
<p>Herzlichen Gru&#223;<br />
Wolfgang Michal</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: jepblog &#187; Blog Archive &#187; Linksverkehr (15): Herzlichen Glückwunsch, Günter Wallraff!</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1304</link>
		<dc:creator>jepblog &#187; Blog Archive &#187; Linksverkehr (15): Herzlichen Glückwunsch, Günter Wallraff!</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 16:57:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=6476#comment-1304</guid>
		<description>[...] bei &#8220;Carta&#8221;: &#8220;Das &#8216;Zeit-Magazin&#8217; hat G&#252;nter Wallraff ausgegraben. Spricht das f&#252;r die Zeit oder gegen sie?&#8221; [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] bei &#8220;Carta&#8221;: &#8220;Das &#8216;Zeit-Magazin&#8217; hat G&#252;nter Wallraff ausgegraben. Spricht das f&#252;r die Zeit oder gegen sie?&#8221; [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1303</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 16:56:46 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=6476#comment-1303</guid>
		<description>Hei&#223;e Schokolade hilft nicht gegen Wut! Denn sie beruhigt.
Viele der in den Kommentaren genannten Einw&#228;nde sind richtig &amp; doch gleichzeitig entschuldigend. Nat&#252;rlich, es gibt tausend Gr&#252;nde, warum dies oder das nicht geht: Fehlende Recherche- und Reise-Etats, mangelndes Gesp&#252;r f&#252;r Entwicklungen bei den Chefs, zu naher Tellerrand, zu geringe Quote, zu viel Aufwand, keine Zeit etc. Aber - und da mag ich mich wie mein eigener Gro&#223;vater anh&#246;ren - das Vorrecht der Jungen ist es, Sachzw&#228;nge und Bedenkentr&#228;ger zu ignorieren und so lange zu dr&#252;cken, bis es eben doch geht (auch Wallraff hat ja mal klein angefangen). 
Der Zugang zur Ausbildung ist heute stark verengt, auch das stimmt. Und es ist kein Wunder, dass talentierte Arbeiterkinder wie der Ex-Reporter Christoph Scheuring in dieser Mittelstandshochburg nur schwer zurecht kommen. 
Dass die Globalisierung Missst&#228;nde in Deutschland relativiert und deshalb Sozialreportagen hierzulande kein so gro&#223;es Interesse mehr hervorrufen wie in den sechziger und siebziger Jahren ist &#252;brigens das gleiche Argument, mit dem Lohndumping in Deutschland begr&#252;ndet wird: Guckt mal, denen geht es noch schlechter. (Allerdings geh&#246;rte Wallraff mit seinen Reportagen in Griechenland und Portugal zu denen, die die provinzielle Reportage in Deutschland wieder internationalisiert haben).  
Und noch was: Ausnahmen, Nele, gibt es. Die stechen heraus. Es sind blo&#223; zu wenige. In Zeiten, in denen die einen eine 20-Millionen-Pension einstreichen und die anderen 3,50 Euro die Stunde verdienen!!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hei&#223;e Schokolade hilft nicht gegen Wut! Denn sie beruhigt.<br />
Viele der in den Kommentaren genannten Einw&#228;nde sind richtig &amp; doch gleichzeitig entschuldigend. Nat&#252;rlich, es gibt tausend Gr&#252;nde, warum dies oder das nicht geht: Fehlende Recherche- und Reise-Etats, mangelndes Gesp&#252;r f&#252;r Entwicklungen bei den Chefs, zu naher Tellerrand, zu geringe Quote, zu viel Aufwand, keine Zeit etc. Aber &#8211; und da mag ich mich wie mein eigener Gro&#223;vater anh&#246;ren &#8211; das Vorrecht der Jungen ist es, Sachzw&#228;nge und Bedenkentr&#228;ger zu ignorieren und so lange zu dr&#252;cken, bis es eben doch geht (auch Wallraff hat ja mal klein angefangen).<br />
Der Zugang zur Ausbildung ist heute stark verengt, auch das stimmt. Und es ist kein Wunder, dass talentierte Arbeiterkinder wie der Ex-Reporter Christoph Scheuring in dieser Mittelstandshochburg nur schwer zurecht kommen.<br />
Dass die Globalisierung Missst&#228;nde in Deutschland relativiert und deshalb Sozialreportagen hierzulande kein so gro&#223;es Interesse mehr hervorrufen wie in den sechziger und siebziger Jahren ist &#252;brigens das gleiche Argument, mit dem Lohndumping in Deutschland begr&#252;ndet wird: Guckt mal, denen geht es noch schlechter. (Allerdings geh&#246;rte Wallraff mit seinen Reportagen in Griechenland und Portugal zu denen, die die provinzielle Reportage in Deutschland wieder internationalisiert haben).<br />
Und noch was: Ausnahmen, Nele, gibt es. Die stechen heraus. Es sind blo&#223; zu wenige. In Zeiten, in denen die einen eine 20-Millionen-Pension einstreichen und die anderen 3,50 Euro die Stunde verdienen!!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benjamin</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1300</link>
		<dc:creator>Benjamin</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 14:27:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=6476#comment-1300</guid>
		<description>Oh, hat mich dieser Text w&#252;tend gemacht. Nat&#252;rlich gibt es gute junge Journalisten, die investigativ recherchieren, &#252;ber Monate hinweg. Nat&#252;rlich denken auch junge Journalisten kritisch und sozial. 
Nat&#252;rlich?
Nein, nat&#252;rlich gibt es nur Autoren &#252;ber alle Generationen hinweg, die sich beklagen. 
Beklagen geht immer, selbst aktiv werden ist schon schwieriger.  Vielleicht musste Wallraff am Anfang auch viel investieren, um jetzt im Rentenalter  ein gefeierter Journalist zu sein?
Ich wei&#223; von mehreren jungen Fotografen, die von sich aus &quot;schwierige&quot; Reportagen  fotografiert haben, und sie erst im Nachhinein zum Beispiel dem Stern angeboten haben. Dessen Bildredaktion, ist laut Eigenaussage, durchaus offen f&#252;r unbekannte Fotografen. Ich denke, bei Autoren d&#252;rfte es &#228;hnlich sein.
&quot;Unsere&quot;  Generation ist ich-bezogen, keine Frage. Allein schon deshalb, weil es zuhauf Leute gibt, die sich dar&#252;ber aufregen.
Aber:
1. Es gibt Ausnahmen.(s.o.)
2. Nur dr&#252;ber reden hilft nicht!

