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Vera Bunse

Neues ROG-Projekt: Website gegen Zensur, kopieren erwünscht

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Reporter ohne Grenzen nutzt den Streisand-Effekt für den weltweiten Kampf gegen Zensur. Er besagt: Wer die Verbreitung von Inhalten verhindern will, macht erst recht auf sie aufmerksam und beschleunigt damit ihre Weitergabe ‘unter der Hand’.

22.11.2012 | 

Am kommenden Dienstag schaltet ROG die neue Webseite für zensierte Inhalte frei:

Auf www.wefightcensorship.org sind Artikel und Videos zugänglich, die in bestimmten Ländern nicht in den Medien auftauchen oder für die ihre Urheber verfolgt werden. „Wir setzen damit auf den Streisand-Effekt: Je stärker Zensoren versuchen, manche Informationen zu unterdrücken, desto weiter verbreiten sie sich“, erklärt Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen.

Mancher wird einwenden, dass diese Seite dann sehr schnell ebenfalls zensiert und abgeschaltet wird. Aber so einfach ist es nicht: Solche Inhalte verbreiten sich tatsächlich rasend schnell – das heißt, sie liegen dann innerhalb kurzer Zeit nicht mehr unter einer Adresse auf einem Server, sondern werden vielfach, auf vielen weiteren Servern in aller Welt, gespiegelt. Das macht eine neuerliche Sperrung unmöglich. Genau das wollen die Betreiber erreichen, daher sind die Inhalte leicht zu kopieren und Kopien wie Weiterverbreitung ausdrücklich erwünscht.

Zudem können Nutzer auf sicheren Übertragungswegen selbst Inhalte einreichen. Die werden geprüft und unter Angabe von Entstehungsgeschichte und Grund der Zensur veröffentlicht, es wird also also keine Veröffentlichung geheimgehaltenen Rohmaterials wie bei Wikileaks geben.

Journalisten können sich für einen passwortgeschützten Zugang zur Beta-Version anmelden. Den englischsprachigen Twitter-Account findet ihr unter @fightcensors_en.
 

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