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Vera Bunse

Süddeutsche verlinkt “nach draußen”

 | 3 Kommentar(e)


Stefan Plöchinger, Chefredakteur von SZ online, macht vor, wie es geht: Seit dem 2. August ist eine Twitter- und Facebook-Presseschau online.

08.08.2012 | 

Der aggreggierte Überblick verlinkt zu verschiedenen deutschen Medien, aber auch zum britischen Guardian und der New York Times. Übrigens auch zur FAZ: Deren Nicht-Verlinkung habe ich letzte Woche in einem Kommentar angemeckert, der einen Link enthielt. Darauf erhielt ich vom FAZ-Servicecenter eine Mail “mit kopfschüttelnden Grüßen”, des Inhalts, dass Kommentare mit Links nicht erlaubt seien. Dass Links in Kommentaren problematisch sein können, ist verständlich. Dass sie in Texten fehlen, nicht.

Zur Vorstellung der Presseschau schreibt Stefan Plöchinger:

Ursprünglich hatten wir die Idee zu dem Angebot, weil wir in der Redaktion neue Themen unserer Lieblingsseiten schneller mitbekommen wollten. Doch dann stand schnell die Frage im Raum: Wieso sollten wir Ihnen, unseren Lesern, diese Presseschau eigentlich vorenthalten?

Eine sinnvolle Einstellung, denn durch solchen Mehrwert verliert man keine Leser, sondern gewinnt neue. Damit stellt Plöchinger einen Wegweiser für andere Presseverlage auf. Die Beobachterin ist gespannt, wann der Nächste das Modell übernimmt.

Allerdings hat die Sache einen klitzekleinen Beigeschmack: Auch die Süddeutsche gehört zu den Verlagen, die sich für ein Leistungsschutzrecht stark machen. Darin geht es, genau, um das Aggregieren von Nachrichten.

Fiete Stegers hat Stefan Plöchinger für Onlinejournalismus.de interviewt.
 

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3 Kommentare

  1. Maik |  08.08.2012 | 17:15 | permalink  

    die Sache hat noch einen Haken mehr: Die fb- /Twitter-”Fav-Show” mag zwar ganz witzig sein, ist aber in dem Sinne auch nicht neu. Neu ist allenfalls, dass die Holzpresse jetzt den Trend aufnimmt (und vlt. noch ein bissel filtert)

    Nun zum Haken: Wesentlich besser und wirklich “nach draußen” verlinkt wäre es, wenn die SZ (wie viele andere Zeitung 1.0 Online-Ausgaben) in ihren Artikeln nach draußen verlinken würden. DAS wäre ein Mehrwert, der mich zum Lesen der SZ überzeugen würde (in dem ich mir das nicht per google suchen muss). Stattdessen wird völlig sinnfrei – und wahrscheinlich per Algorithmus – irgendwelche Wörter – teilweise nicht mal Key-Wörter zum Thema – herausgegriffen und auf eine “SZ-Themen”-Seite verlinkt.

    Wo ich grad beim SZ Bashing bin: Die SZ hat mich im übrigen dazu veranlasst einen Werbeblocker zu installieren – den hatte ich lange Zeit nicht – aber das Zwangsbedudele mit Werbevideos, die Zwischengeschaltet werden, wenn man über den RSS-Feed auf einen Artikel klickt, ist mehr als nervig. Bei mir war es nervig, denn nun kommt gar keine Werbung mehr.

    Man mag es kaum glauben, aber die Verlage haben ihr eigenes Geschäftsmodell nicht begriffen, aber so überhaupt nicht. Das fängt beim Leistungsschutzrecht an und hört nicht beim Versuch von Paywalls auf.

    requiescat in pace

  2. Vera Bunse |  08.08.2012 | 18:01 | permalink  

    Gut, aber darum geht es ja: dass die Presse es endlich aufnimmt. Ich denke, auch die Verlinkung nach draußen kommt irgendwann – vorerst wird noch an einigen Journalistenschulen das Gegenteil gelehrt, aber das wird sich mit jüngeren Dozenten auch geben.

  3. Switch bekommt vor dem Bundesgericht in Sachen "Verlinkung switchplus" Recht › Links und Verlinkungen |  01.09.2012 | 03:05 | permalink  

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