Deshalb: Jeder der Kommentatoren sucht sich ein Thema aus,  fotgrafiert oder schreibt es. Auf eigene Kosten, auf eigenes Risiko. In drei Monaten treffen wir uns wieder und erz&#228;hlen uns welches Medium unser Werk refinanziert und ver&#246;ffentlicht hat. 

Mit besten Gr&#252;&#223;en,

Benjamin,

der jetzt eine hei&#223;e Schokolade trinkt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, hat mich dieser Text w&#252;tend gemacht. Nat&#252;rlich gibt es gute junge Journalisten, die investigativ recherchieren, &#252;ber Monate hinweg. Nat&#252;rlich denken auch junge Journalisten kritisch und sozial.<br />
Nat&#252;rlich?<br />
Nein, nat&#252;rlich gibt es nur Autoren &#252;ber alle Generationen hinweg, die sich beklagen.<br />
Beklagen geht immer, selbst aktiv werden ist schon schwieriger.  Vielleicht musste Wallraff am Anfang auch viel investieren, um jetzt im Rentenalter  ein gefeierter Journalist zu sein?<br />
Ich wei&#223; von mehreren jungen Fotografen, die von sich aus &#8220;schwierige&#8221; Reportagen  fotografiert haben, und sie erst im Nachhinein zum Beispiel dem Stern angeboten haben. Dessen Bildredaktion, ist laut Eigenaussage, durchaus offen f&#252;r unbekannte Fotografen. Ich denke, bei Autoren d&#252;rfte es &#228;hnlich sein.<br />
&#8220;Unsere&#8221;  Generation ist ich-bezogen, keine Frage. Allein schon deshalb, weil es zuhauf Leute gibt, die sich dar&#252;ber aufregen.<br />
Aber:<br />
1. Es gibt Ausnahmen.(s.o.)<br />
2. Nur dr&#252;ber reden hilft nicht!</p>
<p>Deshalb: Jeder der Kommentatoren sucht sich ein Thema aus,  fotgrafiert oder schreibt es. Auf eigene Kosten, auf eigenes Risiko. In drei Monaten treffen wir uns wieder und erz&#228;hlen uns welches Medium unser Werk refinanziert und ver&#246;ffentlicht hat. </p>
<p>Mit besten Gr&#252;&#223;en,</p>
<p>Benjamin,</p>
<p>der jetzt eine hei&#223;e Schokolade trinkt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sebastian</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1298</link>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 13:24:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=6476#comment-1298</guid>
		<description>Nette Polemik. Ich wei&#223; nicht, ob Sie das im Hinterkopf hatten: Ihre These enspricht genau dem Ergebnis einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Journalistensch&#252;ler wurden zu ihrer Berufsauffassung befragt. Viele wollten informieren und &quot;Service&quot; leisten, nur eine Minderheit gab an, sich als &quot;Anwalt f&#252;r schw&#228;chere&quot; engagieren zu wollen. Ich bedaure das auch.

Aber es greift zu kurz, dass alles immer nur auf das vermeintlich verschobene Wertesystem der jungen Journalisten zur&#252;ckzuf&#252;hren. Es ist einfach so, dass der Anpassungsdruck im Journalismus viel gr&#246;&#223;er geworden ist - wenn man als Student den Weg in diesen Beruf sucht. Schon in der Ausbildung wird man dazu angehalten, bei der Themenwahl den Markt im Auge zu behalten. Dieser Druck verdoppelt sich dann, wenn man als Freier arbeitet. Zumal die Honorars&#228;tze kaufkraftbereinigt ein Vielfaches unter dem liegen, was noch vor 25 oder 30 Jahren gezahlt wurde.

Es ist sch&#246;n, dass die ZEIT einen Honoraretat f&#252;r Wallraff freischaufelt. Aber h&#228;tte das die Redaktion auch f&#252;r einen ambitionierten, talentierten Sozialreporter von 31 Jahre getan? Ich glaube nicht. Weil der Name Wallraff eben zieht (zurecht!). Das sollte man bei seinen Reportagen immer ber&#252;cksichtigen - seine Themen m&#252;ssen nicht mit anderen auf dem Markt konkurrieren. Die Marke Wallraff ist konkurrenzlos.

Das Kernproblem ist doch, dass heute die wirklich interessanten Stellen mit Leuten besetzt sind, die seit 10, 15, 20 Jahren im Gesch&#228;ft sind. Eben jene Stellen, auf denen man sich heute noch Sozialreportagen leisten kann. Die Alten haben die T&#252;r zugemacht. Wer heute jung und Journalist ist, durchlebt oft eine mehr oder minder lange Phase des Freiendaseins. Das pr&#228;gt. (kurze Anmerkung zu ihrer Kisch-Preis-Fu&#223;note: Vielleicht liegt es auch daran, dass junge Menschen heute oft bei Online-Medien arbeiten. Und welcher Kisch-Juror w&#252;rde schon eine 8000-zeichen-Reportage, so gut sie auch ist, als preisverd&#228;chtig sehen, wenn es jahrelang Tradition war, nur 30000-Zeichen-Riemen zu pr&#228;mieren?

Es gibt jedoch auch erw&#228;hnenswerte Ausnahmen, die sie wahrscheinlich &#252;bersehen haben: Julia Friedrich zum Beispiel, mit ihrer Recherche zum Thema Elite. Oder Leute wie Christian Fuchs, der eine ziemlich gute geschichte &#252;ber die Atomlobby in der ZEIT ver&#246;ffentlich hat. Das zeigt: Es gibt sie, die jungen kritischen K&#246;pfe. Aber wo sind die Branchegr&#246;&#223;en, die ihnen wirklich mal eine Chance geben?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nette Polemik. Ich wei&#223; nicht, ob Sie das im Hinterkopf hatten: Ihre These enspricht genau dem Ergebnis einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Journalistensch&#252;ler wurden zu ihrer Berufsauffassung befragt. Viele wollten informieren und &#8220;Service&#8221; leisten, nur eine Minderheit gab an, sich als &#8220;Anwalt f&#252;r schw&#228;chere&#8221; engagieren zu wollen. Ich bedaure das auch.</p>
<p>Aber es greift zu kurz, dass alles immer nur auf das vermeintlich verschobene Wertesystem der jungen Journalisten zur&#252;ckzuf&#252;hren. Es ist einfach so, dass der Anpassungsdruck im Journalismus viel gr&#246;&#223;er geworden ist &#8211; wenn man als Student den Weg in diesen Beruf sucht. Schon in der Ausbildung wird man dazu angehalten, bei der Themenwahl den Markt im Auge zu behalten. Dieser Druck verdoppelt sich dann, wenn man als Freier arbeitet. Zumal die Honorars&#228;tze kaufkraftbereinigt ein Vielfaches unter dem liegen, was noch vor 25 oder 30 Jahren gezahlt wurde.</p>
<p>Es ist sch&#246;n, dass die ZEIT einen Honoraretat f&#252;r Wallraff freischaufelt. Aber h&#228;tte das die Redaktion auch f&#252;r einen ambitionierten, talentierten Sozialreporter von 31 Jahre getan? Ich glaube nicht. Weil der Name Wallraff eben zieht (zurecht!). Das sollte man bei seinen Reportagen immer ber&#252;cksichtigen &#8211; seine Themen m&#252;ssen nicht mit anderen auf dem Markt konkurrieren. Die Marke Wallraff ist konkurrenzlos.</p>
<p>Das Kernproblem ist doch, dass heute die wirklich interessanten Stellen mit Leuten besetzt sind, die seit 10, 15, 20 Jahren im Gesch&#228;ft sind. Eben jene Stellen, auf denen man sich heute noch Sozialreportagen leisten kann. Die Alten haben die T&#252;r zugemacht. Wer heute jung und Journalist ist, durchlebt oft eine mehr oder minder lange Phase des Freiendaseins. Das pr&#228;gt. (kurze Anmerkung zu ihrer Kisch-Preis-Fu&#223;note: Vielleicht liegt es auch daran, dass junge Menschen heute oft bei Online-Medien arbeiten. Und welcher Kisch-Juror w&#252;rde schon eine 8000-zeichen-Reportage, so gut sie auch ist, als preisverd&#228;chtig sehen, wenn es jahrelang Tradition war, nur 30000-Zeichen-Riemen zu pr&#228;mieren?</p>
<p>Es gibt jedoch auch erw&#228;hnenswerte Ausnahmen, die sie wahrscheinlich &#252;bersehen haben: Julia Friedrich zum Beispiel, mit ihrer Recherche zum Thema Elite. Oder Leute wie Christian Fuchs, der eine ziemlich gute geschichte &#252;ber die Atomlobby in der ZEIT ver&#246;ffentlich hat. Das zeigt: Es gibt sie, die jungen kritischen K&#246;pfe. Aber wo sind die Branchegr&#246;&#223;en, die ihnen wirklich mal eine Chance geben?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Lukas</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1297</link>
		<dc:creator>Lukas</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 13:22:12 +0000</pubDate>
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		<description>Es gibt ja auch noch &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Breitscheidel&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Markus Breitscheidel&lt;/a&gt; ...

@robin meyer-lucht: &#220;ber den Westbam-Vergleich habe ich sehr lachen m&#252;ssen. Und ich glaube, da ist sogar was dran. Martin-Walser-Romane m&#252;ssen ja auch immer noch von Martin Walser geschrieben werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ja auch noch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Breitscheidel" rel="nofollow">Markus Breitscheidel</a> &#8230;</p>
<p>@robin meyer-lucht: &#220;ber den Westbam-Vergleich habe ich sehr lachen m&#252;ssen. Und ich glaube, da ist sogar was dran. Martin-Walser-Romane m&#252;ssen ja auch immer noch von Martin Walser geschrieben werden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Nele Kauffmann</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1296</link>
		<dc:creator>Nele Kauffmann</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 13:03:48 +0000</pubDate>
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		<description>Damit Sie nicht allzu sehr an der Jugend von heute verzweifeln m&#252;ssen, hier ein paar Lesetipps bei der direkten Konkurrenz:

&quot;Auf der Stra&#223;e&quot; von Christine Zerwes
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/27824

&quot;Einer von uns&quot; von Bastian Obermayer
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/4019

Aber auch bei der ZEIT selbst konnte man z.B. diese Geschichte von Marian und Anita Blasberg lesen: http://www.zeit.de/2007/11/Illegale

Alle vier JournalistInnen um die 30 und damit in der von Ihnen verschm&#228;hten Gruppe. Ich w&#252;rde Matthias Schwenk in seiner Vermutung zustimmen, dass sich ein Medium erst einmal leisten (wollen) muss, gro&#223;en Aufwand und damit Zeit und Geld in Sozialreportagen zu investieren. Das f&#228;llt dem ein oder anderen Chefredakteur/Gesch&#228;ftsf&#252;hrer eben bei einem bekannten Namen wie Wallraff leichter.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Damit Sie nicht allzu sehr an der Jugend von heute verzweifeln m&#252;ssen, hier ein paar Lesetipps bei der direkten Konkurrenz:</p>
<p>&#8220;Auf der Stra&#223;e&#8221; von Christine Zerwes<br />
<a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/27824" rel="nofollow">http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/27824</a></p>
<p>&#8220;Einer von uns&#8221; von Bastian Obermayer<br />
<a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/4019" rel="nofollow">http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/4019</a></p>
<p>Aber auch bei der ZEIT selbst konnte man z.B. diese Geschichte von Marian und Anita Blasberg lesen: <a href="http://www.zeit.de/2007/11/Illegale" rel="nofollow">http://www.zeit.de/2007/11/Illegale</a></p>
<p>Alle vier JournalistInnen um die 30 und damit in der von Ihnen verschm&#228;hten Gruppe. Ich w&#252;rde Matthias Schwenk in seiner Vermutung zustimmen, dass sich ein Medium erst einmal leisten (wollen) muss, gro&#223;en Aufwand und damit Zeit und Geld in Sozialreportagen zu investieren. Das f&#228;llt dem ein oder anderen Chefredakteur/Gesch&#228;ftsf&#252;hrer eben bei einem bekannten Namen wie Wallraff leichter.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stephan Dörner</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/comment-page-1/#comment-1295</link>
		<dc:creator>Stephan Dörner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 13:02:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=6476#comment-1295</guid>
		<description>Man k&#246;nnte jetzt viel dar&#252;ber streiten, wer schuld hat, dass sich der Journalismus immer mehr boulevardisiert, Promi-Klickstrecken alles beherrschen und kaum noch investagtiv gearbeitet wird. Ist es der Kostendruck, sind es die verantwortlichen Chefredakteure - oder die Journalisten selbst? Eine Gruppe wird fast nie verd&#228;chtigt: Die Leser.

Ich bin selbst freier Journalist und kenne die Klickstastiken zweier deutscher Nachrichten-Portale recht genau. Seit es Online-Journalismus gibt, werden Journalisten mit einer schonungslosen Wahrheit konfrontiert: Gut recherchierte, hintergr&#252;ndige Berichte werden einfach nicht gelesen, daf&#252;r Kurioeses, Sex, Promi-Geschichten und Skandale. Da alles treibt in einer derart &#246;konomisierten Branche, die sich zudem noch in einer substantiellen Krise befindet, immer mehr Journalisten dazu, den Leuten genau das zu geben, was sie &#252;berwiegend offenbar wollen. Sie &#252;bergeigen und dramatisieren. 

Langsam habe ich das Gef&#252;hl, dass sich dieser Trend wieder auf dem R&#252;ckzug befindet, weil so manch einer merkt, dass sich mit &#252;bergeigten &#220;berschriften zwar kurzfristig gl&#228;nzende Klick-Zahlen erreichen lassen, langfristig aber die Leser wegbleiben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man k&#246;nnte jetzt viel dar&#252;ber streiten, wer schuld hat, dass sich der Journalismus immer mehr boulevardisiert, Promi-Klickstrecken alles beherrschen und kaum noch investagtiv gearbeitet wird. Ist es der Kostendruck, sind es die verantwortlichen Chefredakteure &#8211; oder die Journalisten selbst? Eine Gruppe wird fast nie verd&#228;chtigt: Die Leser.</p>
<p>Ich bin selbst freier Journalist und kenne die Klickstastiken zweier deutscher Nachrichten-Portale recht genau. Seit es Online-Journalismus gibt, werden Journalisten mit einer schonungslosen Wahrheit konfrontiert: Gut recherchierte, hintergr&#252;ndige Berichte werden einfach nicht gelesen, daf&#252;r Kurioeses, Sex, Promi-Geschichten und Skandale. Da alles treibt in einer derart &#246;konomisierten Branche, die sich zudem noch in einer substantiellen Krise befindet, immer mehr Journalisten dazu, den Leuten genau das zu geben, was sie &#252;berwiegend offenbar wollen. Sie &#252;bergeigen und dramatisieren. </p>
<p>Langsam habe ich das Gef&#252;hl, dass sich dieser Trend wieder auf dem R&#252;ckzug befindet, weil so manch einer merkt, dass sich mit &#252;bergeigten &#220;berschriften zwar kurzfristig gl&#228;nzende Klick-Zahlen erreichen lassen, langfristig aber die Leser wegbleiben.</p>
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